5 5 %5EE - 5 BaFS3E #. F. ## bge •*2 ##gss. Anang 5R3TE AEESE 95 15 258 1 #.*3 ## 1 88S1 * — #. 9 48 S E 9##en 0 118000 Abonnenten Nr. 25. 26. Jahrgang. Dortmund, Tonnabend, 25. Januar 1913. Ncbsnuchsten Abhent mübeniiih seden Mal. Peuugspreis; 20 Big, monatlich a der Wochenbeilage Har imn, Lutage Blätter“ zur 10 Vsg, mehr. 6# der Bokt mit den Beilagen: mnnatlich 80 Plo. Isheitungs=Nr. 2914 -Geriz Bureag: Karlgrasenstraße 19. Chefredakteur Karl Richter, Dortmund. Fir die Redattion verantwortlich: A.&K. L. Sufrian. Vortmund: für Inserate u. Reklamen: Jul. Reitemeier, Dorimund. Telephon= Nr. 318: Geschäftstelle. albl.s LI:sa, 408) Redaktion. Expeditice Anschlüsse:" 404 und Druckerei. Redaktion und Expedition: Reinoldistraße 19. Sprechstunden) Mittags. 12 bis 1 Uhr: der Redaltion:) abends 6 bis 7 Uhr. Rechtsauskunft: Mittags 12 bis 1 Uhr: abends 5 bis 7 Uhr. Fnnen Nr. 488.(Gebr. Krampen). Avlerbeck Nr. 306.(H. Kümperl. Castro, Nr 181.(Fraub. Reinbarde) Herne Nr. 124.(28 Anton.) Wanne Nr. 1358,(E. Triebel) Witten Nr. 744.(R. Hartung.) für Dortmund und die Provinz Westfalen. Größte und verbreitetste Zeitung im westfälischen Industriegebiet. Unparteiisches Organ für Jedermann. Insertionspreis: 25 Pfa die Kolonelzeile für amtliche und gus. wärtige Inserate 30 Pfg. Arbeitsmarkt 25 Dig, Reklamen die KolonekZeile 1 Mark. Erfüllungsort Dortmund. Deretwagepöbrte Robat. erlischt bei Konkursen. Zwangspergleichen und gerichtlichen Klagen Für die Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgelchriebenen Tagen und Plätzen wird keine Varantis übermnommen Druck und Verlag; Veneral=Anzeiger Dortmund, S. m. b. 6. Fünftes Blatt. Die heutige Nummer enthält fünf Ausgaben und das vierseitige Unteraltungsblatt, zusammen 22 Seiten Die europäische Diplomatie und die Türkei. „Du glaubst gar nicht, mit wie wenig Verstand Welt regiert wird.“ Diesen Ausspruch eines mutsmannes lann man auch wieder angesichts neuesten Ereignisse in der türkischen Hauptstadt nführen. Denn Hände ringend und hülflos steht e gesamte europäische Diplomatie dem von türkihen Patrioten ausgeführten Staatsstreich gegen Rinistevium Kiamil gegenüber. Mühsam und #it der Entziehung aller finanziellen Hülfe rohend, hatten die zünftigen Diplomaten die Tür## soweit herumgekviegt, daß sie in einen schimpfhen Frieden, mit dem die Abtretung des heiß Onstrittenen und sich bis jetzt noch in den Händen Türken befindlichen Abrianopel verbunden #r, einwiligte, dieselben Diplomaten, die bei ##usbruch der Wirren auf dem Balkan den Balkan##rbündeten mit zöher Energie zugerufen hatten, ##ß sie auf Landvermehrung auch dann nicht rech#n könnten, wenn ihre Waffen siegreich seien, daß Gegenteil dex berühmte Status quo auf der ##llanhalbinsel erhalten bleiben müsse. Diese selen Nächte setzten jetzt der Türlei die Pistole auf A Prost und verlangten, doaß sie um jeden Breie) Frieden schließen müsse. Ist es da verwunderlich, wenn türkische ##oen sich erheben und ihr Vaterland nicht rahm## untergehen lassen, wenn sie sich sagen: soll es Im Kientopp durch die Woche. Eines Stadtgewaltigen Werdegang. Knusemongs Jugendjahre. Knusemong war Zeitgenosse Und in Altstadt an der Dosse Braver Eltern Sohn; Eine nette Pfandauktion Hatten sie, und ine Destille; Drum so war es auch ihr Wille, Daß ihr Sohn auf dieser Erden Sollte mal was Großes werden. Leider klebt er in der Schul“ Jahrelang auf einem Stuhl, Und er zeigt in Wissenschaft Stets nur eine schwache Kraft, Richt einmal durch Nachhülfstunden WE 5 Hat den Aufstieg er gesunden; Ach, es ist in dieser Welt Manches sonderbar bestellt: Grad die Schlausten, die wir haben, Zeugen recht beschränkte Knaben, Die ein Kreug des Lehrers sind, Der da jammert: Welch ein Rind! Venn auch nur mit leiser Stimme, der Vater nicht im Grimme Zu dem Herrn Direktor geht, Der da keinen Spaß versteht. denn einmal untergehen, dann kann es auf etwas mehr oder weniger nicht ankommen, wir wollen dann wenigstens unser Letztes versuchen? Wenn man Zeter mordio schreit darüber daß sich nun die europäischen Staaten vielleicht bei der Aufteilung der Türkei in die Haare fahren, so muß man sich auf der anderen Seite doch wiederum sagen, was geht das die türkischen Vaterlandsfreunde an? Für sie kommt in erster Linie ihr Vaterland. Was nun werden soll? Es ist sehr wahrscheinlich, daß nunmehr der Kampf aufs neue beginnt, daß sich das türkische Heer inzwischen wieder auf seine alte ruhmreiche Vergangenheit besinnt, daß es angesichts des beabsichtigten und vielleicht auch unvermeidlichen Unterganges von dem Mut der Verzweiflung erfaßt wird und die ihm gegenüberstehenden Bulgaren über den Haufen rennt, Adrianopel entsetzt und schließlich wieder siegreich wird. Wahrscheinlich ist dies ja nicht, da es namentlich der Türkei an dem notwendigen Requisit, dem nötigen Kleingeld sehlt, aber unmöglich erscheint es uns auch nicht. Denn gerade die Weltgeschichte weist uns Beispiele in Menge auf, daß Staaten, die bereits niedergerungen waren, sich doch noch wieder erholten und ihre Widersacher zu Boden warfen. Für uns braucht nur auf unsere preußische Geschichte verwiesen zu werden. Hatte nicht Friedrich der Große ganz Europa gegen sich und wurde er seiner Gegner nicht doch noch Herr? Freilich die Zeiten haben sich geändert.„Es bleibt abzuwarten, was die nächsten Tage bringen“. Mit dieser selbstverständlichen Wendung sucht nun die Diplomatie ihre Hilflosigkeit zu verbergen, die wieder einmal gezeigt hat, daß sie gegenüber den Tatsachen mit ihren vorher ausgesprochenen Drohungen nichts vermag, daß sie durch die Ereignisse in ihren Ansichten und Absichten gelenkt wird und daß nicht die Diplomatie in den meisten Fällen die Ereignisse hervorruft. K Und in Preußen heute grad. 4142 Knusemong tritt ins Geschäft ein. Als Herr Knusemong ersah, Was mit seinem Sohn geschah; Daß man auf der Schule nämlich Ihn verschliß für etwas dämlich, Gab er diese Weisheit kund: Man soll keinen jungen Hund So im ersten Zorn versäufen: Später kommt erst das Begreifen! Ich war auch ein dummer Flaps, Und mach heut doch viel in Schnaps. Flugs nahm er den lieben Sohn In die eigne Profession, Wo er bald die Elemente Höherer Gewinnprozente Lernte an dem Publikum. Vater sprach: Der ist nicht dumm! Jeder wird ja kein Professer, Wilhelm liegt die Praxis besser. Und so lebten denn hienieden Knusemongs in stillem Frieden. Wilhelm nahm sich eine Braut, Aß gern Wurst mit Sauerkraut, Trank sich manches Tülpchen auch Und kriegt einen dicken Bauch. Nur die Mutter hatt' noch immer Einen kleinen Hoffnungsschimmer, Daß ihr Sohn einst diese Welt Durch sein Geisteslicht erhellt, Denn es hatt ine weise Frau Ihr verkündet ganz genau, Daß gewißlich noch ihr Sohn Werde mit gewalt'igem Ton Oeffentliche Reden schwingen Und sich dadurch viel erringen. Tief im Herzen blühte fort Ihr dies weise Frauenwort—— Und sie zahlte eine Mark Und blieb stets im Glauben stark. Knusemong tritt ins öffentliche Leben. Wer auf Glückes Woge schwimmt, Weiß oft nicht, wohin er kimmt. „Eines Tages standen hier Reichstagswahlen vor der Tür. Knusemong der Junge war Ueber Politik nicht klar. Aber einmal saß er auch Wie es überall so Brauch In der Wahlversammlung drinn, Stützte forgenschwer sein Kinn, Eigener er des General= Hnzeigers. Die bage auf dem Balkan. Die Militärdiltatur in Konstantinopel. Aus der Fülle von unkontrollierbaren Gerüchten, die allenthalben die politische Atmosphäre durchschwirren, läßt sich nur als tatsächlich feststellen, daß Konstantinopel ruhig ist und daß die Ordnung in der Stadt bis jetzt aufrecht erhalten wurde. Telegramme melden uns: Konstantinopel, 25. Jan. Nachmittags um 3½ Uhr fand im Zeremoniensaal der Pforte die feierliche Einführung des Scheich ül Islam statt. Der Großwesir und alle Minister wohnten der Zeremonie bei. Vorher war Mahmud Schefket Pascha bei der Beerdigung des Kriegsministers Nazim gewesen. Der Großwesir wird in der hohen Pforte wohnen. Bei der vorgestrigen Demonstration wurden im ganzen 5 Personen getstet, und zwar außer dem Kriegsminister dessen Adjutant, ein Ordonnanzoffizier des Großwesirs, ein Zivilbeamter und ein Manifestant. Auf diesen gab der Ordonnanzoffizier des Großwesirs den ersten Schuß ab. Die Manifestanten im Hof antworteten und der Kriegsminister trat mit dem Adjutanten aus dem Zimmer, um nach der Ursache des Lärms zu sehen. Er soll dabei zufällig von einem Schuß der Manifestanten getroffen worden sein. Die Stadt hat ihr gewöhnNer dete dichecd. Was er nicht so recht verstand; Aber wie die andern, klatschte Er am Schluß, daß es so patschte. Er hat Hände dick und feist, Wie die Knusemongs zumeist. Einer von den Vorstandsherrn Hörte diese Töne gern. Und er sprach bewegt: don, don Als er dann des Knusemong ∆ Toche wuntenmn dtunite dohr Botenntonuen e sehen. Wie jetzt bekannt wird, hatten die drei Prinzen Jussuff Iszedin, Wha Eddin und Medschid an der Nationalversammlung nicht direkt teilgenommen, weil sie mit deren Haltung nicht einverstanden waren Konstantinepel, 25. Jan. Wie ich authentisch erfahre, ist das Programm des Union Progres, Adrianopel und die Inseln zu retten. Man beabsichtigt direkt keinen Krieg, aber wenn die Adrianopel= und die Inselfrage auf diplomatischem Wege nicht geregelt werden kann, dann ist der Krieg unvermeidlich. In diesem Falle werden auch der Sultan, die Prinzen und Mahmut Schefket Pascha an die Front gehen. Zu diesem Zwecke wird auch eine Nationalgarde gebildet. Es werden Proklamationen an das Volk verteilt, in denen die Politik des neuen Kabinetts dargelegt wird. In den Flugschriften heißt es, das Komitee habe den Sultan befreit und seinen bösen Geist, der die Stellung des Khalifen antasten wolle, unschädlich gemacht. Konstantinopel, 25. Jan. Man behauptet, daß die Demonstration des Komitees vor der Pforte von den aus dem Hauptguartier in Tschataldscha eingetroffenen Offizieren veranlaßt wurde, die erklären, daß die Armee unbedingt die Wiederaufnahme des Krieges wolle. Die Antwort an die Mächte. Der erste Ministerat des neuen Kabinetts, der gestern nachmittag abgehalten wurde, galt der Beratung über die Antwort auf die gemeinschaftliche Rote der Großmächte. Wir erhalten dazu folgende Telegramme: Konstantinopel, 25. Jan. Alle Minister begaben sich gestern nachmittag nach dem Palais, wo sie den Treueid leisteten. Auch Enver Bey fand sich ein. Zum Scheich ül Islam wurde Mahmut Dicke Hände sich besehn, Sprach er: Handschuh Nummer zehn! Dieser brave Junge hier Wird noch unsers Vorstands Zier. So trat Knusemong mit Glück In die hohe Politik. Knusemong wird eine gewichtige Persönlichkeit. Ist man bei den Zunftgenossen Erst mal auf den unteren Sprossen Der polit'schen Feuerleiter, Kommt man auch bald kräftig weiter. Wenn man patriotisch lernt Und für den Parteifonds schwärmt, Forsch mit Phrasen um sich schmeißt Und die Führer stürmisch preist. Wilhelm Knusemong wurd bald Selbst ein Redner von Gehalt. So ein Winkelkonsulent, Der das Redemachen kennt, Löste ihm das Zungenband, Was der Kerl famos verstand. Anfangs quoll der Fluß der Rede Dürftig nur und etwas öde, Aber dann floß sie vom Mund 8— Ihm wie Bier aus weitem Spund. Und er schwätzte allerhand, Was er selber nicht verstand; Staunend sprach gar mancher Hannes: Ja, der Knusemong, der kann est sn eune neht unrer. die Minister zur Beratung auf der Pforte über die den Großmächten zu gebende Antwortnote. Der Rat dauerte bis in die vorgerückte Nacht. Man mun. kelt von einem Abbruch der Verhandlungen, doch war nichts Positives zu erfahren. Spät nachts wurde bekannt, daß noch kein Beschluß gefaßt worden sei. Konstantinopel, 25. Jan. Das Leichenbegängnis Nazin Paschas fand gestern mit militärischem Pomp statt. Die Leiche war nachts nach Gulhane gebracht worden, von wo sie heute nach der Suleimanikmoschee transportiert worden war. Anwesend waren in Vertretung des Sultans dessen erster Adjutant, alle Militärattachees, die Generali. tät und zahlreiche Würdenträger. London, 25. Jan. Die Delegierten der Valkanstaten traten hier gestern zusammen. Da einige Delegierte von ihren Regierungen noch keine neuen Weisungen erhalten hatten, vertagte man sich auf 24 Stunden. Die Delegierten sind der Ansicht, daß die Ereignisse in Konstantinopel einer ablehnenden Antwort an die Mächte gleich komme. Der Szenenwechsel und die Balkanverbündeten. Sofia, 25. Januar. Die Minister verließen den Kabinettsrat um 1 Uhr nachts. Mangels eingehender Nachrichten aus Konstantinopel haben sie beschlossen, zu warten. Belgrad, 25. Januar. Der plötzliche Szenenwechsel in Konstantinopel wird hier in maßgebenden Kreisen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Obzwar man den baldigen Friedensschluß und infolgedessen die Zurückziehung der Armee erwartet hat, ist man jetzt vollkommen bereit, wenn notwendig, weiter zu kämpfen und Bulgarien auch weiterhin tatkräftig zu unterstützen, bis von den Des Vaters Segen. Wilhelm stieg wie ein Ballon Und der Mutter Knusemong Wurd die Sehnsucht noch gestillt Und ihr Herzenswunsch erfüllt: Vieles war ihr Sohn geworden Und schon vorgemerkt für Orden! Weil er wußt in städt'schen Dingen Hohe Taten zu vollbringen. Ach, wie strahlte ihre Miene, Als ihr Sohn auf der Tribüne Eine große Rede schwang. Nur dem Vater war noch bang, Denn er meinte, durch das Küren Könnte Kunden man verlieren. Doch, als er so recht besah, Was mit seinem Sohn geschah, Kam er ihm gerührt entgegen Und sprach: Sohn, hier meinen Segen! Kunst und Die„Parsifal“=Aufführung in Monte Carlo. Aus Monte Carlo geht ein Telegramm ein, dessen Inhalt nach all dem Hin und Her über die Verhinderung der„Parstfal“=Auffuhrung einigermaßen erstaunlich wirkt. Die vielumstrittene„Parsifal“=Premiere fand nun doch Freitag statt, eine Wiederholung am Sotmabend. ven Türkel der Friebe diktiert sein Tird. Der russische Gesandte Hartwig, der einige Tage mit zwei höheren Offizieren in Uesküb Gast des Kronprinzen gewesen ist, hat sich dort über die militärische Lage, sowie die Forderungen Serbiens wegen der Aufteilung des Terrotorlums unter den Verbündeten, an Ort und Stelle genau informiert. Frankreichs Politik der gemeinsamen Interessen. In den Hauptstädten der Balkanländer waren gestern Gerüchte verbreitet, daß der Sultan von der Militärpartei abgesetzt worden sei. Wenn auch diesen Gerüchten vorläufig jede Grundlage fehlt, glaubt man doch in Paris, dem europäischen Zentrum der Jungtürken, daß eine Absetzung des jetzigen Sultans und die Thronbesteigung Jussuf Ezzedin nicht zu den Unmöglichkeiten gehört. Im Uebrigen will Frankreich auch der neuen Situation gegenüber streng am gemeinsamen Vorgehen der Mächte festhalten. Telegramme melden uns: Paris 25. Jan. Die Botschafter in London und Konstantinopel erhielten vom hiesigen Minister des Aeußeren die Instruktion, daß Frankreich darauf halte, alle aus den jüngsten Veränderungen der Türkei sich ergebenden Entschließungen gemeinsam mit den übrigen Großmächten durchzuführen. So lebhaft man hier auch wünscht, das Kabinett Mahmut Schefket zu schleunigster und unzweibeutiger Klarlegung seiner Absichten zu veranlassen, so will man doch keine zu diesem Zwecke gemachten oder zu machenden Sondervorschläge gutheißen, die Mißtrauen bei den anderen Großmächten wecken könnten. Die französische Regierung hält eine solche Vorsicht für um so dringender geraten, als sie in die Beständigkeit der türkischen Militärherrschaft von gestern starke Zweifel setzt. Der„Temps“, gibt zwar einer Mitteilung Raum, nach der die Ausrufung des dem Großwefir sehr befreundeten Thronfolgers Jussuff Ezzedins zum Sultan unmittelbar bevorstehe. Aber selbst der Eintritt dieses für die innere Politik der Türkei des Ottomanischen Reiches sehr bedeutsamen Ereignisses, könnte noch nach der hier vorherrschenden Meinung an den von Europa übernommenen Pflichten nichts ändern. Die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen der Türkei und den Verbünbeten würde der europäischen Diplomatie nur für kurze Zeit Untätigkeit auferlegen. Die Versammlung der Botschafter. ! Konstantinopel, 25. Jan. Die Botschafter der Mächte sind gestern vormittag beim Doyen des diplomatischen Korps, Markgrafen Pallavieini, zu einer Besprechung zusammengetreten. Beurteilung der Lage in Nußland. Petersburg, 25. Jan. Der türkische Umsturz und der Sieg der Jungtürken ruft in russischen diplomatischen Kreisen Beunruhigung hervor. Sie prophezeien das Ende der Türkei, die jetzt ein direktes va banquespiel insgeniere. Die Autorität der Jungtürken sei zu geschwächt, da sie in fünf Jahren vier Militärrevolten unternommen. Andererseits lassen hiesige besonnene politische Kreise den Türken Gerechtigkeit widerfahren, da sie es selbstverständlich finden, wenn sie Adrianopel nicht durch Handelsgeschäfte aufgeben wollen. Der Kommandant von Adrianopel hat durch seine sensationelle Devesche, worin er mit Sprengung der Festung und den Marsch auf Konstantinopel drohte, ebenfalls hervorragend auf die Volksstimmung gewirkt. Große Schuld an den gegenwärtigen Ereignissen wird hier auch den Bulgaren zugeschrieben, die anstatt Adrianopel im Sturm zu nehmen, es durch Handel zu erwerben suchen. Der hiesige türkische Botschafter Turchan Pascha dementiert die Nachricht, die in ausländischen Blättern erschienen ist, daß er in einem Gespräch mit Sasonow sich über die gegenwärtige Lage ausgesprochen habe. Diese Nachricht beruhe auf einer glatten Erfindung. In diesem Gespräch sollte Sasonow erklärt haben, Rußland könnte seine Neutralität im Falle der Wiederaufnahme des Krieges nicht mehr bewahren. Urteil Italiens. Rom, 25. Jan. Die„Tribuna“ brandmarkt die Tat der Jungtürken mit geharnischten Worten als einen Frevel, der gegen die arme Türkei zu dem einzigen Zwecke begangen worden sei, im Trüben zu fischen und gegen die Grotmächte zu intrigieren. Wenn Konstantinopel nicht eine Werkstätte internationaler Intrigen werden solle, müßse Europa sofort kurzer Hand den unzurechnungsfühigen Hausen, der rechtlos im Namen der Türkei sprechen wolle, zu Paaren treiben. Der Handstreich gelte := dem alten Kiamil, sondern Europa und Europa mi ise ihn darum zunichte machen. Die Presse und die Greignisse in Konstantinopel. Daß der in Konstantinspel von türkischen Vaterlandsfreunden, welche die Türkei nicht ruhmlos untergehen sehen wollen, ind Werk gesetzte Staatsstreich Gegenstand lebhaftester Presseerörterungen ist, kann nicht Wunder nehmen, da dies Ereignis die ganze europäische Diplomatie in Aufregung versetzt und alle ihre Kombinationen über den Hausen geworfen hat. Wir lassen nachstehend einige Preßsimmen folgen: Die„RöIn. Ztg.“ führt aus: „Dle Mebungen and Genffentnchel beieen ben merkwürdige Bild, daß die Jungtürken und die niedrige Geistlichkeit gemeinsam für die Ablehnung der Forderungen der Mächte eintreten. Die Aufgabe von Adrianopel wird von beiden Gruppen bekämpft, von der Geistlichkeit aus religiösen Empfindungen heraus, von den in vielen Dingen zu ihnen im scharfen Gegensatz stehenden Jungtürken als unerträgliche Verletzung der nationalen Ehre. Die frischen Truppen aus Kleinasten, welche die Niederlagen nicht mitgemacht haben, sind erfüllt von dem Gedanken, das Kriegsglück könne sich ihnen noch zuwenden. Einen Ueberblick über die militärrisch=politische Gesamtlage der Türkei vermögen sich nur einzelne höhere Offiziere zu bilden, und auch diese meinen zum Teil, bei einer Wiederaufnahme der Feindseligkeiten ließe sich ein Erfolg erringen, der die Grundlage für bessere Friedensbedingungen geben könnte. Der bisherige Oberbefehlshaber und Kriegsminister Nasim Pascha hatte das Vertrauen des Heeres vollständig verloren, während Machmud Schewket und Issed Pascha an der Leitung der Armee in dem ersten Teil des Feldzuges nicht beteiligt gewesen sind. Machmud Schewket war von dem Kabinett Kiamil von jeder Tätigkeit ferngehalten worden, und Issed Pascha befand sich im Demen, um dort den Aufstand niederzuschlagen. An der Tatkraft beider Männer ist nicht zu zweifeln. Vor sich sehen sie dieselben militärischen und finanziellen Schwierigkeiten, die das Ministerium Kiamil zur Nachgiebigkeit veranlaßten.“ Die„Kreuzzeitung" läßt sich wie folgt aus: „Man kann nicht erkennen, daß für die neue türkische Regierung irgendeine begründete Aussicht besteht, das Schicksal der Türkei zu ändern. Selbst wenn die türkische Armee, was niemand glaubt, siegreich nach Norden vorstoßen und Adrianopel entsetzen sollte, werden die Grenzen des Territorialbesitzes, den man der Türkei in Europa zugestehen will, sich kaum bedeutend verschieben. Gelingt es den Verbündeten, den Sieg an ihre Fahne zu heften, dann wird die türkische Armee ins Meer getrieben, dann werden nach einer entsetzlichen Katastrophe voraussichtlich die Türkei endgültig aus Europa vertrieben werden. In beiden Fällen aber ist es wahrscheinlich, daß die Vorgänge auf dem Balkan auch die Einmischung der Großmächte nach sich ziehen. Und daraus müssen sich wieder Komplikationen ergeben, die recht beunruhigende Ausblicke eröffnen. Mögen daher die Motive, die Enwer Bei und Machmud Schewket zum Sturze des Kabinetts Kiamil veranlaßten, noch so edel sein, vom Standpunkte der europäischen Politik aus ist dieser Staatsstreich ein furchtbares, ein verdammenswertes Verbrechen.“ Die„Deutsche Tagesztg.“ äußert sich: „Der Dreibund hat sich an dem Versuche der Einwirkung auf die Türkei zum Verzichte auf Adrianopel beteiligt, ausschließlich unter dem Gesichtspunkte und in der Sorge, der Türkei einen unglücklichen Kampf für den Rest ihrer Besitztümer in Europa und in Asien zu ersparen. Wir würden auch heute noch für vorteilhaft gehalten haben, wenn auf der Basis der Abgabe Adrianopels an Bulgarten ein Friede zustandegekommen wäre. Dem türkischen Reiche wäre dann noch einmal die Möglichkeit gegeben worden, sich in Asien zu konsolidieren. Für das deutsche Reich war diese Möglichkeit erwünscht, wie sie es jetzt ist; will aber unter den jetzt eingetretenen Umständen die Türkei mit der Parole: Alles oder nichts, kämpfen, so ist es nicht mehr des deutschen Reiches Sache und ebensowenig der beiden andern Dreibundmächte, in diesem Kampfe einzugreifen, durch starke Druckmittel einzuwirken, oder sich an solchen zu beteiligen.“ Geschow über die rumänischBeziehungen. Bukarest, 25. Jan. Das Blatt„Universul“ veröffentlicht eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Geschow, der sein Bedauern über die bulgarisch=rumänischen Differenzen ausdrückte, das um so tiefer sei, als er sein ganzes Leben darauf gearbeitet habe, die Jahrhunderte alten Bande, die die die beiden Länder umschlinge, noch enger zu knüpfen. Mit Bezug auf die in Sofia veröffentlichte und vom bulgarischen Generalstabe genehmigte Karte, auf der die Dobrutscha als ein Teil Bulgariens eingezeichnet ist, erklärte Geschow, er habe beim Kriegsminister Einspruch erhoben, damit die Karte aus dem Verkehr gezogen werde. Der Ministerpräsident betonte ausdrücklich, daß Bulgarten auf alle Ansprüche auf die Dobrutscha formell verzichtet habe und drückte die Hoffnung aus, daß die gegenwärtigen Verhandlungen zu einem günstigen Ergebnis führen werden. Entsendung italienischer Kriegsschiffe nach den dardanellen. Nom, 25. Jan. Die Panzerkreuzer San Marco und Pisa haben den Befehl erhalten, sich sofort in die türkischen Gewässer zu begeben. Der Eindruck der Ereignisse in Oesterreich. Wien, 25. Jan. Nach Auffassung hiesiger maßgebender Kreise hat sich der Standpunkt der Grotmächte durch den Umschwung in Konstantinopel nicht geändert. In Kreisen des diplomatischen Korps bezweifelt man, daß der Krieg wieder ausbrechen werde, da sich die Türkei in großer finanzieller Bedrängnis befindet. Die Umwälzung in Konstantinopel wird in den meisten Wiener Blättern in ruhigem Tone erörtert. Die„Neue Freie Presse“ bezweifelt, daß die Jungtürken dazu berufen seien, Retter der Türkei zu werden. Wenn sie die Mächte, die den Frieden wollen, herausfordern, so würde das Katastro= phenpolitik sein. Aber Oppositionen, die sich zu Regierungen aufschwingen, pflegen ja nüchterner und besonnener zu werden Die„Reichspost“ verweist auf die Drohungen Rußzlands gegenüber der Pforte und meint, eine türkische Regierung mit revolutionärem Charakter werde auch seitens anderer Mächte weniger Rücksichten genießen. Der Plan einer Flottendemonstration, ein aktives Eingreifen der Mächte werde jetzt vielleicht von einzelnen Mitgliedern der Tripelentente wieder auf die Tagesordnung gestellt werden. Die„Zeit“ führt aus, die Türkei habe mit der neuen Regierung bessere Friedensaussichten gewonnen. Aus dem Munde Mahmut Schefkets werde die Ablehnung der Abtretung Adrianopels jedenfalls anders klingen, als aus dem Munde Kiamils. Und welche Antwort werden die Großmächte geben können? Jedermann wisse, daß in dem Augenblick, wo Zwangsmaßregeln gegen die Türkei in Frage kämen, die mühselig hergestellte Einigkeit Europas sofort in die Brüche ginge. Die Stimmung der auswärtigen Börsen. London, 25. Jan. Die Konstantinopeler Nachrichten verursachten eine große Aufregung an der hiesigen Börse. Die Börsenbesucher fanden sich, wie nach der amerikanischen Präsidentenwahl frühzeitig ein. Die Kurse gingen anfänglich stark zurück, da großes kontinentales Angebot erwartet wurde. Das Geschäft blieb aber sehr still. Der Kontinent offerierte zum großen Teil fremde, speziell Balkanrente, die aber erst nach scharfem Rückgange Abnehmer fanden. Nach Absolvierung des kleinen Geschäfts trat nachmittags eine kleine Erholung ein. Englische Konsols verlieren ¼ Prozent, unifizierte Türken 2 Prozent, Bulgaren 1 Prozent, Griechen 1 Proz., bulgar. Goldrente ½ Prozent, 4prozentige Russen 1½ Prozent, Serben 1 Prozent. Tägliches Geld war trotz kleiner Rückzahlungen des Marktes an die Bank gefragt. Der Privatdiskont war auf die Politik hin fester und stellte sich auf 4,62. Paris, 25. Jan. Nach kurzer leichter Erholung ermattete der Markt neuerdings empfindlich, nicht nur auf die Nachricht von der Ermordung Nazims, sondern auf die ausgesprochene Baisse französischer Banken, die sich jeder Intervention enthielten, was allgemein als ungünstiges Symptom ausgelegt wurde. Der Schluß vollzog sich fast durchweg zu den niedrigsten Tageskursen. Von der Baisse stark betroffen wurden u. a. Naphtarussen, da die geplante Kapitalserhöhung gegenwärtig unmöglich ist. Frankfurt a.., 25. Jan. An der Abendbörse lagen keine neuerlichen Meldungen über die Entwickelung in Konstantinopel vor. Der neuerdings hervortretenden Realisationslust trat in gleichem Umfange Kaufneigung gegenüber, so daß sich die Kurse auf dem Mittagsschlußniveau ungefähr behaupten konnten. Hamburg, 25. Jan. Die Abendbörfe war durchweg beruhigt, weil neue Meldungen von Bedeutung nicht vorlagen. Im ganzen war die Stimmung aber etwas schwächer. Die leitenden Schifffahrtsaktien verkehrten auf dem Niveau von gestern früh. Banken waren geschäftslos. Das Programm des Kabinetts Briand. Paris, 25. Jan. Die Programmerklärung, die in der Kammer der Ministerpräsident Briand, wie im Senat der Vizepräsident des Kabinetts, der Justizminister Barthon, verlas, beginnt mit der Versicherung, das Kabinett habe den Willen und die Pflicht, eine allgemeine Politik in den politischen Fragen„durch das fruchtbare Einvernehmen aller Republikauer“ und auf dem Gebiet der nationalen Interessen„durch die enge und gemeinbürgschaftliche Einigung aller Franzosen" zu befolgen. Dann geht die Erklärung sofort zu den andern Reformen über, die das Kabinett für seine Arbeit voranstellt: Die Erledigung der beim Senat ruhenden Vorlagen über die Einkommensteuer, die Kriegsgerichte und das Cadregesetz für die Kavallerie. Der Kammer weist die Erklärung die baldige Beratung des Vertrags mit Spanien über Marokko zu, der Frankreich in den Stand setzen würde, sich endgültig in Marokko einzurichten. Eine ganze Reihe von Vorlagen stellt die Erklärung in weitere Aussicht, darunter solche über die Cadres der Genietruppen, das Pulver für Heer und Marine, die Aushebung der Marinetruppen, den Schutz des nationalen Spargeldes, die Kolonialzölle usw. Als besonders dringlicher Regelung bedürftig bezeichnete die Erklärung alsdann das Problem der weltlichen Schule und das des Beamtengesetzes. Einen besonderen Absatz widmet die Erklärung weiter dem Ausbau der sozialen Gesetzgebung.„Die Stunde ist für die republikanische Partei gekommen,“ besagt sie,„wo das soziale Werk der Republik durch den entschlossenen Eintritt in breitere Bahnen fortzusetzen ist.“ Zum Schluß berührt die Erklärung die auswärtige Politik mit folgenden Worten:„Mehr als jemals muß unsere Aufmerksamkeit sorgfältig auf die äußeren Probleme gerichtet werden, die uns gestellt sind, und insbesondete auf diejenigen des Orients und des fernen Ostens. Die Treue für unsere Bündnisse und Freundschaften bleibt der unveränderliche Grundsatz unserer auswärtigen Politik. Die Erfahrung dieser letzten Monate hat überreichlich dargetan, was das diplomatische Vorgehen an moralischem Ansehen an überzeugender Kraft gewinnt, wenn sie im Geiste klarer Freimütigkeit und Höflichkeit gegenüber den anderen Nationen sich in enger Berührung und gefälliger Uebereinstimmung mit der unserer Freunde und Verbündeten sich betätigt.“ Briand hat seine Erklärung, zur Linken gewandt, verlesen. Die Rechte und Linke nahmen sie mit schweigender Zurückhaltung, nur die Mitte mit Beifall auf. Wie üblich folgte der Aussprache über das Rezierungsprogramm eine Vertrauenskundgebung. Ueber die Bedeutung dieser Kundgebung erhalten wir folgendes Telegramm: Paris, 25. Jan. Wegen ungewöhnlich großer Stimmenthaltungen gestattet das mit 364 gegen 77 Stimmen erteilte Vertrauensvotum keine zuverlässigen Folgerungen, daß bis zum Amtsantritt Poincarés die Ministerkrise verhindert werden wird. Dem Minister des Auswärtigen will man die erforderliche Vorbereitungszeit lassen, bevor man ihn ersuchen will, der Kammerkommission für auswärtige Angelgenheiten Aufklärungen zu geben. Ein Ohnmachtsanfall des Ministerpräsidenten. Paris, 25. Januar. Schon während der Ministerpräsident Briand das Programm der Regierung in der Kammer verlas, konnte man an einer gewissen Erschlaffung seiner Stimme merken, daß er heute nicht völlig Herr seiner Mittel sei. In der Tat hatte die Aufregung der letzten Tage dem sonst sehr widerstandsfähigen Manne stark zugesetzt. In dem Augenblick, da Jaures die Tribüne verließ und Briand das Rednerpult betrat, flüsterte dem letzteren ein Ministerkollege zu:„Sei nur ja nicht zu ausführlich, Du bedarfst der Schonung.“ Briand aber ließ es sich nicht nehmen, allen Vorrednern zu erwidern. Plötzlich erlitt er einen Ohnmachtsanfall. Er konnte noch, obschon schwankenden Schrittes, den Sitzungssaal verlassen, draußen brach er aber zusammen und mußte von Saaldienern in ein Nebenzimmer gebracht werden. Dort erholte sich der Patient unter ärztlicher Hülfe aber so weit, daß er nach einer halben Stunde wieder in dem Sitzungssaale erscheinen konnte, von den Volksvertretern mit lebhaftestem Beifall begrüßt. Die Militärvorlage. Berlin, 25. Jan. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ sagt über die Militärvorlage:„Ein hiesiges Blatt will erfahren haben, daß seit längerer Zeit zwischen den maßgebenden Stellen der Reichsregierung um eine neue Militärvorlage erbitterte Kämpfe geführt würden. Es handelt sich hier um aufgeregte Treibereien, mit denen der Sache, die in Frage steht, schlecht gedient ist. Die maßgebenden Stellen sind längst einig darin, daß eine Reihe von Mehrbedürfnissen unseres Heeres befriedigt werden müssen. Es ist beabsichtigt, dem Reichstag im Laufe dieser Tagung eine Vorlage zugehen zu lassen. Die Vorarbeiten dazu nehmen ihren regelmäßigen Fortgang. Vor ihrem Abschluß können natürlich keine Angaben über den Inhalt gemacht werden.