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Die Liebenberger Kamarilla scheint ausgespielt zu haben. Aber die Hydra des Hofklatsches ist deshalb die achtseitige Beilage„Dortmunder nicht tot. In der näheren oder weiteren Umgebung cenageneer==gnt*“ seines Herrschers werden sich immer ehrgeizige Personen befinden, die ihn nach der einen oder anderen Richtung zu beeinflussen suchen. Der Kaiser Besesaten. Unparteiisches Organ für Jedermann. Für die Aufnahme von Inseraten an bestimmtvorgeschriebenen Tagen wird keine Garantie überGus ui..: nommen. 1. Druck und Verlag: eneral-Anzeiger Dortmund“, G. m. b. H. Die heutige Nummer Lustige Blätter“, zusammen 22 Seiten. kommt täglich mit zahlreichen Leuten zusammen, die alle etwas von ihm wöllen. Es ist nur zu leicht möglich, daß er in einseitiger Weite interessiert wird, wenn er nicht auch auf die Gegenseite hört. Dazu eignet sich nichts so gut, wie die Lektüre verschiedener Zeitungen. „Das eben ist das Unglück der Könige, daß sie Die Leltüre des Wir lesen im Berl. Tageblatt: Was liest der Kaiser? Diese Frage wird immer die Wahrheit nicht hören wollen,“ so rief einst Jowieder aufgeworfen und nicht bloß an den Stamm= hann Jacoby dem König Friedrich Wilhelm 4. zu. tischen der Kannegießer eifrig erörtert. Wir sind der Meinung, daß man sonst den Frieden des Hau= Kaiser täglich eine Reihe politisch verschi ses respektieren soll, auch wenn es ein Kaiserschloß färbter Zeitungen liest. Er wird in ihnen vielleicht st. Das Publikum braucht nicht zu wissen, welche nicht immer die Wahrheit finden, aber er wird darIniform der Kaiser bei einer bestimmten Gelegen= aus erkennen, wohin die Forderungen des Volkes zeit getragen, und welche Orden er angelegt hat. gehen. Wenn aber am Hofe das Volk sprechen darf, Es braucht auch nicht hinter die Gardinen zu spähen, dann müssen die Kabalenschmiede verstummen. venn bei„Kaisers" irgendeine Familienfestlichkeit tattfindet. Auch ein Kaiser hat bisweilen das Befürfnis, so gut wie der schlichte Staatsbürger sich. harf iche, sein.“ bigeng.„se Wrügiener Die Gebärdenspäher und Lakaienseeten, oie im„„ g ner auf der Suche nach einem Wort des Kaisers sind, die auch noch die gleichgiltigste Handlung zu einer Haupt= und Staatsaktion aufzubauschen versuchen, sind nicht nach unserem Geschmack. Ja, sie] Di Damarin □ uhofe wirken schädlich, weil sie dem Kaiser keine ruhige Die Kamariua am Zarenhofe. Minute gönnen und ihn gleichsam nötigen, immer!## har umgenden„Herrscher“ hervorzukehren. Wenn immer tau.] Des in der Umgebung des Zaren das Kamarillasend Augen und ein Dutzend Kodaks auf einen Men= wesen üppig gedeiht, erscheint fast wie etwas Natürichen gerichtet sind, dann verlernt er es allmählich, liches. Daß auch diese Kamarilla mit Spiritismus Kechenschaft über das zu geben, was von seinen vein ge Wünschot, und Zielen erreichbar ist, auch über das, tein Geheimnis. Seit einiger Zeit ist der Einflut was ihm sehlt. dieser Erscheinung noch gewachsen und man kann Aber de Frage, was der Kaiser liest, ist keine uu des„Gcherar Anzeigers“. er= Frage müßger Neugier. Wir denken, daß er wie andere Famlienväter auch mit seiner Gemahlin und seinen Kindern, soweit sie zu Hause sind, des Morgens am Kaffeetisch sitzt und seine Zeitung liest oder sich von sener Gemahlin vorlesen läßt, um über die neuesten Vixgänge unterrichtet zu sein. Da ist es nun wirklich nicht gleichgültig, was er liest. Es „heute, Blätter, die ausschließlich den Sensationsbedurfnis zi dienen bemüht sind, während darin alles das fihlt, was die vorgeschrittenen und führenden Geister des Volkes beschäftigt. Sie bringen einen Wust des„Neuesten Allerneuesten“, nur das eine, was not tut, das, was Zukunftskeime in sich trägt, übergehen sie mit Schweigen. Liest der Kaisr pislche Vlätter, liest er sie ausschließlicht und jene Aeußerung des Kaisers erklärlich, dig ihn in überlebten Anschauungen besangen gistz 46auug Vor einigen Tagen wurde von einer Korresponwechzet ½2; daß der Kaiser seine Lektüre geBlatt werdk hm!““ geinziges ungerschnittenzs“ schau“ vordas; die antisemitische„Tägliche Runddiesen Jak“lest: Verhält es sich wirklich so? Für der Kaife: müßte man aufrichtig bedauern, daß sich formieren(agz... u. se tendenziös indenn auch daß'z: Die„Magdeb. Zig.“ behauptet Mitteilung“s Meldung nach zuverlässigen als feststehend annehmen, daß die jüngsten politischen Maßregeln weniger auf dem mittelmäßigen Herrn Stolypin, als auf diese Hofintriganten zurückzuführen waren. Ueber das Treiben dieser Hofklique berichtet dem„B..“ ein Privattelegramm das Folgende: Petersburg, 11. Juli. Obgleich die Reise der Zarenfamilie nach den finnländischen Schären.fgeschoben ist, erhält sich hartnäckig das Gerücht von einer Kaiserzusammenkunft zu Ende des russischen August. Die Reise nach den Schären ist infolge der Bemühungen der Hofkamarilla aufgeschoben worden, welche einen Scheinanschlag erfunden hat, um den Zaren einzuschüchtern und weiterhin als Gemeiner!" Der Stern des Grafen Witte ist bei Hofe völlig verschwunden. Sowohl in Peterhof als in Gatschina hatte man in ihm den Urheber der Unruhen gesehen, Und übrigens liegen ganz sichere Anzeichen vor, daß der seinerzeit veröffentlichte Auszug aus einer Art geheimen Bericht über den Grafen Witte aus dem Kreise der Kamarilla stammt. In der Gesellschaft wird sogar der Verfasser des Berichtes genannt. Die Erkaltung der französisch=russischen Beziehungen ist in Peterhof kein Geheimnis. Der Finanz= minister hat sogar erklärt, daß gar keine Hoffnung vorhanden sei, von Frankreich eine Anleihe zu erhalten. Gleich nach Klärung der Ernte soll bei deutschen Bankiers angeklopft werden, von denen die Fama behauptet, daß beim letzten Hiersein der Vertreter eines bekannten Bankhauses doch wieder eine runde Summe gegen Wechsel hergegeben hätte. Der Gedanke, daß die folgenschwersten Entschlüsse für die weitere Entwickelung des russischen Reiches in der Stickluft hinter verschlossenen Fensterläden und unter der Einwirkung von Geistern und Wundergläubigen gefaßt werden, ist betrübend und entmutigend. Schon vor einigen Jahren hat die kluge Witwe Alexanders 3. versucht, ihren Sohn von dieser Umgebung zu trennen. Die Hoffnung, daß das russische Reich in absehbarer Zeit Gesundung und Beruhigung finden möchte, erscheint gering. Der Verfasser des Tuckerbriefes. Eine neue„Enthüllung“. Die leidige Petersaffäre will einstweilen nicht zur Ruhe gelangen. Dafür sorgen Dr. Peters und seine Freunde durch neue Prozesse und Dr. Giesebrecht, der auf Peters Kosten nach London gereist ist, durch tropfenweise Enthüllungen. Erst kürzlich meldete die Frankfurter Zeitung, daß Giesebrecht erklärt habe, weder der echte noch der falsche Tuckerbrief habe jemals existiert. Am 12. März habe ein bekannter Afrikaforscher und späterer hoher Beamter im Kolonialamt Giesebrecht Informationen aus dem Auswärtigen Amt zugestellt, die dieser dann sofort Bebel überbrachte, der daraus irrtümlich auf die Existenz eines Briefes von Peters an den Engländer Tucker schloß. Nunmehr wartet Giesebrecht mit einer neuen, seine erste ergänzende Enthüllung auf. Ein Privattelegramm meldet uns hierzu folgendes: Frankfurt a..,11. Juli. Giesebrecht denunzierte in Newyork den Afrikaforscher Clemens Denhardt als den Verfasser des Tuckerbriefes. Clegegen stellt Choata sich insofern vollkommen auf den Boden der deutschen Anträge, als er die interessierten Privatpersonen direkt zum Appell zulassen will, während England dies nur den interessierten Mächten zugestehen will. Ferner unterstützt Choata die deutschen Vorschläge, welche auch den Angehörigen der kringführenden Parteien die Wohltaten Appellinstanz verschaffen. Im weiteren Verlauf der Diskussion erklärte sie sich eines Wortes von Bismarck erinnerten, unn dem er nach der Schlacht bei Königgrätz einen kalte Wasserstrahl auf allzu hoch fliegende Pläne sandte „Wir haben einen a. sen Erfolg, aber wir dürfen nicht denken, daß wir die Welt erobert haben". Bismarck setzte seine Politik der Mäßigung selbst gegen der die zornigen Tränen des greisen Königs Wilhelm Ste a Wie müssen abwarten, ob die sapanischen Staatsmänner den gleichen Erfolg haben werden seitens der Appellinstanz anzuwenden sei, Freiherr Massen ergriffen hat bei dem ersten Halt, we von Marschall, daß ihm die englischen Vorschläge an=ihrem Ausgreifen entgegentönte. Der Expansionsnehmbar erschienen. Sir Edward Grey dankte für trieb der Japaner hat sich nach dem russischen Kr diese Erklärung, worauf auf Vorschlag ein Re= in staunenerregender Weise geltend gemacht. Sie daktionskomitee gewählt wurde, bestehend aus Vour= überfluten nicht nur das ihnen ausgelieferte Koregeois, dem ersten Delegierten von Oesterreich=Un=und die in ihrer Machtsphäre liegende Mandschure garn, Baron Merzy, Sir Edward Grey und Freiherr auch an der ganzen Westküste des amerikon“. von Marschall. Die antragstellenden Staaten haben Kontingents macht sich ihr Eindringen bemerkbar. ferner je drei Staaten zu bezeichnen, welche je einen! Auf den Hafenplätzen von Pern, Chile und MexikDeligerten in das Redaktionskomitee entsenden erscheinen sie in Scharen. Ihr Auftreten hat sollen. England nominierte die Vereinigten Stag= schon Bedenken, aber noch keinen offenen Widerten, Italien und Portugal, während Deutschland stand hervorgerufen. Eine entschiedene Ablehnung Rußland, Norwegen und die Niederlande bezeichnete. aber hat die japanische Einwanderung in KaliforDer erste russische Delegierte erklärte jedoch mit nien gefunden. Dort ist der Mittelpunkt der Ko Rücksicht auf mangelnde Instruktionen vorläufig auf verse, an die wir uns gewöhnen müssen, denn die Teilnahme in der Kommission verzichten zu aussichtlich wird sie sich eher vertiefen und vormüssen, worauf deutscherseits Schweden in Vor, als mit diplomatischen Mitteln beilegen lassen. schlag gebracht wurde.. Heua Kier 149• Denn hier handelt es sich nicht um Volkspolitik. Von den chinesischen Reformen war es in letzter Zeit ziemlich still geworden, vielmehr deuteten mehrfache Personalwechsel und andere Mastregeln darauf hin, daß die Reformfreunde bei Hof ihren Einfluß verloren hätten. Jetzt werEs sind zwei Rassen, die sich gegenüberstehen und was sich in Kaltfornien vollzieht, das bereitet sich in Kanada vor und wird sich in Australien wiederholen. Der Konflikt, dem sich Japan gegenübersteht, wird sich vor die gesamte angelsächsische Ansiedelung der Südsee stellen. Gerechterweise muß man den den wieder mehrere wichtige Schritte zur Moderni Jovanern zugestehen, daß ihr Ausschluß aus Kali, sierung des chinesischen Staatswesens gleichzeitig hetrieben pre Geschäftsangefinbigt.e— verneves, sondern auch eine bittere Krünkung ihres Ein Telegramm meldet uns:: Selbstgefühls darselt, gegen die sich der sopanische Veling, 11. Juli. Heute sad Erlase ver= das uusediumt. St in indesen sehe erlitrlich, öffentlicht worden, durch die demnächsige Reformen Widerf Staaten sich der auf dem Gebiete der Provinzialverwaltung und der ersten i sapanische Einwanderung am Gerichtsbarkeit bewirkt werden. Es handelt sich um rika des a uie asgentuiert, denn das Ame. die Errichtung eines öffentlichen Sicherheitsdienstes schwert, diet der Regerfrage be. um die Einsetzung hoher Industriebehörben und zm an Zahl und Schwarzen die Schaffung moderner Gerichtshöfe. Diese Re=beß, slickar ana at“ garzlcher Entwickelung immer fangenen zu behandeln. Der Zar beginnt unter mens Denhardt, gebürtig ans Zeit, veranstaltete dem Eindruck der Ereignisse der letzten Jahre start in den Jahren 1878 bis 1879 gemeinschaftlich mit seinem Bruder Gustav und mit Adolf Fischer eine Expedition nach Ostafrika. Sie fuhren den Tana aufwärts bis Massa und veranlaßten darauf die Bildung eines Tana=Komitees. 1884 erwarb der jetzt als Verfasser des Tuckerbriefes bezeichnete Clemens Denhardt von dem Sultan von Witu einen sachen entspricht iet, welche Melbung nis, auf den Hatfeat, aben wir nicht dal nis, auf den Kaffeetisch oder den Schrei zum Mystizismus zu neigen, was von der Kamarilla neben seiner Attentatsfurcht benützt wird, um ihn von der Außenwelt abzuschneiden. An der Spitze dieser Kamarilla stehen die Chevalier=Garde=Offiziere, Hofminister Baron Frederik, Fürst Orlow, Hefmarschal Graf Venkenderf, Fürst Wutzalin, nicht unter deutse g— Bentenunten auf einem Friam beraße.„Klußer zinge..iu. u den Nat der Grossursten Veter ga. au, usicen Sout erteiten Streiten auf besondre Bogen Schrebpapier aufgellebten uunaisewisch verschiedene Menschen nach Peter. Alometer Linge an der Aüte mit alen Oobeis. Zeitizzigtsschnitten, wird dem Kaiser täglch auch hof, wo in der letten Zeit der aus der Keim herbei.= ecsten. Einen dleichen Teit dieses Gebietes ver. da der Mayentdigen Zeitungen vorgelegt, geschaffte„heilige Mitja“ sein Wesen treibt. Der kaufte er an die von Mitgliedern des deutschen Ko# abzarch ein sogenanntes Leiborgan nicht Mitsa gilt in Peterhof für ein höheres Wesen. Er lonial=Vereins gebildete Deutsche Witn=Geselschaft. hat eine schöne Stimme, singt Valladen, treibt Spi. Das Protektorat über dieses Gebiet überließ ritismus und trinkt dabei unheimlich. In der bei Deutschland durch das Abkommen vom 1. Juli 1890 Peterhof gelegenen Villa Sinmenskojew des Groß= an England und tauschte dafür die Insel Helgoland fürsten Peter Nikolaijewitsch, wohin der Zar fast täglich im Automobil fährt oder reitet, sind auch andere Zauberkünstler zur Stelle. Viele von ihnen sollen sehr fraglicher Herkunft sein, doch zählen sie zum Hofe des Großfürsten Peter Nikolajjewitsch und bes: Gasianger Let ionmen nie nuch betertos. Die 1. Jul. Jn der butgern Situns der heree enber gahügr. d Peratung der von Deutschland pich babs nach Dinenge eine Eutendung wisgh, Creien, aesesleichen iel crictung eines internatianslen Vrisenge. wiedten densanetgud Pred=richto fortgefahren. Eine bemerkenswerte mit ., eingetreten, welcher dieses Trei großem Beifal aufgenommene Rede hielt der erste ben nicht billigt. Mit einer gewissen Vorsicht sind amerikanische Delegierte Choata. Er begrüßte aufs und Kaiser Wilhelm in der letzten Zeit ein reger einen vermittelnden. Vorschlag in der Absicht, einen schaffung moderner Gerichtshöfe. Diese Re. hedenklicher als die grücte g formen sollen vorerst in den mandschurischen Pro= Zukuuft vingen, sowie Tschili und Kwansu zur Einführung pavor zurück Volsgefühl gelangen. Die Beamten und die Bevölkerung sind Coloured aufgefordert worden, sich auf die Einführn konstitutionellen Regierung vorzubereiten. von aufgefordert worden, sich auf die Einführung einer aufgnnehmen, die erbige Klasse immer ein fremdes Wesen en imme Zu dem Unfall der Yacht„Hamburg“ Kaise eine den Tatich haben wir nicht das Bedürfoder den Schreibtisch des 5. Je ha F. e en: Daß ihm täglich Reihe von Ausschitten vor##elegt isschitten vorgelegt wird, selhlsitzertändlich; ob er tei seinen zahlreichen sonsti„Skaggenheiten immer dazu kommt, sie genauer die Hermit lich. Auch liegt gevisen Geschtspunitene diese usschnite unter den Kaiser vor dergestellt werden. Man Feden Kaner, vor, unangenehmen gvill, den Kaiser vor, unangenehmen Eindrücken e guch vor Fein ihr nicht überbirden, man vil iyn auch ein klein wenig beeinflussen. So kommt es ganz von selbst, daß verartige Ausschnitte nicht nach rein objektiven Erwägungen zurecht gemacht werden, sondern einer mehr oder weniger starken Sl F ais esze fe und iG wil die segen ver Zeitung du liest ungsigieren:„Sage mir, welche denkst.". ich ergibt sich will dir sagen, wie du Einfluß die täglicg veraus deutlich genug, welchen jseden Privatmang Le“ur au den Kaiser wie auf licher ist der Wax, ausüben muß. Um so begreifdie Lektüre ing#s c, daß der Kalser sich nicht auf daß er die veg, einer Zeitung heschränkt, sondern 1. Sliedenen politischen Richtungen ehen ar Sai##rie kommen läßt. Wie im RechtsRannes Rede i“ daß eines Mannes Rede keines hören müsse, so is sondern daß man sie alle bede schen Meinungen“ Widerstreit der politiMonarch über diest recht erforderlich, daß ein artigen Sirömung ist. Es wäre ein Lungd“ Volkslebens unterrichtet Jalser seine Kennchie der Dinge. einem düeftigen.Wemistischen P. schäpfl. Das betreffendsPlatt hat“ Spite das Mail##### tart hat lange Zeit an seiner Motto getragen:„Politik verdirbt den ein. Vom deutschen Reichstag wurde den Gebrüdern Denhardt eine Entschädigung von 150 000 Mk. zugesprochen. Das Oberprisengericht. Ausgleich zwischen dem deutschen und dem englischen Antrag anzubahnen. Choata stellte sich insofern auf den Boden des englischen Antrag, als er nicht, wie dies von deutscher Seite geschieht, einen beim Ausbruch eines Krieges ad hor zu kreierenden Gerichtshof, sondern nur einen planmäßigen GeBriefwechsel statgefunden habe, der von der Kamarilla mißgünstig betrachtet und falsch gedeutet wird. Stolypin, der morgen früh nach Peterhof kommt, erfreut sich solange einer festen Position, als er sich den Wünschen der Hofkamarilla fügt. Graf Waronzow=Daschkow, der unglückselige Statthalter des Gerichtshof, sondern nur eine Leive, Lleiht durch den Einstuß des Hofministers richtshof befürwortet. Ferner simmt er mit Engche vie, und auf seine eigenen, fast flehent., land damit Abereia, daß ein Appel an bestehende schen Hitten ga, bei denen er an seine Verdienste Vertragsrechte maßgebend sein soll. Im Falle unter Kaiser Alegander., dessen Hofminister er derartige Verträge aber nicht beständen, solle das war, erinnert, auf seinem Posten. Alle Versuche des allgemeine Bölkerrecht zur Geltung kommen. So kriegsministers, den Generaladjutanten Kuropatkin weit in dieser Beziehung allgemeine Normen bezum Statthalter des Kankasus zu machen, sind ge= ständen, würden diese anzuwenden sein. Strittige scheitert. Der Zar schrieb auf einen Bericht des Fragen des Bölterrechts seien dagegen dem obernen Kriegsministers mit der Kandidatur Kuropatkins Prisenhofe zur Lösung zu Aberlassen, wadurch eine die Worte:„Ja, daß ist Ihr Kandidat, aber nicht Fortbildung des Völterrechts angebahnt würde. Dageht uns noch folgendes Privattelegramm zu: Hamburg, 11. Juli. Die Regatta HelgolandKiel hatte am Montag nachmittag 3 Uhr einen Halbbogen. Es wehte kein übermäßig starker Wind, doch stand, als die Hamburg in der Nacht vom Montag zum Dienstag das Vorkumfeuerschiff passierte, eine unangenehme See, in der die„Hamburg“ stark arbeitete. Aus bisher unaufgeklärter Ursache brach die Groß Schovt, ein ganz neues Drahtseil. Der Steuermann wollte nun das wildflatternde Seil anhalten und wurde hierbei über Bord gerissen. Zur Rettung wurde das Beiboot bemannt, doch wurde es an die Hamburg geworfen und zerschellte. Während es möglich war, einen Matrosen zu retten, ging der andere Matrose Westphal unter. Die weiteren Rettungsversuche mußten nach langen Bemühungen aufgegeben werden. Die„Hamburg“ nahm den Kurs zur Elbe, passierte Dienstag Kuxhaven und fuhr nach Brunsbüttel, um nach Kiel zu gehen. Das Schiff hat außer kleinen Defekten am Tauwerk keinen Schaden erlitten. Ameria und Das„Berliner Tageblatt“ schreibt in seinem heutigen Leitartikel: Berlin, 12. Juli. Die zwei sapanischen Schiffe, die zur Kieler Woche gekommen waren, haben allgemeine Bewunderung erregt. Nach dem Urteil der Sachverständigen waren sie das Beste, was dort zu sehen war. Sie lagen in dem Ostseehafen an dem Platze, an dem so oft die russischen Schiffe ankerten, die sie vernichtet oder erobert haben. Die Japaner erschienen als Bundesgenossen Englands und ihre Diplomatie hatte soeben den Vertrag mit Frankreich abgeschlossen. Gewis ein Oöhepunkt für eine eben erst in die Reihe der Grotmächte getretene Nation. Das Selbstgefühl, mit dem die Japaner ihre neue Stellung empfinden, macht sich auch in ihrer Presse rückhaltlos geltend und einer ihrer Admiräle hat bereits die Flotte der Amerikaner vernichtet insofern, als er sie gegenüber der japanischen als vollkommen minderwertig bezeichnete. Das übliche Dementi ist nicht ausgeblieben. Aber das, was der Admiral gesprochen haben soll, werden doch wohl alle Japaner denken. Die Japaner, die doch so dieles von Europa übernommen haben, würden indessen gut tun, wenn eop ad„Die mit hen Cpiuesen genacte Probe hat ergeben, daß der Oftasiate immer ein Fremder bleibt. Und wie man sich in Kalifornien die Chinesen tunlichst vom Leibe abhält, so findet man es selbstverständlich, dort den noch viel gefährlicheren, weil anspruchsvolleren Japaner auszuschließen. Die in Amerika so mächtige Arbeiterpartei bekämpft in der japanischen Einwanderung auch die Lohndrücker. siaber. einem lebhaften Notenwechsel zwischen Washington und Tokio berichtet und in einem ernsten Ton soll Japan für seine Angehörigen die gleiche Behandlung mit den Weißen verlangen. Doch die Union ist ein Bundesstaat. Kalifornien bestreitet die Kompetenz der Zentralbehörde, sich in ihre Fremdenpolizei einzumischen und wird davon von der öfentlichen Meinung des gesamten Westens unterstützt; umsomehr verwickelt sich die ganze Angelegenheit. Japan dagegen scheint der Meinung zu sein, daß man in Washington die kontinentale Frage betonen müsse um die Ansprüche Japans zur Geltung zu bringen. Es trifft sich, daß nun gerade im Augenblick die sogenannte Friedenskonferenz im Haag versammelt ist, das„Parlament der Menschheit", um mit Tennyson dem Dichter und mit Stead, dem Friedensapostel zu sprechen. Aber es scheint Niemand daran zu denken, die Konferenz zur Erledigung des Streites aufenfordern. Die Konferenz ist abergläubischen Gemütern ein schlimmes Vorzeichen für Erhaltung des Friedens. Hinter der ersten Konserenz haben sich zwei große Kriege aufgetan. Der Konflikt zwischen der Union und Japan zeigt aber auch die Schwächen des Schiedsgerichtsgedankens, denn ein Schiedsgericht kann nur eine Rechtsfrage entscheiden. Eine Rechtsfrage setzt das Bestehen eines Rechtes voraus. Der Rechtsboden, von dem aus der Streit zwischen„Japan und der Union geschlichtet werden könnte, existiert nicht. Wir stehen vor der Machtfrage. Diese Ueberzeugung herrscht auch unter den im Haag versammelten Diplomaten, der auch den unversöhnlichen Geist gegenüber dem japanisch=amerikanischen Konflikt ergänzt, von dem der Hamburger Korrespondent des„Daily Telegraph“ soeben berichtet hat:„Es ist eine bittere Ironie auf Friedensverhandlungen, daß Präsiden; Rovfevelk, der mit einem starken Einsetzen seiner Kraft den japanisch=russischen Krieg zu Ende gebracht hat, nun der erste ist, der durch sein Werk in Schwierigkeiten verwickelt wird. Machiarellistische Geister könnten behaupten, daß, wenn Roosevelt statt hineinzureden, die beiden Gegner hätte ausbluten lassen, die Japaner ihm mit ihren Ansprüchen heute nicht lästig fallen würden. Dazu kommt, daß die amerikanische Vermittelung Japan zu Kopfe gestiegen ist. Denn vertrauenswerte Autoritäten, so auch der auf dem Kriegsschauplatze anwesende Oberst Gädke, stellten fest, daß der Friede in dem Augenblicke geschlossen wurde, als die Chancen auf die Seite Rußlands sich geschlagen hatten. Der Dorn wurde Japan aus dem Fuße gezogen. Auf Dankbarkeit im Volkslehen braucht niemand zu rechnen. Die gleiche Erfahrung hat Fürst Bismarck gemacht, da er als ehrlicher Makler die Russen aus der österreichisch=englischen Intervention herauslotste. Die Folge davon war, daß Deutschland lange Jahre unter der russischen Kriegsgefahr stand. Das, was damals von Rußland galt, ist jetzt mit Japan der Fall.„Den Bürgen soll man würgen“ sagt ein altes Sprichwort. Das nordamerikanische Geschwader, das sich demnächst auf den Weg nach der Südsee begeben soll, setzt den Tipfel auf das„i“ der gewechselten diplomatischen Noten. Natürlich fragt man sich, was die Schiffe dort machen sollen und ob die japanische Flotte nicht den Versuch machen werde, der amerikanischen Flotte das gleiche Schicksal zu bereiten, wie jüngst der russischen. Dazu kommt, daß Japan nicht viele Jahre Zeit hat, denn wenn erst der Kanal von Panama vollendet ist, verdoppelt sich die Wehrkraft der Union, und sie hat inzwischen Zeit gewonnen, mit Einsetzung ihrer riesigen materiellen Mittel die japanische Flotte anzugreifen. Das wäre also der Krieg in kurzer Zeit; denn ihre Kraft zu kühnem Entschlusse haben die Japaner zur Genüge bewiesen. Nichtsdestoweniger ist ein sol. cher Ausgang des Konflikts unwahrscheinlich, denn zunächst liegt es im dringenden Interesse des Bundesgenossen Japans, Englands, den Krieg zu verhüten. Kanada und Australien sind nicht minder Angelpunkte für die japanische Besiedlung und auch dort sind sie im äußersten Grade unerwünscht. Das zwingt England von vornherein in die Reserve gegenüber den japanischen Ansprüchen, dann würde aber das verwickelte System der Verträge, die die neue englische Staatskunst zusammen geheimnißt hat, einer starken Belastungsprobe unterworfen sein. Die Garantie, die England zusammen mit Frankreich für den japanischen Besitzstand übernommen hat, kommt nicht sofort in Frage. Aber es giebt doch eine im Kriegsfall sich gegen die Union richtende Tendenz, die für England nicht erwünscht sein kann. Der Krieg zweier Mächte wie Japan und die Union würde voraussichtlich ein langes Ringen sein. Es ist nicht ausgeschlossen, daß etwa Mexiko sich auf Seite der Union in einem Kriege stellen würde, mit der es das gleiche Interesse hat. Bereits scheint sie der Union eine Flottenbasis gewährt zu haben. So könnte mit einem Male die Zweimächte=Klausel, die England zum Kriegsgenossen Japans macht, in Frage kommen und England würde einem Kriege mit der Union ausgesetzt oder es müßte Japan seinen Vertrag wieder zurückgeben, wenn dies dann noch möglich ist. In der Oekonomie der englischen Verteidigungsstellung findet Japan Verwendung als Reserve für Indien. Dieser Aufgabe darf es nicht entfremdet werden. Niemand kann weiter dafür bürgen, wie das zurückgedrängte, aber nicht besiegte Rußland die Situation auffassen würde. Und was sollte schließlich in dem Frieden nach dem Kriege stehen? Sollte etwa jedem Japaner, der in San Franzisko landet, ein Schutzmann beigegeben werden, damit er nicht gelyncht werde. Schließlich wird auch Japan jemanden auf der Welt finden, der ihm die Mittel zur Verfügung stellt wie vor und im russischen Kriege. Daneben hat sich Japan an industviellen Unternehmungen übernommen. Ein langer Krieg würde eine schwere Krisis über das Land bringen. Auch Frankreich möchte sich kaum unter den Geldgebern befinden. Es hat seinen japanischen Vertrag in der Tasche. Viel Freude wird es nicht daran erleben. Es ist ein unruhiger Bettgenosse, den es sich in Ostasien gewählt hat. Dem japanischen Expansionsdrang hat es in seinen indochinesischen Besitzungen ein breites Tor geöffnet und die japanische Einwanderung wird mit um so stärkerer Gewalt den Versuch machen, die Gebiete zu japanisieren. Hinterher finden sich regelmäßig Propheten, die vorausgesagt haben wollen, wie es gekommen ist. Etwas ist aber sicher, daß der Konflikt zwischen Japan und der Union nur ein weiterer Schritt ist in der großen Auseinandersetzung zwischen West und Oft. KeA In dem Pariser Falschmunzerprozeß, in den Söhne der angesehensten Familien der französischen Hauptstadt verwickelt sind, kam es bei der gestrigen Verhandlung zu einem aufregenden Zwischenfall. Ein Privattelegramm meldet uns darüber folgendes: Paris, 11. Juli. Der Pariser Schwurgerichtssaal war heute der Schauplatz einer ergreifenden Szene. Generaladvokat Trouard hatte eben an die Geschworenen die ernste Mahnung gerichtet, sich nicht vom Mitleid mit den im Saal anwesenden Verwandten der jugendlichen Falschmünzer auf der Anklagebank bei ihrem Verdikt bestimmen zu lassen. Als er weiterhin den jugendlichen Flechaut als einen der Hauptschuldigen, ja als den Rädelsführer der verlotterten Gesellschaft bezeichnete, ertönte ein durchdringender Schrei. Durch den Mittelgang drängte sich in Begleitung ihres Töchterchens die Mutter Flechauts und siel vor dem Richtertische in Ohnmacht. Bei diesem Anblick brach der Angeklagte, der bis dahin eine eynische Haltung gezeigt hatte, in Tränen aus. Die Sitzung wurde unterbrochen. Den Geschworenen sind über 800 Fragen vorgelegt. Das Urteil wird voraussichtlich übermorgen gefällt werden. Erpressermanöver in Stuttgart. Stuttgart, 11. Juli. Hier wurden mehrere Personen der besten Gesellschaft, unter ihnen Beamte von hohem Range in letzter Zeit von Erpressern mit Drohungen heimgesucht. Die Betroffenen nahmen den Schutz von Rechtsanwälten in Anspruch. Während aber die privaten Ermittelungen im Gange waren, ließ der Staatsanwalt die Akten in den Bureaus der Rechtsanwälte mit Beschlag belegen und nahm dann Haussuchungen vor. Gegen die Erpresser wird auf Grund der Paragr. 218 und 220 des Strafgesetzbuches vorgegangen werden. von 800000 Kronen verhaftet. Rotterdam, 11. Juli. Der frühere Lübecker Serienloshändler Lübbens, der nach Unterschlagung von Lotteriegeldern in Höhe von 800 000 Kronen aus Kopenhagen flüchtete, ist einem Privattelegramm zufolge in Rotterdam verhaftet worden. Sprengunglück. Metz, 10. Juli. Bei einer hier abgehaltenen Kavallerie=Sprengübung wurden durch die weitgeschleuderten Sprengteile ein Offizier des Dragoner=Regiments Nr. 13, sowie ein Unteroffizier vom Pionierbataillon Nr. 16 schwer, aber nicht lebensgefährlich, ferner ein Dragoner des eben genannten Regiments recht bedenklich verletzt, namentlich an den unteren Gliedmaßen. Ob es sich um einen unberechenbaren Zufall, oder ob die vorgeschriebenen Maßregeln nicht ausreichend Beobachtung gefunden haben, kann erst die eingeleitete Untersuchung ergeben. 