K„ Beilagen:„Unterhaltungsblatt" und„Praktischer Ratgeber“. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Abonnementspreis: 1 M. 25 Pfg., durch den Postboten ins Haus gebracht 1 M. 67 Pfg. vierteljährlich; mit„Illustriertes Sonntagsblatt" 35 Pfg. mehr. Anzeigen kosten 15 Pfg. die Petitzeile oder deren Raum, Reklamen à Zeile 50 Pfg. Nr. 19. Mitwoch, den 23. Jouuar 1901. auf diese Zeitung für die Monate Februar und März werden von allen Postanstalten, Landbriefträgern, unsern Agenten und Boten, sowie von der Expedition zu 2/3 des am Kovfe vermerkten Preises entgegengenommen. Königin Viktoria von Großbritannien F. Osborne(Insel Wight), 22. Jan. Die Königin Viktoria von Großbritannien ist soeben, 6 Uhr 22 Min., verschieden. Königin Viktoria hat die Augen geschlossen nach einer beispiellos langen Regierungszeit und in einem so hohen Lebensalter, wie es nur wenigen Herrschern vergönnt gewesen ist. Die Trauer in England und seinen weltweiten Kolonieen um die Verstorbene wird tief und aufrichtig sein, denn an den Namen der Königin Viktoria knüpft sich die Geschichte des bedeutendsten äußeren Aufschwungs, den das britische Weltreich seither genommen hat. Wenn auch die Königin selbst, ihrer durch die englische Verfassung eng umgrenzte Regierungsthätigkeit wenig nachweisbare Einwirkung auf den Verlauf der Ereignisse gehabt hat, die zwischen 1837 und 1901 diesen Aufschwung herbeiführten, so ist sie doch der sichtbare Mittelpunkt des Abschnitts der englischen Geschichte, den man in England mit dem Viktorianischen Zeitalter zu bezeichnen pflegt, die ehrwürdige Souveränin, der das erste Hoch galt, wenn irgendwo der britische Nationalstolz seine Triumphe feierte. Während der bis jetzt 64jährigen Regierungsperiode der Königin Viktoria haben die Waffen in dem britischen Weltreich selten ganz geruht. Zu dem einen europäischen Kriege, den England in dieser Zeit geführt hat, dem Krimkriege, kamen zahllose Kolonialkriege. Wir erinnern nur an den in Strömen Blutes erstickten indischen Aufstand des Nena Sahib, an den im Bunde mit Frankreich geführten Krieg gegen China, die Kämpfe mit Afghanistan, die Aschantikriege, die Kämpfe in Egypten und Südafrika, deren schwerster jetzt gerade mit größter Erbitterung tobt und dessen Ausgang für Großbritannien ein ebenso schwerer physischer Schlag werden wird, wie er es moralisch bereits vernichtet hat. Ebenso wechselreich wie die auswärtige gestaltete sich die innere englische Politik der letzten vierundsechzig Jahre. Ihre Mirksteine sind die verschiedenen Kabiners=, d. d. Systemwechsel. In den Anfang dieser Zeit fällt die chartistische Bewegung'Connors welche allgemeine geheime und jährliche Wahlen forderte. Sie wurde zum Teil mit Waffengewalt unterdrückt, Hand in Hand mit ihr ging unter der S (!) Theresens Glück. (12. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Achtes Kapitel. Vor dem großen Portal des festlich geschmückten Herrenhauses hielt der Wagen, welcher den Fürsten und die Fürstin Dallkoff von der Eisenbahnstation abgeholt hatte. Das gesamte Hauspersonal, die behäbige Frau Winter an der Spitze stand in dem hohen gewölbten Hausflur zum Empfange bereit. Auf der Rampe harrte bleich, jedoch in fester Haltung, Therese, ein freundliches Lächeln auf den Lippen und einen Rosenstrauß in den leicht bebenden Händen. Sie war heute reicher als gewöhnlich gekleidet; sie wollte auch in ihrer äußeren Erscheinung bei diesem Empfange den oft geäußerten Wünschen der Mutter entsprechen. Der Diener sprang vom Bock, um den Herrschaften beim Aussteigen behilflich zu sein, einige andere der harrenden Leute eilten ebenfalls hinzu, aber Fürst Dallkoff war allen zuvorgekommen. Den Schlag durch einen Druck der Hand aufstoßend, hatte er sich leicht und gewandt aus dem Wagen geschwungen und hob nun seine Gemahlin heraus. „Niemand soll Dich berühren, als ich, in dem Augenblicke, wo wir zu der Schwelle des Hauses emporschreiten, das unser gemeinsames Heim sein soll," flüsterte er ihr zu und trug die sich zärtlich an ihn schmiegende glückstrahlende Frau mehr, als daß er sie führte, die Stufen hinauf. Hier aber machte sie sich von ihm los: für einen Angenblick war die bräutliche Gattin von der Mutter in den Hintergrund gedrängt worden; mit einem Freudenruf breitetete sie die Arme aus und zog die Tochter an ihr Herz. „Mein liebes, süßes Kind, wie freus ich mich, daß ich Dich wieder habe, nun erst ist mein Gück vollkommen!“ rief sie und küßtr der tiefhemegtor Therese Stirn, Mund und Wangen. Die Tochter wollte ihr den Strauß überreichen, aber schon war der Fürst hinzugetreten, und nun sagte die Mutter, Führung Cobdens die Agitation gegen die Kornzölle, deren Abschaffung Peel nach heißem Kampfe gegen das agrarische Hochtorytum 1846 durchsetzte. Erwähnt sei ferner die von Gladstone inaugurierte Parlamentsreform von 1872, durch die das Wahlrecht ansgedehnt wurde. Eine weitere Vermehrung der Wähler hatte die Reform von 1885 zur Folge. Das Schmerzenskind der englischen Regierung aber war und blieb Irland und der von der grünen Insel mit unglaublicher Zähigkeit geführte Kampf um das Homerule=Gesetz, bei dem es bis zu Dynamitanschlägen und politischen Mordthaten(im Phönixpark zu Dublin) kam. Für das britische Reich wird der Tod der Königin Viktoria und die Thronbesteigung Albert Eduards absolut keinen Regierungswechsel bedeuten. Es tritt nur eine andere Person auf, die den königlichen Titel führt und die großen Einkünfte dieser erblichen Stelle genießt. Es ist Sache des englischen Volkes, nicht des neuen Königs, wie lange es sich noch die Jingopolitik des Kabinetts Salisbury=Chamberlain gefallen lassen will. Zeit wird es, daß sich die englische Nation auf andere Bahnen begiebt 8 Albert Eduard, der neue König von England und Kaiser von Indien, bisheriger Prinz von Wales, wurde am 9. November 1841 im Buckingham=Palaste zu London geboren. Er wurde durch Privatlehrer unter Oberleitung seines Vaters, des Prinzen Albert, sorgfältig erzogen, besuchte die Universitäten Oxford und Cambridge, bereiste 1860 Amerika, 1862 den Orient und vermählte sich am 10. März 1863 mit der Prinzessin ihre Hand zurückziehend:„Nicht mir, ihm gieb die Blumen, als Zeichen, daß Du ihn willkommen heißest!“ Therese zuckte zusammen, und auch der Fürst runzelte die Stirn; die kleinen Rührszenen, welche seine Gemahlin aufzuführen beliebte, waren nicht nach seinem Geschmack. Beide fügten sich jedoch mit gutem Anstande, und die Begrüßung zwischen ihnen fiel freundlicher und herzlicher aus, als das junge Mädchen dies noch vor einer Stunde für möglich gehalten hatte. In einem zweiten Wagen waren indessen der Kammerdiener des Fürsten und die neue Kammerfrau der Fürstin mit dem Gepäck angekommen. Dallkoff bot seiner Gemahlin, welche noch die Begrüßung und Glückwünsche der Diener= schaft entgegennahm, den Arm und fragte:„Darf ich Dich in Deine Gemächer führen? Du wirst Dich ein wenig zu erholen und erfrischen wünschen.“ „Im Gegenteil, ich werde Dich zu den Deinigen geleiten,“ antwortete sie und fügte zu der Haushälterin gewendet hinzu:„Es ist doch alles eingerichtet, wie ich es angeordnet habe?“ „Zu Befehl, Durchlaucht," erwiderte Frau Winter knixend und ganz stolz, daß die ungewohnte Anrede, auf die sie sich lange eingeübt, ihr so gut geraten war.„Für Seine Durchlaucht ist das blaue Kabinett, der runde Salon und das Pfeilerzimmer hergerichtet; die Zimmer des seligen Herrn—“ Sie verstummte vor dem Blicke, welchen der Fürst ihr zuschleuderte, der, als sie Miene machte, dem Paare voranzuschreiten, abwinkend sagte:„Schon gut, meine liebe Frau, wir werden den Weg dahin schon finden.