68000 Gesamtauflage. Nr. 109. 17. Jahrgang. Dortmund, Donnerstag, 21. April 1904. Zahlende Abonnenten 67000 eestueugs sieben Mal. Bezugspreis: V. für Dort und und Amgegend 15 Pfennig monatlich. im übrigen 55 Pfg. * Rit der Wochenbeilage Dortm. Justige Blätter“ nur 10 Pfg. mehr. Bei der Post mit den Beilagen: Bierteljährlich.25 Me. Bostzeitungs=Nr. 2914. Telephon= Redaktion und Erpedition Tortmund Nr. 404. Haupt=Agentur Avierbeck Nr. 65.(G. Heinze.) Auschlüsse: Haupt=Agentur Castrov Nr.53.(FrauH. Reinhardt) * TelephonAnschlüsse: Haupt=Agentur Herne Nr. 124.(B. Anton.) Seuotssentur ünr.). 3. Ah dutz) Kaurt Iaentur Puna Nr. 69.(M, Pot) Redaktion und Expedition: Dortmund, C für Dortmund und die Gröste und verbreitetste Zeitung im westälischen Juld ###erantwortisicher, Redakteur: Karl Richter, Dortmund. Berliner Bureau: Berlin WV, Schöneberger=lfer 23. Wesrsitten. ustriegebiet. Auparteiisches Grgan für Haupt=Agentur Witten Nr. 195.(R. Hartung.) Reinoldistraße 19. 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Mehr und mehr gewinnen wir Klarheit über #ie einze nen Vorgänge vor Port Arthur, die zum Alntergande des„Petropawlowsk“ und des Zerstöers„Staschnif“ sowie zur Beschädigung des Lisele., Pgbiedg“ führten. Die neuesten dar#iber vorliegenden Nachrichten ergänzen und be##tätigen ven amtlichen Bericht des AdmiralsT ogo und beheben die letzten Zweifel darüber, ob es eine japanische Mine war, auf welche das Flaggschiff des #hmirals Matarow bei dem Rückzuge vor dem über#legenen Feinde auflief. Di Japaner hatten durch vorherige Beobachtungen festgestellt, daß die russischen Schiffe beim Hinusgehen auf die äußere Reede immer einen ganz estimmten Kurs steuerten. Hierdurch über die rahrsch, liche Lage der Passierlücke zwischen den von der Verteidigung ausgelegten Minenspuren orientiert, beschlossen sie, quer über den Weg, den der. Fei.d beim Ein= und Auslaufen zurücklegen mußte, ihrerseits eine Minensperre zu legen. Dieser Plan wurde in der sehr dunklen und regnerischen Nacht vor dem Unglückstage mit großer Umsicht und Kühnheit durch den japanischen Korvettenkapitän Oda, den Kommandanten des Streuminenschiffs „Koryo= Maru“ ausgeführt; zur Deckung gegen feindliche Torpedoboote waren ihm zwei japanische Zerstörer- und Torpedoboots=Divisionen beigegeben, als ferne er Rückhalt diente eine weiter nach See zu postiente Tivision von Kreuzern. Ob auf das Rinensc whrend seiner Arbeit von den Russen gefeuert urd oder nicht, steht nicht sicher fest: geung, es gurfer tte sich erst, nachdem es seine Aufgabe vollstäntig gelöst d. h. eine ganze Anzahl Streuminen in der gewollten Richtung ausgelegt hatte. Die eine der japanischen Zerstörer= Divisionen, die beim Auslegen der Minen mit dabei gewesen var, bemerkte beim Hellwerden das große russische korpedoloot„Straschnif“, das aus der Richtung on Dalnis, vom Norden her, den Hafeneingang von kort Arthur zu erreichen suchte. Der„Straschnif“ ##urde gejagt, abgeschnitten und in zehn Minuten um Sinten gebracht. Dem in Begleitung eines #eiten Torpedobootes zurHilfe herbeieilenden Paneckreuzer„Bajan“ gelang es nicht mehr, das Fahrng selbst zu retten, wahrscheinlich aber hat er die ###f überlebenden Leute von der Besatzung des ver#sten, Jahrzeuges an Bord genommen. wo ex crsitc, Jeil des japanischen Plaues wax mit ic durchgeführt worden; jetzt galt es, den Feind ### die ihm unbekannte Streuminensperre hinIzulosen. Zu diesem Zwecke zeigte sich Admiral Leda 1 t einigen japanischen Kreuzern vor dem i veranlaßte dadurch zunächst den Pan„Basan“, sich auf ein Gefecht einzulasdarauf folgte Admiral Makarow mit seiiu Geschwader, um die kühnen Eindringvertreiben, und der Zufall wollte es, daß ines seiner Schiffe eine der japanischen 22 hrie, Leicht aber hätte dieser scheinbare 4,ur Vernichtung der gesamten russischen führen können, denn während diese mit ###fkraft den fliehenden Gegner in die efolgte und schon an 15 Seemeilen vom rnt stand, hob sich plötzlich eine Nebelhinter ihr zeigte sich den Russen das indlichen Flotte, das bisher, auf den Kriegslist wartend, unter der Küste ##er gelegen hatte, und nun, durch die phie herbeigerufen, versuchte, sich russischen Schiffe und den Hafen zu drohenden Gefahr des Abgeschnittentutgeben, trat Makarow sofort den #it äußerster Kraft an: schon war er in en Feuerbereich der Landbatterien ge§ 2,P elics hastegene Schifsartilerie des schon glaubte er sich und ; geretegt, als plöslich sein Schiff eine )eho Marn, ausgelegten Minen anlief innte Katastrophe eintrat, bei der als g von auch im Schiffsinnern erfolgenmit, wie es jetzt ber 700 Menschen in wenigen Minuten Nach japanischen Meldungen liegt das hand, 975 Ausgas auf de Funken schen setzen. 1 grun 3üdrg sen (Mg. Lemer 25 und 9i eine den 6 816 unterg bishe fernt, südöstlich vom goldenen Berge. So lange die amtliche russische Berichterstattung dem nicht widerspricht, müssen wir als sicher annehmen, daß unmittelbar, nachdem das Unglück auf dem„Petropawlowsk“ passiert war, auch die„Pobjeda“, indem sie aus dem Kielwasser des Flaggschiffes ausschor, um freies Manöver zu haben. auf eine Nachbarmine in derselben Reihe auflief. Wahrscheinlich schwer beschädigt und für längere Zeit gefechtsunbrauchbar, aber doch noch manöverierfähig, gelang es dem Schiff, den inneren Hafen zu erreichen: bis gegen Mittag folgten die übrigen russischen Schiffe dorthin nach, weil an ein Manövrieren auf der Reede, wie es die Teilnahme an einem weiteren Gefecht mit sich gebracht hätte, nicht zu denken wrar, so langs man über die Lage der von: Gegner ausgelegten Streuminen nichts Näheres wußte. Die Japaner begnügten sich an diesem Tage mit dem großartigen errungenen Erfolge. Am nächsten Tage, dem 14. April, versuchten sie, das Manöver vom vorigen Tage zu wiederholen, indem sie abermals eine schwächere Schiffsabteilung in herausfordernder Weise vor dem Hafen demonstrieren ließen. Da jedoch die russischen Schiffe sich vorsichtig im Hafen hielten, ja selbst die Küstenwerke es vorzogen, ihre Munition nicht gegen einen ungefährlichen Gegner auf weite Entfernung zu verschwenden, so ließ am 15, dieses Monats Admiral Togo die Stadt und die Werke von der Seeseite her beschießen. Die beiden neuen, in Genua angekauften Panzerkreuzer„Risshin“ und„Kasuga“ bekamen hierbei Gelegenheit, ihre Geschütze anzuschießen. Es scheint, als ob man sie dazu ausersehen hätte, die neuen hochgelegenen Werke niederzukämpfen, welche die Russen auf dem Liauti=schan=Berge zur Bestreichung der oftgenannten Pigeon=Bai angelegt haben. Hierzu sind sie besonders geeignet, weil ihre Lafetten den Geschützen eine größere Elevation zu geben gestatten, als sie auf den übrigen japanischen Schiffen zu nehmen möglich ist, und es heißt in dem iapanischen Berichte, daß sie ihre Aufgabe mit Erfolg gelöst hätten. Im übrigen beansprucht dieses Feuergefeckt vom 15. keine weitere Bedeutung; die Verluste und Schäden sind auf beiden Seiten ganz unerheblich gewesen. Zweierlei steht nunmehr fest: 1. Die Russen können sich auf keinerlei offensive Bewegungen mit ihren größeren Schiffen einlassen, bevor sie nicht das gesamte Gebiet im weiteren Umkreise vor Port Arthur nach Minen abgesucht oder wenigstens eine Fahrrinne von einigen Hundert Metern Breite von Minen gesäubert haben, eine Arbeit, die an sich schwierig und zeitraubend, sicher nicht ohne den energischsten Widerstand von seiten der Japaner gelöst werden kann. 2. Die immer wieder auftauchenden Vermutungen, daß die Japaner von der Seeseite her Port Arthur einnehmen würden, müssen jetzt wohl endlich ein Ende finden: denn, wenn die ausgelegten Streuminen den Russen das Aus= und Einlaufen vorläufig unmöglich machen, schließen sie andererseits auch für die Japaner ein freies Manöprieren in der Nähe des Hafeneinganges aus, ohne das ein Niederkämpfen der Küstenwerke nicht möglich ist. Resd e un u unichche eche. schaftswesen in der Gegend, und das ist das schlimme, aufs ärgste diskreditiert und dem ganzen Genossenschaftswesen einen großen Schaden getan. Hoffentlich lernt man aus diesem Falle, daß an die Spitze solcher Genossenschaften die richtigen Leute gehören, die die nötigen Kenntnisse haben, kaufmännische Geschäfte zu führen, und nicht verkrachte Oekonomen, die nichts verstehen(lebhafte Zustimmung), politische Agitatoren die die Förderung der Interessen der Landwirtschaft darin sehen, Unzufriedenheit hervorzurufen und den Landwirten weiß machen, wenn sie ihren Vorspiegelungen folgten, würde der Landwirtschaft geholfen sein.(Lebhafter Beifall links.) Dr. Hahn(Bund d. Landw.) kann die tatsächlichen Darlegungen des Vorredners nicht bestreiten, fragt aber den Abg. Wallbrecht, warum er. dessen außerordentliche geschäftliche Tüchtigkeit auf allen Gebieten ja bekannt sei, nicht, sowie er das erste Mißtrauen gehabt hätte, eingegriffen und die Gerossen aufgeklärt habe. Wallbrecht(nl.): An der Spitze des Unternehmens stand unser früherer Landtagskollege Sümmermann. Eine derartige Wirtschaft konnte ich ihm doch nicht zutrauen. Aber das kommt eben davon, daß man politische Agitatoren des Bundes der Landwirte an die Spitze stellt. .. Dr. Hahn(Bund d. Landw.) bestreitet, daß Sümmermann ein politischer Agitator sei, und ruft schallende Heiterkeit hervor, als er sich auf die hervorragenden Verdienst Sümmermanns für die Schweinezucht beruft. (Anmerkung der Redaktion: Auch diese Debatte gibt, wie jüngst die Erklärung des Ministers v. Rheinbaben in der Kommission, kein scharfes Bild von der Mißwirtschaft in der Genossenschaft. Wasch mir den Pelz, aber mach' mich nicht naß! kann man hier sagen. Nicht um die Verfehlungen des Direktors handelt es sich bei der ganzen Katastrophe, sondern um ein ganz verrottetes System, nämlich um eine greuliche Pumpwirtschaft, an der sich fast alle Männer an der Spitze beteiligten, und um die Mißachtung der elementarsten Grundsätze eines ehrbaren Kaufmanns.) Die Dortmunder Einund Verkaufs=Genosenschaft vor dem Landtage. Dr. Hahn(Bund d. Landw.) kommt auf die Angelegnheit der Dortmunder Ein= und Verkaufsgenossenschaft zurück und führt die Schuld lediglich auf den Direktor Kählke zurück, gegen den ein Strafprozeß schwebte, der mit seinem Freispruch endigte. Die Zentralkasse des Bundes der Landwirte trifft nicht die geringste Schuld. Aus den gemachten Fehlern wird man lernen, insbesondere ist es erforderlich, daß die Genossen sich daran gewöhnen, gueschließlich mit der Zentralkasse zu arbeiten und die Händler auszuschließen. Setschader Seh ul. venn die Vertkzitnise der Er dat ein Gut zu de au sigener Erfahrung, ## hat. ein Gut in der Gegend und hat, als man mit Anteilscheinen hausieren ging, aus Gutmütigkeit auch einen Anteil mit 50 Mk. genommen. Hernach muß en 1500 Mark gezahlt werden; er bat as ja tragen können, aber zahlreiche kleine Landwirte, denen man nicht ein Wort von dem etwaigen Erfordernis der Nachzahlung gesagt hatte, hat man schwer geschädigt, vielleicht ruiniert. Durch diese WirtDortmund, 20. April. Vor den Geschworenen stand heute der Hilfsweichensteller Gust. Schwanke aus Huckarde wegen versuchter Notzucht und Körperverletzung. Die Verhandlung wurde unter Ausschluß der Leffentlichkeit geführt. Der Angeklagte ist am 3. August 1876 im Kreise Scklochau geboren, verheiratet. Ihm ist zur Last gelegt, sich am 17. Jan. in der Nähe der Wulff'schen Besitzung zu Dorstfeld an einem jungen Mädchen vergangen zu haben. Auf die Hülferufe der Angefallenen erschien der Fußgendarm Makowski, welcher sich auf einem Patrouillengange befand und der die Verfolgung des Flüchtenden aufnahm, um später von dem Bergmanne Gockelbrink, welcher an der gleichen Straße wohnte, in der Verfolgung des Täters unterstützt zu werden. Dieser ist zwar nicht gefaßt, aber als eine mit einem Eisenbahnrock und Mütze bekleidete Person erkannt worden. Gockelbrink verfolgte den Angeklagten, welcher querfeldein seiner Wohnung zulief, welche sich an der Moltkestraße besand. Beim Abbiegen von der Chaussee hat ihn Gockelbrink erwischt, aber in dem Augenblick, wo er zufassen wollte, einen Stich in die rechte Wange erhalten. Der große Blutverlust benahm dem Verselger die Kräfte, so daß er die Verfolgung aufgeben mußte. Am nächtten Tage wurden Recherchen angestellt und der Angeklagte als mutmaßlicher Täter verhaftet und von dem Gockelbrink als die verfolgts Person erkannt. In der heutigen Beweisaufnahme, wie bei den richterlichen Vernehmungen verwickelte sich der Angeklagte in Widersprüche und erklärte, trotz des großen Beweismaterials, der Täter nicht gewesen zu sein. Der Herr Vorsitzende richtet an den Angeklagten wiederholt die Aufforderung, ein offenes Geständnis abzugelen und gibt ihm 20 Minuten Bedenkzeits. Nach Ablauf dieser Frist hält der Angeklagte seine Behauptung aufrecht und gibt dann, nach nochmoliger Ermahnung des Vorsitzenden, zu, der Täter gewesen zu sein, um im nächsten Augenblick sein Geständnis wieder umzuwerfen und mit dem Leugnen fortzufahren. Beendigung der Beweisaufnahme beantragt Herr Staatsanwalt Wiehen das Schuldig im Sinne der Anklage auszusprechen und dem Angeklagten die mildernden Umstände mit Rücksicht auf das hartnäckige Leugnen zu versagen. Herr Rechtsanwalt Kohn plädiert für die Bewilligung mildernder Umstände. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten unter Bejahung der Frage nach mildernden Umständen der Vornahme unzüchtiger Handlungen und der gefährlichen Körperverletzung schuldig. . Das Urteil lautete auf eine Gesamtgefängnisstrafe von drei Jahren. Zum Tode verurteilt. Das ires### Hagen, 20. April. Das schaurige Verbrechen, welches am 29. März d. Is. die Bewohner des freundlichen und sonst so stillen Ruhrstädtchen Wetter in hohe Aufregung versetzte, fand schon heute— also kaum drei Wochen nach der Tat— seine Sühne. Unsere Leser werden sich des entsetzlichen Vorganges noch erinnern: Ein jungen, 21jähriger Bursche steigt nachts durch ein Fenster in die Wohnung einer alleinstehenden Frau (der Mann sitzt im Gefängnis) und reißt aus dem Bettchen ein kleines schlafendes Mädchen, welches der Bube durch Wind und Wetter an eine einsame Stelle schleppt, um es dort zu schänden und dann mit kalter Hand zu Tode martert, indem er es in einen Teich wirft. Dann geht der Mörger nach Hause, verzehrte mit aller Ruhe sein Abendbrot und legte sich dann zu Bett, um am andern Morgen zur gewohnten Zeit zur Arbeitsstelle zu gehen. Er ahnte nicht, daß man sein Opfer schon aus den Fluten gezogen und daß die Polizei ihm bereits auf den Fersen war. Die Mutter des armen Wesens hatte ihn erkannt und wußte, daß der Räuber ihres Kindes„Otto“ mit Vornamen hieß. Diese Angabe führte die Behörde sofort auf die richtige Fährte und so kam es, daß der Mörder bereits in den ersten Morgenstunden entlarvt und dingfestt gemacht werden konnte. Es war der im Oktober 1883 im Kreise Kottbus geborene Rottenarbeiter Otto Henkel, der bei seinen Eltern in Wetter wohnte. Er stand heute Morgen wegen Mordes und Verbrechens gegen die Sittlichkeit vor den Geschworenen. Es ist ein kleiner untersetzter Mensch mit keineswegs abstoßenden Gesichtszügen. Man vermag kaum zu glauben, daß der frisch und munter aussehende Bursche eines solch' bestialischen Verbrechens fähig wäre. Als man ihn durch die dichten Reihen des Korridors zum Geschworenensaal führte, schlug er bedrückt die Augen nieder. Nach Bildung der Geschworenenbank wurde beschlossen, die Oeffentlichkeit nur für die Dauer der Vernehmung des Angeklagten und des Wachtmeisters Müller aus Wetter auszuschließen. Das Verhör. Der Vorsitzende, Herr Landgerichtsdirektor Schmidt, ging sodann zum Verhör des Angeklagten über. Vors.: Angeklagter, erzählen Sie uns mal Ihr Vorleben. Wie alt waren Sie, als Sie nach Wetter kamen? Angeklagter: 0 Jahre. Vors.: Sie sind also dort zur Schule gegangen bis zu Ihrer Konfirmation. Alsdann sind Sie bei der Firma Harkort und Sohn als Fabrikarbeiter eingetreten. Angeklagter: Jawohl. Vors.: Sie sollen sich schon damals sehr schlecht betragen haben, sodaß Sie Herr Harkort nicht behalten wollte. Sie sollen damals schon getrunken haben. Angeklagter: Nicht viel. Vors.: Man hat Sie nur mit Rücksicht auf Ihren Vater behalten und weil Sie beim Militär eintreten wollten. Augeklagter: Viel getrunken habe ich nicht. Vors.: Sie sind dann am 19. Oktober 1901 beim Infanterie=Regiment Nr. 57 in Wesel als zweijähriger Freiwuliger eingetreten. Sie haben sich anfangs gut betragen, sodaß man Sie zum Burschen bei de m Bezirkskommandeur Major von Marlitz machte. Sie sind aber nach einiger Zeit abgelöst und wieder in die Kompanie eingestellt worden. Wegen ihres schlechten Betragens sind Sie wiederholt bestraft worden, zuletzt mit sieben Wochen Arrest. Angeklagter: Das stimmt. Vors.: Am 7. November 1903 sind Sie zur Reserve entlassen worden. Sie haben dann auf der Jabrik von Harkort wieder Beschäftigung bekommen, aber der Meister hat Sie wieder entlassen, weil Sie sich dem Trunk hingaben. Was haben Sie nun weiter gemacht? Angeklagter: Ich bin auf Wanderschaft gegangen, nach Dortmund, Duisburg, Mühlheim und Ruhrort. Ich war 10 Tage von Hause. Vors: Sie kamen nach Wetter zurück und traten als Bahnarbeiter ein. Von Ihrem Verkehr mit Frauenspersonen wird nichts gutes gesagt. Sie hatten auch eine Braut in Herdecke, für die Sie vies Geld ausgegeben haben sollen. Angeklagter: Jawohl. S Am Tage der Tat. Voxs.: Wir kommen nun zu dem Tage der Tat. Das war ein Dienstag und zwar, wie Sie wissen, der 29. März. Es hatte unter den Bahn arbeitern eine tleine Feier stattgefunden. Da gab es viel Vier und Schnaps. Angetlagter: Jawohl, der Arbeiter Engel gab seinen Einstand. Ich habe bis Abends 7½ Uhr etwg 2½ Liter Schnaps= und Bier getrunken. Um 8 Uhr bin ich mit einigen Bekannten nach Ketschaus gegangen, die dem Hause der Frau Gafewett gegenüber wohnen. Ich habe noch gehacktes Fleisch gekauft, was wir essen wollten. 