“ Der aufgelöste Souvenir Alsacien=Lorrain. Straßburg i.., 25. Jan. In der Budgetkommisston des Landtags interpellierte heute der lothringische Abgeordnete Zimmer=Diedenhofen die Regierung wegen der Auflösung des Souvenir Al. sacien=Lorrain. Unterstaatssekretär Gundel erklärte, daß die Auflösung mit Wissen der Regierung erfolgt sei. Die Regierung habe die Ueberzeugung gewonnen, daß der Souvenir Alsaein=Lorrein nichts anderes als eine Fortsetzung des Souvenir Francais sei und das gleiche Ziel verfolge, wie dieser. Zum Beweise dafür verlas der Unterstaatssekretär einen sehr charakteristischen Brief eines Ehrenmitgliedes des aufgelösten Vereins. Abg. Zimmer erklärte, die in dem Brief bekundete deutsch=feindliche Gesinnung sei sicherlich nicht die der Mitglieder des Souvenir Alsaein=Lorrain. Er selbst identifiziere sich auf keinen Fall mit dem Inhalt des Briefes. Die Auslieferung Brunings. London, 25. Jan. Die Auslieferungsverhandlungen in Sachen Bruning sind nun endgültig beendet. Sie haben einen glatten Verlauf genommen, da sie lediglich formeller Natur waren. Die Beamten aus Berlin, denen der Defraudant ausgeliefert werden soll, befinden sich auf dem Wege nach hier. Heute Abend wird Bruning auf einen Dampfer gebracht, um nach Hamburg transportiert zu werden. Der Dampfer trifft Montag Abend in Hamburg ein. Alsdann wird der Betrüger in einem geschlossenen Wagen nach dem Hauptbahnhof transportiert und dann weiter nach Berlin befördert, wo der Transport Dienstag früh anlgngt. In Berlin wird Benning auf Anordnung des Untersuchungs. richters nach dem Untersuchungsgefängnis in Moabit gebracht werden. Schweres Fliegerunglück in Frankreich. Paris, 25. Jan. Gestern früh haben in der Nähe von Etampes der Flugzeugfabrikant Charles Nieuport und sein Mechaniker durch einen Aeroplan= sturz aus 800 Meter Höhe ihren Tod gefunden. Nieuport ist ein Bruder des im Jahre 1911 verunglückten Fliegers Eduard Nieuport. 12 Seeleute ertrunken. Eine schwere Schiffskatastrophe in der Norosee hat 12 Menschenleben gefordert. Einzelheiten melbet uns das nachstehende Telegramm: Christiania, 25. Jan. Die Bark„Agda“ aus Lielsand ist im Surm auf der Nordsee verloren gegangen. Sie befand sich auf der Fahrt von Steitin nach Rio de Janeiro. Ein englisches Schi rettete 3 Mann, 12 sind ertrunken, darunter 8 aus Stetta. Das Luftschiff L. 8. 15. Baden=Baden, 25. Jan. Unter Führunvon Oberingenieur Dürr ist das Luftschiff„L. Z. 15“ gestern Abend um 6 Uhr zu einer Dauer= und Abnahmefahrt in der Richtung Bodensee—Ulm— Stuttgart aufgestiegen. Die Fahet dürfte 2# Stunden dauern. Westfalen=Rheinland. Witten, 24. Jan.(Bochumer Schwurgericht.) Der Versicherungsagent Andreas Ottmann aus Heven hatte sich heute wegen Meineides, gewinnsuchtiger Urkundenfälschung und versuchten Betruges vor dem Bochumer Schwurgericht zu verantworten. Er wurde beschuldigt, die Unterschriften zweier Versicherungsanträge gefälscht und in einem dieserhalb angestrengten Prozeß wissentlich einen Falscheid geschworen zu haben. Ottmann, ein schon bejahrter Mann, war für die Frankfurter Versiche. rungsgesellschaft und die Waldecksche Kranken= und Sterbe=Versicherungsanstalt in Arolsen als Agent tätig und besuchte die Bevölkeruno des hiesigen Bezirks, um die Leute für seine Versicherungsgesellschaften zu interessieren. Eines Tages sandte er seinen Gesellschaften einen Versicherungsantrag eines Bahnangestellten ein, der auch genehmigt wurde. Als die Waldecksche Versicherungsgesellschaft einige Zeit nachher die Prämie einziehen wollte, wurde die Zahlung von dem Bahnbeamten mit der Begründung verweigert, daß er einen Antrag um Aufnahme nicht unterschrieben habe, die Unterschrift also gefälscht sein müsse. In dem nun folgenden Prozeß beschwor Ottmann entgegen dieser Behauptung die Echtheit der Unterschrift. Auf Antrag des Bahnbeamten wurde daraufhin die Sache nochmals eingehend untersucht und Ermittelungen ergaben zweifelsfrei, daß Ottmann unter seinem Eide die Unwahrheit gesagt hatte. Die heutige Beweisaufnahme hatte das gleiche Ergebnis. Das Urteil lautete auf ein Jahr und zwei Monate Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust. Bochum, 24. Jan.(Eine Einbrechergesellschaft vor Gericht.) Ein schwerer Einbruchsdiebstahl im wahrsten Sinne des Wortes wurde am 5. April v. J. in dem Hause des Privatiers Menne hierselbst verübt. Die Einbrecher drangen durch ein vergittertes Fenster in den Bodenraum des Hauses, in welchem Menne elektrische Bedarfsartikel untergebracht hatte und entwendeten 20 Motoranker, Kupferdraht, Stahlwellen, Hammer, Feilen und Schrauben im Gesamtwerte von 2000 Mark. Die polizeilichen Ermittlungen nach den Tätern wurden sofort angestellt und schon nach kurzer Zeit konnten der Kranführer Karl Krause, der Hammerführer Heinrich Scheffer, der Elektrotechniker Edmund Röttgen und der Arbeiter August Geske von hier als Verüber des Einbruchs festgestellt werden. Nach ausgedehnter Beweisaufnahme verurteilte das Gericht Krause zu neun Monaten, Geske zu acht Monaten, Röttgen zu sechs Monaten, Scheffer zu vier Monaten und die Ghefrau Jarzowsbi zu sieben Monaten Gefängnis. Das Verfahren gegen die beiden Althändler wurde vertagt. Wanne, 24. Jan.(Wegen Körperverletzung mit Todeserfolg) hatte sich heute der Bergmann Friedrich Klein aus Wanne vor dem Schwurgericht zu verantworten. Klein hatte am Abend des 26. August v. Is. dem Bahnarbeiter Karl Schmidt in einer Wirtschaft im Verlauf eines Streites einen Stoß vor die Brust gegeben. Schmidt taumelte gegen die nach dem Flur führende Tür, diese öffnete sich und Schmidt stürzte auf den steinernen Belag. Durch den Fall zog er sich einen Schädelbruch und eine Gehirnverletzung zu, die seinen Tod nach zwei Tagen berbeiführten. Klein, dem mildernde Umstände zugebilligt wurden, erhielt fünf Monate Gefängnis. Letzte Nachrichten und Depeschen. Berlin, 25. Jan. Die Wahlprüfungs kommission des Reichstags verhandelte in ihrer gestrigen Sitzung über die Gültigkeit des Mandats des nationalliberalen Abgeordneten Kölsch(Kehl=Offenbach). Die in den Fevien an gestellten Untersuchungen haben kein günstlges Ergebnis für den Abg. Kölsch gehabt, doch sind die Feststellungen noch nicht beendet, vermutlich wird die Wahl für ungültig erklär werden müssen. Handel und Verkehr. Bankverein Gelsenkirchen.=G. in Gelsenkirchen. In einer gestern abgehaltenen Aufsichtsratssitzung wurde die Bilanz mit Gewinn= und Verlustrechnung für das verflossene Geschäftsjahr 1912 vorgelegt. die unter Einschluß von 28 726 Mk.(i. V. 35 225 Mt.) Vortrag aus dem Vorjahre einen Reingewinn von 281 499(310596) Mark ergibt. Der auf den 8. März einzuberufenden ordentlichen Generalversammlung soll folgende Verteilung des Reingewinnes vergeschlagen werden: 50000(50000) Mk. zur ordentlichen Reserve, 4000(4000) Mk. zur Talonsteuerrücklage, 6(6½) Prozent gleich 180 000 (195 000) Dividende, 29 900(32.870) Mk. Tantieme, 17·599(28 726) Mk. Vortrag auf neue Rechnung. Eintragungen in das Handelsregister Dortmund. Fa.:„Franz Unterberg u. Co., G. m. b..“ in Dortmund: Der Gegenstand des Unternehmenist die Verwertung des Rezeptes für Herstellung eines Boonekamp=Magenbitterns, das Geheimnis der Kaufleute Franz Unterberg in Buer und Wilhelm Nolte in Dortmund ist durch Fabrikation und Vertrieb dieses Boonekamps und die Erteilung von Lizenzen, sowie Vertrieb von Stir; tuosen und Weinen überhaupt. Das Stammkar tal beträgt 28000 Mark. Geschäftsführer sind# Kaufleute Wilhelm Nolte in Dortmund Franz Unterberg in Buer. Der Gesellschaftsver trag ist am 13. November 1912 festgestellt. Jeder Geschäftsführer ist allein vertretungsberechtigt. Konkurs=Nachrichten. Ueber das Vermögen der Firma Ehefrau ursch, früher Joseph Biergans Nachf., Inhaberin defrau Opernsänger Franz Bursch zu Dortmund. ansastraße 80, ist das Konkursverfahren erötturt, zukursverwalter Kaufmann S Segall und, Münsterstraße 1. Erste Gläubigerversangt: na und allgemeiner Prüfungstermin am 2. Fe uar 1913, vormittags 10½ Uhr vor dem König. sicht Dortmund, Zimmer Nr. Wettervoraussage für den 26. Januar. weise Niederschläge, westliche bie südwestsich Winde: Temperatur wenig geändert. Verlobte: Aenne Asemann mit I. Vierhaus, Münster. Vermählte: Karl Dahlfeld mit Lisbeth Knapstein, Köln. Gustav Schmidt mit Grete Gogarten Hagen. Landrat von Hartmann mit Else Herbrecht, Berleburg. Gestorben: Helene Monniger, Hagen i. W. W. Theodor Schmitz, 81., Köln. Wwe. Heinrich Seibel, 81 ., Bonn. Frau Veronika Nöllers, 68., Gelsenkirchen. Piet Schafer, 27., Elberfeld Theodor Kremer, 81., Werden. Louis Dürholt, 71., Lennepe. Wilh. Haarmann, 68., Hagen. Josef Wienand, 29 J. Patent-Büro Fromholz& Wolff, Ingenieure Dortmund Rbeinischestr. 38 Fernrut 7056 atentanwalt Donl Jun RIFI * Dipl.-Ing. RiECHERS Dortmund. Ostenhellwez 30. D.— Tel. 3534.— Vereidigter Sachverständiger bei dem Landgericht Dortmund. Gütertrennung bei. auch für nach 1900 und Brautl. zutreff. innerh. 3 Tagen Carl Schlingmann Dortmund, Lübeckerstr. 20, F. 2612 DetekintInstitut und Auskunftei „Metus““, Dortm., Brückkr.28 übernimmt unauffällige zuverläffige Beobachtungen i. In= u. Ausland, gewissenhafte vertrauliche Ermittelung in Zivil= u. Strasprozessen und in allen Vertrauenssachen, Ratschläge gratis im unauffälligen Kuvert ohne Fa. .. Dr. Pieters, Spezial=Frauenarzt. Heerenmarkt 6, Amsterdam, er. teilt Rat u. Hilfe in Frauenleiden. Rz. sprechen Montaas und Privat=Entbind.=Anstalt auf d. Lande bei Düsseldorf hietet Damen gute Aufn. u. Pflege. Bad. Kein Heimber. Näß. Preise. Frau Vialek, tüh. Oberheb., Lank a. Rh. Berlin 5. nter Führung ftschiff„L. 8. r Dauer= und densee—Ulm— dürfte 29 uud. Schwurge= reas Ottmann Neineides, gend versuchten gericht zu verUnterschriften und in einem sentlich einen kann, ein schon urter Versiche. Kranken= und en als Agent des hiesigen ersicherungsgeTages sandte herungsantrag ich genehmigt cherungsgesellimie einziehen Bahnbeamten er einen Aneben habe, die In dem nun entgegen dieser rift. Auf Anfhin die Sache Ermittelungen unter seinem Die heutige irgebnis. Das ei Monate Gebrechergeschwerer Eindes Wortes use des Privadie Einbrecher er in den BoMenne elektriatte und entaht, Stahlweln im Gesamtilichen Ermittofort angestellt ten der Kranührer Heinrich d Röttgen und r als Verüber lach anltgebehne Gericht Krause maten, Röttgen Monaten und maten Gefängden Althändler Körperverhatte sich heute Vanne vor dem klein hatte am n Bahnarbeiter Verlauf eines Brust gegeben. dem Flur fühschmidt stürzte en Fall zog er zehirnverletzung t herbeiführten. ebilligt wurden, n und lprüfungs! verhandelte in Gültigkeit des Abgeordneten den Fevien anein günstlsch gehabt, doch t beendet, gültig erklärt n Gelsenkirchen. fsichtsratssitzung Verlustrechnung 1912 vorgelegt k.(i. V. 35 225 nen Reingewinn t. Der auf den den Generalver= des Reingewin50 000) Mk. zur Mk. zur Talongleich, 180 000 Mk. Tantieme, de Rechnung. delsregister S Januar. i unseres bekannt grossen FYVONAU,„ Die enorm reduzierten Preise haben nur bis heute Abend 9 Uhr Sültigkeit. Sortkane a. An.i 28 Bruckstrasse 20. Verlobte: Aenne Asemann mit I. Vierhaus, Münster. Vermählte: Karl Dahlfeld mit Lisbeth Knapstein, Köln. Gustav Schmidt mit Grete Gogarten Hagen. Landrat von Hartmann mit Else Herbrecht, Berleburg. Gestorben: Helene Monniger, Hagen i. W. W. Theodor Schmitz, 81., Köln. Wwe. Heinrich Seibel, 81 ., Bonn. Frau Veronika Nöllers, 68., Gelsenkirchen. Piet Schäfer, 27 Elberfeld. Theodor Kremer, 81., Werden. Louis Dürholt, 71., Lennepe. Wilh. Haarmann, 68., Hagen. osef Wienand. 29 J. Patent-Buro Fromholz& Wolff, Ingenieure Dortmund Rbeinischestr. 38 Fernrut 7056 PR Dipl.=Ing.)LCHERS Dortmuns. Ostenhellweg 30. — Tel. 3534.— Vereidigter Sachverständiger bei dem Landgericht Dortmund. Gatertrennung bei. auch für nach 1900 und f. Brautl. zutreff. innerh. 3 Tagen Carl Schlingmann Dortmund, Lübeckerstr. 20, F. 2612 BetekiftInstitut und Auskunftei „Metus““, Dortm., Brückkr.28 übernimmt unauffällige mverlässige Beobachtungen i. In= u. Ausland, gewissenhafte vertrauliche Ermittelung in Zivil= u. Strasprozessen und in allen Vertrauenssachen, Ratschläge gratis im unauffälligen Kuvert ohne Fa. —. Dr. Pieters, Spezial= Frauenarzt. Heerenmarkt 6, Amsterdam, er. teilt Rat u. Hilfe in Frauenleiden. Zu sprechen Montaas und Dionstags.— Privat=Entbind.=Anstalt auf d. Lande bei Düsseldorf hietet Damen gute Aufn. u. Pflege. Bad Kein Heimber. früh.e su. 190 Heute Nachmittag 4¾ Uhr entschlief sanft. und gottergeben nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Schulte im Alter von 64 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Ninterbliebenen. Wickede-Asseln, Dortmund, Essen, Hüringen a. d. Werra, den 23. Januar 1913. Die Beerdigung findet am Montag Nachmittag 3½ Uhr vom Trauerhause, Bahnhofstr. 165, aus statt. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. Statt besonderer Anzeige! Heute Morgen 10 Uhr entschlief sanft nach kurzem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Gatte, unser herzensguter Bruder und Onkel, der Kaufmann Oinen-Neun im fast vollendeten 64. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Herne, den 24. Januar 1918. Statt besonderer Anzeige! Heute Nachmittag entschlief sanft nach langem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden unser lieber guter Onkel, Grossonkel und Schwager, der Apotheker Umioliun Monmann im 75. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Möllmann. Hörde, den 23. Januar 1913. m, Kein Heimber, Preise. Frau Vialer, Sverheb., Lank a. Rh.“ Die Beerdigung findet am Montag, den 27. Januar, nachmittags 8 Uhr, vom Sterbehause, Vinckestrasse 17, aus statt. Kranzspenden im Sinne des Verstorbenen dankend verbeten. SesehischtsHaut-, Blasenleiden, nerv. Schwüche etc. Dr. med. Horvath, appr. a. d. Wiener Universität n- Ehrlich-Hata 606. Martmund Brückstrasse 20, I. Elage Vortmabu,(Seiteneingang). Von 10—1 und—8 abends. Sonntags 10—1. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. Januar 1913, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Langestrasse 28, aus statt. Es wird höflichst gebeten, von Kondolenzbesuchen gütigst abzusehen. Statt besonderer Anzeige. Heute Nacht 12¼ Uhr verstarb nach langem, schwerem Leiden plötzlich und unerwartet unser lieber Vater, Schwiegervater, Grossvater und Schwager, Kaufmann Pranz Maler im Alter von 60 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Hombruch(Märkischestr.), Dortmund, Capellen, Ahlen i.., den 28. Januar 1913. Für die uns bewiesene Beileidsbezeugung beim herben Verlust unseres lieben Verstorbenen sprechen wir unseren heigerünlten Dank S. Wichlinghofen, im Jan. 1913. Tamike Billslnig. aus. 82. 4 Herren-, Burschenund Knabengarderoben darunter die elegantesten Massarbeiten kaufen Sie stets rlesig vertellhaft Westl. Kaufhaus u. Pfandleihanstalt O. m. b. M. Rheinischestraße 42 durch den Mittelgang. Die Beerdigung findet am Montag, den 27. Januar, morgens 9½ Uhr, vom Luisenhospital, Dortmund, aus nach dem Südwest-Friedhof statt. Einem Teil der heutigen Ausgabe liegt eine Beilage der Firma Heimann u. Co., Herne, bei. Ingenleur Böhm' Schule Dortmund, Luisenstr. 5, (nehen der Hauptvost) eröffnet einen Verkmeister Kursus an dem noch einige Schlosser, Maschinenbauer, Monteure, Eisendreher, sowie Werkmeister teilnehmen können. Einzige Privatschule in Dortmund und Umgegend, deren Leiter berechtigt und befähigt ist, derartige Kurse abzuhalten! Persönliche Anmeldungen fofort erbeten. Wer erteilt ein. Manne, 32 J. alt, verh., Unterricht in Massage usw. Ders. hat b. Militär die Sanitätsprüf. mit sehr gut bestanden. Schr. Ang. u. B. H. 948 an den Gen.=Anz. Dortm.( 4"- Wechuntan in Holzwicke. Aufnahmeprüfung am 10. März 1913. Anmeldungen nimmt entgegen 5066) Flicker, Inspektor. Stäutische Kaufm. Onterrichts-Anstalten Hiltropwall 19 Dortmund Telephon 3111 Anmeldungen: 1. Höhere Handelsschule. Abt. Schüler, Abt. Schülerinnen. Schüler: einjähr. Zeugnis, Schülerinnen: mind. 6jähr. Besuch einer höheren Mädchen- oder Mittelschule. 2. Handelsschule. Abt. Schüler, Abt. Schülerinnen. Erfolgr. Besuch d. Volksschule oder verwandt. Lehranstalt. 3. Wahlfr. kaufm. Abendkurse für männliche und weibliche Angestellte nimmt der Direktor möglichst bald schriftlich oder mündlich(Sprechst. 12—1) entgegen. Anmeldeiermulare und Prospekte versendet auf Wunsch: Dr. B. May, Direktor. Private Zuschneide-Schule für Frauen und Töchter(Privatunterricht) von Ehefrau Heinrich Winner. 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Grandend Pr.#A Hans Pr. S. 7. 8 Oster. Prr.-001 6s. 6e. Donm. Prr.-Anl Posss Prr.-Aal er. 6e. 99.806 99 705 100 00 5 98.50 82 7000 77.80 100 00 93.1000 99.6000 87 3000 96.800 76.000 80.750 92.300 99 0010 99 50 300 97.900 97 800 76.2360 98.400 SseinePr. Jui) v# ge11e? 96 230 87 300 87.500 99 250 97 800 98 250 97 800 99.230 87 300 39 750 99 500 82.000 93 20 87 25 99 200 97.104 98 903 98.750 83 100 3—.— bshelelet, Breslas 80. 91 Bromb.09 uk 19 6o. 1895. 99 Charlitb. 89/ 99 6e. 01 uin 17 d0 95 9902 05 Coln.St.-..98 Dusseld. 88/03 Elberf. St.-.99 68sen03 96 01 Feldser St.A. 07 HallescheSt.-A. ee. 39/92 Nann. 81.-A. 95 el. 84.A. 1898 40 04 ulv. 1 de 07 ek. 16 19 6e. 1889/98 do. 01. 02. 04 vogces, 1900 do 80 50 9102 Mündener 81.A Naumbs 97.00 Peiner st.-A. 03 Steitie.#. O. P. 0 Wieabes 00.0 Beri##b de. de. ve. 20u: 6e. de. de. de. 3 45 PIAm 01 P1b Pos. Kur okeum S9 8 K 14seh Gat e9. 6e. Oetereues de. Pona 1ns 98.000 87.250 81.300 96.900 97.300 97.100 94.400 96.100 89.705 29 800 99 903 97.300 98.500 98.50 99.400 38 100 87.903 97.524 96.2510 97 100 93.000 Posensche 6o. 1. O. Sächeisch. 6e. 4e. Schle. alff. de....0 Schlllisttt 69. Westtlang 60. de. Westp. vilt. 40. 60. 69. 822: 60. de. Ingeb. 70/8.-LITre. Bad. Präm..67 4 ernschr. 20fI. Cöln-Mind. Pr.A Hamb. 50 Tlr. Meia. 7 Getd.-I Oldend 4071.-4 99 25d Dag.kressaret 98.80B da Staatr. 97 101.100 Go. Saaur. 91 59 m Bucar. Anl. 961 42—.— Sven. Nir. 1001 44 96.905 de. do. Pes. 6 102.8010 Lissaben. St.-A. 4 77.80b senbahn- Stamm-Ailien 137.500 Auständische Fands 17597.100 97.100 97 915 91.80 83 750 99.250 99.800 99.900 97 200 99 600 118 003 105.500 25 IFCG R L. A DL V 87 de. inn 4000 U. 40 buse 1001v. do. Ges. 8. 8. 97 Soig St..92 26 Chile Geld-Anl. Anl.v1896 de. r. 1896 de. Tiests.-# de. v. 1896 Grisch. A. 81 84 de. Goldrente de. Wosepol #9.2. 10..7 de. Ner. Jes. 200 Desterr. Geldr de. Papterr! 6e. 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Man kennt dieses S ichen Erfahrungen her zur Leute, die sich dadurch noch bis dann die klar zu Tage 1 mehr aus der Welt zu schaf Sache so, daß wirklich bisher fertiggestellt ist, in dem 20 Sitärische und maritime Luf ##den, daß dagegen die Milité der Ausarbeitung begriffen nach dem bureaukrati „Was nicht in den Akten steh *#— nicht existiert. Nun w iel des Ableugnens ein Ende manche Blätter, die nur offiziösen Leim gegangen ingelium gewesen ist. Nicht viel anders verhält es #rung der„Norddeutschen" ü getz. Auch da wird wieder ei n Winkelzügen getrieben, die ##ter die Lupe nehmen muß, wi Irre führen lassen. Da wir r Begründung entbehrend“ ihst zahme Wendung gegenübe #ten Ausdrucksweise der Offizi #ng bezeichnet, der Reichskanzle Ach Andere Verhandlungen r eine Aenderung des. Jest der Nachdruck auf„Zentrun tten in unserer Mitteilung ###e Verhandlungen in Münch es als fraglich hingestellt, #rlin übertragen seien. Wir #ugefügt, daß Staatssekretär #renbach daran nicht betei Bedung trifft also das Dement ## nicht. latsveratunge Be Präsident Dr. Kaempf 1 Uhr. Kurze Aufri Im Reichstage ist heute de gen. Dr. Müller=Meiningen : Ist die öffentlich aufgeste daß in der letzten Zeit die französischen Fren onders intensiv war, und d jung minderjähriger deu #r sogar angeblich teilweise Rohm? Bejahendenfalls, w deten Regierungen zu tun nhalt zu tun? Rinisterialdirektor Lewa der Presse verbreiteten N. * Anwerbungen der franzi deutschem Gebiete sind entgangen. Sie hat in Asprechende Ermittelungen #indes keine Anhaltspunkt Zeit diese Werbetätigkeit ist und Wi Dortmunder Ste Dortm Iphigenie auf von Goeth Einen Augenblick sah es weches Geist einen Frevel v erne Vorhang weigerte sich ## 5 die Hohe zu gehen. nie moderne Technik ul ompiers. Dieser kam in 6 Vort. Jeder Kenner wu Versuch mit untauglick ##re. Die Aufführung des die größten Schwierigkei #eler vermögen in den se ähschen Dramas Herr zu nicht große Leidenscho #r ästhetischen Zoom behe kunstvolle Misch een verloren gegangenen " gibt es auch nicht eine die Titelrolle vollkom zerstört die Leidenschaf Deshalb wird die einen der beiden schon fü auch das ist selten. 2# nas-Körper Fabrik mit 33½% ich an Privete! ie illustr. Mustr durch & Otrörer, rehen(Rhid.) ger: Betenstr. 14 u. 2½—7 Uhr. brauchte Gtliche Neulieferungen ihmen, darunter kassen=., Bankden wir äußerst frko, Lieferung. erbeten. eltz, ik=Gesellschaft Düsseldorf 9, olfstraße 88. narienkähne er Abstammung. prämiert, in jeder islage abzugeben. König, Kesselstr.8 liger Nr. 25.(4. Blatt.) General=Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen. iefel.95 erin.50 tiefel 9 we. alle., 9 95 und 1193 s er..95 s e..45 ste..95 tiefel 05 22.. 30 B. I. und 50 0. uun3 F ner en n. 196 n. tt. 896. Das Geständnis. (Von unserem Berliner Bureau.) Berlin, 24. Januar. endlich hat die„Nordd. Allg. Ztg.“ auf dem vor #der Regierung zur Verfügung gestellten weiße die Bestätigung bringen dürfen, daß ein # Nilitärvorlage tatsächlich kommt und daß da eine Reihe von Mehrbedürfnissen unseres Hee ##befriedigt werden sollen. Was hat es nun de# #ziösen untergeordneter Art geholfen, daß si ##ner wieder hartnäckig alle Meldungen über ein Militärvorlage frischweg in das Reich der Er tungen verwiesen haben? Am schlimmsten Offiziosus des Reichsschatzamts daran, der noch wenigen Tagen versicherte, von einer neuen #resvorlage sei an unterrichteten Stellen nichts auch rein gar nichts bekannt, nur von einen ##tragsetat zum Ausbau der Luftflotte? De ###ner ließ sich dadurch nicht täuschen trotz de büffenden Sicherheit, mit der die Ableugnung Man kennt dieses Spiel von früheren ###ichen Erfahrungen her zur Genüge. Aber es Leute, die sich dadurch noch immer beirren lasswar, oder daß die Anwerbung minderjähriger Deutscher zugenommen hat. Die Behauptung, daß auf deutschem Boden eine Werbetätigkeit ausgeübt wurde, hat sich bisher in keinem Falle erweisen lassen und sich in verschiedenen Fällen als erfunden herausgestellt. Alle uns bekannt werdenden Fälle wurden mit Aufmerksamkeit verfolgt, und zutreffendenfalls wird mit größtem Nachdruck eingeschritten werden. Ledebour(sd.): Ist der Reichskanzler bereit, Auskunft darüber zu geben, ob und inwieweit die Konsulatsberichte aus den Balkanländern die von verschiedenen europäischen Zeitungen wiederholt vorgebrachten Behauptungen bestätigt haben, daß die Truppen der verbündeten Balkanstaaten sich Grausamkeiten gegen die türkische, albantsche und jüdische Bevölkerung haben zuschulden kommen lassen, die angeblich sogar den Charakter einer systematischen Ausrottung jener Bevölkerungsteile annahmen? Gedenkt der Kanzler ferner, die Entsendung einer Kommission durch die Großmächte zur Untersuchung jener Grausamkeiten und der durch die herbeigeführten Zustände anzuraten? Die Konsulatsberichte Geheimrat Lehmann: haben sich mehrfach mit den Ausschreitungen beTeute, die scg uu... Tatsachen schäftigt. Die Mitteilungen beruhen danach in der bis dann die klar zu Tage liegenden Tatsache: Hauptsache auf Schilderungen dritter Personen, de#b mehr auis der Malt zu schaffen sind. Hder liect ren Angaben nicht nachgeprüft werden können. Soweit sie sich auf Wahrnehmungen beteiligter Personen stützen, ergibt sich, daß die verantwortlichen Befehlshaber und die Behörden gegen Uebergriffe mit Nachdruck und Erfolg eingeschritten sind. Die zweite Anfrage ist zu verneinen. Ferner fragt Abg. Hoch(sz.) an: Ist die Behauptung richtig, das Kolonialamt habe im Widerspruch mit der im vorigen Jahre abgegebenen Zusage des Staatssekretärs des Kolonialamts seine Zustimmung dazu gegeben, daß die Diamantenregie einen neuen Vertrag über die Abgabe der Diamanten aus Südwestafrika schließt, bevor der Reichstag zu den Bedingungen des Vertrages Stellung nehmen konnte. 8# Geheimrat Schmidtmann: Der Staatssekretär des Reichskolonialamts hat am 19. April irts Nachnahme stattet.(5129 abhans muss Schontmund sellweg 43 sellweg 118 u meyr aus der Welt zu schaffen sind. Hier liegt Sache so, daß wirklich bisher nur ein Nachtragsfertiggestellt ist, in dem 20 Millionen für die Bitärische und maritime Luftflotte angefordert #en, daß dagegen die Militärvorlage noch erst ##der Ausarbeitung begriffen ist, also noch nicht — nach dem bureaukratischen Spruche also „Was nicht in den Akten steht, ist nicht vorhan#— n i c h t e x i s t i e r t. N u n w i r d d a s u n w ü r d i g e iel des Ableugnens ein Ende haben, nachdem es manche Blätter, die nur zu beveitwillig auf offiziösen Leim gegangen waren, bisher ein ingelium gewesen ist. Nicht viel anders verhält es sich mit der Er##rung der„Norddeutschen" über das Jesuiten#etz. Auch da wird wieder ein Spiel mit offizin Winkelzügen getrieben, die man ganz genau ##ter die Lupe nehmen muß, will man sich nicht in Irre führen lassen. Da wird nämlich nur als #r Begründung entbehrend"(man beachte die ihst zahme Wendung gegenüber der sonstigen ro##en Ausdrucksweise der Offiziösen!) die Behaup## bezeichnet, der Reichskanzler führe selbst oder #cch Andere Verhandlungen mit dem Zentrum er eine Aenderung des Jesuitengesetzes. Hier der Nachdruck auf„Zentrum" zu legen. Wir #en in unserer Mitteilung bereits betont, daß ##e Verhandlungen in München begonnen seien, des als fraglich hingestellt, ob sie bereits nach ##rin übertragen seien. Wir hatten auch gleich ##ugefügt, daß Staatssekretär Delbrück und Abg. ###enbach daran nicht beteiligt seien. Unsere ##ildung trifft also das Dementi der„Nordd. Allg. nicht. Die Kalünteressenten behaupten, daß de raus der Kaliabgabe gebildete Reservefonds ungesetzlich sei, und verlangen, daß er dem Kalisyndikat in#e Hände gespielt werden soll. Der Fonds ist nicht ungesetzlich und sollte im Interesse der Allgemeinhaft und der Bergarbeiter verwandt werden. In der Deukschvift über die Arbeitsverhältnisse und Tanifverträger dor Kaliwerke werden die Namem der Werke verschwiegen, weil die Besitzer die Veröffentlichung richt wünschten. Das hätte die Regierung doch zum Nachdenken bringen müssen. Die Verträge sind allerdings so, daß die Werke allen Grund haben, ihne Naman zu verschweigen. Wir verlangen ainen besseren Arheiterschutz. Tarifverträge müssen von den Arbeitern fwechillig anerkannt werden. Am besten durch die Organisationen. Die süskalischen Werke müssen andlich Musterbetviebe werden. Unterstaatssekretär Richter: Der Absatz der deutschen Kalüindustrie hat sich in den letzten sechs Jahren nahezu verdoppelt. Dem Vorredner kann ich nur davin beipflichten, daß die außerordentliche Vermehrung der Kaliwerke in den letzten Jahren sehr bedenklich ist. Namentlich wird dadurch die Gefahr des Wassereinbruchs in die Kaliwerke vermehrt. Der Schaden eines solchen Ereignisses ist ganz unübersehbar. Ferner werden in die neugegründeten Werke so große Kapitalien gesteckt, daß dies äußerst bedenklich erscheint. Nach einer Berechnung würde ein Erwerb der Kaliwerke ungefähr bis anderthalb Milliarde Mark betragen. Ich würde vor einer so enormen Summe für die Verstaatlichung nicht einmal zurückschrecken, wenn nicht die Gefahr bestände, daß auch in andern Ländern Kali gefunden würde, und daß dann mit einem Male die ganzen Gelder verloren gingen; deshalb kann man heute dem Gedanken, ein Kalimonopol einzuführen, nicht weiter nachgehen. Ein großer Fehler des Gesetzes von 1910 besteht in der Möglichkeit, durch Niederbringung eines zweiten Schachtes eine zweite Quote zu erlangen. Auch das ist erst auf Grund der Fassung, die das Gesetz im Reichstag erhalten hatte, möglich geworden. Der Arbeiterschutz statsberatungen im Reichslage. Berlin, 24. Januar. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung 1 Uhr. Kurze Aufragen. Im Reichstage ist heute der Tag der kurzen Anigen. Dr. Müller=Meiningen(Fortschr. Vv.) fragt : Ist die öffentlich aufgestellte Behauptung rich# daß in der letzten Zeit die Werbetätigkeit der französischen Fremdenlezion #onders intensiv war, und daß vor allem die Anrbung minderjähriger deutscher Staatsangehöri#r sogar angeblich teilweise auf deutschem Boden, #hm? Bejahendenfalls, was gedenken die ver#ndeten Regierungen zu tun, um diesem Unwesen nhalt zu tun? Rinisterialdirektor Lewald: Die neuerdings der Presse verbreiteten Nachrichten über angeb* Antverbungen der französischen Fremdenlegion deutschem Gebiete sind der Reichsregierung ##ht entgangen. Sie hat in jedem einzelnen Falle ###prechende Ermittelungen veranlaßt. Es haben #indes keine Anhaltspunkte ergeben, daß in letzZeit diese Werbetätigkeit besonders intensiv v. J. in der Budgetkommission erklärt, was die Frage anlange, daß die Verwaltung mit dem Abschluß des Vertrages hätte warten sollen, bis der Reichstag sich schlüssig gemacht hätte, so bemerke er, daß der Abschluß solcher Verträge in die Exetutive der Regierung falle und daß es auch tatsächlich unmöglich sei, derartige Verträge in parlamentarischer Weise abzuschließen. Das Reichsamt des Innern. Die zweite Lesung des Etats des Innern wird bei der Reichsschulkommission fortgesetzt. Abg. Schulz=Erfurt(sd.): Durch unsern Anttag, die Schulkommission zu einem selbständigen Feichsamt auszubauen, sollen die Einzelstaaten aufgemuntert werden, etwas flotter vorzugehen, das deutsche Volk würde sein Volksschulwesen lieber in den Händen der Sozialdemokraten sehen als in denen des internationalen römischen Klerikalismus. Herr Kerschensteiner steht ja in erfreulichem Gegensatz zu dem preußischen System, aber auch die Ansichten liberaler Lehrer stimmen gar nicht mit ihm überein. Die Regierung möge doch von dem Gedankenreichtum, der sich in ihrem lebhaften Schweigen äußert, dem Hause etwas mitteilen. Abg. Wörle(Ztr.): Prinzipielle Gegensätze der Weltanschauung schließen es aus, daß wir uns mit der Sozialdemokratie über Schulfragen einigen. Wir halten an den bisherigen staatlichen Schulen fest. Die reichsgesetzliche Ordnung würde ungezählte Millionen kosten. Ein Schulbeirat, wie Kerschensteiner ihn verlangt, wäre eine Halbheit, nach der anderen Hälfte schreit. Abg. Hoff(Fortschr. Vp.): Unsere Volksschulen leisten viel Gutes, doch ist ein großer Teil an ihnen überfüllt. Die Lehrerbildungsanstalten müssen das Recht erhalten, das Einjährigenzeugnis früher zu geben. Jetzt stehen die Lehrer immer noch unter einem Ausnahmezustand. Die sozialdemokratische Resolution, ein Reichsschulamt einzurichten, wird abgelehnt. Für die Ausführung des Kaligesetzes sind 6050000 Mk. ausgesetzt. Für Landwirtschaftliche Korporationen, Genossenschaften und Verbände, und zur Förderung der Kolonisation von Oedland werden 900000 Mk. ausgesetzt. Ein Antrag Behrens(Wirtsch. Vog.) will diese Summe um 100000 Mk. erhöhen. Abg. Sachse(Soz.): Das Kaligesetz soll bis 1925 gelton; aber jetzt schon stellt es sich heraus, daß es ganz unbrauchbar ist. Wir haben mit unse. ven Befürchtungen wieder einmal Recht gehabt. Die Ueberproduktion an Kaliwerken ist ungeheuer. Mit der Verstaatlichung wollen wir der Ausbeutung eüinen Riegel vorschieben. Die Kalfinteressentm aber wollen mor ein Bombengeschäft dabai machan. wird durch die einzelstaatliche Gesetzgebung geregelt, und deren Bestimmungen gelten auch für den Kalibau. Der Abg. Sachse klagte, daß hier die Arbeitszeit länger sei als in den Steinkohlenberg= werken. Die Arbeitszeit in diesen gilt aber als ungleich beschwerlicher als in den Kaliwerken, weil in diesen die hohen Temperaturen besser ertragen werden können. Es soll dann durch die Verträge mit den Arbeitern ihnen verboten worden sein, irgend einer Organisation anzugehören. Die Leute waren durch eine Arbeitsvermittlungsstelle angeworben worden, und diese hatte eine derartige Bestimmung in den Arbeitsvertrag ausgenommen. Die Verwaltung hat dann sogleich Remedur geschaffen. Abg. Speck(Ztr.): Die Ziffern der Hauptabrechnung von 1911 beweisen, wie schwierig es ist, die Entwicklung einer jungen aufblühenden Industrie im Voraus abzuschätzen. Sie beweisen auch, daß die guten Absichten des Kaligesetzes doch nur in recht bescheidenem Maße erreicht worden sind. Von der Notwendigkeit eines neuen Kaligesetzes sind wir wohl alle überzeugt. Kali verträgt ein Monovol eher als das Petroleum, das zum allergrößten aus dem Ausland kommt. Wir werden den Beschlüssen der Kommission zustimmen und hoffen, die Kaliproduktion in gesunde Bahnen zu lenken. Abg. Dr. Bärwinkel(nl.): Ich glaube doch meiner Verwunderung Ausdruck geben zu müssen, daß man auch in diesem Jahre die vollen Konsequenzen aus den bisherigen Erfahrungen nicht zu ziehen gewillt ist. Die Darlegungen des Kalisyndikats, das doch gewiß gründlich informiert ist, sind so überzeugend, daß man schon ganz besondere Gründe haben muß, wenn man sich trotzdem nicht entschließen kann, etwas tiefer„in die Pinke zu greifen: Hier scheint schon das neue Gesetz seine Schatten vorauszuwerfen. Ich möchte doch davor warnen, über den Reservefonds in dem neuen Gesetz anders zu bestimmen als es das bestehende tat. Die Kontrolle der Propagandagelder hat dazu geführt, daß man heute von Schmiergeldern nicht reden kann. Die Sozialdemokraten wollen expropriieren ohne Entschädigung, die übrigen Parteien sind zu gerecht, um das mitzumachen. Die Möglichkeit eines Monopols mit Entschädigung ist aber ausgeschlossen, da anderswo Kali gefunden werden kann. Wir haben uns durch unsere vorjährige Resolution vollkommen freie Hand gelassen. Wir hoffen, daß das neue Gesetz uns recht bald vorgelegt werden möge. Man munkelt davon, daß der neue Entwurf auch die Kaliabwässerung regeln soll. Es ist zu erwarten, daß er nicht in dem Sinne der bekannten Ausführungen des Grafen Posadowoky ausfallen wird. Auch wir wünschen ein Gesetz zum Schutze der Reinhaltung der Gewässer, aber ein einseitiges Gesetz gegen die Kali=Industrie wäre bedenklich. Möge uns die Denkschrift und das neue Kaligesetz recht bald vorgelegt werden, damit nicht eine unnötige Beunruhigung entsteht.