Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Abonnementspreis: 1 M. 25 Pfg., durch den Postboten ins Haus gebracht 1 M. 67 Pfg. vierteljährlich; mit„Illustriertes Sonntagsblatt“ 35 Pfg. mehr. Anzeigen kosten 15 Pfg. die Peliczeile oder deren Raum, Reklamen à Zeile 50 Pfg. Nr. 81. Dienstag, den 9. April 1901. Bestellungen auf diese Zeitung für das 2. Quartal 1901 werden von allen Postanstalten, Landbriefträgern, unsern Agenten und Boten, sowie von der Expedition zu dem am Kopje vermerkten Preise noch fortwährend entgegengenommen und die bereits erschienenen Nummern auf Wunsch nachgeliefert. Tages=Ereignisse. Deutschland. X Berlin, 8. April. Daß die Sozialdemolraten als Arbeitgeber oft ebenso schlimm sind, wie die schlimmsten von ihnen„gebrandmarkten“„Ausbeuter“ in der„Bourgoisie", dafür giebt es zahlreiche Beispiele. Auch die Kassenärzte der von Sozialdemokraten geleiteten Krankenkassen wissen ein Lied davon zu singen. Zu den vielen Streitigkeiten zwischen Aerzten und Krankenkassen=Vorständen, ist ein neuer, besonders bezeichnender Fall in Leipzig gekommen. Dort streiken von 200 Kassenärzten etwa 155, weil der meist aus Sozialdemokraten bestehende Vorstand der Ortskrankenkasse den Fortbestand der ärztlichen Vertrauenskommission und ihres Vertrages nicht anerkennen will. Direkte Verhandlungen mit dem Vorstande haben sie abgewiesen und ihn an die Vorstände der ärztlichen Bezirksvereine verwiesen. Nach der Darstellung des Vorstandes will dieser nicht mehr mit der Vertrauenskommission der Aerzte verhandeln, weil sie sich aus dem lediglich beratenden und begutachtenden Organ, das sie„vertragsmäßig“ sein soll, aus eigener Machtvollkommenheit zu einem beschließenden Körper entwickelt hat, der dem Vorstande jeden direkten Verkehr mit den bei der Kasse zugelassenen Aerzten zu verbieten suche und Maßnahmen des Vorstandes„nicht allein einer derartig absprechenden Kritik unterzog, die niemand stillschweigend ertragen wird,“ sondern„sogar hemmte und hintertrieb.“ Genannt wird nur ein Fall. Die Vertrauenskommission hat es nämlich„schroff“ abgelehnt, zur Besserung der finanziellen Lage der Kasse bei den Aerzten darauf hinzuwirken, daß bei der Bescheinigung der Erwerbsunfähigkeit und bei der Verordnung von Arzneien mehr„Sorgfalt“ angewendet werde, mit anderen Worten, die Erwerbsunfähigkeit nicht so leicht bescheinigt und nicht so viele und so teuere Medizin verschrieben werde. Der Vorstand meinte, es„könne nicht so weiter gehen", verlangte„eine anderee Zusammensetzung der Kommission u. ein anderes Verhalten der Kommission gegenüber dem Vorstande" u. betrachtet, als die alte Kommission am Anfang dieses Jahres wiedergewählt wurde, dies als die„denkbar schärfste Herausforderung" und lehnte die Anerkennung der Kommission ab. Als Grund hierzu gab er an, daß ihr die beiden Vorsitzenden der ärztlichen Bezirksvereine angehörten, die nicht mehr Kassenärzte seien(dieser Zustand besteht nebenbei bemerkt schon seit 1893). Mit den Bezirksvereinen wolle er nicht verhandeln, sondern nur mit„seinen Kassenärzten". Hoffentlich werde eine vertragsmäßig zusammengesetzte Kommission„eine angemessene Haltung gegenüber dem Vorstande beobachten.“ Klingt das alles nicht, als hörte man einen Unternehmer vom Schlage Stumms, der es zur Wahrung seiner„Autorität“ ablehnt, mit einer ihm nicht genehmen Kommission„seiner“ Arbeiter zu verhandeln, sich jede„absprechende Kritik“ gegenüber seinen Maßnahmen verbittet und ein„angemessenes Verhalten“ seiner Person gegenüber fordert? Man setze einmal an die Stelle des Kassenvorstandes einen Unternehmer und an die Stelle der Aerzte Arbeiter: wie würde die ganze sozialdemokratische Presse zetern gegen den unerhörten Angriff auf die Organisation der Arbeiter und gegen die Paschawirtschaft. Der Vorwärts sieht sich denn auch gedrungen, sein Bedauern über das Vorgehen der Leipziger Genossen auszusprechen und ihnen begreiflich zu machen, daß die Aerzte doch auch ein Recht hätten, bei ihrer Berufsorganisation Rückhalt zu suchen. Klare bestimmte Angaben über die vertragswidrigen Handlungen, denen sich die Kommission schuldig gemacht haben soll, vermißt er. Die Aerzte ihrerseits werfen dem Vorstande Vertragsverletzungen vor, die allerdings nicht stattgefunden haben, als der Konflikt schon ausgebrochen war. Diese haben dann zu dem Streik geführt. Xc Gegen die angebliche Aeußerung des Kaisers:„Wenn Sie den Kanal nicht schlucken usw.“ wird jetzt mit Dementis vorgegangen, deren sich zum Teil auch der offiziöse Telegraph angenommen hat. Sie treffen nur an der Sache vorbei, indem sie bestreiten, daß beim Empfange parlamentarischer Abordnungen oder bei einer sonstigen Audienz die Aeußerung gefallen sei. Das ist auch garnicht behauptet worden. Ein Blatt glaubt die Unmöglichkeit der Aeußerung erweisen zu können mit einer Darlegung über die verfassungsmäßigen Rechte des Kaisers inbezug auf Gesetze, die vom Bundesrate und Reichstage votiert sind. Diese Darlegung ist in der Theorie ja ganz richtig, aber die Praxis sieht denn doch etwas anders aus. Der Kaiser hat jedenfalls zu entscheiden, wie Preußen im Bundesrate stimmen soll, und daß dieser in der Zollfrage gegen Preußen entscheiden werde, ist einstweilen sehr unwahrscheinlich.— Ueber Kanalvorlage und Zolltarif soll sich übrigens auch Herr v. Miquel gegenüber einer politischen Persönlichkeit geäußert haben. Von der Kanal= vorlage bemerkte er, daß er bis jetzt nur das Zustandekommen der Osthälfte des Kanalprojektes, einschließlich des Berlin(1) Verrat und Liebe. (5. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) VII. Wieder zu Hause. Die Rückkehr Robert Emmets nach England und von ba nach Irland erforderte besondere Vorsichtsmaßregeln, wenn nicht der Erfolg seiner Pläne in Frage gestellt werden sollte. Die englischen Behörden hatten ihn von der Universität, wo er studierte, verjagt. Das entschuldigte mehr als zur Genüge seine Reise nach Frankreich. Er gab vor, seine Studien an der Pariser Universität zu vollenden. Ganz anders lag der Fall seiner Rückkehr in die Heimat. Diese mußte Verdacht erwecken, und die Engländer würden sich nicht scheuen, ihn in Sicherheitsarrest zu setzen. Das mußte Sir Robert unter allen Umständen vermeiden, weniger aus Angst vor dem Gefängnis, als deswegen, weil seine Mitwirkung zur Vorbereitung der Schilderhebung gegen die englischen Unterdrücker unbedingt notwendig war. Robert Emmet gehörte nicht mehr sich selbst, sondern ganz Irland. Er mußte sich also bis zum Tage des Triumphes verborgen halten. Mit Recht fürchtete er, während seines Gehens und Kommens von Versailles nach Paris von der englischen Geheimpolizei beobachtet worden zu sein. Der Gesandte Englands bei der französischen Republik war sicher von seiner Ankunft von Dublin oder London unterrichtet worden, und hatte ihn unter polizeiliche Beobachtung gestellt. Er mußte also sehr vorsichtig sein. Sir Robert Emmet erzählte also in dem kleinen Hotel in der Straße St. Jaques, wo er abgestiegen war, daß er sich für einige Zeit in das irische Kolleg in der Straße der Posten zurückziehen müsse, um seine Studien mit mehr Ruhe und weniger Kosten vollenden zu können. Er bat den Gasthofbesitzer, ihm alle Briefe, sowie etwaige Personen, die nach ihm fragten, dahin senden zu wollen. Das irische Kolleg wurde von Sir Robert Emmet zu gleicher Zeit gebeten, dem Gasthofbesitzer mitzuteilen, daß er schwer erkrankt