Erscheint täglich mit Ausnahme der SonnBeilagen:„Unterhaltungsblatt" und„Praktischer Ratgeber“. und Feiertage. Abonnementspreis: 1 M. 25 Pfg., durch den Postboten ins Haus gebracht 1 M. 67 Pfg. vierteljährlich; mit„Illustriertes Sonntagsblatt“ 35 Pfg. mehr. Anzeigen kosten 15 Pfg. die Petitzeile oder deren Raum, Reklamen à Zeile 50 Pfg. Nr. 126. Montag, den 3. Juni 1901. Bestellungen auf diese Zeitung für den Monat Juni werden von allen Postanstalten, Landbriefträgern, unsern Agenten und Boten, sowie von der Expedition zu ½ des am Kopfe vermerkten Preises entgegengenommen und die bereits erschienenen Nummern nachgeliefert. Toges=kreiguiste. Deutschland. Berlin, 2. Juni. Im Laufe des FreitagNachmittag unternahmen die Majestäten mit den hohen Gästen eine Spazierfahrt durch die Siegesallee. Das Publikum bereitete den Majestäten lebhafte Ovationen. Um 6¼ Uhr begann das Paradediner im Weißen Saale des königlichen Schlosses, das durch die Teilnahme der hohen Gäste eine besondere Bedeutung erhielt. Der holländische Gesandte trug die ihm heute verliehenen Brillanten zum Roten Adler=Orden erster Klasse, General Bonnal den Kronen=Orden erster Klasse, Oberst Gallet den Kronen=Orden zweiter Klasse. Die Herren empfingen die Glückwünsche der Gesellschaft. Unter den Klängen der Musik erschien der Hof, voran der große Vortritt, dann der Kaiser in Dragoner=Uniform mit der Königin Wilhelmina, der Großherzog von Mecklenburg mit der Kaiserin, Prinz Heinrich der Niederlande mit der Prinzessin Friedrich Leopold. Bei der Tafel saß die Königin Wilhelmina zwischen dem Kaiserpaar, links der Großherzog, rechts Prinz Heinrich der Niederlande; gegenüber den allerhöchsten Herrschaften saßen der Reichskanzler und der Kriegsminister. Unter den geladenen Gästen befand sich auch Fürst Hohenlohe=Schillingsfürst. Die Festlichkeiten anläßlich der Anwesenheit der Königin von Holland schloß mit einer Prunkvorstellung im Opernhause, wobei Donizettis„Tochter des Regiments“ aufgeführt wurde. Die Königin nahm in der Hofloge zwischen dem Kaiserpaar Platz, rechts davon die Prinzessin Friedrich Leopold und der Prinz=Gemahl, links der Großherzog von Mecklenburg. Das Parkett füllten die Teilnehmer an der Paradetafel; ferner erschien das diplomatische Korps mit seinen Damen. Das Haus war festlich erleuchtet. An den Brüstungen zogen sich Rosenguirlanden hin. In der Pause nahmen die Herrschaften den Thee ein; nach der Vorstellung kehrten sie zum Neuen Palais zurück. — Der Kaiser verlieh, dem„Berl. Loc.=Anz.“ zufolge, dem General Bonnal den Kronen=Orden 1. Klasse, der militärische Begleiter des Generals, Oberstleutnant Gallet, erhielt den Kronenorden 2. Klasse. — Nach sechsjährigen Verhandlungen ist unter fast sämtlichen Staaten Europas ein Einverständnis erreicht über ein so notwendiges internationales Abkommen betr. s? Getrennte Herzen. (21. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Sie sprach ruhig und ohne die Stimme zu erheben, aber gleichwohl klangen diese Worte eisig und vorwurfsvoll. Martha fing an, den Stachel immer schmerzlicher zu empfinden. Oft beschuldigte sie sich selbst der Undankbarkeit— doch wie sie auch rang, wie sie auch ihren Widerwillen zu besiegen strebte,— es ging wie ein Schrei des Entsetzens durch ihre Seele bei dem Gedanken, Paul Lauterbach angehören zu sollen. Sie fühlte sich um so unglücklicher, als sie wohl sah, daß diese Konflikte und die dadurch heraufbeschworene nagende Sorge nicht ohne die nachteiligste Wirkung auf den Gesundheitszustand der Pflegemutter blieb. Die alte Frau schlich seit einiger Zeit, auf ihren Stock gestützt, so müde und langsam dahin, als wanke sie wirklich dem Grabe zu. Sie bewies der jüngeren Schwester, ohne ihr unfreundlich zu begegnen, doch unverkennbare Kälte, schloß sich aber um so inniger an ihren Liebling Edith an, welche fort während süß schmeichelnd um sie bemüht war und auch zur Vertrauten ihres Kummers gemacht wurde. „Ich fürchte doch, daß ich die Liebe meines Sohnes nicht mehr in dem Maße zurückgewinnen kann, wie ich sie einst besaß," sagte die Blinde eines Tages.„Er sucht es mir allerdings zu verbergen, aber ich vermisse den alten, echten Herzenston, wennn er zu mir spricht. Er hat sich sehr — sehr verändert." Das Mädchen äußerte einige beruhigende Worte. Ihr war es freilich längst klar geworden, daß Paul keinen Funken von Zuneigung und Zärtlichkeit für die Mutter hegte, doch gebot ihr vorläufig noch die Klugheit, darüber zu schweigen. Trotzdem sie sich leidend fühlte, hielt Frau Lauterbach an ihren Gewohnheiten fest und zu diesem gehörte auch der alte Brauch, sich bei Monatsabschluß der eingegangenen Rechnungen, sowie der in den Büchern verzeichneten Ausden Vo##lschutz. Die Ratifikation soll in Paris erfolgen. Der Reichskanzler Graf Bülow beantragt beim Bundesrat die Beteiligung Deutschlands. — Der Kaiserbesuch auf der Hohensyburg i. W. aus Anlaß der Enthüllung des Kaiser Wilhelm=Denkmals ist nach den jetzt getroffenen Bestimmungen auf Freitag, 16. August festgesetzt. Der Kaiser und die Kaiserin werden mit großem Gefolge an dem Tage vormittags 10 Uhr eintreffen und etwa über drei Stunden auf Hohensyburg verweilen. — Der Börsenausschuß ist zur Beratung einer Reform des Börsengesetzes zum 11. Juni einberufen worden. — Mit Genehmigung des Kaisers findet die aus Anlaß des Ablebens des Grafen Wilhelm Bismarck verschobene Enthüllungsfeier des Bismarck=Denkmals vor dem Reichstagsgebäude am Sonntag den 16. Juni, mittags 12 Uhr statt. — Der ungünstige Saatenstand in Deutschland. Wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ vernimmt, regte der Reichskanzler Ministerpräsident Graf von Bülow an, anläßlich der ungünstigen Nachrichten, welche ihm in letzter Zeit über den Saatenstand und die Ernteaussichten in weiten Gebieten der Monarchie zugegangen, im Staatsministerium alsbald innerhalb der einzelnen Ressorts alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um angesichts der drohenden Mißstände nach Möglichkeit staatliche Fürsorge eintreten zu lassen. Nach dem Berichte, den der Vorsitzende der ständigen Kommission des preußischen Landes=Oekonomie=Kollegium dem Reichskanzler und den zuständigen preußischen Ministern erstattete, beläuft sich nach der Wiedergabe der Kr. Ztg. der Ausfall, den die preußische Landwirtschaft infolge der schlechten Entwicklung der Saaten erfahren hat, für Weizen überschläglich auf 183¾4 Mill., für Roggen auf 103 Mill. Mark. — Greifswald, 2. Juni.(Telegramm.) Amtliches Wahlergebnis. Bei der Reichstagsstichwahl im Wahlkreise Greifswald=Grimmen am 29. Mai wurden insgesamt 17123 Stimmen abgegeben. Davon entsielen auf den Bergrat a. D. Gothein=Berlin(frs. Vereinigung) 9666 Stimmen und auf den Landrat von Behr=Greifswald(kons.) 7458 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Potsdam, 1. Juni. Der Kaiser verlieh der Königin von Holland den Luisenorden mit der Jahreszahl 1813/14 und dem Prinzen Heinrich der Niederlande den Schwarzen Adlerorden, welchen derselbe bei der heutigen Parade bereits trug. Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg erhielt das Großkreuz des Roten Adlerordens. Wildpark, 1. Juni. Die Königin Wilhelmina gaben des Dienstpersonals vorlesen zu lassen. Seit seiner Rückkehr hatte der Sohn dieses Amt übernommen und verwaltete es mit einer wahrhaft kleinlichen Genauigkeit. Obschon er, was seine Person anlangte, durchaus nicht sparte, fand er die für den Haushalt ausgeworfene Summe doch viel zu hoch, klagte über Verschwendung und meinte, gar manches könne besser und billiger eingerichtet werden. Am Abend des letzten Oktobers wurde wieder an die gewöhnliche Abrechnung gegangen. Der Spätherbst machte sich schon recht fühlbar. Regenschauer schlugen prasselnd an die Fenster. Im Kamin loderte ein Holzfeuer und warf seinen Schein bis in die Mitte des Zinmers. Düsterrote Reflexe spielten auf dem dunklen Getäfel des Fußbodens. Die Blinde, welche sich fröstelnd in ein Tuch gehüllt hatte, hörte dem Sohne erst aufmerksam zu, ließ sich dann einiges wiederholen, als habe sie den Sinn nicht recht verstanden, antwortete auf mehrere Fragen mit schwerer Zunge, lehnte sich endlich zurück und sagte: „Du mußt diesmal schon dieses alles allein ordnen, Paul. Ich fühle eine seltsame Müdigkeit. Es liegt mir wie Blei in den Gliedern und die Zahlen wirbeln mir durch den Kopf, ohne daß ich sie fassen und behalten kann.“ „Bist Du krank?“ fragte er. „Ich habe heftigen Schmerz in den Schläfen. Ich will zur Ruhe gehen.“ „Wäre es nicht besser, den Arzt zu rufen?“ „O, einige Stunden des Schlafes genügen.“ „Soll ich Dir Hanna schicken?“ „Ja.