6e Vors.: Sie haben unterwegs einen Kasten Bier gekauft und sind damit nach Steinhaus gegangen und von dort nach Ketschau. Sie haben später noch, einen weiteren Kasten Bier geholt, sodaß Sie zu 6 Personen insgesamt 49 Flaschen Bier verzehrt haben. Es entfallen somit auf jeden etwa.—9 Flaschen Bier, Waren Sie betrunten. Angeklagter: Nur angetrunken war ich. Vors.: Also sinnlos betrunken waren Sia nichen t ranlos betrnnten waren Sie Angeklagter: Nein. Vors.: Sie wußten also, was Sie taten? Angetlagter: Ja, das weiß ich. Vors.: Was machten Sie unn weiter? Angeklagter: Ich ging gegen 11½ Uhr fort und kam an der Wohnung der Frau Gajewski vorbei. Ich klopfte an das Fenster, da flog es auf. Frau Gazewski sprang aus dem Bette und fragte, was ich wolle. Ich sagte ihr, ich hätte Nachricht von Ihrem Manne. Vors.: Woher hatten Sie denn die Nachricht, hatten Sie Kenntnis von dem Aufenthalt ihres Mannes. Augetlagter: Ich wußte, daß er im Gefängnis saß. Vors.: Das Fenster war über zwei Meter hoch und maß nur 50 Zentimeter im Durchmesser. Wie kamen Sie nun in das Haus? Angeklagter: Ich bin hinein geklettert. " Vors.: Die Frau hat Ihnen doch gesagt, Sie sollten machen, daß Sie fortlämen.— Angeklagter: Jawohl. Als ich dann höher kam, lief die Frau aus der Stube. Vors.: Frau Gajewski wollte in ihrer Angst Hilfe herbeiholen. Angetlagter: Ich habe mich sodann mit einem Bein ins Fenster geschwungen. Da sah ich ein Bett, worin jemand schlief. Ich wußte aber nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen war. Ich wollte der Frau Gajewski einen Schabernack spielen und deshalb das Kind verstecken. Deshalb ergriff ich es und lief damit fort. Vors.: Wie sind Sie nun mit dem Kinde ins Freie gekommen, das Fenster war doch, wie festsicht, sehr schmal? Angeklagter: Ich bin von hinten herausgeklettert. Vors.: Schrie das Kind denn nicht? Angeklagter: Nein, es sagte nichts. „ Vors.: Das ist nicht anzunehmen, denn wenn Sie ein siebenjähriges Kindchen aus dem warmen Bettchen hoben und damit durch Regen und Kälte laufen, dann wird das Kind doch nach seiner Mutter rufen. Wo blieben Sie nun mit dem Kinde? Angeklagter: Ich bin damit den Tiefenberg berunter gelaufen. Unterwegs sah ich, daß es ein Mädchen war, und da faßte ich den Vorsatz, es zu vergewaltigen. Vors.: Ihr scheußliches Vorbaben wollen Sie, M am sogenannten Spieck ausgeführt haben. Das ist aber nicht anzunehmen, denn der Spieck liegt 7 bis 800 Meter von der Wohnung der Frau Gajewski entfernt. Sie hätten dann auch eine Bahnwärterbude passieren müssen.(Der Vorsitzende erläuterte die örtliche Lage der Mordstelle.) Vors.: Was haben Sie nun mit dem Kinde, welches nur mit dem Hemdchen bekleidet war, gemacht. Der Angeklagte beschreibt nun seine bestialische Tat bis auf alle Einzelheiten. Nach der Untat warf er das arme Kind mit beiden Händen in das Wasser. Vors.: Warum taten Sie das, Sie wollten es töten? Das böse Gewissen. Angeklagter: Ja, wegen der Schandtat, die ich begangen. Vors.: Sie haben früher gesagt, Sie hätten den Entschluß gefaßt, das Kind zu töten, um die Spuren Ihrer Schandtat zu verwischen. Angeklagter: Jawohl. Vors.: Sagten Sie sich denn nicht, daß die Leiche gefunden würde? „Angeklagter: Ich glaubte, das Wasser sei Vors.: Sie meinten also, wenn das Wasser tief sei, würde man das Kind nicht wiederfinden? Angeklagter: Jawohl. Vors.: Lebte das Kind denn noch, als Sie es hineinwarfen? Angeklagter: Das weiß ich nicht. Vors.: Sie geben also zu, daß Kind vorsätzlich getötet zu haben, um die Spuren Ihres Verbrechens zu verwischen? Angeklagter: Ja, das wollte ich. Vors.: Sie sind dann nach Hause gegangen. Wieviel Uhr war es, als Sie dahin kamen. Angeklagter: Meine Mutter sagte 1 Uhr. Vors.: Sie haben dann noch zu Hause gegessen und sind dann ruhig zu Bett gegangen. Angeklagter: Jawohl, ich habe noch ein Ei gegessen. Vors.: Obschon Sie also das Kind in das Wasser geworfen, hatten Sie noch so viel Ruhe, ein Ei zu essen. Am andern Morgen sind Sie um ½6 Uhr ganz ruhig zur Arbeit gegangen. Angeklagter: Jawohl. Vors.: Hatten Sie denn gar keine Reue? Dachten Sie denn garnicht auf Ihrer Arbeitsstelle an das Kind? Angeklagter: Doch, ich habe immer aufgeguckt, weil ich fürchtete, man würde mich festnehmen. Vors.: Das tat das böse Gewissen. Der Angeklagte bricht in Tränen aus. Vors.: Haben Sie denn die ganze Nacht geschlafen? Angeklagter: Nein, ich wurde um 4 Uhr wach. Vors.: Also bis 4 Uhr schliefen Sie ganz ruhig. Die Vernehmung des Angeklagten war damit beendet. Die Zeugenvernehmung. Erster Zeuge war der Polizeikommissar Müller aus Wetter, welechr sich zunächst dahin aussprach, daß das Vorleben des Burschen im allgemeinen ein recht leichtsinniges gewesen. Henkel war stets zu allen dummen Streichen aufgelegt. Selbst der Meister der Harkort'schen Fabrik hatte Angst vor dem Menschen, der schon in seinen jungen Jahren dem Alkohol ergeben war. Als der Angeklagte vom Militär wieder kam und seine alte Stelle wieder einahm, hat ihn der Meister wegen Trunkenheit entlassen. Henkel hat sich dann einige Tage in der Fremde herumgetrieben und wurde nach seiner Rückkehr in Wetter Rottenarbeiter. Der Zeuge verbreitete sich über den Leichenfund und über das Geständnis des Angeklagten. Herr Müller fragte Henkel bei der Vernehmung: Wußten Sie denn auch, was Sie taten? Jawohl, war die Antwort, ganz igema#, sah das Kind liegen und dachte, es ist besser, weg damit! Der Zeuge bemerkte noch, das Aussehen der Leiche habe darauf schließen lassen, waß das Kind gewaltsam untergetaucht worden sei. Der Weg vom Bollwerk-(Freiheit) bis zum Spiek sei 800 Meter lang und man brauche 9 Minuten, um ihn zurückzulegen. Vorsitzender: Es herrschte strömender Regen in jener Nacht? Zeuge: Jawohl, ich vermute, daß der Angeklagte nicht den Bahnübergang passiert, sondern seinen Weg unter der Flutbrücke der Ruhr her genommen hat. In derselben Nacht war ein Einbruchsdiebstahl verübt worden, ich glaubte, daß auch hiermit der Henkel in Verbindung stehe. Deshalb habe ich morgens sofort recherchiert. Von der Mutter des Angeklagten, die von dem Leichenfund noch nicht wußte, erfuhr ich, daß ihr Sohn nachts um 1 Uhr nach Hause gekommen sei und Eier gegessen habe. Als der Vater des Angeklagten nachmittags zu mir kam, fragte ich ihn, ob er seinen Sohn noch einmal sprechen wolle.„Rein, rief dieser ganz aufgeregt, „den will ich nicht mehr sehen, am liebsten möchte ich ihm selbst den Kopf abhacken!“ Verteidiger: Woraus begründeten Sie den Verdacht auf den Angeklagten? Zeuge: Durch das vorhergegangene Trinkgelage. Zeuge Lehrer Becker bekundete, daß Henkel es nur bis zur 2. Klasse gebracht habe. Auf dem Spielplatz machte der Junge den Eindruck, als ob er nicht den richtigen Verstand gehabt. Begabt war Henkel in der Schule nicht, aber auch nicht träge. Leutnant Friderici vom Infanterieregiment Nr. 57 gehörte von 1902 bis 1903 der 11. KomPagnie an, de auch der Angeklagte zugeteilt war. Im ersten Jahre müsse sich Henkel gut betragen haben, sonst wäre er nicht Offiziersbursche geworden. Der frühere Kompagniechef des Angeklagten hat dem Zeugen noch gestern bestätigt, daß das Betragen keinen Tadel hervorgerufen habe. Als Bursche aber gab er sich dem Trunke hin. Der Schlosser Engel hat am anderen Morgen an dem Angeklagten nichts Auffälliges bemerkt, als Henkel verhaftet wurde, habe man ihm die Tat nicht zugetraut. Der Zeuge Ketschau, wo sich Henkel an jenem Abend zuletzt aufhielt, sagte aus, daß der Angeklagte nicht betrunken gewesen, daß derselbe vielmehr zur Ernüchterung eine Kanne Kaffee getrunken habe. Der Zeuge Steinhaus bezeichnet den Angeklagten als einen guten Menschen, der sehr lebensfroh war. gens 5 Uhr gefahndet, den Mörder aber nicht entdeckt. Das getötete Kindchen war 7½ Jahre alt. Das Schwesterchen des toten Kathrinchen erzählt, daß der Mann im Zimmer auf das Bett gefallen sei, an dem Bettchen getastet, das Schwesterchen gepackt habe und damit rückwärts aus dem Fenster gesprungen sei. Die kleine Katharina habe gerufen: Mutter, helfe mir! Ihr kleines Brüderchen Paul ist in seiner Angst unter die Decke gekrochen. Der Tagelöhner Henrich hat gesehen, wie der Angeklagte aus dem Fenster der Frau Gajewski gesprungen ist. Er sei unten in die Knie gestürzt. Der Zeuge hat die Verfolgung des Menschen aufgenommen, ihn aber nicht mehr erreicht. Die Zeugin Henkel, die Mutter des Angeklagten, verweigert ihr Zeugnis. Der Leichenfund. Der Zeuge Schlosser Speckenhäuser hat die Leiche des ermordeten Kindes gefunden, als er am andern Morgen mit seinem Kollegen Niemeyer zur Arbeitsstelle ging. Die mit einem Hemdchen bekleidete Leiche lag 1½ Meter vom Ufer entfernt und machte den Eindruck, als ob sie gewaltsam in das Wasser gedrückt worden. Die Leute fischten das tote Kind aus dem Wasser und bargen es in Tüchern, um dann sofort die Polizei von dem grausigen Funde in Kenntnis zu setzen. Dadurch gelang es, daß der Mörder schon am Mittage nach dem Morde dem Hagener Gerichtsgefängnis eingeliefert werden konnte. Herr Dr. Gräwe hat mit dem Kreisarzte die Leiche obduziert. Es ergab sich, daß das Kind durch Ersticken seinen Tod gefunden hat. Die Erstickung war eine Folge des massenhaften Eindringens von Wasser in die Lunge. Daß das Kind gewaltsam in das Wasser gedrückt worden ist, nimmt der Sachverständige nicht an. Man müsse bedenken, daß das Kind gelebt habe und daß demzufolge ein Todeskampf stattgefunden habe, der nicht ohne Krämpfen und Zuckungen vor sich gehen konnte. Verteidiger: Hat der Befund der Leiche nichts für die Annahme ergeben, daß das Kind vielleiicht schon vorher infolge der Aufregung oder vor Schrecken gestorben sei. achverständiger: Nein, im Gegenteil, alle Organe sprechen dafür, daß das Kind lebend in das Wasser geworfen ist. Herr Kreisarzt Dr. v. Trzaska schloß sich den Ausführungen seines Kollegen an. Staatsanwalt und Verteidiger. Damit war die Beweisaufnahme erledigt. Nach Festsetzung der Schuldfragen nahm das Wort zur Begründung der Anklage Herr Erster Staatsanwalt Roos. Es dürfte schwerlich einen Fall geben, wo eine Tat so viel Abscheu errege, wie die vorliegende. Es sei begreiflich, daß der Mord in weiten Kreisen Aufsehen erregt habe. Inniges Mitgefühl müsse man mit dem armen Wesen haben, das mitten im Schlafe von roher Hand aus seinem warmen Bettchen gerissen und nur notdürftig bekleidet durch Kälte und Regen an eine einsame Stelle geschleppt wurde, wo es zuerst der Wollust des Täters zum Opfer fiel und dann einen qualvollen und jammervollen Tod durch Ersticken fand. Der Angeklagte sei ein roher brutaler Mensch, dem jede Erregung des Herzens verschlossen war. Sonst habe er unmöglich einesolche Tat begehen können. Der Vertreter der Anklagebehörde ging auf die Mordtat näher ein und bat die Geschworenen am Schlusse, den Angeklagten schuldig zu sprechen des Sittlichkeitsverbrechens und des Mordes, damit ihn die ganze Strenge des Gesetzes treffe. DerAngeklagte habe eine schlechte Erziehung genossen. Die Mutter sei zu schwach gewesen und dem Vater sei er zu früh über den Kopf gewachsen. Als Lehrling habe er sich schon dem Alkohol hingegeben. Unter der strengen Aufsicht beim Militär habe er sich im ersten Jahre gut aufgeführt. Als er aber dann Bursche beim Major geworden, habe sein altes, leichtsinniges Leben wieder die Oberhand gewonnen. Der Angeklagte habe zwei Strafen erlitten, weil er sich von seinem Truppenteil entfernt habe. Auch im Civilleben sei er kein würdiges Mitglied der menschlichen Gesellschaft geworden. Er habe schließlich eine Tat begangen, welche die strengste Sühne erfordere. Herr Rechtsanwalt Dr. Werne trat in erster Linie für Totschlag ein und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Geschworenen seinem Klienten, der nicht so schlecht sei, wie ihn der Herr Staatsanwalt hingestellt,, mildernde Umstände zubilligen würden. Das Urteil. Die Geschworenen berieten nur 15 Minuten. Sie sprachen den Angeklagten schuldig des Mordes und des Sittlichkeitsverbrechens. er Erste Staatsanwalt beantragte darauf gegen den Angeklagten die Todesstrafe und drei Jahre Zuchthaus. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zum Tode und 5 Jahren Zuchthaus bei Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Der Angeklagte nahm das Urteil mit cynischer Ruhe entgegen. Castrop, 20. April.(Das Ergebnis) des jetzt erfolgten Kassenabschlusses der Allgemeinen Ortskrankenkasse Castrop=Sodingen=Mengede=Raurel hat sich in diesem Jahre günstiger gestaltet als im Vorjahre. Die Mitgliederzahl betrug im Durchschnitt 2154 und zwar 2004 männliche und 150 weibliche. Die Krankheitsfälle der männlichen Mitglieder betragen 1729 mit 18 048 Krankheitstagen und die der weiblichen Personen 348 mit 1504 Tagen. Die Einnahme betrug 45 281 Mark, welche sich hauptsächlich aus 87,060 Mark Beiträgen, 2200 Mark Eintrittsgeldern und 1400 Mark Ersatzleistungen zusammensetzt. Witten, 20. April.(Irrtümlich) wurde gestern berichtet, daß in der„Gerichtslaube“ ein Pockenfall vorgekommen sein soll. Infolgedessen kann auch von Schließung des Lokals keine Rede sein. Vielmehr möchten wir nicht verfehlen, auf die Wirtschaft des Herrn Lambrecht besonders hinzuweisen. Der Wirt verzapft einen guten Tropfen Gerstensaft. Auch bietet die große Veranda einen angemehmen Aufenthalt, besonders bei warmen Tagen. Wetter, 19. April.(Wenn einer eine Reise tut), so kann er was erzählen und das können auch zwei Herren aus Annen jetzt tun. Dieselben hatten gestern einen Bekannten aus Wetter, der in Annen den letzten Zug versäumt hatte, mit dem Wagen nach hier befördert und waren nach glücklicher Beendigung der Fahrt zu dreien in den Weinkeller gestiegen um noch einen Langhals zu brechen. Wer beschreibt aber den Schrecken der beiden Annener, als sie nach einiger Zeit auf die Straße treten und Roß und Wagen verschwunden ist. Alles guchen war vergebens, der Gaul, dem das Stehen kangweilig geworden war, hatte sich mit dem Wagen auf die Wanderschaft begeben. Die Nachforschungen seitens der Polizei sind bis jetzt ohne Erfolg. Heeren, 20. April.