15 7 32 Franzosen=Ausweisungen aus *. Elsaß=Lothringen. Metz, 11. Juli. Bei den aus Diedenhofen gemeldeten Aufforderungen an junge Franzosen, Elsaß=Lothringen zu verlassen, handelt es sich nicht, wie amtlich gemeldet wird, um neuerdings getroffene Maßnahmen, sondern lediglich um die Ausführung längst gefaßter Bestimmungen(Statthalter=Erlaß von 1879), die sich nur auf Söhne von in den Reichslanden ständig wohnenden Familien französischer Nationalität, soweit sie das wehrfähige Alter erreicht haben, beziehen. * Ein Dorf eingeäschert. Kassel, 11. Juli. Ein Großfeuer hat Dorndorf eingeäschert. Die Werramühle und mehrere Nach. bargehöfte sind mit allen Vorräten und Maschinen verbrannt. — Vom Schornstein gestürzt. Hamburg, 11. Juli. Der Schornsteinbauer Gustav Klünter stürzte auf der Dampfziegelei des Kommerzienrates Meyer in Hinschenfelde bei Wandsbeck von dem Hängegerüst eines Schornsteins 100 Fuß tief hinab und war sofort tot. Ein zweiter Arbeiter wurde mit in die Tiefe gerissen und mehrfach verletzt. Beendigung des Streiks der Seeleute. Hamburg, 11. Juli. Die Beendigung des Streikes der Seeleute steht für morgen bevor. Infolge der Weigerung der Reeder mit den Streikenden zu verhandeln und weil wiederum 500 englische Seeleute als arbeitswillig eingetroffen sind, hat die Streikleitung für morgen eine Versammlung der ausständigen Seeleute anberaumt, in der über die Beendigung des Streiks abgestimmt werden soll. Die Aktion gegen den Index. Die Zentrale in Münster veröffentlicht nunmehr im dortigen„Anzeiger“ den Wortlaut der Bittschrift, da eine Geheimhaltung desselben angesichts der in italienischer Sprache erfolgten Indiskretion nicht ratsam erscheine. Wir geben den Hauptinhalt wiederz— — Bittschrift wegen des Verzeichnisses der verbotenen Bücher 4 gerichtet an: Seine Heiligkeit Papst Pius 10, und an den hochwürdigsten Episkopat der Länder deutscher und britischer Sprache. Heiligen Apostolischen Stuhl und dem hochwürdigsten Episkopat der Länder deutscher und britischer Sprache vertrauen die Unterzeichner zu Händen Seiner Heiligkeit Papst Pius 10. und zu Händen der hochwürdigsten Herren Bischöfe Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz, Englands und Amerikas in Ehrfurcht die nachfolgende Adresse an, mit der Bitte, in oberhirtlicher Fürsorge es zu segnen, wenn wir zum Vater der heiligen Kirche ehrfurchts= und vertrauensvoll also sprechen: Unsere Bitte betrifft das Verzeichnis der verbotenen Bücher. Sie betrifft die Indexfrage, welche seit Aufhebung aller gewohnheitsrechtlichen Erleichterungen durch die letzte Neuregelung der decreta generalia als eine Sache von tiesem Ernste für jeden gewissenhaften Katholiken neuerweckt ist. Und das ist bei allen wahrhaft religiösen Naturen um so mehr der Fall, je treuer die Anhänglichkeit und Liebe zur Heiligen Kirche und je weniger das Streben nach ungesunder Reform in so wichtigen Fragen für sie mitspricht. In diesem Sinne lehnen die Unterzeichneten grundsätzlich und von vornherein jede auch noch so entfernte Gemeinschaft mit dem neuerungssüchtigen Reformkatholizismus, wie auch mit dem sogenannten liberalen Katholizismus dem Neuchristentum und allen verwandten Erscheinungsformen hierdurch nachdrücklichst ab. Nur Treue und Liebe zur Heiligen Kirche treiben uns, gebieten unserem Gewissen, zur Stunde das rechte Wort im Dienste und nur im Dienste der kirchlichen Autorität zu suchen und in aller Ehrfurcht freimütig, vertrauensvoll zu sprechen. Heiligster Vater! Deinem väterlichen Herzen kann es nicht entgangen sein, wie sehr im Ringen um die höchsten Güter der Menschheit, zumal aber im theologisch=philosophischen Geisteskampfe der Gegenwart jedes starre Befehlen und Gebieten den Betroffenen und seine Anhänger in die Gefahr verbitterter Unversöhnlichkeit und geistiger Verkümmerung bringt, in Gefahren also, die bei liebevoller Führung und Anleitung zum Heile der Seelen zu meiden wären. Niemandem liegt so wie Dir, Heiligster Vater, der Muttername der Heiligen Kirche am Herzen. Du vor allem fühlst es mit uns, Heiligster Vater, daß nur eine liebevolle Beratung dem Mutternamen der Heiligen Kirche entspricht, eine liebevolle Beratung nur, die geleitet wird von dem ruhigen Vertrauen, daß alle Wissenschaft notwendig schließlich doch im Brennpunkte der Wahrheit zusammenfließen muß, wie es auch mehr denn einmal von Deinem erhabenen Throne und nicht zuletzt auch feierlich im Vatikanum verkündet wurde. Unvergeßlich bleiben uns hier die Worte Seiner Heiligkeit Pazist Leo 18., wonach nur eines für die Wissenschaft und für den Irrtum hinsichtlich der ewigen Wahrheiten notwendig ist, und das ist die Zeit zur Selbstbesinnung und zur Rückkehr. Klarer dürfte auf den Weg der Geduld und der ruhigen Zuversicht im Dienst des Friedens und der Wahrheit selten hingewiesen sein. Und doch gehen die kirchlichen Kreise der allzu Eifrigen andere Wege. Ja der Eifer dieser Kreise wächst nicht selten zu einem wahrhaft beklagenswerten Unheil für die große Sache, für die heiligsten Interessen der Kirche an, und erkühnt sich nur zu oft, die Indizierungsgründe und Folgen lieblos und sehr dem Geiste Christi und seiner Kirche zuwider gegen den Betroffenen zu übertreiben und gewissenlos, pharisäisch auszuspielen. Zum Schluß heißt es: Pp Heiligster Vater! Schwere Sorgen haben wir anvertraut! Nur die Besten aus Kleriker= und Laienkreisen, Männer von unantastbar lauterer Gesinnung und Liebe zur Kirche haben uns in allem beraten. Und so sind auch unsere folgenden Anträge, Vorschläge und Bitten allseitig gewissenhaft geprüft und von wahrhaft kirchlichem Geiste getragen. Unsere Bitte schreitet a majore ad minus fort und stellt als Prinzipal=Antrag ehrfurchts= und vertrauensvoll den Grundgedanken voran: Du wollest, Heiligster Vater, zunächst das Verzeichnis der verbotenen Bücher selbst mehr und mehr dem Gedanken einer ziel- und mittelbewußten Dezentralisation anpassen und dem hohen“ Endzweck einer dauernd erfolgreichen, positiv, fördernden, aufbauenden, ermutigenden Taktik im Kampfe für Christus zuwenden. Da steht voran die Bitte, Du wolltest, Heiligster Vater, wenn irgend möglich, die namhafte Indizierung einzelner Werke mit rückwirkender Kraft im Vertrauen auf die allgemeinen Glaubens, und Sittengebote, im Vertrauen auf die zeitgemäß umgestalteten Decreta generalia Indicis, im Vertrauen auch auf die aus eigener Kraft sich ddurchringende, selbständig werbende Kraft der Kraft für immer und ganz beseitigen. Jedenfalls aber möge es Deiner hohen Weisheit gefallen, Heiligster Vater, unter weitherzigster Revision der bisherigen Entscheidungen die dauernde Gewähr für die Zukunft zu schaffen, daß die namentlichen Index=Verurteilungen auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben und möglichst ganz außer Brauch kommen. Sodann wollest Du, Heiligster Vater, falls die völlige Beseitigung der namhaften Indexverurteilungen nicht angängig sein sollte, grundsätzlich alles das aus den Indexdekreten für immer beseitigen, was zumal dem germanischen Volksgewissen aufs allertiefste widerspricht, und das ist vor allem die Verurteilung ohne Anhörung des Angeklagten, die Geheimhaltung der Indizierungsgründe möglicherweise selbst vor den Verurteilten und endlich die Verpflichtung des Verurteilten zum Schweigen ohne die gleichzeitige Anordnung der Schweigepflicht für sämtliche kirchliche Gegner des Verurteilten. Die Möglichkeit zu alledem wollest Du, Heiligster Vater, von der Wurzel aus beheben, da die Wege, welche zur Wahrheit führen, ebenso wie die Wahrheit selbst, das volle Licht erfordern und vertragen. Und so möge es Dir gefallen, Heiligster Vater, anzuordnen, daß jedem angeklagten Katholiken die Gelegenheit zu schriftlicher und mündlicher Verteidigung vor jeder Indizierung eröffnet werde, daß alle zur Klärung und Beruhigung irgendwie sachdienlichen Indizierungsgründe stets öffentlich bekannt zu geben sind, und daß im übrigen das Schweigegebot entweder den Angeklagten und seine kirchlichen Gegner oder aber niemanden trifft. Aufsehen Berlin, 11. Juli. Nicht geringes Aufsehen unter den Kurgästen in Swinemünde erregte es, als eine feine Dame an der Table'hote vor einiger Zeit von zwei Kriminalbeamten verhaftet wurde. Die Verhaftung erregte um so größeres Aufsehen, da sie im feinsten Hotel des Seebades Swinemünde, im Strandhotel, vorgenommen wurde. Die noch ziemlich junge, sehr elegante Dame war die Gattin des praktischen Arztes Dr. Bergmann in Berlin. Letzterer wohnte längere Zeit in Frankfurt a. M. Dort wurde ihm von seiner ersten Gattin am 3. Oktober 1892 ein Mädchen, namens Marie, geboren. Dieses muntere, sehr hübsche Kind war der Stolz und Freude der Eltern. Jedoch nach einigen Jahren starb Frau Dr. Bergmann. Einige Zeit darauf siedelte Dr. Bergmann nach Leipzig und von dort sehr bald nach Berlin über. Ostern 1905 hatte er zum zweiten Male geheiratet. Seine zweite Gattin mit Vornamen Else hatte ihm beteuert, daß sie seiner Tochter in jeder Beziehung die Mutter ersetzen wolle. Allein, obwohl die zweite Ehe des Dr. Bergmann kinderlos blieb, behandelte die Stiefmutter das junge Mädchen in einer so grauenerregenden Weise, daß Dr. Bergmann sich schließlich genötigt sah, das Kind in ein Pensionat zu geben. Er bemerkte der Pensionsvorsteherin: er könne die Mißhandlungen, die seinem Kinde von seiner Frau zugefügt werden, nicht mehr mit ansehen. Nach einigen Monaten nahm Dr. Bergmann seine Tochter in das Haus wieder auf, da seine Frau ihm versprach, das Kind nicht mehr zu mißhandeln. Von da ab— es war Weihnachten 1906— begann jedoch erst die eigentliche Leidenszeit des Kindes. Frau Dr. Bergmann soll das Kind nicht bloß täglich mehrfach in unmenschlicher Weise mit einem Ochsenziemer, Rohrstock usw. geschlagen haben, daß es viele blutunterlaufene Striemen, geschwollene Augenlieder, Beulen am ganzen Körper und offene Wunden hatte, die Frau hat dem Kinde außerdem eine ganz unzureichende und zum Teil verdorbene ekelerregende Nahrung gegeben, sodaß das Mädchen immer magerer wurde. Das Mädchen mußte außerdem, obwohl die wirtschaftlichen Brhältnisse geradezu glänzende waren, in einem vollständig verwanzten Bett in dem Raume des Lichtbades schlafen, in dem von dem Arzt ansteckende, ekelerregende Krankheiten bebandelt wurden und wurde gezwungen, die gröbsten Arbeiten zu verrichten. Frau Dr. Bergmann soll oftmals, wenn sie das Kind mißhandelte, ausgerufen haben:„Du A.. bist die Zerstörerin meines Eheglückes!“ In den kältesten Wintertagen mußte das Kind mit einem dünnen Kattunkleid in die Schule gehen. Frau Dr. Bergmann soll aber auch versucht haben,, das Kind durch Aufführung von Spukgeschichten zu erschrecken. Sie soll sich des Nachts oftmals eine Larve vors Gesicht gesteckt und sich in ein weißes Laken gehüllt haben. In diesem Aufzuge trat sie vor das Bett des schlafenden Kindes, weckte es, um es zu erschrecken. Die unmenschliche Behandlung wurde schließlich von Nachbarn beobachtet und zur Anzeige gebracht. Ostern 1907 wurde den Eltern auf Grund des Paragr. 1666 des.=.=B. das Erziehungsrecht des Kindes entzogen und das Kind auf Kosten der Eltern in ein Pensionat gebracht. Frau Dr. Bergmann wird sich in nächster Zeit vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts 2 wegen vorsätzlicher Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeugs usw. zu verantworten haben. Die Verteidigung der Angeklagten hat Rechtsanwalt Dr. Schwindt übernommen. Vermischtes. Berlin, 11. Juli. Die Abendblätter melden, oaß in dem Museum für Völkerkunde auf völlig unaufgeklärte Weise ein kostbares, seidenes Hemdentwendet worden ist. Es stammt aus Kutscha in Asien, weist reiche Goldstickerei auf und ist am Kragen mit einer Linie khotenesischer Seide versehen. Das Hemd wurde in einem Raume aufbewahrt, der dem Publikum nicht zugänglich ist. Zuletzt wurde es am 21. Juni d. J. gesehen. —(Der Wert der Zeugenaussagen). Nach dem Vorgang deutscher Psychologen und Juristen hat jetzt auch ein italienischer Gelehrter, Claparede, interessante Experimente angestellt, die beweisen, wie schwierig es ist, über einen Vorgang den man beobachtet hat, eine exakte Aussage zu machen und mit welcher Vorsicht daher auch die im besten Glauben abgegebenen Aussagen von Zeugen aufzunehmen sind. Im Laufe seiner Vorlesungen über Kriminalanthropologie verteilte der Professor unvermutet unter seine Hörer Blätter aus weißem Papier und bat sie, sofort schriftlich auf ctwa 20 Fragen zu antworten, die sich auf Gegenstände bezogen, die im Universitätsgebäude waren und von den Zuhörern täglich gesehen werden konnten. Von den 54 Hörern vermochte nicht ein einziger auf acht Fragen über die Universitätsgebäude völlig richtig zu antworten. Von den 54 Personen verneinten 45 die Existenz eines großen Fensters, das auf das Vestibül der Universität hinausging und an dem sie jeden Tag vorüberkamen. Ein Hörer antwortete, daß er sich nicht daran erinnern könnte, und nur 8 bestätigten, daß dieses Fenster da wäre. An einem andern Tage wiederholte Claparede einen Versuch in etwas anderer Form, den schon Professor von Liszt angestellt hat. Ohne daß er seinen Zuhörern etwas angekündigt hatte, ließ er eine verkleidete Person in den Hörsal eintreten. Kaum hatte man diese bemerkt, so wurde sie wieder hinausgeworfen; sie blieb nur etwa 20 Sekunden in dem Hörsaal. Letzte Nachrichten und Berlin, 11. Juli. Kammergerichtspräsident Dr. Lisco. Wie die Kreuzzeitung mitteilt, wird der neue Präsident des Kammergerichts, Wirklicher Geheimer Oberjustizrat Dr. Hermann Lisco, nachdem der Kaiser seine Ernennung am 3. Juli in Fredensborg vollzogen hat, die Geschäfte Mitte dieses Monats übernehmen. Berlin, 10. Juli. Minister v. Studt hat der„Voss. Ztg.“ zufolge, seine Absicht, von Berlin fortzuziehen, aufgegeben und wird statt dessen den einfachen Weg wählen, mit seinem Nachfolger die Wohnung zu tauschen. Köln, 11. Juli. Wie die„Köln. Volkztg.“ meldet, haben sich die Stadtverordneten beider Parteien darüber geeinigt, am Samstag den Oberprädialrat Wallraff=Koblenz zum Oberbürgermeister von Köln zu wählen. — König Friedrich August von Sachsen hat kürzlich, wie man der„Frankf. Ztg. berichtet, in Bischofswerda eine Rede gegen die Sozialdemokratie gehalten. Unter anderm sagte der König:„Als 1903 im ganzen Sachsenlande infolge gewissenloser Agitation bei den Reichstagswahren die Sozialdemokraten den Sieg davontrugen, da war es allein meine treue Stadt Bischofswerda, die den einzigen königstreuen Reichstagsabgeordneten aus meinem Lande stellte. Und auch im vorigen Winter hat sie bewiesen, daß sie treu zu mir und meinem Hause hält. Mit großer Majorität zog von hier aus der Abgeordnete Gräfe trotz grenzenloser Agitation der Gegner wieder in den Reichstag ein. Ich hoffe, daß es immer so bleiben möge und daß die Bürger sich nicht durch die gewissenlose Agitation der Sozialdemokratie verblenden fasler.— Lokale Nachrichten.“ Dortmund, 12. Juli. Der Streit in unseren evangelischen Kirchengemeinden nimmt kein Ende. Gegen die jüngst getätigten Wahlen in der Petrigemeinde haben die unterlegenen Positiven beim Konsistorium Protest eingelegt. Als Grund wird das Nichtvorhandensein einer Wählerliste angegeben. Das Konsistorium hat infolgedessen angeordnet, daß die Neugewählten nicht eher eingeführt werden, als bis der Protest entschieden ist. Die Verträge zu dem neuen großen Elektrizitätsverbande sollen nunmehr am 15. d. Ms abgeschlossen werden. Für die Stadt Dortmund hat dieser Tag eine große Bedeutung. Gibt die Stadt dock die Selbständigkeit ihres Elektrizitätswerkes auf, indem sie an die Beschlüsse einer großen Zahl von Beteiligten künftig gebunden sein wird. Was die finanzielle Sache der Seite angeht, so wird die Stadt Dortmund in den nächsten Jahren große Einbußen an direkten Einnahmen erleiden, weil das neue Unternehmen durch Ansammlung großer Reserven befestigt werden muß, zu denen natürlich Dortmund auch seinen Teil beitragen muß. Aber was blieb der Stadt Dortmund anderes übrig? Auf der einen Seite die Regierung, welche im Interesse der Landtreise zu einer Einigung drängt, auf der anderen Seite Stinnes, der die sämtlichen Zechen als Elektrizitätsabgeber mobil machen wollte, da blieb eben nur die allgemeine Verbrüderung übrig. Dortmund hat nun für sein Elektrizitätswerk sich ein möglichst großes Absatzgebiet gewahrt. Es geht östlich bis vor Hamm, nordlich bis Bork und Selm einschließlich der großen neuen fiskalischen Gruben, westlich bis vor Gelsenkirchen und südlich bis Schwerte, wo es mit dem Hagener Werke zusammenstößt. Es soll ein ganzer Berg von Verträgen nötig gewesen sein, um die Stadtgemeinden, die Landgemeinden und Stinnes unter einen Hut zu bringen Wohl dem, der sie nicht abzufassen, noch wohler dem, der sie nicht zu lesen brauchte. Das Stahlwerk Hösch hat im vergangenen Jahre außerordentlich gut abgeschnitten. Das Werk wird voraussichtlich 15 Prozent Dividende verteilen gegen 12 Prozent im Vorjahre. (Weitere lokale Nachrichten siehe 2. Blatt). 10 Millionen Konkursforderungen. Im Anschluß an die Mitteilungen über den Marienburger Bankkrach, geben wir noch folgende Einzelheiten aus der gestrigen Gläubigerversammlung wieder: Eine neue Ueberraschung für die Gläubiger war die Mitteilung des Konkursverwalters, Rechtsanwalts Diegner, daß die Konkursforderungen ganz wesentlich höher sind, als bisher allgemein angenommen wurde. Die Konkursforderungen belaufen sich, soweit es sich bisher feststellen ließ, auf 9874000 Mark. Der Massebestand dagegen beträgt 3145000 Mark. Rechnet man hiervon die voraussichtlichen Ausfälle von 1 145 440 Mark ab, so ergibt sich ein Nettomassebestand von rund zwei Millionen Man, so daß die Gläubiger eine Dividende von 20 Prozent zu erwarten haben. Wie Wölke gewinschaftet hat, geht am besten daraus hervor, daß ncht fünf Millionen Depositen und Spareinlagen vorhanden sein müssen, wie die letzte Bilanz behruptete, sondern 8 606000 Mark beträg. Ueber die Gläubigerversamntung wird der „Elb. Ztg.“ aus Marienburg geneldet: Dicht gedrängt saßen Männer und Frauen beieinander, um von dem Stande des Konkurses der Marienburger Privatbank zu hören, der so viel Unheil über Stadt und Kreis gebracht hat Wie zum Hohn prangte am Eingang in einer Ehrenpforte die Inschrift:„Herzlich willkommen in Marienburg". Dieses Willkommen galt zwar nicht den Leidtragenden der Marienburger Privatbark, sondern dem Deutschen Kriegerbunde, der am Dienstag in Marienburg war. In der Versammlung wurde mitzeteilt, daß für die Prüfung der Forderungen Termin auf den 18. September festgesetzt sei. Der Konkursverwalter teilte unter anderem mit, wie der Direktor Wölke die Bilanzen durch falsche Buchungei# verschleiert habe. Alle Bilanzziffern sind gefälsht. Wenn beispielsweise in der Bilanz vom 31. Dezember 1906 ein Depositenbestand von 5102000 Tik angegeben ist, belaufen sich die Sparenlagen und Depositen auf 8606000 Mark. Die 3 Millionen Effekten der Bilanz waren in Wirklicheit gar nich vorhanden. In den letzten fünf Jahrei betrug viel mehr der tatsächliche Effektenbestand nr noch 50 bis 100000 Mark. Am letzten Jahresschuß waren statt der 3½ Millionen Effekten nur 65000 Mark Effek. ten vorhanden. Wölke sagte dem revidierenden Auf. sichtsrat, die anderen Effekten befanden sich in Depots. Am Mittwoch, den 10. ds. Mts. verschied der Betriebschef unserer Abteilung Draht- und Blechwalzwerke Herr Ingenleur Prhe-Reschbba. Der Verstorbene hat in fast 25jähriger nicht unterbrochener Tätigkeit den ihm übertragenen Wirkungskreis mit grosser Pflichttreue und nie ermüdender Arbeitsfreudigkeit ausgefüllt und wesentlich zur Entwickelung unseres Betriebes beigetragen. Wir beklagen seinen Heimgang auf das Tiefste und werden sein Andenken stets in Ehren halten. Eisen- und Stahlwerk Hoesch Aktiengesellschaft in Dortmund. ichrichten. Dortmund, 12. Juli. evangelischen Kirchense. Gegen die jüngst geZetrigemeinde haben die n Konsistorium Protest das Nichtvorhandensein en. Das Konsistorium t, daß die Neugewählten en, als bis der Protest neuen großen Elektrizir am 15. d. Ms abgetadt Dortmund hat dieng. Gibt die Stadt doch lektrizitätswerkes auf. einer großen Zahl von in sein wird. 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Ztg. * Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Husen belegene, im Grundbuche von Husen, Band 1 Artikel 59 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Händlers Heinrich Bredemener zu Wickederholz eingetragene Grundstück Flur 1 No. 658=54pp, Stuergemeinde Husen am 13. September 1907, vormittags 11 Uhr durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 108 versteigert werden. Das Grundstück, 12,68 a groß, Pertersundern Nr. 84 gelegen, besteht aus Wohnhaus mit Hofraum, Hausgarten und Hintergebäude und ist mit 1130 Mark jährlichem Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt. Der Versteigerungsvermerk ist am 25. Juni 1907 in das Grundbuch eingetragen. Dortmund, den 6. Juli 1907. Königliches Die Witwe Kaufmann Heinrich Heuner, Theodore geb. Boemke zu Dortmund hat das von ihr bisher unter der Firma„Heuner u. Cie.“ betriebene Geschäft an 1. den Kaufmann Eduard Jost, 2. den Kaufmann Karl Jost, beide zu Dortmund übertragen, welche dasselbe unter unveränderter Firma als offene Handelsgesellschaft fortsetzen. Die Gesellschaft hat am 1. Juli 1907 begonnen. Die Prokura des Kaufmanns Eduard Jost in Dortmund ist erloschen. Dortmund, den 4. Juli 1907. iches Amtsgericht. In unser Handelsregister ist heute bei der Firma „Continentale Hochofengas=Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Dortmund“ folgendes eingetragen: Die Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidator ist der bisherige Geschäftsführer, Ingenieur Gustav Snoeck zu Antwerven. Dortmund, den 28. Juni 1907. Die in unser Handelsregister eingetragene Firma „Otto Glücksmann in Dortmund“ ist erloschen. Dortmund, den 28. Juni 1907. Königliches Amtsgericht. In unser Handelsregister ist heute die Firma:„Holbutko Butter= und Margarine=Syndikat, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Dortmund“ eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die Erlangung vorteilbafter Bedingungen und sonstiger Vorzüge in der Beschaffung und dem Betriebe derienigen Waren, welche die einzelnen Gesellschafter in ihren Geschäften führen, namentlich von Margarine, Butter, Fettwaren und sonstigen Nahrungsmitteln. Das Stammkapital beträgt 24000 Mark. Geschäftsführer ist der Kaufmann August Buckow zu Dortmund. Der Gesellschaftsvertrag ist am 15. Mai 1907 festgestellt. Die Gesellschaft wird durch einen Geschäftsführer vertreten. Dortwund, den 2. Juli 1907. Königliches Amtsgericht. In unser Handelsregister ist heute bei der Firma „Friyz Bimberg Nachf. Robert Giljohann“ zu Dortmund folgendes eingetragen: Die Firma ist geändert in„Dortmunder Speditions= Rollfuhr= u. Möbeltransport=Geschäft, Robert Giljohann“. Dem Spediteur Ferdinand Lukaszewski zu Dortmund ist Prokura erteilt. Dortmund, den 28. Juni 1907. Königliches Amtsgericht. In unser Handelsregister ist heute bei der Firma „Drissen u. Körner", offene Handelsgesellschaft zu Dortmund folgendes eingetragen: Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Firma ist erloschen. Dortmund, den 4. Juli 1907. Königliches Amtsgericht. 2. Hypothek von 2500—3000 Mk. gesucht. Schr. Ang. u. A. 197 an die Geschaften. dies. Zta.( „Htrshl,„Beschäftsleute such. wirtschaft, Menage od. ähnl. zum 1. Oktober zu übern. Off. u. H. M. an die Geschst. d. Ztg. in Gelsenkirchen. Gutgehendes Flaschenbier-Geschält sofort billig zu verkaufen. 1000 Mk. erforderl. Schrftl. Ang. u. C. 6189 a. d. G. Herr sucht ung möbl. Zimmer, part., am liebsten im Silden. Schr. Ang. unt. M. 208 an die Geschst. d. Ztg. Tödel TBaupiatze am liebsten im Mittelpunkt der Stadt unter günstigen Bedingungen zu kaufen ges. Schriftl.„Angeb. u. M. an die Geschst. d. Ztg. Hausverkauf 8 Zimmer, mit schönem großen Hof u. Hintergebände, für jedes Geschäft geeignet, billig dei ma Anzahlung zu verkaufen.(51956 Wiegand, verl Alsenstr. 37. -gceggaus in gut. 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Nach der in der Bergmannstraße belegenen Habel'schen Brauerei war für heute abend eine Dienstmädchenversammlung einberufen, um zur Vertürzung der Arbeitszeit Stellung zu nehmen. Wohl aus Anlaß des schlechten Wetters war der Besuch nur ein ziemlich schwacher. Es waren etwa 100 Personen, unter diesen auch einige jüngere Herren, erschienen. Nachdem Frl. Arndt zur Vorsitzenden gewählt worden war, sprach Frl. Ida Baar über die Verkürzung der Arbeitszeit. An dem schlechten Besuch der Versammlung, so etwa bemerkte die Rednerin, sei wohl zum Teil das furchtbare Regenweter schuld, die Hauptschuld liege aber zweifellos in der langen Arbeitszeit der Dienstmädchen, die unbegrenzt sei. Bezüglich aller anderen Arbeiter sei die Arbeitszeit begrenzt, die Dienstmädchen haben aber niemals freie Zeit. Die zu Recht bestehende Gesindeordnung habe das Dienstmädchen zur Haussklavin degradiert. Wenn das Dienstmädchen einmal um Urlaub nachsuche, dann dürfe es kein böses Gesicht machen, wenn es abschlägigen Bescheid erhalte. Die Dienstmädchen haben aber schließlich auch das Bedürfnis, an den Fortschritten dr Kultur und der Bildung teilzunehmen. Auch im Interesse der Gesundheit sei es erforderlich, daß für die Dienstmädchen eine gesetzliche Arbeitszeit festgelegt werde. Die Herrschaften wehren sich selbstverständlich gegen Aufhebung der Gesindeordnung und gegen jede Verkürzung der Arbeitszeit. Die Herrschaften wissen, wenn die Dienstmädchen erst Zeit haben, dann haben sie auch Gelegenheit, über ihre Lage nachzudenken. In einer Versammlung der Besitzenden sei einmal gesagt worden: „die dümmsten Arbeiter sind die besten.“ Dem dummen Arbeiter kann man alles bieten. Die Herrschaften wissen, daß Dienstmädchen die nicht Zeit haben, über ihre Lage nachzudenken, sich jede Behandlung gefallen lassen. Alle Schlafräume werden behördlich kontrolliert, ausgemessen usw., niemand kümmere sich aber um die Schlafstellen der Dienstboten. Im Altertum waren die Herrschaften wenigstens auf die Gesundheit ihrer Sklaven bedacht, weil sie Geld kosteten. Alle Arbeiter haben durch Organisation Verkürzung der Arbeitszeit erreicht, nur die Dienstmädchen stehen noch abseits. Es sei aber dringend notwendig, daß auch die Dienstmädchen sich organisieren, sich dem Verein der Hausangestellten anschließen, um in der Lage zu sein, höhere Löhne und Verkürzung der Arbeitszeit zu fordern. Es müsse den Herrschaften klar gemacht werden, daß auch die Dienstmadchen Menschen seien, die im Interesse ihrer Gesundheit und weiteren Fortbildung ein wesentliches Interesse an einer Verkürzung der Arbeitszeit haben.(Lebhafter Beifall). Ein junger Mann namens Oppenheim bemerkte: Es sei erfreulich, daß im Abgeordnetenhaus Frhr. v. Zedlitz für die Besserstellung der Dienstmädchen eingetreten sei. Erforderlich sei es, die Arbeitszeit der Dienstmädchen nur bis 9 Uhr abends zu bemessen, und wenn nach 9 Uhr durchaus Arbeit erforderlich wäre, Ueberstunden zu bezahlen.(Lebhafter. Beifall). Frau=Bie: Es höre sich sehr schön an, daß Frhr. v. Zedlitz sich im Abgeordnetenhause sich der Dienstboten angenommen habe, es sei aber bei der Anregung geblieben. Der augenblicklich große Mangel an Dienstmädchen sei doch eine günstige Gelegenheit, Forderungen zu stellen. Weshalb solle das Dienstmädchen nicht, gleich den Verkäuferinnen usw. um neun Uhr abends ihre Häuslichkeit aufOppenheim, der nochmals das Wort nahm, führte aus: Wenn die Dienstmädchen sich immer mehr anderen Berufen zuwenden, sodaß der Mangel an Dienstboten immer größer werde, dann werden die Herrschaften selbst die Aenderung der Gesindeordnung in die Hand nehmen. Es empfehle sich, eine Reichsgesindeordnung zu schaffen. Frl. Baar: Die Dienstboten bedanken= sich für jede Gesindeordnung, sie wollen unter die Gewerbeordnung gestellt werden. In dieser Weise zog sich die Besprechung bis nach Mittemacht hin. Die anwesenden Dienstmädchen machten sich während der Reden vielfach eifrig Notizen. Nach Schluß der Versammlung ließ sich eine große Anzahl der Mädchen in den Verein der Hausangestellten aufnehmen. Der suchen können: Ein älteres Dienstmädchen bemerkte: Die Herrschaften seien oftmals so herzensroh, daß sie noch viel von ihren Dienstboten lernen können. Schon den Kindern werde es anerzogen, daß die Dienstmädchen ganz andere Menschen als die Herrschaften seien. Es werde gesagt, wenn die Dienstmädchen außer dem Hause wohnen, dann können sie die Herrschaften nicht ausziehen.„Das wollen wir ja auch nicht.“ Leute mit gesunden Knochen können sich selbst auskleiden, uns kleidet auch niemand aus. (Heiterkeit und Beifall). Höchstens Kranken wollen wir Nachts beistehen. Juwelendieb Lütte. beschäftigt noch immer die Gerichte und Kriminalbehörden in Nürnberg, Berlin, Wien, usw., wenn auch bisher keine Spur von dem flüchtigen Defraudanten entdeckt ist. Der Direktor des Internationalen Theaters in Nürnberg, an dem der spätere Spitzbube zuletzt tätig war, hat sich in einem Wiener Blatt in interessanter Weise über Lütte als Menschen, Schauspieler und— Juwelenhändler geäußert. Wir entnehmen den Ausführungen die folgenden Stellen: „Günstig war der erste Eindruck für den jungen Schauspieler, als er sich mir zuerst vorstellte, keinesfalls. Das eckige Wesen, die plumpe Gestalt, der etwas schleifende Gang, das Gesicht, bei welchem Kinn und Stirne weit vortraten, der schüttere Haarwuchs — alles durchwegs keine Empfehlung für ein darstellendes Mitglied eines besseren Kunstinstituts. „Welche Art von Rollen liegen Ihnen eigentlich am besten, Herr Lütte?" begann ich das Gespräch.„Ich habe bisher alles gespielt, Herr Direktor“, versetzte Lütte mit einem verbindlichen Lächeln und einem eckigen Zurseiteschieben seines Unterkörpers,„und werde mir jedenfalls die größte Mühe geben, jeder Aufgabe, die sie mir zutrauen, gerecht zu werden. Ich habe auch bereits an verschiedenen Theatern, zuletzt in Halberstadt, Regie geführt.“ Ich besetzte gerade die Eröffnungs=Kommödie, Tschirikows düsteres Sittengemälde aus dem russischen Leben „Die Juden“. Herrn Lütte teilte ich die Rolle des sozialdemokratischen Arbeiters Iserlohn zu. Bei den Proben störte mich das scharfe, schneidende Organ des jungen Schauspielers. Mein Regisseur riet mir auch, die Rolle anderweitig zu bestzen und Herrn Lütte zu entlassen, allein der bei der geringsten Gelegenheit zur Schau tretende große Ehrgeiz des Mannes bewog mich, dies nicht zu tun. Der Tag der Vorstellung kam und Herr Lütte zog sich schlecht und aus der Affäre. In der nun kommenden Zeit stellte ich ihn in kleineren Rollen: Kammerdienern, Herren aus der Gesellschaft und dergleichen mehr hinaus, und ich mußte anerkennen, daß Herr Lütte von außerordentlichem Fleiße war und den kleinsten Aufgaben eine neue Seite abzugewinnen sich bestrebte. Und Herr Lütte besserte sich von Tag zu Tag. Ich habe selten einen Schauspieler gefunden, der so energisch bestrebt war, die ihm von der Natur anhaftenden, für seinen Beruf hindernden Eigenschaften abzulegen. Da er von Haus aus nur eine mangelnde Schulbildung genossen, machte er sich jetzt daran, die Lücken in seinem Können auszufüllen, er schaffte sich Bücher an, las, studierte und ging ganz in seiner Kunst auf. Dieser brennende Ehrgeiz, diese Sucht, mehr zu sein als andere, dürften Lütte auf die Bahn des Verbrechens geführt haben. Bereits einige Male war mir, wie ich nebenbei erwähnen will, zu Ohren gekommen, daß der junge Schauspieler perverse Veranlagung besäße.— Als im Frühjahr 1906 mein Regisseur'Allemand einen Antrag an das Raimund=Theater in Wien erhielt, bat mich Lütte, es in der Regie mit ihm zu probieren. Ich wagte den Versuch und— er gelang. Lütte gab sich als Regisseur die denkbar größte Mühe. Er inszenierte u. a. Gerhart Hauptmanns„Biberpelz“ in einer Weise, die direkt als mustergültig angesehen werden konnte.