“ Paul benachrichtigte die Dienerin. Er schien der Sache nicht viel Gewicht beizulegen und auch Frau Lauterbach meinte, es habe nichts auf sich und niemand brauche bei ihr zu wachen. Während der Nacht klingelte sie aber doch und als Hanna herbeieilte, klagte sie: „Der Schlummer kommt nicht, so sehnsüchtig ich auch nach ihm verlange, und dabei ist es, als würde mir ein und der Prinz=Gemahl reisten nach 5 Uhr nachmittags nach Schwerin. Das Kaiserpaar, der Kronprinz und die sonstigen anwesenden Fürstlichkeiten und die holländische Gesandtschaft geleiteten sie zum Bahnhof. Die Verabschiedung war sehr herzlich. Leipzig, 31. Mai. Verschiedene richterliche Instanzen hatten bezüglich der Prügelreden des Grafen Pickler den Standpunkt vertreten, daß ja doch kein verständiger Mensch darin ernstliche Aufforderungen zu Gewaltthätigkeiten sähe, der Graf also von der Anklage der Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten freizusprechen sei. Das Reichsgericht ist anderer Auffassung gewesen, hat die Sache an das Landgericht zurückgewiesen und zwar mit folgender Begründung: Der Fehler des landgerichtlichen Urteils besteht darin, daß der verständig denkende Mensch als Hörer angenommen wird. Verständige Menschen und Publikum sind keine sich deckenden Begriffe. Zu erwägen ist auch, daß nicht die Hörer allein in Betracht kommen, sondern die Leser der Berichte über die Reden. Daß alle Zeitungsleser den Kreisen der gebildeten und verständigen Menschen angehören, kann auch nicht ohne weiteres angenommen werden. Mit der Möglichkeit, daß die Presse über seine Reden berichten werde, mußte der Angeklagte rechnen. Endlich ist auch noch zu prüfen, welche Wirkung die Rede des Grafen auf die jüdische Bevölkerungsklasse ausüben konnte. Aus der Provinz Hannover, 31. Mai. Der bisherige Landwirtschaftsminister, Freiherr v. HammersteinLoxten, hielt aus Anlaß einer gestern in Quakenbrück, Bezirk Osnabrück, abgehaltenen großen landwirtschaftlichen Ausstellung, der u. a. auch Unterstaatssekretär Lohmann aus Berlin beiwohnte, zwei Reden, die viel bemerkt wurden. Der Minister hob u. a. hervor, er habe sich seiner Zeit nur schweren Herzens dazu entschließen können, seine heimatliche Scholle zu verlassen und nach Hannover und Berlin zu gehen. Jetzt aber bestehe sein Stolz darin, nach wie vor sagen zu können, daß er ein echter und rechter Landbauer geblieben sei. Er habe bei seinem Abgange viel Tadel in den Zeitungen erfahren. Am meisten gefreut aber habe er sich über ein ostpreußisches Blatt, welches ihm vorgeworfen habe, er hänge viel zu sehr an seiner engern Heimat. Auf diesen Tadel sei er ordentlich stolz. Im übrigen müsse sich die Landwirtschaft die Fortschritte der Neuzeit mehr zunutze machen.„Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!“, diesen Spruch müsse man sich immer vorhalten, dann werde auch die Landwirtschaft aus ihrer schwierigen Lage herauskommen und die Hülfe der Staatsregierung— davon sei er überzeugt— nicht fehlen. „Wir wollen als treue, echte Niedersachsen mit eisernem Fleiß, mit eiserner Energie, mit eiserner Arbeit uns zu helfen suchen, aber dann wollen wir vom Staate fordern, daß er uns da, wo unsere Hülfe nicht ausreicht, seine mächtige Hand zur Unterstützung weiter leihe.“ glühendes Eisen in die Stirn gebohrt. Horch! Kreischt es dort in der Ecke nicht auf, wie eine Eule? Fahre mir doch nicht immer mit Deiner eisigen Hand über das Gesicht.“ „Mein Gott, ich stehe ja hier am Fußende des Bettes,“ stotterte die Erschrockene,„Anton soll gleich zum Doktor laufen, „Das hat bis morgen Zeit,“ entgegnete die alte Frau. „Du weißt, ich kann es nicht leiden, wenn das ganze Haus in Aufruhr versetzt wird. Jetzt sind meine Gedanken###ereits wieder klar. Es war nichts—— nur wenn der Schmerz kommt, dann werde ich ganz verwirrt. Könnte ich schlafen, dann wäre alles gut.“ Sie blieb jedoch wach bis zum Morgen und ihr Zustand verschlimmerte sich; als der Arzt erschien, lag sie im heftigsten Fieber und war bewußtlos. Lauterbach und die beiden Mädchen standen an ihrem Lager. „Es ist doch keine Gefahr?“ fragte ersterer. „Ich darf Ihnen nicht verhehlen, daß Ihre Frau Mutter sehr bedenklich erkrankt ist, und daß ich ernste Bedenken hege,“ erwiderte Doktor Berger. Edith meinte etwas in Pauls Augen aufblitzen zu sehen, was eher einem Freudenstrahl als banger Sorge glich; als er aber bemerkte, daß ihr Blick auf ihm ruhte, nahm sein Gesicht den Ausdruck düsteren Grams an und er sagte mit beschwörendem Ton: „Retten Sie mir die Teure! Was sollte ich beginnen, wenn das einzige Herz, welches noch an mir hängt, aufhören würde zu schlagen?“ „Nun, nun, nur nicht gleich den Mut verlieren!" tröstete der Arzt.„Sorgfältige Behandlung und treue Pflege vermögen viel. Verzweifelt steht die Sache noch nicht.“ Von nun an wichen die Mädchen nicht mehr von der Blinden; aber wieder war es Martha, welche sich der größten Last und Mühe unterzog. Während sie des Nachts jeden Atemzug der Greisin bewachte, machte sich Edith ein möglichst bequemes Lager auf dem Divan zurecht und wenn — Lord Roberts wird, wie den„Berl. Neuest. Nachr.“ aus Hannover berichtet wird, als Gast des Kaisers an den diesjährigen großen Manövern zwischen dem 1. und 17. Armeekorps bei Marienburg und Danzig teilnehmen. In seiner Begleitung werden sich noch zwei andere höhere englische Offiziere befinden. Oesterreich=Ungarn. Wien, 30. Mai. Parlamentarische„Lausbuben.“ Die heutige Nachtsitzung des Parlaments schloß mit einem großen Skandale zwischen den Alldeutschen und den Christlich=Sozialen. Als Dr. Lueger über die Wasser=Vorlagen zu sprechen begann, entstand heftiger Lärm, verursacht durch die Alldeutschen, unter welchen besonders Schönerer und Wolf sich bemühken, Luegers Ausführungen zu stören. Sie lachten, lasen sich gegenseitig laut Zeitungsartikel vor, und alle Bitten Luegers an den Präsidenten, er möge die Ruhestörer zur Ordnung rufen, blieben vergebens. Die Christlich=Sozialen riefen den- Alldeutschen wiederholt zu:„Ihr seid Lausbuben! Maul halten! Schnapsbrüder! Lueger versuchte in höchster Aufregung zu sprechen. Er erklärte, er lasse sich dies Benehmen parlamentarischer Lausbuben nicht länger gefallen. Der Präsident möge nicht feige sein und Ordnung schaffen. Der Präsident schwingt unausgesetzt die Glocke, indes der Tumult fortdauert. Die Alldeutschen rufen:„Bitte, einsteigen!“ Lueger entgegnet:„Herr Präsident, giebt es denn kein Mittel gegen diese Landesverräter?" Endlich erklärte der Präsident die Sitzung für unterbrochen. Nach der Wiederaufnahme hebt der Lärm neuerdings an. Die Alldeutschen und die Christlich=Sozialen beschimpfen sich bis zum Schluß der Sitzung. Der Präsident rügt scharf die Alldeutschen. Lueger erklärt schließlich:„Die Alldeutschen sind Buben, sie gehören in die Schule. Wien würde beweisen, daß es solche anti=österreichische nichtsnutzige Partei nicht dulde. „Der Bube Wolf wird hier nicht mehr sprechen. Wir werden dies zu hindern wissen.“ Unter den Rufen:„Pfui Teufel, Lueger!" verlassen die Alldeutschen den Saal. Frankreich. Paris, 31. Mai. Die nationalistische Presse über die Rede des deutschen Kaisers. Von der französischen Presse widmen bis jetzt nur die nationalistischen Blätter dem Trinkspruch, den der deutsche Kaiser im Kasino des 2. Garde=Regiments auf die französischen Offiziere und die französische Armee gehalten hat, Besprechungen. Der Eclair bemerkt:„Wilhelm II. glaubt zu unrecht, daß die Vergangenheit völlig vergessen sei. Zweifellos hat sich die Gereiztheit der ersten Jahre gemildert, aber die dem Vaterlande geschlagene blutige Wunde bleibt trotzdem immer noch sehr lebendig, und um sie vergessen zu machen, bedarf es anderer Dinge, als der Worte des deutschen Kaisers, so herzlich und sympathisch diese auch sein mögen.“ Der Gaulois meint, man dürfe der Ansprache nicht mehr Bedeutung beimessen, als ihr zukomme. Sie sei als ein seltsames Zeichen der Zeit anzusehen, die im übrigen die Gemüter ziemlich skeptisch lasse. Die Liberté erklärt sich befriedigt von dem den französischen Offizieren zuteil gewordenen Empfang, fügt aber wie der Eclair hinzu:„Wir erwarten anderes als nur Worte." Der ultranationalistische Maurice Barres schreibt im Drapeau:„General Bonnal kann nicht gegen Worte Einspruch erheben, die zugleich unerträglich und doch untadelig sind, gegen Worte, die die Entsagungspolitik unserer Parlamentarier gegenüber Metz und Straßburg besiegeln und der Morgen graute, erinnerte nichts in ihrem Anssehen an lange ruhelos verbrachte Stunden. Die Kunde von dieser jähen und heftigen Erkrankung hatte schnell Verbreitung gefunden. Kurt Weißenheller kam täglich, um sich zu erkundigen. Den Freund sah er selten, gewöhnlich war es die ältere der beiden Schwestern, welche ihn von dem Befinden der Leidenden in Kenntnis setzte, und eines Tages, als sie ihn durch mehrere Zimmer begleitete, blieb er plötzlich stehen, sah sich um und sagte: „Schon die Urgroßeltern Pauls haben hier gewohnt. Da hängen die alten Familienbilder an den Wänden und dort im Schrank blinkt das schwere getriebene Silber, das sich von Generation auf Generation vererbte— ich kann mir nicht helfen; der Gedanke, daß nach dem Ableben der alten Frau alles in fremde Hände übergehen soll, berührt mich peinlich. Ich finde das im höchsten Grade pietätlos.