(Beifall.) Abg. Arnstadt(kons.): Die Inlandpropaganda muß vermehrt werden. Der Absatz verträgt eine wesentliche Steigerung. Der Bund der Landwirte beschwert sich mit Recht darüber, daß seine Propagandagelder so knapp bemessen werden. Man komme nicht mit Schmiergeldern und ähnlichen alten Ladenhütern. Davon spricht kein Mensch mehr; deshalb keine kleinliche Kontrolle für diese Gelder. Unterstaatssekretär Richter: Kali=Abwässer werden nicht anders behandelt als andere Abwässer. Abg. Behrens(Wirtsch. Vag.) begründet seinen Antrag, die von ihm geforderten weiteren 100000 Mark für die Inlandpropaganda aus dem Reservefonds zu entnehmen. Abg. Gothein(Freis. Vp.): Herr Arnstadt hat die berühmte warme Lanze für den Bund der Landwirte eingelegt. Warum gibt der Bund nicht an, wie er die Gelder verwendet. Er ist eben ein politischer Verein. Der Kaliabfluß könnte zweifellos auch im Inland gesteigert werden, wenn dem kleinen Bauern billiges Kali zur Verfügung gestellt würde. Das wäre die beste Propaganda. Das Gesetz ist zugunsten der Spekulanten gemacht worden, die ihre faulen Kaliwerte los werden wollten. So wird ein Nationalvermögen vergeudet, und in wenigen Jahren muß der Zusammenbruch doch kommen. Ueber ein Kalimonopol ließe sich reden, aber nur zu Zeiten, wo die Werte billig zu haben sind, wie Maybach das bei der Verstaatlichung der Eisenbahnen machte. Abg. Behrens(Wirtsch. Vog.): Die Vermehrung des Propagandafonds für das Inland ist nötig. Dabei ist zu verlangen, daß der Reichstag die Kontrolle über die Verwendung der Propagandagelder bekommt. Unterstaatssekretär Dr. Richter: Es ist nicht richtig, wir Abg. Gothein behauptet hat, daß ich in der Kommission gesagt habe, daß der Kaliabsatz im Inlande einer Steigerung nicht mehr fähig sei. Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe dabei auf die Oedländereicn und Moore hingewiesen. Abg. Dr. Cohn(Soz.): Das Kaligesetz hat nicht eine Verminderung der Kaliwerke gebracht, sondern vielmehr eine Vermehrung. Entgegen allen kaufmännischen Prinzipien werden in der Kaltindustrie zur Gewinnung kleiner Vorteile ungehoure Kapitalien investiert. Das einzige Hülfsmittel gegen alle Schädigungen des Gesetzes ist die Verstaatlichung der Kalfiindustrie. Bei der Revision des Kaligesetzes müssen entschieden die Wünsche der Arbeiter berücksichtigt werden. Der Titel wird bewilligt. Sonnabend, 25. Jannar 1913. Lokale Nachrichten. Dortmund, 25. Januar. Dortmunder Gedenktage. 975, 25. Jan.: Kaiser Otto 2. in Dortmund, wie auch 978(Juli) und 979(März). Volitische üebersicht — Der Rudolstädter Landtag lehn die Teuerungszulage ab. Der Rudolstädter Landtag hat gestern, wie uns ein Privattelegramm meldet, nach fünftägiger sohr erregter Debatte die nachträgliche Genehmigung zu der am 19. Juli 1912 verfügten achtprozentigen Teuerungszulage einstimmig abgelehnt. Die Regierung nahm diesen Beschluß stillschweigend auf. Nach der Verfassung kann die Regierung dann, wenn der Landtag nicht versammelt ist, Gesetze erlassen, die aber der nachträglichen Zustimmung des Landtages zu ihrer Gültigkeit bedürfen. Da diese Zustimmung vorläufig verweigert wurde, dürfte die Rückzahlung der bereits gewährten Teuerungszulagen unumgänglich notwendig sein. — Der Kampf um das Frauen stimm recht. Im englischen Unterhause begann am Donnerstag nachmittag die Beratung über die Entschließung, durch die die Beratungszeit des Wahlrechtsgesetzentwurfs festgesetzt wird. Die Beratung über die Vorlage selbst beginnt heute. Die Frage des Frauenstimmrechts erregt in der Oeffentlichkeit das äußerste Interesse und die größte Besorgnis. Die Frage wird der freien Entscheidung des Hauses überlassen werden, und da in diesem Punkte alle Parteiunterschiede verwischt sind, so herrscht in den verschiedenen Parteien die größte Verwirrung. Es kann daher auch keine bestimmte Schätzung über das voraussichtliche Ergebnis der Abstimmung über die Abänderungsanträge über das Frauenstimmrecht gegeben werden. Die Beratung über den ersten Abänderungsantrag beginnt heute. Es ist dies der Greysche Abänderungsantrag, der dahin geht, im ersten Artikel der Vorlage das Wort„männlich" zu streichen, wodurch es ermöglicht wird, die weiteren Abänderungsanträge einzubringen, die das Wahlrecht in verschiedenster Gestalt auf Frauen übertragen wollen. Wenn der Greysche Abänderungsantrag durchfällt, so hat damit die Sache des Frauenstimmrechts eine entscheidende Niederlage erlitten. Zur Kaiser=Geburtstagsfeier findet am Montag 9 Uhr vormittags eine Parade der hiesigen Kriegervereine und Sanitätskolonnen auf dem Hohen Wall vor dem Kriegerdenkmal statt, die Exzellene Generalleutnant v. Harbou abnehmen wird. Zur Einleitung der Geburtstagsfeier führen die Spielleute der beiden hiesigen Sanitätskolonnen gegen 7 Uhr auf dem Marktplatz das militärische Wecken durch und schlagen anschließend die Nationalhymne und den Preußenmarsch. Postdienst am Geburtstage des Kaisers. Am 27. Januar findet bei der Post im Ortsbestellbezirke von Dortmund eine einmalige Brief=, Geld= und Paketbestellung, im Landbestellbezirke eine einmalige Bestellung von Sendungen jeder Art statt. Die Ortsbriefbestellung erfolgt wie an Sonntagen. Die Postschalter sind von 8 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags bei sämtlichen Ortspostanstalten, wie an Werktagen, nachmittags aber nur beim Postamt 1(Hauptbahnhof) wie an Sonntagen geöffnet. Die Stadtbibliothek(Markt 16) und das Lesezimmer Norden(Mühlenstraße 41a) bleiben Montag, 27 Januar(Kaisersgeburtstag) den ganzen Tag geschlossen. Das Lesezimmer Westen in der Rheinischenstraße wird Montag, 27. Januar, nachmittags 7 Uhr geschlossen. Das Stadtverordneten=Kollegium wird durch die Eingemeindungen um 12 Sitze vermehrt werden und dann 70 Mitglieder zählen. Die Gemeinden Dorstfeld, Huckarde und Eving haben sich ausbedungen, je drei Mitglieder aus ihren Gemeinden in das Stadtparlament zu entsenden, Rahm und Wischlingen wählen gemeinsam einen Stadtverordneten, Deusen und Lindenhorst je einen. Der Magistrat wird um zwei Mitglieder verstärkt werden, da Dorstfeld und Eving je ein Magistratsmitglied entsenden werden. Die zurzeit vorhandenen Magistratssitze reichen für gewöhnliche Tagungen noch aus, wenn aber bei wichtigen Sitzungen auch zahlreiche Vorsteher städtischer Verwaltungszweige erscheinen, dann wird man schon eng zusammenrücken müssen. Ob es möglich sein wird, die zwölf neuen Stadtverordneten im alten Sitzungssaale ohne Vornahme baulicher Veränderungen unterzubringen, ist fraglich. Der Eisenbahnverkehr im Industriebezirk nimmt einen immer größeren Umfang an. Die Staatsregierung hat selbst erkannt, daß die bestehenden Einrichtungen nicht mehr für das moderne Verkehrswesen ausreichen und umfassende Reformen geschaffen werden müssen. Außer der vom Minister für öffentliche Arbeiten selbst in den Weg geleitete Linie Dortmund—Recklinghausen ist eine weitere Strecke Dortmund—Schwerte—Iserlohn—Finnentrop geplant, die auch zweifellos zur Ausführung kommt. Was besonders interessieren dürfte, ist der Entschluß der Staatsbahn, auf der Strecke Dortmund—Holzwickede—Unna vom 1. April 1914 auch ein regelmäßiger Schnellzugsverkehr einzurichten. Zu diesem Zwecke ist ein vollständiger Umbau= und Erweiterungsbau des Bahnhofs Apler= beck notwendig. Die Gesellschaft der Aplerbecker Hütte hat ohnehin die Erweiterung ihres Werkes ins Auge gefaßt, sodaß die bestehenden Gleisanlagen schon aus diesem Grunde nicht mehr ausreichen würden. Die Eisenbahndirektion hat daher beschlossen, das Empfangsgebäude und den Güterschuppen des Bahnhofs Aplerbeck niederzulegen und ein neues Stationsgebäude weiter nördlich an der Provinzialstraße zu errichten. Es wird dadurch erreicht, daß die Gleise vermehrt und zwei Bahnsteige angelegt werden können, die mit einer Unterführung verbunden werden. Der Bahnhof Aplerbeck erwies sich schon seit Jahren als unzulänglich; man versuchte durch Flickereien die Mängel zu beseitigen, doch wurden nicht die Verhältnisse geschaffen, die dem erhöhten Verkehr entsprachen. Durch den Bahnhofsneubau soll nun reiner Tisch gemacht und auch nach außen hin etwas Schönes für Aplerbeck geschaffen werden. Die Nachricht wird in der Aplerbecker Bürgerschaft zweifellos mit freudiger Genugtuung ausgenommen werden. Der Charakter als„Geheimer Baurat“ wurde dem Generaldirektor des„Phönix", Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb, Königlichen Baurat Beukenberg, hier, verliehen. Auf die Erschwindelung eines Gebührenvorschusses scheint es ein Mann in London abgesehen zu haben, der sich Dr. Paul Martin nennt. Vor einigen Tagen empfing ein Kaufmann in einer schlesischen Kleinstadt einen Brief des angeblichen Martin, worin ihm eröffnet wurde, daß ihm in einer amerikanischen Erbschaftssache ein Erbieil zugefallen sei. Gleichzeitig wurde er gebeten, den mitgeschickten Fragebogen ausgefüllt zurückzusenden und 20 Mark in Papiergeld zur Deckung der Vorspesen beizufügen, damit Dr. Martin die Auszahlung der Erbschaft veranlassen könne. Da es sich ist und Wissenschaft. Stadttheater. Dortmund, 25. Januar. Iphigenie auf Tauris. von Goethe. # einen Augenblick sah es so aus, als wollte #iches Geist einen Frevel verhindern, denn der ##eine Vorhang weigerte sich mit konstanter BosCz in die Höhe zu gehen. Endlich siegte aber die moderne Technik über den Genius des ompiers. Dieser kam in der Vorstellung kaum Vort. Jeder Kenner wußte vorher, daß es Versuch mit untauglichen Mitteln werden e. Die Aufführung des Stückes bietet allerdie größten Schwierigkeiten. Moderne Schau###cier vermögen in den seltensten Fällen des ächschen Dramas Herr zu werden. Sie verFiu nicht große Leidenschaften, die aber stets ästhetischen Form beherrscht werden, darzuien. Tiese tunstvolle Mischung gebort offenbar! ## den verloren gegangenen Künsten. Denn zur aibt es auch nicht eine einzige Künstlerin, die Titelrolle vollkommen erschöpft. Entzerstört die Leidenschaft die Form oder um###r. Deshalb wird die richtige Darstellung einen der beiden schon für genügend befunden. # aug das ist jelten. Die meisten schwanken und Herr Weiglin als r. Leng war dies der Voy, Fesorrg=„hrochz, In e ger gut gewäht. Wslea in alem: ein verloLena war dies der Fo schaftlichkeit wurde nicht zum Ausdruck gebracht. Auf der anderen Seite entbehrte Gestikulation und Vortrag der Schönheit. Erstere war monoton und beschränkte sich im Wesentlichen auf ein Ausstrecken der Arme, was übrigens keineswegs die typische griechische Gebärde des Affekts gewesen ist. Die Sprache entbehrte des notwendigen ebenmäßigen Rhythmus und der Musik. Es fehlte nicht an unrichtigen Betonungen. Go z. B. in der bekannten Stelle des ersten Akts: Ein unnütz Leben ist ein früher Tod, Dies Frauenschicksal ist vor allem meins. Hier betonte die Darstellerin die Worte„unnütz" und„dies". Beides falsch. Unnütz Leben ist ein Begriff. Leben trägt daher auch den Ton, um so mehr, als es zum Tod im Gegensatz gestellt wird. Und im zweiten Vers trägt sinngemäß nicht„dies" den Ton, sondern das Wort„Frauen". Noch mehr leistete in unrichtiger Betonung Herr Janke (Pylades). Er betonte systematisch das erste Wort des Verses. Im übrigen wußte er und die anderen Darsteller, in denselben Fehler wie die Titelrolle verfallend, nicht das richtige Maß zu halten. Besonders auffällig war das bei Herrn Mayr (Orest). Er war durchaus einförmig und ließ nichts von einem Helden, dem Sohne und hohen Agamemnon ahnen. Ganz verfehlt war die Darstellung der Vision im dritten Akt. Herr Binder(Arkas) war für einen rauhen, kriegsgowohnten Seythen meher gut gewählt. Alles in allem: ein verlorener Abend. Warum ist aber auch der eiserne Vorhang nicht standhaft geblieben? *** Kammermusik=Abend. Dortmund, 24. Januar. In Vertretung des Orchesters, das heute ein Hofkonzert in Bückeburg gab, spielten die Lehrer des Hüttner=Konservatoriums an der Kronenburg. Da zur Zeit das Orchester seinen Beethoven=Zyklus gibt, so standen auch diesmal im ersten Teile des Programmz nur Werke von Beethoven und zwar das.moll=Quartett op. 18 Nr. 4 und eine Reihe von Liedern, unter diesen das beliebte„Adelaide". Das Quartett zeigt uns Beethoven auf der Grenze seiner ersten und zweiten Schaffeneveriode. Das rein formalistische Prinzip tritt schon mehr und mehr zu Gunsten eines aus innerstem Empfinden hervorquellenden Subjektivismus zurück, die Tonsprache wird zur Sprache einer reichen Künstlerindividualität. Allerdings kam einem dies bei der heutigen Wiedergabe des Quartetts nur wenig zum Bewußtsein. Die Spieler, namentlich die Mittelstimmen, kämpften noch zu sehr mit dem Technischen, um hinreichenden Nachdruck auf das spezizisch Seelische legen zu können. Zudem wurde manches, ver allem in den Mittelstimmen, recht bedenkdes so schönen Quartetts matt und unbefriedigend. Zugegeben muß allerdings werden, daß der Raum, der sich für Kammermusitzwecke nicht sonderlich eignet, ernüchternd auf die Ausführung des Beethovenschen Werkes wirkte. Wesentlich besser gestaltete sich der Eindruck des zweiten Konzertteiles, der die interessante und klangschöne Es=dur Sonate op. 18 von Rich. Strauß und das in milde Melancholie getauchte=mollTrio op. 50 von Tschaikowsky brachte. Namentlich war es das Trio, um das sich die Herren Gumprecht, Kwast und G. Bunck mit künstlerischem Gelingen verdient machten. Der impulsiven Tonsprache der Strauß=Sonate hätte man in den beiden Außensätzen durch eine temperamentvollere Reproduktion noch mehr gerecht werden können. Herr Curth Fink=Garden sang vier Lieder von Beethopen,„Adelaide",„Wonne der Wehmut",„Mailied" und„Mit Määdeln sich vertragen“. in seiner gesanglich und musikalisch vornehmen Art des Vortrages, in der Tonentfaltung freilich nicht mit der Frische, die man sonst an dem Sänger gewohnt ist, das letzte Lied wurde auf lebhaftes Verlangen wiederholt. Die Kronenburg zeigte heute größere Lücken im Zuhörerraum als gewöhnlich, ein Beweis, daß die Kammermusik nicht die Zugkraft auf unser Publikum ausübt, wie unser Orchester mit seinen Vorträgen, namentlich wenn es sich um den Becthovenenklus handelt. Die Ausführenden wurden durch viel Beifall ausgezeichnet. Singakademie. In dem am 10. Februar in der Kronenburg stattfindenden 2. Konzert der Singatademie(Dirigent: Robert Schirmer) wird die lich unrein gespielt. so blieb denn der Eindruck mitwirkende Sopranistin Frau Rauin Ehren fried die Ozean=Arie aus„Oberon“ von Weber und Lieder von Wolf, R. Wagner und'Albert Der hier geschätzte Bariton Herr Richard singen. Schmidt bringt Lieder von Schubert und Gust. Mahler zum Vortrag. Außer den genannten Künstlern sind noch solistisch beteiligt Frau Margarethe Spanjaard(Alt) und Herr Ewald Peitzter(Tenor), beide Schüler Robert Schirmers. ** Hamburg, 24. Jan. Im Deutschen Schauspielhause erlebte das„Schauspiel mit seltsamen Geschehnissen in vier Akten“ Alt=Nüremberch von Charles Leyst seine zwischen gelangweilter Ablehnung und ironischem Beifall geteilte Uraufführung. Es handelt sich um eine roh zugehauene Lärmgeschichte, mit veilchenblauen Liebesgedanken durchwirkt und auf altertümlerndes Büttenpapier in einem unmöglich verschrobenen Hochdeutsch geschrieben. Man erlebt Stäupung, Schandpfahl und zahlreiche sonstige Rüstzeuge des Mittelalters, ja, sogar die Personifikation der Pest, die mit gezückter Sense über die Bühne fegt und die Nürnberger in die Flucht treibt. Die Hamburger machten zu der erstaunlichen Feststellung, daß eine Bühne wie das Deutsche Schauspielhaus eln solches Stück an das Licht bringen konnte, schließlich gute Miene und riefen den kubekannten Verfasser am Ende der Posse an die Rampe. Die meisten aber schlichen gähnend nach Hause. Das Stück dauerte 3½ Stunden.(Köln, Ztg.) anscheinend um einen Schwindel zur Erlangung der angeblichen Vorspesen handelt, wird vor Dr. Martin gewarnt. Sprengungen. Durch die Firma Hirsch u. Magnus werden morgen auf der früheren Zeche„Neu Lüsseldorf" an der Düsseldorferstraße Sprengungen von Eisenteilen vorgenommen. Die Sicherheitsmaßregeln sind getroffen. Die Sprengungen werden in der Zeit von—4 Uhr nachmittags ausgeführt; es werden etwa 8 Schüsse abgegeben werden. Festgenommen wurde der Schiffsjunge— Fürsorgezögling— Wilhelm Hohberg, weil er auf dem Schulschiff„Germania“ in Emden, wo er untergebracht war, 50 Mark gestohlen und nach seiner heimlichen Entweichung vom Schiff in der hiesigen Gegend vetschiedene Einbruchsdiebstähle ausgeführt hat. U. a. hat er in hiesiger Stadt Hühner und Tauben usw. gestohlen und auch mehrfach auf der Straße kleinen Kindern das Portemonnaie entrissen. Festgenommen wurden ferner die Arbeiter Emil Oberwetter, Heinrich Becker und Otto Busch, der Knecht Heinrich de Reux und der Glasbläser Max Nitschke wegen Einbruchsdiebstahls und Zehlerei. Selbstmord. Am 23. d.., 6½ Uhr vormittags wurde der Arbeiter Wilhelm Lange aus Löhne auf dem Eisenbahnkörper am Hahnenmühlenweg, von einem Eisenbahnzuge überfahren, kot aufgefunden. Nach einem hinterlassenen bei ihm vorgefundenen Schreiben hat er den Tod gesucht. Die Leiche beindet sich in der Leichenhalle des südwestlichen riedhofes. Ueberfall. Der Arbeiter Emil Schwalguhn, ohnhaft Langestraße 7, stürzte gestern vormittag auf dem Eisen= und Stahlwerk Union von einem Hochofen, wobei er sich schwere Quetschungen am Oberkörper zuzog. die seine Ueberführung in das rankenhaus erforderlich machten. Ueber Blumendiebstähle auf dem Ostenfriedhofe vurden in letzter Zeit wiederholt Klagen geführt. Diese Klagen haben jetzt zu einer verstärkten Aufsicht geführt, sodaß die Diebstähle hoffentlich aufhören werden. Kohlengewinnung und Kohlenverbrauch im Jahre 1912. Die statistischen Ausweise über die Kohlenjewinnung sowie über die Einfuhr und Ausfuhr in Brennstoffen aller Art liegen nunmehr für den Monat Dezember vollständig vor, so daß sich jetzt in Ueberblick für das ganze Jahr 1912 gewinnen äßt. Hervorzuheben ist zunächst, daß im Monat Dezember bei 24 Arbeitstagen gegen 24½ im voringegangenen Monat die Steinkohlenförderung bermals und zwar um rund 60000 T. auf 14,86 Nill. Tonnen gestiegen ist. Auch die Kotserzeugung at vom November auf den Dezember noch eine eitere Zunahme von 2,60 auf 2,71 Mill. Tonnen erfahren. Dagegen sind die Braunkohlenförderung ind die Herstellung von Briketts und Naßpreßsteiten gegenüber dem November etwas zurückgegansen. Bei allen vier Brennstoffen werden jedoch die Ziffern des Monats Dezember 1911 erheblich überteiter.#. r###. Sech Zieht man die Ziffern der Emfuhr und ausfuhr heran und benechnet dann den Verbrauch, so ist die deutsche Steinkohlenförderung um rund 16,3 Möll. Tonnen gestiegen. Die Einfuhr ist gegenüber dem Vorjahre etwas zurückgeblieben, aber die Ausfuhr hat um rund 8,7 Mill. Tonnen zugenommen, eine Erscheinung, die sich in der Hauptsache aus dem iglischen Bergarbeiterausstand erklärt, da die eutsche Kohle während dessen Dauer und noch ange danach auf dem Weltmarkt für die englische kohle einsppingen mußte. Noch bemerkenswerter ils diese Steigerung der Ausfuhr ist aber die Tatache, daß der anländische Kohlenverbrauch im Jahre 1912 um meichlich 12000000 Tanmen zugenommen hat, ein deutlicher Beweis für die erheblich lebhafzue Tätigkeit unsever ganzen heimischen Industvie. Im Einklang damit zeigen auch Kolserzeugung ind Koksverbrauch eine erhebliche Steigerung, wie das nach den gewaltigen Ziffem unserer RoheisenErzeugung nicht anders zu erwarten war. Verhält#ismäßig noch weit stärker als die Steinkohlenför. derung, wenn auch absolut an denen Ziffern bei veitem nicht heranreichend, sind aber Braunkohlenörderung und Braunkohlenverbrauch gestiegen. Beide zeugen eine Zunahme um rund 9 Mill. Tonnen gegenüber dem Vorjahr. Die Erklärung hierfür hegt darin, daß die Braunkohle vermöge ihrer besonderen Eigenschaften und ihrer größeren Billiglait sich neben der Steinkohle ein von Jahr zu Johr rößer werdendes Absatzgebiet erringt. Minder bedeutsam sind die Veränderungen, die in der Herstellung und im Verbrauch von Briketts und Naßdreßsteinen eingetreten sind. Auch hier ergibt sich indes eine stark aufsteigende Bewegung. Vermischtes. —(Luftschiffahrt und Personenndsgesetz.) Die Kodifizierung der Luftgesetzjung beschäftigt bekanntlich seit langer Zeit die risten aller Länder; in England hat man jetzt far eine Kommission von Juristen ernannt, deren itigkeit darin bestehen soll, einen Gesetzentwurf szuarbeiten, der dann den gesetzgebenden Körschaften und einem Internationalen Luftschiffirtskongreß unterbreitet werden soll. Besonders Personenstandsgesetz für Luftschiffer schafft den rren große Sorgen, die Frage der Regelung der die auf Luftfahrzeugen geschlossen werden, beh#'en und Sterbefälle die vorkommen und Nasim-Pascha Sultan Mohammed X. der erschessere Kriegemneter A. .21b. 5 Kiamil-Pascha der abgeretzte Orsssenier Schükri-Pascha der Verteidiger Adrianopels Enver-Bei der jungtürkische Führer Mahmud-Schewket der neue Grosswesser Izzet-Pascha der neue Kriegsminister Talaat-Bei Minister des innern Die Umwalzung in der fürkel. Wie es kaum anders zu erwarten war, hat die Note.r Großmächte mit ihren demütigenden Bedingungen in der Türkei gerade das Gegenteil von dem bezweckt, was sie anstrebte. Die Revolution ist in der Türkei in vollem Gange. Enver Bei hat einen Staatsstreich mit einer Energie und Umsicht durchgeführt, so daß mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist, daß der Krieg von neuem entbrennt, Jedenfalls ist das Kabinett Kiamil ohne weiteres gestürzt worden, der Sultan hat MahNeuordmud Schewket=Pascha zunächst mit der Neuordnung der Dinge betraut. Die Umwälzung ist nicht ohne Blutvergießen vor sich gegangen, der bisherige Kriegsminister Nasim=Pascha ist erschossen worden. Zum neuen Kriegsminister ist JazetPascha ernannt worden. Der tapfere Kommandant von Adrianopel, Schükri=Pascha, denkt nicht daran, die Festung den Bulgaren auszuliefern, er will sie lieber in einen Trümmerhaufen verwandeln und mit der Armee auf Konstantinopel marschieren. Zum Minister des Innern ist Talaat=Bei ernannt. Gebarten und Sirtlrsaur, ene Voriomnen und weiter. So entstand die Preisfrage: Welcher ionalität gehört ein Weltenbürger an, dessen er Belgier, dessen Mutter Engländerin ist und in einem französischen Luftschiff auf der Fahrt deutsches Gebiet das Licht der Welt erblickt. über haben sich nun die Herren die Köpfe zerchen. Soweit das deutsche Bürgerliche Gesetzin Frage kommt, müßte der Sprößling des tschifferehepaares die Nationalität des Vaters immen, im vorliegenden Falle also Belgier eden. So haben auch die wohlweisen englischen eisten entschieden: Das Kind bekommt die Naialität der Eltern oder, soweit die Eltern veredenerlei Nationalität sind, die des Vaters. Ein helich im Luftschiff geborenes Kind bekommt je dem Wunsche des Vaters oder der Mutter deNationalität; andernfalls— dies„andern“ ist uns nicht recht klar geworden— beit das uneheliche Kind die Nationalität des— zrzeugs, in dem es das Licht der Welt erblickte. Kodex scheint seines provisovischen Charaktere 5 nicht entkleidet zu sein; es wird auch Leute en, die bestreiten, daß ein solcher Kodex notwenist. Für Deutschland brauchten wir ihn jedens vorläufig nicht. —(Perlenfund beim Austernessen.) den Glückspilzen gehört ein Referendar, der, e gemeldet wird, in einem Weinrestaurant in ille in einer Auster zwei erbsengroße und zwei eine Perlen fand. Juwelsere haben den Wert der er Perlen auf 2000 Mark geschätzt. Mainz, 28. Jan.(Der aus dem hiesigen Altertumsmuseum gestohlene Kaiserbecher) ist, wie der Polizeibericht mitteilt, etwa 40 Zentimeter hoch, in Silber getrieben vergoldet und mi: Deckel versehen. An dem Kelch befinden sich etwa acht kleine Anhänger mit je einer Perle sowie ein Zwanzigmarkstück mit dem Bildnis Kaiser Wilhelm 2. und der Inschrift:„Kaiser Wilhelm 2. und mit ihm Großherzog Ernst Ludwig von Hessen nahmen am 20. August 1898 aus diesem Pokal den Ehrentrunk der Stadt Mainz. Außerdem ist der Becher mit 24 rötlichen und blauen Edelsteinen besetzt. Der Täter hatte nach Uebersteigen der das Museum umgebenen Brettevwand eine Oeffnung in die Mauer gebrochen, durch die er in das Gebäude gelangte. Hanau, 28. Jan.(Die Krankheitsziffer) beim 1. Bataillon des 8. Eisenbahn=Regiments hat sich wieder wesentlich vermindert. Es sind noch 111 Soldaten typhuskrank, davon 16 schwer krank. Außer den 48 Beurlaubten befinden sich noch 78 Soldaten im Hilfslazarett. Leipzig, 23. Jan.(Große Unterschlagung.) Der Inhaber der bekannten Buchfinderfirma Göhre, Obermeister der Buchbinderinnung Alfred Göhre, wurde wegen versuchten und vollendeten Betruges sowie wegen Unterschlagung zu einem Jahre zehn Monaten Gefängnis und vier Jahren Ehrverlust verurteilt. Göhre hatte weit über seine Verhältnisse gelebt und teilweise bis zu 40 000 Mark im Jahre für seine privaten Bedürfnisse verbraucht. Dresden, 28. Jan.(Ein Ehepaa; auf den Eisschollen der Elbe.) Der aus Reichenberg in Böhmen gebürtige Expedient Hermann Pulz, der zuletzt in Schönlage in Böhmen in Stellung war, kam in der vergangenen Nacht mit seiner Frau im Wiener Schnellzuge in Dresden an. Das Paar begab sich sofort nach der Brühlschen Terrasse, wo es Gift nahm, um aus dem Leben zu scheiden. Da aber die erwartete Wirkung nicht eintrat, stürzten sich beide kurz vor der Friedrich=August= Brücke in den Elbstrom, der hoch angeschwollen und mit Treibeis bedeckt ist. Die Strömung schob sie unter der Brücke hinweg, spülte aber den Mann unterhalb des Hotels Bellevue wieder ans Ufer, während die Frau von den Wogen auf eine Eisscholle geworfen wurde. Sie wurde durch den Aufprall derart am Kopfe verwundet, daß sie bewußtlos liegen blieb und auf der Eisscholle weitertrieb. In seiner Verzweiflung eilte der Mann nach dem nahen Schloßplatze und rief um Hilfe. Mutige Leute ruderten alsdann der Frau trotz der großen Gefahr nach und vermochten sie von der Eisscholle zu retten. Das verzweife'te Ehepaar wurde sodann in die Heil= und Pflegeanstalt übergeführt. Leipzig berührt. Die dortige Kriminalpolizei neigt jetzt der Meinung zu, daß Becker Seibstmord verübt hat. Es ist ihr inzwischen gelungen, 10000 Mark, die Becker anderweitig hinterlegt hatte, zu sichern und der Hamburger Staatsanwaltschaft zur Verfügung zu stellen. —(Der Abteilungschef als Hausdieb.) Umfangreiche Diebstähle in einem Charlottenburger und einem Berliner Kaufhause sind durch die Charlottenburger Kriminalpolizei aufgedeckt worden. Der Täter, ein früherer Angestellter der beiden Häuser wurde verhaftet. Der Wert der gestohlenen Sachen beträgt nach den bisherigen Ermittlungen 10000 Mark. —(Zur Angelegenheit des Rotars Dr. Becker.) Der nach Verübung großer Unterschlagungen in Hamburg flüchtige Rechtsanwalt Dr. Becker hat auf seiner## und Rotar a. Becket gn un, soiner Llucht auch —(Ein unterirdischer Brand.) An den Gebäuden einer Steinzeugfabrik in Haselbach im Herzogtum Altenburg zeigten sich schon seit langer Zeit große und kleine Risse, deren Ausdehnung fortwährend zunahm. Vor einigen Tagen entstanden nun am ganzen mittleren Teil des einen Gebäudes viele meterlange und tiefe Spalten, die zu den ernstesten Befürchtungen Anlaß gaben. Das Gebäude mußte sofort gestützt werden. Etwa 2 Meter vom Gebäude entfernt wurden daraufhin mehrere Bohrlöcher in Angriff genommen. Aus einem dieseer Löcher strömten, nachdem man etwa 4 Meter tief gebohrt hatte, Kohlendämpfe. Man setzte ein neues Bohrloch an und nachdem man 5 Meter gebohrt hatte, zeigte sich plötzlich ein brennender Hohlraum, in dem ein Kohlenflög in Flammen stand. Sofort wurde nun während der Nacht etwa 6 Meter vom Feuerherde entfernt ein Schacht eingeschlagen, von dem aus man in einen Stollen nach dem Feuer vordringen will. Auf Veranlassung eines Bergwerksdirektors, den man sofort zu Rate gezogen hatte, wird gegenwärtig mit allen Kräften daran gearbeitet, den Umfang des Feuerherdes zu ergründen, um weitere Gefahr zu verhüten. Nach der Ansicht von Sachverständigen brennt das Kohlenlager schon jahrelang unter der Fabrik. Czernowitz, 28. Jan.(Massenvergiftungen von Einjährigen in Czernowitz.) Unter schweren Symptomen einer akuten Fleischvergiftungen sind in Czernowitz 17 Einjährig-Freiwillige des dortigen Infanterieregiments bedenklich erkrankt. Die erkrankten Freiwilligen nahmen ihr Mittagsmahl in der Offiziersmesse ein; nach kaum vier Minuten steute sich bei allen 17 Teilnehmern Erbrechen ein. Mehrere stürzten zusammen und mußten in das dortige Spital überführt werden. Gegen den Fleischer, der das Fleisch in die Offiziersmenage liefert, ist Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden. Belgrad, 24. Januar.(Wegen Spionage zum Tode verurteilt.) Vom hiesigen Kriegsgericht wurde der ehemalige Beamte der „Serbischen Landwirtschaftlichen Gesellschaft" Svetozar Gavrilowitsch wegen Spionage für Oesterreich=Ungarn aum Tode verurteilt. Das Urteil wurde auf Grund des zurzelk der bosnischen Annexion ergangenen drakonischen Sondergesetzes über Spionage gefällt und bedarf der Bestätigung des Oberkriegsgerichts in Uesküb. Ein des gleichen Verbrechens angeklagter Zuckerbäcker namens Reiser wurde zu 16 Jahren Zuchthaus verurteilt. Lissabon, 24. Januar.(Juwelendiebstähle auf dem gescheiterten Dampfer „Veronese“.) An Bord des bei Leixeos an der portugiesischen Küste gescheiterten Dampfers„Veronese" sind nach der Strandung und während der Rettungsarbeiten große Juwelendiebstähle verübt worden. Den amerikanischen Millionären Turbull und Sampson und ihren Familienangehörigen wurden in der allgemeinen Verwirrung eine große Menge von Perlen, Diamanten, Rubinen, Saphiren und anderen Edelsteinen von großem Wert gestohlen. Wer die Diebe sind, konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. — Einen Millionengewinn verschenkt.) Ein in Argentinien ansässiger Genuese Namens Stefano Garre, der in einer Weihnachtslotterie das Hauptlos in Höhe von zwei Millionen dreihunderttausend Francs gewonnen hat, hat den gesamten Betrag an wohltätige Anstalten, besonders an Spitäler geschenkt. Newhork, 23. Jan.(Castro als unge*“ Gast.) Der betener und unwirscher Gan.) Der frühere Präsident von Venezuela, Castro, hatte sich heute vor einer besonderen Behörde einem Verhör zu unterziehen, von dessen Ergebnis es abhängt, ob ihm der Eintritt in die Vereinigten Staaten gestattet werden soll. Ueber die Fragen dreier Mitglieder wegen der Ermordung des Generals Parade von Venezuela wurde er so erregt, daß er ihnen befahl, das Zimmer zu verlassen. Als sie sich weigerten, rief Castro einen Diener herbei, ergriff einen Spazierstock mit goldenem Knopf und versuchte sie hinauszutreiben. Als sie sich nunmehr zurückzogen, schlug Castro die Tür zu und verriegelte sie. Newyork, 24. Januar.