— So kam der Herbst 1906 heran und mit ihm eine große Veränderung in dem Leben Lüttes. Hatte er bisher in anständigen, aber ziemlich bescheidenen Verhältnissen gelebt, so entwickelte er plötzlich einen Luxus der Lebensführung, einen Reichtum, der allgemein Erstaunen hervorrief. Er gab an, seine Großmutter, die in Berlin ein vornehmes Hotel besessen, sei gestorben und Der Steckbrief gegen den Juwelenräuber Lütte und seinen Komplizen Horschel wird nunmehr veröffentlicht. Er lautet: Gegen den Schauspieler und Regisseur Julius Felix Lütte, geb. 8. Oktober 1876 zu Erkner, Provinz Brandenburg in Preußen, und den Schauspieler Fritz Horschel(Theatername Kurt Amborn), geb. 15. Dezember 1876 zu Wallrabs(Herzogtum Sachsen=Meiningen), sind Haftbefehle wegen gemeinschaftlich verübten Vergehens der Untreue und Unterschlagung von Juwelen im Werte von etwa 400 000 Mk. gegen Lütte zudem wegen Vergehens des Betruges von Juwelen im Werte von etwa 400000 Mark erlassen worden. Um eifrige Fahndung, Festnahme, Beschlagnahme der in ihrem Besitz noch vorfindlichen Juwelen, Pfandscheine oder Barmittel und sofortige Drahtnachricht wird ersucht. Beschreibung des Lütte: Mittelgroß, untersetzt, korpulent, blonde Haare mit Stirnglatze, volles, bartloses Gesicht, Berliner Dialekt; elegante Kleidung; starke Hüften, gewandtes Auftreten. Beschreibung des Horschel: Groß und schlank, blonde, rechts gescheitelte Haare, großer Mund mit auffallend roten Lippen„gutes Gebiß, mageres eckiges Gesicht; große Füße, große knochige Hände; elegante Kleidung; gewandtes Benehmen. Nürnberg, 5. Juli 1907. Der Untersuchungsrichter 1 beim Landgericht. — Von den Dieben fehlt noch jede Spur. 4 Monaten Gefängnis verurteilt. habe ihm und seiner Schwester ein riesiges Vermö 8 Mark. Reinders war geständig und wurde gen hinterlassen, Zuerst hieß es bei seinen Kollegen, 14 Mangter, Güefärgnis Lütte besitze 100 000, dann 500 000, 800 000 Mark, schließlich war er mehrfacher Millionär. Er selbst erzählte, daß er an dem neuen Hebbel=Theater in Berlin sich pekuniär in hervorragender Weise beteilige und Aehnliches.— Gleichzeitig trug Lütte stets außerordentlich wertvolle Perlen= und Brillantarmbänder, Diademe, Ringe bei sich, die er jedermann zum Verkauf anbot. Mir selbst offerierte er Schmuckgegenstände im Werte von 30.000 Mark. Den Besitz solch wertvollen Schmuckes erklärte er damit„daß in dem Hotel seiner Großmutter oft fürstliche Persönlichkeiten abgestiegen seien, die als Zahlung Perlen und Billanten hinterlassen hätten. Ueberdies hätte seine Großmutter leidenschaftlich Schmuck gesammelt. Von seinem verbrecherischen Treiben hatte natürlich keiner seiner Kollegen auch nur die geringste Ahnung. Lütte verstand es im Gegenteil, durch sein überaus höfliches, bescheidenes Wesen sich überall Freunde zu machen.“ 31 Staulliche Wöchenruckbliche Dortmund, 18. Juli. Das ist ein Wetter! Alle Welt klagt, und die bekannten„ältesten Leute“ erinnern sich nicht, jemals einen solchen verwässerten Sommer erlebt zu haben. In der Tat ist der anhaltende Regen zum verzweifeln. Wir stehen bereits vor dem Tore des August und noch haben wir kaum einen einzigen wirklich schönen Sommertag gehabt. Ob wir bei dem lieben Gott in Ungnade gefallen sind? Fast sollte man es glauben. Die Bäder und Sommerfrischen sind entvölkert und gleichen Einöden. Denn wer sollte auch Lust zum Reisen empfinden? Da sitzt es sich schon hinter dem Ofen besser und man läßt den Regen an die Fenster klatschen. Der Ausfall den die Besitzer von Ausflugspunkten und Gartenlokalen durch den nassen Sommer erlitten, ist rechnerisch garnicht zu bemessen. Herr Knäpper vom Fredenbaum hat bis heute über 20000 Mk. weniger vereinnahmt, als in de: gleichen Zeit des Vorjahres. Und ähnlich geht es allen anderen Wirten, die auf den Sommerbesuch angewiesen sind. O. allgütige Mutter Natur! Bald nahen die Ferien, worauf sich die Jugend so sehr freut. Soll auch sie nicht die Freuden eines sonnigen Sommers kosten? Nein, du wirst Frau Sonne in ihrer ganzen Pracht strahlen lassen und der Menschheit doppelt das geben, was du ihr bis jetzt in deinem Zorne vorenthalten. Dichter der„Dreizehnlinden" besingt in seiner so herrlichen Sprache die Schönheiten der Somerezeit. Uns fallen folgende Stellen ein: Schatten suchten Hirt und Herde luf dem Aders Aehrenfülle. Jut. den#. Blättermeer des Waldes Ruhte sommerliche Stille. sus der Heimchen sang im Grase. uind die Hose aur9 Schilf und Steine Und der Ginhe Wenn der Duggnne dlutht am Raine! der Dichter unseren diesjährigen Sommer erlebt hätte, dann würde er vielleicht seine Verse nicht so wundervoll ausgestattet haben. Wer weiß, am Ende findet sich unter unsern Lesern ein zweithr Beber, der die Verse der jetzigen Witterung Doch Scherz bei Seite. Infolge der langandauernden feuchten und kalten Witterung werden vielfach Befürchtungen laut, es könne eine empfindliche Teuerung durch eine Mißernte eintreten. Diese Befürchtungen sind angesichts der heutigen hochentwickelten Verkehrs= bezw. Transportverhältnisse unseres Erachtens wenig begründet. Was insbesondere den Getreidebau in der Umgebung Dortmund sowie im übrigen Teil des niederrheinisch=westfälischen Industriebezirks anbelangt, so reicht derselbe bekanntlich heute nicht einmal zum zehnten Teil aus, um den Getreide=Bedarf der dichten Bevölkerung zu decken, vielmehr müssen große Mengen von auswärts eingeführt werden. Angesichts dieser Tatsache ist es interessant, festzustellen, daß noch bis in die vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts in der Feldmark Dortmund mehr Getreide erzeugt wurde, als zur Versorgung der —5000 Seelen starken Bevölkerung erforderlich war. Es wurde infolge dessen nicht nur kein Getreide in Dortmund eingeführt, sondern es gelangten im Gegenteil noch beträchtliche Mengen zur Ausfuhr. Während der großen, durch Mißwachs hervorgerufenen Teuerungen in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts war die Stadt und Grafschaft Dortmund z. B. in der glücklichen Lage, nicht nur auf die Einfuhr fremden Getreides zu verzichten, sondern sogar noch einen wenn auch geringen Teil seiner eigenen Erzeugung zur Ausfuhr bringen zu können. Namentlich die benachbarte Stadt Hörde wurde bei den Teuerungen von 1789 und 1795 zum Teil mit Dortmunder Getreide versorgt. Der Rat der Stadt Dortmund erließ allerdings alsbald ein Ausfuhrverbot, da er befürchtete, daß mit Rücksicht auf den Umstand, daß auch in den Dortmunder Feldmarken die Ernte unter der naßkalten Witterung gelitten hatte, zuviel Getreide ausgeführt werden konnte. Die Dortmunder ließen sich natürlich das über die Emscher ins Märkische wandernde Getreide sehr teuer bezahlen. Heute findet man im städtischen Weichbilde nur hier und da noch ein Getreidefeld, dagegen sieht man im städtischen Hafen große Schiffsladungen fremden Getreides zur Ernährung der auf ruerd 19000g gee““ zur Ernöhrung der auf rund 180000 Seelen angewachsenen Bevölkeimen. Große Summen gehen jetzt allfür Trotkorn, Hafer und Gerste sowie für Kartoffeln, Obst und Gemüse ins Münsterland, dem Gerichtssaal. Zweite Strafkammer. Dortmund, 12. Juli. in rückfälliger Dieb ist der Arbeiter Wilh. Stiepelmann von hier. Im Mai d. J. stahl er einem Mitkostgänger einen Hut im Werte von 13 Mark und später versuchte er es, andere Leute zu bestehlen, indem er durch Erklettern einesBaumes in deren Zimmer gelangt war. Bei diesem Versuch wurde er aber abgefaßt und heute zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Zwei rabiate Gesellen sind die Arbeiter Wilh. Niescery und Karl Maßloh aus Eving. Sie hatten sich heute wegen Hausfriedensbruchs, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Mißhandlung zu verantworten. Sie befanden sich am 9. Juni in einer Wirtschaft in Eving und rumorten dort in ungebührlicher Weise, so daß die Wirtin sie aufforderte, das Lokal zu verlassen. Als sie dieser Aufforderung nicht nachkamen, wurden sie von anderen Gästen an die Luft gesetzt und krakehlten draußen weiter. Herr Polizeikommissar Schübbe kam nun hinzu, wurde aber von beiden tätlich angegriffen; sie versuchten ihm den Degen zu entreißen und verbogen dabei die Scheide. Die Strafe lautete gegen Niescery auf 6 Monate und 8 Tage und gegen Maßloh auf 5 Monate Gefängnis. Einen Sack Weizenmehl stahl der Fuhrmann Heinrich Reinders am 29. Mai d. Is. am hiesigen Bahnhof. Der Angeklagte war bei der Salzfirma Otto Müller u. Co. beschäftigt und lud, angeblich in angetrunkenem Zustande, den Mehlsack mit seinen Salzsäcken auf seinen Wagen und zwar von der Güterabfertigungsstelle aus. Er verkaufte dann das Mehl an einen Lumpensammler für nach Ostfriesland und den Ostseeprovinzen, der ins Ausland wandernden Summen garnicht zu gedenken. Und diese große Wandlung hat sich erst in einem Zeitraum von 50—60 Jahren vollzogen. Mit Rücksicht darauf aber, daß Dortmund heute in der glücklichen Lage ist, große Getreidemengen auf dem billigen Wasserwege aus weitentfernten Gegenden zu beziehen, dürfte hier, selbst im Falle einer Mißernte, im engeren Gebiet, eine größere Teuerung sobald nicht zu befürchten sein. Wir können daher beruhigt sein. Teuerungen werden ja nicht ausbleiben, aber ein Mangel an Lebensmitteln wird nicht eintreten. Ein feuchter Sommer hat schließlich auch noch seine Vorzüge. Man denke nur an die Arbeiter unserer Eisenwerke, die den ganzen Tag vor den Glut=Oefen stehen. Sie werden um einen heißen Sommer nicht allzusehr verlegen sein und schon mit dem jetzigen auskommen. Gottlob steht unsere Industrie in voller Blüte und wirft für die Arbeiterschaft lohnenden Verdienst ab. Wünschenswert wäre es, wenn für dis Leute alljährlich eine bestimmte Erholungspause festgesetzt würde, wie dies in privaten Betrieben schon, an ei#len, Stellen geschehen ist. Einige Werke beabsichtigen denn auch, wie wir hören, dieselbe Einrichtung zu treffen, was sicherlich dankbar würde. In den Sommermonaten natürlich. Wer das ganze Jahr über tätig gewesen, dem Erärhseng, au einige Tage der Erholung und Freilich gibt es auch Fälle, welche keine Ferien gestatten. Dringende Arbeiten im Interesse des Verkehrs lassen Ruhetage nicht zu. Die Regulierung des Kreuzungsstückes Osten= und Westenhellweg zum Beispiel erfordert, daß Tag und Nacht gearbeitet würde. Die Geschäftsleute sind über den Schneckengang der Buddelei in helle Empörung geraten. Und das mit Recht. Wir haben so etwas noch nicht gesehen. Der Ostenhellweg macht den Eindruck, als ob er tunneliert werden sollte. Am letzten Mittwoch standen zwei Marktbauern zusammen und sahen dem Schaufeln der Erdarbeiter zu. „Hinnerk,“ sagte der Erste,„eck weit nich, wat dat werden sall, dä Sake sall bis Wiehnachten duren!“ —„Do hierst Du lange wat an, Willem,“ erwiderte der Andere,„dat durt mindestens noch twei Johre. dat girvt so ine Untergrundbahn!“ Dortmund, 12. Juli. Die Herren Geschworenen hatten heute ihren Wahrspruch abzugeben in einer Anklagesache wegen Körperverletzung mit Todeserfolg. Die Anklage, die sich gegen den 22jährigen Maschinisten Karl Löhr von hier richtet, legt diesem zur Last, in der Nacht zum 6. April d. J. dem Vorarbeiter Johann Wirtz in der Detmarstraße einen Schlag mit einem Schraubenschlüssel auf den Kopf versetzt zu haben, der den Tod des Geschlagenen herbeiführte. Wirtz starb im Krankenhause am 15. April d. J. Wie so oft, so handelte es sich auch hier um einen geringfügigen Streit, der dann in Tätlichkeiten ausartete. An dem betreffenden Abend hatten der Angeklagte, der Verstorbene und der Montagearbeiter Knipprat auf dem Werte„Union“ Feierabend gemacht und begaben sich auf den Heimweg. Unterwegs gesellte sich noch ein Kollege zu ihnen, der das Werk verlassen und daher seinen „Abschied“ geben wollte. Dieser Abschied bestand in dem Besuch mehrerer Wirtschaften, und schließlich gingen die drei Genannten nach Hause. Auf diesem Wege gerieten Wirtz und Knipprat in einen Wortwechsel, und der Verstorbene stach den Knipprat in den Kopf, während der Angeklagte sich bei diesem ersten Vorgang passiv verhielt. Erst als er unter einer Laterne in der Detmarstraße bemerkte, daß sein Begleiter gestochen worden war und als Wirtz obendrein fortwährend schimpfte, bändelte er mit letzterem an. Die Parteien gingen getrennt an beiden Seiten der Straße, aber in einem gegebenen Moment traten der Angeklagte und der Verstorbene sich entgegen. Bei dieser Gelegenheit versetzte der Angeklagte dem Wirtz den verhängnisvollen Schlag. Wirtz taumelte zurück, überschlug sich zweimal und erhob sich dann wieder, während Löhr und Knipprat nach Hause gingen. Der Angeklagte behauptet, daß Wirtz ihn habe stechen wollen, wie er Schlüsselbund, an dem auch ein Schraubenschlüssel befestigt war, aus der Tasche gezogen und damit den Wirtz geschlagen. Der Vorgang spielte sich gegen 11 Uhr abend ab. Knipprat schildert als Zeuge die Vorgänge im wesentlichen so, wie der Angeklagte sie darstellt. Dieser Zeuge bekundet weiter, daß er und der Verstorbene sich vor der Lechtenböhmerschen Wirtschaft im Scherz gerungen hätten. Wirtz sei der Herausforderer gewesen. Als der Angeklagte aus der Wirtschaft kam, und sie beide am Boden liegen sah. glaubte er, weil am Sonntag vor dem Vorfall ein Wortwechsel zwischen den Beteiligten stattgefunden hatte, daß dieser Ringkampf Ernst gewesen sei und trat dazwischen, um die Sache zu schlichten. Der Zeuge Heinemann sowie dessen Frau bekunden, daß sie den Vorgang, wie er eben geschildert ist, gesehen hätten. Wirtz soll indessen dem Angeklagten zugerufen haben:„Kerl, bleib mir drei Schritte vom Leibe!“ Ferner bekunden diese Zeugen, daß sie genau gesehn hätten, wie der Angeklagte nicht mit einem Schraubenschlüssel, sondern mit einem Messer in der Hand den Schlag gegen Wirtz geführt habe. Diese Angabe scheint aber doch nicht ganz zu stimmen.— Herr Polizeiarzt Dr. Steinhaus sagte als Sachverständiger mit Bestimmtheit aus, daß die Verletzung nicht von einem Messer herrühren könne. Dagegen habe die Spitze des Schraubenschlüssels genau in die 12 mm lange Wunde des Verstorbenen gepaßt. Die Herren Geschworenen bejahten die Frage nach Körperverletzung mit Todeserfolg und billigten dem Angeklagten die mildernden Umstände zu, worauf der Herr Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren beantragte. Herr Rechtsanwalt Franck führte hierauf aus, daß ihm solche Strafe in anbetracht der Umstände für einen unbescholtenen Mann wie der Angeklagte, der übrigens gereizt worden sei und gewiß nicht die Absicht der Tötung gehabt habe, viel zu hoch erscheine. Der Gerichtshof erkannte dem Antrag des Herrn Staatsanwalts gemäß. Ein gerichtliches um Manheiner Anarchsen— Kongreß. Berlin, 12. Juli. Als ein gerichtliches Nachspiel zu dem Ostern in Mannheim abgehaltenen deutschen Anarchistenkongreß kann die Verhandlung bezeichnet werden, die heute vor der dritten Strafkammer des Landgerichts 1 stattfindet. Unter der Anklage der Geheimbündelei haben sich die Anarchisten Karfunkelstein und Weiß zu verantworten. Sie waren Teilnehmer des Mannheimer Anarchistenkongresses, der bekanntlich unter den Maßnahmen der Behörden so viel zu leiden hatte, dessen Durchführung aber doch, wenn auch mit Anwendung von List und Verschlagenheit erreicht wurde. Als ihnen nichts mehr übrig blieb, trafen sich die Teilnehmer in der Nacht des 2. Osterfeiertages bei Mannheim am Ufer des Neckar zusammen und die Polizei erfuhr den neuen Tagungsort erst, als die Delegierten schon über alle Berge waren. Es gelang der Polizei aber noch, einige in Mannheim zu verhaften, darunter den früheren sozialdemokratischen Stadtverordneten Dr. Friedeberg aus Berlin, der durch die Propagierung des sogenannten Anarchosozialismus in den letzten Jahren wiederholt von sich reden gemacht hat und der jetzt erst in einer Generalversammlung der politischen Organisation des 3. Berliner Reichstagswahlkreises aus der sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen worden ist. In der Wohnung der übrigen Kongreßteilnehmer deren Mehrzahl ebenfalls aus Berlin stammte, wurden Haussuchungen abgehalten. Am ergiebigsten war das Resultat der Durchsuchung der Wohnung des heutigen Angeklagten Weiß. Man fand bei ihm eine ganze Menge Druckschriften, die teils dem Mitangeklagten Karfunkelstein, teils anderen russischen Studenten gehörten. Karfunkelstein und Weiß wurden darauf verhaftet unter dem dringenden Verstechen wollen, wie er ja den Knipprat schon ge= dacht, einer nicht erlaubten Verbindung anzugedieser Meinung habe er seinen hören, deren Ziel ist,„die Anordnungen der Verwaltungsbehörden in Frage zu stellen.“ Da die Berliner Kriminalpolizei glaubte, Beweise dafür in Händen zu haben, daß hier eine terroristisch=anarchistische Gruppe, der namentlich die hier ansässigen Russen angehören sollten, vorhanden sei, beobachtete sie vor allem die Orte, an denen Russen zahlreich zu verkehren pflegen. Als solche Lokale ermittelte sie die Saltikowlesehalle in der Artilleriestraße und die Tschechow=Lesehalle in Charlottenburg. Es wurde eine große Razzia in diesen beiden Lesehallen veranstaltet und im ganzen gegen 40 Personen, die sich nicht genau legitimieren konnten, nach den zuständigen Polizeibureaus gebracht. 25 Studentinnen und Studenten wurden sofort wieder freigelassen, die übrigen Besucher aber als lästige Ausländer ausgewiesen. Für am schwersten belastet hält die Anklagebehörde die beiden heutigen Angeklagten, deren Verhaftung aber schon vor der Durchsuchung der Lesehallen erfolgte, und deren Angelegenheit daher in keinem direktem Zusammenhang zu der Lesehallenangelegenheit steht. Vielmehr war ihre Verhaftung erst die Veranlassung für die Polizei, den Lesehallen Aufmerksamkeit zu schenken. Die Angeklagten führen zu ihrer Verteidigung an, daß die bei ihnen vorgefundenen Schriften absolut nichts Strafbares enthalten, daß sie vor allen Dingen gar kein Interesse daran hätten, ihren Inhalt den Behörden gegenüber zu verheimlichen, da jeder, der für die Schriften Interesse habe, sie sich auf der Königl. Bibliothek leihen könne. Man sieht unter diesen Umständen dem Ausgang des Prozesses mit einer gewissen Spannung entgegen, zumal der Student Karfunkelstein als ein Führer der reichshauptstädtischen anarchistischen Bewegung gilt und schon wiederholt in politische Prozesse verwickelt war. Den Vorsitz in der heutigen Verhandlung führt Landgerichtsdirektor Busch, die Anklage vertritt Staatsanwalt Rasch, während Rechtsanwalt Ludwig Friedmann die Angeklagten verteidigt. Ueber die Verhandlung werden wir weiter berichten. ——„ Wir waren paff. Es war jedenfalls ein guter Witz, der dem Munde des Bauersmannes entfloh. Den Leuten kam die Geschichte auch zu langweilig vor. Während der Ostenhellweg noch weit zurück ist, bessert sich an der Brück= und Betenstraße die Die Straßenbau=Arbeiten am Ostenhellweg. Situation. Man legt dort bereits die Schienen. Die Bürgerschaft will es nicht recht verstehen, warum man mit dieser Straßenregulierung nicht bis nach dem Abbruch des Dr. Bayer'schen Hauses gewartet hat. Nächstes Frühjahr soll doch der Rest der Reinoldiinsel fallen. Dann hatte man mehr freie Hand und konnte auch mehr Arbeiter beschäftigen, weil dann der Transport des Erdreiches sich leichter vollziehen ließ. Nun ist daran nichts mehr zu ändern. Jetzt möge das Tiefbauamt nur dafür unserer Stadt bestimmt, damit auch sorgen, daß die Buddelei bald zu Ende ist und für von dieser seltsamen Buddelei erfährt. die anliegenden Geschäftslokale wieder eine freie Passago geschaffen wird. So kann das nicht länger gehen. Der Schaden, den die betr. Kaufleute erleiden, geht täglich in die Tausende, weil ja niemand, der nicht eben muß, den aufgegrabenen Straßenteil aufsucht. Wenn die Arbeiten vollendet sind, werden wir ja unsere Freude an der hübsch geputzten Straßenkreuzung haben. Leider werden wir darauf noch eine Reihe von Wochen warten müssen. Unser heutiges Bild ist für die Chronik unserer Stadt bestimmt, damit auch die Nachwelt Pentische Arversicht. Deutsches Reich. Peters. Die Köln. — Wißmann und Ztg. schreibt: Der gelegentlich des Münchener Prozesses angestellte, aber durch beeidete Zeugenaussagen vereitelte Versuch des Nachweises, Wißmann habe irgendwie das Verhalten Peters am Kilimandscharo gebilligt, findet auch durch die erste Instruktion, die Wißmann bei Niederwerfung des Araberaufstandes an seinen Stationschef von Bagamoyo, den Hauptmann Richelmann, erlassen hat, seine Widerlegung. Die Instruktion lautet: habe Ihnen das wichtige Bagamoyo als Station übergeben und Sie finden dort viel zu tun. Wie Sie alles einteilen und handhaben, ist Ihre Sache, ich kümmere mich darum nicht und wiederhole nur nochmals die Gesichtspunkte, nach denen gehandelt werden soll. In erster Linie, das erheischen die jetzigen Verhaltnisse, sind Sie der militärische Befehlshaber. Bringen Sie unsern Herrenstandpunkt stets zum Ausdruck aber ohne hart zu sein. Sorgen Sie für das Aufblühen der immer noch darniederliegenden, fast zerstörten Stadt, indem Sie die Bevölkerung zur Rückkehr bewegen. Erwerben Sie sich Vertrauensversonen, durch die Sie erfahren, wie das Volk senkt, was es wünscht oder vielleicht auch plant. Unter den Leuten ist Zucht und Ordnung zu halten, aber bitte stets gerecht und wohlwollend. Seien Sie auch für den armseligsten Schwarzen nie ein unnahbarer, sondern stets ein geduldiger, fürsorgender Herr. telephonische Nachricht. Er wurde zu einem in der Nähe wohnenden Arzt gebracht, durch dessen Abwesenheit aber per Wagen nach der elterlichen Wohnung überführt, wo sofort ärztliche Hilfe herbeigeholt wurde. Trmiemmunaten=Eleilizilatswerk. Dortmund, 18. Juli. Den Stadtverordneten ist eine Einladung zu einer am nächsten Montag stattfindenden vertraulichen Sitzung zugegangen. Es handelt sich, wie schon gestern mitgeteilt, um die Verträge mit dem kommunalen Elektrizitätswerk. In der Begründung heißt es: Die Stadt Hörde ist Unteraktionärin mit fünf Anteilen vom Kreise Hörde und hat als solche beantragt, daß auf je 5 Anteile— anstatt 10— ein Aufsichtsratsmitglied bestimmt werden kann. Ueber diesen Antrag, der schwerlich Aufnahme finden dürfte, wird die Aktiengesellschaft nach erfolgter Grundung entscheiden. Der Landkreis Dortmund wird nicht besonderer Aktionär, sondern beteiligt sich an dem Verbandswerke nur als Teilhaber des städtischen Elektrizitätswerks Dortmund. Es ist aber wahrscheinlich, daß die Stadt Dortmund einen Vertrater des Landkreises Dortmund mit in den aufsichtstat des Verbandswerkes nimmt. Die Versorgungsgebiete der einzelnen Aktionäre des Verbandswerkes sind durch Verträge festgelegt. Es handelt sich hierbei um die kommunale, nicht um die industrielle Gruppe, die in Zukunft an dritte(Gemeinden) Elektrizität nach neuen Abkommen nicht mehr abgeben darf. Das Rheinisch=Westfälische Elektrizitätswerk liefert nach Gründung des Verbandes an westfälischo Gemeinden keinen Strom mehr; seine Zentrale Wiendahlsbank geht mit ihrem Versorgungsgebiet zum Gesamtpreise von etwa 7090924 Mark auf den Verband über. Die Grenze zwischen„Mark einerseits und„Dortmund“ mit„Westfalen“ andererseits bildet mit Ausnahme von Schwerte und Herdeche die Ruhr. Das Elektrizitätswerk Dortmund würde den östlichen Teil des westfälischen Industriebezirks mit Teilen der Kreise Recklinghausen, Lüdinghausen und Hamm, und„Westfalen“ den westlichen Teil erhalten. Der Ankauf der in Westfalen gelegenen Straßenbahnen des RheinischWestfälischen Elektrizitätswerkes, sowie die Auseinandersetzung mit der Kölner Gasgesellschaft, die in verschiedenen Gemeinden, wie Barop und Kirchhörde(Hombruch), die alleinige Lichtlieferung hat, ist nicht Sache des Verbandes, sondern der betreffenden Aktionäre. Es kommen hier die BochumGelsenkirchener Straßenbahn für das Kommunal= werk„Westfalen“ und die Strecke nach Iserlohn für das Werk„Mark“ mit den betreffenden Gemeinden in Frage. An dem Aktienkapital von 3 300000 Mark würden sich die Kommunalverbände Dortmund mit 30 Prozent 990000 Mark, Kreis Hörde mit 15 Prozent 495000 Mark,„Westfalen“ mit 20 Prozent 600 000 Mark und„Mark“ mit 15 Prozent 495000 Mark beteiligen. Der Rest entfällt mit 80 Prozent auf die industrielle Gruppe: Rheinisch=Westfälisches Elektrizitätswerk, Harpener und Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft. Der durch das Aktienkapital nicht gedeckte Teil der Erwerbskosten der Zentrale Wien. dahlsbank nebst ihrem Versorgungsgebiet kann durch Obligationen aufgebracht werden, welche die künftige Aktiengesellschaft bis zur doppelten Höhe des Aktienkapitals auszugeben berechtigt sein soll. Wird, wie in Aussicht genommen, an Stelle der Obligationen eine einheitliche Landesbankanleihe aufgenommen, so sollen die Aktionäre für die Verzinsung und Rückzahlung nach dem Verhältnis ihres Aktienbesitzes Garantie leisten. Westfalen und Kheinland. Hörde, 12. Juli.(Besichtigung.) Von der höheren Schiffs= und Maschinenbauschule in Kiel trafen gestern 45 Studierende hier ein und besichtig. ten unter Führung eines Beamten die sämtlichen Betriebe der Hermannshüte und des Eisenwerks. Hörde, 12. Juli.(Ein Einbruchsdieb stahl) wurde in der Wilhelmstraße verübt. Der Stall des Fabrikarbeiters Heide wurde erbrochen und 2 Gänse, 2 Tauben und 4 Hühner gestohlen. Hörde, 12. Juli.(Tödlicher Unfall.) Von der Gicht(Hochofen) stürzte gestern abend der jugendliche Arbeiter August Sandrock, wohnhaft Gelicttas. Er war sofort tot. Hohenlimburg, 12. Juli.(Hoher fürstlicher Besuch) weilt augenblicklich auf dem Hohenlimburger Schloß. Die Fürstin von Bentheim=Tecklen= burg, die Fürstin v. Reuß j. Linie mit ihren Prinzessinnen, der Prinz Schönburg=Waldenburg, der Graf v. Stolberg=Wenigerode u. a. trafen hier gestern ein, um auf einige Tage die bekannte Gastfreundschaft des Prinzen Karl v. Bentheim zu genießen. Langendreer, 12. Juli.(Durch seinen eigenen Wagen überfahren) und schwer verletzt wurde gestern Abend in später Stunde der Sohn des Flaschenbierhändlers Fr. Alles aus Lütgendortmund hier in der Wilhelmstraße. Beim Emporrichten des Wagenverdecks verlor er während der Fahrt das Gleichgewicht und stürzte herab, wobei ihm die Räder des Wagens über die Brust und Arme gingen und er erheblich verletzt wurde. Nachbarn hoben den vor Schmerzen jammernden jungen Mann auf und gaben den Eltern von dem Vorfall Witten, 11. Juli.(Aus dem Stadtrat.) In der heutigen Sitzung gelangte zunächst ein Protest hiesiger Turnvereine gegen den in der vorigen Sitzung gefaßten Beschluß zur Verlesung, wonach den der Deutschen Turnerschaft angehörenden beiden Vereinen, der„Wittener Turngemeinde" und dem„Allgemeinen Turnverein“ seitens der Stadt für die Ausbildung der Turnschüler pro Kopf und Jahr ein Beitrag von 1 Mark gewährt wird. Der Protest wurde dem Magistrat überwiesen. Eine andere Eingabe, unterschrieben von 61 Bürgern der Bahnhofsstraße, betraf die Schaffung einer besseren Zugangsstraße zum neuen Bahnhofe durch eine in Vorschlag gebrachte Verlegung der Hammerstraße. Wie der Vorsitzende mit Recht ausführte, hat die Eingabe einen recht ernsten Hintergrund, der durch den zurückgegangenen Verkehr dargestellt wird. Die Eingabe wurde dem Magistrate zur Berücksichtigung überwiesen, der Herr Oberbürgermeister sagt solche zu. Herr Oberbürgermeister Dr. Haarmann überreicht sodann dem Stadtverordneten Heinrich Leye, der bei der Roburit=Explosion als Hauptmann der freiwilligen Feuerwehr schwer verwundet wurde und heute zum ersten Male wieder an der Sitzung teilnimmt, den ihm vom Kaiser verliehenen Kronenorden 4. Klasse und gibt dabei dem Wunsche Ausdruck, daß sich Herr Leye bald völliger Wiederherstellung erfreuen möge, damit er noch lange, wie bisher, in der Feuerwehr ein treuer Führer und in der Stadtverordneten=Versammlung ein eifriges Mitglied sein könne. Herr Leye dankt für die freundlichen Worte und betont:„Ich habe 93 Jahre aktiv dem städtischen Feuerlöschwesen gedient und damit als Bürger nur meine Pflicht getan!“(Bravo!) In zwei wichtigen Angelegenheiten ist dann das Stadtparlament einen Schritt weiter gekommen. Die erste betrifft den ersehnten Bau des Wirtschaftsgebäudes auf dem Hohenstein. Eine Bauskizze wurde vom Stadtbaurat Schubert erklärt. Es wurde beschlossen, erst die Platzfrage zu erledigen und zu diesem Behufe am Donnerstag nächster Woche eine Besichtigung auf dem Hohensteine vorzunehmen. Vor Schluß der Sitzung stellte der Stadtverordnete Dr. Boshamer eine Aeußerung richtig, die auf dem Feuerwehrtage in Hagen gefallen ist und dort sofort hätte richtig gestellt werden müssen, denn dann hätten sich die Worte des Herrn Amtmanns Schüler über die moralische Pflicht einer Gemeinde erübrigt. Nicht 56 Mark erhält die Witwe eines Feuerwehrmannes, der ein Opfer der Roburit=Explosion geworden ist, sondern 106 Mk. monatlich. Wie der Herr Boshamer ausführte, betrachte die Stadt Witten es als eine Ehrensache. für die Hinterbliebenen einzutreten. Den Ausführungen trat Herr Oberbürgermeister Dr. Haarmann bei. Stadtverordneter Stein, der als Hauptmann unserer freiw. Feuerwehr an dem Feuerwehrtage teilgenommen hat, führte aus, daß die Richtigstellung sofort erfolgt wäre, wenn ihm nicht durch das zu schnelle Schlußmachen des Vorsitz.= den das Wort abgeschnitten worden wäre. Zwei Mitteilungen, welche sodann zum Schluß noch der Oberbürgermeister Dr. Haarmann machte, werden die Bürgerschaft unserer Stadt allseits mit Befriedigung erfüllen. Die erste betrifft das Verladen der Sprengstoffe am Güterbahnhof WittenWest. Dasselbe wird mit dem 31. August d. J. aufhören. Im Bahnhofe Haßlinghausen wird die Einrichtung, die für diesen Zweck gemacht wird, fertig sein und dort dann das Verladen erfolgen. Nach der zweiten Mitteilung werden die Sprengstofflager, durch welche sich die Wittener Burgerschaft bedroht sieht, am 30. September l. J. geschlossen, sie waren alle auf Widerruf konzessioniert. Hamm, 12. Juli.(Vor dem Schöffengericht) fand heute der Termin in der Beleidigungs. klage des Reichstagsabgeordneten Erzberger gegen den Landtagsabgeordneten Berndt in Hamm statt. In einer Wahlversammlung hatte Professor Berndt den Abgeordneten Erzberger als Kolonialist... bezeichnet. Professor Berndt wurde zu 20 Mark Geldstrafe(hilfsweise zu 4 Tagen Haft) verurteilt. Dem Privatkläger Erzberger wurde die Befugnis zur Veröffentlichung des Urteils in den beiden in Hamm erscheinenden Zeitungen zugesprochen. Detmold, 11. Juli.