Tr“PTu, Beilagen:„Unterhaltungsblatt" und„Praktischer Ratgeber“. erschent Ktolich mit Aubrahug der Sonv, m. zi wig. mehr. Aunzeigen toten. 15 pie, die Veithele oder deren Naum, Rerlamen;. Feite io use zii Idlutriertes Sonmtagslat“ Nr. 20. Montag, den 23. Septenber 1901. Aergerlich ist es, wenn zu Beginn eines neuen Quartals die Zeitung ausbleibt und man sich sagen muß, daß eigene unverantwortliche Saumseligkeit diese Unannehmlichkeit herbeigeführt hat. Man vermeidet solchen Aerger, wenn man zeitig das „Abonnement bei der Post erneuert. Alle Postanstalten, Briefträger, die Expedition sowie unsere Agenten und Boten nehmen Bestellungen an. Wer das 8seitige„Illustrierte Sonntagsblatt“ zu unserer Zeitung wünscht, muß dies bei der Bestellung auswcich gndden. Tagetesbrestgoste. Deutschland. □ Berlin, 22. Sept. Wir erwähnten bereits die abfällige Beurteilung der deutschen Kaisermanöver durch englische Berichterstatter. Jetzt bringen die „Danziger Neuesten Nachrichten“, die an der Quelle Gelegenheit hatten, die englischen Berichterstatter zu beobachten, ein so abstoßendes Bild von deren„rücksichtslosester und storendster Form, sich zu unterhalten“, selbst während der Besprechungen, daß man sich nicht wundern kann, wenn deutscherseits Maßregeln gegen Wiederholungen solcher Ungezogenheiten genommen werden. Außer England sendet wohl keine Nation Berichterstatter in Manöver, die sich nicht der Sprache der Armee, deren Gäste sie in gewissem Sinne sind, mächtig gemacht haben. Die britischen Berichterstatter hatten sogar die Kühnheit, den Major des Großen Generalstabs, der den Herren die Vorgänge der Uebungen klar machte, zu ersuchen, den Vortrag noch einmal in englischer Sprache zu wiederholen. Die„D. N. Nachr.“ setzen hinzu, daß„der Vertreter der Morning Post“, damals ein Herr Sanders, sich beispielsweise niemals in all den Jahren, die er über deutsche Manöver schrieb, entschließen konnte, sich den Unterschied von Regiment, Brigade und Division zu merken, er sprach immer nur von „das Dings“. Die„Kreuzztg.“ erzählt, daß derselbe Herr Sanders vor einigen Jahren eines Tages zu einem Bekannten von ihr mit der Mitteilung kam, daß er von London aus den Auftrag bekommen habe, in einem militärischen Klub, auch auf Grund seiner Beobachtungen in Berlin, einen Vortrag über die neueste Kavallerie=Taktik zu halten. Jener redete ihm, weil ihm dieses etwas spaßhaft vorkam und er gerne wissen wollte, wie solches in London wirken würde, energisch zu, den Vortrag anzunehmen, und gab ihm auf einem kurzen Gange einige Hauptsätze als Notizen zur Kenntnis. In der That hielt der Herr nicht nur den Vortrag, sondern sandte seinem Instruktor mit bestem Danke ein eng(!) Der Geizhals. (Nachdruck verboten.) (19. Fortsetzung.) lisches militärisches Blatt zu, in dem der Inhalt des„interessanten Vortrages“ kurz skizziert und hinzugefügt war, daß Lord Wolseley selbst dem Vortragenden den Dank der Versammlung für seine lehrreichen Ausführungen erstattet habe. Mehr kann man von einem Strategen, der nicht einmal die Armeeeinteilungen kennt, nicht verlangen. + Den Berliner Anarchisten scheint wieder Geld zugeflossen zu sein, denn das Anarchistenorgan„Neues Leben“ ist wieder erschienen. Ueber die Geldverlegenheit, welche das zeitweilige Nichterscheinen der Zeitung hervorrief, bemerkt die Redaktion:„Wenn die Bummelei mit dem Bezahlen wieder so einreißen sollte, wie früher, möge die Zeitung herausgeben, wer will, wir aber nicht. Dasselbe gilt von den entnommenen Büchern, Broschüren und Porträts.“ Fast die gesamte Nummer des Blattes beschäftigt sich mit dem Attentat auf Mac Kinley. Das Blatt schreibt u..:„Wir können weder die That gutheißen, noch den Thäter verdammen. Wir verstehen es sehr wohl, wenn ein Mensch, jung, temperamentvoll, beeinflußt durch die täglichen Wahrnehmungen zu der Ansicht kommen kann, daß mit dem Hinwegräumen einer Person ein System beseitigt wird. Wir verstehen es, wir wissen und lehren aber, daß dem nicht so ist. Wir stehen nicht an, frank und frei zu erklären: wenn wir überzeugt wären, daß mit dem Morde einer solchen Person die Zustände grundlegend verbessert würden, wir dem Mörder Lobeshymnen singen, ihn als Befreier feiern würden. Mac Kinley ist tot, Czolgosz muß sterben, die Kapitalisten sind die Mörder, auf ihr Konto kommen beide. Lernet, ihr seid gewarnt!“ Eine öffentliche Anarchisten=Versammlung beruft die„Deutsche Föderation revolutionärer Arbeiter“ für den 7. Oktober nach den Arnimhallen ein; es soll über die „Ziele der Föderation“ gesprochen werden.“ □ Ein neues Gewehrmodell hat ein Beamter der königl. Gewehrfabrik von Spandau der Militärverwaltung vorgelegt. Die von ihm erfundene Waffe ermöglicht das Abfeuern von 10 Patronen hinter einander. Das Laden geschieht auf automatischem Wege. Wie üblich, wird auch dieses Modell auf seine Kriegsbrauchbarkeit geprüft werden, ohne daß daraus auf die Absicht, ein neues Infanteriegewehr einzuführen, geschlossen werden dürfte. — Ein„Gewinn“ aus der China=Expedition.„Unter den vielen Preßäußerungen, die anläßlich der Beendigung der Chinawirren vorliegen, vermissen wir den Hinweis auf einen Punkt“, schreibt die Kolonialzeitung.„Wir meinen den Gewinn, den man für die überseeischen Bestrebungen Deutschlands darin finden muß, daß etwa 20000 von unseren Landsleuten, die aller Wahrscheinlichkeit nach zum ganz überwiegend größten Teil sonst nicht aus Deutschland heraus, geschweige denn jemals weit über See gekommen sein würden, durch den letzten Feldzug Gelegenheit geboten war, ihren Gesichtskreis zu erweitern, und daß diese nun nach ihrer Zurückkunft in alle deutschen Gaue etwas von frischer Seeluft und von der Kenntnis fremder Länder und Völker aus eigener Anschauung mitbringen, die unserem Volke in weiten Kreisen noch so dringend not thut.“ Wenn diese Kenntnis unserem Volke so„dringend not thut“, so mag die Reichsregierung jährlich eine Anzahl von Handwerkern, Gelehrten, Künstlern, Kaufleuten 2c. auf ihre Kosten reisen lassen. Dann kann man sich aber den Spaß billiger einrichten, als mit einer drittel Milliarde, einem verbrannten Asbesthause und zahlreichen Toten und Siechen. — Gegenüber anderweitigen Meldungen erfährt das Echo der Gegenwart, daß das Befinden des Abgeordneten Dr. Lingens verhältnismäßig gut, wenn auch noch immer etwas schwankend ist. Ob der Abgeordnete sein Mandat beibehalten werde, hänge wesentlich davon ab, wie sein Gesundheitszustand sich in der nächsten Zeit gestalten werde. Einen definitiven Entschluß, sein Mandat niederzulegen, habe Herr Dr. Lingens nicht gefaßt.