26. Jahrgang. Dortmund, Mittwoch, S. Januar 1913. über 115000 98 5 S G. 8 S5k F S 38 S#E. R SF S R.55 S.55 # 8 55 18—* 85 5 6 m## 5 #.## 25 BKF SAg SS#s 9 F2 5 8 Pa. .5. D iS ##Brg * 75 5 8 5 E F5E #E S#ah SS S S 50 2 S# 5575SS 858 F TGEE FAN # 5 KE 955 81 de. 8s m F E.E Bezugspreisz 70 Big, monatlich. Mit der Wochenbeilage Dorti. Luttige Htätter nur 10 Pfg, mehr. Bei der Post mit den Beilagen: monatlich 80 Pfa. Postzeitungs=Nr. 2914 Berliner Bureau: Berlin SW., Markgrafenstraße 19. Aunen Nr. 488.(Gebe. Krampen) Avlerbeck Nr. 306(H. Kümperl Castrov Nr. 181.(FrauH. Reinharbs Gad Nr 84 Uim De Amet cod Schwerte 144 Ph. Weisenbach) Unna Nr. 444.(.Timmermann.) Wanne Nr. 1358.(E. Triebel.) Witten Nr. 744.(R. Hartung.) für Tortmund und die. Provinz Westfalen. und verbreitetste Zeitung im westfälischen Industriegebtet. unpartetisches Chefredakteur Karl Richter. Dortmund. Für die Redaktion verantwortlich: u. K. L. E dortmund: für Inserate u. Reklamen: Jul. Reitemeier, Dortmund. Insertionspreit 2 Pfg. die Kolonelzeile für amtliche und auswärtige Inserate 30 Pfg. Arbeitsmarkt 25 Pfg Reklamen die KolonelZeile 1 Mark. Erfüllungsort Dortmund. Der etwa gewährte Rabatt erlischt bei Konkursen. Zwangsvergleichen und gerichtlichen Klagen Für die Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wird keine Garantie übernommen Druck und Verlag: „Ceueral=Anzeiger Dortmund“, S. m. u. ö. Organ für Jedermann. Wasten Batd. Die heutige Rummer enthält fünf Ausgaben und das vierseitige Unterhaltungsblatt, zusammen 22 Seiten S 1 Stille Arbeit. Wir amerikanisieren uns immer mehr. ist bei uns ein hohes Amt neu besetzt worden, so stürzen sich auch alsbald rührige Berichterstatter auf den Neuernannten und fragen ihn nach allen Regeln amerikanischer Reporterkunst gründlich aus. Das ist am Ende nicht so merkwürdig, wie die Tatsache, daß man ihnen meist sehr redselig und bereitwillig Rede und Antwort steht und ihnen das Herz ausschüttet, wie man das beispielsweise an dem Londoner Botschafter Fürsten Lichnowsky vor kurzem erlebt hat. Man stelle sich nur einmal vor, was Bismarck gesagt und getan hätte, wenn ihm vor 50 Jahren ein Zeitungsmann das Messer auf die Brust gesetzt hätte und ihn nach seinen Plänen und Meinungen befragt hätte. Damals ist freilich niemand auf diesen Gedanken verfallen, so daß die Probe aufs Exempel nicht gemacht werden konnte. Inzwischen haben wir uns auch in dieser Hinsicht mächtig entwickelt und stehen hinter anderen Nationen nicht mehr zurück. Auch der neue Staatssekretär von Jagow ist, bevor er seinen Einzug in die Berliner Wilhelmstraße gehalten hat, dem modernen Kidmet nicht entgangen und hat einem wißbegierigen Journalisten etliche mehr oder minder schickliche Fragen beantworten müssen. Er hat sich, wie man zugeben muß, mit Klugheit und Anstand aus der leidigen Affäre gezogen. Daß er es abgelehnt hat, ein Programm zu entwickeln, versteht sich am Rande. Daß er sich dabei auf den bekannten Satz des Herallit:„Alles fließt" unter Hinweis auf die im Gange befindlichen Veränderungen der europäischen Karte und der daraus zu erwartenden Konstellation der Staaten berufen hat, läßzt sich hören. Am besten aber hat uns gefallen, daß Herr von Jagow sich als Anhänger der### stillen Arbeit bekannte, der er bisher seine besten Erfolge zu verdanken gehabt habe und die er weiter zu verrichten gedenke. In der Tat, stille Arbeit ist es, die uns nottut. Wir haben unz nur zu lange durch eine geräuschvolle Arbeit geschadet, die uns kaum mehr eingetragen hat als das Mißtrauen und die Beunruhigung der anderen, deren Argwohn wir durch laute Tamtomschläge erregt haben. Die großen Worte und Gesten, mit denen wir nur zu lange gearbeitet haben, gaben unseren zahlreichen Widerfachern den willkommenen Vorwand, unsere Absichven zu verdächtigen und die allgemeine Aufmerksamkeit von sich auf uns abzulenken. Während sie uns als die Störenfriede und die Unersättlichen hinstellten, denen man nicht sorgfältig genug auf die Finger sehen konnte, haben sie in aller Stille die fettesten Brocken geschluckt und sich einverleibt: England Aegypten, Frankreich Marokko, Italien Tripolis, Oesterreich=Ungarn Boswien und die Herzegowina, um nur einige der fettesten zu nennen. Nur wird und den höchsten Grad der Beschaulichkeit, den völligen Verzicht auf die tätige Teilnahme am Leben bedeutet. Im Gegenteil, die ganzen internationalen Verhältnisse drängen Deutschland zu einer sehr regen Teilnahme an allen Vorgängen in der Welt, damit wir nicht ins Hintertreffen geraten und uns ebenfalls unseren Platz an der Sonne, wenn nötig mit kräftigen Ellbogenstößen, erobern. Lange genug sind wir abseits gestanden und haben zugesehen, daß die anderen für sich die wertvollsten Stücke einheimsten. Wenn wir auch nicht fremde Länder besetzen wollen, so müssen wir doch unablässig auf unsere wirtschaftliche Expansion bedacht sein und dürfen nicht dulden, daß uns da Steine in den Weg gerollt, daß wir da allmählich ausgeschaltet werden. Hoffentlich trägt der neue Staatssekretär an seinem Teil dtzu bei, in stiller Arbeit Besitz Konstantinopels garantieren, wodurch die Festunz Adrianopel und die Befestigungen der Dardanellen überflüssig werden. Während der Konferenzpause. London, 8. Jan. Die Mehrzahl der Delegierten benutzt die Aussetzung der Konferenzverhandlungen, durch die eine Verlegenheitspause eingetreten ist, dazu, ihr Herz über Unvernunft und Ungerechtigkeit des Gegners auszuschütten. Reschid Pascha beschwert sich nochmals darüber, daß Nowakowitsch vorgestern das Präsidium nicht als unparteiischer Vorsitzender geführt habe. Als solcher hätte er den türkischen Delegierten das Wort zur Begründung ihrer Antwort nicht kurzer Hand abschneiden dürfen. Da seine Vollmachten erschöpft, so erklärte er, werde das weitere ganz in den Händen seiner Die bulgarisch=rumänischen Besprechungen. London, 8. Jan. Das Reutersche Bureau erfährt: Die Besprechungen zwischen Rumänien und Bulgarien über die Grenzberichtigung machen keinen Fortschritt. Minister Jonesceu wird heute eine weitere Besprechung mit Dr. Danew haben. die, wie man hofft, die Angelegenheit, vorwärts bringen wird. Gegenwärtig herrscht in den bulgarischen Kreisen einige Aufregung, über diese Frage zu verhandeln, da die Meinung überwiegt, daß ein bulgarischer Spezialgesandter ernannt werden soll, um mit der rumänischen Resekretär an seinem Teil dtzu bei, in stiller Arbeit Regierung in Konstantinopel liegen. Er bezweidem deutschen Reiche die Stellung in der Welt zu felt jedoch, ob diese, selbst für den Fall, daß verschaffen, auf die es vermöge seiner gewaltigen Schuekri Pascha infolge von Nahrungsmitteln zu Wehrkraft, seiner großartigen Industrie, seines kapitulieren gezwungen sein würde, auf Adrianopel ständig wachsenden Handels und seiner erstaunlichen zu verzichten bereit wäre. Entwicklung auf den verschiedensten Gebieten Die Vertreter der Verbündeten wiederum bemenschlicher Tätigkeit den vollsten Anspruch erheben hauern, daß aus Rücksicht auf die Großmächte, inskann. Das ist die Aufgabe, die auch dem Staats- besondere auf England, von einem sekretär des Aeußern, wenn auch in zweiter Linie, Abhruch der Verhandlungen — in erster fällt sie natürlich dem Reichskanoler abgesehen wurde und man sich mit einer Aus. zu— gestellt st. Ob und inwieweit er sie erfüen sezung begnägt habe. Die Wieberaufnahme sei nur kann und vird, bleibt abguwarten, und bis dahin vt bei, entsprechendem türkischem Entgegenkommen es angebracht, mit dem Urteil über den venen möglich;, ste selbst würden keinen Scheitt tun. Statsekretähr gurüchzuhalten. Gr bot ein becht) Zugpischen arbeitet die europäische Diplsmate drut baes man in eit seine Aüte Ardeit eine weiter an der Ausang des Frickenssroshtend. sdr., uge eeen iu. eiher u. Zeitlang ungestört verrichten läßt, ehe man den Die Vertreter der Verbündeten feierten gestern Handelshafen auch serbische Trupen in gleicher AnStab über ihn bricht oder ihm Lorbeeren windet, in der griechisch=orthodoxen Kirche in der Wallbeck= zahl wie Truppen der Großmächte verwendet werdie der Natur der Sache nach bis dahin nur street das Weihnachtsfest. den, da diese wohl in erster Reihe berufen wären, Vorschußlorbeeren Paris, 8. Jan. Die türkische Friedensdelega=### sein können mit denen wir ja auch schon üble Er= tion bereitet einen Protest gegen das Vorgehen gegische Handelsintereise sen bopey, u ihrer Balkankollgen in der vorgestrigen Sitzung fahrungen genug gemacht haben. gewesen, die beiden Bankdirektoren hier zu sehen und gleich zu Beginn des Prozesses mit einem Abnehmungsantrag gegen die Sachverständigen vorzugehen. Im übrigens ist das Gutachten der Treuhandgesellschaft in keiner Weise für die Anklage verwertet worden, sodaß die Ladung der Sachverständigen völlig in der Luft schwebt. Die Verteidigung erklärt, auf die Anwesenheit der beiden Sachverständigen zu verzichten, falls in der Verhandlung das Gutachten der Treuhandgesellschaft nicht verwertet wird. Der GCeröffnungsbeschluß legt dem Angeklagten Sattler zur Last, Verleitung Eigener boxere... des General= Hnzeigers. ernannt werden soll, um mit der rumänischen Be= zum Börsenspiel, Kommissionäruntreue, Raterteigierung über diesen Gegenstand zu diskutieren. lung wider besseres Wissens, Betrug, UrkundenfälRumkanien scheine das Fortschreiten der Verhand, schung, Konkursvergehen und Erpressung; den übrilungen mit Bulgarien über die Grenzfrage nicht gen Angeklagten wied im allgemeinen Beihilfe allzu hofnungsvoll zu beurteilen. bagu vorgeworfen. Die serbischen Wünsche. Es wird nunmehr in die Belgrad, 8. Jan. In hiesigen maßgebenden Bernehmung des Angeklagten volitischen Kreisen erachtet man es als beste Lösung S4 ga Liefe Stadt samt dem da= eingetreten. Er gibt an, daß er aus Wien stamme der Salonikifrage, wenn diese Start san——] port das Gymnasium bis zur Untersekunda besucht zu gehörigen Hinterlande gemeinschaftlicher Besie habe und dann in dem Bankhaus von Eppstein in der Verbündeten bleibe. Als Adriahafen wünsche Wien als Lehrling tätig gewesen sei. Von dort sei man Durazzo, weil San Giovanni die Medua und er nach Triest und weiter nach Budapest gegangen, # niz wo er in dem Bankhaus von Weiß beschäftigt war, Alessio ganz versandet und als Häfen unmöglich das der Angeklagte selbst als einen