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Gelegentlich erwähnt wurde er bereits am Donnerstag, als man über die Einrichtung der Offizier=Kasinos sprach. Der Kriegsminister nannte ihn wiederholt eine„Schmach“, betonte aber, daß der Fall glücklicherweise vereinzelt dastehe. Damit kanmn indes die Sache nicht als erledigt angesehen werden. Man muß sie noch einer grundsätzlichen Erörterung unterzielen, was ohne Zweifel außer in der Kommission auch noch im Plenum geschehen wird. Man muß von der Militärverwaltung etwas mehr verlangen, als nur eine Verurteilung der That und dem Trost, daß sie vereinzelt dastehe. Es müssen Vorkehrungen zur Verhütung der Wiederholung getroffen werden, also neue Vorschriften zur Einschränkung des Duellunwesens. Daß wir ein völliges Verbot des Zweikampfes einstweilen nicht zu erwarten haben, wissen wir ja; umso mehr muß aber darauf gedrungen werden werden, daß alles geschieht, was möglich ist, um die Zahl der Duelle herabzumindern. In dem Mörchinger Fall handelt es sich zwar um keinen Mord, aber dieser Totschlag ist doch nur dem Duellzwange im Heere zu verdanken und ist nur dem bereits eingeleiteten Duelle zuvorgekommen. Die Freunde des Zweikampfes sind jetzt schon an der Arbeit, den Eindruck des furchtbaren Vorkommnisses abzuschwächen und seine Verwertung gegen das Duellunwesen zu verhindern. Es wird vor allem der Nachweis versucht, daß in Mörchingen nicht gegen die kaiserliche Verordnung vom 1. Januar 1897 verstoßen worden sei. Die Militärärzte sind den Vorschriften über die Ehrengerichte nicht unterworfen, wie sie denn auch weder in den Ehrengerichten noch im Ehrenrat vertreten sind; ein eigenes Ehrengericht für sie besteht nicht. Also konnte Oberstabsarzt Rüger den„Ehrenhandel“ in der von ihm gewählten Weise„austragen“, ohne sich gegen die kaiserliche Verordnung zu verfehlen. Gegen diese Folgerung wird sich nichts einwenden lassen. Wie ziehen aber aus dem Mörchinger Fall die weitere Folgerung, daß es dringend notwendig ist, auch für die Militärärzte Ehrengerichte einzuführen, sei es, daß man eigene für sie errichtet, sei es, daß man sie den für die Offiziere bestehenden unterwirft. Auch die beiden Hauptleute, die die Forderung Rügers an Hauptmann Adams zu überbringen unternahmen, sollen nicht gegen die kaiserliche Verordnung verstoßen haben, weil in keinem Paragraphen das Ueberbringen einer Forderung verboten sei. Mit dieser Auffassung können wir uns doch nicht so ohne Weiteres einverstanden erklären. Wenn eine Herausforderung zum Zweikampfe nicht stattfinden darf, ohne daß der„Ehrenhandel“ vorher den Ehrenrat beschäftigt hat, (!) Theresens Glück. (32. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Schon vorher waren von allen Seiten die Arbeiter und das Landvolk in ihren Sonntagsanzügen herbeigeströmt. In der Nähe der Grube war eine stattliche Festhalle errichtet, zu der ein prächtiger Triumphbogen, mit allegorischen Figuren geschmückt, hinaufführte. Zu beiden Seiten stand die lebensgroße Figur eines Bergmannes und einer Hüttenarbeiters mit Schurzfell und Bluse, umgeben von den Werkzeugen ihrer Thätigkeit. Jede Anspiegelung auf den fürstlichen Rang der Grubenbesitzerin war sorgfältig vermieden. Gewinde von grünen Tannenzweigen schlangen sich um die Säulen; über dem Portal prangte in großen transparenten Buchstaben, die abends erleuchtet werden sollten, der Name der neuen Grube „Theresens Glück". Helles Festgeläut ertönte. Unter den Klängen der Knappschaftsmusik ordnete sich der Zug der Arbeiter; Fahnen und bunte Bänder flatterten im goldenen Sonnenlicht. Die Wagen wurden jetzt sichtbar. Der Oberdirektor und an seiner Seite der Ingenieur, welcher heute einer der Helden des Tages war, stellten sich an die Spitze der Versammmelten und begrüßten die Herrschaften mit einer Ansprache. Im Namen und Auftrage seiner Gemahlin erwiderte Fürst Dallkoff, sprach dem Ingenieur deren Dank für den vollendeten Bau aus und verkündete zugleich, daß sie eine bedeutende Summe bestimmt habe, teils zur Vergrößerung der vorhandenen Wohlfahrtseinrichtungen, teils zu Neuschöpfungen, welche dem Wohle der Arbeiter dienen sollten. Hierauf trat der Landrat Cunio hervor und überreichte dem Oberdirektor im königlichen Auftrage den roten Adler= orden, damit einen Wunsch erfüllend, den der brave und bescheidene Beamte seit Jahren in seines Herzens tiefstem Schrein genährt hatte. so entspricht es doch nur dem Geiste und Sinne der Verordnung, daß auch eine Forderung nicht früher überbracht werden darf. Die Berl. N. N. machen zur Rechtfertigung der beiden Hauptleute noch geltend, daß sich Oberstabsarzt Rüger im Falle ihrer Weigerung wohl an jüngere und weniger geeignete Offiziere gewendet hätte, wodurch der Konflikt wohl noch verschärft worden wäre, und daß die beiden Hauptleute gewiß alles gethan haben würden, um einen„standesgemäßen Ausgleich“ ohne Zweikampf herbeizuführen. Das klingt ja ganz schön. Kein Mensch wird daran zweifeln, daß ein solcher „Ausgleich“ im Ernst nicht mehr versucht worden wäre, vielmehr alle Beteiligten ein Duell für„unvermeidlich“ hielten. Nicht zuletzt gilt dies gerade von den beiden Hauptleuten. Die Forderung lautete auf besonders scharfe Bedingungen. Hätten die beiden Ueberbringer an einen Ausgleich gedacht, so hätten sie sich doch wohl zunächst um Milderung der Bedingungen bemüht. Jedenfalls weist die Verordnung über Ehrengerichte eine bedenkliche Lücke auf, wenn sie die Ueberbringung einer Forderung gestattet, ehe das Ehrengericht sich mit der Sache befaßt hat. Noch eine weitere Ergänzung der Verordnung ist wünschenswert. Wenn ein Offizier mit einer Civilperson oder einem dem Ehrengerichte nicht unterworfenen Offizier in einen Ehrenhandel gerät, so ist er zur umgehenden Anzeige an den Ehrenrat zwar auch verpflichtet, aber er soll nach der Darstellung der B..=N. nicht verpflichtet sein, dessen Entscheidung abzuwarten, da die Vorschrift nur besagt, daß der Ehrenrat auch hier auf einen Ausgleich hinzuwirken hat,„soweit es die Umstände gestatten.“ Hauptmann Adams, der einzige, der in dem Mörchinger Falle zu einer sofortigen Anzeige an den Ehrenrat verflichtet war, hätte also am Abend noch im halben Rausche die Forderung annehmen und am anderen Morgen im Katzenjammer sich auf Tod und Leben mit dem Oberstabsarzt schießen können, ohne eine Vorschrift zu verletzen, wenn er nur rechtzeitig die Formalität der Anzeige erfüllt hätte. Daß auch hier durch Erweiterung oder Erläuterung der bestehenden Vorschriften noch etwas zur Einschränkung des Duellunwesens geschehen kann, liegt auf der Hand. Wir hoffen, daß der Mörchinger Mord der Militärverwaltung so in die Glieder gefahren ist, daß sie sich mir dem bloßen Bedauern und Verurteilen nicht begnügen, sondern sich im Gewissen zum Handeln verpflichtet fühlen wird. Ob, wie das Berl. Tagebl. berichtete, die kaiserliche Verordnung durch anderweitige geheime Erlasse zum großen Teile illusorisch gemacht worden ist, wollen wir dahingestellt sein lassen. Vorläufig glauben wir es nicht recht. Jedenfalls müssen die verantwortlichen Personen sich sagen, daß eine Verschärfung viel dringender ist, als eine Abschwächung. So wenig wir Laute Hochrufe, jubelnde Danksagungen und eine von der Musik in feierlichen, langgezogenen Tönen ausgeführter Choral beschloß diesen Teil der Festlichkeit, dem sich als zweiter Teil der Besuch der Grube durch die Besitzer und Eingeladenen anschließen sollte. Doch nur ein kleiner Teil der letzteren war geneigt, die Einfahrt mitzumachen. Die meisten zogen es vor, mit dem Fürsten nach dem Schlosse zurückzukehren. In ihrer Vertretung setzten sich der Fürst und Therese an die Spitze des kleinen Zuges, der sich in das dicht neben der Grube neu erbaute Maschinenhaus begab, wo die in großer Anzahl eigens für diesen Zweck angeschafften Kittel über die Kleider geworfen und die kokett aufgeputzten Mützchen auf die Köpfe gesetzt wurden. Paarweise schritt man alsdann zu der Oeffnung, wo sich eine eigene Vorrichtung zum Hinablassen in die Tiefe befand. „Wir müssen den Herrschaften die Honneurs machen," flüsterte Dallkoff Therese zu,„und ihnen gemeinschaftlich vorausfahren, auf dem Rückwege kannst Du Dich dann mit Deinem Bräutigam zusammenfinden.