“ Wieder bot er seiner Gemahlin den Arm, diese hielt aber Theresens Hand fest und flüsterte ihr zu:„Komm mit, oder besser, folge nach einigen Minuten in mein Toilettenzimmer— ich muß Dich für ein paar Augenblicke für mich allein haben.“ Kurze Zeit darauf waren Mutter und Tochter in dem Zimmer vereint, welches die Liebe und die verschwenderische Alexandra von Dänemark(geb. 1. Dez. 1844), Tochter des Königs Christian IX., welche ihm fünf Kinder(2 Prinzen und 3 Prinzessinnen) gebar. Der älteste Sohn, Prinz Albert Viktor, Herzog von Clarence(geb. 1864), ist am 14. Januar 1892 gestorben. Der zweite Sohn, Prinz Georg, Herzog von York, der nunmehr den Titel Prinz von Wales annehmen wird, geb. 3. Juni 1865, ist seit einigen Jahren verheiratet und hat bereits mehrere Kinder. Die älteste Tochter, Prinzessin Luise(geb. 1867), ist vermählt mit dem Herzog von Fife, Prinzessin Viktoria ist 1868, Prinzessin Mand 1869 geboren. Der nunmehrige König von England trat als Oberst in die Armee und brachte es bis zum englischen Generalfeldmarschall, ohne indes jemals irgend welchen Anteil an den Heeresangelegenheiten zu nehmen. Bei Gelegenheit der silbernen Hochzeit seines Schwagers, des nachmaligen Kaisers Friedrich, wurde Albert Eduard auch zum preußischen Generalfeldmarschall und zum Chef der Blücherschen Husaren ernannt. 1875—1876 machte er eine große Reise nach Indien, wo er mit vielem Enthusiasmus empfangen wurde. 1891 wurde er in einen unerquicklichen und großes Aufsehen erregenden Skandalprozeß verwickelt, in welchem ein dem Prinzen befreundeter Offizier überführt wurde, ihn beim Baccarat fürchterlich bemogelt zu haben. König Albert war als Prinz von Wales ein guter Repräsentant, wußte sich elegant zu kleiden, bestimmte die neuesten Herrenmoden, spielte, trank gern, hatte auch so seine Schwächen für das ewig Weibliche, machte enorme Schulden, kurzum war ein Lebemann, wie es deren in der vornehmen Welt so viele giebt. In den letzten Jahren wurde er von Gicht, Podagra und Zipperlein arg geplagt. Politisch ist Albert Eduard niemals hervorgetreten. Als König von England wird er seine Schulden bezahlen können und vielleicht doch sonst noch manches Gute wirken. Tages=Ereignisse. Deutschland. Berlin, 22 Jan. Die kaiserliche Yacht Hohenzollern hat Befehl bekommen, thunlichst rasch seeklar zu machen, um den Kaiser von England abzuholen. Sie soll auf der Fahrt, wie das stets bei kaiserlichen Reisen der Fall ist, von einem kleinen Kreuzer, der Nymphe, und von dem Torpedoboot Sleipner begleitet werden. Da aber an der Hohenzollern zur Zeit eine Maschinenausbesserung stattfindet, und demgemäß die Ausfahrt nicht sofort stattfinden kann, so ist nicht ausgeschlossen, daß die Schiffe überhaupt nicht nach England gehen werden, da der dortige Aufenthalt des Kaisers sich nicht zu lange hinziehen dürfte. Freigebigkeit des verstorbenen Besitzers zu einem kleinen Tempel der Eitelkeit geschaffen hatte. Während die übrigen Räume des Hauses bei aller Gediegenheit doch die Einfachheit des bürgerlichen Haushaltes bewahrt hatten, herrschte in den von Ottilie bewohnten Zimmern eine fürstliche Pracht. Die Fürstin hatte sich mit Hilfe der Kammerfrau des Reisemantels und Hutes entledigt und ließ sich eine silberue Waschschüssel mit klarem Wasser reichen, um nach der Fahrt Gesicht und Hände zu erfrischen. Beim Eintritt der Tochter, winkte sie dem Mädchen, das Zimmer zu verlassen, und schloß, als sie sich mit Therese allein sah, diese nochmals in ihre Arme. „Mein liebes, gutes Kind! Wie ist es Dir ergangen während der Wochen, die wir getrennt waren?“ fragte sie zärtlich. „Gut, gut, liebe Mutter,“ versicherte Therese,„ich habe eine schöne, stille Zeit verlebt.“ „Trotz der Unruhe, die im Hause herrschte?“ fragte die Mutter;„verzeihe, Kind, ich konnte Dir das nicht ersparen, der Fürst mußte—“ „Gewiß, gewiß," siel Therese ein,„ich bin dadurch nicht viel gestört worden, es war so schönes Wetter, ich brachte die meiste Zeit mit der Orelli im Garten und im Park zu.“ „Die gute Orelli, sie ist abgereist," sagte die Fürstin und fügte etwas zaghaft hinzu:„Du hast eingesehen, daß es nicht anders ging, wir mußten uns von der Orelli trennen.“ „Vollständig, liebe Mutter, und die gute Alte hat das ebenfalls erkannt," erwiderte Therese, heldenmütig die aufsteigenden Thränen unterdrückend, und fügte, das ihr peinliche Gespräch abbrechend, hinzu:„Doch nicht von mir laß uns reden, sondern von Dir. Bist Du glücklich?“ Sie erhob sich von der kleinen, mit hellblauem Atlas bezogenen Causeuse, auf der sie neben der Mutter Platz genommen hatte, trat vor sie hin, ergriff ihre beiden Hände und schaute ihr tief und fragend in die blauen Augen. Ein rosiger Schimmer flog über das Gesicht der schönen jenen blutigen Aktionen hevorgegangen sind. Die gegebenen Ziffern aber kann man als unanfechtbar erachten, denn sie stammen von Dr. C. Engels, dem früheren Direktor des preußischen statistischen Büreaus. — Einen neuen Brief Buecks, des Generalsekretärs des Central= veroandes der Industriellen, yeöffentlicht der„Vorwärts“. — Der Kaiser hatte auf Wunsch seiner Aerzte die Teilnahme an den Feierlichkeiten der Beisetzung der Leiche des Großherzogs von Sachsen=Weimar aufgeben müssen, weil bekannt worden war, daß im Schlosse zu Weimar die Masern herschten und insbesondere auch die jüngste Tochter des###ng### verstorbenen Großherzogs, die Herzogin=Regentin von Meck= Der Brief ist ein Privatbrief, den am 7. Juli 1896 Bueck an den lenburg, daran erkrankt war. Aus demselben Grunde wurde Spinnereibesitzer v. Haßler gerichtet hat. Zehn Tage vorher war der auch die Entsendung des Kronprinzen unterlassen und der Handelsminister von Berlepsch entlassen worden und Herr e„. Witich(Brefeld in dessen Steit, getriteg,„ Der Brief Bueaks giebt dessen kommandierende General des 11. Armeekorps v. A.—., Ansichten über diesen Ministerwechsel wieder und beginnt wie folgt: mit der Vertretung des Kaisers beauftragt. Wie begründet„Daß wir endlich doch Herrn v. Verlepsch klein bekommen die ärztliche Mahnung gewesen ist, beweist jetzt die Meldung haben, hat mich auch mit Befriedigung erfüllt.“ Bueck erdaß inzwischen sowohl der jugendliche Großherzog Wil=szählt dann, daß er durch seinen Schwiegersohn Cruse alte freundhelm Ernst von Sachsen=Weimar wie der Herzog=Regent Pfasgen worden set, als er ihm seine Glückwinsche zur Ernennung von Meklenburg=Schwerin an den Masern erkrankt sind. abgestattet habe. Er habe Brefeld gegenüber den Wunsch Ausdruck Erfreulicherweise ist der Verlauf der Krankheit bei beiden gegeben, daß das Handelsministerium mit dem Centralver= Fürstlichkeiten in keiner Weise beunruhigend. lband freundliche Beziehungen unterhalten möge. Brefeld Die Köln Ztg. schreibt: Die Nachricht, daß König habe erwidert, daß, soweit seine Person dazu beizutragen in der Lage — Die doin. Oev. frsthiyt: gt#####sei, dies der Fall sein solle. Brefeld schilderte alsdann, daß es ihm Lskar von Schweden von seiner schweren Erkrankung, Die auf vielen Gebieten seines Resorts an der notwendigen Erfahrung ihn gezwungen hatte, die Führung der Regierungsgeschäfte und Kenntnis fehle.