sei und wohl wochenlang keinen Besuch empfangen könne. Mit Hülfe eines besonderen Geleitbriefes der französischen Polizei reiste er auf dem direktesten Wege nach der Küste. Ein zur Abfahrt gerüstetes Schiff erwartete ihn dort, um ihn nach Cork, der großen See= und Industriestadt im Süden Irlands überzuführen. Dadurch vermied er den gefährlichen Umweg über England. Sein Reitpferd, daß er in Dover zurückgelassen hatte, sollte die Nachforschungen der Polizei irre führen, indem sie dadurch in den Glauben versetzt wurde, er würde auf diesem Wege nach Irland zurückkehren. Als Kolporteur verkleidet, erreichte Robert Emmet die Küste des atlantischen Ozeans und des Kanals von St. Georges folgend, Dublin. Nur auf sich selbst vertrauend, hatte er sich den Gesinnungsgenossen Cork nicht geoffenbart und war so in den Schoß seiner Familie gelangt, ohne von irgend Jemanden erkannt worden zu sein. Wie ein Phantom war Robert Emmet in der Nacht im Zimmer seiner Mutter erschienen, die im Traum selbst für ihn betete. Bis zum Tage der Erhebung und der Schlacht durfte von seiner Ankunft in Dublin niemand etwas erfahren, ausgenommen das Vereinigte Irland, in dessen Auftrag er nach Paris gereist war, seine Mutter und seine Braut, die er nach seinem Vaterland über alles liebte. Seine Mutter, ebenfalls so patriotisch wie ihr Sohn, stellte ihr großes Anwesen zur freien Verfügung der irischen Patrioten, die auf geheimen Wegen einer nach dem Andern, ausund eingingen und heute in den Scheunen, morgen in den Kellern und übermorgen in den weiten Speicherräumen zusammenkamen, um die Empörung gegen die englische Herrschaft vorzubereiten. Robert Emmet mußte sich nach seiner Ankunft zu Bett legen, weil er infolge des dreimonatlichen Reisens zu Pferd, zu Schiff und zu Wagen, vor allem aber infolge der seelischen Erregungen an heftigem Fieber erkrankt war. Nach Verfluß einer Woche fühlte er sich wohler. Er gedachte also, Bericht über den Ausfall seiner Mission zu Stettiner Kanals, im Landtage als gesichert betrachten könne, daß aber noch niemand sagen könne, ob sich die Regierung damit zufrieden geben werde. Betreffs der Zolltariffrage meinte der Minister, sie werde jedenfalls nicht lange im Bundesrat bleiben. — Gegen den Bund der Landwirte veröffentlicht Anton Memminger in Würzburg, der Herausgeber der „Neuen Bayr. Landesztg.“, eine interessante Erklärung. Darin heißt es:„Der Bund der Landwirte ließ mir 1893 für jede Versammlungsrede 50 Mk., außerdem Reisespesen, dann 70 Pfg. jährliche Vergütung für jedes Exemplar meiner Zeitung anbieten. Das hätte für mich per Jahr 10000 Mk. Mehreinnahme ausgemacht, ich habe sie bestimmt abgewiesen.“ Ja, der Bund hat reichlich Geld für die Agitation zur Ver fügung, wenn es auch nur von notleidenden Landwirten stammt. Spandau. Ueber die künftige Gestaltung der Festung Spandau ist dahin entschieden worden, daß fortifikatorische Ersatzbauten für die der Niederlegung anheimgefallene Stadtumwallung nicht aufgeführt werden. Schon seit Jahren war man an höchsten militärischen Stellen davon überzeugt, daß bei der heutigen Wirkung der Geschütze die Spandauer Festungswerke gegenüber einem äußeren Feinde vollkommen wertlos waren. Als größter Waffenplatz der deutschen Armee, als Sitz der ausgedehnten Militärwerkstätten wird Spandau aber auch fernerhin für die Landesverteidigung von höchster Bedeutung sein. Zum Schutz des Waffendepots und der militärfiskalischen Fabriken wird die in nächster Nähe befindliche Citadelle erhalten bleiben, die auch heute noch, trotz der stark zugenommenen Ausdehnung der Stadt, diese gänzlich beherrscht. Sodann sind die Kasernen der Garnison, die aus drei Regimentern und zwei Bataillonen besteht, so über die Stadt verteilt, daß von ihnen aus an allen Seiten die Zugangsstraßen gesichert werden können. Auch nach Aufhebung der Festung wird der Posten des Kommandanten bestehen bleiben, dessen Sitz sich in der Citadelle befindet. In der Mitte der letzteren erhebt sich bekanntlich, die hohen Wallmauern weit überragend, der Juliusturm mit dem Reichskriegsschatz, während die Citadelle, auf einer Havelinsel belegen, nur mittels einer Zugbrücke zugänglich ist. Frankreich. □ Toulon, 8. April.(Telegramm.) Das italienische Geschwader, das Schlachtschiff„Lepanto“ mit dem Herzog von Genua an Bord voran, ist unter dem Donner der Geschütze der Hafenforts und der französischen Schiffe heute nachmittag 2 Uhr hier eingetroffen. Es wurden die üblichen Phrasen gewechselt. Belgien.§ Lüttich, 7. April.(Telegramm.) Der erstatten und Rechenschaft über die Gelder abzulegen, welche er in Frankreich erhalten hatte. Insbesondere drängte es ihn, den Rat der„Vereinigten Irländer“ an der Freude über die Versprechungen des Ersten Konsuls Teil nehmen zu lassen. Er beschloß also, daß der Rat der Vereinigten Irländer im Hause seiner Mutter zusammenkomme. Die tapfere Mutter Sir Robert Emmets übernahm es selbst, die Einladung jedem einzelnen Mitgliede der Liga zu überbringen, indem sie deren Gemahlinnen ihren Besuch abstattete. Die Irländerinnen spielen in der Leidensgeschichte ihres Landes die gleiche Rolle wie die Patrizierinnen Roms. Sie ließen sich lieber den Kopf abschlagen oder die Zunge herausreißen, als die Geheimnisse ihrer Mutter, ihrer lieben Heimat, preiszugeben. Sonntag wars. Laue Winde hatten den ganzen Tag über geweht. Als der Abend nahte, strömten tausenderlei Wolkengerüche: vom Meer, von den Hügeln, Parks und Ebenen, die Dublin umgaben, in die Stadt. Die Glocken der Kirchen und Klöster Dublins läuteten zum letzten Gebete. An einem offenen Fenster ihres Hauses, das einen Ausblick auf das herrliche Panorama der Bai von Dublin gewährte, saß Frau Emmet. Ihr Sohn lehnte sein Haupt auf ihre Schulter, sodaß sich seine goldenen Locken mit ihren Silberhaaren vermengten, Hand in Hand, die Augen nach dem Himmel gerichtet, wohin der Gemahl und Gatte vorausgegangen war, weinten sie zusammen über das Elend ihres Landes. Aber gleich der Mutter der Matkabäer, war Lady Emmet weit entfernt davon, ihren Sohn zu entmutigen. Im Gegenteil munterte sie ihn zu jedem Opfer auf. Siefühlten sich in dem Gedanken eins, Gut und Blut für die Befreiung des Vaterlandes von fremder und harter Knechtschaft dahin zu geben. So bildeten Mutter und Sohn ein rührendes, lebendes Bild, ein Symbol des Schicksals ihres Vaterlandes; der noblen Vergangenheit, welche leidet und hofft und der heroischen Zukunft, welche sich erhebt. Zehn Uhr schlug es auf dem Turme der Kathedrale von Dublin, jener Kirche, die den Namen des heiligen Patrick Jahreskongreß der belgischen Föderation der sozialistischen Arbeiterpartei tagte heute hier. Auf der standen u. A. folgende Gegenstände: Agitation zu Gunsten des allgemeinen und gleichen Stimmrechts und die Frage eines Generalausstandes. Die Versammlung stimmtef Tagesordnung, in welcher die Anwendung namentlich auch revolutionärer Art zur Erreichung des allgemeinen Stimmrechts empfohlen wird. Ueber on Frage des Generalausstandes wurde kein Beschluß gefaßt. Rußland. · Petersburg,/6. April. Der fruhere Kriegsminister, Generaladjutant Peter Wannowski, ist zum Minister für Volksaufklärung(daß sich Gott erbarm'!) ernannt worden. Der General hat den Posten vorläufig auf 2 Jahre mit unbeschränkter Gewalt angenommen. Die Herren Unteroffiziere werden nunmehr wohl, ihren Civilversorgungsschein erlangt haben, als Volksschullehrer angestellt werden., Der Geiz, X Petersburg, 8. April.