rPTE Beilagen:„Unterhaltungsblatt" und„Praktischer Ratgeber“. ahme der Saun. und Feiertage. Abonnementspreis: 1 M. 25 Pfg., durch den Postboten ins Haus gebracht 1 M. 67 Pfg. vierteljährlich; mit„Illustriertes Sonntagsblatt“ eschr ud u. Auu### ase Ausgnr aen i Der de Bachals der dan Naun, Relann I. Sa5 B vs. Samstag, den 13. Juli 1901. Hierzu der„Praktische Ratgeber“ und zwei Beiblätter. Einladung zur 48. General=Versammlung der Katholiken Deutschlands in Osnabrück 1901. Deutsche Katholiken! In den Tagen vom 25. bis 29. August ds. Is. hat Osnabrück, die älteste Bischofsstadt des Sachsenlandes, die Ehre, die General=Versammlung der Katholiken Deutschlands in ihrem Mauern beherbergen zu dürfen. Mehr als ein halbes Jahrhundert ist verflossen, seitdem diese großartige Kundgebung katholischen Geistes und Wirkens im goldenen Mainz ins Leben trat. Oft richteten sich unsere Blicke fast mit einem gewissen Neidgefühl auf die Stätten der Generalversammlungen. Konnten wir doch kaum hoffen, jemals dieser Ehre teilhaftig zu werden. Schon zweimal tagte die Generalversammlung in unserer Nähe, in der Schwesterstadt Münster. Erst als durch Errichtung eines in seiner Art in Deutschland einzig dastehenden Bauwerkes, des„Osnabrücker Vereinshauses“, den Vertretern des katholischen Deutschlands eine würdige Stätte bereitet war, durften wir den verantwortungsvollen Schritt wagen, dieselben in unsere Stadt einzuladen. Wir sind uns dabei wohl bewußt, daß wir vor einer schweren, unsere Kraft fast übersteigenden Aufgabe stehen. Wir vertrauen aber dem echt katholischen Sinn der Einwohner unserer Diözese und der Nordischen Missionen. Wir hoffen auf den gut katholischen Geist unserer Landbevölkerung, welche ohne Zweifel in Scharen herbeieilen wird. Wir erwarten von den uns stammverwandten Söhnen der roten Erde, daß sie uns in altwestfälischer Treue durch ihr zahlreiches Erscheinen zu Hülfe kommen werden. Wir setzen endlich unsere Zuversicht auf das ganze katholische Deutschland, welches uns in diesen Tagen viele seiner besten Söhne senden wird. Die große geschichtliche Bedeutung unserer Vaterstadt läßt ebenfalls erhoffen, daß wir hier zahlreiche Gäste von nah und fern begrüßen dürfen.. Seure sc4ur 14. Zählt doch die alte Sachsenstadt der Jahre schon über elfhundert, und darf sie ihren Ursprung auf den großen Kaiser Karl zurückführen. Schwere Stürme, die im Laufe der Zeiten über unser Gemeinwesen hereinbrachen, sind siegreich überwunden, und hat Osnabrück namentlich in den letzten drei Jahrzehnten einen glänzenden Aufschwung genommen. =e Getrennte Herzen. (53. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Große Männer, deren Namen zu den ersten in Deutschland zählen, lebten und wirkten am Strande der Hase. Vor allem aber dürfen wir jenes bedeutenden Mannes nicht vergessen, dessen Wiege in der Nähe Osnabrücks stand, und der seine Werdejahre in unserer Stadt verbrachte: Ludwig Windthorst. An dem Feste des hl. Ludwig beginnt die Generalversammlung. Möge dieser Umstand für den Verlauf des Ganzen von guter Vorbedentung, sein!,„.8..8/. Kan„II. Smi hers, Osnabrück ist durch den denkwürdigsten aller Friedensschlüsse als Stadt des Friedens vor der ganzen Welt gekennzeichnet. Im Geiste des Friedens wird auch die diesjährige Generalversammlung tagen. Wir wollen unsere, und zwar nur unsere, Angelegenheiten beraten. Wohlan denn, katholische Brüder und Freunde aus den weiten Gauen unseres geliebten Vaterlandes, lenket in den Tagen vom 25. bis 29. August ds. Is. Eure Schritte zu unserer schönen Hasestadt! Können wir es auch den lebhaften Söhnen des Rheines nicht gleichthun an Glanz und Reichtum, so galt doch unser altes Osnabrück von jeher als ein Ort, in welchem ehrenfester Bürgersinn und altsächsische Gastfreundschaft eine sichere Heimstatt haben, und kann sich die Umgebung der„holden Braut des Osning“ auch den sonnigen Hügeln des Rheins nicht ebenbürtig an die Seite stellen, so bietet sie doch eine reiche Fülle landschaftlicher Schönheiten. So rufen wir denn all den lieben, hochverehrten Gästen zu: „Zu ernster, einträchtiger, fruchtbringender Arbeit wie auch zu frischer, fröhlicher Geselligkeit, herzlich willkommen!" Osnabrück, im Juli 1901. Das Lokal=Komitee. Der Ehrenvorstand: Schov, Domdechant und Geistl. Rat, Ehrenpräsdent,„Jarz, Böger, Sanitätsrat. v. Boeselager, Freiherr, Gut Nette, Brandenburg, Amtsgerichtsrat, Mitglied des Reichstages. Degen, Seminardirektor und Geistl. Rat. Degen, Hofbes. Mitglied d. Hauses der neten. Heilmann, Amtsgerichtsi, v. Hagen, Landgerichtsrat, Mitglied des Hauses der Abgeordneten. v. Korff, Freiherr zu Sutthausen. Kramer, Fabrikant und Bürgervorsteher. Lüer, Rudolf, Kaufmann. Lührmann, Exkolon, Schinkel. Masbaum, Lehrer a. D. Meyer=Riemsloh, Hofbesitzer, Mitglied des Hauses der Abgeordneten. Meyer, Karl, Kaufmann, von und zur Mühlen, Geh. Regierungsrat. Müller, Pfarrkaplan. Ostmann von der Leye, Freiherr, Gut Honeburg. Pohlmann, Generalvikar und Domkapitular. Prof. Dr. Richter, Gymnasial=Direktor. Dr. Schirmeyer, Sanitätsrat. Schwenger, Bankier. Bezin, Amtsgerichtsrat. Der Vorstand: Engelen, Amtsrichter. Hoberg sen., Weinhändler. Großkopff, Rechtsanwalt. Beckschäfer, Generalvikariats=Sekretär. Behnes, Baumeister. Berentzen, Rechtsanwalt. Böhmer, Bauführer. Brand, Lehrer. holz, Dompastor. Büscher, Kaufmann. Buchholtz, Vikar. Brockschmidt, Kaufmann. Freund, Dechant und Geistl. Rat. Flerlage, Königl. Wiesenbaumeister. Fromm, Redakteur. Freund, Domstrukturar Gröne, Kaufmann. Großkopff, Kaufmann. Grote, Lehrer. Grote, Kaufmann. Heilmann, Kaufmann. Korthaus, Lehrer. Memken, Bildhauer. Masbaum, Lehrer. Middendorff, Kaufmann. Professor, Dr. phil. Middendorf. Nolte, Buchdruckereibesitzer. Oeldig, Buchhalter. Pröbsting, Oberlehrer. Piepmeyer,., Kaufmann. Piepmeyer,., Kaufmann. Rhotert, Domvikar. Seling, Bildhauer. Schweigmann, Rechtsanwalt. Schwenger, Bankier. Schwedtmann, Sekretär. Schnelle Maler. Timpe, Oberlehrer. Dr. theol. Völker, Vikar. Dr. phil. Vonhöne, Oberlehrer. Völlmecke, Dachdeckermeister. Winter, Cigarrenfabrikant. )=( Die Agitationsarbeit des Bundes der Landwirte. Der mißlichen Lage unserer Landwirtschaft kann die genossenschaftliche Selbsthilfe nicht mehr allein abhelfen. Da muß die Staatspolitik miteingreifen. Daher haben auch die Landwirte einen stärkeren Einfluß auf die Gesetzgebung zu gewinnen gesucht und sie müssen es jetzt um so mehr, als die Freihändler, die Söhne der liberalen Freihandelspolitik, ihrer Mutter, aus der sie geboren sind und die sie genährt hat, wieder die alte unbeschränkte Herrschaft zurückgewinnen wollen. Die kathol. Landwirte sind hierbei der klugen, besonnenen Vertretung ihrer Standesinteressen durch das Centrum nach ihren bisherigen Erfahrungen auch für die Zukunft gewiß, und die unermüdliche, praktische und hilfskräftige Arbeit der Centrumsfraktion lohnt das Vertrauen ihrer ländlichen Wähler bisher auf die Dauer besser, als die Agitationsarbeit, auf welche es dem Bunde der Landwirte hauptsächlich nur ankommt. Agitation oder in der Sprache des Großpächters Ruprecht von Ransern, der die Geister des Bundes in kalter, östlicher Winternacht aus der Tiefe rief:„wir müssen schreien“, ist nach§ 2 der Satzungen der durchsichtige Zweck des Bundes der Landwirte, der Agitation sollen die drei Mittel des Bundes dienen: Versammlungen, Einwirkung auf die Wahlen, Beeinflussung der Oeffentlichkeit durch die Presse(§ 3 des Statuts), und auf Agitationstauglichkeit ist auch in erster Linie das Organisationsgerippe geprüft, das der Bundesgeist sich gebaut und unter der Zauberkraft seiner Wünsche in kurzer Frist mit Haut und Fleisch umgeben hat. In jede preußische Provinz, in jeden Bundesstaat, in jeden Reichstagswahlkreis und in jeden Bezirk eines solchen reckt der tausendfingerige Bund ein Glied, auch wenn daselbst die Interessenvertretung der Landwirtschaft in wirtschaftlicher und politischer Beziehung besser bestellt ist, als der Bund sie bestellen kann. Eine derartige schrankenlose, ausdringliche und fast gewaltsame Agitation geht auf ein be17. Kapitel. Den Rest der Nacht lag Edith wach und dachte über ihre Unterredung mit Paul nach. Das Mißtrauen, welches sie hegte, war auch noch nicht beseitigt, aber die Sehnsucht nach einer Zukunft des Glanzes, nach einer ganz neuen, fremden Welt, ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Sie hörte nicht auf, sich zu wiederholen, was er ihr in Aussicht gestellt hatte; fortwährend klang es ihr noch wie ein Sirenenlied im Ohr. Wie sehr bedauerte sie jetzt, sich der Blinden gegenüber in so gereizter Weise über den Verkauf der Wertpapiere ausgesprochen und sie vor zu großer Nachgiebigkeit gewarnt zu haben. Ach— in den Strom der Lust tauchen, die Königin der Bälle, der Stern der Saison sein!— Wenn sie das erreichen konnte, war kein Opfer, keine Mühe zu Die Sonne kämpfte schon mit den immer heller und rosiger werdenden Nebeln, als Edith endlich einschummerte und einen tollen Traum von rauschender Musik, blendendem Lichterglanz und feenhaften Festen träumte. Erwachend hätte die junge Frau am liebsten gleich wieder die Augen geschlossen, um noch einmal dieses Flimmern und Leuchten dieses zauberhafte Prangen heraufzubeschwören, doch jetzt hieß es, nicht in Unthätigkeit verharren, sondern vor allen den üblen Eindruck ihrer gestrigen Worte bei der Blinden zu verwischen. Sie drückte auf die Klingel, ließ ihr Haar ordnen und hüllte sich in ein elegantes Morgenkleid, dann ging sie in den Garten, pflückte einige Blumen und brachte das zierlich gewundene Sträußchen der Greisin, die es dankend, aber dennoch mit einer gewissen Kälte entgegennahm. Sie schien den unangenehmen Auftritt noch nicht vergessen zu halen. Heute stand jedoch Edith der süßscheimchelnde Ton, dessen sie sich fast entwöhnt hatte, wieder zu Gebote. Sie erschöpfte sich förmlich in zärtlichen Aufmerksamkeiten und als es ihr trotzdem nicht gelingen wollte, die Wolke von der Stirn der Blinden zu scheuchen, sagte sie mit reumütigem Ausdrucke: „Du bist mir wohl noch immer böse? Ach— ich sehe ja ein, daß ich gestern wie ein Recht eigenwilliges, unvernünftiges Kind gesprochen habe, aber zürnen darfst Du mir deshalb nicht. Wie Du gleich selbst errietest, kränkte es mich, daß Paul über wichtige Entschlüsse mir gegenüber schweigt. Es war mir peinlich, dies gerade in Marthas Gegenwart eingestehen zu müssen.“. 8 4, ter u. ihderte 8. Ich begreife es, mein Töchrerchen, erwiderte die alte Frau schnell versöhnt,„aber solchen Empfindeleien muß man nicht nachgeben. Sie entfernen die Herzen von einander.“ „Es führt zu einer innigeren Annährung, wenn man sich offen ausspricht und verständigt," bemerkte Edith. Ist denn das geschehen?“g T „Ja. Sagt Dir nicht schon der Ton meiner Stimme, daß wir vollständig ausgesöhnt sind, daß ich heute nur lauter Licht und keinen Schatten sehe? O, Du wirst Dich überzeugen, jetzt bricht eine ganz andere, bessere Zeit für „Deine Worte beglücken mich!“ rief die Blinde froh erstaunt.„Es hat mir oft rechte Sorge verursacht, wenn ich mich der Erkenntnis nicht verschließen konnte, daß eine gewisse, mir unerklärliche Entfremdung zwischen Euch herrschte. Was war es nur eigentlich'.,.,.4. gehoben iß Paul wad „Ein Mißverständnis, das jetzt gehoben ist. Paul machte mich gestern stolz, indem er mir sein vollstes Vertrauen schenkte. Er hegt einen Wunsch—“„Einen Wunsch?“ „Dessen Erfüllung auch mich hoch erfreuen würde, allein sie hängt von Dir ab.“ „Nun, dann ist sie doch so gut wie gewährt,“ entgegnete Frau Lauterbach lächelnd.„Um was handelt es sich denn?“ Ich finde den Gedanken großartig, entzückend! Höre nur — doch nein, er soll es Dir lieber selbst sagen. Ich hole ihn.— Und nicht wahr, Du schlägst uns die Bitte nicht ab? Ihm gegenüber bist Du ja doch widerstandslos.“ Sie huschte hinaus und zu Lauterbach hinüber, Obschon es kaum elf Uhr war, mußte er doch schon wieder ziemlich viel getrunken haben. Vor ihm standen die Ueberreste eines opulenten Frühstücks und zwei Flaschen, eine bereits geleert, die andere noch zur Hälfte gefüllt. Ein unangenehmer Weinduft ging von ihm aus, aber Edith achtete jetzt nicht darauf, sondern rief hastig:„Ich habe der Mutter bereits einige Andeutungen gemacht; sie weiß, daß Du etwas von ihr erbitten willst und ist, wie ich glaube, sehr nachgiebig gestimmt. Es wird Dir sicher keine große Mühe kosten, ihre Einwilligung zu erlangen. Ich denke, Du suchst die Sache gleich in Ordnung zu bringen. Wozu sollen wir Zeit verlieren?" „Du hast recht. Langes Zögern thut nicht gut,“ erwiderte er.„Wie viel teiltest Du ihr hinsichtlich unseres mit?“ „O nichts.— Es wäre vielleicht unklug gewesen, Dir vorzugreifen. Sie erfuhr nichts weiter.von mir, als daß Du ihre Zustimmung erbitten willst in einer Angelegenheit, die auch für mich vom höchsten Interesse ist. Alles andere „Das war vernünftig.“ Ich gehe zu ihr. Es wäre mir lieb, wenn es recht bald zu einem definitivem Abschluß mit Spangenberg käme.“ „So verlieren wir keine Zeit mehr!“ Sie wollte sich an seinen Arm hängen.„ „Ich halte es für besser, erst allein mit ihr zu reden, wendete er ein.„Auf diese Weise komme ich eher zum Ziele, wenn sie wirklich Bedenken gegen meinen Vorschlag hegen sollte. Die Gegenwart einer dritten Person fordert oft zum Widerspruch heraus. Erwarte mich in Deinem Zimmer Das war nicht nach Ediths Sinn, gleichwohl fügte sie sich und ging unten zwischen den Blumenbeeten umher. Heiß überflutete das Sonnengold den Rosenflor. Schmetterlinge gaukelten spielend in den Lüften oder hingen wie ermattet mit ausgebreiteten Flügeln in den sammtenen Kelchen. denkliches Maß selbstgefälligen Unfehlbarkeitsglaubens in wirtschaftspolitischen Dingen zurück. Ihr Schaden für die gut: Sache des Bauernstandes lag oft genug so klar zutage, Laß sie vom landwirtschaftlichen Standpunkte aus unbegreiflich erschien, selbst von Bundesfreunden getadelt wurden und es den Anschein erwecken mußte, es werde nur agitiert um der Agtation willen. Das ist ###cheit. Der westsälische tsch dem Bunde die Thüre hesstsche, die bayerischen und dem Bunde den Eintritt in Bauernvereine verwehrr, über ein Symptom politischer Bauernverein hat darum mit gewiesen, der rheinische, der andere desgleichen, man hat das Kartell der christlichen verwehrt eher immer kehren feine Agitatoren #eder, um den Bauernvereinen Töpfe und Feuer vom Herde wegzunehmen: als ob nichts geschehen wäre, fahren sie fort, diese Vereine in ihrer bewährten wirtschaftlichen Arbeit zu hindern und ihren Bestand zu unterwühlen, indem sie das Vertrauen ihrer Mitglieder erschüttern und die Aufmerksamkeit derselben von der praktischen Arbeit der Selbsthilfe weg in ungebührlicher Weise auf große Forderungen an den Staat zu lenken suchen. Der Bund bescheinigt sich selbst eine weitere traurige Wahrheit, wenn er in seinem„Agrarischen Handbuch“(S. 900) schreiben läßt, er habe stets„sprungbereit“ dagestanden, s die Wahlkreise des Centrums und der Nationalliberalen zufallen. Schön ist das auch nicht, aber schon aus dem zorhin Gesagten leicht verständlich. Das Centrum hat zudem dem Bunde gegenüber seine Selbständigkeit als politische Partei in der vorigen und in der laufenden Legislaturperiode sch bewahrt. Es ist weder der vom Bunde gebildeten „wirtschaftlichen Vereinigung“ beigetreten, welche im Frühahr 1894 den heute nirgendwo mehr ernst genommenen Antrag Kanitz auf Einführung des staatlichen Getreideböerierrezstelt ausserligelt hat und ihn wieerh in veriderter Gestatt wieder einbrachte, um sich wiederholt quitAeren zu lassen, daß sie doch irgend ein Mittel, wenn auch etn undurchführbares, wüßte, der Landwirtschaft aufzuhelfen, noch hat sich das Centrum im Winter 1898/99 durch die Liedenswürdigkeit des neuen Bundesdirektors Dr. Dietrich Hahn und den freundschaftlichen Brief des Bundesvorsitzenden Frhn. v. Wangenheim an den Westfalen in die rekonstituirte „wirtschaftliche Vereinigung“ einfangen lassen. Es bildete wieder, wie früher, im Schoße der Fraktion zur Vorberatung wirtschaftlicher Fragen einen eigenen Ausschuß und legte den Dorsttz in demselben wieder in die Hände des bewährten Agrarpolitikers Dr. Pichler. Das Centrum sagte sich, daf die Freundschaft des Bundes der Tod der Partei sei. Der Band hat die Konservativen ausgesogen, hat die Nationalliberalen gespalten, die Antisemiten zu einer Abteilung des Bundes degradiert und damit eigentlich die Prinzipien aller Parteien, mit Ausnahme der Linken und des Centrums zu Tode geritten. Er hat vor ihnen die Fahne einer rücksichtslosen, mit den schwersten Mängeln behafteten wirtschaftlichen Interessenvertretung entrollt und die Abgeordneten, welche von seiner Agitation bei der Wahl gezehrt hatten, darauf einschwören lassen.„Wirtschaftlich die Losung des Bundes, der augenscheinlich die Vereinigung“ nur als die Vorstufe einer partei“ betrachtet, in welcher die mat die Pflege der geistigen, sittlichen und religiösen zurückdrängen werden. Eine Partei, die vor allem für die geistigen Güter,„für Wahrheit, Freiheit und Recht kämpft und ihre Entschließungen mit Rücksicht auf das Wohl der Gesamtheit des Volkes satzt, kann sich nicht einem solchen Bunde in die Arme werfen. vertretung, die gute und durchführbare Forderungen mit übertriebenen und undurchführbaren verquickt. Die„Agrarier" haben gegen die Regierung, gegen Minister, Kanzler und Krone Front gemacht, suchten sogar auf internationalem Boden Hilfe und forderten gegen das Völkerrecht den Bruch der Handelsverträge, von den Formen, in denen das geschah, ganz zu schweigen. Wie die Dinge im menschlichen Leben sich abspielen, haben darunter die berechtigten Forderungen der Landwirte an Ansehen bei der Regierung gelitten; die Regierung bis zur Krone hinauf sah sich durch die Vertreter derselben in den parlamentarischen Arbeiten aufgehalten, sah ihre Autorität und ihre Arbeit für die Landwirtschaft in weiten Kreisen dieses Berufsstandes in Mißkredit gebracht, sollte sie da noch den„Agrariern“ zu willen sein?— Gewiß würde wohl ein maßvolles Eintreten für landwirtschaftlichen Zollschutz von Sozialdemokratun, Nationalsozialen und dem freisinnigen Freihändlertum als„Brodwucher“ ausgedeutelt worden sein; aber nur dem Bunde der Landwirte ist es zuzuschreiben, daß dies Wort heute unter den Arbeitern von Mund zu Mund geht und geglaubt wird. Er hat durch seine Maßlosigkeiten den brauchbarsten Agitationsstoff gegen sich selbst geliefert, und weil er die gesamte deutsche Landwirtschaft zu vertreten vorgiebt, weil er bei der städtischen und Industrie=Bevölkerung vielfach als deren Vertreter gilt und infolge der Zugehörigkeit der„Junker" als regierungseinflußreich, so werden seine Maßlosigreiten für Forderungen der gesamten Landwirtschaft ausgegeben und die gesamte übrige Bevölkerung gegen„diese“ Landwirtschaft mobil gemacht. Das muß zum Schaden der guten Zollschutzsache unseres Bauernstandes ausschlagen, wie sie das Centrum vertritt. Tages=Ereignisse. Deutschland. handlung hat bekanntlich am Montag eine besondere Sitzung abgehalten, an der der Finanzminister teilnahm. Nach der Nat. Ztg. hat dieselbe den Zweck, der Gefahr entgegenzutreten, welche für die Industrialisierung der Provinz Westpreußen durch das Fallissement der Firma Kummer eingetreten war. Die Verhandlungen sollen zu einem guten Abschlusse geführt haben. Dazu bemerkt die Deutsche Tageszeitung: „Man sieht hieraus wiederum, wie überflüssig die Industrialisierung des Ostens war, die noch dazu in einer abflauenden Periode unternommen wurde. Woher mögen übrigens die Mittel kommen, um die jjunge Danziger Industrie“ über Wasser zu halten? Der Oberbürgermeister Delbrück und Stadtrat Ehlers(der an der Sitzung teilnahm) werden sie wohl nicht hergeben wollen und können, und auch der Finanzminister ist nicht in der Lage dazu. Diese interessante Frage muß öffentlich beantwortet werden." □ Eine gesetzliche Regelung der allgemeinen Schulpflicht für ganz Preußen, durch welche die gegenwärtig in den einzelnen Landesteilen bestehende Verschiedenheit der Bebes gaftliche Vorteile“ zsz stimmungen.beseligt,perden sol, bolgerziut rlaulgeg geater „Wirtschaftliche Vorteile## betreffende Entwurf ist im Kullusministerium ausgearbeitet die„wirtschaftliche worden und liegt jetzt den Provinzialbehörden zur Begutstehenden Kinder zum Schulbesuch anzuhalten, werden für jeden Tag der Versäumnis mit Geldstrafen von 10 Pfg. bis 2 Mk., im Unvermögensfalle mit Haft von drei Stunden bis zu 2 Tagen bestraft. Anstelle der Haft kann die Leistung von Gemeindearbeiten treten. Arbeitgeber, die schulpflichtige Kinder während der Schulzeit beschäftigen, werden mit 1 bis 150 Mk. bestraft. Die Eltern oder ihre Stellvertreter sind zur Beschaffung der Lehrmittel und des Materials für weibliche Handarbeiten verpflichtet. Andererseits erfolgt die Beschaffung durch den Schulverband, der zur Zwangsbeitreibung der Kosten von den Eltern berechtigt ist. — Herr v. Miquel ist über seine„Ausschiffung“ aus dem Ministerium noch immer sehr böse. Der Berliner Korrespondent der„Frankf. Ztg.