(Vom Hermanns denkmal). Der König von Sachsen schickte Herrn Hotelier H. Sauer auf der Grotenburg (Hermannsdenkmal) zum Andenken an seinen Besuch auf der Grotenburg sein Bild(&m Lebensgröße) den König in Generalsuniform darstellend. Köln, 11. Juli. Für den Bau der geplanten elektrischen Gifelbahn, die unter Benutzung der vorhandenen Bahnlinie sich bis ins Ruhrgebiet erstrecken soll, sind die Vorarbeiten so weit gediehen, daß bereits Verhandlungen mit einer Berliner Firma wegen Lieferung von Material stattgefunden haben. Dem Dürener Kreistag wurde mitgeteilt, daß die Strecken Euskirchen=Düren und Düren=Neuß direkt verbunden werden sollen, ohne daß die Anschlußbahn den jetzigen Dürener Bahnhof berührt. Gewerbe und Verkehr. Von der Schweizerischen Unfallversicherungs. Aktiengesellschaft in Winterthur wurden im Monat Juni 1907 8734 Schäden reguliert, nämlich: In der Einzel=Versicherung 2 Todesfälle, 82 Invaliditätsfälle, 1006 Kurfälle, zusammen 1180 Fälle. In der Kollektiv=Versicherung: 16 Todesfälle, 208 Jivaliditätsfälle, 7002 Kurfälle, zusammen 7223 Fälle. der Haftpflicht=Versicherung: 6 Todesfälle, 7 Invaliditätsfälle, 147 Kurfälle, 201 Sachschäden, zusammen 361 Fälle. In der Einbruch=Diebstahl= und Kautionsversicherung: 20 Fälle. An Entschädigunsen gelangten zur Auszahlung: In den Monaten Januar bis März 1907 2524702 Mk., von 1875 bis 1906 118 871 893 Mk., gusammen 115 896 595 Mark. Evangelische Gemeinschaft Dortmund, Holzhofstraße 31. Friedenskirche. Vorm. 10 Uhr. Predigt. Prediger Winter. 11½ Uhr: Sonntagschule. Abends 6 Uhr: Predigt. Prediger Frese. 7½ Uhr Jünglingsverein. 7½ Uhr: Jungfrauenverein. Montag abends 8½ Uhr: Gesangübung. Freitag abends 6½ Uhr: Gebetsversammlung. Weitere kirchl. Nachrichten siehe Unterhaltungsblatt. Theater, Konzerte, Vereine 2c. Die lustige Witwe im Olympia=Theater zu Dortmund gelangt heute Sonnabend zum 30. Male zur Aufführung. Morgen Sonntag sind wie üblich 2 große Vorstellungen nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr und gelangt in beiden Vorstellungen „Die lustige Witwe“ zur Aufführung. In der nachmittags 4 Uhr stattfindenden Vorstellung zahlen Kinder auf allen Plätzen die Hälfte. Im Olympia=Tunnel ist allabendlich ausverkauft seitdem die 1. internationale Damen=RingkampfKonkurrenz ihren Einzug gehalten hat und werden täglich 3 große Kämpfe ausgefochten. Entree nur 20 Pfa.— Morgen Sonntag ist von 11—1 Uhr gro* 8 Dopt ßer—pelkonzert und Vorträge. Entree frei. Nachmittags 3 Uhr ist die 1. Vorstellung hochinteressante Damen=Ringkämpfe, Nürnberger Sänger und Konzert. Entree nur 25 Pfg. Die 2. Vorstellung beginnt um 7 Uhr. 8 große Damen=Ringkämpfe, ürnberger Sänger und Konzert. Entree nur 26 Pfennig. Ni Der Verein der ehemaligen 67er feiert am Sonntag den 14. Juli in den Lokalitäten der Funkenburg und des Gewerbevereins sein 5. Stiftungsfest. Der Verein hat sich alle erdenkliche Mühe gegeben, sein diesjähriges Sommerfest recht schön auszugestalten; besonders hat er auch für die Gäste und die auswärtigen Kameraden gesorgt. Von morgens 10 Uhr an findet der Empfang der Kameraden aus Dortmunds Nachbarschaft statt. Von 11 bis 1 Uhr an wird ein Frühschoppenkonzert im Gewerbe=Vereins. hause die treuen Regimentskameraden vereinen; hier schon ist die beste Gelegenheit alte Soldaten=Erinnerungen aus froher Zeit auszutauschen. Außer dem Militärkonzert das von der Kapelle des Sächsischen Fußartillerie=Regiments Nr. 12 aus Metz unter persönlicher Leitung des Dirigenten Arthur Becker ausgeführt wird, finden noch allerlei Volksund Kinderbelustigungen auf der Festwiese der Funkenburg statt. Die Feier, zu der wir allen Festteilnehmern ein recht schönes Wetter wünschen, wird abends durch einen großen Festball in sämtlichen Sälen des Gewerbevereinshauses bexchlossen. Gleichzeitig konzertiert auch noch des Abends bis 12 Uhr bei günstiger Witterung eine Kapelle im Garten des Festlokals. * Ein versteinerter Mann ist zur Zeit hier in Dortmund, Westenhellweg 123½ zu sehen. Die größten medizinischen Kapazitäten sind im Zweifel über die Ursachen der Versteinerung. Im Alter von 20 Jahren trat bei Albert Schwarz, wie der versteinerte Mann heißt, eine Verhartung tes ganzen Körpers ein, die schließlich zu einer Versteinerung führte, so daß aus dem normalen Menschen ein hilfloses Geschöpf geworden ist, das in allen Dingen auf die Unterstützung anderer angewiesen ist. Hier dürfte nicht als das Interesse des Seltenen vorliegen, sondern der„versteinerte Mensch" dürfte wohl auch ein wissenschaftliches Interesse bieten. Westfalia=Automat Dortmund. Am heutigen Samstag, 7 Uhr abends, öffnet der auf der Bruckstraße Nr. 66 belegene WestfaliaAutomat seine gastlichen Pforten. Wochen, ja monatelang hat es gedauert, bevor das ehemalige Hotel=Restaurant Royal soweit gediehen ist. Schon vor einigen Tagen war es uns vergönnt, einen Einblick in den Westfalia=Automat tun zu dürfen und wir müssen gestehen, wir waren entzuckt. Schon von außen fällt dem Besucher zunächst das schöne Portal auf. Tritt er nun in den Automat, so ist sein Auge gebannt auf die herrliche Ausführung. Die ganze innere Einrichtung ist in Mahagoni gehalten und große Spiegelwände geben dem Ganzen ein besonders kleidsames Geprage. Was die einzelnen Automaten betrifft, so sind deren nicht weniger als 54 vorhanden. Alle diese Automaten sind von der bekannten Automatenfabrik Pelzer und Co., KölnEhrenfeld, geliefert und zwar in einer solchen Vollkommenheit, wie sie bis jetzt ihresgleichen weit und breit suchen. Besonders gefallen wird auch ferner die prachtvolle Deckenbeleuchtung. Der Umbau des Hotel=Restaurants Royal wurde von der Firma Karl Naumburg hierselbst bewerkstelligt, wahrend die gesamte Oberleitung in den Handen des Herrn Willg Middendorf, nach dessen Angaben das Ganze hergestellt wurde und dem auch die Leitung des Automats übertragen worden, lag. Daß letzterer auch für des Leibes Notdurf und Nahrung bestens Sorge tragen wird, bedarf eigentlich keiner Erwähnung. Außer den in Automaten üblichen Verabreichungen wird Herr M. sein Hauptaugenmerk auch auf die warme Küche legen und zu jeder Tageszeit Speisen à la carte als auch Diners verabreichen, desgl. werden die Automaten u. a. nur erstklassige Biere, darunter das der hiesigen Unionbrauerei, den Gästen kredenzen. Sensation wird ferner die Kaffeeexpreßmaschine erregen. Diese auf der Ausstellung in Mailand mit dem ersten Preis gekrönte und bis jetzt in Deutschland noch nicht eingeführte Maschine ermöglicht es, innerhalb weniger Sekunden Kaffee herzustellen. Alles in allem genommen, dürfte der Westfalia=Automat nicht nur das Tagesgespräch und eine Sehenswürdigkeit der Stadt werden und bleiben, sondern er dürfte in dieser Vollkommenheit wohl einzig in Deutschland dastehen. Sehr Sink!, empfehlen U aus Partie-Einkäufen A. Tien& Cemg. Dortmund, Nicolalstr. 5, Balkenstr. 36-38 beim Bezirks-Kommando. Bekanntmachung. Die Platzversteigerung zur Katharinen=Kirmes(27. u. 28. November) findet am Mittwoch, den 30. Oktobr 1907, „„„„ nachmittags 3 Uhr im viesigen Rathaus Zimmer 8— statt. Der Steigpreis ist im Versteigerungstermin zu entrichten. 25495 Unnat.., den 11. Juli 1907. Die Polizeiverwaltung: Koch. Wer Pröst- loot EeRStein's BirUnrO Zigareiten. Unübertroffen in Qualität u hergestellt nach orientalischer Art bieten sie völligen Ersatz für die teuer gewordenen im. portierten Zigaretten, die der deutsche Raucher weit über den wirklichen Wert bezahlt. Preis 10 Stück 35., 40 und 50 Pig. Kurzschriftverein „Stolze-Schrey“. Vereinslokal: Schwanenwall 11 Eröffnung eines Unterrichts- Kursus am Dienstag, den 16. er., abends 9 Uhr. Anmeldungen hierzu werden im Vereinslokal entgegengenommen. Der Vorstand. Die I. M. Eckstein& Söhne, Dresden(über 800 Arbeiter). In Cigarren- Handlungen zu haben.“ Früher Dampf-Schnell-Waschmaschine „Meteor“ oder„Anna“ zo- 14 Tage zur Probe. Bedingungslose Zurücknahme, wenn„Heute#X' die Maschtl.## befriedigt. 5 sparnis an Zeit. 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Seit etwa einem Jahre leide ich an einem Beinleiden(offenes Bein), welches ich trotz verschiedener Behandlungsmethoden nicht zur Heilung bringen konnte. Da meine Schmerzen nicht nachließen, begab ich mich auf Empfehlung hin in die Behandlung des Herrn F. Teichgräber in Dortmund der mir nach etwa—8 Wochen nunmehr mein Bein vollständig geheilt hat. Aus Dankbarkeit hierüber spreche ich dem Herrn Teichgräber meinen verbindlichsten Dank aus und kann der selben nur allen Beinkranken empfehlen. Dieses der vollen Wahrheit gemäß zeichnet: Lütgendortmund, 27. 6. 07. Frau Burg, Neu=Crengeldanzstr. 7, 2. E. Vorstehende eigenhändige Unterschrift wird hierdurch beglaubigt. Lütgendortmund, 26. Juni 1907. Die Polizei-Verwaltung. (Amtssiegel.) J. A. Quante Polizei=Wachtmeister. empfehle ich nachstehende, unübertroffene Offerte zur gefl. 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Gesamtpreise ca. 65000 Mark Uhr,(# Die Hauptrennen sind fai Goser Preis von Voriaund 15000 Mk., Germauls Lsg-Renen 10000 Mk., von Ronberx Nenarial 5000 Mk. b Fredenbaum Sonntag, den 14. Juli er., Nachfeler des Nördlichen Dortmunder Seashantandte rurhnten elehenten nachmittags von 3½ Uhr ab: Grosses Miliär-Konzert der Kavelle des Königl. Inf.=Reg. Nr. 159 aus Mülheim unter persönlich. Leitung des Königl. Musikdir. Herrn R. Lätsch. Von 6 Uhr ab: = Tanz in den Sälen auf der Festwiese: Grosse Volksbelustigungen u..: Auflassen von Lustballons, Kletterstangen, Mausesallen u. dergl. Bei eintretender Dunkelheit: = Grosses Feuerwerk= nachdem: Haupt-Fest-Ball: Entree an der Kasse 50 Pfa. „Wilb, Knäpper=Karten“ haben mit 20 Pig. Nachzablung Gültigkeit sowie auch Vorzugskarten. Garue-Verein Dortmund. Sonntag, don 21. Juli 1907: 21. Stiftungsfest PROGRHMM. Morgens 8 Uhr: Abmarsch zum Kaiser WilhehnHain. Daselbst Ansprache und Niederlegung von Krünzen an den Denkmälern weiland Wülhelm I. und Friedrich III. #.Morgens 11 Uhr: Frühkonzert im„Kölnischen Hofe“. Eintritt 4 Person 20 Pf. Nachmittags 2 Uhr: Parade auf dem Marktplatze. Darauf: Fostzug über Betenstrasse, Sadwall, Westenhellweg, Brückstr. zum Fredenbaum. Von 3½ Uhr ab: Grosses Elite-Konzert. der 50 Mann starken Giesenkirchen'schen Kapelle unter persönl. Leitung des Kapellmeisters Max Franz Giesenkirchen, und gütiger Mitwirkung des Evangel. Mänger- Gesang- Vereins 175 Sünger(Chorleiter: Herr C. Weider.) 5 Uhr: Festrede. Abende 9 Uhr: Festball in den Sülen u. Sommer# nachtslest in d. Parkanlagen.— Brill Beleuchtung Eintritupreise: Zum Eite. Konsert und Sommer. Peshtaiset, 50 Pi, Pgtbal.90 Nk. eine Dome hei. Dame frel. zur Ple, Veranstaltungen.50 Mi., eine Aurch Platars Karten zu ermässigten Preisen in den durch Plakate gekennzeichneten, Lokalen. Legitimation f. Mitglieder: Mitgliedokarte pro 1907 Der Vorstand. * e e e B9NNOHESNSSOBS9 * Bad Königsborn bei Uana.# *" S o n n t a g, d e n 1 4. J u l i 1 9 0 7 S- Grosses Doppel-Konzert Bering Gard, aud der Prhuben. Popgeh spurtet.## Konzerts 4 Uhr nachmittags. ne Eintritfs Patgon 30 Pfs. a es eune, Aeuenenicherten haiten eilstel. 2 e easistenies ur Maiste, DNur Metinse. 8 haben auch uunm Mitnagr Hopramnr Güsigrait. Sssssene * 9 * * * zum Nach. 5 5358558855 Pronenburc. Philharmonisches Orchester. Jeden Sonntag n. Mittwoch nachmittags 3½ Uhr: Hüttner-Konzerte Jeden Freitag, abends 8 Uhr Symphonie.-Konzert. 5000000000 GardeVerein Dortmund. Sonntag, den 14. Juli 07, morgens von 11—1 Uhr im Vereinslokal(Köly, Hof): Zablung der Beiträge. Ausgabe der Vorverkaufskarten und Damenkarten.(25456 Letzter Termin zur Emplaugnahme der Mitgliedskarten pro 1907. Der Vorstand. „Vereinehem. 67er Dortmund. Sonntag, den 14. Juli er., von vormittags 10—12½ Uhr, im großen Saale des Gewerbevereinshauses: Abgabe der nicht verkauften Karten. und Empfang von Mitgliedskarten sowie Aufnahme neuer Mitglieder. Nachdem werden Karten nicht mehr zuruckgenommen. Festanzug dunkel, weiße Handschube. Müße, Ehren= u. Vereinsabzeichen.(25488 Der Vorstand. Verein ehem. Kavalleristen Dortmund. Generalversammlung am Samstag, den 13. d. M. abens 8½ Uhr, beim Kameraden Bäckerling, Königswall 10. Tagesordnung: 1. Zahlung der Veiträge, Aufnahme neuer Mitzlieder 2. Berichterstattung über die stattgefunden, Vertreter und Delegiertentage. 3. Herbstfest. 4. Vereins: Angelegenheiten. Umtausch von Bibliotheksbüchern. Der Vorstand. Erangelleation! Allanz-Zeif-Mission in Merne Schlachtbausstr.(städt Wiese) Jeden Abend 7½ Uhr: Vortrag Horpies, den 14. Juli, nachm. 31 Abr Vortrag(Tbema: War Cbristus Gottes Sobn?) Abends 7% Uhr: Vortrag(Themg: Gibt es ein Fortleben nach dem Todes) Eintrit sfrei für Jedermann. Gravenbusch ese-.c. Brückstr. 39. Dortmund. Burgwall. Vornehmstes Famillen- Konzert- Haus am Platze. Tägl. abends 6 Uhr, Sonn- u. Felertage von 4 Uhr ab: Grosse Doppel-Konzerte Ausschank von Münchener Loewenbräu.— Dortmunder Hansabräu. Original Münchener Bedienung. Sonntag Matinee von ½12—½32 Uhr 25547 Ew. Risse. Aorchunder Burger Sehathen-Verein. Regiments-Befehl. Das Regiment steht am Sonntag, den 14. Juli er morgens punkt 6 Uhr auf dem Marktplatze zum Abmarsch nach der SchützenEiche(Kaiser Wilhelm=Hain) resp. Steinerne Brücke bereit. Der Oberst. Preis Salleien auf Fuchs u. Dachs am 13. Juli für Teckel. an 1c. halführ Feasterter Hohe Geldpreise. Wertvolle Ehrenpreise. In Gastwirtschaft Herm. Maass, Stockum veranstaltet vom Rynologischen Verein u. Schllefklub Stockum und Umgegend. leiteluch — bache Penshachel. Sonntag, 14. Juli vormittags 11½ Uhr: Städtisches Frei-Konzert beg Phllharmon. Orchesters. Programm. I. Ouverture zu Goetbes a Somont:., Belboven 2. Kol Nidrei(Hebräisches Gebet).. v. Bruch (Cellosolo: Herr Alfred Saal). 3. 2) Ape Maria b) Der Wanderer (2 Lieder v. Schubert) 4. a) Abendlied 5) Träumgerei 2.#. v. R. Schumann 6 5. Valletmusitk aus„Rosa.mmpe:: v. Schuber Fuhrmanns- und Kutscher-Verein des Amtes Eving. Zu der am Sonutag, den 14. d. Mts., nachmittags 4 Uhr im Vereinslokale des Wirtes Hermn Albert Schalte, Exierberg stattfindende(25009 Versammlung laden wir alle Kollegen des Amtes Eving freundlichst ein. Der Vorstand. Gasthof „Stadt Dortmund, Lütgebrückstrasse 5. Sonntag: Grosser Ball. Anfang 4 Uhr. Ansang 4 Uhr. *„„ zu Huckarde am Sonntag, den 14. und Montag, den 15. Juli er. Fest-Programm. Sonntag, den 14. Juli. 11½ Uhr: Aufstellung des Regimente auf dem Festplatze. — Parade.— Festzug.— Nach dem Festzug Beginn des Vogelschiessens. —3 Uhr Pause. Nach dem Königsschuß: Abholen des Hofstaates durch die Adjutauten.— Feierlicher Aufzug des Regiments u. des Hofstaates zur — Krönungs-Feler.— Während des Nachmittags: Grosses Konzert d. gesamt. Giesenkirchen'schen Kapelle. Stern= und Preisschießen. Volks-Belustigungen aller Art. Mbrik Grosses Brillant-Feuerwerk. 9 Uhr: Beginn des Fest-Balles. Juli. „ M o n t a g, d e n 1 5. 9½ Uhr: Aufstellung des Regiments auf dem Fostplatze. 10 Uhr: Abholen des Könlgs, der Könlgin und des Hofstaates. Nach dem Eintreffen: Gross Köngs-Prade auf dem Fesivlatze. Lam; no- Pestzug. Während des Nachmittags: Grosses Konzert d. gesamt. Giesenkirchen'schen Kapelle. Stern= und Preisschießen. Volks-Belustigungen aller Art. Abends; Grosses Brillant-Fouerwerk. 8 Uhr: Beginn des Fest-Balles. Eintrittsgeld zuz„Fenuert.A Berig. 30, Vig. Rallkarte für derren „..50,Mk. Kask zum Konzert und Ball.75 für einen Tag. Fest=Karte für beide Tage gültig.00 Mk. Damen sind zum Ball frei. e Measiheushten Panr § schönen, Schattigen Garten N und grosse Süle 49 einem verehrlichen Publikum. s Gute Speisen und Getränke, L. 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Gie Her Gemahl ist — aber ich hab da habe ich mick Geliger“, daß ie „Aber Minn vieder sagen: B# von links, an geräumt!"— abergläubi liches beihhaus. Verkauf der verfallenen Pfänder m Monat Mai 1906 im 24919 voch, den 24. Juli, ermittags 9 Uhr, schäftslokale, Königshof bei der öffentlichen Verna erzielten Ueberschüsse innerbalb 6 Wochen nach erkaufe erboben werden. SCC her's Teppierersandhaus= W. 15., Pariser Str. 10 rt zu Fabrikpreisen: be. Gardinen, Läufer, tionen, Möbelstoffe, Reise= u. Divandecken ersendungen franko! e werden sofort erledigt! dt gegen Nachnahme. see-Brennerei = u. flachliegende Falten aschlnengeschäft lus Hartung, wanenwall 53. Nr. 190.(2. Blatt). General=Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen. erWelt. Ven aufadze, allerhaltg## KESogeic Vertrieb und Lager: Neuhaus, Dortmund urgerstr. 33. Tel. 1807. maschinen Fahrräder am besten und billigsten mann, Burawall 27, schinen= und FahrradGroßhandlung. ianos oderne Ausstattungen, iliar passend, stehen zu in u. 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Da hat der verehrte Kanzler nun Trotz seines Urlaubs genug zu tun, Er hat mit einigen Federstrichen Die Tagesrechnung nicht beglichen, Es haben auch am Inselstrand Die Akten einen breiten Rand, Auf den der fleißige Fürst zuletzt Noch diese und jene Bemerkung setzt. Dann aber läßt er sich einen frommen Und guten Gaul aus dem Stalle kommen Und reitet, Frohsinn in den Mienen, Ein stilles Stündchen über die Dünen; Auch macht er in bekannter Art Zuweilen eine Wagenfahrt Und grüßt die Menge ringsumher— So lebt der Fürst am freien Meer... Auch Schulze und Lehmann, Nachbarsleute, Sind im Begriff zu reisen heute. Herr Schulze entdeckte ein in der Tat Verlockendes Bäderinserat Und wußte Lehmann zum Kurvergnügen In diesem Bade herumzukriegen. Zwar lag der Ort ein wenig weit Von Stätten der Geselligkeit, Ein Jahr verging seit seiner Gründung, Schlecht war die Bahn= und Postverbindung, Und eine schneidige Kurkapelle Mit„La Paloma“ war nicht zur Stelle. Dafür jedoch— so schrieb ein dreister Kontorgehilfe beim„Bürgermeister"— Gab's Bäder für Männer, Frauen und Kinder Und für die ganze Familie nicht minder; Gab's separierte Salons zum Baden, Vor Regen schützende Kolonnaden, Dicht in der Nähe herrliche Wälder— Und alles dies für wenig Gelder... Seit vierzehn Tagen waren die Freunde Nun Mitglied dieser Kurgemeinde, Nachdem sie für Taxe sofort den glatten Betrag eines Goldstücks entrichtet hatten. In. Uebrigen sah rund siebzig Personen man noch in den Häuschen am Strande wohnen, Recht trauliche Hütten in festem Fach Und warmer Deckung auf jedem Dach, So daß der Badegäste Schar Nicht allzu stark und zahlreich war. Das hatte Lamborg selbst erwogen, Der diese umgangen in weitem Bogen, Obwohl das kleinste Badenest Er sonst nicht gerne liegen läßt... Daß Schulze und Lehmann nunmehr diesen Von ihnen erwählten Ort gepriesen, War, lieber Leser, nicht zu behaupten: Es gab wohl Gründe, die das nicht erlaubten! Sie waren mit viel Sehnen und Hoffen Im neuen Bade eingetroffen, Nachdem der übersandte Prospekt Die schönsten Gefühle in ihnen erweckt; Allein von„Bädern" und Badezellen Schwamm wenig auf den Meereswellen, Ein Greis trieb in der üblichen Bahn Den ihm vertrauten Rettungskahn, Statt Kolonnaden gab's im Falle Von Regen nur eine„Wartehalle", Und erst in ziemlicher Ferne befand Sich ein recht dürftiger Baumbestand! Und was die„Billigkeit" betraf, So zahlte man wie ein kleiner Graf: Kein Wunder, daß unseren Freunden bald Verleidet wurde der Aufenthalt, Und daß sie ehrlich daran denken, Die Schritte wieder nach Haus zu lenken!— So lebt vergnügt und sorgenfrei Der Fürst auf seinem Norderney— Herr Schulze und Lehmann freuen sich sehr Schon auf den Abschied vom schönen Meer! Der neue Plutarch. Eine feine Dame wurde endgiltig wegen Kleptomanie freigesprochen. „JZüxsen wir das Geschirr setzt benutzen!“, fragte sie ihren Anwalt mit einem Seufzer der Erleichterung. 2 Die berühmten kaiserlichen Dackel unterhielten sich über die jüngsten Minister=Veränderun„Gott sei Dank, daß wir den ledernen Bureaukraten Posadowsky endlich los sind!“ (=Jugend“) Der Schuldschein. Nach dem Tode eines Geheimrato präsentierte ein kleiner Beamter den Angehörigen einen SchuldVerstorbenen über eine größere Summe, ###en Rückerstattung er forderte. Zu Lebzeiten des Geheimrats, seines ehemaligen Vorgesetzten, sei es ihm peinlich gewesen, ihn an die Rückerstattung der Summe zu erinnern. Da sich nirgends eine Bemerkung des Heimgegangenen über eine Regelung der Angelegenheit vorfand, tilgten die Hinverbliebenen kopfschüttelnd die Schuld. Nach Empfang des Geldes dachte aber der Beamt: bei sich:„Das kommt von der bösen Gewohnheit der Geheimräte, deren gutbezahlte Tätigkeit darin besteht, die vorgelegten SchriftAus der„Jugend“. Man erzählt sich, daß vor einigen Monaten beim Zusammentritt des deutschen Reichstags ein bekannter süddeutscher Liberaler, mit dem der Reichskanzler sich über die Lage unterhielt, den liebenswürdigen, seine Ideen entwickelnden, Bülow fragte, welche positiven gesetzgeberischen Maßregeln er bald vorzuschlagen gedenke.„Ach so“, meinte der Reichskanzler,„Sie wollen nicht bloß die Speisekarte sehen, es soll auch bald die Suppe aufgetragen werden.“„Ganz richtig, Durchlaucht, die Suppe, und dann auch bald das Fleisch!“—--- „Am meisten'spannt bin i auf die Mehlspeis! Wenn die nur nit arechter Smarrn wird!“ soll ein anderer süddeutscher Liberaler nach unsern Informationen gesagt haben. * „Glauben Sie an einen günstigen Verlauf der Friedens=Konferenz?" fragte man Frau Berta Krupp=Bohlen. „Gewiß, wir erwarten noch im Herbst einen größeren Lieferungsauftrag", war die verblüffende Antwort. Die neueste Kaiserstiftung. „Also um’ne Ausstattung wollen Sie sich bewerben?“ „Jawoll.“ Und's is unser Erstes un'n Juli= junge.“ „Schön. Was ist Ihr Mann?“ „Maurer." „Soldat gewesen?“ „Bei's erste Jarderejiment! Unbestraft.“ „Und wie wollen Sie Ihre Bedürftigkeit nachweisen?“ „Det is von wejen den Maurerstreik, sonst hatte mein Mann janz jute Arbeet—“ „Was!! Und das nennen Sie würdiges Ehepaar? Kaiserliche Stiftung und Teilnahme an 'ner Streikbewegung. Jänzlich ausgeschlossen. Bewerbung ist abgelehnt.“ * „Sie heißen Meyer? ei, ai oder mit'n?“ „ey, Herr Rendant." „Und Ihre Frau?“ „Ebenso.“ „Ich meine, wo die ist?“ „Die liegt noch, Herr Rendant, es waren nämlich Zwillinge, „Zwillinge?! Ja, Bester, da kommen Sie gar nicht in Frage. Das Statut spricht ausdrücklich von einem ersten Kinde. Das ist Singular, mein Herr, nicht Plural, verstanden?" stücke, ohne unterschrei si 1 iden.“ lesen, einfach („ulr“.) 11 Macht der Gewohnheit. „.... Gie sagen stets„mein Seliger“!... Ihr Her Gemahl ist doch noch wohlauf!“—„Ganz recht — aber ich habe schon drei Männer verloren, und da habe ich mich so daran gewöhnt, zu sagen„mein Geliger“, daß ich nicht mehr anders kann!" * Falsche Auffassung. „Aber Minna, muß ich es Ihnen denn immer vieder sagen: Beim Gervieren werden die Schüsseln von links, angeboten, und von rechts wird abgeräumt!“—„Ach, gnä' Frau, sind S, doch nicht so abergläudisch!“ Allegend- Bichtter“. „Sehr gut, Frau Müller, ein Knabe Namens Wilhelm. Ihr Mann im Kriegerverein. Militäranwärter ist er? Na, da müßten Sie doch Geld haben?“ „Jott, wie das so geht, Herr Direktor! Wir hatten uns was gespart, aber mein Mann hat soviel in de Lotterie verspielt.“ „In welcher, Frau Müller?“ In de preuß'sche, Herr Direktor.“ „So, na, in der königlich preußischen Lotterie Geld zu verspielen, ist nicht strafbar. Ich werde Ihre Bewerbung befürworten. Haben Sie Trauschein da?“ „Jawohl, Herr Direktor.“ „Ja— aber— hören Sie mal. Sie sind April erst getraut worden, und der kleine Wilhelm ist am 5. Juli gekommen?“ „Ja— aber— wir— ich——“ „Liebe Frau.“ Ich verstehe den Sachverhalt vollkommen. Wir haben aber die Ausstattungen nur an würdige Ehepaare zu vergeben. Es kann durchaus nicht gestattet sein, daß Se. Majestät unmoralische Leistungen seiner Untertanen noch prämiiere. Glauben Sie denn, daß hohe und höchste Kreise sich so vergessen? Nicht eine Minute vor der festgesetzten Zeit. Also leider— bedaure sehr! („utt“.) Kasernenhofblüte. Unteroffizier:„Sie Meier, Sie hätten auch besser Professor werden können als Soldat, Sie vergessen ja alles; wenn Sie aber noch mal was vergessen, vergeß' ich mich auch und sperr' Sie ein!" Mißverständnis. Tochter(von einem Ausflug erzählend):„Plötzlich hielt ein Reiter bei mir an...“ Mutter(atemlos):„Hoffentlich hast Du„Ja“ gesagt. * Splitter. Ohne Ansehen der Person kann man richten, aber nicht lieben. * Der sicherste Weg von der Poesie zur Prosa ist * Kriecher besiegen Krieger. „Dorfbarbier". Humor des Auslandes. „Ich habe die größte Lust, mich in die Rhone zu stürzen,“ ruft der Gatte und greift nach seinem Hute, um einer häuslichen Szene ein Ende zu machen.—„Dann ziehe wenigstens Deinen alten Anzug an!“ entgegnet seine Gattin als gute Hausfrau.(Le Papillon.) "„Was nur Packer eingefallen ist, eine geschiedene Frau zu heiraten?"—„O, das war ein sehr schlauer Plan von ihm. Sie wird ihm niemals vorhalten, daß ihr erster Mann dies und das zu tun pflegte."(Illustrited Bits.) „An einem schauderhaften, eiskalten Tage“, sagte ein Eisenmagnat aus Pittsburg,„hatte ich eine Mütze mit Ohrenklappen auf, als ich Mr. Carnegie auf der Straße begegnete. Er machte seine Witze über meine Ohrenklappen und erzählte mir den folgenden Scherz. Ein alter Schotte, der immer Ohrenklappn zu tragen pflegte, erschien eines Tages ohne dieselben auf dem Eise, worauf ein Freund ihn fragte:„Hallo, wo sind denn deine alten Ohrenwärmer?"—„“, war die Antwort,„die hab' ich seit meinem Malheur nicht mehr getragen.“ —„Malheur? Was für ein Malheur?"—„Ein Mann lud mich zu einem Glas Bier ein und wegen dieser verflixten Dinger habe ich ihn nicht gehört.“ (The Argonaut.) „Ach Schatz, wird es Dich belästigen, wenn ich eine Frage wegen unserer Klub=Buchhaltung an Dich richte? Wie Du weißt, bin ich die Kassirerin.“ —„Durchaus nicht. Wird mir ein großes Vergnügen sein.“—„Well, wir haben einen Wohltätigkeitsbazar zum Besten des Heims für alte Damen gegeben. Er hat unserem Klub dreihundert Dollars gekostet und wir haben nur zweihundertfünfzig Dollars eingenommen. Nun habe ich herausgerechnet, daß die alten Damen uns fünfzig Dollars schulden. Das stimmt doch?"(Life.) „Wir haben eine neue Köchin; komm und speise heute bei uns.“—„Heute habe ich eine Verabredung. Ich werde morgen kommen.“—„Hat keinen Zweck; morgen geht die Köchin wieder." (Answers.) Sie:„Ich war es, die all das Geld mit in die Ehe brachte. Was hattest Du denn vorher, ehe ich Dich heiratete?“—„Meine Ruhe.“ Im Jahre 1920. Die gestrenge Mutter:„Sie wünschen also meinen Sohn zu heiraten?"— Das junge Mädchen:„Jawohl, gnädige Frau.“— Die gestrenge Mutter:„Sind Sie denn auch imstande, ihn in dem Zustande von Trägheit zu erhalten, den er immer gewöhnt gewesen ist?“ (Pik me up.) Aus den„Tit Bits“. Unter Freundinnen.—„Sage mir, Fanny, wieviel würdest Du geben, um so schönes, blondes Haaar wie das meinige zu haben?“ „Ich weiß nicht, Lizzie; wieviel hast Du denn für das Deinige gegeben?“ „Halten Sie Paul für fähig, einen Freund zu betrügen?“—„Ganz gewiß nicht. Nicht einer seiner Freunde glaubt ein Wort von dem, was er sagt.“(Rus.) „Nun, wie gefällt Ihnen das neue System Graffer, englisch zu lernen?“—„Ganz ausgezeichnet. Früher hatte ich die größte Mühe, die Engländer zu verstehen und jetzt haben sie sie, wenn sie mich verstehen wollen.“(P. B. T. Buenos Atres.) Ein Herr, der mit einem Bekannten in der Sommerfrische weilte, wurde von ihm aufgefordert, am nächsten Morgen um sechs Uhr mit ihm einen Spaziergang zu machen.—„Danke“, entgegnete er, „aber ich wandle nicht im Schlafe.“ * Ein Reporter fragte einen amerikanischen Senator, was er von der Rede eines Gegners hielte.— „Mein Junge,“ sagte der Senator,„sie war wie eine schöne Flasche Champagner.“—„Jak“, murmelte der Reporter ziemlich überrascht.—„Jawohl,“ versetzte der Senator,„viel Schaum und sehr trocken.“ * „Glauben Sie, daß ein Chauffeur zweihundert Dollar den Monat wert ist?“—„Well, der letzte, den ich hatte, brannte mit meiner Frau durch, und Sie kannten ha meine Frau.“ „Wie geht es Ihrer Frau!“— Ach, die hat setzt fortwährend Kummer mit ihrem Kopf.“—„Kann der Doktor ihr denn nicht helfen!“—„Rein, niemand als die Puzmacherin."(Tit Wits.) Ein begreiflicher Wunsch.—„Wenden Sie Gas an?“ fragte ein wildaussehender Mensch, der in das Haus eines Zahnarztes hineingestürzt „Jawohl,“ erwiderte dieser. „Verfällt der Patient hierauf in einen festen Schlaf?“ „Ja, mein Herr,“ war die Antwort. „So fest, daß er vollständig gefühllos ist gegen alles, was ihm passiert!“ fragte er weiter. „Er würde absolut nichts fühlen," bemerkte der Zahnarzt. „Nun gut,“ entgegnete der Fremde,„dann fangen Sie mal mit mir an.“ „Sofort, mein Herr, bitte auf diesem Platz zu nehmen und dann zeigen Sie mir Ihren kranken Zahn.“ „Ach was! Kranken Zahn!“ rief der Fremde aus, indem er sich seines Rockes und seiner Weste entledigte.„Ich wünsche, daß Sie mir ein Genfpflaster von meinem Rücken entfernen.“ * Auf der Bummelbahn.— Auf einer westlichen Eisenbahn, deren Züge sich nicht gerade durch Schnelligkeit auszeichnen, sagte einer der Passagiere zum Kondukteur:„Könnten Sie nicht etwas schneller fahren? Meine Frau ist schwer krank und ich möchte sie gern noch vor ihrem Tode sehen.“ Der Kondukteur brummte ärgerlich einige Worte vor sich hin, und der Zug kroch im Schneckengang weiter. Nach einer halben Stunde trat derselbe Passagier wieder an den Kondukteur heran und sagte mit trauervoller Miene: „Ich fürchte, meine Gattin wird inzwischen gestorben sein. Könnten Sie nicht wenigstens so rasch fahren, daß ich noch zu dem Begräbnis zur Zeit komme?“ Mit wütendem Blick kehrte ihm der Kondukteur den Rücken zu. Eine Stunde verging; dann erhob sich der Passagier aufs neue und rief: „Kondukteur! Ich wünsche an dem Grabe meines Weibes zu stehen, bevor der Grabstein in Stücke zerfallen ist.“ Zwei Stunden später wurde der nervöse Fahrgast plötzlich ganz vergnügt und scherzte mit seinen Leidensgenossen. Der Kondukteur trat an ihn heran und sagte spöttisch:„Nun, Sie scheinen sich über den„Tod“ Ihrer Frau nicht sonderlich zu grämen.“ „O, die Zeit heilt alle Wunden," versetzte der Fahrgast. Mrs..:„Sie meinen also, daß Kognak ein gutes Mittel gegen Leibschmerzen ist? Bedauere sehr, daß ich nicht mit Ihnen übereinstimme.“ Mrs..:„Was wissen Sie denn davon?“ Mrs..:„Sehr viel, meine liebe Frau Nachbarin. Ehe wir Kognak im Hause hatten, klagte mein Mann höchstens ein= oder zweimal im Jahre über Leibschmerzen, aber seitdem wir uns ein Dutzend Flaschen haben kommen lassen, hat er fast jeden Tag Leibschmerzen.“ Die Nacht des Geldes.— Eine Frau, deren Gatte bei einem Eisenbahnunfall getötet worden war, erhielt von der Bahngesellschaft eine Entschädigungssumme von 5000 Dollar angeboten. Nach einigem Zögern nahm sie an. Einen Monat später las sie in einer Zeitung, daß ein Mann, der sein Bein bei demselben Unfall verloren hatte, eine Entschädigung von 7500 Dollar erhalten hatte. Aergerlich lief sie nach dem Bureau der Bahngesellschaft „Was soll das heißen?“ rief sie,„dem Mann, der nur ein Bein verloren hat, geben sie 7500 Dollar, meinen ganzen Gatten haben Sie mir nur 5000 Dollar bezahlt.