Bucketshopbetrieb sind. Ebenso wünscht man, daß das zwischen Du= bezeichnet. Von Budapest ging Sattler nach Paris, razzo und Montenegro gelegene Gebiet einem neu= wo er in einer Filiale der Budapester Firma tätig trolen Albanien verbleibe, sowie das zum Schutze war. Er gründete darauf in Brüssel ein eigenes GeA4n4g zm Kialam(a2bis2. schäft, Von Brüssel kam er nach Hamburg, wo er det internationalen Bahnlinie zu virsem feroime“ 3½ Jahre bei der Firma Wolf u. Rosenstock beschäftigt war. Von Hamburg ging er wieder nach Wien zurück und kam dann im Juli 1908 nach Berlin. Hier gab er in verschiedenen Firmen kurze Gast. rollen, bis er einen jungen Mann namens Piggenbach kennen lernte, der über einige tausend Mark verfügte. Mit diesem zusammen gründete er dann das Bankhaus„Merkur“. Bei der Eintragung des Bankhauses„Merkur". in das Handelsregister bezeichnete der Angeklagte Sattler als Anlagekapital eine Summe von 10000 Mk. und als Betriebskapital eine Summe von 40000 Mk. Nach dem ersten Jahre des BeDer gemeinsame Schritt der Grossmächte. Die Anssetung sei Wafsenstilstandsbe, zu schützen vor den mit Bestimmtheit zu erwartentagtäglichen Rovum. Die Türkei wäre nach Ansicht ihrer Deles senbanden. gierten heute wohl berechtigt, den Bulgaren ge. Lug Achichksal Adrianopels. machte gewisse Zugeständnisse onrüchhugiehen, un. wus Schicksal Adrianopels. mentlich die Erlaubnis des Verkehrs bulgarischer Wien, 8. Jan. In ernsthafter Besprechung steht von 40.000 Pok. Nach dem ersten 34 Züge auf den Bahnlinien des Vilajets Adrianopel. augenblicklich ein Vorschlag, der Adrianopel den stehens gab er dem Handelsrichter an, daß der London, 8. Jan. Zum Stillstand der Friedens= Bulgaren zuweist, aber das religiöse Empfinden Umsatz 100 Millionen Mk. betrage. Als Sattler verhonblungen erschet., venst,Jung zingetreten der Türken schont. Denach teit die Türkei Abrians: am 23. Dezember 1010 verhaftet wurde, fand man ist und nach den jett in den türischen Kreisen pel ab. Die dortigen Sultengrüber werden inter: in der Lasse 8 Pfennig und 28 Heller vor. Der herrschenden Eindruck die türkischen Delegierten nationalisiert. Der Sultan verbleibt im Besitze der Angeklagte bestreitet das und behauptet, daß dieses London wahrscheinlich Moschee, er kann dort eine Wache unterhalten und Kleingeld in seiner Privatkasse gelegen habe. Er Serrenten werden. 509 Tarsierium dur Meihes glsü#rt eine ähnliche habe durch Marguardt gleich am nächsten Tage wenn kein Mittel gefunden würde, die gegenwärti das Territorium ver wevscher eriun:: 1000 Mark flüssig gemacht. Nach Gründung des gen Schwieriegkeiten auszugleichen. Die Mitglieder exterritoriale Behandlung wie die Botschafterpalats Bankhauses„Merkur“, war die nächste Aufaabe der Mission haben sich heute nachmittag zu einer und die Gesandtschaften. Bulgarien ist mit diesem einen festen Kundenkreis zu erhalten. Dann beRotschaft versammelt Vorschlage einverstanden. Türkische Kreise sprechen nutzte Sattler ein vorhandenes Adressenmaterial. sich vorläufig gegen ihn aus. Es wurden wöchentlich an ea. 5000 bis 7030 Personen Besprechung in der türkischen Botschaft versammelt. Grossmachte. London, 8. Jan. Das Reutersche Bureau erEs haben sich nunmehr die Großmächte ent= fährt in später Abendstunde durch Dr. Danew, daß schlossen, durch eine gemeinschaftliche Aktion bei seit der Aussetzung der Konferenz die Lage keinen EFROS: RSEEE S 5s K BNREK wir sind leer ausgegangen unch dennoch zugleich in den Ruf gekommen, ganz gefährliche Beutejäger zu sein, die nur darauf lauern, fremdes Besitztum zu erhaschen. Es wäre wirklich ein Segen, wenn unsere gar zu geräuschvolle Methode einer stilleren Platz machte und wenn der neue Leiter unseres Auswärtigen Amtes seinen Einfluß in dieser Richtung geltend machen wollte. Es ist viel richtiger und nützlicher, wenn man ruhig und lautlos arbeitet und die erzielten Erfolge sprechen läßt, als wenn man, wie bei der berühmten Kaiserreise nach Tanger oder bei dem nicht minder berühmten„Panther"=Sprung nach Agadir mit gewaltigem Getöse eine Aktion beginnt, die dann schließlich im Sande verläuft und ausgeht wie das Hornberger Schiezen. Nach solchen Erfahrungen, an denen ja bei uns kein Mangel herrscht, würde man eine stille Arbeit, namentlich auf dem Gebiete der Weltpolitik, wo sich die mannigfachsten Interessen kreuzen und wo einer den anderen ohnehin eifersüchtig bewacht, nur mit der größten Befriedigung begrüßen. Aber freilich, gar zu still darf die Arbeit auch nicht sein. Sie darf nicht in jene Stille ausarten, die von den Philosophen„Quietismus“ genannt der türkischen Regierung und deren Vertretern zum Ausdruck zu bringen, daß trotz der derzeitigen Aussetzung der Friedensverhandlungen die Feindseligkeiten nicht wieder aufgenommen werden. Von englischer und französischer Seite liegen für diese Aktion bereits bestimmte Vorschläge vor, über die uns nachstehende Privattelegramme melden: Paris, 8. Jan. Nach einer Meldung des „Temps“ hat der englische Staatssekretär Sir Edward Crey den in London akkreditierten Botschaftern einen aus sechs Artikeln bestehenden Entwurf der der Pforte zu überreichenden gemeinschaftlichen Note vorgelegt. Die sechs Artikel beziehen sich auf Adrianopel und die Inseln und stellen der Pforte für den Fall ihrer Willfährigkeit ausgiebige finanzielle Hülfe in Aussicht. Gleichzeitig ist ein von der französischen Regierung ausgehender Intesventionsvorschlag an die Botschaftervereinigung geleitet worden. London, 8. Jan. Gutem Vernehmen nach beschäftigte sich die Botschaftsvereinigung in ihrer gestrigen Nachmittagssitzung im besonderen mit der durch das gestrige Vorgehen der Verbündeten geschaffenen Lage. Ihre Mitglieder sind einstimmig der Ansicht, daß eine gemeinsame Vermittlungsaktion der Großmächte sich empfiehlt. Fraglich ist nur noch die Form, die ihr zu geben sein wird. Die Botschafter erwarten jetzt von ihren Regierungen Instruktionen als Antwort auf eine Reihe von Vorschlügen, die sie nach der Sitzung am Sonnabend im Auswärtigen Amte nach den verschiedenen Hauptstädten sandten. Wien, 8. Jan. Eine hiesige diplamatische Information besagt, die Müchte wollten der Türkei den Schritt vorwärts gekommen ist.„Wir haben,“ sagte er,„von den Türken keine Mitteilung erhalten und die Verbündeten haben keine Mitteilungen zu machen. Ich bin vollständig ruhig und voller Zuversicht, daß Tafeer Urungennn Der Riesenprozess gegen den Bninierschreiben Der Riesenproz gegen(gsgicht, in denen biesen Versenen„iorter und Schwindelbankter Sattler.„streng vertraulich“ angeblich gute PrämiengeDiesenprozeß gegen schäfte angeboten wurden. Es liefen darauf viele Perlin, 8. Januor. De gerzug in Auftrüge ein, einige sogar telegraphisch. Als Sattden Vutetporbankiter Otr, Sotte, der vo.—.— u, sahz, daß die Sache flüorierte, günbete er berschite. sse Ges tereuue e sn Amne Brgien ue Gridhe Anidht, iaunr Suntignschite un beun e sais ei m en. weiten ud dat der Hrich erhaten Cleiten Bitz“ Hgt, nachn getern dr der 10. Strestamnme: bos geut Heteligt wat. Die Vweigeischäte aingen ober Dr. Danew erklärte weiter, über die Meldungen Landgerichts 1 unter dem Vorsitz des Landgerichtv= nicgt auf den Namen des Angeklugten. Das erste von Konferenzen, die angeblich zwischen türkischen birektors Günther seinen Anfang. Erschieuen Geschäft dieser Art war das des Mitangeklagten und bulgrischen Sommistren hatfäinden, sei er gud von den 17 Angelagten une 10 uud 9po: Togn, dag Witte 1909 gegelubet wurde., Pasengohne amtliche Nachricht und habe soeben deswegen außer dem Hauptangeklagten Gattler, der s0““ 1910 übernahm der Angeklagte Heinicke das Geach Sofia depeschiert.. dem 23. Dezemebr 1910 in Untersuchungshaft be schäft. In diesem Geschäft wurden die Kunden Stplienischen Parschlag findet, die Angeklagten Kaufmann Bruchhorst, Ein ktauenischer Vorsching. Tonn, Marauardt, Heinickt, Hirsch, Kalmana, Jv.), gezmingesg##te##nimiert. Rom, 8. Jan. Die„Tribuna“ erfährt, Italien stuß, Bauderer und Groß. Die Anklage wird von habe vorgeschlagen und die Dreibundmächte unter Staatsanwaltschaftsrat Schwickerath vertre= wie in dem Hauptgeschäft, das Sattler selbst leitete. stützten diesen Vorschlag einhellig, daß sowohl die ten, die Verteidigung des Angeklagten Sattler füh Die Leute wurden aber auch zu kleineren Spekuladen Dardanellen vorgelagerten ägäischen Inseln ren die Rechtsanwälte Dr. Alsberg, Dr. tionen animiert. Chios, Mythilene, Koß und Rhodos unter Jaffé, Bahn und Wassermann, während Die Prämiensätze des Zweiggeschäfts waren mittürkischer Heerschafe!“ sich in die Verteidigung der übrigen Angeklagten 7 unter auch bedeutend geringer als die des HauptAnwälte teilen. Zeugen sind zu der heutigen Ver= geschäfts. Sattler hat sich also im Zweiggeschäft bleiden und den Einwohnern dieser Insein un: ve. uoch nicht geladen. Bei dem Aufeuf der absichtlich unterboten. Nachdem das Geschäft Heiwise Feeiheiten gewährleistet würden. Die Steil.) Vop,) zigen fehlen Bi, Bankdirektoren Balck nickes aufgelbst war, wurde Ende Mai 1910 das hungnahme gegen Grichenlande Horderungen er.) Sod eshy“ das, Lautschöstereichischen Ten Geschäft bes, Mitangellagten Giesch ersfnet. Die. nurt sies aus dem Iuterese der Deiboubmüchte vu..„ geaden. Der Versitzende Relt ses Geschäift bestand bis zue Verhaftung Satlers an der Erhaltung des Gleichgernichts im Blichen) bendossenschof, in Poe,„, Gagverstäabigen der und wurde dann unter anderer Hirema bis Ansans Pitines. ,, Les Galachens selbst, Beigendener, grien. 