(Telegramm.) Der Kuiser hat an den zum Unterrichtsminister ernannten früheren Kriegsminister, Generaladjutanten v. Wannowski folgendes Reskript gerichtet: Die regelmäßige Organisation der Volksbildung bildete stets eine der hauptsächlichen Sorgen der russischen Herrscher, die fest aber allmälich in Uebereinstimmung mit den Grundprinzipien des russischen Lebens und den Bedürfnissen der Zeit nach ihrer Vervollkommnung strebten. Die Erfahrung der letzten Jahre hat indessen auf so wesentliche Mängel unseres Schulwesens hingewiesen, daß ich für zeitgemäß halte, unverzüglich an eine durchgreifende Revision und Verbesserung desselben zu schreiten. Ihre staatsmännische Erfahrung und Ihren aufgeklärten Geist hochschätzend, habe ich Sie mir als Mitarbeiter beim Werk der Erneuerung der Organisation der russischen Schule gewählt und indem ich Sie auf den jetzt besonders wichtigen Posten eines Ministers der Volksaufklärung berufe, bin ich fest überzeugt, daß Sie sicher und unentwegt das von mir vorgezeichnete Ziel erstreben werden und in die Erziehung der russischen Jugend durch Erfahrung gereiftes, verständiges Verhalten und herzliche Fürsorge hinemtragen werden. Gott segne unsere Arbeit. Mögen Eltern und Familien, die vor Allem verpflichtet sind, für ihre Kinder zu sorgen, uns bei der Arbeit helfen, dann wird bald die Zeit kommen, wo ich und mit mir mein ganzes Volk mit Stolz und Trost in dem jungen Geschlecht eine feste und sichere Hoffnung des Vaterlandes und eine starke Stütze desselben in der Zukunft sehen werden. (Die Mehrzahl des russischen Volkes kann bisher weder lesen noch schreiben, und im Interesse der Großen richtet sich das Streben der leitenden Kreise hauptsächlich auf die Konservierung der Riesendummheit der Volksmassen. Der Umstand, daß jetzt ein Soldat zum Unterrichtsminister ernannt worden ist, deutet gerade nicht darauf hin, daß nunmehr eine größere Helligkeit in den Volksköpfen verbreitet werden soll, wahrscheinlich hat vielmehr der neue General=Unterrichtsminister die Aufgabe, das Gegenteil zu besorgen. Es dürfte dies eine Folge der letzten Studentenunruhen sein. Die Red.) Schweiz.+ Genf, 6. April. Nach einer am Freitag abend abgehaltenen Protestversammlung gegen die Auslieferung des Anarchisten Jaffei durch die Schweiz an Italien, worin anarchistische und sozialistische Redner auftraten, zogen einige hundert Studenten, meist Russen, vor das russische Konsulat, rissen das Wappenschild herunter, zerrissen es unter Pereatrufen und Pfeifen und begaben sich dann vor das italienische Konsulat, wo inzwischen benachrichtigte Gensdarmerie weitere Ausschreitungen verhinderte. Vor der Privatwohnung des italienischen Konsuls wurden ebenfalls Pereatrufe ausgestoßen und gepfiffen. Um Mitternacht war alles ruhig. Bisher sind keine Verhaftungen vorgenommen. Dir Haupturheber der Kundgebungen sind Russen. Rumänien. Bukarest, 5. April. Mit den Staatsfinanzen steht es so schlecht, daß die Beamtengehälter vermindert werden müssen. Das amtliche Blatt veröffentlicht einen Brief des Königs an den Ministerpräsidenten, worin der König erklärt, sich ebenso wie alle anderen an der schnellen Wiederherstellung des nationalen Kredits beteiligen zu wollen und den Wunsch ausdrückt, daß die gleichen Abzüge, welche bei den Gehältern der Beamten gemacht werden, auch bei der Zivilliste erfolgen. Serbien.+ Belgrad, 8. April.(Telegramm.) König Alexander hat eine neue Verfassung dekretiert, wozu er gar kein Recht hat. Sie gewährt(auf dem Papier) vollkommene Rechtsgleichheit, Gedanken=, Gewissens=, und Religionsfreiheit, sie verbietet Ausnahme, und Standgerichte und giebt die Presse vollkommen frei. Wahlfreiheit wird folger, ferner der Metropolit Serbiens und der Bischof von Nisch mit einbegriffen sind, 30 weitere Mitglieder ernennt der König auf Lebenszeit und 18 werden in geheimer Abstimmung gewählt, in jedem Kreis einer, in der Stadt Belgrad zwei. Der Zensus beträgt bei den Senatswahlen 45 Franks für das aktive und 400 Franks für das passive Bulgarien. Sofia, 6 April. Doktor Stoilow, ehemaliger Ministerpräsident, ist gestern abend infolge eines Mit Stoilow ist ein kluger, im europäischen Sinne gebildeter Staatsmann, aber auch ein verschlagener und in der Wahl seiner Mittel rücksichtsloser Ränkeschmied dahingegangen. Konstantin Stoilow wurde in Philippopel 1852 geboren und hat seine wissenschaftliche Ausbildung hauptsächlich in Deutschland gesucht und genossen. Den Titel eines Doctor juris holte er sich in Heidelberg. Während des russisch=türkischen Krieges kehrte er nach Bulgarien zurück, und obwohl seine engere Heimat zunächst eine türkische Satrapie blieb, nahm er 1879 an der konstituierenden Versammlung in Tirnowo teil und gelangte sofort zu einer Führerrolle. Er gehörte zu den Delegierten, die dem Prinzen Alexander von Battenberg die Wahl zum Fürsten mitteilte, und ward dessen erster Ministerpräsident. Bei dem Sturze des Fürsten Alexander war er nicht in amtlicher Stellung; ob er an den Intriguen beteiligt gewesen, ist nicht klargestellt, jedenfalls war er wieder Minister unter der Regentschaft und bei der Wahl de Fürsten Ferdinand besonders thätig. Er verhandelte in Wien mit dem Prinzen von Koburg, bildete dessen erstes Kabinet, arbeitete später auch mit Stambulow zusammen, verließ diesen Staatsmann aber rechtzeitig und wurde 1894 sein folger. Wieder bleibt die Frage offen, wie weit Stoilow in die Mysterien eingeweiht war, die zu der Ermordung Stambulows führten. Thatsache ist, daß er der Vertrauensmann des Fürsten wurde und bis vor zwei Jahren blieb. Sein Werk war die Versöhnung Ferdinands mit Rußland und die Umtaufe des Erbprinzen Boris. Der Ausgleich Bulgariens mit Oesterreich=Ungarn, dessen Dynastie Stoilow durch gewisse Auslassungen im Jahre 1897 schwer beleidigte, ließ erst nach seiner Entfernung von der amtlichen Thätigkeit ausreichend verwirklichen. Stoilow hat als leitender Minister den Fürsten Ferdinand auch auf der Reise begleitet, die ihn 1896 nach Berlin führte, wo wohl seine Gewandtheit, nicht aber seine Zuverlässigkeit in den maßgebenden Kreisen gewürdigt wurde. Nicht viel anders dachten übrigens auch die Bulgaren selbst über ihren führenden Staatsmann, wie die stürmischen Vorgänge bei seinem Ende Januar 1899 erfolgten Sturze bewiesen. Den Charakter der scharfen Proteste des gesamten Volkes gegen den von Stoilow inaugurierten Bahnvertrag und gegen die Konversionsanleihe erkennt man am besten aus der Thatsache, daß damals allgemein erzählt und geglaubt wurde, der Fürst habe dem Finanzminister das Wort„Dieb“ zugerufen.,... Hergänsig Sofia, 6. April. Sämtliche leitenoe Personlichkeiten des macedonischen Komitees,(welches die Vereinigung der zur Türkei gehörigen macedonischen Landstriche mit Bulgarien anstrebt), darunter Sarafow, wurden in der letzten Nacht verhaftet. Das Lokal des Komitees wurde versiegelt. Wie verlautet, sollen die Maßregeln durch die Vorbereitung eines macedonischen Putsches veranlaßt worden sein. verzaglich die nötigen Maßregeln zu treffen, da die Generäle glauben, daß, wenn China in diese Bedingungen und auch in die Zerstörung der Forts von Schanhaikwan, Peitang, Taku, Tonkong Peitsang und Yangtsun einwilligt, dies vollständige Unterwerfung bedeuten würde und daß dann Bestimmungen wegen der Zurückziehung des größten Teils der Truppen aus China getroffen werden sollten. X Petersburg, 6. April.