„Unter den Schwierigkeiten schien er auch zu während mehrerer Monate seinem Sohne zu überlassen, voll= verstehen, daß, wie ständig wiederhergestellt, und daß er demgemäß am 21. Jau., pibp##eg#e,## seinem 72. Geburtstage, wieder selbst die Zügel der Regierung Handelsministeriums in den sozialpolitischen Fragen in die Besprechnung ergreifen konnte, hat am hiesigen Hofe und in den hiesigen zu ziehen, worüber wir uns etwa ¾ Stunde unterhalten haben. Ich diplomatischen und politischen Kreisen lebhafte Befriedigung nehme keinen Anstand zu erklären, daß die Ablehnung des im Spischen den ved en, chaftliche Bezsehungen, Acz. 8 387 maitsren Wläne des Herrn v. Verlepsch gerichtetr geherrschen seitlangem so gute undfreune, 21,1.9, geo,ggen, wesen zei uno zuur oguptsächlich gegen die von ihm geplante Organidaß man hier mit lebhaftestem Interesse den Verlauf der sation der Arbeiter. Die Gefährlichkeit dieser extremen Maßregel erErkrankung und Genesung verfolgt hat. Hoffentlich wird kannte er vollkommen an. Ich setzte eingehend den Standpunkt des den Wohshesind betonte, daß wir dieselbe ihatträftig untersützt eine recht lange Zeit ungetrübren Wohlo##ndens folgen.„ bezeichnete aber auch die Punkte, in denen man unseres Erachtens — Kleinliche Maßregel. Die„Koblenzer Volksztg.“ bereits zu weit gegangen sei. teilt mit: nemm losas#r feld habe darauf erklärt, daß sich die Lage der arbeitenden Die jüdische Firma Baruch u. Söhne in Hechingen(Oopenvon Hr, sei Hasir, Haßz dier von gewisser Seite ausgebenden Klagen über die würde überall freudig begrüßt und gefördert werden. Im preußischen Kaisers. Kultusministerium aber scheint man anderer Ansicht zu sein. Von Bueck unterließ es nicht, wie er erzählt, den Unterstaatssekdort ist nämlich der Bescheid ergangen, die Genehmigung zur Eröff=sretär Lohmann als denjenigen zu bezeichnen, der von weitnung der Anstalt unter Leitung von Schwestern müsse versagt wer=sgehenden sozialistischen Ideen befangen, wohl das treibende den, weil in der gedachten Anstalt neben katholischen auch prote=[Element in der bisherigen Richtung gewesen sei. Brefeld aber stantischen Arbeitern Speisen verabreicht werden sollten! 1meinte, daß Lohmann, mit dem er voraussichtlich oft in MeinungsWornun die Protestoutistzegenechnen, solen is nichz lhzef eier, ze sz, Alea, Seoeizter beszeigsehase Eigenschest lischen Händen die Speisen entgegennehmen sourg, ist nicht Chef einen ernstez Willen gegenübrz, peß auf diese Eigenschaft Händen die Speisen entgegennehmetz oax protestantische-ohmanns have ihn auch schon Herteosch aufmertsam gemacht, und ohne weiteres zu verstehen. Haben doch schon protestant## auch er habe vereits Gelegenheu geyaut, sir zu, ercennen. Bueck Staatsbeamte bei katholischen Bischofen zu Mittag gespeist: — Der Moloch Krieg hat eine grauenvolle Statistik. Hier ist eine Tabelle darüber, welche Verwüstungen er seit dem Jahre 1850 angerichtet hat. Der Krimkrieg Der italienische Krieg 1859 Ssce echeseh e b. Südstaaten Preußisch=österreichischer Krieg von 1866„ Expedition nach Mexiko, Cochinchina Der deutsch=französische Krieg von 1870/71 a. Frankreich d. Deutschland Bulgarisch=serbischer Aufstand Der russisch=türkische Krieg Die südafrikanischen Kriege gegen die Aschanti, Matabele usw. Der afghanische Krieg KE C K58G Lohmanns have ion aue, nogzezergetzaßto sier zur Verzege auch er habe bereits Gelegenheit gehatt, sie zu erkennen. Bueck schließt damit, daß„wir mit dem Tausch wohl zufrieden sein können.“ Brefeld habe ihn ersucht, ihm im gegebenen Falle mit Rat und That zur Seite zu stehen. Der Rest des Briefes handelt von dem Bunde der Industrieellen, dessen Vorsitzender Wirt von Berlepsch und von Boetticher Wenn der Bund die wüsten Agitatoren von chüttle, sei„die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß sich die hohe Reichsregierung von dem manchmal unbequemen und niemals sehr gern gesehenen Centralverband abwendet und den„Bund rc.“ mehr begünstigt. Ich glaube voraussehen zu müssen, daß wir fortgesetzt einen ernsten Konkurrenzkampf mit dem„Bunde“ zu führen haben werden, und habe ich es für notwendig erachtet, demselben gegenüber unsere Stellung zu wahren.“ Bekanntlich ist Lohmann bald darauf von dem Vorsitz in der Reichskommission für Arbeiterstatistik entbunden worden. Auf dem Schulschiffwesen unserer Marine scheint ein Unstern zu lassen. Das Schulschiff„Stein“, das bekanntlich die Gneisenau aufgenommen hat, erlitt bei seiner ersten Probefahrt in der Außenförde eine Maschinenhavarie durch Warmlaufen der Kolbenlager. Der Maschinen2253000 55908-(raum füllte sich mit Dampf, ohne daß zunächst dadurch Der Kampf auf Kuba, auf den Philippinen und in den Schaden angerichtet wurde. Als jedoch die Ankermaschine Burenrepubliken ist in diese Statistik noch nicht aufgenommen beim Ankerwerfen versagte, weil sie auf dem toten Punkt auch fehlt jede Liste der Kranken und Siechen, welche aus stand, und ein Schiffsjunge eingreifen wollte, um sie in BeS wegung zu setzen, ging die Maschine plötzlich an, und Frau, ihr Blick wurde leuchtender, der Mund öffnete sich der Ankerdavid traf zurückschlagend die Bedienungsleute. leicht, und ihre Wange an die der Tochter schmiegend, Der Erste Offizier Kapitänleutnant Funke, der bekanntflüsterte sie verschämt wie ein junges Mädchen:„Unaussprechlich, lich seinerzeit die Torpedodivision den Rhein heraufführte, unbeschreiblich glücklich!" verlitt schwere Brust= und Beinverletzungen, Bootsmann „Gott sei Dank!“ sagte Therese, die Hände faltend. Turke eine Kopfverletzung und dem Obermatrosen Satof „Möchtest Du es bleiben!" wurden beide Schlüsselbeine zerschmettert. Die für den 24. „Immer noch im Zweifel?“ fragte die Fürstin mit leisem Januar in Aussicht genommene Uebungsreise des„Stein“ Vorwurf, und ein Wölkchen lagerte sich auf ihrer heiteren ist infolgedessen aufgeschoben worden. Stirn.„Das ist nicht recht von Dir; Du trittst dem Fürsten] München, 21. Jan. Der„Köln. Ztg.“ wird von hier zu nahe.“ lgeschrieben:„Das Ausscheiden des Prinzen Alfous, des „Ich will ihm alles abbitten, ich will ihm dankbar sein Kommandeurs der ersten Kavalleriebrigade, aus dem direkten und ihn ehren," rief das junge Mädchen, die gefalteten Militärverhältnis erregt besonderes Aufsehen, weil der Prinz Hände gegen die Brust drückend,„wenn er Dich fortdauernd wegen seiner Gutherzigkeit und Leutseligkeit eines der glücklich macht."(populärsten Mitglieder des Königshauses und besonders in „Du wirst mehr thun, Du wirst ihn lieven,“ sagte die München, wo er bei jedem öffentlichen Anlaß hervortrat, Fürstin zuversichtlich.(außerordentlich beliebt ist. Auch die Soldaten des ersten Nun aber schüttelte Therese ganz leise das Haupt und schweren Reiterregiments, dem Prinz Alfons vom Leutnant bat:„Erwarte von mir nicht mehr, als ich geben kann.“ bis zum Kommandeur 20 Jahre angehört hat, hielten große „Schon gut,“ erwiderte die Fürstin mit aufsteigendem Stücke auf ihn. Es fiel schon auf, daß der Prinz dem HofUnmut,„jedenfalls erwarte und verlange ich nicht allein ball letzten Mittwoch fernblieb. Die Angabe des bayrischen von Dir, sondern von allen, die zum Hause gehören, daß Kuriers, die Ursache des Entlassungsgesuches stehe in Verihm alle Rücksichten und Ehren erwiesen werden, welche dem bindung mit der Entsendung des Prinzen zur Beisetzung in Herrn gebühren.“(Weimar, ist jedoch unrichtig. Die wahre Ursache scheint „Glaubst Du, daß es jemand daran fehlen lassen könnte?