1u1 Beitergesähzet. Giesh ist ver dr Vertastung vier Mal in den BureauräuJulgarschehrtische Sonderverhandlungen, ven set, bieser hote i4 eitzr buch brutlihes Auet, wetzise Gesgasge geussen, in der Weiten Zeituer Konstantinopel, 8. Jan. Der Minister entschuldigen lassen.er stets für die Firma Sattler auf Reisen. Die des Neußeren Roradhungian und der Kriegsmini= Angekl. Gattler erllärt, auf der Anwesenbet Beftagung der Angeklagten Heinicke und Hirsch ster Razim hatten gestern Mittag Unterredungen der beiden Bankdirektoren bestehen zu müssen. Die zeigt deutlich, daß Sattler großen Wert darauf gei in Tschataldscha mit bulgarischen Delegierten über Treuhandgesellschaft habe das für ihn ungünftige segt hat, in seinem Geschäft nur Leute anzustellen, die Bedingungen für den Friedensschluß. Der Gutachten nicht selbst verfaßt, Ministerrat beschäftigte sich mit dem Ergebnis dieser Verhandlungen. Die Türkei besteht jedenfalls auf bie Eehaltung Abrianspels unter ihrer Herrschaft. Es scheint aber, daß die Pforts einer Schleisung der Gestungswerke austimmen wird. legt hat, in seinem Geschäft nur Leute anzustellen. die vom Bankwesen nicht die geringste Ahnung sondern eigens junge Leute deon hatten. Heinicke war früher Verkäufer und Hirsch engagiert. Weinreisender, Sie geben beide au, daß sie nicht Er müsse die Bankdirektoren hier haben, um das einmal gewußt haben, was Ultimogeschäfte sind. Gutachten abzulehnen. Staatsanwaltrat Schwicke= Die weitere Vernehmung des Angeklagten Satiler rath widerspricht dem Antrag. Der Angeklagte wird sich noch über die ganze Woche erstrecken und habe durch seine eigenen Worte seine Art zu proze=l sich überwiegend mit banktechnischen Fragen bedieren getennstichnet. 29 Pürs ion Das bahrische Zeutrum und die Regentenfrage. * München, 8. Jan. Der Parteivorsitzende des bayrischen Zentrums, Senatspräsident Lerno, hat in Amberg eine große Rede über die bayrische Königsfrage gehalten und dabei erklärt: Wenn es sich so gefügt hätte, daß der Regent sich selber die Krone aufsetzte, dann hätten wir keine Schwierigkeiten gemacht und keinen Widerstand geleistet. Wir konnten aber nicht den Anstoß zur Uebernahme der Königswürde geben. Eine Regierungsvorlage würden wir prüfen und uns an die Interpretation des Gesetzes halten. Der Vorschlag, daß nach zehnjähriger Regentschaft sich der Reichsverweser die Krone aufsetzen könne, hätte die Erblichkeit der Krone aufgehoben, denn sie könnte dann auch aus äußeren Gründen mit Zustimmung beider Kammern dem jeweiligen Regenten aufgesetzt werden. Von der Filchnerschen Südpol=Expedition. Berlin, 8. Jan. Gleichzeitig mit der Kunde von der Heimkehr der Südpolexpedition Dr. Filchners ist in Berlin die traurige Nachricht eingetroffen, daß Kapitän Richard Bahset, der ausgezeichnete nautische Erpeditionsleiter, im August einem Herzleiden erlegen ist. In Bahsel verliert die deutsche Polarwissenschaft einen ihrer besten Pioniere. Bahsel, der der Hamburg=Amerikalinie als Kapitän und der Reichsmarine als Kapitän d. R. angehörte, hat bereits die Drygalskiexpedition auf der Gaus und die Hamburger wissenschaftliche Südseeexpedition auf dem Hapagschiffe„Peiho“ mitgemacht. Darüber, ob die ganze Filchnersche Expedition tatsächlich nach Buenos Aires zurückgekehrt ist oder dort nur eine Mitteilung über den in wissenschaftlicher Hinsicht erfolgreichen Verlauf der Expedition eingetroffen ist, werden die nächsten Tage wohl Klärung bringen. Die Expedition des bayrischen Oberleutnants Dr. Filchner trat am 17. Mai 1911 von Bremerhaven auf der„Deutschland“, einem völlig umgebauten Walfänger, die Ausreise an. Zur Vorbereitung auf die Hauptexpedition hatte Filchner im Juli und August 1910 eine Expedition nach Westspitzbergen unternommen, wobei er die Insel durchquerte. Die„Deutschland“, deren Führung in den Händen des Kapitäns Bahsel lag, machte in Buenos Airos Station. Hier erreichte Filchner, der zu organisatorischen Zwecken in Deutschland geblieben war, die Expedition, die am 5. Oktober nach der Südpolargegend aufbrach. Vom 21. Oktober bis 11. Degember verweilte sie in Südgeorgien, wo die eigentliche Forschungstätigkeit ihren Anfang nahm. Dann nahm die„Deutschland, ihren Kurs weiter südlich zur Lösung der wichtigen wissenschaftlichen Aufgabe, die sich Oberleutnant Filchner gesteckt hatte: einer Durchforschung der Zusammenhänge zwischen der West= und der Ostantarktis. Vor allem galt es ihm, die Frage zu beantworten ob sich zwischen den beiden antarktischen Buchten, dem Rotzmeer im Westen und dem Weddelmeer im Osten festes Land erstrecke oder nur die Eisdecke eines Sundes. Reichetag und Abgeordnetenhaus. Berlin, 8. Jan. Heute nehmen Reichstag und Abgeordnetenhaus und zwar 2 Uhr nachmittags, ihre Sitzungen wieder auf. Auf der Tagesordnung des Reichstags stehen u. a. die Interpellation des Abg. Albrecht und Gen.(Sozialdem.) betreffend Ausrüstung der preußischen Staatseisenbahnen?mit ausreichendem Betriebsmaterial, Bericht der Wahlprüfungs=Kommission und die Denkschrift über die Beamtenorganisation der Reichspost= und Telegraphenverwaltung. Sudermann„Der gute Ruf“. Berlin, 8. Jan. Im Deutschen Schauspielhause schien gestern, Dienstag abend, Hermann Sudermanns neuestes Schauspiel„Der gute Ruf“. dem größten Teil der Anwesenden zu behagen, jedenfalls ließ sich das den merkwürdig heftigen Beifellsäußerungen nach jedem Aktschlusse entnehmen, wenn auch die mehr oder minder lebhafte Heiterkeit, die viele ernst gemeinte Momente hervorriefen und etliche andere Anzeichen weder auf starke tragische Eindrücke noch auf besonders unterhaltsame Wirkungen des Stückes hindeuten. Tatsache ist, daß sich schon nach dem ersten Aufzuge eine allerdings schwer erklärbare Neigung des Publikums, den Verfasser vor den Vorhang zu zitieren, bemerkbar machte und jedem der Abrigen drei Akte ein mehrmaliges Erscheinen Gudermann folgte. Die Kritik wird sich allerdings wieder einmal auf die Seite der Mißvergnügten stellen müssen, und ich fürchte, auch diejenigen ihrer Vertreter, denen man eine fanatische Gegnerschaft wider den Dichter nicht nachsagen kann, werden sein neuestes Werk denen anreihen, die kaum duzu angetan sind, den wiederholt gefährdeten Ruf des Autore der „Ehre“ wieder zu rehabilitieren. Gewiß, Sudermann kommt uns in diesem Bierakter wieder sehr geistreich und verstreut in den Dialos eine Fülle guter Einfälle, treffender Bemerkungen, aber die Idee der Handlung und der Ausgestaltung sind so schwach, das selbst die rein theatralischen Wirkungen des in allen Fineffen passender Szenenführung erfahrenen Routiniers versagen. Eine mühselig konstruierte Geschichte dieser törichte Versuch einer gesellschaftlich hochstehenden Frau, die, um ihren guten Ruf und den ihres Hauses zu wahren, einen furchtber verführerischen Jüngling, für den sie allerlei heftige Gefühle empfindet, die zur Betätizung drängen, ihrer hübschen und jüngeren Freundin zur Aufbewahrung übergibt. Weil der Erau Baronin von Tannoa manchmal, übles nachgeredet wird und sie selbst ohnehin nicht muets nti von Nron autzs But. A5 hei, kommt die Frau Komoierziencätin Weitzäcker, die über eden Zweifel erhaben ist, auf jenen genialen Einfall und vertraut ihren lieben und geliebten Max der Freundin an, woraus sich zunächst ein dreieckiges Verhältnis eigener Art ergibt, denn die Frau Kommerzienrätin wird zum abendlichen Stammgast im traulichen Heim der Baronin, wo beide gemeinsam mit Märchen flirten. Als aber, wie jeder vernünftige Mensch, außer der Frau Kommerzienrätin weiß, daß aus dem Flirt zwischen der Baronin und dem ihrer Obhut anvertrauten Max bitterer Ernst wird, da kommt es „wiederum kaum für irgend jemand überraschend“. zu hitzigen Szenen zwischen den Freundinnen, die noch dadurch kompliziert werden, daß plötzlich ein drittes weibliches Wesen auftaucht, das für den Vielgeliebten schwärmt, ja sogar mit ihm verheirutet werden soll. Ein Viertelstündchen lang gerät die Frau Kommerzienrätin in einen Zustand gelinder Raserei und will ihrem Manne, dem wahren Hüter des guten Rufes seines allgemein geachteten Hauses alles gestehen, die Baronin indessen, die weit besser ist als ihr Ruf, hindert sie daran und nimmt alle Schuld auf sich. Die bösen Folgen bleiben nicht aus: Der Herr Kommerzienrat verbietet der vermeintlichen Sünderin brüsk sein Haus, der Herr Baron aber— es gibt nämlich auch einen Herrn Baron in dem Stück= schießt sich notgedrungen mit dem Knaben Max, in welchem Zweikampfe seltsamer Weise der Jüngling und Zivilist den einstmaligen schneidigen Offizier schwer verwundet. Mit der armen opfermutigen Baronin aber würde es ein schlechtes Ende nehmen, wenn nicht der Kommerzienrat schließlich doch noch die Schuld seiner Frau erführe, deren Retterin um Verzeihung bittet und um die Sache zu vertuschen und den guten Ruf seines Hauses zu wahren, die Baronin mit allen Ehren zu längerem, vielleicht dauerndem Aufenthalte wieder in seine gesellschaftlichen, so hoch geachteten, beliebten Räume aufnimmt. Es bedarf wohl kaum noch weiterer Darlegungen, um einsichtsvolle Menschen davon zu überzeugen, daß diese ausgetüftelte Geschichte nicht dazu angetan ist, tragische Wirkungen auszulösen. Ein unüberwindlicher Reiz, alle diese Menschen und ihr Handeln von der heiteren Seite zu nehmen, steht jedem anderen Eindrucke im Wege und der oft peinlich hervortretende Mangel an Kurzweil hindert auch die rechte Lustigkeit, die ja freilich auch schon der Respekt vor der Bezeichnung„Schauspiel“ verbietet. Saarbrücken, 8. Jan. Auf der nach dem lothringischen Ort Hagendingen führenden Straßenbahnstrecke stießen infolge Versagens der Bremse zwei Straßenbahnwagen mit je zwei Anhängewagen zusammen. 