„... f. Eer Stei — Der Bund der Landwirte in der Rheinprovinz hat kürzlich seinen Vorsitzenden gewechselt. In der Korresp. des Bundes der Landwirte wird jetzt der Wortlaut des Briefes veröffentlicht, mit dem der bisherige Vorsitzende Freiherr von Plettenberg=Mehrum vom Amte des Provinzial=Vorsitzenden des Bundes für Rheinland zurücktritt. Er lautet: An den Vorstand des Bundes der Landwirte zu Berlin. Da ich die unumstößliche Ueberzeugung gewonnen habe, daß es für ein gedeihliches Wirken des Bundes der Landwirte in der Rheinprovinz ersprießlich sein wird, wenn an meine Stelle als ProvinzialVorsitzender ein Mann tritt, dem nicht so konfessionelle Vorurteile entgegengebracht werden, wie das— zu Bedauern— bei mir der Fall ist, so erkläre ich hiermit, daß ich die Leitung des Bundes in der Rheinprovinz niederlege. Mehrum, 3. Sept. gez. Freiherr v. Plettenberg=Mehrum. Um das Moment der Parität den konfessionellen Verhältnissen des Rheinlandes entsprechend voll zu berücksichtigen, wurde zunächst das Prinzip aufgestellt, einen ProvinzialVorsitzenden und zwei Stellvertreter mit der Maßgabe zu wählen, daß der Vorsitzende und einer der Stellvertreter den Kreisen der katholischen Bundesmitglieder des Rheinlands entnommen werden sollten. Dementsprechend wurden gewählt: zum Vorsitzenden Gutsbesitzer Limbourg(Oberbolheim), zu stellvertretenden Vorsitzenden die Gutsbes. Johann Heckrath (Mörs) und Matthias Rey(Kelz). Um seinen Dank zum Ausdruck zu bringen, wurde sodann vom Ausschusse einstimmig beschlossen, v. Plettenberg zum Ehrenmitgliede des Bundes für die Rheinprovinz zu ernennen.— Die Bündler Lundes für die Rheizprooinz, u. erzenen.— Die Bandler lhoffen, durch diesen Personalwechsel die kath. Landwirte zu gewinnen. „Darauf könnt Ihr lange warten.“ Ich habe ein wildes Thier in einer Falle gefangen und sollte es jetzt frei lassen, um mich und andere seinen Bissen auszusetzen? Thys, die Zeit der Reue ist für Euch gekommen: Eure Rolle hat jetzt ausgespielt: Gott und die arme Katharine haben Euch zu Jezt erst durchschaute Thysklardas Vorhaben der Witwe, und ein gewaltiger Schrecken übermannte ihn. Zitternd antwortete er:„Katharine, es steht hier ein Sack mit Gold für Euch! Macht nur schnell, aufg, 46,.Krsu entmartet. „Ich will das gestohlene Gut nicht haben!“ antwortete die Bertlerin.„ ,, fich, Gatharing Wour u. „Zwei Säcke sollt Ihr haben, liebe Katharina, wenn ihr wir die Thür öffnet.“ 4 6. 65r 4. wi, „Da er keine Antwort erhielt fuhr er fort.„Vier Säcke stehen da, es ist lauter Gold!“ Und er ließ eine Hand voll Goldstücke auf die Treppe fallen, in der Hoffnung, daß der Klang die arme Frau bethören würde. Aber nur ein Spottgelächter antwortete auf dieses Anerbieten.... 7 4.— Tc meiter ix mist Guch Liebe Katharina,“ flehte er noch weiter,„ich will Euch heiraten! dann behalten wir Alles für uns beide allein. Es ist so viel Geld da!“ „Feiger, erbärmlicher Dieb und Mörder!“ schallte es ihm „Liebe Katharina,“ klagte Thys,„ich liege hier im Dunkeln auf den Knieen und strecke die Hände bittend nach Euch aus. Habt Mitleid mit mir, seid barmherzig! Oeffnet mir die Thür, ich will Euch mein ganzes Leben lang danken und lieben!“ „Ich habe Mitleid mit Euch!“ „O,“ rief Thys voll Hoffnung,„ich dachte es wohl, daß Ihr mich erlösen würdet“,, g8. 4 chensia wi. Ghr „Ja, ich habe Mitleid mit Euch, ebenso wie Ihr es mit Cäcilie gehabt habt, ich bin barmherzig gegen Euch, wie Ihr es gegen Onkel Jan, Euren Wohlthäter, gewesen seid. Doch ich bin deshalb nicht heruntergekommen, Thys, ich wollte Euch etwas zeigen. Guckt durch das Schlüsselloch; seht, was ich in der Hand habe und was ich nun damit Thys legte das Auge an das Schloß; die Beleuchtung draußen erlaubte ihm, den Bewegungen der Bettlerin ziemlich genau zu folgen.,. Benier und fuud. Diese entfaltete ein Papier und sprach: „Seht nur her! Ihr habt den alten kranken Mann ermordet, weil Ihr im Besitze eines Testamentes waret, das Euch zum Erben seiner sämtlichen Habe einsetzte. Er starb nicht schnell genug nach Eurem Wunsche! Und jetzt denkt Ihr, daß Euch die Erbschaft nicht entgehen werde... Dieses Testament fand ich auf Eurem Zimmer, in der untersten Lade Eures Kastens. Die arme Kathrine hat ja lesen gelernt. Hört mir lieber zu:„Hiermit erkläre ich, daß dies mein letzter Wille ist, wodurch ich zu meinem Universialerben den Karl Dominik Matthias...“ „Mein Testament, mein Testament!“ heulte Thys. „Jetzt seht auch, was ich damit anfange," fuhr die Witwe unbarmherzsg fort, g, 164 win.csament I„Gerechter Himmel! Das Weib zerreißt mein Testament in Stücke! Meine Hoffnung, mein Leben geht dahin! Kathrine Ihr versetzt mir den Todesstoß!“ Da bemerkte er an einer Bewegung des Lichtes, daß die Frau sich entfernen wollte. Da wagte er den letzten verzweifelten Versuch und rief in schneidendem Tone:„Geht doch nicht fort, liebe Katharina, sondern macht mir die Thür auf. Ihr wollt mich doch nicht in dieser schauderhaften Gruft vor Hunger sterben lassen!“., geus,.##. „Es wäre allerdings eine gerechte Strafe, Euch demselben Tode preiszugeben, den Ihr dem Onkel Jan zugedacht habt,— aber diese Todesart ist für Euch noch zu gelinde. Man wird Euch bald herausholen. Ich bin beim Bürgermeister geaesen; er wird den Polizeidiener mit Gendarmen schicken, die Euch erlösen werden— nur könnten sie Euch aus Vorsicht zuerst die Hände auf dem Rücken zusammenlbinden. Ja, Ihr müßt ins Gefängnis und von da aufs Schaffot, um mit Eurem Leben den Mord des Onkel Jan zu büßen.— Dann erscheint Ihr mit diesem fluchwürdigen Verbrechen beladen vor dem ewigen Richter, der wohl weiß, welch ein Schurke ihr seid. Sorgt nur, daß Ihr noch bei do Tigs bieh verseinert an der Thür stehen und sah durch das Schlüsselloch, wie Katharine sich mit ihrem Lichte entfernte. Als der letzte Schimmer aus seinen Augen verschwunden war, stürzte er mit einem Schrei des Entsetzens zusammen und rollte dann, wie eine leblose Masse über die Treppe in den Keller hinunter. VII. Der erste Schimmer des neuen Tages drang durch das Zimmer, in welchem Thys seinen Mordanschlag an dem kranken Greise verübt hatte. Zwei Wachskerzen brannten auf dem Tische; zwischen denselben stand ein Kruzifix und in einem Glase mit Weihwasser ein Palmenzweig. Der Körper des Greises lag auf dem Rücken ausgestreckt im Bette. Seine Unbeweglichkeit und die Blässe seines Gesichtes hätten den Gedanken hervorrufen können, daß der letzte langer Zeit aus diesem Körper gewichen war. Nur ein Umstand widersprach dieser Vermutung: Die Brust des Greises hob sich von Zeit zu Zeit, als ob er im letzten Todeskampfe läge und seine Seele die Bande sprengen wollte, die sie noch lieber den Greis benge sich ein Mädchen, das mit brennender Ungeduld jedes Lebenszeichen erspähte und zwischen Schmerz und Hoffnung geteilt, bald weinte, bald zitterte, je — Ein Erfolg der öffentlichen Meinung. Zum Gumbinner Prozesse wird der„Nationalztg. geschrieben: „Die Militärbehörden scheinen wegen der Maßregelung der Gumbinner Unteroffiziere einlenken zu wollen, um den üblen Eindruck ihrer früheren Schritte abzuschwächen. Gerüchtweise verlautet, der Unteroffizier Domning folle in ein anderes Regiment vom 1. Oktober 1901 versetzt werden. Mit dem Vizewachtmeister Schneider soll weiter kapituliert werden Wachtmeister Buckpesch soll bei seinem Ausscheiden am 1. Oktober eine Invalidenpension erhalten.