NS 208. 6. Jahrgang. Dortmund, Dienstag, 5. September 1893. Nachweisliche Auflage: 16000. Erscheint wochentäglich. Abonnementspreis: durch die Boten bezogen monatlich 50 Pfg, nebst der Beilage„Westf. Hausfreund“. Mit der Wochenbeilage:„Doxtmunder Lustige Blätter“ nur 10 Pfg, mehr. Bei der Post mit den Beilagen: Vierteljährl. 2 M. Verantwortlicher Redakteur: K. Richter. Dortmund. far Hrermund und dir Frovinz a Größte und verbreitetste Zeitung Westfalens.— Unparteiisches Organ für Jedermann. Redaktion und Expedition: Dortmund, Friedhof 2. Fernsprech=Anschluß Dortmund Nr. 404. Haupt=Agentur Unna: Nr. 285. Insertionspreis: 20 Pfg. die einspaltige Zeile. Reklamen die Zeile 40 Pfg. Verlag General=Anzeiger Ruhfus& Cie. Rotationsdruck Fr. Wilh. Ruhfus, Dortmund. Grstes Loßasßsatt in: Annen, Aplerbeck, Barop, Brackel, Brechten, Camen, Castrop. Cörne, Courl, Derne, Dorstfeld, Dortmund, Ergste, Eving, Fröndenberg, Hamm, Herdecke, Herne, Holzwickede, Hörde, Huckarde, Kirchhörde Sohalbialt in: Langendreer, Langschede, Lünen, Lütgendortmund, Marten, Menden, Mengede, Oeopel, Schwerte, Unna, Volmarstein, Wellinghofen, Westhosen, Motter, Bwichedr.Mioln Wetter, Wickede=Asseln, Witten. Ueberall Botenbestellung Ein bedauernswerter Fürst. Ebensowenig als an der Politik. die in Berlin maßzebend war, fand der Herzog Ernst von Gotba an dem Leben der Reichshauptstadt Gefallen. Er stimmte seiner Frau bei, die den Aufenthalt in Berlin unangenebn und kästig fand.„Der Cäsarismus“, sagte er,„wie ich den ganzen Rummel einmal nennen will, und Alles, was damit zusammenhängt, ertötet für uns jeden Genuß. Ich kenne Egypten und Canada viel besser als Berlin. Es giebt viele Menschen, denen es Spaß macht, große Festlichkeiten mitzumacheg, auf denen die einzige Bedeutung. die sie baben— nämlich die, die sie ihrer Geburt verdanken— so recht zur Geltung kommt. Für mich ist es geradezu abscheulich. Ich werde schon ganz krank, wenn ich meinem Kammerdiener sagen muß, welche Uniform ich nach Berlin mitzunehmen habe, und mir dabei vergegenwärtige, wie oft ich genötigt sein werde, mich aus= und ankleiden zu lassen. Alle Vergusigen, die der sogenannte gewöhnliche Sterbliche in vollem Maße genießen kann, sind mir versagt. Ich möchte gern einmal die Hygiene=Ausstellung besuchen. Da möchte ich steben bleiben, wo es mir Spaß macht, und vorübergeben, wo ich nichts Interessantes zu seben habe. Ich möchte mich irgendwo ins Café setzen und die Leute an mir vorüberzieben lassen, gerade wie Sie es machen, wie es jeder Andere machen darf. Ich darf's nicht. Selbst wenn ich im strengsten Inkognito reise, werde ich von irgend einer leitenden Persönlichkeit abgefaßt und mit gründlicher Belehrung durch die verschiedenen Abteilungen geschleppt. Wollte ich mich in eine Restauration setzen, so würde ein Cordon um mich gezogen werden. Kurz, ich gerate sofort und überall in das offizielle Räderwerk, das Alles zerreibt und zermalmt, alle Freude und alle Unbefangenbeit. Ich spreche da ganz versönlich und will das durchaus nicht etwa als einen Voruig, als eine rühmenswerte Vorurteilsfreiheit von meiner Seite bezeichnen. Es giebt sehr viele hervorragende Fürsten, welche die Uebelstände, über die ich klage, gar nicht empfinden. Unser Kaiser zum Beispiel. Tem ist die Repräsentation geradezu angeboren. Die Kaiserlichkeit ist ihm Lebensbedürfnis und eine Lebensfreude. Er kennt es nicht anders. Die Erfüllung seiner Herrscherpflichten, auch der äußerlichen, gewährt ihm die größte Genngtbuung. Er kennt weder Langeweile noch Ermattung. Er betrachtet ein Kunstwerk gerade, wie er einen Vortrag entgegennimmt, rein sachlich, versönlich unbeteiligt, als regierender Fürst.“ v. Witrtschaft. Daß im Zarenreiche noch eine recht tolle Wirtschaft in vielen Verwaltungszweigen besteht, ist Thatsoche, wenn man es auch aus Petersburg bestreitet. Ein Aussatz des früberen Kommandeurs der Grenzbrigade. Obersten Schewisch, über die Mängel und schreienden Mißbräuche in der Grenzwache wird sicherlich Aufsehen machen, besonders da die Enthüllungen gegen das Zolldepartement gerichtet und, wie anzunehmen, unter Billigung des Kriegsministeriums veröffentlicht sind, das die Absicht verfolgt, die Grenzwache streug militärisch zu organisiren und sie event, auch bei einer kriegerischen Aktion zu verwenden. Allerdings ist das bei dem Zustande, in dem die dem Finanzministerium unterstellte Grenzwache sich befindet, schwer möglich. Die Grenzwache in ihrem gegenwärtigen Zustand ist ein Denkmal vergangener Zeiten, eine fest geschlossene Körperschaft mit Rechten und Pflichten, die im Gesetze äußerst unklar ausgedrückt sind. Es ist daher begreiflich, daß die öffentliche Meinung Grenzwache und Mißbräuche für gleichbedeutend hält. Im Zeitraum 1890—03 wurde eine nicht geringe Zahl von Grenzoffizieren wegen Mißbräuche vor Gericht gestellt. Lhue es mit eigenen Augen geseben zu haben, versichert Oberst von Schewitsch. kann man sich keine Vorstellung machen, wie tief die Selbstachtung der Mehrzahl der Damon Leichtsinn. Roman von Georg Hoecker. 2)(Nachdruck verboten.) „Hätte ich nur die geringste Ahnung davon gehabt, daß Fräulein Mathilde, welche doch sonst so starrsinnig auf ihrem Kopf bestebt, trotz ihrer Absage das Fest besuchen würde, so—“ „Sie wollte Sie überraschen, Bruno!“ „Das ist ihr allerdings geglückt!“ versetzte der junge Mann mit einem bezeichnenden Blick auf den Gutsbesitzer, der wiederum Matbilde nicht entging und von Neuem Schatten auf ibre weiße, energisch geformte Stirn bannte. Aber ich kann mit dem besten Willen meiner gegenwärtigen Gesellschaft, ohne unartig zu erscheinen, nicht untreu werden. Sie müssen darum verzeiben, wenn ich— ich werde mich loszumachen versuchen— und—“ Das junge Mädchen maß ihn mit einem stolzen streugen Blick. „Bitte. legen Sie sich keinen Zwang auf, Herr Bruno“, sagte sie bastig.„Ich begreife wirklich Ihre Verpflichtungen und denke, Sie entschuldigen zu müssen.“ Nun flammte es wieder unruhig in Brunos Augen auf, dessen Eitelkeit verletzt war. „Ich bin Ihnen sehr dankbar, Fräulein Rapp“, sagte er kurz. Er verbeugte sich tief, aber förmlich und ging alsdann obne eine Erwiderung abzuwarten und noch ebe die Herrschaften um den zierlich gedeckten Tisch Platz genommen hatten, zu der verlassenen Tafelrunde zurück, wiederum neben der schönen Agententochter Platz nehmend. Der verlorene Sohn“, rief deren Vater mit eigentümlich hober, ein wenig krächzender Stimme, sein Glas ergreisend und mit Bruno anstoßend.„Hätte wahrlich niemals geglaubt, Dich beute noch einmal zu seben: scheinst mir unter scharfer Kontrole zu sein. Bub, das gnsdige Fräulein schlug ja ordentlich Feuerräder mit den Angen, ale es den Herrn Verlobten in einer solch gottlos beidnischen und weinfröblichen Gesellschaft sitzen sab!“ ##. Lautzs, übermütiges Gelächter der Tafelrunde folgte diesen Worten. In unmutiger Hast hatte Bruno sein gefülltes Glas einem Zuge ausgetrunken, jetzt zog er ärgerlich die Achseln in die Höbe. „Pab, spare Deine wohlfeilen Scherze, Schmidt!“ sagte ::„Ich weiß nichts von einem Verlobten— so weit ist noch lange nicht: und bat das gnädige Fräulein— wie Offiziere der Grenzwache des früheren Bestandes gesunken ist. Als im Jahre 1889 einige Grenzbrigaden in mehr militärischer Weise organisiert wurden, sah man sich genötigt, viele Infanterie=Offiziere in die Grenzwacht zu versetzen. Zwischen ihnen und den Offizieren des früheren Bestandes kam es zu scharfen Zwistigkeiten. Da die Justiz in der Grenzwache stark im Argen liegt und ohne Aufsicht ist, fesseln solche Vorkommnisse die Aufmerksamkeit der leitenden Kreise nur äußerst selten, gleichwie Selbstmorde, massenhaftes Fallen der Pferde, Entwendung von Kronzgeldern und andere Verbrechen in der Grenzwoche kaum zur Kenntnis des Zolldepartements gelangen, dessen Chef ein mit Arbeilen überhäufter Finanzbeamter, gleichzeitig auch oberster Chef der militärisch organisierten Grenzwache ist. Nach und nach wurde er es aber blos nominell, indem sein Gebilfe, der Inspektor der Grenzwache, thatsächlich ihr Chef wurde. Die Brigakekommandeure kennen denn auch blos ihn und haben bei einer Anwesenbeit in Petersburg die größten Schwierigkeiten zu überwinden, um bis zum Finanzminister und ebenso bis zum Kriegsministerium zu dringen. So ist denn die Grenzwache(854 Generale, Stabsund Oberoffiziere und 3000 Untermilitärs) kontrollos dem Zolldepartement unterstellt. Das Gesetz verlangt, daß die Mehrzahl der Grenzwache der Kavallerie angehöre. Wie der Chef des Zolldepartements und der Inspektor der Grenzwache wissen aber auch die erst unlängst aus der Infanterie, Polizei, Jntendantur, selbst aus dem Zivildienst in die Grenzwache versetzten 36 Kommandeure der Westbrigaden und ihre Gebilfen, ebenso die Abteilungskommandeure und die jüngeren Brigadeoffiziere mit nur wenigen Ausnahmen vom Kavalleriedienst absolut nichts und ziehen sogar einen bequemen Wagen dem Sattel vor. Gegen das Reiten haben sie eine geradezu unüberwindliche Abneigung. Bei solcher Sachlage kann es kaum überraschen, daß der Hufbeschlag und die Pflege der Pferde Alles zu wünschen übrig läßt. Die Tiere werden sehr schlecht, vorzugsweise mit schweren, billigen Gräsern gefüttert, werden welk, buind, fangen an zu hinken. Im Jahre 1889 wurde von der Regierung, eine bedeutende Summe zur Vervollständigung des Pferdebestandes der Grenzwache ausgesetzt und seitdem wurden Fouragegelder für den vollen Bestand gezablt. Doch beiner Besichtigung der Pferde im Jahre 1890 erwies sich, daß von 5767 Pferden 1001 ganz untauglich und außerdem 450 gefallen waren. Nicht weniger seltsam ist die Einteilung der Pferde in solche, die für einen Feldzug tauglich und solche, die dazu untauglich, aber für den Grenzdienst geeignet sind. Das erklärt, warum die Grenzsoldaten alte, schwache, untangliche Pierde haben. Sie kosten beim Ankauf wenig und die Differenz zwischen dem Kaufpreis und den in den Rechnungen angeführten Summen findet private Verwendung. Was Oberst Schewitsch von den Grenzsoldaten erzählt, die einen Werft weit von einander aufgestellt steben, von ihrem Gewehr keinen Gebrauch machen dürfen und die Weisung haben, die Schmuggler ruhig die Grenze passieren zu lassen, um fie dann zu fassen und samt der Kontrehande auf das Zollamt zu bringen, wo die konfiszierten Waren zu Gunsten der Zollbeamten versteigert werden, erklärt genügend, warum der Schmuggel an der russischen Grenze so gedeiht. Polilische Uebersicht. Leutsches Reich. — Von sonst sehr zuverlässiger Seite geht dem„Berl. Lokalanz.“ folgende Mitteilung zu, die wir jedoch nicht ohne Reserve wiedergeben: Sehr geteilt sind die Urteile Du Dich ausdrückst— seine eigenen Ansichten, so habe ich die meinigen zehnmal.“ Er rief den Kellner heran und bestellte einige Flaschen Johannisberger Auslese. Als gleich darauf der goldigklare Wein in den Gläsern perlte, erbob er seinen Kelch und rief mit übermütiger, wohl ein wenig erzwungener Lustbarkeit: „Stoßen Sie an mit mir, Fräulein Schmidt; der Frohsinn soll leben, und der Geier hole alle sauertöpfigen Seelen, die uns unsere kurze Lebensfrist noch mehr vergällen!“ „Prosi!! Da stoß ich auch mit an!“ rief der Agent, lustig mit den Augen zwinkernd.„Es lebe der Frobsinn.“ Die Gläser klangen bell gneinander. Das Gespräch wurde wieder allgemeiner. Man lachte, scherzte und trieb allerlei Kurzweil. So gingen wohl einige Stunden bin, ohne daß Bruno es der Mühe für Wert gehalten hätte, einmal nach dem anderen Tische zu seben. Endlich begann es zu dunkeln. Zu den überfröhlich Zecbenden hatten sich mehrere junge Leute gesellt, welche sich unn bemühten, von den Damen Tanzbewilligungen zu erhalten. Am kärglichsten war Emmy mit derartigen Zusagen: sie konnte auch nur nach wenige Tänze vergeben, denn die große Mehrzahl der Touren hatte Bruno schon vor dem unliebsamen Nenkoutre mit der Familie des Bankiers für sich in Anspruch genommen. Jetzt, als ein Werbender sie besonders inständig bedrängte, beugte Emmy sich zu dem neben ihr Sitzenden nieder und flüsterte ihm ins Obr: Sie werden wohl nichts dagegen haben, wenn ich den vorbin Ihnen zugesagten Kotillon Herr Freund gewähre. Sie werden ihn jedenfalls mit der Fräulein Rapp kanzen seben wollen?