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Bezugspreig G Pig monatlich Mit der Wochenbeilage „Hortm Lustioe Blätter um 10 Pig mehr Go der Pos mu dm Beilagen Vierteljäbrlich.25M7k. Postzeitungs=Nr 2914 Berliner Buream Gerlin 8W. Markarasenstraße 19. Ebetredakteur: Korl Richter Dortmund. Verantwortlich für den redaktionellen Teil Giesbert Tiesense für den Inseratenteil: Julius Reitemeier Dortmund Telephone Anschlüsse: Dortmund: Nr. 408 und 404. Haupt=Agentur Avlerbeck Nr. 128(H. Kümper). Haupt=Agentur Castrov Nr.53.(FrauH. Reinbardt) . 75(Karl Meibert) Haupt=Aoentur Gelsenkirchen Nr. 1497(K. Stoslen.) TelephonAnschlüsse: ur Torlmund und vie Piooinz We Größte und verbreitetste Zeitung im westfälischen Industriegebiet. Unparteiisches Organ für Jedermann. Haupt=Agentu. An Haupt=Aügentur Hörde Nr 12,(M. Look.) Expedition: Haupt=Agentur Unna Nr. 28(R. Limmermanz.) Tortmund. Haupi=Agentur Wanne Ne 1858(C. Triebel.) Kannoldistraßze 19. Lawpt= Aoentaun Witen Nre 24(u. Dortung),.—mscdstraße 15 Intertionsvrel# 25 Pfg. die Kolonelzeile fur auswärtige Interate 30 Usa. Keklamen die KolonelZeile 1 Mark Für die Aufnadme von Inseraten an beKimmtvorgeschriebenen Tagen wird keine Garante übernammen. Druck und Verlag: ##rel= Anseige: Lottmund“ Gute Viertes Blatt. Die heutige Nummer enthält vier Ausgaben und das vierseitige Unterhaltungsblatt zusammen 18 Seiten Die Versammlungssprache. (Von unserem Berliner Bureau.) Berlin, 10. Dezember. Bei der ersten Beratung des Entwurfs eines Vereinsgesetzes trat der Sprachenparagraph imner mehr in den Mittelpunkt der Erröterungen und Kämpfe. Infolge dessen gestaltete sich auch die Debatte weit bewegter und fesselnder, als am Tage zuvor. Der Kronprinz, der gleich zu Beginn der Sitzung mit seinem Adsutanten und einem Zivilbegleiter, vermutlich dem ihm aus dem Ministerium des Innern für seine Lerwaltungsstudien zuerteilten Rat. in der Hofloge erschienen war, folgte mit gespannter Aufnerksamkeit der größeren Hälfte der Verhandungen. Gleich der erste Redner, der Metzer Kechtsanwalt Gregoire, verstand es, für seine temperamentvollen„Ausführungen gegen den Parographen 7 das Ohr des Hauses zu gewinnen. Er fand auch den Beifall der Mehrheit, als er unumwunden erklärte, daß die deutsche Gesinnung in Elsaß=Lothringen mit der Zeit große Fortschritte gemacht habe und daß dort kein Anlaß zu solchen ausnahmerechtlichen Gesetzesverschlechterungen gegeben sei. Dieser hatte den Standpunkt der französischsprechenden Elsaß=Lothringer durchaus maßvoll und loyal vertreten, was auch späterhin der Staatssekretär ausdrücklich anerkannte, indem er von einen„wohltuenden Gegensatze zu den Polen“ sprach. Und dabei hatten diese Leute ihren verhältnismäßig sanftesten und bedachtigsten Vertreter vorgeschickt, den greisen Abg. Fürsten Radziwill, der sich aber von seinem Gegenstande fortreißen ließ und sich sogar einen Ordnungsruf des Vizepräsidenten Paasche zuzog. Er sprach unter den wiederholten Beifall der Polen wie des Zentruns nicht nur gegen den fraglichen Paragraphen, sondern gegen die gesamte Antipolenpoliik im seiche und in Preußen. Zu ihrer Bekämpfung bescwor er die Schatten Friedrich des Groten, Bisnarcks, des Rulturtampfes(er bezeichnete mit lebhafter Zustimmung des Zentrums diese Polenpolitik as einen „partiellen Kulturkampf) und als letzten und höchsten Trumpf Ludwig 16..d Narie Antoinettes herauf. Auch die letzteren seien— hier machte der Redner eine so auffällige Bewegung nach der Hofloge und dem Kronprinzen hin, daß man ihm aus dem Hause„Gerade aus!“ zurief— „aus Gründen des öffentlichen Wohles enthauptet worden; aus den nämlichen Gründen, die der preußische Jnstizminister im Abgeordnetenhause für die neuesten Maßnahmen gegen die Polen geltend genacht habe. Aus der turzen Erwiderung des Staatssekretärs v. Bethmann=Hollweg tlang eine starke Erregung hervor. Der sonst so ruhige Herr war kaum wieder zu erlennen, als er mit bibrierender Stimme und heftigen Armbewegungen den Behauptungen, Angriffen und teilweise persönlichen Spitzen des Vorredners entgegentrat, den Polen Absondenungsgelüste vorwarf und die Befährlichkeit der großpolnischen Bestrebungen auch für die Gegenwart anschaulich ausmaite. Für die Polen hatte er nicht das geringste Entgegentommen, dagegen versprach ee dem Abg. Gegoire, daß alle Bedenben die dieser gegen die vorgeschlagene Fassung des baragr. 7 geliend gemacht habe, berücksichtigt werin sollten. Mit besonderer Spannung hatte man nach den rgängen der verflossenen Woche den Reden der Feisinnigen entgegengesehen und man muß sagen, u sich sowohl der Abg. Müller=Meiningen von der Breisinnigen Volkspartei als auch der Abg. Dr. Bachnicke von der Freisinnigen Vereinigung mit großer Geschicklichkeit und Klugheit aus der heiklen Affäre zu zichen verkanden. Die vorwöchige Blockkrise hat in dieser dinsicht ihre erziehliche Wirkung vollauf betätigt. Ramentlich die Rede des Münchener LandgerichtsLis war ein Meisterstück an „Witz, Satire und tieferer Bedeutung.“ Eingedenk des alten Satzes, daß der Hich die beste Letung ist, begann er mit einem kräftigen Vorstoß egen das Zentrum und die Zentrumspresse, deren deße gegen den Fürsten Bülow und den Block er nit etlichen saftigen Zitaten aus Zentrumsreden 12d Zentrumsartikeln festnagelte, sodaß wiederholt Lachstürme gespannt lauschende Haus durchbrausten. Als er die jüngste Perle dieser Art vom „Zeichsbello Bülow“ auffischte und aufspießte, kimmte auch der Kronprinz herzlich in die algesine Heiterkeit ein. Dem lachenden Zentrum nef er zu, es sollte über seine und der Seinen Sünden zicht lachen, sondern lieber weinen, wenn es noch Kränen habe, worauf sich die Heiterkeit natürlich noch stürmischer wiederholte. Das Zentrum, das durch eine erzwungene Lustigkeit die Wucht dieser Hiebe abzuschwächen suchte, wurde stiller, als Dr. Müller= Meiningen die„Gesinnungstüchtigkeit“ dieser Partei, ihrer Presse und ihres Wortführers Trimborn an einem eklakanten Beispiel, an ihrer Haltung in der Frauenfrage, beleuchtete und mit unanfechtbaren Belegen zeigte, daß sie— „wie's trefft“,— bald so, bald so sich geäußert hätten. Nachdem der freisinnige Redner in objektiver Weise die grundsätzlichen Vorzüge des Entwurfs hervorgehoben hatte: Beseitigung der Buntscheckigkeit des Vereinsrechts im Reiche, Recht statt Willkür und Gleichstellung von Mann und Frau am Vereinsrecht. Als letztere die erste Frucht ter Blockpolitik“ nannte,„die den Frauen in den Schoß gefallen“ sei, erfaßten zuerst die keuschen Lex=Heinze=Kämpfer im Zentrum die Zweideutigkeit dieses Bildes und brachen in stürmische Heiterkeit aus, die sich alsdann dem ganzen Hause mitteilte und in die auch der Kronprinz vergnügt einstimmte. Ernste Töne schlug der Redner an, als er auf den Paragr.ph 7 zu sprechen kam, den er treffend als die crux des ganzen Gesetzes bezeichnete. Ruhig entwickelte er seine Bedenken gegen die vorgeschlagene Fassung dieses Paragraphen und wies auf die Gefahr hin, die daraus erwachsen würde, wollte man alle anderen fremden Nationalitäten hiervon ausnehmen und nur die Polen allein darin belassen. Man würde dadurch die vorhandene Verbitterung der Polen noch verschärfen, würde ihre Agitation in viel gefährlichere geheime Konventikel hineintreiben und Märtyrer schaffen. 65, Wcee Gamn Diese Gründe, sachlich vorgetragen, machten einen umso tieferen Eindruck, als der freisinnige Redner im Gegensatz zu vielen seiner Parteigenossen die Verwerflichkeit der „strammen polnisch=klerikalen Hetzarbeit“ erkannte und brandmarkte und gleichzeitig flammende Worte der Entrüstung gegen die unverschämte Art der Einmischung der galizischen Polen in unsere inneren eBrhältnisse fand. Hier wurde es wieder in der Mitte und bei den Sozialdemokraten ungemein lebendig und lärmvoll, wobei sich besonders der Abg. Ledebour, der leidenschaftlichste Polenanwalt, hervortat worauf ihm der Abg. Müller unter schlagfertiger Anwendung eines älteren Scherzes zurief:„Herr Ledebourski, seien Sie, bitte, ruhig!“ Wiederum hatte er die Lacher auf seiner Seite. Zur Sache selbst erklärte der Redner, daß seine Partei gegen den Paragr. 7 die allerschwersten Bedenken habe und eine andere Fassung für nötig erachteten, aber auch alles tun wollten, um die berechtigten Interessen beider Teile, des Staates wie der fremdsprachlichen Staatsbürger, mit einander in Einklang zu bringen. Das war also von dem jüngsten runden„Unannehmbar“ des Abg. Gothin weit entfernt. In ähnlichem Sinne, nur in manchen Einzelheiten noch etwas schärfer, aber ebenfalls von dem runden Nein seines engeren Fraktionsgenossen Gothein inbezug auf Paragr. 7 weit entfernt, sprach sich der Abg. Pachnicke über den Entwurf aus, auf dessen entsprechende Verbesserung er seine Hoffnung setzte. Noch sprach sich der Danziger Provinzial= schulrat Dr. Kolbe fast in völliger Uebereinstimmung mit den gestrigen Ausführungen des konservativen Redners namens der Reichspartei aus, erklärte sich der württembergische Rechtsanwalt Roth von der Wirtschaftlichen Vereinigung als Württemberger mit dem Entwurf im allgemeinen einverstanden und bekämpfte der Däne Hansen das Sprachverbot vom dänischen Standpunkt, auch im Hinblick auf die deutsch=dänischen Beziehungen. Dann wurde die Beratung abermals vertagt. herunterschlucken müssen.(Schallende Heiterkeit links, Lärm im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Meine Herren, dieses Ehrenblatt, genaunt „Kölnische Volkszeitung“, von einem frommen Manne in den letzten Tagen erst als der Taufschein des Katholiken des zwangigsten Jahrhunderts benannt(stürmische Heiterkeit links), als die Eintrittskarte in das Himmelreich(minutenlange schallende Heiterkeit, Zuruf: Mehr kann man nicht verlangen.)— ja, gewiß, mehr kann man nicht verlangen— dieses Blatt, dem ein frommer Mann in der Agitation dieses Beiwort gab, hat sogar entdeckt, daß die Ablehnung dieset Gesetzes seitens der Freisinnigen Eine interessante Debatte. Dr. Müller=Meiningen(freis. Volksp.): Den Herren von der äußersten Linken möchte ich sagen, daß unter der Herrschaft der Zentrumspartei das Zustandekommen eines Reichsvereins= und Versammlungsrechts deshalb eine Unmöglichkeit bedeutet, weil das Zentrum nach seiner ganzen Struttur nicht in der Lage ist, die Frage vom kirchenpolitischen Standpunkt loszulösen. So lange aber die Kirche vom Staate sich alimentieren und protegieren läßt, so lange muß der moderne Staat an seinem Oberaufsichtsrecht gegenüber der Kirche festhalten. Bringen Sie nicht eine Kulturkampfdebatte herbei durch den zweiten Absatz Ihres Toleranzantrages!(Gelächter im Zentrum.) Wenn eine Kulturkampfdebatte hier ausbricht, dann sind Sie allein daran schuld.(Gelächter im Zentrum.) Mit dieser Materie haben diese Fragen gar nichts zu un und Sie wisen recht wohl, daß die Bundesstaaten auf ihre tirchlichen Hoheitsrechte anie Verzicht leisten. Das hätten Sie sich sparen können. (Während dieser Rede hat sich der Präsident des Reichstags, Graf Stolberg, in die Hofloge begeben und bleibt mit dem Kronprinzen in längere Untergaltung.) Nun zur Kritit des Gesetzes! Ich wage sie, obwohl ich bekanntlich vor einigen Tagen unter Tränen dem Reichstanzler geschworen haben soll(schallende Heiterkeit links), daß wir nie mehr Opposition machen wollen(erneute Heiterkeit), so lesen in Ihrer Presse(zum Zentrum), in der„Kölnischen Volkszeitung“. Ich wage sie, obwohl wir das Reichsvereinsgesetz ohne Aenderung, ohne Murren— wie wörtlich in der Kölnischen Volkszeitung“ zuglesen ist—, diese reaktionäre Pille der Hauptgrund der letzten Kanzlerkrise gewesen sei.(Gelächter bei den Freisinnigen.) Wenn ich Ihre Presse in den letzten Wochen und Monaten verfolge, se muß ich sagen: Welch borniertes Publikum muß diese Presse lesen.(Zustimmung links, große Unruhe und Gelächter im Zentruni.) Vergleichen Sie einmal an ein und demselben Tog die„Kölnische Voltszeitung“ und die„Germania“. Die„Kölnische Volkszeitung“ schreibt, da: Diese Freisinnigen vor allem sind die reinen Stladen des Reichskanzlers, sie fressen ihm aus der Hand!(Halloh im Zentrum). Warten Sie nur! An dem gleichen Tage schreibt die Germania: Dieser Reichskanzler, er tastet die Kronrechte an, dieser Reichstanzler will ein parlamentarisches Regime einrichten, und wenn man noch von Gottes Gnaden sprechen kann, möge man noch hinzusetzen:„und von Gnaden der Freisinnigen“. Diese mit einem parlamentarischen Ausdruck gar nicht zu bezeichnende gemeine(Unruhe im Zentrum) Zusammensetzung des Reichskanzlers und Sr. Majestat des Kaisers, so wie des Reichskanglers und der Staatssekretäre und Minister und sämtlicher Parteien hier im Hause ist eine Hetze, wie sie noch niemals seit Bestehen des Teutschen Reiches dagewesen ist.(Lebhafte Zustimmund links. Gelächter und Tumult im Zentrum). Was die Vorlage selbst anlangt, so wird leider auch in Zukunft Deutschland bezüglich des Vereinsund Versammlungsrechts nicht an der Spitze der Nation marschieren.(Sehr richtigl links). Das natürliche Korrelat des allgemeinen Wahlrechts ist ein von polizeilichen Handschellen losgelöstes Vereinsgesetz.(Zurufe bei den Sozialdemokraten: Gewiß, wir machen hier prattische Politik).(Ahal im Zentrum). Darüber wollen Sie sich(zum Zentrum gewandt) mokieren, die Partei der Kompromisse jahrzehntslang?(Lebhafte Zustimmung links). Der andere Teil der Gesetzgebung, ohne den wir kein Gesetz zustande bringen können, ist leider anderer Meinung als wir. Die verbündeten Regierungen nehmen zu sehr Rücksicht auf die historische Entwicklung in Deutschland. Das Gesetz bringt die Beseitigung der Buntscheckigkeit, die Bestimmungen über Anmeldung und Auflösung— wir werden versuchen, die dehnbaren Begriffe auf das möglichste Mindestmaß zurüzuführen— und dann die Beseitigung der Schranken aus Geschlecht und aus Alter: die deutsche Frau ist endlich dem deutschen Mann " gleichgestellt. Nach zehnjährigem Kampfe freue ich mich, feststellen zu können, daß endlich der deutschen Frau die erste Frucht der fogenannten Blockpolitik in den Schoß gefallen ist.(Ein Heiterkeitsturm bricht aus und wiederholt sich immer von neuem. Da sganze Haus lacht, der Präsident, der Redner, die Tribünen, der Kronprinz lachen und lachen. Minutenlang schallt das Gelächter. Der Präsident bittet um etwas Ruhe.) Endlich ist die deutsche Frau von der Schmach efreit, mit Wahnsinnigen und Verschwendern gesetzmäßig vollständig gleichgestellt zu werden. So ändern sich die Zeiten.(Heiterkeit und Beifall.) Früher hieß es bei den Herren hier in der Mitte bei der Behandlung der deutschen Frau nach dem bekannten Apostelwort in den Korinthern Kapitel 14, Vers 37(Schallende Heiterkeit):„Und die Weiber lasset schweigen in der Gemeindel Sie sollen untertan sein, wollen sie aber etwas lernen, so sollen sie daheim ihre Männer fragen. Es steht den Weibern übel an, in der Gemeinde zu reden!“(Ein Zentrumsabgeordneter ruft: Sehr richtig!) Das war Ihre Anschauung noch bis zum Straßburger Katholikentag, dann trat auf einmal eine auffallende Wendung ein. 1902 erklärte noch ein Wortführer des Zentrums:„Die Kommision will eine Gleichstellung der Frau in Vereinen und Versammlungen nicht eintreten lassen, meine Freunde billigen diesen Zustand.(Hört, hört!) Wir wollen keine aktive Beteiligung der Frau. Solange die Frau kein politisches Stimmrecht hat, soll sie auch von politischen Vereinen und Versammlungen ferngehalten werden“ Wissen. Sie, wer dieser Redner war? Herr Trimborn! Nun lachen Sie doch, Herr Trimborn!(Sehr gut und Heiterkeit.) Herr Trimborn, es geht doch nichts über Gesinnungstüchtigkeit eines Zentrumsmannes!(Unruhe im Zentrum.) Damals hat das Zentrum unsern Antrag niedergestimmt. Wies trefft— bald so, bald so!(Heiterkeit und Beifall Lachen und Lärm der Sozialdemokraten.) Der Redner wendet sich zu den Sozialdemokraten. Ach ja, Sie helfen ja Ihren Bundesgenossen— diese Begeisterung! Es gibt jetzt selbstverständlich gar nichts, was so radikal wäre, das nicht vom Zentrum unterstützt würde. Die Taktik ist ja sonnenklar,„alles muß verrungeniert werden“. Das Gesetz weist einzelne Vorzüge auf, so vor allem den Wegfall des Mitgliederverzeichnisses, den Fortfall des Präventivverbotes und die Angabe der Auflösungsgründe. Bisher war auf diesem Gebiete ein reiches Feld für Polizeibeamten vorhanden. Es war nicht ihre Schuld, wenn die Lustspieldichter sich nicht noch mehr mit der Materie beschäftigten. Ich gestehe zu, daß einige Paragraphen dieses Gesetzes noch dringend der Verbesserung bedürfen. eWnn z. B. der Polizeibeamte die Wahl eines angemessenen Platzes hat, so kann ich mir wohl denken, daß er sich in einigen Gegenden die Rednertribüne oder den Präsidentensitz aussucht.(Heiterkeit und Zustimmung links.) Hier müssen wir kleinlichen Schikanen vorbeugen. Das Recht der Genehmigung von öffentlichen Aufzügen darf nicht von der politischen Parteistellung abhängig gemacht werden.(Sehr richtig! links und bei den Sozialdemokraten.) Ich halte es für eine grundfalsche Bekämpfung der Sozialdemokratie, wenn man ihr mit derartigen Schikanen irgendwie Abbruch tun will.