15 Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Flücht'ger Notar. Hamburg, 8. Jan. Der in weiten Kreisen hier bekannte Rechtsanwalt und Notar Dr. Becker ist nach Verübung großer Unterschlagungen, man spricht von—400000 Mark Mündelgelder, flüchtig geworden. Von Dresden aus hat er einen Brief an seinen Sozius gerichtet, daß er beabsichtige, sich durch Ertränken in der Elbe das Leben zu nehmen. Gleichzeitig deilt der Sozius mit, daß die von verschiedenen Seiten gemeldete Nachricht von der Schließung des Büros durch die hiesige Staatsanwaltschaft den Tatsachen nicht entspreche. Auslassungen eines Bischofs gegen den Vergarbeiter=Ausstand. Saarbrücken, 8. Jan. In die Aufregung unter den Bergleuten über den geplanten Ausstand hat sich nach der Meldung einer ultramontanen Zeitung auch der Bischof von Trier eingemischt. Er hat in einem Schreiben an die Dechanten von Saarbrücken, Ottweiler, St. Wendel und Lenbach eine ernste Mahnung gegen den Streik erlassen. Das betreffende Schreiben, welches vom 28. Dezember datiert ist, am 29. Dezember in vielen Kirchen von den Kanzeln verlesen wurde, hat folgenden Wortlaut: „Lieber Herr Dechant! Obschon ich fest überzeugt bin, daß Euer Hochwürden in Ihrer Liebe für Ihre Pfarrkinder alles aufbieten werden, sie von dem unseligen Streik zurückzuhalten, so glaube ich doch, in letzter Stunde Sie innigst bitten zu sollen, die Arbeiter vor einem unüberlegten Schritt zu warnen. Ohne mich in die schwedenden Fragen im einzelnen einzumischen, din ich doch der Meinung daß nach den Erklärungen, die der Herr Minister öffentlich gegeben hat, sowohl betreffs der Arbeitsordnung als auch der allmählichen Erhöhung der Böhge. Jeber verußuftise Grund, die Arbeit einzustellen, geschwunden sein dürfte. Ich hoffe und bitte zu Gott, daß die Bergleute nicht dasselbe Elend für sich und ihre Familien und ihre Zukunft hinaufbeschwören, das sie nach dem Streil von 1893 betroffen hat. Wie bitter haben die guten Leute es bereuen müssen, wie viel haben es mir später selbst gestanden, daß sie damals unsern wohlgemeinten Reden nicht gefolgt, unsere warnende Stimme nicht gehört haben. Eure Hochwürden bitte ich, in geeigneter Weise von dieser meiner Bitte Ihre Herren Kiptulare verständigen zu wollen. Wir wollen alle innigst beten, das die Botschaft des Friedens, welche in diesen Tagen verkündet wurde, in die Herzen aller dringen, das Elend des Streiks abwenden und den Arbeitern die Erfüllung ihrer berechtigten Wünsche dauernd sichern mögen. In der Liede Cheist Ihr ergehenster M. Besis, Wischel von Triss. emn Wh'testardampfer im Newyorker hafen aufgelaufen. Newyork, 8. Jan. Der Dampfer„Adriatik“ der White Star Line geriet bei der Ausfahrt aus dem Hafen von Newyork in schweren Nebel vor Governos Island auf Grund. Der Dampfer liegt mitten in der Fahrstraße und dürfte mit Eintritt der Flut wieder flott werden. Der Tankdampfer„Rosenkranz“ zerschellt. Newyork, 8. Jan. Ein früheres Armeetransportschiff ist vom Orkan bei Astoria in Oregon auf Felsen getrieben und zerschellt. Von der Besatzung sind 33 Mann umgekommen, drei Ueberlebende hängen noch in der Takelung, doch scheint eine Rettung unmöglich. Zur Neise des Zarewitsch. Das„Verl. Tageblatt“ meldet: Barskoje Sselo, 8. Jan. Der Kaiser, der Großfürst=Thronfolger und die GroßfürstinnenTöchter nahmen an der Weihnachtsfeier der hier garnisonierenden Soldaten teil. Damit sind alle Meldungen von einer Nizzareise des erkrankten Zarewitsch, wie sie namentlich vom„Echo de Paris“ verbreitet wurde, auf das bündigste widerlegt. Auflaufen des Lampfers„Meckenburg“. im Bissinger Hafen. Blissingen, 8. Jan. Die„Meckenburg", die zu den Dampfern gehört, die täglich den Passagierverkehr zwischen England und Holland versehen, ist gestern früh in plötzlich auftretenden Nebel dicht vor der Hafenfahrt in Blissingen auf den das Land von dem Meere trennenden Damm aufgelaufen und sitzt fest. Die Passagiere für Berlin sind mit sieben Stunden Verspätung eingetroffen, da die Passagiere durch andere Schiffe übernommen werden mußten. Vermischtes. Berlin, 7. Jan. Die für heute morgen angesetzte Schwurgerichtsverhandlung gegen den Schlossergesellen Trenckler, der den dreifachen Raubmord an dem Juwelierehepaar Schultz und dessen Tochter in der Alten Jakobstraße verübte, wurde vertagt, da sich der Zustand des schwer lungenleidenden Angeklagten verschlimmert hat. Leipzig, 7. Jan. Am 16. Januar beginnt vor dem vereinigten zweiten und dritten Strafsenat des Reichsgerchts der Spionageprozeß gegen den Kaufmann Worg aus Weißenfels, der sich in Straßburg in Haft befindet und wegen Verrats militärischer Geheimnisse angeklagt ist. —(Alte und neue Krankheiten.) Ein französischer Arzt hat die eigenartigen und bisweilen durch ihre Plötzlichkeit überraschenden Veränderungen untersucht, die in den Symptomen und der Häufigkeit gewisser Krankheiten auftreten. Professor Lemoine meint, es gäbe keinen Arzt, der nicht im Verlaufe einer etwa zwanzigjährigen Praxis die Beobachtung gemacht habe, daß dieselben Krankheiten, sei es innerhalb längerer Perioden oder schon von Jahr zu Jahr, sich in ihren Aeußerungen und vor allem in ihrem Verlaufe verändern. Dies gehe soweit, daß man sagen kann, daß nicht allein die klassischen Krankheitsformen, wie wir sie in den grundlegenden Werken der inneren Pathologie beschrieben finden, nichts als Schemata sind, sondern auch daß diese Schemata nur auf Krankheiten anwendbar seien, die während eines bestimmten Zeitraumes beobachtet wurden, und die ihre Geltung verloren haben. Lemoine erklärt diese Erscheinung damit, daß jeder neue soziale Zustand neue Sitten schaffe und im Zusammenhang damit eine Pathologie, die sich diesen Sitten anpaßt und sich mit ihnen verändert. Der Gelehrte läßt zum Beweise seiner Ausführungen eine ganze Reihe von Krankheiten Revue passieren, an denen er in einem Zeitraum von zwanzig Jahren derartige Veränderungen wahrgenommen haben will. Es sind dies besonders die Grippe, der Typhus und die Blinddarmentzündung. Aber auch die Gicht passe sich der Entwicklung der Völker und der Rassen an, und sehr auffällig sei die Verschiedenheit der Symptome bei der Paralyse, die sich früher vornehmlich in Ausbrüchen des Größenwahns äußerte, während heute für die Krankheit mehr deprimierende Zustände charakteristisch seien. Lemoine behauptet zwar, daß die Veränderungen in der Lebensweise des Menschen hinreichen, um die Prädisposition und die Widerstandsfähigkeit eines Landes gegenüber pathologischen Einflüssen zu verändern. Trotzdem vermute: der Gelehrte, daß auch meteorologische und klimatische Wandlungen imstande sind, eine gewisse Wirkung auf den Krankheitsprozeß auszuüben. Unsere organische Widerstandskraft, meint Lemoine, wird durch physische Ursachen verändert, aber sie wird es auch durch unsere Gewohnheiten, und beide zusammen regeln unsere Gesundheit. Daher das Verschwinden gewisser Krankheiten und das Auftauchen neuer. Beide Faktoren regeln die Mode, die Jahr für Jahr Krankheit und Tod beherrschen. —(Prozesse gegen Tiere.) Vor kurzem wurde aus Petersburg berichtet, daß eine russische Prinzessin vor einigen Jahren ihrer Lieblingshündin Gypsie testamentarisch 80000 Rubel vermachte und daß jetzt, nach dem Tode der Hündin, die Erben der Prinzessin das Kapital für sich in Anspruch nähmen. Da aber Gypsie ein Söhnchen, Kokof, hinterließ, so behaupten die Besitzer des jungen Tieres, daß sie die rechtmäßigen Erben der Hinterlassenschaft der Prinzessin seien. Es ist zum ersten Male, daß Tiere als Prozeßparteien auftreten. Im Mittelalter war es vielmehr gang und gäbe, daß Tieren wegen irgend welcher„Vergehen der Prozeß gemacht wurde. Vom dreizehnten bis zum siebzehnten Jahrhundert zählte man in Frankreich nicht weniger als sechzig derartige Gerichtsverhandlungen. Go wurde in Evreux im Jahre 1266 ein Schwein lebendig verbrannt weil es ein Kind aufgefressen hatte; aus demselben Grunde wurde im folgenden Jahre ein Schwein gefoltert und gehängt. Ein Stier wurde zum Galgen verurteilt, weil er seinen Hirten mit den Hörnern aufgespießt hatte. Pferde, die ihren Herrn abgeworfen, Hunde, die Menschen gebissen, Katzen, die Kinder gekratzt, und selbst Falken, die auf der Jagd die zarten Hände eines Edelfräuleine nicht hinreichend geschont hatten, wurden hochnotken belegt. In aller Form wurde den Tieren der Prozeß gemacht; der Henker aber zog über seine Hände erst Handschuhe, ehe er die Strafe vollzog, um jede Berührung mit dem behaarten oder gefiederten Delinquenten zu vermeiden. Im Jahre 1386 wurde zu Tournay ein Mutterschwein zur Verstümmelung verurteilt, weil es einen Knaben verletzt hatte. An Gerichtsstelle erschien das Tier mit hohen Stiefeln an den Vorderbeinen und einer menschlichen Maske am Kopf. Der allerseltsamste dieser Prozesse war aber wohl der von Saint=Julien gegen die Kornwürmer(!), welche die Weinberge jener Gegend im Jahre 1545 heimsuchten. In einem umfangreichen Prozeß, bei dem die besten Verteidiger die Sache der Weinbauern einerseits, die der bedrohten Kornwürmer andrerseits wahrnahmen, wurde den Kornwürmern zwar verboten, das betreffende Weinland je wieder zu betreten, ihnen Kornwürmer natürlich ganz zufrieden sein konnten, da sie natürlich trotz der angedrohten harten Strafen keine Miene machten, die Stätte ihrer bisherigen Wirksamkeit zu verlassen. —(Ein türkisches Witzwort.) In der letzten Zeit sind eine ganze Reihe von Sprichwörtern der Türken, Serben und Bularen ausgegraben; eines der witzigsten türkischen Sprichwörter gibt in möglichst wortgetreuer deutscher Uebersetzung ein Mitarheiter im Täglichen Korrespondenten wieder: Wer kein Vermögen hat, dem wird nicht geborgt; Wer kein Kind hat, für den wird nicht gesorgt; Wer kein Familie hat, der hat keine Stütze, Wer keine Frau hat, der ist zu nichts nütze; Aber wer das alles nicht hat, der kennt wenigstens keine Sorgen! —(Aus den Erfahrungen einer Kinderpflegerin.) Wie man Kinder behandeln soll, kann in keiner Schule erlernt werden; man kann sich durch Uebung, durch Kurse in Kinderpflege, durch Studium und Erfahrung allerhand Griffe und alle Gesichtspunkte aneignen, die bei der Pflege von Kindern in Betracht kommen, aber das Schwierigste von allem, die Art, in der kleine Kinder behandelt und genommen sein wollen, ist eine Frage persönlicher Begabung, ist eine Frage der Fähigkeit, ob eine Kinderpflegerin sich wirklich in das Gefühlsleben und in das Phantasieleben ihres Pfleglinges einzufühlen vermag. Gerade die Kinder, die am meisten der Pflege bedürfen, kränkelnde kleine Menschenkinder und Patienten, sind erfahrungsgemäß am schwersten zu behandeln. Wie oft scheitert da nicht die beste Absicht der Pflegerin an dem Widerwillen oder dem Trotz der Kleinen, es wird unmöglich, die ärztlichen Vorschriften genau zu erfüllen, weil das Kind sich gegen die Behandlung auflehnt. Das sind die Fälle, in denen die Phantasie und die Kenntnis der Kindesseele einzusetzen hat, das liebevolle Versenken in den Idcenkreis der Kleinen, das Eingehen auf ihre Gedanken und ihr Fühlen. Welche Erfolge auf diesem Wege mühelos, ja im wörtlichen Sinne spielend errungen werden, zeigen die Erfahrungen einer amerikanischen Kinderpflegerin, die im American veröffentlicht werden. Die Pflegerin wird ihren Beruf nur schlecht erfüllen, die eines nicht vermag: die Kinder zu unterhalten. Nur im Bündnis mit der kindlichen Phantasie können hier wirkliche Erfolge erzielt werden; die mechanischen Verrichtungen werden erst möglich und fruchtbar, wenn sie Hand in Hand mit dem gehen, was man eine psychologische Kinderpflege nennen könnte. Die amerikanische Pflegerin, Alice Jeane Drew, erzählt, wie sie eines Tages die Pflege eines kleinen Jungen übernehmen