“ Aber Bruno, bei dem inzwischen auch der starke, feurige Wein immer mehr wirkte, schüttelte störrig den Kopf. „Nichts da, ich gebe mein Anrecht nichts preis!“ sagte er in beinabe brüskem Tone.„Sie haben sich mir so gut verpflichtet, Fräulein Eumy, wie icb mich Ihnen.“ „Wie Sie wollen,“ entschied das junge Mädchen, aber ein heißer Bick aus ihren blauen Augen verriek ihm, daß ihr seine Entscheidung durchaus nicht gleichgültig gewesen war. Einige Freundinnen des jungen Mädchens kamen an den Tisch beran und forderten dasselbe zur Mitwirkung bei einem auf der rückwärtigen Rasenfläche des Gartens projektierten Spiele auf. Sichtbar nur ungern entsprach Emmy dem Verlangen, dem sie sich nicht gut entzieben in den beteiligten amtlichen Kreisen über den Verlauf der Kieler Spionen=Augelegenheit, über welche bereits an höchster Stelle Bericht erstattet worden ist. Vielfach wird die Besorgnis laut, es werde auch in diesem Falle so gehen, wie in manchen anderen Landesverratsprozessen, die in den letzten Jahren deutsche Behörden beschäftigt baben,— nämlich das Ende der ganzen, etwas geränschvollen Untersuchung werde die Freisprechung der Angeschuldigten auf Grund eines Beschlusses des Reichsgerichts sein. In der That ist das dem Letzteren vorgelegte Belastungsmaterial an sich nicht so beschaffen, daß sich daraus allein eine Uekerführung herleiten ließe. Man pflegt in Leipzig in selchen Fällen, wo es sich mehr um Indizien als um Beweise handelt, überaus vorsichtig zu verfahren. Es bandelt sich übrigens in diesem Falle nicht um eine Initiv=Aktion der Berliner politischen Polizei, sondern um eine solche der Kieler Lokalbebörde— ein Umstand, welcher das Reichsgericht in seinen unmittelbar bevorstehenden Beschlüssen sicherlich noch zurückhaltender stimmen dürfte. — Die Wut der Franzosen über die Reise des Prinzen von Neavel nach Deutschland äußert sich immer heftiger. Ein großes Pariser Blatt ist schon dazu gelangt, daß es in einem Leitartikel das Haus Savoyen als„untergebende, moralisch verkrüppelte Rasse“ zu kennzeichnen sucht. Dieses alberne Vorgehen wird wenigstens das eine Gute halen, daß es den Italienern über die Gesinnungen der Franzosen durchaus keinen Zweifel mehr läßt,— wenn das nach den bekannten Vorgängen der letzten Wochen überhaupt noch erforderlich sein sollte. — Eine sehr herbe Kritik an dem Ergebnis des Würzburger Katholikentages übt das von dem bekannten Dr. Sigl herausgegebene„Bayr. Vaterland“. Da ist zu lesen: Die„katholische Generalversammlung“ zu verfolgen, lohnt sich bereits nicht mehr der Mühe. Diese Versammlungen sind, wie wir das schon öster darzuthun in der Lage waren, von Jahr zu Jahr in ihrer Bedeutung gesunken. Die heurige Generalversammlung in Würzburg aber nimmt äußerlich und innerlich einen noch bedeutend tieferen Stand ein als alle ihre Vorgängerinnen, und es ist daher ganz überslüssig, sich mit dieser Veranstaltung zu befassen Das praktische Ergevnis ist selbstverständlich völlig null. Die römische Frage steht heute noch am alten Fleck, die Universitäten sind ebenso gottlos wie früher, die Mittel= und Volksschulen richten sich auch nicht nach den„Resolutionen“ jener Versaumlungen, und die Regierungen lassen die Herren nach Belieben reden, regieren aber nach anderen Rezepten ruhig weiter und werden dabei von den Diäten verzehrenden„katholischen Abgeordneten“ nicht im mindesten gestört. Die letzten Reichstagswahlen sowohl wie die letzten bayerischen Landtagswahlen haben gezeigt, daß der Einfluß des Tr. Sigl auf die ultramontane Bevölkerung Bayerns ein sehr beträchtlicher und dem offiziellen Centrum sehr unbegnemer ist, und deshalb verdient auch die obige Auslassung alle Beachtung. — Dr. Sigl schreibt in seinem„Bayerischen Vaterland" des Weiteren:„Die Würzburger KatbolikenVersammlung nahm eine scharfe Resolution gegen die „farblose Presse“ an: dieselbe fordert auf, die Katholiken von jeder Unterstützung derselben fernzuhalten, und verurteilt es entschieden, wenn katbolische Vereine und kirchliche Institute solchke Blätter zum Annoncieren benutzen. — Ja, wenn aber die Wenigsten ein Centrumsblatt wegen seiner Langweiligket und Verlogenheit lesen — wo soll man dann annoncieren?“ —. Das Bild des unglücklichen Hauptmanns Seidl in München wird immer klarer und es dadurch möglich, nicht nur den Kanonier, sondern auch den Hauptmann zu bemitleiden. Seidl stürzte vor zwei Jabren mit dem Pferde und zog si b eine schwere Gebirzerschütterung dadurch zu. Hatte er schon früher ein ziemlich nervöses und extravagantes senehmen an den Tag gelept, wurde dies nach dem Sturze noch viel ärger und werden schon beule verschiedene Merkmale für eine nicht mehr geistig normale Veranlagung des unglücklichen Offiziers bekannt. konnte; sie lächelte aber freudig, als sie sah, daß kurze Zeit nach ihrem Weggang sich auch Brung erhob und, einen weiten Umweg um den Tisch des Bankiers beschrei. bend, sich auffällig ekenfalls dem Rasenplatz näberte. Aber er gelangte nicht bis zu demselben: plötzlich fühlte er, wie eine Hand sich unter seinen Arm schob,— und als er sich umsah, erblickte er den Bankier Rapp neben sich. Mit ersichtlichem Unbehagen schaute der junge Fabrikant auf den stattlichen Herrn, der jetzt mit leisem Kopfschütteln zu ibm sagte: „Aberi“, hitte Sie, lieber Bruno, ist denn der Unfriede zur Lebensbedingung zwischen Ihnen und, Matbilde geworden, was soll denn das in Zukuuft geben?“ „Ja, das möchte ich selbst wissen“, entgegnete Bruno daraus, trabrend er an der Seite des stattlichen, älteren Heriu langsam gegen die gedeckten Tischreiben zurückschritt. „Der Mann soll der Verstanoige sein, nehnen Sie mirs nicht übel, lieber Bruno; aber es bat auch mich verletzt, als ich Sie so unvermutet bei unserem Eintritt in den Garten am Tische des Agenten Schmidt habe sitzen seben. Kommen Sie mit zu Matbilde. Bruno erwiderte etwas Unverständliches, was den Bankier zu einer Frage veranlaßte, auf die er jedoch keine Antwort kekam. Inzwischen hatte man den Tisch erreicht. Ein flüchtiges Lächeln glitt über die ausdrucksvollen Züge Mathildens. als sie den Näberkommenden wahrnahm. Sie unterbrach augenblicklich ihre Unterhaltung mit dem jungen Gutsbesitzer und fragte Bruno, der inzwischen zwischen ihr und dem Bankier Platz genommen hatte, ob sie ihm mit einer Tasse Kasse auswarten könne. Auf das bejabende Ersuchen Brunos scenkte sie ihm eine Tasse des aromatischen Trankes ein und brachte mit großer Geistesgegenwart eine leichte, in nichts an das vorberige Zerwürfnis erinnernde Unterhaltung in Fluß. Zuerst war der junge Fabrikant gar schweigsam und verschlossen. Aber die belebende Wirkung des starkduftenden Getränkes verfehlte ihren Einfluß auf seine Laune nicht. Allmäblich schaute er auf und ebe er eine Viertelstunde am Tische gesessen hatte, war er auch schon in eine angeregte Unterhaltung mit Mathilde verstrickt. Diese nahm es mit sichtlicher Genugthuung war, und ihre zurückgekehrte gute Laune verbesserle sich noch um ein Bedeutendes, als sie bemerkle, wie Emmy Schmidt zu zweien Malen dicht und jedenfalls in der Absicht, bemerkt zu werden, am Arme einer Freundin bängend, vorülerschritt, ohne von Bruno bemerkt zu werden. (Fortsetzung folgt.) So grüßte derselbe keinen Civilisten, sprach auf Spazierritten stets mit seinem Pferde, schlug Civilpersonen, denen er in der Kaserne begegnete, und die die Kopfbedeckung nicht vor ihm abnahmen, dieselbe einfach vom Kopfe. Nächtliche Visitationen der Posten, die er durch Einsteigen durch die Stallfenster zu überraschen suchte, waren nichts Seltenes. Einem Soldaten schnitt er vor der Regimentsvorstellung die vorschriftswidrigen Haare mit Hautteilen selbst vom Kopfe, sodaß der Mann sofort ins Lazareth übergeführt werden mußle. Sein Pferd verurteilte Seidl, weil es ihn abgeworfen, zu drei Tagen Dunkelarrest, verschärft durch Fasten. Das sind hinreichende Merkmale für anomale geistige Veranlagung. Hauptmann Seidl stand zweifelsobne unter der Gewalt eines nicht bezähmbaren Jähzornes und hocharadigster, nervöser Erregung, war also sicher nicht am Platze als Batteriechef. Daß er au diesem Platze hlieb, bit sich an dem Unglücklichen furchtbar gerächt. Seidl ist in der Stunde ruhiger Ueberlegung beim Nachdenken über die Folgen seiner Handlungsweise tiefsinnig genorden und konnte die eigenen Vorwürse nicht mehr ertragen, deshalb griff er zum Revolver und machte seinem Leben ein Ende. Kann man Hauptmann Seidl wegen seiner unglücklichen geistigen Veranlagung das Mitleid nicht versagen, so ist gegen die geistig gesunden Teilnehmer an den Quälereien gegen den unglücklichen Wickl den Wachtmeister Merg und den Sergeanten Oberwallner, die volle Streuge des Gesetzes zu erhoffen. Amerika. — Aus New=York wird über die Folgen des Sturmes im Süden der Vereinigten Staaten unterm 31. August weiter berichtet: Die beiden Kriegsschiffe Kearsarge und Nantucket, die gestern(am 30.), nachdem man sie schon für verloren hielt, im Hasen von Hampton eingelaufen sind, waren am Montag beim Kap Hatteras, wäbrend die Kearsarge die Nantucket schleppte, vom Sturm ergrissen worden. Das Schlepptau riß und beide Schiffe schwebten lange in der größten Gefahr. Sie sind stark beschädigt und müssen ins Trockendock.— Der Dampfer City of Birmingham brachte am Mittwoch die Reisenden der lei der Huntington=Insel in Südkarolinien gestrandeten City of Savannab glücklich nach Savannab: am Sonntag war letzterer Dampfer fortwährend überspült worden, am Montag war die Maschine so schwer beschädigt worden, daß sie licht mehr thätig sein konnte: zum Glück ward das Schiff alsd. nn an die genannte Insel geworfen, wo es so zu liegen kau, daß nur die böchsten Wellen es bedeckten und die Insassen sich festbalten konnten. Eben als die Boote ausgesetzt werden sollten, kam der andere Dampfer in Sicht, der auf die ihm gegebenen Notsiqnale herankam, dessen Bemannung die Bedrohten unter den größten Anstreugungen rettete. Während die City of Sabannab aus Land getrieben wurde, bemerkten die Reisenden nicht neuiger, als neun umhertreibende Wracke.„Zwölf Stunden lang“, sagt der Kapitän des verunglückten Schiffes, „habe ich gegen das Element ausgebalten, ebe ich es an das User der Insel festlegen konnte; am Montag nachmittags setzten der erste und der zweite Offizier ein Boot aus, und mit neun Weibern und Kindern ruderten sie gegen Helena; ich hoffe, sie sind glücklich daselbst angelangt.“ Die City of Birmingbam brachte weitere Nachrichten von Beaufort: der Sturm ist am Sonntag schon über die Stadt gezogen: die Stadtfront nach dem Wasser zu ist weggerissen; die großen Kaliwerke sind zerstört, sämtliche Schifse und Boote, die vor der Stedt schwammen, sind untergegangen oder um den Hafen herum gestrandet, Hunderte von Menschen sind in der Umgegend umgekommen, die Drabtleitungen sind zerrissen, die Eisenbahnbrücken gebrocken. In Cbirlestowu baben die Aufräumungsarbeiten legonnen. Die Verluste werden auf eine Million Dollars geschätzt. Die Stadt ist ohne Liczt und von der Bahnverbindung mit dem Süden, überbaupt fast ganz von Verkehr nach außen abgeschnitten. Ein Leuchtschiff ging unter, die Bemannung aber konnte geteltet werden. In Der Bankdireklor. Erzahlung von R. Ortmann. 