(Telegramm.) Die „Russische Telegraphen=Agentur“ erfährt aus durchaus glaubwürdiger Quelle, daß den russischen Vertretern im Auslande am 3. April aufgetragen wurde, den Regierungen, bei denen sie beglaubigt sind, folgende Mitteilung zu machen: Da aus den eingegangenen Nachrichten hervorgeht, daß bei den gegenwärtigen Umständen ein besonderes Abkommen in der Mandschurei=Angelegenheit, anstatt als offenkundiger Beweis freundschaftlicher Gesinnungen Rußlands für die Interessen Chinas zu dienen,(diese Heuchelei!) dem Nachbarreiche verschiedene Schwierigkeiten verursachen könnte, bestehe Rußland keinesfalls bei der chinesischen Regierung auf den Abschluß eines solchen Abkommens, ja es verzichte sogar auf alle Unterhandlungen über diesen Gegenstand. Indem die Kaiserliche Regierung stets ihrem ursprünglichen, wiederholt veröffentlichen Programme treu bleibt, werde sie ruhig den weiteren Gang der Ereignisse abwarten.(D. h. Rußland behält die Mandschurei auch ohne Vertrag. Die Red.) — London, 8. April.(Telegramm.) Wie die Blätter vom 6. d. M. aus Peking melden, ist dort neuerdings eine Bestätigung der Nachricht von einer beginnenden Rebellion in der Mongolei eingetroffen; man befürchte, daß Tungfuhsiang und Tuan die Anstifter dieser Bewegung sind.(Vielleicht auch Rußland. Die Red.) den gestrigen Abe oberen Berlinerstr waren der Schn weilender Bruder derart zugerichtet, mußte. Als Hai Bührenkämper zu Gütersloh, Krankenhause unt Der Krieg in Südafrika. &am London, 8. April.(Telegramm.) Die„Times“ melden aus Kapstadt: Scheepers Kommando nahm am 6. d. M. 20 Meilen nördlich von Aberdeen(Kapkolonie) eine Abteilung englischer Reiterei gefangen. Wie dasselbe Blatt vom 6. d. M. aus Kroonstad meldet, steht es nunmehr fest, daß Botha und de Wet sich bei Vrede vereinigt haben. Der Militärbefreiungsprozeß in Elberfeld. Elberfeld, 6. April. trug. Lady Emmet rüttelte sich auf, um den Zauber, welchem sie sich am Halse ihres Sohnes hingegeben hatte, zu brechen. Sie zündete die Lampen an, während Robert die Fenster dicht verhüllte und die Sessel um die Tische zurecht rückte. Die für die Zusammenkunft der Liga des Vereinigten Irland bestimmte Stunde, elf Uhr, nahte heran, und einer nach dem andern der Verschworenen trat in mehr oder weniger langen Pausen in den weiten Saal mit hohem Kamin ein. Eine Thür gestattete den Blick auf eine Kapelle mit Altar. Auf den Tafeln lagen Feder und Tinte, Sandfässer und Papier. Außerdem befanden sich darauf silberne Trinkbecher und mit braunem Bier gefüllte mächtige Gefäße. In einer Ecke zeigte eine altersgebräunte Uhr die Zeit an. Die ersten Personen, welche erschienen, waren Sir Curran und seine Tochter, welche Lady Emmet als intime Bekannte in ihr Privatgemach führte; Robert folgte nach, ließ aber die Thür nach dem großem Saal offen, um die übrigen Irländer beobachten zu können, die eintraten und an den Tischen Miß Curran, welche ihren Verlobten seit der Abreise nach Frankreich noch nicht wiedergesehen hatte, zitterte vor Erregung, erblaßte und errötete abwechselnd, als Robert seine Erlebnisse, seine Sorgen und Hoffnungen schilderte. Das junge Mädchen fühlte sich als Irländerin über alle Maßen stolz auf die Opferwilligkeit und den Mut ihres Bräutigams. Als Frau litt sie aber unendlich, als sie seine abgemagerten Züge ansah und an die sorgenvolle Zukunft dachte. (Fortsetzung folgt.) 1 Der Krieg in China. London, 6. April. Aus Yokohama wird telegraphiert: Die russische Antwort auf die japanische Note bezüglich der Mandschurei=Konvention gilt als ungenügend. Die Regierung beschloß daher nach einer Konferenz mit den Chefs der Armee und der Flotte, der Finanzverwaltung und des Auswärtigen Departements eine zweite viel peremptorischere Note an Rußland zu richten, worin eine Antwort binnen angegebener Frist verlangt wird. Die Note wurde durch den japanischen Gesandten in Petersburg übermittelt und kommt einem Ultimatum fast gleich. Japan schloß ferner ein Arrangement mit dem Vizekönig Liukuny, welcher für die übrigen freundlich gesinnten Vizekönige und Gouverneure handelt, über die von den letzteren im Falle des Krieges gegen Rußland zum Beistande Japans zu ergreifenden Maßregeln ab. Es heißt, sie würden Japan telegraphische Vervindungen und Transporterleichterungen zur Verfügung stellen. + Berlin, 6. April.(Telegramm.) Generalfeldmarschall Graf Waldersee meldet aus Peking: Nach Zersprengung der Räuberbande nordöstlich Tientsin, wobei etwa 20 Räuber getötet und ein Geschütz, sowie 29 Wagen mit Munition und Waffen erbeutet wurden, sind die Truppen in a. London, 7. April.(Telegramm.) Dem Reutereiner heute unter dem Vorsitz des Grafen von Waldersee stattgehabten Versammlung der Generäle ist beschlossen worden, daß neun Punkte an der Peking=Schanhaikwan dauernd von 6000 Mann Truppen besetzt gehalten, daß außerdem 2000 Mann in Peking stationiert werden sollen und daß die Zahl der jetzt in China befindlichen Truppen der Verbündeten entsprechend den Wünschen der betreffenden Regierungen herabgesetzt werden soll. Der amerikanische General Chaffee und der russische General Wogack waren abweichender Meinung. Chaffee meinte, daß nur zwei Punkte zwischen Peking und der See, nämlich Yangtsun und Tiensen, und drei Punkte zwischen Tientsin und Schanhaikwan zu besetzen erforderlich sei, wofür insgesammt 2000 Mann, den Truppen in Peking, genügten. In Tongr# seien Trupen nicht nötig, da sich dort stets Kriegsschiffe befänden und auch immer Ablösungsmannschaften sowohl auf der Ausreise, wie auf der Rückreise dort passierten. Wogack war der Ansicht, daß nur Tientsin und Schanhaikwan zu besetzen seien, wozu 1000 Mann genügten. Die Ansichten der Mehrheit werd den Gesandten mit dem Ersuchen unterbreitet werden, unVor der zweiten Strafkammer des hiesigen Landgerichts beginnt nächsten Mittwoch wiederum ein Militärbefreiungsprozeß, der in geradezu staunenerregender Weise ein Bild entrollen dürfte, in welchem Umfange in hiesiger Gegend die„Freimacherei“, d. h. die Entziehung von der Militärdienstpflicht betrieben wird. Auf der Anklagebank werden 33 Angeklagte erscheinen. Der Hauptangeklagte Baumann soll das Geschäft des Freimachens schon seit vielen Jahren in großem Umfange betrieben haben. Bereits vor 80 Jahren gelangte sein Treiben zur Kenntnis der Behörden. Er wurde angeklagt; für die Freimacherei fanden sich aber damals zu wenig Anhaltspunkte. Es wurde daher angenommen, daß er einer Anzahl junger Leute nur vorgespiegelt habe, er könne sie vom Militärdienst befreien. Baumann, der am 28. September 1833 zu Höhscheid bei Solingen geboren ist, bewohnte als Müller die Kronenmühle bei Höhscheid. Baumann soll stets ein geheimnisvolles und sehr verschlossenes Wesen gehabt haben. Er gilt als sehr vermögender Mann. Er betrieb das„Freimachen“ teils selbständig, teils in Gemeinschaft mit der am 24. September 1855 zu Oynhausen geborenen Witwe Therese Dieckhoff. Der. 188 Bochum wegen Miltärbefteilung zu drei Jahren Gefängnis und finf Jahren Ehrverlust verurteilt. als Viehhändler die Lande, um geeignete Leute zur Befreiung ausBiehmarkt kennen gelernt haben. Nach dem Tode des Ernst Dieckhof weite Reisen, um militärpflichtigen jungen Leuten. bezw. deren Eltern die Vorteile der Militärbefreiung vor Augen zu führen. Es wurden den Leuten gesagt, daß das Dienen unendlich viel Zeit und Geld koste, mit—4000 Mark könnten sie sich aber mit