“ Die Familie Miquel. Inbezug auf die Konfession Miquels veröffentlicht jetzt ein Vetter= des verstorbenen Finanzministers das folgende:„Der Vater des Finanz= ministers, mein Großvater, Hof=Medikus Dr. Miquel in Neuenhaus, Provinz Hannover, war allerdings katholisch, und er ließ auch seinen ältesten Sohn, einen älteren Bruder des Finanzministers, katholisch taufen. Sieben andere, später geborene Geschwister, darunter auch der Finanzminister wurden evangelisch getauft und konfirmiert, und auch der älteste, katholisch getaufte Bruder wurde später evangelisch konfirmiert, sodaß die Familie evangelisch war mit Ausnahme des Vaters, der allerdings formell seinen Glauben nicht gewechselt hat. Die von ultramontaner Seite aufgestellte Behauptung, der verstorbene Finanzminister sei katholisch getauft, ist also unzutreffend.“ Bremen, 18. Septbr. Einige Blätter haben gänzlich salsche Meldungen über den Zwiespalt gebracht, der sich durch die Stellungnahme der Bremer Kriegervereine gegen die den Bremer Zwischenfall behandelnden Reden des General= leutnants z. D. v. Spitz, des Vorsitzenden des Deutschen Kriegerbundes, entwickelt hat. Danach soll die bekannte Beschlußfassung des Kyffhäuser=Verbandes den Bremer Senat zu der Erklärung veranlaßt haben, er werde sein Protektorat niederlegen, falls die bremischen Kriegervereine die Forderungen des Kriegerbundes nicht erfüllten, ferner soll es den Offizieren nahegelegt sein, aus den bremischen Vereinen auszutreten, falls die verlangte Abbitte nicht geleistet werden sollte. Alle diese Behauptungen sind aus der Luft gegriffen. Der Senat weiß nun doch am allerbesten, daß die von Herrn General v. Spitz in seinen Reden gebrauchten Wendungen wegen des Zwischenfalls völlig haltlos sind, wie ja auch der Verlauf der reichsgerichtlichen Untersuchung bewiesen hat. Und in Bremen freut sich jeder, daß die Hand, die das Eisenstück gegen den Kaiser schleuderte, keinem bewußten Verbrecher gehörte, sondern einem krankhaft veranlagten Menschen, der ja auch jetzt im Irrenhaus weilt. Der Senat würde doch der hiesigen öffentlichen Meinung ins Gesicht schlagen, wollte er darum sein Protektorat niederlegen, weil die bremischen Kriegervereine eine Ansicht vertreten haben, die auch er selbst haben muß, weil es gar nicht anders möglich ist. Es kann sich höchstens darum handeln, ob sich die beteiligten Vorstandsmitglieder der bremischen Kriegervereine— es kommt nur ein Bruchteil in Frage— in der Form der Beschlußfassung und ihrer Veröffentlichung vergriffen haben. Es wird und muß ein Weg gefunden werden, um eine Versöhnung herbeizuführen, die alle befriedigen wird. Von den Offizieren hat noch niemand verlangt, daß sie aus den bremischen Kriegervereinen austräten. Sollte das in Zukunft geschehen, so würde man das im allgemeinen Interesse des Kriegervereinswesens zu bedauern haben. Kiel, 22. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland treffen heute nachmittag in Kiel ein. Bekanntlich sind die kaiserlichen Kinder in Kiel zurückgeblieben. )7 Kiel, 23. Sept.(Telegramm.) Das russische Kaiserpaar ist mit den Töchtern gestern abend um 9¼ Uhr von hier abgereist. Prinz und Prinzessin Heinrich begleiteten sie zum Bahnhof. ** Rominten, 22. Sept.(Telegramm.) Der Kaiser ist heute abend gegen 7 Uhr im Rominter Jagdschloß einPPäbe.. g ee eeschamet remerhaven, 20. Sept. Mit dem Lloyovampfer Stuttgart kehrten heute nachmittag von China zurück: Die 1. und 4. Kompagnie des 1. ostasiatischen Infanterieregiments und die 7. Batterie(Gebirgsbatterie) des ostasiatischen Feldartillerieregiments, zusammen 14 Offiziere, 350 Unteroffiziere und Mannschaften.— Aus dem vorgestern hier eingelaufenen Hamburger Dampfer Batavia wurde heute eine Menge Kriegsmaterial, als Kanonen, Lafetten, Protzen und sonstige Fahrzeuge, an Land gebracht. Das Material ist durchweg noch im besten Zustande. Bei den mit der Batavia heimgekehrten Erkrankten handelt es sich zumeist um typhusartige Erscheinungen. Die Zahl der Erkrankten ist von 152, die in Taku an Bord kamen, während der Reise auf 350 gestiegen, weshalb auch der Offizier=Speisesalon mit als Krankensaal eingerichtet werden mußte. Täglich fand eine eingehende Untersuchung aller Mannschaften an Bord statt, und nur dieser großen ärztlichen Umsicht ist es zu danken, daß von dem über 2000 Köpfe starken Transport nicht noch ein größerer Prozentsatz krank in die Heimat zurückgekehrt ist. Der Dampfer Batavia bleibt drei Wochen hier, um nach gänzlicher Entlöschung gründlich desinfiziert zu werden. □ Bremerhaven, 22. Sept.(Telegramm.) Der aus Ostasien angekommene Lloyddampfer„Neckar“ landete heute die dritte Infanterie=Brigade(ausschließlich 9. Kompagnie), Bataillonsstab und 1. Batterie schwere Feldhaubitzen, die Telegraphenabteilung, die Feldintendantur, das Trainkommando, die Proviantkolonne 1, 2 und 3, das Feldlazarett 6, das Etappen=Kommando und das KriegslazarettPersonal, zusammen 55 Ofsiziere und 2002 Mann. + Wilhelmshaven, 22. Sept.(Telegramm.) Die kleinen Kreuzer„Gefion" und„Irene“ sind heute nach mehrjähriger Abwesenheit von Ostasien hier eingetroffen. Oesterreich=Ungarn. Pest 21 Sept. Wie Budapesti Hirlap berichtet, ereignete sich gestern bei einer Jagd, an der Erzherzog Friedrich teilnahm, ein aufregender Vorfall. Der Erzherzog pürschte mit zweien seiner Forstbeamten in den zu seiner Besitzung bei Mohacs gehörenden Wäldern. Bei dieser Gelegenheit wurden mehrere Wildschützen aufgescheucht, die in einem Dickicht auf der Lauer lagen. Einer der Wildschützen gab auf den in der Begleitung des Erzherzogs befindlichen Oberförster einen Schuß ab, der aber das Ziel verfehlte. Der Oberförster schoß hierauf auf den Wilderer, fehlte aber gleichfalls. Die Wildschützen entkamen. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Die Nachricht von einem Attentat auf den Erzherzog ist unbegründet. Frankreich. Der Zar hat nunmehr Frankreich wieder verlassen, ohne Paris besucht zu haben, worüber die Pariser nationalistischen Blätter untröstlich und so zornig sind, daß sie den Präsidenten Loubet und das Ministerium in einem fort mit Kot bewerfen. Die Begeisterung für das Zarenpaar war diesmal bei weitem nicht so groß als 1896; die vorhergegangene Zusammenkunft bei Danzig und die Rede des deutschen Kaisers über die Bedeutung dieser Zusammenkunft hatten die Stimmung der Franzmänner etwas niedergedrückt. Die Franzosen sehen zu ihrem Kummer mehr und mehr ein, daß es dem Zaren gar nicht einfällt, ihnen zur Wiedererlangung Elsaß=Lothringens behülflich zu sein. Nachdem am Samstag zu Ehren des Zarenpaares eine glänzende Truppenschau, an welcher 140000 Mann mit 36000 Pferden teilgenommen, abgehalten worden war, fand in einem auf dem Manöverfelde in Fresnes errichteten Zelte das Abschiedsessen statt. Während desselben brachte Prä sident Loubet folgenden Trinkspruch aus: Sire! Indem ich Ew. Majestät und Ihrer Majestät der Kaiserin im Namen der französischen Republik den Dank ausspreche dafür, daß Sie geruht haben, den erhebenden Schauspielen dieser Tage beizuwohnen, lenkt sich mein Gedanke auf den großen politischen Vorgang zurück, der diesen vorangegangen ist, und der ihnen ihre ganze Bedeutung verleiht. Vorbereitet und geschlossen von Ihrem erlauch.„—, und Von Vens....... Carnot feierlich kundaegeben an Bord des Pathuau durch Ew. besteht aus dem Bilde des Zarenpaares, das in einen künstlerisch gearbeiteten, mit Diamanten eingefaßten Rahmen gefaßt ist, dessen Herstellung der Zar persönlich überwacht hat.— Ueber eine durch den Zarenbesuch aufgeschobene Ministerkrise macht das Journal des Débats folgende Mitteilungen:„Wir wollten vor dem Ende der Festlichkeiten ein Gerücht nicht veröffentlichen, das uns aus einer sichern Quelle zugetragen wurde, nämlich daß Millerand und Baudin vor einigen Tagen Waldeck=Rousseau ihre Entlassung eingereicht haben. Auch der Kriegsminister André habe seine Entlassung eingereicht, sie aber nachträglich zurückgezogen.“ Das Blatt meint, nach der Abreise des Zarenpaares sei diese Krise akut. Die„Wiener Allg. Ztg.“ enthält nähere Angaben über die Entstehungsgeschichte des Zweibundvertrages, die angeblich auf gut unterrichteter Quelle beruhen. Darnach wurde bei dem Flottenbesuch im Jahre 1891 in Kronstadt zunächst nur eine Militärkonvention, aber kein Bündnis geschlossen. Die Konvention rechnete ausdrücklich mit einem Angriff Deutschlands gegen Rußland der Frankreich. In der Konvention war ausdrücklich bestimmt, daß eintretenden nachdem der Kranke starr blieb oder seine Atemzüge wieder vernehmbar wurden. Es war Cäcilia; seit einer Stunde hatte sie Ströme von Thränen vergossen, und obwohl durch ihre Leiden beinahe erschöpft, suchte sie noch mit liebevollen Küssen ihren alten Onkel ins Leben zurückzurufen. Johanna stand an dem einen Ende des Bettes und war bereit, mit Cäcilia den sterbenden Greis zu pflegen. In einer Ecke des Zimmers lagen Bart und seine Mutter auf den Knieen, ihre Hände waren zu innigem Gebet gefaltet, das aus diesen reinen Händen wohlgefällig zum himmlischen Vater emporstieg. Der Pfarrer hatte den Kranken schon besucht, und ihm die hl. Oelung gespendet; auch der Arzt war dagewesen, und sein erster Ausspruch lautete dahin, daß die Kraftlosigkeit des Greises nur vom Hunger herrührte. Deshalb verordnete er auch, nebst einer Arznei, etwas Fleischbrühe, die man ihm vorsichtig löffelweise eingeben mußte. Ein Fläschchen und eine Tasse, die neben dem Bette standen, enthielten die beiden Heilmittel. Cäcilia hatte dem Onkel bereits viele Löffel von der Fleischbrühe eingegeben; sie glaubte zu bemerken, daß sie ihm wohlbekomme und daß er sie bereits leichter verschlucke; es schien sich bei Onkel Jan sogar eine gewisse Begierde für diese Nahrung zu entwickeln. Als sie ihm nun wieder einen Löffel voll Suppe reichte und ihn zurückziehen wollte, nachdem er die Fleischbrühe zu sich genommen hatte, schien es ihr, als ob sich die Lippen des Kranken bewegt hätten. Diese Entdeckung machte sie zittern, sie reichte ihm den zweiten Löffel, den er mit sichtlichem Vergnügen genoß. Durch den Erfolg ermuntert, gab Cäcilie ihm noch mehr Brühe und blickte dann ängstlich in des Onkels Gesicht. Plötzlich kam ein Fieberfrost über seine Glieder; er streckte sich und blieb dann bewegungslos da liegen; selbst der Atem blieb aus. Cäcilie schrie so schmerzerfüllt auf, daß Bart und seine Mutter in die Höhe fuhren und an das Bett eilten. (Schluß solgt.) ten Vater, dem Kaiser Alexander III., und von dem Präsidenten Garnot, feierlich tändgegeren an Lord des Pothann dnrch Ew. Majestät und den Präsidenten Felix Faure, hat das Bündnis Rußlands und Frankreichs Zeit gehabt, seinen Charakter zu bekräftigen und seine Früchte zu tragen. Wenn niemand an der wesentlich friedlichen Idee, aus der es hervorgegangen ist, zweifeln kann, so kann auch niemand verkennen, daß es in hohem Maße beigetragen hat zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts zwischen den europäischen Mächten, der notwendigen Bedingung eines Friedens, der, um fruchtbringend zu sein, nicht unsicher bleiben konnte. Das Bündnis hat sich mit den Jahren entwickelt(Bewegung) und die Fragen, die aufgetaucht sind, fanden es wachsam und entschlossen, seine eigenen Interesseu und die allgemeinen Interessen der Welt versöhnend; sie fanden es ferner gemäßigt, weil es stark war und im voraus für die Lösungen gewonnen, die von der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit eingegeben waren.(Bewegung.) Das Gute, das es gestiftet hat, ist ein Unterpfand des Guten, das es noch stiften wird. Und im vollen Vertrauen darauf und der edlen Begründer des Werkes pietätsvoll gedenkend, dem der heutige Tag eine herrliche Weihe verleiht, erhebe ich mein Glas auf den Ruhm und das Glück Ew. Majestät, Ihrer Majestät der Kaiserin und der ganzen Familie, auf die Größe und das Gedeihen des Frankreich befreundeten und verbündeten Rußlands! Die Musik spielte hierauf die russische Nationalhymne. Die Antwort des Kaisers Nikolaus auf den Trinkspruch des Präsidenten lautete: Herr Präsident! In dem Augenblicke, wo wir Frankreich verlassen, wo wir wiederum eine so herzliche und warme Aufnahme genossen haben, liegt es mir am Herzen, Ihnen unsere aufrichtige Dankbarkeit und lebhafte Bewegung zum Ausdruck zu bringen. Wir, die Kaiserin und ich, werden stets die kostbaren Erinnerungen dieser wenigen Tage bewahren, die von so tief in unsere Herzen eingegrabenen Erinnerungen erfüllt sind, und werden nach wie vor, aus der Ferne und in der Nähe, an allem teilnehmen, was das befreundete Frankreich betrifft. Die Bande, die unsere Länder vereinigen, haben sich soeben noch mehr gefestigt und haben wiederum eine Weihe durch die Beweise gegenseitiger Sympathie erhalten, die sich hier so beredt kundgaben und in Rußland ein so warmes Echo finden werden. (Bewegung.) Die innige Vereinigung der beiden großen Mächte, die von den friedlichsten Absichten beseelt sind, und die, obgleich sie ihren Rechten Achtung zu verschaffen wissen, nicht die Rechte anderer irgendwie zu beeinträchtigen suchen, ist ein wertvolles Element der Beruhigung für die gesamte Menschheit.