“ vielmehr auf Vorgänge bei den letztjährigen Manövern zufragte Therese betroffen, denn in den Worten der Mutter rückzuführen; der Prinz hat augenscheinlich einer plötzlichen lag eine bestimmte Absicht. Verstimmung folgend das Entlassungsgesuch eingereicht. Hier, Diese antwortete auch sogleich:„Ich glaube das nicht, wo der Prinz in allen Volksschichten lebhafte Fürsprache hat, sondern habe es wahrgenommen. Was war das für ein findet man es auffallend, daß er zwar zum Generalleutnant Empfang, der uns zuteil geworden ist? Wo war der Gruben=sernannt wurde und den höchsten militärischen Orden erhielt, direktor, wo waren die Hüttenmeister und Beamten, wo war daß aber kein Versuch gemacht wurde, seine Verbindung mit der Oekonomieinspektor, die Verwalter, der Förster mit seinem der Armee zu erhalten; auch hätte man dem Neffen des Personal?"[Regenten die Verleihung eines Regiments gewünscht. Der „Du erwartetest alle die Herren hier zu finden?“ fragte zweite Sohn des Regenten Prinz Leopold überbrachte dem Therese ganz fassungslos. aus der Armee Ausscheidenden persönlich das Handschreiben „Gewiß, und die Arbeiter in Festkleidern," erwidertel des Regenten und die Ordensabzeichen.“(Der Prinz geriet die Fürstin. Als Dein Vater mich heimführte, da wurden bei den letzten Manövern in„Gefangenschaft“ und gilt überwir von Berittenen eingeholt, da knallten Böllerschüsse, da haupt für keinen großen Strategen. Mit Popularität, Gutbildeten Arbeiter Spalier, und unter einer Ehrenpforte über= herzigkeit und Leutseligkeit kann man keine Schlachten gereichten mir weißgekleidete Mädchen—“ swinnen. Die Red.).. u, Winismsei, Länger vermochte sich Therese nicht zu halten.„Und: In Bulgarien ist wieder einmal eine Ministertiiss von alledem erwartest Du eine Wiederholung?“ rief sie, die ausgebrochen. Das gesamte Kabinett Iwantschow hat seine Hände zusammenschlagend. Das kann Dein Ernst unmöglich Entlassung eingereicht. S sein.“— 1 Italien. Der italienische Dipcomar Graf Pietro (Fortsetzung folgt.) Autonelli aus Terkazina, ein Neffe des berühmten Kardinalstaatssekretärs Papst Pius IX., ist auf der Heimkehr von seinem brasilianischen Gesandschaftsposten an Bord des Schiffes„Savoia“ am 11. d. plötzlich am Herzschlag gestorben. Graf Antonelli brachte sein Leben auf nur 47 Jahre. In der Afrikapolitik des Ministers Depretis und Crispi spielte Antonelli eine ebenso hervorragende als verhängnisvolle Rolle. Abessynien lernte der Herr Graf als Vertreter einer privaten Handelsgesellschaft kennen und schloß anno 1882 als italienischer Agent den ersten Vertrag mit dem Negus Menelik von Schoa ab, welcher Italien auf dem Papier eine blühende Kolonie Erythrea mit großem Hinterland garantierte. Zum Danke ins Parlament gewählt, wurde er, als Grenzstreitigkeiten zwischen Italien und Abessynien ausbrachen, von Crispi als Unterhändler an Meneliks Hof gesandt, wo er den berüchtigten Vertrag von Utschalli abschloß. Der Negus Negesti hat im Frühjahr 1896, als die Feindseligkeiten losbrachen, überzeugend nachgewiesen, daß Antonelli den italienischen Text des Vertrages gefälscht habe, um daraus eine Oberherrschaft Italiens über ganz Abessynien zu konstruieren. Als der Operettengeneral Baratieri mit seinen sieben Liebsten bei Abba Garinna geschlagen, das italienische Heer vernichtet, 72 Geschütze und die Kriegskasse verloren waren, brach die Antonelli=Crispinische Afrikapolitik, welche dem König Humbert den Kaisertitel von Habesch zugedacht hatte, kläglich zusammen, und Graf Peter ging als italienischer Gesandter erst nach Argentien und später infolge eines Liebesskandals nach Brasilien; in der politischen Welt war er schon vier Jahre vor seinem leiblichen Tode gestorben und begraben. Reichstag. + Berlin, 22. Januar. Die Beratung des Etats des Innern und Fortsetzung. Abg. Pauli=Potsdam(Rp.) spricht dem Grafen Posadowsky sein Vertrauen aus und hofft auf eine Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages, wegen der 12000 Mark=Affäre eine Untersuchungskommission einzusetzen. Redner verlangt Abänderung der Bäckereiverordnung. Die Forderungen der Sozialdemokraten seien meist ungerechtfertigt. Die Schutzvorrichtungen in den Fabriken würden von den Arbeitern vielfach unberücksichtigt gelassen und zwar aus Bequemlichkeit. In den staatlichen Werkstätten dürfe ein Zusammenschluß der Arbeiter zu sozialistischen Gewerkschaften nicht geduldet werden, sonst könne es passieren, daß die Sozialdemokratie einmal die Hand auf einen ganzen Eisenbahndirektionsbezirk lege und wirklich alle Räder still liegen wurden.... 4,:..solution wegen S. Abg. Münch=Ferber(nl.) begründer seine Resotulion wegen Subventionierung einer Centralauskunftsstelle über Fragen bezügl. der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels und Gewerbes. Staatssekretär Graf Posadowsky weist zunächst den Vorwurf zurück, der im Verlaufe der Debatte von sozialdemokratischer Seite geäußert wurde, daß die vom Reichsamt des Junern auf der Pariser Weltausstellung ausgestellten Tafeln 2c. ein falsches Bild von unserer Arbeiterversicherung gegeben hätten. Der Staatssekretär knüpft daran die Bemerkung: Wir können uns des Fortschritts der Sozialreform nur erfreuen, wenn die Staaten, mit deuen wir in wirtschaftlicher Konkurrenz stehen, in ihren Ausgaben für Arbeiterwohlfahrtszwecke mit uns Schritt halten, sonst bleiben wir auf dem Weltmarkte nicht konkurrenzfähig. Bezüglich der Beurteilung des Prozentsatzes der zurückbleibenden Erwerbsfähigkeit von Arbeitern, die Unfälle erlitten, bemerkt Graf Posadowsky, auch er sei der Ansicht, daß über die verbliebene Erwerosfähigkeit nicht der Arzt allein, sondern auch Sachverständige entscheiden sollen. Abg. Hitze(.) entgegnet, die Sozialdemokraten hätten den wenigsten Grund, das Centrum anzufeinden, denn vorne mlich dem Centrum sei es zu danken, daß das Zuchthausgesetz gefallen sei. Abgeordnetenhaus. + Berlin, 22. Januar. Das Haus beginnt die 2. Beratung des Forst- und Domänenetats. Abg. Mooren(.) bittet im Interesse der Schälwaldbesitzer um eine Erhöhung des Quebrachozolles. Bei der nun folgenden Beratung des Domänenetats weist Abg. Ehlers(fr. Vg.) die Anschauung zurück, daß das Ergebnis der Domänenverpachtung ein zuverlässiges Barometer für den Zustand der Landwirtschaft sei. Die früheren Pachtzinsen seien aber zu hoch gewesen und es sei daher kein Nachteil, wenn die Verwaltung an eine Zurückführung des Zinses auf einen verständigen und reutablen Satz denkt. Abg. Dr. Newoldt(fr.=kons.) legt dar, der unbestreitbare Niedergang des Domänenertrages sei ein Symptom für die erschreckend schwierige Lage der Landwirtschaft, Redner bestreitet, daß die Pachtzinsen zu hoch waren. Abg. v. Kardorff(fr.=kons.) betont ebenfalls, daß der Rückgang der Gesamtheit der Domänenpächter doch bedenklich stimmen müsse. Es sei schon soweit, daß einzelne Domänen gar keinen Pächter fänden, während Leute, die als event. Pächter in Betracht kämen, in den Städten säßen und abwarteten, was der Staat für die Landwirtschaft thun werde. Abg. Frhr. v. Wangenheim(B. d..) betont, nach den Produktionsstatistiken der Landwirtschaftskammern betrage die Verzinsung des Bodens in Pommern höchstens noch 2½ pCt. Abg. Sieg(ntl.) erklärt, auch die sozialen Anforderungen an die Landwirtschaft belasteten den kleinen Besitzer zu sehr. Die Herren, die immer so schöne akademische Mittel bei der Hand hätten, die gar nichts nützten, verständen von der Sache garnichts.(Heiterkeit.) Abg. Barth(fr. Vgg.) entgegnet, die nichts von der Landwirtschaft verstehen, sollen eben in den Beutel greifen. Das ist doch eine merkwürdige Sorte Politik. Die Agrarier sagen:„Wir sind notleidend; wenn Ihr das nicht anerkennt, seid Ihr dumme Kerls.