(Plötzlicher Tod.) Der Architekt Stockmann von Dortmund, welcher hier geschäftlich zu tun gehabt, hatte sich heute Morgen in dem am Bahnhofe belegenen Wirtshause eine Eisenbahn=Fahrkarte gekauft. Kurz darauf stürzte er dort zu Boden und war in einigen Augenblicken eine Leiche. Ein Schlagfluß hatte seinem Leben ein siet getctt Dr. Klsslings batenkrie, voll Kroma Gigarren feiht überall käuflich. Preisl. gratis Dr. Kissing Comp., Bemenr. Theater, Konzerte, Vereine 2c. Walhalla. Wir machen unsere Leser auf das Inserat der heutigen Nummer unseres Blattes aufmerksam, welches das Programm des beliebten Etablissements in origineller Weise veranschaulicht. Auf die Darbietungen selbst kommen wir noch zurück. Asseln.„Jung Heil“. Am zweiten Pfingstfeiertage d. J. feiert der hiesige Junggesellenklub „Gemutlichkeit“ in den Lokalitäten des Herrn K. Jürgens sein diesjähriges erstes Frühjahrskränzchen, verbunden mit Konzert, Theater und Ball. Der Klub wird bestrebt sein, nur die bestausgesuchtesten Stücke zur Aufführung gelangen zu lassen, und den Bewohnern von Asseln einen gemütlichen und humorvollen Abend zu bereiten. Es wäre deshalb dem jungen, erst seit einiger Zeit bestehenden Klub ein volles Haus zu gönnen. Die Mutter des Kindes. Es trat nunmehr die Ehefrau Gajewski, die Mutter des ermordeten Kindes, als Zeugin vor. Ihr Mann verbüßt eine zweijährige Gefängnisstrafe. Die Frau, die nich tin gutem Rufe steht, erzählt den Hergang der Sache so, wie ihn auch der Angeklagte geschildert hat. Sie sei, als Henkel durchs Fenster gestiegen sei, nach oben gelaufen, um Hülfe herbeizuholen. Als sie zurückkehrte, schrie das ältere Töchterchen Rosa ihr entgegen: Mutter, der Mann ha unsere Katharina auf den Arm genommen und ist damit weggelaufen. Der Sohn der Hausbewohnerin Henrich ha tnach dem Kindesräuber bis morWestsalen und Kheinland. Huckarde, 20. April.(Vermißte Frau.) seit dem 15. d. M. ist die Ehefrau des hier wohnhaften Weschenstellers Johann Kotzmann verschwunden. Die Frau Kotzmann ist geistig nicht ganz normal, es wird vermutet, daß ihr ein Unglück stoßen ist, oder daß sie in krankem Zustande umherirrt. Sie ist 55 Jahre alt, 1,55 Meter groß, hat schwarzmelierte Haare, graue Augen, fehlerhafte Zähne, längliches blasses Gesicht und kleinen schwächlichen Wuchs. Bekleidet ist sie mit einem rotbräunlichen Kleiderrock, schwarz= und graukarrierter Blouse und ledernen Pantoffeln. Man wolle den besorgten Familienangehörigen oder der nächsten Polizeibehorde Mitteilung machen. Hörde, 20. April.(Ein betrübender Unfall) betraf gestern die Familie Herrmann, Kämpchen Nr. 5; ihr 1 Jahr altes Kind Elisabeth stürzte in einem unbewachten Augenblick aus dem Fenster und zog sich einen Schädelbruch zu. Nachdem das Kind ins St. Josefs=Hospital transportiert war, gab es seinen Geist auf. Amt Rauxel, 20. April.(Infolge der Pockenepidemie) in Bochum hat die Aufsichtsbehörde bestimmt, daß die diesjährigen Impfungen vor dem 1. Mai zu erfolgen haben, weshalb die bereits festgesetzten Impftermine aufgehoben, wie folgt festgesetzt worden sind. Gemeinde Rauxel am 30. April, nachmittags 1½ Uhr in den Wirtschaften von Richter und Klöster und am selben Tage nachmittags 3 Uhr in der Oesterreich'schen Wirtschaft. Gemeinde Habinghorst am 26. April, 2 Uhr nachmittags beim Wirt Sondermann und 3½ Uhr in der Wirtschaft Sigger. Gemeinde Frohlinde am 29. April, 10¼ Uhr beim Wirt Feldhoff, Gemeinde Merklinde und Bövinghausen am 27. April 2½ Uhr nachmittags in der Hovemannschen Wirtschaft. Hamm bei Beckum, 19. April. Wie der heutige„Westfäl. Anzeiger“ mitteilt, wird am Sonntag zur Feier der Eröffnung der Kleinbahn Hamm=Oestinghausen ein unentgeltlicher licher Extrazug von Oestinghausen nach Hamm abgelassen, welcher in Hamm gegen 3 Uhr nachmittags eintreffen wird.(Es soll dies zur Eröffnung von Geschäftsverbindungen mit den neu zu erschließenden Bewohnern der betr. Ortschaften von Oestinghausen bis Hamm geschehen.) Frage: Wie sollen die geschäftlichen Verbindungen angeknüpft werden, da die Benutzer des unentgeltlichen Extrazuges vor „geschlossene" Geschäftslokalitäten geführt werden? Laut Sonntagsruhe=Gesetz müssen bekanntlich die Geschäfte um 2 Uhr geschlossen werden. Unbegreiflist ist es, daß der Extrazug nicht bereits um 12 Uhr in der Stadt eintrifft. Kann uns Dortmund für den Nachmittag das Olympiatheater leihweise überlassen? Dortmund, 19. April. Ich ging heute Mittag Uhr— wie täglich— über den Steinplatz und war Zeuge einer besseren üblichen Keilerei zwischen zweifelhaften Existenzen. Wie da s. Z. ein Freund der „Dortm. Ztg." als Antwort auf Ihre Schilderungen und betr. Anregungen an die Polizei— die Wegelagerer des Steinplatzes verteidigen und den Steinplatz als idyllischen Ort ruhiger Arbeiter bezeichnen konnte, muß einen sehr befremden. Ein wirklicher Arbeiter mischt sich nicht unter das Bummelpack am Steinplatz; es scheint, daß die städtischen Behörden den Steinplatz mit Absicht als Keilereiplatz erhalten wollen; Abhülfe wird vielleicht im Jahre 2000 geschaffen. Einer für Viele. Vom 1. bis 15. April. Geburten: Ein Sohn: Bergm. W. Malz, Bittelmarkt. Bergmann H. Brummert, Brünninghausen. Bergm. G. Bommert, Bittermark. Fabrikarbeiter I. Wojcieszak, Lücklemberg. Schuhmachermeister F. C. Kracht, Benninghofen. Landwirt H. Rüping, Wellinghofen. Bergm. A. Pelz, Benninghausen. Bergm. D. H. Silbersiepe, Wichlinghofen. Bergm. A. Fiedler, Hacheney. Eine Tochter: Bergm. H. A. Hunschede, Brücherhof. Bergm. H. B. Braune, Wichlinghofen. Bergm. F. J. Kuhle, Brünninghauserheide. Bergm. L. Sticht, Lücklemberg. Bergm. F. W. Witte, Loh. Bergm. L. Langkamm, Bittermark. Bergm. H. Baltes, Bittermark. Bergm. A. Goege, Bittermark. Bergm. V. Lanebert, Benninghofen. Aufgebote: Bergm. O. Eusterbrock und Elise geb. Hagen. Bergm. W. Klemens und Friederike Emilie Louise Gerwinat, Bittermark und Schanze. Eheschließungen: Bergm. H. F. W. Braune und Elfriede Steinweg, Holtbrügge. Bergm. F. J. Menzen und Karoline Heiße, Bittermark. Bergm. H. Schübbe und Mathilde Fränzner, Bittermark. Bergm. O. Dreschage und Elise Stratmann, Wellinghoferheide und Nieverhofen. Zechenschreiner F. W. Lübbing und Friederite Karoline Justine Steinbrink, Holtbrügge und Volmerdingsen. Bergm. G. Symann und Wilhelmine Przeciak Benninghofen. Sterbefälle: Ehefrau Anna Maria Christine Schneider, geb. Rox, 29., Schondelle. Berginv. E. F. Lütkemeier, 56., Lücklemberg. Erich Schneider, 21., Schondelle. Schlosser F. C. Korte, 20 Jahr, Hörde. Witwe Friederike Jungesblut, geb. Echterhoff, 68., Loh. W. 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Mädchen sucht bess. Haushalt. Wilhelmstraße 2: Stelle in klein. Zu erfragen Frau sucht Stelle zum Bedienen einer Trinthalle. Stollen4, am Nordmarkt, 9. E. 1 straße Witwe mit 1 Kind sucht Stelle als(28087 Haushälterin in solchem Haushalt, wo sie das Kind mitbrungen kann. Schr. Ang. unt. H. S. 3238 an die(Reschäftsst. d. Istg. Eine alleinstehende Frau, kath., Alter 30., sucht auf sofort Stellung als Haushälterin. Zu erfr. Hermannstr. 23, 11. Properes Mädchen sucht Stelle zum Waschen und Putzen. )— Josefstraße 39, 3. E. Wäsche z. Waschen u. Glanz; bügeln wird angenommen. Leopoldstraße 23, 3. St. Wäsche zum Glanzbügeln wird angenommen. Duppelstraße 23, pt., Seiteneingang. Wäsche zum nimmt an Frau straße 3. 2. Stagte. Glanzbügeln Happe, IkeEin strebsamer Mann sucht ein. Vertrauensposten od. ähnliches, Kaution kann gestellt werden. Schriftl. Off. unt. M. B. 3191 an die Geschäftsst. d. Ztg. Ein junger Mann sucht halbe Tage Beschäftigung. Hövelstr. 14, im Hinterh. Junger verh.. Mann 30 Jahre alt, sucht Vertrauensstellung als Kassierer oder sonst. Stellung. Gute Empfehlungen zu Diensten. Suchender ist Geschäftsmann.„(28175 Schr. Ang. unt. M. H. 3248 an die Geschäftsst. d. Ztg. Junger Fachmann, unverh., ev., 25., Jucht Stellung als Des- Buffetier ebtl. kleine Wirtschaft zu übernehmen. Kaution kann gestellt werden. Schr. Ang. u. F. W. 2501 a. d. Hauptagentur d. Ztg. in Schwerte. geg. hob. Lohn ges. Gute Behandlg. Restaurant„In der Mühle“, Elberseld, Mühlenstraße 7. Properes evangelisches Mädchen von auswärts zum 1. Juni gesucht,(27991 Näh. Gutenbergstr. 69, I. ArProperes ev. Mädchen für Küche u. Hausarbeit gegen hohen Lohn auf sofort oder später gesucht. Frau Friedr. Sobbe, Kuckelte 36. 15. Mai, tüchtiges spätestens 1. Juni Hausmädchen gesucht. Gesucht evang. bess. Mädchen eventl. mit Familienauschluß, das sich aller Arbeiten unterz. von„ 27679 Rektor Hartmann, Kettwig. Auf sofort oder später ein tücht. " Tchen gesucht gegen hoben Lohn. Hamburger Import-Haus. Wanne. 27633 Mädchen für Mai gesucht. Heiligegartenstr. 29. Ein träftiges Dienstmädchen sofort gesucht.... 27837 Mite Radstraße 4 im Restaurant. Tuchtiges, properes Fagesmädchen für kleinen Hausbalt gesucht 27835 Weiobachstr. 22.1. Gesucht z. 15. Mai od. 1. Juni ein besseres Zweitmaochen Frau M. Ottermann, 27770) Hamburgerstr. 44. Ein im Kochen und in allen häuslichen Arbeiten durchaus erfahrenes alteres Madchen zum 1. Juli gesucht, Lobn 80 Thlr. Frau Dr. Viering, 27848 Hamm, Südstraße 24. agesisgn, Dienstmädchen sucht Frau Inl. Jonas, 23) Oesterbolzstr. 88. Tienstmadchen sofort gesucht. Detmarstr. 12 11.4 Ordentl. Madchen gesucht. Steinstraße 14, 1. Etg. Prop., sanb. Mädchen sofort oder per 1. Mai gesucht.( Frau Schnapp, Leutbardtstr..11. Für en kinderl. Haushalt (2 Pers. ein ev. Mädchen von 15—10 J. zum 1. Mai gesucht. Musiklehrer Kern, Knappenber= gerstraße 34, 1. Etage.— Tagesmädchen sof. gesucht. Brückstr. 40, II. Baronin von Nordeck, Burg Hemmerich b. Waldorf, Bezirk Köln am Rhein. Jung. Dienstmädchen, am liebst. v. ausw. f l. Hausarb. gesucht. Holländischestr. 11, 1. Für eine Lehrerfamilie in Linden=Ruhr wird bei gutem Lohn ein anständiges tüchtiges Dienstmädchen mit guten Zeugnissen sofort gesucht. Fahrtvergütung. 27556 Wo, sagt die Geschäftsit. Auf einem mittleren Gute im Kreise Bochum wird zum 1. Mai ein tüchtiges Mädchen gesucht, welches kochen kann u. etwas Hausarbeit übermimmt und zum 1. Juni ein besseres Stubenmädchen, das auch etwas Gartenarheit mit verrichten muß. 127685 Schr. Ang. u. M. C. 3201 an die Geschäftsstelle d. Ztg. einEin in der feinen, wie sachen Küche erfahrenes besseres Mädchen wird in herrschaftlichen Haushalt auf dem Lande gesucht. Schr. Angeb. u. Ch. D. 3202 an die Geschäftsstelle d. Istg. Zum 1. oder 15. Mai,wpirh ein tüchtiges evangel. 27913 Mädchen welches alle Hausarbeit und Wäsche versteht, bei hohem Lohn gesucht. Frau E. Haarmann, Witten, Hauptstraße 20. Ein Mädchen für Küche und Hausarbeit, das auch in der Wirtschaft aushelfen muß, sofort gesucht. Lohn 20—25 M. „Mehringshof“, Gelsenkirchen, Kronprinzenstraße 49. 27903 Auf ein Gut nahe bei Dortmund wird auf sofort wegen Krantheit des jetzigen Mädchens ein ordentl. evgl. Mädchen von 15—18 Jahren für Küche und Hausarbeit bei Jamilienan schluß gesucht. Lohn nach lie bereinkunft.„28212 Schr. Ang. u. K. 3255 bef. die Geschäftsst. d. Zta. Tages= oder Halbtagsmädchen gesucht.(28131 Weiswachstr. 16, part. Sofort ein Morgenmädchen gesucht. Zimmerstraße 27.( Ein in allen läuslichen beiten erfahrene: Dienstmädchen gegen hohen Lohn sof. gesucht. Näheres zu erfragen Kuckelke 10.(27983 Zum 1. Mai en prop. mittagsmädchen(esucht. Schlosserstra se 14, Nach1. Et. Mädchen von 11 J. zu Kind. für nachmittags jesucht.( Nordstr iße 30, 11. Für sofort ein älteres prop. Mädchen gesucht, welches i der bürgerlichen Küche bewa dert ist. Vorstellung erbeten ei dem Verwalter der Wohn und Speiseanstalt Zeche We ne be Werne g. d. Lippe. 28106 Ein artetes Prahtein das auch etwas Cartenarbeit verstebt, für einen besseren 4 aushalt Is Haushält erin a gesucht per 1. Mai ode Schr. Offert. unt. 105 al schäftsst. dieser Zeitung in E. Friebel, erbeten. Witwer, evgl., 40er., sucht per Mai oder später ein älteres sofort. die GeWanne, 28995 oder kinderlose Witwe z. Führ. s. kl. Haush.(2 Pers.). Zu chender ist Hausvesitzer und in guter Stellung. Spätere Heirat nicht ausgeschlossen, etwas Vermögen erwünscht. Gefl. öffert. bis zum 20. d. Mts. unter G. P. 510 postla gernd Hörde erbeien. Arbeitsfrau hr Cgeficherbeit 27984) Burabolzstraße 220. Landwirtsch. Dienstversonen sucht und vermittelt Arbeitonachweis=Nebenstelle der Landwirt= schafts Kammer, Nielstraße 27. Suche für Privat und Hotels: 1 Mädchen v. 18., evg., f 2 Pers. 1 Küchenmädchen für einz. Tame, 4 Nüchen= und Aranomädchen, 6 Zimmer= u. Z veltmadchen, Lohn 240 300 Mi. 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Darin sind zur äußersten Linken, man sich überstürzt 1 lieber für die nächste dieser eilfertig durchpe der diesen Vorschlagc mit nur bei einigen Singer tritt ein für die dem Vaterlande tr mann v. Sonne meine Herren! in die sident Paasche erklé seinen Erwägungen in müsse der Reichstag, Einem war zu bedai verlangt. Taß er den alle verteidige. Daß riß ihn auch nicht hei mentlich die Rechte, ve ster den Bundesrat d Vorlage zu beschleunig Graf Oriola, derur Für den Etat des Rei gleich eine Resolution soll revidiert, es soll nihigkeit zur Bedingung einige andere Erleicht Der Schatzsekretär St gen sehr nüchterne un denken finanzieller Na Herr Kulersti ließ hinzuweisen, daß er alan eine solche müsse, die Regie es Kanonen, K gelte. Aber auch die a entschieden gegen die Schauspiel, den Abg. Grünberg sein Kompli so warker für die Vete Schulter, beinah Arm Carlos, ein Reichsparte gegen die Regierung! erfolgte— einstimmig. Berichtes) entspann sich sehr ins sächliche gehen der Expedition nach Verminderung und Ri brigade. hrenpf rung iegssch Versammlu lichen Bü Parterre=Wohnung, 3 Zimmer, zum 1. Juli zu vermieten. Harkortstraße 3. 1 schöne Zimmer, 1. Et., zum 1. Juli zu vermieten. Humboldtstraße 18, vt. 3 gr. frdl. Part.=Zimmer mit allem Zubeh. per 1. Juli an ruh. Fam. zu verm. Ackerstraße 1, part., a. d. Hohestr. 2 kleine Zimmer, 1. Etage, zum 1. Juli an ruh. L. zu vermieten. Burgholzstr. 88. Fortzug— Westerbleich straße 58, I, 2 gr. sch. Zimmer per 1. Mai zu vermieten.— Gestern Abe in dem Lokale gutbesuchte Ver Herrn Zur Hp Vorsitzenden, H Eintritt in die auf die Schenki Prechen, welche nördlichen Stad geben hat. Die von den Sitzen Darauf erte dem Bauunterne Punkt der Tage Herr Men die Neuanlage des Bahnhofspi liches Bild von führungen, Unt ßenzügen 2c. Herr Stadt aus, daß die Bi schlossen habe, anzunehmen, u wie sie in der zember zum A. den. Die Unter den solle westl werden, und zu straße, etwa 15 Die Bahnhofste daß die 11 hänger=, sonder verkehr eingerich weitere Straße Westen plane. die Verlängerun punkte der Stei 68000 Gesamtauflage. Erscheint wöchentlich sieben Mal. „Bezugsvreis: „für Dortmund und Umgegend 45 Pfennig: monatlich. im übrigen 55 Pfg. Mit der Wochenbeilage „Dortm. Lustige Blätter" nur 10 Pfg. mehr. Bei der Post mit den Beilagen: Vierteljährlich.25 Mk. Postzeitungs=Nr. 2914. Verantwortlicher Redakteur: Karl Richter, Dortmund. Berliner Bureau: Berlin., Schöneberger=Ufer 33. 67000 Auschlüsse: Haupt=Agentur Herne Nr. 124.(B. Anton.) Haupt=Agentur Hörde Nr. 25.(W. Loos.) Haupt=Agentur Unna Nr. 69.(W. Pott.) Haupt=Agentur Witten Nr. 195.(R. Hartung.) für Dortmundund die Provinz Westfalen. Redaktion und Expedition: Dortmund, Reinoldistraße 19. Insertionspreis: Für den Lokalvertebs 20 Pfg., im Uebrigen 25 P fg. die Kolonelzeile. Reklamen die KolonelZeile 60 Pfg. Für die Aufnahme von Inseraten an bestimmtvorgeschriebenen Tagen wird keine Garantie übernommen. Druck und Verlag:„General=Anzeige#“ Ruhfus u. Cie., Dortmund. im westtaltschen Industriegebiet. Anparteiisches Organ für mann. Drittes 1 Die heutige Nummer enthält drei Ausgaben und das Unterhaltungsblatt, zus S 14 Seiten. Aus dem Reichstage. (Von unserem Berliner Bureau.) Berlin, 20. April. Es war doch gut, daß gestern nach der An.wort des Kriegsministers von Einem auf die Interpellation Oriola der Präsident des Hauses die Sitzung aufhob; wer weiß, bis wic spat in die Nacht hinein die ergrimmten Herren ihrem vollen Herzen Luft gemacht hätten. Sie haben heute zur Vornahme dieser Arbeit noch Zeit genug gebraucht. Aber alle Achtung! Es ist ehrend für unsere Volkstribunen, daß sie sich mit solcher Wärme um die Invaliden annehmen. Darin sind sie einig von der Rechten bis zur äußersten Linken, nur wollen einige nicht, das man sich überstürzt und den ganzen Gesetzentwurf lieber für die nächste Session aufschiebt, als ihn in dieser eilfertig durchpeitscht. Aber Herr Pachnicke, der diesen Vorschlag am lautesten macht, erntet damit nur bei einigen seiner Kollegen Beifall Selbst Singer tritt ein für die„Opfer des Militarismus, die dem Vaterlande treu gedient haben“. Liebermann v. Sonnenberg will„mehr Dampf, meine Herren! in dieser Frage!