(Erneute Bewegung.) Ich trinke auf das Wohl Frankreichs, der befreundeten und verbündeten Nation, des tapfern Heeres und der schönen französischen Flotte. (Bravo.) Lassen Sie mich Ihnen gegenüber, Herr Präsident, nochmals unsern Dank aussprechen und Ihnen zu Ehren mein Glas erheben. Die Musik stimmte die Marseillaise an. Um 4 Uhr künden Kanonenschüsse an, daß das Mahl zu Ende ist und die Abschiedsstunde geschlagen hat. Die Verabschiedung des Zarenpaares von Loubet und den Ministern war sehr herzlich. Falles nur ein Teil der Streitkräfte mobil zu machen hätten. Erst im Jahre 1897 kam es zwischen Frankreich und Rußland zu einer wirklichen Allianz, die sich von der Militärkonvention unterscheidet und fast in allen Punkten dem deutschösterreichischen Bündnisvertrage nachgebildet ist. Während aber im Artikel 1 des deutsch=österreichischen Bündnisdokuments ausdrückkich davon gesprochen wird, daß dieses Bündnis in Krast tritt, sobald eines der beiden Reiche von Seiten Rußlands angegriffen würde, und während in der französischrussischen Militärkonvention noch Deutschland namentlich angeführt wird, ist in dem französisch=rusischen Allianzvertrage von dem Falle eines Angriffkrieges überhaupt nicht die Rede, und es wird keine Macht genannt, gegen die das Bündnis sich kehrr. :: Paris, 22. Sept.(Telegramm.) Eine Note des „Temps“ erklärt: Die diesmalige Reise des russischen Kaiserpaares hatte keinen Aufenthalt in Paris in Aussicht genommen. Weder Präsident Loubet noch die Regierung haben irgend welchen Anteil an dieser Entschließung des Kaisers, der für die Kaiserin und sich selbst eine Wiederholung der Anstrengungen des Pariser Besuches von 1896 befürchtete. Aber das Kaiserpaar wird wiederkommen, und dann wird Paris das offizielle Ziel des Besuches sein. Der Kaiser hat dem Präsidenten Loubet und den Ministern dieses formelle Versprechen gegeben. □ Reims, 21. Sept.(Telegramm.) Kaiser Nikolaus teilte auf dem Bahnhof Fresnois dem Ministerpräsidenten Waldeck=Rousseau mit, daß er der Stadt Paris 100000 Francs, den Städten Dünkirchen, Compiégne und Reims je 15000 Francs spende. X Pagny sur Moselle, 21. Sept.(Telegr.) Der kaiserliche Zug passierte zur bestimmten Stunde die Grenze. Kurz zuvor richtete der Kaiser folgendes Telegramm an den Präsidenten Loubet: Unter dem glänzenden Eindruck der in Frankreich verlebten Tage ist es uns, der Kaiserin und mir, ein Bedürfnis, Ihnen den lebhaften Ausdruck der Gefühle zu wiederholen, welche uns beseelen. Tief bewegt, indem wir den französischen Boden verlassen, bitten wir Sie, den Ausdruck unserer aufrichtigen Dankbarkeit entgegenzunehmen und denselben allen denen zu übermitteln, welche mit einer rührenden Herzlichkeit an den Kundgebungen teilnahmen, deren Gegenstand wir waren. An die von Rußland so geliebte und geschätzte französische Nation richten wir unsern aufrichtigen Dank und verbinden damit unsere herzlichsten Wünsche. Nikolaus. Südamerika. Kolumbien.+ Willemstad.(Telegramm.) Nach einer von den venezolanischen Behörden auf Goajira nach Caracas gesandten Mitteilung hätte der französische Kreuzer„Suchet“ einen Kampf der venezolanischen Kanonenboote„Pinzon“ dadurch verhindert, daß er sich zwischen beide Teile legte. In ähnlicher Weise habe er die venezolanischen Kanonenboote gehindert, die Kolumbier zu beschießen, als diese in La Hacha landeten. Abends um 9¼ Uhr langte das Zarenpaar in Pagny sur Moselle an, von wo nach kurzem Aufenthalt die Reise über Köln nach Kiel fortgesetzt wurde. Paris, 21. Sept. Eine Havasnote melde#, daß gestern vor der Prunktafel in Compisgne eine einstündige Besprechung zwischen dem Zaren und dem Präsidenten Loubet stattgefunden habe. Nach der Festvorstellung habe der Zar auch eine längere intime Unterredung mit Delcassé gehabt und ihm in seinem und der Kaiserin Namen für den schönen Abend, überhaupt für die schöne Reise gedankt. Heute vormittag hatte Delcassé eine Besprechung# Grafen Lambsdorff. Das Geschenk des Zaren an Ven##e Westfalen und Nachbarländern. Dortmund, 21. September. Die hiesige Brauerei„Borussia“, deren Inhaber Habich sich vor einiger Zeit erschoß, hat heute Morgen den Konkurs angemeldet. Die Passiva sollen sich auf 2400000 Mark belausen... gine um mesin..8 + Aus Westfalen, 21. Sept. Eine neue Ponzeiverordnung des Oberpräsidenten betr. die Körung der Zuchthengste wird heute von den Amtsblättern der drei Regierungen Westfalens bekannt gegeben und tritt damit, als dem Tage ihrer Veröffentlichung, in Kraft. Nach derselben sind für die Provinz zwei Zucht=Körbezirke gebildet, eine für Hengste nach Oldenburger und eine für solche nach Belgier Art. Alle zum Decken fremder Stuten benutzten Hengste müssen von einer dieser Körkommissionen angekört sein. Jeder Land= und Stadtkreis bildet einen Körbezirk, wobei nur solche Hengste angekört werden dürfen, die frei von Erbfehlern sind. Zuwiderhandlungen gegen die neue Verordnung werden mit Geldstrafen bis zu 60 Mark geahndet. Essen, 21. Sept. Der Arbeiter Bange erschoß heute vormittag seine frühere Geliebte, die 18jährige Bönning, und sodann sich selbst, als zu seiner Verhaftung geschritten werden sollte. Brühl, 21. Septbr. Auf dem Gute Ume im nahen Geildorf tötete in der vergangenen Nacht ein Gärtner aus Eifersucht die Wirtschafterin des Gutes, dann entleibte er sich selbst durch einen Schuß in den Mund. Man fand die Leiche der Wirtschafterin entkleidet im Bette, während der Mörder mit dem Revolver in der Hand vor dem Bette lag. = Frankfurt a.., 22. Sept.(Telegr.) Der„Frankfurter Zeitung“ wird aus Worms gemeldet: Kurz nach 4 Uhr stürzte das haus der Gebr. Hartenbach, das bereits unter Dach stand, ein Fünf Personen, darunter die Gebrüder Hartenbach, wurden verschüttet, allein teils weniger, teils schwerer verletzt, aus den Trümmer herwracveen. Vermischtes. — Hirschberg, 21. Septbr. Ein Wagen mit 12 Schulkindern wurde durch einen Zusammenstoß mit der elektrischen Straßenbahn zertrümmert. Die Kinder und der Kutscher sind schwer verletzt. X Vorschach, 22. Sept.(Telegr.) Gestern unternahmen fünf Mann vom Segelklub„Lindau“ eine Fahrt auf dem Bodensee; es erhob sich bald ein rasender Föhn, und die Insassen des Bootes ertranken. Von Boot und Mannschaft fehlt bis heute mittag jede Spur. Ein österreichischer Dampfer versuchte vergeblich, Hilfe (— Wien, 21. Sept.(Telegr.) Ueber das Eisenbahnunglück, das sich in der Nacht zum Freitag bei Palota(Rumänien) ereignet hat, wird der„Neuen Freien Presse“ noch folgendes gemeldet: Von den 38 Passagieren wurden 32 getötet. Das Unglück ereignete sich dadurch, daß die Bremse eines Petroleumzuges auf scharfem Gefälle versagte, der Zug infolgedessen eine Strecke von 48 Minuten in 7 Minuten zurücklegte und in einen Schnellzug hineinfuhr, dessen überdies die Notsignale des nachfahrenden Zuges mißverstand und seinen Zug zum Stehen brachte. X Jemeppe=lez=Liége, 22. Sept.