(Sehr richtigl links.) Nein, so züchtet die Polizei die Sozialdemokraten. (Lebhafter Beifall links.) Gerade wir vom bürgerlichen Standpunkt aus haben das allergrößte Interesse, derartige Schikanen aufs allerschärfste zu bekämpfen.(Sehr richtig! links.) Ueberhaupt erblicke ich den großen allgemeinen Nachteil der Vorlage darin, daß an zu viel Stellen diel zu viel polizeiliche Angst vor dem sogenannten roten Gespenst zwischen den Zeilen zu lesen ist. Die Bestimmungen über die Anzeigepflicht, die Genehmigung, Ueberwachung usw. sind leider— ich erinnere an das Wort des Grafen Posadowsky— sind leider derart geworden, daß man mehr an die russische Grenze als an die. ftanzösische erinnert wird. (Lebhafte Zustimmung links.) Frankreich hat mit der polizeilichen Anzeige gründlich aufgeräumt. Es bedeutet eine Ueberschätzung der polizeilichen Gewal: und der Wirkung der polizeilichen Willkür zugunsten der Staatsordnung, wenn man derartige kleine vormärzliche Geschichten in dieses Gesetz hineinbringt. (Lebhafter Beifall links.) Es müßte zenügen, daß dem Staat das Recht zur Ueberwachung eingeräumt wird, ohne die gleichzeitige Pflicht zur Anzeige. Man sollte nach württembergischem Muster die öffentliche Bekanntmachung der Anzeige gleichstellen. Wir erwarten zuversichtlich, daß die verbündeten Regierungen hier unseren Pünschen unter allen Unständen Rechnung tragen. Die Bedenten wegen der„öffentlichen Angelegenheiten“ teile auch ich. Wenn ein Rauchklub es sich einfallen ließe, über eine höhere Besteuerung des Knasters sich zu beschweren, so fällt das unzweifelhaft unter öffentliche Angelsgenheiten. Gefährlich ist auch die allgemeine Befugnis der Polizei zur Auflösung von Vereinen. Hier brauchen wir ein Beschwerdeverfahren. Auch die Gefahr des Präventiv=Verbots muß ich nerkennen. Wir müssen versuchen, einer derartigen Ausdehnung allgemeiner Begriffe im Gesetz einen Dammn vorzuschleber. u. g gut.m Ktarkur i 1. Wenn ich mich selbst auf den Standpunkt der verhündeten Regierungen stelle, so ist doch immer die Frage noch sehr kontpliziert. Wir müssen aber auch zugestehen, daß das, woas die Herren Polen tun, nicht immer gerade die Taten von Waisenknaben sind. Eine gewisse polnische Hetze ist unverkennbar, sie ist im Schulstreik unzweifelhaft zum Ausdruck gekommen. Ich möchte den Herren Polen sagen: Sie täuschen sich, wenn Sie glauben, daß Sie durch Drohungen und fanatische Maßlosigkeiten etwas erreichen werden, und daß dadurch die Lage der polnischen Nation irgendwie gebessert werden könnte. Solche fanatischen Maßlosigkeiten würden nur erbittern und die Stellung der Polen in der öffentlichen Meinung verschlechtern. Die Vorgänge in Lemberg und Wien haben am meisten dazu beigetragen, daß in weiten Kreisen die Ueberzeugung sich geliend gemacht hat, daß es sich hier nicht bloß um eine preußische, sondern um eine großpolnische Frage handelt. Ich glaube, daß auch das deutsche Parlament das Recht hat, gegen die taktlose und geradezu unverschämte Art der Einmischung der flawischen und der mit ihr verbündeten klerikalen Partei Oesterreichs in innerpolitische Fragen des Deutschen Reiches zu protestieren.(Lebhafter Beifall. Ledebour(sd.) ruft: Lassen Sie doch das, kommen, Sie doch raus mit Ihrer reaktio. nären Gesinnung!) Herr Ledebourski!(Stürmische Heiterkeit.) Sie können in solchen Fragen doch gar nicht dreinreden.(Lebhafter Beifall, Gelächter der Sozialdemokraten.) Der Größenwahn auf der äußersten iLnken des Hauses ist bereits so groß, daß man uns blasse Furcht vor den Sozialdemokraten vorgeworfen hal, als wir neulich die Sitzung bald vertagten. Meine politischen Freunde haben die allerschwersten Bedenken gegen die Ausbildung von besonderen Sprachregeln für die östlichen Provinzen, für Posen, Westpreußen und Oberschlesien. Wir haben die größten Bedenken vor allem dort, wo es sich um eine gemischtsprachige Bevölkerung handelt und die Sprache im Grund und Boden wurzelt, wo es sich um eine jahrhundertelange echnologische Entwicklung handelt. Die Hauptsache ist,— der Ansicht sind auch wir.— nicht die Norm des Gesetzes, sondern der Geist, in dem es angewendet wird.(Sehr richtig!) Das Gesetz allein tut's nicht, es müssen gute Sitten hinzukommen, in denen es ausgeführt wird. Diese guten Sitten werden von den Polizeiorganen heute leider verletzt.(Sehr richtig!) Aufgabe des Parlaments ist es, die Durchführung dieses Gesetzes einer gewissenhaften Kontrolle zu unterziehen. Wir hoffen und wünschen, daß es der Kommission gelingen wird, ein Gesetz zu schaffen, das wir nicht nur begrüßen vom Standpunkte des Satzes: Ein Volk, ein Recht! sondern auch vom Standpunkte des Satzes: Ein zur politischen Freiheit reifes Volk und ein freiheitliches Recht.(Lebhafter Beifall bei den Freisinnigen.) Abg. Fürst Radziwil!(Pole): Die Angriffe, die hier gegen die Polen erhoben sind, muß ich energisch zurückweisen. Ich erkenne an, daß der Staatssekretär, persöhnlich gesprochen hat, aber er wird wohl selbst nicht glauben, daß er im ganzen Hause Anklang gefunden hat. Das vorliegende Gesetz ist alles, nur nicht freiheitlich. Der Staatssekretär sogte, in Deutschland wäre die Muttersprache deutsch. Aber er kann doch nicht leugnen, daß es Millionen deutscher Staatsangehörige gibt, deren Ruttersprache polnisch ist. Man kann den Polen doch nicht nehmen, was man allen anderen zugesteht, man darf die Polen doch nicht rechtlos machen. Es sind unbeweisbare Verdächtigungen, wenn man uns, wie die Motive es tun und wie Herr Hieber es tat, Absonderungsversuche nachsagt Solange man hierfür keine Beweise vorbringt, muß ich diese Behauptungen als Verleumdungen erklären. Vizepräsident Dr. Pagsche: Sie dürfen auch in hypothetischer Form einem Abgeordneten nicht Verleumdungen vorwersen. Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung.(Unruhe und Lärm bei den Sozialdemokraten und den Polen.) Abg. Fürst Radziwil! fährt fort, darzulegen, daß die Beschuldigungen gegen die Polen ungerechtjertigt seien.— Auch viele sonstigen Bestimmungen des Gesetzes sind anstößig. Die Gefahr, daß selbst gute Gesetzesvorschriften von der Polizei mißbraucht werden, isti gestern vom Abg. Heine zutreffend getennzeichnet worden.— Die Philosophen des anhebenden 20. Jahrhunderts aus der Wilhelmstraße (Heiterkeit) könnten sich ein Beispiel an dem königlichen Philosophen von Sanssonei am Ende des 18. Jahrhunderts nehmen.„Es gibt noch ein Kammergericht.“ sagte der große König und wies damit prophetisch auf den Rechtsstaat hin. Das war im 18. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert aber verteidigt ein preußischer Justizminister eine Gesetzesvorlage, die das Eigentumsrecht von der Willkür einer nicht richterlichen Behörde abhängig machen will. Bismarck hat sich selbst überwunden und hat die Kulturkampfpolitik verlassen, als er ihre Verderblichkeit einsah. Fürst Bülow würde sich nichts vergeben, wenn er die Antipolenpolitik aufgeben wollte, die nur eine partielle Fortsetzung des Kulturkampfes ist.(Stürm. Zustimmung im Zentrum und bei den Polen.) Ich komme zum Schluß. Das„öffentliche Wohl“. bedingungslos als Richtschnur zu proklamieren, ist höchst bedenklich. Wurde nicht im Namen des „öffentlichen Wohls“ jener Ausschuß in der französischen Revolution eingesetzt, wurden nicht im Namen des öffentlichen Wohles Ludwig 14., Marie Antoinette, zahlreiche Geistliche, Adelige, Bürger guilotiniert?(Lautes Sehr richtigl im Ztr. u. b. d. Polen.) Die Obrigkeit verschließt ihre Ohren unseren Klagen; aber wir geben noch nicht die Hoffnung auf, daß die Vertretung des deutschen Volkes, der Deutsche Reichstag, unserm Appell Gehör geben wird. Die ganze zivilisierte Welt verdammt die preußisch Antipolenpolitik(Sehr richtigl. im Ztr. u. b. d. Polen). Ohne Verletzung seines Selbstgefuhls kann das deutsche Volk die Lehren aus dieser Welimeinung ziehen:(Tebh. Beifall v. d. Polen u. im Zentrum.) Staatssekretär des Innern v. BethmannHollweg: Auf den zweiten Teil der Rede der Herrn Vorredners will ich nicht eingehen, sondern mich an das Thema unserer Verhandlungen, dar Vereinsgesetz, halten.(Sehr richtig! rechts.) Fürst Radziwill hat sich mit einer sehr starken Bemerkung gegen Ausführungen der Motwe gewandt, in denen von nationalen Absonderungsgelüsten die Rede ist. Er hat diese nationalen Absonderungsgelüste auf seine Landesgenossen bezogen und er hat Recht damit getan.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Polenf. denn solche Absonderungsgelüste sind vorhanden. (Zurufe bei den Polen.) Sie fragen: Wo! Ist er denn den Herren unbekannt, daß in der Provinz Posen eine allgemeine Boykottierung der deutscher Kaufleute und Handelsleute stattfindet!(Lautes Gelächter bei den Polen.) Rennt man das keine Absonderung und wissen Sie nicht, daß die Polen damit angefangen haben?(Lebhafter Widerspruch bei den Polen. Sehr richtig! rechts.) Und meinen Sie, daß nicht auch eine Absonderung und außerdem ein illoyales Verhalten darin gefunden werden muß wenn, wie wir es vor zwei Jahren erlebt haben, in der polnischen Presse die Bemerkung stand: Bevoi nicht Preußen sein Tschuschima gefunden haben wird, würde es nicht besser werden, und die Polen erwarten diesen Unglückstag.(Hört! hört! rechts. Zurufe bei den Polen.) Wissen Sie nicht, wie in der polnischen Presse der Haß gegen das Deutschtum überkocht, und der Wunsch auf Wiederherstellung Polens ganz deutlich ausgesprochen wird! Ich frage Sie, welcher Pole würde es in der Gegenwart auch nur wagen können, in einer Versammlung vor seinen Landesgenossen den Glauben an die Wiedererstehung des Jagellonenreichs abzuleugnen.(Sehr gut! rechts.) Abg. Hansen(Däne): Das Gesetz ist ein Ausnahmegesetz, es verkümmert Millionen Staatsangehöriger ihre Rechte. Die erwähnten Polizeischikanen kennen wir ganz genau. Im Kreise Sonderburg werden sogar Familienfeste und Hochzeiten für öffentliche Versammlungen erklärt. Das Auflösungsrecht der Polizei muß ganz aufgehoben werden. Vor allem aber muß der Paragraph 7 wegfallen, denn dieser Paragraph stellt wirkliche starke Anforderungen. In der Geschäftsordnung des deutschen Reichstages sind sogar Bestimmungen vorgesehen für Reichstagsabgeordnete, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Der Paragraph 7 ist also auch ein Ausnahnirgesetz gegenüber dem Reichstag. In Nordschleswig hat zwar die jüngere Generation, in der Schule deutschen Unterricht gehabt. Sie alle, m.., haben zwar in der Schule Englisch, Französisch und Lateinisch gehabt. Aber es würde Ihnen doch gewiß schwer fallen, eine Rede in einer dieser Sprachen zu halten.(Heiterkeit.) Um wieviel schwerer wird es dem einfachen Manne werden, in einer Sprache zu reden, die nicht seine Muttersprache ist. Der Paragraph 7 ist unannehmbar für jeden, der das heilige Recht der Muttersprache anerkennt. Eigener Depeschendienst des„Scherar- Anbeigere. Kaiser Wilhelm in London. Den gestrigen Vormittag benutzte Kaiser Wil. helm zu einem Besuch der Wallaceschen Kunstausstellung. Sodann besichtigte der Kaiser die Möbelhandlung von Waring u. Gillow und erschien später im deutschen Athenäumklub. Einer von der Klubleitung ausgesprochenen Bitte um ein Portrait versprach der Kaiser gern Folge zu leisten. Am Abend gab der Kaiser in Diner in der deutschen Botschaft. Wir verzeichnen nachstehenden, uns über den Verlauf des gestrigen Tages zugehenden Spezialdrahtbericht: London, 10. Dez. Ueber den Besuch des Kaisers in der Wallareschen Ausstellung wird noch berichtet: Während der Kaiser die Kunstgegenstände besichtigte, trafen Lord Rosebery und die Herzogin von Argill ein. Der Kaiser zeigte lebhaftes Interesse für das Portait Kaiser Friedrichs, die Aquarellzeichnungen Wattaus, Lancrets und anderer, von denen er viele Werke in Berlin und Potsdam besitzt. Der Herrscher bewunderte auch sehr einen grünlackierten Tisch, welcher früher der Kaiserin Katharina 2. von Rußland gehörte. Er drückte jedoch Zweifel an der Ueberlieferung aus, wonach Napoleon und Alexander darauf den Frieden von Tilsit unterzeichnet haben sollen. Große Menschenmengen erwarteten den Kaiser auf der Straße, sodaß die Polizei Mühe hatte, für das kaiserliche Gefährt den Weg freizuhalten. Die Menge brachte dem Herrscher warme Ovationen dar. Nachdem der Kaiser heute Nachmittag die Möbelhandlung von Waring u. Gillow besucht hatte, fuhr er im Automobil bei dem neuen Gebäude des deutschen Athenäumklubs in Straffordtrace bei Oxfordstreet vor, wo er gegen 5 Uhr eintraf. Der Monarch wurde begleitet vom Botschafter Grafen Metternich, seiner Suite und dem Personal der deutschen Botschaft und des Konsulats. Der Kaiser legte lebhaftes Interesse für die schönen und komfortablen Räume und Einrichtungen des Klubs an den Tag. Er sprach seine hohe Anerkennung über die Einrichtung aus und gratulierte dem Komitee zu deren prächtigem Heim. Im Gespräch mit den hervorragendsten Mitgliedern des Klubs zeigte der Monarch sein praktisches Interesse, in. dem er sich erkundigte, ob die Einrichtung bequem sei. Ferner fragte er, ob der Klub einer Polizeistunde unterliege. Die Mitglieder erklärten dem Monarchen, der Klub werde um 2 Uhr nachts geschlossen, doch könnte er die ganze Nacht offen bleiben, falls dies für wünschenswert gehalten würde. Dem Kaiser wurde später eine Reihe von Mitgliedern vorgestellt, darunter Sir Alma Tadema, Sir Edgar Speyer, Professor Hugo v. Herkomer, Herr Heckschmann u. a. Dem Monarchen wurde im Laufe des Besuches die Bitte unterbreitet, dem Klub sein Portrait zu verehren. Der Kaiser soll zugesagt und versprochen haben, sein neuestes Portrait in Oel malen zu lassen. Nachdem der Herrscher ungefähr 20 Minuten im Klub verweilt hatte, verließ er ihn unter drei brausenden Hochs von der darin versammelten Gesellschaft und fuhr nach dem Botschaftspalais zurück. Der Kaiser hatte heute abend eine auserlesene Gesellschaft zum Diner in der Botschaft geladen, darunter Sir Edward Grey, Lord Curzon, Earl Lonsdale, Mister Haldane, Sir William Ramsey, Sir Arnez=Kassel, die österreichischen, italienischen und russischen Botschafter und den portugiesischen Gesandten, Lord Ridesdale, Oberst Lügge, Mister A. Rotschild und der Stab der deutschen Botschaft. Feuerwehr aufgeboten. Die Arbeiten sind schwierig und gefährlich. Bis fünf Uhr abends wurden zwei Tote und zwei Verletzte geborgen. Man glaubt, daß die Zahl der Toten sieben beträgt. Bayern und der deutsche Flottenverein. Unter den Trümmern eines Hauses begraben. Lausanne, 10. Dez. Heute Nachmittag stürzte ein im Bau begriffenes Haus kurz nach Wiederaufnahme der Arbeit ein. Es wurden zahlreiche Arheiter, meist Italiener, unter den Trümmern beDas Zerwürfnis, das infolge der Wahl des Generals Keim zum geschäftsführenden Vorsitzenden des deutschen Flottenvereins zwischen diesem und dem Protektor des bayerischen Landesverbaudes entstanden ist, bildet in Süddeutschland das Ereignis des Tages. Der Rücktritt des Prinzen Rupprecht vom Protektorat ist auch in der Tat ein Ereignis, daß die Leidenschaften der Freunde und Gegner des Generals Keim aufs neue aufzustacheln geeignet ist. In Ergänzung unserer bisherigen Meldungen im dritten Blatt berichtet uns ein weiteres Privattelegramm: München, 10. Dezbr. Die Protektorats. niederlegung des Prinzen Rupprecht von Bayern ruft fortgesetzt die lebhaftesten Pretkommentare hervor. Die„Allgemeine Zeitung" bedauert aufs Tiefste, daß der Flottenverein die bisherigen Wege zu verlassen und sich in politische Abenteuer zu stürzen beginnt. Die liberale„Abendzeitung“ erklärt, daß das Präsidium des Flottenvereins in voll. ständiger Verkennung der Verhältnisse die Grundlagen der in Köln erzielten Einigung selbst wieder zerstöre und daß für den baverischen Landesver. band eine Lage geschaffen werde, die ihm ein ferneres Zusammenarbeiten mit der Vereinsleitung in Berlin unmöglich mache. Von der Zentrumspresse begrüßt der„Bayrische Courier" das Ereignis mit unverkennbarer Genugtuung und spricht von einer krassen Brüskierung eines dem Throne nahestehenden Mitgliedes des bayrischen Knbigshauses. Flottenfragen in der Kolonialgesell. schaft. Berlin, 11. Dez. Die Abteilung Berlin der deutschen Kolonialgesellschaft hatte zu gestern, Dienstag, abend nach den Prachtsälen des Westens eine große öffentliche Versammlung steinberufen, um die Flottenfrage einer öffentlichen Besprechung zu unterziehen. Den Vorsitz führte Exzellenz von Alten, der als erstem Redner dem jüngst zum geschäftsführenden Vorsitzenden des deutschen Flottenvereins ernannten Genral Keim das Wort erteilte. In seinem Vortrage bemängelte der Referent die jetzige Flottenvorlage, die als einzigen Fortschritt einen Antrag auf Herabsetzung der Lebensdauer der Linienschiffe von 30 auf 25 Jahre gebracht habe. Mit Hilfe eines umfangreichen Zahlenmaterials suchte General Keim unter Vergleichung mit den ausländischen Staaten nachzu. weisen, daß bei uns in Deutschland eine„Flottennot“ herrsche. Der zweite Redner, Geheimrat Professor Dr. Adolf Wagner hielt einen sehr interfsanten Vortrag über die Lösung der Finanzfrage im Hinblick