20(Nachdruck verboten.) Und wie der feine, liebliche Klang des Goldes, welches Friedri d Püttner aus der einen Hand in die andere gleilen ließ, mit einer wohlthuenden, melodischen Gleichmätigleit an sein Ohr tönte, da verwischten sich allgemach in Zelix v. Raudows Geiste alle die Unterscheidungen, welche er bis dahin noch zwischen der bloßen Vorstellung eines Tiebstabls und der Absicht, ihn auszuführen gemacht hatte. Er hatte in diesem Augenblick durchaus kein Venußtsein vm dem verhrecherischen Charakter seiner Handlung, sondern er verfuhr unter einem mächtigen, unwiderstehrlichen Zwange wie ein Mensch, der seinen Vordermann niederschlägt, weil ihm derselbe den Ausweg aus einem brennenden Raume zu versperren droht. Nur ein setundenlanges Zandern noch, dann fühlte er die leise knisternden Papiere zwischen eiten Fingern, und wenn ibn auch jetzt plötzlich eine fatale Anwandlung von Schwindel überkam, wenn auch mit einem Male die Gegenstände in seiner nächsten Umgebung wie in einem wilden Wirbeltanze um ibn zu kreisen begannen, so gelaug es ihm mit energischer Aufrassung doch noch zur rechten Zeit, die gesährliche„„wäche zu bemeistern. In temselben Moment, da der Buchhalter an der gegenüberliegenden Seite des Saales den Platz an seinem Pulte nieder einnahm, war das Päckchen glücklich in der Tasche des Ueberrockes geborgen und jede Gesahr einer sofortigen erntdectung beseitigt. Zugleich mit dem Bewußtsein des Gelingens aber regte sich etwas wie eine wilde, triumphierende Freude im Innern des Assessors. Er mußte fast gewaltsam an sich balten, um nicht in lautes Lachen auszubrechen, und selbst der brennende Haß, den er noch soeben gegen Friedrich Püttner empfunden batte, war urplötzlich einem Gefühl überlegenen Mitleids gewichen. Sich langsam und unauffällig aus der unmittelbaren Näbe des Geldschraukes zurückziebend, wartete er gelassen, bis der Kassierer den Boten abgefertigt hatte. Dann fragte er, indem er mit gut gespielter Gleichgültigkeit den Wechsel Kerstens zasammenfaltete: „Sie wollen also im Ernst auf Ihrer Weigerung'lebarren?— Nun, meinetwegen, ich habe keinen Grund, mich darüber aufzuregen, denn die Sache ist im Grund für mich ohne alle Bedeutung.“ Das Haupt zu leichtem Gruße neigend, trat er aus dem Verschlage hervor. Mit festen Schritten durchmaß er den in Säd-Carolina sind alle Flüsse ausgetreten: der durch die Ueberschwemmungen verursachte Ernteschaden ist groß. Noch immer kommen Unglücksbotschaften aus Savannah über die Verheerungen, die der Sturm von Wilmington in NordCarolinien an bis nach Titusville in Florida angerichtet hat, und im Innern auf eine Entfernung von 240 km. Die Baumwollenernte in den Küstenstrichen von Georgien, Alabama und Süd- Carolinien ist schwer geschädigt; die Maisernte in der Gegend von Savannab ist halb verloren. Kaisermanöver in den Rheinlanden. Koblenz, 1. Septbr. — Der Trinkspruch, den der Kaiser beim Festmahle der Rheinprovinz ausbrachte, lautet:„Wenn dem Herrscher von treuen Unterthanen jubelnder Empfang bereitet wird, so geht das stets zu Herzen. Mancher Provinz Empfang habe ich schon erlebt, ganz besonders aber spricht der Empfang der Rbeinländer zu meinem Herzen. An diesen Gestaden des Rheines, sagenumwoben von der Geschichte bezleitet, wo jeder Berg zu uns redet und jedes Gotteshaus seine hohe Sprache spricht, muß jeder Empfang. muß jedes gesprochene Wort besonderen Zauber auf das Menschenberz üben. Der Reiz der Poesie verschönt hier Alles, vor Allem aber gilt dies von der Stadt Koblenz, die so besonders reich ist an Andenken geschichtlicher und persönlicher Natur. So danke ich denn den Koblenzern und mit ihnen allen meinen treuen Rheinländern für den der Kaiserin und mir am heutigen Tage gewordenen Empfang. Tief bewegten Herzens rede ich zu ihnen an dieser Stelle, in diesem Hause, so eng verknüpft mit der Geschichte meines dahingegangenen Großvalers, mit der Persönlichkeit meiner verstorbenen Großmutter. Crinnerungen feierlicher und ernster, schöner und lieblicher Natur sind es, die unsere Herzen durchziehen. Jedoch das Gesamtbild vor unseren rückblickenden Augen entwickelt, zeigt uns ein Leben voller Segen, eine Thätigkeit reich gekront wie kaum je Menschenleben. Wir fühlen das Walten der hoben Frau, die in diesen Räumen einst gewohnt, spüren noch jetzt die segnende Hand der Kaiserin Augusta in allen Teilen der Provinz. Dieselbe Liebe, dieselle Anhänglichkeit, welche die Provinz für meine Großeltern empfand, und welche diese für die Provinz begten, verbindet auch uns. Mir ist es gleich meines bochseligen Vaters vergönnt gewesen, zwei herrliche Jugendjahre an der Alma mater in ihrer Mitte zu verbringen, unvergeßliche Zeiten. So fasse ich denn Alles, was ich fühle und denke, in einen Segenswunsch für das Gedeiben der Provinz, zu gleicher Zeit auch aus dem Rückblicke die Lehre schöpfend, daß durch das feste Zusammenhalten von Volk und Herrscher die größten Thaten geschehen sind; daß auch die Rheinprovinz das Ihrige that, meinem Großvater zur Seite zu steben, als er den Nibelungenhort der deutschen Einheit unserem Reiche wiedergewann. So hoffe ich denn, daß in fester Treue der Rheinlande zu mir, in treuer Gesinnung meinerseits zu meinen Rheinländern es uns vergönnt sein möge, unsere Wege zu wandeln zum Wohle der Rheinlande, zum Wohle unseres geeinten großen teueren deutschen Vaterlandes. Ich erhebe das Glas und trinke auf das Wohl der Rheinlande und ihrer Bewohner. Sie leben hoch, nochmals hoch und zum dritten Mal hoch!“ *„* Des Kaisers Rheinfahrt. Zunächst sei erwähnt, daß zufolge behördlicher Verfügung die Schifffahrt auf dem Rbein von abends 6 oder 7 Uhr bis 10 Uhr gänzlich ruhen mußte. Alle Schiffe und Nachen lagen längsseit am Ufer, alle trugen, wie bei Tage reichen Flaggen- und Wimpelschmuck, so bei Nacht in reicher Anzahl Lamven oder Laternen, welche die verschiedensten, oft sehr zierlichen Gestalten darstellten. Kurz nach 9 Uhr setzte sich der große Salondampfer „Wilhelm, Kaiser und König mit seinen erlauchten Gästen unter den Klängen einer am Bord befindlichen Artilleriekapelle und unter betäubenden Hoch- und Hurrah=Rufen der Bevölkerung in Bewegung, um durch die weit geöffnete Schiffbrücke stromaufwärts zu fahren. Ihm voraus ging das elektrisch beleuchtete Schiff der Stombauverwaltung, Preußen ihm nach folgte der Arnold Walvod mit einer nach vielen Hunderten zählenden Schar geladener Gäste. Die Rheinanlagen rechts, die Pfaffendorfer Höhen links wetteiferten nun um die Aufmerksamkeit der Beschauer.„„„„(7 Hier die teils in bengalischer Beleuchtung scarf vervortretenden, teils verschleierten oder im Dunkel verschwindenden=Gesträuche der weltberühmten Rheinanlagen, dort die übereinander emporkletternden gleichmäßig leuchtenden Linien und Figuren von Bergen, Gebäuden, Denkmälern usw. Sehr eindrucksvoll war der Fackelzug mit bunten Lampen, der sich in einer Schlangenlinie die Höhe zum Kriegerdenkmal von 1866 hinaufbewegte. TrainSoldaten sollen ihn gebildet haben. Alsdann trat die alte Coblenzer Eisenbahnbrücke, dieses Wunder neuzeitlicher Bankunst, mit voller Macht in Wirkung. Rotglühende Flammen zeichneten die drei schön geschwungenen weiten Bogen der Brücke aufs vollkommenste ab, und der Brückenkörper erschien wie ein Zauberbau über dem dunkeln Wasser, auf welches der Feuerschein glitzernde Lichter warf. Ueberhaupt bildete die wechselnde Beleuchtung der mächtigen Fluten einen nicht geringen Teil des Genusses dieser nuvergleichlichen Festfahrt. Mit der Annäherung des Kaiserschiffes an die Insel Oberwerth wurde an der Spitze der letztern ein großes Feuerwerk vom Feuerwerker Becker in Wiesbaden abgebrannt. Auch außerdem stiegen unaufhörlich an mehrern Stellen des Rheinufers Raketen auf, von denen einige erst platzten, als sie den Wasserspiegel erreichten, womit eine besonders hübsche, wenn auch unbeabsichtjate Wirkung erzielt wurde. Einen eigentümlichen Blick gewährten die Personengruppen auf den Höhen und auf der Insel, welche durch die Feuerzeichen zeitweilig wie Schattenspiele in den Gesichtskreis traten und dann schnell wieder verschwanden. Ein mächtiger, hochgelegener Holzstoß flammte auf dem obern Teile der Insel, ein anderer auf der Pfassendorfer Höhe. Sonst trat auf letzterer das Kunowsche Haus, ein in altertümlicher Form errichtetes Gebäude, durch seine in den Farben wechselnde beugalische Beleuchtung besonders hervor. Vor der Horchheimer Eisenbahnbrücke, bis zu welcher sich die Uferbeleuchtung erstreckte, während die Umrisse der erstern durch die eigenen Beleuchtungsvorrichtungen mehr angedeutet als entwickelt wurden, drehten die Schiffe in der angegebenen Reibenfolge, wodurch den Insassen von Arnold Walpod Gelegenheit gegeben wurde, dem an ihnen vorbeifahrenden Kaiserschiff ihre Huldigung darzubringen. Diese Kundgebung wiederholte sich bei dem Wenden der Fahrzeuge bei Niederwerth, bis wohin die Fahrt nun in etwas schnellerem Zeitmaß stromabwärts ging. Hierbei zeigte die alte Eisenbahnbrücke auf der stromaufwärts befindlichen Seite eine einfachere Beleuchtung durch weiße Lichter, die aber die schönen Linien des Baues noch klarer und beutlicher hervortreten ließen. Zugleich entfaltete sich die Beleuchtung der beiden Ufer in gleicher Weise wie vordem, stiegen fort und fort Raketen in die Luft, platzten Bomben, fiel Feuerregen und donnerten Böller von Schiffen und vom Lande, deren Getöse sich an Höhen und Gebäuden brach. Nunmehr konnte man das Collenzer Ufer gänzlich übersehen und die schöne Beleuchtung der öffentlichen wie privaten Bauten bewundern, denen sich bunter Schmuck des Ufers durch aufgehängte und getragene Lampions hinzugesellte. Bald wurde aber die Aufmerksamkeit gänzlich von der linken Rheinseite nach der rechten at gezogen durch die Begrüßung, welche die trutzige Feste Ehienbreitstein dem Kriegs= und Schutzherrn Alldeutschlands bereitete. Während gewaltiger Kauonendonner und prasselndes Gewehrfeuer von den Vastionen und den starken Mauerzinnen erschallten, erstrahlten die gewaltigen Massen der kühn in den Fels hineingebauten Festung in rot bengalischem Licht, das sich allmählich über den ganzen riesigen Berg stark verbreitete und alle Zuschauer zu lauten Ausrusen der Bewunderung hinriß. Nicht wie ein Feen= oder Genienpalast, was etwa vom beleuchteten Dom gesagt werden könnte, sondern wie ein Gigantenschloß, wie eine Cyklopenburg stellte sich die stolze Rheinfeste den entzückten Blicken dar. Bei ihrer Besichtigung erreichte die Begeisterung ihren Höhevunkt. *„* Trier, 2. September. Der Kaiser und die Kaiserin trafen vormittags kurz nach 9 Uhr auf der Haliestelle ein und wurden von dem Landrate Tobias mit einer enft ergenor, Die dem Landrate Tobias mit einer Ansprache begrüßt, di Se. Majestät huldvoll erwiderte. In der darauf folgenden Unterhaltung mit den Kreistagsmital berührte der Kaiser die Frage der Futternot sowie das gute Weinjahr. Die Kaiserin unterhielt sich in heiterer Weise mit dem Kronprinzen von Neapel. Kurz darauf begaben sich die Majestäten, von der herbeigeströmten Menge begeistert begrüßt, nach dem Paradefelde. Die Parade nahm einen glänzenden Verlauf. Die Kaiserin kehrte von derselben kurz nach 12 Uhr zurück und wurde an der Moselbrücke von den Vertretern der Stadt empfangen. Oberbürgermeister de Nys hielt eine Ansprache, welche die Kaiserin dankend beantwortete. Wenige Minuten später traf der Kaiser bei der Moselbrücke ein, wo auch er von den Vertretern der Stadt empfangen wurde. Der Obrbürgermeister hielt eine Ansprache und reichte dem Kaiser den Ehrentrunk. Der Kaiser erwiderte die Begrüßung mit dem Ausdruck seiner Freude über den ihm gewordenen Empfang und hob hervor, daß das Reich auf den in der Ueberlieferung gegründeten Tugenden fuße, namentlich im Fleiß, in der Treue und Anhänglichkeit an das Herrscherhaus, welche Eigenschaften in Trier gepflegt würden. Er trinke auf die jungen und die alten Trierer und auf die Stadt selbst. Hierauf begab sich der Kaiser zu Pferde an der Spitze der Ehrenkompagnie in die Stadt. Die Kaiserin besichtigte den Dom und die Liebfrauenkirche. Die Abreise erfolgte um 2 Uhr. Lokale Nachrichten. Dortmund, 4. September. (Für Geschäftsleute.) Auf den Stationen des Kal. Eisenbahn=Betriebsamts Berlin(Stadt= und Ringbahn) und anderen größeren Bahnhöfen ist es einem Unternehmer zegen entsprechende Vergütung gestattet worden, für Gezäftsleute, Hotelbesitzer und andere Interessenten in den Wartesälen, Vorfluren, Bahnhofsstraßen 2c. Firmenschilder anzubringen. Das Königl. Eisenbahn=Betriebsamt Dortmund beabsichtigt, auf den Stationen seines Bezirks, wie Dortmund.