“ „In fremde Hände?“ fragte Edith gedehnt.„Davon dürfte wohl keine Rede sein. Der ganze Besitz, und somit auch dieses Haus, nebst allem, was es enthält, fällt doch— vorausgesetzt, daß keine besonderen testamentarischen Bestimmungen getroffen werden— dem Sohne zu. „Allerdings; aber dieser ist entschlossen, es sofort nach dem Tode seiner Mutter zu veräußern, Augsburg zu verlassen und das frühere Nomadenleben wieder aufzunehmen. So sagte er mir, und ich habe alle Ursache, zu glauben, daß es ihm Ernst damit ist. Er haßt diese prächtige alte Stadt.“ „In der That? Das ist seltsam.“ „Die einzige Erklärung, die sich dafür finden ließe, wäre, daß ihm die Heimat durch die Zerwürfnisse, welche ihn einst in die Ferne trieben, verleidet wurde.“ „Vielleicht sprach er nur einen flüchtigen Einfall aus. „Keineswegs! Er sehnt sich weg von hier. Sie werden sehen, wenn die alte Frau wirklich abberufen wird, so macht er schleunigst alles zu Geld und reist fort.“ Edith sagte nichts mehr, sondern verabschiedete den Engroshändler ziemlich schnell, aber zum erstenmale entbehrte auch sie der Nachtruhe. Wie die wilde Jagd stürmten die Gedanken durch ihren Kopf; jetzt erst sing sie an, die ganze Sachlage und die möglichen und wahrscheinlichen Folgen derselben nach jeder Richtung hin in Betracht zu ziehen. Paul hatte ein Geheimnis, das ihn quälte und ruhelos von Ort zu Ort trieb. Welcher Art es sein konnte? Das wußte sie nicht— doch zitterte er offenbar immer vor einer Entdeckung und wollte deshalb nirgends lange verweilen. Er liebte die Mutter nicht, wartete vielleicht sehnsüchtig auf den Moment, wo sie nicht mehr zwischen ihm und einem glänzenden Vermögen stand—.sume 44s (Foersehung fbigl.) aussprechen." Der Eclair glaubt übrigens dem Trinkspruch auch noch eine politische Bedeutung beimessen zu müssen. Er meint, daß irgendwo am politischen Horizont, vielleicht in Marokko, sich etwas vorbereite, und daß die Worte des Kaisers das Anzeichen eines Einvernehmens zwischen den beteiligten Mächten seien. Paris, 1. Juni. Die 48 Sozialisten der Kammer haben sich in drei Gruppen gespalten: Guesdisten 7, Blanquisten 10 und Ministerielle Jauresisten 31 Mitglieder. Belgien. Militärische Disziplin! Als während eines Exerzierens der Bürgergarde im Velodrom zu Antwerpen ein Gardist von seinem Offizier beim Rauchen ertappt und deswegen zur Rede gestellt wurde, erhob er Einspruch dagegen und wurde von dem Offizier deswegen festgenommen. Alle Gardisten begannen nunmehr zu pfeifen, drehten ihre Gewehre um, stimmten dann die Marseillaise an, und zertrümmerten mit dem Gewehrkolben den Raum, den der Thürhüter des Exerzierhauses bewohnt. Zum Schutz der Offiziere mußte Polizei eingreifen, ein Gardist wurde verhaftet. Die übrigen durchzogen die Stadt unter Absingen der Mactellaässe. England. König Eduard gab nach dem„Manchester Guardian“ der Regierung zu verstehen, er wünsche, daß von Beleidigungen seiner Person in der Presse oder sonst keine Notiz genommen werde. Er setze sein Vertrauen aufs Publikum, von dem er überzeugt sei, es werde ihn gerecht und billig beurteilen. London, 31. Mai. Der Empfang der französischen Offiziere in Berlin und die Rede des Kaisers werden hier im Privatgespräch mit lebhaftem Interesse erörtert. Daily Telegraph widmet dem Besuch der französischen Offiziere einen Leitartikel und bemerkt, man müsse den freundlichen Kundgebungen von beiden Seiten auch Aeußerungen wie die des französischen Kriegsministers und der chauvinistischen französischen Blätter entgegenstellen, immerhin aber bleibe ein sehr nennenswerter Fortschritt zu verzeichnen. Augenscheinlich fürchte man in Deutschland wie in Frankreich nichts so sehr wie den Krieg. Der Friede, der nunmehr 30 Jahre gedauert hat, könne sehr wohl weitere 30 Jahre anhalten. Mittlerweile aber würden die Höflichkeiten, in denen der Kaiser ein großer Meister sei, ihre Wirkung nicht verfehlen. Nachdem Déroulöde den Rachegedanken aufgegeben habe, könne man ohne Gefahr sagen, daß, falls der Fortschritt zur Versöhnung in neuen Jahrzehnt sich in gleichem Maße entwickle, wie in dem letzten, eine Begrüßung des deutschen Kaisers in Paris so gut möglich werde, wie General Bonnals gute Aufnahme in Berlin. Darin liege aber eine gute Aussicht auch für England. Wenn nach dem Krimkriege der Zweibund, nach Sadowa und Custozza der Dreibund möglich geworden, und die Gegner im amerikanischen Bürgerkriege heute versöhnt seien, liege kein Grund vor, an der künftigen Versöhnung der Rassen in Südafrika zu zweifeln. Italien. Rom, 1. Juni. Das erste Kind des Königpaars. Mit größter Spannung sah ganz Italien dem rohen Ereignis des jungen italienischen Königspaares entgegen. 5 Jahre war der 32jährige König mit der heute 27 Jahre alten Prinzessin Helene von Montenegro vermählt, ohne daß Kinder der Ehe entsprossen waren. Mit umso größerer Freude wurde die gegenteilige Aussicht begrüßt. Man hoffte mit südlichem Optimismus natürlich auf einen Thronfolger und hatte bereits großartige Festlichkeiten für diesen Fall vorbereitet. Denn wenn auch durch die Nachkommen des Königs, des Onkels des verstorbenen Prinzen Amadeus, mehrere männliche Agnaten des Hauses Savoyen vorhanden waren, so wollte man doch begreiflicherweise gern einen wirklichen Kronprinzen haben. Jetzt sind diese Hoffnungen leider zunächst zu Wasser geworden, was eine große Enttäuschung in Italien hervorrufen wird. Die Königin ist heute früh 9 Uhr von einer Prinzessin glücklich entbunden worden. Die Königin und die Prinzessin befinden sich sehr wohl. Die neugeborene Prinzessin hat bereits den Namen Jolanda Margherita erhalten.— Der Klapperstorch ist leider ein Demokrat, der sich um Wünsche der höchsten und allerhöchsten Herrschaften häufig wenig kümmert. Spanien. Madrid, den 1. Juni. In Coruna ruht alle Arbeit. Die Fabriken und Lä en sin) geschlossen, ebenso die Bäckereien und das Schlachtha s. Es erscheinen keine Zeitungen, auch der Wagenverkehr ist unterbrochen. Die Postwagen wurden von den Ausständischen angehalten, die auch die Ankunft von Lebensmitteln verhindern, den Bahnverkehr unterbrechen und die Gasleitung abschneiden wollten. Sie veranstalteten gestern Nachmittag eine Kundgebung. 4000 Mann stark zogen sie nach dem Friedhof. Später gab es abermals Zusammenstöße in verschiedenen Straßen, wo die Arbeitergruppen die Gendamerie mit Steinen und Schüssen angriffen. Die Gendamerie erwiderte das Feuer. Drei Personen blieben tot, darunter eine Dame, die in ihrer Wohnung getroffen wurde. 13 Personen sind chwer verwundet, darunter eine Frau und ein Mädchen, die sich auf einem Balkon befanden. Von den Verwundeten sind mehrere tötlich getroffen. In der Stadt herrscht allgemein Schrecken. Truppen marschieren durch die Straßen. X Madrid, 1. Juni. Ein Telegramm des„Imparcial“ aus Barcelona meldet: Der Generalkapitän und die Behörden erhielten eine Mitteilung aus dem Auslande über die Entdeckung eines anarchistischen Anschlages gegen den König und die Königin=Regentin. Die Mitteilung besagt, daß die Verschworenen nach Barcelona und dann nach Madrid reisen würden. Asien. Korea. Aus guter Quelle verlautet, daß auf der Insel Quelpart 2 Priester und 6 eingeborene Christen getötet worden sind. Ein japanisches Kriegsschiff und zwei französische Schiffe sind nach Quelpart abgegangen. Nordamerika. Vereinigte Staaten. X Washington, 1. Juni. Die kubanische Konvention nahm die kubanische Verfassung an, wie sie in Washington genehmigt worden ist, doch hat sie derselben Erklärungen verschiedener Artikel, die angeblich vom Sekretär des Krieges abgegeben worden sein sollen, beigefügt. Das Kabinett hat sich dahin ausgesprochen, daß diese Annahme der Verfassung nicht die von den Vereinigten Staaten verlangte sei und hat beschlossen, diese Entscheidung der Konvention mitzuteilen. Südamerika. Peru. Nach einer Havasmeldung aus New=York sind die französischen Forschungsreisenden Reveaux und Lemmonier in der Nähe von Cuzco von einem Italiener ermordet worden. Der Mörder wurde von Indianern niedergemacht. .!: Der Krieg in China. London, 1. Juni. Das deutsche Panzergeschwader hat heute die Heimreise von Wusung angetreten. 