— 118000 Abennenten Grschsist„Pbgrtlih Reben Paunstreib: 20 Bia, monatlich Mit der Wochenbeilage Sorim Austtos Blötter“ nur 10 Pfg, mehr. bei der Bok mit den Beilagen: monatlich 80 Pie. Berliner Buxeau: Berlin SW, Markgrafenstraße 19. Chefredakteur i..: August Suffrian, Dortmund. Für die Redaktiog verantwortlich: Eraust Sufrian. Hortmund; für Inserate u. Reklamen: Jul. Reitemeier, Harkmund. Nr. 205. 26. Jahrgang. Dortmund, Montag. 28. Juli 1913. Abennenten 118000 Telephon= Nr. 313: Geschätokell. Anschlässe:: 40) Redaktion. Ereditin 404 und Druckeret. Sprechstunden) Mittags 12 bis 1 Uhr: der Redattion:J abends 6 bis 7 Uhr. Rechtsauskunft: Mittags 12 bis 1 Uhr; abends 5 bis 7 Uhr. Annen Ne 483.(Gebr. Kramven). Aplerbeck Nr. 30c.(H. Kümperl. Castroo Nr.181.(Fraub.=Reinbardt) Herne Nr. 124.(Joh. Vonhage.) Hörde Nr. 905.(M. Loos.) Soes Nr. 485(Dw. Fr. Kurte chp Ca.) Schwerte 14 Ph. Weisenbach) Unna Nr. 444.(.Timmermann.) Wanne Nr. 1358.(E. Triebel.) Witten Nr. 744.(R. Hartung.) für Tortmund und die* Provinz Westsaten. Insertionspreis: 25 Pfg, die Kolonelzeile, für antliche und auswärtge Inserate 30 Pfg., Arbeitzmarit 25 Pfg, Reklamen die Kolonelzeile 1 Mark. Erfüllungsort Dortmund. Deretwa gewährte Rabatt erlischt bei Konkursen, Zwangsvergleichen und gerichtlichen Klagen Für die Aufbewabrung und Rücksendung unverlangt eingesandter Manustripte, sowie für die Aufnahme von Inseraten an besimmt vorgeschriebenen Tagen und Blätzen wird keine Garantie Abernammen. Druck und Verlag; Veneral=Anzeiger Dortmund, m. b. ö. Größte und verbreitetste Zeitung im westfälischen Industriegebiet. Unparteiisches Organ für Jedermann. Peiter vtelt. Die heutige Nummer enthält drei Ausgaben und das vierseitige Unterhaltungsblatt, zusammen 16 Seiten Vorwort zum KruppPrgset Am 31. Juli beginnt vor dem Militärgericht Berlin der große Prozeß wegen der BestechungsMaffäre, die sich ein Angestellter der Firma Krupp hat zu Schulden kommen lassen. Die Anklage er#streckt sich— wie schon mitgeteilt— auf sechs Angehörige der Militärverwaltung, einen Intendanturbeamten und sechs Feuerwerksoffiziere und =Jeldwebel, die dem ebenfalls angeklagten Angestellten der Firma Krupp, dem früheren Feuerverksfeldwebel Brandt gegen Bezahlung oder Geschenke das von der Firma gewünschte Material geliefert haben. Das Bedeutsame an dem Prozeß, dessen Vorgeschichte so ungeheueres Aufsehen erregt ##hat, ist die Tatsache, daß deutsche Militänbeamte #sich haben bereit finden lassen, Dinge, die im Interesse der Landesverteidigung geheim gehalten werden mußten, #em Angestellten der Firma Krupp zu verraten. Welche Bedeutung im Einzelnen die verratenen Geheimnisse hatten, ist dabei ziemlich gleichgültig. Das Bedenkliche an der ganzen Geschichte ist, daß sie überhaupt preisgegeben werden konnten. Daß sie an die Firma Krupp gingen, läßt die Sache in ihrem Effekt noch etwas gemildert erscheinen. Denn man kann mit einiger Sicherheit annehmen, daß die Firma Krupp die zu ihrer Kenntnis gelangten Geheimnisse nicht an das Ausland weiter verraten, sondern nur dazu benutzen würde, bei ihren Lieferungen an das Inland die Konkurrenz auszuschalten. Ein materieller Schaden dürfte also für das Reich aus der Affäre Krupp kaum entstanden sein. Die Besorgnis liegt aber zu nahe, daß die Beanten, die in diese unangenehme Affäre verwickelt sind, gegen entsprechendes Entgelt sich vielleicht auch hätten bereit finden lassen, ihre Informationen einem Vertreter des Auslandes zu erteilen. Außerdemn konnten sie natürlich nie wissen, welchen Gebrauch Herr Brandt, der Angestellte der Firma krupp, von seinen Informätionen machen würde. # Ver sich zu der verwerflichen Handlungsweise der beamtenbestechung hergibt, dem kann man auch noch andere Handlungen zutrauen. Dazu kommt, daß die große Anzahl der in die Affäre verwickelten Leamten nur zu leicht einen Rückschluß auf die Integrität unseres Beamtenkörpers zuläßt, der für desen nicht günstig ausfallen kann. Jedenfalls nuß der Fall Krupp viel dazu beitragen, das Vertrauen in unsere Beamtenschaft zu erschüttern, solatz die ideellen Folgen der Affäre Krupp von #rkter Bedeutung für unser ganzen innerpolti##sches Leben sein kann. Bisher konnten wir gegenüher allen anderen Ländern für uns den Ruhm der absoluten Integrität unserer Beamtenschaft für uns in Anspruch nehmen und auf dieser Tadellosigkit des Beamtenkorps= ruhte zum großen Teil das Fundament unseres gesamten Staatswesens und der Vorsprung, den wir in gewisser Beziehung #r allen anderen Nationen haben. Wenn durch Ue Affäre Krupp dieses Vertrauen in die Beamtnschaft bis zu einem gewissen Grade erschüttert worden is, so haben die Verantwortung für die ##were Schädigung, die dadurch unserem Staatsbesen zugefügt worden ist, in erster Linie jene Lamnte zu tragen, die sich zu den nicht einwandfreien Geschäften mit der Firma Krupp hergegeben Jaben. Das Interesse der Allgemeinheit erfordert es keühalb, daß sie mit der vollen Schwere des Gesetzes getroffen werden. Einmal, um darzutun, daß die öffentliche Meinung in Deutschland nicht das gängste Verständnis für eine solche Handlungsdesse hat, daß ein derartiger Anfang der Korruption imn deutschen Wesen fremd ist, dann aber auch, an einer etwaigen Wiederholung derartiger Dinge dn Anfang an einen Riegel vorzuschieben. Man 20 über den abschreckenden Charakter der Strafgesetzgebung verschiedener Ansicht sein. In diesem Lsonderen Falle hat die Abschreckungstheorie ihre! wie Berechtigung und zu diesem nützlichen Zweck kun die zu verhängende Strafe nicht hart genug Veins gniest. dren i# N. weite Beis Die Firma Krupp selbst, d. h. die Leitung der Firma bei der Affäre gespielt hat. Es ist nämlich nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen, daß es sich bei den Verfehlungen des Angeklagten Brandt um einen fehlgegangenen Uebereifer, um falschverstandene Instruktionen handelt, wenn auch die Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit einer solchen Annahme leider nur sehr gering ist. Mancherlei Anzeichen sprechen dafür, daß das Direktorium der Firma Krupp, das sich des besonderen Vertrauens unserer Regierungsstellen und des Kaisers erfreut, dieses Vertrauen schmählich mißbraucht hat, wenn sich auch natürlich bei der überaus vorsichtigen Geschäftsgebahrung der Weltfirma Verfehlungen der leitenden Persönlichkeiten nur sehr schwer oder gar nicht werden nachweisen lassen. Ueberaus bedenklich ist es unter allen Umständen, daß eine Firma, wie die Firma Krupp, die nach ihrer Leistungsfähigkeit und nach ihrem Ansehen in der Welt eigentlich ohne jede Konkurrenz dasteht, solche Manipulationen, wie sie ihr Angestellter Brandt begangen hat, überhaupt geduldet hat. Von einer solchen Firma hätte man eigentlich erwarten müssen, daß sie Informationen, die von nicht ganz einwandfreier Natur sind, ohne weiteres zurückweist. Allein der Umstand, daß sie die Informationen Prandts, deren Herkunft nicht zu verkennen war, ohne Widerspruch angenommen hat, wiest ein sehr schlechtes Licht auf die leitenden Persönlichkeiten der Firma. Was nun die Behandlung des Prozesses durch das Militängericht anlangt, so ist vielfach die Forderung erhoben worden, daß der Prozeß sich in voller Oeffentlichkeit abspielen müsse. Dieser Forderung wird man, soweit sie sich auf die allgemeine Seite der Angelegenheit bezieht, unbedenklich zustimmen können. Soweit es sich aber um Einzelheiten handelt, besonders um die Mitteilungen selbst, die dem Angeklagten Brandt von seinen Gewährsleuten gemacht worden sind, wird man im Interesse der Landesverteidigung verlangen müssen, daß die Oeffentlichkeit beschränkt wird. Denn man darf nicht vergessen, daß das Ausland mit fieberhafter Neugier auf diesen Prozeß wartet, in der Hoffnung, aus den Gerichtsverhandlungen Dinge zu erfahren, deren Kenntnis es bisher nicht erlangen konnte, die aber von Wichtigkeit für alle militärischen Stellen sind. Man darf doch nicht vergessen, daß höher als die Interessen der Oeffentlichkeit, über die Vorgänge Klarheit zu erhalten, das Interesse der Landesverteidigung steht, das einen wenigstens teilweisen Ausschluß der Oeffentlichkeit unvermeidlich macht. Unter diesem Gesichtspunkt wird man die gerichtliche Handhabung des Krupp=Prozesses betrachten müssen. Eigener Mon. des General-Anzeigers. * 5— Die Lage auf dem Balkan. Das Friedensbedürfnis scheint jetzt auch bei den früheren Balkanverbündeten dringender zu werden, denn die Friedenskonfereng in Bukarest ist gesichert und die verschiedenen Länder haben ihre Abgesandten bereits bevollmächtigt. Das Ansehen Bulgariens hat wesentlich nachgelassen und seineForberung zunächst mit den Serben und Griechen einen Waffenstilstand herbeizuführen, ist nicht in Erfüllung gegangen, vielmehr hat Bulgarien dem Drängen seiner ehemaligen Verbündeten nachgegeben und sich auf direkte Friedensverhandlungen einlassen müssen. Die den Bulgaren in die Schuhe geschobenen Greueltaten sind, wie wir von Anfang an hervorhoben, weit übertrieben. Der bulgarische König verlangt eine geneue Untersuchung der griechischen Behauptungen, was immerhin auf ein gutes Ge. wissen schließen läßt. Die Bulgaren behaupten, nue solche Zivilpersonen sofort getötet zu haben, welche mit den Waffen in der Hand betroffen wurden, was allerdings dem allgemeinen Kriegsgebrauch entspricht. Andererseits wersen sie den Griechen und Seeben vor, hülflose bulgarische kranke und verwundete Soldaten massakriert zu haben. Es will uns schier bedünken, als ob diese halbwilden Balkanvölter alle nichts tangten. Die Türken schreiten immer weiter vor und haben sogar bulgarisches Gebiet besetzt. Nach den einmütigen Erklärungen der Grotzmächte dürfen sie 56 aber keiner Heffuuns Bingeheg, bet ven Spers jetzt besetzte Gebiet zu behalten, noch auch das von ihnen wieder„eroberte“ Adrianopel. Rußland hat vorläufig auf eine Demonstration auf eigene Faust gegen die Türkei verzichtet. Eine offizlöse Schilderung der Lage. Berlin, 28. Juli. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt in ihrer Wochenrundschau: „Wenn auch nicht alle Ungewißheit über die Entwickelung der Dinge auf dem Balkan geschwunden ist, so besteht doch kein wesentliches Hindernis mehr dagegen, daß noch im Laufe dieser Woche die Friedensverhandlungen in Bukarest beginnen könneu. Ob vorher erst in Nisch militärische Besprechungen über den Eintritt der Waffenruhe abzuhalten sind, erscheint noch zweifelhaft. Inzwischen hat, trot allseitiger Abmachungen, die Türkei ihre Truppen über die bereits angenommene Vertrags, grenze hinausrücken und Abrianopel und Mustapha Pascha besetzen lassen. Die Stellung der Mächte zu diesem Vorgehen wird in der Londoner Botschafterkonferen: erörtert werden. Es herrscht Einmütigkeit darüber, daß die Mächte die neuesten Besitzveränderungen in Thrazien nicht anerkennen. Auch wenn Europa nicht sofort Gewalt zegen Gewalt setzt, wied die Pforte im Widerspruch zu allen Großmächten die gegenwärtig von ihren Truppen gehaltenen Stellungen dauernd nicht behaupten können. Ein weiteres Eindringen in die benachbarten, von Verteidigern zur Zeit enblößten bulgarischen Gebiete würde die Aussichten der Türkei für die Erfüllung ihres Wunsches nach günstigerer Abgrenzung in Europa nicht verbessern, sondern Schwierigkeiten nachsich ziehen, die darum nicht weniger groß sind, weil sie nicht sogleich in vollem Umfange hervortreten. Ohne in Verwickelungen untereinander zu geraten, werden die Mächte die neuen Hindernisse, die sich einem haltbaren Friedensschluß auf dem Balkan entgegenstellen, gemeinsam zu beseitigen wissen.“ Rumänien gegen die Türkei. Die Wiederbesetzung Adrianopels durch die Türten hat die politischen Berechnungen der eumänischen Regierung, von denen sie bei dem Einmarsch ihrer Truppen in Bulgarien ausging, erheblich gestört. Auf ihrem Wege, den baldigen Frieden auf dem Balkan wieder herzustellen, sucht sie deshalb bei den das gleiche Ziel verfolgenden Großmächten Unterstützung in der Richtung, daß diese den türkischen Störenfried wieder in seine von der Londoner Friedenskonferenz gezogenen Schranken zurückweisen soll. Wir erhalten folgendes Telegramm: Paris, 28. Juli. Das Bukarester Kabinett hat den Gesandten der Großmüchte eine Ziekularnote zugestellt, in der auf den bevorstehenden Zusammenteitt der Friedenskonferen: in Bukarest hingewiesen und die Befürchtung ausgesprochen wied, daß die Arbeiten der Konferenz zu keinem Ergebais führen würden, falls die Großmächte nicht die Respektierung des Londoner Friedensvertrages bei der Pforte erreichten. Denn solangs diese nicht erreicht sei, fehle eine sichere Unterlage tür dis neuen Verhendlungen. Die Brozmächte würden deshalb um die erforderlichen Schritte in Konstantinopel gebeten. Diese Erklärung der rumänischen Regierung erregt hier keineswegs Besorgnis. Oesterreich und Rußzland hätten nach hiesiger Ansicht bereits in so klarer Weise ihrem Verhalten gegenüber der Türkei Ausdruck gegeben, daß Rumäniens Ansuchen den Grotmächten eher eine erwünschte Anregung bedeute, als eine erwickelung der gegenwärtigen Lage. Andererseits gestalteten sich für Serbien und Griechenlaud die Verhandlungen insofern schwierig, als man über die Machtverteilung und das Gleichgewicht auf dem Balkan kein klares Bild gewinnen könne. Konstantinopel, 28. Juli. Die Pforte sieht für heute einem Schritt der Großmächte entgegen. Angesichts der Uneinigkeit der Mächte in der Auffassung von etwaigen Zwangsmaßregeln ist die Pforte entschlossen, an der bisherigen Politik festzuhalten. Die serbischen Forderungen. Belgrad, 28. Juli. Wie„Politika“ meldet, wird Serbien nach der Versicherung maßgebender Kreise bei den Friedensverhandlungen folgende Forderungen stelen: 1. ueberlasung aler von der serbischen Armee zum zweiten Mal eroberten Gebiete, 2. Regulierung der alten serbisch=bulgarischen Grenze, da diese wiederholt zu Zwistigkeiten Anlaß gegeben hat, 3. Zahlung einer Kriegsentschädigung. In Risch würden die militärischen Verhandlungen über eine Demarkationslinie und die Einstellung der Feindseligkeiten geführt werden. Der Tag, an dem die Verhandlungen beginnen sollen, sei indessen noch nicht bestimmt. Griechischer Gieg bei Simitli. Athen, 28. Juli. Aus dem Hauptquartier von Livonswe wicd gemelbet, daß die Schlacht bei Simitli gestern nach zweitägigem Kampfe mit einem neuen Siege der Griechen entschieden wurde. Die Bulgaren hatten ihren rechten Flügel in Höhe von 1260 Metern auf der Berglinie von Rougonn postiert, die mit vier Verschanzungsgürteln befestigt war. Die Hauptlinie des Feindes dehnte sich von Anchimerli bis nach Porogos aus. Es regnete unaufhörlich in Steömen, die Berge waren in dichte Rebel gehüllt, die Temperatur auf Rullgrad gesonken. Die griechischen Truppen beabsichtigten, den schwierigen Engpas von Kreina, bessen Hänge sich 20 Kilometer weit ausdehnten, zu passieren und dann unter voller Ausbreitung den Gegner unter Feuer zu nehmen. Diese Passage suchte der Feind durch Zerstbrung aller Brücken und der Wegstrecken unmöglich zu machen, aber ohne Erfolg. Die Gxiechen wurden nach Passierung des Enspasses von heftigem Actilleriefener empfangen und der Vormarsch der Infanterie wie die Ausbreitung der Artillerie dadurch Außerst erschwert. um sroße Verluste zu vermeiden, benutzte man die Nacht zum Freitag, um die Stellungen einzunehmen. Freitag gelang es, die Bulgaren aus allen ihren Stellungen zu verdrängen und bis zu ihrer Hauptstellung zurückzuwersen. Nachdem alle griechischen Divisionen den Exopet pasiert hatten, wards am Generalangriff gegen die ganze feindliche Front befohlen. Der rechte Flügel rückte bis Prevel vor und warf den Gegner bis zur Spitze des Berges Ariphmanitza(1378 Meter) zurück. Der andere Flügel rückte über Porogoß nach Machale vor, vertrieb die Bulgaren nach heftigem Kampfe und verfolgte sie bis zur Spitze des Papaspesi(1071 Meter). Das Zentrum kämpfte inzwischen hitzig und blutig mit der Hauptfront der Bulgaren auf beiden Ufern der Struma und trieb sie über Simitli hinaus in die Flucht. Gleichzeitig wurde der rechte Flügel der Bulgaren unter schwerem Kampfe gezwungen, die vorzügliche Stellung auf dem Berge Rougonn zu räumen und auf einem 200 Meter tiefer gelegenen Punkte aufs neue Widerstand zu leisten. Gegen Abend mußte der Feind auch diese Position aufgeben. Auf der ganzen Linie geschlagen zogen sich die Bulgaren zurück. Die französische Heeresvorlage und das aggressive Deutschland. Paris, 28. Juli. Der Bericht, welchen Doumer im Namen des Heeresausschusses des Senats über das Dreijahrgesetz erstattete, beschäftigt sich mit der deutschen Heeresverstärkung und schließt mit Erörterungen über die gegenwärtige Lage Europas. In dem Bericht heißt es:„Die Balkankriege haben in dem politischen und militärischen Gleichgewichte des Kontinents eine Störung hervorgerufen. Die Konfliktsursachen zwischen den Großmächten haben sich nicht verringert. Die jenseits des Rheins zunehmenden Rüstungen beweisen gerade nicht, daß die Festigkeit des Friedens gewachsen ist. Die Mächtegruppierung, welcher Frankreich angehört, hat keine Erschütterung erfahren. Im Lause der schweren Krisen sind Frankreich, England und Rußland nicht einen Augenblick uneinig geworden und werden es auch in Zukunft nicht werden. Frankreich will sich, wie die anderen Mächte, seine eigene Sicherheit nur selbst zu danken haben und in der Lage sein, seine Unversehrtheit durch eigene Kraft zu sichern. Deutschland hat eine bedauerliche beunruhigende Politik, die für uns zu gewissen Stunden der allerjüngsten Vergangenheit aggressiv war, geführt. Deutschland, einst ein unbarmherziger Gegner, ist auch heute bei weitem noch der Mächtigste. Wir haben also allen Grund, unsere Armee auf dem Riveau der deutschen zu erhalten. Frankreich muß stark sein unter den starken Nationen, weil es immer in erster Reihe stand und in erster Reihe bleiben muß,### Der Raubmord im Eisenbahnzuge Frankfurt=Darmstadt. Frankfurt a.., 28. Juli. Die Vermutung, daß der Holzkommissionär Brechner, der in einem zwischen Frankfurt und Darmstadt verkehrenden Eisenbahnzuge tot aufgefunden wurde, möglicherweise einem Schlaganfall erlegen ist und dann beraubt wurde, wird durch das Ergebnis der gestern nachmittag vorgenommenen Sektion widerlegt. Brechner ist erschossen worden. Die kleine tptliche Wunde am Hinterkopf rührt von einem Schusse her, der in dem Augenblick auf ihn abgefeuert wurde, als er die Toilette aufsuchen wollte. Der Gerichtschemiker Dr. Popp, der sogleich nach Darmstadt berufen wurde, hat genaue Aufnahmen und Messungen im Innern des Wagens vorgenommen, namentlich auch von den Fingerabdrücken, die in der Toilette gefunden wurden, wo sich der Mörder die blutigen Hände gewaschen hat. Der Mord erregt in Darmstadt das größte Aufsehen und ist dort auch noch heute fast ausschließliches Stadtgespräch, denn Brechner war in Darmstadt eine sehr beliebte Persönlichkeit. Er hinterlüst eine Frau und zwei Kinder. Als die Leiche gefunden wurde, war sie schon völlig erkaltet. Die späte Auffindung der Leiche findet darin ihre Erklärung, daß der Zug nur bis Darmstadt verkehrte und die Waggons alsdann auf ein totes Gleis gezogen wurden. Der Tote wurde dann erst bei der Reinigung des Wagens entdeckt. Die Staatsanwaltschaft erläßt ein Ausschreiden, dem wir folgendes entnehmen: Am Sonnabend, den 26. Juli, nachmittags 5 Uhr, wurde beim Reinigen des Personenzuges im Kiosett zweiter Klasse der Kaufmann Eduard Brechner aus Darmstadt ermordet und beraubt aufe gefunden. Der Tot ist herbeigeführt durch einen Schus in den Hinterkopf mit einer kleinkalibrigen Repetierpistole. Brechner in osterreichtischee Raterten und sommt ans Golden. 