“ und der Vizepräsident Paasche erklärt, wenn der Bundesrat aus seinen Erwägungen immer noch nicht herauskomme, müsse der Reichstag„stürmisch“ werden. Herr von Einem war zu bedauern; denn da war von einem verlangt. Saß er den säumigen Bundesrat gegen alle verteidige. Daß ihm Herr Grocber half, riß ihn auch nicht heraus. Das übrige Haus, namentlich die Rechte, verlangte, daß der Kriegsminister den Bundesrat drängt, die Einbringung der Vorlage zu beschleunigen. Und allen voran stürmt Graf Oriola, derum keinen Preis„locker läßt“. Für den Etat des Reichsinvalidenfonds hat er auch gleich eine Resolution bereit. Das Invalidengesetz soll revidiert, es soll nicht mehr totale ErwerbsunfäGieist andere gmacht und außerdem noch Zu#pere Erleichterungen gescha en werden. Der Schatzsekretär Stengel hält diesen Anregungen sehr nüchterne und ausführlich begründete Bedenken finanzieller Natur entgegen. binaupeisau Je Masa. Zi. Lerise.— hinzuweisen, daß er als Vole die deutsche Regierung Ehrenpflicht nationaler Art mahnen müsse, die Regicrung, die immer Geld habe, wenn es Kanonen, Kriegsschiffe und Ostmarkenpolitik gelte. Aber auch die anderen Parteien wenden sich entschieden gegen die Regierung und es war ein Schauspiel, den Abg. Arendt dem Genossen Grünberg sein Kompliment machen zu sehen, der so wacker für die Beteranen eintrat. Schulter an Schulter, beinah Arm in Arm, wie Posa und Don Carlos, ein Reichsparteiler und ein Sozialdemokrat gegen die Regierung! Die Annahme der Resolution erfolgte— einstimmig. Nachher(bei Schluß dieses Berichtes) entspann sich noch eine ausgedehnte und sehr ins sächliche gehende Diskussion über den Etat der Expedition nach Ostasien, insbesondere über Verminderung und Rückberufung der Besatzungsbrigade. Straßenpläne für den neuen Dortmunder Bahnhof. des Nördlichen Burgervereins. Dortmund, 21. April. „ Lestezz, Abend hielt der Nördliche Bürgerverein n Sotagg, Meier=Ebert, Bleichmärschstraße, eine gutbesuchte Vereinsversammlung ab, welche durch Forshenden... i Vertretung des ersten Herrn Becker, eröffnet wurde. Vor Eintritt in die Tagesordnung kam Herr Zur Hellen auf die Schenkung des Herrn Kaufmann Brasse zu Färsbene cei Trrichtung einer Lesehalle im nordlichen Stadtteil eine Spende von 1000 Mk. gegeben hat. Diese Schenkung wurde durch Erheben von den Sitzen anerkennend gewürdigt. „„Igrauf erteilte der stellvertretende Vorsitzende vvquunternehmer Menke das Wort zum ersten Punkt der Tagesordnung: Die Bahnhofsfrage. .#err Menke verbreitete sich ausführlich über des Basahgggd Lahuhofes, gab Erläuterungen liches winzossprojektes 2c. und zeichnete ein anschauliches Bild von den einzelnen Umänderungen, Höherführungen, Unterführungen, Einrichtung von Straßenzügen 2c. Herr Stadtverordneter Suhrmann führte daß die Bahnhofskommission heute Morgen beschlossen habe, das Projekt unter keinen Umständen anzunehmen, wenn nicht die Wünsche der Stadt, wie sie in der Stadtverordnctensitzung vom 5. Dezember zum Ausdruck gekommen, berücksichtigt würn. Die Unterführung vom Süden nach dem Norsolle westlich des Stationsgebäudes angelegt Ferden= und zwar in der Richtung der KurfürstenDe Hohnhesh in das bteiommision habe aber auch ferer beeaer eumt eir guns nicht nur für den Zuh#ere, sondern fur den vollständigen Fuhrwerks# tehr eingerichtet werde, zumal man noch eine #re Straße vom Empfangsgebäude nach dem # ten plane. Was ferner vermißt werde, das sei ie Verlängerung des Königshofs nach dem Schnittpunkte der Stein= und Roßstraße, an der ebenfalls —— Stein Stt TTTTTTTT — enstkatz I Musion Jer u0#ie Resolution fand sodann einstimmige AnDie Markthallenfrage. Herr Bauunternehmer Becker hielt es für unumgänglich notwendig, daß der Errichtung eines Marktplatzes im Norden der Stadt näher getreten werden müsse. Herr Siebel regte den Wunsch an, die Dauer der Hauptwochenmärkte am Mittwoch und Samstag um eine Stunde länger auszudehnen, damit den Arbeiterfrauen Gelegenheit gegeben würde, ihrer freien Zeit entsprechend die Einkäufe am Frühnachmittage zu erledigen. ir Hellen versprach, die diesbezügl. Wünsche im Stadtverordnetenkollegium zu verDamit war die Versammlung geschlossen. Fr. Wilh. Ruhfus, Dortm Unser Dortmunder Magistrat ist fortwährend eifrig dabei, die zweckmäßigsten Sraßenanlagen für den neuen Bahnhof herauszufinden. Die Idec einer Straßenunterführung von der Bahnhofstraße nach dem Steinplatz östlich von dem Empfangsgebäude, wie sie auf der obigen Karte eingezeichnet ist, ist als unzweckmäßig einstweilen aufgegeben worden. Einerseits macht die Bahnverwaltung Schwieriskeiten, weil sie fürchtet, daß durch diese Unterfuhrung der Verkehr auf dem Bahnhofsplatze unmittelbar am Eingang zum Empfangsgebäude zu groß würde. Anderseits glaubt man, daß durch diese Unterführung im nördlichen Stadtteil nicht genug Straßen für den durchgehenden Verkehr aufgeschlossen würden. Die neue Straße münde platt auf den Schlacht= und Viehhof und habe deshalb kein großes Interessengebiet. Auch liege sie zu nahe der Strecke Steinstraße, Münsterstraße, Burglhor. Man hat sich mit einer neuen Tunnekunterführung befreundet, die westlich vom Empfangsgebäude von der Bahnhofsstraße direkt in die Kurfürstenstraße mündet.(Siehe obige Karte.) Freilich, ob diese Unterführung gebaut wird, ist auch noch eine Frage. Sie tostet 500000., wenn sie für Fußgänger= und Wagenverkehr eingerichtet wird. Der Staat will bekanntlich nichts dazu beitragen. Es erheben sich nun im Magistrat manche Stimmen gegen diesen kostspieligen Bau. Sie meinen, Burgtor und Sedanstraße lägen nur 700 Meter auseinander und könnten den nord=südlichen Verkehr ganz gut bewältigen. Andererseits hat diese Unterführung, wie man aus der gestrigen Verhandlung des nördlichen Bürgervereins ersehen kann, viele Freunde. Ein weiterer Plan des Dortmunder Magistrats besteh in der Schaffung eines möglichst direkten Zufahrtsweges Körnerplatz=Westwall=Lindenstraße=Bahnhofstraße=Bahnhof. Wenn man unter den jetzigen Straßenverhältnissen vom Körnerplatz, diesem Hauptverkehrszentrum, nach dem neuen Bahnhofe woll“e, so müßte man erst die ganze Lindenstraße entlang laufen und dann linksum machen die Bahnhofstraße ein Stück zurücklaufen, um nach dem Bahnhofe zu gelangen. Diese neu geplante gästliche Zufahrtstraße finden die Leser auch in dem ovigen Plane eingezeichnet. festgehalten werden solle. Eine anderweitige Gestltung der Unterführungen des Ostens, namentlich inbezug auf die Sentungen, sei schon wegen des großen Fuhrwerksverkehrs nach dem Freiladegleise, die ihren Platz auf dem Plateau der Gronau=Enscheder Eisenbahn erhalten, erforderlich. Herr Stadtbaurat Bovermann habe allerdings in der Bahnhofskommission gesagt, die Unterführwege würden so schön, das daß man von den Sentungen kaum etwas merken werde. Das möge ja richtig sein, aber wenn sich etwas besseres erreichen lasse, solle man zugreifen. Es sei in der Kommission beschlossen worden, geltend zu machen, daß die Straßen im Osten 80 Zentimeter gehoben würden. Es sei hierbei wohl zu bedenken, daß mit den großen Senkungen große Entschädigungsansprüche der Hausbesitzer verbunden wären, welche man doch tunlichst vermeiden müsse. Die Bahnhofskommission halte ferner daran fest, daß die Gronaustraße bis zur Weißenburgerstraße durchgeführt würde, der jetzige Uebergang über die Staatsbahngleise, welcher Eigentum der Stadt sei, solle dafür in Wegfall kommen. Auch die bessere Ausgestaltung des GronauBahnhofes für den Freiladeverkehr müsse erstrebt werden. Der Zugang zu den Freiladegleisen erfolge von der Kaiserstraße mit einem Gefälle von 1 zu 30 Wenn die Gleise nur! Meter höher gelegt würden, dann würde das Gefälle nur 1 zu 50 betragen, was eine wesentliche Verbesserung darstelle. Nach Ansicht von Eisenbahntechnikern ließen sich diese Verbesserungen alle leicht durchführen, insbesondere ließe sich die 1 Meter Höherlegung der Straßen bewerkstelligen. Allerdings sei es fraglich, ob alles zu erreichen sei, weil der Stadtverordnetenbeschluß vom 5. Dezember etwas unglücklich gefaßt sei, denn man habe nur Wünsche ausgedrückt. Es komme darauf an, was der Regierungspräsident dazu sage, schließlich sei die letzte Instanz noch der Eisenminister. Herr Suhrmann gab den Bewohnern des Nordens, die sich.geschädigt fühlen, den Rat, bei der landespolizeilichen Prüfung rechtzeitig einzufinden und Einspruch zu erheben. Herr Zur Hellen empfahl die Annahme folgender Resolution. Die heute im Saale des Wirtes Meier=Ebert stattgefundene Volksversammlung erhebt hiermit gegen den von der Staatsbehörde vorgelegten Entwurf für die Umgestaltung der Bahnanlagen zu Dortmund Einspruch. 1. Ist die von dem nördlichen Stadtteil dringend gewünschte Unterführung westlich des neuen Stationsgebäudes im Zuge der Kurfürstenstraße im Plane nicht vorgesehen. 2. Soll die Bornstraße um 1,5 Meter, die Weißenburgerstraße um 2,10 Meter, die Papengartenstraße um 1,70 Meter gesenkt werden. 3. Die Verbindung zwischen Weißenburgerund Gronaustraße in der Richtung der Gronaustraße ist ebenfalls nicht vorgesehen. 4. Der vorhandene Damm der DortmundEnscheder Bahn soll soll auf 11½ Meter über Straßenkrone erhöht werden und zu diesem Damm ein zweiter Damm für die Ueberführung der Personenzüge in den Hauptbahnhof hinzugefügt werden. Beide Dämme sollen nicht, wie von den städtischen Vertretungen gewünscht, auf Bögen bezw. Viadukten aufgebaut, sondern durch Anschüttung hergestellt werden. Der nordöstliche Stadtteil, der sich in den letzten Jahren außerordentlich entwickelt hat, würde durch diese Ausführungen nicht nur erhebliche Wertverminderungen erleiden, indem weitere Straßen nicht mehr ausgebaut werden können, sondern auch der Verkehr von diesem Stadtteil zur inneren Stadt würde durch die Straßensenkungen erheblich erschwert und einzelne Bürger durch erforderlich werdende Treppenanlagen geschädigt werden. #.5, Zie künftige Gestaltung der Fortsetzung der Heroldstraße und der Lünenerstraße ist aus den Plänen nicht zu ersehen. Der östliche Zufuhrweg zu den Freiladegeleisen des ehemaligen Dortmunder=Enscheder Bahnhofes ist in zu großer Steigung vorgesehen. Der nördliche Stadtteil, der jetzt schon die Hälfte der Gesamtbevölkerung der Stadt ausmacht und den größten Verkehr hat, muß entschieden verlangen, daß die Geleisanlagen östlich des Burgtors um 1 Meter gehoben werden, damit die Straßensenkungen nicht so sehr den Verkehr schädigen. Damm der ehemalig DortmundEnscheder Bahn erhöht wird, und ein Damm zwischen Borsia= und Weißenburgerstraße hinzuder Bewohner mit Rücksicht auf Schönheit der Straßenentwickelung verlangen, daß die Ausführung aus Stein in Bögen bezw. Viadukten geschieht. Wir bestehen auf Weitererhaltung eines Freiladegeleises im Nordwesten. Herr Siebel meinte, mit dem einen Güterbahnhof komme man nicht aus. Die Herren, welche mit dem Eisenbahnfiskus verhandelten, hätten das am grünen Tisch gemacht und hätten vom praktischen Leben nicht viel Verständnis. Redner wünschte diese Frage in die Resolution eingefügt. „ Herr Suhrmann nahm die Mitglieder der Baynhofskommission gegen die Vorwürfe des Vorredners in Schutz. Er sei bei allen Besprechungen Bessgn seige... Sune nur sagen, daß die Jasichigltenß die Interesse der Stadt mit praktischen Gesichtspunkten gewahrt hätten. Im übrigen könne er nur sagen, daß außer dem östlichen Güterbahnhof noch ein solcher an der roten Erde und am Burgholz angelegt werden solle. Es seien schon umfassende Grundstücksankäufe vorgenommen worden. „ Herr Kanstein bemerkte, wie unpraktisch die Bahn arbeite, gehe daraus hervor, daß man den Eilgüterschuppen von gestern ab nur noch von der Seharite Wage Parpen 0u: Dort müßten alle Fuhrschlossen wäreeier passieren, die meistenteils geHerr Zur Hellen erwiderte, daß das Päte man sichnach. i Lelsentirchen und Essen lassen müssen, noch ganz andere Sachen gefallen „Herr Dr. Dassel führte zu dem Bahnhofsscuhan„noch folgendes aus. Er betonte, oaß der„Korden gegenüber dem Süden der Stadt nicht gleichen Schritt gehalten habe. Der Norden kranke gegenüber dem Süden an einem Uebel, an seislendemn Verbindung sehlenven Vervinoung mit dem Süden durch das pole Sree Zum Umbau müsse die umtuft des ganzen Nordens, um den besagten Uebelstanden abzuhelfen, voll und ganz eingesetzt werden. Ferner müsse für Errichtung neuer freier Stroßen hinreichend Sorge getragen werden, damit die Verschmelzung beider Stadtteile in die Wege geleitet werden könne. Wenn der eine Teil eines Körpers an irgend einer Stelle Schaden erleide, so müsse der ganze Organismus dem Uebel zum Opfer fallen. Die Spaltung der beiden Stadtteile, welche gegenwärtig bestände und welche auch an höherer Stelle deutlich zu Tage trete, müsse beseitigt werden, damit ein einiges Zusammengehen zu Stande komme. Der Bann, welcher auf dem Norden laste, müsse gehoben nhofsneubau ein Markstein in der Geschichte des Nordens der Sadt Dortmund werden. Herr Suhrmann trat den Ausführungen des Vorredners bei und hob hervor, daß eine ganze Reihe von Projekten vorbereitet würde, die dem Norden zu gute kommen sollen. Eine neue Ringbahn solle den ganzen Norden umfassen. Die neue Straßenbahnlinie nach Eving werde gebaut werden, sobald die Straßenbahn in das Eigentum der Stadt übergegangen. Mit der neuen Hafenbahn, welche den Fredenbaum ähnlich, wie das Burgholz verunstalten solle, konnte sich Herr Suhrmann nicht befreunden. Redner bedauerte, daß das staatliche Gymnasium an der Möllerstraße erbaut werden soll. Das hätte doch in der Nähe des Hauptbahnhofs errichtet werden müssen.(Sehr richtig.) „Herr Zur Hellen teilte mit, daß auch der Süden mit dem Plane umgehe, einen Bürgerverein Ungarn ohne verkehr. Der Streik auf dem Budapester Westbahnhof. der gestern Abend eingeleitet wurde, hat sich auf eine Weisung von der Zentralleitung der ungarischen Eisenbahnbeamten aus mit blitzartiger Geschwindigkeit über das ganze Land ausgedehnt. Die Organisation dieser Angestellten hat geradezu unheimlich funktioniert, und der Verkehrsminister wird alle Kräfte aufbieten müssen, wenn er dieser schweren Schädigung der Verkehrsinteressen rasch ein Ende machen will. Privattelegramme melden: Budapest, 20. April. Auf einem großen Teile der ungarischen Staatsbahnen ist heute nacht ein Ausstand der Angestellten ausgebrochen. Der letzte Grund des Ausstandes ist das Verbot der Direktion, die für heute angesetzte Landesversammlung abzuhalten, und die Suspendierung der Leiter der Bewegung vom Amt und Gehalt. Im Rakoser Rangierbahnhofe wurde der Führer der Angestellten Turcsanyi mit Ovationen empfangen, 600 Eisenbahner riefen:„Streiken wir!". Sie löschten sämtliche Weichenlichter und Signallampen, der Semaphor wurde auf Halt gestellt. An sämtliche Stationen gingen Telegramme ab, wonach der Streik begonnen habe. Bald darauf rollte ein Lastzug in die Station; als der Lokomotivführer weiterfahren wollle, legten sich die Streikenden vor die Lokomotive und riefen:„Fahre zu!