“(Heiterkeit.) Sie(nach rechts) sind die Vertreter des Kapitals, das in dem Grund und Boden steckt, wir diejenigen des landwirtschaftlichen Gewerbes. Ihr(nach rechts) Hauptschmerz ist, daß Sie Ihre Schulden nicht bezahlen und keine neuen machen können. Deshalb wollen Sie den Bodenwert künstlich steigern, damit Sie wieder pumpen können. Wir wollen die Landwirtschaft konkurrenzfähig machen. Sie werden stets mehr verlangen, selbst wenn Sie eine Erhöhung der Getreidezölle etwa gegen Bewilligung des Kanals, also einen Terminhandel mit Getreidezöllen zu Stande bringen.(Große Heiterkeit.) Ob Sie damit der Landwirtschaft einen Dienst erweise, ist eine andere Frage. Die Arbeiter, die am meisten unter einer Brotverteuerung leiden, werden vielleicht ihre Interessen zu wahren suchen. Abg. Frhr. v. Wangenheim(B. d..) entgegnet, es kann keinen verkehrteren volkswirtschaftlichen Grundsatz geben, als das Verlangen Barths, daß wir unsere Produkte unter Erzeugungswert verkaufen. Der Abg. Barth sagte, wir seien Vertreter des Kapitals. Wir vertreten die Anschauung, daß es darauf ankommt, den Erwerbsstand zu erhalten, welcher ein gewisses Maß von Kapital mit eigener Arbeit verbindet. Mit der Scheidung von Kapital und Arbeit kommen Sie nicht aus. Wir wollen die alten Schulden allmählig abtragen und für unsere Kinder sorgen, wozu wir ein gutes Recht haben. Aber warum zetern Sie nicht gegen die Wohnungsnot, worunter die Arbeiter mehr leiden, als sie jemals unter Fleisch= oder Brotverteuerung leiden werden. Sie zeigen immer wieder, daß der Freisinn nicht nur die Vorfrucht der Sozialdemokratie ist, sondern der Abg. Barth hat heute sogar für die Sozialdemokratie agitiert. (Beifall rechts.)— Abg. Barth(fr. Vg.) führt aus: Die Aufgabe der Landwirtschaft ist die Herauswirtschaftung einer Rente. Die Produktionskosten schwanken so, daß die Rechnungsart einer gründlichen Prüfung bedürfte. Wir reden niemals dem Wohnungs= und Brotwucher ein Wort, aber diese Wucherer rufen auch nicht den Staat an, während die Brotwucherer verlangen, daß der Staat ihnen die Konsumenten mit gebundenen Händen ausliefert. Wir arbeiten nicht für die Sozialdemokratie, das thun Sie, denn kein Arbeiter lobt den Staat, der ihm Brot und Fleisch verteuern läßt, ohne seine Hand zu rühren. Abg. Herols(Ctr.) legt dar: Unser Bestreben bezweckt nur die Erhöhung des Ertragszolles, nicht des Verkaufswertes. Dem Arbeiter schaden die agrarischen Zölle nichts. Wir hatten bereits höhere Getreidezölle; die Arbeiter ertrugen sie, ohne daß es ihnen damals so so gut ging. Wir verlangen staatliche Hülfe, weil der Staat die Uebelstände herbeigeführt hat. Daß es damit allein nicht gethan, wissen auch wir. Abg. Gothein(fr. Vg.) verweist darauf, daß die Viehzucht, in größerem Maße als bisher betrieben, namentlich der kleineren Landwirtschaft aufhelfen könne, wie das Beispiel Englands zeige. Die Abg. Scholz=Bolkenhain(.) und Lüders=Gronau(frk.) schildern die Notlage der kleineren Landwirtschaft, deren Hauptinteresse nicht die Viehzucht, sondern der Getreidebau sei. Nach längerer Geschäftsordnungsdebatte, ob die Kanalvorlage bereits am 29. Januar, wie Präsident Kröcher vorschlägt, oder in den ersten Tagen des Februar, wie Limburg=Stirum beantragt, im Hause beraten werden soll, behält sich der Präsident die Entscheidung vor. Der Krieg in Südafrika. „Pardon wird nicht gegeben.“ Als Lord Kitchener glaubte, de Wet eingekreist zu haben, sandte er geheime Befehle an die Truppen, keine Gefangene zu machen. Em englischer Offizier schreibt in „Freemantels Journ.“ voll Entrüstung über diesen Befehl:„Ich empfing den Befehl persönlich von einem General höchsten Ranges, der eine der ersten Stellen in Südafrika einnimmt, und der Befehl wurde zweimal wiederholt, damit kein Irrtum stattfinden konnte. Nicht allein diesem, auch allen älteren Offizieren war derselbe Befehl zugegangen. Ich weiß nicht, was sie dazu dachten oder beabsichtigten, aber ich hörte kein Wort des Tadels.“ Ein furchtbarer Feind droht den Engländern in Südafrika zu erwachsen. Nach dem„Lok.=Anz.“ ist es einem in Brüssel vorliegenden glaubwürdigen Privatbriefe zufolge die wirkliche Beulenpest und nicht der Typhus, welche in der englischen Armee in Südafrika so furchtbare Verheerungen anrichtet. )( Der Krieg in China. Die siebente deutsche Verlustliste wird im„Reichsanzeiger“ veröffentlicht. Darnach wurden im Gefecht bei Yung=tsing=hsien am 15. Dezember verletzt: Major von Haine, aus Kunnersdorf, durch schwere Brandwunden, Hauptm. Schäffer, aus Düsseldorf, durch schwere Brandwunden, Oblt. Edwin Cremer, aus Burtscheid, durch einen Säbelhieb über die Hand. Außerdem gestorben bezw. vermißt: Musk. Dernbach=Mettmann, Musk. Lampen=Merzen, Musk. Weiß=Marbach, Musk. Tuechter=Meppen, Musk. Knospe=Neuendorf, Musk. Mategat=Ragnit, Geftr. Schütze=Friedersdorf, Musk. BlümelPernau, Musk. Haack=Schürensöhlen, Musk. Hüttmann=Sibbersdorf vermißt), Musk. Griesheim=Altoschatz(Typhus und Lungenentzündung), Gftr. Czezatka=Branitz(Ruhr), Musk. Kirsch=Bitterfeld, Gftr. Clander=Gotha, Musk. Busch=München=Gladbach, Gft. Born=Urweiler, Trainsold. Daleiden=Kreutzdorf, Musk. Brandenburg=Wismar, Musk. Culner=Arolsen, Musk. Brand=Frankfurt a.., Musk. KrauseSangerhausen, Musk. Gloßner=Königsbrunn, Jäger Schultchen=Naundorf, Kanon. Guth. Trippstadt, Kanon. Mühle=Altsärichen, Kanon. Hoyer=Eldena, Trainsold. Mylord=Halberstadt. dem Regbz. Minden. + Bielejeld, 23. Jan. Der Wortlaut des an Se. Maj. den Kaiser vom Festkommerse gesandten Telegramms war folgender: „Ihrem Könige, dem Grafen von Ravensberg, huldigt im Blick auf den im Flammenschmuck erstrahlenden Sparenberg die auf dem Johannisberge festlich versammelte Bürgerschaft Bielefelds in Ravensberger Treue jetzt wie vor 200 Jahren.“ Der Kaiser ließ durch Herrn v. Lucanus seinen Dank abstatten. ? Bielefeld, 23. Jan. Anläßlich des Krönungsjubiläums haben noch folgende Personen Auszeichnungen erhalten. Den Kronenorden 4. Klasse erhielten: Brune, prakt. Arzt in Heepen bei = Bielefeld, Budde, Beigeordneter in Herford, Höpker, Amtsbeigeordneter und Kaufmann in Bünde, Kr. Herford, Meyer zu Eissen, Gutsbesitzer zu Bauerschaft Schildesche! Landkr. Bielefeld, Schulze Pelkum, Ehrenamtmann und Gutsbesitzer zu Pelkum Kr. Hamm, Frede, Gutsbesitzer zu Haus Körde, Kr. Münster, Hechelmann, Buchhalter und Leutnant a. D. Greven, Idler, Lazarett=Ober=Insp. Münster, Dr. Meyer, Buchdruckereibesitzer und Oberleutnant a.., Osnabrück. Den Adler zum Hohenzollernschen Hausorden erhielt: Gockel, Lehrer am Gefängnis zu Herford. Das Allgemeine Ehrenzeichen erhielten: Steueraufseher Busch zu Clarholz, Briefträger Hermbecker zu Bielefeld, Stadtverordneter Hildebrandt zu Herford, Botenmeister Mathmann beim Landgericht zu Bielefeld. Gütersloh, 22. Jan. Um ½12 Uhr in vergangener Nacht stand die Sattler Knigge'sche Besitzung beim Gymnasium in hellen Flammen. Das Feuer, das auf dem Boden entstanden sein muß und daselbst reichliche Nahrung fand, verbreitete sich mit rasender Geschwindigkeit, sodaß einige auf dem Boden des Hauses schlafende Mitbewohner nur mit knapper Not der Gefahr entgingen. Die Möbel, Betten, Warenvorräte konnten größtenteils noch dem verheerenden Element entrissen werden. + Wiedenbrück, 23. Jan. Die Nachricht des Paderborner „Westf. Volksbl.