93 Aus den Wochenberichten det Großbanken. Berlin, 28. Juli. Die Berliner Handelsindustrie läßt sich über die Geschäftslage auf dem Gebiete der Montanindustrie wie folgt aus: Die industrielle Abschwächung hat auf vielen Gebieten auch in der vergangenen Woche angehalten. Noch immer günstig lauten die Berichte aus der Kohlenindustrie. In Oberschlesien ist das Geschäft so flott, daß in der letzten Sitzung der oberschlesischen Kohlenkonvention mit Rücksicht auf die unverändert lebhafte Nachfrage, den Grubenverwaltungen der Versand für das laufende Quartal bis zur Höhe ihres laufenden Kontingents frei gegegeben wurde. Auch der Absatz von Koks bleibt in Oberschlesien weiter günstig, da die Hochofenwerke Koks in demselben Umfange abrufen, wie bisher und auch der sonstige industrielle Verbrauch sich in den bisherigen Grenzen hält. Die volle Koksproduktion findet sogar Absat und der Markt in den Nebenerzeugnissen, speziell in Teer, Pech und Benzol bleibt außerordentlich befriedigend, während an schwefelsaurem Amoniak größere Läger angesammelt werden, die aber im Herbst voraussichtlich geräumt werden dürften. Aehnlich günstig lauten die Berichte aus Rheinland und Westfalen. Für den Eisenmarkt ist das sensationellste Ergebnis der Woche, daß die Verhandlungen zur Bildung eines Stabeisenverbandes endgültig eingestellt werden mußten. Im allgemeinen herrscht die Ansicht vor, daß die Bemühungen zur Gründung des Stabeisenverbandes fortgesetzt werden dürfen. Einen unmittelbaren Einfluß auf die Stabeisenpreise hat das Scheitern der Verhandlungen nicht gehabt, nachdem schon vorher ein ganz bedeutender Rückgang der Preise eingetreten ist, sodaß augenblicklich ein Niveau besteht, bei dem nur besonders gut eingerichtete Werke noch verdienen. Man hört vielfach die Meinung aussprechen, daß die Preise für Stabeisen einen Tiefstand erreicht haben, von dem es einen weiteren Rückschritt nicht mehr gibt. Einzelne Werke sind schon zu größeren Einschränkungen gezwungen, besonders die an der Saar, die für den Export ungünstig liegen. Andererseits hört man, daß im internationalen Halbzeugmarkt eine Wiederaufbesserung der Preislage zu erwarten stünde. Auch finden die Berichte, wonach in Amerika eine sichtbare Besserung des Eisenmarktes eingetreten ist, vielfach Beachtung. Auf eine wesentliche Erhöhung der Stabeisenpreise ist allerdings in absehbarer Zeit kaum zu rechnen, da die sehr bedeutende Produktion der in Lothringen neu hinzukommenden Werke äußerst schwer auf den Markt drücken muß. Es ist ein Glück, daß das deutsche Eisengewerbe momenan einen starken Rückhalt an den Aufträgen der Eisenbahnen in Eisenbahnmaterial hat, die seitens der deutschen Staatseisenbahnverwaltungen in reichlichem Maße erteilt sind. Die Berichte über die Lage des Blechmarktes und des Geschäftes in Trägern und Konstruktionseisen lauten recht erfreulich. *— Neue Euffragettenkrawalle in London. London, 28. Juli. Bei einer Demonstration auf dem Trafalgarsquare zugunsten des Stimmrechts für Arbeiterfrauen und der Redefreiheit für alle kam es gestern nachmittag zu wüsten Krawallen mit der Polizei. Miß Silvia Pankhurst hielt eine Brandrede vom Sockel des Nelsondenkmals und forderte zum Schluß die Menge zu einem Ueberfall der ministeriellen Palais in Downingstreet auf. Als Detektivs sie verhafteten, stürzte sich die Volksmenge in Massen auf die Polizisten, um die Euffragette zu befreien. Bewaffnete Schutzleute bildeten einen Ring um sie und berittene Polizeitruppen stürmten gegen die Menge. Es kam zu einer regelrechten Schlacht, die lange hin und herwogte. Erst nach geraumer Zeit gelang es der Polizei, den Platz zu säubern und die Gefangene in sicheres Gewahrsam zu bringen. Viele Personen wurden verletzt und zahlreiche Personen verhaftet. Miß Silvia Pankhurst benahm sich bei ihrer Verhaftung wie eine Rasende; sie schlug die Fenster der Wache ein, ehe sie gebändigt werden konnte. Die Krawalle mit den Guffragetten dauerten gestern abend fort. Mehrere Frauen drangen in Downingstreet ein und zertrümmerten die Fenster im Ministerium des Innern. Etwa ein Dutzend Frauen wurden verhaftet. Die Eisenbahnkatastrophe in Jütland. Kopenhagen, 28. Juli. Bei dem furchtbaren Eisenbahnunglück, das gestern nachmittag 4 Uhr in der Nähe von Bramminge, einige Meilen von Esbjerge entfernt, sich ereignete, kamen, wie nun endgültig festgestellt ist, 16 Personen ums Leben, von denen jetzt alle identifiziert werden konnten. Wie bereits gemeldet, stammen acht Personen aus Deutschland. Der letzte Tote ist ein Kaufmann Herteiler aus Nürnberg. Sonst ist von der Familie Herteiler nur das Oberhaupt der Familie am Leben geblieben; er befindet sich unter denen, die unverletzt geblieben sind. Die Familie Herteiler hatte den Zug in Lunderskow bestiegen, um sich nach Fande zu begeben. Unter den Schwerverletzten befindet sich die deutsche Gattin des getbteten Opernsängers Barre aus Düsseldorf und Frau Wellner aus Dresden. Beiden Damen sind die Beine mehrmals gebrochen. Die Zahl der Leichtverletzten ist sehr groß und wird auf 60—70 geschätzt. Die meisten verunglückten Deutschen hatten den Zug in Lunderskow bestiegen und waren auf dem Wege nach Jesel. Auch eine große Anzahl Engländer, die von dem Baptistenkongreß aus Stockholm kamen und auf der Heimreise nach England waren, führte der Zug mit sich. Von diesen erhielten nur zwei leichte Verletzungen. Der vom Unglück betroffene Zug war der Zug Nr. 3, der Kopenhagen um 8 Uhr 20 Minuten früh verläßt. Um 2 Uhr 50 Minuten ging er als Zug Nr. 1029 von Friedericia ab und hält dann nach kurzem Aufenthalt nur in Lunderskow, um dort die von Deutschland kommenden Passagiere aufzunehmen. Von da ab setzt der Zug die Fahr ununterbrochen nach Jesel fort. Hier hat er Anschluß an die nach London abfahrenden dänischen Dampfer. Die größte Station, die der Zug auf der letzten Strecke passiert, ist Braminge. Kurz nachdem der Zug diese letzte Strecke durchfahren hatte, ereignete sich der Unfall. Berichte von Augenzeugen. Ein Bahnbeamter erzählt über das Unglück folgendes: Wir befanden uns ungefähr 1 Kilometer westlich von Braminze, als plötzlich unser Wagen hin und herschwankte, als ob wir über unebenes Straßenpflaster führen. Gleich darauf erfolgte die Katastrophe. Wagen wie Passagiere bildeten ein schreckliches Durcheinander. Viele Passagiere wurden unter den Trümmern begraben und stießen herzzerreißende Hilfs= und Klagerufe aus. In dem ersten Abteil, zu dem die Beamten sich Zutritt verschaffen konnten, lagen ein Herr und eine Dame als Leichen, während einige andere mehr oder weniger schwer verwundet um Hilfe riefen. Einer der ersten der aus den Trümmern befreiten Passagiere war ein Mulatte, dem ein Bein abgerissen war. Ein anderer Augenzeuge erzählt: Ich stand wie gewöhnlich auf meinem Posten, um dem Zuge das Zeichen zu geben, daß die Bahn frei sei, als ich ein starkes Klingeln in den Telegraphendrähten hörte. Als ich mich nach dem heranbrausenden Zuge umwandte, hörte ich ein gewaltiges Krachen, eine mächtige Rauchsäule stieg zum Himmel empor und raubte zunächst jede Aussicht. Ich lief zur Unglücksstelle, wo sich ein furchtbarer Anblick darbot: Nur die erste Lokomotive befand sich noch auf den Schienen, die zweite Maschine und der darauffolgende Wagen waren den Bahndamm hinabgestürzt und bildeten einen großern Trümmerhaufen, auf den der letzte Wagen sich hinaufgearbeitet hatte Durch das Unglück waren sämtliche Telephon= und Telegrahendrähte unterbrochen, weshalb nähere Einzelheiten über die Katastrophe erst mit großen Verspätungen bekannt werden konnten. Die erste Nachricht über das Unglück gelangte durch einen Eisenbahnassistenten an die Oeffentlichkeit, der sich im Zuge befunden hatte. Er kam, wie von Sinnen nach der Station Bramminge gestürzt, verlangte nach einem Telephon mit dem er von Jesel aus die sofortige Absendung eines Hilfszuges verlangte. Im Verlauf von zwei Stunden waren ungefähr 30 Aerzte an der Unglücksstelle anwesend, wo sich inzwischen entsetzliche Szenen abgespielt hatten. Der dänische Sozialistenführer Sabroe hatte einen sofort tödlichen Schlag an die Schläfe erhalten. Im Laufe des gestrigen Abends sind der Verkehrsminister und der Minister des Innern an der Unfallstelle eingetroffen. Der Verkehrsminister hat unverzüglich alle Maßregeln ergriffen, um die Ursache der Katastrophe aufzuklären. Es darf als feststehend angesehen werden, daß das Personal keine Schuld an dem Unglück trifft. Die ganze Nacht hindurch waren mehrere hundert Arbeiter mit den Aufrämungsarbeiten beschäftigt, die heute soweit vorgeschritten sind, daß, wie man glaubt, keine Opfer unter den Trümmern mehr begraben liegen. Der Schaden, der durch die Katastrophe angerichtet ist, wird auf weit über 1 Million Mark geschätzt. (Siehe auch den Artikel 1. Seite, 2. Blatt.) Schwerer Unglücksfall auf der Nadrennbahn Essen, 28. Juli. Bei dem Radrennen ereignete sich bei dem Zehnkilometerrennen hinter Motoren ein schwerer Unglücksfall. Nachdem die Fahrer etwa 6 Minuten gefahren hatten, verlor der Schrittmacher Brugemöller, der den Fahrer Köstenherrn führte, die Herrschaft über seinen Motor und fuhr von der Bahn herunter in eine Gruppe zuschauender Rennfahrer hinein. Hierbei wurde der Rennfahrex Stephan von der Maschine erfaßt und in hohem Bogen durch die Luft geschleudert. Er erlitt einen Bruch des rechten Armes und schwere innere Verletzungen. Es ist wenig Hoffnung vorhanden, daß er mit dem Leben davonkommt. Das Begräbois der Toten von Carolus Magnus. Geilenkirchen, 28. Juli. Vom Zechenverwaltungsgebäude des Schachtes„Carolus Magnus“ aus fand gestern nachmittag das Leichenbegängnis der 13 Verunglückten statt. Die anwesenden Regierungspräsidenten von Sandt und Landrat von Wrede legten Kränze nieder. Außerdem waren zahlreiche Bürgermeister aus der Umgegend und eine tausendköpfige Menge anwesend. Nach den ergreifenden Trauerreden des evangelischen und katholischen Pfarrers wurden die Särge auf 13 Leiverwagen den verschiedenen Beerdigungsorten zugeführt. Der Alpenflug Biders. Bern, 28. Juli. Gestern nachmittag 5 Uhr setzte Bider seinen Flug von Basel über den Jura nach Bern mit seinem Bruder als Passagier fort. Um 6 Uhr 30 Min. landeten die Flieger glatt in Bern. Die Spitzen der Zivil= und Militärbehörden und eine 8: ungeheure Menschenmenge begrüßten jubelnd die Alpenbezwinger. Abends fand ein zu Ehren Biders von den Behörden gegebenes Bankett statt, wo der Flieger als Antwort auf einen Brief des Berner Stadtpräses, welchen er nach dem Flug über die Jungfrau dem Mailänder Stadtpräses überreicht hatte, die Grüße Mailands überbrachte. Vermischtes. —(Arsenikvergiftung durch Kinderspielzeug.) Die früher keineswegs seltenen chronischen Arsenikvergiftungen infolge von arsenikhaltigen Farben, Tapeten oder anderen Gebrauchsgegenständen sind in letzter Zeit infolge strenger gewerbehygienischer Bestimmungen erheblich seltener geworden. Von großer praktischer Bedeutung ist es nun, daß nach der„Umschau" neuerdings wieder ein sehr hoher Arsenikgehalt in einem bei Kindern sehr beliebten und in neuerer Zeit sehr in Aufnahme gekommenen Spielzeug nachgewiesen worden ist. Es sind das die ausgestopften kleinen Enten und Hühner, deren Haut und Federkleid in ausgezeichneter Weise erhalten ist. Diese Erhaltung wird aber erreicht durch Füllung des Balges mit einem stark arsenikhaltigen Pulver. Auch die Flaumfedern der Tierchen enthielten massenhaft Arsenik. Auf diese nicht zu unterschätzende Gefahr macht eine Polizeiverordnung aufmerksam, die in den„Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts“ abgedruckt ist. —(Die kostbarsten Perlen der Welt.) Aus Anlaß der vielbesprochenen Diebstahlsgeschichte des auf dem Transport von Paris nach London spurlos verschwundenen Perlenshalsbands gibt der „Gaulois“, einen Ueberblick über die wertvollsten Kleinodien des Perlenschatzes der Welt. So hatte zum Beispiel die Perle, die Cäsar der Servilia zum Geschenk machte, einen Wert von 1 Million Sesterzen, was 160000 Mark in unserem Gelde entspricht. Die Perle des Schahs von Persien, die Tavernier im Jahre 1633 sah, wurde auf rund 1½ Millionen Mark geschätzt. Die Perle in der Krone Rudolphs 2. soll 30 Karat gewogen haben und so groß wie eine Birne gewesen sein, was der Wahrheit indessen kaum entsprochen haben dürfte. Eine Perle, die die Republik Venedig dem türkischen Sultan Soliman verehrte, wurde auf mehr als 800000 Mark geschätzt. 280000 Mark bezahlte der Papst Leo 10. für eine Perle, die er bei einem venetianischen Juwelier kaufte. Eine Dame in Madrid besaß im Jahre 1605 eine amerikanische Perle, deren Preis 31000 Dukaten betragen hatte. Die schönste aller bekannten Perlen befindet sich aber nach Ausweis eines im Jahre 1888 erschienenen Buches in einem Moskauer Museum. Sie ist von kreisrunder Form und von so hohem Glanze, daß man sie für durchsichtig halten möchte. Die Kostbarkeit, die den Namen„Pilgrim" trägt, gehörte zu, den berühmtesten Sehenswurdigkeiten der Stadt. Ob das Original noch vorhanden oder durch eine Nachahmung ersetzt ist, bleibt freilich eine um so offenere Frage als sich das Kleinod ja in Rußland befindet. Uebrigens sollen die Kronschätze indischer Fürsten, deren Reichtümer ja ans Märchenhafte grenzen, Perlen aufzuweisen haben, die an Kostbarkeit kaum erreicht, viel weniger denn übertroffen werden können. Aber besser kann Cerberus nicht die Pforten der Hölle bewachen als wie die indischen Kleinodien gehütet werden, die noch durch keines Europäers lusternen Blick entweiht worden sind. —(Ein Meisterwerk des Roger van der Weyden für den Louvre.) Aus Paris wird berichtet, daß der Verwaltungsrat des Louvre sich im Prinzip für die Erwerbung eines Meisterwerkes altvlämischer Malerei, eines Tryptichon des Roger van der Weyden, ausgesprochen hat. Die Verhandlungen sind eingeleitet, aber noch nicht abgeschlossen. Ueber den voraussichtlichen Preis werden Mitteilungen noch nicht gemacht, sicher ist nur, daß der Kaufpreis höher sein wird, als die 1852 für Murillos„Unbefleckte Empfängnis“ bezahlte Summe von 615000 Frs. Bei dem fraglichen Werk handelt es sich um das berühmte Tryptichon, das vor kurzem von der Tochter des zweiten Marquis von Westminster, Lady Theodora Guest an Francois Kleinberger verkauft wurde. Das Werk zeigt 5 Gestalten; im Mittelbild Christus zwischen der Jungfrau Maria und Johannes, das linke Flügelbild nimmt die Gestalt Johannes des Täufers an und das rechte die Gestalt der Maria Magdalena ein. —(Wie Napoleon I. sich selbst einen Fußtritt versetzte.) Dr. Story, der ehemalige Hofprediger der Königin Viktoria von England und spätere Professor und Präsident der Universität Glasgow, erzählt in seinem jüngst erschienenen Buche„Spätere Erinnerungen“ wie dem im Besitz des Lord Rosebery befindlichen, von David gemalten und bekannten Bildnisse Napoleons I. dic Beschädigung zustieß, die jedem Beschauer sofort auffält. Lord Rosebery erstand das Porträt bei der berühmten Versteigerung der Hamilton Galerie. Ein früherer Herzog von Hamilion hatte es bei David bestellt, gerade zu der Zeit als seltsamerweise auch der Kaiser dem Künstler einen gleichen Auftrag erteilt hatte. Das von Hamikton bestellte Gemälde war zuerst fertig geworden und stand zur Absendung bereit im Atelier, wo es Napoleon, der zur Sitzung gekommen war und ruhelos im Atelier auf und ab ging, entdeckte.„Das gefällt mir“, sagte er kurz angebunden,„ich will es nehmen.“„Ich bedaure, es Ew. Majestät nicht überlassen zu können,“ war Davids Antwort,„es ist bereits verkauft.“„Ich will es aber,“ erwiderte der Kaiser energisch. Der Künstler ließ sich indessen durch den entschlossenen Willen des Kaisers nicht einschüchtern.„Das tut mir herzlich leid,“ erklärte er,„aber es ist bei mir bestellt und ich kann es keinem Menschen, wer es auch sei, verkaufen.“ Napoleon wendete ihm ärgerlich den Rücken und stieß dabei in blinder Wut mit dem Fuß heftig gegen die Leinwand. Das Bild wurde zur vereinbarten Zeit nach„Hamilton Palace“ abgesandt. Aber obgleich der Künstler vor der Absendung sein Möglichstes getan hatte, den Schaden auszubessern, zeigt die Leinwand doch noch heute die Schramme, die der Kaiser mit seinem Fuße dem Bilde zugefügt hat. Sprechsaal. Gerichtsferien. Im„General=Anzeiger“ wurde kürzlich daran erinnert, daß die Gerichtsferien begonnen haben. Ich frage hierdurch an, für wen die Ferien sind; nur für Gerichtsbeamten und Rechtsanwälte oder auch für die Bureauangestellten der Rechtsanwälte. Im allgemeinen ist es üblich, daß fast sämtliche Angestellte zu dieser Jahreszeit Ferien bekommen. Gerade die Gerichtsferien scheinen aber nur für Gerichtsbeamte und Rechtsanwälte in Betracht zu kommen, während die Bureauangestellten der Rechtsanwälte bezüglich der Ferien das Nachsehen und auch innerhalb der Gerichtsferien nicht einen freien Tag haben. Hierzu ist noch zu bemerken, daß während dieser Zeit sehr wenig zu tun ist. Ich bitte daher im Namen vieler Anwaltsgehilfen, auch uns von dem Balsam der Gerichtsferien kosten zu lassen. Ein paar Tage sollten doch bei einigem Wohlwollen für uns auch wohl übrig sein. Ib.“ Konzerte, Vereine etc. Olympia=Theater. Nur noch 4 Tage dauert das Gastspiel der beliebten Kölner Volksbühne Millowitsch. Jeder beeile sich, die urwüchsig heiteren Szenen der Kölner Bauernposse anzusehen und sich gesund zu lachen. Olympia=Tunnel. Das Gastspiel Haselhoff nähert sich seinem Ende, trotzdem bringt es heute noch einmal ein total neues Programm. Am Donnerstag, den 81. Juli großer BenefizAbschiedsabend Otto Haselhoff. Große Militärkonzerte am Fredenbaum. Dienz“ tag nachmittag 8½ Uhr und abends 8 Uhr konzertiert das Trompeterkorps des Ulanen=Regiments „Graf Haeseler" unter Leitung des Musikmeisters Herrn R. Kaiser. Für beide Konzerte sind besondere Veranstaltungen vorgesehen, u. a. werden die gesamten Anlagen mit chinesischen Lampions dekoriert. Eintritt Erwachsene 20 Pf., Kinder 10 Pf. Familienkarten frei. Im Vergnügungspark Fredenbaum haben die schönen Tage, die der Witterungsumschlag gebracht hat, eine förmliche Umwälzung hervorgerufen. Unzählige Besucher stellten sich im Parke ein und amüsierten sich bei den Klängen guter Musikkapellen und bei den famosen Sehenswürdigkeiten des Parkes, der einzig dastehenden Gebirgsbahn, der Wasserrutsch= oder Rodelbahn. Auch die Zwergstadt findet immer noch starken Besuch und auch natürlich das gemütliche Oberbayern. Große Anziehungskraft übt auch der neu angelegte Pavillon mit den vielen possierlichen Affen aus. Als Hauptzugstück tritt augenblicklich der berühmte TurmseilRatsicher Rotton unt. Sport. Ruderregatta der Dortmunder Schüler. Auf dem Dortmund=Ems=Kanal fand gestern nachmittag eine Ruderregatta von Schülern des Realgymnasiums und des Gymnasiums statt, wobei eine Strecke von ca. 1200 Metern zur Verfügung stand. Die Resultate stellten sich folgendermaßen: 1. Riemenjunior wurde vom Realgymnasium leicht. gewonnen. 2. Anfängervierer gewann das Gymnasium mit 2 Bootslängen. 8. Den Professor Gronemeyer=Preis holte sich das Realgymnasium mit großem Vorsprung von ca. 5 Längen. 4. Vierer Hauptfahren. Sieger: Gymnasium mit knappem Vorsprung. Aus den Resultaten ergibt sich, daß die Schüler beider Anstalten sich in bezug auf die sportliche Leistungsfähigkeit etwa gleich sein müssen. Nach dem letzten Rennen verteilte Gymnasialdirektor Dr. Franz die Preise und wies auf die großen gesundheitlichen Vorteile des Rudersports hin. Die Preise waren von Sportsfreunden gestiftet. Olympische Spiele in Dortmund. Auf dem D. F..=Sportplatze wurden am Sonntag die Bezirks=Meisterschaften des Märkischen Bezirks des Westdeutschen Spielverbandes ausgefochten. Zwölf Meisterschaften errang der Dortmunder Fußball=Club. Im Speerwerfen war der Ballspiel=Verein siegreich. Die Hochsprungmeisterschaft kam nach Schalke. Die 7½ Kilometer=Meisterschaft erhielt der Sportverein Castrop. Die 1600 MeterStafette(800, 400, 200 und 200 Meter) um den Wandervreis des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen gewann der Dortmunder Fußvall=Club in bestechender Manier. Da der D. F. C. zum dritten Male Sieger war, ging der kostbare Ehrenpreis endgültig in den Besitz des D. F. C. über. Eine sportliche Delikatesse war der eingelegte Lauf über 50 Meter, den Rich. Burghaus vom Dortmunder F.., der beste westdeutsche Kurzstreckenläufer, in der deutschen Rekordzeit von fünfvierfünftel Sekunden glänzend gewann. Der Held des Tages war Rudi Sanß, der nicht weniger als fünf Meisterschaften errang und insgesamt über 6500 Meter lief. Sanß ist wohl einer der erfolgreichsten Läufer, die Deutschland momentan aufzuweisen hat. Die Resultate sind folgende: 100 Meter für Anfänger. 1. Hobendahl, Dortm. F.., 2. Broß, D. F.., 8. Dickel, D. F. C. 100 Meter=Lauf(Meisterschaft). 1. Burghaus, Dortmunder F.., 2. Broß, D. F.., 3. Unkel, Schalle.„„(Maisterschaft)#. 200 Meter=Lauf(Meinerschaft). 1. Burahaus, D. F.., 2. Unkel=Schalke, 3. Broß, D. F. C. 400 Meter=Lauf. 1. Sanß, D. F.., 2. Koch, D. F.., 8. Beroforst=Lütgendortmund. 