auf die Flotte, der allerdings, wie er selbst sagte, nichts neues bringe. Seine Rede gipfelte in folgendem:„ Die Kosten für Vermehrung von Heer und Flotte müssen unter allen Umständen aufgebracht werden. Sie sind wichtiger, als die reinen Kulturaufgaben. Das deutsche Volk ist aber auch wohl in der Lage, die Mehrlasten zu tragen. Sie müssen nur gleichmäßig unter die Einzelnen verteilt werden. Tabak, Branntwein, und Bier müssen, eventuell in Monopolform, mehr belastet werden. Es fehle dem perwöhnten deutschen Volke nur an Opferwilligkeit. Dies zu wecken, müsse Aufgabe der Propaganda sein. Weiterhin sprach der Reichstagsabgeordnete Dr. Streesmann über die wirtschaftspolitsche Notwendigkeit einer starken deutschen Flotte. Gegen Schluß seiner Rede gedachte er der erfolgreichen, aufopfernden Tätigkeit General Keims für den deutschen Flottenverein und unter Bezugnahme auf die Niederlegung des Protektvrats seitens des Prinzen Rupprecht sagte der Abgeordnete:„General Keim hat die Sympathien von anderthalb Millionen Deutschen hinter sich. Da kann es ihn nicht berühren, wenn einer da unten in München mit seiner Agitation graben. Zu den Rettungsarbeiten wurde die unzufrieden ist. Als letzter Redner sprach Kapitänleutnant z. D. Graf Ernst zu Reventlow über die Einzelheiten der Flottengesetzgebung. Darauf gelangte eine Resolution zur Annahme, in der es heißt:„Die am Dienstag den 10. Dezember in den Prachtsälen des Westens tagende, von der Abteilung Berlin der deutschen Kolonialgesellschaft einberufeene öffentliche Versammlung zur Besprechung der Flottenfrage erklärt, daß sie die von dem Herrn Staatssekretär des Reichsmarineamtes dem Reichstage vorgelegte Flottenvorlage für unzureichend hält, Beschränkungen auf die beschlossenen Flottengesetze aber auch ihre möglichst schnelle und vor allem ihre erstklassige Ausführung erscheint uns, für das Reichsmarineamt und die verbündeten Regierungen, wie für den deutschen Reichstag als die natürlichste Notwendigkeit und billigste Politik. Bei jeder anderen Bauausführung wird ein Teil der von dem deutschen Volks aufgebrachten Geldmitteln nutzlos angewendet. Die Versammlung bedauert die Haltung, die der Staatssekretär des Reichsmarineamts in der gestrigen Sitzung der Budgtekommission des Reichstages im Gegensatz zu der Haltung früherer deutscher Wehrminister eingenommen hat. Sie dankt den Abgeordneten der nationalliberalen Partei für ihr Auftreten zu. gunsten einer kräftigeren und klareren Flottenpolitik. Man darf in diesen Dingen nicht etwa nur Zurücksetzung sehen, über die als verständiger Mann man sich mit Gleichmütigkeit hinwegsetzen sollte. Nein, die Reinhaltung bestimmter Regimenter von dem Andrang des bürgerlichen Elementes hat sehr schlimme Folgen. Sie verschlechtert die Beförderung des letzteren, seine Aussichten für den gewählten Beruf in recht fühlbarer Weise und ich möchte sagen, auf reinmechanischem Wege. Es ist ohne weiteres einzusehen, daß die jungen Offiziere, die sich in Berlin, die sich an den Höfen der kleinen Fürsten zusammendrängen, sehr viel mehr Gelegenheit haben, sich hervorzutun, ihre Vorzüge in das beste Licht zu setzen und zugleich die Mittel und Wege kennen zu lernen, mit denen man Karriere macht, sich dienstlich und gesellschaftlich vorteilhafte Aussichten anzueignen, den Verkehr mit den Mäch. tigen dieser Erde zu studieren, als jene, die in einem fernen Winkel unseres Vaterlandes im täglichen Krimskrams des Kommisdienstes versauern und nur auf sich selbst und ihr redliches Streben gestellt sind. Dazu kommt, daß die bevorzugten Regimenter auch gemeiniglich von bevorzugten Offizieren mit einflußreicher Verwandtschaft geführt werden. Die Flucht des Grafen ErbachErbach. Die Flucht des Grafen Erbach=Erbach aus der Irrenanstalt bei Arweiler hat begreiflicherweise lebhaftes Interesse wachgerufen. Erbgraf Erasmus zu Erbach=Erbach, der, nachdem er entmündigt und seine Ehe mit der Tochter einer Wäscherin geschieden war und vor kurgem in die Heilanstalt Ahrweiler gebracht worden war, ist aus der Anstalt mit einem Wärter geflüchtet. Er hat sich wahrscheinlich nach Bayern gewandt, wo er nach dem Gutachten von Sachverständigen keine Internierung zu befürchten hat. Wie uns ein Privattelegramm meldet, teilt der Würzburger Psychiater Wygandt mit, daß er nach eingehender Untersuchung des Grafen, sowie nach Kenntnisnahme in den Akten der Ueberzeugung ist, daß die rechtlichen und psychiatrischen Voraussetzungen, die bewogen, den Grafen gegen seinen Willen zwangsweise in einer geschlossen Irrenanstalt unterzubringen, nicht gegeben sind. Was die Flucht selbst anbetrifft, so glaubt man, wie uns aus Neuenar telegraphiert wird, das vermutlich Dora Fischer, deren Ehe mit dem Grafen für nichtig erklärt wurde, dabei ihre Hand im Spiel gehabt habe. Der Graf aber hatte keine Barmittel. Dora Fischer wurde vor einigen Tagen von dem Vertreter des alten Grafen eine große Summe ausgezahlt, nachdem sie bereits früher eine Entschädigung erhalten hatte. Es heißt, daß der Wärter des Grafen mit geflohen sei. sassen verschwanden in den Wogen. Bisher wurde keine Leiche geborgen. Sechs Männer ertrunken. Die adligen Offiziere im preußischen Heere. Oberst a. D. Gädke schreibt unter dieser Ueberschrift im„Berl. Tagbl.“ Berlin, 11. Dez. Daß in der trüben Flut, die durch die Entdeckungen dieses Sommers emporgewühlt wurden, ausschließlich Träger adliger Namen untergegangen sind, ist selbstverständlich reiner Zufall und nicht geeignet, den Ruf des preußischen Adels als Stand nicht im geringsten in Mitleidenschaft zu ziehen. Man würde sich der gleichen Kampfesweise schuldig machen, die unsere reaktionäre Presse ihren Gegnern gegenüber anwendet, wenn man aus jenen traurigen Vorkommnissen Rückschlüsse auf den sittlichen Standpunkt und die Ehrbegriffe unseres Adels ziehen wollte, der Jahrhunderte hindurch dem Vaterlande eine lange Reihe seiner besten Söhne gegeben und sich unleugbare Verdienste um das Vaterland erworben hat. Und doch ist es vielleicht ganz gut, daß zufällig nur adlige Offiziere ihre Ehre bei diesen Gelegenheiten verloren haben. Man würde andernfalls wahrscheinlich mit besonderer Genugtuung darauf hingewiesen haben, daß immer noch der Adel den festen Kern des Heeres und des Offizierskorps darstelle und in ihm die Ueberlieferung ritterlichen Sinnes und unverfälschter Standesehre sich erhalte und daß daraus sich seine besondere Bevorzugung genügend erklären lasse. Man.rde darin ein Argument gefunden haben, die auffallende Zurüsetzung des bürgerlichen Teils der Offiziere, ihre Verdrängung aus den sogenannten„vornehmen“ Regimentern, insbesondere aus der Garde, ihre Verweisung an die Grenzen, zu rechtfertigen. Auch diesen stehen alle Wege auf, auf denen man eintretenden Falles den Untergebenen helfen kann. Sie wissen, wieviele Vorteile man durch gelegentliche Unterhaltung und hingeworfenen Bemerkungen in günstiger Stunde erreicht, die die schönste„Qualifikationsnote“ der Welt niemals bewirken würde. Was bedeutet demgegenüber ein einflußreicher Regimentskommandeur fern von Madrid, der sein Dasein kümmerlich fristet und nach jeder Besichtigung zufrieden ist, noch ein Jahr länger dienen und seine Pension um ein Sechzig, stel erhöhen zu können. So kommt es, daß der Adel alle bevorzugten Stellungen, in denen man etwas aus sich machen kann, in unverhältnismäßiger Zahl anfüllt, in der Prinzenadjutantur, in den sonstigen höheren Adjutantenstellungen, im Generalstab, so kommt es, daß er in den höheren und höchsten Stellungen des Heeres in immer steigendem Maße ziffernmäßig dominiert. Auch dann, wenn man alle Geadelten im Heere dem Bürgertum zuzählt, während unter den Leutnants und Oberleutnants die bürgerlichen Offiziere die übergroße Mehrzahl bilden und auch unter den Hauptleuten noch weit überwiegen. Es ist eine große Selbsttäuschung, wenn wir den Franzosen gegenüber triumphierend auf die Einheit unseres Offizierkorps hinweisen. So wie bei jenen ein großer Unterschied ist zwischen dem sorbis du rang, dem aus dem Unteroffizierstande emporgestiegenen und dem aus den Militärschulen stammenden Offizier, so in Deutschland zwischen dem Offizierkorps der bevorzugten und jenem der gewöhnlichen Regimenter. Die Bestrafung der Majestäts beleidigung. Berlin, 10. Dezember, Die Kommission für die Bestrafung der Mase stätsbeleidigung beendete heute ihre erste Lesungg Wohnung von 3 zu vermieten. Ni selbst part. durch Erledigung der in der vorigen Sitzung vertagten Abstimmungen. Das Ergebnis ist eine Meinungsverschiedenheit zwischen der Mehrheit der Kommission und der Regierung, die, falls sie nicht in der zweiten Lesung der Kommission oder im Planum behoben wird, das Scheitern des Gesetzenwurfs herbeiführen müsse. Unter Ablehnung der von den Abgg. Roeren(Ztr.), Wagner(kons.) und Heine(Soz.) vorgeschlagenen Fassungen und unter teilweiser Uebernahme der Antrage der Abgg. Junck(ntl.) und Storz(D. Vp.) ergab sich eine Mehrheit auf die unter dem Namen des Abg. Müller=Meiningen gehenden und von ihm präsentierten Anträge, bis auf eine wesentliche Bestim. mung, die mit 10 gegen 9 Stimmen abgelehnt wurde. Die grundlegende neue Vorschrift wurde in folgender Fassung angenommen: „Die Beleidigung ist nur dann auf grund der Paragr. 95, 97, 99 und 101 strafbar, wenn sie öffentlich oder in Anwesenheit des Beleidigten, böswillig und mit Ueberlegung begangen wird. Die Verfolgung verjährt in sechs Monaten.“ Abgelehnt wurde mit zehn gegen neun Stimmen folgender, gleichfalls von Dr. Müller=Meiningen beantragter Absatz:„Die Verfolgung tritt nur auf Antrag des verantwortlichen Vertreters der LandesJustizverwaltung des Staates ein, welchem der leidigte angehört. Bei Beleidigung des Kaisers ist der Reichskanzler zur Stellung des Antrages berechtigt. Für den Bereich der Militärgerichtsbarkeit ist nur in Friedenszeiten der Antrag erforderlich. Die Stellung des Antrages steht der Militär=Justiz. In 15 Häuser Wohnungen, jede 3 Zimmer Zim und 9 Sug“ sefort und Jan. Nah. Kirchenstr. 2 od. 3 S. z, 1. J Clausthalerst 2 und 3 Zi: auf 1. Januar z 91448) Linie Zum 1. Jan. J schöne Zimmer z Schillerstr. Zum 1. 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Dezember Zum Königlichen Musikdirektor ernannt wurde der Kapellmeister Georg Hüttner hierselbst. Die vielen Freunde des Herrn Hüttner werden es sicher an Glückwünschen nicht fehlen lassen. Wir gratulieren bestens. Mehrere schön zum 1. Januar zu vermieten. 2 Richardstraße. Adlerstr. 595, 6 Ein gr. Zim. an zu vm. Neben der Der Charakter als Kaiserlicher Bankrat wurde dem Bankassessor Auge in Dortmund verliehen, 1 Zimm. zu vern 1 Aise 1: Jan. alsenstr Ein großes an ältere Perso 44574) Ha Westfalen und Rheinland.# 3 Mans.= 6 Männer ertrunken. Bürich, 10. Dezbr. Auf dem Doubs im französischen Departement Jura, sind sechs junge Männer ertrunken. Sie wollten in einer Barke den Hochwasser führenden Fluß passieren. Die hochgehende Flut riß das Boot über das Wehr. Alle InBesuch in Higheliffe: Vom Aufenthalte des Kaiser in England In Higheliffe Castle, wo der Kaiser einige Wochen lang Erholung gesucht und gefunden hat, hielt dieser Tage ein Mitarbeiter des Pariser„Matin“ Umschau. Was der Franzose dort Interessantes gesehen und sich hat erzählen lassen, sei hier im Auszug wiedergegeben: Der Park von Higheliffe: Er ist gut bewacht. Rechts, links, vorn und hinten tauchen einzelne Schatten auf, die kaum einen Zweifel über ihre shemtität lassen: Die Hälfte der Polizei des Bezir* muß in Highgliffe Castle zusammengezogen sein. Selbst den Gärtnern, die die welken Blatter sammeln und die Alleen harken, sieht man an, daß sie sonst ganz andere Funktionen ausüben.„Wieviel „otizelagenten sind hier!“ fragte ich meinen Führer.„Dehr als hundert. Wir gehen durch eine kleine Seitentür, und kaum haben wir die Schwelle betreten, da tönt ein mir wohlbekanntes Klopfen an mein Ohr: neben mir spielt ein telegraphischer Ferndrucker. Es gibt nicht weniger als drei tele, graphische Apparate hier und mehrere Telephone cassen ihe Glocken schrillen, also die Einrichtung eines ganzen Postamtes.„Man arbeitet hier ununterbrochen: Depeschen kommen und gehen. Das ist erklärlich, denn der Kaiser erledigt seine amtliche Korrespondenz fast nur per Draht. Außerdem gehen alle Tage zwei Spezialkuriere von Higyeliffe nach Berlin ab. „Hier liegen die Küchen,“ sagte mein Führer,„ich werde Ihnen einen Landsmann vorstellen, und er macht mich mit Herrn Terrail bekannt, einem Franzosen, der die Leitung der kaiserlichen Küche in Händen hat,„Was ißt Majestät gern?“ frage ich.„Majestät lieben alle leichten Speisen. Der Kaiser ißt sehr wenig, aber oft. Er ißt außerordentlich gern Obst, besonders Birnen und schwärmt für kalte Pularde. Morgens um 9 Uhr nimmt der Kaiser Spiegeleier mit etwas geröstetem Speck, Obst und Tee zu sich. Um 1 Uhr richte ich das Frühstück an: Eier oder Fleisch, ein Entree aus Geflügel oder Wild bestehend; oft gibt es nur ein„Büffet". Dieses besteht aus ungefähr zehn Schüsseln mit verschiedenen kalten, mit Gelee garnierten Braten. Das Diner des Kaisers ist etwas reichhaltiger. Es geht dann durch viele Korridore ohne Ende, und jeder dieser Korridore ist mit zahllosen, kleinen, flachen Koffern angefüllt.„Diese Koffer,“ sagte mein Führer,„enthalten nur die Garderobe des Kaisers. In jedem liegen Stücke einer anderen Uniformgattung.“ Und ich lese auf einem gewichtigen Koffer die Aufschrift:„English Dragoons". Endlich gelangen wir in die Privatgemächer des Kaisers, zunächst in die Bibliothek mit ihren tausenden von Büchern und Zeitungen in allen Sprachen. Daran schließt sich der Salon, in dem Wilhelm 2. gerne des Abends bei einer Zigarre sitzt und sich etwas auf dem Grammophon oder der Pianola vorspielen läßt. Ein kleines Zimmer trennt den Salon von dem Speisesaal.„In diesem Vorzimmer versammelt sich das Gefolge vor der Mahlzeit,“ erläutert mir mein Führer.„Der Kaiser lebt im Schlosse so bescheiden wie nur denkbar, aber er hält trotzdem streng auf die Beobachtung der Etikette. So betritt niemand den Speisesaal vor dem Kaiser. Geruht der Kaiser zu lächeln, so lächelt alles. Zeigt der Kaiser ein verdrießliches Gesicht, wagt niemand, ein Wort zu sprechen. Beim Diner trägt der Kaiser Gesellschaftsanzug mit Ordensschmuck: im allgemeinen legt er das goldene Bließ, den schwarzen Adlerorden und am Knie den Hosenbaudorden an. Sobald der Kaiser Platz genommen hat, setzt sich das kaiserliche Gefolge. Auf ein Zeichen, das der Kaiser seinem Haushofmeister gibt, wird sofort serviert. Beim Diner trinkt der Kaiser gewöhnlich Apfelsinensaft, Limonade oder Apfelwein und am Schluß der Mahlzeit Tee, aber niemals Liköre. Das Toilettenzimmer ist in erster Linie als Schlatzimmer eingerichtet. Die Ausstattung ist einfach und geschmackvoll. Ein Empire-Bett von großem historischem Wert bildet das Hauptmöbel in diesem Raum. Auf dieses Bett soll Marschall Ney im Jahre 1815 am Abend des Tages, an dem er erschossen wurde, gelegt worden sein. Neben dem Bett steht eine Kommode mit verschiedenen Toilettegegenständen. Etwas weiter davon ab steht ein kleiner Tisch mit einem ovalen Spiegel. Auf diesem Tisch liegt ein Schildpattfernrohr und eine Toilettegarnitur aus Elfenbein. Auf einem anderen kleinen Tischchen sind Zigaretten lose verstreut. Auf dem Kaminsims bemerkte ich eine Schale mit zwei Armbändern und vier Ringen, von denen einer mit dem Miniaturbildnis der Kaiserin geschmückt ist. Aber es hat den Anschein, als ob dieses Zimmer dem Kaiser mehr als Toilettezimmer dient. Er schläft im Nebenzimmer. Dieses zweite Zimmer ist womöglich noch einfacher als das erste. Es enthält ein Messingbett mit einer seidengestickten Decke, die einst Marie Antoinette gehörte. Auf dem Nachttisch liegt offen ein Revolver, in hirschledernem Futteral. Unmittelbar hinter dem Schlafzimmer liegt als letzter Raum der Privatgemächer des Kaisers, sein Arbeitszimmer. Ich habe noch die Zeit, einen neugierigen Blick auf einen Schreibtisch zu werfen, der mit Briefen, Drucksachen und Büchern bedeckt ist. Eine große Anzahl Gänsekiele liegen auf dem Schreibtische verstreut. Der Kaiser benutzt in der Tat stets nur Gänsekiele zum Schreiben, wie er auch immer statt des Löschpapiers zum Trocknen der Schrift seinen Sand nimmt. Wenn Wilhelm 2. sich in seinen Privatgemächern befindet, darf sich ihm niemand nahen und niemand nähert sich ihm, außer seinen vier Leibkammerdienern. Ein zuverlässiger Wächter, der an der Tür postiert ist, läßt keinen Unbefugten nachts hinein. Ich gehe über diese, dem gewöhnlichen Sterblichen verwehrte Schwelle, durchschreite wieder die Korridore und befinde mich einige Augenblicke später draußen im Park. Geueral Stössel vor dem obersten Militärgericht. Der 2. Januar 1905 war ein Tag der nationalen Trauer für Rußland. An diesem Tage erfolgte die Uebergabe der stolzen für uneinnehmbar geltenden Festung Port Arthur an die Japaner. Gestern Dienstag trat nun, wie bereits angekündigt, in Petersburg der oberste Militärgerichtshof zusammen, vor dem sich