(Telegr.) Nach einer gestern abend stattgehabten Sitzung des Arbeitsrates griff eine Anzahl ausständiger Grubenarbeiter mehrere Direktoren der Kohlengruben an und verfolgte dieselben unter Steinwürfen bis zum Bahnhof. Auch in diesen drangen die Ausständigen ein, zertrümmerten Thüren und Fensterscheiben und schleuderten Steine gegen den Zug, in welchem die Direktoren Platz genommen hatten. Mehrere Arbeiter wurden — Paris, 21. September. In Ribault bei Tours hat eine Schlagwetterentzündung stattgefunden, bei der 17 Arbeiter ihren Tod gefunden haben. Der Zustand der noch lebenden verwundeten Arbeiter ist hoffnungslos.„„ — Petersburg, 21. Sept. Die Kommission zur Verhutung und Bekämpfung der Pestepidemie erklärt Konstantinopel für — Chicago, 20. September. Während eines Umzuges, der am Donnerstag zum Gedächtnis Mac Kinleys hier stattfand, wurden gegen 100 Personen im Gedränge verletzt, drei davon — Arge Verlegenheit. Schriftsteller(das letzte Kapitel des Romans, den er eben schreibt, durchlesend):„Donnerwetter, da hal ich mich aber festgefahren! Von der ganzen Sippe lebt nur noch Schwiegermutter und Schwiegersohn... und die beiden kann ich doch unmöglich mit einander verheiraten!“ Aus dem Regbz. Minden. * Bielefeld, 23. Sept. Hundesteuer. Die Besitzer von Hunden werden darauf aufmerksam gemacht, daß nach der Steuerordnung die im laufenden Halbjahr abgeschafften Hunde spätestens bis zum 14. n. Mts. auf dem Steueramt, Detmolderstraße 1, Zimmer 4, abzumelden sind, andernfalls die Steuer auch für das zweite Halbjahr gezahlt werden muß. = Bielefeld, 23. Sept. Einbruchsdievstahr. um 20. d. Mts., vormittags zwischen 8 und 10 Uhr, wurde in dem Hause Mühlenstraße 26 eine Fensterscheibe zertrümmert, das Fenster dann von innen geöffnet und aus einem Koffer, der gewaltsam erbrochen, ein Portemonnaie mit 130 Mk. gestohlen. Es sollen nach den Angaben der Bestohlenen seit Febr. d. J. drei Diebstähle vorgekommen sein, die aber bei der Kriminalpolizei nicht angemeldet sind. Diese Angaben sowie die von dem Dieb hinterlassenen Spuren führten auf den Verdacht, daß eine Mitbewohnerin des Hauses die Thäterin sei. Die der That dringend verdächtige Person gestand denn auch nach längerem Leugnen, daß sie den Einbruchsdiebstahl ausgeführt habe. □ Bielefeld, 21. Sept. Strafkammer. Der LotteriekollekteurSalomon Markus zu Meckl. Schwerin, wegen Lotterievergehens schon häufig vorbestraft, erhielt heute wegen gleichen Vergehens eine Geldstrafe von 710 Mark ev. 71 Tage Gefängnis.— Wegen Sittlichkeitverbrechens(Blutschande) wurde der Arbeiter Heinrich Schöbel von Bauerschaft Schildesche zu 1 Jahre Gefängnis verurteilt. Die Verhandlung wurde hinter verschlossenen Thüren geführt.— Der Schmiedemeister Wilhelm Wehmeyer zu Bielefeld war vom hiesigen Schöffengericht wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit 4 Wochen Gefängnis bestraft und hatte Berufung eingelegt. Da von der Berufungsinstanz nur vorsätzliche Körperverletzung festgestellt wurde, ermäßigte der Gerichtshof die Strafe auf 2 Wochen Gefängnis. □ Bielefeld, 21. Sept. Schöffengerichtssitzung. Die Ehefrau des Arbeiters Carl Schockenbäumer von hier, welche am 10. Juli ds. Is. einen Polizeisergeanten, der dienstlich in ihrer Wohnung zu thun hatte, beleidigt hat, wurde zu 15 Mk. Geldstrafe bezw. 3 Tagen Gefängnis verurteilt.— Die Glasmacherlehrlinge Paul Schulz zu Brackwede, Heinr. Sanner zu Amshausen und Ernst Breves zu Quelle haben im Juni d. Is. dem Fabrikanten Artois zu Brackwede eine Partie Bretter im Werte von 10 Mk. gestohlen. Schulz und Breves, die 16 bezw. 15 Jahre alt sind, kamen mit einem Verweise davon. Der 18 Jahre alte Sanner erhielt jedoch 3 Tage Gefängnis.— Der 15 Jahre alte Malerlehrling August Liebling von hier, jetzt zu Spenge wohnhaft, hat zu Bielefeld im Jahre 1901 bei verschiedenen Kunden, zu welchen ihn sein Meister zur Arbeit geschickt hatte, Bücher und Schreibhefte gestohlen. Er kam ebenfalls diesmal noch mit einem Verweise davon. — Die Fabrikarbeiterin Elis. Sommerick von hier ist am 2. Juni mit einer anderen Arbeiterin in Streit geraten und hat dieselbe mit einer Glasflasche auf den Kopf geschlagen. Strafe: 14 Tage Gefängnis.— Wegen Vergehens gegen§ 153 der Reichs=Gewerbeordnung stand unter Anklage der Glasmacher Albert Büchel von Brackwede. Er hat den Versuch gemacht, während des ausgebrochenen Glasarbeiterstreiks andere nichtstreikende Glasarbeiter durch Drohung zur Teilnahme an dem Streik zu bestimmen. Strafe: 1 Woche Gefängnis. — Der Agent Heinrich Thöne zu Bielefeld, welcher im Jahre 1900 für eine Firma in Ehrenbreitstein als Agent arbeitete, hat durch fingierte Aufträge die Firma nach und nach um 600 M. beschwindelt. Der Gerichtshof erkannte gegen ihn wegen Betruges in 3 Fällen auf 4 Wochen Gefängnis.— Zwischen dem Fabrikanten Robert Wittenstein von hier und dessen Teilhaber Kaufmann Heinrich Blankenagel hierselbst hatten schon seit längerer Zeit geschäftliche Differenzen bestanden, welche dahin geführt haben, daß sie am 6. Is. nach einer erregten Auseinandersetzung handgreiflich geworden sind. Bei dieser Gelegenheit hat Wittenstein dem Bl. durch einen heftigen Faustschlag das Nasenbein zertrümmert. Der Gerichtshof erkannte gegen Wittenstein wegen vorsätzlicher Körperverletzung auf eine Geldstrafe von 600 Mark eventuell 60 Tage Gfängnis. — Der Arbeiter Karl Schanderwitz von hier hat, wie das so seine Gewohnheit ist, nächtlicherweile derart skandaliert, daß die Polizeibeamten einschreiten mußten. S. hat dem Polizeisergeanten Baum Widerstand geleistet, ihn beleidigt und ihm den Mantel zerrissen. Schanderwitz erhielt heute wegen dieser Strafthat 4 Wochen Gefängnis und wegen groben Unfugs 6 Tage Haft. Außerdem hat er den Polizeisergeanten Baum für den zerrissenen Mantel eine Buße von 35 Mk. zu zahlen.— Der Knecht Wilhelm Reinke zu Schildesche hat in der Nacht zum 24. Juni d. J. in Gemeinschaft mit einem Unbekannten den Arbeiter H. Waterboer mit einem Knüppel mißhandelt. Urteil: 50 Mk. Geldstrafe event. 10 Tage Gefänggis, Der Fabrikarbeiter Heinrich Stork zu Bielefeld hur um 28. Juli d. J. die Witwe Sch. beleidigt und durch einen Fußtritt gegen den Leib mißhandelt. Er wurde ebenfalls zu 50 Mk. Geldstrafe ev. 10 fand die Vermählung der Tochter des Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Dr. Hinzpeter, Fraune#n Rosaly Darcourt=Hinzpeter mit dem Königl. Leumant im Inf=Reg. Prinz Friedrich der Niederlande(2. Westf.) Nr. 15, Herrn Borries von Ditfurth, Sohn des Königl. Landrats des LandZielefeld, 23. Sept. Der bisherige Dolmetscher der kaiserlichen Gesandtschaft in Peking, Herr Cordes, ist, wie dem Reichsdienst ausgeschieden. Nach dem Ostas. Lloyd ist er in den Dienst der Deutsch=Asiatischen Bank eingetreten und wird in Tientsin zunächst die Leitung der dortigen Filiale der Bank überWiedenbrück, 22. Sept. Als heute morgen gegen nenn Uhr er Kolon F. Otterpobl aus St. Vit sich auf dem Wege zur Kirche befand, wurde derselbe auf offener Chaussee in der Nähe des F. Gröne'schen Wohnhauses so unglücklich von dem Radfahrer Lindenbank aus Rheda überfahren, daß er zu Boden stürzte und einen Beinbruch davontrug. Der Schwerverletzte wurde in das hiesige Krankenhaus gebracht.