800 Meter=Lauf für Anfänger. 1. Weber, Spielund Sportverein Werne, 2. Hohnroth=Schalke, 3. Beber 2 f. C. E„„ 800 Meter=Meisterschaft, 1. Sanß, D. F.., 2. Heß=Schalke, 8. Koch, D. F. C. 1500 Meter=Meisterschaft. 1. Sanß, D. F.., 2. Heß=Schalke, 8. Frobning=Recklinghausen. 3000 Meter=Meisterschaft. 1. Sanß, D. F.., 2. Frohning=Recklinghausen, 3. C. Meurer, D. F. C. 7500 Meter. 1. Bartkowiak=Castrov, 2. PreißPhönir=Dortmund, 8. Frohninn=Recklinghausen. 110 Meter=Hürdenlauf 1. Sanß. D. F.., 2. Darmstädter=Schalke, 8. Schumann=Schalfe. Diskuswerfen. 1. Steher D. F.., 2. Asbrock= Lütcendortmund, 8. Schilling D. F. C. Kugelstaßen. 1. Steer. D. F.., 2. Hohendahl, 8. Abrock=Lütgendortmund. Sveerwerfen. Hagemann, B. V. Dortmund, 2. Sabath=Schalke, 8. Hohendahl. Stabhochsprung. 1. Hohendahl, D. F.., 3. „Willn". B. V. Dortmund, 8. Hartmann=Schalke. 1600 Meter=Stafette. 1. Dortmunder F.., 2. Lütgendortmund, 8. Borussia=Dortmund. Hochsprung. 1. Darmstädter, L. Hohendahl, D. F.., 8 Hartmann. Weitsprung. 1. Dickel. 2) F.., 2. HartmannSchalke 3.„Willy“, B. V. Dortmund. 50 Meter=Lank 1. Burghaus, D. F.., 2. UnkelSchalke, 3. Broß D. F. C. In den Gartenanlagen der„Flora“ am Block Priedrich Wilhelm fand die Verteilung der BroncePlaketten statt, und bochbefriedigt von den geboteneu sportlichen Kämpfen gingen die zahlreichen Zuschauer von dannen. Schwimmfest in Herne. Kanalschloß bei Herne, 27. Juli. Das 5. GauSchwimmfest für den Gau 5 der deutschen Schwimmerschaft, veranstaltet vom Schwimmverein Bochum, fand heute bei prächtigstem Sommerwetter und in Anwesenheit einer nach mehreren Tausend zählenden Zuschauermenge im Hafen der Zeche König Ludwig am Herne=Dortmund=EmsKanal statt. Teilnehmende Vereine waren a) Herren=Schwimmvereine aus Unna(2 Vereine), Hagen, Dortmund(Schwimm=Verein und Sanitäts=Schwimm=Verein), Witten(2 Vereine), Münster, Essen, Köln und Bochum; b) DamenSchwimmvereine aus Dortmund(2 Vereine), Münster und Bochum. Der erste Vorsitzende des Gaues 5, Herr Karl Platenius aus Dortmund, leitete das Fest durch eine Ansprache über den Wassersport im allgemeinen und über die idealen Bestrebungen der deutschen Schwimmvereine im besonderen bestens ein und schloß mit einem kräftigen„Gut Naß!" auf das Wohlgelingen des heutigen Festes. Es folgte ein exakter Schwimmreigen der Män. nerabteilung des Schwimmvereins Bochum. Dann nahm die lange Reihe der Konkurrenzen ihren Anfang, wie Zweikampf älterer Herren, Erstspringen, Vereinsschulschwimmen, Hauptschwimmen, Damenschwimmen, Hindernisschwimmen, deutsches Brustschwimmen, Hauptspringen, Zweikampf der Jugendabteilung, Vereinsdreikampf, Hauptstafette usw. Eine ungemein erheiternde Wasserpantomine „Ein Ueberfall im fernen Afrika“ oder„Vom sichern Tode errettet“, ausgeführt von Mitgliedern des Schwimmvereins=Bochum, bildete den Schluß der vielen sehr interessanten Darbietungen, welche über 4 Stunden in Anspruch nahmen. Die Verkündigung über die Preisverteilung erfolgte erst in später Abendstunde. Leider ereignete sich gegen 5½ Uhr ein böser Zwischenfall. Ein langer großer Frachtkahn war mit ansteigenden Sitz= und Stehplätzen für das Publikum vorgerichtet und sehr stark in Anspruch genommen worden. Plötzlich brach eine Abteilung der Klappdeckel, die jedenfalls von unten her keine genügende Unterstützung erfahren hatten, unter der schweren Last der Menschenmenge ein, und etwa 80 Personen stürzten in den unteren Schiffsraum. Laute Angst= und Schmerzensschreie tonren über das Wasser und unterbrachen das Fest für eine Viertelstunde. Schwer verletzt wurden ein Mann (Beinbrüche), eine junge Dame und eine ältere Frau. Diese wurden aus dem Innenraum des Schiffes nach oben getragen und zunächst im Kanalschloß untergerbracht. Die übrigen Verletzungen waren meist leichterer Natur. Fußball. Lüdenscheid, 27. Juli. Der Dortmunder Ballspiel=Verein schlägt den F. C. Lüdenscheid in einem Prevaganda=Spiel mit:3. Das gestrige Spiel zwischen Dortmund und Hamm endete mit einer Niederlage des Dortmunder V. f. B. Die Gäste errangen 5, die Dortmunder nur 8 Tore. Rennen zu Hoppegarten. 1. Rennen: 1. Orelio, 2. Germanist, 3. Terminus. Tot. 128, Platz 29, 15, 26.— 2. Rennen: 1. Rohrsperling, 2. Kakadu 1, 3. Flitter. Tot. 48, Platz 15, 16, 12.— 3. Rennen: 1. Ariel, 2. Noteleß, 8. Winni. Tot. 24, Platz 14, 15, 29.— 4. Rennen: 1. Wad, 2. Erfinderin, 3 Doktor. Tot. 105, Platz 34, 118, 32.— 5. Rennen: 1. Quirl, 2. Dolomit und Nikias. Tot. 76, Platz 21, 6, 9.— 6. Rennen: 1. Scylla, 2. Palastdame, 3. Einigkeit und Fria. Tot. 251, Platz 66, 21.— 7. Rennen: 1. Alvarez. 2. Mansfeld, 3. Octopus. Tot. 24, Platz 14, 17, 17. g Rennen zu Neuß a. Rh. 1. Rennen: 1. Jsa, 2. Was ihr wollt, 3. Drakon. Tot. 61, Platz 18, 17, 22. — 2. Rennen: 1. Ardington, 2. Haematite, 8. Avignon. Tot. 61, Platz 16, 15, 13.— 8. Rennen: 1. Corvette, 2. Character, 3. Siegmund. Tot. 45, Platz 20, 18.— 4. Rennen: 1. Avencraft, 2. Corfu, 3. Rosa Canina. Tot. 65. Platz 28, 50.— 5. Rennen: 1. Coram popule, 2. Little Ben, 3. Halcyon Days. Tot 20, Platz 15, 23.— 6. Rennen: 1. Reichsritter, 2. Florika, 3. Arthus. Tot. 66, Platz 30, 44, 32.— 7. Rennen: 1. Ludwigsfeld, 2. Amsel, 3. Räppe. Tot. 81, Platz 15, 12. 16.„; Gan Rennen zu Halle a. S. 1. Rennen: 1. Beni Mora, 2. Suppresse, 8. Firlefanz. Tot. 13, Platz 13, 22.— 2. Rennen: 1. Custozza, 2. Szeszely, 3. Illinois. Tot. 52, Platz 33, 43.— 3. Rennen: 1. Chauri, 2. Brampton Laß, 3. Kebty. Tot. 27, Platz 21, 44.— 4. Rennen: 1 Entweder oder, 2. Dan Macgregor, 8. Bendige. Tot. 81, Platz 21, 28. 23. — 5. Rennen: 1. Tabou, 2. Droma, 3. Miß Gris. Tot. 18, Platz 13, 15.— 6. Rennen: 1. Gondoattlier, 2. Orthographie, 3. Lina. Tot. 28, Platz 17, 28. Rennen zu Travemünde, 1. Rennen: 1. Landsknecht, 2. Mansfeld, 3. Hongrie. Tot. 54, Platz 17, 14.— 2. Rennen: 1. Schuhvlattler, 2. Boabdil, 3. Dorrit. Tot. 46, Platz 24, 43.— 8. Rennen: 1. Raufreif, 2. Washington, 3. Gutfreund. Tot. 17, Platz 13, 17, 23.— 4. Rennen: 1. Venezia, 2. Contente, 3. Wood. Tot. 18, Platz 13, 15.— 5. Rennen: 1 Twigged=it, 2. Melone, 3. Ordner. Tot. 29, Platz 16, 25.— 6. Rennen: 1. Colclouah, 2. Pinion, 3. Buttons. Tot. 28. Platz 11.— 7. Rennen: 1. Braxfield. 2. Mosel, 8 Hamilton. Tot. 45, Platz 19, 13. Rennen zu Maisons=Laffitte. 1. Rennen: 1. Chiffe, 2. Courtine 3. Legende Doree. Tot. 111, Pl. 33, 51, 21.— 2. Rennen:.Houli. 2. Pirpiriol, 3. Martial 3. Tot. 40, Platz 12, 11, 11.— 3. Rennen: 1 Monetrie, 2. Junta, 3. Charmozine. Tot. 42, Platz 15, 15, 23.— 4. Rennen: 1. Blarney, 2. Balduin, 8. Jsard 2. Tot. 43, Platz 17, 18.— 5. Rennen: 1. Meusse de Mer. 2. Le Corsaire, 8. Canae. Tot. 85, Vlatz 15, 81. 29.— 6. Rennen: 1. La Mi Careme, 2. Souk, 3. Fauche le Vent. Tot. 171, Platz 25. 15, 19. Rennen zu Schwelm. 1. Rennen: 1. Whim, 2. Rosales, 3. Morever. Tot. 174, Platz 174, Platz 2, 18, 50.— 2. Rennen: 1. Eugen, 2. Mandoline, 3. Gallus. Tot. 16, Platz 11, 16.— 3. Rennen: I. * hove so, 2. Douce Amie, 3. Haltefest. Tot. 91, Pl. 17, 23.— 4. Rennen: 1. Oberbaver, 2. Lümmel I, 8. Succurs. Tot. 17. Platz 13, 15.— 5. Rennen: 1 La Patiniere. 2. Newnham. 8. Plus. Tot. 22, Pl. 15, 28.— 6. Rennen: 1. Flüchtig, 2. Herzog. ö. Herzogin v. Gerolstein. Tot 15, Platz 12, 21.(Leider kam bei dem Rennen ein geborener Dortmunder, der Leutnant Demmig, zu Falle und erlitt einen doppelten Unterschenkelbruch. * ige im Hafen der erne=Dortmund=Emsreine waren a) HerUnna(2 Vereine), VVerein und Sani(2 Vereine), Münchum; b) Damennund(2 Vereine), Gaues 5, Herr Karl tete das Fest durch ersport im allgemeistrebungen der deutsonderen bestens ein en„Gut Naß!“ auf n Festes. immreigen der Män. eins Bochum. Dann Konkurrenzen ihren r Herren, Erstsprinsauptschwimmen, Dawimmen, deutsches sen, Zweikampf der kampf, Hauptstafette e Wasserpantomine a“ oder„Vom sichern n M i t g l i e d e r n d e s ete den Schluß der jetungen, welche über n. Die Verkündigung lgte erst in später 5½ Uhr senfall. war mit ansteigenden Publikum vorgerichgenommen worden. der Klappdeckel, die ie genügende Unterer der schweren Last etwa 80 Personen fsraum. nsschreie tönten über das Fest für eine wurden ein Mann ne und eine ältere em Innenraum des ind zunächst im Kaübrigen Verletzungen r Dortmunder BallLüdenscheid in einem chen Dortmund und erlage des Dortmungen 5, die DortmunRennen; 1. Orelio, ot. 128, Blatz 29, 15, erling, 2. Kakadu 1, 6, 12.— 3. Rennen: i. Tot. 24, Platz 14 ad, 2. Erfinderin, 8 8, 32.— 5. Rennen: ikias. Tot. 76, Platz Xcylla, 2. Palastdame, 251, Platz 66, 21.— kansfeld, 3. Octopus. Rennen: 1. Fsa, 2. 61, Platz 18, 17, 22. I. Haematite, 3. Avig8.— 3. Rennen: 1. zmund. Tot. 45, Platz encraft, 2. Corfu, 3. 8, 50.— 5. Rennen: en, 3. Halcyon Days. nnen: 1. Reichsritter, Platz 30, 44, 32.— 2. Amsel, 3. Räppe. 1. Rennen: 1. Beni fanz. Tot. 13, Platz tozza, 2. Szeszely, 3. 3.— 3. Rennen: 1. Kebty. Tot. 27, Platz tweder oder, 2. Dan 81, Platz 21, 28. 23. Droma, 3. Miß Gris. kennen: 1. GondoattTot. 28, Platz 17, 28. l. Rennen: 1. Landsie. Tot. 54, Platz, 17, lattler, 2. Boabdil, 3. — 8. Rennen: 1. Gutfreund. Tot. 17, 1. Venezia, 2. Con13, 15.— 5. Rennen: erdner. Tot, 29, Platz lclouah, 2. Pinion, 8. 7. Rennen: 1. BrarTot. 45, Blatz 19, 18. tte. 1. Rennen: 1. * Doree. Tot. 111, Pl. douli, 2. Pirpiriol, 8. 11, 11.— 3. Rennen: Tharmozine. Tot. 42 I: 1, Blarney, 2. Balatz 17, 18.— 5, Rene Corsaire, 8. Cange. 6. Rennen: 1. La Mi Vent. Tot. 171, Platz Rennen: 1. Whim, 2. 1, Platz 174, Blatz 27, gen, 2. Mandoline, 3. 6.— 3. Rennen: 1. Haltefest. Tot. 91, Pl. rbayer, 2. Lümmel 1 3, 15.— 5. Rennen: 8. Plus. Tot. 22, Pl. lüchtig, 2. Herzog, 8. 15, Blatz 12, 21.(Leigeborener Dortmunz zu Falle und erlit bruch. NNEAL Verkauf zu ausserordentlich billigen Preisen! Damen-Konfektion Staubpaletots. 19.75 Bozener Mäntel 22.— 14.50.50 18.50 15.— Loden-Capes Golfjacken... 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Ich habe einschreibebrief laden! um zweiten Male durc Nailand laden lassen. en Amtsattest des deut in nervösen Beschwerde effektion leidet. Einer derr Müller nach dem ung seines Leidens nich ler erklärt ferner, daß #n wisse, als er bei sein nung in Straßburg aus Solbisky sa eines Privatarztes ein. sonnabend durch den b utersuchen lassen. nir gestern eingesandt reisefähig. Seine Vern kann vielleicht zurückge irterung der Niederdeut hin als Zeuge geladen beantrage ich die Verl k. Oktober 1911. Vorsitzender, Landge ich würde dann zun Zeugen vernehmen. Her der Uebernahme der 500 000 Ml der Maschinenbauanste verden. Wollen Sie u Eie darüber wissen.— Nüller trat im Novem Litte heran, ich möchte Lbligationen der Mas Gefälligkeit überne als Handelsschuldirektor habe deshalb natürlich seinen Vorschlag einzug Rüller Ihnen Gründe Ebligationen übernehm Kay: Nein. Ich ho fändlich für reell gehalt egentliche Käufer der berden wollte. Natürl nein Name von meine traucht werde.— Vor Betrag von 500 000 Ma Ray: Nein.— Vors Zeuge Dr. May: N eie mit den 500.000 9 siliale belastet. Was helten Sie regelmäßig Nay: Ich habe in der #calten. Das hörte da das Kon Ich habe später nicht m chrt.— Vors.: Sie ral einen Auszug erhe lach geraumer Zeit. ker Niederdeutschen Bat Erstaunen darüber aus I. Oeligationen belast b verhandelte, erklärte hiten. Tatsächlich ist zitgeteilt, daß mein Kl 55 Ihr Konto nun # chener Filiale weiter ##chl nicht?— Zeuge keinem größten Ersta schung erfahren.— #r der Frage stehen, #ernehmung des Zeug #l. Ich habe hierzu zu ersuchung mehrfach killer zu vernehmen. 4 Dortmund zu ersche kreit, nach Straßbur eine Vernehmung am #g erfolgt. Von die in Handarb., hochap., weil Reklamestück, dir aus d. Fabrik, 26.75 Mk. Zu besicht. im Fabrikmusterlagee Dortmund, Betenstraße 14 — 10. SS! 80 3S 00 LU. S0 19. 10. A Pf. Pf. Pf. Pr. Pf. Pf. Pf. Pf. arb., hochap., klamestück, oix, aus 26.75 Mk. Zu beFabrikmusterlagee 1d. 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Zu der heutigen Sitzung sind 5 Zeugen für die Erörterung der Lünener Bank geladen, von denen #er frühere Handelsschuldirektor Müller=Basel, der Kaufmann Solbisky und der Buchhalter von Schwedler zu Beginn der Verhandlung uicht erschienen sind. Rechtsanwalt Kohn: Ich habe an Herrn Müller, den ich aus seiner früheren Lätigkeit kenne, geschrieben, um zu erfahren, ob er ils Zeuge erscheinen werde. Ich habe darauf die Intwort erhalten, daß Herr Müller nicht kommt. Staatsanwalt Fuhrmann: Herr Müller kommt nicht. Er hat auch der Staatsanwaltschaft dies brieflich nitgeteilt. Ich habe Herrn Müller zunächst durch Einschreibebrief laden lassen. Dann habe ich ihn uum zweiten Male durch den deutschen Konsul in Railand laden lassen. Herr Müller überreicht ein Amtsattest des deutschen Arztes, nach dem er an nervösen Beschwerden und an einer Bauchfelleffektion leidet. Einer längeren Reise kann sich derr Müller nach dem Attest ohne Verschlimmetung seines Leidens nicht unterziehen. Herr Müller erklärt ferner, daß er nichts weiter zu bekun#en wisse, als er bei seiner kommissarischen Vernehnung in Straßburg ausgesagt hat. Solbisky sandte ein Attest eines Privatarztes ein. Ich habe ihn darauf am sonnabend durch den beamteten Arzt in Bremen untersuchen lassen. Herr Solbisky ist nach dem nir gestern eingesandten Attest zur Zeit nicht reisefähig. Seine Vernehmung zur Lünener Bank kann vielleicht zurückgestellt werden, bis zur Erörterung der Niederdeutschen Bank, zu er er ohnehin als Zeuge geladen wird. Bezüglich Müllers beantrage ich die Verlesung seiner Aussage vom 16. Oktober 1911. Vorsitzender, Landgerichtsdirektor Wanjura: Ich würde dann zunächst Herrn Dr. May als Zeugen vernehmen. Herr Doktor, Sie sollen wegen der Uebernahme der 500000 Mk. Obligationen der Maschinenbauanstalt Altenessen vernommen verden. Wollen Sie uns einmal alles sagen, was sie darüber wissen.— Zeuge Dr. May: Herr Nüller trat im November 1905 an mich mit der Litte heran, ich möchte für ihn auf kurze Zeit die Lbligationen der Maschinenbauanstalt Altenessen aus Gefälligkeit übernehmen. Müller war damals als Handelsschuldirektor mein Vorgesetzter. Ich habe deshalb natürlich keine Bedenken gehabt, auf seinen Vorschlag einzugehen.— Vors.: Hat Herr Rüller Ihnen Gründe genannt, weshalb Sie die Cbligationen übernehmen sollten?— Zeuge Dr. Nay: Nein. Ich habe das Geschäft selbstverkändlich für reell gehalten. Ich nahm an, daß der eigentliche Käufer der Obligationen nicht genannt verden wollte. Natürlich war ich überzeugt, daß nein Name von meinem Vorgesetzten nicht mißbraucht werde.— Vors.: Konnten Sie denn einen betrag von 500000 Mark bezahlen?— Zeuge Dr. Nay: Nein.— Vors.: Besaßen Sie Vermögen? - Zeuge Dr. May: Nein.— Vors.: Nun waren kie mit den 500000 Mk. bei der Gelsenkirchener ziiale belastet. Was geschah denn weiter? Erhelten Sie regelmäßig Auszüge?— Zeuge Dr. Nay: Ich habe in der ersten Zeit einige Auszüge tchalten. Das hörte dann auf. Deshalb nahm ich 7 das Konto ist gelöscht. Ih habe später nicht mehr mit Herrn Müller verkhrt.— Vors.: Sie haben dann aber noch einkal einen Auszug erhalten.— Zeuge Dr. May: kach geraumer Zeit. Ich bin dann zur Zentrale der Niederdeutschen Bank gegangen und habe mein Erstaunen darüber ausgedrückt, daß ich noch mit in Obligationen belastet stehe. Der Herr, mit dem 6 verhandelte, erklärte mir, ich würde Bescheid erbiten. Tatsächlich ist mir dann auch bald darauf zitgeteilt, daß mein Konto erledigt sei.— Vors.: laß Ihr Konto nun trotzdem bei der Gelsenaichener Filiale weitergeführt wurde, wußten Sie dohl nicht?— Zeuge Dr. May: Das habe ich zu keinem größten Erstaunen erst in der Vorunterschung erfahren.— Vors.: Wir würden dann #r der Frage stehen, ob das Protokoll über die #ernehmung des Zeugen Müller verlesen werden A. Ich habe hierzu zu bemerken, daß in der Vor##tersuchung mehrfach versucht worden ist, Herrn Küller zu vernehmen. Herr Müller weigerte sich, Dortmund zu erscheinen; er erklärte sich aber kreit, nach Straßburg zu kommen. Darauf ist Eine Vernehmung am 16. Oktober 1911 in StraßEg erfolgt. Von diesem Termin sind sämtliche beteiligten Angeklagten in Kenntnis gesetzt.— .=A. Kohn und Dr. Nuß erheben gegen die Verlesung keinen Einspruch. Die übrigen Verteidiger geben keine Erklärung ab. Das Gericht beschließt. das Protokoll über die Vernehmung Müllers zu verlesen, da die Verlesung zulässig erscheine. Alle Beteiligten seien rechtzeitig benachrichtigt, der Zeuge sei ferner krank, die Krankheit dauere fort und schließlich weigere sich der Zeuge auf das Bestimmteste, zur Vernehmung zu erscheinen und das Gericht habe keine Mittel, das Erscheinen des Zeugen zu erzwingen. Es wird darauf das Protokoll verlesen. Die Vernehmung ist am 16. Oktober 1911 in Straßburg vor dem Landrichter Schauer erfolgt. Der Zeuge Müller hat bei seiner Vernehmung im wesentlichen ausgesagt: Herr Hartwig, der damals als Handelsschuldirektor mein Vorgesetzter war, führte mich bei Ohm ein und zwar als Lehrer der englischen Sprache. Ich habe dann später bei der Bank unter Hinterlegung von mehreren tausend Mark Ersparnissen Effekten=Geschäfte gemacht. Herrn Ohm habe ich über meine persönlichen Verhältnisse keine Mitteilung gemacht. Ich nehme aber an, daß Herr Ohm gewußt hat, daß ich kein Vermögen besaß. Jedenfalls hat die Bank es gewußt. Ich habe dann an Aktien der Elberfelder Papierfabrik erhebliche Verluste gehabt, die mir Sorge verursachten. Ich schrieb meine Bedenken an die Bank und ließ deutlich durchblicken, daß ich außer Stande sei, zu zahlen, da ich kein Vermögen besäße. Es ist dann ein Beamter der Bank zu mir gekommen, der mir erklärte, ich würde wegen der Schuld nicht gedrängt werden. Auch Herr Hartwig vertröstete mich, er sagte mir, wenn ich etwa meine Stelle an der Handelsschule verlieren würde, würde er mich jederzeit mit 15000 Mark Jahresgehalt für feine Revisionsgeschäfte engagieren. Ich habe nie gesagt, daß ich eine amerikanische Erbschaft zu erwarten hätte, richtig ist allerdings, daß meine Halbschwester geerbt hat. Eine Mitteilung, daß 35000 Mk. auf meinem Konto gutgeschrieben sind, habe ich nicht erhalten. Ich weiß auch nicht, warum dieser Betrag dem Konto Möbius zugeschrieben ist. Als ich die Anteile der Bochumer Metallwarenfabrik übernehmen sollte, hat Herr Hartwig mir ausdrücklich versichert, ich würde aus der Verpflichtung nie in Anspruch genommen werden. Die Aktien der Niederdeutschen Bank sollten an der Börse eingeführt werden, dann würden mir die Anteilscheine wieder abgenommen werden. Hartwig, dem ich Bedenken äußerte, erklärte mir: Man müsse unterscheiden zwischen Bilanzfälschung und Bilanzfrisierung. Bilanzfrisierungen seien in Oesterreich ganz allgemein üblich und geschähen auch bei der Deutschen Bank. Dann verwies Herr Hartwig auch darauf, daß die Bank mir doch auch wegen meiner Schuld gefällig gewesen wäre. Ich erklärte mich deshalb bereit, die Anteile formell zu übernehmen. Im Automobil des Herrn Ohm sind wir dann nach Gelsenkirchen gefahren. Ich äußerte auf dieser Fahrt noch einmal meine Bedenken, ich dachte hierbei an Bilanzfälschung. Zu meiner Beruhigung sagte man mir dann: Herr Huchzermeier, vor dem wir den Akt schließen, ist doch Vorsitzender des Aufsichtsrats. Später hat mich Herr Hartwig dann auch gebeten, die Obligationen der Maschinenbauanstalt Altenessen mit 500000 Mk. zu übernehmen. Ich schrak zunächst über die Höhe des Betrages zurück. Hartwig meinte, vielleicht übernehme Dr. May die Obligationen. Ich habe dann mit Dr. May unterhandelt und ihm vorgeschlagen, er möge die Obligationen nur formell und für einige Zeit übernehmen. Außerdem versicherte ich Herrn Dr. May, daß er aus der Transaktion nicht in Anspruch genommen werden solle. Ich habe an die Niederdeutsche Bank auch einmal geschrieben, man möge mir bestätigen, daß ich aus meinen Verpflichtungen nicht in Anspruch genommen werde. Das ist aber nicht geschehen. Später habe ich dann auf Veranlassung Ohms eine Lebensversicherung von 300 000 Mk. abgeschlossen. Die Ansprüche aus der Police sind an Ohm zediert. Die Prämien sollten von der Niederdeutschen Bank gezahlt werden Später habe ich auf Veranlassung Hartwigs der Lünener Bank 4 Akzepte zu je 100000 Mk. gegeben. Mir wurde hierbei versichert, die Akzepte sollten nicht in Umlauf gesetzt werden. Ich habe damals gefragt, weshalb denn die Lünener Bank und nicht die Niederdeutsche Bank die Akzepte erhalten solle. Darauf wurde mir gesagt, das sei dasselbe. Daß die Niederdeutsche Bank für die Akzeptschuld der Lünener Bank gegenüber eine Bürgschaft geleistet hat, war mir nicht bekannt. Kontoauszüge habe ich mehrfach anerkannt, ich habe in Begleitschreiben aber stets zum Ausdruck gebracht, daß ich aus den Verpflichtungen der Vereinbarung gemäß nicht in Anspruch genommen werden solle. In einem Schreiben vom 5. 