“ Der Beamte der Gesellschaft lächelte liebenswürdig und antwortete mit sanfter Stimme: „Sehen Sie, Madam! Die Sache ist ganz in Ordmuns: Zie 7500 Dollar vermögen dem armen kein neues Bein zu verschaffen; aber mit Ihren 5000 Dollar können Sie sich sofort einen neuen Gatten zulegen und vielleicht noch einen besseren, als der frühere war.“ * „Wo haben Sie die Schmarre in Ihrem Gesicht her?“ wurde ein Veteran aus dem Bürgerkrieg ge„In der Schlacht von Bull Run erhielt ich sie!" antwortete stolz der alte Krieger. „Bull Run!“ rief der andere,„wie konnte jemand bei Bull Run einen Hieb ins Gesicht bekom„Ja, mein Herr!“ sagte der alte Soldat in entschuldigendem Tone,„sehen Sie, nachdem ich eine oder zwei Meilen gelaufen war, wurde ich unvorsichtig und drehte mich um.“ Boshaft. „In meinen Adern fließt blaues Blut.“—„Da sehrauchen u buld mal ein Blutreinigungsmittel „Dorfbarbier". Verstreut. Dienstmädchen(in der Nacht schreiend): Professor, da ist ein Einbrecher im Hause!" Professor:„Sagen Sie ihm, ich bin nicht zu „Herr Profesor: Hause!“ Ada:„Dein Mann scheint sich eine böse Evkältung zugezogen zu haben; er niest ja fortwährend. Weshalb rätst Du ihm nicht, zu einem Arzt zu gehen!" Lucia:„Einige Tage will ich noch warten, denn Du hast keine Ahnung, wie das Baby sich amüsiert, wenn es seinen Vater niesen steht.“ * „Tommy, ich werde Dich jetzt ganz gehörig bestrafen.“ „Warum, Papa!“ „Deine Unschuldsmiene nützt Dir dieses Mal nichts. Ich bin vollständig von all Deinen Ungezogenheiten, die Du heute begangen hast, unterrichtet.“ „Nein, das bist Du nicht, Papa. Du weißt nicht, wo ich den Stock versteckt habe, mit dem Du mich durchprügeln willst.“ * „Klexer hat seine letzte Winterlandschaft so natürlich gemalt, daß mich riesig fror, nachdem ich dieselbe eine längere Zeit betrachtet hatte.“ „Das mag wohl sein, aber es ist gar nichts im Vergleich mit Schmierpesels„Flucht“. Das Bild ist so wunderbar realistisch gemacht, daß ich schon nach dem ersten Blick das Weite suchte.“ * Richter:„Also der lumpigen zu wegen haben Sie Namen, Ehre, Zukunft heit geopfert?“ Lordschaft hat vollkommen recht! Aber was sollte ich machen! Da war nicht mehr in dem Geldschrank.“ ?„Lustige Moche“. Das Automobil in der Bibel. den Gassen rasen die Wagen, rasseln durch der Blitz rennen seal seden gleicht den Faceln, S Gemätich, Amtsvorstand(der zum Frühschoppen in ein Wirtslokal tritt und hier den größten Teil seiner antrifft):„Aber, meine Herr'n, das geht doch nicht— alles hier beim Frühschoppen! für Folge schon in verschiedene beisammen seiden:: enn und die Leute ake hier, nichts zu tunl:“ muinen sie 1a, wir Sätten Bürgerm.“ Parnung. ###rzelmeister:„Leutk, I“ sag's Euch, nehmt's Euch vor'm Huber Wastl in acht! Bei dem wohnt heuer in der Eommerfrisch'n a' Advokat!" „Fliegende Blätter“. mein# Berliner Gespräch. „Meinen Sie, Exzellenz, daß der neue Minister lange auf seinem Posten bleiben wird?“ „Nee, der Kerl arbeitet.“ Sonnabend, 13. Juli 1907 Theater, Konzerte, Vereine 2c. Der nächste Sonntag ist der Haupttag des Dortmunder Juli=Meetings; er bringt bei dem großen Preis von Dortmund und dem Giesbert von Romberg Memorial zwei Konkurrenzen, die weit über die gewöhnliche Durchschnittsdotierung hinausragen. Beide Rennen versprechen in ihrer Besetzung das Beste, vor allem der große Preis, dessen Feld sich nach den neuesten Verlautbarungen aus folgenden Pferden zusammensetzen dürfte: Großer Preis von 15000 Mark, Jockey=Rennen, Distanz 3599 Meter. Herren Bischoffs Florham 5jähr. dr Wallach, Leutnant Dodels Pastille alt br. Stute, I. Lanninks Quadrat 6jähr. Juchs=Hengst, desselben Judith 1 br. Stute, Tielements Lady Wisper br. Stute, G. Woltmanns United States Fuchs=Wallach. E. von Krackers Aslaug 4jähr. br. Stute, desselben Pern 4jähr. Schimeml=Hengst, Fr. Oesters San Antonio 5jähr. br. Wallach, M. Roberts Pappenheimer 4jähr. Fuchs=Hengst, Rothbauer Tamales 4jähr. br. Hengst, Leutnant Struves Kuroki 4jähr. br. Hengst. Das Rennen ist als ein sehr offenes zu betrachten, da die Klasse der 12 Konkurrenten durchweg eine sehr gute ist. Schwer fällt es daher, den voraussichtlichen Sieger auch nur annähernd zu bezeichnen, denn Pern, Tamales, Kuroki, Pastille, Florham repräsentieren die beste Klasse unserer Hindernispferde. Nach unserem Gefühl müßten die Sieger in folgender Reihenfolge eintreffen Tamales, Peru, Florham. Der Renn=Verein garantiert denjenigen Rennbahnbesuchern 500 Mark in bar, welche die in der Reihenfolge angeben, wie sie der Richter nach dem Rennen plaziert. Das von Romberg Memorial Ehrenpreis und 5000 Mark wird von nachstehenden Pferden bestritetn werden: Leutnant von Benningsens Deutschmeister. Herrn von Krackers Erzherzogin, Herrn M. Seiderers Carmilhau 2, Herrn W. Velhagens Leichtfuß, Rittmeister von Volkmanns Wasmersdenn. In diesem Fünferfeld fallen die Namen von Wasmersdenn und und Leichtfuß ins Auge, die nach der letzten Form das Rennen unter sich ausmachen müßten. Wasmersdenn hat am verflossenen Sonntag als ter in der Germania gezeigt, daß der Hengst, selbst bei schwerem Gewicht ein gutes Rennen läuft. Lichtfuß, kann mit seinem leichten Gewicht ein Wort mitsprechen, den beiden am nächsten wird Carmilhau 2 enden. Vielversprechender Nachwuchs. „Na, Kinder, was spielt ihr denn da!“ eine Dame der Hofgesellschaft. Kamarilla, Mama!“ fragte zwei Mark it und FreiMilitärische Unfähigkeit. .„Hauptmann Leblanc mußte also wegen militärtscher Unfähigkeit seinen Abschied neh33½cker General: Jawohl. Ihm fehlte die Fayigreit, in seiner Kompagnie die Disziplin durch gütliches Zureden zu erhalten.“ Der Sportfex. „Ich habe den ersten Preis im Automobilwettfahren gewonnen.— Moltke hat bloß Königgrätz und Sedan gewonnen!“ Weuiearät —(-Jugend“) Ticht a. Batal. „Sie:„Sichst Du, der Herr mit dem grauen Vollbart, das ist mein Vater; ich habe ihm schon gesagt, heute kommen wirst, um meine Hand anzuhalten. Vergiß aber nicht zu erwähnen, daß Du funfhundert Mark monatliches Einkommen hast.“ ::„Das ist also Dein Vater,— dann kann ich unmöglich zu ihm gehen; das ist ja verselbe alte Herr, den ich immer im Wirtshaus anpumpe, um meine Schoppen bezahlen zu können.“ „Lustige Woche“. Peters=Prozeß. Vorsitzender: Was wissen Sies Zeuge K: Ich habe die weite Reise von Memel bis München nicht gescheut, um eidlich zu erhärten, daß Dr. Peters mal einen Hund gehabt haben soll, den Herr von Wißmann„Mistviecherl“ genannt hat („Jugend“.) Das Musikleben unseres Nordens. Viele Dortmunder wissen garnicht, in welcher Blüte das Musikleben im Norden unserer Stadt steht. Selbst viele nördliche Bewohner werden kaum Genntnis davon haben, daß der Blücher=Wirt bestrebt ist, allwöchentlich dem musikliebenden Publikum einen neuen und gediegenen Genuß zu verschaffen. So spielten diesen Sommer schon mehrere Militärkapellen dort. Außerdem traten schon verschiedene Künstler=Gesellschaften auf. Am letzten Mittwoch gab das holländische Vokal=Sextett aus Rotterdam unter Mitwirkung des Betzel'schen Solisten=Orchesters ein Konzert, das leider nicht den Besuch gefunden hat, wie es wünschenswert gewesen wäre. Man hatte es mit einem geschulten Ensemble zu tun, das namentlich in den besseren Kursälen zu Hause ist. Die Künstler, drei Damen und drei Herren, tischen ein reiches und gewähltes Repertoire auf. Sehr, gut gelangen die böhmischen Volkslieder„Aufrichtig“.“ und das„Täubchen". Auch das holländische VolksGed., Das Gäslein“, kam stimmsicher zu Gehör. Allerliebst war das altholländische Liebeslied„Komm Störchin" und das italienische Volkslied„Tic e tic e toc“. Das Publikum dankte den Holländern durch ehrlichen Applaus und veransie zu wiederholten Beigaben. Sehr wacker spielte das Betzel'sche Orchester. Herr Betzel ist ein Musiker comme U kaut und ein Künstler zugleich. Und alle seine Mitglieder tun es ihm nach. Er erfreute uns am Mittwoch mit entzückenden Gaben, wovon wir nur die Loreley=Paraphrase hervorheben wollen. Er spielte diese anheimelnde Volksweise mit einer geradezu meisterhaften Vollendung, so daß das Publikum in stürmische Bravo149 Erging. Nächstens gibt die Kapelle des Artillerie=Regiments Nr. 15 im Blücher ein Konzert Wir machen darauf schon jetzt aufmerksam. Das militärische Geheimnis. Unteroffizier(einem Rekruten eine Ohrfeige herunterhauend):„So, Du Schweinigel, nu merk auf: Die Ohrfeige, die ich Dir gegeben, hat kein Mensch gesehen, infolgedessen ist das ein militärisches Geheimnis; auf Verrat von solchen steht aber nach den Pichhonach Lestungsstrafez also sichte Ein edler Renner. Sonntagsreiter:„Wenn ich nun aber herunterfalle und das Pferd weggaloppiert?“ Pferdeverleiher:„O, wenn Sie rasch laufen, holen Sie diesen Gaul schon wieder ein.“ „Lustige Woche“. Ein Demskrat. „Ich pfeise auf den Ade!! Als ob man nicht auch se Schulden machen könnte!“ Ltaent“) Standesamt Dortmund. Vom 12. Juli. Standesamt 1. Geburten. 1 Sohn: Eisenwerkarb. Emorra Aachenerstr. 5. Reichsinvalide Kirschstein, Westerbeichstr. 41. Hilfsweichensteller Kuhnat, Rheinischestraße 40a. Stalltnecht Gurski, Bleicherstr. 22. Handlungsgeh. Lewin, Presdenerstr. 56. Thomaswerkarb. Spodzinski, Heinrichstr. 12. #„I. Tochter;„Maurer Conradt, Rheinischestr. 114. Anstreicher Kleffmann, Heinrichstr. 58. gining. 9 s##5, Nonieur H. Leifheit und Anna wanns: Koytenhauer P. Czichoct und Theresia Eheschließungen: Hilfsheizer E. zur Hellen und Marie Sommer. Hochofenarb. F. Uzund Eisadesh iri Blanck. Vorarb. Josi. Wiechers id Verißa...ier: Anstreicher E. Gusieck beld. Brauer H. Klaus und Barbara „Eisendreher Joseph Röser und Marie Köhls. Postbote Jos. Lorreck und Luisa Hoberg. Sterbefälle: Schneider Karl Heinrichs, Vherkaroste, 16. 2e Ingenieur Fritz Rosenbaum, süestenste. 19,.79 J. J. Dw. Ause Pousche, Aur. Standesamt 9. 1 Sohn: Gasarb. Rajski, Oestermärschstr. 1. Klempnermstr. Bergmann, Schwanenwall 8. Lagerarb. Pesch, Münsterstr. 135. Elausal. 5. Kesselschmnieh Oeserxäxschstr. 6. meister Ungemach, Flensburgerstr. 4, r. 17. Maschinist Krolikowski, WambeGwizdala, Hirtenstr. 10. Plalenlager Sesche becsiset dise Mine Taock, alser * straße 170, 70 J. Eheschließungen: Lehrhauer J. niak und Kranziska Kaminski. Kanalarb Friede und Bertha Getz. DomiKanalard. Gustav und Eisen in praktischer Anfchauung zu studieren, unternahm gestern die Dortmunder Höhere Mädchenhandelsschule des Herrn Fritz Müller eine Tagesexkursion in die Wittener Glashüttenwerke und die Wittener Gußstahlwerke, wo ihnen unter sachverständiger rung der Produktionsprozeß des Tafelglases und die ebenso instruktive als interessante Herstellung, der mannigfachsten Gußstahlsabrikate gezeigt und anschaulich erläutert wurde. Auf 30 Tage zur Probe verschicken wir an Jedermann unsere weltberühmten Spezial-Artikel In tein pollertem Holzkasten: 21½3X16 cm gross, verschliessbar, m. verstellb. Raslerspiegel, enthalt. sämtl. Raslerutenallien: la. Silberstahl-Raslermesser No. 10½. einen gut. Streic-viemen, eine Dose Schürfmasse, ein Stück antiseptische Rasierselle, einen Raslerpinsel, eine vernick. Raslerschale, komplett in Ia. Qualität Abbildg. ca. ½ natürl. Grösse direkte Gebrauchsanweisung liegt bel. Auch der Ungeübte kann mit dieser Maschine selbst Haare schneiden No. 85. 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Selbstverständlich muß der Patient, dabei Diat halten, nur schleimige Suppen und dergleichen genießen, bei diesem Verhalten vergeht der Durchfall von selbst in kurzer Zeit. War aber die Reigung der Schleimhäute zu stark, so kann es wohl vorkommen, daß der Durchfall noch längere Zeit uandauert. Dann ist beim Einhalten einer strengen Diät der Gebrauch der Heidelbeere am Platze. Domit ist aber auch die Rolle unseres Hausmittels 2usgespielt. Handelt es sich um chronische, lang andauernde Durchfälle, so darf man nicht weiter auf eigene haust herumkurieren. Es können da im Darm Veränderungen, Entzündungen, Geschwüre sich gebildet haben, die der Laie nicht beurteilen kann. Er muß also den Arzt um Rat fragen. Vielleicht wird dieser den Gebrauch von Heidelbeersäften und GGerichten zweckmäßig finden, vielleicht aber auch eine andere Behandlung anordnen. Darnach muß sich der Patient richten, wenn er nicht ernsten Schaden nehmen will. Vielen Freunden und Freundinnen der Hausspotheke wird diese Auseinandersetzung vielleicht nicht gefallen, die Wertschätzung der gerühmten Geidelbeere wird ihnen zu gering erscheinen; doch war diese Einschränkung unumgänglich nötig, denn Abertriebene Vorstellungen von der Heilkraft der Hausmittel stiften mehr Schaden als der UnerFabrene glaubt. Eines schickt sich nicht für alle. So auch unsere Heidelbeere. Gerade wegen ihrer stopfenden Eigenschaft muß sie von denjenigen gemieden werden, die an chronischer Verstopfung leiden und die Zahl dieser Menschen ist nicht gering. Die sitzende Lebensweise, wie sie in vielen Berufen erfordert wird fördert diese Störung der Leibesfunktionen und in der modernen Zeit nehmen diese Berufe und die Zahl derjenigen, die sich ihnen widmen, ständig zu. Das sind Gründe, welche die Heidelbeere als ein hygienisches Gericht ohne jede Einschränkung nicht passicren lassen. Für Menschen mit sitzender Ledensweise ist der Genuß aller anderen Frucht= und Beerensorten dagegen empfehlenswert. Nur die Preißelbeere wirkt auch stopfend, wenn auch schwächer als die Heidelbeere. Trotz alledem ist die Zahl der Menschen, welche sich mit vollem Vordeil für ihre Gesundheit an der Heidelbeere erquicken und erlaben können, groß genug. Darum steigt auch die Nachfrage nach dieser Gabe unserer Wälder und Heiden mehr und mehr und dementsprechend gehen auch die Preise in die Höhe; denn in der Neuzeit hat sie noch eine neue Verwendung gefunden. Seit alter Zeit war die Heidelbeere in nähere Beziehungen zum Wein getreten. Man hatte nämlich gefunden, daß man mit ihrem Safte auf ganz unschädliche Weise aus einem weißen Wein einen roten machen könne. Ehe man die Anilinfarben kannte, galt in dieser Hinsicht die Heidelbecre sehr viel, und von Deutschland wurden jährlich hunderte von Fässern präservierten Heidelbeersaftes nach Frankreich verschickt. Leider kehrte ein großer Teil ihres Inhalts in fraglichem französischen Rotwein zu uns zurück. Vor dreißig Jahren wurde das anders. Man machte die Erfahrung, daß der Heidelbeersaft sich doch verjähren läßt, trotz seines hohen Gerbstoffgehaltes, und daß er schließlich einen sehr annehmbaren Wein liefert. Man probierte das zuerst im Haushalte aus und dann fanden sich Fabrikanten, welche Heidelbeeren Engros kelterten. Die Erzeugnisse, die in den Handel kamen, waren je nach der Quelle verschieden, aber es gab darunter auch tadellose Heidelbeerweine. Ja, man konnte sogar einen ganz schmackhaften Heidelbeerchampagner krinten. Es ist aber klar, daß gerade die guten Sorten nicht spottbillig sein konnten. Dazu kam noch, daß in weiten Kreisen immer ein gewisses Mißtrauen gegen die Obst= und Beerenweine herrscht; man gibt, ob immer mit Recht, sei dahingestellt, dem Rebensaft den Vorzug. In Weinschenken wollte man sich nicht entschließen, den Heidelbeerwein einzuführen. Manche Wirte waren bereit es zu tun, aber diese fraglichen Kunden äußerten den Wunsch, der Fabrikant möchte doch zu seinem Heidelbeerwein — Rotweinetikeiten liefern. Unter solchen Umständen führte sich der Heidelbeerwein hier und dort als Tisch= und Hauswein zwar ein, daß aber seine Herstelung wirkliche Fortschritte gemacht hätte, kann man nicht sagen. Eine freundliche Aufnahme fand dagegen der neue Wein in ärztlichen Kreisen. Kein geringerer als Pettenkofer gab ihm ein empfehlendes Geleite auf den Weg. Die stopfende Wirkung des Heidelbeersaftes war auch dem Heidelbeerwein erhalten geblieben, der Alkohol, den er enthielt, wirkte außerdem wärmend. So fand man ihn für Kranke, die zu Diarrhöen neigen, durchaus brauchbar, und verwendete ihn als Ersatz für den Rotwein. Am meisten eignete er sich für die Behandlung der Kranken, bei denen man teure Weine aus okonomischen Gründen nicht verordnen konnte; denn für denselben Preis, den man für den Heidelbeerwein zahlte, erhielt man doch fragwürdige Rotweine, während der erstere wirklich rein und echt war. So hat sich denn der neue Wein als Medizinwein eingebürgert, seine Abnehmer waren vor allem Krankenhäuser und Apotheken. Und das war für die Weinproduktion an sich nicht von großem Torteil. Man legte zu viel Gewicht auf die stopfende Eigenschaft des Gärungsproduktes und schränkte dadurch seinen Verbrauch als Tischwein bedeutend Viele Leute verzichten schon auf den Rotwein Seszu weil er stopft, nun ist diese Wirkung beim Fewelveerwein noch größer. So hinderte auch in diesem Falle die gerühmte Heilkraft der Heidelbeere einen flotten Massenumsatz. und doch kann man diese Klippe wohl umgehen. Bir haben es in der Hand, die heilende Wirkung Sereis###erweines zu erhöhen oder auch seinen tosauergehalt zu mindern. Lassen wir z. B. noch o die Stengel und die Blätter des Heidelbeerstrauches mit dem Beerensafte vergären, so erhalten wir einen Wein von hohem Tanningehalt. Setzen wir aber dem reinen Safte mehr Wasser und weniger Zucker zu, so erhalten wir ein leichteres dem Rotwein mehr ähnliches Getränk. Das ist ein Fingerzeig für diejenigen, die den Heidelbeerwein selbst im Haushalte vergären. Trotz dieser erschwerenden Umstände hat der Heidelbeerwein doch eine Zukunft und wird sich im Laufe der Zeit mehr und mehr durchringen. Dann wird auch die Nachfrage nach diesen Waldbeeren noch mehr steigen; die Scharen der Frauen und Kinder, die zur Sommerszeit in unsre Wälder und Heiden hinausziehen, um die Heidelbeerbüsche von den schwarzen Früchten reinzukämmen, werden die Ansprüche der Käufer nicht befriedigen können, die billige Beere wird im Preise steigen und dann wird die Frage auftauchen, ob es nicht an der Zeit ist, das heilende Kräutlein in Kultur zu nehmen. Es ist noch nicht lange her, kaum einige Jahrhunderte sind vergangen, daß man die Erdbeere, die Stachelund Johannisbeere, die Himbeere und Brombeere aus dem Walde in Gärten mit Erfolg verpflanzte. Die Heidelbeere und Preißelbeere warten noch auf den findigen Mann, der mit ihnen eine Feldkultur versucht. Einmal wird er kommen und scheinbar unnütze Sandflächen werden dann reiche Früchte tragen. Bis dahin aber bedarf die Heidelbeere in unseren Waldungen einer vernünftigen Schonung. Die Ausflügler und Sommerfrischler gehen gern in den Wald und es macht ihnen Spaß und Freude, Heidelbeeren zu suchen, aber nur die reifen Beeren pflegen sie zu schätzen. Auf das Heidelbeerkraut blicken sie mit unwissender Verachtung herab und zertreten es rücksichtslos, wenn sie kreuz und quer im Walde laufen. Je besuchter eine Sommerfrische ist, desto sichtbarer sind die Folgen solcher Verwüstungen; immer lichter wird das grüne Gestrüpp, mit dem die Heidelbeeren so malerisch den Waldboden bedecken. Nötig ist das nicht und den Forstmann ärgert es. Wenn dieser und anderer Waldschaden sich häuft, so sieht er sich schließlich veranlaßt, Verbotstafeln aufzustellen und den Wald zu schließen. Das Publikum will sich an dem Walde und an seinen Früchten erfreuen, es muß ihn aber auch zu schonen verstehen, sich seiner würdig erweisen. Briefkasten der Redaktion. H. S. 20 bis 25 Minuten. H.., Dortmund. 1. Ja, aus dem Vermögen des Mannes, soweit das eigene nicht reicht. 2. Nicht von dem von Ihnen eingebrachten Gut, wohl aber von dem Vermögen des Mannes, welchem auch der Erwerb während der Ehe zufällt. 3. Es kommt darauf an, wie die Versicherung genommen ist. Ist sie für die Erben genommen, so erben Ihre Stieftöchter selbstverständlich mit und zwar je zu einem Kindesteil. Hahnenmühle. Ja. O.., Dortmund. Sie müssen vorher für jedes Kind 10000 Mark sicherstellen. K.., Silschede. Dann ist bei Ihnen vierteljährliche Kündigung, frühestens am 1. Oktober zum 1. Janua: 1908, selbstverständlich. I.., Dortmund. Zu 1. Nein, nur dann, wenn es der Direktor gestattet. Zu 2. Vielleicht zwei Karten. Zu 3. Mindestens die Billetsteuer und für die Garderobe. J. S.., Dortmund. Zu 1. Sie werden nichts erstattet bekommen. Zu 2. Wenden Sie sich an Herrn Ober=Stadtsekretär Stolzenburg im Stadthause Olpe Nr. 3. C. N. 5, Dortmund. Sie müssen sich stets an die Polizeibehörden der betreffenden Aufenthaltsorte wenden. H. S. 20, Werne. Wenden Sie sich an den praktischen Arzt Herrn Dr. med. Crone in Dortmund. A. R. 61, Dortmund. Sie müssen sich an Herrn Ober=Stadtsekretär Graper im Verwaltungsgebäude 2 Betenstr. Nr. 35 wenden. F. H. 83, Dortmund. Adressieren Sie nur: An den Berliner Luftschiffer=Verein in Berlin, zu erfragen beim Königlichen Polizei=Präsidium daselbst. P.., Ennigerloh. Zu 1. Die Firma muß das Gehalt noch sechs Wochen lang vom Tage des Unfalles an bezahlen. Zu 2. Sie kann das Krankengeld auf das Gehalt anrechnen. 41 P. F. In Biebrich, Ettlingen, Jülich, Marienwerder, Potsdam, Treptow a. R. und Weißenfels. Alter 17 bis 20 Jahre, Größe 1,54 Meter, vollkommen gesund, frei von körperlichen Gebrechen und Anlagen zu chronischen Krankheiten, dabei wird gute Führung und ausreichende Schulbildung vorausgesetzt. 118 Dortmund. Fahrpreis 3. Kl. über WetterSiegen=Gießen.30 Mk., dito 4. Kl. 5,40 Mk., über Kassel 3. Kl. 10,80 Mk., dito 4. Kl..40 Mk. Abfahrt über Hagen 6,30 Vorm., über Kassel 5,35 Vorm., oder 10,33 Vormittags. Treuer Abonnent, Kreis Hörde. Es ist statthaft mit einer Militärfahrkarte Eilzüge und Personenzüge zu benutzen und wenn Schnellzugsberechtigung seitens des Truppenteils bescheinigt ist, auch solche, jedoch beträgt der Preis für die Zuschlagskarte in diesem Falle 1 Mk., Fahrpreis für Milit. 4,20, bei Benutzung von Schnellzügen also 5,20 Mk. „Görlitz". Fahrpreis 2. Kl. 32.20 Mk., 3. Kl. 20,70 Mk. Ueber Hildesheim oder HolzmindenAschersleben oder Kassel=Halle=Torgan Ueber Hildesheim 9,31 Vorm. Ueber Kassel 11,16 Vormitt. (Hamm=Soest.) P.., Derne. Eine freiwillige Meldung ist nicht mehr statthaft. F. F. 1011. Eine Berufung gegen den Bescheid ist selbstverständlich zulässig. Herm.., Brasserie=T. Wie„“. W.., Kneuttingen. Wenden Sie sich an die Krankenkasse für kaufmännische Angestellte in Hamburg. R. L. 500, Huckarde. Zu 1. Fahren Sie nach Aßmannshausen oder Rüdesheim. Zu 2. Die Ihnen zusagende Pension müssen Sie sich dort selbst suchen. G. K. 1002 in K. D. W. Sie bleiben nach der Abmachung an vierteljährliche Kündigung gebunden. K.., Altenderne. Wenn er sich unter 3000 Mark bewegt. V. W. 1000, Dortmund. Im Falle Ihnen durch das Ungeziefer die volle Ausnutzung der Wohnung unmöglich gemacht wird, brauchen Sie weder einzuziehen noch zu zahlen. J. S. 50, Dortmund. Zu 1. Das ist kein ausreichender Grund zum vorzeitigen Ausziehen. Zu 2. Sie bleiben an vierteljährliche Kündigung gebunden. H. St., Dortmund. Zu 1. Ein besonderes Institut der bezeichneten Art besteht hier nicht. Zu 2. Sie wenden sich am besten an Herrn Professor Dr. Schulzke hier. H.., Dortmund. Wenden Sie sich an die hiesige Drogen=Großhandlung von Karl von Velsen u. Blume, Gutenbergstr. Nr. 40a. J.., Dortmund. Zur Zeit reist er in Europa herum. Kürzlich war er im Haag. Kirchliche Nachrichten. St. Reinoldi. Morgens 8 Uhr: Pastor Schmidt. Morgens 10 Uhr: Pastor Daub. Morgens 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Wambel. Morgens 9½ Uhr: Gottesdienst. Pastor Schmidt. Waisenhaus an der Hohenstraße. Morgens 9½ Uhr: Gottesdienst. Pastor Hartog. Johanneskirche. Morgens 8 Uhr: Pastor Seewald. Morgens 10 Uhr: Pastor Jucho. Morgens 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Sonntag abend 8½ Uhr: Bibelbesprechstunde im Johanneum, Kielstr. 12 Pastor Donsbach. Lutherkirche. Morgens 10 Uhr: Pastor Traub. St. Petri=Nikolai. Morgens 8 Uhr: Pastor Ulmke. Morgens 10 Uhr: Pastor Brockhaus. Morgens 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Amtswoche im Stadtbezirk: Pastor Brockhaus. Taufen und Trauungen in der Kirche: Pastor Brockhaus. Martin=Kapelle. Morgens 10 Uhr: Pastor Ulmke. Morgens 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Abends 8 Uhr: Pastor Höpker. Taufen und Trauungen in der Kapelle: Pastor Bosselmann. Pauluskirche. Morgens 8 Uhr: Pastor Höpker. Morgens 10 Uhr: Pastor Goldberg. Morgens 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Taufen und Trauungen in der Kirche: Pastor Goldberg. Marien. Morgens 8 Uhr: Pastor Brand aus Eving. Morgens 10 Uhr: Pastor Schnapp. Morgens 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Altkatholische Gemeinde in der Krimkapelle. Sonntag, den 14. Juli, morgens 10 Uhr: Deutsche heil. Messe mit Predigt. Evangelisch lutherische Gemeinde, Ardeystr. 82a. Sonntag vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. Nachmittags 4 Uhr: Predigt, Gottesdienst und heiliges Abendmahl. Pastor Lochte aus Witten. Hollandsche Godsdienst in hei Kerkzaaltje, Königswall 55.'s morgens om 10 uur. Freunde des Reiches Gottes sind herzlich willkommen. Baptisten=Gemeinde, Westerbleichstr. 64. Sonntag, den 14. Juli, vorm. 10 Uhr: Prediger de Haan. Vorm. 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Nachmittags 4 Uhr: Prediger de Haan. Mittwoch, den 17. Juli, abends 8½ Uhr: Gebetsversammlung. Evangelischer Gottesdienst. Hörde. Morgens 8 Uhr: Pastor Große=Oetring= haus. Morgens 10 Uhr: Pastor Bartels. Morgens 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Kollekte für die Theologie Studierende in Bonn. Taufen und Trauungen in der Kirche: Pastor Bartels. Wellinghofen. Morgens ½10 Uhr: Gottesdienst mit Abendmahlsfeier. 9 Uhr: Beichte. Anmeldungen bei Pastor Hünerhoff. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Kirchhörde. Morgens 10 Uhr: Gottesdienst. Pastor Blomberg. Morgens 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Mittags 12 Uhr: Taufen in der Kirche. Amtswoche: Pastor Blomberg. Brackel. Morgens 10 Uhr: Gottesdienst. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst für Katechumenen und Konfirmanden. Nachm. 2¼ Uhr: Taufen. Dorstfeld. Morgens 8 Uhr: Frühgottesdienst. Morgens 10 Uhr: Hauptgottesdienst. Morgens 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Huckarde. Morgens 9½ Uhr: Gottesdienst. Nachmittags 1½ Uhr: Kindergottesdienst. Eving. Morgens 9½ Uhr: Pastor Thiele. Morgens 11 Uhr: Kindergottesdienst. Nachm. 2 Uhr: Taufstunde. Taufen und Trauungen in der Kirche: Pastor Brand. Bibelstunde Donnerstag Abend 7½ Uhr: Jakobstraße 29. Preußen. Morgens 9½ Uhr: Gottesdienst, danach Taufen. Pastor Frey. Scharnhorst. Morgens 10 Uhr: Gottesdienst. Morgens 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Mittags 12¼ Uhr: Taufen. Mengede. Morgens 8 Uhr: Pastor Stenger. Mor9½ Uhr: Probepredigt. Pastor Beuker=Soest. Amtshandlungen in der Pirche: Pastor Stenger. Westerfilde. Morgens 9½: Pastor Schmiedicke. Derne. Morgens 9 Uhr: Pastor Thabe. Morgens 10½ Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Thabe. Nachmittags 3 Uhr: Taufstunde. Horstmar=Beckinghausen. Morgens 9 Uhr: Pastor Ringsdorff. Morgens 10¼ Uhr: Kindergottesdienst. Mittwoch Abend 8 Uhr: Bibelstunde. Wanne. Evangel. Gemeinschaft, Bahnhofst. 76. Sonntag, vorm. ½10 Uhr: Predigt; 11 Uhr: Sonntagsschule. Nachmittag 5 Uhr: Predigt. Mittwoch. abends 8 Uhr: Bibelstunde, Geigenrasten. 12 Der Geheimrat zog entrüstet mit seinem Zeitungsblatt ab und wir nahmen uns vor, nicht mehr davon zu sprechen. Aber einige Tage später wurde ich doch in die bösesten Zweifel zurückgeworfen. Es war bei der Mittagstafel. Tante ist jetzt soweit wieder hergestellt, daß sie daran teilnehmen kann. An ein Ausgehen ist noch nicht zu denken, aber die Treppe zum Speisesaal hinunter kann sie bei einiger Vorsicht schon gut überwinden. Ich hatte sie soeben hineingeführt und wir standen noch in einem kleinen Kreise von Bekannten, unter anderen auch der Baron, plaudernd beisammen, bevor wir unsere Plätze einnahmen. Da sah ich plötzlich, wie der Baron hastig zusammenzuckte, um einen Schatten bleicher wurde und seine Augen sich wie in starrem Schrecken auf einen neuen Gast richteten, der soeben in den Saal getreten war. Er beherrschte sich aber sofort und wendete sich, wie ich deutlich merken konnte, mit Aufbietung aller Kraft wieder zu uns. Und nun geschah etwas ganz Wunderbares. Seine Augen fielen wie durch einen geheimen Zwang in die meinen. Er las darin meine Gedanken, ich sah den Reflex davon auf seinen Zügen, und in einer mir jetzt ganz unfaßbaren Begierde, diesen Augenblick festzuhalten, sagte ich in der instinktiven Erkenntnis der Situation, indem ich fest mit meinen Blicken an seinem Gesicht hing, langsam und mit einer mir sonst fremden Bösartigkeit:„Ach. Sie kennen diesen Herrn— Baron?“ Immer noch sah er mich an. Wie zwei Dolche lagen seine Augen auf mir. Sein Gesicht verzerrte sich, ich glaube, er hätte mich am liebsten geschlagen. Dann aber glätteten sich seine Züge, und er sagte wieder ganz ruhig: „Welchen Herrn, mein gnädiges Fräulein?" Das war eine große Unklugheit von ihm. Seine Komödic war offenbar. Er bereute es wohl auch gleich, wendete sich in den Saal zurück, wie um die Persönlichkeit ausfindig zu machen, um die es sich handelte. „Den Sie soeben so scharf firierten,“ fuhr ich langsam fort. Er war wieder vollständig ruhig geworden. „Nein,“ antwortete er oberflächlich, um gleichsam die Bedeutungslosigkeit der kleinen Szene zu charakterisieren.„Ich kenne ihn nicht. Die auffallende Aehnlichkeit mit einem Verstorbenen erschreckte mich.“ Wir setzten uns zu Tische, und unsere interessante Unterhaltung wurde, jedenfalls sehr zu seiner Erleichterung, unterbrochen. Ich habe aber dann weitere Beobachtungen gemacht. Der neue Gast ist ein kleiner, unscheinbarer Mann, der in einem schmalen, bartlosen Gesicht eine graue Brille trägt und durch absolut nichts auffällt. Er sitzt den ganzen Tag hinter seinen Zeitungen verborgen, raucht immerfort Zigaretten und kümmert sich um keinen Menschen. Nur der vorhin erwähnten kleinen Szene kann ich es zuschreiben, daß ich doch mehr an ihm sehe als die andern. Eine große Beruhigung ist es mir, daß auch er in der ersten Etage, gleichfalls unsern Zimmern gegenüber und dem Baron benachbart logiert. Ich habe weder Saja, noch dem Geheimrat meine Vermutungen mitgeteilt, weil ich sicher glaube, daß Verschwiegenheit hier die beste Maßregel bildet. Lebe wohl, meine Kato. Mein nächster Brief soll Dir wieder mehr von mir und meinem Leben erzählen. Bis dahin behalte lieb Deine Josefa von Harding. Montreux, den 18. November 19.. Trotz all der Aufregungen in der letzten Zeit haben die Sitzungen zu meinem Porträt ihren fast ununterbrochenen, ruhigen Fortgang genommen. Doch kann ich eigentlich von Sitzungen gar nicht sprechen. Der Professor behauptet nämlich, er wisse mich jetzt„auswendig“, ich könne ruhig an meinen Bildern malen, die stille Versunkenheit in meine Arbeit sei ihm gerade recht. Ich habe noch keinen Blick auf sein Werk werfen können, trotz meiner offen eingestandenen Begierde, es zu sehen. Roman von J. A. Pfuhl. Als ich neulich einmal darum bat, erwiderte er lachend:„Warten Sie doch ab; ich hätte nicht geglaubt, daß Ungeduld und Neugierde zu Ihren Fehlern gehören.