„.„„ + Rheda, 23. Sept. Der St. Josefs=Verein wirrt hier scholl im vierten Jahre höchst segensreich für unsere katholische Jugend, besonders für die Handwerksgesellen. Soeben ladet der Verein zur Feier seines diesjährigen Stiftungsfestes ein; dieselbe wird Sonntag den 29. ds. Mts. im Dreier'schen Saale begangen. Das reichhaltige Programm, das in schöner Abwechselung Chorlieder(vorgetragen vom Gesangverein Cäcilia), Prolog, Ansprache und 2 Theaterstücke aufzählt, verlockt in der That zum Besuche der Feier. Es ist ja bekannt, daß der Verein in ebenso würdiger wie genußreicher Weise seine Feste zu begehen versteht. Der Besuch ist umsomehr zu empfehlen, weil der rge Abeda, 28. Sept. In den wohlverdienten Ruhestand trit am 1. Oktober die Lehrerin Fräulein Bergmann, welche mit seltener Pflichttreue 38 Jahre lang die hiesige Odere Mädchenschute geleitet hat. An ihre Stelle tritt die Lehrerin Fräulein Wüstefeld, die bislang den unteren Klassen der hiesigen Mädchenschule vorstand. Die bisherige Stelle des Fräulein Wüstefeld wird die Lehrerin Fräulein Großebohle aus Minden einnehmen.„.„" 948 Gütersloh, 23. Sept. Gütersloher Brauerei,.=G. Dus Gewinn= und Verlustkonto pro 1900/01 schließt mit einem Reingewinn von 66144 Mk.(i. V. 47338 Mk.). Davon sollen verteilt werden 8 pCt.(6 pCt.) Dividende, außerdem erhalten an Tantiemen der Aufsichtsrat 3000 Mk. und der Vorstand 8100 Mk. 2c Minden, 22. Sept. Der Verwaltungsanwärter Mangelsdorf ist mit der kommissarischen Verwaltung des Amtes Dützen Hriburg, 21. Sept. Auf einer Fahrt zwischen hier und Buke ging in der vorletzten Nacht das Pferd eines Fuhrwerks durch, in dem der Lehrer B. von hier und der Förster W. aus Buke saßen. Beide Insassen wurden aus dem Gefährt geschleudert, und während der Förster nur geringe Verletzungen erhielt, wurde der andere so übel zugerichtet, daß er nach wenigen Sekunden starb. Er hinterläßt eine Frau mit mehreren noch kleinen Kindern. dem Regbz. Münster. Beckum, 22. Sept. Nordwest=Mitteldeutsches PortlanoCement=Syndikat. Durch verschiedene Tageszeitungen geht die Mitteilung, daß das Cement=Syndikat mit seinem Klageantrag gegen die ausständig gewordene Fabrik Meteor in Geseke abgewiesen sei. Diese Mitteilung entspricht nicht den Thatsachen. Der Klageantrag ist seitens des Landgerichts in Paderborn angenommen und ist Verhandlungstermin auf den 12. Oktober angesetzt worden. Dagegen wurde die beantragte einstweilige Verfügung vom Landgericht Paderborn abgewiesen; die Berufung gegen dieses Urteil beim Oberlandesgericht Hamm ist in die Wege geleitet. + Stromberg, 22. Sept. Heute morgen wurde der unverheiratete Arbeiter Herm. Klaßzmeier aus Kspl. Wiedenbrück in der Nähe der Behausung des Gastwirts Druffel tot aufgefunden. Er hatte sich im Schnapsrausch an die Böschung des Chausseegrabens gelegt und war nicht wieder erwacht. Der Mann ist entweder erstickt oder einem Schlaganfall erlegen.... I.. (=) Stromberg, 23. Septbr. Die diesjahrige Pflaumenernie ist mehr wie schlecht. Der langanhaltende Regen in den letzten Wochen hat unseren Pflaumenköttern auch den letzten Schimmer von Hoffnung vollends genommen. Die Früchte sind durch die andauernde Nässe vielfach derart geborsten, daß die Steine herausfallen. — Aepfel sind ebenfalls in diesem Jahr in der ganzen Gegend rar. Dazu sind noch die wenigen, die es giebt, infolge des außergewöhnlich trockenen Sommers recht klein geblieben.— Die Kartoffeln sind über Erwarten gut geraten. + Aus dem Kreise Warendorf, 22. Sept. Dieser Tage war im hiesigen Kreise ein herumwandernder Bücher=Kolporteur bemüht, Bibeln an den Mann zu bringen, insbesondere auch die Bibelübersetzung von Leander van Eß. Da derselbe wahrscheinlich auch anderwärts dasselbe Manöver versuchen wird, so sei hiermit gewarnt. Kirchlicherseits sowohl wie wissenschaftlich ist nachgewiesen, daß die Bibelübersetzung des Leander van Eß Ungenauigkeiten und Unrichtigkeiten enthält. Wer sich in der hl. Schrift unterrichten will, darf als Katholik nur Ausgaben mit Anmerkungen gebrauchen, die kirchlich approbiert sind. Solche giebts doch eine ganze Anzahl, z. B. Alhol#, Loch und Reischl. Daher sollte niemand von unbekannten Kolporteuren Bücher kaufen, die er nicht als unzweifelhaft nützlich und gut erkennt. Hat aber jemand solche Bücher gekauft, so überläßt man dieselben am besten den Flammen, damit sie verschwinden. se noch wenige Tage! Mechanisches Theater von H. Pottharst auf dem Kaiser Wilhelms=Platz in Bielefeld. Sonntags 3 Vorstellungen um 4, 6 und 8½ Uhr. An den Wochentagen tägl. 2 Vorstellungen um 5 Uhr nachm. und 8½ Uhr abends. Von heute ab: Nouo Poiso ausgehend von Newneue Keise, York durch Amerika, großen Ocean, Indien, China usw. Neue Gallerie Wandelbilder. Auftreten des Clowns August. Der Zaubergarten. Eintrittspreise: bekannt. Zu diesen hochinteressanten Vorstellungen ladet ergebenst ein Die Direktion. O D S 3 Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Lette belegenen, im Grundbuche von Lette Band VI Artikel 49 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Witwe Metzgermeister Gustav Schipper, Elise geb. Klodt zu Bochum eingetragenen Grundstücke Flur 7 No. 101, 339/102 und 338/100 2c. der Gemarkung Lette am 28. November 1901, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 1 versteigert werden. Die Grundstücke sind Hausgarten, Wiese und Hofraum, und haben eine Gesamtgröße von 36 ar 21 qm und einen Reinertrag von 3 1/100 Thalern. Auf den Grundstücken Flur 7 No. 388/100 2c. und 101 stehen das Wohnhaus No. 33 Lette mit 2 Anbauten, 2 Scheunen, eine Dampfmolkerei, ein Lager und Eiskeller, 1 und 1 Werkstätte, der jährliche Nutzungswert des Wohnhauses beträgt 240 Mark; ebensoviel auch der der gewerblichen Räume. Der Versteigerungsvermerk ist am 26. August 1901 in das Grundbuch eingetragen. Rheda, den 11. September 1901. Königliches Amtsgericht. Letzte Nachrichten. □ Haag, 21. Sept.(Telegramm.) Die am hiesigen Hofe beglaubigten Gesandten und die Mitglieder des ständigen Verwaltungsrates des internationalen Schiedsgerichtshofes haben von dem Präsidenten, dem Minister des Auswärtigen Baron Melvil van Lynden eine Abschrift des Ansuchens der Buren um einen Schiedsspruch mit der Mitteilung erhalten, daß er beabsichtige, das Ansuchen in der nächsten Sitzung des Verwaltungsrates vorzulegen. Ueber das Datum der Zusammenberufung dieser nächsten Sitzung ist jedoch noch nichts bestimmt. Wetteraussichten. Am 24. September: Zunehmend bewölkt mit etwas Regen, winAm 25. September: Vorwiegend wolkig bis trüb, zeitweise regnerisch, Temperatur wenig verändert. Verantwortlich für den lokalen Teil: Franz Quadflieg in Bielefeld, bot: V.