=., Dortmund Rhein., Hamm, Welver rc. ähnliche Einrichtungen zu treffen. Es wäre daher an der Zeit, wenn hiefige Unternehmer, die sich das Recht zum Aushange von Geschäftsbekanntmachungen zu erwerben wünschen, sich jetzt bei dem Königl. Eisenbahn=Betriebsamte darum bewerben würden. Ein einheimischer Unternehmer würde auch dem Interesse der hiesigen Gewerbetreibenden besser dienen können als ein fremder, insbesondere als Generalunternehmer, wie sich solche schon gemeldet daben.„„i. Kausise Lit eini. (Fohlenversteigerung.) Wie vereits feir einigen Jahren, so sind auch in diesem Jahre seitens des biesigen landwirtschaftlichen Kreisvereins zur Hebung der PferdeSaal. Ein heiteres Lächeln war auf seinen Lippen, als er draußen auf der Marmorstiege einen Bekannten begrüßte, und wie ein übermütiger Jüngling wirbelte er seinen Spazierstock zwischen den Fingern, als ihm beim Hinaustreten auf die Straße warm und würzig die freie Gottesluft entgegenschlug. 11. „Gerettet!“ Das war der einzige berauschende Gedanke, für welchen in den ersten Minuten nach dem Gelingen seiner That in Felix v. Randows Haupte Raum gewesen war. Es bereitete ihm ein wollüstiges Vergnügen, sich das biedere Eisenfressergesicht des alten Obersten vorzustellen und sich den innenblick auszumalen, in welchem er ihm mit einem gewissen mitleidigen Achselzucken seine geliebten preußischen Konsols zurückgeben konnte. Natürlich war es seine erste Regung gewesen, seine Privatwohnung aufzusuchen, dort den Inhalt des Päckchens zu prüfen und den Betrag, dessen er nicht sofort bedurfte, in irgend einem Versteck unterzubringen. Aber als ihn kaum noch zweibundert Schritte von dem Ziel seines Weges trennten, schoß ihm jäb ein anderer bedanke durch den Sinn und veranlaßte ihn, sich hastig umzuwenden. Die Vorstellung der Möglitkeit, daß Friedrich Büttner das Fehlen der Banknoten gleich rach internung bemerkt haben könne, hatte ihn wie ein elekkrischer Schlag durchzuckt und seinem Freudenrausch einen Zustand völliger Ernüchterung folgen lassen. Klugheit und Vorsicht waren also die Losungsworte, nach denen er von diesem Augenblicke an seine Handlungen einrichten mußte. Hatte er bisher täglich um diese Stunde sein Frühstück im Klub eingenommen, so durfte er heute am allerwenigsten eine Ausnahme davon machen, und keiner würde, purfte in seinem Benehmen auch nur den gringsten Anlaß für die Vermutung finden, daß ihm seit dem gestrigen Abend irgend etwas Besonderes oder Aufregendes wider: fahren sei Er mußte denselben Weg zurückgehen, den er gekommen war, und es ließ sich nicht vermeiden, daß er das Bankgebände noch einmal passierte. Flüchtig nur streifte sein Blick über eine kleine, dicht verschleierte, anscheinend schon ältliche Dame, welche auf den zum Bestibül emporführenden Treppenstufen stand, als ob sie dort jemanden erwarte. Er kannte sie nicht und datte sie schon nach zehn weiteren Schritten vergessen. Um so heftiger durchzuckte ihn ein ein jäbes Erschrecken, als er hinter sich von einer zaghaft bebenden weiblichen Stimme seinen Namen rusen hörte. Es war etwas in dem Klange dieser Stimme, die ihn mit merkwürdiger Lebendigkeit an die Tage seiner Rekonvalescenz in Friedrich Puttners Hause erinnerte, und seine Nerven mußten wohl eine besondere Empfindlichkeit angenommen haben für alles, was mit dem Namen des Bankkassierers in irgend welchem Zusammenhange stand. Trotzdem blieb er stehen und zog höflich seinen Hut, als die kleine, schwarz gekleidete Dame mit bastig trippelnden Schritten auf ihn zukam. Auch jetzt noch erinnerte er sich nicht, sie je zuvor gesehen zu haben, aber er zweifelte nicht mehr, daß es auf irgend eine Bettelei binauslaufen würde, als sie mit einer flehenden Geberde beide Hände zu ihm erhob. „Ach, mein Herr, ich bitte tausendmal um Verzeibung, daß ich mir die Freiheit nehme, Sie auf der Straße anzuhalten. Aber ich würde niemals den Mut haben, bier einzutreten, aus Furcht, daß ich meinem Schwiegersohn begegnen könnte. Und ich mußte sie sprechen, um jeden Preis: Das Unglück, welches da wie ein Blitz aus heiterem Himmel auf mich niederfuhr, ist schwerer, als ein Mutterherz es zu tragen vermag." Randow machte eine ungeduldige Bewegung nach der Beinkleidtasche, in welcher er seine Geldbörse trug. Eine Bittstellerin, welche ihr Anliegen mit so weitschweifigen Lamentationen einleitete, kam ihm wahrhaftig gerade jetzt ungelegen. „Meine Zeit ist beschränkt,“ sagte er kühl.„Wollen Sie die Cüte haben, mir in möglichster Kürze mitzuteilen, was Sie von mir erwarten.“ „Ach, mein Gott, ich bin so verwirrt— ich weiß kaum, wie ich es ausdrücken soll. Und am Ende— am Ende erkennen Sie mich noch gar nicht, Herr von Randow.“ „In der That— ich erinnere mich nicht—.“ „Freilich, freilich!— Sie waren ja ohne Bewußtsein, als ich Sie im Hause meines Schwiegersohnes für einige Sekunden sah. Sie haben sich sehr verändert seitdem; aber ich erkannte Sie dennoch auf den ersten Blick! Ach. es war ein rechtes Unglück, daß Sie damals gerade vor dem Hause meiner Tochter vom Pferde stürzen mußten— ein rechtes Unglück für uns alle!" Sie schlug den Schleier zurück, um mit dem Taschentuch an die Augen fahren zu können. Felix v. Randow aber beugte sich bastig zu ihr herab und flüsterte ihr zu: „Ich stehe Ihnen ganz zu Diensten, gnädige Frau, aber ich bitte Sie dringend, lassen Sie uns in eine der Nebenstraßen eintreten! Um Ihrer Tochter willen ist es beiser, wenn man uns von den Fenstern jenes Hauses nicht beieinander sehen kann." (Fortsetzung folgt.) zucht eine Anzahl belgischer Fobleu von einer besonderen Kommission angekauft und nach hier überführt worden. Die bübschen Tiere, 12 an der Zahl. werden gelegentlich des landwirtschaftlichen Festes am Fredenbaum am 16. d. unter den Vereinsmitgliedern öffentlich versteigert werden. (Die Rebbühner) sollen jetzt ein Genuß für bescheidenen Haushaltungen geworden sein, da sie so billig seien, so kann man in allen Blättern lesen. Wir in Dortmund merken aber nicht davon. Hier kostet ein junges, frisches und einigermaßen ansehnliches Rebbuhn auf dem Markte und in den Wildhandlungen.80 M. und nicht 75 Pfg., stinkende natürlich billiger. Wenn die Revorter doch ihre Frauen zu Nate zögen, bevor sie so etwas ins Blatt setzten. Die Geflügelhändler bilden sich sonst gar noch selbst ein, ihre Ware sei zu billig. (Gewerbe=Verein.) Die Mitglieder des GewerbeVereins feierten Freitag Abend Sedanfeier durch Konzert und Ball. Herr Müller hielt die Festrede, welche mit Beifall ausgenommen wurde. Nach dem Konzert wurde das Tanzbein ordentlich geschwungen. (Dr. Lütgenau aus Berlin) übernimmt in den den nächsten Tagen die Redaktion der hier erscheinenden sozialdemokratischen„Arbeiterztg.“ Am Sonnabend hat der neue Leiter bereits in der sozialdemokratischen Versammlung bei Zimmermann gesprochen. Auch in der Geschäftsleitung der genannten Zeitung wird ein Wechsel eintreten.„„,„.. 9 at 139n 4 (Ueberfallen) wurde Samstag Nacht gegen 12 Uhr auf der Münsterstraße in der Nähe der Wirtschaft Exter ein hiesiger Mann von mehreren Strolchen und durch Messerstiche so erheblich verletzt, daß er sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Nach den rohen Burschen fahndet unsere Polizei. (Blutvergiftung.) Auf eine merkwürdige Weise zog sich der Wirt Bremer an der Rheinischen Straße eine Blutvergiftung zu. Eine Katze, von einem Hunde verfolgt, sprang in die Wirtsstube und dann über die Theke auf Herrn Bremer zu und biß diesen in einen Finger. Nach kurzer Zeit schwoll die Hand stark an und der Arzt konstatierte Blutvergiftung. Augenblicklich ist Herr Bremer jedoch außer Lebensgefahr, obwohl die Hand noch ziemlich dick ist und sich an derselben die Rose eingestellt hat. Die Wahlen zu den Kammern der Verggewerbegerichte. (Fortsetzung.) 4. Kammerbezirk(Süd=Dortmund). 1. Wahlbezirk, umfassend die Gemeiden Kirchhörde, ausschließlich der Ortschaft Hombruch. 1. Wahllokal für die Ortschaften Kirchhörde, Kleinholthausen, Löttringhausen Wirtschaft Heinrich Pöhl in Kirchhörde. Wahlausschuß: Vorsitzender Betriebsführer W. Wemmer, Stellvertreter Maschinensteiger Hr. Hochbein, Beisitzer Schachthauer Wildelm Borkenstein, Maschinenwärter Chr. Winkelmann, Stellvertreter Gesteinshauer W. Oberscheep, Reparaturhauer Heinr. Kamrack, sämtlich zu Kirchhörde. 2. Wahllokal für die Ortschaften Kruckel, Großholthausen, Schnee Wirtschaft August Wittich in Kruckel. Wahlausschuß: Wahlvorsteher Betriebsführer Heinrich Korfmann, Stellvertreter Steiger Karl Böhle, beide Zeche Wiendahlsbank, Beisitzer Knappschaftsältester Diedrich Fleitmann zu Großholthausen, Bergmann Friedr. Ostholt sen. in Kruckel, Stellvertreter August Betzer auf dem Schnee, Bergmann Karl Wagener in Löttringhausen. 2. Wahlbezirk, umfassend die Gemeinden Barop, Menglinghausen, Ortschaft Hombruch der Gemeinde Kirchhörde, Eichlinghofen, Persebeck und Salingen. 1. Wahllokal für die Gemeinde Barop, Wirtschaft Bergmann zu Baroverheide. Wahlausschuß: Vorsitzender Betriebsführer Gotthardt, Stellvertreter Fahrsteiger Balz, beide Zeche Louise und Erbstollen. Beisitzer Friedrich Schäfer, Friedrich Michel, Stellvertreter Joscs Enste, Heinrich Spindeldreier. 2. Wahllokal für die Gemeinde Hombruch Wirtschaft Schnittker * Sompruch, Garsigenten Gotrier staften Gamdera## Wahlaussauuß: Vorsizender Verrieosfuhrer romberg, Stellvertreter Fahrsteiger Höing, beide Zeche Glückaus Tiefbau. Beisitzer Bergmann Heinr. Jäger jr., Tagesarbeiter Wilhelm Bürhaus. Stellvertreter Hauer Ludwig Berg, Hauer Heinrich Bröcker, sämtlich zu Hembruch.(„Kem Mmamalienahanfe 8. Wahllokal für die Gemeinden Menglinghausen, Eichling= hosen, Persebeck und Salingen Wirtschaft Wilhelm Schüttler zu Menglinghausen. Wahlausschuß: Vorsitzender Betriebsführer Koch, Stellvertreter Steiger Born, beide Zeche Kaiser Fricdrich. Beisitzer Vergmann Wilh. Meisner zu Hombruch. Maschinenwärter Hermann Rosenthal zu Eichlinghofen. Stellvertreter Materialienverwaltzr Hermann Klusmann zu Groß=Barop, Heinrich Castrop zu Barop. 3. Wahlbezirk, umfassend die Gemeinden Annen=Wullen und Rüdinghausen. Wahllokal: Wirtschaft August Schulte zu Annen. Wahlgurschas, Borsihenerr Gemiehbfahrer Gclesper, SienEringer Hauer 1 9 Hauer Aug. Kurzins Ardey. 4. Wahlbezirk. Umfassend die Gemeinden Wellinghosen, Wichlinghosen, Lücklemberg, Niederhofen und von der Gemeinde Hacheney die Ortschaften Benninghofen und Loh. Wahllokal Wirtschaft Karl Berger in Benninghosen. Wahlausschuß: Vorsitzender Betriebsführer Hellermann zu Zeche Bickefeld, Stellvertreter Knappschaftsältester Heinr. Schüphaus zu Brücherhof. Beisitzer Hauer Louis Ufer zu Loh, Haue: Karl Schwabe zu Niederhosen, Stellvertreter Karl Schweitzer zu Loh, Hauer Wilh. Schade zu Bennighofen. 5. Wahlbezirk. Umfassend die Stadtgemeinde Hörde, Gemeinde Hachenen mit Ausnahme der Ortschaften Benninghosen und Loh und Gemeinde Berghosen. Wahllokal: Witwe Sassenberg in Hörder=Bruch. Wahlausschluß: Borsitzender Betriebsführer Bosselmann, Stellvertreter Maschinensteiger Müller, beide Zeche Crone. Beisitzer Bergmann Theodor Hinze, Bergmann Gottl. Johannes, beide Hörderbruch, Stellvertreter Bergmann Wilh. Middelmann und Bergmann Heinr. User, beide zu Hacheney. 6. Wahlbezirk. Umfassend die Gemeinden Holzen, Syberg, Gahrenfeld, Billigst, Wandhofen und die Stabtgemeinden Westhosen und Schwerte. Wahllokal: Wirtschaft Witwe Gras in Holzen. Wahlausschuß: Vorsitzender Betriebsführer Müller, Stellvertreter Fahrsteiger Uffelmann, beide Zeche Freie Vogel, Beisitzer Hauer Wilh. Schalte auf dem Höchsten.#aurschaftsälteßer Lucgen. Althoss zu Holzen, Stellvertreter Hauer Heinr. Prein zu Holzen, Hauer Wilh. Paicke zu Schwerterheide. 7. Wahlbezirk. Umfassend die Gemeinden Aplerbeck, Sölde und Schüren. Wahllokal: Gasthof zur Post zu Aplerbeck. Wahlausschuß: Vorsitzender Betriebsfuhrer Sprave auf Zeche Schürbank, Stellvertreter Betriebsführer Volmann Zeche Margaretha, Beisitzer Hauer Friedr. Wiethaus, Hauer Karl Ebbingaus, beide zu Aplerbeck, Stellvertreter Hauer Otto Meinberg zu schüren, Hauer Wilh. Ebbinghaus zu Sölde. 