1 Aus dem Bericht des Kreis=Ausschusses über die Verwaltung und den Stand der Kreis=Kommunal=Augelegenheiten des Kreises Wiedenbrück für das Jahr 1900. IV. Kreissparkasse. Die nachstehende Uebersicht über den Stand der Sparkasse in den letzten 5 Jahren giebt ein Bild der weiteren Entwicklung dieses Kreisinstituts. Betrag der Einlagen: 1899 13126315,24., 1898 13425971,32., 1897 13779225,50., 1896 13944278., 1895 13629881,32 M. Verzinsung der Einlagen: 1 99 3½, 1898 3½3 und 3½, 1897 3½ und 3, 1896 3½3, 1895 3½ und 31 3. Höhe des Reservefonds: 1899 1195735,73., 1898 1192743,26., 1897 1146382,18 ., 1896 1091720,46., 1895 1036594,33 M. Reingewinn der Kasse: 1899 47600,32., 1898 56708,26., 1897 67964,56., 1896 69099,73., 1895 72259,29 M. Von dem Reingewinn der Kasse ist gezahlt: 1899 dem Reservefonds zugeführt 23800,16., zu Kreiskommunalzwecken überwiesen 23.800,16., 1898 28354,13 bezw. 28354,13., 1897 33982,28 bezw. 33928,28., 1896 34549,87 bezw. 34549,86., 1895 36129,65 bezw. 36129,64 M. Von den Zinsen des Reservefonds sind zu Kreiskommunalzwecken überwiesen: 1899 20188,07., 1898 19089,75., 1897 19422,99., 1896 18570,93 ., 1895 1771928 M..6.., Jgt m r a Die Rechnungen der Kasse pro 1899 sino gelegt und vom Kreistage in der Sitzung vom 30. November dechargiert. Die vorgeschriebenen ordentlichen und außerordentlichen Kassenrevisionen haben stattgefunden, auch sind die Schulddokumente inbezug auf ihre Sicherheit, der Vorschrift gemäß, vom Kreisausschuß geprüft worden. Auf dem letzten Kreistage fand die Neuwahl der Mitglieder des Kuratoriums sowie deren Stellvertreter statt. Erwähnt sei hier, daß es nach einem neuerdings ergangenen Erlaß des Herrn Ministers des Innern den Sparkassen gestattet ist, Kursverluste, insoweit in erster Linie auf den ordentlichen Reservefonds zu verrechnen, als letzterer dadurch nicht unter 5 Prozent des Einlagebestandes sinkt. Chausseen. 1. Die projektierte Chaussee von Kaunitz über Schloß Holte nach der Kreisgrenze mit einer Abzweigung nach Verl wird in nächster Zeit auf etwa 4 Klm. fertiggestellt werden, die Herstellung des Erdplanums für den übrigen Teil ist vergeben. Von der im Haushaltsvoranschlag pro 1900 für das erste Drittel dieser Straße ausgeworfenen Kreisprämie von 16040 M. sind 12000 M. auf Antrag abschlägig gezahlt worden. Der Rest von 4040 M. sowie die Prämie für das 2. Drittel des Weges sind in den Voranschlag für 1901 eingestellt. 2. Die Linienführung für den projektierten Bau einer Chaussee von Langenberg über Bokel nach Rietberg ist jetzt festgelegt und beträgt die Länge der Straße nunmehr insgesamt 9185 Mtr. Hiervon entfallen auf Langenberg 2180, auf Moese 520, auf Bokel 4035 und auf Rietberg 2450 Mtr. Mit den Bauarbeiten haben die Gemeinoen Langenverg und Volel bereits begonnen und steht zu hoffen, daß das ganze Projekt noch in diesem Jahre verwirklicht wird. Die Kreisprämie ist deshalb in den Etat ganz eingestellt. 3. Der im vorjährigen Bericht erwähnte Ausbau des Verbindungsweges zwischen den Gemeinde Lette und Ostenfelde ist im verflossenen Jahre nicht in Angriff genommen worden; die von der Provinz zugesagte Beihilfe ist deshalb zurückgezogen. 4. Die Restprämie für den Chausseebau Friedrichsdorf=Isselhorst ist bis auf etwa 580 M. ausbezahlt. Die völlige Regelung der Angelegenheit steht noch im gegenwärtigen Rechnungsjahre zu erwarten. 5. Die Gemeinden Friedrichsdorf und St. Vit haben vor kurzem beantragt, die von ihnen zu unterhaltenden Chausseen(Friedrichsdorf= Verl und St. Vit=Stromberg) vom 1. April ab auf den Kreis zu übernehmen. Ob die Uebernahme=Bedingungen von den Gemeinden indeß erfüllt sind, muß noch festgestellt werden. 6. An Chausseeunterhaltungskosten sind den Gemeinoen im abgelaufenen Jahre auf Grund des Kreistagsbeschlusses vom 30. Juni 1875 folgende Beträge gezahlr: Stadt Gütersloh 10619,57., Amt Verl 3500,61., Gemeinde Friedrichsdorf 255.30., Stadt Rietberg 139,45., Gemeinden Mastholte=Moese 152,43., Gemeinde Neuenkirchen 458,47., Gemeinde Lette 1003,64., Gemeinde Clarholz 176,40., Stadt Rheda 2711,73., Gemeinde St. Vit 128,41 ., Stadt Wiedenbrück 31,57., Gemeinde Langenberg 214),89., Gemeinde Herzebrock 87,76., Summa 21406,23 M. In früheren Jahren wurden auf Grund des obigen Beschlusses 252278,83 M. verausgabt. Summa der bisher gezahlten Kosten für den Unterhalt der Kommunalchausseen 273685,06 M. 7. Die Chausseewalze wurde im Jahre 1900 nur vom Amte Verl benutzt. Eisenbahnen. 1. Die Teilstrecke Gütersloh=Laer der Teutoburger Wald=Eisenbahn ist am 1. November in Betrieb genommen. Der Verkehr auf dieser Linie hat sich bisher über Erwarten günstig entwickelt. Leider stößt die Fortsetzung der Bahn innerhalb des Regierungsbezirks Osnabrück immer noch auf Schwierigkeiten, weil einzelne Besitzer, welche Grund und Boden zum Abbau abtreten müssen, dem Beginn der Bauarbeiten auf ihren Grundstücken jedes nur mögliche Hindernis in den Weg legen. Solange aber diese Störung nicht beseitigt und die ganze Strecke fertiggestellt ist, wird auf die Ausschüttung einer Dividende für die vom Kreise Wiedenbrück erworbenen Aktien der Teutoburger Wald=Eisenbahn wohl kaum gerechnet werden dürfen. 2. Mit dem Bau der Nebenbahn von Wiedenbrück nach Sennelager ist im Laufe dieses Monats begonnen worden. Wann indeß eine Eröffnung des Betriebes auf dieser Bahn erwartet werden darf, läßt sich zur Zeit noch nicht feststellen. 3. Die Bauarbeiten auf der Nebenbahn von Paderborn nach Brackwede sind schon ziemlich weit vorgeschritten. Man hofft allgemein, daß der Betrieb auf der genannten Strecke nach jahrelangem, leider vergeblichem Warten nunmehr enhgiltig noch im Laufe dieses Jahres aufgenommen werden kann. 4. Die Generalversammlung der Teutoburger Wald=Eisenbahn= Aktiengesellschaft hat im Prinzip einstimmig beschossen, die Nebenbahn von Gütersloh nach Hövelhoff unter der Bedingung aus ihre Kosten auszubauen, daß die erforderlichen Geldmittel für die geplante Vergrößerung des Aktienkapitals und für den Erwerb des erforderlichen Grund und Bodens von den Interessenten des Kreises Wiedenbrück sowie von der Firma Vering& Wächter zu Berlin allein getragen würden. Diese Voraussetzungen zu erfüllen ist nach langwierigen Verhandlungen gelungen. Es steht daher mit Sicherheit zu erwarten, daß die an, den 31. März 1901 einberufene Generalversammlung der Teutoburger Wald=Eisenbahn=Gesellschaft endgiltig den Bau der genannten Nebenbahn übernehmen wird. (Fortsetzung folgt.) Aus dem Regbz. Minden. □ Bielefeld, 3. Juni. Von der Bielefelder Handwerks kammer geht uns folgendes Schreiben zu: Borgen macht Sorgen, sagt ein altes Sprichwort, und bei dem Handwerker macht es sich doppelt wahr. Wie groß die Vorgverluste für jeden Handwerker sind, kann sich jeder leicht berechnen, der sich nur die Mühe nicht verdrießen läßt. Gerade zu drückend werden in dieser Zeit die Borgverluste für den Hand bei allen Geldinstituter zahlt werden müssen. der Ruf nach Abhül Vorstand der Handwer folge eines ihm von d alle Handwerker diesem Krebsschaden und Rechnungsführung nungen, Mahnung der kann eine wirksame wesen erhofft werden. zum Muster nehmen. rung, oder monatlich stimmten Zahlungszie währt bei sofortiger 2 Zahlziel oder Rabat druckt. Diese Art eingebürgert, daß es werker es übel zu selben aneignet. Die zu sprechend, sie berec Mk. jährlich auf rund liche Vorteile. So ka Geldmitteln ist, bei 2 ein günstigeres Abschli Borgfristen die Borgve heutigen Borgunwesen Handwerker zum Ord mangelhaften Buchführ dem Handwerker folge lung einer jeden Arbe der Preis für das A sofort Rechnung mit: stellen. 3. Bei laufen spätestens vierteljährli 4. Am Kopfe der Rec zugeben. 5. Geht das Handwerker an Mahn los, so muß die FordX Bielefeld, 3. liehen im Oberlande und Notaren Dr.§ Geilen in Schwelm, Altenberg in Essen Rechtsanwälten Wex = Bielefeld, 2. 9 Uhr veranstaltet der verein“ auf dem Jo P- Bielefeld, 3. begünstigt, wurde in d der erste Kursus für spielen abgehalten. 2 Förderung der Jugen! desselben lag in den Zur Teilnahme warer engeren Heimat, zum unseres Vaterlandes. beschenkten Stadt Biel der Teilnehmer, die Höhe erreichte. Ande daß das Interesse für immer weitere Kreise welche der energische Ausdauer der Mitgli Zeit von morgens 8 7 Uhr. Groß war al vortrefflichen Leitung keit der Teilnehmer bi dem so herrlichen Tag Erinnerung bleiben. dem Spielen auf dem Welch hohe Bedeutun davon legt das Ersche Minden das beste Ze haftem Interesse jeder Regierungs=Schulrat Worte des Dankes. seiner Freude Ausdru dauer aller, wodurch sonderer Freude erfül ältere Herren sich in alle, das hier Gelernt übertragen zum Wohl landes. 1 Bielefeld, 3. Ji des Gewerkschafts Schreiben: „Ich fühle mich Ztg.