(Einsturz eines amerikanischen Warenhauses. 35 Tote, 20 Vermißte.) In der Stadt Mackinley in Texas ist ein großes Warenhaus plötzlich eingestürzt. Fünfunddreißig Personen wurden bei dem Einsturz getötet. Es sind meistens Frauen und Kinder, die Einkäufe besorgten. Unmittelbar nach dem Einsturz brach Feuer aus. Zahlreiche Personen sind, in den Trümmern eingeklemmt, verbrannt. Das Feuer verzögerte die Rettungsarbeiten. Zwanzig Personen werden noch vermißt. Die Ursache des Einsturzunglücks soll angeblich in einer Ueberfüllung des Warenhauses zu suchen sein. —(Ein Märthrer der Wissenschaft.) Aus London wird berichtet: Die Verleihung des Adelsprädikates an den englischen Arzt Dr. George Turner, die auf die persönliche Initiative des Königs zurückgeht, lenkt den Blick der Oeffentlichkeit auf diesen verdienstvollen Forscher und Arzt, der sich besonders während seines Aufenthaltes in Südafrika durch seine Leistungen auf dem Gebiete der Lepraforschung bleibende Verdienste errungen hat. Dr. Turner, der auch in Südafrika bei der Bekämpfung der Rinderpest und während der Kriegsjahre durch die Eindämmung der Typhusepidemie Segensreiches geleistet hat, arbeitete später unausgesetzt in dem Lepraasyl von Pretoria und setzte nach seiner Rückkehr nach England im Laboratorium seine bakteriologischen Studien über die Lepra fort. Eines Tages beim Rasieren fielen ihm gewisse Flecken auf seiner Hand auf und die nähere Betrachtung ergab, daß er sich während seines Kampfes gegen die Lepra angesteckt hatte. Sir George Turner führt seitdem das Leben eines Einsiedlers; völlig abgeschlossen von der Menschheit setzt er, von Schmerzen gepeinigt, seine Forschungsarbeit fort, und vor einiger Zeit mußte der kranke Gelehrte seinen linken Arm bereits amputieren lassen Nun lenkt seine Standeserhöhung wieder die Aufmerksamkeit auf diesen Märtyrer medizinischer Forschung. —(Die Fertigstellung des Torpedohafens auf Helgoland.) Ueber die Fortschritte beim Bau des Torpedohafens, der bekanntlich auf der Insel Helgoland ersteht, werden der Korrespondenz„Heer und Politik“ aus Marinekreisen folgende Mitteilungen gemacht: Die Bauarbeiten auf Helgoland zur Herstellung des Torpedohafens haben in der letzten Zeit sehr bedeutende Fortschritte gemacht. Die westliche Mole, die eine Länge von ungefähr 600 Meter hat, ist jetzt in ihrer ganzen Ausdehnung fundiert worden und es ist sicher, daß sie noch im laufenden Jahre zur Fertigstellung gelangen wird, ebenso wie die östliche Mole, deren Länge 400 Meter beträgt. Das durch die in den letzten vier Jahren betriebenen Landgewinnungsarbeiten angelandete Neuland hat sich als äußerst haltbar erwiesen, und die Art der Anlandungsarbeiten hat sich ausgezeichnet bewährt. Man hat mit dem Neuland Haltbarkeitsversuche gemacht, die sehr erfolgreich verliefen. Zum Teil wurden Zementierungen des neugewonnenen Landes vorgenommen, um die Festigkett des Bodens zu erhöhen. Gegen den Ansturm der Wogenbrandung sind zum Schutze des Landes große Bauten errichtet worden, die als völlig zweckentsprechend anerkannt wurden und bei denen man alle Erfahrungen verwertete, die man auf Helgoland bei den mehrjährigen Versuchen gemacht hat. Das neugewonnene Land ist als ein bedeutender Gewinn der Seefestung Helgoland anzusehen. Der Umfang der Anlandungsarbeiten ist recht beträchtlich, dern das Neuland, das hier in wenigen Jahren entstanden ist, hat ungefähr die Größe des Helgoländer Unterlandes. Außer dem Torpedohafen, der seiner Vollendung entgegengeht, wurde auf dem Neuland eine bedeutende Anzahl von Gebäuden ervichtet, die der Schiffahrt und dem Hafenbau dienen. Die Sandmassen zur Herstellung der Anlandungsarbeiten wurden hauptsächlich von den Loreley=Sandbänken herangeschafft, die im Laufe von zehn Monaten gegen 100000 Kubikmeter Baggersand lieferten. Vorher hatte man die Sandmassen aus der Elbmündung vom„Großen Vogelsand" beschafft und durch große Schleppdampfer nach der südwestlichen Ecke der Insel gebracht. Der Reichskriegshafen auf Helgoland wird nun in Kürze seine endgültige Gestalt haben. Im folgenden Jahre werden noch die Quermolen und die Einfahrt gebaut, die den Hafen nach Süden gegen das Moer abschließen sollen, und es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß die ganze großzügige Hafenanlage im Jahre 1914 zur Vollendung gelangen wird. Die Gesamtkosten des Helgoländer Reichskriegshafens haben dann 80 Millionen Mark gekostet. —(Der Giraffenmensch der Zukunft.) Die weiße Rasse zeigt die Neigung zu einer merkwürdigen Veränderung— so behauptet wenigstens Ad. Charpey in Toulouse, der herausgefunden zu haben glaubt, daß der Mensch der Zukunft nur 9 Paar Rippen haben wird. Das erste Paar und die beiden letzten werden verschwinden und die Folge davon wird sein, daß der Nacken, der an seiner Wurzel frei gelegt wird, länger und beweglicher wird, so daß der Hals sich dem Giraffentypus nähert. Ferner wird die Wirbelsäule ihre Starrheit verliemn, in der Landengegend wird sie biegsamer werden iid die ganze Hüftengegend wird viel schlante werd. Alle diese anatomischen Veränderungen. die as„Internationale Magazine" aufzähll, g. mögthen es dem Menschen der Zukunft, sic schnier zu bewegen, allerdings auf Kosten der Stäte. Aber dieser Tausch ist ja durchaus wün, scheywert, weil unser Zeitalter der Maschine dau neig dem Menschen albe körperliche Arbeit abzu. nehien. Offenbar hat der Erfinder dieser Theovverassen, Angaben über die Entwicklung des E hirn zu machen. Wir vermuten, daß das Gehim das zu diesem Giraffenmanschen des Herrn Charpey gehtt, etwa die Größe eines Steckhnadelmopfes hat Zur Geschäftslage Industriebezirk. rheinisch=westfälischen Eisenmarkt.— Auf der Ruhrkohlenindustrie.) Wolken am politischen Horizent allmählich iehen zu wollen. Der Friedensschluß zwischen Turtei und dem Balkanbund dürfte nach den sten Berichten aus Konstantinopel nun wohl zur Tatsache werden, und wenn sich dann die nigten Ballanstaaten im Einverständnis mit Großmachten über die Verteilung der Beute z geworden sind, wird Europa wie von schwe. rett Alpdruck befreit, ausatmen können. Und nicht zuti wenigsten auch unsere Industrie= und Handesskreise, die unter der Unsicherheit der politischen Lige Europas schwer zu leiden hatten. Am rheinsch=westfälischen Eisenmarkt machte sich allerding bpher die Ungewißheit über die weitere Gestaltung dir politischen Verhältnisse nur insoweit fühlbar, aß der Eingang neuer, auf längere Leiferzeit be rihneter Auftrage recht spärlich war. Diese Zu rsckhaltung wurde aber nicht sonderlich empfundii, da die den Werken z. B. vorliegenden Arbeittnengen diesen auf Monate hinaus, bei manchen Heag i emr eie Gepbiche, gl. 8tch ung gewähren. Eine unabsehbare Fortdauerder therigen politischen Unsicherheit hätte schließlich er doch von ungünstigem Einfluß auf die Marktstmmung werden müssen, was dann zunächst in din Preisen der nicht syndizierten Produkte, wie Stabeisen, seinen Ausdruck gefunden haben würd. Ait der hoffentlich nun bald zur Tatsache werdenden Tatsache den Entspannung der politischen Lage werden sch dann gleichzeitig auch die Geldverhältnisse wieder normal gestalten, sodaß mit dem Beginn der für das Baugeschäft wichtigsten Jahreszeit, dem Frühjahn am Hypothekenmarkt Baugeld wieder zu erträglichen Zinssätzen verfügbar wird. Dadurch erst wird es der Bauunternehmung ermöglicht, die zahlreichen geplanten Bauten zur Ausführung zu bringen, was dann dem in letzten Zeit etwat ruhigerem Gange des Geschäftes in Baueisen, Formeisen und Trägern sehr zustatten kommen würde. Die Marktlage in der Eisenindustrie ist zur Zeit an und für sich durchaus gesund und steht im Zeichen einer stetigen Weiterentwicklung der seitherigen guten Konjunktur, allerdings mit den noch immer zu machenden Vorbehalt, daß keine politischen Wendungen eintreten, die alle Vorauzsagungen über den Haufen werfen. Kommt es aber, wie wir hoffen wollen, recht bald zu einer friedlich=schiedlichen Klärund der politischen Weltlage, dann dürfte das bevorstehende Frühjahr#geschäft einen recht kräftigen Aufschwung nehmen. An Unternehmungslust fehlt es nirgendwo, wenn dieser erst die sichere Grundlage gegeben ist, sich ausgiebig betätigen zu können. Die Ruhrkohlenindustrie hatte unter der Unsicherheit der politischen Lage nicht im geringsten zu leiden. Nach wie vor erfreut sie sich eines lebhaften Geschäftsganges, sodaß die Syndikatzechen alles aufbieten müssen, den Anforderungen im vollen Umfange zu entsprechen. Auch die Koksnachfrage hielt sich auf ihrer bitherigen Höhe. Andauernd günstiger Rheinwasterstand ermöglichte umfangreiche Kohlenverschiffungen rheinauf= und rheinabwärts. Privatdiskont 4½ Prozent. bel E. Burch die auswerfend guetschung beider Unterschen Unterleibes und Wunden an vontrug. Schwerverletzt wur geder Krankenhaus transpor beine oberhalb des Knies nußten. Holzwickede, 25. Jan.(2 ren) bestehende evangelisch in Holzwickede nimmt zu Ost ler auf. Diese finden in d erforderlichen Unterricht zugl und Beaufsichtigung. Hagen i.., 23. Jan.(Fo ie die am 5. August v. J. in berg ausgeführte Tat des H dort, der in angetrunkenem Ursache seinem Begleiter, d das Messer in die Bauchhöhl troffene nach wenigen Min Das Schwurgericht verurteilt der mildernden Umstände zu Westsaten=Kheintand. Schwerte, 24. Jan.(Die Bautätigkeit im Jahre 1912.) Von den im Vorjahre begonnenen Bauten gingen außer sehr vielen anderen Privat= und Neubauten das Geschäftshaus Küster u. Böhmer an der Güsingstr., das neue FeuerwehrFrätehaus an der Teichstr. und das evangelisch —icbehaus an der Hagenerstr. der Vollendung entgegen. Das katholische Krankenhaus, das ers vor zwei Jahren bedeutend vergrößert ist, wurd im Vorjahre wiederum erweitert. Im Bau begrifsen sind u. a. das große Wirtschaftsgebäude dei Witwe Sieberg an der Hohenzollernstr. und da große Geschäftshaus der Witwe Kaufhold an di Ostenstr. Mit dem Bau des neuen Rathauses der Hörderstr. wird man in nächster Zeit beginnen. Bei dem Rückblick dürfen die vielfachen weiterungsbauten unseres Bahnhofsgeländes nath der Wandhofener Grenze und die Fertigstellung der Neubaustrecke Schwerte—Dortmund nicht vergessen werden. Ein anderes großes Bauobjekt von Nickelwalzwerk zur Ausführung gelangen. Es handelt sich urm 25 Häuser an einer neu anzulegenden Verbindungsstraße zwischen Bosen= un Holzenerweg, in der unmittelbaren Nähe des kes. Die zu erbauenden Häuser werden durchwet Einsamilienhäuser, um den Arbeitern billige nungen zu verschaffen. Weiter sind auch Erweis“ rungsbauten der Wilhelmshütte projektiert. Aplerbeck, 24. Jan.(Der Bahnhof Aplek“ beck) soll wegen Erweiterung des Hüttenwerk und zur Schaffung einer Ueberholungsmöglichten von Personenzügen durch Schnellzüge aufe Strecke Dortmund=Holzwickede umgebaut und“ Niederberge bei Hamm, empfindlichen Stra bezw. 1½ Jahren Zuch heute die Dortmunder Straf nenden Arbeiter Heinrich 1 Telgenbüscher, und Einbruchsdiebstahls bezw. B Sachverhalt ist folgender: 2 am 8. November v. J. zum fahren, wo sie ihre Barsch verjubelten und deshalb in Rückreise bis Niederberge au rücklegen zu müssen. Hier h Zeit einmal bei dem Landw beit gestanden, weshalb er n bekannt war. Als die Bu Hagenschen Gehöft angekom im Stall lautes Gänsegesch den Stall und murkste## Hühner ab, die ihm gute Diese Beute wurde auf di sich Telgenbüscher aufhielt. ter transportieren zu könner mals in das Gehöft, und in die das Federvieh gest legenheit war jedoch so gunst zwei Herrenüberzieher, zwe Lodenhut und sonstige Sach beitgeber stibizte. Mit der sich die Burschen dann nach wo aus sie mit der Eisenba In der Zwischenzeit hatte de stahl entdeckt und telephon Hammer Bahnpolizei, der er in demselben Augenblick fest anderen Zug benutzen wollt Eigentum zurück. Auch bes einen scharf geladenen Re sich trug. Um nun die Poli ten sich die Burschen einen aber nicht verhindertel da schwedischen Gardinen gebr Dortmunder Strafkammer l Geständnis ab und baten aber beide schon ganz erhe haben, verurteilte das Geric Zuchthaus und Telgenbüsche Zuchthaus und beide zu je bürgerlichen Ehrenrechte Dauer von 5 Jahren aber Arnsberg, 24. Jan.(Di werbebank in Liqui gegen den früheren Aufsich Kaufmann Kotthoff, Erbe Erben des Kaufmanns Wo Bauunternehmer Keßler in nehmer Kiewitt in Hüsten, in Hüsten und Kaufmann Regreßklagen angestrengt. Summe von 800000 Mark eruierenden Vermögensver entsprechend reduziert wird. vertreten durch die Rechtsa Dr. Elias in Dortmund. Düren, 24. Jan.(Ein P Als hier gestern das Pferd durchging, ließ man aufein Eisenbahnübergang be unter. Das Pferd versucht blieb aber mit den Vorderf hängen. Hierbei drang den ner Stab des Gitters in der an Ort und Stelle abgesch Ein Beispie gesetzlichen furse weitert werden. Das Empfangsgebäude nebst En terschuppen wird niedergelegt. Das neue Gedau soll weiter nördlich der Provinzialstraße zu er'g, tet werden. Hierdurch ist die Vermehrung Gleisanlagen nach Norden und die Herstellung zwei Bahnsteigen und vier Bahnsteigkanten nur Unterführung ermöglicht. Oestrich, 24. Jan.(Auf der Zeche Ado# von Hansemann) kam gestern Abend der dige Hauer Fritz Latzke aus Dortmund, 1. Kam straße unter hereinbrechende Gesteinsmassen trug einen Schädelbruch und eine schwere Brrst quetschung davon. Kurz nach der Einlieferung L. im Krantenhause gestorben. Mengede, 24. Jan.(Tödlicher Unfall) Beim Abtun eines Schuffes im Nebengesteirg#, Zeitgündern schnallte der Schießmeister S. winski, Rette, die Zündmaschine nicht an## Schießleitungsdrähte, sondern vor den Zün#r Bevor sich C. entfernen konnte kam der Schutz. Bei der Schlagwett Rinister Achenbach“ an 48 Bergleute getötet wi verheiratet und hinter! Kindern. Bei der Fes Kinder=Renten zeigte si der Reichsregierungsord wesentlichen Fortschritt Witwen und Waisen# Wie der„Kompaß". Knappschaftsberufsgenos monatliche Durchschnitt zwei oder mehr Kinde Massenunglück auf der August sich auf Grund ungsgesetzes auf 82 M sie sich auf Grund der der Reichsversicherungs Diese Erhöhung der R die Bestimmung der zurückzuführen, daß der 1800 Mark voll anzured Betrag bis 1500 Mark Von den Hinterblie „Rinister Achenbach“. durchschnittlich jährlich Kinder je 867 Mark; 5 je 759 Mark; 4 Witwe Mark; 6 Witwen mit 6 Witwen mit je 4 Kir wen mit je 5 Kindern je 6 Kindern je 1181 Kindern 1182 Mark. senschaft hat sofort u Fürsorge eingesetzt. 2 das Sterbegeld in Höhl gezahlt, und schon am fall, also am 21. Deze die laufende Rente a Buch der Reichsversich die günstigeren Bestim 1913, also nach dem U Achenbach, in Kraft tr weg um einerseits d beschleunigen, anderse Waisen die günstiger: * bn viei Sohanter# Veränderungen# *“ aufzähll, u. r Zukunft, sich auf Kosten kun durchaus wür. r Maschine duche che Arbeit, abun er dieser Theonncklung des le# daßt das Gebuch s Herm Charpi andelknopfes ku 9 age Wischen rk. markt.— Aud ie.) ren, undurchsich. eizent allmählich isschluß zwischen dürfte nach den nopel nun woh nn sich dann die werständnis mit ilung der Beute# wie von schwe. nnen. Und nicht strie= und Hanit der politischen## atten. Am rhei. ste sich allerdings eitere Gestaltung insoweit fühlba. re Leiferzeit bewar. Diese Zu. iderlich empfunegenden Arbeitsus, bei manchen ir. volle Beschaf re Fortdauer de## hätte schließlich ß auf die Marksann zunächst in n Produkte, wie en haben würd. Tatfache werden Lage werden sich rhältnisse wieder Beginn der für szeit, dem Frühld wieder zu erird. Dadurch erst ermöglicht, die Ausführung zu tten Zeit etwas s in Baueisen, ustatten kommen Eisenindustrie ist gesund und steht rentwicklung der erdings mit den ehalt, daß keine die alle Vorauzen. Kommt es ht bald zu einer politischen Welide Frühjahrsgedung nehmen. An ndwo, wenn dieben ist, sich ausRuhrkohleninduit der politischen n. Nach wie vor schäftsganges, sojeten müssen, den se zu entsprechen. auf ihrer bisger RheinwasterKohlenverschiffuns. Privatdiskout Ktand. bautätigleit Vorjahre begonr vielen anderen chäftshaus Küster neue Feuerwehr: das evangelische der Vollendung enhaus, das erst rößert ist, wurdke Im Bau begrifchaftsgebäude dr lernstr. und das Kaufhold an der en Rathauses an hster Zeit beginsie vielfachen er pofsgeländes„noch die Fertigstellung tmund nicht ver'8 Bauobjekt vom elangen. an einer neu anschen Bosen= und n Nähe des Aerwerden durchweg tern billige ind auch Erweitrojektiert. hnhof Apleg; des Hüttenwerd, holungsmögliche, =Uzüge auf de# maebaut und er“ ebäude nebst Güas neue Gedäude Estraße zu errg, Vermehrung e Herstellung ugg zteigtanten und Zeche#del m Abend der k“ tmund, 1. Kampbeinomassen ie schwere Einlieferung #el k. Burch die auswerfenden Massen eine Zerguetschung beider Unterschenkel, Quetschung des Unterleibes und Wunden am ganzen Körper davontrug. Schwerverletzt wurde C. in das Mengeder Krankenhaus transportiert, wo ihm beide keine oberhalb des Knies abgenommen werden mußten. Holzwickede, 25. Jan.(Die seit 41 Jahren) bestehende evangelische Präparandenanstalt in Holzwickede nimmt zu Ostern wieder neue Schüler auf. Diese finden in der Anstalt neben dem erforderlichen Unterricht zugleich sorgfältige und Beaufsichtigung. Hagen i.., 23. Jan.(Fast an Mord) grenzie die am 5. August v. J. in der Nähe von Plettenberg ausgeführte Tat des Hausierers Michels von dort, der in angetrunkenem Zustande ohne jegliche Ursache seinem Begleiter, dem Arbeiter Schmidt, das Messer in die Bauchhöhle rannte, daß der Getroffene nach wenigen Minuten eine Leiche war. Das Schwurgericht verurteilte ihn unter Versagung der mildernden Umstände zu 4½ Jahren Gefängnis Niederberge bei Hamm, 24. Jan.(Zu ganz empfindlichen Strafen, nämlich 8 bezw. 1½ Jahren Zuchthaus,) verurteilte heute die Dortmunder Strafkammer die hier wohnenden Arbeiter Heinrich Uebel und Heinrich Telgenbüscher, und zwar wegen schweren Einbruchsdiebstahls bezw. Begünstigung dazu. Der Sachverhalt ist folgender: Die Angeklagten waren am 8. November v. J. zum Soester Viehmarkt gefahren, wo sie ihre Barschaft zum größten Teil verjubelten und deshalb in die Lage kamen, die Rückreise bis Niederberge auf Schusters Rappen zurücklegen zu müssen. Hier hatte Uebel vor längerer Zeit einmal bei dem Landwirt Josef Hager in Arbeit gestanden, weshalb er mit dessen Oertlichkeiten bekannt war. Als die Burschen nun an dem Hagenschen Gehöft angekommen waren, hörten sie im Stall lautes Gänsegeschnatter. Uebel erbrach den Stall und murkste zehn Gänse und zwei Hühner ab, die ihm gute Braten liefern sollten. Diese Beute wurde auf die Straße gebracht, wo sich Telgenbüscher aufhielt. Um sie nun auch weiter transportieren zu können, begab sich Uebel nochmals in das Gehöft, und entwendete zwei Säcke, in die das Federvieh gesteckt wurde. Die Gelegenheit war jedoch so günstig, daß Uebel auch noch zwei Herrenüberzieher, zwei Damenmäntel, einen Lodenhut und sonstige Sachen seinem früheren Arbeitgeber stibizte. Mit der reichen Beute begaben sich die Burschen dann nach Niederbergstraße, von wo aus sie mit der Eisenbahn nach Hamm fuhren. In der Zwischenzeit hatte der Bestohlene den Diebstahl entdeckt und telephonierte sofort nach der Hammer Bahnpolizei, der es auch gelang. die Diebe in demselben Augenblick festzunehmen, als sie einen anderen Zug benutzen wollten. Hager erhielt sein Eigentum zurück. Auch beschlagnahmte die Polizei einen scharf geladenen Revolver, den Uebel bei sich trug. Um nun die Polizei irre zu führen, legten sich die Burschen einen falschen Namen zu, was aber nicht verhindertet daß sie sofort hinter die schwedischen Gardinen gebracht wurden. Vor der Dortmunder Strafkammer legten sie heute ein volles Geständnis ab und baten um milde Strafe. Da aber beide schon ganz erhebliche Strafen erhalten haben, verurteilte das Gericht Uebel zu drei Jahren Zuchthaus und Telgenbüscher zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchthaus und beide zu je 2 Wochen Haft. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden beiden auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt. Arnsberg, 24. Jan.(Die Arnsberger Gewerbebank in Liquidation) hat soeben gegen den früheren Aufsichtsrat, Justizrat Lübke, Kaufmann Kotthoff, Erben des Rentners Otto, Erben des Kaufmanns Wolf, sämtlich in Arnsberg, Bauunternehmer Keßler in Freinohl, Bauunternehmer Kiewitt in Hüsten, Kaufmann Kleinsorgen; in Hüsten und Kaufmann Tapproppe in Neheim, Regreßklagen angestrengt. Es handelt sich um die Summe von 800 000 Mark, die aber nach den zu eruierenden Vermögensverhältnissen der Beklagten entsprechend reduziert wird. Die Gewerbebank wird vertreten durch die Rechtsanwälte Max Frank und Dr. Elias in Dortmund. Düren, 24. Jan.(Ein Pferdaufgespießt.) Als hier gestern das Pferd eines Fuhrunternehmers durchging, ließ man aufoder Straße, an der sich ein Eisenbahnübergang befindet, die Barriere herunter. Das Pferd versuchte, darüber zu springen, blieb aber mit den Vorderfüßen an dem Eisengitter hängen. Hierbei drang dem Tiere ein langer eiserner Stab des Gitters in den Leib. Das Pferd mußte an Ort und Stelle abgeschlachtet werden. versicherungsordnung schon zukommen zu lassen. Die Renten wurden daher nur vorläufig gewährt, und die formelle Festsetzung bis nach dem Inkrafttreten des dritten Buches der Reichsversicherungsordnung ausgesetzt.„„, Aechanichaftaße. Dieses humane Vorgehen der Knappschaftsberufsgenossenschaft verdient gewiß alle Anerkennung; es wäre zu wünschen, daß auch auf andern Gebieten unseres öffentlichen Lebens das oft zu strenge Regiment des starren Buchstabens der gesetzlichen Bestimmungen in ähnlich entgegenkommender Weise zurückgedämmt würde. Neben der berufsgenossenschaftlichen Fürsorge für die Hinterbliebenen auf Zeche Minister Achenbach ist noch die Zeche selbst mit einem Unterstützungsfonds von 50000 Mark eingetreten. Davon wurden sofort je 150 Mark an die Hinterbliebenen ausbezahlt. Den übrigen Fonds verwaltet ein Ausschuß, der auch zwei Bergleute der Zeche zu Mitgliedern zählt. Nun weist die sozialdemokratische Presse darauf hin, daß dieses schleunige Verfahren in der Fürsorge für die Hinterbliebenen nur bei Massenunglücken Platz greife, und das Bochumer sozialdemokratische Organ hat in diesem besondern Fall die Frage aufgeworfen, warum die Anweisung der Unfallentschädigung bei einzelnen Verunglückungen, selbst wenn die Todesursache ebenso ganz zweifellos feststehe, solange dauere.„„ 8 91 Demgegenüber bemerrt im„Kompaß die Knappschaftsberufsgenossenschaft Sektion 2 in Bochum, daß die gleiche Beschleunigung des Feststellungsverfahrens wie bei Massenunfällen auch bei den tödlichen Einzelunfällen angewandt wird. Die Betriebsunternehmer senden zu diesem Zwecke gleich mit der Unfallanzeige, die binnen drei Tagen nach dem Unfall zu erstatten ist, die Lohnermittlung und die Personalien des Verunglückten möglichst unter Beifügung des standesamtlichen Hausstandsbuches und der sonstigen amtlichen Urkunden, die sich in der Regel in dem Besitz der Hinterbliebenen befinden, an die Sektion ein. Durch diese Einrichtung wird es ermöglicht, daß auch bei tödlichen Einzelunfällen die Unfallentschädigung für die Hinterbliebenen alsbald nach dem Tode ihres Ernährers angewiesen werden kann, vorausgesetzt, daß das Vorliegen eines Betriebsunfalles oder die Berechtigung der Hinterbliebenen nicht zweifelhaft ist. Der Rnabenmörder bucke aus unnd der den Geschwerenen. Zweiter Tag. Dortmund, 24. Januar. Heute morgen gegen 8 Uhr fuhren die Geschworenen, der Gerichtshof und verschiedene Sachverständige vom Hauptbahnhof ab nach Unna, um den Tatort zu besichtigen. Am Bahnhof standen Wagen bereit, mit denen man sofort bis zu der Stelle fuhr, wo die Mädchen den Angeklagten gesehen haben wollen. Dieser selbst war unter sicherer Bedeckung in einem Automobil bis zum Tatort geschafft worden. Die kleinen Mädchen, die Knaben und die zum Tatort geladenen Zeugen waren schon an Ort und Stelle und sahen der Ankunft des Gerichtshofes mit Spannung entgegen. Da der Vornekamp polizeilich abgesperrt war, blieb man von den Allzuneugierigen verschont. Dann laufene Beule befunden und an den Händen rechts fünf und links 4 linsengroße Schußwunden. Das Gehirn sei mit Blut überfüllt und die Speiseröhre blaurot verfärbt gewesen. Der könnte auch schon vor dem Erhängen durch Erwürgen eingetreten Dr. Brückerhoff(Hamm) schloß sich im großen und ganzen den Ausführungen Dr. Aschers an. Ob der Tod vor oder nach dem Aufhängen eingetreten sei, lasse sich schlecht feststellen. Professor Ziemke aus Kiel behauptete mit aller Bestimmtheit, daß das Kind lebend erhängt worden kei......6 Mit 4icder Gmaten: u Die Beweisaufnahme ist mit dieser Aussage beschlossen.„. Anmt: Lumm uuf mirgen 8. Die Verhandlung wurde dann auf morgen Vormittag 9¼ Uhr vertagt, wo mit den Plaidoyers begonnen werden wird. Aus der GratisUnfall=Unterstützung des General=Anzeigers. Die 1447. Unfall=Unterstützung ist von uns ausbezahlt worden. Unser Abonnent, der Schmelzer Emil Neumann, hier, Hermannstraße 41, hat auf„Phönix“, Hörde durch Verbrennung einen tödlichen Unfall erlitten. Wir haben der Frau des Verunglückten die Unfallunterstützung im Betrage von — 300 Mark— ausbezahlt. Zugleich war der verunglückte Emil Neumann auch Abonneut des „Volksgarteus“.— Er erhielt auch vom „Volksgarten“ 300 Mk., sodaß der Frau des Verunglückten insgesamt 000 Mark ausbezahlt wurden. Der General=Anzeiger zahlt nicht nur Abonnenten tödliche Unfälle aus, welche auf der Arbeitsstätte vorkommen, sondern auch alle anderen, gleichviel, ob sie auf dem Wege zur oder von der Arbeitsstätte oder zu Hause passiert sind. Laut unseren Statuten, welche in der Geschäftsstelle einzusehen sind, sind von der Unterstützung ausgeschlossen: Selbstverschulden, Selbstmord, Mord und Totschlag, Schlägereien, Schlag=, gn der Krampf= und epileptische Anfälle usw. Bei Unfäl= Massaner verrürzen den Abend. len, wobei mehr als 3 Abonnenten zu Tode gehen, von 11—1 Uhr vormittags Ki wird der Gesamtbetrag von 1000 Mark zur Verun8 Verteße. Gewerkschaft Dorstfeld. Im 4. Quratal 1912 betrug die Kohlenförderung 201 471 T.(gegen 186 855 T. im 3. Qurtal 1912 und 168 807 T. im 4. Quartal 1911) und die Koksherstellung 76041 T. (70 567 bezw. 69 066.). Der erzielte Betriebsüberschuß beziffert sich auf 405 378 Mk.(394 489 bezw. 388 381 Mt.) Aus diesem werden 100000 Mk.(100000 bezw. 75000 Mk.) Ausbeute gezahlt und zu Abschreibungen der Rest 305 873 Mr. (294 489 bezw. 161 131 Mk.) verwandt. Sprechsaal. 90 Jahre alt. In aller Frische feierte vorgestern der Invalide Johann Kämmerling, Burgmundastraße 32, sein 90. Geburtstag. Konzerte, Vereine etc. Im Olympia=Theater erregt der Eisenbahn=Akt „Die Vergnügungsreise“, die allabendlich durch das Berliner Künstler=Ensemble ausgeführt wird, nach wie vor das größte Aufsehen. Aber auch der übrige Inhalt des Stückes mit seinen überraschenden und hochkomischen Situationen findet das dankbarste Publikum, das sich bei den tollen Vorgängen vorzüglich unterhält. Dazu trägt nicht zum wenigsten der flotte und witzige Dialog des Stückes und vor allem die brillante Darstellung bei. Die reizenden Gesangs= und Tanz=Einlagen helfen mit zu dem vollen Erfolg. Morgen Sonntag nachmittag 4 Uhr große Fremden= und Familien=Vorstellung bei kleinen Preisen. Genau dieselbe Besetzung wie abends. Für den Vorverkauf ist die Tageskasse ununterbrochen geöffnet. Im Olympia=Tunnel geht es jeden Abend hoch her. Theo Hausmann, der brillante Tünnes, ruft mit seinem Ensemble die richtige Karnevalsstimmung hervor. Ebenso gefallen die Solo=Darbietungen der Mitglieder. Die Konzerte der Damenkapelle W assanek verkürzen den Abend. Morgen Sonntag Künstler=Marinee„bei freiem Entree, ab 4 und 7 Uhr das KolossalProgramm. teilung gebracht...] Der„Böse Buben=Ball“, den das OlhmpiaUnter denselben Bedingungen erhält auch jeder Theater am 3. und 4. Februar in den glänzend deAbonnent des„Volksgartens“ 300 Mark. korierten Theatersälen veranstaltet, nimmt nach den Vorbereitungen einen glänzenden Verlauf. Das gesamte Künstlerpersonal des Olympia=Theaters, große Ballettkorps sowie sonstige Attraktionen wirken mit, auch sind vier renommierte Musikkapellen der Lauf habe nach einem frischen Schuß gerochen, engagiert worden, um das Haus in Leöhliegurzgitg, sich frischer Pulberschleim von rauchlosem Karnevalsstimmung, zu versetzen, Farbenpräch. Aufführungen, großartige Umzüge und Schergszenen bilden das Hauptprogramm. Die Verteilung von reizenden Präsenten wird auch in diesem Jahre Pulver in ihm befunden. Aus dem Revolver sei sehr viel geschossen worden. Zwischendurch wurde nochmals der Bergmann Hahne über die Wunden an den Händen des kleinen Omansick direkt nach dem Schuß vernommen. Wie der kleine Junge hingefallen wäre, hätte er ihn aufheben wollen und dabei Blut an beiden Händen bemerkt. Er hätte den Knaben aber liegen lassen, da der Mann mit seinem Gewehr auf ihn gezielt hätte. Dr. Steinhaus ist erstaunt üver das Vergroßen Anklang finden. Reservierte Logenplätze 8 Mk. Entree 2 Mk. Karten zu ermäßigten Preisen im Vorverkauf in den bekannten Zigarrengeschäften. Großes Tanzkränzchen in der Bierhalle Oberbayern am Fredenbaum findet jeden Sonntag nachmittags von 3½ Uhr ab statt. Im Blücher, Münsterstraße 77. findet heute halten des Angeklagten gestern und heute. Damals abend 8½ Uhr großes Masken= und Kostümfest des bei seiner Einlieferung in das Gefängnis, sei der Männergesangvereins„Wartburg“ statt. Die MasAngeklagte vollständig apathisch gewesen. Man ken müssen bis 10½ Uhr anwesend sein. hätte ihn mit einem Klotz vergleichen können. Wie man ihn stellte, so sei er stehen geblieben mit fortgesetzt weit aufgestellten Augen. Später habe er ihn schritt der Angeklagte die ganze Strecke ab, die er veranlaßt, seine Gedanken schriftlich niederzulegen. an dem betreffenden Nachmittag zurückgelegt ha Der Gedankengang habe sich ganz folgerichtig abben will. Wie schon berichtet, behauptet er, nur gewickelt. Zunächst schrieb er auf, daß er nicht geibis zum ersten Wäldchen gekommen und später auf steskrank sei. Er wüßte gar nicht, wie man dagu dem Friedhof gewesen zu sein. Seine Antworten gekommen wäre, ihn zu verhaften. gab er auch hier, wie gestern im Gerichtssaal, durch täuschungen oder Wahnvorstellungen hätte er nicht Kopfnicken oder schriftlich. Auch zum 5. Wäldchen gehabt. Mit seiner Umgebung hätte sich Lucke begab man sich, wo die Knaben den Lucke getrof= schriftlich oder durch Zeichen ganz gut verständigt. fen haben wollen. Der Angeklagte bestritt ener= So sei es bis zu seiner Ueberführung nach Aplergisch, hier geschossen zu haben. beck gewesen. Als er wieder hier in Dortmund Auf der Landstraße nach Langschede mußte der war, hätte er sich viel freier benommen, und auch Angeklagte wieder das Automobil besteigen und viel mehr mit seiner Umgebung unterhalten. Gewurde sofort nach hier zum Gerichtsgebäude ge stern hätte er eine gespannte Aufmerksankeit,#i. bracht, während der Gerichtshof und die Ge= alle Vorgänge an den Tag geiegr. Krankhafte schworenen zum Unnaer Bahnhof zurückfuhren und Störungen der Geistestätigkeit lägen seiner Angegen ½2 Uhr wieder hier in Dortmund an= sicht nach nicht vor, auch könne der§ langten.„ 1. 