Sicherheit vollständig vom Militärdienst befreien. Und es hatte den Anschein, als hätten Baumann und der Witwe Dieckhoff bedeutend größere Hilfsmittel zu Gebote gestanden, als dem aus dem vorjährigen Militärbefreiungs=Prozeß bekannten Strucksberg, denn es gelang ihnen, eine sehr große Anzahl junger Leute, auch viele, die die Berechtigung für den einjährig=freiwillig Militärdienst hatten, zu befreien. Baumann und die Dieckhoff haben wohl ebenfalls mit Pillen operiert, um Herzklopfen hervorzurufen; sie haben Ohrenleiden durch eine eingefelte Mischung erzeugt, Bluthusten nach dem Genuß von Schweineblut mit Weinessig durch Brechpulver hervorgerufen. Sie haben durch Anlegung von Bruchbändern Bruchleiden vorgetäuscht, ganz besonders aber sollen sie es verstanden haben, Militärärzte zu Ja, es wird behauptet, die täuschenden Mittel wurden bloß angewandt, um schlimmstenfalls die bestochenen Militärärzte zu decken. Von Sanitäts=Unteroffizieren, das solchen, die bei der Aushebung den Militärärzten als Schreiber dienten, sollen sie, früher als die Militärärzte selbst, die Kommandos den Ersatz= und Ober=Ersatzgeschäften erfahren haben. Sie konnten sich daher rechtzeitig mit den betreffenden Aerzten in Verbindung setzen, ihre Kunden veranlassen, sich in den betreffenden Bezirken stellen und sich durch irgend eine Bemerkung oder Zeichen den Aerzten kenntlich zu machen. Die besten Freunde Baumanns sollen Oberstabsarzt erster Klasse Dr. Schimmel, früher in Magdeburg, später in Düsseldorf, und der Generalarzt a. D. Dr. Lindemann früher in Münster gewesen sein. Aber noch eine ganze Reihe anderer Militärärzte sollen Baumann und die für ihre Zwecke gewonnen haben. Im Herbst 1899 machte schließlich die Behörde dem Treiben ein Ende. Die Militäräzte, die SanitätsUnteroffiziere, die Baumann, die Dieckhoff und ein großer Teil der jungen Leute, beziehungsweise deren Väter und Mütter, die zur Kundschaft des Baumann und der Dieckhoff gehörten, wurden verhaftet. Die Militärärzte und Sanitäts=Unteroffiziere dürften ihre Strafe von dem Militärgericht erhalten. Baumann und Genossen haben sich dagegen Mittwoch wegen Bestechung von Mitgliedern der bewaffneten Macht, bezw. Anstiftung hierzu, und wegen Entziehung der Wehrpflicht, bezw. Teilnahme und Beihilfe zu verantworten. Den Vorsitz des Gerichtshofes wird Landgerichts=Direktor Dr. Treis führen. Die Königliche Staatsanwaltschaft werden vertreten der Erste Staats anwalt Jonen und Staatsanwalt Dr. Albertz. Die Verteidigung haben übernommen Rechtsanwalt Dr. Schweitzer(Elberfeld), Rechtsanwalt Gammersbach(Köln a. Rh.) u. a. Aus dem Regbz. Minden. Gütersloh, 6. April. Einen eigenartigen Begriff von der Bedeutung des Charfreitugs müssen diejenigen gehabt haben, welch ein Ende= gemach jedenfalls in eine entfernt und dani + Schloß H Kind des Kleinhäl bestattet. Das K nahe beim Hause □ Minden, Betriebsinspektion Nachricht, der Ur alten vernachlässi wird hiermit fest Regenwetters weg Uebrigens erhältj Von den Beamten gesucht. § Beckum, 9. Schülern der lä Gestalt von Büche überwiesen: Wilh. mann in Lippbo in Enniger, Her Beckum, 9. Wasserkalkwer Aufsichtsrats=Sitzu schuß pro 1900 54 den General=Vers Verteilung von 7 + Oelde, 9. Unterarzt d. R. H der Reserve befört + Ennigerlo großen Cementwei im Kantinensaal Ennigerloh hielt eines kath. Arbeit Vereins hin und e anzuschließen. Es sammlung im Ver Ostern stattfinden, wurden einige Lie ein Hoch auf die aus, worauf die 2 Vohren, 4. Abend hierselbst Austermann im Gemeinde Vohren seine Bereitwilligke ratend und helfend trauen der Gemei schätzung aller, die Münster, 5. des Bundes der Aeußerung: Herr Bischofes, sei Vo stellvertretende Vo Landesökonomierat wirte, und beide se heute der„Westfe diesen Behauptung wirte in Westfalen und nicht Freiherr Winkelmann kei □ Münster, hantierten drei jun Plötzlich ging ein Mädchen sank tö die Lunge durchbol hospital, woselbst hauchte. Man sol Tracht Prügel ver )* Münster, Münster haben sich Getränke(wer geistige Getränken + Gronau, Bahnhofe die Fabr den Zug zur Hein wurden der Aermst die Unglückliche nat „Ibbenbüre dieser Tage beim tenen Verletzungen die Kleine einen T nächst die Schürze in Brand. □ Billerbeck, Münster=Coesfe noch die Stadt Mi die Erdarbeiten, n vollem Gange sind, auch bestimmt die warten lassen und □ Aus dem Veranderungen in geführt. Daß älte bücher abgeben kön besonders von der ein Buch immerhin lage irgend eines! mehr angeschafft w an Büchern der seil mit dem erhebende geschäft des letzten meisten in den E keine 5 Pfg. netto gehalten werden, n schienen sind, was Scherereien verurs jedem Halbjahr w seheus der Bücher kleinlichste gehen. gehalten wird, wie jedenfalls nicht bek verschiedenen Zeitu ist, daß der häufige Fortbildung der ausüht; welchen ve nis der betreffender We Lippstadt, 8. nal"=Artikel:„De demnächst auch zu e Generäle und auch , Peitang, dies volldann BeTeils der im.) Die haus glaubn Auslande 1, bei denen n: Da aus den gegenen in der ffenkundiger zlands für chelei!) dem chen könnte, Regierung s verzichte Gegenstand. sprünglichen, werde sie ten.(D. h. # Vertrag. Wie die dort neuerbeginnenden an befürchte, er Bewegung a. Die„Times“ nahm am (Kapkolonie) Wie dasselbe ht es nunmehr reinigt haben. ilberfeld. 6. April. gerichts beginnt prozeß, der in rfte, in welchem die Entziehung er Anklagebank agte Baumann ihren in großem gelangte sein zeklagt; für die altspunkte. Es inger Leute nur eien. Baumann, gen geboren ist, Baumann soll en gehabt haben. is„Freimachen“ 24. September hoff. Der 1886 und auch dessen achen in großem Familie soll das Gewerbe vom n Hannoverschen stfalen betrieben Der verstorbene Kreisgericht zu fängnis und fünf len mit Vorliebe r Befreiung ausauch auf einem es Ernst Dieckhoff ing getreten und haftlich betrieben hoff unternahmen ezw. deren Eltern fren. Es wurden el Zeit und Geld it Sicherheit vollden Anschein, als nd größere Hilfsrjährigen Militär= gelang ihnen, eine Berechtigung für freien. Baumann llen operiert, um durch eine eingedem Genuß von ervorgerufen. Sie eiden vorgetäuscht, n, Militärärzte zu den Mittel wurden stochenen Militärieren, das heißt zten als Schreiber ist, die Kommandos haben. Sie konnrzten in Verbindung etreffenden Bezirken ng oder Zeichen den de Baumanns sollen immel, früher in ralarzt a. D. Dr. u. Aber noch eine in und die Dieckhoff 99 machte schließlich iräzte, die Sanitätsein großer Teil der id Mütter, die zur hörten, wurden verffiziere dürften ihre mann und Genossen von Mitgliedern der nd wegen Entziehung u verantworten. Den tor Dr. Treis führen. ten der Erste Staatsz. Die Verteidigung r(Elberfeld), Rechtsiden. Begriff von der Begehabt haben, welche den gestrigen Abend im Wirtshause beschlossen und dann auf der oberen Berlinerstraße eine Schlägerei inszenierten. Die Angefallenen waren der Schneidermeister Schmidt und dessen zu Besuch hier weilender Bruder; ersterer wurde mit dem Messer am Kopf und Hals derart zugerichtet, daß ein Arzt mit Nadel und Faden eingreifen mußte. Als Hauptthäter sind vorläufig die Weber Büteröwe und Bührenkämper zur Anzeige gebracht.