7. 1907 habe ich Hartwig mitgeteilt, daß die Wechsel der Lünener Bank prolongiert seien, ich nähme aber an, daß es sich hierbei um Rode nicht oescmeche Goelangsltagn dastict ich galer bei allen Unterhandlungen den Eindruck, daß Hartwig von der Bank geschickt war bezw. im Auftrage von Ohm handelte. Ich habe heute nur mein Einkommen aus meiner Lehrtätigkeit und meiner schriftstellerischen Tätigkeit. Den Saldo bei der Niederdeutschen Bank und der Lünener Bank kann ich nicht decken, Vermögen besitze ich nicht. Das Protokoll trägt den Zusatz des vernehmenden Richters: Der Zeuge wurde nicht vereidigt, da derselbe der Teilnahme an der Bilanzverschleierung verdächtig ist.— Der Angeklagte Ohm verharrt dabei, daß ihm Müller gesagt habe, er erwarte eine große, amerikanische Erbschaft. Müller habe die Erbschaft auch gemacht.— Hartwig erklärt, es sei möglich, daß er mit dem Zeugen Müller bei irgend einer Gelegenheit einmal über Bilanzverschleierung und Bilanzfälschungen gesprochen habe, sicherlich aber habe es sich hierbei um ein sehr harmloses Gespräch gehandelt.— Das Gericht beschließt darauf, den Zeugen Dr. May zu beeidigen, dagegen den Zeugen Müller unbeeidigt zu lassen, da er der Teilnahme an einem zur Anklage stehenden Vergehen verdächtig ist. Rechtsanwalt Frank 1: Ich habe einen Antrag zu stellen. Es ist in der Verhandlung die Rede davon gewesen, daß der Zeuge Müller zu Gefängnis verurteilt worden ist. Die Tatsache, daß jemand einmal bestraft ist, ist im allgemeinen wohl für die Glaubwürdigkeit des Betreffenden nicht von Belang. Ich kenne nun zwar die Einzelheiten des Prozesses gegen den Zeugen Müller nicht; mir wird aber gesagt, daß es sich dabei um ein ganz raffiniertes Verhalten des Zeugen handeln soll, das immerhin seine Glaubwürdigkeit in einem anderen Licht erscheinen lassen könnte. Insbesondere aber würden die näheren Umstände seiner Verurteilung doch auch seine Aussage, daß er bei den Transaktionen Bedenken gehabt habe, in einem etwas zweifelhaften Lichte erscheinen lassen. Ich beantrage deshalb, die Akten in der angegebenen Strafsache heranzuziehen. Ich weiß allerdings nicht, bei welchem Gericht die Sache geschwebt hat, der Herr Staatsanwalt wird dies aber sicherlich leicht feststellen können. Rechtsanwalt Kohn: Ich bin in der Lage, die erforderliche Aufklärung über den Prozeß geben zu können. Die Verhandlung hat in der ersten Instanz vor dem Schöffengericht in Bochum geschwebt und ist in der zweiten Instanz vor der dortigen Strafkammer verhandelt worden. Wenn ich mich recht erinnere, wurde Müller wegen Hehlerei zu 1 Woche Gefängnis verurteilt. Es handelte sich darum, daß Müller als Journalist einen Beamten der Deutsch=Luxemburg zu Indiskretionen veranlaßt hatte. Der Beamte hat dann Geheimberichte entwendet, die auf den Bogen der Gesellschaft gedruckt waren. Der Beamte wurde deshalb wegen Diebstahls und Müller wegen Hehlerei verurteilt. Das Gericht beschließt, die Akten heranzuziehen.— Es wird dann der Brief verlesen, den Müller am 5. 7. 1907 an Hartwig geschrieben hat. Es heißt in demselben bezüglich der Akzepte für die Lünener Bank, daß er(Müller) annehme, daß es sich lediglich um eine formelle Prolangation handele. Wegen des Schlußscheins über den mehrfach erwähnten Verkauf der Aktien der Marienhöhe=Terrain=Aktien=Gesellschaft entspinnen sich dann längere Auseinandersetzungen. Ein solcher Schlußschein ist inzwischen gefunden. Der Staatsanwalt überreicht ihn dem Gericht. Der Schein ist nachträglich in das Schlußschein=Heft eingeheftet worden und zwar unter der Nr. 586a. Der Schlußschein ist für das Konsortium unter Erwähnung des Namens Maiweg ausgestellt und betrifft den Kauf von 450 Aktien der Marienhöhe=Terrain= .=G. Nach dem Schlußschein ist der Kauf von der Niederdeutschen Bank an das Konsortium getätigt. — Als nächster Zeuge wird der frühere Buchhalter der Niederdeutschen Bank von Schwedler vernommen. Der Zeuge soll Auskunft geben über die Buchung des Verkaufs der Aktien der Terrain.=G. Marienhöhe. In den Büchern der Niederdeutschen Bank sind diese zunächst dem Konsortium ohne Namensnennung belastet. Diese Buchung ist dann geändert, sodaß dann die Lünener Bank belastet ist. Der Zeuge weiß zu dieser Tatsache nichts wesentliches zu bekunden.— Vors.: Haben Sie denn die Buchung ohne weiteres vorgenommen oder auf Anweisung?— Zeuge von Schwedler: Natürlich auf Anweisung.— Vors.: Wer hat Ihnen denn diese Anweisung erteilt?— Zeuge von Schwedler: Ich kann mich darauf nicht mehr erinnern.— Vors.: War denn die Buchung„per Konsortium" falsch?— Zeuge von Schwedler: Das möchte ich wohl annehmen.— Vors.: Haben Sie auf der Niederdeutschen Bank jemals einen Orderzettel gesehen, nach dem ein Konsortium, nämlich die Herren Maiweg, Im Walle und Püttmann Aktien der Marienhöhe=Terrain=.=G. übernahm!— Zeuge von Schwedler: Nein.— Vors.: Ist Ihnen bekannt, daß nach dem Auswach dch daslusioe dangst Gasters auf der Bank vernichtet sind?— Zeuge von Schwedler: Nein.— Der Zeuge Marx, der früher in Diensten der Niederdeutschen Bank stand, wird vom Vorsitzenden gefragt, ob er jemals einen Ordrezettel für das Konsortium der Aktien Marienhöhe gesehen habel— Zeuge Marx: Nein.— Vors.: Ist es möglich, daß diese Papiere bald nach dem Ausbruch der Niederdeutschen Bank vernichtet worden sind?— Zeuge Marx: Das ist völlig ausgeschlossen, alle Papiere, die die Zentrale angingen, sind sorgfältig zusammengelegt, und aufbewahrt worden. Es sind allerdings von der Filiale Hörde einige Papiere verbrannt worden, aber das waren fast nur leere Formulare. —.=A. Frank 1: Ich beantrage, den Expedienten Menke als Zeugen zu laden. Er wird bekunden, daß bald nach der Eröffnung des Konkurses in der Tat zahllose Papiere in den Müllkasten gewandert sind. Der Zeuge hat das nach meiner bestimmten Erinnerung im Deportprozeß bekundet. Es entwickelt sich dann eine längere Auseinandersetzung über die dem Brauhaus gemachte Gutschrift von 125000 Mk. durch die Lünener Bank. Der Angeklagte Benner hat nach seiner Angabe festgestellt, daß dem Brauhaus 125000 Mk. Zinsen und Provisionen im Laufe der verschiedenen Jahre irrtümlich zu viel belastet sind. Diese Feststellungen sollen sich auf Unterlagen stützen, die der frühere Prokurist des Brauhauses, Braun, Benner gemacht sind. Nach Ermittlungen des Staatsanwalts betrugen die zu viel berechneten Spesen etc. in den ganzen Jahren aber nur 68000 Mk. Benner stützt sich darauf, daß er die Feststellungen Brauns seinen Ermittlungen zu Grunde gelegt hat. Es sollen dem Angeklagten Benner die notwendigen Geschäftsbücher zur Verfügung gestellt werden, damit er in der Lage ist, dem Gericht seine damaligen Festellungen nachzuweisen. .=A. Kohn: Ich möchte dann einen Antrag wiederholen, den ich schon am 3. Juli 1911 gestellt habe. Ich beantrage die Zeugen Herbes und Opphoff zu laden. Die beiden waren unter Quantz Angestellte der Niederdeutschen Bank. Sie sollen bekunden, daß Quantz allen Anweisungen gefolgt hat, die ihm von der Niederdeutschen Bank gegeben wurden. Sie sollen weiter bekunden, daß sich Quantz nie.S selbständiger Leiter einer eigenen Bank geriert, sondern immer als Vorsteher eines Zweiginstituts gefühlt hat und daß er blindes Vertrauen zu Ohm hatte.—.=A. Dr. Nuß: Ich bitte noch den Zeugen Marx zu fragen, ob er den Orderzettel über die Gründung des Konsortiums hätte finden müssen, wenn noch ein solcher vorhanden gewesen wäre.— Zeuge Marx: Ich hätte ihn unbedingt finden müssen. Es sind vom Amtsgericht Hamburg die Registerakten über die Marienhöhe=Terrain.=G. eingegangen. Aus ihnen wird festgestellt, daß Geheimrat Im Walle Mitbegründer der Terraingesellschaft gewesen ist.— Das Gericht beschließt dann, die Ladung des Zeugen Herbes und Opphoff abzulehnen, weil es die Tatsachen, die in ihr Wissen gestellt sind, bereits als erwiesen annimmt. Der Expedient Menke soll als Zeuge geladen werden. Der Angeklagte Laue bittet dann den Vorsitzenden, ihn für die nächste Zeit, während der Erörterung der Gründung der Alemannia=Brauerei und der der Frankfurter Gummiwerke bis zur Verhandlung der Niederdeutschen Bank vom Erscheinen zu entbinden. Zur Begründung dieser Bitte wiederholt der Angeklagte Laue, die Gründe, die er mehrfach hierfür angeführt hat. Rechtsanwalt Dr. Nuß bittet wenn möglich dem Wunsche des Angeklagten Laue stattzugeben. Herr Laue sei einmal durch die Bank ruiniert worden und er laufe Gefahr, daß jetzt durch den Prozeß zum zweiten Mal seine Existenz vernichtet werde. Er bitte aber vielleicht jetzt schon auszusprechen, daß Herr Laue der Verhandlung zunächst fernbleiben dürfe. Das Gericht lehnt nach kurzer Beratung den Antrag als gesetzlich unzulässig ab.— Vors.: Wenn irgendwelche Bedenken nicht bestehen, würden wir zur Erörterung der Gründung der Alemannia-Brugerei kommen. In dieser Sache sind angeklagt: Ohm, Kohleppel, Hartwig und Quantz. Die Gründung der Alemannia=Brauerei hat das Gericht und zwar im November 1911, mehrere Tage beschäftigt. Damals wurde die Verhandlung vertagt, weil die Verteidiger beantragten, diese Gründung mit dem großen Prozeß zu verbinden. Es handelt sich bei diesem Anklagepunkt um folgendes: Die in Uemmingen gelegene Uemminger Brauerei geriet in Konkurs und wurde in der Zwangsversteigerung von dem Bankier Schüler in Bochum für 180000 Mk. bei Uebernahme einer Hypothek erworben. Von der Besitzung wurde ein großer Komplex Land und auch Wirtschaftsgebäude verkauft. Im Oktober 1909 erwarb dann Ohm den Rest der Besitzung und die Brauerei für 300000 Mark. Als Zahlung erhielt Schüler zunächst 100 Aktien der Niederdeutschen Bank. Ueber den Rest sollten Akzepte ausgestellt werden, die bis zum 1. November 1911 eingelöst sein sollten. Ohm hat dann mit Hartwig eine Aktien=Gesellschaft gegründet, in die die alte Brauerei mit 950000 Mark eingebracht wurde. Gründer waren Mannesmann, Wieking, Overbeck, Daelen, Ellerbeck, die Lünener Bank und die Niederdeutsche Bank. Das Grundkapital betrug 500000 Mark. Für die Gründung hatte der Ingenieur Barlehm eine Taxe in Höhe von 830000 Mark angefertigt. Eine zweite Taxe von Architekt [Markmann und Oberingenieur Schulte belief sich auf 950000 Mark. Die neue Gesellschaft erhielt die Bezeichnung Alemannia=Brauerei. Geschäftsführer wurde der Angeklagte Kohleppel. Der Angeklagte Ohm gibt zu der Gründung folgende Erklärung: Der Direktor Schmitt der Lünener Bank sei eines Tages zu ihm gekommen und habe darauf aufmerksam gemacht, daß die Bank mit der Erwerbung der Uemminger Brauerei ein glänzendes Geschäft machen könne. Eine Reihe Wirte waren durchaus ungehalten darüber, daß der Brauerei=Ring den Preis des Bieres um 4 Mark pro Hektoliter erhöht habe. Wenn man eine ringfreie Brauerei gründe, so würden dann eine Anzahl Wirte nicht nur dieses ringfreie Bier erwerben(unter der Voraussetzung, daß es billiger sei als das Ringbier), sondern es werden auch eine Anzahl Wirte Aktien der Gesellschaft kaufen. Die Uemminger Brauerei, die einen Wert von 1½ Millionen habe, sei zur Zeit billig zu kaufen. Ich bat Herrn Schmitt, er möge mir den Herrn, der dieses Angebot mache, vorstellen. Ich habe darauf mit dem Manne unterhandelt und das Angebot schien mir in der Tat sehr verlockend. Darauf habe ich den damaligen Besitzer der Brauerei, Herrn Bankier Schüler, nach Bochum telephoniert und um Auskunft gebeten, wann ich die Brauerei besichtigen könne. Ich habe Herrn Hartwig gebeten, die Gründung vorzubereiten und gleichzeitig auch Herrn Huchzermeier ersucht, an der Besichtigung teilzunehmen, weil ich schnell handeln mußte, denn außer uns waren noch zwei Reflektanten vorhanden. Nach der Besichtigung der Brauerei kam ich zu der Einsicht, daß das Angebot sehr günstig und die Brauerei exceptionell billig war. Ich entschloß mich deshalb, das Angebot zu akzeptieren. Nachmittags fuhren wir nach Bochum zum Kommerzienrat Schüler, auf dessen Bureau wir dann sofort den Vertrag schlossen. Als Kaufpreis wurde 300000 Mark vereinbart. Der Angeklagte Ohm äußert sich dann noch eingehend über die Einzelvorgänge bei der Gründung. Nach der Vernehmung Ohms wird die Verhandlung auf Dienstag 9½ Uhr vertagt. Sprechsaal. Die Eheleute König, Märkischestraße 216, feierten gestern ihre silberne Hochzeit. Die Eheleute Friedrich Valm, Paulinenstr. 25, feierten gestern, am 28. Juli, i mKreise ihrer Angehörigen, das Fest der Silberhochzeit. Unter der blühenden Linde läuft man nicht weniger als im Dezembersturm Gefahr, sich zu erkälten, und man merkt erst an plötzlich auftretender Heiserkeit, an starkem Hustenreiz, beginnender Verschleimung 2c., wie gefährlich auch ein Sommerabend werden kann. Hat man dann Fays ächte Sodener Mineral=Pastillen zur Hand, dann ist die Gefahr nicht groß, denn Fays Sodener lassen solche Verstimmungen nicht hoch kommen. Eben darum aber sollte man immer Fays ächte Sodener zur Hand haben. Die Schachtel kostet nur 85 Pfg. Besonderes Kennzeichen: Amtl. Bescheinigung des BürgermeisterAmtes Bad Soden a. 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Da daß Wechselkredit i politischen Krisen worden ist.„Da(Zahlungsbefehre) Das ist immer no am 1. April 1910 i in Mahnsachen vei Zunahme betrug 230 000, im Vorja Gesamtzahl der! 1912 über 2 Millio Bevorzugung des 4 schäftswelt wird a Verfahren das billigste des ist und von jedem sorgt werden kann. die Erfahrung mit befehle kein Wider Arreste und ein Vorjahre um 7,7 ebenso wie der be großen Geldknapph Am unheilvollsten und der Immobilie kommt bei den Ausdruck. Die Zun Zwangsverwaltung wurden im Vorja eine Zunahme von die Zunahme in C haben sich in den! stiegen bei einer 8 jahre auf 15689. Jahre 1912 nicht wen Das bedeutet gegeProzent. Hieraus lich des Scheidung freiere Lebensauffe Auch die Tätig! rufungsinstanz hat landesgerichten zeig kleine Abnahme d der früher erwä Prozesse erster In men, ist auch für nahme zu erwar Jahr 1913. Totale Freilegung der schuß in Arnsberg der Brückstraße ge gen zu den Koste zurückgewiesen. durch den Abbruc vorspringenden trams, Bauer) beseitigt sei. 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Dortmund. übernimmt in der Tagen(45577 rimund nach Recken? Schr. Angeb. eisangabe u. R. E. den Gen.=Anz. ner Ratgeber Reise in den TeutoWald(HermannsExsternsteine) und sergebirge, und das !: Sommerfrische eutoburger Walde nis der PensionsPreise 2c.) unentdurch den TeuteWald=Verein in T8. Jünger kenburgerstraße 24. Die Junahme der Prozesse in Preußen. Das Jahr 1912 ergibt ein weiteres Anwachsen der Prozesse in Preußen. Die Zunahme steht in keinem Verhältnis zu dem Wachstum der Bevölkerung und der Entwickelung von Handel und Industrie. Sie beträgt, wie Oberlandesgerichtspräsident Lindenberg in der letzten Nummer der Deutschen Juristenzeitung ausführt, über 5 Proz. durchschnittlich. Nur die Urkundenprozesse(hauptsächlich Wechselsachen) haben nur etwa um 4 Proz. zugenommen. Dadurch wird aber nur bewiesen, daß Wechselkredit im Vorjahre wegen der schweren politischen Krisen in geringerem Maße gewährt worden ist. Dagegen haben die Mahnsachen (Zahlungsbefehle) wieder erheblich zugenommen. Das ist immer noch der Einfluß der Noveue, die am 1. April 1910 in Kraft trat und das Verfahren in Mahnsachen vereinfachte und erweiterte. Die Zunahme betrug 1910 über 111 600, 1911 über 230 000, im Vorjahre sogar über 286 800. Die Gesamtzahl der Mahnsachen betrug im Jahre 1912 über 2 Millionen. Die so außerordentliche Bevorzugung des Zahlungsbefehls durch die Geschäftswelt wird auch dadurch erklärt, daß das Verfahren das billigste des ganzen deutschen Prozesses ist und von jedem selbst(kein Anwaltszwang!) besorgt werden kann. Es spricht hier schließlich auch die Erfahrung mit, daß gegen ¾ aller Zahlungsbefehle kein Widerspruch eingelegt wird. Arreste und einstweilige Verfügungen sind im Vorjahre um 7,7 Proz. gestiegen. Auch das hängt, ebenso wie der beschränkte Wechselkredit, mit der großen Geldknappheit des Vorjahres zusammen. Am unheilvollsten ist dadurch aber der Baumarkt und der Immobilienkredit beeinflußt worden. Das kommt bei den Grundstücksversteigerungen zum Ausdruck. Die Zunahme beträgt hier 8,8 Proz., bei Zwangsverwaltungen sogar 11,2 Proz. Konkurse wurden im Vorjahre 5362 eröffnet. Damit ist eine Zunahme von 8,6 Proz. zu verzeichnen. Auch die Zunahme in Ehesachen ist bedeutend. Diese haben sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Sie stiegen bei einer Zunahme von 7,5 Proz. im Vorjahre auf 15 689. Geschieden wurden allein im Jahre 1912 nicht weniger als 10 961 Ehen. Das bedeutet gegen 1911 eine Zunahme von 10,6 Prozent. Hieraus ist zu schließen, daß sich hinsichtlich des Scheidungsrechtes bei den Richtern eine freiere Lebensauffassung Bahn gebrochen hat. Auch die Tätigkeit der Landgerichte in der Berufungsinstanz hat zugenommen. Bei den Oberlandesgerichten zeigt sich dagegen immer noch eine kleine Abnahme der Prozesse unter dem Einfluß der früher erwähnten Novelle. Da aber die Prozesse erster Instanz so erheblich weiter zunehmen, ist auch für die Oberlandesgerichte eine Zunahme zu erwarten, und zwar schon für das Jahr 1913. Lokale Nachrichten. Dortmund, 29. Juli. Freilegung der Brückstraße. Der Bezirksausschuß in Arnsberg hat die Einsprüche von Anliegern der Brückstraße gegen ihre Heranziehung zu Beiträgen zu den Kosten der Freilegung dieser Straße zurückgewiesen. Er hat hierbei ausgeführt, daß durch den Abbruch der früher in die Brückstraße vorspringenden Häuser Nr. 41, 43 und 56(Bertrams, Bauer) ein erhebliches Verkehrshindernis beseitigt sei. Die hierdurch möglich gewordene fluchtlinienmäßige Freilegung der Straße bedeute für die gesamten Verhältnisse in der Brückstraße sowohl für die ungehinderte Abwickelung des Verkehrs wie für die anliegenden Hausgrundstücke eine wesentliche Verbesserung, die den Eigentümern zugute komme und eine Wertsteigerung der Grundstücke zur Folge habe. Der Beschluß der Stadt, die auf diese Weise wirtschaftlich Bevorteilten zu Beiträgen heranzuziehen, müsse daher nach 9 9 Kommunal=Abgaben=Gesetzes als berechtigt anerkannt werden. Der Kreis der in den Verteilungsplan aufgenommenen Eigentümer wie auch die Abstufung der Beitragssätze sei einwandfrei. Soweit die Einsprucherheber das Vorliegen wirtschaftlicher Vorteile bestvitten, könne ihnen nicht beigestimmt werden. Der von mehreren Einsprechern erhobene Einwand, daß nur die eine Straßenseite, auf welcher die niedergelegten Gebäude standen, bevorteilt sei, nicht aber die gegenüberliegende, von der der Verkehr nur abgelenkt sei, müsse als unrichtig bezeichnet werden. Die Freilegung habe die Verkehrsmöglichkeit in der ganzen Brückstraße gegenüber den früheren Verhältnissen wesentlich gesteigert und damit den Anliegern beider Seiten Vorteile gebracht. Soweit in den Einsprüchen aber Freistellung beantragt werde, weil diese ausdrücklich zugesichert sei, oder die Heranziehung des Vorbesitzers gefordert werde, müsse Abweisung der Einsprüche erfolgen, weil in dem gegenwärtigen Genehmigungsverfahren hierüber nicht entschieden werden könne, sondern dies Sache des gegen die Einzelheranziehung gegebenen Streitverfahrens sei. Nach der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts sei es aber zutreffend, wenn die Stadt ihre korderung gegen den zur Zeit der Heranziehung im Grundbuch eingetragenen Eigentümer richte. Feriensonderzüge. Mit dem Verkauf der Feriensonderzugkarten zu ermäßigten Preisen für Hinund Rückfahrt ist am Schalter 1 des hiesigen Hauptbahnhofes begonnen worden. Die Ferienkarten gelten zwei Monate und werden an den Wochentagen vormittags von—1 Uhr und nachmittags von—6 Uhr, sowie Sonntags vormittags von —12 Uhr verausgabt. Der Verkauf wird drei Tage vor der Abfahrt der Sonderzüge mittags 13 Uhr geschlossen. Zu den Sonderzügen nach Norddeich, Berlin, Bremen, Cassel, Friedrichshafen, Hamburg, nach dem Harz und nach Thüringen wird der Verkauf schon früher eingestellt, wenn die Höchstzahl von 500 Fahrkarten verausgabt ist. Von