8. Wahlbezirk. Umfassend die Gemeinden Hengsen, Opherdicke, Lichtendorf und Geisecke. Wahllokal: Wirtschaft Witwe Jaques in Holzwickede. Wahlausschuß: Vorsitzender Betriebsführer Ruschen Zeche Caroline, Stellvertreter Betriebsführer Bracht Zeche Freiberg, Beisitzer Bergmann Helnrich Borgmann. Bergmann Heinr. Feilker, Stellvertreter Bergmann Heinr. Brauckmann, Bergmann Heinr. Schulz, sämtlich zu Holzwickede. L. Wahlbezirk. Umsassend Stadtgemeinde Unna nebst der Ortschaft Königsborn mit der Zeche Kolonie Königsborn, Gemeinden Hemmerde, Afferde, Uelzen, Mühlhausen, Lünern, Stockum, Westhemmerde, Siddinghausen. Ober= und Niedermassen. 1. Wahllokal für die Stadtgemeinde Unna, Gemeinden Hemmerde, Stockum, Westhemmerde und Siddinghausen Wirtschaft Ed. Östermann in Unna. Wahlausschuß: Vorsitzender Saltnenwerkmeister Fiene, Stellventreter Salinenmauermeister Karl Rütendahl, Beisitzer Schlosser Karl Vogt, Sieder Heinrich Hustadt, Stellvertreter Schreiner Fritz Rimpel, Maurer Gerhard Garschulte, sämtlich zu Saline Wahlausschuß: Vorsitzender Betriebsführer Schreiber, Ste vertreter Steiger Harbott, beide Zeche Hamburg. Beisitzer Hauer Carl Helbert zu Rüdinghausen, Hauer Theodor Wagener auf dem Schnee. Stellvertreter Hauer Gottlieb Martmöller Annener Verg, Königsborn. 2. Wahllokal für die Ortschaft Königsborn und Zechenkokonie kühlhausen fferde, Uelzen, Muncc#usen, Lün Ober= und Niedermassen: Wirtschaft Berthold in Königsborn. Vorsitzender: Betriebsführer Winter Stellvertreter: Steiger Heinrich Kleinrahm, beide Zeche„Königsborn“. Beisitzer: Bergmann Heinrich Rickert zu Niedermassen, Bergmann Friedr. Barenberg, Kolonie Königsborn. Stellvertreter: Bergmann Heinrich Faber zu Unna. Bergmann Diedrich Winkelkötter zu Kessebüren. 10. Wahlbezirk. Umfassend die Gemeinden Wassercourl, Westick und Methler. Wahllokal: Wirtschaft Heinrich Lunke in Methler. Vorsitzender: Betriebsführer Bohnenkamp. Stellvertreter: Steiger Hackmann, beide Zeche„Monopol“ Schacht II. Beisitzer: Bergmann Wilhelm Bromberg, Bergmann Wilhelm Potthoff Stellvertreter: Beigmann Friedrich Budde, sämtlich zu Meihler, Bergmann Wilhelm Dülberg zu Westick. 11. Wahlbezerk. Umfassend die Stadtgemeinde Camen, Gemeinden Südcamen, Heeren, Werne Oberaden, Niederaden, Weddinghofen. 1. Wahllokal für die Stadtgemeinde Camen, Gemeinden Südcamen, Ober= und Niederaden, Weddinghosen: Wirtschaft Friedrich Menne zu Camen, Westenthor. Vorsitzender: Betriebsführer Israel. Stellvertreter: Steigen Pothmann, beide Zeche„Monopol“ Schacht I. Beisitzer: Gesteinshauer Schäfer, Hauer Lübbert. Stellvertreter: Reparaturhauer Erkmann, Markenausgeber Brüggemann, sämtlich zu Camen. 2. Wahllokal für die Gemeinden Heeren und Werne: Wirtschaft Leiffermann in Heeren. Vorsitzender: Betrlebsführer Lattan. Stellvertreter: Steiger August Eggert, beide zu Schacht II Königsborn. Beisitzer: Bergmann Karl Schlüter zu Heeren, Bergmann Heinrich Rautert zu Camen, Bergmann Otto Krüpe zu Heeren. Aus Westfalen und Rheinland. Laungendreer, 1. September.(Verbrüht.) In der Müserschen Brennerei hat sich gestern ein sehr beklagenswertes, schreckliches Unglück zugetragen. Ein 16 jäbriger Arbeiter, Halsband, der Stiefsohn der Witwe D. Kneist, will mittags für seinen Vater, der auf dem Wege dorthin ist, ein Faß Schlempe holen und gerät dalei in den Brühbottich. Sofortige Hilfe fruchtete leider nichts, da der Unglückliche nicht mehr die Kraft besaß, sich an den schnell hineingelassenen Gegenständen festzuhalten und ein Hinausziehen mißlang. Man nimmt an, daß der Verunglückte aus irgend einem Grunde den Deckel abgeboben— derselbe wird nur bei der Reinigung abgenommen— und hineingest ürzt ist. Aplerbeck, 8 September.(Feuer.) Gestern Abend brannte der Stall an dem Hause des Bergmann Götze an der Sölder Chaussee. Ehe die Feuerwehr erschien hatten die Einwohner und Nachbarn das Feuer bereits gelöscht, sodaß erstere nicht in Thätigkeit zu treten brauchte. Wie verlautet soll ein halbwüchsiger Junge des Bergmanns Götze die Schuld am Brande tragen. Eckesey, 2. Septdr.(Ueberfahren) wurde am vergangenen Mittwoch hierselbst ein ca. 77 Jahre alter Mann. Als die gegen 11 Uhr morgens von Hagen und Cassel kommenden Perionenzüge sich bei der Besitzung des Gutsbesitzers Einhaus kreuzten, wollte der Getötele den Ue ergang überschreiten. Er lietz zunächst den Casseler Zug passieren und betrat sodann durch das Drehkrenz in der Meinung, daß die Passage frei sei, die Geleise. In demselben Augenblicke brauste der Hagener Zug, der infolge der scharfen Trebung an dieser Stelle erst in geringer Entfernung sichtbar wurde. beran und zermalmte den Mann zu einer blutigen Masse. Der Getötete, der sich vom Bettelhandwerk ernährt haben soll, stammt aus dem Fürstentum Waldeck und hat zuletzt längere Zeit in Herdecke gewohnt. Herne, 3. Septbr.(Gemeinderatssitzung.) Genehmigt wurden 14 Bau=Erlaubnisgesuche und mehrere solche wegen zu später Einreichung zurückgelegt. SteuerErlaßgesuche wurden 14 genehmigt, 1 zurückgewiesen und über 6 sollen noch Feststellungen erfolgen. In die Kommission zur Prüfung der Gemeindekassen- Jahresrechnung pro 1893/94 wurden die Herren Vorsteber Cremer, Kartenberg und Rauft gewählt, in die Kommission zur Aufstellung des Etats für 1894 95 die Herren Vorsteher Cremer, Dickhoff, Kartenberg und Papentin. dem Herrn A. Lüdtke von hier wurden die Ausfübrungen der Zementbetonarbeiten an der Heinrich= und Wilbelmstraße unter der Bedingung übertragen, daß derselbe den Quadratmeter zu.50 Mark herstelle. Wegen Erbreiterung der Brücke an der Grenze zwischen Bankau und Herne im Zuge der Bahnhof= und Strünkederstraße und Freigabe der Bürgersteige wurde beschlessen, Kostenauschlag anfertigen zu lassen und mit der Gemeinde Baukau in Verbindung zu treten betreffs Teilung der Kosten. Herne, 3. Sept.(Sed anfeier.! Die gestrige Sedaufeier wurde hier durch einen stattlichen Festzug, welcher nachmittags gegen 5 Uhr die Bahnhofstraße durchzog, eingeleitet. An demselben haben teilgenommen: Gemeindevertretung, Kriegerverein Herner Bahnvof, Kriegerverein Herner=Dorf. St. Stanislaus Verein, cbristl.=soz. Arbeiterverein, evang. Arbeiterverein, ostpr. Unterstützungsverein. Turnklub, Turnverein, Gesaugverein„Gemütlichkeit". Sängerbund, Liedertasel, Frobsinn, Concordia, Gewerkverein, Turnerbund, Kegelbund. Nachdem der Festzug beendigt, hielt Herr Amtmann Schäfer am Kriegerdenkmal weselbst die obengenannten Vereine Auistellung genommen, eine kernige Anrede und schloß mit einem Hoch auf Se. Majestät, worin die Versammelten begeistert einstimmten. Von den am Festzuge teilgenommenen Gesangvereine wurden gemeinsam zwei Festlieder:„Gruß an das Vaterland und„Westfalenlied" vorgetragen. Hierauf begaben sich die verschiedenen Vereine nach deu betreffenden Vereinsund Stammlokalen, um daselbst noch einige vergnügte Stunden unter sich zu verleben. Castrop, 2. Sept.(Gemeinderatssitzung.) Da die Vertretung der finanziell nicht gut bestellten Gemeinde Behringhausen beansprucht, einen Teil des steuerpflichtigen Einkommens der Zeche Erin zur Kommunal= steuer heranziehen zu dürfen, weil in ihrer Gemeinde ein nicht unerheblicher Teil der Betriebeflächen der genannten Zeche belegen, war seitens des Amtmanns Burfeld eine gemeine same Sitzung der Vertretungen von Castrov, Obercastrop und Behringhausen anberanmt und zwar hauptsächlich zum Zwecke der Herbeiführung einer Einigung über den Besteuerungsmaßstab. Nach längerer Beratung wurde zwar das Mitbesteuerungsrecht der Gemeinte Bebringhausen aneikannt, jedoch der Vorschlag des Herrn Amtmanns, wonach Castrop 63, Obercastrov 28, Bebringhausen 9 Proz des Einkommens besteuern sollten, von einer der Vertretungen abgelehnt. Falls nicht nachträglich noch eine Einigung erzielt wird, werden die Aufsichtslehörden den Verteilungsplan festzustellen haben. Seither wurde die Zeche Erin nur von Castrop und Obercastrop zu Kommunalsteuern herangezogen und zwar mit 69 resp. 31 Prozent. Das in Frage kommende Einkommen pro 1893/94 beträgt zirka 600000 Mark und wurden bei Annahme des Vorschlages des Herrn Amtmanns an Kommunalsteuern erhalten haben: Castrop zirka 23000., Obercastrop 9000., Behringhausen 4000 M. Gütersloh, 31. August.(Gesunder Schlaf.) Am Dienstag Abend 11½ Uhr wurde der mit einem Ponnx beinennte zweirährige WBagen des Brennereibesitzers Altewischer von Vielefeld kommend, auf der=bausefabr auf dem Zugse ranke=Wegeübergange nabe der Wärterbude 100 diesseits Isselhorst zwischen der Barriere eingeschlossen, von einem von hier kommenden Güterzuge erfaßt, umgeworfen und ca. 800 Meter weit bis zur Warkerrnde 108 mitgeschleift. Der 18jährige Knecht des Fuhrwerks soll stark angetrunken gewesen sein und geschlafen haben, denn schlosend wurde er noch aufgefunden, als der Zug zum Steben gebrackt war und das Unglück gesehen wurde. Wie es scheint, hat der Puffer der Zugmaschine den Wagenkosten zuerst erfaßt und den Wagen nebst Pferd umgeworfen. Durch den Stoß ist die Wagenachse mit den beiden Rädern vom Wagen getrennt, und ca. 20 Meter binter dem Uebergange auf eins der Geleise geflogen; der Wioenkasten mit dem darin schlafenden(!) Kuecht ist indes auf dem Puffer hängen geklieben und so samt dei Pferde mit den Schienenräumern weiter geschoben worten. Der Knecht hat merkwürdigerweise nur eine unbedeutende Verletung am Fußgelenk davongetragen, das Pferd aber, welches bei dem nahe der Haltestelle Isselborst wohnenden Rottenarbeiter Wittenstein untergebracht wurde, war derart zugerichtet, daß, wie Augenzeugen behaupten, man in den Bauch des Tieres habe hineinsehen können. Essen, 2. Sept.(Straßenbahn.) Ueber den Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen am Limbeckerplatz nehmen die N..“ Veranlassung, auf das schuelle Fahren der Straßenbahnwagen durch die Stadt, besonders bei dem starken Marktverkehr, bieenweisen. Sehr häufig wiro die festgesetzte Jahrgeschwindigleit infolge der vielen Neigunger in unserer Stadt überschritten. Es ist fast als ein Wunder anzusehen, daß dadurch noch kein größeres Unglück angerichtet worden ist. Die Wagenführer können trotz ihres schnellen Fahrens die anscheinend zu kurz bemessene Fahre zeit in der Stadt nicht innehalten. Bei der großen Verantwortlichkeit, die diese Beamten haben, und bei der äußerst geringen Besoldung(2 M. 50 Pf. täglich bei mite unter 18stündiger Dienstzeit) dürfte es sich wohl empfehlen, daß den gerügten Uebelständen baldigst von der Tirektion der Straßenbahn abgeholfen werde Im Uebrigen ist der Verkehr auf der Straßenbahn ein recht reger und wird, wenn er erst bestimmter und geregelter ist, noch bedeutend steigen. Auf der Vordecker Strecke dürfte es sich sehr ein sehlen, recht bald Anhäng=wagen zu verwenden, denn der Verkehr von und nach Essen ist ein so bedeutender, daß Ae Beamten kaum in der Lage sind, bei der Ueberfüllung der Wagen ihren Dienst ordentlich auszuführen. Auch die Beamten der Kruppschen Fabrik bedauern lebhaft, ihre Zeitkarten bei dem noch immer unregelmäßigen Verkehr sicht lösen zu können, sie vertrauen sich Schusters Nappen loch lieber an als der Straßenbahn und benutzen letztere zur gelegentlich Hoffentlich gelingt es der Direktion tald, ich die Anerkennung unserer Mitbürger zu erwerben, was ür das Gedeihen des wichtigen Verkehrsmittels jedenfalls on großer Bedeutung für sie ist. Vermischtes. —(Die Folgen einer„Konkurrenz“ in der Manege.) Der gegenwärtig in Berlin weilende Cirkus Ciniselli war am Donuerstag der Schauplatz eines aufregenden Unfalls. Zu dem Konkurrenzspringen" über die trische Bank(„irische Bank“ ist die Benennung für ein neues schwieriges Hindernis) hatte sich der Sportschriftsteller Franz Eberhardt gemeldet, der in Sportkreisen als geübter Reiter hinlänglich bekannt ist. Herr Eberhardt nahm auch mit seiner Vollblutstute, einem prächtigen sechsjäbrigen Pferde, alle Hindernisse, die vor der irischen Bank aufgerichtet waren, in tadelloser Weise. Bei der Bank inoessen sollte es sich zeigen, daß ein gutes Sprinarferd und ein tüchtiger Reiter noch nicht allein genügen, um einen zroßen Cirkustric auszuführen. In stürmischer Pace kam die Stute herangejagt, sprang auch willig mit mächtigem Satz auf die Bank, aber kam