“ Das Personal verließ den Zug, ebenso das Personal eines kurz darauf fälligen Personenzuges. Mittlerweile gingen Telegramme aus allen Landesteilen ein, wonach überall der Streik proklamiert sei, alle auf den verschiedenen Stationen eingelaufenen Züge dort festgehalten würden und deren Personal sich dem Ausstand angeschlossen habe. Im Westbahnhofe blieben schon von 8¼ Uhr abends an alle Züge aus. Der Orientexpreß wurde in Partanynana, der Wiener Schnellzug in Rakospalota festgehalten. Züge mit Reisenden konnten nicht abgehen. Im Ostbahnhofe wurden die Abendzüge noch ordnungsmäßig abgelassen, doch soll heute auch dort der Verkehr eingestellt werden, so oaß mit dem heutigen Tage kein Zug mehr eintrifft noch abgeht. Um Mitternacht wurde zum Schutze der Magazine Militär auf die Bahnhöfe beordert; auch in allen größeren Städten wurde die gleiche Verfügung getroffen. Im Franzstädter Bahnhofe wurden zwei Kompagnien Militär und mehrere höhere Bahn=Beamte aufgestellt, welche dort aus der Provinz mit Streikenden ankommende Züge aufhalten sollen. Die Ausständigen sollen nämlich beabsichtigen, in von ihnen selbst zusammengestellten Zügen sich in Massen nach der Hauptstadt zu begeben, um hier Demonstrationen zu veranstalten. In Arad verließen am frühen Morgen alle Beamten den Bahnhof, die Schalter wurden geschlossen, der Verkehr ist vollständig eingestellt. Am Bahnhofe blieben nur die Reisenden zurück, voller Verzweiflung darüber, nicht abreisen zu können. Ebenso wurde in Komorn um 7 Uhr früh der Bahnverkehr eingestellt. Aus den dort eingetroffenen Zügen stiegen Lokomotiv=Führer und Schaffner aus und verließen mit dem Bahnhof=Personal den Bahnhof. In der Stadt herrscht große Erregung. Der Verkehr ist nur mit Schiffen auf der Donau zu ermögliechn. Von Budapest gehen heute nur Züge der Südbahn ab, die in privatem Betriebe steht. Auf dem Ostbahnhofe hat sich der Verkehr bisher regelmäßig abgewickelt. Die dortigen Beamten wollen, wie es heißt, erst die aus diesem Bahnhof aus der Provinz eintreffenden Ausständigen abwarten und dann den Dienst einstellen. zu gründen. Der nördliche Bürgerverein werde anderen Stadtteilen zum Vorbilde. also den (Bravo.) Ueber die voraussichtliche Haltung der ungarischen Regierung dem Ausstande gegenüber berichtet ein Privattelegramm: Budapest, 20. April. Die Regierung ist entschlossen, den streikenden Bahnbeamten nicht nachzugeben und die strengsten Disziplinarstrafen zu verhängen, selbst vor Dienstentlassung der Rädelsführer nicht zurückzuschrecken. Die Fortführung des Dienstes dürfte derart erfolgen, daß man von den befreundeten Verkehrsanstalten das dort entbehrliche Personal zu den ungarischen Staatsbahnen beordert ferner wird Militär zum Bahndienste verwendet werden. Auf der heutigen Landeskonferenz in Budapest, deren Abhaltung von der Regierung verboten wurde, wollten die Eisenbahnbeamten gegen einen Gesetzentwurf protestieren, durch den ihre Gehaltsverhältnisse in einer ihnen unbillig erscheinenden Weise geregelt werden sollen. Lokale Protestversammlungen, welche die Angestellten in der vorigen Woche veranstaltet hatten, waren wirkungslos verhallt. Ein Streikführer über den Ausstand. Sehr siegessicher treten die Führer der Ausständigen auf: sie glauben, daß der Staat außerstande sein werde, mit der gebotenen Schnelligkeit Ersatz für sie herbeizuschaffen, so daß an dem guten Ausgang ihrer Sache nicht zu zweifeln sei. Eine Stimme aus dem Lager der Streikenden wird in einem Privattelegramm wie folgt übermittelt: Budapest, 20. April. Ueber die unmittelbare Ursache des Streiks wird von einem ehemal. Eisenbahnbeamten, dem in der Agitation eine leitende Rolle zufällt, folgende Darstellung gemacht:„Den Staatsbeamten gelangte zur Kenntnis, daß die Beamten Sarley und Turcsanyi vom Dienste suspendiert und in Disziplinaruntersuchung gezogen wurden. Diese Nachricht verbreitete sich in wenigen Stunden im ganzen Land. Man ließ den Telegraphen spielen, jeder Beamte wußte, daß im kritischen Augenblick der Streik ausbrechen müsse. Dies wurde insgeheim schon vor mehreren Tagen beschlossen, nur glaubte man nicht, daß es hierzu noch vor Abhaltung der für den 20. d. M. anberaumten Landesversammlung kommen werde. Das Vorgehen der Direktion mußte die Gemüter um so mehr aufregen, als man Kenntnis davon hatte, daß auch noch weitere Suspendierungen zu gewärtigen seien und jeder Beamte, welcher durch seine Agitationstätigkeit der Direktion unangenehm sei, unschädlich gemacht werden solle. 1500 Bahnbeamte sollen aus dem Sprengel der Agramer Betriebsleitung im Laufe des heutigen Tages nach der Hauptstadt kommen, um an der Landesversammlung teilzunehmen; unterwegs erfuhren sie jedoch, daß am Bahnhof eine ganze Schar von Detektives und Polizeibeamten ihrer harrte. Sie beschlossen daher, nicht in Budapest einzufahren, sondern unterwegs den Zug zu verlassen. Tatsächlich ließen sie den Zug auf dem Franzstädter Bahnhof halten. Der Zug kam erst mit viertelstündiger Verspätung in der Hauptstadt an. Im Kreise der Eisenbahnbeamten zweifelt man nicht daran, daß sich der Streik auf das ganze Land erstrecken wird. Aus einzelnen Teilen des Landes sind auch bereits telegraphische Mitteilungen gekommen, daß die dort ansässigen Beamten sich mit den Streikenden solidarisch erklärten. So erhielt das Agitationskomitee heute nach aus Miskolcz die Nachricht, daß die dort weilenden 120 Lokomotiv= führer die Arbeit nicht eher aufnehmen wollen, als bis sie vom Zentralkomitee hierzu direkt angewiesen werden. Wir sind davon überzeugt, daß der Kampf in allerkürzester Zeit mit dem Siege der Angestellten enden wird. Ein anderer Ausgang wäre auch kaum möglich. Abgesehen davon, daß die Kommunikation im Lande nicht ruhen kann, ist der Staat ja nicht einmal im Stande, einzelne Züge verkehren zu lassen. Es fehlen eben jede Vorsichtsmaßregeln, und so lange die Beamten nicht ihre billigen Wünsche erfüllt sehen, wird kein einziger Zug in Ungarn verkehren können. Man spricht wohl auch davon, daß das Eisenbahn= und Telegraphen=Regiment zum Verkehrsdienst zugezogen werden soll, wer aber die Verhältnisse kennt, muß wissen, daß die Anwendung derartiger Mittel keinen Erfolg verspricht. In spätestens zwei Tagen werden wir, davon bin ich fest überzeugt, siegesstolz den Dienst wieder aufnehmen können.“ Ofenpest, 20. April. Weitere 500 Eisenbahn= angestellte, die aus Fiume eintrafen, wurden verhaftet. Die Arbeiter in den Werkstätten des Westbahnhofs erklärten sich mit den Ausständigen solidarisch. Nach einer polizeilichen Mitteilung bemächtigten sich 750 Angestellte in Biatorbagy eines Zuges und leiteten ihn hierher. Bei der Ankunft wurden sie von der Polizei in Empfang genommen. Es wind Strafverfahren eingeleitet. Die Drahtverbindung zwischen Ofenpest='archegg und Ofenpest=Zsolna ist unterbrochen, da die Ausständigen die Telegraphenanlage demolierten. Lokale Nachrichten. Dortmund, 21. April. Die Früchte der Erziehung. Wir wohnten gestern dem Mordprozesse in Hagen bei, über welche die Leser einen ausführlichen Bericht im ersten Blatte unserer heutigen Nummer finden. Der Mordbube wurde nach verhältnismäßig kurzer Verhandlung zum Tode verurteilt. Wir wollen an dieser Stelle nicht noch einmal auf die Tat eingehen— sie ist so entsetzlich, daß selten, wie der Herr Erste Staatsanwalt ganz richtig sagte, ein Angeklagter soviel Abscheu erregte, wie dieser Bursche aus Wetter, der das idyllische Städtchen am Strande der Ruhr in einen so unverdienten Ruf brachte. Was bei diesem Prozesse besonders in die Erscheinung trat, das waren die Momente, welche so recht auf die Erziehungsweise, wie sie leider so oft ungeratener Jungen gegenüber angewandt wird, ein grelles Schlachtlicht werfen. Die unglückliche Mutter des Burschen will zu schwach gewesen sein, um ihn zu züchtigen und der Vater wiederum erklärte, er habe sich um die Erziehung nicht kümmern können, weil er seiner Arbeit nachgehen mußte. Und als er dann endlich einsah, welches Pflänzchen er aufgezogen, da war ihm der Junge schon über den Kopf gewachsen. Die Folge war, daß Otto Henkel schon als 15jähriger Bengel Schnaps trank, und sich dem Alkoholgenuß bis zu seinem Eintritt in den Soldatenstand hingab. Um ihn seinem leichtsinnigen Leben zu entziehen, veranlaßte man den sonst gar nicht so unbegabten Burschen, als Zweijährig=Freiwilliger beim Infanterieregiment Nr. 57 einzutreten, wo er sich auch im erestn Jahre tadellos aufführte. Seine Stellung als Majorsbursche wurde ihm jedoch wieder zum Verderven, er gab sich dem alten Laster hin und wurde alsbald wieder in die Kompagnie versetzt. Nunmehr zog er sich wiederholte Strafen zu, die sich bis zu 7 Wochen Arrest steigerten. Er bekam nachher auf der Harkortschen Fabrik seine alte Stellung wieder, sein Meister mußte ihn entlassen, weil er den jungen Alkoholiker, welcher seinen Mitarbeitern ein böses Beispiel war, nicht länger halten konnte. Und nun reift in dem Burschen allmählich eine Verworfenheit und Brutalität, die ihn zu einem verabschenungswürdigen Mörder machte. Nachdem über den Angeklagten das Todesurteil gefällt, wollte ihn der Vater noch einmal sprechen. Der alte Mann begab sich zu seinem Sohne und hielt ihm seine Schandtaten vor.„Ach, was“, rief der Bube,„geh' doch weg. Ihr solltet mich lieber besser erzogen haben!" Diese Worte ließ alle die, welche sie hörten, erbeben. Die 61. ordentliche Generalversammlung des Naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande, Westfalens und des Regierungsbezirks Osnabrück wird in der Pfingstwoche in Dortmund tagen. Stadtausschußsitzung. In der vorgestern Abend stattgehabten Stadtausschußsitzung im Beschlußver fahren wurde erteilt: 1. dem Restaurateur August Bille die Erlaubnis zum Betriebe der unbeschränkten Schenkwirtschaft in dem Hause Wißstraße 34— bisher Witwe Wenker—; 2. dem Restaurateur Friedrich Bane die gleiche Erlaubnis für Kaiserstraße 29— bisher Wirt Röß—: 5. dem Wirt Eberhard Breddemann die Erlaubnis zur Vergrößerung seiner Wirtschaft um einige Zimmer in dem Hause Leopoldstraße 58; 4. dem Polierer Johann Rutkowski Sunderweg 38 die Erlaubnis als Stellenvermittler. Mehrere Anträge auf Erlaubnis der Wirtschaftserlaubnis usw. wurden wegen Verneinung der Bedürfnisfrage abgelehnt; es kamen hierbei folgende Straßen in Betracht: Burgholz=, Saarbrücker=, Hamburger=, Missunde=, Düppel=, Schleswig= Acker=, Quer=, Münster=, Weißenburger=, Oesterholz=, Sölderstraße, Markt und Steinplatz. Johanneskirche. Die Aufnahme in den Katechumenen=Unterricht findet für die Knaben am Freitag, den 22. April, für die Mädchen am Samstag, den 23. April, morgens 11 Uhr, in der Lutherschule statt. Es werden diejenigen Kinder aufgenommen, die bis zum 30. April 12 Jahre alt sind. Gesperrt ist von Montag, 25. dieses Monats ab die Zufuhrstraße zum Eilgutschuppen auf Bahnhof Dortmund.=M. vom Burgtore aus für jeglichen Verkehr, auch für den Milchverkehr. Der Eilgutschuppen ist von diesem Tage ab nur noch von der Sedanstraße aus für Fuhrwerk und Fußgänger zugänglich. Ein außergewöhnlicher Vorfall trug sich am gestrigen Morgen im Saale der Strafkammer zu. Der Berichterstatter einer hiesigen Zeitung mußte vor Beginn der Sitzung vor den Gerichtshof treten, wo der Vorsitzende, Herr Landgerichtsdirettor Goldstein, ihn in sehr scharfen Worten abkanzelte. Er hatte in einem Bericht über die Strafsache Nase gen. Reckermann, wahrscheinlich durch diesen beeinflußt, einen Nachsatz gemacht, worin er andeutete, daß das verurteilende Erkenntnis des Gerichtshofes wohl nicht richtig sei und vom Reichsgericht umgestoßen werden wurde. Der Vorsitzende erklärte, wenn so etwas noch einmal vorkomme, würde er den Berichterstatter aus dem Saale weisen. Wegen Diebstahls bezw. Beihilfe zum Diebstahl und Hehlerei wurden festgenommen der Asphalteur Robert Westermann, Handlanger Fritz Schürmann, Bureaugehilfe Gustav Hoffmann und Arbeiter Johann Drieselmann. Die beiden ersten erschienen vorgestern abend, natürlich ohne Geld, im Laden der Frau Brieden, Brüderweg, und ließen sich Hosen vorlegen. Da sie zu keinem Resultate kommen konnten, ließen sie sich von der Frau Brieden weitere Hosen aus der Fensterauslage heranreichen. Als Frau Brieden mit dem Aussuchen der Hosen aus dem Fenster beschäftigt war, ergriffen die Burschen 5 fertige Hosen und eilten damit fort. Während Westermann mit den gestohlenen Hosen das Weite suchte, wurde ihr von Schürmann die Tür zugehalten, bis Westermann in Sicherheit war. Dann lief auch Schürmann mit seinen Freunden Hoffmann und Drieselmann, die draußen Posten gestanden hatten, fort. Es gelang später in der Nacht die frechen Spitzbuben auf der Brückstraße festzunehmen. Zwei Hosen hatten die Burschen bereits veräußert. Unglücksfall. In der Ritterstraße wurde im Laufe des gestrigen Vormittags die Uebelgönne 53 wohnhafte Frau Ridlowski von einem Wagen an eine Mauer gedrückt. Die Folge war eine Quetschung des rechten Oberschenkels. Mittels des städtischen Krinkenwagens wurde sie nach ihrer Wohnung transportiert. Erkannte Leiche. Die am Sonntag Vormittag aus dem städtischen Hafen gezogene Leiche ist als die der Ehefrau Bergmanns Hugo Nölle aus Dorstfeld rekognosziert worden. Verirrter Knabe. Beim Gefangenwärter Jennrich, Kleppingstraße, befindet sich seit gestern ein Knabe von ca. 7 Jahren, der seine elterliche Wohnung nicht wiederfinden kann. Der Knabe gibt an, Jakob Schaden zu heißen und vorgestern mit seinen Eltern, Eheleuten Nikolaus Schaden von Kalk=Köln nach Dortmund verzogen zu sein. Der Knabe hat blondes Haar, braune Augen und trägt braunen Sammetanzug, schwarze Strümpfe und schwarze Knöpfschuhe. Westsalen und Rheinland. Hörde, 20. April.(Anscheinend vom Schlagegerührt) wurde heute Nachmittag der Tagesarbeiter Josef Sieland auf der Zeche„Freie Vogel". Der Mann war mit dem Reinigen der Geleise beschäftigt, als er plötzlich besinnungslos zusammenstürzte. Der Mann wurde sofort nach dem St. Josefshospital gebracht und hatte bis heute Abend die Besinnung noch nicht wieder erlangt. Schwerte, 20. April.(Mord oder Selbstmord) im Schwerterwalde. Einen grausigen Fund machten heute Morgen 11 Uhr Arbeiter des Dortmunder Wasserwerks. Unfern des vor einigen Jahren neuerbauten Wasserreservoirs, zwischen Freischütz und Wirtschaft Gockel, in einem niedrigen Tannengehölz fanden sie die aufgeknüpfte Leiche des pensionierten Zugführers Fr. König aus Österfeld bei Oberhausen. König stammt aus Schwerte und war am vergangenen Sonntag nach Sommerberg gekommen, um dort Verwandte zu besuchen. Seitdem wurde er vermißt. Heute Morgen nun fand man ihn als Erhängten vor und wurde der Polizei hiervon Mitteilung gemacht. Bisher konnte noch nicht festgestellt werden, ob König freiwillig in den Tod ging, oder ob Mörderhand ihm das Leben nahm. Die Obduktion der Leiche, die heute noch stattfinden soll, dürfte nähere Aufklärung hierüber bringen. Unser Berichterstatter machte die Wahrnehmung, daß der Strick, an dem König hing, sich nicht schlingenartig um den Hals des Erhängten zusammengezogen hatte. Des weiteren wies der Hinterkopf des König drei Wunden auf, Hautabschürfungen von der Größe eines 5 Markstückes, die an und für sich den Tod gewiß nicht herbeigeführt haben, aber immerhin Anlaß zu der Vermutung geben, daß es sich hier um einen Ueberfall, um einen Mord oder Totschlag handelt. Auch Nase und Bart des Aufgefundenen waren mit Blut besudelt. Erscheinungen, die man für gewöhnlich bei freiwillig Erhängten nicht vorfindet. Gegen die Annahme eines Raubmordes spricht indessen der Umstand, daß König in Sommerberg gesagt haben soll:„Adjüs, wie säiht us nit wier!" und auch die Tatsache, daß sich in seinem Portemonnaie noch 25 Mark Bargeld vorfanden. K. stand in den 50er Jahren und bezog eine Pension von 102 Mark pro Monat. Die Leiche, die mit dem Uniformrock angetan war, wurde fort geschafft und wird die Obduktion hoffentlich Klarheit schaffen. Castrop, 20. April.