(N. Güt. Ztg.) Gütersloh, 6. April. Der seit längerer Zeit im hiesigen Krankenhause untergebrachte etwa 70jährige Kolon Heißmann aus Tselhorst hat am Donnerstag abend seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. H. der zeitweise an Gemütskrankheit litt, hat jedenfalls in einem solchen Anfalle sich unbemerkt aus dem Hause entfernt und dann die traurige That ausgeführt. + Schloß Helte, 6. April. Heute morgen wurde ein 4jähriges Kind des Kleinhändlers Heinr. Lücke von hier in Kaunitz zur Erde bestattet. Das Kind war in einem unbewachten Augenblicke in ein nahe beim Hause vorbeifließendes Wasser gefallen und ertrunken. □ Minden, 8. April.(Telegr.) Die Königliche EisenbahnBetriebsinspektion Minden teilt mit: Einige Zeitung brachten die Nachricht, der Unfall bei Herford am Palmsonntag sei durch einen alten vernachlässigten Schienenbruch entstanden. Demgegenüber wird hiermit festgestellt, daß der Schienenbruch ganz frisch war, des Regenwetters wegen sich aber bald mit leichter Rostschicht überzog. Uebrigens erhält jeder, der einen Schienenbruch findet, eine Belohnung. Von den Beamten und Arbeitern wird deshalb danach sehr sorgfältig gesucht. dem Münsterlande. § Beckum, 9. April. Der Herr Oberpräsident hat den folgenden Schülern der ländlichen Fortbilduugsschulen Prämien in Gestalt von Büchern, welche das Gebiet der Landwirtschaft behandeln, überwiesen: Wilh. Günnewig in Brüggenfeld, Christian Mersmann in Lippborg, Bernard Renner in Herzfeld, Stef. Becker in Enniger, Hermann Voßhenrich in Ennigerloh. Beckum, 9. April. Wickingsche Portland=Cement= und Wasserkalkwerke, Recklinghausen. Nach der in der vorgestrigen Aufsichtsrats=Sitzung vorgelegten Bilanz beträgt der Brutto=Ueberschuß pro 1900 540240, 79 Mk. Der auf den ersten Mai zu berufenden General=Versammlung soll bei 186494 M. Abschreibungen die Verteilung von 7%(i. V. 13%) Dividende vorgeschlagen werden. + Oelde, 9. April. Im Landwehrbezirk Bielefeld wurde der Unterarzt d. R. Herr Dr. med. Cramer von hier zum Assistenzarzt der Reserve befördert. + Ennigerloh, 8. April. Heute nachmittag fand auf dem großen Cementwerk Rhenania hierselbst eine Arbeiter=Versammlung im Kantinensaal(Schulte=Vels) statt. Der Herr Pfarrer von Ennigerloh hielt einen sehr lehrreichen Vortrag über Gründung eines kath. Arbeitervereins. Redner wies auf die Wichtigkeit dieses Vereins hin und ermahnte sämtliche Arbeiter, sich doch diesem Verein anzuschließen. Es soll zwecks Gründung eines Vereins eine Versammlung im Vereinslokal beim Wirt Fleuter am 2. Sonntag nach Ostern stattfinden, wo die Statuten festgestellt werden. Sodann wurden einige Lieder gesungen. Der hochw. Herr Pfarrer brachte ein Hoch auf die Herren Direktor Heßeln und Ingenieur Bäseler aus, worauf die Versammlung geschlossen wurde. Vohren, 4. April. Nach längerem Kranksein verschied gestern Abend hierselbst der treubewährte Gemeindevorsteher Gerhard Austermann im 75. Lebensjahre. Derselbe hat über 25 Jahre der Gemeinde Vohren vorgestanden und durch seinen biederen Charakter, seine Bereitwilligkeit, jedem allezeit mit seinen reichen Erfahrungen ratend und helfend beizustehen, sich die Dankbarkeit und das Vertrauen der Gemeindeeingesessenen und die Hochachtung und Wertschätzung aller, die ihm näher gestanden, erworben.(N. Emsb.) Münster, 5. April. Auf der Düsseldorfer Versammlung des Bundes der Landwirte that ein Anhänger des Bundes die Aeußerung: Herr Frhr. v. Ketteler, ein Neffe des verstorbenen Mainzer Bischofes, sei Vorsitzender der westfäl. Bundesabteilung, und der stellvertretende Vorsitzende des Westfälischen Bauernvereins, Herr Landesökonomierat Winkelmann, sei Mitglied des Bundes der Landwirte, und beide seien doch gute Katholiken. Demgegenüber schreibt heute der„Westfale":„Der betreffende Redner befindet sich mit diesen Behauptungen im Irrtum: Vorsitzender des Bundes der Landwirte in Westfalen ist Herr Gutsbesitzer P. Sümmermann=Scheda und nicht Freiherr von Ketteler, ferner ist Herr Landesökonomierat Winkelmann kein Mitglied des Bundes.“ □ Münster, 8. April. In der Restauration Neuhaus hier hantierten drei junge Leute, Bauschüler, mit einem geladenen Revolver. Plötzlich ging ein Schuß los und das em Buffet bedienende junge Madchen sank tötlich getroffen zu Boden. Die Kugel hatte ihr die Lunge durchbohrt. Man schaffte die Unglückliche zum Clemenshospital, woselbst sie nach einigen Stunden ihr junges Leben aushauchte. Man sollte den betr. jungen Burschen zunächst eine mächtige Tracht Prügel verabreichen. )* Münster, 8. April. Die Gastwirte des Regierungsbezirks Münster haben sich zur Bekämpfung des Mißbrauches geistiger Getränke(wer lacht da?) zusammengethan, und sich verpflichtet, geistige Getränke nicht mehr auf Borg zu verabreichen. + Gronau, 8. April. Ueberfahren wurde auf dem hiesigen Bahnhofe die Fabrikarbeiterin Dina Borgers aus Enschede, als sie den Zug zur Heimreise besteigen wollte. Ein Arm und ein Bein wurden der Aermsten glatt vom Rumpfe getrennt. Der Tod erlöste die Unglückliche nach einigen Stunden von ihren gräßlichen Schmerzen. * Ibbenbüren, 8. April. Die kleine Brüsecke, welche sich dieser Tage beim Herdfeuer arg verbrannte, ist inzwischen den erhaltenen Verletzungen erlegen. Der Brand ist dadurch entstanden, daß die Kleine einen Topf vom glühenden Herde nahm, an dem sich zunächst die Schürze entzündete; später geriet dann die ganze Kleidung in Brand. □ Billerbeck, 7. April. Die Eisenbahn=Angelegenheit Münster=Coesfeld ist nunmehr soweit vorangeschritten, daß nur noch die Stadt Münster betreffs des Geldpunktes zurück ist. Sobald die Erdarbeiten, welche auf der Strecke Empel—Bocholt—Borken in vollem Gange sind, bis nach Coesfeld sich weiter ausdehnen, wird auch bestimmt die Strecke Coesfeld=Münster nicht mehr lange auf sich warten lassen und dürfte in etwa 2 Jahren in Angriff genommen sein. □ Aus dem Münsterlande, 8. April. Ueber die häufigen Veränderungen im Schulbücherwesen wird fortgesetzt große Klage geführt. Daß ältere Kinder an jüngere Geschwister gebrauchte Schulbücher abgeben können, kommt überhaupt nicht mehr vor, was besonders von der ärmeren Bevölkerung bitter empfunden wird, da so ein Buch immerhin bis zu 1 Mk. 50 Pfg. kostet. Ist eine neue Auflage irgend eines Buches erschienen, so darf die vorige Auflage nicht mehr angeschafft werden. Die Buchhändler können dann ihren Vorrat an Büchern der seitherigen Auflage zum Feueranmachen 2c. verwenden, mit dem erhebenden Bewußtsein, den Gewinn an dem Schulbüchergeschäft des letzten Decenniums auf diese Weise hinzuopfern(an den meisten in den Elementarschulen gebrauchten Schulbüchern werden keine 5 Pfg. netto verdient). Es kommt sogar vor, daß Schüler angehalten werden, neue Auflagen zu fordern, die noch gar nicht erschienen sind, was dann für Eltern, Kinder und Händler die größten Scherereien verursacht. Dazu werden noch an einigen Orten mit jedem Halbjahr wechselnde Vorschriften bezüglich des äußeren Ausseheus der Bücher und namentlich der Hefte gegeben, die ins Allerkleinlichste gehen. Daß es allgemein mit den Büchern und Heften so gehalten wird, wie vorstehend geschildert, ist kaum anzunehmen, mir jedenfalls nicht bekannt, jedoch erinnere ich mich, daß schon früher in verschiedenen Zeitungen ähnliche Klagen geführt worden sind. Sicher ist, daß der häufige Wechsel in den Schulbüchern und Heften auf die Fortbildung der Schüler keinen wahrnehmbar günstigen Einfluß ausüht; welchen vernünftigen Zweck er hat, wird wohl das Geheimnis der betreffenden wechselfrohen Pädagogen bleiben. Westfalen und Nachbarländern. Lippstadt, 8. April. Das Westf. Vbl. bringt folgenden„Origiaal"=Artikel:„Der hiesige Ort, welcher immer mehr aufblüht, wird demnächst auch zu den Badeorten zählen. Ungefähr eine Stunde Chaussee nach Wiedenbrück, hat die deutsche Bohrgesellschaft in Bochum eine Soolquelle in einer Tiefe 1210 Meter angebohrt. Bei einer Wärme von 36° Reaumur hält das Wasser, welches mit einer Mächtigkeit von 400 Liter in der Minute z. Z. hervorsprudelt, 15 pCt. Salz, der Kohlensäuregehalt ist noch unbekannt. Die Bohrgesellschaft Deutschland hat die Absicht, das Wasser nach hier zu leiten und zwischen Lipperbruchbaum und hier ein Soolbad anzulegen. Glück auf!"