sofort, weil in falschem, regellosen Galopp befindlich, auf die Knie nieder und überschlug sich in einem richtigen Saltomortale. Der Reiter flog aus dem Sattel und blieb, da er mit dem Kopfe gegen die Bank schlug, bewußtlos liegen, während das Pferd sekundenlang auf dem Kopse stand. Es hatte sich das linke Knie und den linken Schenkel zerschmettert und mußte sofort getötet werden. Im Cirkus selbst herrschte eine ungeheure Bewegung, die sich erst legte, als man sich überzeugt hatte, daß der Reiter selbst mit dem Leben davon gekommen war. Immerhin dürfte der gewaltige Sturz nicht ganz ohne nachteilige Folgen bleiben. Landeck i. Schl., 30. Aug. Ein Mordversuch und Selbstmord wurde gestern gegen ½4 Uhr nachmittags in der Nordenflychtstraße des Baderayons verübt. Bereits seit dem 12. August befindet sich eine Fabrikbesitzerin Auguste Kadler aus Lodz mit ihrer Tochter zum Kurgebrauch in unserem Bade: sie hatte im Logisbaus„Marien= hof“ Wohnung genommen. Vor einigen Tagen gesellte sich zu ihnen ein Bekannter aus ihrer Heimat, der einige 20 Jahre zählende Sohn des Rentiers R. aus Lodz, der sich um die Gunst der jungen Dame bewarb, aber bei der Mutter eine wenig zustimmende Aufnahme zu finden schien. Vorgestern reiste der junge Kaufmann ab, kam aber gestern Nachmittag ganz unerwartet wieder mit der von Glatz hier eintreffenden Personenpost an und suchte bald die Damen in ihrem Logis auf. Da er sie dort nicht fand, ging er ihnen nach und traf mit ihnen in der Nordenflychtstraße in der Nähe der Villa Richard zusammen. Nach nur kurzem Wortwechsel, in demn ihm eine ganz bestimmte Abweisung betreffs der begehrten Tochter der Frau K. wurde, 10 R. zwei bereit gehaltene geladene Revolver aus der ische und feuerte zwei Schüsse auf die alte Dame ab, die hwer verwundet zusammenbrach. Einen dritten Schuß brachte er sich durch den geöffneten Mund selbst bei, so er augenblicklich tot zu Boden sank. Die junge Dame, ie Zeuge des nur wenige Augenblicke dauernden Vorganges war, brach ohnmächtig zusammen und wurde sofort in ihre Wohnung geschafft, während die schwerverwundete Frau in das städtische neue Krankenhaus überführt worden ist. —(Absturz einer Sennerin.) Aus Stoder in Oberösterreich, 31. August, wird dem„Neuen Wiener Abendblatt geschrieben: Am 27. d. M. ereignete sich in dem idyllisch gelegenen Stoder, dem Aufstiegsorte auf den großen Priel, ein schrecklicher Unglücksfall. Die Geschäftsführerin der Alvenwirtschaft, die 19jährige hübsche Sennerin oder, wie die landesübliche Bezeichnung lautet, Schwaigerin des Lagerhofes, ist abgestürzt und verunglückt. Es ist dies ein Fall, der in der Chronik der Alven außerordentlich selten vorkommt, weil ja den Sennerinnen das für andere so gefährliche Terrain der die grünen Bergesmatten umgebenden schroffen Abgründe am besten bekannt ist. Um so größer war also begreiflicherweise das Aufleben, das dieser traurige Unglücksfall hier macht. Die Sennerin hütete ihre Heerde und machte sich, da es Sonn#g war, daran, Blumen zu suchen, um sich nach biesiger esttage damit zu schmücken. Sie kam zu einer mit tiefem Abgrunde, wo vor vierzig Jahren ag Sitte am äben Stelle ebenfalls eine Sennerin verunglückte, und sagte zu ihrer Freundin:„I muaß amal schau'n, wie tief dö Schwaigerin damals abstürzte und wie es da unten ausschaut. Kaum hatte sie diese Worte gesprochen, da löste sich zu ihren Füßen ein Stein— und sie stürzte von der schroffen Wand in den Abgrund, wo sie tot mit zerschmetterten Gliedern niederfiel. Ihre Kameradin sah händeringend den gräßlichen Sturz und eilte dann in das Thal, um das Vorgefallene zu erzählen. Bald begaben sich wackere Männer mit Rettungswerkzeugen ausgerüstet, an die Unglücksstätte, doch vermochten sie nur an den Rand der Schlucht zu gelangen. Bei den letzten Strablen der untergehenden Sonne Aben sie den regungslosen Körper der Abgestürzten. Die einbrechende Dunkelheit machte die Bergung der Leiche unmöglich und es mußte das Morgengrauen des nächsten Tages abgewartet werden. An langen Seilen ließen sich die wackeren Männer in die Tiefe hinab und nach mübevoller und gefährlicher Arbeit wurde die verstümmelte Leiche emporgebracht. Die Grablegung bot ein wahrhaft ergreisendes Bild. Die gesamte Gemeinde hatte sich zu dem traurigen Akte eingefunden. Die wetterharten Männer des Ortes selbst weinten, als der Leichnam in die Erde gebettet wurde. Der hohe Priel mit seinen Eisfirnen bildete die Stafsage der düsteren Szenerie. —(Aus junger Ehe.) Frau Meyer:„Sie haben also auf Ihrer Hochzeitsreise den Harz und Thüringen besucht? Nun, was hat Ihnen unterwegs am Besten gesallen?— Frau Liebreich(errötend):„Mein Mann!“ Letzte Nachrichten und neueste Bepeschen. Birlin, 2. Sept. Bis heute Vormittag um 10 Uhr war der Stand der Cholera in Berlin folgender: Im Krankenhause Moabit war der gestrige Bestand 13 Personen, darunter ein Fall von asiatischer Cholera. Neu eingeliefert sind drei Männer, es bleibt also ein Bestand von 16 Personen. In dem Krankenbause Friedrichshain befanden sich gestern drei weibliche Cholerakranke und 1 Mann, heute also ein Bestand von 4 Personen, darunter 8 bestimmt mit asiatischer Cholera. Im Krankenbaus Moabit ist bei einem Knaben, der am 24. August in den Nordhafen gefallen ist, gestern asiatische Cholera konstatiert worden. Im Krankenhaus Friedrichshain ist bei einem Monate alten Kinde ebenfalls Cholera festgestellt. Sein Justand ist sehr bedenklich. Der Lokomotivheizer Jordan, der als choleraverdächtig in das Barackenlazareth eingeliefert wurde, ist dert gestern gestorben. Berlin, 3. Septbr. Der Reichs=Anzeiger veröffentlicht ferner den Auszug aus dem Gesellschaftsvertrag der „Usambara=Kaffeebau=Gesellschaft“, die ihren Sitz und ihren ordentlichen Gerichtsstand in Berlin hat. Die Dauer der Gesellschaft ist nicht beschränkt. Der Zweck per Gesellschaft ist, in Ostafrika, vornehmlich in Usambara, Grundbesitz zu erwerben und zu verwerten, Land= und Plantagenwirtschaft, namentlich Kaffeeplantagen, auch gewerbliche Unternehmungen und Handelsgeschäfte, welche damit in Verbindung stehen, zu betreiden. Das Grundkapital der Gesellschaft ist zunächst auf 250000 Mark festgesetzt und in 1250 Anteile zu je 200 M. geteilt. Das erste Geschäflsjahr läuft bis zum 31. Dezember 1894. Berlin, 3. Sept. Zu der Weglassung der Formel„vo Gottes Gnaden“ im ersten Regierungserlasse des He## sogs Alfred bemerkt die„Goth. Ztg.“, daß Herzog Ernst sich jener Formel seit dem Revolutionsjahre nicht mehr tedient hat. Er erzählt selbst in seinen Lebenserinnerungen, daß er in jener stürmischen Zeit sich nur ungern dazu verstanden habe, gleich den anderen Fürsten auf den Zusatz„von Gottes Gnaden“ zu verzichten, weil dieser ##zicht ein erzwungener, gewesen sei. Dagegen habe er sich nachher, als die Revolution vorübergebrauft war, nicht entschließen können, dem Beispiel der anderen deutschen Fürsten zu folgen und diese Formel auf seinem fürstlichen Titel wieder zuzusetzen. Seinem historschen Sinne habe das widerstrebt: denn wenn man es verfolge, wie besonders die kleinen deutschen Staaten zu dem geworden sind, was sie nun sind, so erscheine es ihm sonderbar, hier von der Gnade Gottes zu reden. Ati Berlin, 8. September. Bei den Ordensverleihungen in der Rheinprovinz fällt es anf, daß die Mitglieder der Centrumspartei, auch soweit sie an Ehrenämtern und an der Verwaltung kommunaler Verbände beteiligt sind, in auffallend geringer Zahl mit Auszeichnungen bedacht wurden. Desto reichlicher sind die Vertreter gouvernementaler Parteien bedacht worden, so Freiherr von Solemacher=Antweiler mit dem Stern des Roten Adlerordens 2. Klasse, mit geringeren Ordenszeichen der Verleger der„Kölnischen Zeitung", der Lederfabrikant Nels, der bekannte klerikale frühere Landtagsabgeordnete, welcher sich zum Unterschied von seinen Parteigenossen an der Agitation für die Militärvorlage beteiligte. Einer Anzahl Führer der nationalliberalen Partei ist der Kommerzienratstitel verliehen worden. Metz, 2. Septbr. Zum Empfange des Kaisers ist die Stadt auf das Prächtigste geschmückt. In der Bevölkerung herrscht eine freudige Stimmung. Der Fremdenzufluß ist ein starker„Der Großberzog von Baden wird heute Abend hier erwartet. Der Erbgroßherzog von Sachsen=Weimar und der Statthalter Fürst zu Hobenlohe sind heute Nachmittag eingetroffen. Metz, 8. Sept. Der Kaiser und der Kronprinz von Italien trafen um 10 Uhr 45 Min. vormittags auf dem Bahnhof Tevant les Ponts ein. Der Kaiser trug die Uniform der Garbebusaren, der Kronprinz die der dreizehnten Husaren. Am Bahnhof waren der Großberzog von Baden. Prinz Albrecht, Prinz Leopold von Bayern, der Reichskanzler, der Statthalter und die Generalität anwesend. Der Kaiser und der Kronprinz schritten zweimal die Frout der Ehrenkompagnie ab, worauf der Vorbeimarsch erfolgte. Der Kaiser bestieg mit dem Kronprinzen den Wagen und fuhr mit den anderen Herrschaften unter den Hurrabrufen der Menge zum Feldgottesdienst nach St. Martin.„„1 Jr 1419 u. 8. Sept. Kurz vor 11 tiyr fand auf dem Ererzierplatz Feldgottesdienst statt. Etwa 8000 Mann waren feldmarschmäßig im Viereck aufgestellt. Innitten des Vierecks, gegenüber dem Kaiserzelt, war ein Altar errichtet. Der Kaiser und die Fürnlichkeiten wohnten im Kaiserzelt stehend dem Gottesdienste bei. Die Fürstlichkeiten fuhren alsdann zur Stadt. Der Kaiser setzte sich an die Spitze der Truppen und hielt bei berrlichstem Wetter unter dem Geläute sämtlicher Glocken seinen Einzug in die glänzend geschmückte Stadt. 7000 Kinder und 4000 Vereinsmitglieder bildete Svalier. Die Menschenmenge bereitete dem Kaiser allenthalben begessterte Kundgebungen. Die städtischen Behörden nahmen auf dem Wege am Südende der Pariserstraße Aufstellung, um dem Kaiser beim Einzuge namens der Stadt den Willkommensgruß zu bieten. Der Kaiser beehrte die Vertreter der Stadt durch eine Ansprache und legte ver'önlich dem Bürgermeister die der Stadt Metz verliehene kostbare Keite um. Darauf führte der Kaiser die Truppen bis zur Esplanade und nahm dort den Vorbeimarsch ab. Krankfurt a.., 3. September. Ihre Majestät die Kaiserin ist um halb 12 Uhr von Koblenz hier eingetroffen und alsbald mittels Sonderzuges nach Homburg weitergereist. Homburg v. d.., 3. Septbr. Ihre Majestät die Kaiserin ist mit der Prinzessin Adolf von SchaumburgLippe mittags 12 Uhr 15 Min. hier eingetroffen und von der Kaiserin Friedrich empfangen worden. Paris, 3. Sept. Einer amtlichen Mitteilung zufolge wird das russische Geschwader unter dem Oberbefehl des Admirals Avelane am 13. September in London eintrefsen, um den Besuch von Cronstadt zu erwidern. London, 3. Septbr. In einer gestern Nachmittag in Leith abgehaltenen Versammlung beschlossen 4000 Gruvenarbeiter, den Ausstand fortzusetzen. Im Süden von Wales sind 70000 Vergleute wieder angefahren, 30000 sind noch ausständig. Hunderte von Schiffen warten in den Häsen von Wales auf Kohlen. Mehr als 4000 Arbeiter verschiedener Industrien seiern infolge des Koblenstreiks. Bis jetzt sind infolge des Ausstandes 600000 Pfd. Sterling an Löhnen ausgefallen Die Gruben im Norden von Wales sind noch immer geschlossen. London, 3. Septbr. Eine Versammlung von 30 000 Bergleuten in Pontypridd beschloß, die Bergleute von Süd=Wales sollen sich dem großbritannischen Bergarbeiterverbande anschließen Die Arbeit wird nuter gewissen Bedingungen am Montag wieder aufgenommen werden; sollten die Minenbesitzer die Bedingungen nicht annehmen, so wird eine andere Versammlung einberufen. Die Mehrheit der Bergleute von Lothian stimmte für die Wiederaufnahme der Arbeit am Montag, nachdem die Grubenbefitzer zehn Prozent Lohnerhöhung zugestanden haben. Cardiff, 8. September. Man glaubt, daß in dem großen Meeting, welches gestern in Rocking=Stone abgehalten ist, die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen wurde. Swansea, 3. September. 5000 Eisenindustrie sind ohne Arbeit. brachte den Eisenbahngesellschaften eine 1 Million Pfund. Die Arbeitsdauer der verschiedenen worden. Arbeiter der — Der Ausstand Frachteinbuße von in den Werkstätten Eisenbahngesellschaften ist berabgesetzt des General=Anzeiger. 