sollte, der vor ihrem Erscheinen schon mit wildem Trotze rief, er wolle keine Pflegerin haben. Anstatt nun ihre Tätigkeit zu beginnen, vermied es die Schwester überhaupt, den Raum zu betreten. Und die Kalkulation war vollkommen richtig: nach einer Weile wupde das Kind neugierig, die angekündigte Pflegerin kam und kam nicht, obgleich der kleine Patient wußte, daß sie im Hause war. Als sie nach einer Stunde ins Zimmer kam, hatte die Spannung und die Neugier längst über den kindlichen Trotz triumphiert; der Junge selbst hatte gebeten, die Pflegerin möge doch nun endlich kommen. Alle drei Stunden sollte das Kind mit dem Thermometer gemessen werden. Es sträubte sich: aber es gab sofort mit Vergnügen nach, als die Pflegerin ihm zu erzählen begann, nun dürfe er rauchen, wie Papa rauche. Von dem Augenblicke an hielt er das Thermometer stolz im Munde. Das Kind weigert sich, Milch zu trinken. Es weist das Glas zurück, schüttelt sich vor Schaudern. Die Pflegerin besteht nicht auf der Leerung des Gefäßes; sie erzählt ihm nur, daß am Boden des Glases ein hübsches buntes kleines Bild sei, das man erst zu sehen bekäme, wenn das Glas ausgetrunken sei. Und in der Tat, die erfinderische Pflegerin hatte sich eine ganze Anzahl Gläser am Boden der Außenseite mit verschiedenartigen bunten Abziehbildern versehen. Seitdem trinkt der Junge seine Milch mit Begeisterung und ist jedes Mal auf das neue Bildchen gespannt. Ein masernkrankes Kind soll heiße Bäder nehmen und sträubt sich. Widerstand wird überwunden, indem man dem Kinde erzählt, nun solle es schwimmen lernen. Die Phantasie erwacht und dem kleinen Patienten wird das verhaßte Bad zum fröhlichen Schwimmunterricht. Als später Oelbäder genommen werden sollen, beginnt die Not von neuem. Keine Bitten und Ueberredungskünste fruchten: aber sofort siegt ein Appell an die kindliche Phantafie. Dem kleinen Patienten wird geschildert, wie alle großen und kleinen Maschinen immer geölt werden müssen, damit sie ganz sanft und doppelt so leicht laufen, während sie sonst knirschen und quieken. Und das Ergebnis ist, daß der Junge mit Vergnügen ins Oelbad steigt und sich ausmalt, er sei eine Maschine, die nie quieken werde. Kleine Mädchen unterhält Fräulein Drew damit, daß sie über die Betten kleine Schnüre spannt, die den Kindern als Waschleinen gelten. Daran werden Puppenfiguren und Puppenkleidungsstücke aus Seidenpapier aufgehängt, die sich nun bei dem geringsten Hauch wie im Winde bewegen; und stundenlang folgen nun die kleinen Koanken diesem Schauspiel, lächeln und sind fröhlich, weil ihre Phantasie angeregt ist und sie über die Rot ihrer Krankheit hinwegtäuscht. öst nie begangenen Vergehens über so einen Unglücksmenschen verhängt wird. Läßt die äußere Erscheinung des Menschen auf Gesundheit und Arbeitskraft schließen, so findet sich schnell, meist schon vor erfolgter Aburteilung ein Plantagenbesitzer, der sich zur Entrichtung der Geldbuße bereit erklärt, und dafür der Herr des Aermsten wirt. Wenn der Plantagenbesitzer in dem Kaufvertrag eine billige Arbeitskraft gefunden hat, findet er leicht Mittel, den Frondienst zu verlängern. Er braucht ihn z. B. nur betrunken machen, um ihn schleunigst als Betrunkenen ins Gericht zu schlep. pen, wo sich die nämliche Prozedur, die ihn das erste Mal zum Frohndienst verurteilte, aufs neue wiederholt. Die schwere Anklage, welche der Generalanwalt in seinem Jahresbericht erhebt, trifft nicht nur die einzelnen Individuen, die sich solchen Verbrechens schuldig machen, sondern auch die gesamte Bürgerschaft jener Gegenden, wo Peonage besteht. Sie besteht, wie schon bemerkt, noch heute in den Südstaaten, wo die wirkliche Sklaverei seil dem Bürgerkriege, also seit 50 Jahren aufgehoben worden ist. Gin grelles Streiflicht für amerika nische Zustände. Nicht umsonst wird vor Auswan derungen in den Südstaaten gewarnt. Dessau, 7. Jan.(Wegen Verleitung zum Meineid) ist von der hiesigen Strafkammer der konservative Landtagsabgeordnete Oberamtmann Meißner, begangen an einem Oberschweizer wegen einer Forderung von 450 Mark, zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt worden. Leipzig, 7. Jan.(Das Reichsgericht) verwarf die Revision des Handlungsgehilfen Pietruschewski, der vom Schwurgericht beim Landgevicht 2 Berlin am 26. November wegen Raubmordes, begangen am 12. September= an dem Privatmann Fuß=Schöneberg, zum Tode verurteilt wurde. Amsterdam, 7. Jan. Der Setzeraus. stand hat sich heute weiter ausgebreitet und einige größere und viele kleinere Druckereien ergriffen. Nachdem bereits gestern Kuijpers Organ „Ktandard“ nicht erscheinen konnte, droht heute das gleiche Los der katholischen Zeitung„Tijd“. Die berutendsten eitungen sind wahrscheinlich bereit, die Zorderungen der Setzer zu bewilligen und werden daher kaum n Mitleidenschaft gezogen werden. Spruch. Wie alt wir sind auf unserer Lebensbahn? Nein— wie wir alt sind, darauf kommt es an! Bestsalen=Kheintaus. Herne 7. Januar.(Undank ist der Welt n. Das stellenlose Dienstmädchen Sophie Jordan von hier war von der Mutter ihres Brautigams, einer armen Waschfrau, aus Gnade und Barmherzigkeit auf einige Nächte ins Haus genommen worden. Diesen Liebesdienst vergalt das bereits bestrafte Mädchen damit, daß es in Abwesenheit der Frau den Kleiderschrank erbrach und daraus Kleidungsstücke und einen Geldbetrag von .50 Mark, der zur Mietszahlung Verwendung finden sollte, entwendete. Heute hatte sich die undankbare Person vor der Bochumer Strafkammer zu verantworten. Das Urteil lautete wegen schweren Diebstahls im strafschärfenden Rückfalle auf ein Jahr Gefängnis. Herne, 7. Jan.(Vom Justizminister) ist der Stadt Herne mitgeteilt worden, daß die für den Grunderwerb des neuen Amtsgerichts=Gebäudes ausgeworfene Summe in den dem preußischen Landtage zugegangenen Stat eingestellt worden ist. Geboren. Ein Knabe: Günther, Essen. Karl Not Phoff, Stolberg. Verlobte: Maria Aretz 1 Georg Ahlemeyex,„Carlo stenburg. Alice Rosiny m Alfred Reinhold, Godesber Vermählte: Otto Pleißn mit Paula Watrin, Köl Paul August Günther m Sophia Möllenhoff, Berli Gestorben. Callida Bau# 88., Essen. Frau Mar Pelzer, 56., Dahlhause Frau Gustav Raßpe, 49; * S o l i n g e n. F r a u J u l i e R e i #hart, 67., Saarburg. Fre Jacob Hönes, 57., Bochu Frau Ida Wenke, 76 Elberfeld. Karl Meja. 49 Zuruck Dr. Zwei Spezialarzt f. Hautkrenkheit Brückstr. 48, Pornapr 81 Zahn-Ateller Ad. de Win M36 Weberstr.: Bochum, 7. Jan.(Der Leichenfuns in Die Hofstede.) Die behördlichen Ermittlungen haben ergeben, daß die Annahme, der in der Nähe der Zeche Konstantin der Große als Leiche aufgefundene Bergmann Brünis aus Herne sei durch Raubmord ums Leben gekommen, nicht haltbar ist. Es steht vielmehr fest, daß Brünis Selbstmord verübt hat. Lüdenscheid, 7. Jan.(Der städtische Fonds für zweite Hypotheken) der vor einiger Zeit mit einem Anfangskapital eingerichtet wurde, erstattet soeben seinen ersten Bericht. Danach wurden bis jetzt auf 89 Grundstücke 283550 Mark an Darlehen zur zweiten Hypothek gewährt. Abgelehnt werden mußten 21 Anträge, da die satzungsmäßigen Voraussetzungen für eine Beleihung nicht vorlagen. Mülheim am Rhein, 7. Jan.(Eine schwere Bluttat.) Heute morgen wurde auf dem Eisenbahngeleise hier in der Nähe des Stammheimer Blocks eine weibliche Leiche gefunden. Man vermutete anfangs, daß Selbstmord oder ein Unglücksfall vorliege. Inzwischen hat die Untersuchung ergeben, daß es sich um einen Mord handelt, da man in der Nähe der Fundstelle eine zerwühlte und von Blut durchtränkte Stelle fand, die darauf schließen läßt, daß ein heftiger Kampf zwischen dem Mörder und seinem Opfer stattgefunden haben muß. Ferner wurden noch zwei abgeschnittene Frauenzöpfe gefunden. Der Mörder hat dann nach Vollendung des Verbrechens die Leiche zum Bahngleis geschleppt, um den Anschein zu erwecken, daß die Frau selbst den Tod gesucht habe. Polizeihunde verfolgten alsbald die Spur des Mörders bis Steinhaus, wo die Spur verloren ging. Man fand an dem Tatort auch einen aufgespannten Regenschirm vor, was darauf schließen läßt, daß der Mord gestern abend verübt worden ist. Eine Gerichtskommission hat sich sofort zum Tatort begeben. Die Kriminalpolizei bittet um zweckdienliche Angaben, die die Ermittlung des vorläufig noch geheimnisvollen Vorfalls erleichtern. Die Ermordete hat im Alter von 40 bis 50 Jahren gestanden; sie war etwa 1,70 Meter groß, mittelstark und hatte fast schwarzes Haar; ihr Gesicht war abgemagert. Sie war nur mit einem grünen Kleide und schwarger Schürze bekleidet. 000000000000000 Werde mich im Monat bruar in Lunen als Zahnarz niederlassen. Fr. Wibbelln prakt. Zahnarzt. OOROASRA Einem Teil der heuti Ausgabe liegt eine Bei der Firma Sander Co., Lütgendortmund, Für Wanne u. Umges liegt eine Beilage der Fi# B. Sommer u. Wanne, bei. Für Herten u. Umge liegt eine Beilage Gladbacher Kab ... Pacr. Tuor Lager Herten, bei. —(Eklaverei im heutigen Amerika.) Die Sklaverei, unter dem Namen Peonage bekannte Leibeigenschaft, besteht in verschiedenen Landes teilen der Vereinigten Staaten noch heute, obgleich die Bundesbehörden in den letzten Jahren gegen diese fluchwürdige Einrichtung eingeschritten sind. Diese Art der Sklaverei wird nicht nur mit Wissen, sondern mit Beihilfe der staatlichen Gerichtsbehörhörden betrieben. Ohne Beihilfe der Letzteren wäre wahrscheinlich die Peonage längst ausgerottet. Die Form der Peonage, wo Menschen auf der Straße ergriffen und dann ohne weiteres in die Leibeigenschaft abgeführtwerden, dürfe heute nicht mehr bestehen, ein gewisses Rechtsverfahren, das aber weiter nichts als eine gewisse Farce und ein Hohn auf jedes Recht ist, wird jetzt meist damit verbunden. Die Peonage wird nach der Deutschen Mediziischen Presse durch eine Art Rechtsspruch verhängt. In der Regel handelt es sich dabei um AbMübung einer Weidbuhe, dis minen Eines aeringen. Aufforderung. Diejenigen Reserve=Offiziers=Aspiranten, Unteroffiziere und Unteroffizier=Aspiranten der Reserve, die sich bei der Herbstkontrollversammlung bereit erklärt haben, an einem ihre weitere militärische Ausbildung außerhalb der Uebungszeit bezweckenden Unterrichtskursus teilzunehmen, werden hiermit aufgefordert, sich Mittwoch den 15. Januar pünktlich 8 Uhr abends im oberen Saale des Gewerbevereins einzufinden. Der Unterricht soll von jetzt ab in der Regel am 2. und 4. Mittwoch jeden Monats stattfinden und wird außerdem im Dienstgebäude des Bezirkskommandos und im Gewerbeverein durch Anschlag bekannt gemacht werden. Besondere Aufforderungen durch die Zeitungen ergehen nicht mehr. Dortmund, den 7. Januar 1918. Königl. Bezirkskommande 1 Dortmund. Wettervorhersage für den.