“ Nun mußte auch ich lachen. „Ungeduld und Neugierde?" sagte ich dann.„Ich glaube, in diesem besonderen Falle sind beide zu entschuldigen.“ „Hm— hm,“ machte er.„Ich entschuldige Sie ja auch gern. Sie wären ja kein Weib, wenn Sie beide nicht hätten!“ „Oh, Herr Professor, seien Sie aufrichtig,“ erwiderte ich mutwillig.„Was man beim Manne kühnes Streben und zielbewußtes, rücksichtsloses Vorwärtsstürmen nennt, drückt man bei uns Frauen zu Ungeduld und Neugierde hinunter.“ „Sie meinen, ich tue das?“ „Es scheint so!“ „Nun, Sie irren doch! Nur möchte ich Sie manchmal— es kommt immer wieder bei mir zum Durchbruch— ich möchte Sie, gerade Sie, manchmal weniger himmelstürmend, weniger zielbewußt— nun kurz, weicher— sorgloser sehen.“ „Sorgloser? Wie wäre das möglich?“ „Sie haben ja recht. Wie Sie mir Ihr Leben geschildert haben, billige ich ja blindlings alles, was Sie erstreben. Und doch, es schmerzt mich, es— verletzt mich!“ Ich fühlte, wie mir das Blut zum Herzen schoß. „Ich vermag Sie gar nicht zu verstehen, Herr Professor," sagte ich dann, mit meiner Erregung kämpfend.„Mein Fall kann Ihnen doch unmöglich etwas Neues bieten? Es wimmelt doch heutzutage von Frauen, die so denken, so handeln wie ich. Sollte Ihnen das noch niemals nahe getreten sein?" „Da irren Sie doch. Durchaus nicht! Das sind vereinzelte Fälle.“ „Herr Professor—“ „Jawohl, vereinzelte Fälle,“ sagte er nun mit zornig zusammengefalteter Stirn.„Oder wollen Sie sich etwa zur Bohème rechnen?“ „Nein, gewiß nicht— aber—“ „Kein Aber! Was da so herumkriecht am Boden im Staub unserer Ateliers, kann das mitzählen? Und die wenigen, die da hinausstreben oder hinausgekommen sind über die Grenzen, die ihnen gesteckt sind, ist das die Norm?" „Ich hatte gehofft—“ „Ach so, Sie meinen, ein Recht zu haben, sich gleich von vornherein diesen zuzugesellen? Das soll sich erst erweisen! Bas dahin ist ein langer Weg und der Blütenstaub Ihrer Seele kann dabei zum Teufel gehen.“ Ich saß wie vernichtet auf meinem Stuhl und fühlte mich vollständig ratlos. Was sollte ich tun, was sagen? Ich fühlte, daß er ungerecht war und seine Ungerechtigkeit wollte meinen Trotz aufstacheln. Aber ich zwang mich zur Ruhe und sagte leise, als er lange geschwiegen hatte:„Sie meinen also, Herr Professor—“ „Ich meine gar nichts,“ fuhr er zornig herum, „ich habe mich immer den Frauen dieser Art ferngehalten. Es widerstrebt meinem ästhetischen Gefühl, die Frau im bitteren Kampfe zu wissen. Die Frau, die man liebt, möchte, man—“. Er brach ab und ging mit großen Schritten auf und nieder. „Sie kennen dem Bilde nach meine verstorbene Schwester,“ fuhr er dann erregt fort,„diese und eine zweite Frau, die, die ich geliebt habe und um deretwillen ich unverheiratet geblieben bin, sind für meine Anschauungen bestimmend gewesen. Sie waren Frauen in des Wortes schönster, edelster Bedeutung. Liebe war ihr höchstes Gebot und Demut ihre schönste Tugend. Beide waren klug, fein und von entzückender Weiblichkeit. Ihre Macht auf mich war unbegrenzt. Jetzt treten Sie in mein Leben, Josefa, und werfen alles über den Haufen, was festgefügt in meinem Geiste lag. Glauben Sie etwa, darüber kommt man so leicht hinweg? Und das Tollste ist, daß ich Ihnen helfen soll bei dem, was meinem innersten Wesen widerstrebt.“ „Herr Professor—“ „Jawohl— helfen! Ich Ihnen! Ins Leben hinauszusturmen! Fort von allem, was Sie besessen haben, von Ihrer Mutter, von—— mir!“ Ich war aufgefahren und starrte ihn ganz entsetzt an. „Sie sollen, Herr Professor? Sollen?" (Nachdruck verboten.) „Nun, nun, nun, beruhigen Sie sich nur. Ich habe mich falsch ausgedrückt. Sie haben nichts von mir verlangt, nein, gewiß nicht. Ich selbst habe Sie zum Sprechen veranlaßt und damit die Initiative zu allem gegeben. Und was bleibt mir schließlich denn noch anderes übrig? Ich muß in mein eigenes Fleisch schneiden, um Ihren Trotz zu unterstützen.“ „Trotz?“ „Nun, meinetwegen nennen Sie es, wie Sie wollen! Es wird Sie fortführen und mich alt und einsam machen. Ich war es nicht, bevor Sie kamen. Aber ich werde es sein, wenn Sie von mir gehen.“ „Ich werde doch weiter bei Ihnen studieren,“ stammelte ich, kaum meiner Stimme mächtig. „Pah—“ machte er, indem er ungeduldig durchs Atelier schritt.„Aber innerlich— das ist es! Sie sind jung, schön, reichbegabt, und wenn Sie zehnmal nicht wollen, das Leben mit seinen tausend Teufeleien kommt schon von ganz allein zu Ihnen. Bald werden Sie eine unserer ersten sein, aus der Menge heraustreten; da wird denn auch bald genug Ihr Herz sein Recht verlangen. Und ich? Wo bleibe ich? Nun ja, ich packc ein und gehe nach Hause, um mich mit meiner ganzen großen Kunst still hinter den Ofen zu setzen.“ Plötzlich blieb er stehen und sah finster zu mir hinüber. Oder wie, Josefa, wird es anders sein?" Sehen Sie mich an, sprechen Sie nicht, nur blicken Sie her. Wird es—— anders sein?" Ich konnte nicht aufblicken. Ich hatte das Gesicht in die Hände gelegt und stöhnte leise in mich hinein. Er ahnte ja nicht, wie meine Secle ihm gehört, wie mein Herz so ganz und gar sein eigen ist. Und doch, kein Blick sollte verraten, was in mir vorging. Ich kann ja nicht, ich darf ja nicht. Ich muß auf meinen hohen Gipfel steigen und meine Glocken klingen lassen. Ich blickte nicht auf. Es blieb lange, lange still. Dann endlich sagte er, wie es mir schien, mit ganz veränderter Stimme: „Uebrigens habe ich Ihnen eine Neuigkeit mitzuteilen. Schauen Sie mal, da habe ich einen Brief aus München bekommen, der bringt Ihnen etwas sehr Gutes.“ Er trat ganz nahe zu mir heran und sah mir mühsam lachend in die Augen. Er war sehr bleich und der Brief, den er mir reichte, zitterte leise in seiner Hand. Durch meine Tränen sah ich ihn an, dann den Brief und schüttelte langsam den Kopf. Ich konnte nicht und ich wollte auch nicht. In diesem Augenblicke nicht! Da sah er mich lange und tief an und sagte ganz langsam mit umflorter Stimme: „Warum weinen Sie, Mädchen? Ihre stolze Seele müßte die Tränen nicht kennen! Sie wollen nichts aus Menschenhand! Alles allein vom Schicksal und aus Ihrer eigenen Kraft. Da muß man hart sein. Oder ist noch so viel Wahrheit in Ihnen, daß Sie einem Glück nachweinen, das Sie von sich stoßen? Wer auf die Gipfel steigen will, muß über Leichen schreiten. Sie haben ja den Mut dazu! Warum weinen Sie?“ Oh. meine Kato, wo habe ich die Kraft herbekommen, ihm in diesem Augenblick nicht an die Brust zu sinken. Jede Fiber meines Herzens verlangte danach und doch hielt es mich mit tausend Banden. Ich konnte nicht, ich konnte nicht und durfte auch nicht. Wieder war es lange still geblieben, dann klang seine Stimme wie sonst immer in ruhigem Tone zu mir herüber. „Wie ich Ihnen schon sagte, dieser Brief bringt Ihnen viel Gutes. Sie haben Glück. Hoffentlich werden Sie mir nicht böse sein, ich habe Ihre Bilder nach München geschickt. Hier fragt nun der Kunstverlag bei mir an, ob Sie sie für je hundertundfünfzig Mark verkaufen wollen. Ich denke, Sie nehmen an. Zugleich bestellt er vier weitere, wenn möglich zwei etwas größere in sechs Wochen zu liefern. Das ist ein hübscher Anfang, immerhin aber noch nicht genug. Sie können bei Ihrer starken Begabung mehr und Größeres, dazu gehört selbstverständlich noch ein strenges Studium. Vor allem muß der Dilettantismus, der noch ziemlich hervortretend ist, heraus. Die kleinen Bilder malen Sie ruhig so weiter, dadurch werden Sie sich die Mittel erringen, die Sie nötig haben werden. Warum starren Sie mich denn so entgeistert an?„Alles, was ich * * Ser sesen Sie: wdr:. Oder glauben Sie muir mcht“, selbst, es steht da schwarz auf weiß!" Mit zitternden Fingern nahm ich endlich den Brief und versuchte zu lesen. Es war unmöglich, es flimmerte mir vor den Augen, die Buchstaben tanzten wie toll durcheinander:„Es geht nicht—“ lächelte ich dann.„Ich glaube es auch so. O Gott, wie soll ich Ihnen danken?" " Er lachte belustigt auf.„Danken? Wofür denn? Vorläufig habe ich doch nicht mehr getan, als Frau Professor Kröner. Sie sehen doch, Ihre Bildchen gehen wir warme Semmeln weg. Sie haben's getroffer. Wonach andere jahrelang ringen, haben Sie im Handumdrehen erwischt. Ich freue mich auch. der erste Anfanger, dem ich auf die Beine geholfen have. Aber nun auch vorwärts, jetzt gibt es kein Zurück mehr Nun mal auch beweisen, daß Ihre glühenden Wünsche nicht am ersten Puren hängen bleiben und im ersten Sturm zerflattern. Was Sie bis jetzt geleistet haben, machen Ihnen Tausende nach, aber wenn Sie wollen, so werden Sie das Höchste erreichen!“ Ich hatte ihm atemlos zugehört, Feuerströme waren mir vom Herzen zum Kopf und vom Kopf zum Herzen gestiegen. In dem Wirbel der Empfindungen, der über mich hinbrauste, klang und sang es nur immer wieder, immer wieder, immer wieder: „Wenn Sie wollen, so werden Sie das Höchste erreichen!“ Ich hob den Kopf, sah mich im Atelier es etwas Neues, Niegeschautes. Dann blickte ich hinaus, wo die Welt sonnig, schön und gottgesegnet mit tausend Armen nach mir winkte. Dann blickte ich zurück, wo seine Augen glückverheißend auf mir ruhten. Da kam ich zum Bewußtsein meines Glücks— alles andere um mich her ver„Aber der Weg, der Weg dahin?" stammelte ich. an Siteeen 100 so strahlendes Gesicht verfinsterte er auflachend.„Da sieht mans wieder, daß Sie aus Metall sind. In allem Jubel nur immer hübsch kühl bleiben und bei allem Vorpäctsstiggen nur hübsch artig auf die Wegweiser :s: 2o kommt man vorwärts! Ja, ja! Darin negt's! Wer das gerade nicht hat, verloddert oder . ein Stümper! Also kommen Sie, wir wollen uns auf die Terrasse setzen und besprechen, was zu tun ist. Zunächst also, solange Sie in Montreux sind, malen Sie natürlich bei mir weiter. Wie lange wird Ihre Tante hier bleiben?" es nicht. Tante ist so impulsiv in ihren Entschlüssen, daß man nichts voraus bestimmen ligen Genesung.d wohl aber bis zu chrer endgüb, #.„Die schreitet jetzt rüstig fort. Sie darf schon Treppen steigen und fängt auch schon an, im Garten zu promenieren.“ „Nun, sei es, solange wie es sei. Wir werden die Rücksprache nehmen. Abrese werde ich mit hr wieder ales perdorben „Was denn?“ Ich denke, nun heißt es biegen over brechen, oder— nicht?“ erleichtert auf.„Ja, ja,“ lachte ich dann.„Ich kann mich nur nicht gleich ganz hinein„Bis dahin haben Sie sich mit Ihren kleinen Bildern— ich rechne— tausend Mark zusammengemalt. Wir fordern für die bestellten höhere Preise. Ihre Kante maiß sch sigen. 06e 357 Ich seufzte flüchtig auf.„Sie wird es Mama entgelten lassen.“ (Fortsetzung folgt.) mir doch diese eanptische Prinzesin. Jch posrer:. Job die Kaust aum Sie mir doch diese egppische Prinzessin. Ich wäre glücklich, sie zu besitzen, und Sie können gewiß die Summe gebrauchen, die ich Ihnen dafür biete. Viertausend Mark wären mir nicht zu viel für die Mumie.“ Nun konnte aber Josef den Professor nicht leiden und antwortete ihm kühl:„Ich bedauere sehr, ich behalte die Mumie selbst.“ finstansengse wolen Sie damit! Ich biete Ihnen „Bieten Sie nicht mehr, Herr Professor, es ist geblich. Der Sara mit der Mumi steht vergevlich. Der Sarg mit der Mumie steht in sehen!" meinem Hause und bie Mämte. Erzählung von Paul Eberhardi. (Nachdruck verboten.) #.#r Frojessor Tögenh und seine Frau galten in wit Fachh ein richt ungleiches Paar— und das Tögeny war häßlich, klein und interessant, eine Erscheinung, von der die Damen sie sei unwiderstehlich in ihrer Häßlichkeit. Seine Gattin Ilka dagegen war schlank, blond und zart wie eine Blume. Niemand konnte begreifen, weshalb sie ihn geheiratet hatte, es ogh in der Tat in ganz Preßburg nur einen, dem sir viefes„warum" anvertraut hatte— das war der junge Maler Josef Doreskin, der ein häufiger Gast im Hause des Professors war. Die Klatschsucht der Stadt hatte sich längst dieser drei Menschen bemächtigt, denn sowohl an ## ineressanten Ehepaar wie an dem jungen Maier haftete etwas ungewöhnliches. Doreskins Vater nämlich, der ebenso wie Tögeny ein eifriger Egyptologe gewesen, hatte zu seiner großen Enttäuschung es nicht durchsetzen können, daß sein Sohn den gleichen Beruf wie er ergriffen. Daß Josef Künstler geworden, hatte den Alten so gewurmt, daß er kurz vor seinem Tode noch ein Testament aufsetzte, in dem er seine wertvollen Sammlungen dem Stadtmuseum vermachte, während sein Sohn nichts weiter erbte, als das kleine Haus und eine besondere kostbare Mumie. „Vielleicht“, so lautete eine Stelle in dem Testament,„vielleicht bekehrt sich mein Sohn beim Anblick dieser wunderbar erhaltenen Mumie dennoch zum Studium der altegyptischen Kultur. In diesem Falle wird er es um so mehr begreifen, daß ich mein ganzes Vermögen in jene Sammlungen steckte, die er nie zu schätzen wußte.“ Natürlich konnte Josef diese Hinterlassenschaft Hohn betrachten, wogegen Professor Tögeny, schon, mehr als einmal versucht hatte, in ven wesitz vieser kostbaren Mumie zu kommen. meinem Hause und erinnert mich täglich daran, wie nötig es ist, daß ich praktischer werde, als mein Vater es war.“ Tögeny zuckte die Achseln:„Wie Sie wollen. Vielleicht besinnen Sie sich eines Tages noch anders. Ich bin jederzeit bereit, fünftausend Mark zu bezahlen. Inzwischen besuchen Sie uns nur recht oft; mit meiner Frau können Sie ja über Kunst plaudern, was bei mir nicht der Fall ist.“ gekommen, daß die Klatschbasen der Stadt zu sagen pflegten:„Der Professor liebt Doreskins Mumie und Doreskin liebt des Professors Frau. Ein Austausch wäre das einkastfönde. sa nicht ein, weshalb er nicht Das Körnchen Wahrheit an diesen KlatscheFeien wgr.da in der Tat nach und nach Josef und Ilka sich lieben gelernt hatten. Das unglückliche junge Weib, das im wahrsten Sinne des Wortes von ihrer habsüchtigen Mutter an den Professor verkauft worden war, führte ein wahres HöllenFiur der Fraier uen lichte Gaite z. der liebenswürdigste und gärtrichste Gatte zu sein schien. #E8 hatte lange gedauert, bis Ilka ihrem jungen Freunde auch nur einen Teil ihrer geheimen Zichzign mrarniseh so war geizig, eiferfüchtig, thräunisch und bodenlos roh. Im Laufe der Zeit war das liebenswürdige von Ilkas Lippen verschwunden und oft glich ihr Gesicht einer steinernen Maske. Niemand da draußen ahnte, daß sie alle Stufen der Erniedrigung bis hinunter zu Schlägen erduldet hatte und daß sie für ihren gefürchteten und gehaßten Gatten nichts anderes war als eine gekaufte Sklavin. Die Liebenden, die sich bisher auch nicht die geringste Schuld aufgeladen hatten, waren endlich ahnten nicht, dab zi hre Reigurg zu gestehen. Beide ahnten nicht, duß bieses erste Geständnis und die darauffolgenden wenigen Zusammenkünfte stets von dem Professor belauscht worden waren. Dieser hinterlistige und grausame Mensch fühlte t. daß er selbst seine Gattin soweit getrieben hatte, daß sie jetzt vor lauter Verzweiflung im Begriff war, einen anderen Mann zu folgen. Er sah auch nicht, daß es zunächst das reinste Mitleid und die innieste Freundschaft getoesen, die Doreskin zu seiner Frau gezogen hatte. Er soh nur die Schuld reiter bestand ga ###### als einigen flüchtigen Liebkosungen, Sach värt Tür und Angel austauschen konnsansmenkunfen wi gerade bei der letzten Zuverinrach:“ seine verzweifelte Gattin dem Raler Fögenag udue ag mit ihm zu entfliehen. ##eng Zahne inirschten aufeinander, doch er verschloß die kochende Wut in seiner Brust, um sich in aller Stille zu überlegen, in welcher Weise er am ergiebigsten seine Rache kühlen könne. An diesem Nachmittag erhielt der Professor einen Brief von Doreskin, welcher schrieb:„Sehr geehrter Herr Professor! Da ich momentan eine größere Summe nötig brauche, bin ich bereit, Ihnen den Sarg mit der egyptischen Mumie für die mir sssbsier: Summe zu überlassen. Ergebenst I. Der Professor lacht= laut und höhnisch auf. Frou zu entflieben u schte er.=um mit meiner Frau zu entftiehen, will er das Geld von mir hoben Aber gut— er soll nicht umsonst geschrieben Du noch fort?“ fragte ihn Ilka, als er sich zum Ausgehen zurecht machte. „Ich muß zu Doreskin, um die Mumie zu holen, die er mir verkaufen will. Bleib auf, bis ich zurück bin; ich wünsche, daß Du sie noch siehst.“ Ilka schauderte. Sie konnte es nicht begreifen, wie man an einem Leichnam Freude haben konnte, selbst wenn er fünftausend Jahre alt war. Doch sie wagte nicht, zu Bett zu gehen— wie hätte sie sich unterstehen dürfen, einen Befehl ihres Mannes zu mißachten! Zitternd wartete sie auf seine Rückkehr, ganz erfüllt von dem einen Gedanken, daß von morgen an ihre furchtbaren seelischen und körperlichen Qualen ein Ende haben sollten. Josef wollte sie zu seiner Schwester bringen, wo sie bleiben sollte, bis die Scheidung von ihrem Gatten erfolgt war. Dann erst wollten sie sich wiedersehen und später heiraten. schrditer sich spät am Abend ertönten draußen ichem Sahritte; Träger erschienen, die den egypti„Sarg mit der mehrere tausend Jahre alten mumie in des Professors Arbeitszimmer trugen und dort niedersetzten. s Als Tögeny die Leute bezahlt hatte, schloß er die Haustür hinter ihnen ab und trat vor seine Frau hin, die in unerklärlicher Angst im Wohnzimmer in einer Ecke stand. „Komm mit!“ fuhr er sie an, packte sie am Arm und zog sie mit in sein Arbeitszimmer.„Du wirst Dir meinen Schatz ansehen", fuhr er fort. Seine teuflisch verzerrten Gesichtszüge, sein Lächeln und ein Etwas in seinen Augen ließen Ilka vor ihm zurückweichen und sie stieß einen leisen Schrei aus.0 9.„Pas ist Dir?“ zischte er.„Warum schreist gen Lipven. Lescht“ Kammelte sie mit wei. ## hob die Faust zum Schlag, nieß ne aber wieder sinten und lachte so gellend auf, daß Ilka von neuem zusammenschauderte. Nun nahm der Professor eine Lampe, setzte sie den auf der Erde stehenden Sarg auf einen kleinen Tisch, so daß das Licht nur auf das KopfSein hieh Sars siel, das Zimmer jedoch im Dunher!" befahl er dann mit roher Stimme. Preis bezahlt für das, was „Die Mumie!“ hauchte Ilka.„Ich mag sie nicht „Du mußt!" kaurrten der Professor und zerrte Dir wohl lieber, he7: bickte in Furcht und Grauen auf den Sarg, Ihr Mann schraubte den Deckel ab und die arme, zu Tode gequälte Frau nahm all ihre Kraft zusammsherreste I9 auf den Anblick der einbalsamierten Ueberreite der mehrere tausend Jahre alten egyptischen Prinzessin vorzubereiten. Es lag etwas bar Unheimliches und Grimmiges in dieser Plötzlich ließ Tögeny den Deckel neben den Sarg gleiten und das Licht der Lampe enthüllte, was darin lag— es war aber nicht die Mumie. g ia z# erhoh sich schweigend, um— wie ein vom sammen Sdane faszinierter Vogel— näher zu em an Sie blickte auf ihren Gatten und von die. Sauc##den Sarg. Dann kam es leise wie ein Hauch von ihren weißen Lippen: .— Tot“ antwortete Tögney mit teuflischer GrauHt 2e ein lieher Josef Doreskin— bott“ ich, ich habe ihn getötet!“ Des Professors Augen oohrten sich mit unbeschreiblicher, bumonischer Gier in das starre Antlitz seiner Frau. „Statt des Geldes, das er von mir für Eure Flucht haben wollte, steckte ich einen Dolch zu mir und damit habe ich ihn getötet. Mit Eurer Flucht ist es nun nichts. Der Bursche ist tot— ich habe Nache—. gursche ist tot— u, habe meine Ilka hatte keine Silbe erwidert. Leichenblaß reinen Blutstropfen im Gesicht, trat sie an die Leiche heran, kniete neben derselben nieder und rußre die starren, kalten Lippen des Toten— wieder und immer wieder—— und dan brach sie ir ein schrilles Gelächter aus, das immer lauter und Hang schalle Sanze „„Ahl“ zischte der Professor und sein Gesicht erglanzte in satanischer Freude,„also Deine Strafe picd es Feit, daß ich mich Na. d6 wird es Zei., run uy mich aus dem Staube mache. #. einer halben Stunde führt mich der Schnellzug sorl von hier und die Welt liegt vor mir. Du“, fügte er mit unbeschreiblicher Roheit hinzu,„kannst ja hier bei Deinem geliebten Josef bleiben.“ „Lieder und wieder küßte Ilka die weißen LipToten und lachte dazu— lachte—.— Als am nächsten Morgen die Dienstboten das Zimmer betraten, fanden sie dort in dem egyptischen Wahnsinnige vor. Doreskius und eine arne „fullige s. Bruderliebe ist kein leter Bahn; werigstens bei den Negern nicht. In Montgomery, Alsbama, wurde soeben der Neger David Beemann wegen Ermordung seiner Frau zum Tode durch den Strang verurteilt. Nun hat sich der ältere Bruder des VerNegergeistlicher, dem Gericht gestellt mit der Bitte, an Davids Stelle den Galgen besteigen zu dürfen, denn„sein Bruder, mit dem schloß seine Bitte:„Laßt ihn leben und bereuen; ich will für ihn sterhen.„Der schwarze Geistliche war sehr enttäuscht, vup vie Justiz in der Todesstrafe eine— Vertretung einstweilen nicht zuläßt. .(Schweden auf Madagaskar). Die einzelnen Völker haben auch in wirtschaftlicher Hinsicht ihre Besonderheiten, auf deren Pflege sie ständig und in vielen Fällen mit einer gewissen Eifersucht beharren. So ist der Ruf Schwedens mit dem Ruhm der besten Forstkultur verbunden. Es ist daher begreiflich, daß die Schweden nicht nur in ihrer Heimat, sondern auch im Auslande ihr Interesse an diesem Wirtschaftszweig an erster Stelle zu betätigen bemüht sind. Neuerdings scheinen sie sich, wie in dem„Indischen Forstmann" hervorgehoben wird, auf den Waldreichtum Madagaskars werfen zu wollen. Es gibt auf dieser größten afrikanischen Insel sehr ausgedehnte Wälder, namentlich im nördlichen Teil der Ostküste, die aber bissher kaum ausgenutzt worden sind, da sowohl die Abholzung wie der Transport große Schwierigkeiten machen würde. Nach den Untersuchungen des Schweden Richmann sind die Wälder der Nordwestküste weit leichter zugänglich, zumal dort auch die natürlichen Gewässer ein leichtes Mittel geben würden, das gefällte Holz zum Meer zu Sal Hehelende kommt in dieser Hinsicht der Frage, an dessen Mündung der schwedische Forstmann bereits zahlreiche Sägemühlen im Geiste aufbaut. Als Verschiffungshafen würde Majunga sich trefflich eignen, wo eine Sägemühle im schwedischen Besitz besteht, während die Franzosen, die Eigentümer der Insel, bisher nur sehr geringfügige Versuche zur Schaffung einer Holzindustrie gemacht haben. Die Bäume, die dort in Frage kommen, sind äußerst wertvoll, nämlich Ebendie sagte:„Rein, Du wirst 100 Cents im Dollar zahlen und ich werde Dir beistchen bis alles auf Heller und Pfennig gezahlt ist.“ Sie hat ihr Wor geyutten. Ehre dem Ehre gebührt und ich glaube. 295.#5# mehr ihr Verdienst ist als das meine, det ##9### cents im Dollar gezahlt habe.“ Mark Twain kam dann auf die ihm erteilte Dustorswürde der Universität Oxford zu sprechen und jagte, daß er dies als die größte Ehrung betrachte, die ihm je zuteil geworden ist.„Während meiner vierwöchentlichen Abwesenheit vom Hause“, fügte er hinzu,„hatte ich noch eine andere große Ehrung, die während dieser 26 Tage, Tag für Tag ununterbrochen fortwährte, eine Ehrung, die zum Herzen geht, unsere Pulse höher schlagen macht, und dies die herzlichen Händedrücke, das herzliche Villkommen, das nicht aus der grauen Substanz des Gehirns, sondern mit dem roten Blute aus dem Herzen kommt. Es macht mich stolz und es macht mich bescheiden. Während der 24 Stunden des Tages pausiere ich eine Stunde und denke nach und dann bin ich bescheiden und wahrhaft demütig. Es ist uns viel Gutes zugedacht im Leben, ohne daß wir darüber nachdenken und es ist gut, wenn wir es tun, und täglich tur. Wir werden dankbar und demütig. Und mit Dank werde ich vom alten Mutterlande scheiden und zurückkehren zu meinem Heim um wohl bald in dem Lande, wo ich das Licht der Welt erblickte, den langen Schlaf anzutreten.“ Heidelbeeren. 13. Drusuffeichellerdef Is btomer Dr. Karl fers Tcheufochmu Die Mitglieder der Kilimandscharo- Expedilion im Juli 189 in langa In der Presse wird der Prozeß Peters und im Zusammenhang damit die Tätigkeit des Reichskommissars in Afrika noch immer eifrig diskutiert. Die Gegner üben daran nach wie vor scharfe Kritik, die Freunde preisen die Verdienste, die sich Peters erworben; was aber eigentlich seine Aufgabe gewesen ist, wird nur oberflächlich oder gar nicht berührt. Damit verhielt es sich folgendermaßen: Dr. Peters ging im Jahre 1891 in seiner Eigenschaft als Reichskommissar nach dem Kilimandscharo, um daselbst eine Station zu begründen, die ganze Gegend der deutschen Oberhoheit zu unterwerfen und die Grenzregulierung vorzunehmen. Es war ihm also ein weites Ziel gesteckt, das er nur unter Ueberwindung mannigfacher Schwierigkeiten erreichen konnte. Als militärische Bedeckung begleitete ihn unter Führung des damaligen Leutnauts, jetzigen Majors Johannes eine Kompagnie der Kaiserlichen Schutztruppe, der auch Leutnant Bronsart von Schellendorf zugeteilt war. Außerdem nahmen an der Expedition noch der bayerische Premierleutnant a. D. Freiherr v. Pechmann und der Sekretär Richard Jancke teil, die Peters mit Genehmigung des Gouverneurs als seine Privatbeamten engagiert hatte. Unsere Aufnahme zeigt den Reichskommissar mit seinen Begleitern in Tanga im Juli 1891 vor dem Aufbruch der Expedition zum Kilimandscharo. holz, Polisander und Rosenholz. Außerdem findet sich an der Westküste noch ein anderer Baum, dessen Holz von Insekten gar nicht angegriffen wird, dabei aber nur ein geringes Gewicht besitzt und nach all seinen Eigenschaften eine große Zukunft zu daben scheint. Uebrigens haben die Schweden auch schon an der Ostküste bei Tamatave eine Sägetet. Diese Anfänge sind bisher noch nicht bedeutend, versprechen aber eine größere Entwicklung, und es muß wohl in der Tat als ein Unwenn ein so waldreiches Gebiet wie Madagaskar jetzt noch eine Holzeinfuhr von 1½ Millionen Franks vom Ausland bezieht. Prinzessin„unter dem Hammer“.) Aus London wird berichter: Bei Stevens versammelte sich am Dienstag um 5Apzahl., Alterumsfreunde und Sammler um der Versteigerung einer Mumie einer ägyptiches, Frinzessin, die in einem reich mit Malereien verzierten Sarge lag, beizuwohnen. Der obere Teil des Sargkastens zeigte die Gestalt der Prinzessin in bemaltem Relief, mit einem Skarabäus über dem Haupte und dem Falken und der Sonne, den Emblemen des Horus, auf den Schultern. Die Mumie und der Sarg waren ausgezeichnet erhalten, und sie wurden schließlich von einem Privatmann für 322 Mark gekauft. Der vielgefeierte Mark Twain. (Von unserm Londoner Mitarbeiter.) London, den 11. Juli. Clemens(Mark Twain) hat London glück#lich überwunden, d. h. die vielen Festlichkeiten überEr kat sich jiehzt seinen Ehren veranstaltet wurden. am Mittwoch Zing den Besten gerwendet und hat um Mittwoch Tiverpool erreicht, von wo er die Heimreise antreten wird. Es ist selbstverständlich, oaß der Vielgefeierte auch dort dem Schicksale nicht entging, noch weiter gefeiert zu werden. Der Lordvor von Liverpool veranstaltete im Bankettsaale des Raryauses ein Festmahl zu Ehren des amerikanischen Gastes, an dem 200 Herren teilnahmen. Wer bei dem Mahle selbst fehlte, war Mark Twain selbst. Während sich die Teilnehmer die guten Dinge schmecken ließen, die ihnen vorgesetzt wurden, pflegte er seiner Gewohnheit gemäß noch die Ruhe in seinem Bette und erschien erst zum Nachtisch. Wie immer war sein Erscheinen das Signal zu einer enthusiastischen Kundgebung. Er nahm zur Rechten des Lordmayors Platz und das Parlamentsmitglied Herr T. P.'Connor, den man in mancher Beziehung den Mark Twain Englands nennen könnte, brachte den Toast aus und sagte unter anderem, daß England schon seit vielen Jahren keinen so allgemein beliebten, hochgeehrten Gast gehabt habe wie Mark Twain. Er flocht dabei auch den Namen der Frau Clemens ein, die ihrem Gatten die beste Stütze in seinem Leben war. Unter den Eingeladenen, die ihr Nichterscheinen entschuldigten, befand sich auch Sir Ruppert Boyce, der in seinem an Mark Twain gerichteten TeleSen Piebitoh der Dubliner Regalien erwähnte. Mark Twain nahm dies in seiner Antwort auf den ihm dargebrachten Toast zum Ausgangspunkt seiner Rede. Er sagte:„Ich weiß wirklich nicht, was aus meinem Ruf werden wird, wenn ich England nicht hald verlasse. Was liegt vor, um mich mit dem Ticbstahl im Dubliner Schlosse in Zusammenhang zu bringen? Ich sage nichts über den Ascot Goldpokal. Ich hatte vor, Dublin zu besuchen, zum Gluck aber für die Ueberreste meines Rufs, konnte ich diesen Entschluß nicht ausführen. Ich wüßte gerne, ob die Regalien in einer zuverlässigen Spinde aufbewahrt waren, denn mit dem Ruf, den ich hier erlangt habe, würde ich nicht nur die Regalien, sondern auch die Spinde gestohlen haben. Sie sehen also, daß ich nicht der Dieb bin.(Große Heiterielt.) Sie müssen mich entschuldigen, daß ich frivol bin. Die Ursache ist, daß ich heute nachmittag meinem Instintte folgte. Ich habe gruht und geschlafen und wenn ich augeruht bin und mich wohl fühle, kann ich mir nicht helfen frivol zu sein. Erst dann, wenn ich erschöpft bin, müde, entmutigt und kaum denkfähig, kommt die Zeit, daß ich mich mit großen internationalen Fragen beschäftige und in einer Weise löse, um die mich alle Diplogaten heneiden. Wie„Tay Pay'(der Spitzname L Connors) sagte, vin ich alles gewesen, zuletzt Botschafter des amerikanischen Volkes. Mir gefällt diese Stellung, es liegt mir auch nichts daran, daß ich kein Gehalt beziehe, denn dies übt einen lähmenden Einfluß auf unsere Fähigkeiten. Ich ziehe es vor, Botschafterdienste nach meiner eigenen Art zu leisten und nach den hier gemachten Erfahrungen bin ich fest entschlossen, das Batschafteramt weiter forrzusetzen ulid wo sich mir immer Gelegenheit bietet, die guten Beziehungen zwischen dem alten Mutterlande und seinem ältesten Kinde Ich vergesse, was ich alles gewesen bin. Ich weiß nur, daß unter anderem auch erwähnt wurde, daß ich Finanzmann wäre. Es währte nicht lange und doch zu lange.(Mark Twain wurde da sehr ernst. Wie bekannt, verlor er durch seinen Freund bei einer Spekulation sein ganzes Vermögen und in dem ganzen Saale trat eine Stille ein, daß man eine Nadel hätten fallen hören können.) Ich bin nicht länger Finanzmann, ich war nicht glualich darin. Herr'Connor hat mir die Anerkennung gezollt, daß ich zur Zeit meines Bankerottes große Schulden hatte und daß ich diese Schulden bezachlt habe.e 66 Wann immer dies erwähnt wird, und es gegar häufig, so bereitet es mir immer Freude Mich überkommt dabei immer das Gefühl, als ob ich aufspringen und alles sagen sollte. Viele meiner Geschäftsfreunde rieten mir damals:„Zahle 30 Cents im Dollar und die Sache ist abgemacht. Du bist wieder ein freier Mann.