4. Sept. In seiner Antwort auf die Begrüßungsrede des hiesigen Bürgermeisters sagte der Kaiser: Das hiesige Armeskorps sei der Eckpfeiler der militärischen Macht Teutschlands und dazu bestimmt, den europkischen Frieden zu erhalten. Konstantinopel, 4. Septbr. Bei einer Regatta im Marmarameerkfand zwischen französischen und italienischen Matrosen eine blutige Schlägerei statt. der lokalen und provinziellen Dortmund, 4. Sept.(Verschiedenes.) Der 3. Kaplaneiverwalter an der Liebfrauenkirche, Herr Joh. Sprenger, ist nach Verne bei Salzkotten berusen.— Die Schmitzsche Besitzung Steinstraße 56 ist zum Preise von 43000 Mark in den Besitz der Herren Rosenberg u. Isaac hier übergegangen.— Die Arbeiten beim Polizeigesängnie an der Kleppingstraße sind in der Weise gefördert, daß der Rohbau bereits fertig ist. Die Einrichtung des Gefängnisses ist folgende: Der Hauptbau— 3 Geschoß hoch — enthält in einem Mittelflur angeordnet 5 Einzelzellen für Untersuchungsgefangene, 5 Zellen für je 4 Gesangene und 6 Zellen für je 7 Gefangene. insgesamt können 67 Gefangene untergebracht werden. Die Heizung des Gebäudes soll durch Dampfniederdruckheizung bewirkt werden. Im Vorbau wird die Wohnung eines Gefangenwärtees, sowie ein Wacht= und Untersuchungszimmer eingerichtet. (Bierfest mit edlem Zweck.) Unter dieser Spitzmarke berichteten wir vor einigen Tagen, daß die kathol. Vereine Leo=Verein und Canislus=Verein von hier, sowie die Sodalität sich zusammengethan, um zu Gunsten der Barbarakirche in Eving ein Konzert zu geden. Dieses Konzert hat nun gestern am Fredenbaum stattgefunden. Der Besuch war überaus zahlreich und mögen wohl 1000 Mk. exübrigt sein, welche für die innere Ausschmückung des gesächten Gotteshauses verwandt werden sollen. (Aus alter Zeit.) Vei der Vornahme von Strabenarbeiten in der Brückstraße vor dem Hause des Herrn Uhrmachers Geck fand man 4 Meter unter der Oberfläche ein altertümlich geformtes Hufeisen, das jedenfalls sehr alt sein muß. Ob es aber, wie ein hiesiger Kunsthändler behauptet, ein Hufeisen von dem Pferde der Haimonskinder ist, die bekanntlich von Tortmund ausgeritten sind, und deren einer, Reinold in der Reinoldikirche begraben liegt, ist doch wohl fraglich.„, graf.„#4 nischaft (D' Innthaler.) Die Thrvier Konzert=Gesellschaft „'Inntgaler hat durch ihre erste Aufführungen im Kölnischen Hofe und in Zieglers Etablissement in Dorstfeld den ihr vorausgegangenen Ruf glänzend gerechtfertigt. Die Gesellschaft verfügt über gut geschulte Kräfte. Sopran und Tenor sind recht gut. Att und Baß geradezu vorzüglich besetzt. Die vorgetragenen Solis und Chöre fanden reichen Beifall, ebenso die Zitbervorträge und der je am Schluß gebrachte Schuhplattl=Tanz. Wir kommen noch weiter auf die Leistungen der Gesellschaft und namentlich des Bassisten (Ob's wahr ist?) Aus Westfalen berichtet die Preußische Lehrerzeitung folgendes Geschichichen: Gelegentlich der öffentlichen Schulprüfung erhielt ein Lehrer den Auftrag, im Deutschen zu prüfen. Hierauf kam er auch auf das behandelte Gedicht:„Das Niesenspielzeug“ von Chamisso zu sprechen. Nachdem es von den Schülern besprochen war, ließ der Lehrer den Inhall angeben und entwickelte sodann den Grundgedanken dieser Sage. Auf die zusammenfassende Frage:„Was lehrt uns also diese Sage? erhielt er sodann die zutreffende Antwort:„Diese Sage lehrt uns, daß auch der geringste Arbeiter(Der Bauer im Gedicht) notwendig sei zur Erhaltung der Großen dieser Erde (im Gedicht: der Riesen). Wurde schon bei der Entwickelung dieses Grundgedankens die Haltung der anwesenden Herren Fabrikanten und Schulvorstandsmitglieder eine sehr unruhige, so gaben diese ihre Mißstimmung durch lautes Scharren und Husten zu erkennen. Und nach der Prüfung erhielt der Lehrer anstatt des vielleicht Lobes über seine Prüfung in unberechtigter Weise— die heftigsten Vorwürse über die Verbreitung sozialdemokratischer Ansichten und Ideen. Alle Gegenvorstellungen des betreffenden Lehrers, er habe nur gelehrt, was das Gedicht enthalte und er fühle sich nicht berufen, den Tichter zu korrigiren, halfen nichts; er blieb ein halber Sozialdemokrat. Auch seine Beschwerden unter Vorlegung des dritten Bandes von„Lüben und Nacke“(1883) der den Grundgedanken folgendermaßen angibt:„Die Sage lehrt uns, daß der geringste Arbeiter wesentlich notwendig ist für die angenehme Existenz der sogenannten Großen auf der Erde, blieten ohne Beantwortung. (Einen schrecklichen Anblick der Verwüstung) bot heute Morgen das Hotel Kaiserhof am Burgtbor dar. Sämtliche Feusterscheiben.—40 an der Zahl, waren zertrümmert und einige mit Blut besudelt. Wie wir hören, haben mehrere angetrunkene Burschen, deuen man nachts um 1 Uhr Vier im Restaurant Kaiserhof verweigerte, von außen diese That verübt. Vier der Strolche sind verhaftet. Die That dürfte sich wohl als Landfriedensbruch qualifiziren. (Eine angeblich dem Trunke ergebene Frau) aus Hombruch wurde gestern Nachmittag in Brünninghausen in der Emscher an dem Wegübergaug nach Barov ertrunken aufgefunden. Die Leiche lag leider gegen Abend noch da, trotzdem nachmittags Polizei genügend zur Stelle war.„ g. f. 6, Hörde, 3. Sept.(Gedanfest.) Der blenge Feriegerund Landwehrverein feierte heute den denkwürdigen Tag von Sedan durch Konzert und Ball. Morgens um 9½ Uhr trat der Verein im Vereinslokal zusammen. Darnach gemeinschaftlicher Kirchgang. Nach dem Gottesdienst Rückzug zum Kriegerdenkmal und Niederlegung eines Kranzes. Hierbei gebachte Herr Präses Schmitz der verstortenen Kameraden, die auf dem Felde der Ehren ihr Blut für das Vaterland geopfert hätten. Redner ermahnte, treu zu Kiser und Reich zu stehen. Um 2 Uhr zog der Verein mit klingendem Spiele nach dem Kaiser Friedrichshain Lücklemberg. Dortselbst fand Konzert der hiesigen Stattkapelle statt. Abends 7½ Uhr gings mit klingendem Spiel wieder nach Hörde zurück zum Vereinslokal. Darnach Ball. In fröhlicher und gemütlicher Stimmung verweilten die alten Krieger und Streiter beim Glase Gerstensaft, um noch einmal ihre Erlebuisse auszutauschen. Horsthausen, 2. Sept.(Sedaufest.) Trotz der Ungunst der Witterung nahm die heutige Sedanfeier einen recht günstigen Verlauf Unter Vorantritt der Schulklassen mit ihren bunten Fähnchen bewegte sich der Festzug durch die geschmückten Straßen. Gemeinde= und Schulvertretung, Krieder=, Bergmanns=, Gesang= und Turnvereine bildeten mit der Feuerwehr der Zeche„Friedrich der Große einen stattlichen Zug. Auf der Festwiese angekommen, nahm Lehrer H. Veranlassung. auf die große Bedeutung des Tages, auf das hinzuweisen, was uns den Sieg verlieben und ermahnte, die einigenden Momente in Deutschland nicht aus den Augen zu verlieren. Er wies hin auf den gefestigten Hohenzollernthron und brachte den Kaisertoast aus. Nun begannen fröhliche Stunden für die Jugend. Verschiedene Spiele und Preisverleilungen, Musikaufführungen und Gesang, turnerische Uebungen boten für Jung und Alt der freudigen Abwechslung viel. Vor dem Abzuge in die einzelnen Festiokale gedachte Lehrer S. des geeinigten Deutschland und erinnerte an die traurigen Zeiten von Preußens Unglückstagen. Mit dem Absingen des Liedes: „Deutschland, Teutschland“ schloß die erhebende Feier auf der Festwiele und in geordneten Reiben, mit flattornden Fahnen, begaben sich die Vereine in ihre Festlokale. Jeder Teilnehmer muß gestehen: es war ein schöner Tag in Gemeinde Horstbausen. Iserlohn, 1. Septer.(Pferdedieb.) Dem Wirt Voß an der Ruhrbrücke zu Dahlhausen war vergangenen Sonntag eine wertvolle braune Ponystute aus dem Stalle gestoblen worden. Dem„Iserl. Tabl.“ zufolge, ist der Dieb bis nach Oberrahmede gekommen, wo es ihm gelang, das gestoblene Tier, das einen Wert von 600 Mk. hat, für 50 Mk. loszuschlagen. Der billige Preis kam dem Käufer verdächtig vor und als kurz darauf das„Iserl. Tageblatt“ gebracht wurde, das von dem in der Nacht vorher stattgefundenen Pferdediebstahlsberichtete, da stand die sofortig: Verfolgung des Burschen fest. In Letmathe gelang es. denselben durch die Polizei festnehmen zu lassen. Von dem empfangenen Gelde fanden sich nur noch 15 Mark bei ihm vor; für einen Teil desselben hatte er sich Kleidungsstücke angeschafft. Wie es heißt, soll der saubere, erst 18 Jahre alte Pairon mit den örtlichen Verhältnissen bei Böß genau vertraut gewesen sein, da er noch im vergangenen Sommer 14 Tage dortselbst in Dienst gewesen sein soll. Er wurde dem hiesigen Amtsgericht eingeliefert und kann jetzt mit Muße über das Kapitel von„Mein und Tein“ Studie. anstellen. Bräute und Geschwister, unter den siegesfreudigen Klängen des erhebenden Gesanges:„Es braust ein Ruf wie Donnerhell“, der westlichen Grenze zu. In schweren verlustreichen Kämpfen rangen au jenen beißen Augusttagen die deutschen Heereswaffen, und unter ihnen auch die Söhne unserer Stadt auf den Schlachtfeldern in der Umgebung von Metz; und schon wenige Wochen später gab der Erfolg der Schlacht bei Sedan dem deutschen Volke die Zuversicht, daß nunmehr das seit Jahrhunderten ersehnte Ziel der politischen Einigung von ganz Deutschland unter den Hohenzollern erreicht werde. Hochauf jubelte das Volk bei der Kunde von dem entscheidenden Siege; aus dem Heim der engeren Häuslichkeit drängte alles hinaus auf Markt und Straßen; erhebende Freude bei allen, auch denen, welche den Verlust von nahen Angehörigen betrauerten; galt es doch etwas Größeres als das Geschick des Einzelnen: galt es doch— das Vaterland! So damals— und wie jetzt? dreiundzwanzig Jahre, nabezu ein Lebensalter ist verflossen. Wie nach dem Tode der einzelnen Menschen die Thaten und Schöpfungen desselben nach wenigen Jahrzehnten lebensfrisch nur noch in dem Gedächtnisse der Angebörigen und Zeitgenossen haften, und auch bei diesen allmäblich verblassen, so ist auch in dem Gedächtnisse der Gesamtbeit das, was die Erfolge der 70er Jahre gegeben, in dem Vorwärtsstreben der Gegenwart mehr zurückgetreten. Ein großer Teil der Mitkämpfer ist ins Grab gesunken; von den obersten Mitarbeitern an der deutschen Einheit steht als der letzte Fürst Bismarck, übrigens verehrt von den Edelsten der Nation, der getreue Eckard der deutschen Reichseinheit, bei Seite; die jüngeren Männer schöpfen ihre Erinnerung und Erkenntnis nur noch aus den mündlichen Ueberlieferungen und aus dem Studium der Geschichte. Mit dem Bestehen des allgemeinen gleichen Wahlrechts ist das Gefühl der sittlichen Verantwortlichkeit bei der Bethätigung dieses Rechtes zurückgedrängt. Der dem deutschen Volke innewohnende Idealismus, die Fähigkeit zur Begeisterung für einen edlen Gedanken treibt bei einem Teile des Volkes in dem sozialen Getriebe der Tagespolitik auf Irrwege, zu dem Wahne des Kommunismus, der allgemeinen Völkerverbrüderung, zu dem Rufe nach Freibeit, Gleicbheit, Brüderlichkeit; der Blick für die wirklichen Verhältnisse, für einen gesunden Realismus ist getrübt. Und doch! wer rastet— rostet! wer nicht vorwärts gebt, der geht zurück. Wir mußten voraussehen, daß die Erbaltung des Besitzes mit ebenso großen Schwierigkeiten und Opfern verknüpft sein würde, wie der Erwerb. und wir vertrauen, daß die im öffentlichen Leben sich vordrängenden Kräfte, geläutert durch entschlossene Gegenarbeit, schließlich doch zum festen Ausbau des Deutschen Reiches führen werden. Soll dies aber gelingen, dann muß stets und immerdar die Erkenninis bleiben, daß wie in früheren Jahrbunderten Teutschland als einiges Kaiserreich groß und mächtig gewesen ist, auch in der Gegenwart allein das unter dem Adler der Hohenzollern geeinte Deutschland dem Einzelnen politische und wirtschaftliche Kraft und Freiheit gewähren kann. Darum seiern wir alljährlich das Sedaufest: darum tlicken wir auch heute, an dem Gedächtnistage der errungenen Einheit, binauf zum Throne des deutschen Kaisers mit der Zuversicht, daß Kaiser Wilhelm II. die Erbschaft aus dem Jahre 1870/71 mit starker Hand gegen alle Angxisse von außen und innen erhalten und kräftigen werde. Ich bitte Sie in den Ruf einzustimmen:„Se. Majestät Kaiser Wilhelm II., unser allergnädigster Kaiser, König und Herr lebe hoch! Nachdem das Hoch und„Heil Dir im Siegerkranz" und„Die Wacht am Rbein" verklungen. setzte sich der Festzug in der gestern bereits angegebenen Reihenfolge in Bewegung. Der Festzug litt unter dem Regen, war aber immer noch großartig. Das Gedränge am Fredenbaum und der Hobertsburg war nicht so groß, als in den Vorjahren. Erst in den späten Nachmittagsstunden, als die Sonne wieder ihre Strablen herabsandte, wurde es lebhafter. zonst entsprach der Verlauf der Feier genau dem Programm. Eingesandt. Es ist ein wahrer Skandal, daß um 8 Uhr, sogar um ein viertel vor 9 Uhr erst der Unrat auf dem Westenhellweg abgeholt wird Sehr oft, hauptsachlich bei stürmischem Wetter, habe ich gesehen, wie der Schmutz den Passanten direkt ins Angesicht wehte. Do diese Abfuhrwagen nicht mal Deckel haben, so wäre es sehr erwünscht, wenn diesem großen Uebel, hauptsächlich bei Cheleragesahr, abgeholfen würde. A. N. Standesamt Dortmund. Vom 1. Septbr. Geboren. 