auswärts wohnenden Reisenden können die Karten ab Dortmund Hauptbahnhof bezogen werden durch Vermittelung der am Ort befindlichen Fahrkartenausgaben bis 5 Tage vor Abgang der Züge. Eine Vorausbestellung von einzelnen Plätzen ist nicht angängig. Es empfiehlt sich, das Reisegepäck schon einen Tag vor der Abfahrt aufzugeben, wofür kein Lagergeld berechnet wird. Jedes Gepäckstück muß deutliche Bezeichnung des Namens des Besitzers, des Reiseziels und der Ausladestation tragen. Gepäck ohne diese Angaben wird von der Gepäckabfertigung zurückgewiesen. Auch müssen alte Beklebzettel der Eisenbahn oder Post von den Gepäckstücken entfernt sein. Im Rangierbahnhof Dortmunderfeld sind im Laufe des Sommers bisher die großen Vorarbeiten für die Herstellung der Personentunnels und der neuen Einfahrten von Barop, Hörde und Lütgendortmund und die Gleisanlagen im inneren Bahnhofsgelände zum größten Teil ausgeführt worden. Die Einfahrt von Lütgendortmund erhält neun statt vier Gleise. Die Verlängerung der Emscherdurchlässe sind am Unterlauf fertig. Der Hörder Tunnel ist in Angriff genommen; die Erdarbeiten werden durch Bagger ausgeführt. An der Strecke nach Hörde werden bis zum Krückenweg drei neue Einfuhrgleise einschließlich dem Einfuhrberg hergestellt. In etwa 6 Wochen wird auch mit dem Bau der Personentunnels für die Baroper Strecke begonnen. Nach dieser Richtung werden einschl. Einfuhrberg 6 Gleise gelegt, die sich etwa bis zu dem Einschnitt an der Gartenstadt Schönau hinziehen. An dieser Strecke arbeitet die Emschergenossenschaft an dem neuen Durchlaß für die Emscher mit der Eisenbahn Hand in Hand. Die Stadt hat mit der Herstellung der neuen Dammstraße an dieser Stelle noch nicht begonnen. Von den gesamten Gleisanlagen im Rangierbahnhof sind bis jetzt zwei Drittel endgültig gelegt. Die beiden Personentunnels, die in der letzten Hälfte nach der Dortmunder Seite zusammenkommen, sollen spätestens im nächsten Frühjahr in Betrieb genommen werden. Der Rangierbahnhof Dortmunderfeld erhält zwei neue Bahnverbindungen. Von der Emschertalbahn bei Rahm wird eine Verbindung nach der Güterzugstrecke Dortmunderfeld=Huckarde gebaut. Durch diese Verbindungsstrecke können die von Westen kommenden Güterzüge der Emschertalbahn unmittelbar nach Dortmunderfeld und weiter nach Hörde, Schwerte usw. fahren, ohne künftig vorher den Rangierbahnhof Dortmund berühren zu müssen. Eine zweite unmittelbare Verbindung nach Dortmunderfeld soll lt. Rh. W. Ztg. von der Umgehungsbahn Courl=Nette bei Deusen abzweigen; auch hierdurch wird der Rangierbahnhof Dortmund entlastet. Staatssekretär Kraetke in Dortmund. Hoher Besuch weilt heute und morgen bei der hiesigen Kaiserlichen Ober=Postdirektion. Der Staatssekretär des Reichspostamts Kraetke langte gestern 8 ¾ Uhr nachmittags mit dem Berliner=Zug 8 am Hauptbahnhof an. Mit den Spitzen der OberPostdirektion, die zu seiner Begrüßung erschienen waren, begab er sich vom Bahnhof zum neuen Postgebäude und besichtigte die Einrichtungen des Postamts in allen ihren Teilen. Hierauf suchte er die Ober=Postdirektion auf, um deren höhere Beamte kennen zu lernen. Heute will der Staatssekretär die Bauplätze für den in Aussicht genommenen Postneubau an der Luisenstraße, in dem das Telegraphenzeugamt, das Orts=Vermittelungsamt und das Fernamt untergebracht werden sollen, besichtigen und die Baupläne prüfen, um in der Neubauangelegenheit die Entscheidung zu treffen. Er ist im Hotel zum Römischen Kaiser abgestiegen. Für den Flugtag am nächsten Sonntag macht sich in allen Schichten der Bevölkerung das größte Interesse geltend. Die Stadt hat den Platz an der Gasanstalt fast kostenlos zur Verfügung gestellt, um dem Veranstalter das große Risiko etwas zu verringern. Groß ist auch die Zahl der für eine Fahrt mit der„Charlotte" interessierten Personen, sodaß die Liste der Teilnehmer bald geschlossen werden kann. Der Preis ist einheitlich auf 50 Mk. für eine fast einstündige Fahrt festgesetzt worden. Die Namen und die Apparate der startenden Flieger stehen noch nicht genau fest, da die Verhandlungen noch nicht zum Abschluß gekommen sind. Aber sicher ist, daß am nächsten Sonntag, falls das Wetter günstig ist, ein hochinteressanter Sporttag bevorsteht. Um den voraussichtlichen Andrang zu bewältigen, wird die städtische Straßenbahn an diesem Tage besondere Extrazüge von Hörde, Dorstfeld und Körne fahren lassen, von wo aus der Flugplatz in wenigen Minuten zu erreichen ist. Desgleichen fahren vom Burgtor Sonderwagen ab. Großes Aufsehen erregte gestern abend gegen 8 Uhr auf dem Westenhellweg ein Zweidecker, der in der Richtung von Osten nach Westen in ziemlicher Höhe unsere Stadt überquerte. Alle Leute blieben stehen und schauten in die Luft, um das interessante Schauspiel, das man hier in Dortmund so selten hat, zu genießen. Anscheinend handelt es sich um einen Flieger von der Jubiläums=Flugwoche in Gelsenkirchen=Rotthausen, der einen größeren Flug unternommen hatte. Bald aber schon entschwand das schnelle Luftfahrzeug über Dorstfeld den Augen der Besucher des Westenhellwegs. Daß das Baden im städtischen Hafen eine große Gefahr in sich birgt, mußte Sonntag Nachmittag gegen 2½ Uhr auch der am Kohlenhafen beschäftigte Arbeiter Johann Scharfenbaum, Kesselstr. 11 wohn. haft, erfahren, der die Nichtbeachtung dieses Verbotes mit seinem Leben bezahlen mußte. Es dürfte nicht hinreichend genug bekannt sein, daß das ganze Bett des Hafens und des Kanals mit mächtig um sich wuchernden Schlingpflanzen sogenannten„Seetang" bewachsen ist. Die Verzweigungen dieser Pflanzen verschlingen sich wild durcheinander und halten alles fest, was hineingerät. So erging es auch diesem ertrunkenen Arbeiter Sch. Der Mann sprang in der Nähe des Kohlenwegs, mit den Füßen zuerst, ins Wasser, wobei er in diese Schlinggewachse geriet und nicht mehr wieder loskommen konnte. Er ertrank vor den Augen seiner Arbeitskollegen, die mit einem Boot in seiner Nähe ruderten. Es kann daher nicht genug davor gewarnt werden, das Baden im städtischen Hafen und dem Dortmund=Emskanal, schon mit Rücksicht auf die große Lebensgefahr die dem Badenden durch die vorhandenen Schlingpflanzen droht, zu unterlassen. Die Leiche des Ertrunkenen konnte erst am späten Abend geborgen werden. Zum Gesangwettstreit des Männer=Gesangvereins„Concordia“. Gestern nachmittag fand im Reinoldushof die Verteilung der Preise an die siegreichen Gesangvereine statt, die wiederum in großer Zahl erschienen waren. Der Dirigent des festgebenden Vereins, Herr Kranzhoff, hieß die Erschienenen aufs herzlichste willkommen und dankte für den guten und harmonischen Verlauf der ganzen Veranstaltung. Die Preise seien diesmal selten schön und reichlich. Man sah die Gegenstände, zum großen Teil silberne Bowlen und Pokale, aber auch Figuren und Büsten, schön aufgebaut auf der Bühne. Die Andacht war leider bei den Anwesenden nicht sehr groß, denn man merkte ihnen den Besuch verschiedener Brauereien Aus der Gratisunsau=untersägung des General unzeigers. 1550. Unfall=Unterstützung. jetzt ausbezahlt 629000 Mk. Unser Abonnent, der Bergmann Otto Keim aus Langendreer, Wittenerstraße 26, hat einen tödlichen Unfall erlitten. Wir haben der Frau des Verunglückten die Unfall=Unterstützung im Betrage von — 300 Mark— zugesandt. Der General=Anzeiger zahlt nicht nur seinen Abonnenten tödliche Unfälle aus, welche auf der Arbeitsstätte vorkommen, sondern auch alle anderen, gleichviel, ob sie auf dem Wege zur oder von der Arbeitsstätte oder zu Hause passiert sind. Laut unseren Statuten, welche in der Geschäftsstelle einzusehen sind, sind von der Unterstützung ausgeschlossen: Selbstverschulden, Selbstmord, Mord und Totschlag, Schlägereien, Schlag=, Krampf= und epileptische Anfälle usw. Bei Unfällen, wobei mehr als 8 Abonnenten zu Tode gehen, wird der Gesamtbetrag von 1000 Mark zur Verteilung gebracht. Unter denselben Bedingungen erhält auch jeder Abonnent des„Volksgartens“ 800 Mark. an. Ob wohl alle ihre Preise, zum Teil leicht zerbrechliche Sachen, heil nach Hause bekommen haben? Im Anschluß an die Preisverteilung folgten Konzert und schließlich ein Festball. Die Sängervereinigung Herne hat, wie uns im Anschluß an unseren gestrigen Bericht mitgeteilt wird, im Haupt=Ehrenpreissingen mit 84 Punkten von 34 Vereinen die zweitbeste Leistung erbracht und den 1 b,Preis erhalten. Eine große Verkehrsstörung entstand gestern Vormittag gegen 11 Uhr auf der oberen Bornstraße, ein hoch mit Grubenholz beladener Wagen(sogenannten Stempeln) verlor plötzlich das rechte Hinterrad. Der Wagen legte sich auf die Seite und im Nu war die ganze obere Bornstraße mit Grubenholz übersät. Es dauerte längere Zeit, bis daß ein schnell hinzugerufener Schmied, den Schaden repariert und der Lenker des verunglückten Fuhrwerks die Hölzer aufgeladen und wieder fest verstaut hatte. Der Vorfall hatte eine größere Menge Menschen angelockt, die sich auch nachher an den Auflesen der Hölzer beteiligten. Ueberfallen und durch einen Messerstich in die Brust schwer verletzt wurde am Sonntag Abend der Kirchenstraße 16 wohnende Arbeiter August Kliemann. Der Verletzte kam ins Krankenhaus. Von einem Automobil angefahren wurde gestern Nachmittag in der Kirchdernerstraße der 5 Jahre alte kleine Junge Willi Wessel. Das Kind spielte auf dem Bürgersteig und wollte in dem Augenblick, als das Automobil herankam, über die Straße laufen. Obgleich der Chauffeur kräftig bremste, wurde der Junge von dem Wagen erfaßt und trug außer Quetschungen einen Bruch des linken Beines davon. Diebstähle. Vor einigen Nächten wurden aus einer Wohnung an der Sachsenstraße verschiedene Haushaltungsgegenstände im Gesamtwert von etwa 50 Mark gestohlen.— Am 24. Juli wurde ein Fahrrad, welches unbeaufsichtigt vor einem Hause an der Heiligegartenstraße stand, gestohlen. Das Rad hat die Nummer 44446 und die Aufschrift „G. Glaß“. Der 51. Verhandlungstag im großen Ohmprozeß. Wie voraus zu sehen war, hat Herr Müller, ehemals Direktor der städtischen Handelsschule in Dortmund, es vorgezogen, in Italien zu bleiben und im Ohmprozeß nicht zu erscheinen. Das Gericht hat sich mit dieser Tatsache abgefunden und beschlossen, die Aussage Müllers vor dem Untersuchungsrichter im Oktober des Jahres 1911 zu verlesen. Bevor dieses geschah wurde noch der jetzige Handelsschuldirektor Dr. May als Zeuge vernommen. Seine Vernehmung ergab, daß man lediglich seinen Namen zu einer Transaktion mißbraucht hat. Jedenfalls hat Herr Dr. May mit den ganzen Machenschaften seines Vorgängers Müllers nicht das Mindeste zu tun. Die protokollarische Vernehmung des Zeugen Müller war für Herrn Ohm keineswegs angenehm. Nach Müllers Aussage war die Uebernahme der Anteile der Bochumer Metallwaren=Fabrik, die Uebernahme der Obligationen durch Dr. Mat(ohne daß Dr. May es wußte) und schließlich die Hergabe der Akzepte an die Lünenerr Bank nichts als Scheingeschäfte. Mit Herrn Hartwig will Müller über Bilanzfälschungen und Bilanzfriesierungen gesprochen haben, welch letztere in Oesterreich und bei der Deutschen Bank ganz allgemein üblich sein sollten. Die Verteidigung will das Zeugnis des unangenehmen Müller erschüttern, sie hat zu diesem Zweck die Heranziehung der Strafakten des Müller vor dem Schöffengericht in Bochum beantragt. Es wurden in der gestrigen Verhandlung dann noch einige Zeugen vernommen, die allerdings nicht sehr viel von Belang auszusagen wußten. Herr Marx, ein früherer Angestellter der Niederdeutschen Bank versichert allerdings auf das Bestimmteste, daß der von Herrn Ohm vielgenannte Ordrezettel über das Konsortium der Marienhöhe=Terrain.=G. sich nicht bei der Bank befände und sich dort auch nie befunden habe. . Die Bewzisaufgehne über Die Apener Bank war damit im wesentlichen erledigt, zu vernehmen ist nur noch der Justizrat Dr. Gottschalk. Rechtsanwalt Kohn wollte dann noch zwei Zeugen geladen wissen, durch die bewiesen werden sollte, daß Herr Quantz lediglich das Werkzeug des Angeklagten Ohm gewesen sei. Hierbei begegnete, zwar nicht der Verteidigung, wohl aber dem Angeklagten Quantz ein kleines Mißgeschick. Der Angeklagte Quantz besaß nämlich von vornherein in der Verhandlung den seltsamen Ehrgeiz für seine Handlungen eine größere Verantwortung zu unternehmen, als ihm eigentlich zufiel, er wollte partout der selbständige und voll verantwortliche Leiter eines eigenen Bank=Instituts gewesen sein. So wenigstens gab er sich in der Verhandlung. In Wirklichkeit aber war es ihm früher nie eingefallen sich als selbständiger Bankdirektor zu gerieren. Das Gericht unterstellte denn auch, indem es die Ladung der Zeugen ablehnte, daß Quantz unbesehen allen Anweisungen des Angeklagten Ohm Folge gegeben hat. Die Verhandlung wandte sich dann noch der Gründung der Alemannia-Brauerei zu, zu der gestern nur der Angeklagte Ohm generell vernommen wurde. Heute wird in der Erörterung dieses Anklagepunktes fortgefahren. Unfallarten im Bergbau. . B. Vor 10 Jahren steckte der eiserne Ausbau ja noch in den Kinderschuhen. Da gab es meist eiserne Stempel, die nach Ansicht eines jeden praktischen Bergmanns nicht nur keine Sicherheit boten, sondern direkt gefährlich waren. Aber heute sind doch Sorten vorhanden, die man als Bergmann, auch wenn man gegen Neuerungen pessimistisch veranlagt ist, tatsächlich für gut und vorteilhaft erklären muß. Ich selbst habe viel mit eisernen Stempeln, ja mit verschiedenen Sorten gebaut und kann mir deshalb wohl ein Urteil erlauben. Trotzdem man dieselben wieder wegnehmen (rauben) muß, was den meisten Bergleuten nicht paßt, so hat man doch demgegenüber wieder so viele Vorteile, die das Wegnehmen vollständig aufwiegen. Wo mit eisernen Stempeln gebaut wird, treffen die oben angeführten Fälle über Stein= und Kohlenfall nicht ein, da man dann, weil immer Stempel vor Ort sind, zu jeder Zeit den Vorbau herstellen kann. Derselbe ist auch gar nicht so zeitraubend, wenn man einen verstellbaren, eisernen Stempel hat, der leicht zu setzen und ebensoschnell wieder wegzunehmen ist, wodurch der Vorbau auch viel eher ausgeführt wird, als bei Holzstempeln, wobei, wie schon erwähnt, durch das Abschneiden und mühevolle Wegnehmen ein großer Zeitverkust und somit dem Bergmann Schaden entsteht. Solche Sorten eiserner Stempel sind jetzt mehrere vorhanden und begreife sch nicht, weshalb in unserem Bergbau so wenig eiserne Stempel gebraucht werden. Auf den meisten Gruben werden überhaupt keine eisernen Stempel gebraucht, wohingegen auf manchen Gruben in großer Zahl damit gebaut wird, und eigentümlich ist es, daß die Zechen, die mit eisernen Stempeln bauen, die wenigsten Unfälle durch Stein= und Kohlenfall haben, was die Statistik ausweisen kann. Man wird sagen, das komme daher, daß die eisernen Stempel nur in Gruben angewendet werden, die gutes Gebirge haben. Demgegenüber muß ich aber darauf hinweisen, daß gerade in Flözen mit gutem Gebirge die meisten tödlichen Unfälle durch Stein= und Kohlenfall vorkommen. Außerdem bietet der eiserne Stempel eine gewisse Gewähr, daß ein guter Vergeversatz gemacht wird, weil der Stempel wieder gewonnen werden muß, und was ein Bergeversatz in einem Flöze bedeutet, ist jedem praktischen Bergmann klar. Wenn man einen guten Bergeversatz möglichst dicht hinter sich hat, so bleibt das Gebirge vor Ort und in den Strecken, ja in der ganzen Abteilung auch viel besser und drückt nicht so sehr, weil sich das Hangende allmählich auf den Versatz legen kann und so dasselbe nicht zerrissen wird, während bei Holzstempeln zu leicht Hohlräume gemacht werden können, wodurch das Hangende dann durchbricht und Risse entstehen, die bis dicht vor den Kohlenstoß gehen und gerade diese sind gefährliche Feinde des Bergmanns. Daß es an dem Kostenpunkt liegt, weshalb in unserem Bergbau nicht viel eiserne Stempel im Abbau gebraucht werden, kann nicht angenommen werden, da doch eine etwas große Zechenanlage mindestens täglich für 1000 Ml. an Holz ausgibt, was täglich verloren geht, während doch eiserne Stempel immer wieder gewonnen werden, also nicht verloren gehen. Es bedarf doch gar keiner großen Rechenkunst, um da einen Nutzen herauszurechnen, selbst wenn man mit einem hohen Prozentsatz für Verlust, der ja bei eisernen Stempeln auch vorkommt, rechnet. Etwas bleibt doch von den 1000 Mk. täglich über und wenn alle, Beamte u. Arbeiter, mit Interesse an die Sache herangehen, so muß in kurzer Zeit der Satz von täglich 1000 Mk. bedeutend gesunken sein, was man auf den Zechen, wo eiserne Stempel eingeführt sind, ganz gut verspürt. Diese Zechen geben nicht mehr täglich 1000 M. für den Grubenausbau her, sondern behalten das mühelos verdiente Geld für sich. Also lassen wüir Bergleute unsere Abneigung gegen den eisernen Ausbau fallen, weil uns derselbe in vieler Hinsicht das Leben schützt, besonders aber im Stein= und Kohlenfall. Es geht hier bei uns in einzelnen Gruben, in England sogar in allen, da dort durchweg mit eisernen Stempeln abgebaut wird, weshalb sollte es hier bai uns nicht auch überall fertig gebracht werden können, besonders, da wir in eisernen Stempeln eine große Auswahl haben, wo fehr gute bei sind, die in ein paar Minuten gesetzt und auch wieder weggenommen werden können. Baut vor und macht einen guten Vergeversatz! Aber liefert auch dem Bergmann einen Stempel, den er so schnell setzen und wegnehmen kann, daß er keinen Lohnausfall dadurch hat, so werden die Unfälle, die durch Stein= und Kohlenfall entstehen, gewaltig vermieden werden. Ein praktischer Bergmann. *** V. Tagesbetrieb und Schlußbetrachtung. 120 Tagesarbeiter verunglückten im Vorjahre auf den Zechen unseres Kohlenbezirks. Die Ursachen sind mannigfacher Art: Maschinen, Sturz, Verbrennen, Rangieren usw. Die Einzelheiten hier alle aufzuzählen würde zu weit führen. Der Uebersicht halber sollen nun die einzelnen Unfallarten der im Jahre 1912 im rheinischwestfälischen Kohlenrevier ereigneten tödlichen Unfälle wie folgt zusammengestellt werden: 1. Stein= und Kohlenfall 320 2. Bremsberge und Schächte„ 250 8. Explosionen 200 4. Andere Ursachen, Schießarbeit, Streckenförderung„K 150 5. Tagesbetrieb 120 Zusammen tödliche Unfälle 1040 Es ist schon erwähnt worden, daß diese hoh Ziffer seine Ursache hat in der großen, 360000 Mann betragenden Belegschaftszahl. Jeder Dreihundertsechsundvierzigste Mann dieser KohlenArmee fiel im Kampfe mit den Naturgewalten und im Kampfe ums tägliche Brot. Der Sieg der tapferen Armee ist kein geringer; es ist ein nicht hoch genug zu veranschlagender Erfolg: 104 Millionen Tonnen Kohlen im Werte von über einer Milliarde Mark! Da 1040 Knappen gefallen, so hat jeder Bergmann einen Wert von einer Million Mark. Man soll deshalb den Bergmann nicht gering schätzen, man soll ihn achten und man muß ihn achten und ehren; denn wo ist ein Beruf, welcher ähnliche Werte aufzuweisen vermag!— Die Unfälle sind im höchsten Grade bedauerlich, aber sie werden sich nie vermeiden lassen, so lange Bergbau getrieben wird. Aber gewiß können sie herabgemindert werden, wenn namentlich dem „Stein= und Kohlenfall“ eine größere Beachtung geschenkt würde, der Massenwechsel der Belegschaften sich in engeren Grenzen bewegte, und endlich die Beachtung der erlassenen Vorschriften nicht so große Lücken hätte. Auch gibt es viele Fälle der Praxis, in denen sich die Gefährlichseit des Betriebes durch wesentliche Verbesserungen der Betriebseinrichtungen noch herabmindern läßt. Viel ist schon in dieser Hinsicht getan— es sei nur an die rapide Abnahme der Explosionsfälle erinnert— und es wird noch manches versucht und erprobt werden müssen im Interessen unseres goldbringenden Vergbaues und nicht zuletzt im Interesse des Lebens und der Gesundheit der Knappen.:: Kohinor. Sterben die schönen Blumen aus? Ein junger Ehemann schreibt uns seufzend vom Neuen Graben wie folgt: „Veilchen, Rosen und Vergißmeinnicht, diese lieblichsten Kinder Floras scheinen auszusterben; denn mein Schreibtisch sah sie noch nie. Im Frühjahr wars zur Zeit der Flitterwochen als mein junges Frauchen das erste Mal zum Markte ging und Sumpfdotterblumen mit nach Hause brachte, um damit unser Heim zu schmücken. Ihr Auge strahlte. Doch mein Geschmack war das nicht, diese gelbflatschige sumpfige Stieftochter der Blumengöttin. Das nächste Mal, so dachte ich still, wird sie wohl was besseres bringen. Und wieder trippelte sie zum Markte und sie kaufte— Hahnenfuß! Das war zu viel! Ich habe geschwiegen, als sie beim ersten Kochversuch die Hauswirtin fragte, ob für ein halbes Pfund Kalbfleisch ein viertel Kilo Salz wohl genug sei— und ich habe mich auch beherrscht, als sie sich gelegentlich ihrer ersten Wäsche— 2 Hemden und 1 Taschentuch— bei den Nachbarsfrauen erkundigte, ob wohl 10 Pfund Seife dazu reichen würden, aber Hahnenfuß als Blumenschmuck, das ging über die Hutschnur. Und trotzdem schwieg ich still, wie sich das für einen Pantoffelhelden geziemt. Nun rate mal, Leser, was mir vorige Woche die Teuere auf den Tisch setzte.