“ hört, daß Herr v. Miquel sich über seine Entlassung und ihren Urheber sehr gereizt und bitter äußert. — Die an anderer Stelle erwähnte Erklärung gegen das Duell ist bisher von folgenden Adligen unterzeichnet worden: " 1. Graf Ferdinand v. Galen, Dinklage. 2. Graf Droste zu Vischering, Vorhelm. 3. Freiher Max v. der Kettenburg, Würzburg. 4. Freiherr Rüdiger von Biegeleben, Kaltern, Tirol. 5. Fürst Ernst zu Leiningen, Admiral, Amorbach. 6. Graf Franz Xaver Korff=Schmising=Kerssenbrock, Brinke, Wessalen.„„„, E Meuf W. 7. Freiherr Moritz Philipp Gedult v. Jungenfeld, Mainz. 8. Graf v. Waldbott=Bassenheim, Buxheim. 9. Frhr. Rudolf v. Monschaw, Goch. 10. Graf Viktor Matuschka, kgl. Forstmeister a.., Breslau. 11. Frhr. Heinrich v. Rinck=Baldenstein, k. und k. Freiburg(Breisgau). 12. Frhr. Josef v. Loö, Terporten. 13. Frhr. Fritz v. Boeselager=Nette, Buschhoven. 14. Graf Konstantin v. Waldburg=Zeil, München. 15. Frhr. v. Elmendorsf, Jever. 16. 17. 18. dem auf das 14. Lebensjahr folgenden amtlichen Entlassungstermin. Ausnahmen können zugelassen werden. Weiter wird bestimmt: Blinde und taubstumme Kinder sind der Schulpflicht unterworfen, soweit besondere Veranstaltungen für ihren Unterricht bestehen. Für taubstumme Kinder dauert de in die Arme werfen. das schulpflichtige Alter bis zum vollendeten 16. Eine dritt belagenswerte Erscheinung im gegenwärigen He zun Iulande, andere Iffentliche Schulen besuchen oder von Hauslehrern nach einem mindestens die Ziele der Volksschule erreichenden Lehrsatz unterrichtet werdeu. Schulpflichtige Kinder können der Schule zwangsweise auf Anordnung der Bezirksregierungen zugeführt werden, wenn sie ohne genügenden Grund die Schule beharrlich versäumen. Eltern oder ihre Vertreter, Dienstoder Lehrherren, die es unterlassen, die ihrer Obhut unterpolitischen Leben ist ebenfalls ein Erfolg der Wühlarbeit des Bundes: sie kennzeichnet sich an dem Beigeschmacke, den das Wort„Agrarier“ für die Regierung bekommen hat und drückt dem laufenden Jahr in den Augen der wirtschaftsschwachen, grundbesitzlosen Bevölkerung die häßliche Brandmarke„Brodwucherzeit“ auf. Der Bund der Landwirte bedeutet acht Jahre Kampf einer landwirtschaftlichen Interessen, 6. Frhr. Hermann von und zu Bodmann, Baden=Baden. Frhr. E. v. Hornstein=Grünigg, Grtningen. 18. Graf Alexander v. Bissingen, Schramberg. 19. Frhr. Aldrecht v. Nagel=Ittlingen, Paderborn. 20. Reichsfrhr. Rudolf v. Geyr=Schweppenburg, Caen b. Straelen. 21. Reichsfrhr. Max v. Geyr=Schweppenburg, Caen b. Straelen. 22. Graf Hermann zu Stolberg=Stolberg, Westheim. 23. Frhr. Franz v. Oer, Graz. 24. A. v. Hoser, Baukier, Constanz. 25. Graf Alfred v. Hompesch, Rurich. 26. Graf Ferdinand v. Korff=Schmising, Werne. 27. Hans v. Blücher, Schloeow bei Warnow. 28. Graf Ferdinand v. Bissiugen=Nivpenburg, Schramberg. 29. Otto v. Michalowski, Freidurg(Breisgau). 30. Frhr. Edmund v. Spies=Büllesheim, Haus 31. Hermann v. Mallinckrodt, Paderborn. 32. Graf Günther von der Schulenburg, Haus Oeft. 33. Frhr. Dr. Karl v. Rüpplin, Constanz. Frhr. Clemens Twickel, Constanz. Ferdinand v. Twickel, Ostrowine. Franz Wambolt v. Umstadt, Groß=Umstadt, Franz v. Bodmann in Bodmann. Kaspar v. Loö, Cappeln. 89. Graf Paul v. Galen, Baumkirchen. 40. Frhr. Franz v. Dalwigh=Lichtenfels, Ahaus. 41. Hans Dietrich v. Mallinckrodt, Leamington Spa. 42. Graf Lary v. Henckel=Donnersmarck, Romolkwitz. Friedrich v. Schierstaedt, Haid. Frhr. Max Droste v. Hülshoff, Münster. Graf Joseph v. Plettenburg=Leuhausen, Schloß Hevestadt. Graf v. Bernstorff, Berlin. Frhr. Fritz v. Heereman, Ottmarsbocholt. Frhr. Christian v. Berckheim, Versailles. Graf Adalbert zu Erbach=Fürstenau. Frhr. Eduard v. Sazenhofen, Rottenstadt. Frhr. Friedrich v. Gagern, Altdorf. Graf Theodor v. Spreti, Landshut. 53. Graf Georg Fugger zu Kirchberg und Weißenborn, Gries. 54. Graf Adolf v. Spreti=Kapfing, Vilshofen. 55. Graf von Bentinck und Waldeck=Limburg, 57. Frhr. Leopold v. Heeremann, Paderborn. 58. Graf Bernhard Bero v. Rechberg, München. 59. Dr. jur. Alwin Waldemar von Dietel, Dresden. 60. Frhr. Theodor v. Vequel=Westernach, Kronburg. Erbprinz Alois zu Löwenstein, Kleinheubach. Frhr. v. Ow=Felldorf, Piesing. Frhr. William v. Morsey=Picard, Graz. Frhr. Joh. Nep v. Imhof, München. Frhr. v. Plessen=Reez, Reez. Schön und traumhaft still war es, nur die Wipfel der Bäume neigten sich, von lauem Winde bewegt, und flüsterten leise. Aber diese Ruhe sagte der jungen Frau nicht zu. Sie kontrastierte zu sehr mit ihrer fieberhaften Ungeduld, das Resultat der Unterredung zu erfahren, die sich auffallend sang ausdehnte. Lauterbach kam nicht, und aus dem geöffneten Fenster ertönte kein Ruf nach ihr.. 666 Zuweilen blieb sie lauschend stehen. Es wurde teohaft gesprochen, auch erregter wie sonst, wollte es ihr scheinen, aber trotz des angestrengtesten Horchens vermochte sie nichts zu verstehen. Jetzt erschien Paul oben; aber weit entfernt ihr zu winken, sah er sie garnicht an. Sein Gesicht war dunkel gerötet. Er schlug den Fensterflügel zu, das lautes Klirren ertönte. Was hatte das zu bedeuten? Ging die Sache doch nicht nach Wunsch? Noch eine Weile wartete Edith, dann schlich sie hinauf und durch die Nebenzimmer bis an die nur angelehnte Thür und blickte durch die Spalte. „Nein!“ hörte Edith die Blinde mit bebender Stimme, in der gleichwohl ein unerschütterlicher Entschluß lag, rufen, nein, das darfst Du nicht verlangen. Dieses Haus wäre mir für alle Schätze der Welt nicht feil. Hier habe ich mit Deinem guten Vater Jahre des Glückes verlebt, hier hauchte er seinen letzten Athemzug aus, hier habe ich gekämpft und gerungen, Thränen der Freude und des Schmerzes vergossen. Das Haus ist mir gleichsam ein alter treuer Freund, von dem man sich nicht trennen kann und will, weil man ein ganzes Menschenleben mit ihm zugebracht hat. Die Räume sind mir lieb und vertraut. Ich kenne sie so genau, daß ich, obschon des Augenlichtes beraubt, mit sicherem Fuß von Zimmer zu Zimmer schreite. Jedes Gemach weckt frohe oder traurige Erinnerungen in mir. Von hier könnte ich nun und ummer scheiden.“ Ihre Hand glitt liebkosend über die Wand, als wäre diese etwas Lebendes., 4ieee „Das ist doch die Sentimentalität zu weit getrieben,“ erwiderte Paul mit beißendem Ton.„An was hängst denn eigentlich?„An Steinen und Mörtel? „Kannst Du nicht begreifen, daß Jemand die Stätte, an welcher er seit seiner Jugend weilte, lieb gewinnt? „Dafür, daß man mit leblosen Dingen eine Art Götzendienst treibt, habe ich absolut kein Verständnis.“ „Es überrascht mich, das von Dir zu hören, der früher in dieser Hinsicht so pietätvoll dachte." „Früher, früher! Was sagt man nicht aues als jugendlicher Schwärmer? Man gefällt sich da in einer gewissen Ueberschwenglichkeit, die einfach das Prädikat„lächerlich!“ verdient. Nimm an, daß mich das Leben gründlich von diesen Thorheiten kurierte. Ich stehe auf realem Boden und finde es geradezu unsinnig, verblaßten Erinnerungen zu Liebe einen Vorteil zu opfern. Spangenberg liegt viel an der Erwerbung dieses Grundstückes. Glänzende Bedingungen werden sich vereinbaren lassen.“. 644hm. „Wozu das? Dieses Haus, eines der prachtigsten in der Stadt, behält seinen Wert und das Vermögen, welches Dir einst zufällt, ist gut und sicher angelegt.“ „Es wird sich doch besser plazieren lassen.“ „Ich bezweifle es und möchte Dich auch bitten, die große, durch den Verkauf der Wertpapiere gewonnene Samme nicht so lange unverzinst liegen zu lassen.“ „Es scheint Dich zu beunruhigen, daß sie noch in meinen Händen ist. Soll ich Dir vielleicht eine notarielle Bescheinigung darüber geben?“ Du bist gereiyz.“. Gundseutmet gue zu 8. „Ich leugne das nicht. Hunbertmur#empfing ich die Versicherung, daß es Dich glücklich machen würde, mir einen Wunsch zu erfüllen; darauf bauend, glaubte ich in Geschäftsangelegenheiten selbstständig handeln zu dürfen, und entdecke nun plötzlich, daß ich mich irrte.". „Zu allem anderen bin ich mit Freuden bereit,“ sagte „Die gewöhnliche Redensart, wenn man das eine, um was man gebeten wird, nicht thun will," erwiderte Paul. meinem Alter läßt man sich nicht gerne mehr als Wir sollen uns heute noch bei Unmündigen hinstellen. Dontpor, s5 sage ihm, daß ich erklärte, nicht in den Ver„und gerade das will ich ihm nicht sagen. Auf Deine Zustimmung rechnend, sprach ich ohne jeden Vorbehalt. Soll ich jetzt kommen und eingestehen, daß ich doch keine freien Entschlüsse fassen darf und mich immer unter mütterlicher Kontrolle befinde? Du machst mich lächerlich mit Deiner Seine geballte Faust fiel schwer auf den Tisch. Die gewaltsam bezähmte Brutalität begann hervorzubrechen. Die Blinde wandte sich rasch um, den dröhnenden Schlag vernehmend. Ihre Gestalt schien zu wachsen, Iog#,### stolz richtete sie sich auf Niemals hatte sie geoner, daß v„Mäßige Dich und vergs nicht, vo und bi wem Du daran denken, endlich Zeit wäre, die Zügel, die Du so lange hieltent, aus der Hand zu legen,“ sagte er mit rauhem Flüstern. „In Deiner klösterlichen Zurückgezogenheit sind Dir Welt und Menschen fremd geworden. Du stehst Ansichten auf einem veralteten Standpunkt. Lebe doch von seßzt an mehr der Erholung und Ruhe....g B. 44g#e „Verlangst Du, daß ich mich künftig ves Rrechtes begebe, bei wichtigen Beschlüssen das letzte, entscheidende Wort „Du follt Dir eine Sorgenlast abnehmen lassen,“ er„Wie die Verhältnisse liegen bieten sie keinen Grund Anter den halbgesenkten Lidern traf ein drohender, haßerfüllter Blick die alte Frau. Pauls Züge bekamen etwas Verzerrtes, dämonische Wildheit 1. Beiblatt zur„Bielefelder Volkszeitung“,„Beckumer Volkszeitung“,„Glocke“ und „Wiedenbrücker Zeitung“. Saustag, 13. Juli. Nr. 159.— 1901. Tages=Ereignisse. — Zur Duellfrage. Berliner Blätter veröffentlichen eine erste Liste von 104 Vertretern des deutschen Adels, die sich einer Erklärung des Fürsten zu Löwenstein gegen das Duell angeschlossen haben. Weitere Listen, die unter anderm die Namen 88 Juristen, 68 Aerzten, 46 Professoren und Oberlehrern enthalten, werden demnächst der Oeffentlichkeit übergeben werden. Die Erklärung des Fürsten Löwenstein sagt, daß das Duell eine Einrichtung ist, welche der Vernunft und dem Gewissen, den Forderungen der Eivuisation und den bestchenden Gesetzen, dem Wohle, hne, verosichzen 60 des Staates zuwiderläuft. Die Unterzeichner verpflichten sich, im gesellschaftlichen Verkehr wie im öffentlichen Leben für die gänzliche Abschaffung des Duells thätig zu sein und erklären es für ein leeres, ungerechtes Vorurteil, daß, wer sich nicht im Zweikampf schlägt, darum den Vorwurf der Feigheit verdiene, und betrachten denjenigen, der ein Duell aus Ueberzeugung ausschlägt, als einen Ehrenmann, dem sie ihre volle Achtung zollen. Den einmal bestehenden Verhältnissen Rechnung tragend, behalten sie es sich allerdings vor, unter Umständen in bisher üblicher Weise Genugthuung zu fordern, dringen aber auf Errichtung von Ehrengerichten, die wirksamer als bisher der beleidigten Ehre Sühne verschaffen können. Die bisher veröffentlichte Liste enthält vorwiegend Mitglieder des katholischen Adels, darunter die angesehensten Asien. Türkisch=Kleinasien. Ein neuer Aufstand der Drusen ist, wie Damaskus berichtet wird, ausgebrochen. Die Drusen überfielen die türkische Garnison in Horansitsch, plünderten türkische Dörfer aus und nahmen 8000 Stück Hornvieh mit sich in die Berge. 400 drusische Scheichs, die der Sultan im vorigen Jahre begnadigt hatte, beteiligten lebhaft an dem Aufstand. Die türkische Garnison, die aus Damaskus zur Hilfe gesandt wurde, wurde unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. Auch der Scheich Talib nahm eine offensive Haltung ein, der Vali von Damaskus bat den Kommandeur des russischen 7. Armeekorps schleunigst um Verstärkungen. 1= Krieg in Südafrika. London, 11. Juli. Unterhaus. Der Staatssekretär des Krieges, Brodrick, verlas ein Telegramm des Generals Kitchener, in dem mitgeteilt wird, Leutnant Hearn von Imperial Yeomanry und sieben Soldaten hatten zeugeneidlich bekundet, daß sie gesehen hätten, wie Buren bei Vlaksontein auf verwundet am Boden liegende englische Mannschaften schossen, ein Vorgang, der bereits von dem Berichterstatter des Reuterschen Bureaus gemeldet wurde. Zeerust, 11. Juli. Lord Methuen überraschte auf seinem Marsch nach Inselsberg am Abend des 3. ds. ein Burenlager; er nahm 43 Buren gefangen und erbeutete Gewehre, 553 Stück Rindvieh, 600 Schafe, 38 Wagen und 600 Sücke mit Getreide. Vierzig Burenfamilien wurden in das britische Lager gebracht. Die Buren ließen drei Tote auf dem Felde. Der Kommandant entkam. Auf englischer Seite wurden zwei Mann verwundet. . An heiligen Orten und Straßen der olten Westaler. Von Richard Werner. Als im Jahre 772 der franko=sächsische Krieg vor der Thür stand, und Karl der Große in Worms den Hereszug beschlossen, hatte, versammelten sich die Edelinge der Sachsen, so erzählt der Eyron Huebald im Leben Lebuins, in einem Heiligtum(siboa sacra), mit Ramen Marsle oder Markle, das offenhar gergzeoh Gergege bedeutet, um ihrerseits Abwehr und Angriff zu deruren.#####rschien kühn der Missionar Lebuin, warnte die Führer und mahnte sie, freiwillig das Christentum anzunehmen, weil sie dann ihre Gauverfassung behalten würden. Nur mit Mühe vermochten einige Edelinge den Fremden vor dem Zorn der Versammelten zu retten. Huebald führt sogar wörtlich die Rede des christlichen Sendboten, welcher im jetzigen Ravensberger Lande bereits seit Jahren heimlich eewikt hate, an.. 4. 2 Ien Ggrchen. Bich„Höret alle insgemein!“ läßt er ihn sprechen.„Nicht aber kauschet auf mich, sondern vielmehr auf die Wolle dessen, der durch mich zu euch spricht! Ich bin der Abgesandte Gottes, der da ist ein Schöpfer aller Dinge und der einzige wahre Gott. Wenn ihr eure Götter, die weder sich selbst noch anderen helfen können, verlasset, euch zum lebendigen Gott im wahren Glauben bekehret, euch tausen lafset und seine Gebete fortan treulich haltet: so wird er euch vor allem Bösen behüten und reiche irdische und ewige Güter geben. Wie ihr bis auf den heutigen Tag keinen König über euch gehabt, so wird auch in Zukunft kein Herrscher euch bezwingen und unterwersen können... 2u..5, verachtet ihr ferner seine Folgt ihr aber seiner Stimme icht, verachtet ihr ferner seine Gebote, legt ihr eure Irrtümer nicht., siehe, so steht ein König bereit, euch zu bedrücken mit Krieg und Elend, euch ins Verderben zu treiben, der Güter zu entsetzen und sich wie seinen Nachkommen imterwärfig zu machen.“.## 8..arhst Is das Gescust van Kaum hatte Lebnin diese Worte beendet, als das Geschrei von allen Seiten ihn umtobte: Greifet ihn, steinigt ihn zu Tode! Dem Ungestüm der Menge traten einige verständige Edelinge, besonders der obengenannte Bucco, entgegen. „Wenn andere Völker,“ so rief er überlaut,„ihre Boten zu uns senden, so hören wir dieselben gern und verhalten uns gegen sie friedlich, still und bescheiden. Weshalb sollen wir den Boten Gottes mit Schmach bedecken? Was können wir gegen den, welcher unter dem Schutze seines Gottes so leicht unserer Verfolgung entfliehen, der das, was er uns angedroht, unverzüglich geschehen lassen kann?“ Wo lag nun Marsle? Auch hier begegnen wir, wie überall in solchen Fragen, einer kaum zu bewältigenden Fülle von Antworten; überall wo nur ein ähnlicher Namenklang am Laufe der Weser in dessen unmittelbarer Nähe der Ort nach Huebald lag, zu finden war. enftand das Heiligtum der Sachsen. Marsle muß ein uralter Grenzversammlungsort gewesen sein, ein Ort, den schon die Cherusker, Dulgibiner und Angrivarier als einen heiligen verehrten. In diesem Falle fragen wir uns sofort: Haben ihn die Römer nicht auch gekannt? Wir wissen, daß Germanicus ein Heiligtum der Marsen, das von den Forschern so viel umworbene Tenfane, auf seinem Zuge im Jahre 14 zerstörte, das wohl zweifellos in dem Walde Welver bei Hamm, wo noch heute das Gut„Fahnen" und zahlreiche Wallationen seine Lage mitten im ehemaligen Gau der Marsen bezeichnen, ein Punkt, der in dem kurzen Vorstoße des Germanicus vom Rheine aus leicht zu erreichen war, wenn die Römer auf dem Lippewege vordrangen. Im Jahre 15 sehen wir Germanicus bei den„Aeußersten der Brukterer"(ad ultimos Bructerorum) ankommen, welche Grenze etwa in der Linie Lippstadt=Rheda zu suchen ist, wo noch heute eine scharfe Sitten=Tracht= und Sprachgrenze besteht und die Bistümer Münster und Paderborn sich schieden, wo noch, örtlich von dem Römerberge, die Spuren eines römischen Lagers zu finden sind, von dem aus Cäcina in das Dunkel der Wälder vorging, um die Leichen der im Schlußakte der Varianischen Niederlage Gefallenen zu begraben. Eine ähnliche, ja noch schärfer markierte Sprach=, Tracht= und Sittenscheide, wie zwischen dem alten Brukterer= und Cheruskerlande(von Lippstadt nordwärts) befindet sich nordöstlich von Minden. Die am linken Weserufer ausässigen Angrivarier scheinen eine starke Stunde nördlich von dieser Stadt das andere Ufer des Stromes besetzt und innerhalb eines weiten Bogens, bezeichnet durch die Dörfer Lahde, Quetzen, Bierde, Raderhorst, Ilserheide, Klanhorst, Neuenknick und Seelenfeld, sich niedergelassen zu haben, denn noch heute glaubt man, wenn man die genannte Linie überschreitet, in ein anderes Land, zu anderen Menschen zu gelangen, so verschieden ist hier alles nach Tracht, Sprache, Sitten und Gebräuchen, nicht weniger aber auch nach Körpergestalt und Charakter= Fast Haus um Haus läßt sich diese merkwürdige Scheide heute noch verfolgen, ist aber vielleicht nach einem Jahrhundert schon verwischt. In diesem zum westlich gelegenen Hauptteile des Angrivarier= landes gehörenden Abschnitte findet man zur Zeit noch im Volksbewußtsein die besonders in den Heiraten von hüben und drüben sich charakterisierende Erkenntnis des Zusammenhaltens vor, während nach der fast schrankenlosen Ost= und Südseite hin höchst selten Verbindungen gesucht werden. Das Terrain dieses vorgeschobenen angrivarischen Gebietes ist flach, hebt sich aber östlich zu Hügeln, an die der große, bückeburgische Forst stößt, der nordwärts bis zum Steinhuder Meer sich ausdehnt und ehedem der Duhler Wald genannt wurde, empor. Noch umgeben von mächtigen Bäumen, aber auf preußischem Boden liegt auf einer weithin sichbaren Höhe die Ortschaft Marsloh, dicht bei dem vorgenannten Dorfe Quetzen. In der Luftlinie ist dieser Punkt eine starke halbe Stunde östliche von der Weser entfernt, um die trennende Ebene, das Varenfeld genannt, wird von einem Nebenflusse des Stromes durchflossen, der heute als die Aue, (Avefließendes Wasser), von den Anwohnern aber als die alte Weser bezeichnet wird, weil, wie sie sagen, in früheren Jahrhunderten hier der Hauptwasserlauf gewesen sei, der aber aller Wahrscheinlichkeit nach weit früher einen noch östlicheren Bogen und zwar am Fuße der oben bezeichneten, waldigen Hügelkette hin machte, wodurch, wenn dies zu angrivarischen Zeiten geschah, das Auftreten eines kleinen Teiles des Stammes auf dem heutigen rechten Ufer des Stromes erklärt wird, wenngleich im Allgemeinen Flüsse weniger als Gebirge solche Scheibungen zu bilden pflegen." wesergchietz tit Im mittleren Teile des angrivarischen Transwesergebiets tritt aus dem Höhengelände ein zweiter Nebenfluß in die weite Ebene, die Gehle=Ilse, an deren Lauf, der durch die Dörfer Isserheide, Ilse, Ilsebäumen, Ilwese hier bezeichnet wird, zahlreiche Urnenstälten, besonders bei Seelenfeld, dessen Name charakteristisch ist, sich befinden. Hier liegt auch der sog.