1 Sohn: Buchhändler August Masbaum Hövelstraße 22. Postassist. August Mehrmann, Hoyestr. 39. Schneider August Herbrechter, Adolfstr. 9. Former Johann Caye, Untonstraße 4. Schuhmachermstr. Th. Schumacher, Josefstr. 8. 1 Tochter: Tagl. Franz Podwalk:, Leopoldstr. 74. Karl Pseiffer, Dürenerstr. 24. Fuhrm. Ferd. Lügger, Hövelstr. 7. zbrikarb. Karl Verron, Friedrichstr. 11. Schuhmacher Wilhelm Lindenberg, Pottgasse 5. Schlosser Heinr. Schacht, Oestermärsch= straße 43. Schlosser Heinr. Schäser, Humbeldtstr. 11. Aufgebole. Gasstocher Emil Alexander mit Maria Kowa lewskt, Huckarderstr. 76. Bergm. Diedr. Braucks mit Emilie Gck, Bärenstr. 11. Kaufm. Herm. Innker, Küln, mit Josefa Rohling Schwanenwall 8. Ingenieur Eduard Nebel mit Anna Erlenbach Dutsburg. Eheschließungen. Schneider Johann Tennie mit AnnButzmann, Paulsgasse 4. Bergm. Karl Henke mit Emma Stein' mann, Friedrichstr. 68. Schreiner August Dingel mit Ida Schimmel, Baumstr. 11. Metzger Joh. Marquardt mit Dorothea Schulz, Oesterholzstr. 108 Hilfsbremser George Wettlaufer mit Johanne Keller, Kielstr. 24. Schmied Herm. Kemper mit Witwe Klöckener, Elisabeth geb. Keßler, Hörde. Bergm. Wilh. Hiller mit Witwe Scherf. Maria geb. Budde, Oswaldstr. 1. Gestorben. Selma Halter, Düsseldorferstr. 8, 3 J. Arbeiter Gottfried Range, Zinkstr. 9, 35 J. Anna Oebel, Kaiserstr. 233 Mon. Franziska Köster, Weißenburgerstr. 15, 2 Mon. Agnes Schwenniger, 2. Kampstr. 28, 8 M. Apotheker A. Flügge's fesie seber Millidür Reiter, T. „ Pass Sronfs in wurde durch Regenwetter sehr beeinträchtigt. An dem Festmahl bei Kühn beteiligten sich sehr wenige Personen. Es fehlte merkwürdiger Weise die vohe Beamtenschaft fast ganz, wir sahen nur den Oberbürgermeiner, een Berghauptmann und den Landgerichtsdirektor Leonuarst, Magistrat und Stadtverordnete waren sehr dünn und die übrigen Burgerkreise gar nicht vertreten. Nur das Reserveoffizierkor ns war einigermaßen auf dem Platze. Rechnet man die Kühnschen Stammgäste ab, so waren etwa 60 Personen anwesend,— eine beschämende Thatsache, wenn man bedenkt, daß gerade aus jenen Kreisen beraus fortwährend in hohen Brusttdnen gepredigt wird, man dürfe die Sedanfeier nicht fallen lassen. Glücklicherweise legt das große Publikum mehr Interesse an den Tag. Die Feier auf dem Markte war noch immer eine imposante, die Vereine waren zahlreich erschienen. wenngleich infolge des schlechten Wetters in geminderter Mitgliederzahl. Während im Kühnschen Saale Herr Berghauptmann Täglichsbeck den Kaisertoast gehalten hatte, der sich in den bekannten vatriotischen Wendungen bewegte, war die Ansprache des Oderbürgermeisters auf dem Markte in einzelnen Teilen so bemerkenswert, daß wir sie im Wortlaute folgen lassen: „Als vor nunmehr 23 Jahren der Erbseind im Westen die deutschen Grenzen und den Bestand des Vaterlandes ernstlich bedrohte, da sammelte sich ganz Deutschland unter Führung un eres unvergeßzlichen Kaisers Wilhelm zu gewaltiger Kraftanstrengung. In mächtigen Heeressäulen zogen die kampffähigen Söhne, geleitet von der begeisterten Stimmung der zurückbleibenden Väter, Mütter, Fraue Deutsches Reichspatent No. 63592. sollte jede.#sser„Reiter, P ou Ruderer, Ryeichist rner, Jäger, wie alle Die welche Nautasscharfungen (Wundsein), starker und riechender Schweißbildung, Insectenstichen und Hautwunden aussctest sind, sets mit sich führen. Die Gutder Aerzte bestätigen die vorzüglich hellenden und dabet antiseneischen Eigenschaften des Myrrhen=Creme. Preis der Dose M..— und achte man genau darauf, daß dieselbe den Namenezug A. Flüggo und die Patentnummer 63582 Apotheker A. Flüggo's Myrrhen-Orèmo ist das beste Mittel alle Hautkrankheiten. ist der patentirte ölige und dann verdickte Auszug den Myrrhen=Harzes. Erhältlich in den meisten Apotheken, seinen Parsümerie und Eriseurgeschäften. In Dortuuund Engel=Avotbke. Schutzmittel. Sozial=Preisliste versendet in geschlossenem Kuvert ohen Firma gegen Einsendung von 20 Pfa. in Marken W. H. Mielck, Frankfurt a M. Nachdem die Lose zu der am 14. und 15. September zu Baden=Baden stattfindenden K. Großen Pferde=Verlosung wiederum eine so starke Nachfrage erfahren haben, daß bei den General=Debit der Bestand ziemlich veräumt ist, so empfiehlt e sich dringend, die noch zu erteilenden Besenengen jetzt umgehen! zu machen. Die Lose sind setzt noch zum Preise von 1 Mar pro Stück, 11 Lose für 10 Mark, 28 Lose für 25 Mark, erhältlich An freiwiligen Geben für die Hinterbliebenen den auf Zeche„Kaiserstuhl“ verunglückten Bergleute ginger Dziggel Mr..40, F. Buchhold Mr..30, F. Weit Mr. 030 H. Schlewig Mk. 0,20, F. Hüllbrock Mk. 0,80, Frau Winter Mk .50, Frau Lietwer Mk..20, Frau Langwieler Mk. 0,20, Frao Lolfram Mk..20, Frau Alex Mk. 0,20, Frau Köster Mk..20 Frau Rehling Mk. 1,00, Frau Janke Mk. 0,20, Frau Hildebrandt Mk..20. Unsere sämtlichen Boten tragen Listen bei sich, die sie auf Verlangen, aber auch nur auf solches, zum Einzeichnen vorzeigen. I d AS 8 Cerehrertrenl Den „" eher Nouhotten Ar Kerderstorren und Uomeetro für die Herbst- und Winter-Saison zeigen wir ergebenst an. Rose& Co. K Grasverkäufe. Freitag, 8. September, 5 Uhr nachmittags, in Höing's Wiese und am Waschteich. Sonnabend,.Septbr., 5 Uhr nachmittags, in Eickhoff's Wiese. Montag, 11. Septbr., 5 Uhr nachmittags, an der Krombach. Haus Opherdicke. Frhr. von Lilien's Rentei=Verwaltung. Den geehrten Frauen von Kolonic und Umgegend die ergebene Mitteilung, daß ich mich hierselbst als Hebumme e h Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. September cur. ab an unserer Kasse in Berlin und den bekannten Zahlstellen eingelöst. Vommersche Hypotheken-AktienBank. 8 niedergelassen habe. befindet sich Meine Wohnung Schacht I, Barackenstraße 49. Frau Heuriette Budde. Keaontnshach „Die bei dem hiesigen gerichtlichen Gejängnisse in der Zeit vom 1. Oktober 1893 bis 30. September 1893 vorkommenden Küchenabfälle, bestehend aus: Kartofselschaalen, Spülwasser, Brodresten, Ueberbleibseln vom Morgen=, Mittag= und Abendessen der gerichtlichen Gefangenen sollen im Wege des öffentlichen Meistgebots verdungen werden. Zur Abgabe von Geboten ist Termin auf den 16. September er., vormittags 8 Uhr, Im Sekretariate, Abtl. 1, der Königl. Staatsanwaltschaft anberaumt, woselbst auch in den Vormittagsstunden von 10—12 Uhr der Wochentage die Verkaufs=Bedingungen eingesehen werden können. Dortmund, den 17 August 1893. Der Erste Staatsanwalt. Rheinische Aepfel. Tafeläpfel in diesjähriger, ausnehmend schöner Qualität, großer Sorten=Auswahl, bei billigen Preisen, so wie vorzügliche haltbare Kochäpfel empfiehlt bei bekannter, reeller Bedienung.—.„ 7428 Karl Albert, Obsthandlung, Vallendar a. Rhein. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuche von Kirchderne, Band 1, Artikel 54, auf den Namen des Bergmanns Wilhelm Herrmann zu Derne eingetragene Grundstück Flur 6, Nr. 28361, Steuergemeinde Kirchderne am 20. November 1893, vormittags 9 Uhr, vor dem Herrn Gerichtsrat Nagel, an Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 2, versteigert werden. Das Grundstück ist mit 180 Mark Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchartikels— etwaige Abschätzungen und andere das Grundstück betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgesordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Verteilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen welche das Eigentum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urteil über die Ertellung des Zuschlags wird am 27. November 1893, vormittags 10 Uhr, an Gerichtsstelle verkündet werden. Dortmund, den 29. August 1893..7432 Königliches asehte behier chager Pekantnuachng, „Die Lieferung der für das hiesige gerschtliche Gefängnis für die Zeit vom 1. Oktober 1893 bis 30. Septbr. 1894 erforderlichen Lebensmittel an: a) Erbsen, weißen Bohnen, Linsen, Reis, Graupen, Gerstenmehl und Salz: b) Schwarzbrod, Weißbrod und Milch: c) knochenfreiem Rindfleisch und Nierenfett, soll an den Mindestsordernden vergeben werden. Die Lieserungsbedingungen können auf dem Sekretariate, Abtl. I, der Königl. Staatsanwaltschaft, Zimmer Nr. 4, eingesehen werden. Lieferungslustige werden aufgefordert, ihre Angebote, getrennt nach den oben angegeben Rummern, gehörig verschlossen und als Lieferungsangebote bezeichnet, bis zum 16. September cr., mittags 12 Uhr, hierher einzusenden. Dortmund, den 17. August 1893. Der Erste Ttatsanwalt. Für Dampfschreinereien! Für 6 Neubauten in Köln kann Schreinerarbeit geliefert werden. Ossert, mit Preisangabe u. L. 7391 an Rudolf Mosse, Köln, erbeten. General=AgentelGesuch. Von einer angesehenen und gutfungierten Transport:, Unfall= u. Glasversicherungs: Aktien=Gesellschaft wird in einer westfälischen Stadt für einen größeren Bezirk ein vertrauenswürdiger, tüchtiger und fleißiger General=Agent 3 unter den vorteilhaftesten Bedingungen gesucht. Gesl. Osferten sind unter Chiffre L. 61 870 b an die Annoncen= Expedit. von Haasenstein& Vogler, A.., Prankfurt a. M. erbeten. Für Ein ordtl. Knabe, welcher Lust hat, die Grob= u. Feinbäckerei zu erlernen, kann auf sofort oder später Steile erhalten. 7435 Tchwerte. Karl Westermann. Ein Knabe ordtl. Eltern, evangel., wünscht bei einem tüchtigen Schlossermeister in die Lehre zu freten. 7439 Näh, H. Ttör, Witten, Oberstr. 17. Bekanntmachung. Mitte Oktober 1893 soll auf den unten benannten neu errichteten bergmännischen Fortbildungsschulen ein zweiKursus mit wöchentlich acht auf den Werktag=Abend oder Sonntag früh gelegten Unterrichtsstunden eröffnet werden.— demselben ist solchen Bergleuten, welche Lust haben, ihre Kenntnisse zu vermehren, hierzu unentgeltlich Gelegenheit geboten, und es richtet sich die Aufforderung, die Letztere zu benutzen, keineswegs blos an Solche, welche sich zur Aufnahme auf die Bergschule vorzubereiten wünschen. Die sich Anmeldenden müssen 18 Jahre alt sein und wenigstens zwei Jahre Grubenarbeit betrieben haben. Die Anmeldungen nehmen vom 1. bis zum 7. Oktober d. J. entgegen für die Schule in Castrop: die Herren Bergrat Scharf in Dortmund und Hauptlehrer Vollmann in Costrop, Herne: die Herren Bergmeister Gante in Herne und Rektor Kemna in Herne, Schalke: die Herren Bergrat Hueck in Gelsenkirchen und Lehrer Vehre in Schalke, Caternberg: die Herren Bergrat Neustein in Essen und Hauptlehrer Kle n in Cartenberg, Borbeck: die Herren Oberbergrat Niederstein in Essen und Hauptlehrer Krumme in Vorbedk. Brauer-Akademie zu Worms. Der Unterrichtsolan für den Winter=Kursus ist zu erhalten durch die Direktion Dr. Tchneider. 7186 SchaubudenBesitzer! Die Vergebung der Plätze für das große Konzert am 17. d. M. findet am 8. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, an der Hobertsburg statt. Das Komitee. Für Wetzger! Gute eschene Fleischklötze billig zu haben bei M. Steinweg, Wickede, Meoger. Wegen Aufgabe des Dreschens ist eine l Schastene Locomobilie, mit neuer Feuerbuxe versehen, nebst Dresch= und maschine preiswürdig zu kaufen. Ostbüren. Heinr. 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