Generalleutnant a. D. Stössel, der einstige so gefeierte Verteidiger von Port Arthur, sowie drei seiner Generäle wegen dieser verhängnisvollen Kapitulation zu verantworten haben. Wir erhalten über den ersten Verhandlungstag folgenden Spezialdrahtbericht: Petersburg, 10. Dezember. Heute begann im großen Saale des Kasinos für die Armee und die Flotte unter dem Vorsitz des Generals der Infanterie Dukmassow der Prozeß gegen General Stössel, sowie die mitangeklagten Generale Fock, Reiß und Mirnow. Der Zudrang des Publikums ist nur mäßig. In erster Linie sind unter den Anwesenden hohe Militärs, darunter viele im letzten Kriege dekorierte Offiziere erschienen. Unter dem Damenpublikum fällt die Gattin Stössels auf. Der sehr zuversichtlich dreinschauende Stössel trägt Zivik, seine Brust mit zwei Georgskreuzen geschmückt. Die übrigen Angeklagten sind in großer Paradeuniform erschienen. Von den 321 Zeugen sind fast alle zur Stelle, darunter viele Generäle und Admiräle. Geladen sind auch General Kuropatkin und Kontreadmiral Vierens, Hochmeister Balaschow, der Chef des roten Kreuzes in Port Arthur fehlt. In dem seinerzeit erstatteten Bericht ist ein Punkt recht belastend für Stössel, der nämlich, daß er seine Koffer zwei Tage vor der Kapitulation der Festung packen ließ. Das Sündenregisters Stössels ist nach der Anklageschrift außerordentlich groß. Hiernach ließ er den Befehl unberücksichtigt, das Kommando von Port Arthur dem General Mirnow zu übergeben und sich aus der Armee zu entfernen. Ferner mischte er sich in die Rechte und Obliegenheiten des Festungskommandanten, wodurch dessen Autorität erschüttert und damit die Verteidigung der Festung erschwert wurde. Weiterhin meldete er Siege, an denen er gar nicht beteiligt war und schickte dem Zaren falsche Telegramme, um später die Kapitulation zu rechtfertigen. Er schlug General Fock zum Ritter des Georgskreuzes 3. Kl. vor, trotzdem dieser die Schlacht von Kintschou verloren hatte. Er knüpfte mit Rogi Unterhndlungen an entgegen dem Beschluß des Kriegsrates und unterschrieb die Kapitulation unter ungünstigen und erniedrigenden Bedingungen usw. Die Generale Fock, Reiß und Mirnow haben nach der Anklageschrift ebenfalls falsche Telegramme fabriziert und sich in jeder Beziehung ihres Amtes als unwürdig erwiesen. Bei der Eröffnung der Verhandlung äußerte der Vorsitzende:„Zur Verhandlung steht heute ein Fall betreffend gesetzwidrige Handlungen leitender Personen in Port Arthur, die zu dem Abschluß einer für die tapfere Garnison entehrenden und für Rußland erniedrigenden Kapitulation führten.“— Der Prozeß dürfte acht, Tage in Anspruch nehmen. Unna, 10. Dez. Bei der heute zu Ende gegangenen Stadtverordneten= Stichwahl der dritten Abteilung siegte die sozialdemokratische Liste mit etwa 40 Stimmen Mehrheit über die Liste des christlich=sozialen Kartells. Damit sind die Herren und ein einz. zimmer per 1. J miet. Näh. Hans s schöne geräu Knappschaftsältester Wilh. Höing, Lagerhalter Lickfeld und Bergmann Fr. Jürgens Bodenzit zu Stadtverordneten gewählt. Insgesamt sind mehr als 1200 Stimmen abgegeben worden. Baukau, 10. Dezbr.(Tödlicher Unfall.) der Grube der Zeche Julia war der Bergmann Otto Prenzina mit dem Verbauen seiner Arbeitsstelle beschäftigt, als sich plötzlich in dem Hangenden ein großes Gesteinsstück löste und auf den Prenzina fiel, der durch die Schwere des Steines zu Boden gedrückt wurde. Als seine Kameraden ihn von dem Gesteinsblock losgemacht hatten, fand man, daß er bereits tot war. Ein Halswirbelbruch hatte sein Leben ein jähes Ende bereitet. Lippstadt, 9. Dez.(Vom Storch überrascht) wurde auf der Reise von Münster nach der Heimat die Ehefrau eines polnischen Landarbeiters zwischen den Stationen Anröchte und Söbberinghof und zwar waren es gleich drei kleine Weltbürger, womit die Frau ihren glücklichen Gatten beschenkte. Da sich zufällig ein katholischer Geistlicher in dem Zuge befand, wurde im hiesigen Wartesaale gleich die Taufe vorgenommen. Die Reisenden auf der hiesigen Station nahmen lebhaften Anteil an dem freudigen Ereignis und beschenkten das Elternpaar reichlich. Selbst der sonst so gestrenge Eisenbahnfiskus zeite sich roßmüti und beförderte die seiner Obhut anvertrauten Drillinge gratis nach ihrem Bestimmungsort. an ruhige Fam Januar zu vern erfragen Mälz Bureau. ### Mansar 2 hubsche Ma ruhige Leute zu Näheres Kaise 2 Mans. an ord Kogutst. verm. Kvaulstra 3 sch. Mansa zu vermieten. Münsterstraße 3 2 Bodenzi, zu verm. „Nähe 3 furdenzim 4 vm. Nä 2 Mansai derm. ech 1 f. denz.,### Manach zu vm. L. Mani zu om. Nachrichten und Berlin, 10. Dez. In der Untersuchung gegen die Grafen Hohenau und Lynar finden zurzeit umfangreiche Vernehmungen statt. Nicht nur die Unteroffiziere, die im Moltke=Harden=Prozeß genannt worden sind, werden vernommen, sondern auch alle, die zurzeit der Regimentsführung Hohenau's bei dem Garde du Korps gestanden haben. Gewerbe und Verkehr. Berlin, 10. Dezember.(Börse). An der Börse wurde selbstverständlich das für die deutsche Geschäftswelt bedeutungsvolle Tagesereignis des Personalwechsels im Reichsbankdirektorium lebhaft erörtert. Die Erwartungen, die inbezug auf den Nachfolger Dr. Kochs, den bisherigen Seehandlungspräsidenten Havenstein, gehegt werden, waren geeignet, auch in Börsenkreisen sympothisch zu rühren. Fener wirkte der verhältnismäßig“ besserte Reichsbankausweis anfangs leicht besestte gend auf die Eröffnung des heutigen Geschäftsver“ kehrs. Die jetzt auf den maßgebenden Gebieten der Hüttenindustrie in Fluß gckommene rückläufige Preisbewegung, die nunmehr auch den Roheisenmarkt ergriffen hat, gab im Verlauf natürlich wieder Veranlassung zu allerdings nicht bedeutenden ig zu allerdings nicht Abgaben in Montan= und Huttenaktien. Man ist l6 durch diese Preisentwicklung in unseren Geschaftskreisen nicht überrascht, denn unter der Herrschaft des uberaus schweren Zinsfußes und angesichts der ganzen internationalen Marktbewegung mußte dar Nachlassen der Aufträge auf diesem wichtigen Geviel unserer gewerblichen Tätigkeit eine Parallelbewegung in der Preispolitik der Verbände herbeiführen. Auch die neuerdings wieder eingetretene Schwache am Kupfermarkt beeinträchtigte die Stimmung auf dem Industrieaktienmarkt. Die weitere Steigerung des Privatdiskonts übte im Geschäftsverlauf einen gewissen Druck auf die Kurse der Spekulationswerse aus. Am Montanmarkt traten bei stillem Geschäft im Verlauf meist Preisabschwächungen von ca. Prozent ein, nachdem die Kurje anfangs sich zum Teil etwaz höher gestellt hatten. der Majestäts gung. Berlin, 10. Dezember. e Bestrafung der Mase. heute ihre erste Lesun der vorigen Sitzung ver Ergebnis ist eine Meisen der Mehrheit der rung, die, falls sie nicht Kommission oder im Pl#. Scheitern des GesetzenUnter Ablehnung der .), Wagner(kons.) und en Fassungen und unter Anträge der Abgg. Dr. D. Vp.) ergab sich eine m Namen des Abg. Dr. n und von ihm präseneine wesentliche Bestin. 9 Stimmen abgelehnt neue Vorschrift wurde mommen: nur dann auf grund der 101 strafbar, wenn sie esenheit des Beleidigten, #rlegung begangen wird. in sechs Monaten.“ hn gegen neun Stimmen Dr. Müller=Meiningen Zerfolgung tritt nur auf Vertreters der Landestes ein, welchem der Beeidigung des Kaisers in lung des Antrages beer Militärgerichtsbarken der Antrag erforderlich. steht der Militär=Justiz= knahme des Antrages ist o die Genehmigung des hen. Die angenommene etzung der Strafbarkeit g für unannehmbar. 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Der wvollen, sei get müsse aber Rechnung trag über die vorge kommission wi mißbiligt, wie spreche demge volles„Vertra Mit der Kommission, der Sozialden zufrieden sei weitergehende ihnen zu, ind nigung in kei deshalb zauch Redner führt Frieden diener habe.— Abg. gegen Dr. St Liberale eine tragt. Die ohne Rücksicht werden. Abg. Dr. das Vertrauet dern werde, r aber für durc Schiffen zu bsicht, daß, das lässigen Dreif herein hätte stecke eigentl Stehe das Me ter dieser Vor Staatssekret lage sei ledig Amts, andere tun. Von ei ren gegen die nicht die Rel nahme der B Ersatzschiffe, nach Aenderu im. Der Stagen Ausführu und Wittelsbe Sratz älterer das sei gastz semann(ne Flottenvereins (Zentr.): Letzt bei angebrach teile über die die anderer Die Vorlage Reorganisatio billige nicht, neue Vorlage werde schon die Erklärung möchten für des Flottenve Der Refer statierte die wendigkeit der stimmung. konstatiert alFreunde den ernstehen. W gestrigen Aus Juli 1912 ab der Stimmu keinen Antrag sch der Kaise swoßen Kreuz schlossen. Di E8 folgt die Frage der sekretär Twi tunlichst viele sucht der ver Aufgabe freil ohne Enttäu vermeiden, n sultat erzielt werde der Bi Außer Die gestri mittags mit kein(LüdAm Tische Nus de (Von Nr. 342.(1. Blatt.) General=Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen.: Donnerstag, 12. Dezember 1907 Die General=Debatte über die Flottenvorlage wurde in der gestrigen Sitzung der Budgetkommission des Reichstages fortgesetzt. Abg. Frhr. v. Richthofen(kons.) erklävt: Die Ausführungen des Staatssekretärs der Marine vom gestrigen Tage hätten ihn und seine Parteifreunde voll befriedigt. Der Regierungsvorlage vorauseilen zu wollen, sei gewiß patriotisch zu nennen, man müsse aber der Leistungsfähigkeit des Volkes Rechnung tragen. Einzelne Stimmen der Presse über die vorgestrigen Verhandlungen der Budgetkommission würden von seiner Partei ebenso mißbilligt, wie sicher auch vom Flottenverein. Er spreche demgegenüber dem Staatssekretär sein volles Vertrauen aus.— Abg. Dr. Arendt (Rp.: Mit der Aufnahme der Vorlage durch die Kommission, durch alle Parteien mit Ausnahme der Sozialdemokraten könne die Verwaltung sehr zufrieden sein. Die Nationalliberalen hätten weitergehende Wünsche bekundet, und er stimme ihnen zu, indes sei die Möglichkeit der Beschleunigung in keiner Weise erwiesen, und es müsse deshalb auch draußen die Agitation Halt machen. Redner führt weiter aus, daß die Flotte dem Frieden dienen solle und daß sie ihm schon gedient habe.— Abg. Erzberger(Zentr.) polemisiert gegen Dr. Stresemann. In England hätten 136 Liberale eine Verminderung der Rüstungen beantragt. Die„nationalen“ Aufgaben müßten nicht ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen behandelt Abg. Dr. Leonhardt(freis. Vp.): Er habe das Vertrauen, daß der Staatssekretär alles fordern werde, was durchaus nötig sei; er halte es aber für durchaus falsch, gleich ganze Serien von Schiffen zu bauen. Seine Freunde seien der Ansicht, daß das Reichs-Marine=Amt der ganz unzu. lässigen Dreistigkeit des Flottenvereins von vornherein hätte schärfer entgegentreten sollen. Wer stecke eigentlich hinter den Preßtreibereien? Stehe das Marine= und Militärkabinett ganz hinter dieser Vorlage?„äu di Staatssekretär von Tirpitz erklärt, die Vorlage sei lediglich eine solche des Reichs=MarineAmts, andere Faktoren hätten nichts mit ihr zu tun. Von einer Agitation dieser anderen Faktoren gegen die Vorlage oder gegen seine Person, sei nicht die Rede. Die Anlage B würde bei Annahme der Vorlage Gesetz werden, so daß mehr Ersatzschiffe, als in dieser Tabelle vorgesehen, nur nach Aenderung des Gesetzes gebaut werden könnten. Der Staatssekretär wiederholt seine vorgestrigen Ausführungen über den Ersatz der Kaiserund Wittelsbachklasse; natürlich sei ein schnellerer Ersatz älterer Schiffe eine militärische Verbesserung, das sei gastz selbstverständlich,— Abg. Dr. St1c; semann(natl.) meint, an sich sei die Arbeit des Flatenvereins zu begrüßen.— Abg, Gröber (Zentr.): Letzteres sei richtig; an sich sei solche Arbei angebracht, wenn aber solche Vereine sich Urteile über die nationale Gesinnung derer anmaßen, die anderer Meinung sind, so. sei das verwerflicht Die Vorlage enthalte in Wirklichkeit nicht nur eine Reorganisation, sondern auch eine Vermehrung. Er billige nicht, daß schon jetzt rinzelne Herren, eine neue Vorlage fordern. Die verantwortliche Stelle werde schon ihre Pflicht erfüllen. Er fürchte, daß die Erklärung des Staatssekretärs, die Liberalen möchten für eine Mehrheit sorgen, die Agitation des Flottenvereins gegen ihn selbst nur verschärfe. Der Referent Freiherr v. Thünefeld konstatierte die einmütige Auffassung von der Notwendigkeit der Forderungen und beantragt die Zustimmung. Der Korreferent Graf v. Oriola konstatiert als selbstverständlich, daß er und sein: Freunde den Angriffen gegen den Staatssekretär fernstehen. Weiter erläutert er nochmals seine vorgstrigen, Ausführungen und erklärt, er habe vom Juli 1912 ab vermehrte Ersatzbauten angeregt. Bei der Stimmung der Kommission stelle er zurzeit keinen Antrag. Eventuell würden sie aber 1912 Ersatz der Kaiser= und Wittelsbachklasse und der sechs großen Kreuzer fordern.— Die Diskussion wird geschlossen. Die Abstimmung wird hinausgeschoben. Es folgt die Spezialberatung des Stats, wobei zur Frage der Beamten gehälter Unterstagtssekretär Twele erklärt: Das Streben gehe dahin, lunlichst viele Klassen zusammenzulegen. Die Eifersucht der verschiedenen Beamtenklassen, mache diese Aufgabe freilich sehr schwer. Es gehe vielleicht nicht ohne Enttäuschungen ab, das lasse sich aber nicht vermeiden, wenn überhaupt ein annehmbares Resuliat erzielt werden soll. In der nächsten Woche werde der Bundesrat in die Arbeiten eintreten. des Evangelischen Oberkirchenrats, Wirkl. Geh. Rat Dr. Voigts, Oberhofprediger, Vizepräsident des Ev. Oberkirchenrats Dr. Dryander, Wirkl. Oberkonsistorialrat Dr. Koch, Oberkonsistorialrat Dr. dagenau und Oberkonsistorialrat Dr. von Demming. Von der Kommission für Petitionen war folgender Antrag eingegangen: „1. Im Hinblick auf beklagenswerte Vorkommnisse der letzten Zeit, deren Verlauf einschließlich der Art und Weise ihrer Behandlung in der Oeffentlichkeit schwere Besorgnisse veranlaßt hat, richtet die außerordentliche Generalsynode an das gesamte evangelische Volk die dringende, jeden Einzelnen zu ernster Einkehr und Umkehr verpflichtende Mahnung, das teuer erkaufte Erbe an christlicher Zucht und Sitte, an Keuschheit und Lebensernst mit allem Fleiß zu wahren und zu mehren und nach Kräften Sorge zu tragen, daß die wuchernden Keime sittlichen Verfalls unter dem erneuernden Einfluß der evangelischen Wahrheit und des Lebensgeistes unseres Herrn Jesu Christi aus dem Volksleben wieder ausgeschieden werden. 2. Mit dieser Kundgebung erklärt die Generalsynode die an sie gerichteten Petitionen der Kreissynoden Schkeuditz und Buckau für erledigt.“ Der Präsident teilte darauf mit, daß die Kommission für Petitionen die Petition um eine Unterstützung des Predigtamtskandidaten Bernstein in Elberfeld und die des Agenten Majunke(Berlin) betr. einen Artikel der„Vossischen Zeitung" über das Himmelfahrtsfest nicht für geeignet zur Verhandlung im Plenum erklärt habe. Syn. Graf Hohenthal=Dölkau bei Merseburg berichtete hierauf über Heranziehung der industriellen Unternehmungen zu den Kosten der kirchlichen Einrichtungen. Der Redner befürwortet folgende Erklärung: „Hochwürdige Generalsynode wolle beschließen: den Evangelischen Oberkirchenrat zu ersuchen, bei der Königlichen Staatsregierung dahin vorstellig zu werden, daß eine auf staatsgesetzlicher Grundlage ermöglichte Heranziehung derjenigen gewerblichen Unternehmen baldtunlichst herbeigeführt werde, durch die eine außergewöhnlich starke Vermehrung der Kirchengemeinde infolge Zuzugs von Arbeiterfamilien stattgefunden hat und erhebliche Aufwendungen für kirchliche Einrichtungen notwendig wurden.“ Oberkonsistoriakrat Dr. v. Demming teilte mit: Bezüglich dieser Angelegenheit sei eine Erhebung im Gange, die jedoch noch nicht zum Abschluß gelangt sei. Der Oberkirchenrat werde jedenfalls den Antrag in wohlwollender Weise prüfen.— Fabrikant Franken(Gelsenkirchen)=Schalke): Er ersuche, den Antrag abzulehnen. Die Industrie sei augenblicklich ohnedies ungemein stark belastet. Die Industrie werde sich ihren Pflichten nicht entziehen, sie könne aber unmöglich wiederum neue Lasten auf sich nehmen.— Superintendent Dr. König(Witten): Er sei doch der Meinung, daß die Industrie diese neue Last wohl tragen könne, die Notwendigkeit ergebe sich von selbst. Der Antrag gelangte darauf einstimmig zur Annahme.— Auf Antrag des Superintendenten Neißner(Tschöplowitz) wurde die Petition, betr. Verhesserung der materiellen Lage der Küster dem Sv. Oberkirchenrat als Material für ein etwa wünschenswert, grscheinendes erneutes Vorgehen überwiefen und danach die Sitzung geschlossen.— Nächste Sitzung heute, nachmittags 2 Uhr. Aus der GratisUnfall=Unterstützung des General=Anzeigers. Unser Abonnent. der Zuschläger Heinrich Hoffmeister von Aplerbeck, Asselerstraße 12, hat auf der Fabrik von Schwarz u. Co. in Aplerbeck einen tödlichen Unfall erlitten.