—9. Januar: Mild, bei füdlichen Winden, heiter bis wolkig, ohne wiLantliche Biederschläge er, ko einen Unst die äußere Erundheit und Archnell, meist schon Plantagenbesitzer, dbuße bereit erAermsten wirt. dem Kaufvertrag hat, findet er## verlängern. Er machen, um ihn bericht zu schlep. dur, die ihn das teilte, aufs neue welche der Geicht erhebt, trifft n, die sich solchen ern auch die geen, wo Peonage merkt, noch heute he Sklaverei seil ihren aufgehoben ht für amerika. ird vor Auswan gnt. 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Frau Gustav Raßpe, 49 * Solingen. Frau Julie Rein#hart, 67., Saarburg. Frau gech dones 57 F, Lochzum Frau Ida, Wenke, 76., Elberfeld. Karl Meja, 49 J. Westliches Sargmagazin Patent-Buro Fromholz& Wolf, Iingenisurt Dortmund Prieurienzveruing Zurück! ür. Zweig Spezialarzt f. Hautkrankheiten. Brückstr. 48, Fernapr 8175. Montag Abend 6 Uhr entschlief plötzlich und unerwartet meine liebe, treusorgende Mutter Mirne Ernst Dieker Elise geb. Nathe im Alter von 68 Jahren. Um stille Teilnahme bittet Der tiefgebeugte Sohn: Heinrich Dickel. Dortmund, den 6. Januar 1918. Die Beerdigung findet Freitag Morgen 9½ Uhr vom Sterbehause, Düppelstr 12, aus statt. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. S 5 5 2 ** 5 95 8 S 55 abeiniechestraße.-— Teiston 8106. Fabrikation und Lager aller Sorten Särge vom einfachsten bis zum feinsten Paradesarg. 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Es ist erstaunlich, wie ungen der Großmächte gen Standpunkt des Status au rückgekommen, als sie sahe mächte nicht viel um den kümmerten. Immerhin ak mächte noch einen besche wollen gegen die Türkei. letzte Rest freundlicher zu sein. Denn sonst würd Intervention allein richten. Wenn es den C einen baldigen Friedenssch ten sie auf beide Teile denn die Forderungen der so übertrieben, wie die G# bisher unbefriedigend wo Balkanverbündeten zu e Forderungen zu veranla keine von den Großmäch auch noch keine Macht der 1 Adrianopel preiszugeben, # darauf beschränkt, den Ti eindringlich zum Frieden Dies ganze Verhalten: Eindruck der Unfreundl Ein grosser Posten Blusenstoffe und Kleiderstoffe Geschmack Seschmack zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen! W. Kraftlos, st hoche Preise Für geir hohe Preise für getr. Kleid, Schuba, Möb, ganze Einrichtungen. Bitte Kavte, Neu=Eröffnung Redae helone sondern streng reelle Preise zahlt Frieder, Linienst. 15. für abgel Garderobe, auch f. alte Gebisse. 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Die Türkei wird aus mächte die Lehre ziehen nichts zu erwarten hat, lich auf die eigene Kra seits aber auch, daß si Worte und Gesten der C schüchtern zu lassen br staaten getan haben. Großmächte hat die Bal und durch seine energ daß die Großmächte S festen Willen, den d zurückwichen. Es ist w rum es den Türken v Friedensverhandlungen mals an die Waffen Türkei ja den Krieg n einmal gewollt hat. Friedensliebe durch die Allerdings ist sie bi gewesen, aber wirklich noch nicht. Es ist vieln vorhanden, daß sie be kriegerischen Operation auswetzen würde. Das die Mächte verhinder: aus Sympathie für die sie fürchten, daß sie da gezogen werden könnt gründete Besorgnis,1 lichen Niederlage sein tätig bleiben würde zurückzuführen, daß 4 aller Freundschaftlich! schen Rußland und handlungen über eine Verminderung der### vornehmen zu können flikt und der gesamt entscheidende Wendun nigstens ist die mer nächte nicht zu verste Verlangen Sie Ratales Lieferung answärte bnsi! Nr. 8.(3. Blatt.) 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In den Kreisen der europäischen Diplomatie rechnet man damit, daß die Londoner Beratungen bald wieder aufgenommen werden würden. Uebereinstimmend mit den Vertretern der Balkanmächte hält man an der Auffassung fest, daß die Friedensverhandlungen nicht abgebrochen, sondern nur unterbrochen worden seien, um den Mächten Zeit zu einer Intervention zu lassen. Diese Intervention wird denn auch sehr prompt erfolgen, in London bei der Friedenskonferenz sowohl wie in Konstantinopel. Sie soll vor allem den Zweck haben, die Türken von der Idee der Wiedereröffnung der Feindseligkeiten wieder abzubringen. Ob diese Intervention etwas nützen wird, ist eine andere Frage. Es ist erstaunlich, wie rasch sich die Anschauungen der Großmächte gewandelt haben. Von dem Standpunkt des Status quo sind sie sehr bald zurückgekommen, als sie sahen, daß sich die Balkanmächte nicht viel um den Willen der Großmächte kümmerten. Immerhin aber bewahrten die Großmächte noch einen bescheidenen Rest von Wohlwollen gegen die Türkei. Jetzt scheint auch dieser letzte Rest freundlicher Gesinnung verschwunden zu sein. Denn sonst würden die Mächte nicht ihre Intervention allein gegen die Türkei zichten. Wenn es den Großmächten so sehr auf einen baldigen Friedensschluß ankommt, dann sollten sie auf beide Teile eine Pression ausüben; denn die Forderungen der Balkanstaaten sind ebenso übertrieben, wie die Gegenvorschläge der Türkei bisher unbefriedigend waren. Aber daran, die Balkanverbündeten zu einer Herabsetzung ihrer Forderungen zu veranlassen, denkt anscheinend keine von den Großmächten. Freilich, bisher hat auch noch keine Macht der Türkei den Rat erteilt, Adrianopel preiszugeben, sie haben sich alle bisher darauf beschränkt, den Türken freundschaftlich aber eindringlich zum Frieden zu raten. Dies ganze Verhalten der Großmächte macht den Eindruck der Unfreundlichte und Parteinahme gegen die Türkei. Das ist um so verwunderlicher, als bisher alle das Schlagwort von der Erhaltung der Türkei im Munde führten. Nun würde aber die Türkei ernstlich in ihrer Existenz gefährdet werden, wenn sie unter dem Druck der Großmächte gezwungen werden sollte, Adrianopel an Bulgarien abzutreten. Die Türkei braucht bei ihrer eigenartigen geographischen Lage auf europäischem Gebiete einen Stützpunkt, um die europäisch=asiatische Grenze wirksam verteidigen zu können. Außerdem wäre es mehr als unbillig, wenn man ihr zumuten wollte, zu dem von den Verbündeten umfangreichen Gebiet auch noch Stücke herauszugeben, wo die Balkanverbündeten gar keine Erfolge haben erringen können. Die Türkei wird aus dem Verhalten der Großmächte die Lehre ziehen müssen, daß sie von ihnen nichts zu erwarten hat, daß sie sich vielmehr lediglich auf die eigene Kraft verlassen muß, andererseits aber auch, daß sie sich durch die drohenden Worte und Gesten der Großmächte ebensowenig einschüchtern zu lassen braucht, wie es die Balkanstaaten getan haben. Trotz aller Drohungen der Großmächte hat die Balkanliga den Krieg begonnen und durch seine energische Durchführung erreicht, daß die Großmächte Schritt vor Schritt vor dem festen Willen, den die Kleinstaaten bekundeten, zurückwichen. Es ist wirklich nicht einzusehen, warum es den Türken verwehrt sein soll, wenn die Friedensverhandlungen ergebnislos bleiben, nochmals an die Waffen zu appellieren, zumal die Türkei ja den Krieg nicht angefangen, ja ihn nicht einmal gewollt hat. Sie hat lange genug ihre Friedensliebe durch die Tat bekundet. Allerdings ist sie bis jetzt vom Unglück verfolgt gewesen, aber wirklich zu Boden geworfen ist sie noch nicht. Es ist vielmehr große Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß sie bei einer Wiederaufnahme der kriegerischen Operationen manche Schlappe wieder auswetzen würde. Das aber ist es anscheinend, was die Mächte verhindern wollen. Vielleicht weniger aus Sympathie für die Balkanverbündeten, als weil sie fürchten, daß sie dann selbst in den Krieg hineingezogen werden könnten. Offenbar besteht die begründete Besorgnis, daß Rußland bei einer ernstlichen Niederlage seiner Schützlinge nicht mehr untätig bleiben würde und darauf ist es auch wohl zurückzuführen, daß Oesterreich=Ungarn bei den in aller Freundschaftlichkeit und Verbindlichkeit zwischen Rußland und Oesterreich geführten Verhandlungen über eine Demobilisierung erklärte, eine Verminderung der Kriegsbereitschaft nicht früher dornehmen zu können, als bis in dem Balkankonflikt und der gesamten internationalen Lage eine entscheidende Wendung eingetreten sei. Anders wenigstens ist die merkwürdige Haltung der Großnächte nicht zu verstehen. eide Parteien durchaus ehrenhaft und anständig. den einzusammeln. Das Geld wäre natürlich nicht .. die Ansicht, die Abg. Schepp im„Tag“ ge nach Menden gekommen, sondern wäre in seine äußert habe, zum Durchbruch gelangen sollte, daß Tasche gfelossen. Er ist schon wiederholt wegen die Fortschrittler ein Bündnis mit der Sozialde= Betrugs vorbestraft. mokratie ablehnten und mit gleicher Energie gegen].,„ aum 1 und links kämpfen wollten, so würde sich die Reaktion ins Fäusichen lachen. Die selbständige Beteiligung auch in den aussichtslosen Wahlisen an den Urwahlen sei durchaus notwendig Brackel, 7. Jan.(Mit 28 Mark durchgebrannt) ist der Knecht Friedrich K. von hier. Wahlbelegung. Die Aussichten auf Erfolge se allerdings gering. #n der Debatte Herne, 7. Jan.