9. I Schmurgauizsfant Gegen 2½ Uhr wurde im Schwurgerichtssaal die Verhandlung fortgesetzt und zunächst die heute Morgen von der Verteidigung noch geladenen neuen Zeugen vernommen. Der Zeuge Sidand ist mit dem Angeklagten Anwendung finden. Einen triftigen Grund, weshalb der Mann nicht spreche, könne er nicht angeben. Eine derartige Erscheinung sei ihm in seiner Praxis bisher noch nicht vorgekommen. Wenn einer eine derartige Stummheit ein ganzes Jahr lang durchführe, zeuge das von einer ungeEin Beispiel aus der gesetzlichen Arbeitersurforge. Bei der Schlagwetterexplosion auf der Zeche Rinister Achenbach“ am 18. Dezember v. J. waren 48 Bergleute getötet worden. Davon waren 37 verheiratet und hinterließen 87 Witwen mit 103 Kindern. Bei der Festsetzung der Witwen= und Kinder=Renten zeigte sich, daß die Bestimmungen der Reichsregierungsordnung für solche Fälle einen wesentlichen Fortschritt in der Fürsorge für solche Witwen und Waisen gebracht haben. Wie der„Kompaß", das amtliche Organ der Knappschaftsberufsgenossenschaft, mitteilt, hat die monatliche Durchschnittsrente einer Witwe mit zwei oder mehr Kindern eines Hauers bei dem Nassenunglück auf der Zeche Lothringen im vovigen August sich auf Grund des Gewerbe=Unfallversicherungsgesepes auf 82 Mark belaufen. Jetzt stellte sie sich auf Grund der günstigern Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung auf 95.15 Mark. Diose Erhöhung der Rente ist im wesentlichen auf die Bestimmung der Reichsversicherungsordnung zurückzuführen, daß der Jahresarbeitsverdienst bis 1800 Mark voll anzurechnen ist; bisher war nur der Betrag bis 1500 Mark ganz anrechnungsfähig. Von den Hinterbliebenen der auf der Zeche „Rinister Achenbach“ geibteten Bergleute beziehen durchschnittlich jährlich im einzelnen 7 Witwen ohne Kinder je 367 Mark; 5 Witwen mit je einem Kinde je 759 Mark; 4 Witwen mit je 2 Kindern je 1145 Mark; 6 Witwen mit je 8 Kindern je 1141 Mark; 6 Witwen mit je 4 Kindern je 1147 Mark; 5 Witwen mit je 5 Kindern je 1129 Mark: 2 Witwen mit je 6 Kindern je 1181 Mark und 1 Witwe mit 7 Kindern 1182 Mark. Die Knappschaftsberufsgenossenschaft hat sofort nach dem Unglück mit ihrer Fürsorge eingesetzt. Die Hinterbliebenen erhielten das Sterbegeld in Höhe von etwa je 150 Mark ausgezahlt, und schon am dritten Tage nach dem Unfall, also am 21. Dezember vorigen Jahres, wurde die laufende Rente angewiesen. Da das dritte buch der Reichsversicherungsordnung und damit die günstigeren Bestimmungen aber erst am 1. Jan. im hiesigen Gefängnis zusammengewesen. Er sagte heuren Willenskraft. Ob geistige Minderwertigkeit aus, daß er nie ein Wort von ihm gehört habe. Ob vorliege, dafür sei kein Anhalt vorhanden. Nebender Angeklagte im Gefängnis mißhandelt worden ist, weiß er nicht. Von anderen Gefangenen will er gehört haben, daß Lucke mit Nadeln gestochen worden sei. Er wüßte es, daß er sich später beim Aufseher wegen Mißhandlung beschwert hätte. Kaplan Kamp ist als Gefängnisgeistlicher oft mit dem Angeklagten zusammengekommen. In der ersten Zeit habe L. einen sehr verstörten Eindruck gemacht. Er, Kamp, habe sich immer gedacht, Lucke müsse in seinem Leben irgend etwas Schreckliches mitgemacht haben. Einmal habe er ihm aufgeschrieben, nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis möchte er in ein Kloster oder ein Krankenhaus. Bei seiner Einlieferung am 18. Februar und am morgen des 19. Februar habe L. noch gesprochen, dann sei er plötzlich vollständig beigesagt sei der Angeklagte ein schwerer kranker Mann. Eine Heilung sei ausgeschlossen. Er leide an einer bösartigen Geschwulst, die schon auf die Bauchdecke übergegangen sei. Sehr lange könne er nicht mehr leben. Ueber den schlimmen Charakter seines Leidens sei Lucke unterrichtet, aber trotzdem sei er nicht dazu zu bewegen, ein Geständnis abSodann wurde der Sanitätsrat Dr. Backenköhler, der Direktor der Provizial=Heilanstalt in Aplerbeck vernommen. Am 15. Mai sei ihm der Angeklagte zur Beobachtung übergeben worden. Er hätte von vorneherein einen sehr stieren Eindruck gemacht. Tag und Nacht sei er beobachtet worden, ob er nicht, wenn er sich alleine glaubte, Laute von sich gäbe.„Nur einmal habe er einen hauchenden noch gesprochen, dann sei er blötzlich vollständig sich gübe. Nur einmel: Serungen sehr ir nicht verstummt. Nach seiner Rückkehr aus Aplerbeck, Tan ausgestoßen. Geistige Siorungen habe er nicht wo er längere Zeit zur Untersuchung war, sei der bemerkt. An ihn gestellte Fragen und Aufgaben Angeklagte lebhafter gewesen. Er hätte ihm da habe Lucke fast durchweg verkehrt keantwortet. Zuaufgeschrieben, daß er unschuldig sei. X! Direktor Büren, der Vorsitzende, verlas nun einen Brief Luckes aus dem Gefängnis an seine Schwester, in dem er hoch und heilig beteuert, unschuldig zu sein und die Unnger Polizei schwerer Vergehen beschuldigt, dahingehend, daß die Untersuchung nicht ordentlich geführt worden sei. Er hätte schon viel gesündigt, aber einen Mord hätte er nicht auf dem Gewissen. Dem Bergmann Weil gegenüber hat der Angeklagte sich gerühmt, daß er viele Schußzwassen hätte und daß er Kriminalpolizist werden wolle. Etwa—8 Tage vor der Tat hat der Angeklagte ihm ein Gewehr mit zwei Läufen, einen Revolver und eine Pistole gezeigt. Als Lucke den einen erst sei er ziemlich apathisch gewesen, erst nach einer Reihe von Wochen habe er für seine Umegbnug einiges Interesse gezeigt. Er sei der festen Ueberzeugung, daß der Angeklagte simuliere. Wer seinen Mitgfangenen den Tatort anzeichnen könne, der sei bestimmt so intelligent, daß er 1 und 2 addieren könne. Er hielte ihn nicht für geistesgestört oder geisteskrank im Sinne des§ 51. Dr. med. Kuhse aus Unna berichtete über den Befund der Leiche des kleinen Knaben. Im großen und ganzen sagte er ungefähr dasselbe aus wie gestern. Der Knoten im Nocken sei so fest geschlungen gewesen, daß der Knabe ihn selbst nicht habe knoten können. Das freie Ende der Kordel sei erst einige Male um den Ast geschlungen und dann mit einer Schleife gebunden worden. Die Lauf an dem Kolben befestigen wollte, sei plötzlich Kleidung des Kindes sei in vollster Ordnung geweEeseftigre: im. Lucke er habe garnicht mehr gewußt, daß noch eine Patrone in dem Laufe sei. Seiner Ansicht nach habe L. immer etwas spaßige Ideen gehabt. Die anderen Kollegen hätten ihn immer einen Prahlhans genannt. Die Gutachten. Dem Büchsenmacher August Rickelt von hier wurde am 18. Februar von der Unnaer Polige! eine Flinte mit zwei Läufen und ein Revolver zur Untersuchung übergeben. In dem einen Lauf hätte ein Schutz losgegangen. Lucke hätte dabei bemerkt, sen, worauf er besonders geachtet hätte. An beiden **** e= H ä n d e n h ä t t e e r k l e i n e b l u t i g e w u n d e n, a n s c h e i n e n d von einem Schrotschuß herrührend, demerkt. Nach seiner Ansicht ist das Kind erst erwürgt und dann aufgehängt worden. Kreisarzt Dr. Ascher hat die O duktion vorgenommen. Er habe sich sofort die Frage vorgelegt, ob der Knabe sich vielleicht selbst erhängt hätte. Der Knoten sei aber so fest gewesen, daß er ihn unmöglich selbst knüpfen konnte. Ein Sittlichkeitsverbrechen sei an dem Kinde nicht verübt worden. schenkuch, in Kraft traten, suchte man einen Rus, noch eine Patronehülse gesteckt. Durch Gerach) an par,uez Disz Leus'e, Hanarligsongstreisen Einen anum einerseits das Feststellungsverfahren zu dieser Hülse habe er festgesiellt, daß der betreffende parauel mit dem Strangulationsstreifen beschleunigen, anderseits aber den Witwen und Schuß vor ganz kurzer Zeit abgegeben worden sei. deren rot=braun angelaufenen Streifen an Waisen die günstigern Bestimmungen der Reichs= Auf keinen Fall vor länger als 48 Stunden. Auch entdeckt. An der Stirn hätte sich eine blutunterMorgen, Sonntag hält die Carnevalsgesellschaft„Fidele, Geister“, eine einmalige Prunksitzung ab. Aufziehen des Elferats.— 6½ Uhr: Köstliche Büttenreden werden gehalten, prikelnde Schunkellieder gesungen. Nachher findet Tanz statt. Der Eintritt ist für alle frei. Im Dortmunder Wintergarten konzertieren augenblicklich das Neumann=Orchester und das rumänische Künstler=Ensemble Georgeseu. Die Räume sind prächtig dekoriert. Die Preise für das am 1. Februar in den Räumen des Fredenbaum stattfindende Preismaskenfest des Dortmunder Männer=Gesangvereins sind von heute ab im Schaufenster der Blumenhandlung Freund& Bauer, Westenhellweg, ausgestellt. Es sind 6 Damen=, 6 Herren= und 2 Gruppenpreise, außerdem noch 2 Preise für besondere Ueberraschungen. Besonders sei noch darauf hingewiesen, daß Masken, welche sich auf den Verein beziehen, nicht prämiiert werden. Preismasken müssen um 10 Uhr anwesend sein. Demaskierung 11½ Uhr. Der Dramatische Verein Deutsche Bühne giebt am Samstag, 1. Februar im großen und schön dekorierten Saal des Reinoldushofes einen Preismaskenball. Wie man es bei dem altbewährten Verein gewöhnt ist, werden weder Kosten noch Mühe gescheut, um einen vergnügten Abend zu bieten. Die 6 originellsten Herrn= und Damenmasken werden prämiert; außerdem gelangen 2 Gruppenpreise zur Verteilung. Der Dortmunder Krieger=Verein begeht seine diesjährige Kaisers=Geburtstagsfeier Montag, 27. Jan., abends 8¼ Uhr im großen Saale des Reinoldushof. Als alter, guter Bekannter wird auch diesmal der„Südl. Sängerbund" das Fest durch seine Lieder verschönern helfen. Die Konzertsängerin Frl. Käthe Gries, stellt sich ebenfalls in den Dienst der guten Sache und wird außer einer großen Arie aus„Figaros Hochzeit" noch einige reizende Liedchen zum Vortrag bringen. Sehr dankbar sind immer die turnerischen Vorführungen der Kameraden und ihrer Freunde vom Turnverein „Eintracht" aufgenommen worden. Dieses Mal erfolgen Vorführungen an Reck und Barren. Einen eigenartigen Gerruß wird die Vereinigung ehemaliger Syielleute in Verbindung mit der Hubert'schen Kapelle bieten, die in Uniform alte und neue Militärmärsche und den Zapfenstreich mit Gebet vorführen werden. Aber auch jeder Besucher soll zur Gomütlichkeit des Festes beitragen. Zu diesem Zwechke sind den Programmen alte und schöne Soldatenlieder beigefügt und was einst auf dem Marsch geklungen hat, das soll am nächsten Montag von den Wänden des Reinoldushofes widerhallen. Das Husaren=Regiment Landgraf Friedrich von Hessen=Homburg(2. Kurhessisches) Nr. 14 beabsichtigt, am., 4. und 5. Juli d. J. in Kassel die Feier seines hundertjährigen Bestehens zu begehen. Der Verein ehem. 14. Husaren bittet alle früheren Angehörigen des Regiments, welche eventl. an der Feier teilnehmen wollen und in hiesiger Gegend wohnen, ihre Adressen Herrn Rittmeister d. L. Schulz=Böing in Kamen in Westf. mitzuteilen, der dann zu einer gemeinsamen Besprechung einladen wird. In Ziegler's Wintergarten in Dorstfeld findet heut: Samstag 25. Januar, abends 7½ Uhr beginnend, ore Kaisersgeburtstagsfeier statt, bestebend aus Konzert, Gesangvorträgen, turnerischen Aufführungen und Festball in beiden Sälen. Eintuitt frrcc. Ein großes karnevalistisches Extra=Konzert, ausgeführt von der Gesamt=Kapell: der 1. MilitärVorschule, uriter Leitung des Musikdirektors Herrn Sport. Heute Samstag und morgen Sonntag verkehren die Wintersportzüge nach Plan A, jedoch nur der Teil nach Winterberg. In Winterberg Schneehöhe 30—40 Ztm. Tauwetter, 2 Grad Wärme. Letzter Schneefall vorgestern. Wintersportfest in Winterberg am 25. und 26. Januar. Fußballsport. Der morgige Sonntag führt nach längerer Zeit endlich mal wieder sämtliche 10 Ligavereine der Westdeutschen Ligaklasse ins Feld.— In.=Gladbach treffen sich die beiden Lokalrivalen, der.=Gladbacher Fußball=Klub und die .=Gladbacher Borussia auf dem Platze des letztgenannten Vereins. Bei dem Spiele der 1. Sevie konnte Borussia auf Fußballklubs Platz mit 1: 0 Tore gewinnen. Ob Borussia auch diesmal wieder den Sieg davontragen wird, ist noch eine große Frage.— Bei dem Bonner Fußball=Verein weilt der Düsseldorfer Sport=Klub zu Gast. Hier dürfte wohl der Bonner Fußball=Verein das Rennen machen.— Der Essener Turnerbund bekommt den Bosuch der Duisburger Preußen. Hier läßt sich eine Voraussage schwerer machen, denn die Dwisburger Preußen zeigten in ihren Spielen eine äußerst gute Form, während bei dem Essener Turnerbund das Gegenteil festzustellen war. Turnerbund wird wahrscheinlich aber am Sonntag daran setzen, um nicht noch mehr Verlustpunkte zu beKourrn. Kirchliche Reinoldi=Jugendverein„Treue". Sonnabend —9½ Uhr: Besinnlicher Abend. Lese= und Spielabend. Sonntag 4 Uhr: Versammlung. Zu um 5 Uhr beginnenden Kaisersgeburtstagsfeier des Gemeindevereins haben unsere Mitglieder freien Zutritt. Ausweiskarten hierfür werden vorher abgegeben. Dienstag und Freitag—10 Uhr: Turnen. Mittwoch—10 Uhr: Lese= und Spielabend. Donnerstag—10 Uhr: Stenographie und Rundschrift. Am Sonntag, 2. Februar findet ein Kino=Abend statt. Evangelische Gemeinschaft, Friedenskirche, Holzhofstraße 31. Sonntag. vorm. 10 Uhr: Predigt, Prediger Treppmann. Vorm. 11½ Uhr: Sonntagsschule. Abends 6 Uhr: Predigt. Prediger Treppmann. Abends 7½ Uhr: Jugendverein.„Montag. abends 8½ Uhr: Gesangstunde für Gemischt. Chor. Mittwoch, abends 8½ Uhr: Bibelstunde. Freitag, abends 8½ Uhr: Gebetstunde.— Barop=Hombruch, Kirchstr. 1. Sonntag, nachm. 3¼ Uhr: Predigt. Donnerstag, abends 8¼ Uhr: Predigt. Henning, find#t dann am folgenden Tage, Sonntag 26. Jcriuar. nachmittags 3½ Uhr, ebonfalls im obngen Etablissament statt. Nach dem Kongert begiennt das Tanzkränzchen. Ein Hösliches Hostenmittel so#agen unsere meisten Iittel! Herste. Willst du nicht auch dieses alte Mittel benutzen?: 6100 Zeugnisse. Paket 80 Pfg., Dose 60 Pfg. 64544 Achte auf die Schutsmarke 8 Tannen. Pastor Felke-Heilweise. Ratertellung für Kranke aller Art Dortmund, Burgwall 87, part rechte. Montag und Donnerstag 9½—1 und—5½ Uhr. Dr. phil. Mayus 43082 vem Pastor Peike beglaubigter Vertreten. Karnevals-Ulk. 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Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Steuergemeinde Dortmund belegenen, im Grundbuche von Dortmund, Band 119, Blatt Nr. 896, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen a) der unverehelichten Minna Lichtenstein von Dortmund, b) des Kaufmanns Albert Lichtenstein von Dortmund, zu a) und b) zu gleichen ideellen Teilen eingetragenen Grundstücke Dortmund, Flur 18, Nr. 276/8, 77 am groß, und Flur 18, Nr. 790/7, 1,54 Ar groß, Friedrichstvaße 19, Hofraum mit: a) Wohnhaus mit Anbau und Windfang. 1103 Mk. Nutzungswert, d) Hintergebäude, 186,60 Mark Nutzungswert, Grundsteuermutterrolle 1187, Gebäudesteuerrolle 15 181, am 2. April 1913, vormitt. 10¼ Uhr durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle, Holländischestraße Nr. 22,., Zimmer Nr. 103, versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 7. Januar 1913 in das Grundbuch eingetragen. Dortmund, den 18. Januar 1913. Zwoungsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hostedde belegene, im Grundbuche von Hostedde, Band 1. Art. 36, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Erben der Witwe Berginvalide Wilhelm Hollmann, Karoline geb. Lohmüller, späteren Ehefrau Bergmann Johann Gottfried Nitsch zu Hostedde, nämlich: 1. ihre Kinder erster Ehe: 1. Bergmann Heinrich Hollmann in Altenderne=Oberbecker, 2. Friederike Hollmann, verehelichte Bahnportier Wilhelm Pieper in Rotthausen, 3. Karoline Hollmann, verehelichte Bergmann Hermann Brockmann zu Altenderne=Oberbecker, 4. Marie Hollmann, verehelichte Schuhmacher Wilhelm Lademacher zu Evringhausen, 5. Bergmann Friedrich Hollmann in Hostedde, 6. Alwine Hollmann, verehelichte Bergmann Peter Nitsch in Altenderne=Oberbecker, 7. Bergmann Albert Hollmann zu Hostedde, 8. Alma Hollmann in Hostedde, 9. Klementine Hollmann in Hostedde, 2. des aus zweiter Ehe hevvorgegangenen Johann Nitsch in Hostedde, mit welchem der Vater, Bergmann Gottfried Nitsch in Hostedde, die westfälische Gütergemeinschaft fortsetzt, eingetragene Grundstück Flur 5 Nr. 741/21 pp., am 15. März 1913, vormittags 9 Uhr durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 27, versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 14. Januar 1913 in das Grundbuch eingetragen. Lünen a. d.., den 21. Januar 1913. Königliches Amtsgericht. Pauf-Lihaher, banngeschäff Schliepstr. 2 Dortmund Fernruf 1956 An- u. Verkauf von Wechseln, Wertpapieren, Kuxen etc. Ausführung aller bankmässigen Geschäfte billigst. Hupothekenvermittlung. Finanzierungen. 2 Damen im Alter von 26 und 24 Jahren suchen Stehbierhalle od. Büfett f. eig. Rechnung z. übernehmen, möglichst 15. Februar od. 1. März, beide sind löngere Jahre i. Wirtschaftsbetriebe tätig gewesen. Schr. Ang. u. F. 101 an A. Bonhage, Herne. 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Blatt). Ja. Frau, gel. Modistin j. nachmittags Beschäftgung. Schr. Ang. u. G. H. 2172 an den Gen.=Ang. Dortm. Tücht. Schneiderin, im Anprobier. durchaus perf., sucht #als mit guten Zeugnissen sucht auf sofort od. später Stell. Salär nach Uebereinkunft. Schr. Ang. u. G. K. 2158 an den Gen.=Anz. Dortmd. die Besolbun, der der Berlin, 24. Jan. In der ston des Reichstags gab heu #setretär Kühn eine Zusamn ##elastung, die die gewünschten Besoldungsordnung auf den #würden. Er behalte sich eine Forderungen vor, wenn die Kommission weitergeführt wor Aüber einem einmütigen Verlar ##und des Reichstags werde die 9 abgeneigt sein, die Frage Gehälter im Rahmen der Bed getats zu prüfen. Der Schatzsekretär Kühn Zurückziehung der Anträge un ##auf eine allgemein gehaltene Der Staatssekretär Kra nächst die Verhältnisse der A Zahl der angestellten und der dienst befindlichen müsse, wie den; sie gebe zu Ausstellunge ##entspreche den Forderungen d innert an das Zustandekomm soldungsordnung. Ma Gruppen ohne schematische dener Beamtenklassen, ihrer A bildung. Es war gar nicht b amten eine gleiche Erhöhung: #sen. Deshalb ist es nicht richti #en die andere auszuspielen. ##estreitet die Berechtigung der richterstatters, sich nach der p nung zu richten, da die Bedü Eisenbahn verschieden seien. 2 reform habe zweifellos gute Er gemeine Zustimmung gefunde rollen der ganzen Frage he sequenzen. Auch ein Eingehe einzelner Klassen habe diese dann niemals eintreten. Die schrift sei doch sicher von dem 2 möglichst sparsam in der zu arbeiten. Dieser Wunsch den. Außerdem habe die Ve leichterungen geschaffen, tagsdienst. Die Beschäftigung ie übersteige nicht das Notn drückerei könne keine Rede se dern würden mehr Damen b# land 93 Proz., in Oesterrei England 22 Proz. Stauflice wect Dort: Die Zukunft Dortmu huckarde“.— Eine ph hieferung.— Die alte Bo die hohen Näte — Die Näuber in St. junge„GroßDortmund steht im Ze #nd Veränderungen. Die dläne sind in der verflosse und Fach gebracht und darauf sein, was der Le zügigen Unternehmen sagen schaft ist man ja geteilter meindungen. Die einen bedeutsamen Fortschritt al und die anderen fürchten, mächtig angezogen werden ge viel Geld koste. In der letzten Versat bürgervereins wurde hervLinie der Norden von Dor meindungen gewinnen wer leil grenzt unmittelbar an nunmehr dem großen Gem angeschlossen sind. Es har Teile um dicht bevölkerte nicht unterlassen werden, Rechte recht bald zur Gelt gehört vor ellem ausre wird schon seit Jahre Uhere Töchterschule erstreb genannten Vereins hält de nen, die Stadtverwaltung daß der nördliche Stadtte hohere Schule erhält, wovr G tart Vorteil hätten. uumn eaulertehe des das Lager aufzunehmen, werden die Um die Waren aus dem Inventur-Ausverkauf nicht wieder in zu nochmals ganz bedeutend herubgesemziehFreisen verkauft Die Waren sind im Schaufenster im Rosenthal ausgelegt. ungtalt Brückstraße 44. Rodistin 4. Beschäft, gung. u.., H. 2172 Anz. Dortm. berin, im Na. aus perf., sucht s od. spät, als triee. u. N. T. 918 .Socm. 1490 Reschich ugnissen sucht später Stell. ebereinkunft. u. G. K. 2158 Anz. Dortmd. Sestee: vorb. „Lümen=Rard, 7. Stellung als b. 1 J. Küche erlernt, steht ist in Näh., u. Seryieren u. H, S. mund. Osten, —.— aes Mädchen tze z. Haushalte. t. K. C. 100 Unna. dch, v. ½ J. erl.., sucht üipe., HausAng. d. Geb. #rstmar bei 9 d. Nädchen sucht oder 1. April S d. Hausfr. Anschl. Etw. w. Off. an er, Bremerde 24, Prov, — ein, en, Haushalt sucht Stell. . Febr, als rau b. Fam. na. u. F. G. .=Ang. Dtm. Nr. 25:(2. Blath).: General=Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen. Connabend, 25. Jannar 1913. ochter. 99 J. hen u. Haus. zur Stütze hl., g. I. 48 von Dortmd. u. K. 946 #m. Dortm. sädchen serem Hause ohne gegenFam.=Anschl. Ang. u. B. Mns. Dirnd. jähr. Schweish. ausgeb., dandarbeiten m ist. pass. allständigenn b a. d. Haupt; Hörde. Jahr. sucht Hausarbeit ruar. N. S.925 z. Dortm. 24., kin1. Febr. St. ntbaus. Zu 18. Ringert. schter. 15., rrsch, Haus8. 1. Febr Sunderweg Haten. 1 her à s. Stella in S Srten! von ausn. lein. Haush. erstr. 6, v. I nde Jucht i a. Näder; 80. 1. 4 ANla an 1 etelle gn Schr. Ann ung, Witter Monaene 90 Str 14814. ucht, Teget10. 8 Tr. Waschstellen. Vostk. gen. Wasch= u. Brand 8. Waschstelle. 2. 4. Eig. Waschstelle. 5. St., I. s. St. gun en. Weihersütte Karte. dchen bchen dchen snchen 8 Welzat, erwertstr. 5. 1. * tr veg 28, NV. urfuche 8 Brommaus Torme.Tappe)* Osichnennig 1o. Die Besoldungsreform bei der Post. Berlin, 24. Jan. In der Budgetkommis##ton des Reichstags gab heute der Reichsschatz###etretär Kühn eine Zusammenstellung über die Lelastung, die die gewünschten Aenderungen in der Besoldungsordnung auf den Gesamtetat bringen #würden. Er behalte sich eine genaue Prüfung der Forderungen vor, wenn die Verhandlungen der Kommission weitergeführt worden wären. Gegenüber einem einmütigen Verlangen der Kommission ##und des Reichstags werde die Regierung nicht abgeneigt sein, die Frage der Regelung dieser Gehälter im Rahmen der Bedürfnisse des GesamtPetats zu prüfen. Der Schatzsekretär Kühn empfiehlt daher die Zurückziehung der Anträge und die Beschränkung ##auf eine allgemein gehaltene Resolution. Der Staatssekretär Kraetke erörtert zu#nächst die Verhältnisse der Assistenten. Die zahl der angestellten und der im Vorbereitungs##dienst befindlichen müsse, wie sie sei, gelassen wer##den; sie gebe zu Ausstellungen keinen Anlaß und ##entspreche den Forderungen des Dienstes. Er erinnert an das Zustandekommen der letzten Besoldungsordnung. Man schuf damals große Gruppen ohne schematische Vergleichung verschiedener Beamtenklassen, ihrer Arbeit und ihrer Vorbildung. Es war gar nicht beabsichtigt. allen Beamten eine gleiche Erhöhung zuteil werden zu kassen. Deshalb ist es nicht richtig, die eine Klasse gegen die andere auszuspielen. Der Staatssekretär ##estreitet die Berechtigung der Forderung des Berichterstatters, sich nach der preußischen Ordung' zu richten, da die Bedürfnisse bei Post und Eisenbahn verschieden seien. Die letzte Besoldungsreform habe zweifellos gute Erfolge gehabt und allgemeine Zustimmung gefunden. Ein neues Aufrollen der ganzen Frage habe bedenkliche Konsequenzen. Auch ein Eingehen auf die Wünsche einzekner Klassen habe diese Gefahr. Ruhe werde dann niemals eintreten. Die Forderung der Denkschrift sei doch sicher von dem Wunsche ausgegangen, möglichst sparsam in der Postverwaltung zu arbeiten. Dieser Wunsch sei berücksichtigt worden. Außerdem habe die Verwaltung viele Erleichterungen geschaffen, z. B. beim Sonntagsdienst. Die Beschäftigung weiblicher Kräfie übersteige nicht das Notwendige. Von Lohndrückerei könne keine Rede sein. In andern Ländern würden mehr Damen beschäftigt, in Deutschland 9/3 Proz., in Oesterreich 17 Proz. und in England 22 Proz. Ein Sozialdemokrat bestreitet diese Auffassung der Besoldungsreform und erklärt, daß die wiederholten Wünsche des Reichstags von der Regierung nicht berücksichtigt worden seien: Der Notstand werde durch die Teurungsverhältnisse besonders fühlbar bei den Unterbeamten. Deshalb fordere seine Partei für die Unterbeamten eine Zulage von 100 Mark. Werde dieser Antrag angenommen, so werde seine Partei auch die Forderungen für die bessergestellten Beamten unterstützen. Der Wunsch des Reichsschatzsekretärs, die Anträge zugunsten einer allgemeingehaltenen Resolution zurückzuziehen, hieße die Angelegenheit wieder aufs ungewisse verschieben und würde die Hoffnungen der Beamten schwer enttäuschen. Die Beschaffung der Kosten dürfte nicht schwer fallen, zumal wenn man an die in Aussicht stehenden Mehrforderungen für die Rüstungen denke. Ein Zentrumsredner bezweifelt ebenfalls, daß bei der letzten Besoldungsreform allgemein Zufriedenheit geherrscht habe. Er befürwortet die Zentrumsresolution, noch vor Ende dieser Session und vor der dritten Lesung des Etats eine gesetzliche Neuregelung der Gehälter der Postassistenten und Postunterbeamten auf die 1909 vom Reichstag beschlossenen Sätze(1800 bis 3600 Mk. bezw. 1200 bis 1800 Mk.) herbeizuführen. Von der Abänderung der Besoldungsordnung solle man sich nicht scheuen, wenn es sich um mehrmalige Beschlüsse des Reichstags handle. Die erforderlichen Mehrkosten würden insgesamt 16 Millionen betragen, davon liefere 1 Million die Ostmarkenzulage, 7 Millionen die Schuldentilgung über das gesetzliche Maß hinaus, der Rest könne den Ueberschüssen entnommen werden, die sicher zu erwarten seien. Eine Aenderung der Besoldungsordnung empfehle sich mehr als die Gewährung von Zulagen. Um gleich etwas zu erhalten, verlangte ein anderer Antrag des Zentrums eine Vermehrung der Stellen der Oberassistenten um 1200. Ein weiterer Antrag verlangt Erziehungsbeihilfen für Kinder von Unterbeamten. Ebenso müsse die Bezahlung der Postboten erhöht werden. Auch der Vertreter der Wirtschaftlichen Vereinigung schließt sich den Zweifeln an über die Güte der Besoldungsordnung und klagt über die starke Verwendung weiblicher Kräfte. Bei den Unterbeamten sollten die jüngeren Jahrgänge berücksichtigt werden. Von fortschrittlicher Seite wird befürwortet, mit der neuen Gehaltsordnung eine neue Ordnung der Personalorganisation zu verbinden. Die Besoldungsordnung müsse nicht geändert, sondern ergänzt werden. Am weitesten geht der Zentrumsantrag auf Vorlage einer neuen Besoldungsordnung bezüglich der Unterbeamten in Verbindung mit dem Antrag der liberalen Partei, betreffend die Assistenten. Schatzsekretär Kühn hofft auf eine Verständigung von Regierung und Reichstag auf der mittleren Linie. Seine Ausführungen sind aber rein persönlicher Art und nicht die Anschauungen der verbündeten Regierungen. Damit entschuldigt er die allgemein gehaltenen Ausführungen Von konservativer Seite wird die Kinderzulage für die Unterbeamten als wünschensuert bezeichnet. Eine Zurückziehung der Anträge, wie es der Schatzsekretär wünsche, sei jetzt nicht mehr möglich. Eine Vermehrung der Assistentenstellen würde die Sache zersplittern, und ebenso lehnen die Konservativen eine neue Besoldungsordnung ab. Dagegen unterstützen sie den gemeinsamen Antrag Beck=Hubrich, sowie den Unterbeamtenantrag der Liberalen. Zur Deckungsfrage äußern sie die Hoffnung, daß die Ostmarkenzulage erhalten bleibe. In der weitern Erörterung wird auch die zu erwartende Militärvorlage und die Deckungsfrage gestreift. Der Mangel an Angebot an Unterbeamten in manchen Direktionsbezirken wird auf die geringe Besoldung zurückgeführt. Dann folgen die Abstimmungen: Die Vermehrung der Stellenzahl für Assistenten wird angenommen. Einstimmig werden die Anträge Beck=Hubrich über die 300 Mi=Zulage für Assistenten und die 100 Mk.=Zulage für die Unterbeamten angenommen, zugleich mit dem Zentrumsantrag, die Beschränkung auf das obere Drittel der Unterbeamten zu streichen. Weiter wird der Zentrumsantrag auf Erhöhung der Tagegelder der Postboten angenommen, desgleichen die Resolution des Zeytrums auf Erhöhung der Gehälter der Postassistenten und Unterbeamten noch vor der dritten Lesung des Etats. und Verkehr. Berlin, 24. Jan. Die heutige Börse hatte sich mit der Tatsache abzufinden, daß onstatt der erwarteten friedlichen Antwortote der Pforte über Nacht aus Konstantinopel der Ausbruch der Militärrevolution und der Sturz des bisherigen zum Frieden geneigten Kabinetts, gemeldet wurde. Angesichts des Umstandes, daß sie vorgestern von einem übermäßigen Haussetaumel sich frei gehalten, und gestern schon wieder größere Zurückhaltung bei eher schwächerer Stimmung geübt hatte, hätte man vielleicht erwarten dürfen, daß die Börse dem neuesten Umschwung der Dinge gegenüber eine etwas größere Widerstandskraft an den Tag gelegt hätte. Allein die nun schon Monate dauernde Unsicherheit scheint doch die Nerven der berufsmäßigen Spekulation, wie das fpekulierende Publikum stärker angegriffen zu haben, so daß die jetzige völlige Ungewißheit darüber, was nun kommen wird, zu einer allgemeinen Bestürzung führte, obgleich es nicht an Stimmen gefehlt hat, die gerade auch in den letzten Tagen davor gewarnt haben, nunmehr alles in rosigem Lichte zu sehen, da mit neuen Zwischenfällen immerhin zu rechnen sei. Namentlich auch aus der Provinz lagen starke Verkaufsaufträge vor, während es an Käufern völlig fehlte, und auch die Großbanken nur ganz vereinzelt etwas Ware aufnahmen. So kam es, daß um 12 Uhr an den Tafeln der Makler für eine große Zahl von Werten Minuszeichen angeschrieben werden mußten, so für Phönix, Gelsenkirchener, Harpener, Rheinstahl, Rombacher, Aumetz, DeutschLuxemburger, Hansa, Schuckert und Türkenlose. Die Feststellung der ersten Kurse verzögerte sich sehr und erfolgte z. B. für Phönix=Aktien erst nach Uhr. Am Montanaktienmarkt verzeichneten den stärksten Rückgang Rombacher(7 fünf Achtel Prozent), die jedoch später sich am besten erholten, auch Gelsenkirchen büßten über 6 Prozent ein, Phönix, Aumetz, Deutsch=Luxemburger und Harpener 5 Prozent und darüber: Bochumer, Laurahütte, Rheinstahl über 4 Prozent. Von Schiffahrtwerten namentlich Hansa(—8¼ Proz.) unter Druck; während Lloyd und Paketfahrt etwa 3 Prozent niedriger eröffneten. Am Markt der Elektrizitätswerte sind.= Siemens u. Halske und Schuckert mit Rückgängen von—6 Prozent zu nennen. Russische Bankwerte verloren bis zu 6 Proz., Kreditaktien 3 Prozent. Von heimischen Werten waren namentlich Deutsche Bank(bis dreifiebachtel Proz.) sowie Diskonto=Anteile, Handelsanteile und Dresdener Bank niedriger. Eisenbahnwerte erlitten ebenfalls zum Teil starke Einbußen, so Canada und Orlentbahnen von etwa 4 Prozent, Ital. Südbahn von 2½ Proz. und Stäufliche Wödienruchbliche Dortmund, 25. Januar. Die Zukunft Dortmunds.— Zuckarde“.— Eine photographische Ueberlieferung.— Die alte Wehr rückt ab.— Do die hohen Näte der Stadt wohnten. Die Näuber in Et. Reinoldi.