— Wir haben den Eltern des Verunglückten die Unfallunterstützung im Betrage von 300 Mark zugesandt. Der.General- Anzeiger zahlt nicht nur seinen Abonnenten töttliche Unfälle aus, welche auf der Arbeitsstätte vorkommen, sondern auch alle anderen, gleichviel, ob sie auf dem Wege zur oder von der Arbeitsstätte odler zu Hause passiert sind; ausgenommen sind nur laut unseren Statuten grobes Selbstverschulden, Selbstmord, Mord und Totschlag, Schlägereien, SchlagKrampf= und epilepti che Anfälle, innere Erkrankungen oder derg Unter denselben Bedingungen ist auch jeder Abonnent des„Volksgartens“ mit 300 Mark versichert. dem Angeklagten Bötz keinen Wortwechsel gehabt jaho cHh sei von dem Angeklagten überfallen dem habe. H. sei worden. ist 1 Außerordentliche General= Shnddr. Berlin, 11. Dezember. Die gestrige Sitzung wurde gegen 2¼ Uhr nach= teilt. mittags mit einem von Superintendem Niederstein(Lüdenscheid) gesprochenen Gebet eröffnet. Am Tische des Kirchen=Regiments: der Präsident dem Gerichtssaal. Zweite Strafkammer. Dortmund, 11. Dezember. Ein unverbesserlicher Taugenichts der Bergmann Theodor Knabe. Der Mann, der heute sich als öfters rückfälliger Dieb zu verantworten hatte, ist ein ständiger Gast des Zuchthauses. Als er das letzte Mal entlassen war, beging er sofort einen neuen Diebstahl in Verbindung mit Betrug. Er logierte sich hier bei dem Bergmanne Köster ein und stahl dort seinem Schlaftollegen, nachdem er ihn um zwei Mark angepumpt hatte, noch mehrere Kleinigkeiten. Der Angeklagte, der gegenwärtig eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten verbüßt, wurde zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und 6 Monaten Zuchthaus verurteilz Der Paragraph 51 des St.=.=B. kam dem Bergmann Wilhelm Windemann aus Kamen zugute. Er war wegen Diebstahls angeklagt. Es wurde aber beschlossen, ihn 6 Wochen zwecks Beobachtung in die Provinzial=Irrenanstalt in Aplerbeck zu schicken... Astenteig Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde sodann gegen den Bergmann Friedrich Koggenvohl hier wegen Blutschande verurteilt. Der Angeklagte wurde zu 1 Jahr Gefängnis verurWestsalen und Kheinland. Hörde, 11. Dez.(Messerhelden.) In der Schulstraße wurde gestern Abend der Arbeiter K. von seinen Brüdern überfallen und durch Messerstiche nicht unerheblich verletzt. Die Täter sind verhaftet. Brackel, 10. Dez.(Blinder Alarm.) Gestern abend um etwa.30 Uhr wurde die hiesige Feuerwehr alarmiert. Die Mitglieder hatten sich pünktlich eingefunden und sollte zur Brandstelle abgerückt werden. Aber wohin? Niemand wußte, wo die Feuerstelle war. Schließlich stellte es sich heraus, daß irgend eine vorwitzige und übermütige Person das Signal zum Feuerlärm gegeben hatte und dieses von den Hornisten der Feuerwehr aufgenommen wurde. Es ist dieses in acht Tagen der zweite Fall gewesen. Langendreer, 10. Dez.(Von einer Anzahl roher Burschen) überfallen wurde auf dem Wege von Lütgendortmund nach hier der Bergmann Hugo Voth von hier. Derselbe wurde solange mißhandelt, bis er seine Barschaft und seinen Schirm herausgab. Die Täter sind erkannt und zur Anzeige gebracht. Wanne, 10. Dezbr.(Unhold.) Von einem Unld wurde an einem sechsjährigen Mädchen in der Zu dem Gerichtsbericht vom 5. Dezember wird uns mitgeteilt, daß der Beramann Hofmeister mit Rus den Beriier Theatern. (Von unserem Berliner Bureau.) Berlin, 10. Dezember. „Die gelbe Nachtigall“. Burleske in 8 Akten von Hermann Bahr. Erste Aufführung im Lessing=Theater. Daß Hermann Bahr kein Drama schreiben kann, sleichdiel wie man es nennen will, Schauspiel, Lustspiel oder meinethalben Burleske, das setze ich als Flannt voraus. Seine„Gelbe Nachtigall“, die heute im Lessing=Theater zum ersten Mal aufgeführt wurde, ist natürlich auch sein Prama, auch nicht einem Drama Aehnliches, wenngleich Menschen suf der Bühne stehen und Gespräche mit einander üähren und in Abständen von ungefähr je einer Stunde der Vorhang fällt. Wer mit Hermann Bahr tgrüber rechten wollte, daß er Gespräche auf die Theater bringt, die keine Thaterstücke sind, der würde sich nur lächerlich machen. Das Einzige, das wir in Bahrs Theatergesprächen allenfalls zu Vntersuchen haben, ist der Grad der Witzigkeit, den er in seiner neuesten Spielerei erreicht hat. DraBstiche Nenschenzestalten oder sagen wir auch nur Lurnenmenschen zu schaffen, ward ihm nicht gegeben, und vollends eine sinnvolle und faßliche Bühnen##lung zu erfinden, liegt jenseits seiner Fähigkeiten. Hermann Bahr ist kein Dichter, weder ein ##ter noch ein schlechter, sondern er ist ein zuweilen ## nicht übler Witzemacher, der seine Witze nicht # der Form von Aphorismen oder GedankensplitZeitungen und Witzblättern drucken läßt, her u, sie Schauspielern im Wechselgespräch auf ##. Luhne in den Mund legt. In der„Gelben Nachtigall“ Hildat den losen Rahmen seiner Späße eine sanfte Verspottung wohlbekannter Theatermenschen und der Theaterei überhaupt. Dergleichen Selbstverspottung des Theaters auf dem Theater wirkt auf bescheidene Gemüter erheiternd, und wenn 3. B. der Sckretär eines Theaterdircktors beim Einschlafen von seinem Direktor und seinem Theater träumt:„Schurkel“ und„Schweinereil“ so wird unfehlbar gelacht. Nicht minder wird gelacht, wenn Reicher in der Maske eines früheren Berliner Theaterdirektors auftritt und diesen so täuschend nachahnt, daß man das Urbild zu sehen und zu hören vermeint. Mir erscheint dies mehr wie ein Jahrmarktscherz, jedenfalls nicht als Theater, und selbst das zur Entschuldigung gewählte Wort„Burleske“ stimmt mich nicht milder. Die gelbe Nachtigall ist eine angeblich japanische Sängerin, die sich der angeblich so gerissene Theaterdirektor ohne Singeprobe als Stern aufschwatzen laßt, was bekanntlich kluge Theaterdirektoren zu tun pflegen, und mit diesem Sinn für die Wirklichkeit ist das ganze Puppenspiel auch sonst ausgestattet. Zuzugeben aber ist, daß in den Verulkungen des Theaterwesens hier und da eine ganz gute Bemerkung fiel, obgleich irgend ein neues und tieses Wort nicht gesprochen wurde. Hermann Bahr gehört eben auch zu den nicht ganz seltenen Bühnenschriftstellern von heute, die sich ihr Handwerk leicht machen, weil sie mit gutem Grunde auf die Mitarbeiterschaft unserer ausgezechneten Darsteller rechnen. Was gesprochen wird, oder was für eine Handlung vor sich geht, wird ja immer gleichgültiger, seitdem sich die Gerliner Zuschauers daran gewöhnt haben, keine Menschengestalten des Dichters. sondern Bassermann, Peicher, Grunwald oder Eise Lehmann, Irene Triesch und Ida Orloff zu bewundern. Ich begreife wirklich nicht, warum diese künstlerisch über vielen Theaterdichtern stehenden Schauspieler nicht ernstlich=Tantiemen verlangen. Aber auch dies wird kommen, und Hermann Bohr trägt dazu bei. held wurde an einem schsjährigen Mädhen in der Moltkestraße ein Sittlichkeitsverbrechen versucht. Ein anderes kleines Mädchen versuchte der Unmensch ebenfalls an sich zu locken. Es war abends gegen 6 Uhr. Der Kerl fuhr Rad und bat die nichts ahnende Kleine, ihm einen Augenblick das Rad zu halten, um daran eine geringe Beschädigung auszubessern, Aehnliche Untaten sind auf Unser Fritz, Bismarck und Hüllen von einem Radfahren verübt worden. Soest, 10. Dez.(In der heutigen Stadtverordneten: Sitzung) wurden zunächst 115 Mark Zuschuß für Einrichtung des KnabenHandfertigkeits= Unterrichts im Winterhalbjahr 1907.=08 bewilligt; ebenso wird dem Verein„Heimatpflege“ zur Erwerbung der Mitgliedschaft als Zweigverein des Zentral=Gewerbe=Vereins zu Lüsseldorf eine Veihilfe von 100 Mark bewilligt. Das Kollegium genehmigte die Erneuerung der Soestbachbrücke und Instandsetzung des kleinen Platzes. Die Kosten betragen 600 Mark. Der westfälischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz wurde eine Zuwendung von 100 Mark zugebilligt und zur Verlängerung des Bürgersteiges in der Widumerstraße 2880 Mark bereitgestellt. Entgegen dem Magistrats=Antrage, lehnte die Versammlung die Verlegung der Irren=Zellen in die anstoßende Westhoffsche Besitzung ab, da solche sich im Dachgeschoß des neuerbauten Krankenhauses bequem für 400 Mark einrichten lassen. Zur Neubedielung der städtischen Turnhalle mit Eichendielen wurden 2600 Mark bewilligt, desgleichen Verlegung einzelner und Anlage neuer Laternen 1338,48 Mk. und zur Herstellung der Kanalisierung im Grandweg=Ulricher=Bienenwall 2250 Mk. — Nach der Sitzung teilte der Bürgermeister Dr. ten Doornkaat=Koolman mit, daß die Verhandlungen zwischen der Provinz und der Stadt bezüglich der Vermietung des alten Stadtkrankenhauses zum Zwecke der Provinz=TaubstummenAnstalt zu einem für die Stadt günstigen Abschluß gebracht seien. Die Stadt hat das Gebäude in gutem baulichen Zustande abzugeben, die Provinz übernimmt die Umbau=Arbeiten und die Unterhaltung und zahlt 2500 Mk. Miete pro anno. Es soll ein Internat für 20—30 Schüler mit 4 Schulklassen eingerichtet, werden. Die Stadtverordneten nahmen diese Erklärung recht beifällig auf. verurteilten Heizers Adam Kurschuß hat der Mordprozeß Kurschuß wieder aktuelles Interesse erlangt. Da der dom Prozesse gugrunde liegende Tatbestand an sich einfach und klar zu Tage liegt und in einer zweitägigen minutiös gewissenhaft bis in alle Einzelheiten und Möglichkeiten durchgeführten Verhandtung aufgerollt worden ist, lag die Vermutung nahe, daß das von dem Verteidiger betrieben: Aufnahmeverfahren nicht auf neue Tatsachen gestützt werden konnte, sondern nit neuen Beweismitteln begründet sein mußte, die nach Lage der Sache nur auf dem Gebigte der Psychiatrie liegen konnten. Diese Vermutung verdichtete sich bis zu dem Gerücht, daß die Wiederaufnahme auf die Behauprung des Verteidigers gestützt sei, ein in der Hauptverhandlung vernommener Sachverständiger habe eine an ihn gerichtete Frage betr. die Ueberlegungsfähigkeit des Angeklagten mißvorständlich aufgefaßt und somit irrig beantwortet. Er habe die Ueberlegungsfähigteit des Angeklagten bejaht, während er sie habe verneinen wollen.(So unglaublich, so ungeheuerlich dieses Gerücht klingt, bei Gott und einigen Psychiatern ist kein Ding unmöglich die etwa erneut angeordnete Verhandlung dürfte Licht in diese mysteriöse Sache bringen. Einem denkenden Laien wird es ewig unfaßbar bleiben, wie ein sachkundiger Psychiater, ein Seelenkenner, dessen tägliche Aufgabe es doch ist, venwickelren Gedankengängen zu folgen und geheime Scelenvorgänge zu erforschen, die einfache und ihm geläufige Frage des Richters mißverstehen konnte. Die Sache erscheint um so unvahrscheinlicher, als dem Schlußgutachten eines jeden Experten auf diesem Gebiete eine ausführliche Begründung voranzugehen pflegt, die sich doch mit dmn Schlußgutachten decken muß. Wie dem auch sei, es dürfte von Intevesse sein, auf die Gutachten der drei über den Geisteszustand des Angeklagten Kurschuß in der letzten Haupterhandlung vernommenen SSachverständigen kurz hinzuweisen und sie kurz zu beleuchten.[Die Frage der fähigkeit ist von äußerster Wichtigkeit, da mnit ihrer Verneinung zugleich auch die Schuld verneint wird. Sie bildgt die Voraussetzung joder Schuld und muß daher dem Angoklagten nachgewiesen werden. Die Schuldfroge setzt sich aber außer der Zurechnungsfähigkeit noch aus den in jeder Strafvorschrift begrifflich festgelegten Tatbestandsmerkmalen zusammen. Ueber die Schuldfrage in ihrem vollen Umfange haben vor den Schwurgerichten die Geschworenen zu entscheiden. Lediglich zur Feststellung der Zurechnungsjähigkeit oder Schuldfähigkein bedient sich das Gericht und die Parteien in Zweifelfällen der pinchiatrischen Sachverständigen. Dies vorausgeschickt, haben die 3 Sachverständigen im Hauptverhndlungstermine übereinstimmend die Frage, ob Kurschuß zurechnungsfähig sei, bejaht. Nur machte der eine Sachverständige die dem Gesetze unbekannte Einschränkung, daß der Angeklagte beschränkt und vermindert zurechnungsfähig sei, daß aber keinesfalls seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen gewesen sei. Der dritte Sachverständige fühlte sich veranlaßt, seinem Gutachten hinzuzufügen, daß die Ueberlegung bei dem Bildungsgrade des Angeklagtenr und weil dieser unter dem Giurflusse reichlichen Alkoholgenusses gestanden habe, zu verneinen sei. Ohne diesen Gutachten nahe zu treten, muß es auffallen, daß sie nicht völlig conform gehen, sowie daß der letzte— von der Verteidigung benannte— Sachverständige die Frage des Tatbestandsmerkmals der Ueberlegung dau Geschworenen vorweg nahm. Zur Beantwortung der positiven, Tatbestandsmerkmale einer Straftat ist der Psychiater nicht berufen. Ein Laie möt dem gesunden Durchschnittsverstande wird die subtilen Unterschiede zwischen Ueberlegungsfähigkeit und Zurechnungsfähigkeit überhaupt niäht begreifen. Die Begriffe, scheinen sich vielmehr zu decken, die Ansichten des Psychiaters aber sich in sich selbst zu, widersprechen. Sollte es indessen dennoch eine dem groben Laienverstande nicht wahrnehmbare Dirforensierung geben, so naucht dennoch bei dem aufmerksamen Beobachter erst schüchtern, dann immer vernehmlicher aus dem Untergrunde des Bewußtseins der bange Zweifel auf: „Ja ist die Ansicht des Sachverständigen denn auch durch die im Prozesse zu Tage getretenen und erwiesenen Tatsachen begründet?“ Diese Frage wird, wie auch die kompetenten Geschworenen es getan haben, jeder aufmerksame Zuhörer dor letzten Prozeßverhandlung verneinen müssen. Zunächst ist erwiesen worden, daß Kurschuß seinem bedauernswerten Opfer, an dem er ein vermeintlich erlittenes Unrecht rächen wollte, verschiedene immer dringender werdende Drahbriefe geschrieben hat, haß er in einem Testamente über seine Habseligkeiten verfügt hat, daß er sich die zum Morde geeignete Waffe verschafft und mit dieser seinem Opfer wiederholt aufgelauent und schließlich planvoll die Zeit der Tat erst verschoben, dann endlich gewählb hat, daß er übrigens in den Voruntorsuchungen wiederholt ein##reie wasse urd Kare(ügtt: daß die Gutachtev in ein und derselben Sache und über denselben Gegenstand sich oft diametral gegenüberstehen und die Riähntigleit des einen die des anteren mit logischer Nonvendigteit ausschließt, ist, daß unsere Rechtsprechung darunter leiden muß. Oft wird das Unzulängliche Eragnis und die Oeffenilichkeit wird durch ein Urteil überrascht, das dem Volksompfinden und dem Zwecke der Rechtsprechung Hohn spricht. Das rektifizierende Korrelat, das wir in der freien Beweiswürdigung der Richter besitzen, kann nur bei handgreiflichen Mißgriffen der Gutachter wirken.[Der Richter kann nicht auf allen Gebieten Sachverständiger sein und muß oft ein „non liquet“ aussprechen, das das Schuldkonto von Leuzen belastet, die die überwertige Idee besitzen, Sachverständige zu sein. Die widersprechenden Gutachten vieler Sachverständigen haben m. E. meist ein und denselben Grund. Während der eine unter völliger Außerachtlassung aller in der betr. Prozeßsache zu Tage gctreignen eimpandsfrei erwiesenen Tarsachen sich sein Urteil auf Grund einer persönlich gemachten Erfahrung bildet, die mit der vorliegenden Sache abgesehen von ihrer Aehnlichkeit nichts gemein hat, ist der objektiver gcsinnte Gutachter nur geneigt, die Tatsachen der Verhandlung zu bewerten.[Die erstere Gruppe ist meist die der von Verteidigern benannten Gurachter, die das fertige Gutachten, sogusagen, auf Bestellung mitbringen. Gutgläubig sind sie natür. lich alle. Auffällig ist, daß die Psychiater in fast jedem Verbrecher, der sich auf sie; beruft, einen Geisteskranken wittern und finden oder wenigstens die Zurcchnungsfähigkeit verneinen. Da gibt es Einbrecher, die im Traumzustande des Epileptikers schwere Einbrüche verüben, Laden= und Warenhausdiebrinnen, die an überwertigen Ideen und Dämmerzuständen leiden, aber nur, wenn sie beim Stehlen ertappt werden; ganz zu schweigen von den Gelüsten der gesegneten Mürter und der in Seide rauschenden vornehmen Kleptomanen. Wohin soll das führen, wenn die Herren Psychiater moderner Fasson für jede Spezialitär der Langfinger eine Spezialgeisteskrankheit erfinden? Es ist kein Wunder, daß sich jader Dieb gern auf den Paragr, 51. Str.=.=B. hezieht. Beispiele stecken an. Sagt man,„Verbrechen ist Krankheit“, so fühlt sich jeder Verbrecher als Kranker. Das ist ganz einfach die Wirkung der Suggestion und des Wunsches, sich der Veranwortlichkest zu entziehen. Tas einzige Mittel, die Leute, die den Mut haben, sich auf den Paragraph 51 St.=.=B. zur Grzielung eines Freispruchs zu berufen, ganz folgerichtig als gefährlich in die Irrenanstalt zu stecken, würde Wunder wirten. In Kürze gebe es weniger Diebe, Kranke und nolens volens Psychiater. Als Gegenmittel gegen Diebesgelüste könnte man den mit Kleptomanie, Tämgerzuständen usw. behafteten Personen eine gute Dosis des kategorischen Imperativs der Pflicht eintrichtern. Vielleicht wirtt auch dies Mittel suggestiv heilend eber, als das Bestärken der Krankheitsidee. Kein Mensch wird bestreiten, daß es Geisteskranke gibt, daß es indessen so viele gibt, wie es nach den Vorkommnissen in den Gerichtssälen scheint, ist eine Wahnidee ainzelner Aerzte. Sie ist anscheinend unheilbar.