— Das Westf. Vbl. ist mit einem langen Aprilscherz=Artikel des Lippst. Kreisbl., aus dem es obigen Auszug zusammengeschrieben hat, hereingefallen. □ Lippstadt, 8. April. Im Beginne der vorigen Woche beendigte die katholische Rektoratschule hierselbst ihr 35. Schuljahr. Schon im Beginne desselben hatte sie die Freude, daß ihre vor Ostern abgegangenen Schüler sämtlich ihre Prufungen bestanden und zwar 2 für Untertertia, 4 für Obertertia und zwei für Untersekunda.— Die Schule zählte im Sommersemester 72 Schüler, von denen 30 der Unterklasse, 28 der Mittelklasse und 14 der Oberklasse angehörten. Sämtliche Schüler waren katholisch; der Staatsangehörigkeit nach 70 Deutsche und 2 Ausländer(Spanien und Mexiko.) Die Anstalt wurde zweimal einer Revision unterzogen: am 12. Mai durch den vortragenden Rat im Kultusministerium, Herrn Geheimrat Dr. Weinertz— und am 29. Oktober durch den Regierungsrat Herrn Dr. Wolffgarten aus Arnsberg. Das Lehrerkollegium hatte die Freude, aus dem Munde des Letzteren eine warme Anerkennung für sein fleißiges Arbeiten zu hören.— Die Klassenprüfungen fanden statt am März d. I.— Das Schuljahr schloß am 2. April 1901. Die unstalt entließ 7 Schüler zu höheren Lehranstalten und zwar 1 für Quarta, 2 für Untertertia, 4 für Obertertia. Wie in früheren Jahren hat sich die katholische Rektoratschule auch jetzt bemüht, nicht nur für einen guten Unterricht, sondern auch für eine gute Erziehung ihrer Zöglinge im christkatholischen Sinne zu wirken: Die Schüler sind verpflichtet zum täglichen Besuche des Gottesdienstes und der sonntäglichen Christenlehre. Monatlich 1 mal gehen sie gemeinsam zu den hl. Sakramenten. 13 Schüler empfingen am 22. April die erste hl. Kommunion.— Das neue Schuljahr beginnt am 24. April morgens 7 Uhr mit einem feierlichen Hochamte in der Pfarrkirche. Anmeldungen nimmt der Leiter der Schule täglich entgegen. Bonn, 4. April, Rechtsanwalt Österhaus aus Mannheim, der sich hier bei Verwandten aufhielt, sollte gestern auf Ersuchen des dortigen Untersuchungsrichters wegen Unterschlagung verhaftet werden. Bei seiner Verhaftung gab er zunächst auf sich und sodann auf den Kriminalkommisser Drewin Revolverschüsse ab. Beide Schusse gingen fehl und Osterhaus wurde nach kurzem Ringen festgenomimen. 2 (!) Aus dem Bericht der Handelskammer zu Bielefeld. Allgemeine Uebersicht. Wie das Kohlensyndikat hat auch der Spiritusring manche Mißstände im gewerblichen Leben gezeitigt. So muß die künstliche Preiserhöhung durch die Zentrale für Spiritusverwertung als eine außerordentlich schädigende bezeichnet werden. Da diese Preiserhöhung allein unter dem Schutze der Zollverhältnisse und des Branntweinsteuergesetzes vom 24. Juni 1887 und vom 17. Juni 1895, welches durch Kontingentierung dem einheimischen Brenner für seinen Spiritus einen guten Preis sichert, erfolgen konnte, scheint es uns unberechtigt, daß.„ vom Gesetzgeber lediglich im Interesse der Landwirtschaft beschlossene Kontingentierung noch aufrecht erhalten bleibt. Wir beantragten daher beim Herrn Reichskanzler, daß, solange der Spiritusring besteht, die gesetzlich festgelegte Kontingentierung aufgehoben werde. Wenn sich aber die Berücksichtigung dieses Antrages als undurchführbar erweisen sollte, baten wir, daß die Kontingente nicht höher wie 800 hl bemessen und die Bestrebungen auf Ausschluß der neu zu errichtenden Brennereien von dem Kontingente nicht berücksichtigt würden. Aus denselben Gesichtspunkten haben wir beantragt, daß die lediglich den einseitigen Interessen des Spiritusringes zu gute kommende Frachtermäßigung für denaturierten Spiritus, solange der Ring besteht, aufgehoben werde. Hinsichtlich der auf Spiritus bezüglichen Bestimmungen haben wir noch einen weiteren Antrag an dieser Stelle zu erwähnen. Derselbe bezog sich auf die Vergütung der Brennsteuer. Dieselbe erfolgt nur dann, wenn Branntwein zur Essigbereitung verwendet wird, und wenn Branntwein mit dem allgemeinen Denaturierungsmittel denaturiert wird. Da nun in unserem Bezirk verschiedene Industrieen vertreten sind, welche aus sanitären Rücksichten den mit dem allgemeinen Denaturierungsmittel denaturierten Spiritus nicht verwenden können, beantragen wir, daß auch bei der Denaturierung mit Terpentinöl die Rückvergütung der Brennsteuer erfolge. Bezüglich der Denaturierung von Salz mit Petroleum wurden wir vom Herrn Handelsminister um eine gutachtliche Aeußerung befragt. Wir gaben unser Gutachten dahin ab, daß nach dem übereinstimmenden Urteile von Sachverständigen unseres Bezirkes sich die Denaturierung von Salz mit Petroleum durchaus bewährt habe und daß es auch nicht angebracht sei, eine von anderer Seite befürwortete Beschränkung der Lagerungsdauer auf 3 Monate einzuführen. Auf dem Gebiete des Verkehrswesens haben wir die Einrichtung des Emdener Außenhafens auf Grund des§ 117 des Vereinszollgesetzes als Freibezirk empfohlen. Wir beschlossen ferner, unter Voraussetzung des Einverständnisses des Vereins zur Schiffbarmachung der Lippe durch eine an das Abgeordnetenhaus zu richtende Eingabe, für die Kanalisierung der Lippe von Wesel bis Lippstadt einzutreten. Im Interesse der kleinen Wollhändler und Wollproduzenten unseres Bezirks beantragten wir, den Sperrigkeitszuschlag für gewaschene Wolle aufzuheben. Außerdem sprachen wir uns für Beibehaltung der jetzigen Tarifierung von Grubenhölzern aus. Was die Personentariffrage anlangt, deren Erledigung immer dringender wird, haben wir unsere früheren Wünsche abermals wiederholt und hoffen, daß diese so überaus wichtige Angelegenheit im kommenden Jahre eine unseren Anträgen gerecht werdende Regelung erfahren möge. Zu besonderen Klagen gab uns die Thatsache Anlaß, daß die Königliche Eisenbahnverwaltung den vom Bezirkseisenbahnrat für die Direktionsbezirke Hannover und Minden angenommenen Anträgen so wenig Entgegenkommen gezeigt hat. Häusig wurde den von jenem Bezirkseisenbahnrat befürworteten Anträgen gar nicht, in vielen Fällen aber erst nach wiederholtem Einbringen entsprochen, obwohl die Zuständigkeit der Bezirkseisenbahnräte hinsichtlich der Beratung von Maßregeln bei der Feststellung der Fahrpläne gesetzlich bestimmt ist. Um den Nachweis für unsere Behauptung zu erbringen, haben wir die Entwickelung mehrerer vom Vertreter der Handelskammer Bielefeld wiederholt eingebrachten, beziehungsweise mitunterzeichneten Anträge aus den letzten Jahren geschildert und diese Darstellung interessierten Abgeordneten unseres Bezirks übersandt, mit der Bitte, darauf hinzuwirken, daß in Zukunft von seiten der Bahnverwaltung den auf sorgfältiger Erwägung beruhenden Beschlüssen des Bezirkseisenbahnrates eine größere Berücksichtigung zu teil wird, als dieses bisher der Fall war. Von den Fahrplan=Anträgen, deren Einbringung im letzten Jahre von uns beschlossen ist, heben wir an dieser Stelle folgende hervor: 1. Wiedereinführung der Züge 18 und 14 auf der Strecke KölnBerlin. 