“, daß demnächst ein Spielerprozeß vor der hiesigen Strafkammer zur Verhandlung komme, beruht nicht bloß bezüglich der„Strafkammer“ sondern auch, wie genanntes Blatt jetzt meldet, in allen übrigen Teilen auf Erfindung. * Wiedenbrück, 22. Jan. Die Zurückweisung der gehässigen Angriffe der sozialdemokratischen Volkswacht in Bielefeld auf die katholische Kirche und ihre Geistlichen hat diese Zeitung in einen solchen Zorn versetzt, daß sie ihre Anklagen von neuem wiederholt— calumniare audacter, semper aliquid hacret— und ihr reichhaltiges Schimpflexikon gegen uns noch um einige Ausdrücke bereichert. Sonst bringt die Volkswacht auch in ihrem letzten Artikel nichts Neues vor, denn ihre Ausführungen gipfeln wieder in dem Satze, daß die katholische Kirche und ihre Vertreter nur dazu da seien, um die arbeitende Klasse in ihrem Kampfe gegen den Kapitalismus zu hemmen und unterdrücken zu helfen. Um einer solchen Behauptung mehr Gewicht beizulegen, stellt das Blatt die Warnungen unserer Geistlichen vor den Lehren und Grundsätzen der Sozialdemokratie als ein Verbrechen hin und stützt daraufhin seine Anklage! Da können wir der Volkswacht nicht helfen. Daß dieses Blatt in seinem Aerger auch versucht, dem verhaßten Centrum einen Hieb zu versetz en, wird demselben hoffentlich keine Schmerzen verursachen. Atteln, 21. Jan. Franz Schlüting und August Nolte, Tagelöhner aus Helmern starben in der Nacht vom 18. zum 19. Jan. auf dem Gute Altböddeken bei Wewelsburg an Kohlengasvergiftung. Sie hatten in ihrem gemeinsamen Schlafzimmer einen Topf mit heißen Kohlen ohne Kenntnis der damit verbundenen Gefahr aufgestellt.(Westf. Vbl.) dem Münsterlande. . Beckum, 23. Jan. Im hiesigen katholischen Gesellenverein gelangt am nächsten Sonntag das Schauspiel„Die lebenden Fackeln Neros“ von Dr. W. Esser zur Aufführung. Das Stück setzt uns in die Zeit der ersten Christenverfolgung zurück und führt uns die Schicksale einer Christenfamilie vor Augen, welche getreu ihrem Glauben die Gunst des ruchlosen Kaisers Nero verschmähte und dem Cäsarenwahn zum Opfer fiel. Für die Aufführung werden sowohl die Dekorationen als auch die Kostüme von einer bedeutenden Theaterrequisiten=Handlung beschafft und da auch die einzelnen Rollen gründlich eingeübt und in durchweg guten Händen sind, so ist siche zu erwarten, daß die Aufführung des herrlichen Dramas, das bereits in Münster Hamm und anderen Orten so großartige Erfolge erzielt hat, auch hier den verdienten Beifall finden wird. C. Ahlen, 22. Jan. Ein scheußliches Verbrechen wurde dieser Tage hier entdeckt. Eine bei einem hiesigen Landwirte dienende Magd aus dem Osten schenkte einem Kinde das Leben. Das arme Würmchen ist nun von der Rabenmutter mit der Dünggabel in den Abort geworfen worden. Die herzlose Rabenmutter wurde verhaftet und dem hiesigen Amtsgerichte zugeführt. □ Ostbevern, 18. Jan. Infolge eines Unglücksfalles in Gaarden bei Kiel kam der dort beschäftigte Monteur Theodor Woßmann zu Tode. Der auf so traurige Weise aus dem Leben geschiedene war gebürtig aus Ostbevern. Westfalen und Nachbarländern. Menden, 20. Jan. Heute Morgen 5 Uhr wurden die Bewohner der Stadt durch Alarmsignale der Feuerwehr aus ihrer Ruhe geweckt. Ein großer Teil der Messingwarenfabrik der Firma H. D. Eichelberg stand in hellen Flammen. Das große Walzwerk mit seinen Walzenstraßen, das Maschinenhaus, ein Teil der Gießerei, Kohlenlager sind zum größten Teil fast vollständig ausgebrannt. Den in jenen Räumen beschäftigten Arbeitern gelang es, da das verheerende Element fast plötzlich entfesselt wurde, sich noch rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Obwohl die Feuerwehr tapfer arbeitete, gelang es doch nicht, die inneren Teile der Gebäulichkeiten zu retten. Auf dem Werk sind ca. 180 Arbeiter beschäftigt. Hoffentlich werden dieselben nicht auf längere Zeit brotlos werden, was für die Beteiligten jetzt nicht gerade angenehm wäre. Köln, 21. Jan. Der Kaufmann, der wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an schulpflichtigen Kindern verhaftet wurde, hat sich alsbald nach seiner Ueberführung im Untersuchungsgefängnis erhängt. Rinteln, 19. Jan. Der Betrieb der Nebenbahn RintelnStadthagen, der Westdeutschen Eisenbahn=Gesellschaft gehörend, scheint großartig zu sein! Die Bahn hat von Rinteln aus dem Weserthal heraus allerdings bedeutende Steigungen zu überwinden, und ist es nicht nur vorgekommen, daß der Zug auf halber Steigung halten mußte, um neuen und stärkeren Dampf und Courage zu gewinnen, sondern es mußte schon einmal ein Personenzug von Halber Höhe des Berges wieder zurück zum Bahnhof Rinteln, um von neuem mit großem Anlauf die Höhe zu gewinnen. Vor einiger Zeit ist der erste Personenzug morgens ab Rinteln überhaupt nicht gefahren,— weil der Lokomotivführer am Tage vorher Kindtaufe gefeiert und sich daher mächtig verschlafen hatte. Detmold, 18. Jan. Die„T..“ schrreibt: Wie überall jetzt auf den gefrorenen Gewässern, so huldigt man auch auf dem Johannettenthaler Teiche dem Eissport. Daselbst nun legte am gestrigen Nachmittag ein junges Mädchen, das einem Kinde beim Anschnallen behülflich sein wollte, auf einen Augenblick ihren Muff an das Ufer des Teiches. Alsbald schoß aus der Höhe ein Habicht, packte mit seinen Fängen den Muff, wohl meinend es sei ein Häschen oder dergl. und suchte damit das Weite. Da der Raub sofort entdeckt wurde, begannen die dort anwesenden Knaben ein fürchterliches Geschrei, welches den frechen Räuber so sehr erschreckte, daß er seine Beute, schon ziemlich entfernt vom Teiche, wieder frei gab. Vermischtes. —. Konitz, 22. Jan. Zum Morde in Konitz. In den letzten Tagen wurde hier nur bekannt, daß die Massenhaussuchungen zu keinem Resultate geführt haben; die Mehrzahl der Kriminalbeamten ist bereits nach Berlin zurückgekehrt. Unter den Haussuchungen— Donnerstag im ganzen etwa 60— macht nur die bei dem Lehrer Weichel einiges Aufsehen. Gegen Weichel sollen die Behörden, wie ein westfäl. Blatt mitteilt, schon seit längerer Zeit den Verdacht haben, daß er um den Mord wisse. Weichel soll in seinen, Jünglingsjahren Gelegenheit gehabt haben, die Leichenteile des bekanntlich in gleicher Weise wie Winter ermordeten Knaben Cybulla zu sehen. Zur Zeit des Mordes wohnte Weichel im Hause des Kaufmanns Caspari in der Danzigerstratze in unmittelbarer Nähe des Schlächters Levy. Es soll nun die Vermutung bestehen, Weichel habe bei seiner Heimkehr von einem Spaziergange, den er an jenem Tage mit dem Schneidermeister Plath— von diesem stammt bekanntlich die Leinwand, in welche der Rumpf Winters genäht war— unternommen, den jungen Winter im Hause angetroffen habe, der vielleicht ein Fräulein, das im Hause wohnte, besuchen wollte. In der irrigen Annahme, Winter habe vielleicht ein sträfliches Verhältnis mit seiner Frau, erwürgte Weichel den jungen Mann im Jähzorn und zerstückelte dann die Leiche zur bequemeren Beseitigung in der bekannten Weise. Thatsache ist, daß Weichel, der allgemein als der stärkste Mann von Konitz gilt, sehr jähzornig und eifersüchtig ist und schon einmal in einem Aufall von Eifersucht einen Mordversuch auf seine Ehefrau machte. Weichel ist Sanitäts=Unteroffizier und hat als solcher nach Zeugenaussagen während seiner Dienstleistung im Garnisonlazaret zu Graudenz stets Interesse bei der Leichenschau gestorbener Soldaten an den Tag gelegt. Er verfügt auch über die zur Zerstückrlung der Leiche nötigen anatomischen Kenntnisse und soll thatsächlich um jene Zeit in dem Besitze chirurgischer Gerätschaften gewesen sein. Er konnte ferner durch seinen Verkehr mit Plath sehr leicht in den Besitz der betreffenden Packleinwand gelangen und noch leichter in den der braunen Lederpappe, in welche Kopf und Rumpf bekanntlich eingewickelt waren, da solche von einer im gleichen Hause wohnenden Modistin sehr oft auf dem Jedermann zugänglichen Hausflur aufbewahrt wurde.