— Das Schicksaldes Einzelnen ist relativ bedeutungslos. Weit wichtiger ist es ein Ststem zu bekämpfen, das mit einem wissenschaftlichen Mäntelchen behängt, die Schranken der Erdnung und Gerchtigkeit bedroht. wandsfreie volle und klare Geständnisse abgelegt, Theater, Konzerte, Verene ne Nordenskiöld=Vortrag. Wie nicht anders zu erwarten, gibt sich ein äußerst reges Interesse. für denselben kund und ist die Nachfrage für Billets eine sehr rege. Unterstützt wird der Vortrag durch ca. 100 Lichtbilder, alles Original=Aufnahmen welche Nordenstjöld während seines zweijährigen Aufenthaltes in den Eisregionen gemacht hat. Ein zweiter Vortrag findet nicht statt. Billewerkauf in der Ch. Garms'schen Buchhandlung, Betenstraße 20 und an der Abendkasse. Der Fall Kurschuß und die Sachverständigen 2c. Von Max Wengel. Raisonnements eines Laien. Durch die im letzten Moment angeordnete Aufhebung der Hinrichtung des rechtskräftig zum Tode auch Zeichen der Reue an den Tag gelegt hat. Wem dies nicht genügt, möge sich vergegenwärtigen, daß Kurschuß keineswegs so beschränkt ist, wie von Seiten der Sachverständigen angenommen wird. Von Haus aus Analphabet han er in späleren Jahren Schreiben und Lesen gelernt, sich sogar mit dem Studium der englischen Sprache befaßh ist also wißbegierig und bildungsfähig. Die Ueberlegungsfähigkeit eines einfachen Mannes aus dem Arbeiterstande pflegt sich freitlich im allgemeinen nicht in Spekulationen über abstrakte Dinge zu entladen, sie befaßt sich eben mit praktischeren und konkreteren Gagenständen. So ist es auch bei Kurschuß. Innerhalb des ihm zugänglichen Vorstellungskreises ist dieser Angeklagte durchaus überlegungsfähig Schon die Auswahl der geeigneten Waffe, des zur Tat geeigneten Ortes und der Zeit läßt klar auf eine wirklich stattgehabte Ueberlegung schließen. Alle diese Momente hat der Sachverständige einfach bei seinem Gutachten übergangen und somit unbegreifliche, logische Denkfechler begangen; den Beweis für den Mangel der Ueberlegung aber ist er einfach schuldig geblieben. Eie Ansicht, daß der reichlich genossene Kognak den Angeklagten der Ueberlegung beraubt habe, ist gleichfalls unhaltbar.(Der Angeklagte hat sich, nachdem er die Tat beschlossen, im letzten Moment Mut angetrunken, den Alkohol also als stimulierendes Mittel benutzt. Daß er irgend wie betrunken gewesen, hat er selbst verneint. Charakteristisch für die Denkweise des Sachverständigen war, daß er auf die Frage des Vorsitzenden, ob der Alkohol nicht als stimulierendes Mittel hätte wirken sollen, die Antwort gab, es sei überhaupt zweifelbift, ob der Alkohol dazu geeignet sei. Als ob es hierauf ankäme und nicht einfach darauf, daß der Angsklagte den Akkohol für ein geeignetes Reizmittel gehalten hat! Durchschlagend wirkte das einfache und klare Gutachten eines hicsigen erfahrenen Sachverständigen, der seine Ausführung mit den ernsten gewichtigen Worten begann:„Es gibt Personen, bei denen ein Menschenleben nichts gilt und federleicht wiegt, bei anderen wieder wiegt es zentnerschwer. Zu den ersteren gchört der Angeklagte. Für mich gilt die einfache Frage: Gat der Angeklagte die Tat begeherr müssen, wegen er sich zu verantworten hat, oder hat er sie lassen können? Er konnte sie unterlassen.“ Das Bedenklichste bes der häufigen Erscheinung, Standesamt Tortnund. Vom 11 Dezember. 1. Geburten. Ein Sohn: Kohlenhauer Saatz, Siegfriedstr. 7. Dienstmann Meyer, Zimmerstr. 50. Schlosser Peitsch, Treibstr. 17. Maschinist Schaeder, Ofenstr. 11. Arbeiter Makowski, Leibnitzstr. 18. Generalagent Alias. Westenhellweg 132. Eine Tochter: Arbeiter Muesse, Brackelerstr. 6. Oberlehrer Schmidt, Märkischestr. 165. Arbeiter Blawert, Gneisenaustr. 23. Aufgebote: Rottenarb. Gust. Lohmann und Anna Raffloer, Friseur Hugo Stephan und Anna Klasvorbeck. Gesteinshauer Derk Zandt und Maria Kötter. Eheschließungen: Anstreicher Hugo Arnscheidt und Sofie Kahl. Sterbefälle: Johannes Lange, Schützenstr. 48, 3 Mon. Lokomotibführer Bernh. Eggert, Wilhelmstr. 5, 37 J. Josef Weißenhagen, Kurzestr. 8, 2 J. Schmiedemeister Wilh. Rüther, Josefstr. 41, 54 J. Witwe Jenny Bonse, Kreuzstr. 37, 67 J. Elisabeth Karaczewski, Altermühlenweg 67, 2 J. 2. Geburten. Ein Sohn: Vorzeichner Masch, Borsigplatz 4. Acbeiter Granitza, Albertstraße 26. (Zwill.) Schneidermeister Heldt, Lauenburgerstr. 10. Aufgebote: Schreiner Joh. Pfob und Metha Graffenberg. Fensterputzer Ewald Pilger und Elisabeth Doerbecker. Schlosser Heinr, Feller und Emma Weber. Arbeiter A. Dyrda und Hedwig Augustiniak. Eheschließungen: Arbeiter Michael Blachowiak und Katharina Bieganowski. Arbeiter Johann Thlarsk: und Juliane Wisniewski. Sterbefälle: Erdarb. Jaundre Milchowic in Röynern, 25 J. Verta Mielle. Vornstr. 247. 1 J. 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Nach ein run gesandt, wos richtsbarkeit übe zum Gouverneur leutnant der Lai Beisitzer, La alsdann den Ta geschildert. Nach beendete auf Befragen d Sein volles C setzt 6160 M. des Stationsleit Vors.: Weshal verhängte Straf beruhte auf ein Der Angeklagte Vorsitzenden: wußt, ich habe handelt. Ich hä urteilt werden n urteilte, hat in Verhältnisse geh sollte, dann habe nicht verdient. Leinentn für den mich das Ich habe ausdr lockern. Zedu a. getan wurde. 2 ken bekommen war auch gar n kümmern; ebenst Sache. Trotzdem hal Befehl zur En fehl nicht nach war nicht meinRobert, ein hatte die Entfess dem Bezirksleite die Sache zu ü zur Entfesselung geklagter: es doch auch Il den Mann zu rum, ob der M bekommen hat. der Mann kein hätte ich mich d andern Morgen kam mir allerd keine Nahrung die erforderlich Ein Beisitzer schrift gesagt: zu treffen, Ze hielten das für außerdem zu sagt:: Sie hab pbachtet und d bleiben gewinnt haben: getl.: standen Zedu sol dings, so päers. hältniss in Tog in Toge in tischen März befund Döring heute Lasser erst al ich do ihm dies der v. G von Nr. 342:(2. Blatt.) General=Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen. Donnerstag, 12.Dezember 1907 daten gegeben, der doch gewöhnt ist, Befehle von bleiben. Ich erwarte zuversichtlich meine FreiVorgesetzten sofort auszuführen.— Vors.: Sie sprechung. haben einmal gesagt: Wenn Hauptmann v. Döring Gouverneur Horn vor dem Kaiserlichen Disziplinarhof furtden Zedu nicht hat abinden lassen, dann kann ich nur Nach mehrstündiger Beratung des Gerichtshofes lannehmen, daß er den Zustand des Zedu nicht für teilt der Vorsitzende mit: Das Urteil wird am 23. Vertagung des Urteils. die Schutzgevicke. Berlin, 11. Dezemberio bedenlich gehalten hat, wie ich. u. Angekl.: Dezenber, vormittags 10 Uhr verkündet. Das habe ich allerdings gesagt, aber nur deshalb, huistr: Berlin, 11. Dezember. weil ich, wenn ein Versehen geschehen ist, die Schuld Vor dem Kaiserlichen Disziplinarhof für das allein auf mich nehmen wollte. Schutzgebiet hat sich heute der bisherige Gouver=] Die Vernehmung des Angeklagten ist danach beneur von Togo, Waldemar Horn wegen Verletz= endet, ung des Reichsheamten=Gesetzes, weil er sich der “ kein Rauf erforder Pontische areersccht. Deutsches Reich. Berlin, 11. Dez. Hohenau= Thgn. es Reichsbeamten=Gesezrg, tveitich,#p. ig Vextreter der Kaiserlichen Staatsanpaltschaft, Berlin, 11. Dez. Hohenat die sein Beruf erfordext, nicht wurdig Geh. Legationsrat Dr. Golinell: Ich habe In der Untersuchung gegen die Grafen Hohenau habe, zu verantworten. Die Verhandlung sehr bedauert, daß der Angeklagte, Gouverneur 8. und Lynar finden, wie mitgeteilt, zurzeit umfangfindet in einem im ersten Stockwerk des Kam D. Horn in das Strafverfahren gegen Zedu selbst reiche Vernehmungen statt. Nicht nur die Untermergerichtsgebäudes belegenen Saale(Lindenstr. eingegriffen hat. Der Gouverneur hat in einer offiziere, die im Moltke—Harden=Prostat Weise eingegriffen, so daß mir, der ich die Verhält, geß genannt wurden, werden bernommen, sonnisse in Togo aus eigener Anschauung kenne, dies dern alle die zur Zeit der Regimentsführung unerklärlich ist. Wenn Gouverneur Horn sagte: Hohenaus bei den Gardedukorps gestanden haben. Das Ansehen des Gouverneurs Horn hätte gelit= Begreiflicherweise begegnen die Ermittelungen ten, wenn Zedu geflohen wäre, und es lag auch den allergrößten Schwierigkeiten, da sich die die Gefahr vor, daß die anderen Träger gefloben meisten jener Unteroffiziere in angesehenen Zi. ling, Kammergerichtsrat Menge und Kammer= wären, so kann ich ihm darin nicht folgen. Isch pilstellungen befinden. Lynar ist der Schwagerichtsrat Dr. Straehler(Beisitzende). Die behaupte im Gegenteil, durch die grausame Be=ger des Großherzogs Ludwig von Kaiserliche Staatsanwaltschaft vertritt Geh. Le= handlung des Zedu konnten sich die schwarzen Trä] Heffen.“ Er ist bekanntlich mit der Prinzessin gationsrat Dr. Golimelli, die Verteidigungs ger vergnlaßt sehen zu entfliehen, Kersting„die Anna Elisabet zu Solms=Hohensolms verheiratet führt Justizrat Dr. v. Gordon(Berlin). größte Autorität auf diesem Gebiete, ist der Mei= der älteren Schwester der Großherzogin Elonore, Horn, ein großer, starker nung, daß der Gouverneur vollständig falsch ge= Die Ernennung Lynars zum Flügeladjutanten er von 44 Jahren, nimmt neben seinem Verteids, handelt hot., Zu der Fesselzng an dem Flaggeg, soll unmittelbar bevorgestanden haben, als der i P Vu bemerkt auf Befragen mast lag kein Anlatz vor. Zum Pindesten hate Zusammenbruch erfolgte. Inhee mergerie Den Gerichtshof, bilden: Kammergerichtspräßt. dent Dr. Lisco(Vorsitzender), Landgerichtsdirektor Alstmann, Geh. Legationsrat Dr. Lehmann, Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Dr. Neumann, Wirkl. Geh. Ober=Postrat Dr. Spiltemonnaie mit 20 Mark stibitzt.— Aus einem Neubau an der Märkischenstraße wurde in vergangener Nacht ein bereits fertig angelegtes Wasserleitungsrohr durchschnitten und gestohlen.— Einem Anwohner der Rheinischenstraße stahl man einen schottischen Schäferhund, auf den Namen „Tell“ hörend, im Werte von 100 Mark.— Von einem Hause an der Kamenerstraße wurden in vergangener Nacht Dachrinnen abgerissen und gestohlen.— Ein Einbruchsdiebstahl wurde in vorletzter Nacht in dem Zigarrengeschäft und Vogelzüchterei Schlüsemeyer, Bornstraße, ausgeführt. Die Spitzbuben haben 1 Mille Zigarren, einzelne Kisten Zigarren, 2 Kanarienvögel sowie Wechselgeld aus dem Laden gestohlen. esice bich elchen Seaies hlichekeioc daste. ie. run gesandt, woselbst ihm die Ausübung der Gerichtsbarkeit übertragen wurde. 1902 wurde er zum Gouverneur von Togo ernannt. Er ist Oberleutnant der Landwehr=Kavallexig..8 Landgerichtsrat Alstmann trägt ahren geZu der MelKreistag für den Kreis Soest. Soest, 11. Dezember. Im Sitzungssaale des Kreishauses trat heute der Kreistag zu einer Sitzung zusammen. Nach Kenntnisnahme des Beschlusses der Generalversammlung der Ruhr=Lippe=Kleinbahnen.=G. auf den Antrag wegen Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien nahm die Versammlung Stellung zu dem Antrage auf Verzicht auf die Umsatzsteuer gelegentlich der Umwandlung der Ruhr=Lippe=Kleinbahnen in eine Aktiengesellschaft. Der Kreis ist bekanntlich der größte Aktionär der Ruhr=Lippe=Kleinbahnen und würde eventl. auch indirekt diese Umsatzsteuer wieder zu tragen haben. Die Versammlung beschließt, auf die Erhebung der Umsatzsteuer zu ver26 250000 Mk., die Anleihen(abzüglich 10 Millionen noch nicht begebener) 20 Millionen Mk. Die Kontokorrentgläubiger haben 18044882 Mk. zu fordern. Die Bilanz schließt insgesamt mit rund 70 Millionen Mk. ab. Die Einnahmen betrugen insgesamt 4793 454 Mk.(2946432 Mk.), die Betriebskosten 1 878 233 Mk.(1 540527 Mk.), die Abschreibungen und Rücklagen 957731 Mk.(701 574 Mk. i..), die schon bekannte Dividende soll 7 Prozent(6 Prozent) betragen.— Das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres des Essener Hauptwerkes zeigt gegen das erste Quartal des Berichtsjahres eine weitere Zunahme der Stromabgabe von 53 Prozent. Die Neuanmeldungen erfolgen für Groß= und Kleinanschlüsse in so erheblicher Zahl, daß sowohl das Kabelnetz wie auch die Maschinen= und Kesselanlagen wiederum eine entsprechende Erweiterung erfahren mußten. Namentlich ist eine besonders erfreuliche Zunahme der Lichtanschlüsse festzustellen. Die Arbeiten zur Errichtung einer zweiten Stromerzeugungsstelle in Kruckel im Kreise Hörde neigen dem Ende zu, sodaß der erste Ausbau dieses Werkes bis Ende des Jahres 1907 vollendet sein wird. Schon für das Geschäftsjahr 1907=08 wird hier mit einem Stromabsatz von 12 bis 15 000 000 Kilowattstunden gevshyes. er! Obergericht in Kamerun die Verhältnisse in Togo nicht gekannt habe, kann dung des„Verl. Tagebl.“ über ein gegen Haupt= zichten, wenn die anderen beteiligten KommunalPichter Kati) annehmen. Wenn ein Kameruner von zuständiger Seue murgnich, eingeleitet mann Dominik eingeleitetes Disziplinarverfahren wird der„Norddeutschen Allgemeinen Ztg.“ ite mutgeteilt, daß ein Disist, verbände ebenfalls auf diese Umsatzsteuer verzichten. Bezüglich des Anschlusses des Kreises Soest an das Nahrungsmittel=Untersuchungsamt in Hamm mit einem Kostenbeitrag von 1800 Mark jährlich derartig Stadt Hier liegt ein At von Oeshaß 5ie Hierzu auch keinerlei Veranlasung vorliegt. Da= heantragt der Kreisausschuß, die Summe derat Roheit vor, so stey: fen. 4 h, in gegen ist die gerichtliche Untersuchung, zu verteilen, daß die Kreiskasse 1200 Mark, die St Richter der Meinung waren,““ Ist in Hie auf Grund der vom Reichstagsabgeordneten Soest 450 Mark und die Stadt Werl 150 M ierkt der Angeklagte Togo eine arge Roheit geschehen. Die Kamerune uit Vefeagen Gezmuit kertrage Lavo 2, er erhalte sondern ersahene nicher, ferner ein Mislang sest 6150 A. Die Stahzolstraetung var Sache ein Zauftuchwetzafeise, genau kannten. Die ur. geleitet wurde, aus formellen Gründen]“ebense wurde eine Erhöhung des Veitragel des Stationsleiters, Hauptmann, v. Döring.— Deuzsch=üh wrstczief. Eichter war aber für den noch nicht abgeschlossen. Bisher hat diese die unterhaltung der bakteriologischen UnterVors.: Weshalb mußten Sie die gegen Zedu teilsbet#.. zchmeichelhaft. Untersuchung belastendes Material gegen den suchungsstelle des Vereins zur Bekämpfung der verhängte Strafe bestätigen!— Angert.: Das Gouverneur beinedweo= Zen Flgggenmast war schon Hauptmann Dominik nicht ergeben. Bolistrankheiten zu Gelsenlirchen abgelchnt und Die Anfesselung an den Flaggenmast. ganz ungewöhnliche Handlung. des früheren Gouwird sich BerufungsJahres beschäftiWie berichtet, war von Puttkamer am 25. außerdem beschlossen, auch die Leistung des Beitrages von 200 Mark vom nächsten Jahre an in Wegfall kommen zu lassen. Versammlung bewilligt zur Unterstützung der mit der Herberge zur Heimat in Soest verbundenen Arbeitsnachweisstelle einen Betrag von 300 Mark elte, dagn. habe, ich jiedenfals die ertannte Strofe mann H. Döring das ganze Verfahren des Gouver= hmit einer Geldtraße in Höbe von 1000 Mi. bestrafe vastwet, Luzen, unterlonselsonellen. ed Secdtent. 82 e neurs gegen Zedu nicht billigte. Der Angeklagte worden. Gegen dieses Urteil hat die Reichsregiekeineswegs der grausame Mann, sagte: Die Begleitung des v. Döring sei ihm peinlich rung Berufung eingelegt, über die am 18. Januar für den mich das verurteilende Gericht gehalten hat. gewesen, dann wäre doch aber die beste Gelegenheit entschieden werden wird. Ich habe ausdrücklich angeordnet, die Fesseln zu gewesen, dem v. Döring zu sagen, er solle ihn nicht lotern. Zedu aber schrie schon, noch ehe ihm ewas begleiten. Das die Autorität des Gouerneurs getan wurde. Daß er weder zu essen noch zu trin= durch eine menschliche Maßnahme hätte leiden könken belommen hatt, konnte ich nicht wisen; esinen, inn ich nicht einsehen. Hezzpssage, 1nd dur auch dur bicht weine, Pitiex,„kesselung meine Es ste den Gonverneuren meherfach zur Pf immnernz, Serso bentg var die Gnteheung vod., maghit Botzicht und Bilde mualten Trotzdem habe ich am folgenden Morgen den Gouverneur solle den Eingeborenen Befehl zur Entfesselung gegeben. Daß dem Be. Erzieher und Lehrer Lordte Nachrichten. Dortmund, 12. Dezember. hält; gleichzeitig wählte Versammlung Herrn Bürgermeister Panning=Werl als Vertreter des Kreises in das Kuratorium des Arbeitsnachweises. Für das Kinderheim in Lippstadt bewilligt die Versammlung einen Beitrag von 100 Mk. jährlich. Infolge der Erhöhung des Zinssatzes für die bei Sparkassen aufgenommenen Kreisanleihen entsteht für den Kreis eine Mehrausgabe von 7456 Mark. Diese Mehrausgabe soll durch den Ertrag der Umsatzsteuer gedeckt werden. sehl nicht nach einigen Stunden entsprochen wurde, sein. Der erste Disziplinarrichter hat bereits alle Schulo.,„x, Der Feliseigerfveite Milderungsgründe geprüft. Ich beantrage, daber. Die nächste Stadtverordnetensitzung findet am Montag den 16. Dezember statt. Da ein sehr umfangreiches Beratungsmaterial vorliegt, ist es wahrscheinlich, daß sich am Dienstag eine zweite Sitzung üe rict weine Schul,=uhiger Mlanm Milherungsgründe geprüft, 3ch beantrage daher, scheinlich, daß sch am Dienstag eing speite Sitzn Robert, ein sehr zuverlässger ruhtegr. Pahn, die Gerufung zu verwerfen und es bei dem ersten anschließt, um auf alle Fälle vor Weihnachten mit hatte die Entfesselung vorgenommen; ich hatte aber Urteil bewenden zu lassen. dem vorliegenden Stoff aufguräumen. dem Bezirksleiter, Hauptmann v. Döring befohlen, die Sache zu überreichen.