— Nein, Du rät'st das nicht!— Disteln brachte sie vom städtischen Markt, richtige stachelige Disteln mit natürlichen Stechnadeln, nicht zum Anfassen und nicht zum Dranriechen.... Himmeldonnerwetter! Was glauben die Blumenverkäuferinnen, die so etwas verkaufen, denn für ein Recht zu haben, die Unwissenheit unschuldiger junger Frauen so auszunutzen? Glauben denn die von den Dörfern hereinkommenden Marktweiber, für uns Städter sei das Schlechteste gerade gut genug?! Und so verzog ich die Unterlippe. Die Gute sah das und sagte mit Bezug auf die Disteln:„Gern hätte ich mehr davon gebracht, aber die Neumannsche, meine ehemalige höhere Töchterschulfreundin hat gleich für 20 Mark genommen und da war der Markt ausverkauft?"—-Heinrich Heine, wie zürne ich Dir! Du hast die schönen Blumen so oft besungen und abergläubische Leute sagen, daß man dadurch das Gute „beschreie.“ Nun haben wir den Salat: Statt Veilchen Rosen und Vergißmeinnicht zieren unser Heim Sumpfdotterblumen, Hahnenfuß und Disteln. Wer weint mit?—... Arno. Das Damenverbot der Cafés. Zu dem in Ihrem Sprechsaal in Nr. 203 veröffentlichten Notschrei des„Dötzken aus Lünen“ möchte ich folgendes erwidern: „Ich habe bei den Dortmunder Cafetiers allerdings etwas mehr Klugheit vorausgesetzt. Um gewisse Personen aus den Lokalen fern zu halten, kann man doch ein anderes Mittel erfinden, als das erlassene Verbot, wonach Damen ohne Herrenbegleitung die: Cafés überhaupt nicht mehr betreten durfen. Dieses Mittel ist nämlich weder praktisch noch wirkt es radikal. Die gewissen Dämchen erscheinen nun wohl in Zukunft in Begleitung ihrer„Kavaliere" und behaupten so ihr Recht auf den Platz. In anderen Großstädten handelt man klüger! Verirrt sich da wirklich mal ein solches Asphaltpflänzchen in ein besseres Lokal, was übrigens schon deshalb seltener vorkommt,„weil man doch seine Pappenheimer kennt", so erhält es anstelle des Bestellten auf einem Teller einen Zettel mit der bekannten freundlichen Aufforderung serviert: „Sie werden ersucht, das Lokal ohne Aufsehen zu erregen zu verlassen und nicht wieder zu betreten.“ Das wirkt und spricht sich in diesen Kreisen rund. Weist der Cafetier dagegen anständige Damen — solche sind doch ziemlich leicht zu erkennen— aus seinem Café fort, so ist das gelinde gesagt, eine Unklugheit, die sich bitter rächt. Auch das spricht sich schnell herum und die Bezeichnung Familiencafé wird dann illusorisch. Warum sollen auch unsere Damen nicht allein in ein Café gehen? Ich habe in Großstädten beobachtet, daß Damen sogar allein in größere Bierrestaurants gehen und dort ihr Mahl einnehmen oder bei einem Glase Bier die Zeitung lesen. Ist eine alleinstehende oder alleinreisende Dame nicht geradezu darauf angewiesen? Und was ist auch in unserer modernen Zeit dabei? Ich bin der Meinung, daß die Cafetiers wichtigere Aufgaben haben, als„Damenverbote" zu er lassen. Dazu gehört vor allen Dingen die BeseiKa. tigung von Dirigenten, die die Musik ihrer pallen mit albernen und zum Teil zweideutigen Bewegungen begleiten. Ich kenne ein Café, das ich wegen des anstößigen Gebahrens seines Dirigenten„mit einer Dame nicht betreten möchte und a venten viele, wie ich bestimmt weiß. Fritzten. Pferderennen. Mehrere Mitglieder des Waltroper Rennvereins sandten uns unter Bezugnahme auf eine in Nr. 203 des General=Anzeigers veröffentlichte Zuschrift eine Erwiderung, der wir folgendes entnehmen: „War es die Furcht dieses Dortmunder Herrn vor der immer zunehmenden Konkurrenz unseres Turfplatzes, war es nur ein Ausbruch gänzlicher Unkenntnis in sportlichen Verhältnissen, oder war issers über den beängBettfieber leider zu Ungunsten genommen zu haben scheint, das mag dahingestellt sein, jedenfalls aber hat es den Anschein, als ob der Herr sich durch einen von diesen Punkten in Verbindung mit dem plötzlichen Wetterumschlag zu einer derart unsachlichen Kritik hat verleiten lassen. Den Vorzug eines Seeplatzes wollen wir gerne den Dortmundern mit ihren großen Hafenanlagen überlassen. Sollte jedoch dieser Herr mit dem Titel Seeplatz etwa auf die paar nassen Stellen unserer Bahn haben anspielen wollen, so beweist er nur dadurch, daß ihm jedes Verständnis für die vorliegenden Umstände abgeht. Wir sind fest überzeugt, daß selbst auf der hervorragenden Dortmunder Rennbahn nach den Regenfallen der unmittelbaren Tage vor dem Rennen sich das Geläuf auch nicht annahernd in einem derartig auten Zustande befunden hat, wie das auf unserer Bahn der Fall war. Dieses beweist zur Genüge der Umstand, daß sich in den 5 Rennen, die jedem Sportsmanne Bewunderung abnötigten, nicht der geringste Zwischenfall ereignet hat. Wie aber sah es damit aus beim letzten Rennen auf der Dortmunder Bahn, das unter ähnlichen Verhältnissen gelaufen wurde? In den ganzen letzten 12 Jahren haben sich auf unserer Bahn nicht so viele Stürze von Pferden ereignet, als in Dortmund in diesem einzigen Rennen. Das beweist hinreichend, daß das Geläufe unserer Bahn keineswegs hinter dem der Dortmunder Bahn zurücksteht, zumal auf unserer Bahn dasselbe Material läuft, wie in Dortmund. Der Verfasser des Artikels jedoch hat, wie hierdurch bewiesen ist, das Geläufe unserer Bahn bis heute noch nicht kennen gelernt, daher auch sein unmaßgebliches, aus der Luft gegriffenes Urteil. Was das dritte Glück=Auf=Rennen anlangt, so chavakterisieren die Zeilen des Artikels ihren Verfasser als einen Herrn, dem wir jede Qualifikation als Sportsmann absprechen müssen. Ein 3600 Meter=Rennen, das krotz eines durch die Witterung herbeigeführten schwierigen Geläufes sich in ca. 4 Minuten abspielt, bedeutet unseres Erachtens eine hervoragende Leistung für die Pferde; wenn des Verfassers Schaukelpferde, die augenscheinlich nur als Trugbilder seiner Phantasie auf den etwas zu starken Korkengeruch, der sich in der Umgebung der Sektbuden bemerkbar machte, zurückzuführen sind, auch derartige Leistungen aufzuweisen haben, so kann man versucht sein, anzunehmen, daß diese Pferdchen mittels eines starken elektrischen Werkes getrieben werden. Betreff der Deutung des Sportsausdruckes „Finish“ empfehlen wir dem Artikelschreiber die Einsicht in ein Konversationslexikon. Uns war es bisher unbekannt, daß man die Pferde der Rennstallbesitzer mit Schindern vergleicht; ganz unbegreiflich will es uns aber scheinen, daß die Leitung des Dortmunder Tursplatzes es zugeben sollte, daß Schinder— die meisten Pferde des dritten Rennens starteten auch in Dortmund— auch dort zum Start zugelassen werden. Ein gesunder Menschenverstand läßt sich durch einen solchen Sportsmann nicht beeinflussen, weiß er doch wohl zu schätzen, was unser Sportplatz ihm bietet. Das hat sich auch die ganze Reihe von Jahren gezeigt, wo die sportsliebende Welt mit Spannung die Tage von Waltrop herbeisehnte, und in hellen Strömen von nah und fern herbeieilte, um sich an dem hier Gebotenen zu ergötzen. Leider hat ihnen die Witterung oft einen Strich durch die Rechnung gemacht, was auch der Grund dafür ist, daß der Verein an eine Vergrößerung der Tribüne nicht herantreten konnte. Soviel aber steht fest: Was Dortmund im großen Maßstabe bietet, das bietet prozentualiter ganz gewiß der Waltroper Tursplatz. Mehrere Mitglieder des Waltroper Rennvereins. manche Spaziergänger suchen, ist es zuweilen schlecht bestellt. Auf der großen Wiese, dem Forsthause gegenüber, halten des Nachmittags öfter die Schulen ihre Spielstunden ab und daß solche kleinen Veranstaltungen sich nicht lautlos abwickeln, liegt auf der Hand. Man muß den Kindern aber ihr Vergnügen gönnen und da das Westerholz keine besonders große Schar von Waldsängern beherbergt, deren melodisches Gezwitscher durch das Toben und Schreien der spielenden Kleinen gestört werden könnte, so kann man diesen Uebelstand gnädig hinnehmen und sich am Anblick der im unschuldigen Spiel sich austobenden Jugend schadlos halten. Der Teich bietet vorzügliche Gelegenheit zu einer Kahnpartie; nur hätte die Stadt etwas leichtere Boote und weniger klobige Ruder anschaffen dürfen. Die Handhabung der Ruder und das Dirigieren des Kahnes nach verschiedenen Richtungen ist immer mit einigen Schwierigkeiten verknüpft; ein paar der Boote sind in der Bauart recht schwerfällig; sie streben strickte nach einer Richtung und hat man sie glücklich unter Aufbietung aller Kräfte mit den verteufelt schweren Riemen dahin gepullt, wohin man sie haben will, so verfallen sie gleich darauf wieder in ihren Starrsinn und gondeln auf eigene Faust nach der selbstgewählten Himmelsrichtung. Die Boote sind aber nun einmal da und die Stadt wird sich nicht dazu herbeilassen andere anzuschaffen; jeder Kahnpartiefreund muß sich deshalb so gut er kann mit dem geschilderten Uebel abfinden. Ein brennender Personenwagen befand sich Samstag morgen in einem von Köln kommenden Personenzuge. Der Wagen wurde ausgesetzt und der Zug erhielt dadurch eine halbe Stunde Verspätung. Das Heißlaufen der Achse war die Uusache der Erscheinung.— In den letzten Tagen war ein außergewöhnlich starker Personenverkehr wegen der eingetretenen besseren Witterung. Eine Anzahl Züge hatten deshalb, besonders am Samstag, erhebliche Verspätungen. Aus dem Dortmund, 28. Juli. 3. Strafkammer. Wegen Beleidigung des Kriminalkommissars Elzholz hatte sich s. Zt. der Kaufmann Alois Scheller von hier vor dem hiesigen Schöffengericht zu verantworten, und wurde damals zu einer Gefängnisstrafe von 4 Wochen verurteil. Gegen das schöffengerichtliche Urteil legte der Angeklagte Berufung ein, aber nur mit der Begründung, daß ihm die Strafe zu hoch erscheine— den Tatbestand gab er zu. Die Berufungskammer schloß sich den Ansichten des Angeklagten an und erkannte, bei Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils, auf 800 Mark Geldstrafe. 4. Strafkammer. Auch ein Beleidigungsprozeß. Vor dem hiesigen Schöffengericht hatte sich s. Zt. der Kr. wegen Beleidigung zu veranworten, und zwar weil er einer Gastwirtin, die bei ihm das Lokal gepachtet und ohne sein Wissen einige ihm gehörige Sachen in Gebrauch genommen hatte, durch einen Arbeiter sagen ließ, wenn sie ihm die Sachen nicht baldigst zurückgebe, dann„solle sie der Teufel holen!" DasSchöffengericht erkannte auf 5 Mark Geldstrafe, und heute wurde die gegen dieses Urteil vom Angeklagten eingelegte Berufung verworfen. terland und singk, aber was! Das kann ich nicht verstehen. Wir haben noch etwas über 200 Kilometer zu fliegen. Das Wetter ist ein klein wenig besser geworden. Die Maschine geht ruhiger. Ich konnte lange Zeit nicht schreiben, denn ich war beschäftigt mit Benzinpumpen. Wir haben noch etwas über 25 Liter Benzin da. Hoffentlich reicht es bis Paris. Das Wetter wird wieder schlechter. Die Sonne scheint zwar, doch ist es dabei sehr böig. Eben zeigt uns die Karte Paris; aber wir sehen noch nichts davon. Anscheinend sind wir aber in der Nähe. Jetzt bekommen wir fürchterliche Böen. Unten ist eine große Stadt. Die Uhr ist 3¼. Jetzt wird es immer nebliger. Wir haben nur noch 10 Liter Benzin, aber Paris sehen wie noch immer nicht. Wie schade! Wir müssen landen vor dem Ziel. Letort stellte den Motor ab und wir gehen aus 1200 Meter Höhe zum Gleitflug über. Je näher wir der Erde kommen, desto mehr schleudert der Apparat. Augenblicklich kann man nichts mit der Maschine machen, denn sie fällt 20 bis 80 Meter ohne unsern Willen. Ich glaube kaum, daß wir gut herunterkommen und mache mich schon auf einen Sturz gefaßt. Die Maschine ist jetzt noch 20 Meter über dem Boden; wir suchen einen Landungsplatz. Die Temperatur ist heiß über der Erde; infolgedessen schleudert unser Apparat sehr stark. Wir finden anfangs keinen Landungsplatz; endlich sehen wir ein Stück Erde, und Letort will dort landen. Hier brechen die Aufzeichnungen ab. Ueber die Landung teilt uns dann die Fliegerin noch folgendes mit: Dicht über der Erde bekamen wir bei der Landung eine Bö, und der Apparat wurde auf den Boden geworfen. Eine Sekunde, und die Maschine hat sich überschlagen. Ich wurde herausgeschleudert und lag ganz flach auf dem Boden und die Maschine über mir. Letort blieb auf seinem Platz, mit dem Kopf im Boden und den Füßen hoch. Wir lagen beide unter der Maschine und konnten nicht heraus. Der Druck der auf mir liegenden Maschine wurde immer schwerer, so daß ich es kaum aushalten konnte. So lagen wir ungefähr 30 Minuten, bis endlich die Bauern zusammenliefen, um uns zu helfen. Ich war froh, daß endlich die Maschine aufgehoben wurde. Mir und Letort ist nichts passiert. Gewundert habe ich mich, als ich sah, daß auch die Maschine vollständig heil war; nur der obere Spannturm war gebrochen, der Propeller blieb unversehrt. Wir erfuhren nun, daß wir 100 Kilometer von Paris entfernt waren. Der starke Seitenwind, den wir von Lüttich ab gehabt hatten, hatte uns von der Richtung nach links abgetrieben, und wir hatten es infolge des dichten Nebels nicht bemerkt. Die Entfernung, die wir bis Paris zu durchfliegen hatten, hatten wir zurückgelegt; doch waren wir nicht an Paris vorbeigeflogen. bist der zweite.“ Aber das war mir denn doch ein wenig zu bunt.„Hör' mal, Bruder Serbe,“ sagte ich zu ihm,„alle Achtung vor Dir, aber ich bin nie der zweite gewesen und habe auch jetzt nicht Lust dazu. Ich will für Dich kämpfen, aber beschimpfen laß ich mich nicht.“„Und was sagte er dann?“ „O, da alle unsere Helden ebenso sprachen, sah er, daß er nichts machen konnte und hörte auf, uns zu zählen und nach unserer Tapferkeit zu ordnen. Ein Tschernagore läßt sich nicht beschimpfen.“ Und nach einer Weile fuhr er nachdenklich fort:„Ich verstehe die Leute hier in Serbien nicht. Bei uns kommt die Frau mit in den Krieg und kocht für ihn, während er mit dem Feinde kämpft. Aber als wir hierher kamen, erschien der Offizier und brachte uns Bohnen und Kartoffeln und Fleisch.„Das ist Euer Essen,“ sagte er,„einer von Euch muß kochen. Ha, kochen! Was sagen Sie dazu? Ein Tschernagore kochen! Wir sagten ihm: Wir sind gekommen, um zu kämpfen, nicht aber um zu kochen. Und wenn der heilige Nikolaus selbst kame, wir würden für ihn nicht kochen. Du kannst kochen, aber wir kochen nicht. Und das Gemüse warfen wir fort, und das Fleisch rösteten wir am Feuer. Als er dann später sah, daß er mit uns nichts anfangen konnte, ließ er uns in Ruhe und alles war in schönster Ordnung. Zuerst meinte er noch, wir sollten beim Schießen liegen, aber das tut kein Tschernagore. Wir sind doch keine Arnauten. Wir stehen beim Schießen, um besser zu sehen. Sie könnten mir Gott weiß wieviel Schafe geben, ich würde mich Ich V Ar nicht legen. Ich vin kein urnaute, Der Flug Köln=Paris. das Westerholz ist bei schönem Wetter— also gerade jetzt ** Ziel vie“* — das#u vieler Spazierganger. Das liegt zum Teil daran,— so meint einer unserer Leser— daß es für die Anwohner des Nordens die einzigste Erholungsstätte ist, die einigermaßen bequem liegt und nicht, wie z. B. der Kaiser=Hain etc. über eine Stunde Wegs erfordert bis man ihn erreicht hat; zum andern weitaus großen Teile aber ergibt sich der große Zuspruch aus der Annehmlichkeit selbst, die das Spazierengehen im Westerholz bietet. Der Großstädter hat leider gelernt, auf den öfteren Aufenthalt in Wäldern zu verzichten; will er sich diesen Genuß einmal gönnen, so erfordert das einige Umstände, die ihm die Sache schon von vornherein verleiden können. Die nähere Umgebung der Stadt, besonders einer Industriestadt wie Dortmund, ist waldlos, wenigstens hat sie nicht das aufzuweisen, was man unter Wald versteht; will man seine Freizeit, etwa einen Sonntag in einem Walde zubringen, ist man genötigt, mehrere Wegstunden lang zu laufen oder aber der Bequemlichkeit wegen die Eisenbahn zu benutzen, und da man den Rückweg ebenso auf eine dieser beiden Arten zurücklegen muß, so geht ein großer Teil der Erholung, die einem der gemachte Waldspaziergang gebracht hat, verloren; denn Eisenbahnfahrt und allzu langes, eiliges Laufen wirken in der Regel auf den Körper wie stundenlange Arbeit! Es liegt daher ganz auf der Hand, daß ein großer Teil der Dortmunder Spaztergänger, sobald die Witterung es erlaubt, das Westerholz aufsucht. Aber dennoch hat das Westerholz, oder der Fredenbaumwald, seine Schönheiten und Vorzüge, sie wollen nur richtig gesehen und aufgesaßt sein. Man kann wohl sagen, daß der Fredenbaumwald allen Naturfreunden gefällt; wer für sein säuberlich gepflegte Anlagen schwärmt, kommt auf seine Kosten und wer das Wild=Romantische liebt, fährt ebenfalls nicht zu kurz. Läßt der Naturfreund von der ersten Sorte sich auf einer Bank in der unmittelbaren Nähe des Kahnteiches nieder, so hat er ein Bild vor sich, über das er nicht nörgeln kann. Die einzelnen, den Teich umgebenden Anlagen sind mit viel Geschmack angeordnet, stets gut gepflegt und verraten, daß der betr. Gärtner nicht nur mit trockenem Pflichtgefühl, sondern auch mit viel Liebe seiner Arbeit nachgeht. An Tagen, an denen die Sonne scheint, vermißt man allerdings an dieser Stelle den Schatten; die meisten Bänke in der Nähe des Teiches stehen außerhalb des Bereiches der Bäume und sind daher den Sonnenstrahlen von allen Seiten ausgesetzt. Wit der Arb uud Sinsamkeit ellendings, dis Paris, 28. Juli. Wie die Fliegevin Galan schikow der„Köln. Ztg.“ mitteilt, ist sie am Samstagnachmittag gegen 4 Uhr mit dem französischen Flieger Letort 100 Kilometer seitwärts von Paris gelandet. In dem starken„Nebel, den die Flieger fast während des ganzen Fluges hatten, hatten sie die Richtung verloren und sich verflogen. Bei der Landung überschlug sich das Flugzeug; doch blieben Letort und Fräulein Galanschikow unverletzt. Ueber den Flug schreibt die Fliegerin in ihrem Tagebuch, das sie der genannten Zeitung zusandte, folgendes: Köln, 26. Juli. Mittags 11 Uhr 40 Min. aufgestiegen. Es ist sehr neblig, man sieht sehr wenig. Augenblicklich ist es wenig interessant zu fliegen, weil man nichts sieht. Der Apparat schaukelt recht stark. 11 Uhr 55 Min. Durch den dichten Nebel sehe ich ein kleines Dorf und die Eisenbahn. Ich hoffe, daß der Nebel vergehen wird. 12 Uhr 10 Min. Eine starke Bö wirft den Apparat fortwährend. 12 Uhr 12 Min. Vor uns ist es gane dunkel und liegt starker Nebel. Wir haben jetzt einen sehr großen Wald überflogen. Herrgott, hat es uns da geschleudert. Es waren Augenblicke, in denen die Maschine durchfiel auf 50 bis 60 Meter. Das Ueberlandfliegen ist anscheinend doch nicht so leicht bei schlechtem Wetter wie man es sich denkt. Wir fliegen fortwährend durch die Wolken. Unter uns sehe ich jetzt lauter große Berge. Es sieht so unheimlich aus, besonders bei dem Gedanken, daß der Motor stehen bleiben könnte. 12 Uhr 85 Min. Jetzt haben wir die Berge überflogen und den dichten Nebel auch überstanden. Wir sehen wieder ganz gut die Erde. In 1200 Meter Höhe schaukelt es uns wahnsinnig. Es sind Augenblicke, in denen es mir vorkommt, als ob der Apparat in der Luft gerade läge und die Erde schief. Die Sonne schien bis jetzt eine lange Zeit; jetzt verschwindet sie, und vor uns ist wieder dichter Nebel. Wieder sehe ich einige Berge, und es kommt mir vor, als ob sie in einer Hohe mit uns lägen, das heißt, in 1800 Meter Höhe, und ich habe das Gefühl, daß wir direkt in die Berge hineinfliegen. Ueber Wälder und Berge schleudert es uns furchtbar. Die Uhr ist 12 Uhr 50 Min. Wir fliegen durch eine ganz schwarze Wolke. Letort geht etwas herunter. Jetzt war das Schaukeln so schlimm, daß Letort noch mehr herunterging. Aber je niedriger wir sind, desto mehr wird die Maschine geworfen. Die Karte zeigt uns wieder Berge. Eine große schwarze Wolke ist über uns. Es sieht so aus, als ob sie auf uns fallen wollte. Gott, wenn es doch wieder besseres Wetter würde! Es wird tatsächlich immer unangenehmer zu fliegen. 