— Der Ruf Weichels ist nicht der beste. Nach neueren Mitteilungen soll Weichel bereits verhaftet sein. Wie im Reichstage am Montage erzählt wurde, soll ein hoher kommunaler Beamter in Berlin aus Konitz ein Telegramm des Inhalts erhalten haben, daß der Gemeindeschullehrer W. vor der Polizeibehörde ein Geständnis abgelegt habe. — Hamburg, 21. Januar. Die bakteriologische Untersuchung der an Bord des Dampfers Pergamon zwischen der Ladung aufgefundenen toten Ratten ergab, daß sie infolge der Pest verendet sind. Die Besatzung des Pergamon und die Arbeiter, die mit der Ladung in Berührung kamen, befinden sich unter ärzt licher Beobachtung; sie sind alle gesund. Das Schiff wird im IndiaHafen isoliert gehalten; die Löschung geschieht mit allen Vorsichtsmaßregeln unter polizeilicher Aufsicht und hafenärztlicher Kontrolle. Nach der Löschung wird der Dampfer gründlich desinfiziert. — Dem Landois=Standbilde im Zoolog. Garten zu Münster und seiner Entstehungsgeschichte war vor einer Woche in der„Franzf. Ztg.“ ein auch in unserer Zeitung zum Abdruck gelangtes kritisches Artikelchen aus Münster gewidmet. In der Samstagsnr. derselben Zeitung findet sich gewissermaßen als Antwort auf die Anzapfung nachfolgendes plattdeutsche Gedichtchen: „Professers“ Gedanken över sien eegen Standbeld. Ick fleit wat op Unsterblichkeit— Wenn't schließlick kümmt an't Kniepen. Denn: well mol in de Wicken geiht, De hört kein Oos mehr piepen.— En Meerschuumkopp pull„Ollenkott" Gelt mehr äs dusend Johre Vull Ehr un Ruhm.—„Old=Beer“ in Pott: Dat is und bliew dat Wohre. Doch, wenn Ji wilt mit Kleihn und Dohn Met'ne Statue betahlen, Dann mot ick sölvst de seihen stohn, Süß— mags' de Düwel hahlen. Drum hebb ick ank vör mien Quatteer Mien Standbeld setten loten. Dat Dings mäckt unwies viel Pläseer Siv'listen un Saldoten. Well't seihn will, kumm un kiek't sick an! Et is nich to verachten. Un, well't van vörn nich lieden kann— Kann't Achterdeel betrachten—— — Unter dem Titel die Belagerung Trojas birgt sich seit einigen Tagen eine Mordgeschichte, die sich in der Nähe von Troyes in Sainte=Savine abspielte; doch gleicht sie mehr der Tragikomödie des Forts Chabrol zu Paris als der Einschließung der klassischen Stadt in Kleinasien. Hier wie dort haben wir es mit einem Aufsässigen zu thun, der der Gerechtigkeit in seinem Hause mit Waffengewalt trotzte; aber während Jules Guérin die Flinte zumeist nur drohend anlegte, schoß Choquard— so hieß der Bandit von Sainte=Savine— unter die Menge, verwundete zwei Personen und tötete einen Biedermann namens Woelfe, der sich seiner Schwelle als Parlamentär genaht. Die ganze bewaffnete Macht von Troyes umstand sein Haus, Soldaten und Gendarmen, erstere unter dem Oberbefehl Major Driands, des Schwiegersohnes des seligen General Boulanger; Tage und Nächte lang dauerte die Belagerung: Schaulustige aus Troyes und der Umgebung strömten massenhaft herbei, bis gestern Morgen der Sturmlauf begann; indessen, als die wackern Streiter das Haus von unten bis oben abgesucht, fanden sie den Mörder in einem anliegenden Schuppen aufgehängt; zugleich hatte er sich der Vorsicht halber eine Flintenkugel durch den Kopf gejagt. So blieb er denn seinem Worte getreu, daß man ihn nicht lebendig fangen werde. Sein letztes Vergehen war ein Kohldiebstahl in einem Garten; aber vorher hatte er Jahre lang die Gegend unsicher gemacht. Gegen seine Beerdigung auf dem Gottesacker sträuben sich einstweilen die Einwohner; immerhin aber hat ihnen Choquard die Eintönigkeit ihres Daseins auf einige Tage unterbrochen; in der Chronik der Gemeinde werden letztere zu der Schreckenszeit gehören. — Fatal. Er:„Wie schade, mein Fräulein, daß Sie schon vergeben sind, ich hätte sonst auf der Stelle um Ihre Hand angehalten!“ — Sie:„Da treffen Sie es gut, denn ich habe mich gestern wieder entlobt.“ + London, 23. Jan.(Telegramm.) Der Leichnam der Königin wird Freitag oder Samstag nach Windsor übergeführt. Die königliche Familie wurde gestern dreimal an das Krankenlager gerufen, das letztemal um 3½ Uhr nachmittags. Die Königin schied schmerzlos aus dem Leben. London, 23. Januar. Wie es heißt, wird der Prinz Albert Eduard von Wales als König von England den Titel Eduard VII. führen. Wetteraussichten. Am 24. Januar: Wechselnd bewölktes, windiges, mildes Wetter mit etwas Regen. Am 25. Januar: Ziemlich trübes, windiges, mildes Wetter, zeitweise Regen. Gedenktage. 23. Januar 1536. Hinrichtung der Wiedertäufer Johann von Leyden und Knipperdölling zu Münster. Verantwortlich für den lokalen Teil Bielefeld: W. Clemens in Bielefeld; für den lokalen Teil Beckum: Stefan Keutmeyer in Beckum, für das Feuilleton und den lokalen Teil Wiedenbrück: Josef Brill in Wiedenbrück; für den sonstigen Inhalt: F. Knippschild in Oelde; Expeditionen: in Bielefeld Klosterstraße 1(E. Holterdorf'sche Buchhandlung), Stefan Keutmeyer in Beckum, W. Großegesse in Wiedenbrück und die Expedition in Oelde. Rotationsdruck und Verlag von E. Holterdorf in Bielefeld u. Oelde. Maria Staggenborg Arnoid Clasbrummer — Verlobte. Dinklage Verl in Oldenbg. Bez. Minden Januar 1901. Zwangsversteigerung. Am Freitag, den 25. d. Mts., vorm. 11 Uhr, versteigere ich in Ksp. Becum(Unterberg!) Hs.= Nr. 45(früher Hegemann) an der Herzfelderstraße, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung.: 1 Vertikow(Nußbaum), 1 Sopha, 1 Kommode, 1 Kmmnng Statt jeder besondern Anzeige: Anna Husch Theodor Tovar Verlobte.* Beckum und Warendorf im Januar 1901. Zu Freitag empfehle frische Schellsische und Bückinge. B. Mormann, Oelde. 204. Königl. Preuß. Kluurn E. Zur 2. Klasse, Ziehung am 9. Februar beginnend, sind noch einige ¼ Kauflose à Mk. 24.— frei. Bestellungen werden baldigst erbeten. Thurmann, Königl. Lotterie=Einnehmer, .„* Oelde. Der Verein seiert das Sopha, 1 Lommode, 1/68„„ sweith. Kleiderschrauk, 1.), Geburisses S. La. des Kaisers nld das 1 Waschtisch, 1 Glas= /# 200jährige Jubiläumdes Königreichs Preußen screut“ Tisch 6 Stühlel G, Tonntag, den 27. Ds. Mis., burch Festzugdurch schraut, 1 Tisch, 6 Stühle u. 2 Spiegel. Beckum, den 21. Januar 1901. Bäsmann, Gerichtsvollzieher. Verkauf. Montag, d. 4. Februar, morgens 10 Uhr, läßt die verw. Frau Wilh. Söbbeke hiers. ihre auf der Herrenstraße äußerst frequent gelegenen 68 Wohnhäuser# Nr. 179, 180 und 181 in ihrer Wohnung einzeln und im ganzen zum Verkauf aussetzen. Die Häuser eignen sich für jedes Geschäft, im Hause Nr. 181 ist seit Jahren ein gut gehendes Kolonial= und Fettwarengeschäft verbunden mit Wirtschaft betrieben. Oelde, im Januar 1901. Kemper, Aukt. die Straßen der Stadt und Festversammlung im Aagetreten wicd zum Feizuge 6ih uhe am Bahzahos. Zur Aufführung während der Festversammlung gelangen folgende Stücke: 1. Rekrut Dunzel's erster Strafrapport. 2 Die nille Wache.„ 44 4 3. Leutnant Sporn und sein Zaklolun. 4. Die Einquartierung. 