„Lusebrink“, ein heidnischer Beerdigungshügel, den jedenfalls die zum Christentum Uebergetretenen mit diesem Namen beehrten, als die heidnischen Mitbewohner ihre Toten noch immer dort beisetzten; hier fördern die Straßenbauten stets Altertümer zu Tage; hier lag unser Heerweg nach Osten, nach Loccum hin, ab. In der weiten Umgegend der Ilse=Gehle reden Sage und Chronik von einer großen Schlacht auf dem Wind=Varenfelde, die man auf die Franken zurückgeführt, welche aber höchstwahrscheinlich viel älteren Datums ist, da gewöhnlich frühe Ereignisse durch jüngere verdunkelt und ersetzt werden. Wennn Germanicus im Jahre 16 von der unteren Ems ostwärts ins Angrivarierland zog, mußten die Dammer und Lemförder Höhen ihm als Wahrzeichen dienen, und er gelangte auf dem sandigen Höhenstrich Rahden=Diepenau, zwischen zwei Mooren, dem Hiller und Uchter, fortrückend, zur genau östlichen Richtungsnahme durch die Natur gezwungen, etwa da an die Weser, wo jenseits die Ilse=Gehle mündet, nach Osten also das oben beschriebene, dem AngrivarierStamme zugehörige Gebiet sich ausdehnt. Tacitus schildert die Gegend so, daß wir unwillkürlich an unser Gebiet denken müssen. Germanilus ließ nach ihm an einer seichten Stelle die Reiterei,(bezeichnet durch das Dorf Dören an diesem Punkte) durch die Weser setzen, da offenbar die gegenüber liegende weite Ebene für diese Truppenart günstig war, und dann heißt es, die Cherusker lockten sie in eine von Waldhöhen umgebene Fläche, auch verschwanden die geworfenen Deutschen nach der Hauptschlacht, im Dunkel des Waldes, der dem Mars=Herkules geweiht war. Hier stehn wir vor der Lösung der Frage. Lag der Campus Idistavisus an der Ilse, dann verbarg der auf den östlich angrenzenden Höhen sich erhebende Urwald ein Tanfane der Cherusker und Angrivarier, ein Heiligtum in dessen und zu dessen Schutz Armin den Kampf mit Germanicus beschloß. Dem oben bezeichneten Hellwege folgend mußten dann die Römer zum Steinhuder Meer gelangen, an dessen Landwehren die zweite Schlacht stattfand, die mit ihrem Rückzuge endete; vielleicht entstand um diese Zeit die sogenannte Düsselburg, ein germanisches Wallwerk in der Nähe von Rehburg, das offenbar angelegt worden ist, um eine nördliche Flankierung des Seebeckens zu verhindern. Jedenfalls aber lenkte der Hellweg den römischen Feldherrn ab und verhinderte ihn, in den heiligen Wald, dem die Ilse=Gehle zu dringen. Die Centralstelle desselben aber lag höchst wahrscheinlich auf dem Hügel, von dem heute das Torflein Marsloh in die nordnordwestlich sich weit erstreckende Ebene schaut. Mutmaßlich steht es auf dem Punkte, der von Tacitus silva sacra Herculi genannt wird; zweifellos aber würden wir diese Behauptung nennen, wenn die bei Idistavisus als am Ilseflusse geschehen mit voller Sicherheit nachgewiesen werden könnte. Zu höherer Wahrscheinlichkeit jedoch wird diese Voraussetzung dadurch gehoben, daß man den uralten, heiligen Versammlungswald der Sachsen, den Chronisten Markle oder Marsle nennen, wohl nirgendwo anders suchen darf, als in eben jenem preußischen Dorse Marsloh an der bückeburgischen Grezze,=ser.6 früher fast unmittelbar an der Weser lag, wie der Name Alteweser für den Lauf des Aueflusses darthut, ein hinzutretendes Moment, das die Beweiskraft wahrlich nicht schwächt, da dieselbe erst durch ein Hindernis der Lage hindurchgeführt werden muß, ehe sie unwidersprechlich wird. Die Römer, welche überall in Germanien ihre Göttersagen suchten, mochten in dem Namen Marsle, der damals vielleicht dem ganzen Walde beigelegt worden war, ihren blicken, wodurch die Bezeichnung bei Tacitus auc,öhrf,sprgchliche Erklärung, findet, hinwiederunt aber auch ein, neues Vonent für die Identität des„heiligen Waldes“ mit dem„Marsle“ der Sachsen gewonnen ist. Der Hellweg aber, welcher von der Lippe her in unser Gebiet leitet und von diesem Flusse an bis Loccum eine Reihe geschichtlich hervortretender Klöster an seinem Laufe aufweist, war, wie wir gesehen haben, in ältester Zeit die bedeutsamste Heerstraße zwischen Rhein und Elbe. Sie war sowohl an ihrem Eintritte in die Gebirge Nordostwestfalens(Hünenburg und Sparrenburg bei Bielefeld), als bei ihrem Austritte in die norddeutsche Ebene(Sachsenlager und Hus tom Berge oder Schalksburg in der Porta) stark befestigt, wobei die Wallationen auf die älteste Zeit, die Burgen auf das Mittelalter hinweisen, ein Zeichen, daß dieser Hellweg Jahrtausende dem Vehrkehr diente. An ihm errichtele Tiberius mutmaßlich, wie bereits erwähnt, im Jahre 4 sein Winterlager ad caput Juliao(Jöle bei Gohfeld) fluminis; auf ihm, der auf seinem Bogen von der Weser nach Loccum noch als breiter Grasweg mit zahlreichen Räderspuren, unverändert daliegt, zogen die Brandenburger zu ihren Besitzungen in Westfalen und am Rhein, an ihm drangen die Franzosen 1757 von der Lippe aus vor, als sie den bei Bielefeld stehenden Herzog von Cumberland angreifen wollten. An seinem Austritte in die norddeutsche Tiefebene aber lag mutmaßlich der Campus Jdistavisus, höchstwahrscheinlich aber das Marsle der Sachsen, das heutige Mas= oder Marsloh, von dessen Nähe aus, die im Waldesdunkel fließende Ilse=Gehle flankierend, noch heute ein großartiges, stundenlanges Wallwerk durch die Einsamkeit des Forstes zieht, da, wo die angrivarische Stammesgrenze am meisten nach Osten drang; ein Wallwerk, das offenbar mit den Wehren am Steinhudermeer in Verbindung stand, wie man durch Reste nach und über Wiedenfahl hin wohl beweisen könnte. Es ließe sich überhaupt zur Verstärkung unserer Ansicht noch manches Nebensächliche anführen, doch bedarf dieses erst der genauesten Untersuchung, ehe es als Beweismaterial verwandt werden darf; immerhin aber tritt aus dem Dargelegten mit aller Bestimmtheit schon jetzt hervor, wie bedeutsam in ältester Zeit die Linie vom Steinhudermeer nach den Portabergen hin war, und daß der sogenannte bückenburgische Forst seit Jahr; tausenden bestand und ein Grenzwald gewesen sein muß, vielleicht eben jener heilige des Tacitus, hinter dessen Landwehren die Germanen nach der Schlacht bei Idistavisus sich zurückzogen, um dann, als die Römer ihnen in das Dunkel nicht folgten, sondern dem Hellweg nachzogen, rasch, wie ihr Wehrsystem mit seinen Laufgräben es ermöglichte, den Feinden an den Landwehren des genannten Sees entgegenzutreten vermochten. Noch eines anderen Momentes müssen wir gedenken, um das gewonnene Bild zu vervollständigen. Da, wo der Ems=Weserhellweg das Ossenmodr überschritten hat, und, nach Osten sich wendend, am Südfuße der Lemförder oder Stemcker Höhen sich hinzieht, scheint ein Abzweig von ihm in südöstlicher Richtung auf den Westsüntat geführt zu haben, an dessen Nordfuß der Weg vor der Sandforde sich hinzog. Diese Nebenstraße, die in etwa auf die im Gebirge versteckte Babilan: leitet, weist unfern vom Stift Levern eine Reihe von Wehren auf, die an dem Geldmeierschen(ein bezeichnender Name für die zahlreichen Münzfunde) Kolonate ihren Mittelpunkt haben. Zwei mächtige Besatzungsringe, von denen der anf der Blomenwisk noch wohl erhalten ist und etwa—4 Morgen umfaßt, treten bier aus dem moorigen slachen Boden bervor..„ g 8. 4r5ewen das Auch bei Damme, wo der Ems=Weserhellweg das Ossenmoor betritt, finden wir zwei noch wohlerhaltene Besatzungsringe, wie denn überhaupt das Land zwischen dem Dümmer See, dem Süntel und der Ems ungewöhnlich reich an Resten des Altertums ist. Berühmt ist das Totenfeld nördlich von Osterkappeln mit seinen Steinmalen, zahlreich ist der Kranz von Hunnenburgen, der sich im Gelirge erhebt. In und an den Dammer Höhen liegen die Dersaburg und Hintekamp (Hünenkamp), bei Bramsche zwei Wallfesten, ebenso bei Rulle, diesen haben wir noch die Werke bei Osterkappeln, die sogenannte Backofenburg, die Wallenhorstfeste, die Hünenburg bei Riemsloh, die Schwedenschanze bei pr. Oldendorf und die Babisonie hinzuzufügen, wahrlich ein Befestigungsbild, das, bei den in dieser Gegend zahlreich auftretenden Münzfunden aus römischer Zeit, beweist, wie wichtig der Ensweserhellweg, sei es der über Barunau oder der über Rahden, nach dem Feldzuge des Germanicus im Jahre 16 nach Christus geworden war; jedenfalls hatte der römische Feldherr denselben für sein Heer in einen Stand setzen lassen, der ihn für Jahrhunderte :, rcarex mache als alle anderen Zuwege. passiervarer machte als alle anderen Zuwege. Aus dem Regbz. Minden. * Wiedenbrück, 11. Juli. Viel Heiterkeit erregte der Artikel in Nr. 154 d. Zig., in welchem über die am 8. Juli er. hier stattgefundene Lehrerkonferenz berichtet wurde, bevor dieselbe abgehalten war. Der Einsender hat sich aber als ein schlechter Prophet entpuppt, denn seine Vorhersagungen sind nicht in Erfüllung gegangen, ja der Bericht enthält ebenso viele Unwahrheiten, als er Zeilen enthält. Blinder Eifer schadet nur!(Eine Berichtigung des unwahren Artikels, von dessen Verfasser wir annehmen mußten, daß er an der Konserenz selbst teilgenommen habe, ist bereits in unserer vor. Nr. erfolgt. Der betr. Artikelschreiber wird für seine Phantasieprodukte keinen Platz mehr in unserer Zeitung finden. Die 0 Westfalen und Nachbarländern. Dortmund, 12. Juli. Dortmunder„Union“. Aus Fachkreisen geht der„Köln. Vztg.“ eine Aufstellung zu, die n es.lich, aur privater Natur ist, welche wir aber doch wiedergeben zu sollen glauben, weil sie die Ansicht widerspiegelt, welche man in der Dortmunder„Union“ benachbarten Fachkreisen hinsichtlich der Verhältnisse dieses Unternehmens hegt. Diese Aufstellung besagt folgendes;: Aktienkapital Anleihe 1 rund 18 Mill. Mk. „„ II„ 6„„ Bankschulden 20„„ Gewinn des Jahres 1900/01 Davon ab Verluste an Roheisen Abschreibungen„„ Besondere Abschreibungen auf Zeche „Hansemann“ Also Fehlbetrag des Jahres 1900/01 rund Im ganzen wäre danach zu decken: Die Bankschulden mit rund Der Fehlbetrag für 1900/01 mit Schaffung neuen Betriebskapitals von„ Gesamtgeldbedarf also 42 Mill. Mr 44„ 86 Mill. Mk. rund 4 Mill. Mk. „.5„„ 35„„ 8 Mill. Mi. 20 Mill. Mk. also„ 35 Mill. der doch nur durch Begebung neuer Vorzugsaktien beschafft werden könnte. Soll das Aktienkapital in der Höhe von 42 Mill. Mark bestehen bleiben, so wäre das jetzige also auf einen Wert von 42Mill. Mk., also auf 7 Mill. Mr. herabzusetzen; dann müßte also eine Zusammenlegung der Aktien im Verhältnis von 6: 1 erfolgen. Ob aber selbst bei einer solchen Zusammenlegung dem Aktienkapital und der Anleiheschuld genügende Anlagewerte gegenüberstehen würden, wird immerhin noch von gar manchem bezweifelt werden. Die Anlagen der„Union“ sind ja zum Teil veratiet und müßten erheblich niedriger bewertet werden, als es in der letzten Bilanz ge12. Juli. Ueber einen sonderbaren„Scherz“ schreibt man den Düsseldorfer Neuesten Nachrichten von hier folgendes: In unserer historischen„Narrenstadt“ passieren oft komische Sachen. So erlaubten sich einige„Schildbürger“ folgenden Scherz. Am letzten Freitag Abend wurde die Nachricht verbreitet, daß ein Teil der Automobil=Wettfahrer auf der Rückreise Berlin=Paris von Neuß aus die Strecke Viersen=Dülken=Burgwaldniel=Exkelenz=Tachen, einschlagen würde. Die Ankunft in Dülken Hollte Samstag Morgen erfolgen, wo im Centralhotel das Frühstüick., und in Burgwaldniel das Mittagessen Zeingenommen werden sollte. Die ganze Sache wurde mit solchem Raffinement vorbereitet, daß selbst vorsichtige Leute an der Glaubwürdigkeit dieser Nachricht nicht mehr zweifelten. Am Freitag Abend bestellte ein fremder Herr, der sich für ein Mitglied des Verkehrsvereins Düsseldorf ausgab und von den Spaßmachern hierfür wohl gewonnen war, bei dem Wirte Schläger ein seines Frühstück mit Kaisersekt und am andern Morgen erschien ein Eilbote zu Rad, der bei zwei Geschäftsleuten Benzin bestellte. Einem Wirte in Burgwaldniel wurde durch Fernsprecher der Auftrag zuteil, sich auf ein Mittagsmahl für 36 Personen einzurichten. Ueberhaupt arbeitete der Fernsprecher am Samstag Morgen ununterbrochen in dieser Sache. Ganz Dülken war auf den Beinen und selbst die Schulen stellten sich mit ihren Lehrpersonen auf der Landstraße auf, um die Wettfahrer zu begrüßen. Ueber 30 Radfahrer fuhren voraus, um nach den Motorwagen auszuspähen. Nach mehrstündigem Warten kamen die Neugierigen zu der Einsicht, daß sie alle Opfer eines Streiches geworden seien. Die geschädigten Wirte und Kaufleute wollen den„Spaßvögeln“, die sich diesen Scherz erlaubten, ein Nachspiel bereiten. Vermischtes. — Ein wohlerhaltenes Mammut im Eise ist in Nordsibirien aufgefunden worden. Die Akademie der Wissenschaften in Petersburg erhielt nunmehr am Donnerstag von dem Leiter Expedition, welche das kürzlich in Sibirien aufgefundene Mammuth nach Petersburg bringen soll, ein Telegramm aus, Jakutsk, demzufolge die Expedition dort am 14. Juni eingetroffen ist. Sie wird auf einem Dampfer den Aldanfluß aufwärts fahren und dann über Land nach dem 3000 Werft entfernten Kolymsk reisen, wo sie in 2½ Monaten einzutreffen gedenkt. Das Mammut, um das es sich bei der Expedition handelt, ist einzig in seiner Art. Die Haare, das Fell und das Fleisch sind vollständig erhalten, und in dem Magen des Tieres befinden sich noch unverdaute Futterreste. — In der Kaserne. Leutnant:„Reservist Hoffmeyer, Sie machen Honneur wie ein Nachtwächter. Was sind Sie in Ihrem Civilverhältnis?“— Reservist:„Naturforscher, Herr Leutnant.“— Leutnant: „Schön, nun legen Sie mal für sechs Wochen Ihre Natur ab, und sien Ste forscher gierter Traadin);: und uuch an. — Interviewer(zu gefeieller Tlagbom):„Und— noch eine Frage: in welchem Jahre würden Sie— ah— wünschen geboren worden zu sein?" — Richt prüde. Frau(zum Dienstmädchen):„Auguste, es schickt sich nicht, daß Sie ohne anzuklopfen ins Schlafzimmer eintreten, wie leicht hätte der Herr dort sein und sich ankleiden können?“ Dienstmädchen:„Ich habe ja erst hineingeguckt und gesehen, daß der Herr nicht drinnen war." — Höchste Zerstreutheit. Professor(nachdem er sich aus einer Kalkgrube, in die er gefallen, mühsam herausgearbeitet hat): „Hm... was wollte ich denn eigentlich da drinnen?!" — Sich selbst nicht angetroffen hat ein Postbote in Breslau, welchem zur Bestellung mit Zustellungsformular ein Brief übergeben worden war, der seine eigene Adresse trug. Pflichtgemäß begab sich derselbe in die Wohnung des Adressaten, also seine eigene, und füllte dort den Zustellungsschein in folgender Weise aus:„Ich begab mich in die Wohnung des Adressaten. Da ich denselben nicht zu Hause antraf, stellte ich den Brief seiner Ehefrau zu.“ Bekanntmachung, betreffend Benachrichtigung und Auleitung über die Behandlung von Auftballons und zugehörigen Apparaten, welche im Kreise Beckum aufgefunden werden. Schon nächsten Dienstag und Mittwoch entscheidet das Los über die ohne Abzug zahlbaren schönen Hauptgewinne von 50,000 Mark, 20,000 Mark, 10,000 Mark und die anderen Geldgewinne von 5000 Mark bis herab zu 5 Mark der 2. Düsseldorfer Geld=Lotterie zur Errichtung eines dauernden Kunst=Ausstellungs=Gebäudes. Wer noch an dieser chancenreichen Geldverlosung teilzunehmen wünscht, kann Düsseldorfer Lose à 8 Mark bei den hiesigen Verkaufsstellen haben, oder direkt beziehen von dem General=Debit Lud. Müller& Co. in Köln a. Rh., Kl. Neugasse 7, Zweiggeschäft der gleichnamigen Banksirma in Berlin, Breitestraße 5.(Siehe Inserat.) Bestes, billigstes, reinlichstes Zum Zwecke wissenschaftlicher Erforschung der höheren Luftschichten, in welche Menschen nicht mehr vorzudringen vermögen, läßt man fast in allen Staaten Europas von Zeit zu Zeit kleinere oder größere Luftballons steigen, die Instrumente tragen, welche auf einer geschwärzten Papierfläche selbstthätig Aufzeichnungen über die Temperatur, die Feuchtigkeit und so weiter ausführen. Für die nächsten Jahre finden derartige Auffahrten an dem ersten Donnerstage eines jeden Monats gleichzeitig in England, Frankreich, Elsaß.Lothringen, Bayern, Preußen, Oesterreich und Rußland statt, außerdem aber noch gelegentlich an anderen Tagen. In Preußen erfolgen dieselben seitens des Aeronautischen Observatoriums des Königlichen Meteorologischen Instituts am Tegeler Schießplatz bei Berlin; die Ballons, Instrumente und alles Zubehör sind demnach fiskalisches Eigentum. Da diese Ballons„unbemannt“ sind, d. h. nur Apparate, aber keine Person tragen, muß man erwarten, daß sie, von verständigen Leuten gefunden, in zweckmäßiger Weise aufbewahrt und zurückgeschickt werden. Um den Bewohnern des Kreises die Möglichkeit einer sachgemäßen Mitwirkung bei diesen wichtigen und in allen Kulturstaaten geübten Versuchen zu gewähren, seien folgende Erläuterungen und Vorschrifte. bekannt gegeben und die nachgeordneten Behörden ersucht, deren Befolgung anzuempfehlen bezw. zu überwachen. 1. Zum Emporheben der Instrumente werden meistens Luftballons, die mit Gas gefüllt sind, gelegentlich aber auch Drachenflächen verwandt, die an einem Stahldraht gehalten und durch die Wirkung des Windes zum Aufsteigen gebracht werden. Die Ballons sind entweder aus Stoff, oder aus Gummi, oder aus Papier hergestellt, an ihrem unteren Teile haben sie eine Oeffnung, aus der man durch vorsichtiges Drücken auf den Ballon das Gas entleeren kann, besonders leicht, wenn man diese Oeffnung hierbei nach oben bringt. Papierballons, deren Hülle an sich ohne Wert ist, können ohne weiteres durch Zerreißen entleert werden. Bei dieser Thätigkeit ist selbstverständlich jedes offene Feuer(Cigarre, Pfeife, Streichholz oder anderes) mit größter Sorgfalt fern zu halten, da das Gas leicht zum Explodieren gebracht werden könnte. Ballons aus Stoff und Gummi müssen mit thunlichster Sorgfalt behandelt und deshalb z. B. aus Bäumen möglichst ohne Verletzungen frei gemacht werden. Die zu demselben Zwecke benutzten Drachen haben die Gestalt eines viereckigen, offenen, aus Holzstäben bestehenden Kastens, der teilweise aus Baumwollstoff bekleidet ist. Befindet sich, was meist nicht der Fall ist, noch ein längeres Stück Stahldraht an dem Drachen, so ist, falls die Möglichkeit vorliegt, daß dieses eine elektrische Starkstrom=Leitung berühren kann, jedes Ergreifen desselben mit den bloßen Händen, oder Berühren mit unbedeckten Körperteilen sorgfältig zu vermeiden. Dagegen beseitigt ein um die Hände gewickeltes trockenes Tuch jede Gefahr. Man vermeide jede unnötige Beschädigung des sehr zerbrechlich gebauten Drachen.