“ Lächelnd gab sie ihre Zustimmung und bestieg mit ihm den zweiten Fahrstuhl, während in dem ersten der Direktor und der Ingenieur Platz nahmen. Die Räder, durch welche die Einfahrt bewerkstellig; ward, setzten sich in Bewegung. Das Tageslicht verschwand, wie Glühwürmer leuchteten die mitgenommenen Grubenlampen, deren matter Schein kaum hinreichte, die nächsten Wege und Gänge zu beleuchten. Immer dichter und beUemmender ward die Luft. Grabesstille herrschte in dem weiten Raum, nur unterbrochen durch das unheimliche Rauschen der unterirdischen Gewässer und das eintönige Aechzen und Stampfen der zu ihrer Bewältigung dienenden Maschine. Doch schon flammte es hell von allen Seiten auf. Eine Anzahl von Arbeitern stand bereit mit Fackeln in den Händen, welche entzündet wurden, sobald die Füße der ersten Ankommenden den Boden berührten. auch zur Zeit auf ein gänzliches Verbot des Zweikampfes zu rechnen haben, so müssen wir doch immer wieder die grundsätzliche Stellungnahme gegen ihn als die Hauptsache hervorheben. Der Mörchinger Mord ist allein auf den Duellzwang im Heere zurückzuführen, und wer an diesem Zwange festhält, trägt im Gewissen einen Teil der Verantwortung mit. In einem Duellfreundlichen Blatte wird gegen unsere grund sätzliche Verurteilung des Zweikampfes eingewandt, daß doch das Offizierkorps am Ehrenpunkte unermeßlichen Schaden nehmen, herunterkommen und verwildern müsse, wenn nach einem Vorkommnisse wie die Ohrfeigen=Affäre in Mörchingen die Beteiligten hinterher thun wollten, als wäre nichts geschehen. Aber wer sagt denn, daß die Ofstziere Beleidigungen und Ohrfeigen ruhig einstecken sollen? Es wird nur verlangt, daß die„Ehrensachen“ nicht mittels des thörichten und verruchten Zweikampfes ausgetragen werden sollen. Leichte Sachen und übereilte Handlungen lassen sich durch männliche Erklärungen sehr wohl ausgleichen, ohne daß die Ehre eines Beteiligten dabei Schaden nimmt. In anderen Fällen kann noch eine Bestrafung des Schuldigen hinzukommen; es werden ja auch jetzt Rügen und Strafen erteilt, ohne daß die Ehre des Betreffenden darunter leidet. Liegt der Fall besonders arg, so jage man den Schuldigen einfach fort; das ist doch zehnmal vernünftiger, als die Schießerei. Tages=Ereignisse. Deutschland. Berlin, 17. Febr. Der Besuch des englischen Königspaares ist ja nun amtlich angezeigt worden. Unser Kaiser ist bekanntlich am 7. Februar in Homburg eingetroffen; die„Köln. Ztg.“ hört nun, daß der Kaiser dort längere Zeit verbleiben wird, er und seine Gemahlin würden also in Homburg das englische Königspaar erwarten. Unter diesen Umständen dürfte es auch ausgeschlossen sein, daß König Eduard und seine Gemahlin nach Berlin kommen werden. König Eduard wird sehnlich wünschen, seiner schwer erkrankten Schwester, der Kaiserin Friedrich, noch einmal die Hand zu drücken. Mit geradezu heroischer Geduld erträgt die edle Frau ihr Leiden; selbst schwere Herzbeklemmung und Atemnot haben ihr das lebendige Interesse für alle Vorgänge auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft nicht rauben können. Bei der verhältnismäßig sehr geringen Nahrungsaufnahme ist es natürlich auch sehr schwer, ein Zurückweichen der Körperkräfte zu verhindern. Wie lange das englische Königspaar in Homburg weilen wird, darüber ist selbstverständlich Bestimmtes noch nicht bekannt geworden; aber das darf wohl als ganz sicher angenommen werden, daß der Aufenthalt nicht lange ausgedehnt wird. X Das Abgeordnetenhaus führte am Sonnabend die allgemeine Besprechung beim Gehalt des Ministers des In großer Geschwindigkeit fuhren die Fahrstühle wieder in die Höhe und kehrten mit neuen Insassen zurück. Der Landrat mit seiner Schwester waren die nächsten, welche das unterirdische Reich betraten, ihnen folgte der Professor Rath, der wirklich als Festgast angelangt war, und dem sich Doktor Freyberg zugesellt hatte. Dann paarweise, wie es Zufall oder Wahl gab, andere Gäste und zwar nur Herren, denn außer Therese und Dora hatten alle Damen auf die Teilnahme an der Grubenfahrt verzichtet. Ein von unten gegebenes Zeichen kündete an, daß sämtliche Teilnehmer befördert worden waren, und nun bat der Oberdirektor die Gesellschaft, ihm zu folgen. Die eigentliche Führung und Erklärung übernahm jedoch der Ingenieur, und der Rundgang begann. Die Seele des ganzen Betriebes bildete die riesige Dampfmaschine; hundertfältiges Rädergewerk griff so sicher und fest ineinander wie ein Uhrwerk, und setzte mit seinen Hebeln und Gestänge die mächtigen Pumpen in Bewegung, welche die fortwährend aus der Tiefe aufstrebenden Gewässer nach dem durch das ganze Bergwerk führenden Kanal leiteten.— Neben der Maschine öffnete sich der Einblick in das neue Bergwerk. Von der Glut der Fackeln beleuchtet, glänzten die dunklen Wände wie ein schwarzer Marmorpalast, mächtige Säulen und festes Mauerwerk stützten die Decke und den ganzen Wunderbau mit seinen zahllosen labyrinthischen Gängen und Galerien. Auf glänzenden Schienen rollten die beladenen Wagen. Wie dunkle Schatten stiegen die Arbeiter aus der Tiefe auf; die Haue schlug, Schaufel und Hacke schafften, doch war dies alles heute mehr eine Arbeit zum Schein. Die Gruben und Werke feierten, es war nur eine Anzahl von Arbeitern angestellt worden, um während der Zeit des Besuches der Szene mehr Leven und Bewegung zu verleihen.— Unter den Anwesenden befanden sich mehrere Sachkundige, Inemn zu Ende. Abg. Trinborn(Cr.) krthent= ioet- dieforderuissen der modernen Zeitungstechnit hin. Weyler verSchreibung von boin vu, 9, de.., Minister glaubte unerbitlich vorgehen gegen ale, die Nachrichten über die wiserschaftlicghen Srinden verurtee, Resiektionen(Ruhestörungen oder Rügen über die Behörden verbreiten das iun den Sand eetrecte S vuit geschichtichen„Mehrheisolten, Jedes Blatt, das irgend etwas, weiches die Zensur verteidien zu uten, bochz de Hoyer, beAnrftage des Abg. snicht vorher gesehen habe, veröfentlicht, wird sofort unterSchwarze(Ctr.) wegen Teilung des Regierungsbezirks Arns= drückt. Dem Sozialistenblatt La Idea widerfuhr solches berg erwiderte der Minister, daß er im Prinzip dafür sei, eine Entscheidung sei aber noch nach keiner Seite getroffen. Jedenfalls müsse Arnsberg Sitz der Regierung bleiben. — Durch die Beseitigung der Abschlußprüfung ist zwischen den Vollanstalten und Nichtvollanstalten insofern eine Verschiedenheit entstanden, als der Erwerb der Berechgestel Die ern. Heute schweigt die gesamte Presse über die Unruhen. Die Telephonverbindung mit den Provinzstädten ist auf Befehl der Militärbehörde abgebrochen. Der Telegraph läßt nur harmloses durch. Die Korrespondenten laufen außerdem Gefahr, beim geringsten Fehltritt vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. Rechnet man hinzu, daß bei den letzten kung voraussetzt Wie die stehen einer Prüfung vorausseyt. Wie oie Kreuzig., Hört, ist eine Aenderung der Prüfungsordnung für die Nichtvouanstalten zu erwarten, die bezweckt, einen Ausgleich hervei□ Wie die„Vossische Zeitung“ hört, beantragte die neiden. Gestern herrschte vollkommene Ruhe hier. X Madrid, 17. Febr.(Telegramm.) Man nimmt an, daß in einem für Mittwoch angesetzten Ministerrat das Kabinet beschließen wird, seine Entlassung zu geben. Wie aus guter Quelle verlautet, werde Silvela mit der Staatsanwaltschaft bei der Strafkammer, gegen den Justizrat Sello einzustellen. + Cronberg, 17. Febr.(Telegramm.) Der König von Griechenland kam heute nachmittag auf der Durchreise das Verfahren Neubildung des Ministeriums betraut werden. Der Krieg in Südafrika. von Griechenland kam heute nachmittag auf der Durchreise, Kapstadt, 16. Februar. Die Eingeborenen stellten die auf dem hiesigen Bahnhof an und wurde von dem Prinzen Arbeit infolge des Auftretens der Pest ein. Eine Abordnung Heinrich und der Kronprinzessin von Griechenland empfangen. begab sich im Namen von 5000 Eingeborenen zur Behörde Die hohen Herrschaften begaben sich im Schlitten nach Schloß und machte die Mitteilung, daß die Eingeborenen wegen der Friedrichshof, von wo der König nach einstündigem Aufent= Pest nicht mehr arbeiten wollten und nach der Heimat zurückhalt sich nach Homburg zum Besuch bei dem Kaiser und der zukehren wünschten. Die Behörde verweigerte die Erlaubnis. Kaiserin begab. Von Homburg wird der König über Frank= Die Arbeiten in den Docks ruhen. furt am Main seine Reise nach Kopenhagen fortsetzen. Oesterreich=Ungarn. Ofen=Pest, 15. Febr. Mehrere tausend Arbeitslose durchzogen heute nachmittag demonstrativ die Straßen der Stadt. Sie trugen Tafeln mit der Ausschrift„Brot, Arbeit, Rechte“. Unter Hochrufen auf I# Brüssel, 17. Febr.(Telegramm.) Als gestern abend der Gesandte der südafrikanischen Republik, Dr. Leyds, von den Vermählungsfeierlichkeiten im Haag in seine hiesige Wohnung zurückkehrte und sein Gepäck einen Augenblick im Vestibül unbeaufsichtigt war, stahlen Diebe ein politische der Aufschrift„Brot, Arbeit, Rechte“. Unter Hochrufen auf Bestibül unbeaufsichtigt war, stahlen Diebe ein p die inernationate Sozialdemokratie und unter Absugung der Dokumente enthattendes Gepäckstück.u vegg#.#. wparen, Arbeiter=Marseillaise marschierten sie durch die Haupt=(wie sofort festgestellt wurde, mittels Nachschiusser in das Haus straßen und begannen alsbald die Spiegelscheiben von eingedrungen. Die Polizei wurde unverzüglich vor dem VorRestaurants, Kaffeehäusern und einzelnen Geschäften einzu= kommnis in Kenntnis gesetzt. schlagen. Die Ladenbesitzer schlossen ihre Läden. Herbei==* De Aar, 18. Febr.