“ über mich brack veröffentlicht sind, in jahre fallen, und diese von 4,60, 3,50 und 3, hältnisse heraus entsta Zinkabfällen u. s. w. wurde, ohne daß wir weise weiter Bedenkei ist, habe ich in den le Delikt der Urkundenfä indem wir gemeinscha Zinkabfall unser sei. weisen in der Lage bi der in den letzten 9 J seinem früheren Lebe hätte auch später noch Thomas teilt wei Ztg. um seine Stellun an, weil wir von vor Notiz genommen hätt der Westf. Ztg. abgen + Bielefeld, Bernhard Weimann fünfmal und wegen März d. Is. zu Clar unverschlossenen Koffe heute mit Rücksicht di strafen 6 Monate Gef gangenen Unterschlag Heidbreder gt. Vo Nuuer Heinrich Heit freigesprochen. #8 Bielefeld, 1. Eickelmann zu Sen seinen Schwager Bri Angeklagten) mißhand von dler Absicht gele strafe von 35 Mark er Dienstmagd Maria F. stohlen. 4 Wochen G Gröchtemeyer von verschiedenen Städt April in Oberha r um eine aurerhandlanger W in Untersuchungs Jahre 1897 hier rling durch Drohun einige Tage darauf ar verluste für den Handwerker, da bei der allgemeinen Geldknappheit bei allen Geldinstituten und auch bei Privaten recht hohe Zinsen bezahlt werden müssen. Darum geht durch die Reihen des Handwerks der Ruf nach Abhülfe und Abschaffung des Borgunwesens. Der Vorstand der Handwerkskammer zu Bielefeld wendet sich daher infolge eines ihm von der Vollversammlung gewordenen Auftrages an alle Handwerker dabei mitzuwirken und das Handwerk von diesem Krebsschaden zu befreien. Nur durch eine geordnete Buchund Rechnungsführung, durch regelmäßiges Ausschreiben der Rechnungen, Mahnung der Schulden und Berechnung der Vorzugszinsen, kann eine wirksame Durchführung des Kampfes gegen das Borgunwesen erhofft werden. Hier kann der Handwerker den Kaufmann sich zum Muster nehmen. Der Kaufmann giebt entweder zu jeder Lieferung, oder monatlich oder vierteljährlich Rechnung mit einem besimmten Zahlungsziel— in der Regel—3 Monate oder er gewährt bei sofortiger Baarzahlung einen Skont von einigen Prozenten. Zahlziel oder Rabatte werden am Kopfe der Rechnung vorgedruckt. Diese Art der Rechnungsführung ist so bekannt und eingebürgert, daß es keinem Kunden einfallen wird, dem Handwerker es übel zu nehmen, wenn er sich die Vorteile derselben aneignet. Die Vorteile aus einem schnelleren Geldumsatz sind zu sprechend, sie berechnen sich bei einem Geschäftsumsatz von 10000 Mk. jährlich auf rund 800 Mk. Dazu kommen noch andere wesentliche Vorteile. So kann z.., wenn der Handwerker im Besitz von Geldmitteln ist, bei Ankauf von Rohmaterial 2c. gegen Barzahlung ein günstigeres Abschließen erzielt werden, ferner sind bei kürzeren Borgfristen die Borgverluste wesentlich geringer. Den Grund zu dem heutigen Borgunwesen im Handwerk findet man in der Unlust der Handwerker zum Ordnen der Bücher und Rechnungen und an der mangelhaften Buchführung. Die Handwerkskammer empfiehlt deshalb dem Handwerker folgende Punkte zur Beachtung: 1. Nach Fertigstellung einer jeden Arbeit ist die Kalkulation sofort vorzunehmen und der Preis für das Werk festzusetzen. 2. Bei einzelnen Arbeiten ist sofort Rechnung mit 3 Monate Zahlziel, ev. mit Skontozusage, zuzustellen. 3. Bei laufenden Arbeiten ist die Rechnung monatlich oder spätestens vierteljährlich mit Zahlziel von 3 Monaten auszustellen. 4. Am Kopfe der Rechnungen sind die Zahlbedingungen deutlich anzugeben. 5. Geht das Geld nicht terminmäßig ein, so darf es der Handwerker an Mahnungen nicht fehlen lassen. 6. Sind diese fruchtlos, so muß die Forderung eingeklagt werden. X Bielefeld, 3. Juni. Der Charakter als Justizrat ist verliehen im Oberlandesgerichtsbezirk Hamm: den Rechtsanwälten und Notaren Dr. Klasing in Bielefeld, Voß in Meschede, Geilen in Schwelm, Dingerkus in Förde, Mausen in Dortmund, Altenberg in Essen und Dr. Lohmann in Hagen, ferner den Rechtsanwälten Wex und Ohly in Bielefeld. = Bielefeld, 2. Juni. Am Samstag den 15. d. Mts. abends 9 Uhr veranstaltet der hiesige„Gabelsbergersche=Stenographen= verein“ auf dem Johannisberge ein Sommerfest. P- Bielefeld, 3. Juni. Spielkursus. Von dem besten Wetter begünstigt, wurde in der diesjährigen Pfingstwoche hier in Bielefeld der erste Kursus für Lehrer zur Ausbildung in Jugend= und Volksspielen abgehalten. Veranlaßt war derselbe vom Zentralausschuß zur Förderung der Jugend= und Volksspiele in Deutschland. Die Leitung desselben lag in den Händen des hiesigen Oberturnlehrers Schmale. Zur Teilnahme waren 47 Herren erschienen, zum Teil aus unserer engeren Heimat, zum Teil aber auch aus den entferntesten Gauen unseres Vaterlandes. Daß die Wahl unserer von der Natur so reichlich beschenkten Stadt Bielefeld eine glückliche war, beweist die große Zahl der Teilnehmer, die bei gleichen Veranstaltungen wohl selten diese Höhe erreichte. Andererseits beweist aber diese stattliche Zahl auch, daß das Interesse für die schöne Sache unserer Spielbewegung in immer weitere Kreise dringt. Groß waren gewiß die Anforderungen, welche der energische Betrieb der Spiele an die körperliche Kraft und Ausdauer der Mitglieder stellte; umfaßten doch die Uebungen die Zeit von morgens 8 bis 12 Uhr und des Nachmittags von 4 bis 7 Uhr. Groß war aber auch die Begeisterung, welche sich Dank der vortrefflichen Leitung mit der immer größer werdenden Geschicklichkeit der Teilnehmer bemächtigte. Die zwar anstrengenden aber trotzdem so herrlichen Tage werden gewiß allen noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Am Samstag morgen fand der Kursus mit dem Spielen auf dem Platze an der Bielesteinstraße seinen Abschluß. Welch hohe Bedeutung auch die Behörde unserer schönen Sache beimißt, davon legt das Erscheinen der beiden Herren Regierungs=Schulräte aus Minden das beste Zeugnis ab. Die hohen Herren folgten mit lebhaftem Interesse jedem einzelnen Spiele. Zum Schlusse richtete Herr Regierungs=Schulrat Dr. Gregorovius an alle Beteiligte herzliche Worte des Dankes. Er begrüßte zunächst die Kursisten und gab dann seiner Freude Ausdruck über das rege Interesse und die große Ausdauer aller, wodurch das hier Gesehene erreicht sei. Mit ganz besonderer Freude erfülle ihn gerade der Umstand, daß selbst so viele ältere Herren sich in den Dienst der guten Sache gestellt. Er bitte alle, das hier Gelernte auf die Verhältnisse ihres Wirkungskreises zu übertragen zum Wohl unserer Jugend und unseres geliebten Vaterlandes. Bielefeld, 3. Juni. Von Thomas, dem früheren Vorsitzenden des Gewerkschaftskartells, erhält die„Volksw.“ folgendes Schreiben: „Ich fühle mich verpflichtet, auf den Artikel, den die„Westfäl. Ztg.“ über mich brachte, zu erwidern, daß meine Vorstrafen, die dort veröffentlicht sind, in die Zeit von meinem 13.— 15. resp. 16. Lebensjahre fallen, und dieselben wegen kleiner Sachen, die den Höchstbetrag von 4,60, 3,50 und 3,00 Mk. betreffen, welche aus dem Arbeitsverhältnisse heraus entstanden sind, indem die Mitnahme von kleinen Zinkabfällen u. s. w. gemeinschaftlich von uns Lehrjungen betrieben wurde, ohne daß wir uns über die Tragweite unserer Handlungsweise weiter Bedenken gemacht. Wie aus den Akten festzustellen ist, habe ich in den letzten 9 Jahren keinerlei Strafen erlitten. Der Delikt der Urkundenfälschung bezieht sich gleichfalls auf obige Sachen, indem wir gemeinschaftlich einen Zettel ausgefertigt hatten, daß der Zinkabfall unser sei. Dies zur Aufklärung, wie ich jederzeit zu beweisen in der Lage bin. Ich glaube nicht, daß man einen Menschen, der in den letzten 9 Jahren gezeigt hat, daß er bestrebt war, sich von seinem früheren Lebenswandel zu reformieren, behaupten kann, ich hätte auch später noch Unredlichkeiten begangen.“ Thomas teilt weiter mit, daß er durch den Artikel der Westf. Ztg. um seine Stellung gekommen sei. Die„Volksw.“ rempelt uns an, weil wir von vorstehendem Schreiben des Herrn Thomas keine Notiz genommen hätten. Wir haben aber lediglich eine Erwiderung der Westf. Ztg. abgewartet. + Bielefeld, 1. Juni. Strafkammer. Der Fuhrknecht Bernhard Weimann aus Lüdinghausen, wegen Diebstahls schon fünfmal und wegen Betruges schon zweimal vorbestraft, hat am 14. März d. Is. zu Clarholz seinem Mitknechte Diekmann aus einem unverschlossenen Koffer 9 Mark bares Geld gestohlen. Er erhielt heute mit Rücksicht dieses groben Vertrauensbruchs und seiner Vorstrafen 6 Monate Gefängnis. Von der Anklage einer im Amte begangenen Unterschlagung wurden der frühere Landbriefträger Ernst Heidbreder gt. Voßiek aus Dornberg, und sein Bruder, der Müller Heinrich Heidbreder, gt. Voßiek aus Niederdornberg freigesprochen. § Bielefeld, 1. Juni. Schöffengericht. Der Ziegler Heinr. Eickelmann zu Senne II hat in der Nacht zum 81. Januar d. J. einen Schwager Brindöpke, der seine Ehefrau(eine Schwester des Angeklagten) mißhandelt haben sollte, gehörig durchgeprugelt. Die von edler Absicht geleitete That bringt Eickelmann heute eine Geldstrafe von 35 Mark event. 7 Tage Gefängnis ein.— Die inhaftierte Lienstmagd Maria Feldmann von hier hat ihre Dienstherrschaft besohlen. 4 Wochen Gefängnis.