5. Der Hauptmann und sein Bursche. Die Generalprobe findet am Freitag, den 25. d. Mts., abends 8 Uhr, statt. Zu derselben haben die Damen der Mitglieder freien Zutritt. Von eingeführren Nichtmitgliedern wird ein Eintrittsgeld von 30 Pfg. erhoben. Schulpflichtige Kinder haben unter keinen Umständen Zutritt. Am Festtage selbst kann Nichtmitgliedern des beschränkten Raumes wegen kein Zutritt Der Vorstand. Holz=Verkauf. I Krieger Verein Ner. Aalluchaefe Cognac- und Likor-Essenzen, à Fl. 75 Pfg. zür leichten und sohnellen Selbstherstellung von Kam, Arrac, Benediktiner, Pfeffermünz, und alle anderen Zubereitung f. Jedermann höchst einfach. Gebrauchsanweisung jeder Flasche beigegeben. und aller anderen bekannten Liköre werden überall gern gekauft und immer wieder als die besten erkannt. Man achte beim Einkauf auf den Namenszug dr. F. W. Mellinghoff und hüte sich vor meist minderwertigen Nachahmungen. Dr. Mellinghoff& Co., Essenzen-Fabrik, BUCKEBURG. In Flaschen à 75 Pfg. zu haben in Beckum bei B. Illigens und in Neubeckum bei Julius Porr. in künstlerischer Ausführung, Vereins= u. Gebäudefahnen. Alle Dekorationsartikel, liefert vorteilhaft Wilhelm Hammann, Rheinische Fahnenfabrik, Düsseldorf. Am Freitag, den 25. Januar, nachmittags ½2 Uhr, läßt Herr Oekonom W. Haggeney zu Göttingen, Kspl. Liesborn, 165 Stück gefällte Eichen, zu Balken, Sparren und sonstigem Bauholz, Deichsel, Riegelpfosten 2c. tauglich, ferner 12 Abteilungen Schlagholz auf dem Stamme, sowie 15 Klafter trockenes eichen Brennholz meistbietend gegen Kredit verkaufen. B. Wieschhölter, Liesborn. Reuseckum. Handels-Nachrichten. Bericht über thatsächlich erzielte Getreidepreise in der Provinz Westialen. Preis in Mark pro Doppelzentner oder 200 Pfund. Dienstag, den 22. Januar 1901. Kreis Tecklenburg Roggen 14,00, Gerste 14,50, Hafer 14,25, Koesfeld Weizen 15,70, Roggen 15,00, Gerste 14,20, Hafer Münster Weizen 15,80, Roggen 14,20, Lippstadt Weizen 15,50, 12,60, Hamm Weizen 15,40, Roggen 13,90, Soest Weizen 15,80, Roggen 15,00, Paderborn Weizen 15,50, Roggen 14,70, Hafer 12,50, Osnabrück Weizen 15,25, Roggen 14,45, Gerste 14,25, Hafer 13,90. Börsen=Notierungen nach privaten Ermittelungen. Padervorn.(Amtl.) Weizen 15,25, Roggen 14,65. Hafer 12,60. Osnabrück.(Amtl. ermitt.) Weizen 14,80, Roggen 14,00, Gerste Hortmund.(Börse.) Weizen 16.10 inl., 1865 ausl., Roggen 14,90 inl., 15,40 ausl., Gerste 12,65 inl., Hafer 14,40 inl., 15,40 ausl. Bremen. Weizen 15,75 inl., 17,25 ausl., Roggen 14,25 inl., 14,75 ausl., Hafer 00,00 ausl. Zur Feier des Geburtstages Hr. Majestät unseres Allergnädigsten Kaisers und Könige Wilhelm II. finden bei dem obengenannten Vereine am Sonntag, den Vereinskokale des Gastwirts W. Kellermann nachstehende theatralische Aufführungen statt. — Programm: 4 I. Tell. II. Teil. 5. Die neue Hose. Personen: Meister Fadendünn, Schneidermeister. Karl Säumig, Altgeselle. Ede, Lehrling. August, Lehrling. Baron von Hase. Johann, Diener. 6. Marinka, die hübsche Maketenderin. Bielefelder Wochenmarktpreise vom 22. Januar 1900, vormittags 10 Uhr. Zmmer jung, Eichen=Verkauf. 1. Prolog. Gesprochen von zwei Kriegern. 1806/1870. 2. Die Instruktionsstunde. d Personen: Drillbahn, Unteroffizter. Kutschke, Besser, Krampulsky, Kohn, Stille, Murmel, Anders, Rekruten. 3. Der verliebte Schusterschön! immer leibt das Gesicht beim Waschen mit Bergmanns Lilienmilch=Seife St. 50 Pf. bei:: B. Linnemann& Co., Oelde. Ein weißer, schottisch. Schäferhund im Kirchspiel Sendensorst entlaufen. Ueber den Verleib erbittet Nachricht Dr. Loweg, Lierarzt in Ahlen. Einem jungen kath. Manne, zuch Landwirt, wird beste Geegenheit geboten, sich in ein flottes Beschäft hinein zu heiraten. Vermög: 20—30 Mill. Offerten unter W. 730 an die Geschäftsstelle d. Bl. erbeten. Ein tüchtiges, kath. Dienstmädchen n Küche und Haushalt erfahren, gegen hohen Lohn per 1. oder 15. April gesucht. Frau Buchdruckereibes. Fleissig, Coesseld i. W8. Per 1. April wird ein tüchtiges Zweitmädchen, das Liebe zu Kindern hat, gesucht. Frau Direktor Dingeldey. Beckum. Am Samstag, d. 26. Jannar, vormittags 10 Uhr, läßt Herr Oekonom Borgmann zu Kspl. Wadersloh 106 Stück langschaftige Eichen, größtenteils schwere Stämme, vorzügliches Brett= u. Bauholz, sowie 6 Stück Buchen, bei seinem Hofe, meistbietend gegen Kredit verkaufen. Das Holz steht auf bequemster Abfuhr, hart an der Chaussee, ½ Stunde von du Bahnstationen Wadersloh und Benteler. B. Wieschhölter, Liesborn. geselle. 1 7. Hannemann. 4 gaterersteckte zweite Lieb 8. Der berühmte E Pgpiu g Die Zwischenpausen werden durch Absingen von patriotischen Liedern ausgefüllt.— Anfang abends 6½2 Uhr.— Programme und Lieder sind an der Kasse zu haben.— Eintrittskarten sind sichtbar zu tragen. Entree für Mitglieder 30 Pfg., für Nichtmitglieder 50 Pfg., für Damen 50 Pfg. Butter Rindfleisch Schweinefleisch Speck Kalbfleisch Hammelfleisch Gänsefleisch Eier eg Purgel Zwiebeln Aepfel Tafelbirnen Pflaumen Kirschen Gr. Bohnen Vitsbohnen pr. 1 Pfd.—105 J „1„ 65—70„ „1" 60—70„ „1„ 70—75„ „1" 60—65„ „1„ 65—70„ "„ 65—00„ „ 1„ 75—00„ 350—375„ „1„ 00—00„ „1„—00„ „„—10„ „1„—00„ "1„ 00—00„ „ 1" 00—00 „1„—00„ „1„ 00—00„ (Amtlicher Bericht.) Erbsen Rüben Wurzeln Kopfsalat Blumenkohl Kappus Rotkohl Wirsing Steckrüben Kohlrabie Gurken * K 4 Sttugertoll. pr. 1 Pfd.—00 é. „1„—00„ Bund, neue—00„ „ alte—00„ Karroffelu pr. 1 Pfd., neue—0„ 1„ alte—00„ per Stück 00—00„ per Stück 30—35„ „„ 1 0— 2 0„ „„ 15—25„ „„ 10—00„ „„—8„ 3 Stuck 00—00„. Gurkon per Stück—00„ Kartoffeln 100 Pfd. 0,00—0,00. Roggenstroh 100 Pfd. 1,80 Heu 100„ 2,50„ Güterslob, 22. Jannar. Produkten= und Fettvieh, Prszig, Wetz pr. 100 Pfd. 8,40—8,50., Roggen hief. 7,50 bis 7,00, Hafer 7,40—8,00, Bohnen 8,00—8,10, Mais 6,20—6,30, eSchrot= Preise, rein gehalten. Roggenschrot per 100 Pfd. 8,00.: Gerstenschrot 7,30, Maisschror 6,60, Buchweizenschrot 8,80, Bohnenschrot 8,40, Bollmehl 5,80, Kleie 5,25—0,00. Vieh und Produkte. Kälber la. per 100 Psd. Lebendgewicht 41—42., Schweine la. 40—42, 100 Pid. Schlachtgewicht. B3ag% Rindvieh la. 52—55, Karroffeln 100 3/9. 2,20); g0.—00, Werrolen 2,60—3,00, Stroh 1,80—2,00, Butter im Fap—00, Petroleum pr. 100 Pfd. 00,00. Münster, 20. Jan. Amtlich festgestellte Marktpreise. Die Marktpreise verstehen sich pro 100 resp. 1 Kilogr.: Weizen(inländ.) Mt. 15,00 bis 16,00, Weizen(ausländ.) 17.00—18,75, Roggen(inländ.) 13,0 bis 14,30, Roggen(ausländ.) 15,00—16,75, Gerste(inländ.) 13,25 bis 15,25., Gerste(ausländ.) 13,25—19,00, Hafer(inländ.) 12,00 bis 1450, Hafer(ausländ.) 14.00—1650, Erbsen 21.-83040%,icgefrag 2200—2600 Linsen 360—5000, Kartoffelu 620-—-Zziuggeich s“ 2,00—3,00, Krummstroh 1,50—2,00, Heu 4,00—7,00, Betässen, Hertls=slsghe Beschwerd. Freizusdg. ärztl. Anerkennungsschr. u. Garantieschein durch Zimmermann& Co., Heldelberg. Wer Stelle sucht, verlange die DeutscheVakanzenpost Eßlingen. 2 tüchtige Mso. für Stall= und Feloarveiten zum 5 89 5 im L # Der Beginn der Feier nachmittags 5 Uhr. Nach Beendigung der offiziellen Feier findet Ball statt. S Nichtmitglieder haben freien Zutritt, wenn sie durch Ver# I einsmitglieder eingeführt werden. Ein kraftiger Jungesch... Der Vorstanb. E von 15 bis 18 Jahren, der Lust SSe zu Pferden hat, auf sofort oder später gesucht. Wo, zu erfragen in der Exped. d. Ztg. Wegen Verheiratung des jetzigen Knechts wird zu April 1901 ein zuverlässiger erster Anecht gegen hohen Lohn gesucht. Näheres in der Exped. d. Z. 2 Lehrlinge gesucht, Bullen,— Pferde, 1899 Schweine, 781 Kälber, 56 Schafe. Handel langsam. Preise: Großvieh la. 60—63 Mk., ausgesuchte Stücke höher, IIa 56—59., Illa 50—55., Bautzen resp. Bullen 52—61 ., Schweine 52—58., Schafe 58—63 M. pro 50 kg wicht, Kälber 36—42 M. pro 50 kg Lebendgewicht. In Großvieh bleidt hieberstand. Berliner Börse vom 22. Jannar. (Nach amtlichen Notierungen. Preußische und Deutsche Fouos. Industrie=Aktien. 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