(Zu Tode gequetscht.) Auf bisher noch nickt aufgeklärte Weise wurde heute Nachmittag gegen 1½ Uhr eine Zechenlokomotive vom sogenannten bergisch=märkischen Felde her un der Droune rückwärtig in Bewegung gesetzt. Zum Entsetzen sich zahlreiche Redner teils für teils be des Personals raste die führerlose Maschine im gen die Vorschläge Bernsteins, die Reichstagsabee: Eilzugtempo über die Betriebsgeleise durch die ondneter Verustein fse b g. andeskommission bilde Zeche Schamrock.9, passierte eine nicht geschlossenen Oore. e Widerspruch. Auch er weiche von Bahnübergang und rannte schließlich unter donEisner darin ab, daß er ein selbständiges Vongehen nerndem Knachen auf einen Güterzug, der eben bei den Unwahlen verlogse, gerpgichtung Her ge## von der Mulvanystraße nach dem Bahnhofe geEes besfescanste bat ascl eie Kaeshe Bit. ziplin über ihre Anhänger besitze wie die Sozialdemokratie. Die Taktik der Parteileitung würde dn Schrächung der Ansten Bobeureigugn Feichstalg. Dr. Landeberg Magdebung die Sescheheshe e ce berg würde es bedauern, wenn man einigen Mandaten zuliebe das Parlament gänzlich den Junkern aubliefern wollte. Die Debatte geht morgen weiter. Verkehrsverbesserungen ii Jubastrirhere sHan engelöndigt, die Summe von 60900000 Marl. schon angekündigt, die Summe von 60 900 000 Mark. Zur Ausgestaltung der Bahnanlagen aus Anlaß der bestehenden Betriebsschyierjgkeiten im Westen werden 60 Millionen geforderr. Soweit sich bis jetzt hat feststellen lassen, sind in der Hauptsache folgende Erweiterungen und Ergänzungen der BahnEisenbahndirektionsbezirk Essen: Gleisanlagen in Langendrer, Rütenscheid, LünenSüd und Pelkum. Herstellung von Ueberholungsin Kray=Nord, Sterkrade, Oberaden usw., Erweiterung des Güterschuppens in Essen=Hauptbahnhof, Verbesserung der Eilgutabfertigung in =Hauptbahnhof, Erweiterung der Freiladeanin Gelsenkirchen. Duisburg und Witten, Erpedition Schröder=Stranz; Zur Gefährdung der deutschen Jeizt esse Die Feinehmer der Expedilion: 1 Kapitän i nebersichetarte be uu ersorschenden, Schrögr, Girang, 8 Haupimann Rischer, 4 Marinemaler vinon, Son, Fage, 3 Hr.: Wöoeser, 6 Dr. Rüdiger, 7 Dr. Deimers, 8 Dr. Mayr. Die deutsche Spitzbergen=Expedition. haben Lebensmittel auf acht bis neun Monate. Landsteute huwd ersahrente norzige Männer sind drückt werden sollte. Der rückwärtige Teil der durchgegangenen Maschine schob sich dabei in den vorderen der Kohlenzuglokomotive; wobei Puffer und vordere Maschinenteile in weitem Bogen fortflogen. Das Lokomotivpersonal des Kohlenzuges konnte sich noch rechtzeitig durch Absprung retten, dagegen wurde der im Bremserhause des ersten Waggons sitzende Bremser Franz Marquardt sofort tot gequetscht. M. ist 28 Jahre alt und unverheiratet. Mehrere Wagen des Zuges entgleisten. Der Zechenbetrieb wurde durch den Unglücksfall nicht gestört. Herne, 7. Jan.(Tödlicher Unfall.) In der Nacht auf Dienstag verunglückte auf der in der Nähe liegenden Schachtanlage der Zeche Recklinghausen der Maschinenführer Hugo Weber dadurch, daß er beim Ueberschreiten der Geleise von einem leise herankommenden Eisenbahnwaggon angefahren und dabei so heftig gegen einen Schienenstrang geworfen wurde, so daß er einen Schädelbruch erlitt, an dessen Folgen er wenige Stunden später im kathol. Krankenhause gestorben ist. Lüdenscheid, 6. Januon.(Jugendliche Unvorsichtigkeit.) Der Schulknabe Risch= newski wurde beim Kriegspielen von einem aus einer Flaubertflinte versehentlich losgehenden Schuß in die Brust getroffen. Die Verletzung der Lunge ist schwer. Lüdenscheid, 6. Januar.(Tierquälerei.) Der hiesige Fuhrmann Niklas, hatte vor einigen Tagen sein altersschwaches Pferd in den Stall eingeschlossen und sich nicht mehr darum gekümmert. Man fand das Tier fast verhungert und verdurstet vor. Gegen den Tierquäler ist Anzeige erstattet worden. Werdohl, 7. Jan.(Erschlagen.) In einer nahen Waldung war der Maurermeister Kable ge#erung der Bahnhöfe in Duisburg, Gelsentir= stern mit dem Fällen von Tannen beschäftigt. Eine chen, Osterfeld=Süd und Sinsen, ferner Herstellung derselben stürzte vorzeitig um, den genannten unter weiterer Rangiergleise an verschiedenen andern sich begrabend, welcher kurz darauf eine Leiche war. Punkten. bezins Elberfeld: Erweite= Altena, 7. Jan.(Ein Falschmünzer) ist Eisenbahndirektione= H e zt Borhalle, Walschenen= gestern von der Kriminalpolizei verhaftet worden. rung der Bahnhöfe Heroeue=Horqhuur, Wctsch:# In seiner Wohnung fand man Givsformen für mest und PBlettenbers, Try; Auladen Holzwichede Jaggt“u unt den Juyrerzahlen 1012 und “ Barmen=Wichlinghausen, Herstellung vo 150 sowie auch, Schmelztiegel und Lcfsel. Der Ver. lagen in etez(senkirweiterung der Bahnhöfe in Duisburg, Gelsenkirweitergoo e....) Zinsen, ferner Versteaumg ihnen zur Eaie argeben. Unter andern, befiundet rung Exweitenung der Gleisanla= In seiner Wohnung fand man Gipsformen fur Pinnentuoc, Nahetal, Orladen, Holgpigche Zweinansftücke mid den Aahress haftete namens Wortmann hat mit dem kürzlich verhafteten Falschmünzer Roeder in Verbindung gestanden. Die Geliebte des Wortmann, die gleichfalls verhaftet wurde, hat eingestanden, daß beide gemeinschaftlich Falschstücke in den Verkehr gebracht haben. Lieferun auswärtt #usi! Eismeer an. Diese Expedition sollte nur eine vorsehen, deven 9 gpos die Ersgrschung des Eismeeres nördlich Astens und der fast unbekannten esch e laece echecs ehce worden, und auch Nansen und andere Forscher haben hier bedeutsame Forschungen angestellt, aber noch zahlose Rätsel ungelöft, elosien#in Schleier Schröder=Stranz endgutteg#zz.# Der Herzog Ernst, das Schiff der Vorexpedition, ist ein als überaus sicher und zweckmäßig geltender Zweimaster mit 40pferdigem Petroleummotor. Bei einer Länge von 6 Metern faßt das Schiff 61 Tonnen. An Bord befinden sich außer dem Expeditionsleiter Leutnant Schröder=Stranz als Schiffs führer Kapitän Ritschel, der der kaiserlichen Marine als Oberleutnant z. S. und danach der Hamburg=Amerika=Linie als Kapitän angehört und auch als Flieger auf dem Fokker=Eindecker die Aufn München als Geologe, Dr. Rüd'ger für Ozenanographie, Dr. Detmers als Zoologe und der BoDr. Möser. Außerdem begleiteten die Vorexpedition Marinemaler Rave, Monteur Eberhard Expedition, Dr. Kohl, kehrte im Sepiengexgegfie nach Deutschland zurück. Die von den Teilnehmern liefen am 26. August v. Is. ein. Danach war der Hapag=Dampfer Viktoria= Luise in der Magdalenenbai dem Expeditionsschiff begegnet. Leutnant Schröder=Stranz teilte mit, 5 er de resn gag pözbrche— Siemeer bedingten unter ungünstigen Eisverhältnissen und viel gelitten, aber schon wichtige Erfahrungen für Die in den ersen Melbungen erwähnte funsentelegraphische Station auf Spitzbergen liegt hart an der Adventbai. Sie wurde im Winter 1910=11 von der Gesellschaft für drahtlose Telegraphie errichtet und ist für den direkten Verkehr mit Hammerfest bestimmt. Dort wurde dann auch von Kapitän Nit'che die Meldung gemacht, daß die ExpeLitionsteilnehmer nur noch beber gegzitzegähge,# stens einen Monat hätten. Der Sazifgsfuhrer der Hauptexpedition. die erst im nächsten Vr.#och dem Norden aufbrechen soll, ist der Kapitän Waldemar Berg. der dem Mitarbeiter des Berliner Lokalanzeigers folgende Mitteilungen machte:„Nach den bisher vorliegenden telegraphischen Meldungen vermag ich mir kein Bild über die Ursachen zu machen, die zu der bedrängten Lage der Vorexpeditien geführt haben. Die Leute sind mit allem verstell= und Ueberholungsgleisen in Rheydt(KnotenEisenbahndirektionsbezirl Münster: Erweiterung der Bahnhöfe Lemförde, Drentwede, Rothenburg, Lauenbrück, Drebber, Twistringen, OppersMit Rücksicht auf das durch erhöhte Lebensmitz Altendorf a. 5. Ruhr, 7. Jam.(Der Schal ungewöhnlich gesteigerte Unterstützungs= in der Truhe.) Eine große Ueberraschung nis der Beamten schlägt der Nachtragsetat wurde der Familie Schulte=Holtey durch Auffinbobirfns der Bon=Zerschetung, der Untersäüte bung eines Minzenshazes in werte von 15 Dis ungsforderungen vor,„Auch der neue Etat wird, in 3gg00 Mark bereitet. Eine alte Truhe, welche bis osten eer Seite gegeben. Unter andern befindet sich in ihren Reihen ein norwegischer Eisfahrer, Erpägt man alle diese Momente, so verscht man kann: Die Zosgprästign Das achf, das bei Voraussetzung, daß lich ,n da. Frieig Fegnungssahr zens in alten,„Gutshup, 9z emsterng chiet grn#o s. Sommer 191“ ntreren., Das So urchfahrt ungsbedürfnis noch bis in das neue virumangengor den Einzug in das neue Haus mivmachte und vor Frtgrsch der nordwestlichen Durchanz zird weitere Summen anfondern. So##ctwa 5 Jahren aus den Wohnräumen auf den Sölder erforschung der vttsche gaut, damit l erstrecken wird, weitere Summen aufondern, So etwa 5 Jahren aus den Wohnräumen auf den Sölverwandt werden soll, wird jetzt, er't Zztgntgpricht, für die Bergverwattung 30 000 ler geschafft wurde, sollte von einem Schreineres allen Erfahrungen der jüngsten Zeit entspricht, wer„ Eie Justizvevwairung 220 000 Mr., für die meister ausgebessert werden. Dabei stieß man auf tung 2100000 Mk.(von letztever einen doppelten Boden, der E ten. Sämiliche Forderungen sind aus dem Ausgleichsfonds der Eisenbahnverwaltung zu bestreiten, der gegenwärtig einen Bestand von 203 899 000 Mk. aufweist. so wohlerhalten, als ob sie erst gestern die Münze verlassen hätten. Wahrscheinlich sind sie vor 100 Jahren vom Ur= und Großvater des jetzigen Besitzers vor den Kriegsvölkern versteckt worden. Mk., für die Justizverwaltung 220 000 Mk., für die meister ausgebessert werden. Dabei stieß man auf Eisenbahnverwalrung 2100000 Mk.(von letzterer einen doppelten Boden, der Gold= und SilbermünSumme 2094000 Mk. für Teuevungsgulagen an zen in großer Zahl enthielt; an die 700 Stück wa###an Beamte auszusetzen) und 700000 Mk. als Zuschuß ren es, mit den Jahreszahlen 1729—1812, von IV sostgldomgtratiicer für außerordentliche Dienstleistungen infolge der Louis 15. und 16., Maria Theresia=Taler, MaxiN. soztalbemotratise?(Betriebsschwierigkeiten im Herbst 1912, die ganz milian= und Napoleon=Münzen aus dem ersten Dagssbapton wesentliche Mehrleistungen vom Personal erfonder= Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, dabei blank und seitrag. s Sämtliche Forderungen sind aus dem Aus= so wohlerhalten, als ob sie erst gestern die Münze Zweiter Tag. Berlin, 7. Januar. In der Vormittagssitzung wurde die Debatte über die Landarbeiterfrage forlgesetzt, Sischeshe e e aes ser esche elscele s Amisvorseher durch frei gersgterot n# birgee meister. Dann trat man in die veratung des wichtigsten Verhandlungsgegenstandes:„Die bevorstehenden Landtagswahren und der Wahlrechtskampf in Preußen“ ein. Westfalen=Rheinland. Vermischtes. Derne, 7. Jan.