— Das junge„Groß=Lortmund“. Dortmund steht im Zeichen der Umwälzungen und Veränderungen. Die großen Eingemeindungsdläne sind in der verflossenen Woche unter Dach und Fach gebracht und man kann nun gespannt darauf sein, was der Landtag zu dem großtügigen Unternehmen sagen wird. In der Bürgerschaft ist man ja geteilter Ansicht über die Eingemeindungen. Die einen begrüßen sie als einen bedeutsamen Fortschritt auf kommunalem Gebiete und die anderen fürchten, daß die Steuerschraube mächtig angezogen werden würde, weil der Spaß ge viel Geld koste. In der letzten Versammlung des Nördlichen bürgervereins wurde hervorgehoben, daß in erster Linie der Norden von Dortmund durch die Eingeneindungen gewinnen werde. Denn dieser Stadtunl grenzt unmittelbar an jene Gebietsteile, die mnmehr dem großen Gemeinwesen von Dortmund engeschlossen sind. Es handelt sich zum größten Teile um dicht bevölkerte Gemeinden, die natürlich aicht unterlassen werden, die ihnen zuerkannten sechte recht bald zur Geltung zu bringen. Dazu ehört vor ellem ausreichende Schulgelegenheit. wird schon seit Jahren für den Norden eine öhere Töchterschule erstrebt, und der Vorstand des eenannten Vereins hält den Zeitpunkt für gekomen, die Stadtverwaltung dringend zu ersuchen, detz der nördliche Stadtteil die so notwendige hohere Schule erhält, wovon denn auch Eving und benhorft Vorteil hätten. Da besonders Eving an bien Schulerniehte bes geihte Auteuse bnt kr wird über kurz oder lang dem Magistrat nichts weiter übrig bleiben, als den Stadtvätern eine dementsprechende Vorlage zu unterbreiten. Nicht uninteressant ist, daß der Gemeinde Huckarde das Zugeständnis gemacht worden ist, daß sie nach wie vor ihre„Pfingstkirmes", beibehalten kann. Groß=Dortmund hat also in Zukunft alljährlich zwei Jahrmärkte, von denen aber der in Huckarde der amüsanteste und unterhaltendste ist. Wir kennen die Huckerder Pfingstkirmes schon seit unserer frühesten Jugend. Es war dort klein aber gemütlich und vor allem lag der Kirmesplatz in einer idyllischen Gegend nahe der Emscher. Obgleich nunmehr Dortmund sein Augenmerk auf die Entwickelung der eingemeindeten Ortschaften richten muß, so darf es doch nicht vergessen, guch für eine weitere Ausgestaltung des Stadtinnern zu sorgen. Nach dieser Richtung ist wieder manches zu berichten. Daß mit dem Abbruch des früheren Kopfermannschen Hauses am Markt begonnen ist, wissen die Leser. Wir bringen heute ein Bild, das den Marktplatz Ende der sechziger Jahre veranschaulicht. Auf dem Marktplatz ist es sehr lebendig, denn die Feuerwehr tritt an, die in dem Nebengebäude des Rathauses ihre Geräte stehen hatte. Das war damals jedesmal ein Ereignis. Damals kam Dortmund noch mit etwa 50 freiwilligen Feuerwehrleuten aus. Die ganze Stadt wurde alarmiert, die Glocken läuteten, und wenn wir auf dem Bilde recht sehen, so scheint die Wehr wieder einmal abrücken zu wollen. Charakteristisch ist die mitten auf dem Marktplatz stehende Pumpe, die auch schon längst verschwunden Uft, ebense, wie die boben Siebelhäuser neben dem Rathause. Wir sehen auch noch das frühere Eckhaus an der Kölnischenstraße, das nachher durch einen Neubau ersetzt wurde, der aber auch schon wieder dem Erdboden gleich gemacht worden ist, denn das Besitztum wurde zu dem Grundstück des ehemaligen Marktpostgebäudes hinzugezogen und dann mit dem neuen Nordsternhaus vereinigt. Dortmund muß vor 40, 50 Jahren auch im Innern ein ganz interessantes Aussehen gehabt haben. Das erkennt man auf den ersten Blick an dem Bilde des alten Marktplatzes. In den hohen Giebel= wie auch in den kleineren Häusern wohnten damals die ersten Bürger und Geschäftsleute der Stadt, sogar Mitglieder des hohen Rates hatten dort ihre Heimstätte. Es müssen früher recht gemütliche Leute in Dortmund gewesen sein, denn man kam mit einer Refangenengelle aus, die im Anatolier von 2¼ Proz. Am Rentenmarkt litten naturgemäß türkische Werte am meisten, Türkenlose gingen über 6 Mk. zurück, die vereinheitlichte Anleihe um 2 Proz. Die russische Anleihe war 1½ Proz. schwächer, die 3proz. Reichsanleihe 30 Pf. Im weitern Verlauf beruhigte sich die Stimmung einigermaßen, und die Verkäufe kamen zum Stillstand. Maßgebend dafür war in der Hauptsache, daß der Londoner Markt eine weniger laue Stimmung meldete und auch Petersburg besser behauptet war. Auch kam in Betracht, daß die Geldversteifung zum Monatsschluß zum großen Teil bereits erledigt ist, so baß in dieser Beziehung keine größern Sorgen bestehen. Die Kurse konnten sich überwiegend etwas erholen, wenn die Besserungen auch nur einen kleinen Teil der anfänglichen Verluste wieder ausglichen. Der Geldmarkt zeigte eine nur kaum merkliche Versteifung. Schiebungsgeld bedang 5¼ Proz., bei der Preußenkasse 5½ und 5 Proz.; die Seehandlung gab mäßige Beträge zu vierfünfachtel Proz. Tägliches Geld kostete 4 Proz., auch bei der Preußenkasse. Der Privatwechselzinsfuß versteifte sich um ½ Proz. Von fremden Wechseln waren Scheck London und Paris anziehend. Die Bedeutung, die dem Lebertran als Nährmittel zukommt, ist allgemein anerkannt. Leider können nur wenige dieses schwer verdauliche Fett vertragen. Ganz anders verhält es sich mit Scotts Lebertran=Emulsion, die nicht nur wohlschmeckend, sondern auch leicht verdaulich ist und deshalb die längste Zeit hindurch mit bestem Erfolge als Kräftigungsmittel genommen werden kann. Pcotts Citturfton Seotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen verkauft, und zwar nie tose nach Gewicht oder Maßz, sondern nur in versiegelten Originalslaschen in Karion mit Laserike Schahmnatie(Fischer miüt den Lorst. Scott& Bowne, G. m. b.., Frankfurt a. M. Bestandteile: Feinster Medizinal=Lebentran 1500, brime Gipzerin 900, unterphokphoriasaurer Kall 4 2, unterphosphorigsaures Natron.0, puld, Tragant.0, seinster arad. Summi pulv..0, Wasser 129.0, Alkohol 11.0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimi=, Mandel= und Gaulthertabl je 2 Tropfen. hinteren Teile des Rathauses lag und selten besetzt war. Einmal wurde jedoch die Bürgerschaft Dortmunds in große Aufregung versetzt, denn Diebe waren in die Reinoldikirche eingebrochen, und zwar in einer Silvesternacht. Lange nach Mitternacht fiel es dem Nachtwächter Becker aus der Thomasstraße auf, daß die Kirche stellenweise noch beleuchtet war. Beim näheren Nachsehen fand man ein Stück von einer angebrannten Altarkerze, auch fand man eine Art Gerüststange, die die Diebe zwischen die Tür und die Mauer der Sakristei eingeklemmt hatten, um das Schloß zu sprengen. Man fand den Dieb versteckt in der Kirche. Er erhielt eine mehrjährige Zuchthausstrafe. Heute sprechen wir nur noch von einem„NeuDortmund" oder„Groß=Dortmund". Welche Projekte stehen noch vor ihrer Ausführung! Es ist ein eigenartiger Zufall, daß zwei der ältesten Apotheken am Marktplatz in diesem Jahre durch einen modernen Neubau ersetzt werden sollen. Außerdem wird demnächst die Hansastraße mit einem weiteren großen Geschäftshaus versehen. Das erst vor einigen Jahren errichtete Eckgebäude, in dem sich das Hansacafé befindet, wird abgebrocher In der Altstadt haben wir überhaupt für dieses Jahr noch andere Neubauten zu erwarten. So wird auch wahrscheinlich das Grundstück des ehemaligen Reichshallentheaters am oberen Westenhellweg in nächster Zeit wieder bebaut werden. Ebenso wird das Olympiatheater baulich erweitert, an der Brückstraße wird ein amerikanischer Eispalast gebaut sowie ein„Skala=Kino= und Lichtspieltheater“, das schon April eröffnet werden soll. Weiter steht der Norden vor einer ganzen Reihe von Neubauten. Unter anderem wird an der Mallinkrodtstraße, am Nordmarkt ein großes Gesellenhospiz errichtet, die Heroldstraße soll endlich durchgelegt und der Bebauung erschlossen werden usw. Kurz, aller Voraussicht nach wird sich im Frühjahr in unserer Stadt ein reges bauliches Leben entfalten. Ktechliche Katholischer Gottesdienst. Sonntag, 26. Januar. St. Anns=Kapelle. 7 Uhr h. Messe. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9 Uhr h. Messe für die Schulkinder. 10¼ Uhr Hochamt mit Predigt. Nachm. 3½ Uhr Andacht mit Segen. 4 Uhr Andacht mit polnischem Gesange. St. Antonius=Kirche. ½8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Höchamt mit Predigt. ½12 Uhr h. Resse mit Predigt und Gesang. Nachm. ½3 Uhr Christenlehre mit Litanei und sokr. Segen Apostelkirche. 6½ Uhr h. Messe, 8 Uhr y. Messe mit Predigt, 10 Uhr Hochamt mit Predigt, nachm. mit Andacht und 2½ Uhr Katechiomuspredigt Segen. Bonisatius=Kirche. 7 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr h. Messe mit Pre= a½ uge Errichtung der Jünglingssodal =chm 2¼ Uhr Andocht zn Prediat Geleunigt au digt und Gesang. Runga. 2½ Uhr Ehren der h. Familie. Dreifaltigkeitskirche. 6 Uhr stille h. Messe, 7½ Uhr Frühmesse mit Predigt, 8½ h. Messe mit polnischer Predigt, 3½ Uhr Schulmesse(nur für Schulkinder), 10¼ Uhr Hochamt mit Predigt, 11½ Uhr h. Messe mit Predigt.— Montag, 27. Januar (Kaisers=Geburtstag) sind nicht nur 6½, 7,05, 7¾ Uhr h. Messen, sondern es ist noch eine vierte Messe um 8½ Uhr. St. Elisabethkirche. 8 Uhr stille h. Messe. 9 Uhr Hochamt mit Predigt. Franziskanrckirche. H. Messen: 6, 7, 814 Uhr für Schulkinder. 9 Uhr Hochamt mit Predigt 10½ 9 Uhr Uhr Predigt. Andachten: 2½ Uhr: Christenlehre. 3U Uhr Errichtung der Jünglingssodalität. 5 Uhr 7 Uhr Frühmesse. 9 Uhe h. Nachm. 4 Uhr Andacht mit Prebigt. Here=irtowteche. Messe mit Fredigt. Predigt. St. Josefskirche. 5½ Uhr stille h. Messe, 6% Uhr h. Messe mit Gesang, 7½ Uhr Frühmesse mit Predigt, 8½ Uhr Hochamt, 9½ Uhr Schulmesse mit Predigt und Gesang, 10½ Uhr h. Messe mit Predigt und Gesang, 11½ Uhr h. Messe mit Predigt und Gesang, nachm. 2¼ Uhr Christenlehre mit Litanei und Segen, 5 Uhr Predigt mit Andacht und Segen. se mit Predigt. lachm. 2½ Uhr Liborikleche. 744 Uhr Früh 9½ Uhr Hochamt mit Predigt. Andacht mit Segen. Liebfrauenkirche. 8 und 6¾ Uhr h. Messe. 7½ Uhr Frühmesse mit Predigt. 8¾ Uhr Schulmesse mit Predigt. 9¾ Uhr Hochamt mit Predigt. 11½ Uhr h. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr Christenlehre und Andacht mit Segen. 4 Uhr Andacht für den Mütterverein. 6 Uhr Andacht mit Prodigt für Männer und Jünglinge. Propsteikirche. 6 und 7 Uhr stille h. Messen. 7¾ Uhr h. Messe mit Predigt. 9 Uhr Schulmesse. 9¾ Uhr Hochamt mit Predigt. Nachm. 2¼ Uhr Christenlehre und Andacht mit Segen. 5 Uhr Predigt und Andacht mit Segen zu Ehren der h. Familie.— Montag, morgens 10 Uhr Hochamt aus Anlaß des Geburtstages Seiner Majet des Kaisers und Königs. Derne. 7¼ Uhr Frühmesse. 8½ Uhr zweite Messe. 10 Uhr Hochamt. Nachm. 2½ Uhr Christe lehre und Andacht. Montag, 8 Uhr Hochamt# Tedeum. St. Josefs=Hospital. 8½ Uhr h. Messe. Eving. 7 Uhr Frühmesse, 8 Uhr zweite h. Mo mit polnischem Gesang und Predigt, 9 Uhr dri h. Messe mit Predigt, 10¼ Uhr Hochamt mit digt, nachm. ½8 Uhr Christenlehre, Litanei Segen. Obereving. ½9 Uhr h. Meess mit Predigt, Dienstag und Donnerstag 7¾ Uhr h. 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Wege die Bekanntsch. eines ordtl. sol. Herrn zw. Heirat. Witwer nicht ausgeschloss. Nur ernstgem. Refl. wollen sich meld. unt. F. S. 880 hauptpostl. Hamm 1. Wests. HOCKKKOHK Mache die ergebene Mitteilung, dass ich das Rostauraht Märkischestr. 44 von Herrn Heinrich Schneider mit dem heutigen Tage übernommen habe. Es wird mein Bestreben sein, mir die Zuneigung meiner werten Gäste durch freundliche Bedienung, gute Speisen und Getränke zu erwerben und bitte um geneigten Zuspruch.(7910 Alfred Berthold. GORCRERRRGRRHGGE Dortmander LandwehrVerein. Zur Teilnahme an der Awrenenparaue am Geburtstage dr. Mai. des Kaisers tritt der Verein am Montag. den 27. Jonuar 1913, vormittags 8½ Uhr, bei Herrn Holz. Reinoldistraße Berliner Hoff an. Um recht zahlreich Beteiligung bittet Der Vorstand. oonoo GardeVerein Dortmund. 0 Heirat. Anst. Mädchen, kath., 28 wünscht Bek. mit anständ. Herrn zwecks bald. Heirat. Schr. Ang. u. D. E. 2137 an de nGen.=Anz. Dor'##. Hübscher Mann, 26., Erbe eines Landg. u. Verm., ub. 2000 Mk. jährl. Eink., w. hübsche Geschäftsdame v. 18 bis 25 J. mit etw. Verm. k. zu lern. zw. Heirat. Nur solche mit gut. Ruf find. Berücksicht. Off u. A. B. 20 postlagernd Dorstfeld. Fräulein, In., ruhig. Alleinsteh. bess. 48., groß, stattl., Charakt., mit Ausst., w. e. Herrn(Beamt. bevorz.) im Alter v. 45-50., zw. Heirat kenn, zu lern. Schr. Ang. u. J. N. 929 a..=Anz. Dtm. ISCSSSSSCISSSS8S Hiermit bringe ich eimem grehrten Publikum von(5200 Brackel u. Umgegend zur Kenntnis, daß ich mit dem heutigen O# Tage die 0 Restauration des Herrn Fritz Juncker 8 übernommen habe und es wird mein Bestreben sein,() meinen verehrl. Gästen in Spetsen und Getränken bei aufmerksamer Bedienung das Beste zu bieten. mache gleichseitig auf den neuerbauten freundlichen Saal für Vereine, Hochzeiten 2c. aufmerksam. Carl Schrelber. Zum Ausschank gelangt das beliebte Ritter-Bier. Zur Deilnahme an der Parade mit anschließ. Kirch. arg Anlaß des ##ags Sr. Majestät des Kaisers und Könnas tritt der Perein am 27. d. Mts., vormittags 8½ Uhr, im „Kölnischen Hof" an. Um zahlreiche Beteilfigung bittet Der Vorstand. Vereis ehemal. Karalleristen Suche f. mein,####indin. u. Tri. 27. ne Freiur er, sch. Erschein. tadellos. Nur u. im Besitz e. eigen. Geschäfts in hes. St., die Bekanntsch, eines besser. achtb. Herrn, a. l. Beamten in sicherer Stellung, oder Kaufmann, zwecks Heirat. Bewerber müssen auk. Ruf, lebensfroh, sch. Fg. u. mindest. 28—82 J. alt seim. Schr. Ana. mit Bld u. O. F. 931 an den Gem.=Anzeiger Dortmund. 7676 Krrchenparaus Heirats-Gesuch! Bäckermstr., kath., mit Geschäft u. eig. Haus, 88., sucht, da es ihm an pafs. Damenbek, fehlt, auf diesem Wege mit Damen in Verb. zu wet. Damen de Lust u. Liebe z. Geschäft hab., woll. schr. Ang. mit Bild u. Vermögensverh. u B. J. 932 a. d. Gen.=Anz. Dtm. senden. Genossenschaftsbeamter, kath., 31., in sicher. Stell. 31., in sicher. Stell., sucht die Bekanntsch. einer jungen liebenswürd. häusl. erzogenen Dame zwecks Heirat. Schr. Angeb. mit Angabe der Vermögensverhältnisse und Bild unt. R. M. 503 an den Gen.=Anz. Dortm. Gebild, ja. Mann, 32 J. w. auf dies. Wege eine häusl. erzog. Mädchen oder Witwe zwecks Heirat kennen z. lern. Damen. d. wirkl. an ein lieb. u. traut. Heim geleg. ist, w. ihre Off. u. N. G. 2166 a. d. Gen.= Anz. Dortm. send. Diekretion Ehrenfache. Verm.,„flotter, sa., rochwerstant Mann„Schwarzko,, st. Erscheinung m. a. Eint., sucht zwecks Heirat, Bekanntsch. ein. unabh. Dam= m. gleich. Eigenschaften Schr. Ang. m. Bild u.„Modern“ F. N. 999 a. d. Gen.=Ang., Dortm. Antreten am Montag den 27. d. Mis., vorm 8 Uhr, am Gewerbeveneinn. Um zahlveichen Besuch ersucht Der Vorstand. Theater- und Masken-Kostüme, Uniformen aller Art.äht####### Verleihinstitut&a. 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Dlese E Interess Anzahl Miesenl Lustiges aus! und W Frieb Ueberfroh bin ich ge Als ich jüngst beim In der Zeitung ha Daß vorbei nun K Selig las ich in den Vom Entschlusse de Und was längst geDaß der Frieden si# Etwas tiefer stand Rußland rüste ohne Und im März Kriegsbereit. Stimmun .:„Bei uns im Kino spieler krank geworden. Abend für ihn spielen wol .:„Nee, um Gottes ute was anderes vor. Villion!“ .:„Ach, machen Sie Abend bekommen Sie fü .:„Fünf Mark? So Vor Elvire fährt ums Empor aus schwe „Das wäre fürcht Das Ballfest zu Ihr winket heut Ein wahrlich sehr Drum ist das hol Vollständig aus Und auf dem Kissen hi Ihr Köpfchen wälzt E „Wird pünktlich komme Zu ordnen die Coiffür Läßt mich der Schuster wäre gräßlich, zwich Die neuen Atlasschuhe Und raubten mir die Ob wohl auch ohne Me Das Kleid von Samt! Ob auch genügend glä Das Similigeschmeide! Wenn nur kein Ohrri Wird keine Nadel der Beim Tanz mich stechWird auch kein Handst Ob ich die Sch Durch Kremser Ein wenig Pu Ins Antlitz ich Soll ich der A Die etwas spät Durc Tusche Wird es auch Ind tret ich in den In vollem Reiz und Vird gleich zur Hank Der mich erkürt zum Nein Herz, es würde Venn ich, so schön un Seide, Samt und ##s an der Mauer #5. 2k.(. Wanz) General=Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen. Sonucheib 2m. Sonihr 1910: Diese Worte hört man heute von unzähllgen Brautpaaren. EU SUTUTTTET Well Gebrüder Eppinghausen Wert darauf legen, In gut bürgerlichen Wohnungseinrichtungen stets neue, einzigartige Entwürfe zu enorm billigen Preisen In den Verkehr zu bringen. M Naben adem ir Giesem Süme Möden-Eillriontungen durge!..! welche allgemeines Interesse erregen, sowohl in Bezug auf gediegene Ausführung und Formenschönheit, wie durch ihre bisher ungekannte Preiswürdigkeit. Diese Einrichtungen sind zum Teil nur durch uns zu beziehen. Es ist daher für Brautleute von größtem Interesse, schon jetzt unsere Möbelausstellung zu besuchen, da diverse Einrichtungen nur in begrenzter Anzahl verkauft werden. Die Lieferung der Einrichtungen erfolgt franko durch ganz Deutschland. 3 Kiesenderin Gebrader Bppingir inaner Lustiges aus dem Engeren und Weileren. Frieden. Ueberfroh bin ich gewesen, Als ich jüngst beim Abendbrot In, der Zeitung hab' gelesen, Daß vorbei nun Krieg und Not. Selig las ich in dem Blatte Vom Entschlusse der Türkei. Und was längst geahnt ich hatte, Daß der Frieden sicher sei. Etwas tiefer stand die Zeile: Rußland rüste ohne Ruh.... Und im März seis mittlerweile Kriegsbereit.— Warum!— Wozu! Stimmungswechsel. .:„Bei uns im Kino ist nämlich der KlavierEisler krank geworden. Wenn Sie den, heutigen nd für ihn spielen wollen, so;.; .:„Ree, um Gottes willen nicht! Ich habe keute was anderes vor. Heute nicht um eine Bülons ur .:„Ach, machen Sie keinen Unsinn! Für den Wbend bekommen Sie künf Marki“ .:„Fünf Mark? So!— Ich komme sofort!“ Vor dem ersten Ball. Elvire fährt ums Morgenrot Empor aus schweren Träumen. Das wäre fürchterliche Not, Das Ballfest zu versäumen!“ Ihr winket heut der erste Ball, Ein wahrlich sehr gewicht'ger Fall, Drum ist das holde Mäuschen Vollständig aus dem Häuschen. Und auf dem Kissen hin und her Ihr Köpschen wälzt Elvire: „Bird pünktlich kommen der Friseur, Zu ordnen die Coiffüre! Läßt mich der Schuster nicht im Stich! Es wäre gräßlich, zwickten mich Die neuen Atlasschuhe Und raubten mir die Ruhel Ob wohl auch ohne Makel sitzt Das Kleid von Samt und Seide! Ob auch genügend, glänzt und bitzt Das Similigeschmeide? Wenn nur kein Ohrring sich verliert! Bird keine Radel deplaziert, Beim Tanz mich stechen, kratzenF Wird auch kein Handschuh platzen! Ob ich die Schultern und den Hals Durch Kremser Weiß veredle: Ein wenig Puder jedenfalls Ins Antlitz ich mir wedle. Soll ich der Augenbrauen Spur, Die etwas spärlich von Natur. Durch Tusche wohl verstärken! Bird es auch niemand merken! And tret ich in den Ballsaal ein iin vollem Reig und Glange. Bird gleich zur Hand ein Jüngling sein, Der mich erkürt zum Tanze! Rein Herz, es würde jäh geknickt, Benn ich, so schön und reich geschmückt Mit Seide, Samt und Spitzen, ich an den Sum fcerk : Berliner Aerzte. Es heißt doch schon längst, daß der Arzt in Berlin Zu wenig zu tun hat seit Jahren. Das scheint nicht ganz richtig, wie ich immerhin Aus sicherster Quelle erfahren. Im Gegenteil! Hat doch die Aerzteschaft Beschlossen mit schönem Getue, Sie trete nun ein mit ganzer Kraft (Am Sonntag) für völlige Ruhe. Und so wie der Schuster und Schneider mal ruht, So ruhen nun auch die Doktoren. Und wehe, wenn etwas Dir wehe mal tut! (Am Sonntag)— Dann bist Du verloren. Foyergespräch. Ist Ihnen vielleicht bekannt, weshalb unser erster Heldenliebhaber heute nicht auftreten kann? Nicht auftreten? Hühneraugen haben! Nun, dann wird er wohl Die Unverfrorene. Als jemand von seiner Schwiegermutter sehr geärgert wurde, vief er erregt aus:„Ich wolle, Du wärst im Lande no der Pfeffer wächst“, er verbesserte sich aber gleich und setzte hinzu„lieber noch am Rordvol, da kannst Du wenigstens nicht nichr„underfroren“ sein!“ Theater=Inschriften. Im„Bühnen=Roland" wird eine Zusammenstellung von Inschriften an Theatern gegeben. Darunter finden sich manche in Vensform, z. B. in Gießen: Aus der Kräfte schön vereintem Streben Erhabt sich wirkend erst das wahm Leben. Oder am Stadttheater in Freiburg: Des Lebens Spiegelbild Im Lieben und im Hassen Soll Kunst verklärt und mild Uns hier erscheinen lassen. Alle diese Inschriften zeugen von einem löblichen Idealismus. Aber ich kann mir Inschriften denken, die dem Zeitgeist wehr Rechnung tragen. Sehr schön würden sich beispielsweise an einem modernen Theater die Worte ausnehmen: Die hohe Kunst soll unbeirrt Hier Herz und Geist erbeben. Das Datum des Konkurses wird Demnächst bekannt gegeben! Oder in einem Theater in Spreeathen; Ich bin aus gepumptem Gelde erbaut, Doch sehlt es mir trotzdem am Baren! Wie schmettern heute so laut, so laut Die Eröffnung=Reklome=Fanzgrer! Und morgen schon wird mit Protokoll Der Gerichtsvollzieher erscheinen— Die Kunst lacht sich den Buckel voll, Die armen Gläubiger weinen! Oder an einem Provinztheater: Hier steht ein schönes Bühnenhaus, Doch ringt drob nicht die Hände: Es wird schon noch ein Kientopp draus, Bevor das Jahr zu Ende! Karlchen in der„Jugend“. Die Einladung. „Was haben. Sie morgen abend vor?“ „Oh, nichts besonderes,“ Und übermorgen?“ „Richts, ich bin ganz frei. Freitag obend bin ich allerdings zu einer Gesellschaft geladen. „Ach, wie schade! Wir wollten Sie gerade Freitag gu uns bitten!“ Der Wagen der Elektrischen ist vollbesetzt, da steigt eine dicke, sehr gesprächig aussehende Dame ein. Ein kleiner Herr trifft Anstalten, aufgustehen, worauf die Dame auf ihn einredet:„O, ich bitte Sie, bleiben Sie doch sitzen, nicht doch, behaälten Sie doch den Platz..“ Der Herr versucht vergeblich zu Worte zu kowmen:„Aber ich.“ „Aber nein, bleiben Sie doch sitzen!“ ruft die entsetzlich höfliche Dame wieder. Endlich sagte der kleine Herr gang verschüchtert:„Ich kann wirklich nicht, ich muß za hier aussteigen!“ Zu einem Manöver in Süddeutschland waren mehrere Diplomaten als Göste geladen, die aber verspätet eintrafen und das Hauptquartier mit den Fürstlichkeiten vergebens fuchten. Schließlich fand man in einem Dorfe einen einsamen Infanteristen als Wache an einer Brücke stehen. Der eine der Herren ging an den Soldaten henan und fragte:„Wissen Sie, no der Großherzog von Hessen oder der Prinz von Bayern ist!“—„Ra“, antwortete der Posten.„i bin fremd Hier, aber fragens doch amal den Soldaten da drüben, der kennt alle die Wietshäuser hier.“ Ein türkischer Kapitän erhielt zur Zeit Abdul Hamids den Auftrag, nach Malta zu fahren. Da er keine Ahnung hatte, wo Malta lag, vief er untenwegs ein englisches Schiff um Auskunft an und erhielt die Antwort, er möge nur folgen, das Schiff fahre selber nach Malta. Am Abend kam unglücklicherweise ein gewaltiger Rebel, und der Türke verchr seinen Führer aus den Augen. Als der Nebel sich verzog, war er hinter ein anderes Schiff geraten, das dem andern sehr ähnlich fah, und folgte ihm friedlich bis in den Hafen. Dort lamen die Hafenbeamten an Bond, und der Kapitän fragte:„Ist die Stadt dort Malta!“— „Malta7“ sagten die Beamten erstaunt,„das ist doch Liverpool!“ Mitgefühl. Junge Hausfrau(zum Mädchen): „Auguste, ich muß einmal mit Ihnen sprechen. Der Herr beklagt sich jeden Tag über etwas. Einmal schmeckt die Suppe nicht, dann ist der Fisch versalgzen, am dritten Tag lann er den Braten nicht essen— kurz, etwas ist immer nicht, wie es sein solte.“ Köchin(elegisch):„Ach, liebe gnädige Frau, wie Sie mir keid tun! Es muß ja schretkbich sein, einen solchen Mann zu haben!“ * Bekanntmachung. Wegen Verhinderung der Regimentsmusiklapelle findet die angekündigte Reveille erst um 12 Uhr mittags statt. Hingegen wird die Matiree des Gesangvereins auf heute abend, die Serenade auf morgen früh verschoden. Herl. Fllustr. 8in: Und alles ihm zuliebe. Er:„In dieser Bluse siehst Du allerdings reizend aus, aber sie lostet mich auch einen Haufen Geld!“ Sie:„Aber, mein Lieber, was kümmert mich Dos Bed, wenn is Dir eine Kurunde wachen Die 10. Muse. Paul Lindau's Stück„Der Andre“ ist mit Bassermann in der Hauptrolle für den Kientopp aufgenommen worden. So ließ sich Bassermann bekehren Und macht wohl künftig keinen Einwand.. Schnell machte er den Sprung, den kühnen Jüngst von den Brettern auf die— Leinwand. Paul Lindau hat's zuerst begriffen...... Horch, wie's im Dichterwald schon braust! Bald werden die Kollegen folgen, Bald sehn Max Lindner wir als— Faust. Der Kientopp wird jetzt literarisch. Der Kenner sagt: Warum auch nicht! Selbst Goethe ahnte schon das Lichtspiel.— Hieß doch sein letztes Wort: Mehr Licht! Alarm. Pariser Blätter melden triumphierend. der „Panther“, der einst die Agadirfahrt unternahm, sei an der nardamerikanischen Ostküste mit Mann und Maus untergegangen. Jetzt stellt sich heraus, daß das betreffende Schiff mit dem Namen„Panther“ ein Werkstättenschiff der Vereinigten Staaden war und daß es auch nicht untengegangen ist, sondern vor einem heftigen Sturm im Hafen von Charlestown Zuflucht gesucht hat. Im übrigen aber ist die Nachricht richtig..11 u Dieses Ereignis ist freilich ein Unglück für Deutschland und ein Unglück kommt niemals allein. In Paris ist die Nachricht eingetroffen, daß der andere Agadirdampfer„Berlin“ in den Grund gebohrt worden ist. Freilich ist, wie sich nachträglich herausstellt, nicht der Dampfer, sondern die nach ihm benannte, gleichnamige Hauptstadt des deutschen Reiches gemeint; in ihr hat man in den Grund gebohrt und damit den ersten Spatenstich zur neuen Untergrundbahn Nord=Süd getan. Dem Deutschen Reiche hat man es angestrichen, melden höhnisch die Pariser Zeitungen., Diesmal ist aber nicht das Reich„Deutschland“, sondern der Dampfer„Deutschland“ gemeint, der einen frischen Anstrich erhalten hat. Die„Hohenzollern“ ist in die Luft geflogen, so moft man freudig in Paris aus. Aber nicht die„Hohenzollern“ ist gemeint, fondern die Hobengollern fiud gemeint. Sie sind alle— der Koiser voran— vor Lachen in die Luft gegangen, als sie die Pariser Schreckensnachrichten lasen. Frido in der„Jugend.“ Gernisenbett. Mein Freund Hugo und ich schlafen in einem Zimmer. Unlängst kommt Hugo spät nachts nach Hause, ich schlief schon.„Du der Dr. Reiser läßt dich grüßen!“ weckte er mich auf.„Danke“, sage ich und dreh mich um. Kaum bin ich wieder eingeschlafen, gupft er mich wieder und schreit:„Du, der Dr. Reiser läßt dich grüßen!“ Ich sage nochmals wütend:„Ja, ja, danke!" und will einschlafen. Als er mich wieder stört und wieder schret: „Du, der Dr. Reiser läßt dich grüßen“, da brülle ich geradezu:„Du hast mir das schon zehnmal gesagt!“—„Ja“, sagt er darauf, er läßt dich aber tausendmal grüßen!“: * Recht hai er. Ausländer:„Kein, euer Deutsch sein wirklich ein zu schweres Sprache, Wer soll sich austennen mit die Artikels und die große Buchstaben! Einer schreibt: Das macht die Liebe. Einer schreib: Die Macht der Liebe. Hier steht: Der macht die Töne und dier: Die Mocht der Thme!“. Humor des Auslandes. Tommy war verschwunden. Seit einer Stunde hatte seine Mutter nichts von ihm gesehen und nichts von ihm gehört. Und dies war etwas höchst ungewöhnliches, etwas so ungewöhnliches, daß Tommys Mama ängstlich wurde. Sie befragte Tommys Schwester Elsie. Aber Elsie schüttelte ihre Locken. Sie wußte von nichts. Sie hatte Tommy seit einer ganzen Stunde nicht gesehen. Dann klingelte Tommys Mama nach der Köchin, und diese kam gang erhitzt und aufgeregt herbeigelaufen. „O. gnä Frau! O, and Fraul“ begann sie.— „Himmel, Anna! Was ist passiert?“ schrie Tommys Mama auf und ließ sich in einen Sessel fallen.„Mein Junge! Mein süßer Liebling! Sagen Sie mir alles!“.— Und die Köchin sagte es ihr.— „Ach, gnä Frau, Tommy hat sich mit dem Pudding in die Speisekammer eingeschlossen und— und er sagt, daß er so lange essen pill, bis er zu krank ist, um Schläge zu bekommen.“ „Hier ist Ihre Rechnung, Herr Brown.“ sagte der Laufbursche,„und der Ehef hat mir gesagt, ich darf nicht ohne Geld nach Hause kommen.“— Dann laß dich beglückwünschen, mein Junge, antwortete Browy.„Du wirst einen Urlaub von ein paar Jahren Dauer haben.“ „Warum schreit das Baby denn so?“— 0 nichts: Es möchte nur gern den Weihnachtsbaum essen.“ * „Selbst Weihnachten, wenn alle Welt so fröhlich und vergnügt ist,“ sagte der graubärtige Philosoph, „werden den Menschen traurige und ernste Gedanken kommen.“—„Ja“, pflichtete der junge Mann bei, der keine Uhr am Ende seiner Kette hatte,„und die traurigsten und ernstesten sind die, die einem Menschen kommen, wenn er von der Heirat eines Mädels liest, dem er letzten Weihnachten einen Diamantring schenkte, an dem er noch abbezahlt!“ * „Das muß ich aber sagen!“ rief Frau Binks aus, indem sie sich abquälte, den Puter zu tnanchieren.„Dieser Vogel ist so alt wie Methusalem!“— „Gern möglich, antwortete Bings,„aber Schatz, es ist ein wekblicher Vogel, und die Höflichkeit gegen das weibliche Geschlecht verbot mir, mich noch dem Alter zu erkundigen.“ * Ein Richter, der einen jungen Rechtsanwalt aufziehen wollte, sagte:„Wenn Sie und ich in ein Pferd und einen Esel verwandelt würden, was würden Sie vorziehen zu sein?“— Der junge Rechtsanwalt antwortete:„Auf jeden Fall der Esel, denn ich habe wohl schon gehört, daß ein Esel ein Richter sein kann, aber von einem Pferde habe ich das nie gehört.“ „Wie ich sehe.“ sogte Schlachter Binks zu seinem Sohne,„hat dieser Kubelik, der Fiedler, seine Hände für viergigtausend Mark versichert. Nur vierzigtausend— und zwei Hände dafür! Ich kann dir fagen, ich habe einen Daumen, der dich und deanen Bruder durch die Schule gebracht und deine Mutter zwanzig Jahre in seinen Kleidern gehalten hat, und der noch für viele Tausende gut ist, ehe ich sterhe, Weißt du davonf“— Welchen Daumen, Vater!“ fragte der junge Binis respekivoll.— „Der rechte Daumen— der, den ich immer mit dem Fleisch auf die Wage deücke,“ entgegnete Binks stolg.„Er wiegt nlemals weniger als ein Pfund, und ich wette mit dir, daß ich ihn zwanziatausendmal verkauft habe, seit ich mein Geschäft habr, und in habe ihn die versichen!“ #t Siteh) Nachdruck verboten! Averrca MaoVorksterr K wird fortgesetzt. Wir bieten enorm billige Preise bei nur guten Qualitäten. Anzüge. all. Richtungen wer zuwerl. ausgeführt. Jos Bäckerling: Reinoldistr. Wir mössen diesmal unsere grossen Läger unbedingt räumen; daher haben wir auch sämtliche Waren ohne Ausnahme diesem Verkauf unterstellt und zwar außergewöhnlich vorteilhaft. 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Nur allzu oft ist der Gedanke an eine häusliche Verrichtung verbunden anit dem Gedankan an dezahlte Kokfte, aber felten so possierlich, wie in dem Fall, den ein Mitarbeiter des English=IlhustoatedMagazine uns von einem kleinen Mädchen erzählt. Sie dat hatte eine kleine Freunvin besucht, deren Angehörige im Haushalte mitkhalfsen. Sie durste lange bleiben. und als sie nach Hause kom, erzählte sie ihre Erlehnisse ihner Mutter. „Alles ist fein, aber etwas inn sie, das ist ja furchtbar, Mutti, ich wage es Dir kaum zu erzählen, weil Du mich dann vielleicht nicht mehr hingehen lüßt, es ist nämlich fast gnausam zu nennen.“ „Was ist es denn,“ zrogie die Mutter einigermaßen besorgt. „Sie benutzen ihne eigene Großmutler als Rchn: Büsherdte und Beime Bühel fosternd. („Guckasten.“) Englischer Klein=Edith ist auf ihre Frage, woher all die dielen Schneeflocken kommen, die Antwort geworden:„Frau Holle macht Betten!“ Nach einer Weile tiefen Nachdenkens meint Klein=Edith: „Muttchen, diese Frau Holle muß doch eine recht unordentliche Frau sein.“„Warum meinst Du das! entgggnet die Rutter.„Sie macht doch nicht alle Tage die 5 nicht!“ die 1 Betten w und im Sommer überhaupt Ich habe einen Bekannten, der Hhpochonder ist. Je wohler er sich fühlt, desto verdächtiger erscheint ihm seine Gefundheit, denn— so sagt er— schwer Kuanle tänschen sich immer über ihren wahren ZuKane Neulich hat er etwas über versteckte Dysenterie schärt oder gelesg, 10 u. 4 Einige Tage später treife ich ihn, der mit einer gang besonders sämmerlichen Miene herumläuft! „Nun, wie gebt'“!; begrüße ich Uhn. „Ach— das hat Für gerade noch geschlt, diese verfluchte Dysenterie. „Aber ich bitte Sie— wie kommen Sie denn auf den Gedanken!“ „Hm“,— erwidert er, sich zu einem überlegenen Lächeln zwingend,„bei bix Krankheit gibt es ein unverkenndores Symptom.“ Und das ist!“ „Man mert, nichts bavon!“ Unnütze Aufregung. Mein Freund und Nachbar kehrt abends in sehr angeheitertem Zustande nach Hause zurück. Da sich seine Ehehälfte aber bereits dem sanften Schlummer überlassen hat, kehrt er bei mir ein und stellt den Regenschirm umgekehrt in den Ständer. Als er aber beim Weggange nach seinem Schirm greift, ruft er erregt:„Es ist nicht so schlimm, daß ich betrunken bin; aber daß ich den Griff von dem neuen Schirm verloven habe, darüber kann ich mich ärgern!“ Seine Auffassung. Chek(zum Kommis):„Herr Meyer, wie können Gie sich unterstehen, den Lehrling zu ohrseigen!“ Kommis:„Verzeihung, Herr Kommerziennat! Sie haben selbst gesagt, ich soll mit den jüngeren Angestellten etwas nehr Fühlung nehmen.“ Ein Gemütsmensch. „'Re blanke Mark hat mir heute einer gegeben!“ „Aus Versehn!“ Re, mit Willen. Ich hatte bei einer seinen Herrschaft einen Teller Essen gekriegt; da kam gerade der Hausherr heim. Dem habe ich verraten, daß seine Frau gekocht hat, und nun ist er mit mir hat mit umgekehrt und hat mir die Mark gegeben.“ Unter Banknotenfülschern. „Du hast schon wieder aufgehört, 30 MarkScheine herauszugeben!“ „Ja, weste, ich warte noch, bis die Zeitungen schreiben, was an meinen Roten schlecht ist, dann kommt die verbefferte Auflage heraus! Juil. Oebankensplitter. Mancher meint, weil er die Muße zum Dichter at er hade auch die Muse dagn. Gedankenleser soll ost da Gedanken lesen, no gar keine sind. „Ddo viel Licht ist, ist viel Schatten“, aber keider ist nicht immer wo viel Schatten st, auch viel Lscht. Sagen und surechen scheinen gleichbedeutend zu sein, trotzdom gidt es eine Masse Menschen, die in und geniete beih ieen! Das ist hart. Auf einem niederrheinischen Bauernhof soll ein Schwein geschlachtet werden. Anläßlich dieser Begebenheit richtet die Hausfrau an den Lehrer wörtlich folgenden Brief: „Werter Herr Lehrer! Geben Sie bitte dem Franz fort, denn wie wollen das Schwein schlachten, Hochachtungsvoll Frau 2. („Gucklasten.“) Doppelsinnig. „Meine Tochter hat neulich auf einer Soiree des Vereins gagen Ausmutzung von Kindern gefungen.“ „Ja, es ist unerbört, wie weit die Ausnutzung von solchen armen Würmern geht.“ Prech. Dienstmädchen(beleidigt): Da din ich. Madame! Warum klingeln Gie denn seit einer Viertelstunde ununterbrochen... Sie tum ja gerode, als ob ich nicht hören könnie. „Dust. Bictter.