“ Die Versuchung, sich so seiner Verpflichtungen zu entledigen, ist groß und der Mensch ist schwach, namentlich ein Mann, eine Frau fühlt aber anders. Es war meine Frau Zeitgemäße Plauderei von C. Falkenhorst. (Nachdruck verboten.) Heidelbeeren! Sie mögen noch so laut von den Verkäufern angepriesen werden, die Köchin und der Koch, die der seinen Küche vorstchen, schätzen gering diese Sommergabe des deutschen Waldes. Nur ausnahmsweise darf man ja den Herrschaften das Kompott vorsetzen, das Mund und Zähne so häßlich blau färbt und so unliebsame Flecke auf der Tischräsche verursacht. Diese Nichtachtung sicht aber die Heidelbeere wenig an; sie findet ja andere Abnehmer, je tiefer ins Volk, desto mehr, denn sie ist billig und deswegen beileibe nicht schlecht, wie verschicdene Erzeugnisse der Industrie, sondern gut, sohr gut sogar. In den heißen Sommertagen kommt sie gerade wie gerufen, denn ihr Geschmack ist kühlend und erfrischend und die Blaufärbung des Mundes, die sie zurückläßt, verschwindet ja nur zu bald von selbst. Und wie verschiedenartig läßt sie sich in der Küche verwenden! Sie mundet schon allein mit Zucker geboten; besser noch schmeckt sie in Milch, man kann sie zu Suppen verkochen, als Kalteschale reichen. Mancher Hausfrau, die mit verwöhnteren Gaumen zu rechnen hat, sei nebenbei der Wink gegeben, daß diese Suppen feiner schmecken, wenn man ihnen ein Glas guten Rotweins beimengt. Auch als Kompott erscheint die Heidelbeere und wird in Kuchen verbacken, weniger bekannt ist dagegen ihre Verwendung als„sibirischer Rosensalat". Hier das Rezept dazu; vielleicht versucht es dieser oder jener und findet Geschmack daran: Gleiche Teile von zerquetschten Heidelbeeren reibt man zu einer feinen zarten Masse und macht diese mit frischen Rosenblättern zu einem Salat an, gerade so wie man den grünen Gartensalat mit saurem Rahm zu Salat macht. Aber nicht nur während der Saison erquickt man sich an Heidelbeeren, massenhaft werden sie im Hause in Gläsern, Flaschen und Büchsen eingemacht und auch die Konservenindustrie greift zu Heidelbeeren, um sie uns für den Winter darzubicten. Diese Vorliebe für Heidelbeeren ist aber nicht allein durch den Geschmack gezeitigt. Der durklen Beere wird noch anderes nachgerühmt, sie ist nicht nur gesund wie andere Obstarten, sondern auch heilkräftig. Das hat das Volk längst herausgebracht, und die Aerzte konnten es nur bestätigen. Die Heidelbeere ist reich an Gerbsäure und wirkt darum auf die Schleimhäute der Verdauungsorgane lindernd und zusammenziehend. Infolge dessen erweist sie sich als Heilmittel gegen katarrhalische Erkrankungen des Darmes, die mit Durchfällen verknüpft sind. Gegen diese Leiden wurden seit jeher die Heidelbeeren als Hausmittel verwendet, und in früheren Zeiten, da man das Einkochen der Früchte noch nicht kannte, trocknete man im Sommer Heidelb eeren, um sie zu anderen Jahreszeiten zu heilsamen Tränken aufkochen zu können. heute werden sie getrocknet in Drogerien und Apotheken vorrätig gehalten, obwohl in ihrem Safte eingekochte Heidelbeeren viel besser munden. Ein Versehen wird aber bei diesem Gebrauch häufig begangen; man reicht den Darmkranken mit Zucker versetzte Konserven ein; der Zucker aber ist in solchen Fällen nicht immer gut, da er Gärungen verursacht; als Heilmittel sollte man die Heidelbeeren rein für sich genießen, oder wenn der füße Geschmack durchaus verlangt wird, zu diesem Zwecke Saccharin gebrauchen. In vielen Fällen empfiehlt es sich auch, den Kranken nur den Heidelbeersaft ohne Schalen und Kerne zu reichen. Leider wird von vielen dieses Heilmittel oft unrichtig angewendet. Hat ein Familienmitglied Durchfall bekommen, so wird ihm sofort ein Heidelbeertrank oder ein Heidelbeerkompott präsentiert. Das ist falsch; man muß nach der Ursache der Erkrankung forschen. Oft ist der Darmkatarrh die Folge eines Diätfehlers; man hat zu viel gegessen oder unverdauliche Speisen genossen. Der Darm will sich des ihn beschwerenden Ballastes und der in Gärung und Zersetzung übergegangenen Stoffe entledigen. In diesem naturgemäßen Bestreben muß man ihn anfangs unterstützen, und ein abführendes Mittel ist dann eher am Platze, während ein stopfendes die Heilung nur erschwert und verlän für Dortmund und Umgegend Ludwigstrasse 5(nahe der Brückstrasse). Die unterzeichneten Geschäfts-Inhaber eröffnen Dienstag, den 16. d. Mts. unter obiger Firma eine eigene Rabattmarken-Gesellschaft. trengste Reellität und aufmerksamste Bedienun, die leitenden Grundsätze unseres Vereins sein, sodass den Sammlern dadurch die weitgehendsten Garantien geboten werden. Der arken=Verein tauscht die Bücher gegen gute vollwertige Waren in Haushaltungs-Artikeln und anderen praktischen Gegensti em können die Bücher auch in jedem der unterzeichneten Geschäfte beim Einkauf von Waren in Zahlung gegeben werden. Es lieg 151. C. W. Schneider, Kolonialwaren, Priorstrasse 152. A. Schulte, Kolonialwaren, Schützenstrasse 56 153. Rob. Schönemann, Kolonialwuren, Steinstrasse 2 154. A. Schulze, Borsigstrasse 57 155. Franz Schulte, Düsseldorferstrasse 52 156. A. Schulte, I. Kampstrasse. 74. Jucobl's Schuhwarenhaus, Kuckelke 75. Emall Jost, Bornstrasse 220 76. Reinh. Jahl, Oesterholzstrasse 114 77. Ludwig Junker, Bäckerei, Wilhelmstrasse 41 a 78. Heinr. Junkhold, Schuhwaren, Oesterholzstrasse 34 215. Lins Rosenthal. Derne. 216. G. Schröder, Bückerei, Station. Marten. 217. Heinrich Vohskamp, Bäckerei, Bahnhofstrasse 21. Nr. 190.(3. Blatt.) General=Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen. Sonnabend, 13. Juli 1907 K 1. Otto Berthold. Eisenwaren, Münsterstrasse 8 2. Jak. Baum, Manufaktur, Westenhellweg 107 3. Ernst Bergmann, Weisswaren, Rheinischestrasse 30 4. Theodor Borbein, Bäckerei, Lessingstrasse 19 5. Josef Budde, Bäckerei, Schillerstr.- u. Herderstr.-Ecke 6. Gust. Brinkmann, Kolonialwaren, Blücherstrasse 20 7. Josef Biergaus, Weisswaren, Westenhellweg 8. Ed. Blumenrath, Konfektion, Westenhellweg 9. J. W. Blumenrath, Konfekt. u. Schuhw., Rheinischestr. 26½/ Wilh. Breitenbruch, Drogerie, Münsterstrasse 23 1. Anton Bussfeld, Kolonialwaren, Heroldstrasse 68 2. Wwre. C. Busch, Stahlwaren, Westenhellweg 62 3. Brockschmidt& Co., Kolonialwaren, Heiligegartenstr. 50 4. Joh. Buschmann, Schuhwaren, Münsterstrasse 42½ 5. Carl Bürwolf, Schuhwaren, Oestermärschstrasse 1½ 6. Herm. Botterbusch, Kolonialwaren, Enschederstr. 308 Gerh. Brock, Kolonialwaren, Schleswigerstrasse Oskar Best, Bäckerei, Wambelerstrasse 7 Wilh. Bartels, Schuhwaren, Oesterholzstrasse 64 Ed. Brune, Kolonialwaren, Hohestrasse 107 Fr. Brinkschmidt, Kolonialwaren, Claustalerstrasse 28 Carl Bette, Bäckerei, Heroldstrasse 14 Fr. Botterbusch, Kolonialwaren, Enschederstrasse 30 II. Brasse, Bäckerei, Bornstrasse 70 Herm. Bette, Bäckerei, Dürenerstrasse 31 B. Dahlmaun, Heroldstrasse 36 Herm. Dahn, Inselstrasse 16 Carl Dringenberg, Schillerstrasse 78 Franz Dreike, Schuhwaren, Kuckelke und Friedhof-Ecke, Steinstrasse, Ecke Leopoldstrasse Franz Düllberg, Manufaktur, Oesterholzstrasse 8 Anton Drüke, Kolonialwaren, Brackelerstrasse 5 Frau Droletz, Kolonialwaren, Heroldstrasse 40 Julius Daub, Kolonialwaren, Heroldstrasse 67 Bernh. Dreike, Schuhwaren, Rheinischestrasse 40 Alb. Dahlhaus, Kolonialwaren, Burgholzstrasse 30 Joh. Dreismann, Kolonialwaren, Blücherstrassen-Ecke D. Eickelmann, Schuhwaren, Münsterstrasse 145 II. Elsmann, Schleswigerstrasse 22 Jos. Ebert, Bäckerei, Schützenstrasse Carl Erpenbach, Nordstrasse 48 Wwe. Aug. Erb, Kolonialwaren, Schillerstrasse 51 Aug. Eggert, Bäckerei, Missundestrasse Wilh. Ebbinghaus, Bäckerei, Bissenkamp 18 Eilinghof& Schmitt, Kolonialwaren, Westwall Emil Fischer, Hutgeschäft, Münsterstrasse 55 August Forsthövel, Manufaktur, Kielstrasse 40 I. Feidelberg, Weisswaren, Brückstrasse Max Freudental, Warenhaus, Borsigstrasse 2 A. Fritsche, Oesterholzstrasse Hugo Finkweiler, Bäckerei, Borsigstrasse 75 W. Grecven, Drogerie, Münsterstrasse 7 Christ. Geissel, Oesterholzstrasse Rich. Gottschalk, Inselstrasse 14 Heinr. Grüner, Heimerstrasse 27 Gust. Gockel, Adlerstrasse 27 Grobe, Bäckerei und Kolonialwaren, Alsenstrasse 27 Franz Hunold, Kielstrasse 75 Herm. Heumann, Wilhelmstrasse 23 A. Holzhauer, Bäckerei, Friedrichstrasse 62 J. Hermann, Leopoldstrasse 64 Peter Heinemann, Bornstrasse Ww. Hannesen, Weissenburgerstrasse Hedwig Hoppe, Kolonialwaren, Schwanenstrasse 39 A. Heimann, Kolonialwaren. Paul Hübner, Kolonialwaron, Paulinenstrasse 28 Aug. Hauptmann, Kolonialwaren, Gustavstrasse 3½ Wilh. Mauke, Bäckerei, Sölderstrasse 21 Carl Henneberger, Kolonialwaren, Schleswigerstrasse 42 Georg Hagemann, Fettwaren, Oestermärschstrasse 42 Heinr. Hammelmann, Bäckerei, Schillerstrasse Wilh. Hermesmann, Kolonialwaren, Friedrichstrasse 30 Rich. Hahne, Kolonialwaren, Uhlandstrasse 1, Schmiedestrasse 30, Oesterholzstrasse 93, Langestrasse 69 Jos. Jürgens, Humboldtstrasse zu sammeln. 79. Julius Jonas, Bäckerei, Oesterholzstrasse 88 80. Anton Knüppel, Nordmarkt 81. Heinr. Köhler, Schützenstrasse 56 82. Martha Knustmann, Grünstrasse 83. Heinr. Kluten, Borsigstrasse 84. Christian Knoll, Konditorei, Münsterstrasse 85 Fr. Ködldermann, Stahlwerkstrasse 86. Heinrich Knollmann, Münsterstrasse 149 87. Krahe, Bornstrasse 70 88. Adolf Kuck, Bäckerei, Stahlwerkstrasse 79 89. Kasp. Kockhaus, Schubertstrasse 90. Fr. Kuhlke, Bäckerei. Wilhelmstrasse 17 91. Herm. Kienemann, Bäckerei, Tiefestrasse 1 92. Aug. Kohlpoth, Bäckerei, Alexanderstrasse 1 93. Rud. Krüner, Kolonialwaren, Rheinischestrasse 26 ½ 94. Heinr. Kampelmann, Bäckerei, Schillerstrasse 72 95. Hubert Kulke, Bäckerei, Borsigstrasse 63 96. Heinr. Kissing, Kolonialwaren, Siegfriedstrasse 20 97. Karl Kreutz, Bäckerei, Burgholzstrasse 22½ 98. Fritz Liedschulte, Kolonialwaren, Schützenstrasse 144 99. Geschw. Levy, Putzgeschäft, Münsterstrasse 100. Wilh. Lechtermann, Adlerstrasse 101. Anton Laumaun, Kolonialwaren, Flurstrasse 102. Fr. Langenheder, Kolonialwaren, Rossstrasse 103. Bruno Leineburger, Bäckerei, Roonstrasse 12 104. Fr. Lumpe, Kolonialwaren, Hüttemannstrasse 15 105. Frau Aug. Laumann, Weisswaren, Stahlwerkstrasse 81 106. Bernh. Möllerlng, Stahlwerkstrasse 36 107. Julius Markhoff, Rheinischestrasse 108. Frau Müller, Baumstrasse 8 109 Karl Mens, Drogerie und Kolonialwaren, Hermannstr. 110. Wilh. Meier, Brückstrasse 111. W. Mietenkorte, Schleswigerstrasse 38 112. Max Moritz, Schuhwaren, Westenhellweg 77 113. F. Mauss, Bäckerei, Oesterholzstrasse 33 114. Franz Maas, Kolonialwaren, Schillerstrasse 71½ 115. Elise Neurer, Putzgeschäft, Münsterstrasse 116. Franz Matzles, Bäckerei, Ofenstrasse 14 117. F. Meyer, Bückerei, Brüderweg 118. Heinr. Möhlenbruch, Kolonialwaren, Uhlandstrasse 41 119. Jos. Mahrit, Kolonialwaren 120. Heinr. Neuhaus, Kolonialwaren, Stahlwerkstrasse 88 121. Franz Ncbel, Kolonialwaren, Oestermärschstrasse 67 122. H. Nolte, Kolonialwaren, Oesterholzstrasse 64 123. Franz Nolker, Kolonialwaren, Ardeystrasse 46 124. WIlh. Nolker, Kolonialwaren, Eintrachtstrasse 2 125. E. HI. Nolker, Kolonialwaren, Lortzingstrasse 24 126. Wilh. Nicolli, Kolonialwaren, Courlerstrasse 20 127. Wilh. Nürker, Kolonialwaren, Düsseldorferstrasse 12 128. Frau Franz Nasse, Kolonialwaren, Stahlwerkstrasse 82 129. Franz Niehus, Kolonialwaren, Kielstrasse 16 130. Max Oberhoff, Bäckerei, Arneckestrasse 42 131. Bernh. Oele, Kolonialwaren, Humboldtstrasse 9 132. S. Pohlmann, Kolonialwaren, Hohestrasse 88 133 L. Painhap, Heroldstrasse 6 134. Wilh, Rlechmann, Kielstrasse 40 135. Gebr. Robert, Herrengarderobe, Münsterstrasse 1 136. Rich. Reusel, Borsigstrasse 137. Peter Ricke, Oesterholzstrasse 12 138. Jor. Rörig, Borsigstrasse 139 Frau Reich, Kolonialwaren, Dürenerstrasse 6 140. Hans Sachs, Hutgeschäft, Münsterstrasse 6 141. W. Sondermann, Schuhwaren, Münsterstrasse 27 142. Alb. Bleger, Hleroldstrasse 143. Chr. Siemens, Kolonialwaren, Kirchenstrasse 21 144. W. Leweking, Kolonialwaren, Brackelerstrasse 21 Frau Ww. Segtrop, Kolonialwaren, Altermühlenweg 81 Franz Susau, Kolonialwaren, Courlerstrasse 2 P. Sauerland, Kolonialwaren, Kaiserstrasse 101 Aug. Seuthe, Bäckerei, Rheinischestrasse 217 Adolf Schulte, Kolonialwaren, Hanss- und I. Kampstr.Ecke, Kuckelko 26, Rheinischestrasse 68, Brüderweg 10. Oesterholzstrasse 70 Th. Schwerdt, Alsenstrasse 21 213. 244. 150. 157. 158. 159. 160. 161. 162. 163. 164. 165. 166. 167. 168. 169. 170. 171. 172. 173. 174. 175. 176. 177. 178. 179. 180. 181. 182. 183. 184. 185. 186. 187. 188. 189. 190. 191. 192. 193. 194. 195. 196. 197. 198. 199. 200. 201. 202. 203. 204. 205. 206. 207. Wilh. Schütz, Manufakturwaren, Oestermärschstrasse Fr. Schultenjohann, Colonialwaren, Wambelerstr. 32 Herm. Schultenjohann, Colonialwaren, Kirchenstr. 5 Schultenjohann, Colonialwaren, Oestermärschstrasse Jos. Schwill Jr., Heroldstrasse 76 H. Schlingmann, Hohestrasse 21 Dtr. Schneider, Schuhwaren, Bornstrasse 99 Wilh. Schwarz, Heroldstrasse 57 Fr. Schnettker, Stahlwerkstrasse 37 B. Schwarz, Heroldstrasse 57 H. Schulte, Wilhelmstrasse 15 Joh. Schöttler, Kaiserstrasse 105 Jos. Schnippering, Eisenwaren, Oestermärschstrasse Fr. Schürmann, Oestermärschstrasse 38 Geschw. Steinmann, Oestermärschstrasse Ferd. Stenner, Robertstrasse Ludwig Struglolz, Bäckerei, Walzwerkstrasse 5 Heinrich Tennering, Scharnhorststrasse 6 Wilhelm Trappmann, Bäckerei, Brüderweg 53 Karl Velten, Colonialwaren, Leopoldstrasse 48, Heroldstrasse 59, Rheinischestrasse 156 Wilh. Vedder, Colonialw., Humboldtstr. 67. Beurhausstr. 63 August Vorndran, Colonialwaren, Schillerstrasse Karl Velthaus, Colonialwaren, Schlosserstrasse 29 M. Wolff, Schuhwaren, Westenhellweg G. A. Wellsner, Schützenstrasse Gebr. Wolir, Colonialwaren, Burgwall, Herold- und Nordstrassen-Ecke A. Welge Nachf., Heroldstrasse und Rheinischestrasse F. Wiemann, I. Kampstrasse 99 Wilhelm Wichers, Stahlwerkstrasse 42 Joh. Walke, Friedrichstrasse Conrad Wilke, Hohe- und Ardeystrassen-Ecke Fr. Werth, Burgholzstrasse 55 Bernh. Wissmann, Colonialwaren, Kaiserstrasse 102 August Weddeking, Colonialwaren, Haydnstrasse 47 Anion Wülfing, Bäckerei, Oesterholzstrasse 95 Winter, Bäckerei, Adlerstrasse 41 Wilh. Wassmann, Colonialwaren, Ardeystrasse 97 Frau Franz Zenner, Colonialwaren Anton Zeppenfeld, Bäckerei, Bornstrasse 200 Huckarde. Jos. Broke, Colonialwaren, Grünstrasse 11 Frau Fried. Lakümper, Colonialwaren, Huckarderstr. 9 Eving. Theodor Beuchel, Bäckerei, Chausseestrasse 23 G. Dorinke, Colonialwaren Richard Hahne, Colonialwaren, Chausseestrasse 48 Wickede. L. Cohen, Warenhaus, Hellweg. Hörde. Wilh. Fuhrländer, Colonialwaren, Langestrasse Richard Nahne, Colonialwaren, Schulstrasse 48 Jacobi,s Schuhwarenhaus, Langestrasse J. Schild, Putzwaren Mengede. I. Raum Sohn, Manufakt. Alb. Druks, Eisenwaren. Kirchlinde. Humberg, Kolonialwaren, Moltkestrasse 10. Brambauer. Hutnagel& Wunderlich, Haushaltwaren. Wetter. Richard Hahne, Kolonialwaren, Kaiserstrasse 72. Lindenhorst. Hermann Kleeblatt, Kolonialwaren. Brackel. Wilhelm Nowak. Kreuzwegstrasse 15. Dorstfeld. L. Rosenberg. Manufakturw., Kaiserstrasse 49. Wilhelm Schmmale. Lokale Nachrichten. Dortmund, 18. Juli. Die Kaisertage in Münster. Der Einzug des Ksaisers am Nachmittag des 29. August in Münster vird sich überaus glanzvoll gestalten. Am Bahnhof findet kurzer militärischer Empfang statt. Eine große Triumphpforte wird-am Servatiiplatz errichtet Dort wird der Kaiser von der Stadt Münster, ihrem Oberbürgermeister, Magistrat und den Stadtverordneten empfangen und begrüßt. Ueber die Salzstraße wird sich dann der Einzug zum Prinzipalmarkt und von da zum Domplatz fortsetzen, wo die Geistlichkeit mit dem Bischof an der Spitze und die Universität dem Landesherrn den Willkommgruß entbieten werden. Vom Domplatz aus fährt der Kaiser über Spiegelturm und Frauenstraße zum Schloß. Am Morgen des 30. August begibt sich der Kaiser im Automobil durch die Promenade zum Paradefeld, wo er gegen 10 Uhr eintrifft. Die Inhaber von Tribünenkarten sind gehalten, von 8 Uhr an auf ihren Plätzen zu beharren. Die Tribüne ist so angelegt, daß sie von allen Reihen und Plätzen aus einen freien Ueberblick über das ganze Paradegelände gestattet. Von der Parade kehrt der Kaiser gegen 12 Uhr zu Pferde an der Spitze der Truppen über die Hammer= und Ludgeristraße(nicht, wie kürzlich mitgeteilt wurde, über die Königstraße), über Domplatz und Frauenstraße zum Schloß zurück. Bei der Illumination am Abend dieses Tages wird der Kaiser eine größere Rundfahrt durch die Straßen unternehmen und hierbei bestimmt die Königstraße und voraussichtlich auch den Roggenmarkt, Bogenstraße und Spiekerhof passieren. Bei den Kaisermanövern werden die Vereinigten Staaten von Amerika wiederum vertreten sein, und zwar hat der Kriegssekretär hierzu bestimmt: Brigadegeneral Edgerly, kommandierender General des Golf=Departemens, Major des Generalstabes Willcox und Kapitän Michie, Sekretär des General= stabes der Armee. Die Offiziere reisen im August nach Europa und treten Ende September die Rückreise an. Mit dem Bau der großen Zuschauertribüne für die Kaisertage, die 15·000 Personen fassen soll, ist man augenblicklich beschäftigt. Die unteren Räume sind an den beiden Endspitzen zunächst zur Aufnahme von Fahrrädern bestimmt. Daran schließen sich die Räume für Damen= und Herrengarderobe usw. In der Mitte werden die PostTelegraphen= und Telephonbureaus errichtet. Die übrigen Plätze nehmen die über die ganze Länge der Tribune sich hinziehenden Restaurationsräume ein. Zu den Zuschauerplätzen werden von der Rückseite aus 14 bequeme Treppen führen. Zu beiden Enden der Tribüne werden die Räume für Stehplätze eingerichtet, daran schließen sich zu beiden Seiten diejenigen für die unbedeckten Sitzplätze. Dann beginnt die eigentliche bedeckte Tribüne. Vor der Tribüne nach dem Paradeplatz zu werden die Schüler=Stehplätze sich befinden. Dann wird ein fester Drahtzaun das Paradefeld von der Tribüne abschließen. Der nördliche Schützenbund begeht am Sonntag eine Nachfeier und zwar im Rahmen eines regelrechten Festes. Nachmittags 2 Uhr steht das Regiment am Börsensaale zum Abmarsch nach dem Fredenbaum bereit. Zunächst findet große Parade statt, die von dem neuen Königspaar mit dem ganzen Hofstaat abgenommen wird. Sodann marschieren die Schützen unter Vorantritt der Kapelle des Infanterie=Regiments Nr. 159 und der Giesenkirchenschen Kapelle zum Fredenbaum. Nach Eintreffen des Zuges auf dem Festplatze erfolgt ein Paradeexerzieren vor den Majestäten und hieran schließen sich dann allerlei Abwechselungen. Es findet ein Preisschießen statt, die Jugend kann sich an dem Stangenklettern erfreuen, es werden noch sonstige Volksbelustigungen arrangiert, und Abends gibt es ein großartiges Feuerwerk, welches an dem eigentlichen Festtage nicht abgebrannt werden konnte. Es soll ein Volkstag für Dortmund werden und deshalb ist der Eintrittspreis auf nur 20 Pfennig festgesetzt. Tritt gutes Wetter ein— und das wollen wir den„Nördlichen“ wünschen— dann werden zweifellos 20—30000 Menschen sich Sonntag auf dem Fredenbaum ein Stelldichein geben. Neue gewerbliche Anlage. Der Kaufmann Hermann Kruskopf vor hier, der sein früheres Fabrikgelände an der Lindenhorsterstraße an die Firma R. Dolberg unlängst verkaufte, hatte bei dem Bezirksausschuß in Arnsberg die gewerbliche Konzession für eine neue chemische Fabrik auf dem ihm eigentümlich gehörenden Grundstück Altestraße 75 im Bezirk Dortmund=Cörne und teilweise auf Wambeler Gebiet belegen, beantragt. In dieser Fabrik sollen Holzkonservierungs= und Holz=Desinfektionsmittel durch Mischen und Filtrieren auf kaltem Wege hergestellt werden. Als Kommissar des Bezirksausschusses in Arnsberg bezw. der hiesigen Polizeiverwaltung führte Herr Stadtbaurat Bovermann die Erörterungs=Verhandlungen in der Sache, da nicht weniger als 46 Grundbesitzer aus Dortmund=Cörne und Wambel gegen die geplante Fabrikanlage Einspruch erhoben hatten. In dem auf gestern vormittag behördlich anberaumten Termin im hiesigen Magistrats=Sitzungssaale gelang es dem Herrn Stadtbaurat Uovermann nach umfangreichen u. teilweise lebhaften Verhandlungen die von den 46 Widersprechenden entsandten Vertreter geneigt zu machen, ihre Einsprüche zurückzuziehen, wenn der Bezirksausschuß in Arnsberg die Genehmigung für die Fabrikanlage an Bedingungen krüpfe, die eine erhebliche Belästigung und Schädigung der Nachbarschaft durch üble Dämpfe, Dünste und Gerüche sowie durch schädliche Abwässer wirksam ausschließe. Hiernach dürfte der Bezirksausschuß die Genehmigung wohl sicher erteilen. Anton Muschinski, wohnhaft Blumenstraße 46, so unglücklich trafen, daß er mehrere Verletzungen erlitt. Auch M. mußte dem Hospital überwiesen werden.— Auf einem hiesigen Werke wurde dem Arbeiter Georg Köch, Schlosserstraße 11, der Puffer eines Eisenbahnwaggons derartig in den Rücken gestoßen, daß er eine Verletzung des Kreuzes davontrug und sich in Krankenhausbehandlung begeben mußte.— In der Grube einer hiesigen Zeche fiel dem Schlepper Wilhelm Diedrich ein Stempel gegen das linke Schienbein, sodaß er sich einen Bruch desselben zuzog. Der Raubzug der Kuhdiebe. Zu einem Riesenprozeß dürfte sich der Prozeß gestalten, der den beiden in Untersuchungshaft sitzenden Viehdieben Müller und Reifenberg gemacht wird. Wohl über 100 Zeugen dürften in diesen Verhandlungen, in denen über mehr als ein Dutzend Viehdiebstahlsfälle abzuurteilen sind, vor die Schranken des Gerichtes zu zitieren sein. Inzwischen haben die beiden Häftlinge gestern vormittag ein neues Geständnis abgelegt; sie haben eingestanden, aus einem Waggon von der Viehrampe des Dortmunder Bahnhofs eine dem Metzgermeister Tillmann zu Fröndenberg gehörige Kuh gestohlen, nach Paderborn transportiert und dort verkauft zu haben. Berichtigung. Nicht dem Oberlehrer an der städtischen höheren Mädchenschule Herrn Heinrich Pohl, sondern Herrn Heinrich Hohl, ist der Charakter als Professor verliehen worden. Einen Kautionsschwindler verhaftete gestern die Kriminalpolizei. Es handelt sich um den Schweizer Heinrich König, der eine Anzahl auswärtige Schweizer als Opfer aussuchte. König annoncierte in einem Fachblatte unter verschiedenen Adressen die Vakanz mehrerer guten Stellen als Oberschweizer; die Stellensuchenden traten bald mit ihm in Verbindung und machten dann auch die Stellen in einigen Fällen fest. König verlangte für jeden Fall die Hinterlegung einer Kaution von 150—200 Mark, die er auch erhielt. Als die angeworbenen Schweizer später ihre neuen Stellen antreten wollten, stellte sich heraus, daß sie einem Schwindler in die Hände gefallen waren, der mit ihren Kautionen verschwunden war. Er wurde festgenommen und in gerichtliche Untersuchungshaft abgeführt. Westsallen und Kheinland. Lünen, 12. Juli.(Ueberfallen und miß handelt) wurde gestern abend zwischen 10 und 11 Uhr Herr Lehrer Irmer von hier. Herr J. hatte an einer Versammlung teilgenommen und war im Begriff seine Wohnung aufzusuchen. Auf der Borkerstraße in der Nähe der Gasanstalt wurde er von mehreren rohen Gesellen überfallen. Herr Irmer, der mehrere große Kopfwunden davontrug, mußte Aufnahme im hiesigen Krankenhause suchen. Hoffentlich gelingt es, die Täter zu ermitteln. Dellwig, 12. Juli. In der vorgestrigen Nacht wurde bei dem Kaufmann R. hierselbst versucht, einzubrechen. Die Diebe waren mit dem Eindrücken eines Fensters beschäftigt, als der Hausherr erwachte und die Diebe verscheuchte. Die Täter sind leider unerkannt entkommen. Ergste, 12. Juli.(Blutvergiftung.) An Blutvergiftung ist das 8jährige Kind Maria Stommel erkrankt. Das Kind hatte vor einigen Tagen an der linken Hand eine kleine Verletzung erlitten, welcher es jedoch wenig Beachtung schenkte. Infolge Feldarbeiten muß sich wohl etwas Schmutz in die Wunde gesetzt haben, worauf die Hand dann plötzlich sehr anschwoll und ärztliche Hilfe herbeigeholt werden mußte, welche; denn sofort Blutvergiftung konstatierte. Fröndenberg, 12. Juli.(Einbruchsdiebstahl.) In letzter Zeit wurden bei dem Wirt Demmer auf der Hohenheide mehrere Einbruchsdiebstähle verübt. Der Dieb entwendete Schinken, Speck, 1 Faß Branntwein, etwa 50 Flaschen Wein und sonstige Getränke im Werte von über 100 Mk. „Sämtliche Sachen sind nun teils im Walde, teils in einem Roggenfelde und im Hause wieder vorgefunden. Der Dieb, der Fabrikarbeiter H. von hier, ist geständig, er wurde verhaftet und dem Amtsgericht Unna zugeführt. Folgen der Rauferei. Der Lortzingstraße 71 wohnende Fuhrmann Diedrich Schaub, welcher mit einigen Gesinnungsgenossen eine Bierreise unternommen hatte, geriet wegen Bezahlung der Zeche mit dem Kellner in einer Wirtschaft in der Heroldstraße in Streit und mußte schließlich gewaltsam entfernt werden. Hierbei wurde eine Türscheibe eingeschlagen und schnitt sich der Genannte die Pulsader der rechten Hand durch. Nach Anlegung eines Notverbandes erfolgte seine Ueberführung ins Krankenhaus. Aus der Dortmunder Unfallchronik. Der Monteur Eduard Oppe, Bremerstraße 5, erlitt durch die Explosion eines Spiritusbrennapparates schwere Brandwunden im Gesicht, sodaß er mittelst Krankenwagens ins Brüderkrankenhaus geschafft werden mußte.— In der Karlstraße wurde die Ehefrau Dinkeloh, Roßstraße 21 wohnhaft, anscheinend von einem Schlaganfall betroffen und zog sich durch den Fall eine Kopfverletzung zu. Im bewußtlosen Zustande erfolgte ihrr Ueberführung ins Krankenhaus.— Am Neubau des katholischen Gesellenhauses riß das zum Aufzug der Speisvögel dienende Seil, wodurch die an demselben befindlichen eisernen Kasten heruntersausten und dem Handlanger Herne, 12. Juli.(Ein Fahrradmarder) in Person des Bergmanns Friedrich M. von Holsterhausen stand heute vor dem Schöffengericht. Er war dabei abgefaßt worden, als er dem Schneidermeister Neugebauer sein vor einer Wirtschaft stehendes Fahrrad entwenden wollte. Weit kam der Dieb mit seiner Beute nicht. Die angeblich im Scherz ausgeführte Tat kostet dem Angeklagten drei Monate Gefängnis.— Das berühmte Wagennullen war ein Geschäft des Bergmanns Paul K. von hier. In der Grube der Zeche„Constantin der Große", Schacht 4 und 5, war er dabei abgefaßt worden, als er den von einem Arbeitskameraden geförderten Kohlenwagen mit seiner Fördernummer versah. Die betrügerische Manipulation brachte ihm 14 Tage Gefängnis ein.— Mit einem Gummischlauch hatte der gewerbelose Franz D. in Untersuchungshaft den Arbeiter Olbinski erheblich mißhandelt und verletzt, wobei er ihm auch mehrere Zähne einschlug. Der Roheitsakt brachte ihn für 2 Monate ins Gefängnis.— Der jugendliche Schlepper Bernhard L. von Holsterhausen entwendete in der Waschkaue der Zeche„Shamrock“ einem Mitarbeiter das Lohnbuch, um darauf den Betrag von 40 Mark Lohn abzuheben. Als Vertrauten zog er den Schlepper Adam R. von hier heran, mit dem er auch ehrlich die Beute teilte. Der Dieb kam mit 14 Tagen Gefängnis davon.., ein schwer vorbestrafter Mensch, erhielt 8 Monate Gefängnis. (Weitere provinzielle Nachrichten stehe 1. Blatt.) Ein neuer Erzberger=Prozeß. Hamm i.., 12. Juli. Vor dem hiesigen Schöffengericht kam heute ein Beleidigungsprozeß des Reichstagsabgeordneten Erzberger gegen den preußischen Landtagsabgeordneten Professor Dr. Berndt zum Antrag. Der Beleidigungsklage lag folgender Sachverhalt zu Grunde: In einer nationalliberalen Wählerversammlung am 6. Januar d. J. hatte nach einer Rede des Reichstagskandidaten und jetzigen Abgeordneten Westermann auch der nationalliberale Landtagsabgeordnete Dr. Berndt das Wort ergriffen und nach einem Bericht des„Westfälischen Anzeigers“ u. a. folgendes ausgeführt: Der neue Kolonialdirektor Dernburg hat ein grelles Licht fallen lassen auf die Tätigkeit des Zentrums hinter den Kulissen. Daß Dernburg ins Schwarze getroffen hat, daß er in der Tat eine Giftbeule aufgestochen hat, das beweisen die Schmähungen des Sittlichkeitsapostels Roeren.(Lebhafter Beifall.) Dieser Herr sprach vom Börsenjobberton und einem Kontorton und suchte Herrn Dernburg verächtlich zu machen, weil er Käufmann war. Wir freuen uns, daß ein so hervorragender Vertreter des Kaufmannsstandes ins Kolonialamt eingezogen ist. Roeren zeigt durch seine niedrigen Angriffe, wie er den Kaufmannsstand bewertet, und doch ist dieser für die Kolonien und ihre Entwickelung außerordentlich wichtig. Er folgt dem Farmer und schafft neue Werte. Mit„Enthüllungen tat sich besonders hervor der Kolonialstänker Erzberger!(Heiterkeit und Beifall.) Aber der Kolonialdirektor kam ihm mit Enthüllungen zuvor, an die er noch lange denken wird. Es ist bedauerlich, daß die Sozialdemokratie in Kolonialfragen sich vom Zentrum ins Schlepptau nehmen läßt. Denn es ist kein Zweifel, daß in der Kolonialstänkerei die Führung des Zentrums zukommt.“ Wegen dieser Sätze aus einem Bericht des„Westfälischen Anzeigers“ über die Versammlung hatte Erzberger Privatklage angestrengt. Die Verhandlungen leitete Amtsrichter Günther. Erzberger wurde durch den Rechtsanwalt Heimann vertreten. Die Verteidigung von Dr. Berndt hatte Rechtsanwalt Windhorst übernommen, ein Sohn des früheren freisinnigen Abgeordneten Windhorst. Dann ergrif der Vertreter des Privatkläger, A. Heimann das Wort und führte etwa aus: den soll. Die Anklage lautet deshalb auf Vergehen gegen die Paragraphen 128 und 129 St.=.=B. Den Vorsitz im Gerichtshof führt Landgerichtsrat Busch, die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Fiegen, die Verteidigung liegt in den Händen des Rechtsanwalts Ludwig Friedemann. Beide Angeklagte sind seit längerer Zeit internationale Anarchisten. Karfunkelstein, der unter dem Namen „Werner Daja“ bekannt ist, hat mehrere Reisen nach Rußland unternommen und soll mit den Führern der anarchistisch=revolutionären Partei in nähere Beziehungen getreten sein. Gegen ihn besteht der Verdacht, daß er Leiter einer über ganz Deutschland verbreiteten russischanarchistischen Bewegung ist. Der Angeklagte Weidt ist seit drei Jahren Redakteur der in Berlin erscheinenden anarchistischen Zeitschrift„Der Anarchist" und ist seinerzeit durch eine von ihm veranstaltete Sammlung für die Opfer der russischen Wirrren unter den sich in Deutschland aufhaltenden Russen bekannt geworden. Zu der Verhandlung sind als Zeugen die Kriminalkommissare Kuntzen und von Arnim geladen; ferner wohnt dem Termin der Polizei=Oberinspektor Stechert aus Cöthen bei. Als Sachverständiger ist der Polizeichemiker Professor Dr. Juckenack, als Dolmetscher der russischen Sprache Rechtsanwalt Klibanski geladen.— Im April d. J. sollte in Mannheim ein Kongreß der deutschen Anarchisten stattfinden. Die dortige Polizeibehörde erließ ein Verbot. Die Versammelten fuhren mit der Eisenbahn einige Stationen weiter und hielten unter freiem Himmel eine Versammlung ab. An dieser nahm u. a. der Angeklagte Karfunkelstein teil, der damals mit mehreren anderen Kongreßteilnehmern verhaftet, bald darauf aber freigelassen wurde. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft in Mannheim wurden von der Berliner Kriminalpolizei in der Berliner Wohnung des Angeklagten Karfunkelstein Haussuchungen votgenommen. Es wurden Anhaltspunkte ermittelt, daß in Deutschland eine anarchistisch=terroristische Geheim=Verbindung besteht, die bezweckt, den russischen Revolutionären Sprengstoffe und Waffen zuzufuhren. Es wurden Mitgliedskarten, Stempel in russischer Schrift, die einen Totenkopf zeigten, sowie eine große Anzahl Briefe beschlagnahmt, aus denen hervorging, daß sich in Berlin ein Geheimbund gebildet hatte, der sich„Födeation russischer Anarchisten“ nannte. Es wurde ferner das Manuskript eines von Karfunkelstein geschriebenen, in der anarchistischen Zeitung Der freie Arbeiter mit der Unterschrift„Werner Daja“ abgedruckten Artikels gefunden. Aus diesem soll das Bestehen der anarchistisch=terroristischen## ganisation, deren Mitglied Karfunkelstein ist, hervorgehen. In dem Artikel ist eine Stelle durch Punkte angedeutet. Im Manufkript steht an dieser Stelle: „Das Bureau besorgt den Transport von Waffen und Sprengmitteln.“ Auch eine Anleitung zur Herstellung von Explosivstoffen sowie eine umfangreiche Korrespondenz mit russischen, österreichischen und schweizerischen Anarchisten wurde gefunden. Weitere Ermittelungen gingen dahin, daß der Zentralpunkt der anarchistischen Bewegung die Stadt Cöthen war. Hier hatte sich eine Gruppe der„Föderation russischer Anarchisten" aus Studierenden der dortigen Technischen Hochschule gebildet. Der Leiter der„Sektion Cöthen“ war ein junger Russe Naum Tysch, dessen Eltern in Halensee wohnen. Bei Naum Tysch, der sich durch die Flucht einer Strafverfolgung entzog, wurden Sammel- und Abeechnungslisten vorgefunden, wonach sich die Bewegung über ganz Deutschland erstreckte und insbesondere in Cöthen, Berlin, Gratz und Kattowitz Gruppen unterhielt. Von der Berliner Gruppe .=A. Heimann das Wort und führte etwa aus: Der Tatbestand sei sehr einfach. Daß der Ausdruck „Kolonialstänker“ beleidigend sei, bedürfe keiner Ausführungen. Es werde wohl versucht werden, die Zusammensetzung des Wortes für gerechtfertigt zu erklären angesichts der Kritik, die Erzberger an der deutschen Kolonialpolitik geübt habe. Das Wort „Kolonialstänker“, habe einen außerordentlich schlechten Klang und Geruch. Der Angeklagte habe nicht nur den guten Ton verletzt, sondern auch gegen das Strafgesetzbuch verstoßen. Der Ausdruck sei um so anstößiger, als Erzberger dadurch vor einer großen Menge von Wählern lacherlich gemacht werden sollte. Daß dieser Zweck erreicht worden sei, hätten die großen Beifallsstürme erwiesen, die den Worten des Angeklagten folgten. Der Ausdruck sei im verletzenden Tone gesprochen worden. Weiter sei zu berücksichtigen, daß man die Zentrumsabgeordneten habe allgemein lächerlich machen wollen, auch den Abgeordneten Roeren, dessen Verdienste um die Hebung der Sittlichkeit man doch an erkennen müsse. Diese Beleidigung sei um so bedauerlicher, da sie von einem Manne komme, der als Jugenderzieher doch vermittelnd zu wirken habe. Sie sei mit Vorbedacht und Ueberlegung geschehen. Es müsse daher eine Bestrafung erfolgen. Auch die Publikationsbefugnis sei zu gewähren. .=AWind horst: Dr. Berndt hat die Richtigkeit des inkriminierten Ausdrucks inhaltlich begründet. Ich brauche nur, um das Verhalten des Herrn Erzbergers zu charakterisieren, an den Pöplau=, Möller= und Bennigsen=Prozeß erinnern. Der Ausdruck des Dr. Berndt war inhaltlich ganz berechtigt und durchaus nicht beleidigend. Nach kurzer Beratung fällte das Gericht folgendes Urteil: Der Angeklagte wird mit 20 Mark Geldstrafe bestraft, eventuell mit vier Tagen Gefängnis. Ebenso hat er die Kosten des Verfahrens zu tragen. Das Urteil soll im„Westfälischen Anzeiger“ und im„Westfälischen Volksblatt" veröffentlicht werden.— In der Begründung wurde hervorgehoben, daß das Wort„Stänker" im Volksmunde als eines der größten Schimpfwörter gelte. Insofern sei es eine Beleidigung. Die Beleidigung sei mit Bewußtsein geschehen. Berechtigte Interessen waren nicht zu wahren. Es lagen auch keine Parteiinteressen vor, da Dr. Berndt nicht mit der Leitung der Partei in Verbindung steht. Bei der Abmessung der Strafe wurde mildernd in Betracht gezogen, daß die Beleidigung in der Hitze des Wahlkampfes fiel. der„Freiheit" von dem bekannten Anarchisten Naumtisch. Der Gerichtshof hat für festgestellt erachtet, daß zum mindesten derartige anarchistische Gruppen bestanden haben in Lausanne, Köthen, Graz, Kattowitz und Berlin. Mitglieder der Berliner Gruppe sind zweifellos beide Angeklagte geweesn. Dafür sprechen die vorgefundenen Stempel, die Briefe, Korrespondenzen usw. Daß der Name Weidt mißbraucht worden ist, erscheint dem Gerichtshof nicht glaubhaft. Weidt war ja auch die Deckadresse für Karfunkelstein. Die Organisation war allerdings nur eine lockere, die schwer zu treffen war. Daß die Verbindung vor der Polizei und Staatsregierung geheim gehalten werden sollte, ist selbstverständlich. Der Staat konnte niemals dulden, daß den revolutionären Elementen eines befreundeten Staates Waffen, Sprengstoffe usw. zugeführt werden. Die Angeklagten waren daher auf Grund des Pargr. 128 des Str.=.=B. zu bestrafen. Bei der Strafzumessung war die große Gemeingefährlichkeit der geheimen Verbindung zu berücksichtigen. Der Hauptschuldige ist selbstverständlich Karfunkelstein. Diesen mußte eine bedeutend höhere Strafe treffen, als den von ihm verführten Weidt. Der Gerichtshof hat dementsprechend den Angeklagten Karfunkelstein zu 4 Monaten, den Angeklagten Weidt zu 1 Monat Gefängnis verurteilt und ihnen die Kosten des Verfahrens auferlegt. Bezüglich des Weidt ist die Strafe als verbüßt erachtet, dem Angeklagten Karfunkelstein 1 Monat auf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet worden. Karfunkelstein erklärte sich auf Befragen des Vorsitzenden bereit, die Strafe sofort anzutreten. Vermischtes. wurde die russische Lesehalle mit Literatur ver—(Frisch säle. Erst jüngst erlitt im Peters=Prozeß in München der Verteidiger des Angeklagten mitten in seinem Plaidoyer infolge der schlechten Luft im Saale einen Ohnmachtsanfall. Von dem Dresdener Rechtsanwalt Dr. Johannes Hippe geht dem Berl. Tageblatt nun folgender zeitgemäße Notschrei zu: Hin= und wieder liest man in der Zeitung:„ Die Verhandlung mußte abgebrochen werden, weil dem Zeugen X. übel wurde.“„Die Schwüle im Gerichtssaal war unerträglich.“„Der Angeklagte wurde in der stickigen Luft im Verhandlungsraum ohnmächtig.“ Jeder intelligente Gastwirt sorgt für möglichst gute Luft in seinem Lokale. Jedes größere Theater hat entsprechende Ventilation. Und dort handelt es ## sich meist um große, hohe Räume, in denen wir zur Erholung, weilen, die wir verlassen können, wenn uns irgend etwas nicht paßt. In den Gerichtssälen, wo es sich um Leben, Ehre und Freiheit handelt, wo bei Aufsehen erregenden Prozessen das letzPlätzchen besetzt ist, wo der Gerichtshof, Staatsanwalt und Verteidiger stundenlang mit angespannter Aufmerksamkeit arbeiten, wo die Nerven, je näher es zum Schlusse geht, auf das äußerste angespannt werden, da ist die Luft niemals gut, aber manchmal so schlecht, daß sie eine Gefahr für die Beteiligten, für die Interessen der Rechtspflege, für die Ermittelung der Wahrheit bedeutet. Wissen wir denn nicht, wie abhängig wir Menschen von solchen äußeren Dingen sind? Wie wir durch das Wetter beeinflußt werden, durch die Hitze, durch die Schwüle? Wenn wir es wissen— warum sorgen wir dann nicht für gute Luft in den Räumen, wo wir sie besonders brauchen, weil wir frisch und arbeitsfähig bis zum Ende bleiben müssen? Den ersten Fehler begeht man bei der Anlage der Säle. Manche haben überhaupt keine richtigen Fenster, nur Oberlicht. Das kann natürlich immer gerade Ein Anarchisten„ unr Prozeß. (unfang stehe erstes Blatt.) Berlin, 12. Juli. Ein Anarchisten=Geheimbund=Prozeß begann heute vor der dritten Strafkammer des Landgerichts 1. Auf der Anklagebank mußte der am 18. August 1881 zu Berlin geborene Schriftsteller Werner Karfunkelstein und der am 2. Mai 1883 zu Rostock geborene Redakteur und Mechaniker Otto Weidt Platz nehmen. Beide sind angeklagt, an einer Verbindung teilgenommen zu haben, deren Zweck vor der Staatsregierung geheim gehalten wersehen. Seitens der Angeklagten wird das Bestehen der Geheimverbindung bestritten. Auf Befragen des Verteidigers bemerkt Kriminalkommissar Kunze: Wenn in dem Artikel des „freien Arbeiter“ gestanden hätte:„Das Bureau besorgt den Transport von Waffen und Explosivstoffen“, dann wäre das Blatt selbstverständlich sofort beschlagnahmt worden.— Staatsanwalt Dr. Fiegen führt in längerer Rede aus: Die Beweisaufnahme habe ergeben, daß der Angeklagt Karfunkelstein terroristischer Anarchist sei, daß er Mitglied einer solchen Organisation, ja höchst wahrscheinlich deren Begründer und Leiter gewesen sei. Daß diese Organisation vor der Staatsregierung geheim gehalten werden sollte, sei selbstverständlich. Der Angeklagte Karfunkelstein habe sich daher im Sinne der Paragraphen 128 und 129 des St.=.=B. schuldig gemacht. Bei der Strafzumessung sei die hervorragende Stellung, die Karfunkelstein in der internationalen anarchistischen Bewegung eingenommen habe und die Gemeingefährlichkeit der terroristisch=anarchistischen Bewegung in Betracht zu ziehen. Mit Rücksicht hierauf haantrage er gegen Karfunkelstein 1 Jahr Gefängnis. Bezuglich des Weidt sei allerdings festgestellt wor. den, daß er weder Terrorist noch Nihilist sei. Die Beweisaufnahme habe aber ergeben, daß er in letzter Zeit eine Schwenkung gemacht habe. Daß sein Name wider sein Wissen und Willen gebraucht worden, sei nicht glaubhaft. Jedenfalls sei Weidt bedeutend milder zu beurteilen. Er beantrage gegen Weidt 4 Monate Gefängnis. Der Verteidiger Rechtsanw. Ludwig Friedmann sucht in längeren Ausführungen den Nachweis zu führen, daß die Schuld der Angeklagten nicht nachgewiesen sei. Er beantragte daher bezüglich beider Angeklagten die Freisprechung; bezüglich des Angeklagten Weidt, gegen den die Anklage ohne Grund erhoben worden sei, beantrage er, die dem Angeklagten erwachseinen Kosten der Staatskasse aufzuerlegen.— Angekl. Karfunkelstein: Er sei Terrorist, soweit es sich um Rußland handle. Er sei der Meinung, daß die russischen Revolutionäre nur durch den Terror zum Ziele gelangen können. In bezug auf deutsche Verhältnisse verwerfe er den Terror und habe dies stets sowohl in der Presse, als auch in Versammlungen zum Ausdruck gebracht. Er sage dies nicht, um frei zu kommen, er könne sich aber nicht als etwas bezeichnen lassen, das er nicht sei. Wenn die Föderation in Deutschland bestanden hätte, dann würde er sich gehütet haben, den bekannten Artikel im„Freien Arbeiter" zu veröffentlichen und die Polizei gewissermaßen mit der Nase auf die geheime Verbindung zu stoßen. Der Angeklagte schloß mit dem Antrage, ihn freizusprechen, da nicht der geringste Beweis geführt worden sei, daß eine geheime Verbindung in Deutschland bestanden habe. Der Angeklagte Weidt suchte ebenfalls den Nachweis zu führen, daß er vollständig unschuldig ei. Nach sehr langer Beratung des Gerichtshofes verkündete der Vorsitzende, Landgerichtsrat Busch, folgendes Urteil: Der Gerichtshof ist, auf grund des Ergebnisses der Beweisaufnahme zu der Ueberzeugung gelangt, daß in Deutschland und anderen Ländern eine anarchistische Organisation zu dem Zwecke bestanden hat, den russischen Anarchisten Waffen, Sprengstoffe, Bomben usw. zuzuführen. Dafür spricht ein Artikel dann nicht geöffnet werden, wenn es nötig ist. Wo aber Fenster sind, bleiben sie geschlossen, damit kein Lärm von außen die feierliche Handlung störe. Und Ventilation? Ja, die Justiz muß ja so sehr sparen; wo kämen die Mitter dafür her? Und doch muß Wandel geschaffen werden. Alle Beteiligten haben ein Anrecht auf Luft, die man atmen kann— und die Justiz hat den Vorteil dann, wenn dafür gesorgt ist. Es schadet nichts, wenn die Sonne ein wenig in die Gerichtssäle scheint; sie findet da manches Ding, dem das Licht nottut. Auch für die Justiz gilt das italienische Sprichwort vom Arzte, der da hinkommen wird, wo die Sonne fehlt. Aber der Baumeister muß anfangen„und wo dieser in der Anlage des Hauses gefehlt hat, da muß mindestens der Ingenieur helfen. Minima non curat practor: aber die Luft ist kein Minimum, soll es wenigstens nicht sein. —(Was die Amerikaner in Europa ausgeben.) Jeder Dampfer, der jetzt von Amerika eintrifft, ist dicht besetzt mit Passagieren, die die bei den Söhnen Onkel Sams so beliebte Reise durch das alte Europa unternehmen wollen. Etwa 300000 Amerikaner kommen alljährlich als Touristen über den Atlantischen Ozean und lassen einen Goldstrom über Europa fließen, der im Budget einzelner Nationen keine unbeträchtliche Rolle spielt. Man hat berechnet, daß sie etwa 228 Millionen Dollar, das sind über 1000 Millionen Mark jährlich, in Europa lassen. Diese erstaunliche Summe wird vor allem für Reisekosten, Kleidung, Putz, Gemälde und Erinnerungen, für Theater und Restaurants ausgegeben. 30000 amerikanische Frauen geben allein, fast ausschließlich in Paris, 8 Millionen Dollar für Toiletten und 1½ Millionen Dollar für Hüte aus. Luxusartikel, Pariser Kuriositäten, Vasen und Potterien erfordern weitere 2 Millionen Dollar. Dabei ist dieser Tribut, den die Amerikaner den Parisern zahlen, anscheinend immer noch nicht hoch genug; gerade in dieser Saison ist dort die Klage allgemein über die verdoppelten und verdreifachten Preise, die schon eine ganz phantastische Höhe erreicht haben. Die Großen fängt man und die Kleinen läßt man laufen, so könnten die Besucher des alten westlichen Kirchhofes sagen, denn täglich können diese Beobachtung machen, wie Erwachsene, die ihren Weg, vielleicht ohne Schaden anzurichten, durch eine der von Kindern gewaltsam errichteten Pforten in der Hecke an der Rittershausstraße nehmen, angehalten und notiert werden. Andererseits kann man täglich die Wahrnehmung machen, wie Scharen von Kindern ganze Sträuße den Gräbern entwendete Blumen usw. in den Händen haltend, den Kirchhof durch die Löcher der Hecke verlassen. Wenn auch die Ausbesserung oder die Errichtung einer Mauer etwas verzögert werden muß, so ist es doch angebracht, dafür zu sorgen, daß vor allem diesem Frevel vorgebeugt wird. Garibaldianisches. Wie unseren Lesern bekannt ist, wurde der 100. Geburtstag des italienischen Freiheitskämpfers Giuseppe Garibaldi am 4. d. M. feierlich begangen. Anläßlich dieser Feier, worüber fast alle Blätter berichteten, wurde uns die Mitteilung, daß ein Bürger unserer Stadt, der Weinhändler und Restaurateur Basilio Rosa, im Jahre 1859, also kurz vor den Ereignissen, in denen Garibaldi sich weltberühmt machte, die Ehre hatte, letzteren in seinem Vaterhause, in der Stadt Rub biera, Provinz Emilia, in Italien kennen zu lernen. Garibaldi kam damals, nachdem er schon manches Abenteuer als Seemann erlebt, von Sizilien, kehrte bei den Eltern Rosa's, die ein Drogengeschäft und das Monopol für Zigarren= und Tabakverkauf hatten, ein, und machte dort die Bekanntschaft eines früheren italienischen Marineoffiziers. Der Vater unseres jetzigen Mitbürgers fand Gefallen an den Erzählungen der beiden Seefahrer und lud sie zum Frühstück ein. Die Herren nahmen diese Einladung an und verweilten über zwei Stunden in dem gastlichen Hause. Garibaldi ging damals, wie gesagt, großen Taten entgegen. Der ehemalige Offizier, Giovanni Montiero, fand kurz nach dieser Zusammenkunft den Tod in der Schlacht bei Solferino, der er als Freiwilliger beiwohnte. „Bekam regen Appetit.“ Ein guter Appetit ist gewöhnlich, und besonders bei Kindern, das Kennzeichen allgemeinen Wohlbefindens. Bei mangelnder Eßlust muß daher in erster Linie diesem Uebel abgeholfen werden, indem man den Appetit wiederherbeizuführen und anzuregen sucht. Auf welche Weise dies am besten geschieht, ist aus nachstehenden Zeilen ersichtlich: Hamburg, Winterbuderweg 27, den 11. März 1906. „Mein 11 jähriger Sohn Otto nahm anfangs letzten Herbst ganz auffallend ab, wozu sich ein böser Husten, mit Auswurf verbunden. gesellte. Der Arzt konstatierte ein Lungenleiden. Nun fingen wir an, ihn zur Kräftigung Scotts Emulsion nehmen zu lassen, und diese hat ihm ganz ausgezeichnete Dienste geleistet. Unser Junge bekam regen Appetit dadurch und hat während des Gebrauchs ium 12 Pfund zugenommen, Da er das Präparat sehr gern nimmt, werde ich es ihm noch weiter geben.(gez.) Frau A. Dreblow. Die hervorragende Eigenschaft von Scotts Emulsion als Kräftigungsmittel beruht auf der Tatsache, daß die ausschließlich dazu verwendeten erstklassigen Rohmaterialien durch das Scottsche Berfahren vollständig leicht verdaulich gemacht sind. Scotts Emulsion eignet sich daher für Erwachsene wie für Kinder in gleich vorzüglicher Weise als Stärkungsmittel.(25460 Verband auch großen Wert auf die Fortbildung seiner Mitglieder, für die er besondere Unterrichtskurse einrichtet. Schließlich seien noch die Wohlfahrtseinrichtungen des Verbandes, die Stellenvermittlung, der Rechtsschutz, die Auskunftei und vor allen Dingen die Versicherung gegen Stellenlosigkeit erwähnt. Besonders die letztere ist eine sehr bemerkenswerte Einrichtung: Jedes Mitglied, daß dem Verbande mindestens zwei Jahre angehört, erhält bei eintretender Stellenlosigkeit eine Rente, deren Höhe je nach der Dauer der Mitgliedschaft von 30 bis 75 Mark schwankt. Gezahlt wird diese Rente auf die Dauer von drei bis höchstens zwölf Monaten. Bei den eigenartigen Verhältnissen im Kaufmannsstande ist es klar, daß eine solche Versicherung von hohem Wert für die Handlungsgehilfen sein muß. Der Verband besitzt ein eigenes, großes Kontorhaus in Hamburg und Geschäftsstellen in einer ganzen Reihe von Großstädten in Deutschland und Oesterreich. Die Zahl der Ortsgruppen und Zweigvereine beläuft sich auf mehr als tausend. Das Heftchen wird von der Verbandsleitung in Hamburg(Holstenwall 4) an Interessenten in einzelnen Exemplaren umsonst abgegeben. Nur echt mit dieser Marke—dem Fischer dem Garantiezeichen des Scottschen Verfahrens! 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Auch für den Nichtkaufmann ist es von Interesse zu erfahren, wie der Verband, der erst 1893 im Kampfe gegen die Sozialdemokratie gegründet wurde, in einer Entwicklung ohne gleichen alle anderen kaufmännischen Verbände überholte und heute der größte Verband seiner Art auf der ganzen Welt ist. Wie aus der Schrift zu ersehen ist, legt der Die North British and Mercantile, VersicherungsAktien=Gesellschaft mit Direktion für das deutscho Reich in Berlin hat nach dem erschienenen Rechnungsabschluß pro 1906 die schwere Brand= u. Erdbeben=Katastrophe in San Francisco, an welcher sie mit einem Schadenbetrag von zirka 13 Millionen Mark beteiligt war, ohne Erschütterung ihrer finanziellen Situation überstanden. Die bedeutende Kapital=Reserve von 31000000 Mk., sowie die sonstigen Reserven blieben völlig unberührt, auch konnte ein Gewinn=Saldo von 6043 529,75 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen werden. Diese bedeutenden Reserven, sowie das Aktienkapital von 55 Millionen Mark bieten den Versicherten mehr als ausreichende Garantien. Im deutschen Geschäft erhöhte sich die Prämien=Einnahme auf 5 171 841,76 Mark. Im Hause Brückstraße 22, 1. Etage, hat Herr E. Franke, langjähriger Masseur und Bademeister, eine erstklassige Spezial=Badeanstalt für elektrische Lichtbäder gegründet. Die Anstalt steht unter der persönlichen Leitung des Herrn Franke; Damen werden von Frau Franke bedient, welche ebenfalls reiche praktische Erfahrungen im Badewesen besitzt. Die Anstalt hat gut eingerichtete Abteilungen mit Ruheräumen usw. für Damen und Herren. Im übrigen verweisen wir auf das in unserer heutigen Ausgabe befindliche Inserat„Kaiserbad“! Was ist ein elektrisches Lichtbad? Das elektrische Lichtbad ist ein sehr mildes, angenehmes und gut bekömmliches Schwitzbad. Wegen seiner Vorzüge ist es besonders als Ersatz für die römisch- irischen Bäder sehr zu empfehlen, denn 1. Im Lichtbade kann jeder Badegast allein für sich baden und braucht nicht die Ausdünstungen anderer einzuatmen, wie dies in den römisch=irischen Bädern leider der Fall ist. 2. Im Lichtbade bleibt der Kopf frei. 3. Im Lichtbade kann jedem Badenden die Temperatur je nach seiner Konstitution reguliert werden, mild oder stark. 4. Im Lichtbade steigt die Temperatur ganz allmählich, so daß sich der Körper langsam dran gewöhnt. 5. Im Lichtbade ist wegen der Einwirkung der Lichtstrahlen überhaupt keine hohe Temperatur nötig, weshalb das Bad keine nachteiligen Folgen für das Herz hat, was von den römischeirischen Bädern nicht behauptet werden kann. Wer jedoch bereits an einem Herzfehler leidet, läßt sich am besten erst von seinnem Arzte untersuchen. 6. Im Lichtbade bei Herrn Franke ist der Badende während der ganzen Dauer des Bades unter Aufsicht einer erfahrenen Bedienung. Nur Freitag, Samstag u. Sonntag noch gebe trotz meiner bekannt billigen Preise " Peite Rabattmärken auf sämtliche Waren. (8539 Breine. Schuf-Naue Berinund Friedhof 20 Ecke Kuckelke. Steinstrasse 7 Ecke Leopoldstr. Sahateriamt-Riusküger- Osnabrück Alle mod.Beilmitt auch Dr. Sch““:““cn elektr. Wasserbäd., elektr. Vier-Zell.-Bäd. n. isschnee, Bil. Preis, ,vorz. Verpll. Prosp. d. Dr. med. Wilh.Grosskorfl. Sofa 4 Mk., Matr. 3 Aufpolstern in u. auß. dem Hause. Wüsten, Papengarten 30. Postkarte genügt. Gaskochherd, 3 flamm., 16 Mark, Kinderstühlchen. 8 Binsenstühle, alles guterh., zu verk. Zu erfr. in der Geschäftsst. d. Ztg.(52535 Wir haben jeden Monat 2 Fuhren guten(25043 Pferdedinger abzugeben, wofür wir ständigen Abnehmer suchen. Bonbonfabrik Feldstraße 23. Donnerstag Abend ein Granat-Armband verlor. Wiederbr. erh. Bel. Abzug. Königswall 58, v. Brosche verloren. Wiederbr. Bel. Westerbleichstr. 32, v. Berliner Börse, 11. Juli 190 Disch. Fonds u. Staats-Pao. Sonntag nachm. von Bornstraße 5 bis Vaerststr. 10. ein silbernes Kettenarmband verloren. Wiederbringer erhält Belohnung.(25548 Waerststraße 10. # Die Verlobung unserer # einzigen Tochter Paula a mit Herrn Otto Grüber # beehren wir uns ergebenst „anzuzeigen. wie tung u. au " Winnenmine geb. Kötter * v e r w i t w e t e S e n f t ∆ Castrop im Juli 1907. Paula Senft Otto Grüber Verlobte. Castrog Schnerte-Rohr im Juli 1907. Statt besonderer Anzeige! Heute verschied sanft und unerwartet, in Folge# eines Schlaganfalles, mein geliebter Mann, unser teurer Vater. Bruder und Schwager 25594 HertMiberrsiscden im Alter von 51 Jahren. Es bitten um stille Teilnahme Die trauernden Hinterbliebenen. Dortmund, den 12, Juli 1907. Die Beerdigung findet am Montag Mittag ur 12 Uhr vom Trauerhause Westenhellweg 78 aus statt • E Statt Karten! Meine Verlobung mit * Fräulein Anna Oelker beehre ich mich ergebenst anzuzeigen. Diedrich Neuholl. # Gross- Holthausen im Juli 1907. FEEEEEET 3000000000 Auns Käntsel 0 Gustan bohmann 0 Verlobte.§ Dortmund, Juli 1907.() 300000005 Pferdedünger billig zu haben.(52381 Lauenburgerstraße 5. Um irrigen Gerüchten entgegenzutreten, erkläre ich hiermit, daß die ärztliche Leitung der Apetz'schen Badeanstalt, Beurhausstr. 73, meinerseits längst aufgegeben ist. 25588 Dr. Richard Buck, Homöopath. Arzt, ebenda, früher dirig. Arzt des Repelener Jungborns. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden des Herrn H. Schübbe sagen wir allen innigsten Dank. Ww. H. Schübbe 52448) und Familie. Beteiligten unseren Zuruchgekehlt! Di. Eihper Märkischestrasse 7 Fernrut 2790. Hiermit machen wir die schmerzliche Anzeige, dass heute Morgen 7¼ Uhr unsere gute, unvergessliche Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante(52447 Frau Wwe. Wilhelmine geb. Riechmann nach kurzem, schweren Leiden, im Alter von 70 Jahren, sanft im Herrn entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten Dortmund, Hannover, Rüdesheim, Lachendorf## und Ruhla b. Eisenach, den 11. Juli 1907. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, den 15. cr., morgens 10½ Uhr vom Sterbehause, Kaiserstr. 170 statt. ekanntmachung. Vom beteiligten Publikum wird vielfach angenommen, daß im städtischen Büro für Invaliditäts= und Altersversicherung, Olpe 3, Zimmer 153, die zu verwendenden Marken käuflich zu haben seien oder die Annahme von Geld zum Ankauf von Marken an der bezeichneten Dienüstelle stattfinde. Diese Annahme ist nicht zutreffend. Die bestehende Bestimmung geht vielmehr dahin, daß in jedem Falle die erforderliche Anzahl von Marken von den Bereiligten selbst beizubringen ist. Die Entwertung der Marken geschieht in Gegenwart der Person, die die Karte vorgelegt. 1.#### Verkauf von Versicherungsmarken erfolgt durch . Im Interesse der Beteiligten und zur Vermeidung überflüssiger Gange wird auf diese Bestimmung ausdrüglich hungewiesen. 00 au6. Tortmund, den 1. Juli 1907. Der Magistrat: Schmieding. Eigene Polsterei! Fatentbureau M. Zoch Regierungsbaufübrer u. Ziv.=Ing. Dortmund, Brückstraße 9. Keine Rechenfehler mehr. Näberes gratis durch(52340 Joh. H. Schnltz, Cöln=Wv. 10. Größere Partie Gerustbretter zu kaufen gesucht.(52480 Näh Neubau Münsterstr. 153. Plüschsofa, Stoffdiv. 25 Mk. zu verk. Lütgebrückstr. 11, v. „„ 44g den vom Kaiserlichen Patentamt zu Berlin hergusgegepenen 89 Klassen der Patentschriften werden an ichmschen Verwaltungsgebäude, Olpe 3, Zimmer 152, Mittwoch und Donnerstag gachanittgss von—6 Uhr folgende Klassen unentgeltlich 19, 20, 24, 26, 27, 85, 36, 37, 38, 30, 40, 42, 43, 81. 82, 84. 85 und 89.“ 59; 68, 64,. 68, 74, 75, 78, Durch die Auslegung der Patentschriften wird jedem gegeben, sich über den Inhalt der vorbenannten Patente zu unterrichten. Um nun auch auswärts 18. 45. 80, wohnenden Personen die Einsichtnahme der Patentschriften zu ermoglichen, ist die leihweise Abgabe einzelner Nummern gegen Kaution auf längere Zeit gestattet. Die„neu erscheinenden Patentschriften werden den auslegestellen vom Kaiserlichen Patentamt in Berlin in einwöchentlichen Zwischenräumen überwiesen senräumen überwiesen, und dem ech um alsbald nach ihrem Erscheinen zuganglich geAußerdem wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß die vom Kaiserlichen Patentamt herausgegebene amtliche Liste der Jatentanwälte auf Wunsch unentgeltlich verabDortmund, den 2. Juli 1907. Der Magistrat: Schmieding. Massage und orhopädsche Gymnaslik für Damen und Kinder nach den neuesten Methoden. Behandlung von Rückgratsverkrümmungen, schiefer Schulter, hoher Hufte, schwach entwickelten Muskeln sowie allgemeiner Körverschwäche. Auswärtigen werden Pensionen nachgewiesen. Anmeldungen erbeten Hamm 1.., Südenwall 6. 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St.Louis.West. ve... Ine. 8. South. Pac. 1912 Tehuantepec CA. Meining..-8. ee. VI. VII. de. VIII. de. IX. e. 1914 do. kl. u. 1916 c0nv. vo. enk. b. 07 de. 1913 do. Prim.-Pfd. Altteld. 80d.-Cr. de. de. uk. 06 de. Grnder.-B. 81.40R Neue 800. 68. 0d. 74.7550 83.90B 72.600 71.70b 72.000 76.605 do. 60. Norod. er der. IIl. Preuss. Bode. Pf. vo. k. 6o. 1905 XIV. de. Rl. Pr. Cnt. 8d. Pf. 90 72.00 M do. v. 03 uk. 12 72.00b(do. v. 06 uk. 16 72.10 B o. v. 86. 89 94 de. v. 04 vk. 13 60..-.96 uk06 101.705 69.450 102.6000 100.750 92.200 Deutsche Hypsth.-Plandbr. —.—#fl.Handels-Ges 9 4 98.5006 do. Mypoth.-.-A. 4 98.6060/de. Hypoth.-B. 4 98.8000/p0. Kassenver. 4 99.0006 Brasil. Bank f. O. 4 99.804 Braunschw. Buk. 34 92.50 50 Br. Hann. Hypoth. 34 92.5060 Bresi.Bise 8. ab 31 93.0010 Bresl. Wechsl.4[129.30b Darmstädt. Bank 4 98.00G Deutsche Bank 34 93.806 jDisch Fflect.-8. 4 99.750 do. Nyo.-Bk. 100 4. 24.900 Misconto-Comm. St 86.500 Dresoner Bank 4 97.754asen. Cred.-V. 14.400 Gothaer Grnder 44111.00G Hambg. Hyp.-Sk. do. v. 06 uk. 16 31 Preuse. Nyp. A. B. Ge. 6e. abg. de. de. de. 6o. Nyp.-Vers. de. 6e. do. Plaadbr.-B. Go. de. 1908 de.XXXR. uk. 1# 4 66. XXII. 1912 do. EXV. 1914 6o. XXVII. 1915 do. XXVIlI. 1917 do. KXII. 1912 do. XXVI. 1914 60. XRIV. 1912 vo. Kleinb.- Obl. do. Cemm.-Obl. 1917 6o. 1912 S. VII. Rbn. H. Pf. 83-85 97 250 91.006 96.500 99.000 94.400 98.260 31 129.00M0 do. V. 3 111.605 3 93.50 98.50 0 ve. Ser. 69-82 99.0010 vo. Comm. Obl. 92.75½6 Rhein.-W. B. I. III. 98.0000 ee. fl. IV. 96.5060 Sächs. Bodener 98.1016 Schles. Boder. Pf# 88.0000 es. 66. 92.00 M Wertd. Bedener 96.500 es. ce. III. 93.250— 800 Barmer Bankver. 71125.00b .700 Berg.-Aurt. 3E., 84134.500 99.284 Haanoveraches. 91.60 MiKonigsb. Ver.-8. Leiorig. Cred.-A. 99.389 83sce Sa#n co. Privatbank 6 Mein. 93.30G Mitteld. Bodaer „#e. Grecitb Mulh. Bank Nationalbk. f. Dt. 97.2510Nerdd. Grunder. S9 288.#0. u. Ge 98 00B Wanabrücker B4. Pr. Bed. Cred.-A. 92.30G 94.000 90.006 96.00 K 94.000 91.60 98.500 98.1000 99.10M 98.90 M 96.9000 99.000 95.5000 95.9000 93.000 99.300 93.000 100 100 92.800 98.250 91.400 92.750 98.0000 91.250 93.750 96.0050 132.800 Berl. Maschinb.14 /211.506 lsenbee 170.7566 Bismarechötte 22 308.0000 Kattowitz. Bergb.12 202.00b Wenderoth..s Blumwe Msch. Fbj. 74/1 1 4. 756 Kohlmann Stark. 18 309.00 B Westeragel. Alk. 15 Sochum. Gussst. 15(21.2500 Konige u. Laurah 10 216.2560 00 Braunk. u. Brik../12 162.00-(König Wilh. er./20 Braunschw. Jutel12 196.00B Königsborn 12 Küpperbuscha S/14 Lapp, Tiefoonr./23 Nachdrunt verd 164.0050 116.250 de. Ctr. 80. Cr. 80 7 186.300 3 4 3 4 31 90.000 99.500 92.100 Bank-Aktien. do. Hyp.-Act.-Bk. do. Leihhaus de. Pfandbr.-Bk. Reichsbank 107.600 104.250 129.255 224.750 105.750 71136.6000 9 169.255 8139.000 81155.40b 8 147.250 8 135.0000 91122.500 9 1 6 2. 5 0 0 71122.6010 7 118.750 7 141.500 44 87.250 611116.005 7 121.2500 51103.000 9 1 1 9. 2 5 0 142.00 146.500 ée. Kohlen 12 Bremer Wollk. Caroline b. Oflb. Cassel. Federst. ColnerBergw.-V. Coln-Aüs. Brgu Concordis Brgb. 22 Consolidation Crelluttzer Pap. Dessaber 6a: 14 /230.500 25 344.750 15 /224.903 30 421.500 Lauchhamm. er. Leopold-Grabe sot Linden. Brauer. 8 147.00b(Lindenbr. Unna Rhein. Dise.-Ges 111 32.5000 Sheis. Hypothsk. nn. Westf. Boder. Russ. Bk. f. a. A. Schaaffhaus. Str Schles. Bank-V. S40d. Bedener Watd. Bodner. B. Hostt. Liog. Ver 6 160.000 Otsch. Gasglöhl. do. Waf. u. Mun. Donnersmarckh. Dortm.Uniont. C. de. Akt.-Br. de. Union-Br. de. Victoriabr Dösseld, Eisen de. Waggon Oynamit Trust Egestorfl Saline Euenburg Kattun Eintr. Braunkohl. Elberf. Farben do. Papierfabr. Eagl. Wollwaren Ischweil. Bergw. Essener Steink 8 reund Maschin Frister ARosem. Gelsenk. Bergw. Georg Mar. Bgu. 60. S1.-Pr. GermaniaDortm. Oerrech. Glash. Ges..eiekt. Untr. Giadbach. Spien. 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