2. Einlegung eines Zuges auf der Strecke Bielefeld—Dissen— Rothenfelde im Anschluß an die von Hamm und Köln in Bielefeld eintreffenden Abendzüge. 8. Herstellung einer Frühverbindung nach Elberfeld. 4. Herstellung eines Anschlusses des Zuges 586 der Strecke Herford—Altenbeken in Himmighausen an den Sommerzug 259 der Strecke Altenbeken—Steinheim. 5. Anhalten des Zuges 35 der Strecke Aachen—Holzminden in Geseke. 6. Durchführung des Zuges 458 der Strecke Kassel—Paderborn bis Hamm. 7. Durchführung des Zuges 537/437 der Strecke Höxter—Holz= minden bis Kreiensen zum Anschluß an den von 1162 von Kreiensen nach Kassel abgehenden Personenzug 778. 8. Schaffung geeigneter Früh= und Abendverbindungen auf der Streur wesere—Buren—Brilon. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. + Hamburg, 7. April.(Telegramm.) Heute mittag brach in den Dampfmühlenwerken v. A. Oppenheimer& Co. ein großes Schadenfeuer aus. Bei den Löscharbeiten fand ein Feuerwehrmann den Tod durch Ersticken. Ferner erlitten ein Oberfeuerwehrmann eine schwere Rauchvergiftung und zwei Feuerwehrleute Verletzungen. Die Gebäude sind vollständig zerstört, die Ursache des Brandes war bisher nicht zu ermitteln. Der Oberfeuerwehrmann ist inzwischen gestorben. — Bremen, 6. April. Die Auswandererzahl über Bremen betrug im ersten Quartal des laufenden Jahres 31347 gegen 26163 Personen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Hälfte der Gesamtziffer entfiel auf den Monat März. + Marseille, 8. April.(Telegramm.) Die Hafen= und Dockarbeiter beschlossen den Ausstand zu beenden und die Arbeit wieder aufzunehmen. Wetteraussichten. Am 10. April: Abwechselnd heiter und wolkig, vielfach etwas Regen, ziemlich warm. Stellenweise Gewitter. Am 11. April: Wechselnd bewölktes, kühleres Wetter ohne nennenswerte Niederschläge. Verantwortlich für den lokalen Teil Bielefeld: W. Clemens in Bielefeld; für den lokalen Teil Beckum: Stefan Keutmeyer in Beckum, für das Feuilleton und den lokalen Teil Wiedenbrück: Josef Brill in Wiedenbrück; für den sonstigen Inhalt: F. Knippschild in Oelde; Expeditionen: in Bielefeld Klosterstraße 1(E. Holterdorf'sche Buchhandlung), Stefan Keutmeyer in Beckum, W. Großegesse in Wiedenbrück und die Expedition in Oelde. Rotationsdruck und Verlag von E. Holterdorf in Bielefeld u. Oelde. Die? Westfälische Landeseisenbahn=Gesellschaft hat sich entschlossen, die bisher als Haltestelle gedachte Station Enniger als Bahnhof(Vollstation für Personen=, Stückgüter= und Wagenladeverkehr) und die bisherige Vollstation Tönnishäuschen als bloße Haltestelle(für den Personen= und Wagenladungsverkehr) einzurichten. Für die landespolizeiliche Prüfung dieses Vorhabens hat der Herr Regierungs=Präsident im Einvernehmen mit dem Herrn Eisenbahn=Kommissar Verhandlung auf dem in Tönnishäuschen belegenen Amtsbüreau des Amtes Vorhelm auf Dienstag, den 16. April d. Is., 10½ Uhr vorm., anberaumt. Die Pläne liegen von heute ab auf dem bezeichneten Amtsbüreau Vorhelm zu Jedermanns Einsicht auf und steht es den an dieser Umänderung Beteiligten frei, zu den Prüfungsverhandlungen zu erscheinen. In diesem Termin werden Entschädigungsansprüche nicht, sondern nur die von der Unternehmerin bei der Ausführung der Bahn herzustellenden Anlagen (an Wegen, Ueberfahrten, Einfriedigungen 2c.) Gegenstand der Verhandlungen sein. Beckum, den 6. April 1901. Der Landrat. Dr. Bahlmann. Schleineverkanf. Am Donnerstag, den 11. April, morgens von—12 Uhr, wird Herr Hölkemann an der Wohnung des Herrn Hartwig hier 50 Schweine gegen Kredit und Barzahlung verkaufen. Oelde, im April 1901. Kemper, 4 bis 5 ganz ausgezeichnete Lansptahe, auf Wunsch mit schönem Garten dabei, ganz in unmittelbarer Nähe vom Orte Wadersloh, sind auf sofort unterhändig zu kaufen durch Clem. Aug. 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Rolteruorf, Buchhandlung, Bielefeld und Gelde. 18 JUU zumeist bitterarme, katholische Mitbrüder bitten herzlichst um ein Fastenalmosen für den so dringend notwendigen Ban der Liebfrauentirche zu Berlin. Wer hilft? Für jede Gabe im Voraus den herzlichsten Dank Kuratus Jeder, Berlin S0., Wrangelstraße 84. 3 8 Ein tüchtiger, zuverlässiger Knecht mit guten Zeugnissen per sofort oder 1. Mai bei hohem Lohn gesucht. Näh. in der Exp. d. Z. Sacker=Lehrling auf sofort oder später gesucht. Th. Beisenkötter, Münster, Königstraße. Handels-Nachrichten. Bericht über thatsächlich erzielte Getreidepreise in der Provinz Westfalen. Preis in Maik pro Doppelzentner oder 200 Samstag, den 6. April 1901. Kreis Steinfurt Weizen 16,00, Roggen 13,90, Hafer 14.50, Koesfeld Weizen 16,00, Roggen 14,40, Gerste 14,00, Hafer 15,00, Lüding= hausen Weizen 16.25, Roggen 13,70, Gerste 16,50, Münster Weizen 16,25, Roggen 14,50, Gerste 15,00, Hafer 14,60, Warendorf Weizen 16,00, Roggen 14,25, Hafer 15,50, Beckum Weizen 16,50, Lippstadt Weizen 16,00, Roggen 14,80, Gerste 16,00, Hafer 14,00, Paderborn Weizen 15,40, Hafer zur Saat 15,00, Futterhafer 14,00, Bielefeld Roggen 14,50, Osnabrück Weizen 15,20, Roggen 14,20, Hafer 13,40. Börjen=Notierungen nach privaten Ermittelungen. Münster. Weizen 16,40 inl., 19,00 ausl., Roggen 14,60 inl., 17,00 ausl., Gerste 15,25 inl., 19,00 ausl., Hafer 14,75 inl., 16,50 ausl. Paderborn.(Amtl.) Weizen 15,80, Roggen 00,00, Gerste 00,00, Hafer zur Saat 15,20, Futter 14,40. Iserlohn.(Amtl. ermitt.) Weizen 16,50, Roggen 16,00, Gerste 14,00, Hafer 16,00. Witten.(Amtl.) Weizen 16,00 inl., 17,90 ausl., Roggen 14,80 inl., 16,80 ausl., Gerste 13,40 inl., 15,80 ausl., Hafer 14,20 inl., 15,90 ausl. Osnabrück.(Amtl. ermitt.) Weizen 15,50, Roggen 14,50, Gerste 14,20, Hafer 14,00. Essen.(Börse.) Weizen 16,50 inl., 18,75 ausl., Roggen 13,80 inl., 16,50 ausl., Gerste 13,50 inl., Hafer 15,40 ausl. Berlin, 6. April 1901. Berlin, Weizen 160, Roggen 142,00, Mannheim, Weizen 173,50, Roggen 148,00. Gütersloh, 6. April. Produkten= und Fettvieh=Preise. Weizen pr. 100 Pfd. 8,40—8,50., Roggen hies. 7,50—7,60, Gerste 6,90 bis 7,00, Hafer 7,40—8,00, Bohnen 7,90—8,00, Mais 6,00—6,10, Buchweizen 840—8,50. Schrot=Preise, rein gehalten. Roggenschrot per 100 Pfd. Mk. 8,00, Gerstenschrot 7,30, Maisschrot 6,10, Buchweizenschrot 8,80, Bohnenschrot 8,40, Bollmehl 6,00, Kleie 5,50—0,00. Vieh und Produkte. Kälber la. per 100 Pfd. Lebendgewicht 30—32., Schweine la. 40—42, 100 Pfd. Schlachtgewicht 52—55, Rindvieh la. 52—55. Kartoffeln 100 Pfd. 3,25—4,00, Heu 100 Pfd. 2,60—8,00, Stroh 1,80—2,00, Butter im Faß 00—00, Petroleum pr. 100 Pfd. 00,00. Bedeutende Erfindung. Sofortige Hilfe gegen Asthma, Bronchialkstarrh, Schlaflosigkeit.Nervosität. Aerztlich empfohlen. Fabr. Wagner-Wiebe, Leipzig. Sch. Mk..50 in den Apotheken. Ein fast neues, wenig gebrauchtes A bnle viersitzig, billig zu verkaufen. Wo, zu erfragen in d. Exped. Witwer(kath.), 45 Jahre alt, mit Kindern, wünscht die Bekanntschaft mit einer braven Person zwecks Heirat. Offerten mit genauer Angabe unter A. B. 9 an die Geschäftsstelle d. Bl. erbeten. Der Stelle sucht, verlange unsere W„Allgemeine Vakanzenliste“. W. Hirsch Verlag, Mannheim. 2 tüchtige junge Mädchen zur gründlichen Erlernung des Haushaltes, der bürgerlichen und feineren Küche gesucht. Frau Trentmann, Geseke. Ein Preher, ein Schmiede- und ein Schlossergeselle, katholisch, auf sofort gegen guten Lohn gesucht. Angebote unter N. 23 besorgt die Geschäftsstelle d. Bl. 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