— Der frühere Oberpostassistent Fritz Gröchtemeyer von hier, z. Z. hier in Untersuchungshaft, der sich verschiedenen Städten der Zechprellerei schuldig gemacht hat, hat April in Oberhausen einen Wirt und im Mai d. J. einen hien Hotelier um eine Zeche geprellt. 3 Wochen Gefängnis.— Der aurerhandlanger Wilh. Schmidt aus Wöllmarshausen, z. Zt. ter in Untersuchungshaft, ist geständig, während des Maurerstreiks im Jahre 1897 hier in Bielefeld einen nichtstreikenden Maurerhrling durch Trohung zur Teilnahme am Streik gezwungen und Enuige Tage darauf an dem Hause des Maurermeisters Gaus der ihn vorher mit einem Stocke geschlagen hatte, aus Rache eine Fensterscheibe eingeworfen zu haben. Er erhält heute wegen Vergehens gegen § 153 der Gewerbeordnung und Sachbeschädigung 2 Wochen Gefängnis. — Wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt wurde der Klempner Paul Vetter zu Bielefeld, mit fünf Wochen Gefängnis bestraft. — Der Knecht Wilhelm Lührmann zu Bauerschaft Schildesche hat v. Is. zwei Fensterscheiben an der Wohnung des Heuerlings Schelp zu Schildesche eingeworfen. 20 Mk. Geldstrafe ev. 4 Tage Gefängnis.— Der Handarbeiter Friedrich Obermeier von hier, hat am 25. März d. Is. seine Ehefrau schwer mißhandelt. 3 Monate Gefängnis.— In der Nacht zum 11. März d. Is. wurden in der Wirtschaft von Str. zu Schildesche drei Personen von dem Schachtmeister Friedrich Holz aus Schildesche, dem das Verweilen in der Wirtschaft von berechtigter Seite untersagt war, mit einem Gehstocke vorsätzlich körperlich misthandelt. 100 Mk. Geldstrafe bezw. 20 Tage Gefängnis.— Der Handelsmann Johann Jennebach und der Scheerenschleifer August Jennebach zu Brackwede haben in der Nähe von Brackwede mehrere Radfahrer mißhandelt. Johann J. erhielt heute 35 Mk. Geldstrafe event. 7 Tage Gefängnis und August I. 2 Wochen Gefängnis.— Wegen Beleidigung des Schutzmanns K. von hier wurde der Fabrikarbeiter Wilhelm Lewen von hier mit 10 Mk. event. 2 Tage Gefängnis und der Fabrikarbeiter Friedrich Vinke von hier mit 20 Mk. ev. 4 Tage Gefangnis bestraft.— Der Neubauer Albert Brockmann zu Sieker, hat seinen Schwiegersohn Klemme mit dem Totschlage bedroht. 10 Mk. event. 2 Tage Gefängnis.— Der Schlossergeselle Karl Käune von hier, welcher seinem Logiskollegen ein Jacket im Werte von 25 Mk. gestohlen hat, erhält 2 Wochen Gefängnis.— Der Hausknecht Wilhelm Helle von hier wird wegen Diebstahls einer Steppdecke zu 3 Tagen Gefängnis verurteilt.— Der Fabrikarbeiter Heinrich Babenhauserheide zu Bielefeld hat von seiner Arbeitsstätte 5 Gummidecken gestohlen. 2 Wochen Gefängnis. — Der Kolon Herm. Heienbrock zu Babenhausen wird wegen Beleidigung des Gensdarm Bl. zu 20 Mark bezw. 4 Tagen Haft verurteilt. Paderborn, 1. Juni. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß gestern den Neubau eines neuen Schlachthauses am Tegelwege, dessen Kosten auf 320000 Mk. veranschlagt sind. dem Münsterlande. Münster, 30. Mai. In der Hauptversammlung der Aktionäre der Ländlichen Centralkasse, an der unter andern Ehrengästen auch der Oberpräsident von der Recke teilnahm, erstattete der Direktor Hötte den Jahresbericht für 1900. Der Gesamtumschlag betrug 50935770 Ml. Mit der Kasse standen 425 Genossenschaften in Geldverkehr. Für Einlagen betrug der Zinsfuß 3¼ für Darlehen 4¼1. Im Anschlusse daran fand der Verbandstag ländlicher Genossenschaften der Provinz Westfalen unter dem Vorsitze des Dr. jur. Grafen v. Landsberg=Velen statt. Die Zahl der dem Verbande angeschlossenen Spar= und Darlehnskassen betrug 414, zu denen inzwischen 12 neu gebründete hinzugekommen sind, ferner gehörten 47 bäuerliche Bezugs= und Absatzgenossenschaften zu dem Verbande. Der Gesamtumsatz betrug 91896394 Mk. Auf eine Anfrage aus der Versammlung, wie es mit den 740000 Mk. stehe, die unter den Wertpapieren der Centralkasse im Nennwerte von 3534900 Mk. in Pfandbriefen der Preußischen Hypotken=Aktienbgnk belegt sind, erteilte der Vorstand die beruhigende Auskunft, daß die Hoffnung als berechtigt erscheine, die Centralkasse werde ohne Verlust abschließen. Münster, 2. Juni. Heute feierte der Landgerichtsrat Frieling= haus in großer körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische sein 50jähriges Dienstjubiläum. X Recklinghausen, 2. Juni. Hier wurde das 2jährige Kind der Witwe Steffeck von einem Straßenbahnwagen überfahren, dasselbe starb kurz darauf. + Buer, 2. Juni. Das dem Grafen v. Landsberg gehörige Rittergut Uhlenbrock soll sicherem Vernehmen nach für den Preis von 600000 Mk. an die Firma Thyssen& Co., Mülheim, verkauft sein, die dort nach Kohlen bohren lassen will. Westfalen und Nachbarländern. □ Lippstadt, 2. Juni. Heute Sonntag fand hierselbst der alljährliche Bezirkstag von Westfalen und Lippe des deutschen Fleischerverbandes statt. Der interessanteste Punkt der Tagesordnung war der betr. die Verwendung von Meat=Preserve(Fleisch=Konservierungssalz), über welche Herr Frankenberg=Bielefeld berichtete. Die in den letzten Jahren wegen Verwendung von Meat=Preserve gegen eine ganze Reihe Metzgermeister angestrengten Prozesse seien teils zu Ungunsten, größtenteils jedoch zu Gunsten der Letzten entschieden worden. Ein entscheidendes Urteil einer höheren Instanz liegt leider nicht vor. Morgen, 3. Juni, wird ein gleicher Prozeß wieder vor dem Berliner Landgericht II entschieden, dem in Anbetracht der Wichtigkeit des Gegenstandes und der von verschiedenen medizinischen Autoritäten eingeforderten Gutachten mit Spannung entgegengesehen wird.— Zum Fleischschaugesetze, das z. Z. dem Bundesrate zur Genehmigung vorliegt, nahm der Bezirkstag ebenfalls Stellung. Die Petition der Versammlung deutscher Wurstmacher in Halle, in der um Gestattung der Einfuhr von Leber und Zunge gebeten wird, soll unterstützt werden. Bez. der Schlachtviehversicherung sprach man sich gegen die staatliche und für die Einführung derselben seitens der einzelnen Innungen aus. Als nächster Vorort wurde Münster gewählt. Die Kasse hatte eine Einnahme von 767,33., eine Ausgabe von 364,65 ., einen Bestand z. Z. von 399,68 M. Der Vorstand wurde wiedergewählt. Lippstadt, 30 Mai. Ein gräßlicher Unglücksfall ereignete sich heute gegen 6 Uhr abends auf der Ziegelei am Lüning. Der dort angestellte Maschinenwärter wollte einen abgelaufenen Treibriemen wieder auflegen, als der Unglückliche auch alsbald erfaßt und mit über die Triebwelle gezogen wurde. Ehe die Maschine stillgesetzt werden konnte, war der unglückliche Mensch auch schon unzähligemal mit herumgeschwenkt und sein Körper buchstäblich in Stücke gerissen. Der Verunglückte war ein noch junger Mann, der erst vor einigen Wochen geheiratet hat und sich ein Häuschen in der Nähe der Ziegelei gekauft hatte.(Lippst. Kreisbl.) Brilon, 31. Mai. Herr Stadtkaplan Theodor Dreisbusch, früher Lehrer am hiesigen Gymnasium, geboren 1836, ist gestern gestorben. Scheidingen, 31. Mai. Gegen 12 Uhr fuhr ein Blitzstrahl mit entsetzlichem Krach in das Haus des Ackerers H. Kallerhof und zündete. Das Haus ist gänzlich niedergebrannt. Vieh und Mobiliar wurden gerettet. Dortmund, 1. Juni. In verflossener Nacht kamen hier wiederum zwei Selbstmorde vor. In den letzten 8 Tagen sind hier 6 Selbstmorde zu verzeichnen. Der in der Saarbrückerstraße wohnende Generalagent Preußner machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende, während in der Wredenschen Wirtschaft sich ein Schlosser Namens Marcus vergiftete. Die Motive sind unbekannt. Weidenau a. d. Sieg, 30. Mai. Ein erschütternder Unglücksfall ereignete sich heute nachmittag kurz nach 1 Uhr auf dem hiesigen Bahnhofe, indem der seit dem 1. Januar hier angestellte Stations= vorsteher Hill von einem Güterzuge, der nach Siegen abging, überfahren und sofort getötet wurde. Der Verstorbene war verheiratet und Vater von vier Kindern. Vom Rhein, 31. Mai. Die Weinberge am Rhein und an der Mosel haben trotz der strengen Winterkälte nicht gelitten. Bei den zahlreichen Gescheinen dürfen die Aussichten als günstig bezeichnet werden. Das zuerst an der Ahr erprobte Räuchern bei eintretendem Frühlingsfrost ist in manchen Gemeinden am Rhein und an der Mosel erfolgreich nachgeahmt worden. Große Besorgnis flößt nur das zahllose Erscheinen der Motte des Heu= und Sauerwurms ein. Mit Klebefächern sucht man jetzt die Motte wegzufangen. Um 5 Uhr morgens und um 5 Uhr abends beginnt der Fang, der meistens von fächerschwingenden Schülern ausgeübt wird. In Bernkastel und in Graach hat man bereits Hunderttausende Motten mit Klebefächern gefangen. Auch am Rhein wird dieser Fang jetzt mit zunehmendem Erfolg betrieben. Andere Besitzer stellen in ihren Weinbergen Nistkästen für Meisen auf. In einem Weinbergsgelände zählten wir allein 80 Kästen die alle bezogen sind. □ Osterrath b. Krefeld, 31. Mai. In