(Gemeinschaftliche Sitzung) der Stadtverordneten und der Gemeindevertreter für Sodingen, Börnig, Holthausen und Rauxel im Saale des Hnrrn Lueg hierselbst. Ferner waren anwesend die Herren Bürgermeister Wynen, Amtmann von Wehren=Rauxel, Amtmann Wiethof=Sodingen und Kreisbaumeister Sommer. Den Vorsitz führte der Herr Landrath von Rynsch. Die Verhandlungen galten dem Bau einer elektrischen Straßenbahn von Castrop nach Bahnhof Rauxel und ev. bis zum Hebewerk einerseits und nach Holthausen, Sodingen, Herne andererseits. Der Herr Vorsitzende empfahl in längerer Ausführung den Bau der Strecke unter den gleichen Bedin gungen, wie jüngst die Linien Fredenbaum=Achen= bach und Fredenbaum=Lünen auf Kosten des Kreises gebaut worden sind unter Gerantieleistung für drei Viertel der Zinsen für 1600000 Mk. Baukapital durch die Gemeinden des Amtes Lünen und durch die Zechen. Die hier in Aussicht genommene Strecke wird pro Kilometer 80000 Mk. kosten, die 10 erforderlichen Kilometer demnach 800 000 Mk. Die Zinsgarantie hierfür würde für die 5 beteiligten Gemeinden 285 Mk., für den Kreis 9500 Mk. betragen. Die Summe für die Gemeinden würdet sich ungefähr verteilen: Sodingen 5210 Mk., Börnig 1356 Mk., Holthausen 3556 Mk., Castrop 12 585 Mk., Rauxel 6300 Mk. Nach den während der Beratungen abgegebenen Erklärungen darf aber mit ziemlicher Gewißheit darauf gerechnet werden, daß„Erin“, „Viktor",„Mont=Cenis",„Graf Schwerin“ und die Stadt Herne einen Teil, vielleicht insgesamt jährlich 20 000 Mt. der Garantiesumme zur Verzinsung des Anlagekapitals, übernehmen werden. Dementsprechend werden sich dann die Leistungen der 5 Gemeinden verringern, und sollen in diesem Sinne die Verhandlungen weitergeführt werden. Schließlich erklärten sich sämtliche Vertreter ohne bindende Erklärung dafür, daß ev. die elektrische Bahnstrecke nach dem Vorschlage des Herrn Landrats gebaut werden soll. Rauxel wünscht eine Zweigstrecke SchwerinCastrop, Sodingen die Durchführung der Bahn bis Herne. Es wurden endlich 3000 Mk. bewilligt, um die ferneren Vorarbeiten energisch betreiben zu können. Herne, 20. April.(Besitzwechsel.) Herr Bauunternehmer Dickhoff erwarb, wie verlautet für 40 000 Mark von den Erben Bergelmann den Eckplatz an der Bahnhofstraße, gegenüber der katholischen Kirche, und wird dort ein modernes Geschäftshaus errichten. Frau Gutsbesitzer SchulteLangforth aus Horsthausen kaufte von Herrn Schulte=Hiltrop einen Bauplatz an der Bochumer Straße. Als Kaufpreis werden 200 Mark für die Rute genannt. Herne, 21. April.(Am hiesigen Realgymnasium) wurden gestern 70 neue Schüler aufgenommen. Gelsenkirchen=Heßler, 20. April.(Tödlicher Unfall.) Auf Zeche Nordstern im benachbarten Amt Horst(Emscher) verunglückten gestern vormittag 7 Bergleute. Während 6 derselben durch herabfallendes Gestein mehr oder weniger geringe Verletzungen davontrugen, fiel dem Bergmann Wennemann von hier ein größeres Steinstück auf den Leib, sodaß alsbald der Tod eintrat. W. betrieb hier nebenbei einen Spezereihandel; sein Schicksal erscheint um so trauriger, als er nach längerer Krankheit gestern die erste Schicht verfahren hatte, die auch seine letzte sein sollte. Gelsenkirchen, 20. April.(Automobilunglück.) Auf der Gartenstraße rannte gestern Nachmittag ein Automobil gegen ein einspänniges Fuhrwerk. Der Zusammenstoß erfolgte mit solcher Wucht, daß auf dieser Seite des Weges der Karren, und auf der anderen Wegeseite das Pferd lag. Das Automobil stürzte in einen Graben. Zum Glücke sind keine Personen schwer verletzt worden, auch sollen die Verletzungen des Pferdes nicht sehr erheblich sein. Das Automobil wurde zum größten Teil zerstört. Nachdem man es wieder auf die Straße geschafft und einen Fahrversuch gemacht hatte, stürzte es nochmals in den Straßengraben. Gelsenkirchen, 20. April.(Der Sohn als Mörder seiner Mutter.) Der Bergmann Ulrich überfiel heute im Streite seine alte Mutter und verletzte sie tödlich durch mehrere Messerstiche. Wetter, 19. April.(Bautätigkeit.) Obgleich hier offenbarer Wohnungsmangel vorhanden ist, regt sich die Baulust doch nur sehr langsam. Es wird der Wohnungsmangel noch fühlbarer, wenn erst auf den hiesigen Werken die angeblich beavsichtigte Einstellung weiterer Arbeiter, die naturgemäß von auswärts kommen, erfolgt sein wird. Die Errichtung neuer Wohnungen erscheint deshalb gegenwärtig unbedenklich und wäre im Interesse der ansässigen Bevolkerung und der zuziehenden Familien nur zu wünschen. Vorbeck, 20. April.(500 Mart Beloh nung) hat die Essener Staatsanwaltschaft gegen die Mörder des Lehrers Pothmann ausgesetzt. Die genannte Belohnung wird für die Entdeckung der Tä ter oder eines derselben erteilt. In der betr. Bekanntmachung heißt es: Die drei Täter, wahrscheinlich überraschte Einbrecher, sind am Amtsgericht vorbei in der Richtung nach Zeche Wolfsbank entflohen. Die Täter, anscheinend Burschen im Alter von 20 bis 24 Jahren, sind mit dunklen Joppenanzügen und dunklen Schlapphüten bekleidet gewesen. Mitteilungen, welche zur Entdeckung führen können, sind der Polizeiverwaltung Borbeck oder zu den Akten der Essener Staatsanwaltschaft 2 J 25504 zu machen. Weitere provinzielle Nachrichten siehe 1. Blatt. Eine neue Erst gestern berichteten wir über einen verhängnisvollen Lawinensturz bei dem Dorf Grengiols im Kanton Wallis, dem zahlreiche Menschenleben zum Opfer fielen. Gestern nachmittag geht uns nun in einem Telegramm die Nachricht über ein ähnliches, leider noch schwereres Unglück, in Ober=Italien zu. In der Gemeinde Pragelato bei Turin zerstörte eine Lawine eine Anzahl Hutten, in denen Bergarbeiter Unterkunft gefunden hatten. Ungefähr 100 Arbeiter wurden verschüttet, von denen sich nur 25 retten konnten. Seit gestern morgen versuchen die Anwohner, unterstützt von einer Pionierkompagnie, trotz des herrschenden Unwetters, zu der Unglücksstätte zu gelangen, um den verschütteten Arbeitern zu Hilfe zu kommen. Eigrner Frxrschekbirnst Die Lawinenkatastrophe in der Das im Kanton Wallis liegende Dorf Grengiols ist, wie wir berichtet haben, von einer schrecklichen Katastrophe heimgesucht worden. Wie jetzt endaül tig feststeht, fielen 14 Personen der Katastrophe zum Opfer. Greugiols liegt an der von allen Alpen touristen viel begangenen Furkastraße, wenige Meilen oberhalb von Brig. Die Eindrücke von Augenzeugen schildert ein in später Nachtstunde eingelau feues Privattelegramm folgendermaßen: Bris, 20. April. 10 Uhr 28 Min. nachts. Am Donnerstag und Freitag morgens werden die drei zehn Opfer des Lawinenunglücks am Mühlenbach in der Kirche Grenziols zur letzten Ruhe bestattet. Die Leichen sind furchtvar entstellt. In der kleinen Betkapelle in einer Ecke des Friedhofes liegen neben einander gebettet am Boden, mit Tüchern und Leichenhüllen vollständig bedeckt, die gefundenen fünf Leichen der Familie des Schreinermeisters Biderbost. Zuerst die etwa 44jährige Mutter Marie, dann die 10jährige Tochter Agnes, die 7jährige Tochter Leonie, der 4jährige Otto und an der Wand der 6jährige Achilles. Diese Knabenleiche ist völlig von Steinen und Balken plattgedrückt. Auch die Leichen der übri gen Fumilienglieder sind zum Teil schrecklich zugerichtet; starte Schädelbrüche und tiefe Löcher in Stirn und Kopf, dann die gräßlich schmerzvollen Gesichtszüge, die krampfhaft geballten und noch ungeöffneten Hände verraten einen furchtbaren, aber doch wohl nur kurzen Todeskampf. Diese Leichen sind alle etwa 50 Meter entfernt vom Standort des Wohnhauses tief unter Schnee und Eis und Felsentrümmern gefunden worden. Ich habe mit dem Vater Franz Biderbost gesprochen, er besaß am Orte der Katastrophe eine eigene Schreinerei und ziemliche Vorräte. Seit drei Wochen hatte er im nahen Moerel eine Arbeit fertig zu machen. Jeden Abend war er nach Hause gegangen, am kritischen Tage gerade nicht. Das Wetter war für den Weg zu schlecht gewesen, und er blieb in Moerel: das war seine Rettung. Am folgenden Morgen 8 Uhr arbeitete er ohne Ahnung am Bau, als der Präfekt kam und ihn in schonender Weise vom Untergang seiner ganzen Fami, lie in Kenntnis setzte. Von der Friedhofmauer getrennt durch eine schmale, holprige Gasse steht das Gemeindehaus. Hier im Erdgeschoß liegen auf einer improvisierten Pritsche, wieder nebeneinander fünf Glieder der Familie Hambord: die Witte Ambord, etwa 50 Jahre alt, ihr etwa 18 jähriger Sohn, zwei halberwachsene Töchter und ein älterer Bruder, der seit Jahrzehnten als einer der besten Sennen des Oberwallis galt. Auch diese 5 Leichen sind zum Teil entsetzlich entstellt. Ihre letzte Wohnstätte war von der niedergehenden Lawine nicht weggetragen, sondern direkt an Ort und Stelle unter etwa 5 Meter hohem Schutt und Schnee begraben und eingedrückt worden. Als man gestern mit großer Gefahr und Mühen die Nachgrabe-Arbeiten bis zur Stelle geführt hatte, fand man die Leichen unter Balken und Eis auf den zusammengedrückten Betten, die Mutter mit ihren zwei Töchtern in einer hinteren Ecke übereinander. Die beiden männlichen Leichen im Nebengemach zwischen Dachsplittern, die dritte durch Todesfälle in Mitleidenschaft gezogene Familie ist die des Bäckers Lauber; auch dieser betrauert den Tod eines zweijährigen Sohnes und seiner etwa 20 jährigen Magd Marie Imhof. Was in diesem Hause in der kritischen Nacht vom Augenblick der Katastrophe anvorging, das erzählte heute der völlig unverletzt gebliebene Lauber selbst folgendermaßen: Seit ein paar Tagen lag meine Frau als Wöcherin schwer darnieder und bedurfte außerordentlicher Pflege. Deshalb hatten wir auch die ganze Nacht das Licht brennen lassen. Kurz nach Mitternacht war ich aufgestanden und hatte Mutter und Kind zu trinken gegeben. Eine Tochter schlief ebenfalls in unserem Schlafgemach bei der Mutter, eine andere mit dem zweijährigen Brüderchen Peter im Nebenzimmer. Im gleichen Gemach auf dem Sofa schlief die Magd Imhof; sie hatte für später die Ablösung übernommen. Gegen ein Uhr waren wir alle etwas eingeschlafen. Draußen heulte der Sturm, tobte der Regen. Plötzlich, es war gegen ½2 Uhr, ertönte ein furchtbares Gerassel und Windespfeifen. Ich fuhr empor. Meine Frau stieß einen Schrekkensschrei aus; im gleichen Moment stürzte aus dem Nebengemach die Tochter mit dem Ruf:„Die Lawine kommt in unser Schlafzimmer!“ Sie hatte noch vorher der Magd geraten, zu flüchten, allein diese und das Brüderchenl agen in tiefem Schlaf. Im Moment, als die Nebentür zukrachte, wankte auch schon das ganze Haus, das Licht erlosch, wir spürten einen Moment, dat es bergab ging, dann krachte und tnackte es über, neben und unter uns, und einige Zeit glaubte jeder von uns, alles sei tot. Ich hatte die Besinnung jedoch keinen Moment verloren und fühlte ring s um mich Bretter und Balken, die sich sperrten und stürzten, dazwischen Eis und Schnee, Steine und Erde. Sobald ich mich erholt hatte, rief ich nach der Frau und den Meinen. Meine blos im Hemd liegende Frau gab dicht neben mir Antwort, bald darauf auch zmei Kinder. Ich arbeitete mich vorsichtig, so gu tes ging, unter den Trümmern zur Frau heran; ein Stein hatte sie am Kopfe getroffen, über ihren nackten Körper floß eisiges Wasser. Siewar in bitterböser Lage, in Sperrwerk un d Eisblöcke eingeklemmt. Ich suchte sie, so gut es ging zu stützen, ändern lonnte ich nicht an der Lage, ohne Gefahr zu laufen, einen weiteren Zusammenbruch zu bewirken. Von uns getrennt, hinter Holzwerk zusammengepreßt, geben auch die beiden Mädchen Kenntnis von ihrer Lage, das eine von ihnen blutete stark und hatte Kopfwunden. Nach etwa einer Stunde meldete eines der Kinder, daß der in der Nähe liegende Knabe tot sei; von der Magd wüßte das Mädchen nichts. In furchtbarer Situation harrte ich nun, mein Weib stützend und mit allen betend und Gott um Hilfe anrusend, auf Rettung von außen. Ich selbst hätte mich wohl retten können, allein ich wollte und durfte die Frau und Kinder nicht verlassen. Es hatte sich über mir, wie ich später merkte eine Art Trichter nach der Oberfläche durch das Sperrholz gebildet, die uns vor dem Ersticken bewahrte. Nach einer oualvollen Stunde hörte ich plötzlich über mir rufen: „Lebt noch jemund?" Jetzt schopfte ich frische Hoffnung und antwortete aus Leibeskräften. Ich vernahm, daß Hilfe nahte. Es war mein Nachbar, der neben mir eine Sägerei gehabt, die ebenfalls ver schwunden war; er selbst wohnte etwa 200 Schritte abseits in Bacherhäusern. Er hatte zufällig alsdie Lawine niedersauste, die Flugbahn aus seinem Feuster beobachtet, sah plötzlich unser Licht erlöschen und ahnte die Katastrophe. Er sching Lärm und war, so bald es möglich geworden, auf der Stätte unserer ehem. Häuse“ erschienen. Als er auf sein Rufen unsere Antwort aus der Tiefe vernahm, wurden alle herbeige kommenen Hilfsmannschaften zu unserer Rettung herbeige zogen. Morgens um 5 Uhr waren fünf Mann gerettet und die beiden Toten auch bald gevorgen. Die furchtbar an Kälte leidende, dem Eisgrabe entzogene Frau, wickelte ich in ein Tuch und trug sie Barfuß selber nur mit dem Hemd bekleidet. hinab ins Dorf. Sie befindet sich augenblicklich relativ wohl; was werden wird, ist abzuwarten. Die Katastrophe selbst wirkte im Ort in den ersten Stunden förmlich lähmend und brachte das ganz Tal in Aufregung. Aerzte eilten von allen Seiten herbei, ebenso Hilfemannschaft, aber zu retten gibts nichts mehr. Hunderte von Metern lang ist das Gebiet mit Trümmern, die einem förmlichen Felssturz gleichen, bedeckt. Weitere Einzelheiten von der grau enhaften Katastrophe gibt das nachfolgende, zeitlich vor dem obenstehenden eingetroffene Privattelegramm wieder: Brig, 20. April. 8,50 Min. abende. Nach un endlich langer Fahrt durch das bereite überall im Blütenschmuck stehende Wallisertat in Brig angekommen, wird mir von unterrichteter Seite vorläusig folgendes über das Lawinenunglück in der wallischen Gemeinde Grengiols mitgeteilt. Seit acht Tagen fiel hier im Gebirge eine ungeheure Schneemasse„namentlich im Breithorngebiet. Drei Tage lang heulte im Gebirge der Sturm und peitschte den fallenden Regen. Die Bewohner der umliegenden Gemeinden hatten sich so an das Sturmesbrausen gewöhnt, daß, als in der Nacht vom Montag auf Dienstag kurz nach 1 Uhr vom sog. Loetigrat Spitzhorn eine ungeheure Lawine niederging, man in der Nachbarschaft von Grengiols anfänglich wenig davon merkte und an Sturmgeheul glaubte. Leider aber hatte diese Lawine Tod und Vernichtung gebracht. Etwa zehn Minuten vom Dorf und der Kirche Grengiols entfernt liegt gegen die Berghalde der Weiler Bächernhäuser. Zu diesem Weiler gehörten drei durch einen Graben von Bächernhäuser getrennte Gebäude, zwei Mühlen und eine Sägerei, genannt Mühlebach— nicht zu verwechseln mit dem nahen zur Gemeinde Ernen gehörende Mühlebach dem Geburtsort des bekannten Kardinals Matheus Schinner— als in der kritischen Nacht am Loetigrat 2500 Meter hoch die Lawine losbrach, nahm sie merkwürdigerweise den Weg direkt aubf Mühlebach und verschonte, wie durch ein Wunder, den größeren Ort Bächernhäuser. Durch den Lawinensturz in Pragelato sind 88 Arbeiter verschüttet. Bisher sind 26 Leichen und 9 Lebende geborgen. 132 Soldaten sind mit Rettungsarbeiten beschäftigt. Abends kommen 40 Soldaten der Alpentruppen an. Die Beschlagnahme der berühmten Simpticissimus=Kummer aufgehöben. München, 21. April. Das Landgericht hob die am 8. Jaonuar erfolgte Beschlagnahme der Zentrumsnummer des Simplizissimus auf. Die Kaiserreise. Catania, 20. April. Der Kaiser gedenkt morgen früh seine Reise nach Bari anzutreten. Eisenbahnräuber. Tiflis, 20. April. Das„Telegraphenbureau“ meldet: Zwischen den Stationen Nowosenaki und Abascha der transkaukasischen Eisenbahn erbrachen vier bewaffnete Männer mit Hilfe eines Nachschlüssels den Postwagen des Zuges während der Fahrt und fesselten die beiden Beamten, welche im Postwagen waren, und versetzten einem einen Dolchstich in den Arm. Es gelang ihnen, sich der Wertsendungen im Betrage von über 100000 Rubel zu bemämtigen und zu entkommen. Vermischies. Dresden, 20. April. Das Dresdener Lanogericht verurteilte ehnte nachmittag den verantwortlichen Redakteur der Sächsischen Arbeiterzeitung Duwell wegen Beleidigung des Bautzener Offizierkorps zu vier Monaten Gefängnis. In der Arbeiterzeitung war die Behauptung aufgestellt worden, einige Offiziere hätten in einem Bautzener Hotel mit einer Bürgerstochter Orgien gefeiert und seien von dem Vater des Mädchens dabei überrascht worden. —(Der Prozeß gegen den König der Belgier) ist zu Gunsten des Beklagten ausgefallen. Die Brüsseler Zivilkammer verkündete am Mittwoch das Urteil in dem Prozeß, den die Gläubiger der Prinzessin Luise sowie die Prinzessin Stefanie(Gräfin Lonyay) auf Nichtigkeitserklärung des Testaments des Königs angestrengt haben. Das Gericht weist die Parteien kostenpflichtig ab und stellt fest, daß der Heiratsakt von 1853 ein diplomatischer Vertrag und der Nachlaß der Königin auf Grundlage der Gütertrennung zu regeln sei.