1 Uhr. Wir bekommen etwas Regen, der immer stärker wird. Unter uns liegt eine kleine Stadt; links sehe ich hohe Berge. 1 Uhr 20 Min. Lüttich ist vorbei; es lag rechts von uns. Jetzt bekommen wir wieder Böen und Regen. Die Höhe beträgt 1300 Meter. Zwischen Regen und Nebel kommt ab und zu die Sonne. 1 Uhr 25 Min. Letort hat den Motor abgestellt und ist bis auf 800 Meter heruntergegangen. Es schaukelt sehr stark. Es kommt mir vor, als ob die Maschine jeden Augenblick umkippen wurde. 1 Uhr 30 Min. Regen und Nebel. Die Maschine schleudert bald rechts, bald links. Das Gesicht fängt an zu schmerzen, denn der Regen sticht wie Nadeln. 1 Uhr 40 Min. Unten sehe ich einen ausgedehnten Wald, neben ihm ein Dorf: die Häuser sind alle grau und sehen von der Höhe so niedlich aus. 2 Uhr 46 Min. Letort zeigt mir, daß wir schon in Frankuind. En knmt sich kehn und begrüßt sein BaLeipzig, 28. Juli.(Der Feuerwehr= Festzug.) Der 18. Deutsche Reichsfeuerwehrtag erreichte mit dem Sonntagsfestzug, an dem sich 20000 Feuerwehrleute beteiligten, seinen Höhepunkt. Der Andrang des Publikums war ebenso groß wie beim Deutschen Turnfest vor 14 Tagen. Das herrliche Sommerwetter hatte ganz Leipzig auf die Beine gebracht und schon vom frühen Morgen an wurden die Straßen von einer erwartungsvollen Menge dicht besetzt. Der Festzug formierte sich von 10 Uhr ab auf den Frankfurter Wiesen und setzte sich um ½12 Uhr in Bewegung. Er nahm den Weg durch die Frankfurter Straße, den Ranstädter Steinweg, am Fischerplatz entlang über den Thomasring, den Rathausring, marschierten dann am Königsplatz vorbei, über den Roßplatz am Gebäude der Kreishauptmannschaft vorüber, wo, auf dem Balkon als Vertreter des Königs von Sachsen dessen Bruder, der Prinz Johann Georg, den Zug abnahm. Der Vorbeimarsch dauerte über eine Stunde. Wenn dem Zuge auch Fahnen fehlten und auf Festwagen verzichtet worden war, so wirkten die gewaltigen Massen der Feuerwehrmänner, die in Paradeuniform vorbeimarschierten, imposant. 20 Musikkapellen, die zum Teil von der Feuerwehr selbst gestellt wurden, waren im Zuge verteilt. Die Spitze bildeten die Mitglieder des Deutschen Reichsfeuerwehr=Ausschusses und des Hauptausschusses in ihren Wagen, dann folgten die Fachausschüsse für den Feuerwehrtag, die Ehrengaste und Vertreter der Behörden und großen Städte, die Mitglieder des Verbandes deutscher Berufsfeuerwehren sind. Es folgten die ausländischen Feuerwehren darunter die von Oesterreich=Ungarn, Rußland, Dänemark, Italien, Schweden, England und Schweiz. —(Können Schmetterlinge hören?) Ob die Insekten fähig sind zu hören und auch entsprechende Gehörorgane besitzen, ist noch immer eine umstrittene Frage. Wie die„Naturwissenschaftliche Wochenschrift" berichtet, hat K. Peter über das Hörvermögen des Schmetterlings neuerdings Versuche angestellt und hat hierbei folgendes gefunden: Während die Männchen des Flechtenspinners auf der Suche nach einem Weibchen sind, lassen sie niedrig über der Erde fliegend, ein knackendes Geräusch hören. Das im Grase sitzende Weibchen reagiert hierauf durch lebhaftes Zittern der Flügel und des Leibes. Das hierdurch aufmerksam gemachte Männchen geht zur Erde nieder, eilt auf das Weibchen zu, wovei es mehrere Male hintereinander eigentümlich laut knackt. Jeder Ton löst eine Zitterbewegung des Weibchens aus, bis die Tiere dann schließlich zur Paarung schreiten. Man könnte daran denken, daß der bei Schmetterlingen hoch entwickelte Geruchssinn das Zusammentreffen der Geschlechter wie in Fällen, so auch hier herbeiführe und daß die Lautäußerungen nur sekundäre Erscheinungen seien. Dem widersprechen aber die Beobachtungen. Es war für die Bewegung des Weibchens durchaus gleichgültig, ob das Männchen vor dem Wind, gegen den Wind oder seitlich saß. Auch wenn das Mannchen unsichtbar vor dem Weibchen seinen Knacklaut ertönen ließ, erfolgte auf der Stelle die geschilderte Reaktion des Weibchens, sodaß an der Existenz eines Hörvermögens nicht zu zweifeln ist. der, Die vorbeimarschierenden Truppen wurden durch Schilder, die von Pfadfindern getragen wurden, angekündigt. Das Publikum begrüßte die Gäste in herzlicher Weise mit den immer wiederholten Rufen„Gut Wehr", mit Schwenken der Hüte und Taschentücher und mit Zuwerfen von Blumen. Schließlich befand sich kein Feuerwehrmann mehr im Zuge, der nicht mit Blumen geschmückt war. Nachdem der Zug die Kreishauptmannschaft passiert hatte, marschierte er am Augustusplatz vorbei durch die Johannisgasse und erreichte um ½2 Uhr den Johannisplatz, wo er sich auflöste. Die ganze Veranstaltung war aufs beste gelungen und hatte den lebhaften Beifall des Leipziger Publikums gefunden. erge und die Disziplin.) Daß die serbischen Offiziere die den Befehl über das montenegrinische Hilfskorps im jetzigen Balkankriege übernahmen, am Anfang ihre liebe Not hatten mit den an selbständige Unabhängigkeit gewöhnten Söhne der Schwarzen Berge fertig zu werden, zeigt ein Gespräch, das in diesen Tagen ein englischer Kriegskorrespondent in einem Belgrader Lazarett mit einem verwundeten Montenegriner führen konnte. Als er gefragt wurde, wie ihm seine serbischen Brü. der gefielen, erzählte der wackere Kämpe:„O, sie sterben schön,“ und nickte billigend;„und warum sollten sie auch nicht? Sie sind Serben, genau wie wir. Woher sollten sie Furcht kennen! Aber wissen Sie,“ und er wurde vertraulicher und senkte die Stimme,„es ist schon recht und gut in Serbien, aber es gibt hier doch Dinge, die ein echter Tschernagore niemals ertragen könnte. Als wir hörten, daß die Bulgaren unsere serbischen Brüder verraten hatten, zogen sofort 12.500 von unseren Helden(der Montenegriner spricht von seinen Landsleuten stets als„junatsi“, als Helden) zu ihrer Hilfe. Wir wollten nichts als kämpfen, aber da kamen serbische Offiziere und wollten mit uns alle möglichen Geschichten aufstellen. Wir sollten sie grüßen, still stehen. Ehre und Achtung sei ihnen, aber solche Sachen sind bei uns nicht Sitte.“ „Was sollten Sie denn tun?"„O, als wir kamen. sagten die Offiziere, wir müßten nun Disziplin lernen. Wozu soll ein echter Tschernagore Disziplin lernen! Haben wir nicht Skutari erobert? Und wer kann uns nachsagen, wir hätten irgend etwas von jener gottverdammten schwabischen Disziplin! Also wir kamen in Serbien an, und der Offzier nahm mich und meine Brüder und stellte uns in die Sonne und ließ uns ihn ansehen. Und dann kam er und deutete auf jeden von uns.„Du bis der erste,“ togte er, und zu mir sagte ur:„Du —(Die„Feuerfalle“.) Je genauere Einzelheiten von dem Brande der großen Kleiderfabrik von Binghampton im Staate Newyork bekannt werden, desto düsterer wird das Bild dieser furchtbaren Tragödie, die von neuem bestätigt, wie oberflächlich die amerikanische Feuerpolizei ihr Aufsichtsrecht über die großen Industriegebäude ausübt oder wie leichtfertig manche Fabrikbesitzer die Sicherheit ihrer Angestellten vernachlässigen. Es zeigt sich, daß die abgebrannte Fabrik in Bing hampton nach dem Ausdruck Newyorker Blätter geradezu eine„Feuerfalle" war, denn ausgenommen das äußere Mauerwerk bestand das ganze Bauwerk vollkommen aus Holz, und vom zweiten Stockwerk zu den beiden oberen Etagen führte überhaupt nur eine einzige schmale Holztreppe. Als Rettungsweg in Feuersnot gab es nur zwei Treppen, die vom zweiten Stockwerk zur Straße führten. Da das Holzwerk der Fabrikräume gründlich ausgetrocknet und zum Teil noch durch das von den Maschinen abtropfende Oel imprägniert war, mußte jede Feuersgefahr unfehlbar zu einer Katastrophe führen: und in der Tat dauerte der verhängnisvolle Brand auch nur 20 Minuten, dann war die ganze Fabrik ausgebrannt. Die Zahl der Toten ist viel größer, als man ursprünglich annahm; sie wird 75 Menschen übersteigen, ungerechnet die Unglücklichen, die ihren furchtbaren Verletzungen erliegen werden. Die meisten der Toten sind junge Mädchen zwischen 14—20 Jahren, die im obersten Stockwerk der vierstöckigen Fabrik tätig waren und bei der ungeheuren Schnelligkeit, mit der das Feuer in dem ausgedörrten Holzbau sich ausdehnte, nach wenigen Minuten bereits jede Rettung abgeschnitten sahen. Dazu kam noch, daß die Feuerwehr erst 10 Minuten nach Ausbruch des Brandes eintraf: inzwischen war die Glut bereits so groß geworden, daß es kaum möglich war, sich dem brennenden Gebäude auf mehr als 60—70 Meter zu nähern. Die Beamten der Gesellschaft, die Eigentümerin der „Feuerfalle" war, suchen geltend zu machen, daß die Mädchen das Alarmsignal der Feuerglocke anfangs nicht ernst genommen hatten, sie glaubten nur an einen Probealarm, eilten sich nicht sehr, und die auf diese Weise versäumten 2 Minuten wurden ihnen verhängnisvoll. Als die Mädchen in den oberen Stockwerken sahen, daß es ernst war, war den meisten von ihnen der Weg über die Treppe bereits abgeschnitten. Es spielten sich grauenvolle Szenen ab, die jeder Beschreibung spotten. Eine Reihe von Mädchen starb in den Flammen, ehe es ihnen auch nur möglich war, das Fenster zu erreichen, andere suchten über die Kopfe der schon draußen Stehenden hinwegzuklettern und stürzten kopfüber über das Gitter auf die Straße hinab, wo sie mit zerschmetterten Gliedern lieben blieben. An den Eisentreppen der zweiten Etage sah man Dutzende von Mädchen hängen, während die Glut in gewaltigen Flammen aus den Fenstern herausschoß, die krampfhaft gekrümmten Finger der Opfer löste und die Unglucklichen zu sicherem Tode hinabschleuderte. Es fielen eine Zeit lang so viel Körper herab, daß es den Menschen auf der Straße unmöglich wurde, die herabgestürzten Opfer wegzuziehen, da man befürchten mußte, von den herabfallenden Menschenkörpern erschlagen zu werden. In den unteren Stockwerken retteten sich eine Anzahl Mädchen dadurch, daß sie noch im rechten Augenblick herabsprangen, wobei sie freilich fast durchweg sehr schwere Verletzungen erlitten. Sechs von ihnen wurden plötzlich wahnsinnig und stürzten zu dem benachbarten Flusse, wo sie ertranken, ehe ihnen Hilfe gespendet werden konnte. Die meisten Leichen, die jetzt aus den Trümmern geborgen werden, sind vollkommen unkenntlich. Mit Entrüstung weist die Presse darauf hin, daß die Inspektoren der Feuerpolizei erst kürzlich die Fabrik besichtigten und in ihren Berichten die Feuersgefahr als geringfügig darstellten. Wahrscheinlich wird der Staatsanwalt ein Verfahren gegen die Fabrikbesitzer einleiten Einwirkung des Gesottters auf Re Farbe von Schmetterlingen. Man hat nämlich die höchst eigenartige Warnehmung gemacht, daß Schmetterlinge die gerade während eines Gewitters ihren Puppen entschlüpften, anders gefärbt waren, als ihre bei normaler Witterung ausgekrochenen Artgenossen, Die Farbenveränderungen waren in manchen Fällen so intensiv, daß sich beispielweise aus den Puppen blauer Formen violette Tiere entwickelten. oder, wie Kolbe berichtet, aus ursprünglich schwarzen Arten fast weiße Schmetterlinge hervorgingen, Die Einwirkung des Gewitters hatte hier sogar das Auftreten eines ausgesprochenenAlbinismus zur Folge. Ob sich die gleiche Erscheinung auch bei den übrigen Insektenordnungen zeigt, ließ sich noch nicht feststellen. Es ist aber keineswegs ausgeschlossen, daß die Gewitterelektrizität, verbunden mit dem plötzlich stark veränderten Luftdruck, auch auf die Farbe anderer, unter diesen Verhältnissen ausschlüpfender Insekten einen bestimmenden Einfluß besitzt, umsomehr, als gerade bei Insekten die Färbung in vielen Fällen hauptsächlich von der Wirkung äußerer Faktoren abhängt. Bei der verhältnismäßig geringen Anzahl derartiger Beobachtungen lassen sich sichere Schlüsse aus der unleugbar vorhandenen Tatsache der Farbenänderung aber noch nicht ziehen. —(Wie man unter Wasser kurbelt. „Als ich zuerst hinabstieg, war mir recht wenig wohl zu Mute, denn ich bin nervös, aber es ging gut, und die Aufnahme gelang vorzüglich. So beginnt Ernest Williamson, der Sohn des amerikanischen Erfinders eines Apparates für Unterwasser=Kinematographie den Bericht von seinen Erfahrungen als photographischer Taucher. In Hampton Roads machte er seine ersten Unterwasser=Aufnahmen. Der Apparat, der aus einem langen Rohr besteht, wurde von einem Boote aus ins Wasser hinabgelassen. Er kann bis zu 150 Meter in die Fluten versenkt werAm„„„„: —(Schmetterlingsfärbung und Gewitter.) Es ist bekannt, daß der starke atmosphärische Druck vor und während eines Gewitters die Natur und ihre Lebewesen in der verschiedensten Weise zu beeinflussen vermag. Zu den interessantesten der auf diesem Gebiete beobachteten gehört aber mohl ahne Zweitel die den. am Boden des großen mohres ist eine wasserdichte Kammer in der der Photograph mit einem gewöhnlichen Apparat sitzt und durch ein zwei Meter langes Rohr die Meerwelt beobachtete. Herabgelassene mächtige elektrische Lichter und Reflektoren, die dann plötzlich erleuchtet wurden, ermöglichten die submarinen Momentaufnahmen. Im Laufe der weiteren Versuche wurde der Apparat 10 Meter tief versenkt, und hier kurbelte nun der Photograph nach Herzenslust. Es gelangen ihm auch einige sehr interessante Aufnahmen von Fischen, die demnächst den Kinematographentheatern zur Vorführung zu. gänglich gemacht werden. Der endlose Regen. Angesichts der unaufhaltsam herniederflutenden Regenmassen mag es schwachen Troft gewähren, daß vor 99 Jahren im Juli 1814 genau dieselbe Sintflut über unsere Gegend herniedergegangen ist. A. Baumgartner schreibt im 7. Stück des K. B. Intelligenzblattes 1814 über die seit drei Jahren anhaltenden Sommerregen folgendes: „Die einsichtsvollesten Männer waren in Verlegenheit, den Ursachen, welche seit drei Jahren diese unausgesetzten Regen im Sommer veranlaßt haben, auf die Spur zu kommen. Selbst durch die soxgfältigsten Barometer=Beobachtungen wurde man irre geführt, und es geschah meistens das Gegenteil von dem, was der Barometer hoffen ließ. Die einzelnen Menschen, welche diesen häufigen Regen den zur Ehre unseres Zeitalters auf vielen Punkten aufgestellten Blitzableitern zuschreiben wollen, werden sich bei näherem Nachdenken wohl selbst bescheiden, daß diese Blitzableiter nur für die unmittelbaren Umgebungen auf die wohltätigste Weise zu wirken vermögend, keineswegs aber im Stande sind, in der Temperatur der Luft von einem ganzen Striche Landes eine nach teilige Wirkung hervorzubringen.— Die Urkräfte, welche die Natur in ihre Elemente gelegt hat, sind bis jetzt nicht zu ergründen gewesen. In dieser Ungewißheit über die Urkräfte der Natur haben einsichtsvolle Männer einigen Grund der gegenwärtigen auffallenden Witterungsereignisse in den bisherigen unaufhörlichen Kriegen zu finden geglaubt. So viele tausend Zentner verschosjenes Pulver mußte durch die Eigenschaft des entzündeten und entwickelten Salpeters und Schwefels notwendig eine große Veränderung in der Luft hervorbringen, welche durch diesen menschlichen Donner erschüttert worden ist. Niemand ist imstande, zu berechnen, wie weit diese in der Luft hervorgebrachten chemischen Zersetzungen zu wirken vermögen. Konkursnachrichten. ##— Eröffnungstermin; A= Anmeldefrist=Ablauf:—r Gläubiger=Versammlung;-Prüfungstermin. Westfale Höchsten, 28. Juli. wurde in der Nacht Sämtliche Ehrenpfort Schützenfestes von dei waren, wurden abgese Westhofen, 28. J Besitzung des Landw der Amtsrentmeister von 17500 Mark. Westhofen, 28. Ji Bau der große Wege=Ueberfuh und Rettelmühle sind ren beendet. Die mel Seite der Ueberführ bepflanzt und mit den. Ein wenig südl Fußgängerweg. In 1 südlichen Seite der 1 straße und der Bahn sperrt werden. Auch Neubauten fertiggeste hof ein städtisches A ist man mit dem Ba syburg beschäftigt. D folge der Bahnhofsverändert. Recklinghausen, 2 dantengeschicht Müller aus Essen 5 ehrliche Weise 13 350 bracht. Da er fürchte barte er sich seinem Onkel, dem Buchhalt gab diesem gegen ei einen Barbetrag von läufigen Aufbewahrt Mittater bej dem GeMai 1910 von der Jahren und sechs 2 die er inzwischen ver nach seiner Entlassur Tür seines Onkels seines Guthabens vi ihn dieser hohnlacher Mäuse hätten die Sch Mark zufrieden sein gleich erhalten. Und von dem betrogenen nis der Behörden u gegen Döveling und Begünstigung des M ung von 8000 Mar und heute stand in chumer Strafkamme bestritten entschieden Neffen Kenntnis gehhabe ihnen 11000 2 haben wollte. Nach ten hat Müller das 900 und 800 Mark z1 träge hätten sie mit Keffen für sich verwei nis hat der Angekla suchungsgefangenen schrieben, der ein enthält. Der Brief n Augenblick entrissen, stecken wollte. In di sitzende in der Gerich Döveling, daß er sech bekommen werde. Zu zwölf Zeugen gelade vassen, damit man Verlaufe der Vernel die angeklagten Ebe gelebt haben, obwoh Der inzwischen zun blieb auch heute da 8000 Mark zu forde weisaufnahme besch geß auf unbestimmt weitere Zeugen gela Aachen, 28. Juli. In Wevebachtal zwi Orte Scheverhütte Blitz in eine Mädch rung eines Dechante hatte. Der Blitz strec rend zwei sich aus ren die drei anderen chen war so schwer gelähmt und ohne K noch schwer daniede telephonierte nach de aus welchem sofort die Mädchen zum sämtlichen Mädchen versengt, außerdem den auf. Dem schwei durch den Körper g einen Schuh vom Verletzten stehen im besteht Hoffnung, da Aachen, 28. Jul dersammlunge bezirk abgehalten: angenommen worde die Untersuchung üb Carolus Magnus ol schieden geführt und ob der vorläufige setzlichen Vorschrifte Berlin, 29. Ju nahm eine feste Ha kan stillschweigend die bevorstehenden auf feste Auslandob lich auch Wien und ten, woraus die Bi dortigen Plätzen B digen Vorgehens## hegte. Dieser Auf Börse an. Für de besondere in Betra werte bevorzugt n waiter bessere Eisen dungen über neue und Bleche vom lich fiel auch ins lung einen glatten der Hauptsache erl Schiebungsgeld 5 der boiden großen von der Börse nu annimmt, daß im heit genug zu ein Paketfahrt und Ll letztere sogar ein Hamburg=Südame: rung, die sich bei noch um 1 Proz. A A auf Ne Farbe von nämlich die höchst eigenht, daß Schmetterlinge Gewitters ihren Puppen# bt waren, als ihre bei zekrochenen Artgenossen. waren in manchen beispielweise aus der lette Tiere entwickelten, us ursprünglich schwar. etterlinge hervorgingen. ers batte hier sogar das ochenen Albinismus zur irscheinung auch bei den zeigt, ließ sich noch über keineswegs ausge. relektrizität, verbunden inderten Luftdruck, auch ter diesen Verhältnissen nen bestimmenden Eingerade bei Insekten die hauptsächlich von der abhängt. Bei der verahl derartiger Beobachchlüsse aus der unleug. der Farbenänderung Wasser kurbelt. ur mir recht, wenig wohl aber es ging gut, und glich.“ So beginnt Erdes amerikanischen ErUnterwasser=Kinematoeinen Erfahrungen als In Hampton Rogds wasser=Aufnahmen. Der zen Rohr besteht, wurde zasser binabgelassen. Er ie Fluten, versenkt werRohres ist eine wasserPhotoaraph mit einen nd durch ein zwei Meselt heobachtete. HerabLichter und Reflektohtet wurden, ermöglichaufnahmen. Im Lause der Apparat 10 Meter lie nun der Vhotograh en ihm auch einige sehr Fischen, die demnächst n zur Vorführung zuRegen. sam herniederflutenden achen Troft gewähren, li 1814 genau dieselbe end herniedergegangen schreibt im 7. Stück 1814 über die seit drei erregen folgendes: känner waren in Verelche seit drei Jahren im Sommer veranlaßt imen. Selbst durch die Beobachtungen wurde geschah meistens das der Barometer hoffen sen, welche diesen häuunseres Zeitalters auf en Blitzableitern zubei näherem Nachdendaß diese Blitzableiter Umgebungen auf die en vermögend, keinesin der Temperatur der siche Landes eine nachngen.— Die Urkräfte, emente gelegt hat, sind er ch über die Urkräfte der Känner einigen Grund den Witterungsereigufhörlichen Kriegen zu usend Zentner verschosie Eigenschaft des entalpeters und Schwefels derung in der Luft hersen menschlichen Doniemand ist imstande, zu der Luft hervorgebrachzu wirken vermögen. richten. eldefrist=Ablauf:.— P— Prüfungstermin. Westfalen=Rheinland. Höchsten, 28. Juli.(Ein gemeiner Streich) wurde in der Nacht auf Sonntag hier verübt. Sämtliche Ehrenpforten, die zur Verschönerung des Schützenfestes von den Bewohnern errichtet worden waren, wurden abgeschnitten. Westhofen, 28. Juli.(Besitzwechsel.) Die Besitzung des Landwirts Heinrich Krämer erwarb der Amtsrentmeister G. Weistenhöfer zum Preise von 17500 Mark. Westhofen, 28. Juli.