(Telegramm.) Dewet und geeilten Polizisten gelang es nur mit Mühe, die Demonstranten Steyn überschritten gestern vormittag mit—3000 Mann zu zerstreuen. Es wurden 3 schwer und über 15 leichter und zwei Geschützen die Eisenbahn nördlich von Hontkraal euen. Es wurden 3 schwer und über 15 leichter verletzt. 35 Personen wurden verhaftet. □ Karlowitz, 16. Febr.(Telegramm.) Zum Empfange der Leiche des Königs Milau, welche mit Sonderzug eingetroffen ist, war auf dem Bahnhofe eine Ehrenkompagnie aufgestellt, welche die militärischen Ehren erwies, während die Musik die serbische Königshymne spielte. Vom Bahnhofe wurde die Leiche auf einem sechsspännigen GalaLeichenwagen nach der Metropolitankirche überführt, wo die Einsegnung durch den Patriarchen unter Assistenz einer großen Anzahl von Geistlichen und unter dem Geläute aller Glocken stattfand. Nachmittags 1 Uhr fand die Ueberführung der Leiche nach dem Kloster Kruschedol statt, wo die Beisetzung England. London, 18. Febr. Unterhaus. Beim Beginn der gestrigen Sitzung fragte Gibson Bowles an, ob es der Regierung bekannt sei, daß deutsche Streitkräfte aus Ostafrika im Sept. 1900 einen Gebietsteil des Kongostaates an sich gerissen hätten, indem sie die belgischen Posten aus den Stationen unter Kriegsdrohung ztfernt hätten, und daß die Deutschen auf diese Weise von einem (Kapkolonie), die Granaten der Engländer zerstreuten die Buren, welche ihre Geschütze nicht ins Gefecht brachten; ein gepanzerter Zug eröffnete das Feuer mit Marinegeschützen. Es gelang den Engländern, den ganzen Convoi Dewets zu nehmen einschließlich hunderttausend Patronen, zahlreichen Schießvorrat und ein Schnellfeuergeschütz. Die Engländer hatten nur drei Verwundete. 1 Der Krieg in China. London, 16. Febr. Die Durchführung der Friedensbedingungen. Der Times=Berichterstatter meldet aus Peking: Der von den militärischen Sachverständigen für die VerZeugin Regina Schulz war im vorigen Jahr Dienstmädchen bei dem neben Lewy wohnenden Präs.: Haben Sie den Winter zusammen mit Anna Hoffmann gesehen?— Zeugin: Nein, aber mit den Casparys und Tuchlers Fräuleins. Der„Levymoritz“(Heiterkeit) war auch dabei.— Präs.: Haben Sie Winter auch auf der Eisbahn gesehen?— Zeugin: Ja. — Präs.: Auch Moritz Levy?— Zeugin: Ja, der Moritz ist auch dabei gewesen.— Angekl.: Ich bin seit 8 Jahren nicht mehr Schlittschuh gelaufen.— Zeugin: Jawohl, ich habe Levymoritz auf der Eisbahn gesehen.— Präs.: Ist er auch Schlittschuh gelaufen?— Zeugin: Das weiß ich nicht.— Der Präsident ruft Hartstock vor. — Zeugin: Ja, den kenne ich.— Präs.: Wo haben Sie denn den Zeugen gesehen?— Zeugin: Allerwärts.(Heiterkeit.)— Präs.: Haben Sie denn auch Hartstock mit Levy zusammen gesehen?— Zeugin: Darauf kann ich mich nicht besinnen.— Präs.: Die Zeuginnen Caspari und Tuchler haben beschworen, daß sie nicht mit Winter und Levy zusammen gewesen seien.— Zeugin: Ich habe es aber genau gesehen.— Verth. Appelbaum: Hatte Winter dieselbe Figur wie Hartstock?— Zeugin: Er war etwas kleiner, sonst ja. — Vert. Sonnenfeld: Haben Sie denn gesehen, daß vier Personen auf dem Eise zusammengestanden haben?— Zeugin: Ja, ich hube auch gehört, daß„Levymoritz“(Heiterkeit) mit Winnter und den beiden Fräuleins gesprochen hat.— Der Präsident stellt sodann fest, wo die Zeugin an der Eisbahn gestanden hat. Auf Wunsch eines Geschworenen wird die Zeugin nochmals mit Hilfe des polnischen Dolmetschers befragt; ihre Aussage lautet auch dabei unverändert. Die Verteidiger halten der Schulz vor, daß sie vor dem Untersuchungsrichter diese ihre Beobachtungen auf der Eisbahn verschwiegen habe.— Zeugin: Ich hatte es damals vergessen. Der Präsident erteilt den Auftrag, Meta Caspary und Selma vo Der Ansturm des Publikums zu den Verhandlungen wächt inzwischen noch immer und nimmt einen geradezu beängstigenden Charakter an. Bei Beginn der Nachmittagssitzung ereignen sich wüste Lärmscenen unter dem andrängenden Puolirum, so daß selbst die Gendarmen nicht mehr im Stande sind, die Massen abzuwehren. Unter großer Spannung wird zunächst Selma Tuchler zur Vernehmung aufgerufen.— Präs.: Haben Sie jemals den Winter hinter dem Schlachthof getroffen?— Zeugin: wüßte.— Präs.: Wollen Sie das überhaupt in Abrede stellen oder geben Sie die Möglichkeit zu?— Zeugin: Möglich ist es vielleicht, ich kann mich an dessen nicht erinnern.— Präs.: Seit wie lange kannten Sie Winter?— Zeugin: Seit Sommer 1898.— Präs.: Ich frage Sie nochmals und mache Sie gleichzeitig darauf aufmerksam, daß Sie sich vor der Strafe des Meineids schützen können, wenn Sie Ihre Aussage ändern und erklären, daß Sie gestern die Unwahrheit sagten; ich frage Sie also: Sind Sie jemals mit Ernst Winter und Levy zusammen gesehen worden?— Zeugin: Nein! Präs.(eindringlich): Sind Sie niemals in der Gesellschaft beider gesehen worden.— Zeugin: Nein.— Präsident: Liegt dies überhaupt außer dem Bereich der Möglichkeit oder wäre es vielleicht doch möglich?— Zeugin: Es ist vollkommen ausgeschlossen.— Präs.: Haben Sie niemals auf oder vor der Eisbahn mit Winter und Moritz Levy zusammen gestanden?— Zeugin: Niemals!— Präs.: Das Dienstmädchen Regina Schulz bekundet aber das Gegenteil. Zeugin: Dann sagt sie die Unwahrheit.— Der Präsident ruft hierauf die Zeugin Schulz vor, welche erklärt: Es ist doch wahr. Präs.: Ist nicht eine Verwechselung möglich?— Zeugin Schulz: Nein.— Ich habe auch alle vier, Winter, Moritz Levy, die Tuchler und die Caspari vor dem Casparischen Hause gesehen.— Zeugin Selma Tuchler: Ich wußte, wer Moritz Levy ist, habe ihn aber nie begrüßt.— Staatsanwalt Schweigger: Woher bezogen Sie Ihren Bedarf an Fleisch?— Zeugin: Von verschiedenen Schlächtern, wohl auch von Levys. Das Fleisch wurde stets in der Küche abgegeben. Es wird nunmehr Meta Caspari hineingerufen, vie folgende Aussage macht: Es ist eine direkte Unwahrheit, was die Zeugin Schulz aussagt. Herr Levy war niemals zugegen, wenn wir mit Winter zusammen standen.— Präsident: Auch nicht auf der EisEr hat dort eischen Posten aus den Stationen unter Trieg=y giung Tschihomen niederzureißen, die Lager zu zerstören, die dahin 300 pachteten Gebiet Besitz ergriffen hätten, welches, Gebiet bald darauf wegen der von der französischen und d für die Ver= Winter zusammen standen.— Präst., genn dates teidigung des Gesandtschaftsvierters ausgearbeitete bahn?— Zeugin: Niemals war Moritz Levy dabei. Plan, sietze den Bau einer internationalen dertupe voben dem mar feüßer Oderlehter auiz dern, Konizer Spmgsun. Er bet kaiseruchen Palaste vor. Er schlägt vor, eine Bresche in die seigne Lehritzätigkeit durch 33 Jahre geupt. Winter war des Zeugen die Türme Haitmen und Schüler, auch Moritz Levy vor 18 Jahren in Sexta und Quinta.— Präs.: Sie kennen also beide genau?— Zeuge: Ja. Führte Levy im Volksmund den Namen„Pincenez=Levy"?— Zeuge: ..: terher etmas nan diesem Namen gehört. Mauer der Stadt zu legen, Einwendungen von den Briten wieder Unterstaatssekretär des Auswärtigen, Viscount Cranborne, erwiderte die Regierung habe davon keine amtliche Kenntnis. Es würden Nachforschungen angestellt werden.(Es handelt sich um die angebliche Vertreibung kongostaatlicher Truppen aus dem infolge der neuern geographischen Lagebestimmungen von Deutschland beanspruchten Gebietsteile am Kiwusee. Die Nachricht ist von englischen, nicht von belgischen Vlättern ausgegangen und, da man in Brüssel ebenso wenig wie in Berlin etwas von einem direkten Konflikt zwischen den beiderseitigen Truppen vernommen hat, nicht widerlegt worden. Herr Gibson Bowles braucht sich nicht zu ereifern, da eine deutschkongostaatliche Kommission gegenwärtig damit beschäftigt ist, die Grenzfragen an Ort und Stelle zu lösen.) Spanien. Madrid, 15. Februar. Der Militär= gouverneur von Madrid, Weyler ließ alle Zeitungsverleger zu sich berufen und teilte denselben mit, kein Blatt dürfe erscheinen, ohne vorher von der Zensur gutgeheißen zu sein. Einzelne Proben von Spalten oder Spaltenteilen werden nicht zugelassen, sondern es müsse das ganze Blatt auf einmal eingereicht werden. Die Verleger waren sehr erstaunt ahre 1894 an Großbritannien ver= Zugang gewähren, einen Raum von 15c.6 ggllg, ätten, welches Gebiet bald darauf ringsum das Viertel freizulegen, Mauern, Graven und Wolfsder deutschen Regierung erhobenen fallen zu bauen, die Befestigungen mit Maximgeschützen auscount Cranborne, erwiderte, zustatten, und mit einer Kaserne für 2000 Mann: dieser wären Magazine beizugeben, die Lebensmittel für drei Monate aufnehmen könnten. Alle öffentlichen Gebäude, Ministerien und Bureaus zwischen den Gesandtschaften und dem kaiserlichen Palast sollen niedergerissen werden. 