der vergangenen Nacht gegen etwa vier Uhr brach auf dem früheren Peters'schen, jetzt Steinfort'schen Gute Feuer aus. Die Flammen verbreiteten sich in kurzer Zeit über den ganzen Hof, und es wurden sämtliche Ställe und auch die Scheune in Asche gelegt. Das Vieh konnte nur mit knapper Not aus dem brennenden Stalle gerettet werden. Dabei trug der Viehwärter schwere Brandwunden davon. Es ist kein Verlust an Menschenleben zu beklagen, und die Gebäude waren versichert. Seit zwei Jahren ist dieser Brand schon der dritte, der auf dem Gute ausbrach. Leider konnte bis jetzt nicht die Entstehung des Brandes festgestellt werden. Man vermutet jedoch Brandstiftung. □ Aachen, 1. Juni. In dem Skandalprozeß wegen Kuppelei erhielten Frau Postassistent Dahmen 15 Monate, Regierungsrat Schneemann 9, Rentner Marx 6, Mehlhändler Pütz 8, Buchhalter Hersch und Student Cremer je 6 Monate Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte gegen Frau Dahmen drei Jahre Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre, gegen die übrigen Angeklagten Gefängnisstrafen von sechs bis 18 Monaten beantragt. Frau Dahmen wurde außerdem wegen Entführung eines minderjährigen Mädchens zum Zwecke der Verleitung zur Unzucht an das Schwurgericht verwiesen. Vermischtes. — Berlin, 1. Juni. Die Strafkammer des Landgerichts II verurteilte den Justizrat Sello wegen Herausforderung des Staats“ anwalts Braut zum Zweikampf mit tötlichen Waffen zu 1 Monatden Kartellträger Major a. D. Wagener zu 4 Tagen Festungshaft— Berlin, 2. Juni. Ein mysteriöser Leichenfund, der auf die Ermordung eines Menschen und die Zerstückelung seiner Leiche schließen läßt, ist gestern am späten Abend auf dem Güterbahnhof Wilmersdorf=Friedenau gemacht worden. Dort entdeckten Arbeiter in einem Haufen Müll, der hier abgeladen wird, Reste einer zerstückelten Menschenleiche, die bereits in Verwesung übergegangen war. Man fand zwei Schenkel und einen Fuß von einem erwachsenen Menschen nebst mehreren anderen ganz klein zerteilten Stücken eines menschlichen Leichnams. Es wird vermutet, daß diese Leichenteile in einen Müllkasten eines Berliner Gehöfts geworfen worden sind, nachdem das Menschenleben durch ein Verbrechen vernichtet worden ist. — Metz, 31. Mai. Beim 174. Regiment ist gleichfalls der Typhus ausgebrochen; in der 6. Kompagnie sind sechs Leute erkrankt. Alle Vorsichtsmaßregeln gegen die Verbreitung der Krankheit sind getroffen. 480 eintreffende Reservisten werden in andern Kasernen untergebracht werden. — Magdeburg, 31. Mai. Wie die Magdeburger Zeitung erfährt, wurde heute früh auf dem Truppenübungsplatze Alten=Grabow ein Raubmord entdeckt. Bauarbeiter fanden vor dem Dorfe Dretzen an der Grenztafel den bejahrten Handelsmann Karl Köhler erhängt mit Wunden am Kopfe. Der Ermordete soll sich auf der Reise befunden und 1500 Mk. bei sich gehabt haben. — Birmingham, 1. Juni. In einem Kellerraum wurden gestern die Leichen von 29 kleinen Kindern, die in Kisten verpackt waren und dort seit 6 Tagen lagerten, aufgefunden. Die verhaftete Inhaberin des betr. Kellers erklärte, es handele sich um Kinderleichen, die ihr zur Bestattung anvertraut worden wären. Die Frau konnte jedoch nur 4 Zeugnisse beibringen, die besagten, daß ihr Kinderleichen zur Bestattung überwiesen worden sind. Sie wird beschuldigt, die 25 anderen Kinder ermordet resp. an deren Ermordung sich beteiligt zu haben. — Die verschütteten Städte in Ost=Turkestan. Nördlich vom Kuen=lün und südlich vom Jarkand=Flusse, also im Herzen von Asien, in der Nähe der heutigen Stadt Chotan, dehnt sich eine Wüste aus, welche den Namen Takla Makan, d. h. die mit Thongeschirr=Trümmern bedeckte Ebene führt. Innerhalb dieses Gebietes befinden sich, wie schon Marco Polo berichtete, vom Sande verschüttete uralte Städte, und der Engländer Johnson brachte 1866 von dort die Nachricht, daß die heutigen Bewohner jener Gegend gelegentlich im Sande goldene Kunstgegenstände fänden. Etwa sieben Jahre später stellte infolgedessen Forsyth dort an verschiedenen Punkten Ausgrabungen an und stieß auf Münzen und Glasscherben. Man zeigte ihm sogar einen 8 kg schweren Goldschmuck, der in der Nähe von Chotan ausgegraben worden war, ferner alte Münzen und eine kleine BuddhaStatue. Sven Hedin ließ 1896 in der Nähe von Chotan nachgraben, wobei Thonsachen, Münzen und Siegel zutage kamen. Im darauf folgenden Jahre besuchte Högberg diese Gegend und brachte eine Anzahl alter Manuskripte in unbekannten Schriftzügen nach Europa. Nördlich vom Jarkand=Darja, im Gebiete von Turfan, sind ebenfalls Ueberbleibsel alter Städte entdeckt worden, zuerst 1879 von dem Botaniker Regel, dann 1898 von der russischen archäologischen Expedition unter Führung von Klementz. Dieser fand zahlreiche Trümmer von Städten und Bauwerken sowie Ruinen buddhistischer Klöster und Tempel. Außerdem wurden viele Höhlenbauten entdeckt, die im Innern nach Spuren von Malereien trugen. Diese Höhlenbauten, deren nicht weniger als 162 aufgefunden wurden, dienten wahrscheinlich buddhistischen Mönchen als Wohnungen. Die Malereien, für welche Tusche und Leimfarben benutzt wurden, stellen Szenen aus den religiösen Anschauungen und Lehren des Buddha dar. Leider sind die meisten durch die fanatischen Mohammedaner bei der Eroberung des Landes zerstört worden, besonders an den Wänden, während die Deckenmalereien besser erhalten sind. Zahlreiche Inschriften wurden in diesen Höhlen entdeckt, teils in Sanskrit, teils in uigurischer und chinesischer Sprache, dagegen keine in tibetanischer. Endlich fanden sich zahlreiche Fragmente alter Manuskripte im Sande, offerbar Reste alter buddhistischer Klosterbibliotheken, auch Fragmente buddhistischer Holzdruckbücher. Außer den Russen haben auch die Engländer in Ostturkestan kostbare Altertümer erworben. Darunter befinden sich auf Baumrinde geschriebene Manuskripte, die dem fünften Jahrhundert unserer Zeitrechnung entstammen. Die meisten sind in der Sanskritsprache geschrieben und religiösen, d. h. abergläubischen oder auch medizinischen Inhalts. Aus der Gegend von Chotan stammen mehrere Manuskripte in unbekannter Schrift sowie Bücher in Holzdruck, die vielleicht buddhistische Gebetbücher sind, aber die Schriftzüge, welche sie enthalten, sind nicht zu deuten. Eine systematische archäologische Durchforschung jenes Gebiete dürfte die wichtigsten Entdeckungen zutage fördern. Wetteraussichten. Am 4. Juni: Etwas kühleres, abwechselnd heiteres und wolkiges, meist trockenes Wetter. Am 5. Juni: Ziemlich warmes, vielfach heiteres und trockenes Wetter. Gedenktage. 8. Juni 1845. Staatsminister Arthur Adolf Graf von Posadowsky=Wehner zu Groß=Glogau gestorben. Verantwortlich für den lokalen Teil: Wilh. Clemens in Bielefeld, für den übrigen Inhalt: F. Knippschild in Oelde.— Rotationsdruck und Verlag von E. Holterdorf in Bielefeld und Oelde.— Expedition: Bielefeld, Klosterstraße 1. 1. Wiener Café Bielefeld Neumarkt Eche Marktstr. Inh. H. Neumann. Spezial=Ausschank v. Königl. Bayer. Hofbrauamt. In= u. ausländische Zeitungen. Konditorei im Hause. Tag und Nacht geoffnet. Vielestloer Schühengrrraschalt! In der gestrigen Ausschußsitzung wurden 35 neue Mitglieder aufgenommen. Ergänzend wurde der Beschluß gefaßt, daß die Abonnementskarten des Bielefelder Orchesters von jedem Familienmitgliede benutzt werden können, und daß die dritte und jede weitere Abonnementskarte Mk. 1,50 kostet, welchem Beschluß der Verwaltungsrat seine Zustimmung gegeben hat. Statt jeder besonderen Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine gute Nichte, unsere teure Schwester Klara Brunnert ins bessere Jenseits abzurufen. Sie starb, wohlvorbereitet, nach kurzer Krankheit. Ihre liebe Seele wird dem hl. Opfer der Priester und dem Gebete der Gläubigen empfohlen. Bielefeld, den 1. Juni 1901. G. Ernst, Rektor. M. Brunnert, Lehrerin. St. Brunnert. Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag 5 Uhr vom Trauerhause, Klosterplatz 3, aus statt, das Seelenamt Mittwoch Morgen 7 Uhr 20 Min. 1 Todes-Anzeige. Heute Morgen 8½ Uhr entschlief sanft im Herrn nach kurzer Krankheit, gestärkt durch den Empfang der heiligen Sakramente, meine liebe Frau, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Gutsbesitzer B. Thutmann gnt. Telges Ich empfehle mich in Beckum u. Umgegend als Wäscherin und Platterin für ohne und mit Wtnlg und mit Glanzbügeln, in u. außer dem Hause. Cement=Straße No. 5a. Grasverkauf. Am Freitag, den 7. Juni, nachmittags 5 Uhr, werde ich im Auftrage der verw. Frau Pellengahr zu Haus Geist b. Oelde: ca. 20 Morgen Gras u. mehr. Abteil. Stren meistbietend gegen Kredit verkaufen. Oelde, im Juni 1301. Kemper, Bruteier! rebhuhnfarb. Italiener Dutz..20, schwarze Minorka„.20. B. Rüschenschroer, Kspl. Beckum. EEinige Malter rote und weiße C Speisekartoffeln hat noch abzugeben T. Wolff Wwe., Freckenhorst. Für einen Sohn achtbarer Eltern wird Stelle als Bäckerlehrling gesucht. Wo, zu erfragen in der Expedition dies. Blattes. Heimann Anna geb. im 63. Lebensjahre. Um ein andächtiges Gebet für die teure Verstorbene und um stille Teilnahme bitten Westkirchen, den 1. Juni 1901. Die trauernden Angehörigen. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4. ds. Mts, morgens 9 Uhr statt. S 2 Schmiedegesellen auf sofort für dauernde Beschäftigung und ein Lehrling jetzt oder später gesucht. H. Frankrone, St. Vit. # „ zu Koch-, Heizungs- und Beleuchtungszwecken 32 Pf. pro Liter, 90 Vol. s exklusive Flasche 35 Pf.„„ 95 Vol.% in verschlossenen Literflaschen unter garantierter Stärke ist unter der Bezeichnung „Centrafspfrktus in nachstehenden Verkaufsstellen zu haben in: Oelde: B. Linnemann& Co. Beckum: Ant. Hagedorn, Ant. Samson, Wwe. Steffens. Ahlen: W. Linnemann, F. Bankamp, F. Kortemme, E. Dickebohm, I. Holtermann. 14 Neubeckum: Fr. Lillmannstöns. Enniger: Th. Hürkamp. Ennigerloh: Wwe. H. Lücke. Stromberg: Th. Hanebrink. Man achte beim Einkauf auf das Etiquette, auf welchem obige Gradstärke und Preis vermerkt sind. Für die Flaschen sind 15 Pfg. zu zahlen, die unversehrten Flaschen werden jeder Zeit zu diesem Preise zurückgenommen. Bei folgenden Firmen sind auch Spiritus-Kochapparate aller Art und Spiritus-Glühlampen zu haben: H. Franken, Münster, Salzstrasse. Aug. Overberg, Münster, Katthagen. Heinr. Langhorst,„ Spickerhof. J. H. Richters,„ Johanntsstrasse. Haupt-Vertrieb: Centrale für Spiritus-Verwertung, Berlin. Noch ist es Zeit, seine Früchte gegen „„ Zur gefl. Kenntnis, zu lassen. W. Schwinn, Beckum, Vertreter der Magdeburger Hagelversicherungs-Gesellschaft. Schriften des Mlgr. Sebast. Kneipp, a weiland päpstl. Geheimkämmerer, Pfarrer in Wörishofen: So sollt ihr leben! Winke und Ratschläge für Gesunde und Kranke zu einer einfachen, vernünftigen Lebensweise und einer naturgemäßen Heilmethode. 18. Auflage. Geb. 3 Mark 20 Pfg.(Porto 20 Pfg. extra.) Meine Wasserkur. 52. Auflage. Geb. 3 Mk. 20 Pfg. (Porto 20 Pfg. extra.) Mein Testament für Gesunde und Kranke. 2. Auflage. 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Hagedorn, gegr. 1866, 6a.7 0Angestellte. zatent=Reinigungsverfahren. Schneue, sorgfältigste Lieferung ohne Portoverechnung. Hast Du noch eine Mark übrig? gar 2, 3, 5 oder mehr? Bitte, Bitte, sende sie den Aermsten der Armen, den Schwestern und Kindern des St. Josefsheim Heimat für heimatlose Kinder Berlin N. 58, Pappel=Allee 110—111 oder St. Josefsheim Sittard, postl. Wehr, Aachen. Sendenhorst. Sendenhorst. Pranz Pottken, Eachbinderei, Henbenhorg. Anzeigen-Annahmestelle für die „Glocke“. Oeffentlicher Dank. Seit längerer Zeit litt ich an heftigem nervösen Kopfschmerz, bald rechts= u. linksseitige Kopfschmerzen, großer Schwäche und Müdigkeit. Die Schmerzen verursachten mir durch das viele Bohren und Stechen im Kopfe, in den Schläfen, sowie heftig auftretendem Gesichtsschmerz, große Qual und viele schlaflose Nächte, sodaß mir das Leben völlig zur Last wurde und ich vollständig meinen Pflichten entsagen mußte. Nachdem ich bei verschiedenen Aerzten Heilung gesucht, doch ohne Erfolg, wandte ich mich des Lebens müde einer Danksagung folgend an Herrn A. Pfister, Dresden, Ostraallee 7, und vertraute noch dessen Kunst. Derselbe hat mich in der allerkürzesten Zeit durch seine einfache briefliche Behandlung und leicht durchführbare, vorzügliche Heilmethode von meinem traurigen Leiden vollständig befreit. Ich spreche auf diesem Wege im teresse ähnlich Leidender Herrn Phister nächst dem lieben Gott meinen besten Dank aus, auch bin ich gern bereit, Auskunft über alles zu geben. Frl. Elise Otte, Osnabrück, Bierstraße 21. Suche zum 1. Oktober älteres, erfahrenes ein Aeinbermädihen, kath., gegen hohen Lohn. Frau F. Gildemeister, Clarholz i. W. Lucas' Taschenfahrplan (Sommerfahrplan 1901) Preis 20 Pfg., mit Porto 25 Pfg. Holterdorf, Buchhandlung, Bielefeld und Oelde. er Stelle sucht, verlange unsere V Allgemeine Vakanzenliste“. W. Hirsch Verlag, Mannbeim. 40 Es wird zum 1. Juli d. J. ein zuverlässiger kath. braver Müller, Handels-Nachrichten. Bericht über thatsächlich erzielte Getreidepreise in der Provinz Westfalen. Preis in Mark pro Doppelzentner oder 200 Pfund. Samstag, den 1. Juni 1901. Kreis Tecklenburg Weizen 16,60, Roggen 14,80, Ahaus Weizen 17,20, Roggen 15,50, Gerste 18,00, Hafer 16,00, Borken Weizen 17,00, Roggen 14,75, Hafer 14,80, Münster Weizen 17,50, Roggen 15,20, Gerste 16,00, Hafer 15,00, Warendorf Weizen 17,00, Roggen 15,00, Wiedenbrück Roggen 14,80, Gafer 15,00, Soest Weizen 17,10, Roggen 14,90, Bielefeld Weizen 17,00, Roggen 15,00. Börsen=Notierungen nach privaten Ermittelungen. Paderborn.(Amtl.) Roggen 15,40, Gerste 00,00, Hafer 15,60. Dortmund.(Börse.) Weizen 17,50 inl., 18,00 ausl., Roggen 15,00 inl., 15,50 ausl., Gerste 12,75 inl., Hafer 00,00 inl., 15,00 ausl. Essen.(Börse.) Weizen 17,25 inl., 18,25 ausl., Roggen 14,50 inl., 17,00 ausl., Gerste 13,00 inl., Hafer 15,75 ausl. Bremen. Weizen 00,00 inl., 17,60 ausl., Roggen 00,00 inl., 14.70 ausl.„„„„„ P. Berlin, 1. Juni 1901. Berlin, Weizen 170,00, Moggen 146,00, Mannheim, Weizen 176,50, Roggen 146,00. der selbständig mit Wasser und Dampf arbeiten kann, gesucht. Von wem, sagt die Exped. d. Bl. Suche auf sofort oder später einen kathol. Bäckerlehrling für Fein= und Grobbäckerei. Näheres in der Exped. d. Bl. Viehmarkt. Zu verkaufen: Sehr schöne junge Hof= und Begleithunde billig bei Kassmann, Ennigerloh. Ein brauner 1½ Jahre alter Jagdhund bei Leo Gentrup, Ostenfelde. Die gegen den Maurermeister Wolfslau und Frau H. Recker am 13. Mai d. J. ausgesprochenen Beleidigungen nehme ich hiermit als unwahr zurück. Ennigerloh, den 1. Juni 1901. Clara Growe: Lippstadt, 30. Mai. Der heutige Markt war im ganzen recht belebt. Auf den Straßen und in und außer der Stadt und auf dem Marktplatze selbst war eine unglaubliche Menge allerlei Fuhrwerke. Gute Pferde waren nur wenig aufgetrieben, Ackerpferde schon mehr, aber es war nach denselben nur wenig Nachfrage. Rindvieh fand ziemlich guten Handel. An Schweinen waren nur wenige große da, dagegen starker Auftrieb von Ferkeln und lebhafter Begehr, sodaß der Markt, soweit gute Ware vorhanden war, gänzlich geräumt wurde. Die Preise stellten sich auf 3 Mk. bis 3,50 Mk. pro Woche.(Lippst. Kreisbl.) Gütersloh, 1. Juni. Produkten= und Fettvieh=Preise. Weizen pr. 100 Pfd. 9,20—0,00 sM., Roggen hies. 7,80—0,00, Gerste 6,90 bis 0,00, Hafer 7,60—8,00, Bohnen 8,10—0,00, Mais 6,30—0,00, Buchweizen 9,20—0,00. Schrot=Preise, rein gehalten. Roggenschrot per 100 Pfd. Mk. 8,10, Gerstenschrot 7,20, Maisschrot 6,70, Buchweizenschrot 0,00, Bohnenschrot 8,50, Bollmehl 0,00, Kleie 5,20—5,50. Vieh und Produkte. Kälber la. per 100 Pfd. Lebendgewicht 34—35., Schweine la. 42—43, 100 Pfd. Schlachtgewicht 52—53, Rindvieh la. 55—57. Kartoffeln 100 Pfd. 4,00—4,25, Heu 100 Pfd. 2,20—2,50, Stroh 2,30—2,50, Butter im Faß 85—88, Petroleum pr. 100 Pfd. 00.00.„„.„ 9 g 99 50 mch. Padervorn, 1. Juni. 100 Kilo Erbsen 51,00—52,00, Bohnen 31,50—32,50, Linsen 31,50—32,50, Kartoffeln 6,00—7,00, Heu 5,50 bis 6,50, Stroh 5,50—6,00, ½ Kilo Rindfleisch 0,65—0,70, Schweinefleisch 0,60—0,65, Kalbfleisch 0,55—0,60, Hammelfleisch 0,60—0,65, 4 Kilo Brot 0,80—0,85, 60 Stück Eier 2,70—3,00, ½ Kilo Butter 0,90—1,30, Speck 0,75—0,80 Mk. Weizenkorn 00,00, Roggen 00,00, Gerste 00,00, Hafer 00,00—00,00 Mk. Erscheinr täglich Nr. 1 auf diese Zeitun Postanstalten, La sowie von der C Preises entgeger Nummern nachge Deutschlank Gesandtschaft unter Zustimmun ropa besuchen der gebildeten C. wir daran, da si bedeuten würde. [:!:] Der M wohnte der Beer! von Bismarck! und Ministerpräs Sarge nieder. + Der eher Frhr. Franz von Rißtissen in W Würzburg gebor Staatsanwalt in? quittierte dann de Rißtissen zu übe glied des bayeris# bis 1875 Präsidt parlament, 1871 gewählt, schloß si 1876—1879 erst er aus der natio liberalen Vereini freisinnigen Parte den Reichstag g und sympathischst dahingegangen, e Gegnern Achtung — Invalid auch das größte preußische Eisenb die Breslauer Dit ihres Bezirkes v damit einverstand Renten Aufnahme Edith wagt hin und her und eigenen Adern z halb Dämon, he unaufhörlich ins bedroht das Lebder mit ihr unte lebt dem Sohne fälle, die ein m können—— u denn Paul Laut reichen Erbe he diesem Hause un Brot, das Dir würzt wird. „Nein, nein ich Tag und Na ächzte da „Um Gottel gedämpfter Stim „Nichts— die Kissen, welch Von diesem Aug Das Schreckensg Katastrophe verft süchtige, nur au bedachte, wie die blasse Leidensgest die blasse Hand sehens wohnte de kraft inne. Das Erscheinungen schi sei beseitigt. Ni