“ Aus der Jugend. Vor kurzem hatten wir ehemaligen Schüler des 9 Gymnasiums eine festliche Zusammenkunft. Beim Festessen wurden viele schöne und schwungvolle Reden gehalten. Zum Schluß erhob sich ein wohlbeleibter älterer Herr. „Verehrte Freunde,“ sagte er,„lassen Sie uns das eine nicht vergessen. Leider, leider müssen wir es ja heut zu Tage erleben, wie das humanistische Gymnasium und die klassische Bildung vielfach gering geschützt und von unsrer ideallosen, materialistischen Zeit bekämpft wird zu Gunsten des Realgymmnasiums. Darum, meine Herrn, lassen Sie uns, denen der Vorzug einer wahrhaft klassischen, humanistischen Bildung zuteil gewonden ist, fest zusammen halten und allezeit einstehen für den bumanistischen Gedanken, für die humanistische Büdung, für das humanistische Gymnasium!“ Rauschender Beifall lohnte den Redner. Da ich den Redner nicht kannte, erkundigte ich mich und erfuhr, daß es Herr Theophil Speckbacher war, der nach dauerhaftem, aber schließlich doch erfolglosem Besuch der Quinia in das vätenliche Buttergeschäft eingetreten war und es auf diesem Wege zu Reichtum und bürgerlichen Ehren gebracht hatte. Dank seiner wahrhaft klassischen Bildung. Mein fechsjähriger Reffe Haus ist bei einer leichten Kvankheit einigemal vom Arzt untersucht worden und hat nach seiner Genefung keinen sehnlicheren als„Doktor zu spielen.“ Die 17jährige Tochter einer befreundeten Vamilie ist bei einem Besuch bereit, die Rolle der Patientin zu übernehmen. Der junge Dokvor erwantet sie in seinem Zimmer und befragt sie über ihr Leiden. Sie klagt über Husten und Schnupfen. Haus schaut ihr mit ernster Miene in den Hals, beklopft den Rücken und meint darm beruhigend: „Ach, es ist nicht gefährlich, aber Sie können mir mal ein Fläschchen naufschicken.“ Der Wachtmeister X. läßt in meiner Gegenwart eine Abteilung reiten. „Kiemann, nimm die Unterschenkel mehr zurück.“ Nach einer Weile: „Niemann, nehmen Sie die Unterschenkei mehr zurück.“ Nach kurzer Zeit: „Herr Kiemann., Sie sollen die Unterschenkel mehr zurücknehmen.“ Endlich:„Paß uff, det nächste Mal sage ich Exzelleng, und dann— kommt'ne Hand voll Reitbahndre2!“ Ich mache eine Rundfahrt auf dem Starbergersee. Reden mir zwei Hochzeitsreisende, die sich nicht sattsehen können an der Silhouette des Gebirges, das man heute haarscharf vor Augen hat. „Das gefällt Dir wohl“— spricht er—„mein Süßes, das ist auch die Zugspitze dort!“ „Ich bin ganz weg“— meint sie—„sei nicht pöse „Dummchen, warum soll ich böse sein!“ „Rein erster Bräutigam hat solche Reese#ewr. Kr febdl“ Aus dem Simplieissimus! Der Hanse=Peter hat wieder einmal schwer, sehr schwer geladen. Der Dewes=Konrad findet ihn im Straßengraben und bringt ihn, gutmütig, wie er ist, mühselig nach seiner Behausung. An der Tür nimmt die Frau ihren haltlosen Ehegatten in Empfang und sagt noch zum Konrad:„Sollst auch bedankt sein!“„Brauchst dich nicht zu bedantel“ sagt der.„Na,“ meint die Frau,„mer bedankt sich je, wenn mer ine Wurschtsupp' gebracht kriegt, warum soll mer sich net bedanke, wenn ein'm einer ine ganze Sau bringt!“ Spielpian des Dortmunder Stadtthealn Im Krankenhause ist ein interessanter Patient eingeliefert worden, ein Schnapsreisender, der infolge starken Alkoholgenusses an temporärem Gedächtnisschwund leidet. „Nun, und wieviel Glas Bier tranken Sie denn täglich!“ „Go gehn bis fünfzehn Glas und dann noch'n paar Steinhäger.“ „Koch ein paar was!“ Steinhäger, Herr Professor.“ „Sie sehen hier, meine Herren.“ beginnt der Professor in dozierendem Tone,„ein eklatantes Beispiel, wie der Alkohol das Gedächtnis und überhaupt die geistigen Fähigkeiten eines Menschen herabsetzen kann. Es bedarf zur Erzeugung einer derartigen Gedächtnisschwäche wie in diesem Falle allerdings schon bedeutender Mengen Alkohols. So hat Patient seiner Aussage nach täglich zirka fünfzehn Glas Bier und dann außerdem noch mehrere??7 Wie hieß der Likbr, den Sie da nannten!“„Na sehn'. Herr Professor, tönts da von dem Stuhle des Potienten,„Sie wissen's ja ooch nich mehr!“ Anzüglich. „Jn. in, wan Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand.“ Sie ein Amt!“ Jedem das Seine. „Ra, wie habt Ihr Guch nach Gurer Schoidung auseinandergesetzt!“ „O, sehr einsach! Do wir keine Kinder hatten, nahm meine Foas den Kunavienvogel und ich die Köchtn.“ * „Ist denn die Operation, die Blemal wegen seiner zunehmenden Gebkincdung durchmachte, von Erfolg gewesen.“ „Das hut sich noch nicht herousgestelkt. Die Aerzte haben aber ihre ganze Kunst aufgeboten. Sogar den Blinddaum haben site entfernt.“ „Willi,“ fagte die Mutter gang bekömmert. „jedesmal, wenn Du umartig bist, bekomme ich ein graues Haar.“ „Himmel!" rief Willi,„mußt Du aber ein Unart gewesen sein! Sieh mal Großpapa an!“ „Münch. Jll. 31o“ Schöne helle Werkstätte mit Hofraum und groß Einfahrt im Hause Rh nischestr. 118 per sofort, vermieten evtl. auch We nung in erster Etage.„N Krahn, Hohestraße 30. Telephon 2346. Wegen Aufgabe des Geschäf 150 gm Flächenr. u. 100 Unterkeller mit Motorbe sehr günst. für Bierbraue od Selterswassenniederla sof od. später zu vermet Joh. Kriener, Gessenkirch I Ueckendorferstraße 148. 2 Parterre-Zimm für Bürozwecke per so zu vermieten. Elektr. 2 sorhanden. Vornstr. Kontor im Hof. Naben Haus Uterman Botenstrasse. Nur noch 2 Ladenlokalt zu vermisten. Früma Lage für seinere Spe; gecülle. Ladenlokgl m. Pt.=Wobg 3 od. 5 Zimm. 1, April ermieten. Leopoldstraße Ladenlokal mit 3 Zim., gelegen, zum 1, Apvil. vermieten. 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Abends—10 Uhr. tümliche Preise. Glaube und Heimat. Die! gödie eines Volles(in 8 Akten) von Schönherr. Donnerstag, 39. Januar. Abends—11¼ Erhöhte Preise. Serie A. Nr. 39. Grüne ten. Duitte Vorstellung im 1. Ribelungen.s Aus. Gastspiel de. Kammersängers Herrn Korchhammer vom Königlichen Hoftheaur Wiesbaden. Engagements=Gastspiel des Arnold Langefeld vom Deutschen Opernhaus Charlottenburg. Siegfried. Zweiter Tag dom Bühnenfestspal„Der Riug des Aiden gen“. Handlung in 8 Aufzügen von Riche Wagner. Siegfried— Herr Kammersang Forchhammer. Wanderer— Herr Arnold 20 feld als Gast. Freitag, 81. Jamuar. Abends 7½—10 Uhr. swielpreise. Serie B. Nr. 30. Bumume Der Raub der Sabinerianen. Schwank i Aufzügen von Franz und Paul Schönthan. Sonnabend, 1. Februar. Abends 6½—1114 Erhöhte Preise Serie A. Nr. 40. Grine ten. Bierte Vorstellung im 1. Ribelungge Aus. Gastspiel des Kammersängers Herrn### Fonchhammer vom Königl. Hoftheater in baden. Die Götterdämmerung. 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Die Verdingungsunterlagen liegen im Geschäftsgebäude der Emschergenossenschaft in Essen=Ruhr aus u. können von dort, soweit der Vorrat reicht, gegen Einsendung von 3 Mark bezogen werden. Zeichnungen, Bodenproben und andere Unterlagen sind auf dem Bureau der Emschergenossenschaft, Bauabteilung ll in Wanne(Amtshaus), einzusehen. 5064 Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Mittwoch, den 12. Februar 1913, vormittags 11 Uhr, im Geschäftsgebäude der Emschergenossenschaft in Essen abzugeben. Zu dieser Zeit findet die Oeffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Anbieter statt. Essen=Ruhr. d. 80. Jan. 1913 Der Baudirektor: Helbing, Regierungsbaumeister a. D. InventurAusverkauf Naturell-Tapeten 10 Pl. Gold-„ 12 PI. Fond-„ 25 PI. per Rolle. Wilhelm Ebeling Westenhellweg 99. 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Die„Abrechnung liegt vom Tage der Veröffentlichung Die Abrechnung liegt vom Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung ab 14 Tage im städtischen Tiefbauamt, Kleppingstraße 27, Zimmer 146, zur Einsicht auf. Dortmund, den 28. Januar 1913. Magistrat. „-Verkauf. Am Dienstag, den 28. d.., nachmittags 3 Uhr, sollen in dem zum Rittergute Schwansbell gehörenden Forstorte Rote Dehle Sas Sesche e fentlich meistbietend verkauft werden. Treffpunkt: Kreuzung Camener Chaussee u. Schwansbeller Allee. Schloß Schwansbell b. Lünen, den 22. Januar 1918. Gräflich von Westerholt=Arenfels'sche Verwaltung. Rotz-Verkauf. Montag den 27. Januar d.., vorm. 10 Uhr sollen in der Waldung des Gutes Lappenhausen, Forstort Jungen. 60 Haufen Eichen=Brennholz, ca. 10 Nummern Eichenstangen, zu Stellmacherholz und Frechtungsstangen geeignet, öffentlich meistbietend verkauft werden. Das Holz liegt an sehr guter Abfuhr, Kreisstraße Schwerte—Opherdicke. 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Der Schlaue Unternehmer hatte nämlich einen seiner Agenten auf jenes Fest gesandt, der dort für die wötge Propaganda pflichtgemäß sorgte. Neben den üblichen Nachtsitzungen veranstalten die noblen Spelhöllen Loudons auch Nachnuttags=ZusammenAmfte, bei denen sich in erster Linie die vornehme Damenwelt ihr Stelldichemn gibt. —(Vom nenesten Gesellschaftskleid.) Die Hochblüte der Saison in Paris ist in voller Entfaltung. Die großen Feste, Empfänge und Premieren lösen einander ab, und sie alle bieten reichlich Gelegenheit, Pracht und Eleganz der neuesten Gesellschaftstoiletten zu zeigen. Eine besondere und ein wenig verwegene Note dieser Roben ist das stark betonte Dekolletee. Arme und Schultern sind fast völlig frei oder höchstens durch ein wenig Tüll mehr ent= als verhüllt. Nur eine dünne Schnur hält häufig die Korsage an den Schultern fest; diese Befestigungen sind mit einer rleiter ehegee bürsig wie mögich. Das De. Mlleter seibn ist derartig drapiert, daß von dem Rleid häufig nur eine Seite der Buste bedeckt ist; die andere Seite ist nur durch etwas fleischfarbenen Seidenmousselin verhüllt, der den Anschein einer viel weiteren Entblößung hervorruft, als es tatsächsich der Fall ist. Die wunderlichten Ueberraschungen kann man in der Drapierung und Raffung der Röcke beobachten, die eine Art„Dekolletee von unden" ausführen. Die Füße sind völlig unbedeckt und aauch der untere Teil des Beines tritt hervor, während eine enge Schleppe die Silhouette der Erscheinung verlängert und den Rhytmus des Körders melodiöz weiterklingen läßt. Sehr beliebt sind Tüllstoffe in Gold und Silber mit einem Ornament von schweren Velvetblumen, mit denen sich Spitzen und Pelz zu einer eigenartigen und unziehenden Einheit verbinden. Viel Bizarrerie kritt auch in den Coiffüren zutage. Wenn der Kopfschmück nur gut kleidet, dann kann er so extradagant sein, wie er nur will. Man begegnet hohen helmartigen Frisuren und aufgetürmten Haarbauden ebenso wie ganz niedrigen Arrangements. Am modernsten sind wohl Frisuren, die die Ohren bedecken und bis auf die Wangen herabgehen, sowie Historische Formen, die sich dem Stil des Directoire anschließen. Mit dem möglichst weich und wellig pchaltenem Haar werden Reihen von Perlen, Iurernviademe, Reiher und Paradiesvögel zu einem höchst geschmasvollen Ganzen vereinigt. —(Was alles versichert wird.) England ist das klassische Land der Versicherungen: ein Achtel der Ersparnisse der Nation werden direkt oder indirekt in Ledensversicherungen angelegt, und der Begriff der Versicherung ist ein so allgemein geläufiger, daß man meint, man könne sich dadurch megen alle Zufälligkeiten und Gefahren des Lebens schutzen. So gibt es Leute in England, wie uns eeine Wochenschrift erzählt, die vorsichtig genug sind, Leim Eingeben einer Ebe sogleich eine Versicherung pegen Scheidung und— gegen die Ankunft von Zillingen aufzunehmen. Die großen Londoner Versicherungsgesellschaften haben zwar in neuerer Zeit ihrem Kundenkreise in der Suche nach den seltsamsten Objekten einige Beschränkungen auferlegt: aber der wunderlichen Versicherungen gibt es moch immer genug. So kann man sich z. B. versichern: gegen Schädigung durch Dienstboten, gemen Verlust durch schlechtes Wetter, gegen das Liepenlassen von wertvollen Dokumenten, gegen neue Steuern oder neue Zölle, gegen bestimmte politische Wesetze usw. Ein Sänger oder eine Sängerin können sich gegen den Verlust ihrer Stimme versichern, und einem Vorsichtigen steht es nicht nur frei, für den Fall sich eine Sicherheit zu verschaffen, daß er selbst wahnsinnig wird sondern auch fur den Fall, daß irgend eine wahnsinnige Person ihre normalen Geisteskräfte wiedergewinnk Versicherungen gegen Erdbeven sind zwar in Albion nicht häufig, aber durchaus zulässig. Viel öfter nehmen Automobilisten den Dienst der Gesellschaften in Anspruch: sie könmen vorsorgen für die Geldstrafen, die sie wegen mu schnellen Fahrens erhalten, und für die Unglücksfälle, die sie dabei erleiden. Die Höhe der Prämien hängt bei diesen Versicherungen der Automobilisten völlig von der bisherigen Führung der Kunden ab. Ein Automobilist, der noch keine Poeistrafen erhalten hat, zahlt verhältnismäßig wenig: einer, der bereits mehrmals dem Arm der Gexechtigkeit verfallen ist, muß eine sehr beträchtlich höhere Prämie entrichten. Mancher gefährliche Schnellfahrer aber zahlt sogar eine Prämie, wie bei einer gewöhnlichen Lebensversicherung nur ein ganz schwerer Herzkranker. Durch die Ausschreikungen der Suffragetten und die tumultarischen Vorgänge, die in den letzten Jahren England in Unrube versetzten, sind Versicherungen gegen den Verlust bei Aufruhr und Demonstrationen sehr in Aufnahme gekommen. Die gewöhnliche Rate bei dieser Art von Versicherung ist nicht sehr boch, aber Fe. steigt beträchtlich, wenn es sich um Lokale hanu, die an besonders auffälliger und gefährdeter Stelle liegen, oder um Persönlichkeiten und Geschäfte, bei denen vorauszuseben ist, daß sie irgendwie Haß und Erbitterung entfesseln könnten. Fruher kam es häufiger vor, daß man Objekte vercherte, die in gar keiner Beziehung zu dem Verlicherten standen, so z. B. das Leben irgend eines bekannten Räubers und Wörders usw. Einen tieferen Sinn für Gerechtigkeit wird man darin erKlicken, wenn sich jemand zugunsten seiner Gläubiger versichert: kluge Leute aber, die der„Tücke des Obickts“ aarnicht tranen und gegen jede Eventualität geschützt sein wallen. versichern sich sogar begen den Verlust ihrer Abo#nementskarte auf der Dein oder ihms— Hausschküssels. Wahrer und mittlerer Sonnentag. (Von unserm Mitarbeiter.) Das Abnehmen der Tage merkt man, worauf Prof. E. Herff in der bei Gustav Fischer=Jena erscheinenden Naturwissenschaftlichen Wochenschrift hinweist, im Herbste am stärksten nachmittags und ihr Zunehmen im Februar ebenfalls am stärksten am Nachmittage. November und Dezember ist es 3 Uhr nachmittags dunkler als im Januar und Februar, während in den letzten beiden Monaten morgens lange Dunkelheit herrscht. Die Ursache dieser sonderbaren Erscheinung ist folgende: Die Zeit, welche von dem Durchgang eines Fixsterns durch den Meridian eines Ortes bis zum nächsten Durchgange desselben Sterns vergeht, nennt man einen Sterntag. In dieser Zeit hat sich die Erde einmal um ihre Achse gedreht. Eine Uhr, welche diese Zeit angibt, heißt eine Sternzeituhr, deren sich die Astromen bedienen. Mit der Sternzeit stimmt die Sonnenzeit nicht überein. Die Erde dreht sich nämlich nicht nur vom Westen nach Osten um ihre Achse, sondern auch in derselben Richtung um die Sonne, und so ist die Zeit zwischen einem Durchgang der Sonne durch den Meridian eines Ortes und dem nächstfolgenden Durchgang, d. h. ein wahrer Sonnentag etwas länger als ein Sterntag. Die Sonne hat eben während einer Achsendrehung einen Vorsprung nach Osten gewonnen, der durch eine etwas weitere Drehung eingeholt werden muß, damit sie wieder in den Meridian gelangen. Die Sonnentage sind nun nicht einander gleich wie die Sterntage, denn die Erde bewegt sich nicht gleichmäßig in ihrer elliptischen Bahn um die Sonne. Sie bewegt sich in der Sonnenhöhe schneller als in der Sonnenferne, und außerdem hat die Ekliptik eine schiefe Lage gegen den Aequator. Beide Umstände bewirken die Ungleichheit der Sonnentage. Ganz regelmäßig gehende Uhren stimmen daher mit dem Sonnenlaufe nicht überein, und sie müssen jeden Mittag anders gestellt werden. Um dem auszuweichen, denkt man sich eine mittlere Sonne, die in der Ebene des Aequtors in gleicher Zeit mit der wahren Sonne, also in einem Jahre, die Erde gleichförmig umkreist, und kennt die nach dem Durchgange dieser imagmären Sonne durch den Ostmeridian bestimmte Zeit die mittlere Zeit. Unsere Uhren werden mit der durch die mitteleuropäische Zeit bedingten, für jeden Ort konstanten Differenz nach mittlerer, nicht nach wahrer Zeit gestellt. Die mittleve Sonnenzeit kann also mit der wahren Zeit nicht übereinstimmen. Der mittlere Sonnentag ist bald länger, bald kürzer als der wahre Sonnentag. Dieser Unterschied heißt die Zeitgleichung; diese wird für alle Tage des Jahres genau berechnet. Viermal fällt der mittlere Mittag mit dem wahren zusammen, den 14. April, 14. Juni, 31. August und 23. Dezember. An diesen Tagen ist die Zeitgleichung Null. Die größten Unterschiede finden am 2. November und 11. Februar statt. Am 2. November tritt der mittere Mittag 16 Minuten, 16 Sekunden später am 11. Februar 14 Minuten 34 Sekunden früher ein als der wahre Mittag. Im Herbste scheint daher der Vormittag länger zu sein als der Nachmittag, die Abnahme der Tage ist am Nachmittag merklicher als am Vormittage. Im Februar, gegen das Frühjahr hin, findet das Umgekehrte statt. Man merkt alsdann das Längerwerden mehr des Abends als des Morgens. Sowohl das Kürzer= als auch das Längerwerden der Tage beobachtet man also am stärksten am Nachmittage. Einige historische Notizen betreffs der mittleren Zeit mögen wohl von Interesse sein. In Berlin geschah die öffentliche Einführung der mittleren Zeit im Jahre 1810. In Frankreich gingen bis zur Zeit der zweiten Revolution im Jahre 1815 die Uhren nach wahrer Zeit, obgleich schon 20 Jahre früher der Astronom Lalande die Einführung der mitkleren Zeit bei den öffentlichen Uhren vorgeschlagen hatte. Bis dahin mußte man täglich oder wenigstens wöchentlich den Gang aller Uhren ändern. Als der Seinepräfekt von Chrabol die erwähnte Aenderung bei den Uhren einführen wollte, fürchtete er, die Neuerung würde einen Aufstand der Arbeiterbevölkerung erregen, und die Arbeiter möchten sich weigern, einen Mittag gelten zu lassen, der nicht mit der Mitte des Tages zusammenfiel, der also die Zeit zwischen Aufgang und Untergang der Sonne in zwei ungleiche Teile teilt, und er verlangte daher zu seiner Sicherstellung ein Gutachten von Seiten des Längenbureaus. Allein diese schkimmen Befürchtungen verwirklichten sich nicht, die Neuerung ging ungemerkt vorüber. Kirchliche Nachrichten. eangelicher Ootteadlens. Sonntag, 26. Jannar. St. Reinoldi. Morgens 10 Uhr: Pastor Schmidt. Morgens 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Kühn. Abens 6 Uhr: Pastor Daub. Taufen in der Kirche: Sonntag und Donnerstag um 3 Uhr. Waisenhaus an der Hohenstraße. Morgens 9½ Uhr: Pastor Kühn.# m. Wambel. Morgens 9½ Uhr: Pastor Daub. Morgens 10¾ Uhr: Kindergottesdienst. Johanneskirche. Morgens 10 Uhr: Pastor Seewald.(Kaisersgeburtstagsfeier unter Mitwirkung des Mädchenchores.) Morgens 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Abends 6 Uhr: Pastor Jucho. Abends ie F erie eche Ach Lutherkirche. Morgens 10 Uhr: Pastor Hartog. Morgens 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Abends 6 Uhr: Pastor Goetz. Taufen in der Kirche: Sonntag und Donnerstag 3 Uhr. Bibelbesprechstunde: Mittwoch abend 8½ Uhr: Pastor Goetz. St. Petri=Nikolai. Morgens 10 Uhr: Pastor Goldberg. Morgens 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Abends 6 Uhr: Pastor Bosselmann. Taufen in der Kirche: Pastor Goldberg. Martinkapelle. Morgens 8 Uhr: Masurischer Gottesdienst. Morgens 10 Uhr: Pastor Spieker. Morgens 11½ Uhr Kindergottesdienst. Taufen in der Kapelle: Pastor Quincke.(Der masur. Gemeindehelfer Borkowsti wohnt jetzt Sternstr. 41.) Pauluskirche. Morgens 10 Uhr: Pastor Ehrhardt Morgens 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Abends 6 Uhr: Pastor Barth. Taufen und Trauungen in der Kirche: Vastor Barth. St. Marien. Morgens 10 Uhr: Pastor Schnapp: Morgens 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Abends 6 Uhr: Pastor Henrici. Montag, 27. Jan. 1913, morgens 10 Uhr: Festgottesdienst zum Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers unter Mitwirkung des Kirchenchors. Pastor Schnapp. Sonntag, 26. Jan.: Versammlung der zu Ostern v. J. von Pastor Schnapp Konfirmierten in Gemeindehaus, a) Knaben um 3 Uhr, b) Mädchen um 4½ Uhr nachmittags. Evangelisch=lutherische Gemeinde, Ardeystraße 82a. Sonntag vormittag, 10 Uhr: Lesegottesdienst. Baptisten=Gemeinde, Westerbleichstr 64. Sonntag, dormittags 10 Uhr: Prediger de Haan, 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Nachmittags 4 Uhr: Prediger de Haan. Montag, abends 8½ Uhr: Holländische Bibelstunde. Mittwoch, abends 8½ Uhr: BetEvang. Gebet=Verein(e,.) Gneisenaustraße 48. Sonntag, vormittags 9½ Uhr: Sonntagsschule, nachmittags 2½ Uhr: Evangelisation. Mittwoch, abends 8 Uhr: Bibelstunde. Altkatholische Gemeinde in der Ferimtavelle. Sonntag, 26. Januar: Gottesdienst in der DiasHellandsche evansslische Gedsdienstosiening (in verbinding met de Alg. Synode der Nederl. Hervormde Kerk), Johanneum, Kielstr. 12, Zondag den 26. Jan., Prediker W. Sonnenberg, smorgens 10 uur. Zondagschool van 11½—12½ uur. Zangvereeniging van—5 uur, Mannen en Jongelingsvereeniging Vrydagsavonds van 8¼ bis 10 uur. Evangelischer Gottesdienst. Brackel. Morgens 10 Uhr: Gottesdienst. Pastor Bosselmann=Dortmund. Morgens 11¼ Uhr: Taufen. Derne. Morgens 9½ Uhr: Gottesdienst(Kaisers Geburtstag). Pastor Held. Nachmittags 3 Uhr: Taufstunde. Pastor Thabe. Deusen. Morgens 10 Uhr: Pastor Schmiedicke. Dorstfeld. Morgens 10 Uhr: Festgottesdienst. Pastor Müller. Morgens 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Nachmittags 3 Uhr: Taufen. Abends 6 Uhr: Missionsgottesdienst. Pastor Kuhlmann. Eichlinghofen. Sonntag morgen 9½ Uhr: Gottesdienst. Eving. Morgens 9½ Uhr: Pastor Thiele. Morgens 11 Uhr: Kindergettesdienst, Nachmittags 2 Uhr: Taufstunde. Taufen und Trauungen in der Kirche: Pastor Brand. Horstmar=Recklinghausen. Morgens 10 Uhr: Pastor Werner. Morgens 11 Uhr: Kindergottesdienst. Hörde. Morgens 10 Uhr: Pastor Bartels. Morgens 11.25 Uhr: Kindergottesdienst. Abends 5 Uhr: Pastor Große=Oetringhaus. Taufen und Trauungen in der Kirche: Pastor Große=Oetring= haus. Huckarde. Morgens 10 Uhr: Gottesdienst. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst. Ickern.(Lutherhaus.) Sonntag morgen 10 Uhr: Gottesdienst. Pastor Lategayn. Morgens 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Nachmittags 3 Uhr: Mas. Gottesdienst. Montag, 27. Jan. Kaisers Geburtstag, morgens 10 Uhr: Gottesdienst im Lutherhause. Pastor Lathegan. Freitag, 31. Jan., nachmittags 5 Uhr: Mas. Bibelstunde. Kirchhörde. Morgens 10 Uhr: Pastor Blomberg. Morgens 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Mittags 12 Uhr: Taufen in der Kirche. Amtswoche: Pastor Blomberg. Lünen. Morgens 9½ Uhr: Hauptgottesdienst. Morgens 11 Uhr: Kindergottesdienst. Nachmittags 5 Uhr: Abendgottesdienst. Mengede. St. Remigius. Morgens 10 Uhr: Pastor Stenger. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Kriele. Amtswoche, Taufen und Trauungen in der Kirche: Pastor Stenger. Preußen. Morgens 10 Uhr: Gottesdienst. Morgens 11 Uhr: Kindergottesdienst. Mittags 12 Uhr: Taufen. Mittwoch abend 8 Uhr: Bibelstunde. Westerfilde. Nachmittags 3 Uhr: Pastor Schmiedicke. Briefkasten der Redaktion. H. M. 100. Hier im Dudenstift. Kosten 500 Mk. St. 100. Wenden Sie sich an die Direktion der hiesigen städtischen Straßenbahn. Masch.=Schlosser in Neudorf. Aus Ihrer Anfrage ist nicht zu ersehen, was für Adressen Sie wissen wollen.„#k, 19 1——4 B.., Dorstfeld. Die Adrene ist uns auch nicht bekannt. C. W. 100, Lunen. 1. 1,8 Kilometer ist eine engliche Meile. 2. Das läßt sich schwer sagen, da die Zahlen oft täglich ungeheuren Schwankungen unterworfen sind. 3. Können Sie an jeder Erdkarte selbst Langzjähriger Abonnent Nr. 190. Erkundigen Sie sich an der Auskunftsstelle des hiesigen HauptbahnR. St. Das deutsche Heer war 1870 stärker. F. M. 12. Für Ihre Annonce wollen Sie Mk. .75 einsenden. Tägliche Gratisbeilage zum Dortmunder General-Anzeiger. Ern Winlertraum. Roman von Annh Wothe.(Copyricht 1912 by Anny Wothe, Leipzig.)(Nachdruck verboten.) Wie im Taumel flog Ingelid mit Wood dahin. Hatte rer wirklich die seltsamen Worte zu ihr sprochen? Ingelid tanzte mit geschlossenen Augen. Wie ein Traum war es ihr, und doch fühlte sie das heiße Schlagen des Herzens des fremden Mannes, der eine so seltsame Gewalt über sie hatte. Und da draußen, der weiße, weite Wald in seiner stillen Majestät im silbernen Mondenglanz. Als durchwandelte sie wieder der Kindheit Paradies, als brannten Tausende von Weihnachtskerzen, als schritte sie durch heilige, weite Tempelhallen, so war es Ingelid. „Ein Wintertraum,“ sagte da plötzlich eine tiefe Stimme zu ihr, ein Wintertraum, Gräfin, sonst nichts.“ Sie sah in seine starr auf sie gerichteten, grauen Augen, und ein Schauer rann durch ihre Glieder. Es war, als taumelte sie, als hasche sie nach einer Stütze. Da stand auch schon Leo v. d. Decken an ihrer Seite und umfaßte ihre Hand. „Es ist genug, Ingelid,“ mahnte er fest und bestimmt, und zu dem Flieger sagte er mit einer höflichen Verbeugung: „Verzeihen Sie, Mister Wooo, daß ich Ihnen meine Braut entführe. Sie verträgt das Tanzen so schlecht, und die Luft hier ist nicht die beste.“ Es klang höflich, gleichmütig. James Wood trat mit einer kurzen Verbeugung zurück, aber seine Augen glühten drohend zu Leo hinüber, als er knapp entgegnete: „Die Gräfin muß das natürlich selber entscheiden. Ich bedauere, dazu beigetragen zu haben, daß die Gräfin leidet.“ Das klang sehr verbindlich. War es aber nicht doppelsinnig? Prüfend blickte Leo in das glatte, unbewegte Gesicht des Engländers und dann zu seiner Braut. Ingelid hielt noch die Augen geschlossen. Keine Spur von Farbe war in ihrem blassen Gesicht.....8 „Verzeihen Sie,“ sagte sie jetzt, die Augen zu dem Flieger voll aufschlagend,„ein altes Leiden, das ich selbst vergessen glaubte, befiel mich wieder.“ Er verbeugte sich stumm. Ein Zornesblick traf sie nur. Sie spielte also diese Komödie mit? Ein wütender Zorn packte ihn, auf sie, auf sich selber und auf den Mann, der sich jetzt so zärtlich besorgt um sie mühte, und dem sie so beruhigend zulächelte. Um dieses Lächeln hätte er den Kerl erwürgen Ainnen. Pah, sie war wie alle anderen Weiber auch, und jetzt— jetzt war er es der vor dem Blick erschauerte, der plötzlich, ehe sie sich abwandte, aus ihren war ja grauenvolles Leid, die herzerschütternde Gewißheit von einem gestorbenen Glück, das auf ewig dahin. Er hatte das Gefühl, als müsse er zu der königlichen Gestalt der weißen Schneefrau treten, dort an des fremden Mannes Arm, um ihr zu sagen: „Hier, an meinem Herzen ist dein Platz Reiße dich los, flüchte zu mir. Ich gebe Dir Glück, ich gebe dir alles, was dein heißes Herz begehrt, sei mein!" Aber er preßte die Lippen fest zusammen, und kein Wort und kein Blick verriet, was in seiner Seele vorging. Jetzt trat der Prinz zu Ingelid, sie zum Tanze zu begehren. Sie würde natürlich ablehnen, dieser Kerl, der Decken, der so selbstverständlich von ihr Besitz nahm, würde es gewiß nicht erlauben, aber James Wood hatte sich getäuscht. Er sah, wie langsam die Farbe wieder in Ingelids blasse Wangen stieg, wie sie mit einem bezaubernden Lächeln dem Prinzen zulächelte und gleich darauf durch den Saal flog. Welch ein wundervolles Paar! Der Flieger konnte den Blick nicht von dem schönen Mädchen und ihrem Partner wenden, dessen schlanke, elastische Gestalt mit dem dunklen Sportanzug mit der weißen Eiswollverbrämung. im rhythmischen Wiegen mit der weißgekleideten Gestalt des Mädchens dahinflog. Das blasse, vornehm geschnittene Gesicht des Prinzen, mit den großen, blaugrauen Augen, dem in der Mitte gescheitelten, welligen Blondhaar, der immer in ernster Ruhe, vollständig beherrscht ins Leben blickte, war von einer hektischen Röte überflammt, und in den sonst so kühlen Augen blitzte es seltsam auf. „Auch Du,“ knirschte der Engländer zwischen den Zähnen, und plötzlich ging er mit großen Schritten durch den Saal, direkt auf das tanzende Paar zu. Was wollte er eigentlich? Dem Prinzen von Schwarzeneck seine Dame entreißen? Er kam nicht dazu, denn plötzlich hielten alle Paare im Tanze inne. Mitten im Saal stand eine Frau— eine Frau, die er kannte— bei deren Anblick ein Grausen durch seine Seele zog. Es war ihm plötzlich, als müsse er ersticken. Er wollte fort, hinausstürmen in die weiße Schneenacht, aber sein Fuß blieb gebannt, und seine Augen bohrten sich drohend in das lächelnde Antlitz der blonden Frau, die, vom Kopf bis zu Füßen in einen weichen, weißen Hermelinmantel gehullt, der ihre etwas volle, hochgewachsene Gestalt eng umschloß, sich strahlend im Kreise umsah und lachend rief: „Gelt, das ist mal eine Ueberraschung! Von Wien bis Berlin in einer Tour durchgefahren, der Maxerl und ich. Ganz blaß schaut's arme Hascherl aus, nit wahr? Also gestern nachmittag im Hotel zum Fünf=Uhr=Tee. Schaun's, nit mal ein Zipferl von euren Köpferln. Maxerl fragte natürlich den Grasaff' von Garcon aus, der mit einer Miene, als müßte er euren Tod verkünden meldete, daß ihr zum Bob=Rennen nach Oberhof gefahren seid. Na, da sind wir a, der Maxerl und ich. Aber wo steckt denn das Mannerl? Gehn's, Baron,“ wandte sie sich zu Torres, „schaun's mal'n bissel nach ihm aus!“ Das war nicht nötig, denn soeben trat ein hochgewachsener Mann im dunklen Pelz in den Saal. Der Name Maxerl schien durchaus nicht für ihn zu passen, denn obwohl noch jung— vielleicht dreißig Jahre— beherrschte doch ein ganz ungewöhnlicher Ernst sein leichtgebräuntes, bartloses Gesicht, in dem ein Paar müde, samtschwarze Augen unter buschigen Brauen hervorsahen. Im Augenblick war das Paar umringt, Händedrücke wurden getauscht. Ein Lachen und Rufen durchschwirrte den Saal. Die blonde Frau, auf deren leichtgefärbtem Haar ein Turban von weißem Hermelin mit einem kostbaren, weißen Reiher thronte, sah sich siegesgewiß im Kreise um, nickte hier und dort hin, ließ es geschehen, daß das Maxerl ihr aus dem kostbaren Pelz half und nickte gnädig, wenn Leo v. d. Decken, der die Honneurs machte, hier und da vorstellend, einen Namen nannee..„.. 7EL u. E. E5umm „Schaun's, da bin“, lachte sie hell, während ihre seltsam funkelnden, nicht sehr großen, grauen Augen wie die einer Katze zu James Wood hinüberblitzten, der abseits von dem großen Kreise mit finster gefalteter Stirn stand und ihr fast drohend ins Auge sah. Soeben winkte v. d. Decken zu dem Flieger hinüber, um ihn vorzustellen, da schritt die schöne Frau mit ausgestreckten Händen auf ihn zu. „Das ist aber ein Gespaß! James Wood! I hab'laubt, ihr fliegt da irgendwo mit dem Eindecker zum Himmel nauf. Jesses, Maria und Josef. aber alt schauns aus. Wissen's noch, damals in Davos? Geheiratet hab i a inzwischen. Da, das Maxerl is mein Mann.“ „Herr von Köpping," beeilte sich Leo v. d. Dekken vorzustellen. „Mister Wood, der berühmteste Flieger unserer Zeit.“ Der finstere Blick des Engländers ließ ihn verstummen. James Wood sah die ihm zärtlich entgegengestreckten Hände der schönen Frau nicht. Er verbeugte sich aber vor ihr und ihrem Mann tief und tadellos, und sagte verbindlich: „Ich bedaure unendlich, gnädige Frau, augenblicklich nicht im Bilde zu sein. Ich habe ein so schlechtes Personengedächtnis.“ Ein Blick des Hasses und der Wut traf ihn aus den funkelnden Augensternen, Herr von Köpping aber erwiderte verbindlichst: „Sie müssen es meiner Frau schon zugute halten, Mister Wood, daß, wie es scheint, die Bekanntschaft nur eine einseitige ist. Sie glaubt nämlich überall Bekannte zu sehen, und da wir viel gereist sind, ist es ja ganz natürlich, daß einem immer wieder Aehnlichkeiten auffallen und Menschen, die man mal irgendwo gesehen hat, auch persönlich zu kennen glaubt!“ Er sprach mit einer ruhigen, ernsten, beherrschten Stimme, und es war, als richteten sich seine Augen mit drohender Gewalt auf seine Frau. Die schüttelte sich wie ein Hühnchen und nahm ohne Umstände Baron Torres, der sich soeben geholt hatte, das Glas aus der Hand. „Machen's doch kein'sicht, als ob de Katz's Donnern hört, holen's doch a neies Gläsel,“ lachte be. 2 Dann trank sie James Wood mir aufleuchtendem Blick zu und rief halblaut, nur ihm verständlich: „Auf gute Freundschaft!" Und sich zu Ursula wendend, die gerade wieder ihre weiße Kappe über die Ohren zog, fuhr sie fort: „Gelt, Kerlchen, krieg' ich nit a Patscherl?