„ gianhe uachk in schuen 2. Ist der Ballon oder Drache bei startem Winoe noch in schneuer Bewegung, so ist bei den Bersuchen, ihn festzuhalten, mit aller Vorsicht zu verfahren, um nicht umgerissen und hierbei beschädigt zu werden. Ein schnelles Umschlingen der herabhängenden Leine um einen festen Pfahl oder Baum ist am vorteilhaftesten, um seine Bewegung aufzuhalten... Jrachem käntende e. 8. Das an dem Ballon oder Drachen hangende Instrument ist von besonderem Werte und muß deshalb mit der äußersten Vorsicht behandelt werden. Sobald man das mit Metallpapier bekleidete kleine Körbchen, in dem der Apparat untergebracht ist, in der Luft ergreifen kann, oder wenn man es am Erdboden, oder in einem Baum hängend, findet, schneide man es, ohne im geringsten mit den Fingern hineinzugreifen, ab und stelle es uneröffnet vorsichtig bei Seite, wenn möglich, in einem geschützten Raum, wo es auch vor dem Regen bewahrt ist. Sind an dem Körbchen noch besondere Vorschriften angebracht, so führe man diese sofort aus, z. B. wenn gebeten wird, an einer besonders bezeichneten Schnur so lange zu ziehen, bis eine Feder aufschnappt, was zum Zwecke hat, eine nachträgliche Zerstörung der auf mit Ruß geschwärztem Papier erfolgten Aufzeichnungen zu verhindern. 4. Ballon, Netz, Fallschirm, Drachen und alle zugehörigen Teile sind ebenfalls sorgfältig aufzubewahren. 5. Bei allen innerhalb des Königreichs Preußen und der übrigen deutschen Bundesstaaten, außer dem Reichslande Elsaß=Lothringen, Bayern, Württemberg und Baden, gefundenen Ballons, Drachen und Apparaten, ist sofort eine telegraphische Depesche an das AeronauBekanntmachung. 1. Es wird davor gewarnt, am Montag, den 15. Juli ds. Is. das Gelände in der Umgebung der Schießplatzes auf dem Johannisberge zu betreten, da Gefahr vorliegt, durch abirrende Geschosse getroffen zu werden. 2. Der Festplatz Betlehem darf an den drei Schützenfesttagen von zwei Uhr nachmittags ab mit Fuhrwerk nicht befahren werden. Bielefeld, den 10. Juli 1901. Die Polizei=Verwaltung. gez. Stapenhorst. Dienstag Mittwoch! Liehung 16. und 17. Juli Düsseldorfer Looseà.A. — 120000— 4423 Geldgewinne, zahlbar ohne Abzug Mark Hauptgewinne: Mark 50,000 20,000 Tossee 11 5000 25 3000 2 à 2000 54 1000 10 à 500 50 à 100 100 4 50 250 4 20 1000410 3000 45 Versand durch 5000 000 = 4000 * 5 0 0 0 5000 * 5 0 0 0 * 5000 * 5000 10000 15000 General-Debit Zwangsversteigerung. Montag, den 15. Juli en. nachmittags 3 Uhr, werde ich in Heerde, Kirchsp. Clarholz, 18 Stücke Roggen öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Versammlungsort am früheren Hartmann'schen Kolonat. Der Verkauf findet bestimmt statt. Rheda, den 18. Juli 1901. Hohenstein, Gerichtsvollzieher. Gras=Verkauf. Am Dienstag, den 16. Juli d. Is., vormittags 10 Uhr anfangend, soll der diesjährige Grasschnitt auf den 115 Morgen großen städtischen Grundstücken Hamelbruch, Hamelthül und Galgheide unter den alsdann bekannt zu machenden Bedingungen öffentlich meistbietend gegen Kredit verkauft werden. Die Grundstücke sind mit Kunstdünger gedüngt. Wiedenbrück, 11. Juli 1901, Der Magistrat. Schmitz. Lad. Maller& Co. Köln a. Rh., Kl. Neugasse 7. Grasverkauf. Am Mittwoch, den 17, Luli er., werde ich im Auftrags des Herrn Gutsbesitzers Replot, Hoest, das Gras in den am Berge liegenden Wiesen öffentlich meistbietend gegen Kredit verkaufen. Anfang nachmittags 6 Uhr. Ennigerloh, im Juli 1901. Th. Frisch, 973n..„ ar Nausbrand, Dackereien, Metzgereien, Kaffeeröstereien u. s. v. Verkaufsverein der(8. Czeralsriam, Reindernderichet iel Verliz ehoihehe Rheinischen Braunkohien- in der die Briketwerke Lose in Bielefeld und Oelde bei E. Holterdorf. In Beckum bei W. Schwinn, Nordstrasse 17. Fertige Schnitte Prämfirt. Billige Preise. Große Ersparnts im Hausmit 6. m. b. H. Köln, Salierring Nr. 17. 13. Gold-Bötter!e zur Herstellung und Ausschmückung der Marienburg. Ziehung 13., 14. u. 15. August 190 im Rathause zu Danzig. Gewinn-Plan: 1X 60000, 1 X 50000, 1 X 40000, 1 X 30000, 1 X 20000, 1 X 10000, 4 X 2500, 10 X 1000 Mk. u. s.., im ganzen 18500 Gewinne— 365000 Mk. bar ohne Abzug. P..% Pen Porto und Liste 2US S MIK., 30 Pig. extra. E. Holterdorf, Buchhandlung, Bielefeld und Oelde. landischen Ballons, die nicht selten in Nord= und Mitteldeutschland landen, ist zuerst eine solche Depesche nach Reinickendorf=Berlin zu schicken. Ballon und Apparat werden entweder abgeholt, oder nach weiter erfolgender Vorschrift durch die Post zurückgefordert werden. 6. Für jeden aufgefundenen und in sachgemäßer Weise behandelten Ballon oder Apparat wird an den oder die Finder eine Belohnung gezahlt, die von 5 bis 20 Mark betragen kann, je nachdem die Bergung mehr oder weniger sorgsältig erfolgt ist, worüber sich das Königliche Meteorologische Institut die Entscheidung vorbehält, außerdem werden alle sonstigen Kosten, auch für die Depesche, zurückerstctter.,„. 428eiten mist.: Sänisliche Gand Im Falle von Streitigreiten wiro das Konigliche randratsamt entscheiden, welchen Personen die Belohnung gebührt. Die Polizei= und Gemeindebehörden werden ersucht, der sachgemäßen Ausführung obiger Vorschriften die thunlichste Förderung und Unterstützung zuteil werden zu lassen. Ganz besonders ist durch Belehrung und gelegentliches gutes Beispiel darauf hinzuwirken, daß jedes Oeffnen oder Berühren der Apparate in ihren inneren Teilen, die sehr leicht zerbrechlich sind, ganz besonders aber an der mit geschwärztem Papier oder Metall überzogenen Walze oder Trommel den wissenschaftlichen des Aufstieges unwiderruflich vernichtet und daß auch aus diesem Grunde die Höhe der Belohnung in erster Linie davon abhängt, ob die Aufzeichnungen durch die Schuld oder Ungeschicklichkeit der Finder verdorben worden sind, oder nicht. Beckum, den 2. Juli 1901. Der Königl. Landrat. Dr. Bahlmann. Ee! der Suppen, Saucen, Gemüse, Salate u. s.., ebenso Magal's Gemüse= und Kraftsuppen und Maggl's Bouillon-Kapseln. Stets frisch zu haben bei w. Linnemann& Co., Oelde. Tonk FaltenGlatte Röcke! SchneiderTaillen BlossenTaillen Hemdblonsen BergenKleider! Sportakleider! Rädchen-, KnabenAnzüge JacketCapest Mlstel Man bestelle des neueste reichhaltigen Modenalbum and Schnittmusterbuch für 50 Pf.— Prospekte über Modeseitungen, Zuschneidewerke ete gratis „ vie Gthazttzucg. Enthaltend eine ausführliche Darstellung der Hühner= und Taubenzucht, sowie der gesamten übrigen Geflügelzucht. Unter Berücksichtigung der Krankheiten, deren Verhütung und Heilung. Mit vielen Abbildungen und einer Abhandlung über die künstliche Geflügelzucht. Von W. Freund. Preis 8 Mk., gebunden 3½ Mk., Porto 30 ffg. extra. Dem Geflügelfreunde und Züchter wird hier zur Selbstbelehrung ein treffliches Hausduch geboten, in dem er sich über alle Fragen auf dem G. biete der Nutz= und Ziergeflügelzucht Rat holen kann. E. Holterdorf, Buchhandlg., Bielefeld und Oelde. 48. General=Versammlung der Katholkten Die katholischen Vereine, welche während der 48. General= Versammlung der Katholiken Deutschlands in Osnabrück tagen wollen und sich noch nicht angemeldet haben, werden höflichst gebeten, ihre diesbezüglichen Anträge unverzüglich an den Vorsitzenden der Festkommission, Herrn Kaufmann Peter Grote, Georgstraße 18A, richten zu wollen. Vorstand des Lokal-Komitees. I..: C. Engelen, Amtsrichter. Handels-Nachrichten. Bericht über thatsächlich erzielte Getreidepreise in der Provinz Westfalen. Greis in Mark pro Doppelzeutner oder 200 Ufund. Freitag, den 12. Juli 1901. Kreis Ahaus Weizen 16,50, Roggen 14,25, Gerste 15,80, Hafer 14,50, Koesfeld Weizen 16,60, Roggen 14,30, Lüdinghausen Roggen 14,50, Hafer 14,75, Warendorf Weizen 17,20, Roggen 15,00, Beckum Weizen 16,75, Roggen 15,00, Wiedenbrück Roggen 14,60, Soest Weizen 16,30. Börsen=Notierungen nach privaten Ermittelungen. Münster. Weizen 17,00 inl., 19,00 ausl., Roggen 14,50 inl., 17,00 ausl., Gerste 16,00 inl., 19,00 ausl., Hafer 15,75 inl., 16.50 ausl. Padervorn.(Amtl.) Weizen 00,00, Korn 00,00, Roggen 14,60, Gerste 00.00, Hafer 00/00.. 1620 Saautn 16 25 Smn. Osnabrück.(Amtl. ermitt.) Weizen 16,70, woggen 14,70, Gerste Dortmund.(Börse.) Weizen 00.00 inl., 17,50 ausl., Roggen 14.75 inl., 15,50 ausl., Gerste 12.75 inl., Hafer 00.00 inl., 14,75 ausl. Essen.(Börse.) Weizen 17,20 inl., 18,00 ausl., Roggen 14.25 inl., 16,00 ausl., Gerste 13.25 inl., Hafer 15,50 ausl. Es erschien: „Die Wettervorhersagen u. ihre Grundlagen“, kleine Schrift, versaßt von unserm P. Wetter in Magdeburg, Thurmschanzenstr. 7, und von demselben gegen Einsendung von 35 Pfg.(2 Exempl.= 65 Pfg.) zu beziehen. Hautkrankheitelete, auch brieflich. Spezialarzt Dr. Hemmerling, Düsseldorf, Oststraße 65. Wer sich erheitern will, der iese die mit echtem Humor geschriebenen Schriften von Kaplan u. Wibbelt: Viele Kranke Drüke-Möhne. Lustige Geschichten in Münsterländischer Mundart. I. Teil brosch..60, geb..60 Mk. II. Teil„.60,".60„ leiden an: Bluturmut,Bleichsucht, Nerven=, Magen= u. Verdauungsschwäche, Mattigkeit, Abmagerung, Kopfweh, Angst= und Schwindelgefühlen, Blähungen, Sodbrennen, Schlaflosigkeit, Appetitmangel 2c. und siechen oft langsam dahin. Sie machen wir auf unsern vorzüglichen Stahlbrunnen aufmerksam, der schon vielen Kranken treffliche Dienste geleistet hat, wie zahlreiche Dankschreiben bezeugen. Zu ausführlichen Mitteilungen, die unentgeltlich erfolgen, sind wir jederzeit gerne bereit. DieVerwaltung der Emma. Heilquelle, Bopperd. Wildrups Hoff. Eine Erzählung in Münsterländischer Mundart. Brosch. 2,20, geb. 8,00., Porto 20 Pfg. extra. Im bunten Rock. Aus meinem Tagebuche. Brosch. 1,50 M. geb. 2,00 Mk., Porto 10 Pfg. Gock zocrrätig bei S. Holterdorf, Buchhandlung, vielefeld und Lelde. Tragereisen empfiehlt Heinr. Linnemann, Ablen. 2. Beiblatt zur„Bielefelder Volkszeitung“,„Beckumer Volkszeitung“,„Glocke“ und Nr. 159.— 1901.„Wiedenbrücker Zeitung“. Samstag, 13. Juli (!) Militär und Bürgertum. Nachdem die Freis. Ztg. die Meldung gebracht, daß der Berliner Oberbürgermeister am Samstag vom Minister des Innern ein Schreiben erhalten habe, daß der Kaiser die Bestätigung Kauffmanns abgelehnt habe, und zwar wegen der„Militäraffäre", und da man nicht annehmen kann, daß das Blatt, welches dieser Meldung hinzufügt, es stehe jetzt „authentisch fest", daß die Militäraffäre der Grund für die Ablehnung sei, diese Meldung unverbürgt in seine Spalten aufgenommen habe, kann man den Zweifel an der Richtigkeit der von der Freis. Ztg. zuerst gebrachten Darstellung des Vorgangs nicht mehr aufrecht erhalten. Durch die Versagung der Bestätigung wegen jener Militäraffäre hat die Versagung eine eminent höhere Bedeutung erhalten, als wenn das Bestreben des Freisinns, seine Gesinnungsgenossen in möglichst großer Anzahl in die städtische Verwaltung hineinzubringen, den Grund für die Nichtbestätigung abgegeben hätte. So sehr wir es verurteilen, daß man Personen, die in ihrem Fache den Ruf der Tüchtigkeit genießen, einzig wegen ihrer politischen Gesinnung von einem Amte ausschließt, in demselben Grade wünschen wir jetzt, nachdem der wahre Grund für die Nichtbestätigung bekannt geworden ist, daß wir es nur mit dem Hineinspielen des politischen Moments in die Bestätigungsfrage zu thun gehabt hatten. Zwar hat die Verfolgung der politischen Gesinnung— und etwas anderes ist es nicht, wenn jemandem wegen der politischen Gesinnung ein höheres Amt verschlossen wird, für alle politische Parteien eine hohe Bedeutung, mag auch die Konstellation bei uns traditionell geworden sein, daß diese Verfolgung der einen politischen Gruppe gegenüber gar nicht geübt, der andern gegenüber in verschiedenem Grade oder nach der jeweiligen Windrichtung abwechselnd geübt wird. Aber eine ungleich höhere Bedeutung hat es, wenn die Regelung bürgerlicher Fragen vom militärischen Gesichtspunkt aus erfolgt. Hierdurch wird eine scharfe Trennung zwischen Bürgertum und Militär vollzogen und dem letzteren eine Präponderanz verliehen, die im Interesse des friedlichen Nebeneinander= und Zusammenwirkens beider Teile nicht wünschenswert erscheinen kann und die geeignet ist, die Gegensätze zwischen beiden noch mehr als es bisher der Fall war, zu vertiefen. Daß unser Kaiser bei seinen Entschließungen stets das wahre Wohl seines Volkes im Auge hat, von dieser Ueberzeugung sind wir durchdrungen, aber schlechte Berater müssen es sein, die die Militäraffäre des Sekondeleutnants Kauffmann dem Kaiser in so grellem Lichte gezeigt haben, daß dieses die tüchtige bürgerliche Eigenschaft Kauffmanns so in das Dunkel stellen konnte, daß der in vorgerückten Jahren stehende Stadtrat Kauffmann über den jugendlichen Sekondeleutnant stolpern konnte. Das Staatsministerium braucht sich mit der Angelegenheit gar nicht befaßt zu haben, es braucht nur die Version richtig zu sein, die man sich in intimen Kreisen erzählt, daß der erst eben ins Amt getretene Minister des Innern, bevor er die Bestätigung beantragte, sich beim Reichskanzler Graf Bülow erkundigte, ob der Beantragung der Bestätigung Bedenken entgegen ständen, und diese Version hat viel für sich. Es ergiebt sich daraus, daß die Befürworter der Nichtbestätigung in militärischen Kreisen zu suchen sind. Blättermeldungen deuten ja auch auf das Militär= kabinett hin. Wir wissen nicht, ob diese Hindeutungen richtig sind, darauf kommt es auch nicht an, denn es kann in erster Linie gleichgiltig sein, wo diese militärischen Berater waren, es genügt, daß solche da waren. Sind wir aber soweit, daß eine 20 Jahre zurückliegende, keineswegs kompromittierende, wenn auch gegen die Militärdisziplin verstoßende Handlung von militärischen Persönlichkeiten als Kriterium für einen auf einem bürgerlichen Gebiete liegenden Akt aufgestellt wird, dann haben wir in Deutschland einen Militär= staat, wie man ihn sich nicht wünschen kann. Wenn es schon schlimm ist, daß es das Bestreben des Militärs zu sein scheint, einen Staat im Staate zu bilden, wie der Gumbinner Prozeß mit seinen Gesetzeswidrigkeiten zeigte, um wie viel schlimmer ist es dann, wenn es das Bestreben des Militärs ist, durch eine Beratung des Kaisers, die entgegen dem natürlichen Gesetz die Dinge in weiter Entfernung größer erscheinen läßt, als sie es in der Nähe sind, darauf hinzuwirken, daß das Militär Gerichtshof wird über Bürger in bürgerlichen Sachen. Denken die militärischen Berater des Kaisers sonst auch so streng über militärische Vergehen? Dann wundert es uns, daß sie, wenn ein Offizier, nicht etwa die Disziplin, sondern gegen ein vom Kaiser vollzogenes Gesetz verstößt, indem er seinen Mitmenschen im Duell über den Haufen schießt, hier in so zahlreichen Fällen die Begnadigung beantragen, also bei einem größeren Vergehen einer Militärperson nachsichtiger sind als bei einem geringern Vergehen von seiten einer Person, die mit dem Militär nichts mehr thun hat. Wir sollten doch meinen, daß in jenem Falle für die militärische Disziplin mehr auf dem Spiele steht, als im Falle Kauffmann für das Vaterland. Gegen die Trunksucht. Herr Dr. Franz Oppenheimer schreibt im Tag:„Wir wissen heute, daß Trunksucht und die ihr verwandten Lasier, des Morphium=, Haschisch=, Kokarausches usw. sich im allgemeinen nur entwickein auf der Grundlage eines schon irgendwie defekten Nervensystems. Der Trinker wird nicht krank, weil er trinkt, sondern er trinkt, weil er krank ist. Es handelt sich hier in den meisten Fällen um die„Impotenz“ im weitesten Sinne des Wortes, das heißt, um die Unfähigkeit, auf normale Reize mit normalen und deshalb zur Lebenserfüllung ausreichenden Lustempfindungen zu reagieren. Von diesem Standpunkt aus behandelt der unermüdliche Vorkämpfer der Antialkohol=Bewegung Dr. Wilhelm Bode zu Weimar das Problem. Er beginnt mit der Schilderung der ausgesprochenen Geisteskrankheit der Dipsomanie(Saufsucht), die im Deutschen als Quartalssuff bezeichnet zu werden pflegt, und zeigt die Verwandtschaft dieses Leidens mit der gewöhnlichen Trunksucht bis herab zu dem im allgemeinen als so harmlos betrachteten studentischen Comment und dem regelmäßigen Frühschoppen ruhiger, nüchterner Bürger. Man wird ihm recht geben müssen, wenn er die allgemeine Volkssitte vor allem dafür verantwortlich macht, daß Leute zu Gewohnheitstrinkern werden, die die verhängnisvolle Disposition mitbringen. So lange der Abstinente in der Gesellschaft als ein Sonderling oder Schwächling angeschaut wird, und so lange die führenden Kreise der Jugend, Studentenschaft und Offizierkorps das unmäßige Trinken geradezu fordern, weil sie nach dem Sprichwort vom Narren und seiner Kappe unser nationales Laster für eine nationale Tugend ansehen, so lange wird der Alkoholismus in Deutschland immer noch das Feld behaupten. Bode ist kein Anhänger der absoluten Abstinenz für alle Menschen, er hält mäßigen und nicht regelmäßigen Alkoholgenuß für diejenigen, die die normale Selbstbeherrschung haben, für unbedenklich. Aber er wird nicht müde zu betonen, daß das einzige Mittel für den Trunkkranken die volle und ab solute Abstinenz ist. Trunksüchtige zur Mäßigkeit erziehen zu wollen, ist Zeitvergeudung, sie werden immer rückfällig; nur die volle Ablehnung jedes alkoholischen Getränkes kann sie retten. Wie der Trinker zu solcher Enthaltsamkeit zu erziehen ist, wird in breiter Darstellung ausgeführt, die alles Wissenswerte aus diesem weiten Gebiete zusammenträgt. Wir lernen die Vereine kennen, die sich diesem Zwecke gewidmet haben, die durch den Einfluß gleichgesinnter Genossen den Trieb zum Trunke zu bekämpfen sich bemühen, handelt es sich nun lediglich um die gesellige Einwirkung im Verkehr mik gleichgesinnten Genossen oder um eine religiöse Erneuerung im Kreise frommer Gläubiger. Wir erfahren mancherlei über die Diät, die Trunksüchtige während der Enthaltsamkeitskur beobachten sollen, um den Reiz zu bekämpfen; die Frage der vegetarischen Ernährung, die als Heilmittel gegen die Trunksucht von ihren Anhängern gepriesen wird, wird gestreift; Bode ist nicht der Ansicht, daß der Vegetarismus thatsächlich ein sicheres Heilmittel für die Trunksucht sei. Auch die Frage, ob Tabak zulässig sei, wird erörtert, ohne daß man zu einem abschließenden Ergebnis gelangt. Es folgt dann eine Schilderung und Aufzählung der Heilanstalten für Trunksüchtige und schließlich eine Darstellung der Geschäftspraxis der TrunksuchtsSpezialisten, die zum allergrößten Teile als bösartige und gemeingefährliche Schwindler entlarvt werden. Die Namen bekannter Kurpfuscher, die aus der Dummheit ihrer Mitmenschen jährlich Hunderttausende ziehen, werden an den Pranger geschlagen. Etwas mehr erwartet Bode in einzelnen, günstig gelegenen Fällen vom Die Frage, die hier behandelt wird, ist eine volklswirtschaftlich und sozial=ethisch so überaus wichtige, daß man für jeden neuen Beitrag aus so fachkundiger Feder dankbar zu sein hat. Es ist wenig bekannf, daß der vierzehnte Teil der deutschen Arbeitskraft und der fünfzehnte Teil des deutschen Bodens für die Herstellung geistiger Getränke verwandt werden muß, daß die Ausgaben unseres Volkes für diese Genußmittel beträchtlich höher sind, als sämtliche Steuern des Reiches, der Staaten und der Gemeinden zusammengenommen, daß unsere Irrenhäuser, Jidiotenanstalten, Gefängnisse und Zuchthäuser bevölkert sind mit Triukern oder Nachkommen von Trinkern, deren geistige Konstitution durch die unheilvolle Erbschaft ihrer Eltern antisozial verrenkt worden ist. Auch die Waisenhäuser enthalten einen großen Prozentsatz von Trinkerkindern, denn der Trinker kürzt sein Leben ab und wälzt seine Versorgungslast auf die Gemeinschaft über. Hier ist ein ungeheures Feld der Bethätigung für alle am Wohl der Gesamtheit interessierten Kreise der Bevölkerung. Sehr viel Aufklärung thut not, um der Masse des niederen Volkes den dummen Glauben zu nehmen, daß alkoholische Getränke die Kraft und die Ausdauer in der Arbeit vermehren, und um die oberen Schichten zu der Ueberzeugung zu führen, daß Trinkerexzesse nicht nur ekelhaft und entwürdigend sind, sondern auch die Gesundheit des Exzedenten untergraben und durch das böse Beispiel das Volk vergiften. Vor allem aber wird man alle Kraft darauf zu richten haben, die soziale Gesautheit der unteren Volksschichten zu heben; denn der Trunk in seiner verderblichsten Form als Schnapsgenuß ist das Laster der Armen. Jede Hebung des Wochenlohnes unserer niedrigsten Arbeiterklasse um eine Mark wirkt mehr für die Eindämmung des Alkoholismus, als alle weltlichen und religiösen Bruderschaften, als alle TrinkerAsyle und belehrenden Schriften zi. mengenommen.