(Die Arbeiten zum Bau der großen Straßenbahn= und Wege=Ueberführung) zwischen Wanneweg und Rettelmühle sind nunmehr nach ca. 1½ Jahren beendet. Die mehrere 100 Meter lange südliche Seite der Ueberführung ist mit Chausseebäumen bepflanzt und mit Eisengeländern versehen worden. Ein wenig südlicher befindet sich ein schmaler Fußgängerweg. In nächster Zeit wird die an der jüdlichen Seite der Ueberführung gelegene Unnaerstraße und der Bahnübergang für den Verkehr gesverrt werden. Auch am Bahnhof sind die Um= und Neubauten fertiggestellt und hat der hiesige Bahnhof ein städtisches Aussehen erreicht. Augenblicklich ist man mit dem Bau der Landstraße nach Hoheniyburg beschäftigt., Die hiesige Gegend hat sich infolge der Bahnhofs=Um= und Neubauten gewaltig verändert. Recklinghausen, 28. Juli.(Eine Defraudantengeschichte.) Der Kaufmann Wilhelm Müller aus Essen hatte im Jahre 1909 auf unehrliche Weise 13 350 Mark bares Geld an sich gebracht. Da er fürchtete, entdeckt zu werden, offenbarte ex sich seinem in Recklinghausen wohnenden Onkel, dem Buchhalter Franz Döveling, und übergab diesem gegen ein Schweigegeld von 500 Mark einen Barbetrag von rund 11.000 Mark zur vorläufigen Aufbewahrung. Müller wurde später als Mittäter bei dem Gelddiebstahl ermittelt und am 3. Mai 1910 von der Essener Strafkammer zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, die er inzwischen verbüßt hat. Als der junge Mann nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis an die Tür seines Onkels klopfte und die Ausbezahlung seines Guthabens von 8000 Mark begehrte, wies ihn dieser hohnlachend ab mit der Bemerkung, die Mäuse hätten die Scheine gefressen. Wenn er mit 15 Mark zufrieden sein wolle, könne er diesen Betrag gleich erhalten. Und dabei blieb er. Die Geschichte von dem betrogenen Betrüger gelangte zur Kenntnis der Behörden und die Folge davon war, daß gegen Döveling und dessen Ehefrau Anklage wegen Begünstigung des Müller sowie wegen Veruntreuung von 8000 Mark erhoben wurde. Sonnabend und heute stand in der Sache Termin vor der Bochumer Strafkammer an. Die Eheleute Döveling bestritten entschieden, von den Verfehlungen des Reffen Kenntnis gehabt zu haben. Der junge Mann habe ihnen 11.000 Mark übergeben, die er geerbt haben wollte. Nach der Darstellung der Angeklagten hat Müller das Geld bis auf zwei Beträge von 900 und 800 Mark zurückerhalten. Die letzteren Beträge hätten sie mit Genehmigung der Mutter ihres Keffen für sich verwendet. Im Untersuchungsgefängnis hat der Angeklagte Döveling an einen Untersuchungsgefangenen Volkmann einen Kassiber geschrieben, der ein vollständiges Schuldbekenntnis enthält. Der Brief wurde dem Angeklagten in dem Augenblick entrissen, als er ihn dem Volkmann zustecken wollte. In diesem Schreiben, das der Vorsitzende in der Gerichtsverhandlung verlas, erklärte Döveling, daß er sechs Monate Gefängnis zudiktiert bekommen werde. Zu dem anstehenden Texmin seien zwölf Zeugen geladen, und da heiße es höllisch aufbassen, damit man ihn nicht fange. Im weiteren Verlaufe der Vernehmung kam zur Sprache, daß die angeklagten Ebeleute im Jahre 1910 sehr flott gelebt haben, obwohl der Ehemann stellenlos war. Der inzwischen zum Militär eingezogene Müller blieb auch heute dabei, daß er von seinem Onkel 8000 Mark zu fordern habe. Nach eingehender Beweisaufnahme beschloß die Strafkammer, den Progeß auf unbestimmte Zeit zu vertagen. Es sollen weitere Zeugen geladen werden. Aachen, 28. Juli.(Schwerer Blitzschlag.) In Wevebachtal zwischen der Laufenburg und dem Orte Scheverhütte, schlug gestern nachmittag der Blitz in eine Mädchenkongregation, die unter Führung eines Dechanten einen Ausflug untevnommen hatte. Der Blitz streckte 5 Mädchen zu Boden. Während zwei sich aus ihrer Betäubung erholten, waren die drei anderen erhablicher verletzt. Ein Mädchen war so schwer verletzt, daß es bis zum Abend gelähmt und ohne Besinnung blieb und auch heute noch schwer danieder liegt. Der führende Dechant telephonierte nach dem Krankenhaus in Langerwehe, aus welchem sofort der leitende Arzt erschien und die Mädchen aum Krankenhause bringen ließ. Bei sämtlichen Mädchen sind die Schuhe und Kleider bersengt, außerdem weisen ihre Körver Brandwunden auf. Dem schwerverletzten Mädchen ist der Blitz durch den Körper gefayren und hat dem Mädchen einen Schuh vom Fuß gerisfen und zerfetzt. Die Verletzten stehen im Alter von 14—209, Jahren. Es besteht Hoffnung, daß alle wieder hergestellt werden. Sescan e zel de vere Verzaertet. dersammlungen), die gestern im Bergwerksbezirk abgehalten wurden, ist eine Entschließung angenommen worden, worin gefordert wird, daß die Untersuchung über das Unglück auf dem Schacht Carolus Magnus ohne Rücksicht auf Personen entschieden geführt und unter anderm festgestellt wende, ob der vorläufige Einbau der Eisenringe den gesetzlichen Vorschriften entsprochen habe. Vork waren Canada Pacifie 1 Proz. gebesserl und dann weiter um ½ Proz. anziehend, Baltimore behauptet. Infolge der Nachrichten über eine langsame Ueberwindung des Auslandes in Südchina konnten sich Schantungbahn=Aktien im Verlaufe um etwa 1 Proz. epholen. Von sonstigen Verkehrswerten waren Prinz=Heinrich=Bahn, Oesterreichische Südbahn, Anatolier unverändert. Auf dem Montanaktienmarkt fand teilweise ein lebhafteres Geschäft statt. Phönix und Harpener zogen fast 2 Proz. an, ferner gewannen 1 Proz. Bochumer, Gelsenkirchener und Aumetz. Außerdem waren DeutschLuremburger, Rombacher und Laurahütte fester, Kattowitzer und Oberschlesische Eisenindustrie behauptet dagegen Rheinische Stahlwerke schwächer, Hohenlohe=Aktien waren trotz der über die Erwartungen hinausgehenden Dividendenermäßigung nur leicht maßgebend, da auf eine Befestigung auf dem Zinkmarkt und die günstige Lage des oberschlesischen Kohlenmarktes verwiesen wurde. Elektrizitätswerte verzeichnen meist kleine Besserungen. A..=G. und Gesellschaft für elektvische Unternehmungen waren nach anfänglicher Abschwächung dann ebenfalls be-festigt. Von Bankaktien waren russische Werte und Handelsanteile gebessert, die andern wenig verändert. Deutsche Anleihen blieben behauptet. Im weitern Verlauf setzte sich die Befestigung fort, namentlich auch für Dresdener Bank, Rhein. Stahlwerke, Rombacher, Schuckert, Otavi. Der Geldmarkt war unverändert. Kurzfristiges Geld über Monatsschluß stellte sich auf 5 bis 5½ Proz. Fremde Wechsel waren eher leichter. Der 2 UhrSchluß war fest. Privatwechselzinsfuß 4¾ Proz. Vertmuch, B. Jul.(Städtischer viebhof.) Zu dem heutigen Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben: 788 Stück Großvieh, 268 Kälber, 48 Schafe, 2685 Schweine. Bez. f. 100 Pfd. Von den Schweinen wurden nach den borschriftsmäßig ausgesüllten Verkaufsscheinen verkauft zum Preise von 81 Mk. 386 Stück. 80 Mk. 385 Stück, 79 Mk. 90 Stück, 78 Mk. 41 Stück und unter 78 Mk. 25 Stück. Tendenz: Gut. Bergwerksgesellschaft Trier m. b. Der Vorstand berichtet über das Ergebnis der Gewerkschaft Trier—3. Danach haben sich Förderung und Absatz der beiden Zechen in normaler Weise weiter entwickelt. Die Nettoförderung betrug: im 1. Vierteljahr auf Zeche Radbod 182 015 (i. V. 124 929) Tonnen, Zeche Baldur 39.091 (7263) Tonnen, zusammen 221106(132192) Tonnen, im 2. Vierteljahr auf Radbod 202 727 (130 900) Tonnen, auf Baldur 55 597(14 879) Tonnen, zusammen 258324(145779) Tonnen, im Halbjahr 1913 auf Radbod 384 742(255 830) Tonnen, auf Baldur 94 688(22142) Tonnen, zusammen 479 430(277971) Tonnen. Die Kokserzeugung des 2. Vierteljahres erreichte 38 695 Tonnen(gegen 31023 Tonnen im 1. Vierteljahr). Der Betriebsgewinn für das 1. Halbjahr 1913 belief sich auf 1703886(i. V. 789968) Mk. Nach Abzug der Geschäftsunkosten und aller Zinsen verbleibt ein Rohgewinn im 1. Vierteljahr von 446 902(i. 154 842) Mk., 2. Vierteljahr von 605 843 (282 886) Mf., 1. Halbjahr 1913: 1 052 746 (437 728) Mk. Für den 15. August d. Is. ist eine Zubuße von 500 Mk. auf den Kux fällig. S S 5 # 53 8 1. Kinder. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen. haben(ungejocht)....... 50—54 90—96 b) vollfleischige, ausgemästete, im Alter von—7 Jahren... 2 zn.:.:. 43—47 86—88 c) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete...... 38-—40 74—81 d) mäßig genährte junge, gut genährte ältere............ 33—37 68—74 Ballen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes......... 46—28—55 b) vollfleischige jüngere........ 42—45 80—85 e) mäßig genährte junge und gut genährte ältere......... 34—38 72—79 Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes. b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren e) ältere ausgemästete Kühe u. wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen d) mäßig genährte Kühe und Färsen.. e) gering genährte Kühe und Färsen.. Geringgenährtes Jungvieh(Fresser) 2. Kälber. a) Doppelender, feinste Mast..... b) seinste Mastkälber......4 e) mittlere Mast= und beste Sauglälber d) geringere Mast= und gute Saugkälber e) geringere Saugkälber...... 48—47 72—79 3. Schafe. Stallmastschafe: 3 Mastlämmer und jüngere Masthammel b) ättere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe c) mäßig genährte Hammel und Schafe (Märzschafe)........ Weidemastschafe: a) Mastlämmer.........: b) geringere Lämmer und Schafe... 4. Schweine. a) Fettschweine, über 150 kg(3 Zentner) Lebendgewicht.... 1 i6 b) vollfleischige Schweine von 120—150 kg (240—300 Pfd.) Lebendgewicht... e) vollfleischige Schweine von 100—120 kg (200—240 Pfd.) Lebendgewicht.. d) vollfleischige Schweine von 80—100 kg (200-200 Pfd.) Lebendgewicht... e) vollfleischige Schweine von 80 kg(160 Pfd.) Lebendgewicht....... Sauen 50—53 89—94 ba.ds a. 40—44 80—86 33—36 74—78 25—28 60—67 63—65 100104 57—61 91—97 49—54 81—88 Kunst und Wissenschaft. Sshmtshe ense en de gichettegu. woch und Donnerstag dieser Woche— jedesmal um 6 Uhr beginnend— finden weitere Semesterschlußkonzerte des Konservatoriums statt; es werden die. Schüler der Oberklassen ihr Können zeigen. Die Aufführungen haben besonders für diejenigen Interesse, die ihre Kinder nächste Wintersaison dem Konservatorium zur musikalischen Ausbildung übergeben wollen. An den Leistungen der Schüler kann man sich überzeugen, wie und was im Dortmunder Konservatorium gearbeitet wird. Jedermannistw ill willkommen; Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Die lette Chorprobe zu dem großen patriotischen Konzert am Fredenbaum für Donnerstag. 81. Juli findet am Dienstag abend ½9 Uhr im großen Saale des Kölnischen Hofes statt. uns Berlin, 29. Juli.(Die gestrige Börse) nahm eine feste Haltung an auf die auf dem Balkan stillschweigend eingetretene Waffenruhe sowie die bevorstehenden Friedensverhandlungen, ferner auf feste Auslandsbörsen, von denen gestern namentlich auch Wien und Petersburg höhere Kurse sandten, woraus die Börse entnahm, daß man an den dortigen Plätzen Besorgnisse wegen eines selbständigen Vorgehens Rußlands gegen die Türkei nicht hegte. Dieser Auffassung schloß sich die hiesige Börse an. Für den Montanaktienmarkt kam insbesondere in Betracht, daß in Wien heute Eisenverte bevorzugt waren, und daß vom Ausland waiter bessere Eisenmarktberichte vorlagen. so Meldungen über neue Preiserhöhungen für Stabeisen und Bleche vom belgischen Ausfuhrmarkt. Endlich fiel auch ins Gewicht, daß die Monatsabwicklung einen glatten Verlauf genommen hat und in der Hauptsache erledigt ist. Nachzügler mußten für Schiebungsgeld 5 Prozent bewilligen. Der Streit der boiden großen Schiffahrtsgesellschaften wurde von der Börse nur noch wenig beachtet, da man annimmt, daß im Laufe der Zeit sich noch Gelegenheit genug zu einer Verständigung bieten werde. Paketfahrt und Lloyd waren zwar vernachlässigt, letztere sogar etwas schwächer, aber Hansa und Hamburg=Südamerika erfuhren eine Preisbesserung, die sich bei Hansa alsbald nach Eröffnung noch um 1 Proz. erhöhte. Im Anschluß an New62—65 78-71 .s a. as k. ea e 60—62 75—78 Sport. Fußball. In Eichlinghofen gewann die.Mannschaft des Fußballklubs„Viktoria“=Eichlinghofen das Revanchespiel gegen die 1, Mannschaft des Fußballklubs„Spiel und Sport“=Rüdinghauben mit:1. Der Castroper Rennverein hat für das 85. Jahres=Reting am TI. August die Bedingungen ausgeschrieben. Die 6 Jagdrennen sind insgesamt mit 21750 Mk. bewertet. Das Meeting beginnt mit dem Glückauf=Jagdrennen, ausgestattet mit garantiert 2000 Mk. Preisen. Es folgt das Verkaufs=Jagdrennen, ebenfalls mit garantiert 2000 Mk. Preisen. Als drittes schließt sich das Erin=Jagdrennen— Herren=Reiten— mit garantiert 2500 Mk. und Ehrenpreis dem siegenden Reiter an. Das große Emschertaler Jagdrennen— Handicap—, welches als viertes gelaufen wird, zeigt die stattliche Summe von 6000 Mk. und sichert außerdem dem Trainer des siegenden Pferdes eine Prämie von 300 Mk. zu. In dem folgenden fünften Rennen, Castroper Jagdrennen — Herren=Reiten—, sind 3500 Mk. garantiert und dem siegenden Reiter ein Ehrenpreis der Stadt Castrop. Als letzte Konkurrenz folgt das Goldschmiedinger Jagdrennen. Für dieses Rennen ist die garantierte Preissumme gegen das Vorjahr von 3200 Mk. auf 4000 Mk. erhöht worden. Außerdem erhält der Trainer des siegenden Pferdes eine Prämie von 150 Mk. Der Trainer, der an den beiden Castroper Renntagen— 18. Juni und 27. August— die meisten Siege stellt, erhält von dem Verein eine Extra=Prämie von 300 Mark. Gelsenkirchen. 28. Juli. Jubiläums=Flugwoche Frühpreis: Beck auf Kondor=., Schlatter auf Deutschland=., Krieger auf Haxlau=., Linnekogel auf Rumpler=., Krumsiek auf Gotha=., Friedrich auf Etrich=., Weyl auf Otto=D. Stiploscheck auf! Jeannin=T.— Dauer: Beck 64 Min., Schlatter 41 Min., Krieger 85 Min., Stoeffler 110 Min. Linnekogel 69 Min., Krumsieck 118 Min., Friedrich 76 Min., Saklatino 14 Min., Weyl 93 Min., Stiploscheck 119 Min.— Höhe: 1. Krumsieck 3200 Meter (nur 65 Meter weniger als der von Caspar gehaltene deutsche Rekord). 2. Stoeffler 3000 Meter, 8. Beck 2000 Meter.— Rennen: 1. Stoeffler 15 Min. 18 Sek. Sablating und Weyl scheiden aus. 8. Rennen: 1 Linnekogel 21 Min. 38 Sek., 2. Krieger 22 Min, 20 Sek. Krumsieck scheidet aus. 3. Rennen: 1. Beck 20 Min. 2 Sek., 2. Friedrich 20 Min. 22 Sek. Stiploscheck scheidet aus.— Nächster Flugtag: Dienstag, 29. Juli. Sämtliche Wettbewerbe. imft seidenen : SammelWappenbildern WT T Konzerte, Vereine etc. enashinen, dn detsiae in Ble. witsch=Ensembles dauert nur noch 3 Tage.„Eine Spritztour nach Berlin“ mit dem derben rheinischen Humor erregt jeden Abend lauten Jubel im schauerraum und herrscht über die brillante originelle Darstellung nur eine Stimme des Lobes. Vom .—15. August sind die gesamten Räume des Olympia=Theater=Etablissements wegen Umbau und Vergrößerung geschlossen. Olympia=Tunnel. Am Donnerstag, dem 81. Juli, verabschieden sich die vorzüglichen Kräfte des Bier=Kabaretts. Gleichzeitig ist Benefiz=Abschiedsabend für den beliebten Otto Haselhoff. Zur einmaligen Aufführung gelangt an diesem Abend die Detektiv=Komödie„Der König der Einbrecher". Wie bereits mitgeteilt, konzertiert heute das Trompeterkorps des Ulanen=Regts.„Graf Haeseler“ Nr. 11 unter Leitung des Musikmeisters Herrn R. Kaiser, nachmittags und abends am Fredenbaum. Das hervorragende Programm enthält u. a. den„Pilgerchor" und das Lied an den Abendstern. Die Konzerte finden bestimmt statt. Eintritt Erwachsene 20 Pfg., Kinder 10 Pfg., Familienkarten frei. seitskonkurbrettenwettdie Preisverteilung stattfindek. Heute Dienstag bringt Hermann Funke ein neues Prozramm zu Gehör, außerdem wartet das Berhard Marx=Ensemble mit der neuen Burleske„Der Säugling“ auf. Ferner Auftreten der Schönheitskonkurrenz. Freischütz. Am Mittwoch den 30. Juli finden in den Anlagen des Schwerter Waldes zwei große Militärkonzerte statt, nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr, ausgeführt vom Trompeterkorps des Ulanenregiments Graf Haeseler aus St. Avold. Ein roblicher Cerährte auf Deiner Erholungsreise, der Dich in Stimmung bringt. Dir die Schönheiten der Natur in hellen Farben malt und Dich schützt gegen Abspannung und schlechte Laune! Ein solch fröhlicher Geselle sind die echten KolaPastillen„Dallkolat“. 1 Schachtel Dallkolat Mark.—. in Apotheken und Drogenhandlungen. Stets vorrätig in der Schwanen=Apotheke Aug. Funcke, Einhorn=. Hirsch=, Union=, Glückauf=, Engel=, Stern=, Falten=, Hermann= und Viktoria=Apotheke Ferner: Löwenhof=Drogerie W. Schröder, am Hauptbahnhof, MünsterDrogerie, Viktoria=, Central=, Kuckelke=, Stadthaus=. Hohenzollern= und Ritter=Drogerie, Drogerie„Kruse“, Med.= Drogerie, Bruno Miller, Körnerplatz, Otto Schorre Nachs. Brückstraße, Adolf Daniels, Kaiserstraße und Paul Schaefer, ünsterstraße. Hörde: Neue Apotheke, Schildstraße. rena In der Walhalla dauert die Schönheits nz und der damit verbundene Soubrett streit nur noch bis Donnerstag, an welchem abend Eine 2tägige billige Borkumreise am Sonntag, dem 10. August, mittels Extrazuges, hat das bekannte Reisebureau Bürk=Vendel, Münster, vorgesehen. Die Gesellschaft veranstaltet mit viel Geschick volkstümliche preiswerte Reisen und wird sicher auch bei dieser Tour wieder viele Teilnehmer finden. neue unterhällungs-Vielleinen Für's Haus und für die Reise. (Gutgesheiebene Gelegenseids=Exenplare) 8 Bände für nur.50 Mt., früherer Preis 14 Mr. (Nach auswärts für Porto 25 Pfg., 2. Zone 50 Pfg. extra.) 2 1. Leutnant Graf Helfenstein von Graf Orsini. 2. Das Glück von Monaco von H. Conrad. 3. Der rote Streif von M. Kremnitz. 4. Der Schleifstein von M. Janitschek. 5. Im Föhn von T. Tamm. 6. Eine lustige Orientfahrt von V. Laverrenz. 7. Wer tat's? von K. Telmann. 8. Opfer der Ehe von E. Rema. Sollte der eine oder andere Band bekannt sein, kann dafür von folgenden Ersatzbänden gewählt werden. 1. Vom Mädchen mit dem singenden Herzen von F. Mann.„ 2. Geschichte einer Bauernmagd von G. MauPessemtzu 3. Des Rätsels Lösung von H. Lee. C. L. Krüger, G. m. b. H. Modernes Antiquariat. Dortmund, Krüger=Passage. Dig andesoltgerüichen Reitung des Antmucd die die Vermehrung der Rangiergleise auf dem Bahnhof Eving habe ich Termin anberaumt auf Mittwoch, den 30. Juli dieses Jahres. Zusammenkunft auf Hauptbahnhof Dortmund.42 Uhr vormittags, nach Ankunft des Eilzuges, von Arnsberg. Arnsberg, den 26. Juli In Ali 1913. Vertretung: Gisevius. * Behandlung von veralteten und chen Beinschäden, offenen Krampfadern Krampfader=Geschwüren, Hautausschlägen, Rose, Gicht, Rheumatismus. Danksagungen von Geheilten stehen zu Diensten. von veralteten und frischen Krampfader=Geschwüren, Har A. Mitlewsky, Dorimund, Brunnenstr. 20. Sprechzeit täglich—8 Uhr. Sonntags von 9- 1 Uhr. Gute Pflegestell. f. 2 Knab. (8 und 11.) gesucht. Schr. Ang. m. Pr. u. F. D. 9756 an den Gen.=Anz. Dortmd. Knabe, 10 Mon. ohne gegenseit. Verg, als eig, abg. Schr. Ang. u. S. A. 4853 an den Gen.=Anz. Dovtm. Alte Zahngebisse kauft J. Schindelheim, Steinstr. 2 Kieines Mäuchen eval., w. geg. Vergüt. in liebev. Pflege genommen. Off. u. F. K. 100, Röhlinghausen postlagernd. Kinderl. Ehevaar nimmt Kind geg, einmalige Verg, als eigen an.„( Frau Feitz Asbeck, Ickern b. Raupel, 1. Wannerbruchstret= Wannerbruchstraße 64. Knabe, 2., an bess. Ehepaar in liebevolle Pflege zu geben. Schr. Ang. u. L. P. 9765 an den Gen.=Anz. Dortm. Berliner Börse, 28. Juli 1913 Astchne de. 1. 4. 18 R. Schtat 1915 Ot Reichs-4at. de. 49. de. u 9 de Setitng. 06 Prouss. tons 4 42. 4e. b.. 4. 4o. Stuatiel 8a0 S1.-4el.01 de. de. 1902 Law. 84-401 63. 40. Srom Ael.1899 de. 09 uk. 19 4e. 90 Giss. Lendest! o. S. 21 u. 17 al. s. 22 u. 14 o. J. 25 u. 19 vo. S. 24 u. 21 o. J. 25 u. 22 handg. S..07 de. am. 87/04 de. do. 36/02 Hoss St.8 3/09 45.96 02 04 05 ea. 1909 octl be 90/94 Odend S1..03 Haasonel 6o. Hesshass Ge. ker ebsen Panm. 42 Posensche 66. Prou#a 69. mn Voen ∆ Sschelse Schles. 6 schlletst K Grandens Pr. A Ron Fr. S..8 Ostpr. Pmr.-Obi. 6i. 60 Pamm Prr.=4nl Pana Pn.-ia. 69. 69. #. 4n. ung. Dk. Heiab. Srausehr. 14. Gretelder. Sotia- 1sbeef Halle- Henst. 44 Iebeet- Bachenl Aet. Fnet. Küh 6 40. 49. siederisselt. Lorch Nors..4 Oesterr. 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Lager der Rer auch nicht sehr anzunehmen, de schaffene Ordni Weise vorgehen anzunehmen, di ja von jeher in Nährboden gef Fortschritte ger Zeit gekommen Daß die allg sich in die mindesten schaftlichen Aeußerung trauen kön auch sein daß sich P hängnisvol nimmt im Pöbelherrst schlimmster auch nicht tische Ziele gung in ohne Wah Töten und regen, syst terhalt ih der repuh