11000 Mann fremder Truppen sollen die Verbindung Pekings mit dem Meere sichern, sodaß kein Chinese eine Reise dorthin unternehmen kann, ohne daß die fremden Truppenführer davon Kenntnis erhalten. Der Ausbau dieses Verteidigungssystems solle sofort beginnen, noch vor der Rückkehr des Hofes nach Peking. und alle sprachen ihre lebhafte Bewunderung und Anerkennung für das großartige und so überaus gelungene Werk aus. Am lebhaftesten interessierte sich aber Professor Rath dafür. Er ward nicht müde, dem Ingenieur immer neue Fragen vorzulegen und hörte seinen Auseinandersetzungen mit der gespanntesten Aufmerksamkeit zu.. wichend „Ja, ja,“ sagte sich in das Gespräch mischend der „es ist nicht bloß eine große Kunst, eine solche Auf dem neuen, für die Gesandschaften in Aussicht genommenen Gebiet sind alle den Chinesen gehörigen Liegenschaften mit Beschlag belegt worden. Frankreich und Deutschland haben mehrere Hektar in Besitz genommen, ohne von Entschädigung zu sprechen, während die italienische Gesandtschaft solchen Erwerbungen noch die Gebäude der kaiserund lichen Seezollverwaltung mit ihren Gärten und dem von Sir = Robert Hart und seinen Beamten bewohnten Gebäude hinzugefügt hat... gm. Pest, 16. Fevr. Mit wenigen Ausnahmen nimmt die ganze ungarische Presse gegen die Erwerbung einer Niederlassung in Tientsin Stellung. Man sagt spöttisch, die Monarchie sei zum Kleinggzudhestzeg in Ehina geworden und t giebt der Befürchtung Ausdruu, daß weitere Gebietserwer= sob ich zhn bungen folgen werden. Im Abgeordnetenhaus fragte heute Kossuth den Ministerpräsidenten, ob die Erwerbung der Ich habe erst hinrerher erwas von virsem Namen gehört. Zeuge bekundet in weiteren Aussagen, daß er fast täglich mehrere Male durch die Danziger Straße am Levyschen Hause vorbeikam. Niemals habe er aber den Winter bei dem Levyschen Hause oder mit Moritz Levy gesehen. Es wäre das dem Zeugen sicher aufgefallen und in der Erinnerung geblieben, da er sich ganz genau erinnere, den Ernst Winter vor dem Hoffmannschen und Fischerschen Laden gesehen zu haben. Weiter wünscht Professor Prätorius noch eine besondere Bemerkung zu machen: Es sei zu seiner Kenntnis gekommen, daß Martha Hoffmann zu dem Präparanden Speisiger sagte: Wir müssen Moritz Levy meineidig machen.— Frau Lehmann, geb. Hofsmann: Gewiß, ich gebe das von vornherein zu.— Vert. Appelbaum(zu Prätorius): Ist es zu Ihrer Kenntnis gekommen, daß ein Schüler des Konitzer Gymnasiums eine gewisse Aehnlichkeit mit Winter besaß? Prätorius: Einmal traf ich bei dem Direktor Jonasczewski einen Schüler. Der Direktor sagte nach dessen Weggang zu mir: Haben Sie sich den nicht angesehen und ist Ihnen dabei nichts aufgefallen? Zeuge mußte zugeben, daß einige Aehnlichkeit mit Winter handen war: die Figur schien untersetzter, aber der Kopf hatte Aehnlichkeit. Auch bei Hartstock ist einige Aehnlichkeit herauszufinden. Jener Schüler sei der Obersekundaner Prochatzki gewesen. Das Gericht beschließt hierauf die Ladung des Prochatzki. Prochatzki. Der nächste Zeuge Oberdirektor,„es ist nicht bloß eine große Kunst, eine solche Kossuth den Ministerpräsidenten, ob die Erwerbung. Maschine herzustellen, sondern auch eine ungeheure Ver= Niederlassung mit seiner Zustimmung erfolgt sei und welche antwortung. Bricht ein Rad an der Maschine, wird eine Interessen diesen Schritt als notwendig erscheinen ließen. Schraube verrückt, so steigen die Fluten aus dem Abgrund und begraben und zerstören alles.“ Ein Schauer ergriff bei diesen Worten die Zuhörer, die bis dahin heiteren und aufmerksamen Gesichter wurden lang und ängstlich. Der Fürst warf dem unvorsichtigen Sprecher einen vorwurfsvollen Blick zu; der Ingenieur erklärte aber, das alles in bester Ordnung und keine Stockung am Werke zu befürchten sei. Und Profestor Rath sagte sogar scherzend: „Da sind wir eigentlich Kollegen, lieber Herr Woltreck Auch bei meinem Handwerk kommt es darauf an, zu verhüten, daß die Räder und Schrauben der Maschine, menschlicher Körper genannt, ihre Funktionen einstellen: ich glaube aber, Sie sehen dabei Ihren Weg klarer, als wir den unserigen..„Fichtischlhigs helacht aher di. Der Witz wurde pflichtschuldigst belacht, aber die Stimmung wollte sich trotzdem nicht wieder einstellen, und der Fürst rief:„Kehren wir zurück zum rosigen Lichte des Tages, meine Herrschaften.“ (Fortsetzung folgt.) Interessen diesen Schritt als notwendig erscher. Szell erteilte auf die Interpellation vorläufig keine Antwort. Der Levy'sche Meineidsprozeß in Konitz. Konitz, 14. Februar. Zeuge Besitzer Franz Korsanke: Ich kenne den Bauunternehmer Winter; ich traf den alten Winter im vorigen Februar und richt beschllag. herauf die Ladung des Nachtwächter Ruß. aus Konitz. Der Zeuge giebt zu, in zahlreichen Fällen disziplinarisch bestraft zu sein, und zwar wegen Schlägerei mit anderen Nachtwächtern, wegen Trunkenheit im Amt, wegen Widersetzlichkeit gegen den Bürgermeister und wegen Pflichtwidrigkeit.— Präs.: Kannten Sie Winter? — Zeuge: Ja.— Präs.: Woher?— Zeuge: Weil Winter immer mit Moritz Levy ging. Als ich einmal die Thüre des Hoffmannschen Hauses zuschloß, sprach mich ein junger Mann an und fragte mich, oo ich ihn kenne. Ich verneinte das, worauf er sagte:„Ich vin der Ernst Winter.“ Moritz Levy war dabei. Außerdem habe ich die beiden auch oft nachts zusammen gesehen.— Präs.: Der Pensionsvater des Winter und die Stubengenossen desselben behaupten aber, daß Winter nur länger ausblieb, wenn er zur Tanzstunde ging. Zeuge: Doch, er ist es gewesen. Der Präsident legt dem Zeugen die beiden Photographien vor. Der Zeuge vermag aber Winter auf dem Bilde mit Hut nicht zu erkennen, während auf den bekannten aufgestellten Bildern der bloße Kopf des Winter dargestellt ist. Rechtsanw. Sonnenfeld: Der Zeuge hat früher gesagt, daß er den Winter fast täglich gesehen habe. Hält der Zeuge diese Aussage aufrecht?— Zeuge Ruß: Nein. Ich habe Winter die Woche etwa dreimal gesehen.— Rechtsanwalt Sonnenfeld: Früher har Ruß von einem Zuschließen der Hoffmannschen Hausthüre niemals gesprochen.— Zeuge Ruß: Man denkt nicht daran. Auf Befragen giebt aß er keine Schule besucht hat und Analphabet ist. den jungen Winter nochmals getroffen?— Zeuge: Vierzehn Tage früher saß ich im Müllerschen Lokale und sprach von fetten Schafen. Da kam der junge Levy hervor, der bis dahin am Nebentisch gesessen hatte und fragte, ob ich ihm die Schafe nicht verkaufen wollte. Ich lehnte ab. Neben Levy saß damals ein anderer junger Mensch, und als mir später der alte Winter seinen Sohn vorstellte, da kam es mir vor, als sei das derselbe junge Mensch, den ich damals in Gesellschaft Levys gesehen hatte. Es kann das indessen ein Irrtum gewesen sein; denn mein zwölfjähriger Sohn, welcher mit im Müllerschen Lokale war, erinnerte sich zwar genau des Tages, an dem die Begegnung stattfand, aber nicht darauf, daß Winter zugegen gewesen sei.— Verteidiger Appelbaum: Finden Sie, daß der junge Mann, von dem Sie sprachen, mit Winter Aehnlichkeit in seiner Haltung und Statur hatte?— Zeuge: Jawohl.— Winters angeblicher Doppelgänger. Oberlehrer Stoewer war Religionslehrer Winters. Moritz Levy war ihm aus dem Vereinsleben sehr bekannt. Er vermag sich aber nicht zu erinnern, einen Verkehr zwischen Winter und Moritz Levy beobachtet zu haben. Es wäre ihm das auch sicher aufgefallen und in Erinnerung geblieben. Er sei der Ordinarius des Sekundaners Kubatzki und nicht des Prochatzki. Es sei ihm keine Aehnlichkeit desselben mit Winter aufgefallen. Jedoch habe er eine solche bei einem jungen Mann aus dem Turnverein, Namens K oll vorgefunden. Es ist das derselbe, von welchem eine Photographie vorliegt. Auf Antrag des Staatsanwalts wird hierauf Kroll geladen. Inzwischen ist der Obersekundaner Alfons Kubatzki erschienen. Der neunzehnjährige Zeuge erklärt, daß er mit Winter niemals verwechselt wurde. Nur einige wenige Wochen nach dem Morde hörte er auf der Straße eine Dame zur aude — Auf Befrag keine Aehnlichke Haar und sei b Oberlehrer als sei Winter war Winter ha Zeug Zeuge 91 hätter Lehrling 9 vor der Thüre war?— giebt fast stets hält letzteren er aus Thüre, manchm — Präs.: Vor sagt.— Zeug von.— Zeuge Hausflur auch streitet das.— Anna Hoffm zusammen im May): Wem h gemacht?— Z Dubbin sagte: führte mich da Herren vorfank fragte.— Prä aufgeschrieben? — Präs.: Hal zu machen?— die Wahrheit7 Richtigkeit Ihr heit gesagt. Zeuge B flur mit Anna mit Lewy. Ae Lewy: Fräule Zeugin: Jan in meinen Lad Weiter teilt 8 ausgefragt ho seinen Wahrne Flasche Weine sich, gehört zu Arbeiter: Sie darauf: Ich! 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Oberlehrer Stoewer: Ich möchte der Aeußerung entgegentreten, als sei Winter besonders breitschultrig gewesen. Ganz im Gegenteil war Winter hager und schmächtig. Widersprüche. Lehrling May sagt aus, daß Winter oft mit Anna Hoffmann vor der Thure stand.