“ Ursula tnixte.„ 86 „Ich bin sehr eilig, gnädige Frau. Gleich geht die Fahrt los.“ Und fort war sie. Hans Ulrich folgte ihr, und auch die anderen rüsteten zum Aufbruch. Es war, als sei mit dem Eintritt des Paares ein Schatten in den frohen Kreis gefallen. James Wood bemerkte, daß Ingelid noch kein Wort zu Frau von Köpping gesprochen, er sah aber auch in ihren spöttisch lächelnden Augen, die fest auf ihn gerichtet waren, daß sie bemerkt hatte, daß es Beziehungen zwischen ihm und der Blondhaarigen gab oder gegeben hatte, die er soeben geleugnet hatte. Dunkel stieg ihm das Blut ins Gesicht. Was naßte seine weiße, holde Schneefrau von ihm denken! Er wollte zu ihr treten, ein Wort zu ihr sagen, da meldete ihr Verlobter: „Die Schlitten warten, Ingelid, es ist schon spät.“ James trat mit einer Verneigung zurück. „Seid nit fad,“ rief Frau von Köpping,„jetzt, wo man sich so lang nit gehabt.“ „Wir fahren natürlich mit zurück,“ gebot ihr Gatte.„Mach' Dich fertig, Evelyn.“ „Ihr glaubt nit, was der 2 axerl für ein Tyrann ist," seufzte die schöne Frau in komischer Verzweiflung auf, gehorsam in den Pelz schlüpfend, den ihr der Gatte hinhielt, dann aber drängte sie dem Ausgange zu, wo der Engländer stand und zusah, wie sich die Mitglieder der Bob=Mannschaft in die beiden Schlitten verteilten. Evelyn von Köpping war dicht zu ihm getreten. „Du wirst mit uns in unserem Schlitten fahren,“ gebot sie aufgeregt.„Du wirst Deine unglaubliche Taktlosigkeit von vorhin gutmachen und meinem Mann keinen Grund zum Mißtrauen gben.„6—% Den kleinen Anflug von osterreichischem Dialekt, mit dem sie so gern kokettierte, hatte sie vollkommen vergessen. Jams Wood soh weit in die weiße Schneenacht „Wenn ich Sie je gekannt habe, gnadige Frau,“ entgegnete er, ohne sie anzusehen,„so habe ich es inzwischen vergessen." Mi# „Sie wollen mich reizen, mriter wooo, hüten a# geche Wher Femicheft Fer Fruchichet Er wandte ihr schnell den Rücken und schritt auf einen der Schlitten zu, an dem der„Aar“ schon angehängt war und an dem nun auch chens Rodel schon befestigt wurde. Evelyn ballte in stummer Wut die Hände. Ihe Mann aber bot ihr artig den Arm, um sie zu ihrem Schlitten zu führen. Das weiße Riemenzeug und die lichtblauen Decken der feurigen Rappen leuchteten in dem silbernen Mondenlicht, und vell erklang das Schlitwarhnt. „Du mußt Dich beyerrschen lernen. In unseren Kreisen ist das unerläßlich. Wie en Nr. 25. Sonnabend, 25. Januar 1913. * 5" 8S: 52 g5 5 F 5 R:• 40— S 2 5 9 70 m Cghrg ER5B PAA ESSSSE a S 80 SE EESSE uE 5· BL5ERNS“ S## ESE . S 885SOS S5 B 8H0MgoE EE m 2. ##Szg* Fems Sn 88 SE.%- Sggag Sgagg- 55 S GSSESESIDDG.S GE ap TaxS5. FSKSS 3 2 5 S..% S E! S 8538 S.— 6 55 8 38 Sim 2 * *„„ **— * 8 S 18 S 39•6 * S 19 5 S e 58— *. 3 AS 5 85215 2 SSRSESSESES .8·8 % S 5 :. Sü .26 5# Se* ##l ich Dir das noch wiederhoten. Was ist's mit dem Engländer? Wie kommt er dazu, Dich zu verleugnen! Willst Du, daß ich ihn zur Rede stelle?" Eine heiße Angst kroch plötzlich in ihrer Seele empor, während sie ihr Mann in den Schlitten hob. Und doch lachte sie hell auf. „Was bist Du doch für'n dummes Männerl, Maxerl! I hab mich ja über mich selber geärgert, daß ich diesen Fliegenmensch so arg verkannt hab. Ein ganz anderer ist's ja gewesen damals in Davos, den ich persönlich gekannt hab. A bisserl ähnlich hat der Wood dem ja geschaut, aber sich zu haben, als hätte ich ihn zu Tode gekränkt, hätt' der Kerl a nit tun boauchen. Meinst nit a. Maxer!!“ „Und das ist wahr, Gvelyn?“ fragte Max von Köpping mit durchdringendem Blick, fest ihr Handgelenk umspannend. Lachend hielt sie seinen Blick aus, und dann neigte sie ihr rosiges Antlitz— Rerlchen behauptete, daß es dick geschminkt sei— gegen seine Schulter. Da küßte er ihr wie abbittend die Hand, und in seine dunklen, ernsten Augen trat ein warmer Schein.—— James Wood, ganz mit seinen Gedanken beschäftigt, blickte dem dunklen Schlitten mit den schwarzen Rossen, weißen Sielen und himmelblauen Decken, die sich im Winde blähten, wie im Traum nach. „Wollen Sie denn hier bleiben, Mister Wood?“ rief jetzt die Stimme des Prinzen.„Da, auf dem Trittbrett hinter der Gräfin ist noch ein Platz, wenn Ihnen das Liegen auf dem Bob zu unbequem ist. Souft trete ich Ihnen auch gern meinen Sitz ab.“ Schon zogen die Pferde an. Schnell schwang sich der Engländer auf das Gefährt. „Danke verbindlichst, Hoheit,“ wehrte er ab. „Ich bin hier ausgezeichnet untergebracht.“— Er stand dicht hinter Ingelid, die mit ihrer Schwester den Fond des Schlittens einnahm, ihnen genüber der Prinz und Riele Vossen. Baron lorres hatte den Platz neben dem Kutscher erobert. Die Mannschaft der„Hexe“, folgte in einem zweiten Schlitten. Auf dem„Aar“, den der Vferdeschlitten auswärts zog. lag, halb ausgestreckt, Leo v. d. Decken und starrte zu dem leuchtenden Sterneuhimmel empor. Auf„Kerlchen", der hinter dem„Aar“ kam, hockte seelenvergnügt Ursula von Oertzen und lachte über die drolligen Geschichten, die ihr Hans Ulrich erzählte, der, den Schlitten verschmähend, nebenher lief. Sie hätte sich um die Wett nicht in einen Schlitten gesetzt. Das vertrug ihr Budget nicht, und geschenkt wollte sie nichts haben. Ihr Lachen klang hell durch die schweigende Von Zeit zu Zeit sprang Graf Leo von dem „Aar“ auf und lief auch ein Stückchen zu Fuß neben dem Schlitten an der Seite seiner Braut her. Er saßte dann zärtlich nach ihrer Hand, und sie ließ sie ihm. Der Mann hinter ihr, dessen heißen Atem sie an ihrem Halse zu fühlen meinte, sah es, und jedesmal beschlich ihn das Gefühl, als müsse er Ingelids Verlobten erschlagen. Langsam fuhren die Schlitten bergan. Das lustige Plaudern der jungenMädchen, die sich mit dem Prinzen neckten, war auch verstummt. Des Prinzen Augen hingen, wie der Engli der bemerkte, unausgesetzt an Ingelids feinen Zi James Wood konnte nicht sehen, ob sie seinen B1 erwiderte, aber immer, wenn das Auge des Prinzen sie traf, ersaßte ihn eine sinnlose Angst. Jetzt lehnte Ingelid den Kopf zurück. Fast lehnte er an seiner Brust. James Woods Herz begann in ungestümen Schlägen zu arbeiten. Und der Mond schien hell über den weißen Wald, über die breite, tief verschneite Straße und hüllte alles in einen milden, bläulichen Glanz. Wie ein Wundergarten war es, durch den sie fuhren. Tiefes, feierliches Schweigen rings umher. Leise klangen die Glocken. Wie weiße Hochzeitskerzen blitzten die Eiskristalle von den ragenden Tannen. Und Mister Wood beugte sich tief zu der weißen, holden Frau da vor ihm hinab., und wie ein Hauch flüsterte er ihr zu: „Heute schreitet das Glück durch den Winterwald; die Schneefrau, die sonst das Sterbelinnen über die Erde wirft, hat Hochzeitsfackeln angezündet. Sehen Sie, wie sie leuchten, Gräfin?“ „Ich sehe sie,“ gab Ingelid zurück.„Mit blauem Licht schimmern sie hell durch den weiten Wald.“ „Liebe, süße, holde Frau“, kam es wie ein Hauch von seinen Lippen. Dann sprang er schnell von seinem Trittbrett hernieder auf die beschneite Straße. Ingelids Herz klopfte plötzlich wild. Träumte sie denn? Oder hatte wirklich der Engländer in diesem leisen, heißen Flüsterton zu ihr gesprochen? Da flammten auch schon die elektrischen Lichter des Schloßhotels auf. Die Schkitten hielten. Der Zauber war gebrochen. Leo hob seine Braut aus dem Schlitten, und sie schmiegte sich plötzlich fest an ihn. Seine gute, treue, feste Hand mußte sie fühlen, sie mußte sie sicher aus dieser Wirrnis führen. „Nicht so stürmisch, Ingelid“, mahnte der Graf. über Du zitterst ja, Kand! Ist Dir nicht wohl?“ Da lachte sie herb auf, und in ihren blauen elten wieder die kleinen, grünen Möderne Eomsisnochek. Ratalog Preis 30 Pfeunig. Nach auswärts für 49 Pfennig frankt. C. C. Krüger, S. m. b.., Westenbelweg 9. Dortmund. Krüger=Passage. Wood, der dicht vor ihr stand und sich schweigend verneigte. Sie wandte sich schnell dem Hause zu. Da lächelte der Flieger so eigen, und während er dem Hotel Sanssonei zuschritt, in dem er wohnte, sah er weithin in das von duftigem, weißem Schneeflaum übersponnene Gelände, auf dem Tausende von blitzenden Diamanten hingestreut schienen. Wie es blitzte und funkelte, und wie die Sterne leuchteten in der weißen Nacht. Geheimnisvoll lockten und winkten die weißen Tannen, und es war ihm, als locke und winke IngeRd von Rotteck da drüben aus dem Zauberwald zu ihm herüber, und wie ein Schauer ging es durch sein Siele. „Sie breitet die weißen Arme weit, Lockender leuchtet ihr schimmernder Leib, Und die Wege ringsum verweht, verschneit Allein im Wald mit dem Winterweib.“ „Nir ist sogar sehr wohl, Leo, und ich hoffe zuversichtlich, daß heute abend noch getanzt wird.“ Sie sagte es laut und hart, aber kein Blick traf den Grafen und auch kein Blick streifte James In der großen Halle des Schloßhotels, in der sonst immer reges Leben auf und nieder wogte, war es noch menschenleer. Es war früh am Morgen. Durch die große Glastür soh man einen mit einem Reisekoffer beladenen Schlitten. Ingetid, im weißen, kurzen Rock, weißen Sweater, weißer Wollmütze und weißen Ga maschen, stand am Fenster und starrte auf den Schlitten. Langsam streifte sie die weißen, langen Sporthandschuhe über die seinen, schlanken Hände. Auf ihrer Stirn lag eine böse Falte. Jetzt wurden Schritte laut, und gleich darauf kam Leos breite Gestalt über die mit roten Teppichen geschmückte, breite Treppe. „Verzeihe, Ingelid, daß ich Dich warten ließ, aber es gab überall Aufenthalt.“ Sie nickte hochmütig, während er sie stüchtig auf die Wange küßte. „Du willst also wirklich fahren. Leo?“ „Aber selbstverständlich, Kind. Es muß sein.“ „Wenn ich Dich nun aber bitte, zu bleiben?“ „Auch dann muß ich reisen. In drei Tagen zum Sportfest— bin ich bestimmt zurück.“ Ingelid soh finster an ihm vorbei. „Es ist das erstemal Leo, das ich Dich um etwas bitte. Mir graut vor diesen drei Tagen.“ Graf Leo nahm seine Braut fast gerührt in die Arme. „Aber Närrchen,“ tröstete er zärtlich,„Du hast doch all die Sportgenossen und den Sport selbst, den Du so leidenschaftlich tiebst. Du bist doch sonst schon wochenlang allein hier oben gewesen.“ „Du willft mich eben nicht verstehen!“ rief Ingelid zornig, den einen Fuß leicht aufstampfend.„So trage auch die Folgen. Graf v. d. Decken nahm beruhigend Ingelids beide Hände in die seinen und sah ihr tief in die Bagen. „Ich wäre ein schlechter Freund, Ingelid, wenn ich Dich in Deinen haltlosen Wünschen unterstützte. Du bist doch wirklich kein Kind mehr, und Du weißt, wie notwendig ich zu Hause bin. Der Verwalter hat mir wiederholt telegraphiert, daß meine Anwesenheit auf Wolfsau unerläßlich ist. Du mußt Dich eben damit abfinden, daß ich reise.“ „Ich habe mich schon damit abgefunden, Leo, gen Er sah ihr lange und ernst in die Augen. Kühl hielt sie seinen Blick aus, als er aber leise sagte: „Wer Dich nicht kennt, Ingelid, der muß denken, daß Du gar nicht ohne mich leben könntest. Und doch gab es eine Zeit, wo Du froh warst, wenn ich einen Tag fern blieb.“ Da kam doch ein leises Zittern in ihre Augen. „Soll ich Dir Liebeserklärungen machen, Leo?“ „Nein, denn von Liebe war zwischen uns nicht viel die Rede. Ich habe Dir außerdem versprochen, Dich nicht mit meiner Liebe zu quälen, als wir uns einander für das Leben angelobten. Stets aber habe ich empfunden, daß wir uns innerlich immer näher gekommen find, und daß meine treue Liebe schließlich die Deine wecken muß. Du weißt, daß Du keinen treueren, selbstloseren Freund im Leben hast, als mich und daß ich keinen anderen Lebenswunsch hege, als Dir das Leben licht und schön zu gestalten. Aber nichts Erzwungenes, Ingelid, möchte ich von Dir. Frei sollst Du sein, in Deinem Denken, in Deinen Empfindungen, und darum habe ich unseren Hochzeitstag auch noch immer hinausgeschoben, weil ich weiß, daß Du Dich selber noch gar nicht kennst.“ „Nur zu gut,“ kam es bitter von ihren Lippen. „Mit sechsundzwanzig Jahren ist man wirklich, wie Du richtig sagst, kein Kind mehr. Aber wie Du willst, Leo. Ich bereue, eine Bitte an Dich gewagt zu haben.“ Tiefer Unmut prägte sich in dem frischen, offenen Gesicht des Mannes aus, als er ernst erwiderte: „Launen, Ingelid, leide ich auch bei Dir nicht. Ich meine, die drei Tage werden Dir gut sein, um Dich selber wiederzufinden. Tante Bella.“ Mür bieleur Verkusch flog die Tür auf, und eine oße, dicke Dame mit etwas verblaßtem, hellrotem dar, das unter einer geauen Sportmütze hervoroll, in jeder Hand einen Skistab, stürzte sich auf o zu, ihn hastig umarmend, so daß die beiden Stäbe energisch gegen Leos Rücken klopften: „Gott sei Dank, daß ich Dich noch erwische. Ich glaubte schon, du seist abgereist, aber der Junge trödelte wieder so. Wo ist er denn nur geblieben. soeben war er doch noch bei mir?" Sie soh sich ganz wild um und seufzie dann tief auf: „Herrlich ist es draußen. Wir haben schon einen tächtigen Bummel hinter uns.“ Dabei klopfte sie energisch den Schnee von ihren großen Filzschuhen. „Ich danke Dir, Tante Bella,“ lachte Leo verügt auf.„Leider kann ich nun aber auf den rkel nicht mehr warten. Grüß' ihn von mir.“ Er küßte erst der Tante und dann Ingelid die Hand. „Irmengard schläft wohl noch?“ fragte er dann. „Auch ihr einen Abschiedsgruß. In demselben Augenblick wurde wieder die Tür aufgerissen, und ein Mann von etwa sechzig Jahren, mit stark verwittertem, bartlosen Gesicht, ein Monokel im Auge, einen großen, grauen Schal um den Hals gewunden, stürmte in die Halle. Das war der Junge, wie Bella von Rottlock, die Tante der beiden Schwestern, ihren Bruder Gerwin zu nennen pflegte. Auch er drückte Graf v. d. Decken an sein Herz, als gelte es einen Abschied fürs Leben. „Komm mir gesund wieder," mahnte er,„und ntmm Dich vor Erkältungen in acht. Zieht immer: so in den verdammten Schlitten. Himmeldonnerwetter, Mädel, was machste denn für ein verdammtes Gesicht“, herrschte er Ingelid an. „Laß doch, mein Junge," wehrte Tanie Bella, dabei aber forschten ihr kleinen, blaßblauen Augen neugierig indiskret in den Zügen der Nichte. „Na, da hat's wieder einmal etwas gegeben". dachte sie.„Großer Gott, wenn sie doch endlich heiraten wollten. Man kommt ja aus den ewigen Aufregungen nicht heraus.“ (Fortsetzung folgt.) Unter der Maske. Momentbilder von Egon Noska. (Nachdruck verbolten.) Er ahnk nicht, wer sie ist. Ach. da kommt ja auch Er hatte sich, als er mit seinem Weibchen den großen Kasinosaal betrat, verabredet:„Liebchen, wir wollen uns eine Stunde lang trennen. Genau in einer Stunde, wenn also die große Uhr über dem Orchester 11 Uhr zeigt, treffen wir uns unter dem Kronleuchter!" „Georg, so hatte ich es mir gewünscht!“ sagte Frau Alma, drückte ihrem Gatten die Hand und fort war sie im Trubel des Maskenwirbels nach links, während er zur Rechten sich wandte. Als er eine Minute später nach rückwärts sah, konnte er nichts mehr von dem grünen Spenzer, der seinem Weibchen so entzückend stand, mit den: Blicken erhaschen. Er stürzte sich daher in den Strudel des Vergnügens, schlenderte bald dahin, bald dorthin durch den Wirbel der Masken, neckte da und wurde hier selbst geneckt, bis sich ihm plötzlich ein niedlicher, roter Domino an den Arm hing, seine Hand ergriff und ein deutliches„Emil“ in die Handfläche malte. Er nickte, ja, Emil hieß er; aber wer war die niedliche Kleine, die ihn so genau zu kennen schien. daß sie ihn sofort erkannt hatte, obwohl er doch glaubte, in dem Gewand eines indischen Zauberers sein Figur genügend versteckt zu haben. Er versuchte hinter und unter die Larve zu schauen, indem er sich plötzlich ganz klein machte und hinter den schwarzseidenen Mundvorhang, die von der Augenlarve hinabhing, einen Blick warf. Da gab ihm die Kleine einen Klaps und drohte ihm. Donnerwetter, diese Bewegung beim Klaps kam ihm bekannt vor. Er glaubte auch beim Blick hinter die Larve einen Zug des Gesichts erhascht zu haben, der ihm vertraut schien. Er ahnte eben doch nicht, wer die Kleine war. Er zermarterte sich sein Hirn. Sollte es etwa—? Schnell schrieb er ihr ein„Erna“ in die Hand. Sie schüttelte lachend den Kopf. Als er ihr „Ottilie" auf die Handfläche zeichnen wollte, ließ sie ihn den langen Namen nicht erst ausschreiben. Auch„Emma“ rief ein Kopfschütteln hervor. Als er dann noch„Irma" zeichnete, wurde die Kleine ernstlich böse und schmollte und lief davon. Er ahnte wirklich nicht, wer sie war. Mein Gott, wenn er schon in die ältesten Zeiten seiner Junggesellen=Grinnerungen hineinleuchtete, er fand keinen Namen mehr. Schließlich vergißt man ja auch Namen. Sollte es etwa eine Freundin seiner Frau sein? Er ließ alle Revue passieren. Die eine war zu groß, die andere lange nicht so beweglich; eine dritte konnte unmöglich hier im Kafinosaal sein. Halt, es könnte vielleicht die abscheuliche Nellie sein, die Cousine von Alma, die er ebenso wenig ausstehen konnte wie seine Frau. Unter der Larve war ja ihr von Neid und Mißgunst zeugendes Gesicht nicht zu erkennen. Er suchte sie; wenn sie Nellie wäre, dann freilich wäre es besser, sie sich fern zu halten. Da war sie wieder. Na, jedenfalls wollte er #t 0 EDan 5 K..7 S EE 9 m 5 K 5 15 E 5 8 5 S 9 5 5 8 2 S S 6 # # 3 * S#.E * 2 F 6 55 2 # 8 S 5 S 4E 9 2 5gSE = 8 à RT S e 5* S- SxEE ##bE auch ben Namen noch aufschreiben. u— hatie;„Samersanunss“, Wie ur#i0) aussbrätbe, gesournten er's getan, da gab die Kleine ihm einen derben war. Es genierte ihm, daß er, der sich ganz ols Bllaumtgkelthgen. Klaps und sagte in weinerlichem Tone:„Daß Du spanischer Grande fühlte, mit einer Bauernmag. mir alle Deine Liebschaften verraten, das mochte im Saale herumgehen sollte. noch hingehen! Daß Du mich aber für die abschenliche Nellie hältst, das verzeih' ich Dir nicht!" Es war Alma, sein Weibchen, das gleich, nachdem sie sich von ihm getrennt, über den grünen Spencer einen roten Domino umgenommen hatte. Er hat sie erkannt. Studiosus Flimmer geht als oberbayrischer Waldbauer gekleidet daher; an seinem Arm hängt des Professors Lorenz Tochter Irmgard, die eine sehr niedliche Bäuerin ist. Sie haben sich sofort im Strudel des Maskengetriebes gesehen, denn sie hatten sich gesucht und wußten, als was jeder von ihnen gehen würde. Das dumme Suchen hat ja keinen Zweck. Flimmer wollte sich doch auf dem Ball amüßieren. Er wollte tanzen, und mit keiner konnte er so vergnügt herumtollen, wie mit der lebhaften Irmgard Lorenz. Kaum aber war er mit ihr einmal im Saal herumgegangen, da hing sich ganz ungeniert noch eine Dame an seinen linken Arm und zeichnete ihm ein„O..“ in seine Hand. „Ganz recht, Otto Flimmer!“ sagie er.„Aber wer bist Du! Ich kenne Dich nicht!" „Aber ich kenne Dich genau!“ sagte die Dame an seiner Linken mit sichtlich verstellter Stimme. „Ich sehe Dich sehr oft, wenn Du die Nymphenburgerstraße jeden Morgen um 9 Uhr herauf und um 2 Uhr herunter gehst!" Das tat er, ja, sie kannte ihn. Wer mochte sie kur sein? „Fräulein Irmgard, kennen Sie sie nicht?“ flüsterte er feiner Dame zur Rechten zu.„Helfen Sie mir doch, damit ich ihr sagen kann, wer sie ist, und daß wir sie los werden!" Irmgard lachte, wie sollte sie die Damen seiner Bekanntschaft kennen. Da jene aber nicht ging, so löste sich Irmgard von seinem Arm und kief in den Nebensaal, wo ihr Vater, der Professor, mit einigen anderen Nichtmaskierten sich aufhielt. Studiosus Flimmer war ärgerlich; die Geheimnisvolle ließ ihn nicht los, sie kannte auch Irmgard, und sie wußte so viel von ihm, dem Flimmer, als ob sie zu seinen nächsten Bekannten gesorte. Das irritierte ihn. So kontrolkiert zu werden von jemanden, den man nicht erkennt. Er durfte wohl kaum wagen, heute diesen oder jenen Scherz mit Irmgard zu machen; die dumme Geheimnisvolle könnte es erhaschen und weitertragen. Solch ein Maskenball ist doch abscheulich! Seine ganze gute Stimmung war vorbei. Er machte sich schließlich gewaltsam los von seiner Begleiterin und ging verdrießlich allein weiter, um nachzusinnen, wer die sein könnte. Endlich hatte er's. Es mußte die Tochter seiner Wirtin sein; nur die konnte dies und jenes, das sie ihm gesagt, so genau wissen. Ja, sie war es sicher. Die Schuppen sielen ihm von den Augen. Aber von der wollte er sich nicht das Vergnügen mit Irmgard verderben kassen. Er eilte hinein, wo er Irmgard zu finden waßte. „Ich habe sie erkannt, die dumme, langweilige Person,“ rief er Irmgard entgegen.„Es ist die Tochter meiner Wirtin. Ich habe keine Uhnung, wie sie hierher kommt. Eine alte, häßliche Person, ein dummes, langweitiges Klatschmaul. Kommen Sie, Fräulein Irmgard, wir wollen uns von der nicht unser Vergnügen verderben lassen! Aber was haben Sie, warum lachen Sie so!“ Irmgard konnte vor Lachen nicht antworten; sie drehte ihn nur herum. Da stand die alte, häßliche Person, das langweilige Klatschmaul, vor ihm mit abgenommener Larve. Es war— Irmgard. Die aber, die er beständig als„Fräulein Irmgard" angeredet, war Fräulein Irmgards Mutter, die wohl ihr ähnlich in der Figur, nur doppelt so alt war. — Golgenschwere Küsse.) Verkluungen und fand eine Spanterin, ait der er deum hertum, schulah:„Ge gbt auen Vanuch in Guglaund, der aie warm genug empfohlen werden könnte. Wohin Du gag. Auguste Kleeseld war wütend. Sie machte sich Vorwürse, daß sie wieder einmal so genau, so knickerig gewesen und nicht das teure spanische Kostüm genommen hatte: wenn sie sich recht geschnürt hätte, hätt's ihr schließlich gepaßt. Wenn man den Männern gefallen will, muß man auch mal das Herz haben, Geld darauf gehen zu lassen. Sie hätte sich umbringen können über ihre Knickrigkeit. Traurig drückte sie sich in den Ecken herum, ohne auf die Scherze zu reagieren, die andere madkierte Herren mit ihr machten. Der spanische Grande aber war mit seiner Spanierin nicht weit gekommen. Die Spanierin hatte gar keine spanische Grandezza, aber sie hatte tüchtigen Durst und sie drang in ihren Kavalier, mit ihr sich in eine Loge zu setzen, mo man spanischen Wein trinken könne. Der spanische Grande Ostermann aber hatte weder Durst auf Wein, noch Geld dam. Aber er empfand Neue. Das durstige Verlangen seiner Schönen ließ ihm die biedere Genügsamkeit seines Schatzes, der aus Sparsamkeit auf das schöne Kostüm verzichtet hatte, in recht hellem Lichte erscheinen, denn Auguste Kleefeld schien weniger krickerig zu sein, wenn es galt, ihm eine Freude zu bereiten. Sie hatte noch nie verlangt, daß er ihr Wein geben lasse, aber sie hatte für ihn schon manch Eüas Bier bezahlt. So ließ er denn einfach die Soanierin stehen, fuchte sich seinen Schatz und sogte:„Na. komm nur, Auguste; ich hab' ja nur Scherg gemacht! Weißt Du, als Spanierin hättest Du mir gar nicht gefallen. Jeder muß so gehen, wofür er sich eignet. Weißt Du. Du bist so ne liebe, hübsche, nette Bauerndirn! Aber als Spanierin, nee, da hättest Du gar nicht gut ausgesehen! Bei mir ist das ja was anderes! Ich habe so was vom spanischen Esanden en wir!! Und Auguste Kleefeld schien das auch zu finden. Beseligt und stolz hing sie sich an seinen Aom, und so gingen sie versöhnt weiter. Der spanische Grande und die Bauern. dirne. Er hatte ihr, wie der Goethesche Graf Egmont dem Klärchen, versprochen, einmal spanisch zu kommen. Und das Versprechen hatte er denn auch gehalten. Als eleganter spanischer Grande stolzierte er im großen Saale herum, er, der Schneidergeselle Richard Ostermann. Ein echter spanischer Grande war er ja nun freilich nicht. Es war so mehr ein Phantasiekostüm, das er trug, eines, das seiner eigenen Schneiderphantasie das Dasein verdankte. Er hatte es in seinen Mußestunden aus Schmuhlappen zurechtgezimmert. Aber seine schlanke Gestalt machte sich doch ganz nett darin, und der Degen an seiner Seite sah schneidig aus. Sie war recht stolz auf ihn, sie Auguste Kleefeld, Richard Ostermanns Schatz. Auguste Kleefeld wäre auch eigentlich lieber als Spanierin gekommen, aber da sie sich kein Kostüm machen konnte, weil sie in ihrem Dienst als Köchin weder Zeit noch Schmuhlappen dazu hatte, sondern sich ein Kostüm leihen mußte, und ein spanisches Kostüm aus Seide sehr teuer und dazu für sie zu eng war, so hatte sie das Bäuerinkostüm gewählt, und jeder mußte sagen, daß sie eine sehr schmucke Bauerndirne war. Jeder, nein der spanische Grande Richard Ostersann sagte es nicht. Er war wütend, daß sie als Der Liebesbrlef. Wer er nur sein mag! Er verfolzk mich feit einer Stunde! So denkt sie, die schöne Maste, die schönste auf dem ganzen Balle. Alle sehen ehr nach. Daran ist sie gewöhnt; sie hat schon verschiedene Preise bekommen auf Kostümfesten und Maskenbällen, denn sie hat Geschmack. Das Kostüm, das sie heute trügt, macht ihr auch so leicht niemand nach. Niemand auch vermöchte es so gut zu tragen, wie sie, die stolge schöne Erscheinung, auf die alle blicken, die aller Blicke auf sich lenten muß. Und sie fühlt es, daß sie gesehen, angestannt, benumdert wird; sie süchlt es mit ehrlicher, uverhohleuer Freude. Aber der eine da, der scheint mehr als sie nur zu bewundem. Obwohl sie sich nichts merken läßt, fühlt sie doch, daß er sie mit besonderem Interesse betrachtet, nein, gerazu verfolgt. Uebrigenz eine schöne, stattliche Erscheinung, dieser altdeutsche Ritter; auch er weiß sich offenbar gut zu kleiden! Aber an wen erinnert der Ritter sie nur! Beinahe ist es ihr, als ob sie ihn kennen müßte, und doch weiß sie nicht, wo sie ihn hintun soll. Sie geht die ganze Bekanntschaft durch, alle Kollegen ihres verstorbenen Mannes. Zeiner von allen kann er sein, und doch könnte sie darauf schwören, daß sie ihn kennt, sogar genau kennt. Mein Gott, vielleicht ein Herr, den sie ost auf der Straße sieht. Sie hat solch unseliges Personengedächtnis, das ihr oft noch Menschen bekonnt erscheinen läßt, mit denen sie vor Jahren einmal in der Elektrischen zusammen gesessen! Weshalb er nur so zurückhattend ist! Auf einem Maskenballe, welche Dummheit! Ein dutzendmal hat er sie ukreist, offenbar anschlüssig, ob er sich ihr nahen kann. Ah! Er geht aus Büffet, läßt sich Papier und Bleistift geben und ein Kuvert. Endlich geht er aus seiner Reserve heraus Er naht sich ihr. „Ich konne Dich genau, schöne Maole!“ „Wenn Du Dich nur nicht tönscht!“ „Nein, nein!“ Er schreibt ihr don Namen in die Hand. Sie nickt:„Auch Du kommst mir bekannt vor; aber ich weiß wirklich nicht!“ „O. Du kennst mich genau, schöne Maste! Wir haben schon oft miteinander gesprochen! Dies wird Dir alles erkläven!": Damit schiebt er das Brieschen in den Glace. handschuh und im nächsten Augenblick ist er verschwunden im Strudel des Ballsaals. Sie fiebert vor Aufregung und Neugierde. Daß doch alles auch seine Schattenseiten hat: wäre sie jetzt nicht die von allen Seiten beobachtete schönste Maske, könnte sie getrost das Brieschen besen. Endlich hat sie einen Winkel ergattert, wo sie unbemerkt den Brief,— den Liebesbrief sicherlich— öffnen und lesen kunn. Sie zittert vor Aufregung; was hat er ihr zu sagen! Sie liest:„Sehr geehrte gnädige Frau! Ein paar Dutend Male waren meine Boten bereits vergeblich bei Ihnen; sie wurden an der Tür abgewiesen. Entschuldigen Sie daher, wenn ich hier die gute Gelegenheit wahrnehme, Sie an die Begleichung Ihrer Schuld von 2546 Nk. zu erinnern. Gottfried Plochowstd, Mode=Sakon.“ auch gehest, von allen wirst Du mot einem empfangen; wenn Du eine Rase annittst, so wirst Du mit einem Kusse verabschiedet: Du kehrst beimund Küsse werden getauscht. Wirküch, wohm Due gehst, überall gibt es nur Küsse.“. Das war noch in jener schönen Zeit, da der Heur, der utterich die schöne Dame zum Tanze führte, nach gutem Brauch einen Kuß beanspruchen durfte. Im schönen England ist, uhe eine Londoner Wochenschrift ausführt. dieser schöne Brauch dahm, Cromwell und die stumgen Ponitaner machten dieser Sitze ein Ende und setzten auf alle Küsse so schwere Strafen, daß junge Liebende einander laum noch ihrr Zuneigung zu zagen wagten, so lange auch nar die geuingste Möglichteit bestand, daß en Dritter das sehen könnte. Und die Londoner Chromk aus jenen Tagen ergählt als abschreckendes Bespiel die harte Strafe, die das Gericht über einen gewissen Jakob Markine und Sarah Tuttle verhängte, wal Beamte sie erwischt hatten,„dieweilen bade beisammen auf ciner Kiste saßen, wobe der Jakob Markine seinent Arm um ihre Toille und die Sarad Tuttle ihnren Arm auf seine Schulter oder um seien Nacken gelegt helt und bade in dieser sündigen Steltungg wohl eine halbe Stude lang verharrten, in weicher Zest er sie küßte und ße chn küßte und sie sich gegenseitig küßten, wie das die Zeugen kundgetan.“ Pessimistm frellich behaupten, daß schon früher, später und überall das Küssen bisweilen auch folgrnschweue Schattenseiten gezeigt habe, seit den Tagen, seit dererste Don Juan unter den Höhlenbewohnen die Gatün oder Tochter seines Nachbarn küßte und sich dafür seinen Schädel enschlagen beß. Selbst en Kronppiz von England hat aimst erfahren müssen. daß es mißlich sein kann,„nicht weise, doch zu gut“ zu küssen. Das war der Herzog von Clarenge, dur spätere Wihelm., der auf einer Reise durch dogada der hübschen jungen Frau eines Barbers, der ihn gasiert hatte, einen Kuß stabl.„Da, so.“ se. sagte der Pohnz ein wenng selbstbewußt, erzähle Deinen Schwestem, daß der Sohn des Köngs vom England der Frau eines Yankee=Barkfers eime kört güchen Kuß gegeben.“ Doch kaum war das Wort seinem Wunde entfloben, so hatte der wätende Barhier, der anscheinend ein guter Sportsmann war, den hohen Gast nit einem mächngFußtritt auf die Straße befördert, welche Prozeduc er nit der Bemerkung beglartete:„Da, so, num zähle Deinen Landsleuten, daß ein Banker=Barkter dem Sohne des Königs von England enen körolichem Taitt gegeben hat.“ In unseren Tagen netder Sitte enden die Kußräuber auf der Anklags# bank; und die Richter sind streng, trotz des heroischen Bekermtnisses eines Angeklagten, der kürzöch in einem Londoner Gerichtssacl nach seiner Verurzulung mit dem Stolge eines Gastlär nief:„Meuut Herren, verurteilen könren Eie nich, aber den Kuß ausrotten, das können Sie ucht“. Er kam besser davon, als der trische Bauer, der in enem Gomüseladen ohne Umschweise die hübsche Ladenbesitzertne umarmte und küßte; der Gerichtshof von Dubkar verurteilte den allzu Galanten ohne Enadr zu 2400 Mark Strafe. Deuartäge Urteile, wenn auch tierllaicht nicht in solcher Strenge, sind in Amerkka an der Tagesordmung; man braucht nur die Listen dar jüngsten amenkanischen Gerichtsurtrile derrchzubtärtem, sie fühnen eie beredte Sprache: Hartmann vum Piper, 10 Dollar, weil er Frau Mane Lehnnmrn küßte; Marshall McDanieis, 27 Dollar, well an Frau Vola Das küßte. Und unter zahllosen älslichen Urteilen finden wir auch die Geschichte## armen Georges Butler, der einen gestolkeron duß mit 30 Tagen Haft lötter büfen mußtr. —(Bettrennen mit Hunden.) Sinigs junge Millionäre in Moskau, denen die üblichen Pferderennen zu langweilig geworden sind, sind auf die Idee gekommen, sie durch Hunderennen zu ersetzen. Die Wettläuse der Möpse und sollen ganz nach denselben Regeln abe werden, nach denen man bisher die Schnellig der edlen Rosse prüfte, und auch der Totalisa soll angeblich bei dieser neuesten Reungaitung Bichsamkeit kreten — Die Tricks der Londoner Spbel höllenbesitzer.) Das Hasardspiel floriert ge genwärtig in London in einem Umsange wir shemals zuvor und die Poltgei ist genötigt. echt dum errio beioeen wie schpiateen Au# gegen die Besitzer der Spielhöllen zu führen. englische Gesetz erschwert nämlich die Ausrottumn dieses Uebels außerordentlich. Wenn ür gücklich en verdächtees daus anfgespürt dei udd. wenn es ihr sogar gelingt, die Spieler auf Tat zu ertappen, so ist damit noch nicht reicht; denn jeder Engländer hat das Recht. a= seinem Hause mit seinen Bekannten so tiel zu len, wie er nkll. Die Pobzei muß erst den Beweis erbringen, daß der Gastgeber aus dem Spiel emm materiellen Nutzen gieht; ehe sie ihn als Juhaken eines Spielhauses zur Verantwortung ziehen kann. Es ist natürlich in jedem einzeinen Fall sehr schmer. diesen Beweis zu erbringen; denn die Uebernaschten behaupten insgesamt, sie wären die Freunde des Wirts und spelten nur zum Zeitvertreib. Die Gäste der Londoner Spelhöllen sind zum geeßeTeil ausländische Abenteurer; aber neden ihem kum man auch angesehene Engländer treisen, U. dem Spielteufel mit Leib und Soeie e Politäker, Kausteute und ver allem die