— Vors.: Den Befehl zur Entfesselung haben Sie aber gegeben?— Angeklagter: Jawohl.— Vors.: Dann wäre es doch auch Ihre Pflicht gewesen, sich näher um den Mann zu kümmern, ganz besonders auch daEin guter Appetit ist und bleibt die Hauptsache! Was soll man aber tun, wenn die Eßlust verschwunden ist? Man nehme Scotts Emulsion, die als wohlbewährtes. vorzügliches Nährmittel sofort den Körper zu nähren und zu stärken beginnt und das natürliche Verlangen nach Nahrung in einer Weise berygrruft, daß man mit immer gutem Appetit die gewohnte Diät beibehalten kann.(44613 Scokts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, sondern nur in versiegelten Originalflaschen in Karton mit unserer Schutzmarke(der Fischer mit dem Dorsch). Scott& Bowne, 8. u. b. 8. Ffrankfurt a. N. 1300 Mum g Bestandteile: Feinster Medizinav. Legunternz, z760, Prima Pliyeeng 195/06, Altohol 11g.— Biesig, gtematsche Cmusen Falk Ziut, 3923.) Lunt gapsaterig. Hel ie 3 Tropien. —— Aasdane Aneante Beaice Air Are. fahren haben, ist der Geldschrank, welcher bei den schweren Einbruchsversuchen in der Heymerschen Fabrik erfolgreich widerstand, ein Erzeugnis der bekannten Dortmunder Geldschrankfabrik Pohlschröder u. Co. Dank der soliden Bauart des Schrankes ist die Firma Heymer, da gerade größere Beträge in dem Schrank lagerten, vor bedeutendem Schaden bewahrt geblieben. Rheinisch=Westfälisches Elektrizitätswerk Essen=Nuhr. Nach dem Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 1906=07 haben sich die Erwartungen, Verteidiger, Justizrat Dr. v. Gordon: Straßensperrung. Infolge Umlegung der ekel= welche man hinsichtlich der weiteren Entwickelung Ich kann dem Herrn Vertreter der Kaiserlichen trischen Kabel aus Anlaß der demnächst wegen des des untrnehmens heate, erfüllt. Der Staatsanwaltschaft in den wesentlichen Punkten Bahnhofsumbaues erfolgenden Tieferlegung der nicht folgen. Der Angeklagte war ein durchaus hu Vornstraße wird diese von Holzhof= bis zur Rolandmancher Vorgesetzte, er hat sich nur in einem Falle straße vorläufig für den Fuhrwerksverkehr gänzlich rum, ob der Mann etwas zu essen und zu trinken vergriffen. Jedenfalls reicht das Belastungsmate= gesperrt. belommen hat.— Angekl.: Hätte ich geahnt, daß rial nicht aus, um das Urteil des ersten, Flezigig Wirtschaftsverkauf. Die unbeschränkte Schenkder Mann keine Bohrtzchmmert.nNachdem schildert ausführlicher Weise den Sachverhalt wirtschaft, der Frau Witwe Auguste Helnz, üie„orgen sah, Jaß der Mann ade Pchet i aussuhrgeiten und hritten Male die Schützensftr. 99— Ecke der Schillerstraße.— ig adern Morgen sah, daß, der Mann schlapp war v. Deing habe ist schapp par, p. Dhring habe zum zpenen und dritten, Pale,zip, Scutenstr, deg Wirtschaftsinventars für rund im mir allerdings der Gedanke, der Mann habe Fesselung vornehmen lassenz er sei also nicht Falspr, 90000 Rark von dem Restaurateur Heinrich Weasch habe deshalb sofort sondern stark aktiv gewesen. b. Dör!n gpergen, mann hierselbst käutlich erworben. eiur Baohenung bes gungep, Bon getroffen., sor: Wir gung das Schreien des Mannes auf die Lerwen, mann Herselbse käutflich erworben. Ein Beisitzender: Sie haben in der Verufungs, sonst hatte ich gegen die Fesselung nichts einzuwen= Im Oiympiatheater zu brisegzelotz Sie hatten zicht nötig ise Awordnggg zen. Der Angellagte hat den Beseh Gegengen den vergangenen. des Unternehmens hegte, erfüllt. Der Stromabsatz des Essener Werkes stieg von 22744874 aus 37 247406 Kilowattstunden, also um 70 Prozent und die Einnahmen von 2 143 680 Mk. auf 3 194123 also um 1050 443 Mark. Das Elektrizitätswerk Berggeist, Aktien=Gesellschaft in Brühl bei Köln hat das Geschäftsjahr auf die Zeit vom 1. Juli bis 30. Juni verlegt. Die Stromabgabe stieg im ersten Halbjahr 1907 um rund 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Geldergebnis entsprach indessen nicht der vermehrten Stromabgabe, da die Preise herabgesetzt wurden. Die Aussichten Im Olympiatheater zu Dortmund gab es am seien durchaus günstig, da Gemeinden und große rgangenen Mittwoch vergnügte Gesichter. Die Abnehmer neu angeschlossen seien. Der Uebersämtliche Waisenkinder des städt. schußz der sechs Monate mit 101.512 Mi. wurde. 21 arit gesogt ,Ste datzen Payt nötte, Am Eie Fesseln zu lockern. Er hat am andern Morgen den Direktion hatte, samtticge, Wagenringer des städt. schuß, der sechs Monate mit 101 512 Mk. wurde, zu bester t,( zelbstverständlich. Eie brben aber Befehl. zur Entfesselung gegeber, jich kann daßer sovie des kathol. Waisenhauses, eg einer Vorstel= Fuchielungen, und Erneuerungen verwandt. Das eeiten aas für Peitoraeesicngth. nicht einsehen, daß der Angeklagte sich einer vorigs= ung eingeladen und waren ca. 250 Kinder erschie Bergische Elertrizitätswerk m. b. H. in Solingen berden du Herrn Gey. Legationstat Schyr, v. lichen Körperverlkung schuldig gemacht hat. Der nen. Die Kinder wurden außerdem von der Di.] hat sich sehr errfeulich weiter entwickelt. Die Pr: Sie daren den Nann den genden 203 ve, Gouverneur hatte die Pflicht, für Auffindung Zers rektion mit Kuchen und Milch bewirtet. Auch hatte Stromabgabe. stieg von 4100000 auf 5 800000 Ki. ecter und den Hauptmann v. Vorus Geftg;, gestohlenen Staatsgelder Sorge zu tragen. Die das bekannte Warenhaus T. u. M. Pinthus, Brück= Klowatstunden, die Stromeinnahme von 560064 ob Zedn ohne Nahrung Beschgefaßze z.. Ve., Hags, lung urd'hen Fluchwver, straße, für jedes Kind ein hübsch ausgestattetes Mi. auf 800770 Mk. Auch hier wurden wertvolle dur Peeuen bne e beh, Auns zcht sginrgt. Lach Zedsk haober zut ser 806)“., aeiten Belaschaslhen. bas u. der u. eunz 4 den unsegn, as a Ste enoehret zu kreinlen bebonnen hat st leigewegg bewiesen.], Die erzig gponachtotiuge, Jiod do. Der Ab. des erseg ersorderse einen Kostenaufwand, von Sen: Seon sol keine Nahrung beiommen!—. Wäre das wahr, dann hätte der Mann, der von Dö. satz dürfte sich schon ziemlich, goch bezifern, da die 2 360000 Mit. Nach angemessenen Rücklagen konnte verk: Herr Gebeimrat Schne muß mich mibver, ring halbe Stunden lang umher geführt wurde, an Preise sich in der üblichen Durchschnittshöhe hiel= das investierte Kapital mit 6 Prozent verzinst kanden haben. Ich habe ausdrücklich angeordnet,) kin(Gouverneur—7 Mal herangetreten war und ten. Täglich treffen auf den Bahnhöfen noch ganze werden. Gedu solle zu essen und zu trinken bekommen aller. ihm gesprochen hat, zweifellos gesagt: er habe Züge mit Weihnachtsbäumen ein. In unserer eings, so fügte ich hinzu, unter Aufsicht eines Euro. ger und Durst. Stadt sind an den verschiedensten Stellen VerFäers. s. Der Verteidiger sucht im weiteren den Nachweis kaufsstände eingerichtet, die von alt und jung Der Angeklagte bemerkt im Weiteren: Die Ver= zu führen, daß der Disziplinarrichter an ein Straf= belagert sind. estnisse in Kamerun seien wesentlich anders an=(urteil nicht gebunden sei. Wenn man annehme,] uniperstzt Toga. In Kamerun herrsche feuchte Tropenlust, Zedu habe nichts zu essen und zu trinken bekommen, Neueste Nachrichten; bestand vor der Königl. Wis. hu Tago dagegen wehe eine frische Brise. Aber auch hann liege doch hächstens eine senschaftk. Prükungskommisson die in Togo selbst seien die Verhältnisse, auch die klimasten sehr verschieden, Als er an Morgen des 21. Hahrlisioket„ ng, saeilicte Vgegromigt, Zuz Böoekmann uin den Zehu geschen und ihn für sehr selop)vor. Der Angelagte hobe zweifelos angse zsgz. Prten., tie die dächer Bilcsopbische Brashden. Dhrvden hatte, set er sofort an den Hauptmann von auch beim Essen und Trinken sei die strenggg, 3so Dortmund für die Fack.grerrä rino, der mitten auf dem. Stationshof stand, her= lierung geboten. Daraus gehe doch zum Minde tik, Latein, Englisch und Französisch. angetreten und habe zu diesem gesagt: Haben Sie sten hervor, der Angeklagte habe angenommen: Gestorben. Der Oberstleutnant und Bezirksbeute=du schon gesehen. F- gsfällt mir gar nicht. Zedu habe zu essen und au trinken bekommen. von Die Zunahme der Stromabgabe beträgt in den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres annähernd 100 Prozent gegen das Vorjahr. Bei der Gasanstalt Mettmann verzinste sich das investierte Kapital mit 6¼ Prozent. Die Gasanstalt Benrath hat 6 Prozent Dividende gezahlt. Es schweben Teuene Nachrichten bestand vor e= Prütung, prg Verhandlungen mit der Stadt Venrath zwecs Anhsßeren sgan u an cger ncgmi er se: Ddie= Aktiengesellschaft. für Gas veute Zedu schon gesehen. Er gefällt mir gar nicht. Zedu habe zu essen und zu trinken bekommen. von kommandeur Herr Adolf Krüger ist gestern im Alter kassen Sie ihn sofort entfesseln, lassen Sie mich aber Döring habe sich mehrfach widersprochen. Es sei sehr von 57 Jahren verstorben. en aus dem Staionshof hinaus. Deutlicher konnte erklärlich, daß b. Töring schließlich bestritten bolg,] gam Stadtausschus, unter dem Vorsitz des und Elektrizität in Köln hatte ein erhebliches Steigen der Gasabgabe zu verzeichnen. Die Dividende betrug wieder 6 Prozent. Die Rheinische Bahngesellschaft, an der die Essener Gesellschaft beteiligt ist, hat 5½ Prozent Dividende verteilt. Die Hälfte des Aktienkapitals wurde bekanntlich an die Stadt Düsseldorf verkauft. Das Rheinisch=West.doch nicht sprechen. Ich konnte nicht annehmen, der Gouverneur habe ihm befohlen, Zedu entfesseln weil Hauptmann von Döring mich begleitete, zu lassen. Die Berichte über den vorliegenden Fall be Entfese ung nicht vorgenommen werden würde. seien stark entstellt gewesen, daher die große Entrüstung üher den humannen aller Gouverneure. die Entfesselung nicht vorgenommen werden würde. von Döring brauchte doch die Entfesselung nicht selbst vorzunehmen.— Vors.: Es ist Ihnen doch bekannt, daß Hauptmann von Döring bestreitet, Sie haben zu ihm gesagt: Lassen Sie Zedu entfesseln.— Wenn dies Gouverneur Horn gesagt hätte, bemerkt von Döring, dann hätte ich sofort Zedu losbinden lassen. — Angekl.: Es ist sehr erklärlich, daß v. Döring, der durch seine Entlassung kompromittiert ist, das bestreitet. Hauptmann von Döring hat mir das aber klipp und klar zugegeben— Verteidiger Justizrat b. Gordon: Ich weise darauf hin, daß Hauptmann von Döring gesagt hat: Wenn ich geahnt hätte, es könnte Zedu etwas passieren, dann hätte ich ihn sofort losbinden lassen.— Der Angeklagte bemerkt im weiteren Verlauf: Es wäre ihm bedeutend lieber gewesen, wenn ihn Hauptmann von Döring nicht begleitet hätte. Die Begleitung des Hauptmanns von Döring sei ihm geradezu peinlich gewsen; er habe gepfiffen und gesungen, das habe ihn gestört. Ein Beisitzender: Hauptmann von Döring ist mit Ihnen zum Stationshof hinausgeritten. Haben Sie von Döring unterwegs gesagt:„Haben Sie den Mann abbinden lassen?“— Angekl.: Dazu hatte ich keine Veranlassung.— Beisitzer: Eine solche kurze Frage hat doch wohl nahe gelegen? - Angekl.: Ich nahm das Losbinden als ganz betimmi an. Ich hatte doch den Befebl einem Sol„Gesdtürgernessernt, Geh. Regierungral bisen du 10 Prgent Ie Ztscher ehseter. Schmiedng fand am Diensto eine Situng des Das neue, Vftihs guig, igfe te 85.e, ere sgr. Cr. humansten allex Gouverneure. Der Angeklagte habe von den. in Togo wohnenden Europäern eine Anerkennungs= und Dankadresse erhalten. Die Eingeborenen haben ihn ersucht, sich auf der Straße sehen zu lassen, da sie das BeSchmieding fand am Dienstag eine Sitzung des Stadt=Ausschusses im Verwaltungsbeschlußverfahren statt. Darin wurde die Wahl der Tax=Kommisten I# Zhezenseneg, die beim Ausbruch von Ttraßenhahn 5 Prozent wie im Vorsahre. Milzbrand, Lungenseuche, Rotz etc. unter Rindvieh) Straßzzeg gleinbahn, Aktiengesellschaft in und Pferden in Tätigkeit zu treten hat, vorgenommen und folgende Herren gewählt: Kaufmann nehmen günstige Aussichten. Die Krefelder Straßenbahn verteilte 9½ Prozent Dividende gegen 9 Prozent im Vorjahre. Die Kreis Ruhrorter Progen:, Imn„ gtept wi zm Vorjahre. Die dürfnis empfinden, ihm eine Dankes=Ovation zu men und folgende Herren gewählt: Kaufmann bereiten. Er ersuche das erste Urteil aufzuheben Heinrich Quadbeck sen., Schlachthofdirektor Clausund den Angeklagten höchstens mit einer Ordnungs= nitzer, Fleischermeister Georg Schmitt sen., Rentner strafe zu belegen.......## W. Eppelsheim und Fleischermeister Johann EichNach kurzer Erwiedrung des Staatsanwalts und horn, sämtlich von hier. Westfalische Kleinbahn, Aktiengesellschaft in Letmathe erzielte bei steigendem Stromabsatz 65042 Mk. Rohüberschuß und kann im laufenden Geiftsjahr mit—4 Prozent Dividende rechnen. Lasenhase Loserachen Sihtis aloan sie Ger besserung der Waschvorrichtung dortselbst zu geveischug anuschen, Li se, ader Blicht zus Vola, otepboiertchesugerguate g. sevtch nit, Austho h Lasedorf=Dousobarger, Alezsnhahg vertelt 5 Pra) gchnigern und die desfie ertehztlich werdende Meche nialbeamten, eine solche Prozedur zu beobachten, des Branntweinverkaufs über die Stuvpe— uzzi zent Dipidende, Für die Kreis Rettmanner SirgEr versichere nochmals; er habe lediglich das Inter= in dem neuen Teile des Ratziellers Markt 1 6/ge,nhahn sind die Vorarbeiten bendigt, und der esse der von ihm verwalteten Kolonien im Auge ge erteilt. Hau der 30 Kilometer langen Stricke pird Früh. habt. Der Angeklagte schließt: Ich habe steis treu,I Blinder Lärm. Vergangene Nacht gegen 1 Uhr jahr 1908 beginnen. In der Bilang steht die gemäß meinem Eide gehandelt. Wenn ich wirklich wurde wieder einmal die Verufsfenerwehr bös: Essener Zentrale mit alen Anlagen, Leitungsnetz, gesechlt haben solte, so bin ich wahrlich schon schwer willigerweise alarmiert. Im allgemeinen werden Transformatorenstationen, Bauten, Materialien, genug bestraft., Ich hobe vier Jahre am ötfentlichen zu diesem Zwecke die Feuermelder an der Stadt= gontokorrentschuldnern usw. eim ganzen mit Schandpfahl gestanden, ich bin meiner Stellung ver. ae bevorzugt. Die Schanopfaht genampen, sch oin Weihetlut#2“ grenze bevorzugt. Diesmal handelte es sich jedoch lustig gegangen, ich habe eine hochnotpeintiche Un= um den Melder Westenhellweg 56. Der Täter tersuchung durchgemacht und bin zur Untätigleit ver= wurde bisher nicht ermittelt. wilhiu.p en,mitiag ans der Kleidertasche ein Porüber den Hausen gewarfen werden und schutzlos Mittwoch vormittag aus der Kleidertasche ein Por—; un gungen, 23 504 891 Mk. belastet: die auswärtigen eigenen Betriebe stehen mit 8343073 Mk. zu Buch, die Beteiligungen an fremden Unternehmungen mit 26 265 203 Mark, die Vorschüsse an solche mit 11 387830 Mk. Das Aktienkapital beträgt jetzt Einladung zur Sitzung der Stadtverordneten auf Montag, den 16. und eventl. Dienstag, den 17. Dezember 1907, abends 6 Uhr, im Stadtverodneten=Sitzungssaale. Tagesordnung: 1. Ersuchen des Magistrats, die Auslosung der Ende 1907 bezw. Ende 1909 ausscheidenden Herren von den am 5. Februar 1906 zur Vermehrung der Mitglieder der Verwaltung des Armenwvesens Gewwählten vorzunehmen. 2. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes des Luisenhospitals für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 823.800 Mark, im Extra=Ordinarium mit 35 450 Mark und beim Legaten= und Stiftungsfonds im Ordinarium mit 6 141.94 Mark im Extra=Ordinarium mit 1000 Nark., 24, un3 Nanskust 3. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes des Dudenstiftes für das Rechnungsihr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 129000 Mark, im Extraordinarium mit 4000 Mark. 4. Antrag des Magistrats auf Nachbewilligung eines noch im laufenden Rechnungsjahre erforderlichen Betrages von 800 Mark für Unterhaltung und Ergänzung des Inventars der südlichen Badeanstalt. 5. Antrag des Magistrats auf Nachbewilligung von 250 Mark für Unterhaltung und Ergänzung des Inventars der nördlichen Badeanstalt. 6. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes der Badeanstalten für das Rechnungsjahr 1908, bschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 248 670 Mark und im Extraordinarium mit 14 200 Mark. 7. Antrag des Magistrats auf Einrichtung von: a) 11 neuen Lehrerstellen(5 evangelischen und 6 katholischen, b) 9 neuen Lehrerinnenstellen(3 evangelischen und 6 katholischen, c) 11 neuen Stellen für technische Lehrerinnen(4 evangelischen und 7 katholischen) einschließlich je einer evangelischen und katholischen Inspizientin für den Handarbeits= und Haushaltungsunterricht zum 1. April 1908 und auf Bewilligung der hierfür erforderlichen Mittel im Betrage von etwa 58 650 Mark für das Rechnungsjahr 1908. 8. Antrag des Magistrats, zu genehmigen, daß der Betrag von 6000 Mark, welcher durch Stadtverordneten=Beschluß vom 4. Dezember 1906 für die Einfriedigung der Wilhelmschule bewilligt wurde, aber als nicht verbraucht in Abgang gestellt werden mußte, auf das Rechnungsjahr 1907 üebrtragen wirb.,„ erig um Smms m.: 9. Antrag des Magistrats auf Anerkennung der der Enteignungssache betrefefnd die Herstellung einer Röhrenstraße für das Dortmunder Wasserwerk innerhalb der Gemeinde Schwerte von den vom Bezirksausschuß berufenen Sachverständigen abgegebenen Taxe über die in Betracht kommenden Grundstücke.. Guate un: Samskmign#. 10. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes des Kohlgrtenstifts für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 19050 Mark im Extraordinarium mit 2700 Mark. 11. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes der Altersrentenanstalt für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 18.100 Mark, im Extraordinarium mit 12 750 Mark. nehmigen und die dafür summe von 100 Mark zu bewilligen. 18. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes für die Armen= und Gemeindewaisenratskasse nebst deren Stiftungs= und Nebenfonds für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 718.400 Mark. 14. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes der städtischen, staatlich unterstützten Handwerkerschule für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 79 022 26. Antrag des Magistrats auf Genehmigung Mark. des Haushaltsplanes der Sparkasse für das Kalenderjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 26 756000 Mark, sowie des Haushaltsplanes des Reservefonds der Sparkasse für das Kalenderjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 882,000 Mark. 16. Antrag des Magistrats auf Abnahme der Jahresrechnung der Sparkasse für 1906, abschließend in Einnahme mit 25 136 185,60 Mark und mit 300 143,89 Mk. Resten, in Ausgabe mit 24 882 105,46 Mark und mit 668,75 Mark Resten, im Bestande mit 254 080,14 Mark, beim Reservefonds in Einnahme und Ausgabe mit 330 929,13 Mark und mit 4 752,12 Mark Einnahmeresten, sowie auf Entlastung der Rechnungsleger. 17. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes des Stadttheaters für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 155600 Mark und im Extra=Ordinarium mit 5444,06 Mark. 18. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes des Wasserwerks für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 1·830 400 Mark und im Extraordinarium mit 255,000 Mark. 19. Antrag des Magistrats auf Genehmigung der Haushaltspläne für das Rechnungsjahr 1908, den städtischen Hafen betreffend, und zwar a) der städtaschen Hafenverwaltung, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Oxdinarium mit 700000 Mark und im Extraordinarium mit 117.550 Mark; d) des Kleinbahnbetriebes, abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 336 500 Mark und c) des Wohn= und Wirtschaftsgebäudes am Stadthafen, abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 8675 Mark. 20. Antrag des Magistrats, zu beschließen, daß gemäß Paragr. 3 des Ortsstatuts vom 6. Juli 1892 für die statdtseitig herzustellenden Kanalhausanschlüsse im Rechnungsjahr 1908, wie bisher erhoben werden: 1. für den Revisionsschacht einschl. der Nebenarbeiten des Anschlusses 55 Mark, 2. für 1 lidm. 10 cm. weite Rohrleitung 5 Mark, 3. für 1 lfdm. 15 cm. weite Rohrleitung 6 Mark, 4. für 1 Ifdm. 20 cm, weite Rohrleitung 6,50 Mark 21. Antrag des Magistrats, die nach dem vorliegenden Kostenanschlage zur Einrichtung eines Dienstzimmers an der Nordseite des Flurs im ersten Obergeschoß des Verwaltungsgebäudes 2. Betenstraße 26, erforderlichen Kosten von 650 Mark zu bewilligen. 22. Antrag des Magistrats, die Errichtung einer provisorischen Feuerwache im nördlichen Stadtteile zu beschließen und die erforderlichen Mittel in Höhe von 10 150 Marrk zu bewilligen. 23. Antrag des Magistrats, den für die veränderte Ausführung der Schlachtstände in der alten Großviehschlachthalle ersorderlichen Mehrbetrag von 600 Mark zu bewilligen. 24. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes für die Kanalisations= und Rieselfelderkasse für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgube im Ordinarium mit 739 500 Mark, im Ertraordinarium mit 375000 Mk. 25. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes der höheren Handelsschule für das Reg,nungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgesbe mit 26 500 Mark. 26. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes der wahlfreien kaufmännischen Fortbildungsschule für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 9100 Mk. 27. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes des Gymnasiums für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 267100 Mark, im Extraordinarium mit 2529,50 Mark, beim Pensionsfonds mit 14952 Mark, bei den Legatenfonds mit 652,08 Mark. 29. Antrag des Magistrats auf Abnahme der Jahresrechnung des Gymnasiums für 1905, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 225 995,54 Mk. und mit 292,50 Mk. Einnahme=Resten, im Extraordinarium in Einnahme und Ausgabe mit 25.890,10 Mk. ferner auf Abnahme der Rechnungen über den Pensionsfonds und ide Legatenfonds, sowie auf Entlastung der Rechnungsleger. 29. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes des Realgymnasiums für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 265.500 Mk. und beim Overbeck'schen Legatenfonds mit 172,42 Mk. 80. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes der höheren Mädchenschule, verbunden mit Lehrerinnenbildungsanstalt und Semingrübungsschule, für das Rechnungsjahr 1908 abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 174.400 Mk. 81. Antrag des Magistrats, den Erweiterungsbau der Dreifaltigkeitskirche an der Flurstraße und den Neubau einer Turnhalle nach dem vorliegenden Entwurf und Kostenanschlage zu beschließen und die dafür erforderlichen Mittel im Betrage von 180.400 Mk. zu bewilligen. 82. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes der itwen= und aisenkasse der Beamten der Stadt Dortmund nebst der ehemaligen Gymnafial= und Realgymnasiallehrer=Witwen= und Waisenkasse für das Rechnungsjahr 1908 abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 52.400 Mt. 83. Antrag des Magistrats, in Abänderung des Beschlusses vom 21. Oktober er. zu genehmigen, daß das bei der hiesigen Sparkasse aufzunehmende Darlehn für Errichtung eines Wartehallengebäudes an der Südwall=Betenstraße=Ecke, sowie eines Ladengebäudes am Südwall mindestens mit 1½ Prozent getilgt und der Mehrbetrag der Mieteinnahmen zur verstärkten Tilgung verwendet wird. 84. Antrag des Magistrats, die Vermietung des neben der Wartehalle am Südwall nach Süden belegenen Ladenlokals nach Maßgabe des vorliegenden Mietsvertrages vom 9. Dezember 1907 an den Selterswasserfabrikanten Carl Märtens hierselbst zum jährlichen Mietszins von 400 Mk. zu genehmigen. 35. Antrag des Magistrats, die Vermietung des 1. Obergeschosses des früheren Amtsgerichtsgefängnisses an der Betenstraße nach Maßgabe des vorliegenden Mietvertrages vom 26. November zum jährlichen Mietszins von 580 Mk. an die Kaiserliche Oberpostdirektion hierselbst zu genehmige. 86. Antrag des Magistrats, die Vergrößerung von 12 Klassenfenstern in der Unionschule zu beschließen und die hierzu erforderlichen Mittel im Betrage von 3400 Mk. zu bewilligen. 87. Antrag des Magistrats, den Umbau der Lehrerdienstwohnungen in der Wilhelmschule zu Unterrichtsräumen bezw. zu einer Schulwärterwohnung zu beschließen und die hierzu erforderlichen Mittel mit.300 Mk., sowie.900 Mk. für die innere Ausstattung der neuen Schulräume, zusammen 12200 Mk. zu bewilligen. 38. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes für die Volksschulen für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit.696.200 Mk., im Extraordinarium mit 572.900 Mk. und beim Legatenfonds mit 120 Mk. 39. Antrag des Magistrats, der vom Anlieger Justizrat Kramberg beantragten anderweiten Festsetzung der beschlossenen Fluchtlinien für den Südrandweg und der Abweisung des weiter vorliegenden Einspruchs zuzustimmen. 40. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes der Leihhauskasse für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 237.270 Mk. 41. Antrag des Magistrats, auf Genehmigung, des Haushaltsplanes des Archivs, der Bibliotheken und Lesehallen für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 55.680 Mk., im Extraordinarium mit 12300 Mk. 42. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Haushaltsplanes für den Vieh= und Schlachthof für das Rechnungsjahr 1908, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 646.400 M. und im Extraordinarium mit 45 000 M 43. Geheime Sitzung(13 Sachen). Dortmund, den 10. Dezember 1907. Der Stadtverordneten=Vorsteher: Tewaag. Sathiulmmug *„" D i e g l ü c k l i c h e am Geburt einer Mädchen zeigen hocherfreut an Fritz Morawe und Frau geb. Otterbach. Dortmund, 11. Dezbr. 1907. E mmmmmzmnk Todes-Anzeige. Gestern Nachmittag 6 Uhr entschlief sanft in Folge eines Gebirnschlages unsere liede Mutter, Großmutter, Tante u. Schwiegermutter Wwe. Mathilde Wagner geb. Schäfer im 57. Lebensjahre. Herdecke, den 10. Dezember 1907. Die tiefbetrübten Kinder. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 4 Uhr statt.(44631 Geboren: Herr Paul Schwartner in Kalk eine Tochter. Herrn Dr. med. Albert Weiß in Goch ein Sohn. Dienstag Nachmittag entschlief sanft nach schwerem Leiden unssre liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester. Schwägerin und Tante Frau Wwe. Aug. Stein Sophie geb. Thiemann m 61. Lebensjahre. Dortmund, den 11. Dezember 1907. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonnabend den 14. ds. Mts., vormittags 10½ Uhr, vom Trauerhause Knappenbergerstr. 94 aus statt. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene dieses als solche Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Lütgendortmund belegenen, im Grundbuche von Lütgendortmund Band 5 Artikel 21 zur Zeit der Eintragung des Bersteigerungsvermerkes auf den Namen des Bäckermeisters Karl Stöhr in Lutgendort= mund eingetragenen Grundstucke Flur 2 Nr. 3001/275 und 300 2/275 der Steuergemeinde Lütgendortmund am 5. Februar 1908, vormittags 10½ Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 103 versteigert werden. Die Grundstücke insgesamt 381 Ar groß, in Lütgendortmund, Krimmstraße Nr. 3, gelegen, bestehen aus Wohnbaus und Stallanbau, Hofraum und Weg. und sind mit 240 Mark jährlichem Nutzungewert zur Gebäubesteuer veranlagt. Der Versteigerungstermin ist am 22. November 1907 in das Grundbuch eingetragen. Dortmund, den 3. Dezember 1907.(44711 Königliches Amtsgericht. Verlobt: Frl. Johanna Heilbronner in KaiserslaucHerrn Adolf 9o tern mut Herrn avolf Lambert in Köln. Verehelicht: Herr Zahnarzt Arthur Salomon in Koblenz mit Frl. Cecilie Krayn in Köln. Gestorben: Frau Witwe Thekla Sachs in Hannover, 74 J. Frau Witwe Jos. Commer auf Gut Wirtgeshof=Niederbolheim, 67, J. Herr Hans Scheibler in Krefeld=Bockum, 33 J. Herr Kommerzienrat J. HerzogPfleiderer in Bethel bei Bielefeld, 80 J. Frau Joh. Schröder in Essen, 50 J. Zurückgekehrt! Dr. von Segnitz Frauenarzt. Habe mich in der Kolonie Ratbold als Hebamme niedergelassen und halte mich in vorkommenden Fällen best. empf. Frau Klovitzke, Augustastraße 3, Bockum bei Hamm. Mod. Schlafz.=Einricht bill. zu verk. 1. Kampstr. 108.( Nähmaschine billig. Bleichmärschstr. 8, v. Stoff= u Plüschsofa spottb. Missundestr. 1, part. Bekanntmachung. Der Dortmund=Ems=Kanal wird von Schleuse Bevergern Km. 109,740 bis Schleuse Gleesen Kilometer 138,007 vom 21. Januar bis einschließlich 5. Febr. 1908 für den Verkehr gesperrt sein. Münster, 5. Dezbr. 1907. Dortmund=Ems=Kanal= Verwaltung. Bekanntmachung. nntmachung. „Am Freitag, den 13. Dez. 07, vormittags 11 Uhr, werde ich in der Wirtschaft Merkert(Kuckelke) hier 5 Fässer Rot= und Weitzwein öffentlich meistbiet, zwangsweise gegen Barzahlung versteigern. Dortmund, 11. Dezbr. 1907. Birkel, Gerichtsvollzieher. Körnerpiatz! Fernsprecher 990. Heute und morgen wieder Großer Filchmarkt! Fische!!! Große Brat=Schellsische... Pfd. 15 Pf. Großmittel Jutl. Schellfische Pfd. 30 Pf. Größte Intl. Augel=Schellsische Pfd. 50 Pf. Intl. Kabeljan, im Schnitt.. Pfo. 40 Pf. Brat=Schollen, sein..... Pfd. 25 Pf. Billig! Seelachs im Schuitt Pfd. 22 Pf. Backsische Pfd. 22 Pf. Große Bresen Pfd. 35 Pf. Kuurrhahn Pfd. 22 Pf. Größte Schollen wie Steinbutt Pfd. 45 Pf. Seehecht im Schnitt..... Pfd. 50 Pf. Größte Rotzungen..... Pfd. 65 Pf. Tafel=Zander Pfb. 70 Pf. Fluß=Hecht. Pfd. 75 Pf. Steinbutt Pfd. 130 Pf. und deine Famille vor Not, Hunger u. Elend durch Gütertrennung, sofort rechtskräftig. 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Konzertflügel Bechstein: Vortreter Frz. Reinelt, Dortmund. Philharmonisches Orchester. Preise der Plätze: I. Platz Mk..—, II. Platz Mk..—(zu haben in der Hornung'schen Buchhandlg., Westenhellweg 56, sowie an der Kasse), Schüler- und Schülerinnenkarten Mk..—(nur an der Kasse). Für das II., III. u. IV. Konzert können Nachabonnements für den I. Platz zum Preise von Mk. 8— bei Herrn Hornung und für die Schüler- u. Schülerinnenplätze zum Preise von Mk..— bei Herrn Dr. Siebert, Hohenzollernstrasse 15, gelöst werden. Die Generalprobe mit Solisten findet am Sonnabend, den 7. Desember, nachmittags punkt 5 Uhr, am Fredenbaum statt. Eintrittskarten an der Kasse Mk.—. — Das Konzert wird gegen 7 Uhr beendet sein.— Nach dem Konzert findet im grossen Saale die Feler des 25 jährigen Jubiläums des VereinsDirigenten, Herrn Direktor Janssen, statt. Nach der Feier: Festessen(trockenes Couvert Mk.—). Teilnehmerliste liegt bis zum 6. Dezember, mittags 12 Uhr zur Einzeichnung bei Herrn Hornung aus ei9# Nur noch Abende BauernHunde-Theater. Ein treuloses Weib. 11Kunst-Kapazitäten 11 HIIIIXX P--Vereäumen Sie-Nichl sich den urkomischen Tünnes im Olympia-Tunnel anzuschen. Entree nur 10 Pig. 2 Theater- Ldnsler Konzert der Italien. Solisten-Kapelle: Safe Im FREIRE BIO touren Buttt““ Fiesollten jede sparsame Hausfrau veranlassen, einen Versuch mit Reusse’s SüssrahmTafel-Margarine zu machen, deren vorzügliche Eigenschaften: Sauberkeit der Herstellung im Gegensatz zu mancher Naturbutter, besonders der sog. 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Anl. 1899 4o. 05 st. 15 de. 96 Cass Landesen de. XXI. u. 17 do. XXII..14 Amb.am. 93/99 6e. 4o. 1902 60. de. 1907 HeseStA. 93 00 46.9603 04 05 es. 09 Oieb. St.KrOOb! Brandend. Pr-A NannP A. VII. VIII Ostpr. Prov. Ob1. 6s. de. Pomm. Prr. Anl. Posen. Prr. Aal. de. de. Rhein. Prr.-Obl. de. U. zi. IIW de. II. IX Teltow. Anleihe Westl. Prr.-Aal. ee. de. de. de. Westor. Pr. Aal. Altonast.-A. 01 Barmerst.-Anl. Berliners Aul. de. 1882 98 6e. St.-Sya, Sonn. StA. 1901 Brest. 81.-A. 91 Brembrg. 81.-A. de. 6e. Chariis. 89 09 de. 07 v. 17 er. 95/99 Coin. S1.-..98 Grstelder St.A. Saaseid. 88 0 31 99.300 4 Ess. StA. IV. V 98 Nall. 8t.-Anl. 4o. 86/92 Hann. St.-A. 95 Kieler St.-Anl. 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Beanesbreih. 60 Vie monatlich Mu der Wochenbetlage TTerim Lustiee Blätter“ umd 10 Vig medi Bei der Von aub den Beilagen Vierteljäbrlich.25 Det Postzeitungs-Nr 2914 Berliner Buream Berlin 8W. Markarafenstraße 12. Ebefredakteur Verantwortlich tur den red für den Inseratenteil Größte u Die heutige drei Ausgaben: Unterhaltungs 16 Aufbesserung Oty (Von unserem Im Abgeordnetenhal nister endlich Farbe beke len hatten ihn gestellt Schiffer eingehend äußerte sich Frhr. v. 9 kenswerter Ausführlichk ist für das bevorstehen! sende allgemeine Aufbe zuschusses und eine Erhöhung der bisher noch nicht be der mittleren Beamten Teils der höheren Bea soll die Zahl der Dien ### herabgemindert werd ung des Kommunalste werde erwogen. Der 2 sicherung, die Regierun berechtigten Forderunge willfahren, und denken besserung der Beamte Aussicht genommene Si der darauf folgenden sämtliche Reden wie ei gen, daß die Regierung gens machen solle. Wenig befriedigt gei des Ministers der natio berg, wenn er auch zu Minister gezogenen Ra giebige Aufbesserung d reichen lasse. Auf ein gen Abg. Gyßling stellt fest, daß nach seinem hat sich das Staatsmin schlüssig gemacht— die Aufbesserun der Geistlichen und Leh gemeinen Beamtenbeso interbreitet werden wi der Freisinnige Broem sall aufgenommene Lob hafte, nüchterne, arbeit entum“ an, dem der Hauptsache seine Größ richtete an die Regieru dem Millionenh gegenüber seine Pflicht fall auf allen Seiten d Der Finanzminist der Bean Finanzminister Frhr Bunsche der Interpellat reit, über den Stand amtengehälter Auskunft Augenblick möglich ist. wicklung der ganzen A aus wollen die Herren nerhalb deren ich meine Die Gehaltsaufbesserun wie noch nie. Als mein die Aufbesserung der hat er dies in großen E von 1891 bis 1899 gen dir für 1906 eine Aufb zuschusses der Unterbeeinem Kostenaufwande leufenden Jahre eine des Außendienstes mit 1 ichen, für 1908 einen krung der Dienstbezüg en allgemeine Neuord dusses, eine generelle der Unterbeamten, sowe Jahre berücksichtigt sind. Aufbesserung der mitt großen Teiles der höhe de Aufstellung eines Schwierigkeiten verbun sicht erst zu sagen. W vorarbeiten beschäftigt 2 J. den Plan der Bud die Kommission hat ihn gebilligt. Es konnte n ## sein, ohne jedes eegierung, denn es feh kotwendigen Unterlagen Lienstverhältnisse, der #. trüheren oder spät enfalls aber sind die oommission für die Reg besen und haben ihr b 2n. Auf Grund diese führlicher Entwurf eine Ministerium ausg obrigen Ressorts zugat lef eine Menge von Nc natürlich vielfach zum Teil zu sehr###