— Präs.: Woher wußten Sie, daß das Winter war?— Zeuge: Weil mir die Leute sagten, das sei Winter. Weiter giebt Zeuge au, er sei oft durch die Danziger Straße gegangen, und fast stets hätten gegen 6 Uhr abend Moritz Lewy und Winter, welchen letzteren er aus der Photographie erkenne, vor der Hoffmannschen Thüre, manchmal auch vor der Thür des Lewyschen Hauses gestanden. — Präs.: Von der Lewyschen Hausthür haben Sie früher nichts gesagt.— Zeuge: Jawohl.— Präs.: Im Protokolle steht nichts davon.— Zeuge May: Bei Lewy und Winter stand im Hoffmannschen Hausflur auch die Anna Hoffmann.— Präs.: Anna Hoffmann bestreitet das.— Zeuge: Ich habe die Anna aber genau gesehen.— Anna Hoffmann: Ich erinnere mich nicht, jemals mit den beiden zusammen im Hausflur gestanden zu haben.— Präs.:(zum Zeugen May): Wem haben Sie zuerst Mitteilung von Ihrer Wahrnehmung gemacht?— Zeuge: Dem Präparanden Speisiger. Ein Lehrling Dubbin sagte mir, ich sollte mitkommen zum Stadtkommissar. Er führte mich dann zum Hotel Kühn, wo ich Speisiger und mehrere Herren vorfand, deren einer mich über meine Wahrnehmungen befragte.— Präs.: Hat der Herr, der Sie bei Kühn ausfragte, etwas aufgeschrieben?— Zeuge: Ja, ich glaube mich dessen zu erinnern. — Präs.: Hat jemand auf Sie eingewirkt, eine bestimmte Aussage zu machen?— Zeuge: Nein.— Präs.: Haben Sie auch wirklich die Wahrheit ausgesagt? Sie hören doch, daß Anna Hoffmann die Richtigkeit Ihrer Angaben bestreitet.— Zeuge: Ich habe die Wahrheit gesagt. Zeuge Büttner hat Winter manchmal im Hoffmannschen Hausflur mit Anna Hoffmann gesehen, niemals aber Winter zusammen mit Lewy. Aehnliches bekundet die Buchhalterin Pehl.— Moritz Lewy: Fräulein Pehl mußte täglich viermal bei uns vorbeigehen. Zeugin: Jawohl.— Kaufmann Fischer: Winter kam zuweilen in meinen Laden; mit Lewy habe ich ihn nie zusammengesehen. Weiter teilt Zeuge mit, daß Wieneke in seinem Laden Schlichter ausgefragt habe, ob nicht doch vielleicht ein Irrtum bei seinen Wahrnehmungen möglich sei. Er habe ihn dann zu einer Flasche Wein eingeladen, worauf sie beide weggingen. Zeuge erinnert sich, gehört zu haben, daß Schlichter sagte: Ich bin nur ein einfacher Arbeiter; Sie sind ein feiner Herr(Heiterkeit). Wieneke antwortete darauf: Ich bin das so gewöhnt; ich trinke täglich meine Flasche Wein(Heiterkeit). Der Rechercheur Wienecke. Hierauf wird der Zeuge Max Wienecke aufgerufen. Vor seiner Vereidigung ermahnt ihn der Präsident: Sie haben früher ausgesagt, daß Sie bei dieser Sache in einer bestimmten Richtung thätig gewesen sind. Das darf Sie natürlich nicht abhalten, die reine Wahrheit zu sagen. Woher nahmen Sie die Kenntnis, daß Schlichter etwas von dem Morde wissen müsse?— Wienecke: Ich war besonders darauf hinwiesen, Aufklärungen über die Sache zu bringen, hatte dazu ein besonderes Engagement.— Präs.: Welcher Art war das Engagement?— Wienecke: Zunächst hatte ich schon als Journalist ein lebhaftes Interesse an der Sache.— Präs.: Machen Sie doch keine Ausflüchte. Nach welcher bestimmten Richtung recherchierten Sie?— Zeuge Wienecke: Es lag mir daran, die Wahrheit zu erforschen.— Präs.(ärgerlich): Ich wiederhole, machen Sie keine Ausflüchte!— Wienecke: Ich vermag nur meinen Auftraggeber zu nennen. Es ist ein Herr Schiller.— Präs.: Ich frage Sie nun noch einmal, nach welcher bestimmten Richtung hin zu recherchieren Sie beauftragt waren?— Wienecke: Ich sollte alles herbeischaffen, was zu Gunsten von Moritz Lewy sprach. Ich selbst war und bin von dessen Unschuld überzeugt.— Präs.: Auch Herr Schiller? Zeuge: Das vermute ich. Ich hielt mich an die von vornherein merkwürdige Erscheinung, daß den nächsten Freunden und Bekannten der Verkehr zwischen Moritz Lewy und Winter unbekannt war, während sich Fernstehende meldeten, um einen solchen Verkehr zu bezeugen. Ich hielt demgegenüber Irrtümer und Verwechselungen unmöglich. — Staatsanw.: In wessen Auftrage ist denn Ihr Herr Schiller thätig?— Wienecke: Darüber kann ich nur Vermutungen hegen. — Staatsanw.: Welcher Art sind denn diese Ihre Vermutungen? — Zeuge Wienecke: Ich glaube, daß er im liberalen Sinne thätig ist.— Staatsanw.: Aber dem Schlichter gegenüber bezeichneten Sie sich doch als antisemitisch?— Als Zeuge dies nach einigem Zögern zugiebt, fragt der Staatsanwalt weiter: In welcher Absicht bezeichneten Sie sich denn als antisemitisch?— Wienecke: Ich bin„Detektive“ und muß zuweilen zu solchen Mitteln greifen, um zum Ziele zu kommen.— Staatsanw.: Also Sie bezeichnen sich als Antisemit, um Schlichter zu täuschen.— Auf Befragen der Verteidigung räumt nun Wienecke ein, auch für antisemitische Zeitungen geschrieben zu haben. Unter den zahlreichen Zeugen, die auf das bestimmteste aussagen, den Angeklagten Levy mit dem ermordeten Ernst Winter zusammen gesehen zu haben, befindet sich auch der Hilfsgefangenenaufseher Nagorra, der gleichfalls erzählt, Winter in Begleitung des Moritz Levy getroffen zu haben. Auf Befragen des Verteidigers.=A. Sonnenfeld giebt Nagorra zu, daß er auf Anzeige des alten Levy disciplinarisch als Polizeibeamter bestraft sei. Trotzdem hege er aber doch keine Feindschaft gegen Levy.— Rechtsanwalt Sonnenfeld: Ist es richtig, daß Zeuge aus dem Bahndienst schwacher Augen wegen entlassen murde?— Zeuge Nagorra: Jawohl, weil ich schwachsichtig bin; ich trug früher ein Brille.— Präsident: Haben Sie trotzdem beide mit Sicherheit erkannt?— Zeuge: Jawohl. Die Tanzstundenbekanntschaften Winters. Zeugin Frau Krügner war mit der Familie Winter bekannt. Ernst Winter ist mit ihrer Tochter in die Tanzstunde gegangen. Im Januar 1900 an der Hausthüre vorbeigehend, hat sie Ernst Winter mit Moritz Levy zusammen lachend in der Thüre stehen gesehen. Sie war darüber sehr erstaunt, daß Winter, der doch in der Tanzstunde so stolz that, mit einem Fleischergesellen verkehrte. Ein Irrtum sei vollkommen ausgeschlossen.— Präsident: Seitens der Verteidigung ist gegen die Glaubwürdigkeit der Zeugin eingewandt worden, daß sie sich erst jetzt meldet.— Zeugin: Ich war nicht auf dem Gericht, es ist mir unbekannt, wer mich angegeben hat. Fräulein Gertrud Krügner, Tochter der vorigen Zeugin, hat beide, Winter und Levy, zweimal beim Vorübergehen in der Hausthür gesehen und zwar um Weihnachten 1899. Eine Unterhaltung hat sie nicht wahrgenommen. Zeugin Fräulein Käthe Pellenat behauptet, Lewy und Winter vor der Thür des Lewyschen Hauses gesehen zu haben.— Präs.: Weshalb haben Sie sich erst so spät gemeldet?— Zeugin: Ich wollte nicht aufs Gericht. Dienstmädchen Franziska Hoppe aus Petztin diente 1900.i Schlächtermeister Hoffmann. Sie hat Ernst Winter häufig mit Anna Hoffmann vor der Hausthüre des Hoffmannschen Hauses gesehen. Moritz Lewy habe einmal mit Anna Klavier gespielt. Mehrmals sah die Zeugin Winter mit dem Angeklagten in der Danziger Straße allein und auch in größerer Gesellschaft spazieren gehen. Rechtsanwalt Sonnenfeld hält der Zeugin vor, daß sie im Masloff=Prozeß die Photographie Winters nicht erkannt habe. Zeugin: Ich habe die Photographie nur nicht gleich herausgefunden. Ich kannte aber Winter genau. Als nächste Zeugin wird das Dienstmädchen Elisabeth Tussyk vernommen, die früher Dienstmädchen bei der Witwe Willnowski war; die letztere hatte Gymnasiasten in Pension, die Winter oft besuchte, um mit ihnen spazieren zu gehen. Die Zeugin erklärte, sie habe Winter und Lewy in Unterhaltung mit einander vorbeigehen sehen. Dienstmädchen Marie Dahms wird hiernach aufgerufen. Präs.: Sie haben Winter gekannt?— Zeugin: Jawohl, ich diente in demselben Hause.— Präs.: Haben Sie Winter mit Lewy gesehen? — Zeugin: Nein. Ich habe aber mit der Tussyk über den Mord gesprochen. Ich sagte ihr, Lewy habe beschworen, daß er Winter nicht gekannt habe, es hätten sich aber eine Menge Leute gemeldet, die das Gegenteil behaupten. Die Tufsyk sagte: Wenn wir bingingen, uns würde geglaubt.— Präs.: Hat die Tussyk Ihnen nichts gesagt, daß sie Winter mit Lewy selbst gesehen habe?— Zeugin: Nein; auch später hat sie davon nicht gesprochen.— Pras.: Haben Sie gesagt, die Juden hätten den Mord nicht ausgeführt, sondern die Christen?— Zeugin: Ja. Dienstmädchen Hedwig Mielke sagt aus: Ich habe mit der Tussyk häufig über Levy gesprochen; sie hat aber niemals etwas davon gesagt, daß sie den Winter mit Moritz Levy zusammen gesehen habe. Zeugin Tussyk: Ich habe niemand etwas davon erzählt, nur der Herrschaft. Zeuge Postsekretär Niowolinski, bei dem die Tussyk jetzt in Stellung ist, ist überzeugt von der Wahrheitsliebe seines Dienstmädchens. Frau Niowolinski, die Ehefrau des Vorzeugen, erklärt auf Befragen: Zwei oder drei Tage nach dem Morde ging Levy vor unserm Hause vorbei; Elisabeth Tussyk stand am Fenster. Als sie Lewy sah, hob sie die Hand auf und sagte: Moritz, Moritz, wo hast Du den Winter gelassen? Ich sagte darauf: Elisabeth, was redest Du? Sie antwortete nur: Ueberall heißt es, das haben die Juden gethan. Wenn Lewy den Winter nicht geschlachtet hat, so hat er ihn irgendwo hingelockt. Ich habe beide zusammen gesehen.