“ Miß Henriette Tifft aus Chicago, zwei kostbare Ringe gestohlen worden waren. Alle Leute in Northampton sprachen davon, nur einen jungen Mann interessierte die Sache nicht. Harry Noyse war erst vor kurzer Zeit in die Stadt gekommen und hatte die Aufmerksamkeit der jungen Damenwelt sofort auf sich gelenkt. Allerdings ist er ein bildhübscher Mensch; er hat die feinsten Manieren und ist über die jüngsten Erscheinungen der Litteratur ebenso genau unterrichtet wie über die letzte Londoner Mode. Er ist viel herumgekommen und versteht es, amüsant zu plaudern— kurz, er ist ein reizender Mensch. Niemand nahm es Miß Mabel Burt aus Bridgeton(Newjersey) übel, daß sie sich sterblich in ihn verliebte, nur ihre Kolleginnen vom Kollege thaten es, denn allen ohne Ausnahme hatte es der schöne Harry angethan. Aber auch er hatte zu tief in die dunklen Augen des schlanken, blonden Mädchens geblickt, und das war die Ursache, daß er sich um die Diebstähle im Kollege gar nicht kümmerte. Miß Mabel war der Gegenstand seiner eifrigsten Huldigungen, jeden freien Moment suchte er in ihrer Gesellschaft zu verbringen, und es war allen Bekannten klar, daß sich Harry Noyse bald ernstlich erklären werde. Und er that dies auch. Die Art und Weise aber, in der dies geschah, war sehr originell. Auf einem Ausfluge, den eine größere Gesellschaft unternahm— sie ließ das Liebespaar diskret allein in einem Wagen fahren— fragte Harry, der seine Uhr zu Hause vergessen hatte, seine angebetete Mabel nach der Zeit. Sie zog eine kleine, mit Edelsteinen besetzte Uhr aus dem Gürtel. In diesem Moment faßte er sie am Handgelenk und sagte ernst:„Miß Mabel Burt, ich verhafte Sie wegen Diebstahls.“ Zu Tode erschrocken sah sie ihm eine Sekunde lang in die Augen, in welchen sie bisher so viel Liebe gelesen, dann sang sie ohnmächtig in den Wagen zurück. Harry Noyse brachte sie auf die Polizeistation. Er ist ein Detektive, den der Vorsteher des Kollege aus New=York hatte kommen lassen, um den Dieb im Institut zu eruieren; die Uhr hatte Mabel Burt in einer anderen Anstalt gestohlen. — Der Zwerg. Ein Freund Labiches aus der Provinz hatte den Wunsch ausgesprochen, einmal den berühmten Zwerg Tom Pouce ganz in der Nähe, in seiner Privatwohnung zu sehen.„Wenn's weiter nichts ist,“ sagte Labiche,„gehen Sie nur nach der und der Straße, Nummer so und so, und steigen Sie in den dritten Stock hinauf, ohne den Portier zu fragen.“—„Ich danke Ihnen,“ sagte der Provinziale und machte sich auf den Weg. In dem betreffenden Hause zieht er im dritten Stock die Klingel, ein Mann von ungeheurer Statur öffnet ihm die Thür, es ist der berühmte Opernsänger Lablache.—„Meir Herr, entschuldigen Sie, wenn ich störe, ich komme auf Veranlassung des Herrn Eugen Labiche.“—„Seien Sie willkommen!“—„Er hat mir gesagt, hier wohnt Tom Pouce, und ich sterbe vor Verlangen, ihn zu sehen.“—„Sie kommen gerade recht,“ sagte der Sänger, der schon bei dem Namen Labiche einen Scherz gewittert hatte,„ich selbst bin Tom Pouce.“—„Sie, mein Herr? Man behauptet doch, Sie wären ein Zwerg!“—„Ja, vor dem Publikum bin ich das auch, aber zu Hause mache ich ich mir's — Das Rassepferd. Leutnant:„Famoser Gaul, meine Gnädige, großartige Gangart— viel Intelligenz—“ Dame:„Ja, aber denken Sie nur, gestern ist er mit mir durchgegangen.“ Leutnant: „Also Geschmack hat er ausgz)“„.. ven gi., Unact — Am Postschalter. Junge Dame:„Haben Sie vielleicht einen Brief mit der Chiffre„D 100“.“— Beamter:„D 100“ habe ich nicht, aber ,D D 100.“— Junge Dame:„Das wird er schon sein; wissen Sie, mein Verehrer stottert ein bischen.“ ! Zeitgemäße Betrachtungen. (Nachdruck verboten.) „Ferien.“ Die Sonne lacht aufs reiche Aehrenfeld, Der Landmann muß sich wacker müh'n und plagen, Indes das Stadtkind etwas inneInlbes dur. hält Inseinem sonst gewohnheitsmäßgen Jagen. Man packt den Koffer, reißt sich los von Hause, Und gönnt sich eine kleine Ruhepause. — Zeitungsblüten. Im„Müllheimer Tagblatt“(Nr. 146) macht M. Stütz in Essen, Hermannstraße 4, bekannt:„Viele Menschen sind durch meine briefliche unentgeltliche Behandlung gesund geworden. Ich habe Astma, Magen=, Brust= und Lungenleiden, Geschlechskrankheiten, englische Krankheit, Rheumatismus, Flechten und offene Beine.“ Will Stütz, ehe er andere Leute behandelt, nicht erst einmal eins seiner zahlreichen eigenen Leiden kurieren?— Der„Kieler Ztg.“ (Nr 20456) wird aus Madrid geschrieben:„Die Feier anläßlich des Jubeljahres ist hier und in der Provinz ohne Zwischenfall verlaufen. Nur in Barcelona versuchten Antiklerikale die Feier zu stören. Sie pfiffen, beschimpften die Teilnehmer drangen in großen Trupps in eine Küche ein und schrieen dort:„Es lebe die Republik! Nieder mit den Klerikalen!“ Es entstand eine Panik unter den Frauen, doch gelang es bald der Zivilgarde, die Manifestanten zu zerstreuen.“ Eine Küche ist eigentlich kein passendes Lokal für die Feier eines Jubeljahrs.— In den„Mündeschen Nachrichten“ (Nr. 144) macht der Vorstand des Reserve= und Landwehr=Vereins bekannt:„Antreten 2½ Uhr im Vereinslokal, am Montag Nachmittag 2 Uhr auf dem Marktplatz nur in Mütze und mit Vereinsabzeichen.“ Bei der warmen Witterung mag ja eine Mütze als Bekleidung genügen, aber wie befestigt man das Vereinsabzeichen auf der bloßen Haut?— Die„Fürstlich Reuß=Geraer Zeitung" (Nr. 148) spricht von Kalastrophe der Leipziger Bank und meint dabei:„Eine besonders große Rolle dürften die engen Beziehungen der Bank zu der Kasseler Tresor=Deckungs=Aktien Gesellschaft gespielt haben.“ Die„Fürstlich Reuß=Geraer Zeitung" überschätzt die Kasseler Schwindelfirma, deren Namen sie nicht ganz deutlich verstanden hat, ganz gewaltig. Die saubere Gesellschaft hat weder Tresors noch Deckung, sondern nur ein Quantum getrocknete Treber, das keinen Wert besitzt.— Der„Anhaltische Staatsanzeiger“(Nr. 145) veröffentlicht einen ihm eingesandten längeren Artikel, der das Ausstellungswesen behandelt. Darin wird gesagt:„Nicht einmal die Defizite in den Kassen der Unternehmer haben die Ausstellungen in Mistkredit zu bringen vermocht.“ Das soll wohl so viel heißen wie in schlechten Geruch.— Der„Acher= und Bühler=Bote“(Nr. 143) schreibt in dem Bericht über eine in Posen abgehaltene Versammlung:„Wie man aus einem zur Verlesang gelangten Schreiben des Erzbischofs v. Stablewski vernahm, wird der hl. Vater durch ein Breve allen denen besondere kirchliche Gnaden in Aussicht stellen, die sich an der Bewegung zur Trunksucht beteiligen.“ Das glauben wir einfach nicht.— Der „Breslauer Morgenzeitung“(Nr. 291) wird aus London telegraphiert: „Die Invasion in die Kackkolonie ist, wie der„Daily Mail“ aus Kapstadt gemeldet wird, ziemlich ernst.“ Sollten die Engländer die Kolonie umgetauft haben?(Kladd.) — Das Ende eines Flirts. In einem fashionablen Mädchenkollege in Northampton(Massachusetts, Nordamerika) herrschte große Aufregung. Das Institut war von einem Diebe heimgesucht, fast allen jungen Damen war Schmuck abhanden gekommen, doch konnte es nicht gelingen, dem Thäter auf die Spur zu kommen. In allen Gesellschaftskreisen von Northampton war von diesen Diebstählen die Rede, und große Bestürzung herrschte auf einem Ballfest, als dort bekannt wurde, daß einer der jüngsten Schülerinnen, Erholungspause macht wohl Jeder gern, Verwaltung, Schulen, Reichstag, Ministerien, Beamte, Lehrer, Richter, Handelsherrn, Sie geh'n auf Urlaub oder in die Ferien. Die Herren Studenten wie auch die Pennäler Sie halten Ferien nie für einen Fehler. Gar jähen Wechsel bringt die Ferienzeit, In sonst belebten Räumen herrscht jetzt Stille, Doch aus dem Walde flieht die Einsamkeit, Zu Tummelplätzen werden die Zu Tummeer= Idylle. Am Meeresstrande wie auf Hügelketten Da rauschen jetzt die reichsten Toiletten. Man reist! Dem Einen hat's der Arzt gesagt, Der And're folgt der Gattin ganz freiwillig, Wenn sonst der Badeort ihm gut behagt, Und außerdem das Reisen ist ja billig. Die Rückfahrkarten kommen jetzt in Frage, Sie gelten volle 45 Tage. Das Rundfahrheft hat oftmals keinen Zweck, Man kommt ja auch auf gradem Weg zum Ziele, Man nimmt Retourbillet mit Freigepäck Und spart durch Letztres schon der Nickel viele. So kann man billig durch die Lande fahren Und schon etwas zur nächsten Reise sporen. Die Sommerfrischler zieh'n in alle Welt, Es schlägt für Viele die Erholungsstunde, Die Politik wird hübsch beiseit gestellt, Sie bringt uns eine Trauerkunde, Ein Greis, der treu an Thron und Reich gehangen, Der dritte Kanzler ist zur Ruh gegangen. Verwaltet hat er noch als greiser Mann Das Amt, mit dem sein Kaiser ihn beehrte, Nun trat auch er die große Reise an Von dem noch nie ein Wand'rer wiederkehrte. „Treu bis zum Tod“, wird man von ihm bekunden, Und ehrend sei auch ihm ein Kranz gewunden. Die Sonne lacht aufs goldene Aehrenfeld, Die Schnitter rüsten schon zu sauren Wochen, Das Stadtkind hat die Arbeit „abbestellt", Die schöne Ferienzeit ist angebrochen. Wer Sorgen hat, der send' sie möglichst weiter, Sie passen nicht zur Ferienzeit! Ernst Heiter. ünschen Sie ein erstaunlich billiges, aber wirklich brauchbares, gutes Fahrrad, unter voller Garantie zu 115 Mark, so senden Sie Ihre Adresse unter F. H. No. 113 an die Expedition dieser Zeitung ein. S Westfälischandnabnn 8RDGE Lippische Vereinsbank abebetudrdner ndbenAt Jnde dndt Ar dbabanerdbOrGDA Aktien-Gesellschaft. in Bielefeld.4 Zweigniederlassungen in Herford, Detmold, Lemgo. Vollgezahltes Aktienkapital: 5 Millionen Mark. — Annahme von Bareinlagen: ohne Kündigung mit 3% Zinsvergütung. bei einmonatl.„„ 3½%•„ „ dreimonatl.„„ 3¾4%„ Die Verzinsung geschieht vom Tage der Einzahlung bie zum Tage der Abhebung. Konto-Korrent-Verkehr. Eröffnung provisionsfreier Check-Kontl.(Zinsverg.%) Diskontierung von Wechseln. Domtzilierung von Wechsein an den Kassen der Bank. Ausstellung von Checks und Wechsein auf das Ausland. An- und Verkauf von Wertpapieren. 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Wenn man dieses Mittel ein= bis zweimal in der Woche anwendet, wird man den guten Erfolg bald wahrnehmen.— Um abgeschnittene Blumen, die man in Vasen oder Gläser steckt, länger frisch zu erhalten, soll es recht zweckdienlich sein, etwas Salz in das Wasser zu geben, in dem sie stecken. Salz hält auch das Fauligwerden des Blumenwassers etwas zurück. + Bei feucht und modrig gewordenen Mauern benutzt man ##folg folgenden Anstrich: 93 Teile Backstein mit 7 Teilen Bleiplatte werden mit einer genügenden Menge Leinöl verrührt. Beide Teile sind getrennt zu pulverisieren, dann zusammen zu mischen und mit dem Leinöl in eine Art Teig zu verarbeiten. Die auf die Wände gebrachte Masse erhärtet nach—4 Tagen und läßt nicht leicht Feuchtigkeit durch. 4- Anstrich von Holzwerk. Man nimmt frischen, gut verschlossen aufbewahrten Cement bester Qualität und reibt ihn mit Milch auf einem Reibstein. Die Farbe muß die Dicke der gewöhnlichen Oelfarbe erhalten. Das Holz, welches damit angestrichen wird, darf nicht glatt abgehobelt sein, sondern muß rauh(gesägt) und vollkommen ausgetrocknet sein. Ein zwei= bis dreimaliger Anstrich sichert das Holz nicht nur dauernd gegen den Einfluß der Witterung, sondern schützt auch einigermaßen gegen das Verbrennen. + Holzvergoldungen zu reinigen. Man taucht ein Stück Zziebel in rekifizierten Peingeis und putzt damit beusnregfschteigen hin= und Herreiben den Fliegenschmutz und sonstige Unreinlichtrn##. hinweg, ohne daß die Vergoldung darunter leidet. Gesundheitspflege. □ Vorsichtsmaßregel gegen die Pest vor 300 Jahren. Von Dr. P. Oberkirch. Im Staatsarchiv zu Luzern befindet sich ein dicker Manufriptenfoliant aus dem 16. Jahrhundert, das„Pestbuch“ genannt, welches den berühmten Stadtschreiber Renvart Cysat zum Verfasser hat. Von den dort aufgeführten Verordnungen wollen wir einige im Auszuge wieder geben, nicht nur weil sie kulturhistorische Bedeutung haben, sondern weil!) sie trotz ihres 300 jährigen Alters(sie stammen aus den Jahren 1580, 1591 und 1596) noch jetzt, nach den Grundsätzen der modernen Hygiene, welche die Reinlichkeit über alles stellt, voll und ganz zutreffen. Es heißt dort Es ist ein grober Irrtum, zu glauben, es gäbe keine Mittel und keine Heilung gegen die Pest, oder man brauche sich nicht in acht zu nehmen: wer sie bekommen sollte, bekomme sie, die anderen nicht. Der Augenschein täglicher Erfahrung hat im Gegenteil dargethan, daß wo man säuberlich Haus und gute Ordnung halte und die natürlichen Mittel anwende, man sich erretten könne. Erstlich Misthaufen, Unrat und was bösen Geschmack) bringen kann, abwegs thun außerhalb der Bürger Ziel. Häuser und Gassen sauber halten. G Keine toten Haustiere, Vögel und Unrat in den Häusern liegen lassen. Man soll männiglich ernstlich ermahnen und warnen, sauber Haus zu halten und alle Unsauberkeit abwegs zu thun. Item daß der Mensch versuche zu meiden übriges Trauern, Schwer= und Kleinmütigkeit, sonderlich aber viel Fürchtens und Einbildens. Sich in Speis und Trank sehr mäßig halten. Zur Pflege sollen Häuser außerhalb der Stadt angewiesen werden; der Verkehr zwischen diesen Krankenhäusern und der Stadt soll von Männern des Almosenamtes besorgt werden, welche aber die Häuser nicht betreten, sondern die Kranken von außen anzurufen haben. Wenn durch Gottes Verhängnis diese Krankheit in ein Haus kommt, wo sich ein Kaufladen befindet, soll dieser während der Krankheit geschlossen bleiben. Nach der Genesung darf keiner vor 6 Wochen unter den anderen Leuten herumgehen. K165 Alle Monate von Haus zu Haus gehen um nachzusehen, ob alle Verordnungen gehörig gehalten werden. Also schon vor 300 Jahren galt als einzig sichere Hilfe gegen die Pest, jene„Geißel des Menschengeschlechts“, welche auch jetzt wieder seit mehreren Jahren in Europa einzudringen droht, dasselbe dreifache Vorbeugungsmittel, welches die moderne Hygienie als einzig bewährtes bei allen Infektionskrankheiten empfiehlt: Reinlichkeit, Mäßigkeit und Gesundheitsfreudigkeit; während damals wie heute ernstlich gewarnt wird vor dem Gegenteil: Unreinlichkeit, Unmäßigkeit und Bazillenfurcht! Verschiedenes. Der Gutsknecht. Von Karl Jünemann=Breden. Wie hängt er lässig auf dem Pferde, Wie finster dringt hinab sein Blick! Das Zeug beschmutzt mit lehm'ger Erde, Die graue Kappe im Genick, Auf breiter Stirne Falt' an Falte, Das ungekämmte Haar voll Schweiß——. Wie oft die Faust sich schon wohl ballte, Wenn streng des reichen Herrn Geheiß? So kehrt er heim zur Mittagspause, Des Reichen Feld hat er besät, Jetzt naht er sich dem niederen Hause, Das an des Hofes Ende steht. Drin kocht sein Weib ein karges Essen Für sich und ihn und Anne Ros', Den kleinen Flachskopf, der indessen Aus Sand bäckt Kuchen klein und groß. Ein Peitschenknall dringt in die Hütte— Den Vater hat das Kind erspäht, Es läuft hinaus:„Ach bitte, bitte!“ Er hält, steigt ab und setzt— o seht! Schnell auf den Rücken seines Rappen Das liebe Kind mit kräft'ger Faust, Putzt ihm das Näschen mit dem Lappen Der Schürze, klein und arg zerzaust. Der selber Läss'ge, dick Bestaubte, Er streicht zurück mit riss'ger Hand Die Locken auf der Kleinen Haupte, Wischt von den Händchen ihr den Sand. Er grüßt sein Weib mit frohen Blicken, Er nickt zum Schloß hinauf und spricht: „Und würde der Baron jetzt schicken, Nicht wahr? Wir tauschten mit ihm nicht!“ Märkteverzeichnis. Monat Juli. Montag 15. Hagen, Horst Vm., Wessum, Wolbeck Krüm., Dinslaken(2.) Rindv Schwm., Dortmund Schlachtom. Dienstag 16. Münster, Ahaus, Beckum, Heepen(2.) Kröm., Gütersloh B Pfm., Paderborn Schaf Hammelm. Mittwoch 17. Osnabrück Viehm., Bocholt, Driburg, Gronau, Neuenkirchen(Kr. Wiedenbrück) Krüm. Donnerstag 18. Dorsten, Halle Vm. Freitag 19. Dortmund Schlachtom. Montag 22. Hagen Vm., Dortmund Schlachtom. Dienstag 23. Bielefeld Vm., Borken, Bramsche, Gescher. Mittwoch 24. Bochum, Hamm, Mastholte, Vreden KramVm., Burgstein. furt Korn B Pfm., Dortmund Zuchto Faselom. Donnerstag 25. Werne Vm., Büren VSchaf Hammelm. Freitag 26. Dortmund Schlachtom., Herford VSchaf Hammelm. Meppen BFaselom. Sonntag 28. Paderborn(8.) Krm.„ St6 Montag 29. Oestinghausen Krm., Epe, Hagen Vm., Dinslaken (2.) Rindo Schwm., Dortmund Schlachtom. Mittwoch 31. Dülmen Vm. Berontmortlicher Redaltom: F. Anippschid, Hohde.— Druck und Brlog: E. Holterdort, Jehe. „„„ zur Bielefelder Volkszeitung, Beckumer Volkszeitung, Glocke und Wiedenbrücker Zeitung. Nr. 28. Samstag, 13. Juli. 1901. Landwirtschaft und Worauf sind die geringen Weizenerträge in den letzten Jahren zurückzuführen? (Aus der Kölnischen Volkszeitung.) Seit einigen Jahren werden aus verschiedenen Gegenden Klagen über geringe Weizenerträge laut. Man will namentlich beim Square head=Weizen beobachtet haben, daß er sehr zum Lagern neigt und an Widerstandsfähigkeit gegen Auswintern und Krankheiten verliert. Im Hildesheimschen, wo in diesem Jahre 80 pCt. des Winterweizens ausgewintert sind, will man auch die Erfahrung gemacht haben, daß das Korn des Square head während einer anhaltenden Dürre vor der Ernte zusammenschrumpft, grau und unansehnlich wird, auch wenn weder Lager noch Befall eingetreten und der Weizen früh gesäet war. Viele Landwirte sind zu der Ansicht gekommen, daß unsere modernen Getreidehochzüchtungen zwar geeignet seien, große Massenanträge zu liefern, daß sie andernfalls aber auch schnell entarten und ihnen zudem ihre Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse abgeht. Hohe Weizenerträge hat der Landwirt aber unter den heutigen Verhältnissen durchaus nötig; andauernd schlechte oder geringe Ernten würden bei den niedrigen Weizenpreisen für manche Wirtschaft verhängnisvoll werden. Es ist daher von großer Wichtigkeit, den Ursachen der geringen Weizenerträge nachzugehen. In dieser Beziehung verdienen die Verhandlungen hohe Beachtung, welche der Hauptausschuß des Landwirtschaftlichen Vereins für das Herzogtum Braunschweig in einer Sitzung gepflogen hat. Der Generalsekretär des Vereins, Oekonomierat Dr. Pommer, halte zur Aufklärung der leidigen Erscheinung an eine Anzahl praktischer Landwirte in jedem Amtsbezirk des Herzogtums Fragebogen gesandt und berichtet über die eingegangenen Antworten. Aus diesem Bericht, welcher in der Braunschweigischen landwirtschaftlichen Zeitung im Wortlaut veröffentlicht worden ist, sei folgendes hervorcher.. mmer rr Schon die im Gegensatz zu anverweinigen Anfragen zahlreich eingegangenen Antwortbogen zeigten, welch großes Interesse die Landwirte dieser Frage entgegenbringen, wie allgemein dieser Uebelstand in den verschiedenen Bezirken des Herzogtums aerbreitet ist und wie schwer er überall empfunden wird. Aus den Antworten ist denn auch in der That leider nur zu deutlich ersichtlich, daß die Weizenerträge in den letzten Jahren in einem erheblichen Teile des Herzogtums zum Teil in einer recht fühlbaren Weise zurückgegangen sind. Fragen wir zunächst, ob die Mindererträge nur bei Weizen aufgetreten sind, so lautet die Mehrzahl der Berichte: „Nur bei Weizen!". Nur vereinzelt wird geklagt, daß auch die anderen Früchte in ihren Erträgen in den letzten Jahren zurückgegangen sind. Wo wird nun am meisten über den Rückgang der Weizenerträge in den letzten Jahren geklagt? Gerade in den besten Gegenden, in den sogen. Rübengegenden mit schwerem Boden, wo am intensivsten bezüglich Düngung und besonders Stickstoffdüngung gewirtschaftet wird. In Gegenden, wo der Rübenbau mehr zurücktritt, wo der Boden leichter ist und besonders auch der Untergrund des Ackerlandes gut durchlässig ist, treten die Klagen mehr oder weniger zurück, während in einigen dieser Gegenden sogar über eine