— König Leopold kann also ungehindert seine Kinder enterben und sein Vermögen dem Kongostaat vermachen. Handel, Gewerbe und Verkehr. Berlin, 20. April.(Börse.) Welche Störungen und Gefahren die wirtschaftlichen und Handels=Interessn großer Länder und Völtergemeinschaften ausgesetzt sein können, beweist der förmlich über Nacht ausgebrochene große Arbeiterstreik auf den ungarischen Staatsbahnen. Merkwürdigerweise reagierte die Wiener Börse heute nur wenig auf dieses unter Umständen sehr folgenschwere Ereignis, während man an unserem Markte, nicht geneigt war, gegen die möglichen Folgen desselben die Augen völlig zu verschließen. Es entwickelte sich denn auch hier im späteren Verlaufe merkliches Angebot in österreichisch=ungarischen Werten. Im übrigen zeigte unsere Börse auch heute wieder ganz die lust= und energielose Haltung wie in den letzten Tagen. Auf die gemeldeten Verhandlungen über eine internationale Konvention der Röhrenwerke setzten Eisenaktien teilweise fester ein, um dann gleichfalls nachzugeben. Kohlenund Eisenwerte still; erstere waren nur um kleine Bruchteile verändert, von letzteren gaben Laurahütte ca. ½ Prozent nach. Dortmund, 20. April. Städt. Viehhof.) Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt waren aufgetrieben: 1525 Stück Hornvieh, 469 Schweine intl. Fertel. In tragenden und frischmelken Kühzn war der Handel bei hohen Preisen lebhaft; in manchen Tieren Geschäft besser als am letzten Markte. Ueberstand nicht erheblich. Am Schweinemarkt war das Geschäft mittelmäßig, ein kleiner Teil blieb unverkauft. Man zahlte für 8 Wochen=Ferkel.50 bis 3 Mark pro Woche, für ¼jährige Faselschweine 27—33 Mark, für ½jährige 45—50 Mark pro Stück. Nächster Markt am Mittwoch, 27. April. Gewerkschaft der Zeche Freie Vogel und Unverhofft, Hörde. Die„Rh.=Westf. Ztg.“ erhält eine Zuschrift, die die Ansicht vertritt, daß der größere Teil der Gewerken nicht für den Beitritt zum Syndikat sein wird. Die Gewerken, die für den Widereintritt in das Syndikat sind, könnnen nur an einen Verkauf der Zeche denken, da der Widerbeitritt der Zeche zum Syndikat unter den alten Bedingungen bei einer Beteiligungsziffer von 180000 Tonnen durchaus nicht gewünscht werden kann in der Voraussetzung, daß die Zeche im Betrieb bleibt und die erforderlichen Neuanlagen macht. Die betreffenden Gewerken werden darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn auch die Zeche dem Syndikat beitreten sollte, ein Verkauf derselben ausgeschlossen ist, da das Syndikat nach Aussage einer maßgebenden Persönlichkeit die Zeche Freie Vogel und Unverhofft nut unter der Bedingung wieder aufnehmen würde, daf die Beteiligungsziffer von 180 000 Tonnen nur auf dem eigenen Schachte der Gewerkschaft geförder! würde und im Falle eines Verkaufs der Zeche nich übertagen wenden kann. tion. G.., Dortmund. Zu 1. Die Karte muß in Kamen, wo sie fortgekommen ist ausociertiat wer den. Bu 2. Der! den. Zu 3. Sie Zu 4. Ja. B. 101. Dortm sich nicht so kurz Deutschen Flottentheenstraße 42 II für Rückporto um Laufbahnen in der 14jähriger Abo dem Losungsschein unausgebildete Pl. Erweiterung der ältester Sohn kann vordesigniert ist, k hoben werden. I. 78. Falls Ostern vereinbart nächstige Annahme zurückfordern. W. B. 333. J A. B. 100. 3 Rektor Löher in T 26. April. Aenne., hier. bis Arnhem angebe bahnhof ab vorm. 10,47 Uhr, ab vor tags 12,21 Uhr M Ankunft 4,47 Uhr den Zwe Vorsitzender Hei stein. Eine scheu fand am 26. Febr wobei die Bergleute gefährlicher Weise: zoreck, Michael A witz und Lorenz C Rünte mit einem mißhandelt wurden hielten verschiedene Armmuskulatur, in im Ganzen 8 Stiche —10 Centimeter I. den linken Oberarm In Anbetracht der das Gericht bei den geklagten auf je 2 Langowitz, als den fängnis. Eine Spitzt sellschaft, der diebstähle, die von 9 Jahres in den Ort verübt wurden, z letzter Sache vor Ge Ewald und Otto N Göllner, Fried Zwilling stahlen dann auch Manufak brecher und Anführe und Otto Neuhaus, einstiegen und von übrigen Angeklagten hatten und welche hatten, die Waren z genstände brachten Eltern oder ande die Sachen in Gebi hielten. Von den le Arbeiter Karl Neu jun., Frau Neuhe Frau Schmidt we Mit Rücksicht auf die strafen, welche die A und auf die Schwer Gericht bei Ewald strafe von 3 Jahren Otto Neuhaus und fängnis, bei Teimar strafen auf 2 Jahre 10 Jahre Ehrverluf naten Gefängnis ve und jun., Emilie N hielten wegen Hehler letzteren fünf wurdsuchungshaft angereverbüßt erachtet. Fi werbsmäßiger Hehle verurteilt und sofort Neue Zechenanlag zelnen Nachbarorten befaßt, soll unsere S laße erhalten. Die „Zinkhütte" zu Stoll Zeit rege damit bese hiesigen Werke eine Für den nordöstlichen die Eingemeindung diese Zechenanla Dieser Stadtteil hat entwickelt. Geht mai durch die neugepflaste versehene Körnebachst Schüchtermann und entlang, so findet ma straße als vorzüglich Osten und Norden. ###e Bautätigkeit en giteren Häuser in de schmuckem Fassaden; grundstück von Lüner ein großer stattliche Wirtschaftsbetriebe ei dem die Frage bezüg nunmehr endgültige neuen Lünenerstraße den, worauf sich hie falten wird. „In Bezug auf ein geschätzten Mitarbeite Konzert in Unna, wo lichen Uebungen unter gliedes stattfinden, te dieses den Verhältnisse des Musikvereins in geleitet. Indem ich gütigst Notiz nehmen Hamm i.., 19. Von Pächtern und stücken in der Dortm über den großen Schat dort umherfliegenden Saat anrichten. Die Hälbsthilfe angewiesen besitzer deshalb dara frei umherfliegende durch jedermann unt den Ackern gefangen Abschietzung der Tiere S unglück in der eteilt. Seit acht geheure Schneeet. Drei Tage n und peitschte r der umliegendas Sturmescht vom Montag sog. Loetigrat liederging, man infänglich wenig glaubte. 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Bitten Sie den Deutschen Flotten=Verein in Berlin NW. 7, Dorotheenstraße 42 II gegen Einsendung von 10 Pfg. für Rückporto um Zusendung des Wegweisers zu den Laufbahnen in der Kriegs= und Handelsflotte. 14jähriger Abonnent Schwerte. Die Zeichen auf dem Losungsscheine Ihres jungsten Sohnes bedeuter unausgebildete Plattfüßigkeit,=Beine und geringe Erweiterung der Blutadern an den Beinen. Ihr ältester Sohn kann, trotzdem er für den Landsturm vordesigniert ist, beim Ober=Ersatz=Geschäft ausgehoben werden. J. 78. Falls Sie ausdrücklich Lieferzeit biOstern vereinbart haben, können Sie die demnächstige Annahme verweigern und die Anzahlung zurückfordern. W. B. 333. Ja! A. B. 100. Zu 1. Wenden Sie sich an Herrn Rektor Löher in Dortmund. Zu 2. Am 25. und 26. April. Aenne., hier. Wir können nur den Fahrpreis bis Arnhem angeben Mark 6,60. Dortmund Hauptbahnhof ab vorm. 9,51 Uhr, Oberhausen an vorm. 10,47 Uhr, ab vorm. 11,20 Uhr. Arnhem an mittags 12,21 Uhr M. E.., ab 12,50 Uhr M. E. Z. Ankunft 4,47 Uhr nachmittags. nehmigung Grundstücke. des beirsftenten Zontkuhahrrs iin Verkehr. Lelche Störungen ind Handels=Intergemeinschaften r förmlich über erstreik auf den erkwürdigerweise ir wenig auf diehwere Ereignis, sicht geneigt war, ben die Augen hier im späteren rreichisch=ungariunsere Börse auch ergielose Haltung gemeldeten Veriale Konvention n teilweise fester ben. Kohlenwaren nur um letzteren gaben dt. Viehhof.) siehmarkt ware Aus dem Gerichtssaal. Zweite Strafkammer. Vorsitzender Herr Landgerichtsdirektor Goldstein. Dortmund, 20. April. Eine scheußliche Messerstecherei fand am 26. Februar zu Rünte bei Werne statt, wobei die Bergleute Melchior und Weteretzki in ganz gefährlicher Weise von den Bergleuten Ant. Wieczoreck, Michael Andreschak, Franz Langowitz und Lorenz Schiwano wski, sämtlich von Rünte mit einem Messer in ganz brutaler Weise mißhandelt wurden. Melchior und Weteretzki erhielten verschiedene lebensgefährliche Stiche in die Armmuskulatur, in den Kopf usw. Melchior hat im Ganzen 8 Stiche erhalten, von denen verschiedene —10 Centimeter lang warenund von denen einer den linken Oberarmmuskel vollständig durchtrennte. In Anbetracht der Roheit der Angeklagten erkannte das Gericht bei den ersten zwei und dem letzten Angeklagten auf je 2 Jahre Gefängnis und bei dem Langowitz, als den Haupttäter, auf 4 Jahre Gefängnis. „Fine Spitzbuben= und Hehlerge###schaft, der eine ganze Anzahl Bandenoiebstäyle, die von Anfang bis Ende November vor. Jahres in den Orten Asseln, Schüren und Sölde verübt wurden, zur Last gelegt ist, erschien in letzter Sache vor Gericht. Die Angeklagten Arbeiter Ewald und Otto Neuhaus, Bergleute Wilhelm Höllner, Friedrich Teimann und Karl Zwilling stahlen in erster Linie Nahrungsmittel, dann auch Manufakturwaren usw. Die Haupteinbrecher und Anführer waren in erster Linie Ewald und Otto Neuhaus, welche in die Läden oder Räume einstiegen und von dort ihren Helfershelfern, den übrigen Angeklagten, welche sich draußen postiert hatten und welche bei Gelegenheit mitzuarbeiten hatten, die Waren zureichten. Die gestohlenen Gegenstände brachten dann die Spitzuben zu ihren Eltern oder andern Hausmitgliedern, welche die Sachen in Gebrauch nahmen bezw. verborgen hielten. Von den letzteren Personen hatten sich die Arbeiter Karl Neuhaus sen., Karl Neuhaus jun., Frau Neuhaus, Emilie Neuhaus und Frau Schmidt wegen Hehlerei zu verantworten. Mit Rücksicht auf die mehr oder minder großen Vorstrafen, welche die Angeklagten schon erlitten haben und auf die Schwere der Diebstähle erkannte das Gericht bei Ewald Neuhaus auf eine Zuchthausvon 3 Jahren und 10 Jahren Ehrverlust, bei Otto Neuhaus und Göllner auf je 8 Jahre Gefängnis, bei Teimann mit Rücksicht auf die Vorund 6 Monate Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust. Zwilling wurde zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Karl Neuhaus sen. und jun., Emilie Neuhaus und Frau Schmidt erhielten wegen Hehlerei je 3 Monate Gefängnis. Den letzteren fünf wurden 3 Monate für die Untersuchungshaft angerechnet bezw. durch dieselbe als verbüßt erachtet. Frau Neuhaus wurde wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu einem Jahre Zuchthaus verurteilt und sofort in Haft genommen. Sprechsaal. melken Kühen haft; in manetzten Markte einemarkt war Teil blieb unrren 169 Schweine 1 8 c. ar eil blich vnFerkel.50 Faselschweine ark pro Stück. Fril. und Unver erhält eine ß der größere eitt zum Synir den Widernur an eiWiderbeitritt ten Bedingun180 000 Ton kann in der jeb bleibt und Die betreffen# tsam gemacht, dikat beitreten hlossen ist, da gebenden Pernverhofft nut in würde, daf onnen nur au haft geförder der Zeche nicht edaktion. die Karte muß in andackertlot wer Neue Zechenanlage. Während man sich in einzelnen Nachbarorten mit dem Stilllegen von Zechen befaßt, soll unsere Stadt eine neue große Zechenanlaße erhalten. Die Aktiengesellschaft für Bergbau „Zinkhütte" zu Stollberg und in Westfalen ist zur Zeit rege damit beschäftigt, unmittelbar an ihrem hiesigen Werke eine große Zechenanlage zu bauen. Für den nordöstlichen Stadtteil, der außerdem durch die Eingemeindung von Körne bedeutend gewinnt, ist diese Zechenanlage von wesentlichem Vorteil. Dieser Stadtteil hat sich in letzter Zeit bedeutend entwickelt. Geht man von der Weißenburgerstraße rnoch die neugepflasterte und mit schönen Trottoiren versehene Körnebachstraße zwischen den Werken von Schüchtermann und Kremer und August Klönne entlang, so findet man die neuausgebaute Lünenerstraße als vorzügliche Verbindung zwischen dem Osten und Norden. Es scheint sich dort eine sehr rege Bautätigkeit entwickeln zu wollen, auch die salteren Häuser in der Körnebachstraße werden mit schmuckem Fassadenputz versehen. Auf dem Eckgrundstück von Lünener= und Körnebachstraße ist ein großer stattlicher Neubau, anscheinend zum Virtschaftsbetriebe eingerichtet, aufgeführt. Nachdem die Frage bezüglich des neuen Güterbahnhofs nunmehr endgültig erledigt ist, dürfte auch an der neuen Lünenerstraße die Baukonzession erteilt werden, worauf sich hier eine rege Bautätigkeit entfalten wird. In Bezug auf eine Stelle in dem Referat Ihres geschätzten Mitarbeiters über das 2. MusikvereinsRKonzert in Unna, worin es heißt, daß die gewöhn sichen Uebungen unter Leitung eines Vereinsmitgliefliedes stattfinden, teile Ihnen ergebenst mit, daß den Verhältnissen nicht entspricht. Jede Probe 29Musikvereins in Unna wird von mir persönlich erieitet. Indem ich bitte, von dieser Berichtigung gütigst Notiz nehmen zu wollen, zeichne Hochachtungsvoll Hamm i.., 19. April 1904. Paul Seipt. . Von Pächtern und Besitzern von bestellten Grundken in der Dortmunder Feldmark wird lebhaft über den großen Schaden geklagt, den die in Scharen Sag, umherfliegenden Tauben in der aufgehenden Selbsthaltg.. Eigentümer sind daher auf angewiesen und möchten wir die TaubenLesitzer deshalb darauf aufmerksam machen, daß frei umherfliegende Tauben dem freien Tierfang durch jedermann unterliegen, sie dürfen also auf Ackern gefangen oder abgeschossen werden. Zur ichegung der Tiere bedarf es allerdings der Gegese Standesamt Dortmund. Vom 20. April. Geburten. 1 Sohn: Schlosser Krone, Courlerstr. 17. Bahnarbeiter Schare, Düsseldorferstr. 16. Kellner Kuthning, Rheinischestr. 171. StationsAssistent Schlüter, Klosterstr. 11. Reisender Koschorra, Hakenstr. 6. 1 Tochter: Schuhmacher Bals, Paulinenstr. 48. Kassenbote Erb, Leopoldstr. 64. Schreiner Hegemann, Ardeystr. 117. Zuschläger Hegemann, Mälzerstraße 3. Handlanger Pilkis, Grünstr. 11. Vorzeichner Eckhoff, Bleichmärschstr. 29. Bauunternehmer Griethe, Neuer Graben 18. Lokomotivheizer Wippermann, Paulinenstr. 38. Gärtner Kremers, bölderstr. 88. Aufgebote. Schlosser H. Prands und Witwe Amalie Antoniak. Dreher Joh. Pollmann und Theresia Düwel. Zuschneider H. Bestmann und Clara Fischer. Stahlwerkarbeiter A. Sippel und Witwe Karoline Mestschuweit. Monteur Th. Jasinski und Anna Pogarczalski. Eisendreher H. Plum und Margarethe Beine. Eisenwerkarbeiter J. Szymaniak und Wilhelmine Scharpegge. Bergmann R. Diekmannshemke und Veronika Prikanowsky. Eisenwerkarbeiter R. Dröger und Anna Graf. Bergmann Josef Kujaczinski und Bertha Diesing. Postschaffner K. Prügener und Auguste Vesper. Bierbrauer G. Wisgicke und Katharina Aigals. Eheschlißungen. Hülfsbremser Fr. Quabeck und Sofie Duchling. Polsterer W. Werner und Anna Schaumann. Anstreicher G. Mestermann und Maria Adolph. Arbeitersekretär Joh. Gronowski und Sophie Pott. Geschäftsreisender A. Chiout und Klara Röbel. Walzwerkarbeiter G. Lexa und Mina Ernst. Sterbefälle. Elfriede Briskorn, Rolandstraße 21, 2 M. Ehefrau Katharina Stürmann. Balkenstr. 32, 20 J. Anstreicher Petersmann, Dudenstr. 32, 50 J. Handlanger Isidor Zukat, Hackarderstraße 186, 29 J. Emma Lohöfer, Schubertstraße 17, 8 J. Schlosser Kurt Hubald, Westenhellweg 111, 18 J. Privatmann Samuel Philipp, Krautstr. 19, 89 J. Käthe Flegel, Balkenstr. 29, 1 M. Witwe Maria Netterdon, Langestr. 20, 41 J. Louis Baack, Steinstr. 76, 1 J. Wilhelm Lunke, Leibnitzstr. 8, 4 M. Tordern Eie in den Kolonialwaren=HandPerdern Sie lungen Prospekt über S Grumer& Neu Seisen= fabrikate und über Grümer& Neu große GratisVerteilung. 7484 Unserer heutigen Gesamtauflage liegt ein Prospekt der Firma NICOLAT& Co. in Hanau und Zürich, betr. Dr. Hommel’s Haematogen bei.— Depots in allen Apotheken. Mit Zustimmung der Stadtverordneten=Versammlung und Polizei=Verwaltung haben wir die Fluchtlinien für die im Bebauungsplan Nr. 5 Blatt 3 mit den Buchstaben.