— Präs.: Ist die Tussyk glaubhaft.— Frau Niowolinski: Sie ist ein sehr braves und frommes Mädchen, dem man ein gutes Zeugnis ausstellen kann. Unter allgemeiner Spannung wird nun die Zeugin Fräulein Meta Caspari, ein neunzehnjähriges, hübsches Mädchen, zur Vernehmung aufgerufen; sie bekundet: Ich habe Mitte Januar 1900 den Ernst Winter durch Selma Tuchler kennen gelernt. Wir gingen öfter auf dem Trottoir spazieren, und einmal kam Winter auch in unseren Laden. Einmal haben wir mit den Schülern Willi Rahmel(einer der intimsten Freunde Winters) oder Alfred Klawonn(dieser ist ein Hausgenosse des Angeklagten, da seine Eltern im Levyschen Hause wohnen) zusammen gestanden.— Präsident: Trägt einer von diesen beiden Gymnasiasten ein Pincenez?— Zeugin: Nein! Präs.: Haben Sie einmal einen Herrn einen Schlag auf die Schulter vor der Thür versetzt? Zeugin: Ich nicht, aber meine jüngere Schwester Rosa, jedoch war Winter nicht dabei. Ich erfuhr erst jetzt von unserer Verkäuferin Klara Lichtenberg, welche mit Moritz Levy und dem jungen Hugo Hartstock vor der Thüre mit meiner Schwester stand, daß meine cwbester dem Hartstock einen Schlag versetzte. Moritz Levy sagte darauf scherzend zu Hartstock:„Hugo, jetzt kannst Du Fräulein Caspari wegen Körperverletzung verklagen.“ Präs.: Verkehrte Moritz Levy viel bei Ihnen? Zeugin: Vor dem Morde nicht. Nachher konnte er kein christliches Lokal aufsuchen. Er trank in unserem Lokale öfters ein Glas Bier. Präs.: Standen Sie anch vor der Thür des Levy? Zeugin: Es ist das möglich, doch kann ich mich dessen nicht erinnern. Unter gleicher Spannung beginnt nun die Vernehmung der 17jährigen Selma Tuchler. Sie ist mit Winter 1899 in der Tanzstunde bekannt geworden, hat aber Winter niemals mit Levy zusammen gesehen. Anna Hoffmann, die 15½ Jahre alte Tochter des Schlächtermeisters Hoffmann, bekundet: Moritz Levy ist häufig in den Laden gekommen, einige Male auch in die Wohnstube, wo derselbe einmal Klavier spielte. Zeugin erklärt weiter, sie habe Winter öfter vor der Hausthür gesprochen. Levy hat sie mit Winter niemals zusammen gesehen. Einmal hat Zeugin Levy mit drei jungen Leuten gehen sehen, es war bestimmt der Schüler Hans Boeck unter ihnen(gleichfalls neben Rahmel der intimste Freund Winters), den sie rasch erkannte. Der Vierte schien Winter zu sein, doch könne sie das nicht mit Bestimmtheit sagen. Einmal ging Zeugin mit Winter an dem Levyschen Hause vorbei, vor dessen Thure Levy stand. Beide begrüßten sich.— Präsident: Kann nicht Levy aus Höflichkeit gegen Sie, als eine Dame, die er kannte, gegrüßt haben?— Zeugin: Ich nahm an, Moritz Levy steht wieder vor der Thür, weil er nichts zu thun hat.— Präsident: Hat Winter von der Bekanntschaft mit Levy gesprochen?— Zeugin: Nein! Präsident: Es heißt, Levy habe sich auch um Sie bemüht.— Zeugin: Mir ist davon nichts bekannt.— Präs.: Vom Grüßen haben Sie aber im Speisigerprozeß nichts gesagt.— Zeugin: Mir ist das erst nach der Verhaftung des Levy eingefallen. Winters Freunde. Es folgt die Vernehmung der auf Antrag der Verteidiger geladenen Gymnasiasten, welche mit Winter befreundet waren, und einen Verkehr des Winter mit Levy nicht wahrgenommen haben. Als erster unter diesen bekundet der 21 Jahre alte Unter=Sekundaner Leo Willewski: Winter war sehr mitteilsam. Um so bemerkenswerter ist es danach, daß er von einem Verkehr mit Levy niemals gesprochen hat. Zeuge war mit Winter täglich zusammen.— Primaner Mocynski, ein Pensionsgenosse des Winter bei Bäckermeister Lange, 23 Jahre alt, sagt aus: Die Stubengenossen Winters besuchten bis Sommer 1899 fast täglich die Beynkesche Pension im Levyschen Hause. Zeuge hat aber Winter niemals mit Levy getroffen.— Zeuge Sekundauer Sally Hirsch wohnt seit Juli 1899 im Lewyschen Hause, hat aber niemals Winter in der Hausthüre getroffen.— Der besondere Freund Winters, Willy Rahmel, sprach häufig über den Verkehr Winters mit diesem. Winter erzählte aber niemals, daß er Levy kenne, und Zeuge hat auch niemals beide miteinander gesehen.— Dasselbe bekundet Gymnasiast Hans Boeck und andere als Zeugen geladene Gymnasiasten. Zeuge Boeck sagt insbesondere aus: Winter sprach häufig von seinem Verkehr mit Frauen. Er nannte dabei die schwarze Dominica und eine Fentzla Wisotzki, mit welcher er die Chaussee hinausgegasgen sei und die er geküßt habe. Was seinen Verkehr mit männlichen Personen anbetrifft, so habe er vom Schneider Plath und dem Kommis Micholski, niemals aber von Levy gesprochen.— Staatsanw.: Stellen Sie bestimmt in Abrede, Levy und Winter zusammen gesehen zu haben?— Zeuge: Ja, ich bin viel befragt worden, und zwar gleich nach dem Morde. Ich halte deshalb einen Irrtum für ziemlich ausgeschlossen.— Seminarist Klawonn, Verwandter und Freund Winters, hat keinen Verkehr zwischen beiden beobachtet. 1 Osterfeld 16. Febr. Durch verfrühtes Losgeben eines Schusses auf der Zeche Osterfeiv wurden zwei Bergleute getdrei uno drei schwer verwundet. Bahnhofsstraße 34 brannte es abend 9 Uhr ein Bett. Das Aus dem Regbz. Minden. □ Bielefeld, 17. Febr. Brand. am 14. d. M. 5½ Uhr und gestern Feuer wurde im Entstehen erstickt. □ Bielefeld, 16. Febr. Strafkammer. Der Arbeiter Paul Linne, der Dreher Heinrich Meyer und der Arbeiter Ernst Hülsewede von hier haben Lebensmittel, Wein, Pferdedecken 2c. gestohlen. Linne wurde wegen Mundraubes in 2 Fällen zu sechs Wochen Haft und wegen Diebstahls zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Meyer erhält wegen Mundraubes drei Wochen Haft und wegen Diebstahls 6 Wochen Gefängnis, Hülsewede, der schon dreimal wegen Diebstahls vorbestraft ist, wegen Diebstahls im wiederholten Rückfalle 1 Jahr Gefängnis und wegen Mundraubes 4 Wochen Haft.— Der Schuhmacher Eduard Siekmann zu Bielefeld, wegen Diebstahls zweimal vorbestraft, hat in der Nacht zum 16. Dezember v. J. einem Mitgesellen aus der Rocktasche ein Zehnmarkstück gestohlen. 10 Monate Gefängnis.— Der Lehrer Gustav Klinker aus Dankersen bei Minden, z. Zt. in Untersuchungshaft, hat sich wegen Sittlichkeitsverbrechen im Amte zu verantworten. Der Angeklagte legte ein offenes Geständnis ab. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten unter Verneinung mildernder Umstände zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. + Langenberg, 15. Febr. Am vergangenen Sonntage hantierte der Knecht des Gutsbesitzers D. mit einem Revolver. Plötzlich entlud sich derselbe, und die Kugel traf einen 9 jährigen Schüler in den linken Oberschenkel. Wie leicht hätte da ein größeres Unglück geschehen können! Spiele nicht mit Schießgewehren! Westfalen und Nachbarländern. 2c Bochum, 16. Febr. Heute früh 12,32 Uhr wurde im hiesigen Südbahnhofe der Versicherungs=Inspektor Heinr. Cruse vom Pz. 288 überfahren und total zermalmt. Der diensthabende Telegraphist Kröger, welcher früher mit dem Verunglückten viel verkehrt hatte, erkannte ihn sofort an der Haudschrift der bei der Leiche vorgefundenen Monatskarte. Der Verunglückte hinterläßt Frau und ein Kind. Krefeld, 16. Febr. Der verstorbene L. F. Seyffardt schenkte der Stadt 150000 Mk. zum Besten der Volks= und Fortbildungsschulen, ferner eine große Summe zu Bildungszwecken. Osnabrück, 16. Febr. Ein infolge Kurzschlusses entstandenes Großfeuer äscherte auf der Georgs Marien=Hütte das umfangreiche Betriebsgebäude völlig ein. Aus dem Münsterlande. Warendorf, 16. Febr. Herr Dr. med. Rink ist heute morgen infolge Lungenentzündung gestorben. Der Verstorbene erreichte ein Alter von 55 Jahren. X Kiel, 16. Febr. Infolge einer Dynamitexplosion am jenseitigen Gelände des Handelshafens erlitten der Bauführer Grasov, die Arbeiter Veit und Hofmann schwere, der Arbeiter Grothe leichte Verletzungen. )=( Konitz, 16. Febr. Der Fleischergeselle Moritz Levy wurde wegen wissentlichen Meineids in drei Fällen zu vier Jahren Zuchthaus und vier Jahren Ehrverlust verurteilt. e2= Konitz, 17. Februar. Nach Schluß der gestrigen Sitzung im Levy=Prozeß wurde der Redakteur Zimmer von dem Lehrer Weichel mit einem Stocke über den Kopf gehauen, worauf Weichel in Haft genommen wurde. + Coburg, 16. Febr. Auf der Strecke Eisfeld—Unterneubrunn entgleiste eine Maschine mit einem Schneepflug; der Lokomotivführer und der Heizer wurden verwundet. Ein Hilfszug ist von Coburg dahin abgegangen. + Gent, 17. Febr.(Telegramm.) In Ledeberg entstand gestern Abend zwischen Rekruten, die zur Ausloosung in die Stadt gekommen waren, eine große Schlägerei. Die Ortspolizei wandte sich um Hülfe an die Gensdarmerie, welche alsbald einschritt, aber von ihren Waffen Gebrauch machen mußte. Ein Gendarm wurde schwer verletzt und ein Polizist von einer Revolverkugel getroffen. Mehrere Personen wurden verhaftet. □ Viktoria,(Britisch Columbia), 16. Febr.