Hebung der Erträge berichtet wird. Letzteres kann allerdings leider nur als eine seltene Ausnahme bezeichnet werden. Wie sehr die Untergrunds= und damit die Feuchtigkeitsverhältnisse in den tieferen Schichten des Ackerbodens mit unserer Frage in Beziehung stehen, erhellt zunächst daraus, daß bei den leichteren Böden mit durchlassendem Untergrunde selbst bei intensiver Düngerwirtschaft der Rückgang der Weizenerträge wenig oder gar nicht in die Erscheinung tritt. Was den Zeitpunkt betrifft, seitdem die Mindererträge in Weizen sich bemerkbar gemacht haben, so werden fast allgemein die letzten drei Jahre, also seit 1898, und ganz besonders das Jahr 1899 genannt; vereinzelt sind allerdings in manchen Landstrichen schon seit längeren Jahren befriedigende Ernten nicht mehr erzielt worden. Wenn wir uns nun vergegenwärtigen, welche für unsere Weizenkultur ungünstige Witterung gerade in diesen letzten drei Jahren geherrscht hat, so haben wir für viele Verhältnisse schon hierin allein und in Verbindung mit anderen, weiter unten zu erörternden Gründen eine der hauptsächlichsten Ursachen für den Rückgang der Weizenernten zu suchen. Für die weitere Darlegung unserer Frage interessiert, zu wissen, welche Weizensorten im Herzogtum Braunschweig angebaut werden und ob eine Sorte besonders von dem Rückgange betroffen worden ist. Fast ausschließlich wird in allen Weizenbaugebieten des Herzogtums Square head=Weizen gebaut, andere Weizensorten treten sehr zurück. Versuche mit den von Maercker in Lauchstädt mit sehr großem Erfolge angebauten Square head=Sorten Strube=Schlanstedt und Beseler III sind mehrfach gemacht worden, ohne daß diese Sorten, wie dies von Maercker in Lauchstädt beobachtet wurde, durchweg als besonders ertragreich und sicher gegen Lagern bezeichnet worden sind. Dagegen wurde mehrfach der begrannte Square head=Weizen ertragreicher gegenüber dem glatten Square head befunden. Für Orte und Aecker, wo der Weizen leicht dem Auswintern ausgesetzt ist, dürften Versuche mit Mettes(Quedlinburg) Square head am Platze sein, da dieser Weizen, wie besonders auch von Maercker berichtet wird, als sehr winterhart sich Der Squareheadweizen macht bezüglich der Boden= und Düngungsverhältnisse, wie auch an das Klima große Ansprüche. Es ist eine hochgezüchtete Getreidesorte, die leicht in ihren Erträgen zurückgeht, wenn nicht oft genug Samenwechsel vorgenommen wird. Eine besondere Sorgfalt auf die Herrichtung des Saatgutes ist aus diesem Grunde gerade bei dieser hochgezüchteten Weizensorte zu verwenden. Als nicht unwesentliche Ursache der unsicheren Weizenernten, besonders in ausgesetzten Gegenden, führt ein angesehener Landwirt eine falsche Züchtungsmethode des Weizens an: Man lasse bei der Züchtung des Weizens meist Abhärtung und Anspruchslosigkeit außer Betracht und züchte auf Maximalernten, die aber nur ausnahmsweise unter günstigen Bodenund klimatischen Verhältnissen erreicht würden, während infolge der Verweichlichung schon bei mittleren Boden= und klimatischen Verhältnissen starke Rückschläge einträten. Unsere meisten Getreide=, speziell die Weizenzüchtungen, würden in gutem Boder und günstigem Klima betrieben, was als großer Fehler zu bezeichnen sei. Die an der Weizenpflanze häufig durch Pilze verursachten Weizenkrankheiten seien in erster Linie auf eine Disposition der heutigen Weizenpflanze, weniger auf hohe Stickstoffgaben und Witterung zurückzuführen. Von vielen Seiten wird der Uebelstand auf den zu oft S S üg. S OB E.. ##e S EE 8 E □ 7 5 *• 8 8 Se L •51 *555 S—8 .8 65 5 * — G2 — S e 6 86 P S #•SARRREESE O 8 0 50U „—* P UF E S SSESUERLE E SEeu.—— S#***** gee 10##0 f S 63 6 710 111 wiederholten Anbau des Weizens auf demselben Ackerstücke zurückgeführt. Besonders in den letzten Jahren werde der Weizenbau infolge der Abnahme des Zuckerrübenbaues, namentlich auf den für den Zuckerrübenbau weniger geeigneten Böden, zu stark betrieben. Der Weizen komme in zehn Jahren auf demselben Felde viermal, zuweilen sogar alle zwei Jahre zum Anbau. Hand in Hand gehe damit vielfach eine ungeeignete Fruchtfolge. Der Weizen nach Rüben wird bei rechtzeitiger, nicht allzu später Bestellung als der beste bezeichnet, zumal wenn die Stickstoffdüngung eine den Verhältnissen entsprechende war. Schon weniger günstig zeigte sich eine Fruchtfolge: Weizen, Rüben, Weizen, da mehrfach ansdrücklich geklagt wird, daß heute der unter diesen Verhältnissen nach Rüben gebaute Weizen nicht mehr so sicher in seinen Erträgen wie früher sei. Daß bei Fruchtfolgen wie Rüben, Hafer, Weizen, oder gar Weizen, Hafer, Weizen und Weizen nach Weizen, nicht auf die Dauer auf gesicherte Weizenernten gerechnet werden kann, liegt auf der Hand; solche Fruchtfolgen müßten unter allen Umständen vermieden werden oder doch nur ausnahmsweise, als Notbehelf herangezogen werden. Daß bei Weizen, nach Bohnen und Klee, besonders wenn dabei noch Stallmist und womöglich noch eine Frühjahrsstickstoffdüngung in Form von Chilisalpeter in Betracht kommt, über sogenanntes Befallen, viel Lager und sodann schlechte Ernte in Menge und Güte sehr viel geklagt wird, deutet darauf hin, daß in solchen Fällen dafür in erster Linie, neben den Witterungseinflüssen, der den Weizenpflanzen in zu erheblichen Mengen zur Verfügung gestellte Stickstoffdünger verantwortlich gemacht werden muß. Ein sehr schwerwiegenden Einfluß auf die Höhe der Weizenerträge übt die Düngung und dabei wieder in hervorragendem Grade die Stickstoffdüngung, sowohl in Bezug auf Menge als besonders auch Form derselben und Art der Anwendung aus, wobei jedoch ein weiterer überaus wichtiger Faktor der Beeinflussung der Weizenertäge, die Witterungsverhältnisse während der Wachstumszeit, durchaus nicht außer Acht zu lassen sind. Wie ein roter Faden zieht sich durch fast sämtliche Beantwortungen der Frage, ob für die Verminderung der Weizenerträge die Düngung und besonders die Stickstoffdüngung mit verantwortlich zu machen sei, die Befürchtung, daß gerade in diesem Punkt bewußt oder unbewußt nicht unerhebliche Fehler von vielen Landwirten gemacht worden seien. Es muß hierbei berücksichtigt werden, daß die braunschweigischen, und zumal die schweren(besseren) Böden infolge der intensiven Kultur, der verhaltnismäßig starken Viehhaltung und des ausgedehnten Rübenbaues recht häufig in einem ausgezeichneten Stickstoffzustande sich befinden, da die Früchte vor dem Weizen häufig nur einen Teil des denselben gegebenen Stickstoffdünger verbraucht haben. Geht nun auch ein großer Teil des verbliebenen, besonders in Form von Salpetersäure vorhandenen Stickstoffes im Laufe des Winters durch reichliche Niederschläge usw. den nachfolgenden Pflanzen verloren, so ist doch mit in Erwägung zu ziehen, daß in den letzten verhältnismäßig niederschlagarmen Wintern mehr Stickstoffverbindungen dem Boden erhalten oder doch nur in von den Pflanzen immer noch erreichbare Tiefen gebracht worden sind, zumal in denjenigen Böden, deren Untergrund zwar noch durchlässig ist, aber doch noch gute wasserhaltende Kraft besitzt. Gerade bezüglich der Stickstoffdüngung ist in den schweren Böden oft recht große Vorsicht notwendig, weil dabei die Witterung und auch die Untergrundverhältnisse eine ungemein große Rolle spielen. Hohe Erträge lassen nun einmal nicht durch Stickstoffdüngung mit Gewalt sich erzwingen. Wir wissen auch, daß wir hierbei mit allgemeinen Rezepten nichts anfangen können, hier heißt es, die Stickstoffdüngung in jedem einzelnen Falle für jeden einzelnen Schlag nach Bedürftigkeit bemessen und schließlich macht uns dann doch noch die Witterung einen Strich durch die Rechnung. Mindestens wird aber ein schablonenhaftes Bemessen der Stickstoffgabe in den meisten Fällen von mehr oder minder großen Nachtell sein. Dies zeigt schon folgender von einem praktischen Landwirt ausgeführter Versuch. Ein Plan von 80 Morgen wurde vor zwei Jahren in vier Parzellen geteilt und mit Rüben bebaut. Die erste Parzelle erhielt vier Centner Chili pro Morgen, die beiden nachfolgenden in Abstufungen weniger, die vierte Parzelle erhielt keinen Chilisalpeter. Dieser Plan wurde nach Aberntung der Rüben mit Weizen ohne jede Stickstoffdüngung bebaut und wies dieser Weizen später genau die im Vorjahre zu Rüben angewandte Menge Chilisalpeter nach. Auf der mit vier Centner Chilisalpeter zu Rüben gedüngten Parzelle war der Weizen vollständig befallen, lag platt am Boden und war gering in Bezug auf Menge und Güte. Je weniger Chilisalpeter zu den Rüben gegeben worden war, desto weniger zeigte der Weizen Befall und Lager, auf der im Vorjahre zu Rüben ungedüngten Parzelle war Weizen nicht befallen und stand vollständig. Wenn nun hier auch zu einem Teile der Rüben abnorm hohe Stickstoffgaben, wie solche sonst in der Praxis nicht üblich sind, gegeben wurden, so zeigt dieser Versuch doch recht klar, wie unter gewissen Umständen und besonders wohl auch unter gewissen Witterungsverhältnissen, solche in einem Acker von der Vorfrucht her unverbraucht aufgespeicherte Stickstoffmengen unserem Weizen gefährlich werden können, und daß nicht immer allein die zum Weizen direkt gegebenen Stickstoffgaben, zumal in Verbindung mit einer ungeeigneten Verteilung der Niederschläge, für den Mißerfolg verantwortlich zu machen sind. Hierher gehören auch, abgesehen vom Auswintern, die häufigen Mißerfolge nach Klee= und Bohnenweizen, besonders wenn dabei noch direkt ode: indirekt Stallmistdüngung in Frage kommt. Sicher ist zweifellos, daß der Stickstoffdüngung hinsichtlich ihres Einflusses auf die Höhe der Weizenerträge große Aufmerksamkeit zuzuwenden ist. Je stärker die Stickstoffdüngung, und besonders, je stärker und später die Stickstoffdüngung, im Frühjahre, desto stärker Lager und um so schlechtere Erträge. Hier heißt es sorgfältig erwägen, um des Guten nicht zu viel zu thun. Natürlich gilt dies nur für Wirtschaften mit intensivem Betriebe, ausgedehnter Anwendung von Stallmist und künstlichen Düngern und meist ausgedehntem Rübenbau. In extensiv oder mehr extensiv geleiteten Wirtschaften wird man natürlich zu anderen Ergebnissen gelangen. Wenn man nun in Rübenwirtschaften mit gutem Boden, selbst ohne direkte Zufuhr von Stickstoff zu Weizen, Klagen über Lager oder überhaupt geringe Ernten in den letzten Jahren erhebt, so kann daran einmal der durch reiche Vordüngung an Stickstoff bereicherte Boden, zumal in Berücksichtigung der Untergrundsverhältnisse in seinen tieferen Schichten, die Schuld tragen, sodann können aber anderseits, besonders in den letzten drei Jahren, lediglich die abnormen Witterungsverhältnisse für die erzielten Mindererträge verantwortlich gemacht werden. Man könnte nun einwerfen, ja, wie sollen wir dann nun den Weizen mit Stickstoff düngen, um die eventuellen Schädigungen zu vermeiden? Die Beantwortung dieser Frage ist nach dem Vorangegangenen keine leichte, kann überhaupt niemals eine für alle Verhältnisse präzise sein, da sie immer nach den jeweiligen Verhältnlssen, nicht nur für die betreffende Wirtschaft, sondern selbst für das betreffende Ackerstück, sich zu richten hat. Es sei hier nur die Ansicht Maerckers über diese Frage mitgeteilt, zu welcher er auf Grund der Weizenbau und Düngungsversuche in der Versuchswirtschaft Lauchstädt gekommen ist Dort werden zunächst an Phosphorsäure 20—25 Pfund pro Morgen gegeben; an Stickstoff im Herbst werden, je nach Vorfrucht und Düngungszustand des in Betracht kommenden Ackerstückes,—10 Pfund in Form von Ammoniak gegeben. Ob der Weizen im zeitigen Frühjahr Stickstoff erhält, hängt von dem Stickstoffzustande des Feldes und von dem Stande des Weizens zu dieser Zeit ab. Ist der Stickstoffzustand des Feldes ein guter, und entwickelt sich der Weizen bis zum Mai kräftig, so unterbleibt die Stickstoffzufuhr im Frühjahre ganz; zeigen sich Zeichen des Stickstoffhungers, so wird eine entsprechende Menge Salpeter gegeben, für Lauchstädter Verhältnisse nicht über einen halben Zentner pro Morgen. Machen der Zustand des Weizens sowie die Rücksicht auf die Vorfrucht es nötig, erhält er eine zeitige Salpetergabe im Frühjahre, welcher eine zweite folgt, wenn Anzeichen des Stickstoffhungers eintreten. Die Teilung der Stickstoffgabe wird unter allen Umständen offen gehalten, um ein Ueberfüttern des Weizens mit Stickstoff zu vermeiden.— Die Sätze gelten für den Boden und die Wirtschaftsweise der Versuchswirtschaft Lauchstädt, dürften aber immerhin auch für viele andere Wirtschaften als Anhaltspunkte dienen.(Schluß foglt.) X Die Rebhühnernester und die Henernte. Beim Mähen des Heugrases kommt es bekanntlich häusig vor, daß ein Rebhuhnnest bezw. Gelege freigelegt wild. Infolge von Unkenntnis der Mäher oder des betr. Wiesenbesitzers gehen die Eier dann meistens zu Grunde. Im Interesse der Verbreitung der nur als nützlich zu bezeichnenden Rebhühner und im Interesse der Jäger sei hier ein Mittel zur Erhaltung der Gelege, welches ein Waidmann in der Deutschen Jägerzeitung angiebt, weitergegeben: Für jedes ausgemähte Gelege verspreche ich dem Ueberbringer der Eier eine kleine Anerkennung und die Eier werden mir auch immer sofort— Bedingung: sofort— gebracht. Haushühner sind in dieser Zeit, welche zum Brüten geeignet ist, überall zu haben. Sobald wie nur möglich, setze ich die Henne auf die mir überbrachten Rebhühnereier. Nach Ausfall der jungen Rebhühner nehme ich sie bald in einen mit etwas Heu ausgepolsterten Korb, gehe mit einem Hühnerhund ins Feld, wo ich vermute oder auch weiß, daß junge Rebhühner vorhanden sind, und lasse den Hund suchen, bis er ein Paar alte Hühner gefunden hat, welche über der Erde flatternd, ihre Nachzucht verraten; jetzt suche ich mit dem Hunde so lange, bis ich junge Rebhühner gefunden habe, zersprenge sie nach allen Richtungen, setze in der Mitte meine im Korbe mitgebrachten jungen Rebhühner aus und entferne mich sodann. Nach kürzer Zeit locken die alten Rebhühner ihre Jungen zusammen und die neu ausgesetzten Jungen gesellen sich dazu und werden von den Alten sehr gern angenommen und groß gezogen. + Die Runkelfliege. Im gegenwärtigen Sommer kommen aus zahlreichen Gegenden Klagen über das Auftreten der Runkelfliege. Letztere, welche der Stubenfliege ähnlich ist, legt ihre Eier an die Blätter der Zucker= und Futterrüben, an denen dann die Maden im Innern der Blätter fressen, sodaß diese verderben. Die Vermehrung dieses Schädlings ist schon aus dem Grunde eine ziemlich starke, weil sich in einem Sommer mehrere Generationen folgen. Es erscheint deshalb angezeigt, noch in diesem Jahre allgemein eine Bekämpfung dieses Schädlings vorzunehmen, und zwar auch deshalb, damit die Gefahr für die folgenden Jahre nicht so groß ist. Da die Runkelfliege jedoch im Innern der Blätter lebt, sind Bespritzungen mit irgend welchen Giften nicht möglich. Die Vernichtung ist, wie Prof. Dr. Weiß=Weihenstephan schreibt, nur dadurch ausführbar, daß sämtliche beschädigte Blätter abgenommen, sorgfältig gesammelt und verbrannt oder tief vergraben werden, solange die Maden noch in den Blätteri sind. Sind sämtliche Blätter befallen, so zieht man auch die ganze Pflanze aus und verbrennt sie. Auf den Boden dürfen befallene Blätter nicht geworfen werden. Alle acht Tage sind die Runkelfelder bis in den August hinein nach derartig beschädigten Blättern durchzusehen. Nach der Rübenernte sind die Felder tief umzuflügen. Sämtliche Besitzer der heimgesuchten Distrikte haben diese Bekämpfungsmaßregel sorgfältig auszuführen, wenn letztere wirksam sein soll.— Für Hans und Garten. □ Nutzen der Hühnerhaltung. Um der weitverbreiteten Ansicht, daß die Hühnerhaltung sich nicht lohne, entgegenzutreten, veröffentlicht Lehrer G. Urbach=Gottstedt bei Erfurt in der Festschrift des landwirtschaftlichen Vereins Erfurter Bergkreis eine Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben seiner Hühnerhaltung für den Zeitraum von 4 Jahren. 1896/97 betrug die Hühnerzahl 8, die Eierzahl 773, die Eiereinnahme 42,52 Mk., die sonstigen Einnahmen 3,75 Mk. Die Ausgaben beliefen sich auf 29,04 Mk., sodaß ein Geldüberschuß von 17,23 Mk. verblieb, wozu noch der Wert der Hühner mit 11,10 Mk. kam. 1897/98: 9 Hühner, 1044 Eier, 57,42 Mk. Eiereinnahme, 4,50 Mk. sonstige Einnahme, Ausgabe 32,75 Mk., sodaß ein Gewinn von 29,17 Mk. verblieb, wozu noch der Wert der Hühner mit 13,30 Mk. kam. 1898/99: 13 Hühner, 1410 Eier, Eiereinnahme 77,55 Mk., sonstige Einnahmen 5 Mk., Ausgabe 39,41 Mk., demnach Geldüberschuß 43,14 Mark, wozu noch der Wert der Hühner mit 17,10 Mark kommt. 1899/00: 14 Hühner, 1657 Eier, 91,14 Mk. Eiereinnahme, 20,95 Mk. sonstige Einnahmen, Ausgaben 48,05 Mk. Geldüberschuß 64,14 Mk. und außerdem der Wert der Hühner mit 18,30 Mk. Zu den vorstehenden Zahlen bemerkt der Verfasser, daß eine Legehenne mit 1,20 Mk., ein Zuchthahn mit 1,50 Mk., ein Schlachthuhn mit 1 Mk. berechnet ist und die Hühnchen zum jeweiligen Tagespreise angesetzt sind. Einige Centner kleiner Kartoffeln sind in der Ausgabe nicht benannt, da der Geflügeldünger dafür reichlich entschädigt. Das Ei hat den Durchschnittspreis von 5,5 Pfg. Der Nutzen eines Huhnes betrug im Durchschnitt 189697: 1,71 Mk., 1897/98: 2,76 Mk., 1898/99: 2,91 Mk., 1899/00: 3,17 Mk. Die Netto=Einnahme von 64,14 Mk. die 14 Hühner im Jahre 1899/00 eingebracht haben, zeigt deutlich, daß eine richtig betriebene Hühnerhaltung doch recht lohnend sein kann. Zu bemängeln ist bei obiger Rechnung, daß das Körnerfutter nicht berechnet wurde! X Schatten für das Geflügel. Während der heißen Mittagsstunden sucht sich das Geflügel gern einen schattigen Platz zum Ausruhen aus. Man soll den Tieren, wenn irgend angängig, einen solchen auch gewähren. Zu dem Zwecke pflanze man Bäume und Sträucher auf dem Gehöft und im Hühnerhofe, wenn ein solcher vorhanden, oder errichte in Ermangelung von Baumschatten einen Unterschlupf aus Brettern. X Hängt Fanggläser aus! Um zu verhüten, daß vieles Obst wurmstichig wird, hängt man zur Flugzeit des Apfelwicklers Gläser mit weitem Halse, halbgefüllt mit etwas Obstgelee in Wasser, auf. In diesen Gefäßen fängt sich der kleine Falter und kann so nicht seine Eier, aus denen sich die Obstmaden entwickeln, an die jungen Früchte legen. Später thun die gleichen Flaschen gute Dienste zur Vertilgung von Wespen und Hornissen.— Aber auch einen sehr gefährlichen Schädling des Kohls fängt man mittels der Fanggläser. Der Kohl wird nämlich außer von der Raupe des Kohlweißlings, noch von einer dicken, glänzenden, grauen Raupe abgefressen. Es sind dies Raupen von Nachtschmetterlingen oder Eulen. Diese Nachtschmetterlinge gehen sehr den Flüssigkeiten nach. X Teich oder Grabenschlamm als Gartendünger. Der Teichschlamm ist ein gutes Düngemittel, besonders für leichteren Boden. Man darf den Schlamm aber nicht direkt aus dem Teiche aufs Land bringen, sondern muß ihn zuerst in Haufen bringen und diese über Winter liegen lassen und dem Einflusse des Frostes aussetzen, auch wenigstens einmal umarbeiten. In dem Schlamm befinden sich gewöhnlich Humus= und Eisenverbindungen vor, die schädlich wirken, bei längerem Zutritt der Luft aber allmählich in unschädliche Verbindungen übergehen. Dies wird noch befördert durch Untermischung mit Kalk und öfteres Umstechen der Haufen. Durch den Frost wird außerdem der Schlamm gelockert. □ Erprobtes Rezept. Geschmorte Tauben mit saurer Sahne: Fein. 6 Personen. 1½ Stunden. Zehn schön geputzte und ausgenommene Tauben legt man in eine Kasserolle, fügt etwas Salz, einige Gewürzkörner, Lorbeerblatt und drei Zwiebeln hinzu, gießt 3/4 Liter gute, saure Sahne Geldempfang auf dem Hause Neuengraben, Kspl. Ennizer, Dienstag. 16. Juli nachuz., und Mitswoch, 17. Juli Lippborg. 