- Gelseteh und Gelde.— Erpedition: Bieleseld, Klosterstraße 1. K Statt jeder besonderen Anzeige. Heute morgen 6 Uhr entschlief sauft und ruhig nach kurzem, schweren Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager ## und Onkel Bernhard Eltzbacher im vollendeten 68. Lebensjahre. Neuenkirchen(Bez. Minden), den 22. September 1901. Die trauernden Hinterbliebenen. Staut=Spartasse Cnleselb. Garantieverband Stadtkreis Bielefeld. Geschäftslokal: Neumarkt 2— Ecke der Brunnenstraße. = Einlagenziusfuß: 3¾%. Kassenstunden: ## An den Wochentagen 8½2 bis 1 Uhr mittags. 3 9 6„ noctuutg "„ Sonntagen 11½„ 12½, mittau. Die Verwaltung der Stadt-Sparkasse. erner. Standesamr Bielefeld. In der Zeit vom 16.—21. Septbr. cr. sind Geburten a) Söhne angezeigt: Hauptmann und Komp.=Chef Adolf von Mengersen, Verwaltungs=Assistent Eduard Sobolewsky, Reisender Wilhelm Golücke, Versicherungsbeamter Emil Brettschneider, Gerichtskanzlist Friedrich Diestelkamp, Schmiedemeister Gustav Peppmüller. Schieferdecker Ed. Klug, Müller Friedrich Schulze, Maurer August Trutzschler, Arbeiter Hermann Kerkhoff, Arbeiter Richard Rheker, Arbeiter Heinr. Landwehr, Arbeiter Heinr. Nüsse, Schutzmann Wilhelm Flessing, b. Töchter: Kaufmann Karl Leppelmeier, Schneidermeister Hermann Hammer, Zuschneider Hermann Heidenreich, Schneider Hermann Witthoff, Weichensteller Heinrich Gehne, Dreher Friedrich Lütkehölter, Schlosser Wilhelm Hütte, Monteur Ferdinand Großkurth, Tischler Heinrich Goldkuhle, Maurer Friedrich Ehrenstein, Arbeiter Bern. Niggemann, Arbeiter Friedrich Schöttker, Arbeiter Hermann Koch, Franz Faust, Schlosser Wilhelm Schäfers, Schuhmacher Carl Scholz, Maurer Heinrich Vertram... Dugsl Giafe... 4. Aufgebote: Kaufmann Heinrn, van Zwou, Viersteinstraße 21, und Helena Klandt, Göbenstr. 33. Kaufmann Gustav Kriemelmann, Turnerstr. 18, und Luise Heithecker, Neumarkt 22. Kaufmann Hermann Kastrup, Ehlentr.=Weg 46, und Mathilde Westerheide, Sadowastraße 13. Buchhalter Karl Kummer, Suhl, und Klara Werner, Detmolderstr. 62. Lehrer Wilhelm Pleister, Eversburg, und Amalie Grumke, Niedernstr. 14. Schneider Wilh. Großjohann, Kaiserstr. 4, und Luise Schorfheide, Goldbach 61. Kellner Jul. Schettler, Obernstraße 23, und Agnes Trindt, Göbenstr. 40. Schriftsetzer Frie, Bartels, Luisenstr. 18, und Anna Mittelberg, Karlstr. 16. Baaer Weststr. 27. Bergmann Wilh. Sudbrak, Eickel, und Witwe Emilie Ecke, Siegfriedstr. 66. Kolon Fritz Voß, Detmolderstr. 96, und Emma Kerker, Greste in Lippe. Dachdecker Friedrich Bollmeier, H 10, und Auguste Schabbehard, Herforderstraße 210. Maurerpolier August Walkenhorft, Wittekindstr. 11a, und Johannegg ung#uig, Brock 29. Schleifer Friedrich Landwehrkamp, Theesen 29, und.. Riepe, Jöllenbeckerstr. 104. Hulfsgerichtsdiener Theod. Schütz, Karlstraße 11, und Emma Laß, Siechenmarschstr. 41. Glasmacher Karl Metzger, Brackwede, und Emma Rieger, Altenschildescherweg 70. Schuhmacher Franz Fust, Herforderstr. 88, und Rieka Wiemers, Altenschildescherweg 1. Steinsetzer Heinrich Müller, Oelmühlenstraße 96, und Amalie Dröse, Spinnereistraße 25. Heizer Heinrich Hallerweg 17, und Auguste Niedermöller, Oberjöllenbeck 17. Tischler Albert Schwörke, Oelmühlenstr. 88, und Amanda Heidbrink, Heim. weg 12. Tischler Franz Köhler, Mühlenstr. 8, und Hubertine Kahles. Oobeowzolegisthelmine Höpter, Jöllenbeckerstr. 35a. Tischler Heinrich 9. u Zölenbeckerstraße 71 orderstr. 187. Schlüer, Jöllenbeckexstraße(1, und Emma Kahl, Her..,„##“. Tischler Wilhelm Beppermann, Schildesche, und Emitle Schaffer, Finkenstr. 8. Dreher Heinr. Goldbeck, Oelde, und Friederike Grabe, Bülowstr. 28. Dreher Wilhelm Hanke, Wittekindstr. 47, und Alma Kapito, Heinrichstr. 19. Schlosser August Bansmann, Bielsteinstr. 41, und Wilhelmine Jato, daselbst. Schlosser Bernard Niggemann, Bürgerweg 61, und Elise Reue, Herforderstr. 42. Schlosser Georg Eckert, Alsenstr. 12, und Elise Liebthal, Mittelstr. 3. Arbeiter Ludw. Husemann, Nordfeld 17, und Louise Strunk, Hohenzollernstr. 18. Arbeiter Eduard Mügge, Feldstr. 95, und Auguste Kulbrok, daselbst. Arbeiter Wilh. Möller, Nordfeld 4, und Johanne Jubhesing, Centralfeld 15. Arbeiter Karl Ziegeler, Oststr. 10a, und Augaste Shlels, Oststr. 13a. Arbeiter Friedr. Hülsmann, Sieker 98, und Ida Poppe, Flachsstr. Arbeiter August Wöstenfeld, Sieker 2, und Florentine Auermann, Heperstr. 140. Arbeiter Gustav Willer, Hersepgpez, 2%. Lopchr guste Hagemann, Bleichstr. 48. Arbeiter Joh. 14, und Martha Scharfenorth, Sadowastr. 26. Arbeiter Wilhelm Rüter, Mühlenstr. 54, und Auguste Pepper, Bielsteinstr. 25. Knecht Heinr. Longner, Luisenstr. 27, und Johanne Schenk, daselbst. Maurer Heinrich Tiemann, Ennigloh, und Anna Voß, Stadtheiderstr. 44. Verehelicht: Leutnant Bories von Ditfurth und Rosalie Hinzpeter, Tambour Alfred Werner und Bertha Barloh, Schaffner Franz Lose und Hedwig Becker, Kutscher Hermann Busch Redecker, Tischler Friedrich Bokermann und Pauline Stapeler, Maurer Gustav Schäfer und Auguste Siekmann, Arbeiter Heinrich Flachmann und Martha Griese, Arbeiter Dietrich Horstkötter und Witwe Maria Willems geb. Höbgen, Arbeiter Friedreb Delius und Auguste Vieregge, Arbeiter Wilhelm Boge und Bertha Urbschaf. Gestorben: Kaufmann Friedrich Bunte 42 J. Buchhalter H. Wehmer 37 J. Arbeiter Wilhelm Kusemeier 24 J. Witwe Wilhelmine Wedekamp 70 J. Witwe Maria Biester 64 J. Anna Schürjann 11 Jahr. Bertha Klusmann 6 J. Karl Wilh. Gustav Haase 2 J. Wilhelm Kley 1 J. Paula Memendiek 1 J. Louis Hagel 6 Mon. Hugo Bokelmann 6 Mor Wilhelm Hülskötter 5 Mon. Richard Klöpping 3 Mon. Henny Grudda 1 Mon. Robert Trützschler 2 Tage. Sophie Hütte 7 Stunden. ArbeiterNohnungen PATUUTeteIr abgepasst und Stüchware, weit unter Preis eingekauft, sind Zu RoAtthtOitberr so lange der Vorrat reicht, ausgelegt. Der Verkau beginnt 99•••" 9. den 24. Sept., vorm. 8 Uhr. GardinenReste zum Aussuchen, das Stück 25, 50, 75 Pfg. BardgenEinkäufer erhalten ausrang. Mustel gratis ichem Zubehör, bis 185 cm breit, für jedes Fenster passend, verkaufen wir während dieser Gardinen-Tage für 1,10 Mark. Niedernstr. 34. 13 Noch nie verschoben! DX. Strassburger ferde-Lotterie Ziehung sicher 16. November. Lose à1Mk. Porto und Liste II„ 10„ s 25 Pf. extra. 1200 Gew. i. W. v. NIK. 42.000 Hauptgew. Mk. 10000 1 Gewinn Mk. 10000 1 Gewinn Mk. 3000 1 Gewinn Mk. 1500 14 Gewinne Mk. 11300 17 Gewinne Mk. 6970 36 Gewinne Mk. 3010 1130 Gewinne Mk. 6220 empfiehlt obige, Metzer DomLose 1/1 Mk..— ½Mk..— und alle genehmigten Lose 7. Stürmer, strassburs k. k. Wiederverkäufer gesucht. * 8 IX. Berliner Pferde-Lotferie. Ziehung II. 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