=R. bezeichneten Straßenzüge zwischen Treib= und Hansastraße und zwischen Sunderweg und Schützenstraße, wie in dem Plane in grüner Farbe dargestellt, festgesetzt. Der Plan liegt gemäß§ 7 des Fluchtliniengesetzes vom 2. Juli 1875 vom Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an, vier Wochen lang im Tiefbauamt, Kleppingstraße 27, Zimmer 247, zu Jedermanns Einsicht aus. Einwendungen gegen den Plan können binnen der vorbezeichneten Ausschlußfrist bei uns angebracht werden. Dortmund, den 16. April 1904. Magistrat. Verannrmachung. Die Zwangsversteigerung des auf den Namen der Ehefrau des Kaufmanns Gustav Hagemann, Anna geb. Beckmann in Gelsenkirchen im Grundbuche von Dortmund, Band 10, Artikel 46, eingetragenen, in der Steuergemeinde Dortmund belegenen Grundstucks=Frur 23 Nr. 1462=30, fortgeschrieben in Flur 23 Nr. 2874130, und der auf den 3. Mai 1904 anberaumte Versteigerungstermin sind aufgehoben. Dortmund, den 18. April 1904. Vom Montag den 25. dieses Mts. ab ist die Zufuhrstraße zum Eilgutschuppen auf Bahnhof Dortmund.=M. vom Burgtor aus für jeglichen Verkehr, auch für den Milchverkehr gesperrt. Der Eilgutschuppen ist von diesem Tage ab nur noch von der Sedanstraße aus für Fuhrwerk und Fußgänger zugänglich. Dortmund, 20. April 1904. Königl. Betriebsinspektion 1. Bekanntmachung. Inder Zeit vom 6. bis 10. Juli d. J. findet in den sämtlichen unmeinden des Amtes Wellinghofen durch den Eichmeister Maritzen zu Hörde eine technische Revision der Maße und Gewiehte statt. Die Gewerbetreibenden werden darauf aufmerksam gemacht, daß die in ihrem Besitze befindlichen, den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprechenden Maße und Gewichte bei der Revision beschlagnahmt werden und außerdem der Besitz unvorschriftsmäßiger Maße und Gewichte mit Strafe geahndet werden wird. Zur Vermeidung dieser Strafen empfiehlt es sich, diejenigen Maße und Gewichte, deren Richtigkeit zweifelhaft erscheint, vor Beginn der Revision eichamtlich prüfen zu lassen. Wellinghofen, den 15. April 1904. Der Amtmann: Hartung. Schulnenbau zu Holzen Amt Westhofen, Kreis Hörde. Die Ausführung der Arbeiten einschl Lieferung aller Materialien soll an einen oder mehrere geeignete leistungsfähige Unternehmer vergeben werden. Bedingungen und Entwurfszeichnungen liegen im Kreishause zu Hörde, Zimmer Nr. 20, während der Dienststunden zur Einsicht auf.„ 28033 Angebote nach Vordruck, welche gegen Erstattung der Schreibgebühren ebendaselbst erhältlich, sind bis zum den 30. April, vorm. 10 Uhr, verschlossen und postfrei an den Unterzeichneten einzusenden. Hörde, den 18. April 1904. Der Kreisbaumeister: Mewis. HagelVersicherung Die Union, Allgemeine Deutsche Hagel=Versicherungs=Gesellschaft — zu Weimar= gegründet im Jahre 1853 mit einem Grundkapitale von 9 Millionen Mark, wovon 5,019 Aktien m. 7,528,500 M. begeben sind. Reserve ult. 1903.. 4,963,786„ Gesamtgarant.=Kavik. 12,492,286 M. Prämien=Einn. i. 1903 2,176,779 Zinsen=„„ 311.064 14.980,129M. Die Union versichert Feldfrüchte gegen Hagelschaden zu festen mäßigen Prämien. Jede Nachschußverbindlichkeit ist ausgeschlossen, so daß also eine Nachzahlung auf die Prämien niemals stattfinden kann. Bei Versicherung auf mehrere Jahre wird ein namhafter Prämien=Rabatt gewährt. Besondere Erleichterungen werden für kleine Versicherungen bewilligt, namentlich fur Sam: melpolicen. Die Vergütung der Schäden gelangt spätestens binnen Monatsfrist, in der Regel aber früher, zur vollen und baren Auszahlung. Weitere Auskunft wird erteilt u. Versicherungen werden vermittelt durch die Agenten: Sonnenschein & Sohn in Dortmund, Ferd. Greve, Rendant in Lünen, C. Saatmann, Kaufm. in Schwerte sowie General=Agent Julins Garbe, in Dortmund.(28028 mittelschweres kräftiges, zuverlässiges, fehlerfreies, flottes Plera zu jed. Zweck passend, steht z. Verkauf. Näh. Buramundastr. 9, part.) 1 Plerd zu kaufen gesucht. 27391 Schwerter Brotfabrik, Genossenschaft m. b.., — Holzen b. Schwerte. Ein Pferd(Russe) Apfelschimmel steht billig zu verk., auch ein leicht. Gia für Reisende. Weiße Bulldogne billig zu verk.( Franz Kieser, Brackel, 27989) Tackenstraße 12. Ackerpferd preiswert zu verkaufen.(27966 Massinger, Hobestr. 48, I. Ein Rasse=Pferd flotter Gänger. Apf.=Schimmel, 7., billig zu verkaufen. Besichtigung Sonntags. Heinr. Buttermann, Brackel, Tackenstr. 12.(27988 Für die Bewachung des Stadttheater=Neubaues wird ein kräftiger wachsamer) Hund gesucht. Theaterbauburcau a. d. Kuhstr. Hündin KX.— sof. ges. 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Herr Oberleutnant Ernst Jahn in Saarlouis mit Frl. Else Reichardt in Mainz. Herr sakob Klaasen mit Frl. Käthe Kruß in Krefeld. Herr Franz stocks mit Frl. Adelgunde Kruß in Krefeld. Herr Dr med. Anton Schrellenbach mit Frl. Anna Gräfe in Bochum. Herr Ludwig Fahrbach mit Frl. M. Schoß in Köln. Gestorben: Herr August Brökelschen in Barmen, 50 J. Frau Wwe. Hermann Josef Braun in Bonn, 64 J. Frau Wilhelm Drueke in Köln, 6 J. Frau Karl Klepper in Hagen, 28 J. Herr Willy Hohagen in Altenwerde, 26 J. Herr Bergrat Emil Buse in Arnsberg, 44 J. Frau Anna Hessel in Koblenz, J. Frau Amalie Rocholl in Ramsbeck, 85 J. Frl. Lehrerin Wilhelmine Klein in Essen, 23 I. Herr Gottfried Bucher in Essen, 27 J. Frau Else Wiese in Wiesbaden, 31 J. ∆ Verband deutscher ahletost=Pt## Zanisteile Dortmund. Die Beerdigung des verstorbenen Verbandsmitgliedes(27944 Heinr. Brokamp findet Freitag am 22. d. Mts., morgens 10 Uhr, statt. Antreten der Mitglieder präzise 9¾ Uhr: Rheinischestr. 155. Um zablreiche Beteiligung bittet Die Orteverwaltung. Staft jeder besönderen Anzeige. Nachdem uns vorigen Freitag, den 15. April cr., unsere liebe gute Mutter durch den Tod entrissen wurde, starb heute, am Tage des Begräbnisses derselben, unser lieber, guter Vater, Bruder, Schwieger- und Grossvater Sämder- Phh! im Alter von 89 Jahren, an den Folgen der Altersschwäche. Dortmund und Köln, den 19. April 1904. Die trauernden Hinterbliebenen: Regine van Gelder, geb. Philipp, Sophie Cahn, geb. Philipp, Siegmund Philipp, Lina Philipp. Sally van Gelder, Fritz Cahn, Selma Philipp, geb. Adler. Mts. Die Beerdigung findet Freitag den 22. d. mittags 12 Uhr, vom hiesigen Johannishospital aus statt.— Die Andacht beginnt am Freitag Abend 7½ Uhr in der alten Synagoge. Kranzspenden im Sinne werden höflichst verbeten. des Verstorbenen 29. Loefthe 46 Erteile mit behördlicher Erlaubnis 23321 Unterricht in kaufmännischer Buchführung u. Korrespondenz. Ausbildung als Buchhalter, Kassiererin 2c. 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Vereins-Konzert 1903/04 unter Leitung des Königl. u. Städt. Musikdirektors Herrn Julius Janssen. PROGRAMM: 1. Die sieben Worte des Erlösers, für Soli, Chor und Orchester von Gustav Doret. (Erste Aufführung in Deutschland.) 2. Symphonie(Fdur) von Johannes Brahms. 3. Klavier-Konzert(Es-dur) von Franz Liszt. 4. Gesang-Vortrag für Bass. 5. Soli für Klavier. 26551 „Wie man sich bettet, so schläft man“, Rosenthal’s Betten sind die besten! N. Roschthaf. Bettfedern-Fabrik. Münsterstr. 28a. Westenhellweg 42. 6186 Impfplan des Amtes Lütgendortmund für das Jahr 1904. # Impflokal: Wirt Kersten, Lütgendortmund. Donnersta 21. April, Nachmittags die katholische Schule um 3¼ Uhr, levangelische Schule und Rektoratschule um 4¼ Uhr, sowie Erstimpflinge der Gemeinde Dellwigholte um 5¼ Uhr.— Nachschau: Donnerstag, 28. April, wie obenstehend.— Erst= und rimpfung. Dr. Frede“ Sollsten: = 10 Uhr 25 Minuten Der Todessprung 8 8 auf dem Zweirade ausgeführt von Nr. Henry. N 83 Olympia-Tunnel. Possen-Ensemble„Die neuen Chemnitzer“ Täglich a Possen. Gachen Lachen. Lachen. Lachen. — Konzert von 2 Kapellen.— Entree frei. Ansang Wochentags 6 Uhr. Vier 10 Pf. e. Frau Sophie Hiller, Konzertsängerin(Sopran), Köln. Herr Max Kordewan, Konzertsänger(Bass), Berlin. Herr Frédérie Lamond(Klavier), Frankfurt a/M. Verstärktes Philharmon. Orchester. Nummerierte Plätze in der Hornungschen Buchhandlung am Markt u. an der Kasse 4 Mk., unnummerierte 2 Mk., Schülerkarten 1 Mk. Die General-Probe mit Solisten findet am 23. April er., nachm. 5 Uhr, am Fredenbaum statt. Eintrittsgeld an der Kasse 1 Mk. AuuuuAu. D0 9 * * 2 : : Männer-Gesang-Verein Schserara — Dortmund.— Nördlicher * * * * * * 2 * 2 Dirigent: Friedr. Sievers, Essen. Sonntag den 24. April 1904, abds. 7½ Uhr: im„Reinoldushof“ Grosses Vokal- und Instrumental-Konzert unter Mitwirkung des Konzertsängers Karl Rost aus Köln(Bariton) und des .-.-V.„Einigkeit“, Bochum. Klavierbegleitung: Willy Rinkens, Köln. Musik: Giesenkirchen'sche Kapelle. Appell am Sonnabend, 23. April er., abends 8½ Uhr: Entree im Vorverkauf 75 Pfg., an der Kasse 1 Mr. à Person. Karten im Vorverkauf sind zu haben in den Zigarrenbandlungen der Herren F. Schluter, Rheinischestraße, Gust. Hempel, Betenstr. 12 und Brückstraße 57 Lindenbos). Albert Schmidt, Westenhellweg u. Brückstr.= Ecke, L. Amtenbrink, Burgtor, Wwe. Rosenbaum, Münsterstr. 21(am Steinplatz) sowie bei den Mitgliedern. * : Vorinunder KcelA Schitzenbund. * 2 * 3 2 2 * * 2 3 I. Compagnie beim Wirt Emil Schreer, Münsterstr. II.„„„ Peter Heuseler, Kurfürstenstr. III.„„„ Hugo Möhlmann. Sunderweg. IV.„„„ Heinr. Lauterbach, Düppelstr. V.„„„ Heiur. Trott, Oestermärschtr. Am Freitag, den 22. April, abends 8½ Uhr: Cavallerie beim Wirt Fritz Brune, Heroldstr. Artillerie"„ Carl Verkemeyer, Schützenstr. Tages=Ordnung: 1. Wahl der Chargierten. 2. Einschreiben der Schützen. Der Oberst. Empfehle mich den geehrten Damen Dortmund in Anfertigung 999 #e von Kostümen jeder Art. Durch langjährige Praxis bin ich in der Lage, auch jedem Geschmacke zu genügen. Hochachtungsvoll! Frau Paula Weber Kuhstrasse 27, p. Wiexgnipzgtg##.##r. Freoerting. 20 Jzuupflokal: Wirt Kersten, Lütgendortmund. Freitag, den April, von Nachmittags 3¼ bis 6 Uhr, diejenigen Erstimpflinge, die in der Zeit, vom 1. Januar bis 30. Juni v. J. geboren sind.— Nachschau: Freitag, den 29. April wie obenstehend.— Wiederimpfung. Dr. Hamm. Impflokal: Wirt Kersten, Lütgendortmund. Samstag, den 23. April, von Nachmittags 3¼ bis 6 Rhr, die jenigen Erstimpflinge, die in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember geboren sind, sowie die im vergangenen Jahre und früher nicht mit Erfolg geimpften Erstimpflinge.— Nachschau: Samstag den 30. April, wie obenstehend.— Wiederimpfung. Dr. Hamm. Impflokal: Wirt Brüßermann, Kirchlinde. Montag den 25. April, von nachmittags 3½ Uhr bis 6 Uhr, sämtliche Erstimpflinge.— Nachschau: Montag den 2. Mai, wie obenstehend.— Erstimpfung. Dr. Hülshoff. Impflokal: Wirt Brüßermann, Kirchlinde. Dienstag den 26. April, nachmittags die evangel. Schule 3½ Uhr, die kathol. Schule, 4 Uhr.— Nachschau:Dienstag den 3. Mai, wie obenpehend. Wiederimpfung., Dr. Hülshoff. Impflokal: Wirt Rose, Bövinghausen. Mittwoch den 27. April, nachmittags 3 Uhr, die Erstimpflinge und 3½ Uhr, die Wiederimpflinge.— Nachschau: Mittwoch den 4. Mai, wie obenstehend.— Erst= und Wiederimpfung. Dr. Dieminger. Impflokal: Wirt Pütthoff, Westrich. Donnerstag den 28. April, nachmittags 3 Uhr, die Erstimpflinge und 3½ Uhr, die Wiederimpflinge.— Nachschau: Donnerstag den 5. Mai, wie obenstehend.— Erst= und Wiederimpfung. Dr. Dieminger. Impflokgl; Wirt Artheker, Oespel. Freitag den 29. Apr I Ausserordentlich günst. Gelegenheitskaut!! Einen Posten Dürrkopp’s Kontrolikassen Impflokal: Wirt Artheker, Oespel. Freitag den 29, April, nachmittags 3½ Uhr die Erstimpflinge und 5½ Uhr, die Wiederimpflinge.— Nachschau: Freitag den 6. Mai, wie obenstehend. — Erst= und Wiederimpfung. Dr. Thiesbürger. Impflokal: Wirt Rüßmann, Kley. Samstag den 30. April, nachmittags 3½ Uhr die Erstimpflinge und 4½ Uhr die Wiederimpflinge, sowie die kathol. Schule Oespel=Kley.— Nachschau: Samstag den 7. Mai, wie obenstehend.— Erst= und Wiederimpfuna. Dr. Thiesbürger. Der unterm 15. d. Mis. in der hiesigen Amtszeitung veröffentlichte Impfplan ist ungiltig. Die Impfung, sowie die Revision geschieht unentgeltlich. Aus einem Hause, in welchem ansteckende Krankheiten, wie Scharlach, Diphtherie, Kroup, Keuchhusten, Klubtyphus, rosenartige Entzündungen, oder die natürlichen Pocken herrschen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Impftermin nicht mitgebracht werden. Die Kinder müssen zum Impftermin mit reingewaschenem Körper und reingewaschenen Kleidern erscheinen. Lütgendortmund, den 18. April 1904. Der Ehrenamtmann. J..: Der Beigeordnete v. Köckeritz. vorzüglich funktionierend, gebe weit unter Fabrikationspreis ab. A. Schulte Derne. Dortmund, auf d. Berge 15. Telefon 1332. Am heutigen Tage eröffnete ich in Westhofen Hauptstraße 66— eine Filiale meiner Baumaterialen-Handlung Auuuuuuaullun.. Kvangensche VoineVersummrung am Donnerstag, den 21. April 1904, abends punkt 8½ Uhr in Reinoldushof. „Welche Bedeutung hat die Aufhebung des§ 2 des Jesuiten=Gesetzes u. die Wiederzulassung der Marianischen Kongregationen an den höheren Schulen für unser evangelisches Redner: Pastor Lie. Schnapp u. Pastor Lic. Traub. Alle Evangelischen sind freundlichst eingeladen. Auch Frauen haben Zutritt. Eintritt frei. K 4 K 5 K 3 K. H H 5 K. *0 * + Alle in den hiesigen Höheren Lehranstalten eingeführten Se. Vucher, wörterbücher, Atlanten etc. sind in dauerhaften Einbänden und zu billigen Preisen bei mir zu haben. Ebeuso sind am Lager Schrelbhefte, Reisszeuge, sowie sümtl. Schulgegenstände. ZyWrerüwen Sche Buchun Hugo Dreist, 6 Betenstrasse 6. Hobe mein Zahnatelier nach HauwigsuHE Heyne, 23362 Dentist. mit deren Leitung Herr Gustar Osthofk in Westhosen betraut wurde. 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Anmeldungen werden täg. lich entgegen genommen. Prospekte gratis durch das Sekretariat. 27846 Die Direktion. Erscheint vöchentlic sieben Mal. Bezucspreis: für Dor mund und Amgegend 45 Pfenni monatlich. im übri zen 55 Pfg. Mit der Wochenbeila „Dortm. Lustige Blätter“ nur 10 Pfg. mehr. Bei der Post mit de Bellagen: Vierteljährlich.25 M Postzeitungs=Nr. 291. Verantwortlicher Red Berliner Bureau: rößte Erst Vom rus Krieg Bericht ein Ueber die tragis (Makarow mit seiner 1 wverden immer noch * um so interessanter beteiligten Personen derung wird aus PeNach einer Depes unter den wenigen G der Signalmaat Bots folgendes erzählt: „Die japanische fänglich entgegen, da folgten sie und gaber zeigten sich 14 groß Kreuzer gepanzert, Schiffen nur einen hatten; deshalb kehrt der auf die Reede, stand in Steuerhau das letz Signal au fahl:„ orpedoboote fen!", uls plötzlich de ren Exp osion erbebt zweiter und dritter S meiner Brücke. Ichst ses; ein Offizier, w kam mir entgegen. 1 die Seit Auf der B mit der besicht nach gebade.: Ich stürzte aufhebe. aber das E seits ssom Trümmer und Fei=r umgaben u Erhöhur; wurde da schnell er vas ergreifen jedoch mt unter Wass mich noch eines falle mehr. Auf unserem Herr mit weißem Ba stehend, schrieb— we kommen." Botschkow reschtscho gin. Der Korrespondent oin, Mr. Hends, sende welcher der Erzählung stammt und der sich Vorgängen beim Unte als vielt ehr mit den Prinzen beschäftigt.6 fürst au der Komma derem Ende sich Admi eine Explosion ereigne blendender Flammen hes ausfsteigen ließ,, das Bewußtsein raubt bahnte er sich den Weg von Feuer, Rauch und teren Teile des Schif Vorderteil rasch im S die einzige Rettung Teile aus ins Meer Schwim nen zu retten bemühte sich zu gleiche dem sinkenden Schifft wieder un die Oberflä schwunden. Nur Holzt auf den Wasser und h der verzweiflungsvoll rang. Die Verletzunge sehr bedeutend sein. Charbin, 20. Apri hiesigen Kriegsgericht ein jat anischer Haupzdie, in chinesischer Ver Mongol i gehend, die ten. Eine geringe Be von Charbin wurde r Der Ar ungarische Der Ausstand der Mit großer Ene ung eigegriffen, Ausstaid der Bahn ten Ve kehr wieder zunächs verfügten kenden die Unbotm werden muß freili ment der Ungarn sen rein polizeiliche gierung natürlich ziert sich jedoch meh verschie dener Arbeit schen. ####er den 450 ##ten sind noch we Gerbenr stiegen sche ledoch sofort von und deterniert. In Gasr erklärten sie „Ahnangestellten so nieder. Die schon von Ir genieuren in