(Telegramm.) Siebenundzwanzig Weiße, 29 Chinesen und 9 Japaner wurden in einer der Union=Kohlenminen in Cumberland verschüttet, welche in Flammen steht. Alle Hoffnung, die Verunglückten zu retten, ist auf gegeben. + St. Johns(Neufundland), 16. Febr.(Telegramm.) Ein britischer Daupfer ist in der Trinity=Bai am 3. d. Mts. gestrandet; 24 Personen, welche an Bord waren, sind umgekommen. — Bakn, 15. Febr. Der Ausschuß der hiesigen Vertreter der Naphtha=Industriellen macht bekannt: Nach dem Ergebnis der Untersuchung über die letzte Katastrophe in der weißen Stadt Bielgorod ist bis zum 14. d. Mts. registriert worden, daß elf Erwachsene und sieben Kinder verbrannt und 100 Personen infolge von Brandwunden gestorben sind, während noch viele an Brandwunden krank danieder liegen. Die von den Arbeitern erhobenen Schadensersatzansprüche sind in Höhe von 150000 Rubeln befriedigt worden. — Wichse und Lack. In Telgte in Westfalen ist Ein lustger Krieg entstanden, Wie wir ihn wohl bis heute noch In keiner Chronik fanden. Die dortgen Damen mögen für Geputzte Tänzer schwärmen, Doch für gewichste Stiefel sind Sie garnicht zu erwärmen. Beim Tanzen werden allzuleicht Davon die Kleider schmutzig, Und einen Ukas drum erließ Der Damenkreis gar trutzig. Die Tänzer dürfen sich hinfort Nur noch in Lackschuh zeigen, Wer aber nicht pariert, dem wird Ein Korb— der Rest ist Schweigen! Und wenn man die Affäre nun Ins Drastische glossierte, So wär ein Tänzer ohne Lack Dort immer der Lackierte! Doch wenn die Telgter Damenwelt So auftritt ohne Beben, Dann muß es eben dort fürwahr Noch— reichlich Tänzer geben. — Ein beachtenswerter Vorschlag des Kladd.:„Der Geh. Sanitätsrat Dr. Liersch bringt in der„Vierteljahrsschr. f. ger. Med.“ die Zwangstätowierung zur Wiedererkennung von Verbrechern in Vorschlag. Dies führt uns darauf, die Tätowierung noch in einem andern Fall vorzuschlagen, wo sie zur größten Freude und Genugthuung der dabei in Frage kommenden Personen ausgeführt werden wird, nämlich bei der Erhebung in den Adelsstand. In diesem Falle wird der Name des Geadelten mit dem heißersehnten„von“ davor und mit dem Datum der Standeserhöhung in blauer Farbe auf dem dazu geeigneten Körperteil anzubringen sein.“ Wetteraussichten. Am 19. Februar: Wechselnd bewölktes Wetter mit zeitweisem Schneefall und etwas stärkerem Frost. Am 20. Februar: Teils heiteres, teils wolkiges Frostwetter mit etwas Schnee. Zu spät!!! Die Anzeisen " spür... tagsnr. laufen zum großen Teil so spät ein, Oes daß wir entweder einen Zeil der Anzeigen zurücklassen müssen, oder einen Teil der Auflage nicht rechtzeitig expedieren können. Letzteres schadet uns mehr, als die Anzeigen uns nützen, weshalb wir wiederholt bitten, die Anzeigen nicht zu spät Apstenden. Wie aus den Berichten(s. Broschüre) ersichtlich empfehlen viele Professoren und Aerzte selt Jahrzehnten bei Verdauungsstörungen Verstopfung und deren Folgezuständen, Kopfschmerzen, Blutandrang, Appetttlosigkeit, sowie bei Hämorrholdalleiden die Richd. Brandt’s Seh weizer- Phen. Erhältlich à Schachtel Mk..— in den Apotheken. Bestandtheile sind: Extract von Silge 1,5 gr. Moschusgarbe, Absynth, Albe je 1 gr., Bitterklee, Gentian je.5 gr., dazu Gentianund Bitterkleepulver in gleichen Theilen und im Quantum um daraus 50 Pillen im Gewicht von 0,12 gr. herzustellen. Verantwortlich für den lokalen Teil: Wilh. Clemens in Bielefeld, für den übrigen halt: F. Knippschild in Oelde— Rotationsdruck und Verlag von E. Holterdorf i Bielefeld und Oelde.— Expedition: Bielefeld, Klosterstraße 1. Parertrener Arlalch für das Jahr 1901, enthaltend alle Fest= und Fasttage, Prozessionen und Bruderschaften, sowie Jahr= und Viehmärkte der Provinz Westfalen. Preis 20 Pfg., mit Papier durchschossen 25 Pfg., noch vorrätig bei S. Rolterdorf, Buchhandlung, Klosterstraße 1. Bekanntmachung. Der Meier Siegfried Merklinghaus zu Sundern ist zum Stellvertreter des Standesbeamten für den Bezirk der Landgemeinde Gütersloh bestellt worden. Wiedenbrück, den 7. Febr. 1901. Der Vorsitzende des KreisAusschusses. Engelhard, Königl. Landrat. Bekanntmachung. : Nach§ 22 Absatz 2 des ReichsMilitärgesetzes vom 2. Mai 1874 und§ 32 4 der Deutschen Wehrordnung vom 22. November 1888 können militärpflichtige Personen durch Verheiratung einen Anspruch auf Zurückstellung nicht begründen. Wiedenbrück, den 7. Febr. 1901. Der Landrat. Engelhard. Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Kolon Heinrich Johannkemper in Lintel No. 11 ist die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen. Die Schutzmaßregeln sind angeordnet. Wiedenbrück, 13. Febr. 1901. Die Polizeibehörde Reckenberg. Murenhoff. Bekanntmachung. Unter dem Viehbestande der Firma J. A. Hagedorn zu Rheda .=No. 344 ist die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen. Rheda, den 11. Febr. 1901. Die Polizei=Verwaltung. Schalte-Mönting. Verding. Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung eines 120 m langen Cementrohrkanals in der Türstraße hierselbst sollen vergeben werden. Angebotsformulare können auf Zimmer Nr. 6 des Rathauses, woselbst auch die Bedigungen einzusehen sind, gegen Erstattung der Abschreibegebühren bezogen werden. Versiegelte, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Mittwoch, den 20. dss. Mts., vormittags 11 Uhr, um welche Zeit die Eröffnung derselben in Gegenwart der etwa erschienenen Unternehmer stattfinden wird, beim Unterzeichneten einzureichen. Beckum, 8. Februar 1901. Der Magistrat. Fehling. Die städtischen Weiden sollen in diesem Jahre wie folgt be1. Der Holtmardreisch mit 39 Milchkühen und 1 Ochsen, gegen ein Weidegeld von à 40 Mark. 2. Der Wersedreisch mit 4 Milchkühen, gegen ein Weidegeld 3. Der Tuttenbrock rechts und links der Bahn mit 17 Kühen oder Rindern, gegen ein Weidegeld von 25 Mark für 1jährige Rinder 30„„ 2„„ 35„„ Kühe. 4. Der Duvenortskamp mit 5 Milchkühen, gegen ein Weide4. Der Schoneberg mit 8 Milchkühen, gegen ein Weidegeld 6. Eckerngarten und Sengenbrock mit 28 Milchkühen, gegen ein Weidegeld von à 35 Mark. s5guel 7. Teufelskamp mit 28 Kühen oder Rindern, gegen ein Weivegel# von 25 Mark für ein 1jähriges Rind 80„„„„ 35„„ eine Ruh. 8. Der Collenbergskamp mit 6 Rindern oder Kühen, gegen ein e d eoe o2, Mark für ein 1jähriges Rind 9. Kleine und große Strombergerdreisch und Nonstelle(zum Umtreiben) mit 12 Milchkühen, gegen ein Weidegeld von 30 Mark für die Kuh. g 10. Lennenbrock mit 26 Rindern, gegen ein Weivegelo von 23 Mark für ein 1jähriges Rind 28„„„ 2„ 35„„ eine Kuh. 11. Spionskop mit 6 Milchkühen, gegen ein Weidegeld von 12. Dreisch bei Hansgarn mit 3 einjährigen Rindern, gegen à Rind 23 Mark Weidegeld, oder 2 Milchkühen à 35 Mark. 13. Galgendreisch mit 3 Milchkühen, gegen ein Weidegeld von 14. Am Hörberg mit 12 Rindern oder Kühen, gegen ein Weidegeld von 25 Mark für ein 1jähriges Rind 30„„„ 2„„ 35", eine Koild. Krähenpohl mit 3 Milchkühen, gegen ein Weidegeld von Dreisch unterm Lohberg mit 2 Milchkühen, gegen ein Weidegeld von 35 Mark für die Kuh.„., 16 Sepmin anf Für die Anmeldung der Kühe bezw. Rinder ist Termin auf Donnerstag, den 21. Februar, auf dem hiesigen Rathause, Zimmer Aro 7 festgesetzt, und Jwor: Lobberg vorm 8 uhr. für Wersedreisch, Holtmardreisch und unterm echrrig rorm. 9 Uhr, Duvenortskamp, Schoneberg, Eckerngarten und Sengenbrock„ 10 kl. und gr. Strombergerdreisch, Nonstelle, Spionskop, Galgendreisch und Krähenpohl„ 11 Teufelskamp, Collenbergskamp und Tuttenbrock nachm. 2 Lennenbrock, Höxberg und bei Hanfgarn„ 3 Beckum, den 9. Februar 1901. Der Magistrat. Fehling, u Everhard Lönne Verlobte. Beckum, im Febr. 1901. Meinen pro 1901 angekörten belgischen Suche zum 1. März ein ordentl. Räuchelt für nachmittags. Bielefeld, Friedhofstraße No. 14, I. Etage. empfehle Pferdezüchtern bestens. Deckgeld 12 Mk. Aug Nolle, Hündelinghoff, Kspl. Beckum. große Wohlfahrts. 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Holterdorf, Buchhandlung, Bielefeld und Oelde. Buchthal’s Kaffee-Magazin Wiedenbrück, Wasserstr. Eenbenschieser thonsteine (mpfehle zu Aschermittwoch wie C auch zu jedem Freitag frische Schellfische. Bückinge u. Sprotten sind stets vorrätig bei A. Beckmann, Oelde. Kuttion. Ein Madchen, das auch Lust zum Kochen hat, gegen guten Lohn gesucht. B. Schütte, Warendorf, Markt 585. Suche baldigst oder z. April eine Gehülfin zum Kleidermachen. Anna Heumann, Sendenhorst. in Normal=, Lang= und QuerkeilFormat, halbfeuerfestes Material, geeigntet für Neubauten und Reparaturen von Feuerkanälen für Ringösen 2c., hat ab Zeche Westhausen, Station Bodelschwingh bei Dortmund abzugeben Gelsenk. Bergwerks-AktienGesellschaft zu Rhein-Elbe bei Gelsenkirchen. Holz=Verkäufe Schneidergeselle dem heutigen Tage übertrug ich.. Mater- u. ulsserrueschaftt tgengebrachte Vertrauen danke gesucht von Jos. Kuhlmann, Schneiderm., Rechlinghausen. Indem ich für das mir entgegengerruger Erttiuutn ount, bitte ich, dasselbe auch meinem Nachfolger schenken zu wollen. Bielefel9, 15. Scbrnor. 