5. Juli 1901. Gräflich von Galen'sche Rentei. Grasverkauf. Am Mittwoch, den 17. Juli, vorm. 10 Uhr, wird das Gras in Feldmanns Ruhkamp, Kspl. Enniger, öffentlich meistbietend verkauft. Lippborg, 5. Juli 1901. Gräflich von Galen'sche Rentei. Gras=Verkauf! Roggen= und Gras=Verkauf. Am nächsten Dienstag, d. 16. Juli, läßt Herr C. Cosack hier auf dem in Suderlage belegenen früheren Walkenhaushofe stück= und nummerweise meistbietend verkaufen: 50 Morgen sehr guten Roggen, welcher besonders zur Saat gut ist, ferner 30 Morgen Gras und Klee. Anfang und Versammlung morgens 10 Uhr auf Walkenhaushofe. Mentzelsfelde, 5. Juli 1901. Th. Vorhoff. Gras=Verkauf. Am Montag, den 15. Juli, nachmittags 3 Uhr, läßt Herr Meier Füchtey in Botel 150 Morgen Seu werden am Montag, den 22. Juli, morgens 10 Uhr, bei Frau Wwe. Schulze Balhorn zu Enniger verkauft. Lammerding. Speckverkauf. Am Dienstag, den 16. Juli, morgens von—12 Uhr, werde ich an meiner Wohnung ca. 30 Seiten Speck, seine hiesige Ware, gegen Kredit und Bar verkaufen. Oelde, im Juli 1901. Kemper, Aukt. Grasverkauf. Große Auktion! Am Donnerstag, den 18. d. Mts., vormittags 9 Uhr anfangend, wird das Gras in der Küchenwiese, in der Rottkampswiese, im Zumzielskuhkamp, im Zielbracken, in der Rottwiese, in der Horstwiese, im Winterkampskuhkamp, und im Schöningskamp in Abteilungen meistbietend verkauft. Haus Dieck bei Westkirchen, den 12. Juli 1901. C. M. Eickholt, Rentmeister. Gras-Verkauf. Am Dienstag, 16. Juli d.., vormittags 10 Uhr anfangend, wird der diesjährige Grasaufwuchs in der Waldwiese, Merschwiese, Bockmannsmersch, Ramshövelsholland, große Eikenbrokswiese am Hohenkreuz, Stemkerswiese, Domänenkamp und Galenwiese an der Wohnung des Wiesenaufsehers Funke in Abteilungen meistbietend verkauft. Vornholz bei Ostenfelde, den 8. Juli 1901. Der Rentmeister: Trömpert. 80 Morgen Gras meistbietend gegen Kredit verkaufen. Rietberg, den 5. Juli 1901. Goeke, Auktionator. Grasverkauf. Am Montag, den 15. Juli, morgens 10 Uhr, läßt Herr Meier Westermann in Brock 60 Abteilung. meistbietend gegen Kredit verkaufen. Herzebrock, im Juli 1901. Chr. Moorss. Gras-Verkauf. Am Mittwoch, den 17. Juli, morgens 10 Uhr, läßt Herr Meier Zubrock in Quenhorn 50 Abteilung. Gras meistbietend gegen Kredit verkaufen. Herzebrock, im Juli 1901. Chr. Moorss. Gras-Verkauf. Am Donnerstag, den 18. Juli, morgens 10 Uhr anfangend, werde ich cirka 90 Abteil. Gras meistbietend gegen Kredit verkaufen. Herzebrock, im Juli 1901. Gras= und Frucht-Verkauf. Montag, den 15. Juli 1901, nachmittags 3 Uhr, läßt Herr Kolon Osthoff in Lippentrup: 8 Stücke Mengkorn, 4„ Weizen u. 7 Nummern Gras meistbietend gegen Kredit verkaufen. Wiedenbrück, den 4. Juli 1901. Meiergerd, Ankt.=Kommissar. Gras- und Roggen-Verkauf! Dienstag, den 16. Juli 1901, nachmittags 3 Uhr, läßt Herr Meier Kochjohann in Lintel 20 Morgen Gras u. 10 Morgen Roggen meistbietend gegen Kredit verkaufen. Wiedenbrück, den 4. Juli 1901. Meiergerd, Aukt.=Kommissar. Gras-Verkauf. Mittwoch, den 17. Juli 1901, nachmittags 3 Uhr, läßt Herr Meier Grosselümern in Batenhorst das Gras in seinen Wiesen meistbietend gegen Kredit verkaufen. Wiedenbrück, den 4. Juli 1901. Meiergerd, Aukt.=Kommissar. Gras=Verkauf. Am Montag, den 15. Juli, morgens 10 Uhr, läßt Herr Oekonom Aug. Bunne gut. Ellebracht zu Sünninghausen 30 Morgen Gras in Abteilungen meistbietend gegen Kredit verkaufen. Oelde, im Juli 1901. Kemper, Auft. Gras= und Frucht=Verkauf. Donnerstag, d. 18. Juli 1901, nachmittags 4 Uhr, läßt Herr Schulze Brokhausen gnt. Nölke in Batenhorst Gras-Verkauf. Am Dienstag, den 16. Juli, morgens ½11 Uhr, werde ich im Auftrage der verw. Frau Gutsbesitzer Erdland zu Vergeler, Kspl. Oelde: 40 Morgen Gras im Berge öffentlich meistbietend gegen Kredit verkaufen. Oelde, im Juli 1901. Kemper, Aukt. Gras-Verkauf. Am Dienstag, den 16. Juli, nachmittags ½6 Uhr, werde ich auf Rolfs Kolonat zu Kspl. Ostenfelde cirka 20 Morgen starkes Gras in Abteilungen meistbietend gegen Kredit verkaufen. Oelde, im Juli 1901. Kemper, Ankt. Grasverlauft Am Mittwoch, d. 17. Juli, morgens 10 Uhr, läßt Herr Gutsbesitzer A. Möwig auf Haus Stovern b. Oelde Am Montag, den 15. Juli, vormittags 10 Uhr, läßt Herr Oekonom Hagemeier zu Kspl. Wadersloh 30 Morgen Gras in der großen Wiese und im Kuhkamp meistbietend gegen Kredit verkaufen. Nachher kommt eine größere Partie eichen Stämme zum Verkauf. B. Wieschhölter, Liesborn. Grasverkauf. Mittwoch, den 17. Juli, vormittags 10 Uhr, läßt Herr Oekonom Steinhoff gnt. Schulze Ahike zu Kspl. Liesborn auf dem Feile meistbietend gegen Kredit verkaufen. B. Wieschhölter, Liesborn. Tet u 5 Meier Rerlage. u. 2 und Mengkorn meistbietend gegen Kredit verkaufen. Am Samsing, den 20. Juli d. Is., wird das Gras auf Dichmanns Kolonat, in Averbeckskuhkamp, Schotte, NienburgerKinderkamp, Nienburgerwiese, Goldsteins- und Kerstingsin Abteilungen meistbietend verkauft. Der Verkauf findet in der Wirtschaft Averbeck zu Ostenfelde vormittags 10 Uhr statt. Vornholz bei Ostenfelde, den 12. Juli 1901. Der Rentmeister: Trömpert. Gras-Verkauf. Montag, 15. Juli. nachmittags 3 Uhr, läßt Herr Meier Menninghaus zu Menninghausen 30 Morgen gutes Gra meistbietend verkaufen. Clarholz, 11. Juli 1901. Stuckstette. Gras= und KornVerkauf. Mittwoch, den 17. Juli er., nachmittags 4 Uhr anfangend, läßt Herr Mackenberg zu Sünninghausen Grasverkäufe 8Mongenztogenn. 9 Morgen Gerste meistbietend auf Kredit verkaufen. Beckum, den 9. Juli 1901. Herm. Jürgens, Aukt. Wiedenbrück, den 4. Juli 1901. Meiergerd, Aukt.=Kommissar. Gras-Verkauf. Am Dienstag, den 16. d.., nachmittags 5 Uhr, läßt Herr Carl Gardemann in Langenberg ca. 7 Morgen vorzügliches Gras öffentlich meistbietend verkaufen. Langenberg, 13. Juli 1901. Carl Weweler, Auft. ca. 150 Molgen, Gras meistbietend gegen Kredit verkaufen. Oelde, im Juli 1901. Kemper, Aukt. Gras=Verkauf! Am Donnerstag, den 18. Juli, morgens 10 Uhr, werde ich im Auftrage der Herren Oekonomen Steinhoff, Wöstenbrink u. Trostheide zu Menninghausen Kspl. Oelde, ca. 100 Hbteilungen Gras meistbietend gegen Kredit verkaufen. Sammelplatz: auf Wöstenbrinks Hof. Oelde, im Juli 1901. Kemper, Aukt. Grasverkauf. Am Donnerstag, den 18. Juli, vormittags 10 Uhr, läßt Herr Oekonom Kleickmann zu Kspl. Wadersloh 50 Morgen Gras bei seinem Hofe meistbietend gegen Kredit verkaufen. B. Wieschhölter, Liesborn. Gras= und Roggen=Verkauf! Am Donnerstag, den 18. Juli, vormittags ½12 Uhr, läßt Herr Oekonom Borgmann zu Kspl. Wadersloh das Gras im Gronhorstermersch und 4 Stücke Prachroggen im Kreuzfelde meistbietend gegen Kredit verkaufen. B. Wieschhölter, Liesborn. Roggen- und Gras-Verkauf. Am Freitag, den 19. Juli, nachmittags 4 Uhr, läßt Herr Schulze Bonsel zu Vornefeld, Kirchsp. Wadersloh, 20 Morgen Roggen und das Gras in der neuen Wiese meistbietend gegen Kredit verkaufen. Anfang in der neuen Wiese. B. Wieschhölter, Liesborn. Verkauf! Am Montag, den 15. Juli, vormittags 10 Uhr anfangend, verkaufe ich im Auftrage des Herrn W. Kötting, Beelen, öffentlich meistbietend: 10 Nummern bestes Schafhen. Nach dem Verkauf des Grases wird die Wiese auf mehrere Jahre verpachtet. Am nächsten Montag, den 15. dss. Mts., morgens 9 Uhr anfangend, sollen die nachbezeichneten, zum Nachlasse des zu Rheda verstorbenen Wirts Emil Schneider gehörigen Gegenstände: 14 Tische, 36 Rohrstühle, 17 Brett= und Binsenstühle, 2 Sofas, 3 lange Wirtsstubenbänke, Spiegel, Bilder, Uhren, 1 amerik. Osen, 2 Füllösen, 1 Kochmaschine, 1 Wäscheschrank, 3 Kleiderschränke, 1 Eckschrank, 1 Ladenschrank, 1 Aurichte, Kommoden, Waschkommoden und Konsole, 1 Schreibpult, 7 Bettstellen mit Sprungrahmen, 1 Gitterbettstelle, Betten, Wäsche, Kleidungsstücke, 1 Waschmaschine, 1 Waschfaß, Porzellan= und Emaille= sachen, 1 Dezimalwage, 1 Tafelwage, 1 große, Knippwage, 1 Fleischmaschine(Wolff), 1 Göpel, 1 Schlachtwinde, andere Geräte zum Schlachtgeschäft, Därme, 3 Paar Ernteleitern, Düngerflechten, Eggen, Schiebkarren, Pflüge, 1 Ackerwagen, 1 Wagenkasten, 1 Jauchetonne, 1 Häckselmaschine, 1 Schneidelade, 1 Grünmaschine, Pferdegeschirr, 1 Pferd, 1 Partie Dünger und verschiedene andere Gegenstände öffentlich meistbietend gegen Kredit, einige Gegenstände event. auch gegen Barzahlung zum Verkauf ausgesetzt werden. Rheda, den 11. Juli 1901. F. Hark. Vieh- und AckerGeräte-Verkauf. Wegen Aufgabe der Oekonomie läßt Wwe. Landwirt Erdmann in Feldmark Ahlen am Dienstag, den 16. d.., morgens 10 Uhr anfangend, auf ihrem Gute bei Ahlen öffentlich meistbietend verkaufen: 1 Pferd, Hengst, tadellos, ca. 2¼ Jahr alt, belgier Abstammung, Hengst b. Nolle u. belgier Stute, 1 Pferd, 6 Jahre alt, belgier Stute, tragend, 1 Pferd, 11 Jahralt, gedeckt,1 Pferd, ca. 1½ Jahr alt,Wallach, 7 Kühe, milchgebend, jung, schwer, 1 Bulle, fein, Ostfriese, 7 Kälber, sehr gut, 3 vierzöllige Ackerwagen, 1 Mähmaschine(Jones) Selbstbinder, 1 Grasmäher, 1 Pferderechen, 1 zweischariger Pflug, 2 vollständige Pflüge, Ringsen, 2 Lösseleggen, Flechten, Zickzackegge, 1 Winde, 1 Rickrack, 1 Milchcentrifuge, 250 Liter pro Stunde, Pferdegeschirre, Sattel, Ketten, Schleifstein, 4 Dutzend verzinnte Milchbecken und sonstige Gegenstände. Der Verkauf ist auf dem Hofe, liegt zwischen Hamm, Ahlen, Dolberg, ca. ½ Stunde von Ahlen. C. Klostermann. Scheffelsagt Gras=Verkauf. guten Roggen, Am Dienstag, d 16 Juli, 10 8.(sodann auf der Bomäne Rietberg im Jahre 1901. Dienstag, 16. Juli: Rhedauswiese, Pickhütte und Altemühle. Mittwoch, 17. Juli: Twillake und Neue Anlage auf der Möse. Donnnerstag, 18. Juli: Kuhkamp Niederung. Freitag, 19. Juli: Grasmar= und Niediekswiese. Aufang jedesmal morgens 10 Uhr. Rietberg, 6. Juli 1901. Schütte, Reutmeister. Gras-Verkauf. Am Mittwoch, den 17. d.., vormittags 9 Uhr, läßt Herr Meier Hombrink zu Lette ca. 65 Morgen Gras in Abteilungen verkaufen. Nach Beendigung des Verkaufes läßt Herr Herm. Reminghorst zu Lette noch 20 Stücke starken Klee (zweiter Schnitt) zum Verkaufe aussetzen. Ostenfelde, den 18. Juli 1901. Ferd. Lönne. Am Fienrlag,.egutt, morgens 10 Uhr anfangend, soll das Gras in folgenden Wiesen der Reihe nach meistbietend verkauft werden: In Horstmanns Dielenbrock und Pferdekamp, in Heeßen Kuhkamp 12 Abteilung., Hartmanns Landkamp, Stehmanns Waldkamp, Telges Kuhkamp, Kreimerskamp, Waldwiese und Waldkamp. Von 9 Uhr ab GeldEmpfang beim Herrn Kolon Stehmann. Der andere Grasverkauf findet am darauf folgenden Dienstag statt und wird noch näher bekannt gemacht. Westkirchen, d. 10. Juli 1901. Raude. Am Freitag, den 19. Juli, nachmittags 6 Uhr, werde ich 4 Morgen stärkes Gra in der Geistwiese im Altenfelde, Edelbrocks Hof gegenüber, meistbietend gegen Kredit verkaufen. Oelde, im Juli 1901. Kemper, Aukt. Grundverkauf. Die verschiedenen zum Althoffs Kolonat in Bergeler, Kspl. Oelde, gehörenden Grundstücke sollen unterhändig verkauft werden. Reflektanten wollen Gebote bei dem Unterzeichneten abgeben. Oelde, im Juni 1901. Kemper, Autt. ein gutes Arbeitspferd, 12 Jahre alt, einen neuen dreizölligen Ackerwagen,(Achsengewicht 60 Pfd., einen leichten Ackerwagen, einen leichten Jagdwagen mit Federn, eine Kippkarre, eine neue Doppelreiniger=Wannemühle, eine Spitzdreschmaschine mit Göpel, einen neuen eisernen Pflug zum Heideumpflügen, eine eiserne Wiesenegge, eine schwere, hölzerne Ackerwalze, eine fast neue Butterkerne mit Getriebe und einige andere Ackergeräte. Beelen, 12. Juli 1901. G. Strickmann Auktionator. Sämtliche Schreibmaterialien bei E. Holterdorf. Buchhandlung, Bleiefeld and Oelde. ve: Ein in der Bauerschaft ueberEms, Kspl. Harsewinkel, gelegenes Kolonat von 45.97.55 ha, wovon 19.20.60 ha Weide, .83.73„ Holz, 12.77.24„ Acker und .15.98„ Wiese, habe ich im ganzen, oder auch in mehreren Teilen unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Die zu dem Kolonate gehörenden Gebäude und Grundstücke sind in gutem Zustande. Auch braucht das Holz, sowie der größte Teil der Weide nicht mit übernommen zu werden. A. Heinrichs, Wiedenbrück. Dampfanlage. 10pferd. liegender Ausziehkessel, gut wie neu, zu verkaufen resp. gegen 20pferd. zu vertauschen. W. Klingelmann, Seudenbarst: zu eine Waggonladung frischer Füllung ICIORIA VSAUNNEN ROberlälllistein · TEis. NatürlichesMtneralwasser mehrfach preisgekrönf. Tafelgetränk d. Kgl. Niederl. Hofes wieder eingetroffen bei: Heinr. Hansmeier, Bierversandgeschäft, Wiedenbrück i. W. Die Einmachekunst und De Sswanderiung Ferner: Das Backen, Schlachten und Wurstmachen. Enthaltend eine ausführliche Darstellung der ganzen Einmachekunst, der Bereitung der Fruchtsäfte, Fruchtgelees, Fruchtliqueure und des Obstweines. Ferner: Das Brot= und Kuchenbacken. Das Einschlachten, Wurstmachen. Die Behandlung der Milch, das Seifekochen 2c. Von Ch. Kraft. Preis 1 Mk., Porto 10 Pfg. extra. 8. Holterdorf, Buchhandlung, Bielefeld und Oelde. Die wirklich vorzügliche 9* von W. kuntisch eignet sich besonders zum Waschen für Kinder u. Personen mit zarter empfindlicher Haut. 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Georg Cardinal Kopp. 66. von der Decken, Oberst a.., Dresden. 67. von der Decken, Oberverwaltungsgerichtsrat. 68. von Natzmer, Prust. 69. von Rüts, Halberstadt. 70. Hermann v. Tempsky, Baara. 71. v. Salviati, TTrebus. 72. Prinz Friedrich v. Schönburg, Gauernitz. 73. Frhr. Otto v. Boenigk, Halberstadt. 74. Dr. Franz Joseph v. Tessen=Wesierski, Breslau. 75. Rudolf Meyer v. Schauensee, München. 76. Frhr. Max v. Puttkammer, Berlin. 77. Joseph v. Lassaulx, Herrnhausen. 78. Louis von der Oelsnitz, Schaldewalde. 79. Dr. G. v. Below, Marburg. 80. Graf Arnold zur Lippe, Wien. 81. Graf Franz zu Stolberg=Stolberg, Borlinghausen 82. Baron Georg v. Sazenhofen, Rothenstadt. 83. Frhr. Clemens v. Thünefeld, Augsburg. 84. Graf v. Nesselrode, Honnef. 85. v. Maltitz, Wilmersdorf. 86. Frhr. Karl v. Keller, Leipzig. Graf v. Brühl, Pförten. Frinz Heinrich v. Hanau, Berlin. Hraf Friedrich v. Praschma, Falkenberg. Iwan v. Dambrowski, Rügheim. B. von der Lühe, Stormsdorff. Frhr. Segesser v. Brunegg, Oberlößnitz. Fritz v. Rosenberg=Gruszeynski, Vonn=Poppelsdorf. Konrad v. Schad=Stuttgart.nsch4 95. Frhr. Julius v. Gemmingen=Hugenschies=Steinegg Lichtenthal. 96. Albrecht v. Lieres=Wilkau, Halle a. S. 97. Frhr. v. Wirsing=Dresden. Frhr. Eugen v. Loé, Siegburg. Georg Oswald v. Wimpffen, Kreuzwertheim. 100. Dr. v. Ehrenwall, Ahrweiler. 101. v. Streich, Reichsgerichtsrat a.., Stuttgart. 102. Dr. jur. von Kiene, Oberlandesgerichtsrat, Stuttgart. 103. 104. Antrag zu stellen, daß Minden im Interesse der Beamten und Offiziere in die erste Servisklasse aufzunehmen sei.— Zur Abhülfe der Wohnungsnot soll ein gemeinnütziger Bauverein gegründet werden. Die Versammlung beschloß, daß die Stadt grundsätzlich bereit sei, 1. sich an einem Unternehmen, das die Fürsorge für Beschaffung guter Arbeiterwohnungen zum Gegenstande hat, durch Uebernahme einer Anzahl Geschäftsanteile zu beteiligen, ugd, 2, für ein solches Unternehmen der Landesversicherungsanstalt Westsaren gegenüber die Bürgschaft für die zu diesem Zweck aufzunehmenden u Paderdorn, 11. Juli. Heute vormittag legte der hochw. Herr Bischof Dr. Schneider nach den Zeremonien des Pontificale Romanum feierlich den Grundstein zum zeephggete#ert#.### des Priesterseminars. Der alte Flühr:„###te ven##### ersten Baues des Jesuitengymnasiums und sollte wegen Baufauigreit schon zu Anfang des siebenjährigen Krieges abgebrochen werden. Damals rückten aber die Franzosen in Paderborn ein, und verwandten das angefahrene Bauholz zur Heizung ihrer im Jesuitengarten errichteten Feldbäckerei. Die Jesuiten konnten seitdem bis zur Auflösung des Ordens den Neubau nicht mehr bewerkstelligen; das baufällige Gebäude, über dessen Eigentumsrecht und Baupfticht zwischen dem preußischen Fiskus als Rechtsnachfolger der fürstbischoflichen Regierung und dem bischöflichen Stuhle Unklarheiten herrschten, blieb stehen, bis endlich nach langen Verhandlungen, die unter dem Pontifikat des jetzigen Erzbischofs von Köln wesentlich gefördert und unter dem des jetzigen Oberhirttn unserer Diözese zum Abschluß gebracht wurden, ein befriedigendes Einverständnis erzielt worden ist. Hiernach steuert der Fiskus zum Bau 30000 Mk. bei und überläßt das Eigentumsrecht ohne Vorbehalt dem bischöflichen Stuhle. Za in Herbst dieses Jahres soll der Rohbau des Südflügels vollendet sein. Paderborn, 12. Juli. Herr Domvikar Everh. Unkraut, geb. 1866 zu Brilon, welcher längere Jahre den hochwürdigsten Herrn Weihbischof Dr. Gockel auf Firmungsreisen begleitete, ist zum in Gotha(Thüringen) ernannt worden und wird in kurzer Zeit seine Stelle antreten. Fürst Karl zu Löwenstein, Kleinheubach. Friedrich von Kehler, Legationsrat und Reichstagsabgeordneter, Berlin.. Wer dur.k. Anta (Der Letztgenannte, leider Verstorvene, war der erste Unterzeichner in Deutschland.) Aus dem Regbz. Minden. + Bielefeld, 12. Juli. Vor nicht langer Zeit wurde der Gedanke angeregt, das städtische Orchester möge auf der Sparenburg eine Reihe von Symphoniekonzerten veranstalten. Dieser Gedanke kam gestern zur Ausführung, indem das erste derartige Konzert auf der Sparenburg stattfand. Es hatte sich eine solche Menge Musikinteressenten eingefunden, daß mancher mit einem bescheidenen Stehplätzchen fürlieb nehmen mußte. Das Konzert verlief äußerst glänzend. Einerseits war das Programm ein sehr gewähltes und charakeristisches, andererseits waren die Leistungen des Orchesters unter Leitung des Herrn Musikdirektors Ochs so vorzüglich, daß wir nicht fehlzugehen glauben, wenn wir der Ansicht sind, daß dieses Konzert künstlerisch am höchsten steht unter den bisher veranstalteten. Fernab vom Getriebe der Großstadt liegend, war der Konzertplatz mit dem herrlichen Ausblick in das gesegnete Ravensbergerland ein vorzüglicher Ort, den lieblichen Weisen der VI. Symphonie, der sog. Pastoralsymphonie unseres großen Meisters Beethoven zur tiefergehenden Wirkung zu verhelfen. Was der Komponist in dieser Symphonie zum Ausdruck bringen will, geht zur Genüge aus den von Beethoven selbst gewählten Bezeichnungen der einzelnen Teile hervor. Im ersten Satze schildert Beethoven das Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande, im zweiten Satze eine liebliche Scene am Bach u. s. w. Den Schluß bildet ein Hirtengesang, welcher die frohen und dankbaren Gefühle nach dem Sturm zum Ausdruck bringt. Im zweiten Teile gelangte die Webersche Ouverteure zu Euryanthe mit großem„Schneid“ in einem sehr flotten Tempo zum Vortrag. Großen Eindruck machten die beiden Sätze aus der Symphonie„Ländliche Hochzeit“ von dem feinsinnigen Komponisten Goldmark. Der erste Satz, ein Brautlied echt norwegischen Charakters, wirkte hauptsächlich durch sich selbst, durch seine Lieblichkeit und Eigenart; der zweite Satz, Serenade, ist sonderbarerweise recht neckischer, heiterer Art und bot den Hörern so recht Gelegenheit, die Feinheit und Exaktheit in der Ausführung zu bewundern. Auch nicht ein Ton ging verloren, nicht eine der vielen Figuren in Begleitung und Melodie klang verschwommen. Nachdem auch ein Capriccio italienischen Charakters von Tschaikowsky vorgetragen war, gelangte Richard Wagner zum Wort in dem Vorspiel zu den„Meistersingern.“ Zwar stand die Ausführung dieses schwierigen Werkes nicht auf derselben Höhe wie die der übrigen Programmnummern. Doch machte auch dieses Werk großen Eindruck und bildete einen würdigen Abschluß des wahrhaft glänzend verege Bielefels, 19. Juli. Schützengesellschaft. In Anbetracht der 70jährigen Jubelfeier der Schützengesellschaft soll in diesem Jahre auch eine Festzeitung hergestellt werden. In der Festzeitung sollen besonders interessante und wichtige Ereignisse aus den letzten 10 Jahren wiedergegeben werden. Die Zeitung wird nicht allein auf dem Johannisberg verausgabt, sondern soll auch schon vom Samstagnachmittag an in der Stadt verkauft werden. Ferner ist dieselbe auch bei der Festkarten=Ausgabe im Lokale des Herrn Karl Modersohn zu haben. Der Preis für dieselbe beträgt 20 Pfg. + Bielefeld, 11. Juli. Schwurgericht. Der 54 Jahre alte und aus der Untersuchungshaft vorgeführte Bäcker und Schenkwirt Heinrich Wettingfeld aus Espelkamp bei Rahden, welcher angeschuldigt ist, am 7. Juni 1900 vor dem Schöffengericht zu Rahden in der Strafsache gegen Schmiedemeister H. Meier und Genossen aus Espelkamp einen Meineid geschworen zu haben, wurde freigesprochen und sofort aus der Untersuchungshaft entlassen. * Bielefeld, 12. Juli. Schwurgericht. Das Schwurgericht verhandelte heute in der Strafsache gegen den Arbeiter H. Schüler, Kesselstraße 30 hierselbst wohnhaft, wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todeserfolg. Derselbe soll in der Nacht zum 14. April ds. Is. den Tod des Arbeiters Hermann Deike von hier dadurch herbeigeführt haben, daß er diesen von der Treppe des Hauses Kesselstraße 30 heruntergeworfen hat. Deike, ein Freund des Angeklagten, hat sich in der fraglichen Nacht so unnütz benommen, daß ihn derselbe an die Luft gesetzt hat. Als man den Deike, der auf dem Straßenpflaster lag, aufheben wollte, sah man, daß derselbe eine Leiche war. Bei der Obduktion der Leiche stellte sich heraus, daß ein Schädelbruch vorlag, der den Tod herbeigeführt hat. Wie gewöhnlich, so ist auch die ganze Gesellschaft an dem fraglichen Abende betrunken gewesen. Die Geschworenen bejahten die Schuldfragen unter Zubilligung mildernder Umstände. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu einem Jahre Gefängnis. Schüler erklärte sich bereit, seine Strafe sor, apd u, ei 18. Juli. Der Kaiser verlieh dem bisherigen zweiten Dolmetscher der Gesandtschaft in Peking, Cordes, der die vorjährige Schreckenszeit bei der Belagerung des Gesandtschaftsviertels mit durchgemacht hat, beim Ausscheiden aus dem Amtsdienst den Bielefels, 18. Juli. Die Handelskammer wählte anstelle des verstordenen Konrad Bertelsmann dessen Bruder Gustav Bertelsmann zum Präsidenten... nachmitan. + Wiedenbrück, 12. Juli. In der gestern nachmittag im Hotel Müller stattgefundenen Versammlung der Vorstandsmitglieder des landwirtschaftlichen Kreisvereins Wiedenbrück wurden die Prämiierungskommissionen für das bevorstehende landwirtschaftliche Fest gewählt und als Festplatz des Neuewerk des Herrn Ortmeier bestimmt. Die Restauration wurde dem Wirt und Brennereibesitzer Stieghorst, 11. Juni. Zu dem gestern gemeldeten Unglücksfall ist hinzuzufügen, daß die Ehefrau Kriemelmann Donnerstag morgen ihren Leiden im Bielefelder Krankenhause erlegen ist. Minden, 11. Juli. Die Stadtverordneten=Sitzung beschloß den dem Münsterlande. Beckum, 18. Juli. Cementsubmissionen. Bei der kürzlich von der Kgl. Eisenbahndirestion Berlin veranstalteten Submission auf 1000000 Kg. Cement wurden laut„B..“ von schleischen, Fahriken 1,65 M. per 100 Kg.=.80 M. per Tonne à 1a0#., von mitteldeutschen Fabriken.69 M. per 100 Kg.= 2,87 M. per Tonne, von Stettiner Fabriken 2,18 M. per 100 Kg.= 3,70 M. per von Berliner Fabriken.25 M. per 100 Kg.= 5,52 M. per Tonne ab Fabrikstation gefordert. Diese Zahlen geben ein beredtes Bild von den gegenwärtigen mißlichen Verhältnissen in der Cementindustrie. Die Preisschwankung zwischen der höchsten und niedrigsten Forderung beträgt nahezu 100 pCt.— Das Nordwest=Mitteldeutsche PortlandCementsyndikat offerierte nach Königsberg i. Pr. Portlandcement aus der Portland=Cementfabrik Prüssing& Co., Kommanditgesellschaft auf Aktien, Schönebeck a. Elbe, zum Preise von 1,46 M. pro Sack à 562/3 Kg., sodaß franko Baustelle unter Berücksichtigung der Sackvergütung von 20 Pfg. ein Preis von 3,78 M. pro Tonne von 170 Kg. sich ergiebt. Die Wasserfracht von Schönebeck nach Königsberg beträgt mindestens 1,80 M. pro Tonne, sodaß ein Nettopreis von 2 M. pro Tonne verbleibt, wovon noch die Kosten des Transports vom Schiff Warendorf, 18. Juli. Ueber das Vermögen des Hotelbestzers und Bahnhofsrestaurateuxs Fritz, Harenkamp hierselbst ist das Konkursverfahren eröffnet. Der Auktionaror Franz Geismann zu Warendorf ist zum Konkursverwalter ernannt. Warendorf, 12. Juli. Der Neue Emsb. erfährt aus Madrid, daß dort einem Warendorfer und früheren Schüler des hiesigen Gymnasiums, Herrn Dr. Bern. Fromme, der seit drei Jahren die auch der Herr Pfarrer in einer späteren Erklärung bereits selbst versichert. Im Uebrigen rechnen wir es dem Herrn Pfarrer zum Verdienste an, daß er in seiner Erklärung die katholische Anschauung mit aller Entschiedenheit zum Ausdruck gebracht hat. Mit Rücksicht auf den öffentlichen Charakter der Sache erachten wir es für notwendig, diese Erklärung gleichzeitig auch der Oeffentlichkeit zu übergeben. Münster, den 10. Juli 1901. 8 Die zur Dekanatskonferenz versammelten Pfarrer des Kreises Lüdinghausen: Wegerhoff, Landdechant, Pfarrer in Senden, Degener, Pfarrer in Ascheberg. Dinkelborg, Pfarrverwalter in Bockum. Schröder, Pfarrer in Bork. Wigger, Pfarrer in Capelle. Jülkenbeck, Pfarrer in Drensteinfurt Gerbermann, Pfarrer in Hövel. Kerckhoff, Pfarrer in Nordkirchen. Dirking, Pfarrer in Olfen. ten Brink, Pfarrer in Selm. Moll, Pfarrer in Seppenrade. Hegemann, Pfarrer in Venne. Linnemann, Pfarrer in Walsiedde. Illigens, Pfarrdechant in Werne. (Wie das Lüd. Volksbl. erfährt, waren die nicht unterzeichneten Herren Pfarrer des Dekanates, nämlich die Pfarrer von Altlünen, Cappenberg, Herbern, Ottmarsbocholt, Südkirchen, durch Krankheit verhindert, an der Konferenz teilzunehmen.) Aus Westfalen und Nachbarländern. Neheim, 11. Juli. Das Megesche Wohnhaus an der Möhnestr. brannte gestern abend gänzlich nieder. Eine Frau erlitt bei den Rettungsversuchen schwere Brandwunden; ein Feuerwehrmann liegt krank darnieder infolge Einatmens von Rauchgasen.(W. Vbl.) = Essen, 13. Juli. Durch Kabinettsordre ist die Eingemeindung der Landgemeinde Altendorf in die Stadt Essen zum 1. August d. J. vollzogen worden. Essen zählt nunmehr 182127 Einwohner, es rangiert an 17. Stelle unter den Städten des deutschen Reiches und an 3. Stelle unter den Städten Rheinlands und Gifhorn, 12. Juli. An der Kreisgrenze der Kreise Gifhorn und Isenhagen entstand in der Nähe von Brome ein Waldbrand, dem 4000 Morgen Forst und Haide zum Opfer fielen. Drei Arbeiter, die verdächtig sind, den Brand durch Fahrlässigkeit herbeigeführt zu haben, sind bereits in Haft genommen worden. Barmen, 12. Juli. Die Brüder Gustav und Wilh. Hödig hierselbst haben sich in ihrer Wohnung erhängt. Die beiden wurden hier scherzweise die„Unzertrennlichen“ genannt, weil man den einen nie ohne den anderen sah. Gustav H. litt seit längerer Zeit an Gehirnerweiterung und die Krankheit verschlimmerte sich so, daß er schließlich Hand an sich legte. Sein Bruder wollte ihn nicht überleben und folgte ihm freiwillig in den Tod. Die Brüder galten als sehr Biersen, 12. Juli. Gestern vormittag stürzte an dem Neubau der kaiserlichen Chokoladenfabrik das Kellergewölbe ein. Zwei Bauarbeiter wurden verschüttet; einer davon konnte nur noch als Leiche ans Tageslicht geschafft werden; der andere war schwer verletzt. Trier, 11. Juli. Die Krankheit des hochw. Hrn. Bischofs Dr, Korum ist bereits wieder soweit gehoben, daß derselbe gestern schon dem theologischen Examen anwohnen konnte und heute Mittag zur Firmung in die noch immer verwaiste Diöcese Metz reiste. Kassel, 12. Juli. Konkurs der Akt.=Ges. für Trebertrock= nung. Eine gestern stattgefundene Versammlung der Konkursveri höhere Sot,I, hrid erfalgreich leitet, die Ehre zuteil galtung und der Aufschtsratzmitglieder dieser Gesellschofghertezug es ee s o Sprachlezer des Königs Alsons Xl Resuta, daß man sch mit einen auperzgezichtlichine S chlste oerworden ist, uum deutschen epraglehrer det Königs Alsons Lln.,) Vely, de, Aufsichtsräte E. S. Otto=Portmund und Schatte., von Spapen ernannt ou gerxden..... 15 am Bienstag Dellwia=Sölde einverstanden erklärte. Im Prinzio, beschlos man, Spanien ernannt zu werden.. □ Sassenberg, 11. Juli. Eingeorochen in am Dienstag nachmittag beim Kötter Wilhelm Hörstmann, Gemeinde Gröblingen. Der Dieb, welcher seit einigen Tagen bei Hörstmann in Arbeit stand, entfernte sich nachmittags heimlich von der Feldarbeit, begab sich nach Hause, schlug an der Küche ein Fenster ein und entwendete aus der Wohnung außer einigen Kleidungsstücken zwei kupferne Kessel im Werte von 60 Mk. und reiste damit nach Warendorf, wo er dieselben versilberte. Der Dieb hatte alles durchgekramt und es ist anzunehmen, daß er wohl nach Geld gesucht hat, Bestohlene zum Glück vorsichtig versteckt hielt. Da der Dieb seine Legitimationspapiere in Stich gelassen, war seine Persönlichkeit leicht .h2 Münster, 12. Juli. In der heutigen Stadtverordnetenstzung teilte der Vorsitzende, Herr Geh. Reg.=Rat, Professor Dr. Niehues den Beschluß des Bezirksausschusses betreffend die Wahl des Dellwig=Sölde einverstanden erklärte. Im Prinzip beschloß man, wie wir schon ankündigten, den Betrieb der Trebertroanungsanlagen weiterzuführen, nachdem der Konkursverwalter die Anlagen bereist hat und zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß bei dem nunmeht sanierten Veamtenkörper, bei dem die gerchewigktfung hezl sgursgzue Parastten ausgeschieden sind, eine gesunde entwilktung der Instcaute Terlinghausen, 11. Juli. Gestern wurde der Bießhändler Moritz Windmüller von hier verhaftet und in Untersuchungshaft genommmen, da derselbe in Verdacht steht, ein Sittlichkeitsverbrechen begangen zu haben. Vermischtes. — Berlin, 12. Juli. Bei einem im Verlaufe einer Billardpartie in einem Restaurant zu Charlottenburg zwischen den Spielern entick Weinhändlers Franz Schmedding hierselbst als Stadtverordneten mit. standenen Kollegium für ungültig erklärt worden, weil bereits der Bruder des Genannten, Herr Landrat Schmedding in das Kollegium gewählt worden war und nach der Städte=Ordnung für die Stadtgemeinden der Provinz Westfalen zwei Brüder nicht gleichzeitig Mitglieder eines Stadtverordneten= Kollegiums sein dürfen. Obwohl eigent#c Herr Franz Schmedding als ältester der beiden Brüder vorzuziehen gewesen wäre, war dennoch nur die Wahl des Herrn Landrat Schmedding gültig, weil derselbe in der zweiten Klasse einen Tag vor Herrn Franz Schmedding gewählt wurde. Die Urteilsbegründung steht zwar noch aus; doch wird das hiesige Stadtverordneten=Kollegium noch die Entscheidung des Oberverwaltungs=Gerichtes anrufen. Auf den Ausgang dieses interessanten Streites ist man hier allgemein gespannt. hz- Münster, 13. Juli. Heute abend findet hierselbst die feierliche Eröffnung der neuen elektrischen Straßenbahn statt. Mit dem morgigen Tage wird dieselbe endgültig dem Betrieb übergeben. Vorläufig wird ein 12 resp. in dringenden Fällen 6 MinutenVerkehr auf drei Linien eingerichtet werden. Den Betrieb der Straßenbahn führt auf alleinige Rechnung die Pächterin, ElektrizitätsAktien=Gesellschaft vormals W. Lahmeyer.— Die gestrige Stadtverordneten=Versammlung beschloß aus Anlaß der Eröffnung der Straßenbahn im Interesse der öffentlichen Sicherheit des Verkehrs die Einstellung von 6 weiteren Polizeisergeanten. Aus dem Kreise Lüdinghausen, 12. Juli. Zur Lüdinghauser Missionsangelegenheit haben die unterzeichneten Pfarrer das Dekanates Lüdinghausen folgende Erklärung dem Herrn Landrat Grafen v. Da Euer Hochgeboren durch ein gedrucktes Anschreiben auch Pfarrer des Kreises in die vielerörterte Angelegenheit der aufgehobenen Lüdinghauser Volksmission hineingezogen haben, da ferner diese Aufhebung eine so tiefe Erregung der Gemüter im ganzen Dekanate hervorgerufen hat, so finden die heute in Münster zur jährlichen Dekanatskonferenz versammelten Pfarrer des Kreises Lüdinghausen sich veranlaßt, Folgendes zu erklären: 44.76768 2möst, 1. Dem Jesuitengesetze gegenüber nehmen wir dieselbe grundsätzliche Stellung ein, wie der Herr Pfarrer Wesselinck. Wir erachten dieses Gesetz in Uebereinstimmung mit dem gesamten Hochwürdigsten Episkopate Deutschlands, und dem hl. Stuhle als einen uns Katholiken tiefverletzenden Eingriff in die Rechte und die Freiheit der katholischen Kirche. 2. Was den gegen Herrn Pfarrer Wesselinck erhobenen Vorwurf des Ungehorsams gegen die bischöfliche Behörde anbetrifft, so sind wir der Ueberzeugung, daß der Herr Pfarrer den vorhandenen Umständen entsprechend der bischöflichen Anordnung gegenüber nach seinem besten Wissen und Gewissen gehandelt hat. Thatsächlich hat derselbe, sobald er über den Willen der bischöflichen Behörde volle Klarheit erlangt hatte, die Fortsetzung der Mission sofort eingestellt. 8. Wir sind einstimmig der Ansicht, daß der Herr Pfarrer Wesselinck durch die Erklärung vom 24. Juni, die gegen ihn gemachten Anschuldigungen seien ungerechtfertigt und unwahr, Euer Hochgeboren nicht persönlich hat beleidigen wollen, daß er vielmehr diesen Ausdruck nur im objektiven Sinne, d. b. in der Bedeutung von irrig und unrichtig gebraucht hat. So hat ja angegriffen, oer Katzenon, 18. Jul. In dem benachborten Perkz.Gegh, ertränkte eine geistesgestörte Frau ihre 1/gjährige Tochter, ven zweijährigen Sohn und sich selbst in einem Waschrubel. — Würzburg, 12. Juli. In Dettelbach tötete ein irrsinniger Büttnergehilfe seine Mutter mit einem Beilhiebe und verletzte seinen ,7 Leipzig, 13. Juli.(Telegramm.) In vergangener Nacht brach in der Riebeckschen Brauerei Feuer aus, welches die gesamte Mälzereianlage vernichtete. Die Maschinenkesselhäuser und die Lagerkeller mit 10000 Zentner Malzvorräten sind erhalten. Der Betrieb der Brauerei und der Versand erleiden keine Unterbrechung. — In dem vor dem Schwurgericht zu Altona verhandelten Prozeß gegen den Erdarbeiter Hohendorf wegen Todschlags und Verbrechens wider die Sittlichkeit, begangen an einem minderjährigen Mädchen, haben die Geschworenen den Wahrspruch auf nichtschuldig abgegeben. Hohendorf war bereits zweimal in dieser Sache zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden, wurde aber nun in der dritten Verhandlung kostenlos freigesprochen. — New=York, 12. Juli. Im Süden und Westen der Vereinigten Staaten hält die große Hitze noch in dem Grade an, wie bisher in keiner Unionstadt festgestellt wurde. Nach Meldungen aus Topeka ist die Ernte in allen Counties von Kansas schwer geschädigt, wenigstens D Verschwendung. Portepee=Fähnrich:„Achl ahl ah, hi: — Professor:„Aber, Herr Fähnrich, welcher Gedankenpomp!“ Wetteraussichten. Am 14. Juli: Langsame Zunahme der Bewölkung, sohr warm und schwül, Gewitterbildungen, stellenweise Regen. Am 15. Juli: Vielfach wolkig, sehr warm, Gewitter und Regen. Verantwortlich für den lokalen Teil: Franz Quadflieg in Bielefeld, für den halt: F. Knippschild in Oelde.— Rotationsdruck und Verlag von E. Holterdorf in Vleiesen und bede.— Erpeition, Blelstsed, Kosterute 1. Katholische Familien, welche A bereit sind, ein Kind anzunehmen, sei es an Kindesstatt oder gegen Vergütung, sei es für immer oder nur für einige Zeit, mögen sich wenden an den Präses des katholischen Erziehungsvereins, Pfarrer Bartels in Bielefeld. Katholischer Kirchen=Kalender für Bielefeld. Sonntag, den 14. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. 7 Uhr stille hl. Messe. 8 Uhr Frühmesse ohne Predigt. 9½ Uhr Hochamt mit Predigt. 11¼ Uhr stille hl. Messe mit Predigt. 1½ Uhr Andacht. Ver schnell u. billigst Stellung will, verlange per Postkarte die DeutscheVakanzenpost, Eßlingen. Mädchen für Land= und Hauswirtschaft empfiehlt das konzessionierte landw. Bureau von Wilh. Knitter, Berlin 0, Am Schlesischen Bahnhof 1. O Beckum, Lindenstr., Bahnhofstraße 45 a, . Ost= u. Eylertstr.=Ecke, Hamm: Wilhelmstraße 56, Werlerstraße 52. Für ** Puddingpulver mit Mandel=, Himbeer=, Vanille= 2c. Geschmack, per Päckchen 10 Pfg., 6 Päckchen 50 Pfg. Fruchtgrütze p. Packet 20 Pf. 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Mein schön arrondiertes, hübsch gelegenes früher Kiffen'sche Kolonat zu Untereichen bei Boke, Amt Salzkotten, in bester Kultur, mit 36 Morgen Grundflächeninhalt, meist Acker und etwas Wiese, mit aufstehenden, fast neuen Gebäuden, auch zur Einrichtung von 3 Rentengütern geeignet, will ich ganz oder geteilt unter günstigen Bedingungen verkaufen und habe ich Verkaufstermin auf Dienstag, den 16. Juli, nachmittags 3 Uhr, an Ort und Stelle festgesetzt. ca. 26 Morgen starken, guten Roggen und 2 Morgen Hafer können en. mit übernommen werden. Gesucht auf sofort oder zum 1. Oktober ein in allen häuslichen Arbeiten erfahrenes, nicht zu junges Suche in einer Wirtschaft mit 2 Pferden, Landwirtschaft, einen Rckerknecht, der selbständig alles vorstehen kann. Nieder=Eving, Gravenbusch. W. Perige. „Hansa“, Verein f. kath. Kaufleute u. Beamte, Bielefeld. Kostenfreie Stellen=Vermittelung für Verbandsmitglieder. Für Nichtmitglieder wird eine Ugeringe Gebühr in Anrechnung gebracht. 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Es empfiehlt sich, wenn eben angängig, den Namen des Suchenden in der Annonce anzugeben. Nach Zmaliger Aufnahme erfolgt die vierte kostenlos. Auskunft Ignatz Neukirch in Delbrück. Kotten. Gutes Wohnhaus, neuer Stall und cirka 5 Morgen guter Acker u. Wiese, dicht an Ziegelei in Beelen gelegen, umständehalber sofort zu verkaufen oder zu verpachten. Näheres bei Heinrich Bunte, Beelen. Zum 1. Oktober tüchtig., älteres Nausmädehen nach Warendorf gesucht. Lohn nach Uebereinkunft. Off. u. N. 16 besorgt die Exped. d. Ztg. Suche per sofort einen kath. Bäckergehülfen und zum 1. Wegen Verheiratung des jetzigen suche zum 1. Oktober d. J. ein Dienstmädchen gegen guten Lohn. Meier Gröning, Oelde. gegen guten Lohn und gun. 1. Oktober einen kath. Lehrling gegen Vergütung. Heinr. Otterpohl, Jein= und Grobbäckerei, Rheda i. Ein dauerhaftes, in gutem stande befindliches Halbverdeck E. Holterdorf, Buchhandl., 1 Vielefeld und Leide. ### steht zu verkaufen. Näh. in der Exped. d. Bl. 123 2 kathol. Schreinergesellen, auch solche, die sich noch weiter ausbilden wollen, auf dauernde Arbeit gesucht. Anton Niehus, Wadersloh. Kathol. tüchtiger Bäckergehülfe gesucht. H. Lehmkuhl, Ahlen(Westf.). Ein junger Zäckergeselle wird gesucht von F. J. Dieckmann, Hovestadt./d. Lippe. über Anzeigen können wir nur dann geben, wenn es darin heißt:„Näheres in der Expedition d. Bl.“ oder ähnlich. Den Anfragen von auswärts ist eine Freimarke für Rückantwort beizufügen. Ueber Anzeigen, in denen„Offerten unter...“ d. h. schriftliche Meldungen gewünscht werden, sind Nachfragen zwecklos, weil wir über solche eine Auskunft nicht geben dürfen. Man hat uns vielmehr lediglich die schriftlichen Meldungen für die Beförderung an unsere Auftraggeber einzureichen. Auch können wir Antworten auf eingereichte Offerten nicht veranlassen, da unser Auftrag sich mit der Abgabe der eingegangenen Offerten an den Auftraggeber erledigt und letzterer event. direkt mit dem Einreicher der Offerte in Verbindung tritt. Die Expedition. Erscheint täglich mit Nr. 16 Deutschland. Ztg. schreibt: „Essen, 13. Juli unruhigende Gerüch waren beständig besch fragen zu antworten. richt verbreitet worde Nordlandfahrt von Gerücht erhielt sich vi zirks, sodaß Zeitun blätter über die wurde auch die Behal in Köln Extrablätter brauchen wohl nicht wahres Wort ist; haben, hat die„Köln ist an allen Stellen, Berlin, wie wir durc ziehung etwas bekan ob sie auf Geschwä oder finanzielle W Der Kaiser norwegischen Hafe — Schulpfli über Schulpflicht das Kultusministe mungen sind folge das 6. Lebensjahr rung kann den Bi Jahre, der Krei (wegen zurückgebli lung) auf angeme erfolgt mit dem ar termin. Die Regi zweimal im lassung werden die des ersten Halbjal jahr bereits volle Obhut unterstehe wird für jeden T Pfg. bis 2 Mk., Stunden bis zu kann die Leistung welche schulpflicht werden mit 1 bis — Excellen zeit mitgeteilten A v. Spitz aufd über die„schwe Edith wagt zu bleiben. 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