101, Heinrigh Stecker. 2er Stelle sucht, verlange unsere 10 Allgemeine Vakanzenliste". W. Hirsch Verlag, Mannheim. Donnerstag, den 21. Febr. morgens 10 Uhr, läßt die Frau Kreistierarzt Waltrup ihre in hiesiger Feldmark, in der Nähe der Stadt belegenen, vorzüglichen Weidekämpe, den„Butterkamp“ und„Everken kamp“ im Gasthofe der Frau St. Topp hierselbst, auf mehrere Jahre meistbietend verpachten. Beckum, den 15. Februar 1901 Carl Witte, 9 Auf Vorstehendes höfl. Bezug nehmend, erlaube ich mir die Mitteilung zu machen, daß ich das seit langen Jahren von Herrn Heinrich St cker betriebene 4 Maler- und Glaser-Geschäft * käuflich erworben habe und dasselbe in den bisherigen Raumen a zwolen werde. Ich bitte das meinem Vorsgig sch hesitege Wohlneuen auch mir übertragen zu wollen und bin ich bestrebt, burch gute und preiswerte Ausfuhrung der mir übertragenen 4 Arbeiten das mir geschenkte Vertrauen zu rechtfertigen. 4 Bieleseld, 15. Februar 1901. August Ronig. I u Ga Viehmarkt. Zu verkaufen: Mittelschwere 2jährige Stute, Belgier, Rotschimmel, an Vereinsmitgl. Vahlhaus, Wadersloh. 20 Stück 6 Wochen alte Ferkel bei Joh. Westhoff, Vellern. 12 Stück 6 Wochen alte Ferkel bei H. Kulke, Ostenfelde. Mehrere schwere Bullen= und Mutterkälber bei Frau Schulze Stumpenhorst, Neubeckum. Ein sprungfähiger, junger Eber u. ein Mutterschwein(gute Rasse) bei Schenk, Beckum, alter Hammweg No. 10. Geschäfts=Eröffnung. Den geehrten Bewohnern von Beckum und Umgegend die ergebene Anzeige, daß ich mich hierselbst als Maurermeister etabliert habe. 9 Ich halte mich für die Ausfuhrung von Bauien auch in feuerfestem Material unter Zusicherung bester und billigster Ausführung empfohlen. Heinr, Kruse, Beckum, Gartenstraße 84. ölannaslonnoa Fertige Schnitte in den Freiherrlich von NagelDoornick'schen Forsten des Reviers„Wald" b. Vornholz. Prämiirt. Billige Preise. Tunika-, ∆ Falten-, Glatte Pide Wote! SchneiderTallien I. Am Donnerstag, den 21. Februar d. in den Forstdistrikten Hanseichen, kleine Fichtenbusch, Küsterkamp, Schmisingerkamp, Brinkmannskamp und Großekamp 56 Eichen, zu leichtem Bauund Geschirrholz geeignet, 40 Rottannen, zu Brettern u. Bauholz geeignet, 830 Kiefern, zu Brettern und Bauholz geeignet, ca. 1100 Rottannen u. Kiefern, zu Grubenholz, Latten u. Einfriedigungsstangen geeignet, und ca. 4000 Kiefernbohnenstangen. Anfang vormittags 10 Uhr in Hanseichen. Aschermittwoch, den 20. d. M. vormittags 9 Uhr anfangend, werde vor meinem Hause 1 Photographieapparat, 4 Kommoden, 2 Konsole, 3 Bettstellen, 2 Kinderbettstellen, 2 Tische, 1 Dutzend Stühle, 2 Kleiderschränke, 1 Küchenschrank, 2 Waschtische, 2 Häckselmaschinen. 1 Rübenschueidemaschine, 1 Kochmaschine, 1 Bütefaß, versch. Fässer, 1 schweren Wagen, 1 leichteren Wagen, 1 Handwagen, 1 Kutschwagen, 1 Fahrrad, einen Pditen Ueberzieher, Joppen, Unterjacken und Unterhosen, div. Flaschen Kognak, ca. 50 Krüge Steinhäger, 40 Kistchen Zigarren und verschiedene andere Sachen meistbietend, teils gegen bar, teils gegen Kredit verkaufen. A. Heinrichs, Wiedenbrück. Be. quemste Hilfe beim Schneldern BlousenTaillen Hemdblousen II. Am Samstag, den 23. Abschwarten=Verkauf. AmAschermittwoch, vormittags 10½2 Uhr, läßt Herr Holzhändler Schulte 40 bis 50 Haufen größtenteils schwere eichene Abschwarten (Nutz= und Brennholz) bei der hiesigen Sägemühle meistbietend gegen Kredit verkaufen. Liesborn. B. Wieschhölter. Februar d. Morgenkleider# Sportskleider Dädchen-, KuabenAnzüge Jacketn Capes Mäntel e Man bestelle das neueste reichhaltige Modenalbum und Schnitmusterbuch für 50 Pf.— Prospekte über Modezeitungen, Zuschneidewerke etc. gratis. Int. Schnittmanufact., Dresden-N. 8. S in den Forstorten Gentrupskamp, Hanseichen, kleine Fichtenbusch, Küsterkamp, Schmisingerkamp, Großekamp und Domänenkamp, ca. 260 Haufen Buschen und 2 Pappeln. Anfang in Gentrupskamp vormittags 10 Uhr. Vornholz bei Ostenfelde, d. 12. Februar 1901. Der Rentmeister Trömpert. Für künftigen Sommer werden noch mehrere Kinder und Fohlen auf Weide genommen. Frau Schulze Stumpenhorst, Neubeckum. 8080 Pfund hellgebrannt und glasiert, reinschmeckend, ausgelesen pfundweise 09 115. Buchthal’s Kaffee-Magazin Inbikaums=Blichtein enthaltend eine Erklärug des Jubiläums sowie die zur Gewinnung des Jubelablasses vorgeschriebenen Gebete. Von J. Hilgers, Priester der Gesellschaft Jesu. Preis 80 Ffg., mit Porto 35 Pfg. Vorrätig bei E. Holterdorf, Belde. Beckun, Ecke Nordstr. u. Hühlstr. Mein selbstangefertigtes Universal. Lederfett ist das beste Mittel, um das Eindringen des Schneewassers in das Schuhwerk zu verhüten, in Dosen zu 20, 40 und 75 Pfg. Vorus H. Grotegut, Beckum, u. Leder##l Schäfte=Stepverei u. Lederhdlg. 2 tüchtige Schneidergesellen auf sofort gesucht. Jos. Reckhaus Wwe., Oelde. Suche zum 1. April einen Muller=Geseuen auf Wind= u. Dampfbetrieb. Müller Th. Erdmann, Ennigerloh. Handels-Nachrichten. Bericht über thatsächlich erzielte Getreidepreise in der Provinz Westfalen. Preis in Mark pro Doppelzentner oder 200 Pfund. Samstag, den 16. Februar 1901. Kreis Steinfurt Weizen 15,45, Roggen 13,90, Koesfeld Weizen 15,40, Roggen 14,00, Hafer 13.50, Lüdinghausen Weizen 15,50, Roggen 14,25, Münster Weizen 15,80, Roggen 14,30, Hafer Soest Weizen 16,00, Roggen 14,60, Hafer 12,40, Paderborn Hafer 13,00 Mark. Börsen=Notierungen nach privaten Ermittelungen. Pudervorn.(Amtl.) Hafer 13,20. Witten.(Amtl.) Weizen 16,30 inl., 17,40 ausl., Roggen 15,00 inl., 16,00 ausl., Gerste 13,40 inl., 14,40 ausl., Hafer 14,40 inl., Dortmund.(Börse.) Weizen 16,30 inl., 18,25 ausl., Roggen 14,25 inl., 16,00 ausl., Gerste 13,10 inl., Hafer 14,20 inl., 15,25 ausl. Essen.(Börse.) Weizen 16,00 inl., 18,50 ausl., Roggen 13,75 inl., 16,25 ausl., Gerste 13,75 inl., Hafer 15,50 ausl. Bremen. Weizen 15,50 inl., 17,25 ausl., Roggen 14,60 inl., 14,65 ausl., Hafer 00,00 ausl. Die Hühnerzucht. Enthaltend eine ausführliche Darstellung der gesamten Hühnerzucht unter Berücksichtigung des Zier= und Nutzgeflügels und der Verhütung und Heilung der Krankheiten. Mit Abbildungen. Von W. Freund. Preis 1., Porto 10 Pfg. extra. E. holterdorf, Buchhandlung, Bielefeld und Oelde. 600 Pfund Käffee Gütersloh, 16. Februar. Produkten= und Fettvieh=Preise. Weizen pr. 100 Pfd. 8,40—8,50., Roggen hies. 7,50—7,60, Gerste 6,90 bis 7,00, Hafer 7,00—7,80, Bohnen 7,90—8,00, Mais 5,90—6,00, Buchweizen.40—.50.... D ssenschrat Schrot=Preise, rein gehatten. moggenschrot per 100 Pfd. Mk. 8,00, Gerstenschrot 7,30, Maisschrot 6,30, Buchweizenschrot 8,80, Bohnenschrot 8,40, Bollmehl 6,00, Kleie 5,50—0,00. Vieh und Produkte. Kälber la. per 100 Pfd. Lebendgewicht 85—66., Schweine la. 40—42, 100 Pfd. Schlachtgewicht 54—55, Rindvieh la. 52—55, Kartoffeln 100 Pfd. 2,80—3,00, Heu 100 Pfd. 2,60—3,00, Stroh 1,80—2,00, Butter im Faß 00—00, Petroleum vr. 100 Pfd. 00.00. hellgebrannt und glasiert, reinschmeckend, ausgelesen pfundweise 59 79. Buchthal’s Kaffee-Magazin Oelde, Langestr., am Kirchplatz. Erscheint täglich mit Ai Nr. 41. Ta Deutschland. des Centrums hinsicht Getreidezölle machen Der Abg. Sittart soll Centrums erklärt hal Getreidezöllen nicht a Staatssäckel fließen, Witwen= und Waisenv werden sollen. Naletzte Flottenvorlage die Mehreinnahmen Gunsten der Arbeiterb wünscht nur zu wisser Zukunft der ganze C Mehreinnahmen infol wende werden sollen. Mehreinahmen gemeit in der Versammlung bei der ersten Lesung dem Gedanken, den gesetzes) zum Ausdruck in Erwägung zu ziehen der Lebensmittelzölle Interesse der arbeiten der Wittwen= und 2 Wir legen Wert dar shöhung der Lebensm Klassen zu Gute kom Weise eine Entlastt Maße geschaffen wi Absicht des Centrum steinschen Klausel. 2 schon jetzt einigerma dem neuen Zolltaris notwendig erweisen. Prinzip der Klausel es bisher gethan hat. vorschlag werde keine die Mehreinnahmen: Wir verkennen nicht Vorschlages. Der versicherung aber he die Sympathie aller werden wird und da müssen, so ist esj seinen Vorschlag über weitere wird sich finde (!) An dem Platze, stand beinahe eine? von dem Wunsche, verblicken.— „Die Damen r der erste Wagen b Therese, die schnell #hatte, sagte zurück Gegenteil, ich wünse auf heimischem Bod Wagen auf A Rath hatte den Ing gehalten und dieser Iuuletzt befanden sie der Oberdirektor Die beiden letzteren sagte lachend: „Nein, wir dür herr Oberdirektor, den Schluß machen. „Aber es ist k Oberdirektor ein. „Er kommt j warten wir schon, das garnicht unang „Ich wollte AAlleinseins gönnen, An dem Overdirekt Aauch bald gratuli Poltreck?“— „Ich kann mit Aberdirektor, wurdt