(Ein schwerer Junge) wurde hier in der Person des Schneidergesellen B. Pelster festgenommen. Bei der Visitation fand man außer vielen Pfandscheinen, auf die Uhren und Kleider versetzt waren, zwei Sparkassenbücher über Einlagen von insgesamt 4000 und etliche Mark. mpf in Preußen“ ein.... die augenscheinlich gestohlen waren. Pelster wollte Zu der bereits veröffentlichten desolution der die Bücher in Burgsteinfurt in einem StraßenLandeskommission, die ein selbständiges Vorgehen graben„gefunden" haben. Durch Nachfrage wurde sollte darüber vernommen werden, daß der in den Urwahibezirken fordert un e Verpflschtung jiedach bald festgestellt, daß die Bücher bei einem seinerzeit einmal der„D. N. 3: über den Erfolg bei den Ahgeordnetegpahlen von der Pez##enda aude. gäusteg##, einer in Schwerin angesetzten Premiere, den Beider Gegenseitigreit avhangig macht, sind verschie“ vor einer Woche in Ochtrup, Bezirk Arumsee, fall, den der Verfasser errungen usw., berichtet dene Ergänzungs= und Gegenanträg eing Wagde, abten Einbnuch aus einer Villa geraubt waren. Zu hobe, während die Premiere zutjächlich erst 8 Tage ven denen besen, Deser piüre ein vut sechjändige derselben Zeit war dout ein Staßeruch benibts spoäter sathgefunden habe. Der Zeuge entährt—(Strafe wegen Zeugnisverweigerung.) Wegen einer Zeugnisverweigerung wurde gestern der Redakteur der„Deutschen Montagszeitung", Walter Steinthal, von der 145. Abteilung des Schöffengerichts Berlin=Mitte in eine Geldstrafe von 50 Mark genommen. Herr St. war als Zeuge in einer Privatklage vorgeladen worden, die der Dramaturg und Schriftsteller Dr. Herbert Hirschberg gegen den verantwortlichen Redakteur der„Großen Glocke“ angestrengt hatte. Der Zeuge joun varüber vernommen werden, daß der Kläger Wahlmännerwahlen, aber der Parteileitung die worden, wobei der Geschädigt Hand frei lassen, auch schon bei den Urwahlen in hatte. Die Beschreibung des Täters poßzt auf Pelstützen. Landtagsabg. Paul Hirsch=Berlin spricht ster. Er bequemte sich denn auch für die Resolution der Landeskommission. Den Leugnen zu einem Geständnis. P. hat sich vom 9. preußischen Nationalliberalen wirft er vor, daß sie„z, 21. Lebensjahre in einer Erziehungsanstalt benoch, 1P10 im Lon) ausgesgrochen Hätentreite und 44t zm 96. Labenstachere. geheime Wahkrecht ausgesprochen hatten. Er ex= funden und steht### im 25. Lebensjahre. kenne an, daß die Fortschrittler in den letzten Jahren sich mannhaft für das Reichstagswahlrecht rer eingesetzt hätten. Redner bekämpft entschieden die von Kurt Eisner und Eduard Bernstein aufgestellte Forderung. in aussichtslosen Wahlkreisen schon bei den Urwah aber, er halte es nicht für statthaft, daß er Chefredakteur einer Zeitung über den Privatpläger, der zur kritischen Zeit von ihm als Feuilletonredakteur angestellt gewesen sei, das von ihm verlangte Zeugnis ablege, es sei denn, daß ihn der Vertreter des nicht anwesenden Privatklägers von der nach seiner Meinung ihm obliegenden Pflicht zur Verschwiegenheit entbinde. Da letzteres nicht der Fall war, und der Zeuge den ablehnenden Standpunkt beibehielt, verhängte der Gerichtshof über ihn eine Ordnungsstrafe von 50 Mark. Die Horstmar, 7. Jan.(Zu einer schweren Schlägerei) kam es in der Wirtschaft K. hier. urfacht durch Schläge mit einem Stuhl und einem Sache selbst wurde zwecks weiterer Beweiserhebung u auschtzlosen Pechstreisen shon dei ben ürpgz, Zestungshalter de Burg;„Pgherthepugg.#5#erog.. Stctactaat 8. len für liberale Wahlmanner einzutreten, um die Unterbringung ins Krankenhaus erse..—]—(Her Staatsanwalt PoppenRechte zu schwächen. Die Forderung müsse auch Erhebliche Verletzungen trugen außerdem die Ar#.4) in Greifewald, der bekanntlich das im Naden Frecsinnigen gegenüber lauten: Ohne Gegen= beiter Karl Duwe und Hermann Roggisch davon. men des Königs gefällte Urteil eines SchöffengeHeitigkeit keine Unterstützung! Wenn die Freisin= Wambelerholz, 7. Jun.(Der Steinträger gerichts in offenem Gerichtssaale als einen„Hohn Sozialdemokrate chnen dach Hüfe muteil Emil Wolf), wurde gestern fesigenommer, Er auf die Rechtsprechung Pezeichast. hate, ist nach Sostatenstutg(pen zutz buse Auteit, verden)“v. Banhelerhpohz von Ho, sprzg um Gad. Preslau berseht woagen. Er ist ahe aigerischeinseh asen wurde ome Ergenteitung, gin, bürden be Bug in Zux vie Kmeisenden Wetaltanho Ven=sdie Twrage Rhmut gsthesten. S sich sehr täuschen, Ein derartiges#####pis sei für beträge für v soonnimem mmmmachelter in Sen= um Treupe ut *—(Schiffszusammenstöf im Kieler Hafen. Wie schon kurz gemeldet, ereignete heute im Kieler Außenhafen auf der Höhe vom Friedrichsorter Leuchtturm eine schwere Kollision zwischen dem kleinen deutschen Kreuzer„Straßburg und dem dänischen Handelsdampfer„Christian.“. Beide Schiffe wurden bei der Kollision erheblich beschädigt. Drei Mann der Besatzung des kleinen Kreuzers wurden verletzt. Der Dampfer„Christian.“ hatte im Kieler Handelshafen Kohlen gelöscht und wollte den Hafen zur Heimreise verlassen. In dem dichten Nebel bemerkte der Kapitän den kleinen deutschen Kreuzer„Straßburg", der von einer Uebung in den Hafen zurückkehrte erst so spät, daß er ihm nicht mehr ausweichen konnte und ihn am Bug rammte. Der Zusammenprall war so heftig, daß die Abteilungen 13 und 14 des Vorderschiffes voll Wasser liefen. Drei Matro“ sich in den beschädigten Al Natrosen, die sich in Abteilungen oefunden hatten, wurden verletzt. Sie erlitten alle bt Bm— F W Pehalt“ drei Quetichwunden. Während zwei mit verhältnismäßig leichten Verletzungen davonkamen, wurde einer ziemlich schwer verletzt. Die„Straßburg" suchte sofort den Innenhafen auf und machte dort an ihrer Boje fest. Die drei verletzten Matrosen wurden darauf ans Land gebracht und in das Hafenkrankenhaus in Kiel Wik übergeführt. Der Handelsdampfer liegt mitten im Außenhafen. Die Beschädigungen des Kreuzers sind ziemlich bedeutender Natur und werden eine umfangreiche Reparatur erfordern. Der dänische Dampfer hat bisher jede Hilfe abgelehnt, da er sich mit eigener Kraft über Wasser halten kann. Der Kapitän will erst Instruktionen von seiner Reederei abwarten. Mannschaften des Dampfers wurden nicht verletzt. Der geschützte Kreuzer„Straßburg" zählt zu den neuesten Bauten dieser Schiffsgattung. Er wurde im Jahre 1911 erbaut und erst im Herbst vorigen Jahres in Dienst gestellt. Er hat ein Deplacement von 4550 Tonnen und eine Besatzung von 875 Mann. Die Geschwindigkeit beträgt etwa 28 Knoten. Der Dampfer„Christian.“ gehört der Vereinigten Dampfschiffahrtsgesellschaft in Kopenhagen. Mainz, 6. Jan.(Blutiger Zusammen. stoß zwischen Kanonieren und Zivilisten.) Bei einer Tanzbelustigung im Stadtteil Mainz=Mombach kam es zwischen drei Kanonieren der Bespannungsabteilung des dritten Brandenburgischen Fußartillerieregiments Generalfeldzeugmeister Nr. 3 und Zivilisten wiederholt zu Streitigkeiten, die sich auf der Straße fortsetzten. Die Kanoniere zogen blank, während von den Zivilisten geschossen wurde. Der Kanonier Schmelzer wurde in die Brust getroffen und starb kurz darauf. Eine größere Anzahl der Beteiligten wurde festgenommen, aber bis auf 7 Personen wieder freigelassen. Als Täter kommen in Betracht der 18jährige Niemann und der 22 Jahre alte verheiratete Strauß aus Mombach. Ein unbeteiligter Arbeiter aus Budenheim wurde durch einen Säbelhieb über den Kopf schwer verletzt. —(Zur Warnung für Zeugen), die auben, bei Berechnung von Zeugengebühren die erichtskasse übervorteilen zu können, möge folger der Betrugsfall in Berlin dienen. Der Maurer Diedersich war als Zeuge in einer Strafsache vorgeladen; als er nach der Gerichtskasse ging, um seine Zeugengebühren zu erheben, gab er als Grundlage der Berechnung an, daß er Maurerpolier sei und in Arbeit stehe. Daraufhin wurden ihm 4 Mk. als Zeugengebühren bewilligt. Später wurde bekannt, daß seine Angaben falsch waren und er zurzeit seiner Zeugenvernehmung überhaupt keine Arbeit gehabt habe. Die Anklage wegen Betruges war die Folge. Da der Angeklagte schon mehrere Vorstrafen wegen Betruges erlitten hat, so verurteilte ihn der Gerichtshof zu 6 Monaten Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust. —(Selbstmord eines Einjährigen.) In seiner Wohnung in der Sophie=Charlottestraße zu Charlottenburg erschoß sich vorgestern der Einjährig=Freiwillige Ernst Kelch, der bei der 11. Kompagnie des Königin=Elisabeth=Garde=Grenadier=Regiments sein Jahr abdiente. Kelch hatte sich vor einigen Tagen krank gemeldet und war auch revierkrank geschrieben worden, d. h. er brauchte keinen Dienst zu tun, durfte aber seine Wohnung nicht verlassen. Ungeachtet dieses strengen Verbots ging Kelch aber doch aus und wurde bei einer unerwarteten Revision nicht daheim gefunden. Aus Furcht vor der Strafe, die er infolge seines Ungehorsams sicher zu gewärtigen gehabt hätte, hat der Einjährige dann zum Revolver gegriffen und seinem Leben freiwillig ein Ende bereitet. Zum Säbelduell zwischen dem Präsidenten des ungarischen Abgeordnetenhauses Grafen Stefan Tisza und dem Oppositionsführer Grafen Michael Karolyi: Graf Karolyi(1) und sein Sekundant, Graf Pallavicini(2) begeben sich zum Duell. Die wütenden parlamentarischen Kämpfe des vorigen Jahres im ungarischen Parlament hatten auch eine große Zahl von persönlichen Feindschaften gezeitigt. Am bittersten war die Fehde zwischen dem Präsidenten des ungarischen Abgeordnetenhauses Grafen Stefan Tisza und dem Oppositionsführer Grafen Michael Karolyi ausgebrochen, die jetzt sogar zu einem Säbelduell geführt hat. Im Nationalkasino in Budapest hatte Graf Karolyi die Erwiderung eines Grußes abgelehnt, den ihm Graf Tisza geboten hatte. Das war der Grund eines Säbelduells, das unter schweren Bedingungen ausgefochten wurde. Graf Karolyi erhielt einen Säbelhieb über den rechten Arm, der ihn kampfunfähig machte.. Die Gegner schieden unversönht. Auf unserem Bilde sehen wir, wie sich Graf Karolyi mit seinem Sekundanten Markgraf Pallavicini zum Duell begibt. Langenöls, 6. Jan.(Eine Jalschmün.] Wüsthoff und Schäfer in Effen gehörend, ist zum rweristat#:.: einer Ganzs#chuno die! Preise von vund 58000 Man an den.l. zerwertstarte. wer einer Haussuchung, die) Pleise von rund 60 000 Mart an den Holzhändler infolge einer anonymen Anzeige in der Werkstatt Heinrich Specht hierselbst verkauft worden. des Tischlers Ludwig vorgenommen wurde, wurde im Keller eine Kiste mit Falschmünzerwerkzeugen und einem Päckchen mit hundert salschen Hundertmarkscheinen gefunden. Ludwig wurde verhaftet und in das Gefängnis in Görlitz eingeliefert. Er ist ein Bruder des vor Monatsfrist wegen Herstellung falscher Hundertmarkscheine verurteilten Gefangenenaufsehers Ludwig aus Görlitz. —(Fallschirm und Kriegsdrachen.) Mit der angeblichen Gründung eines neuen Flugplatzes operiert der Flugtechniker Paul Meckel aus Oberschöneweide, der gestern aus der Untersuchungshaft der 4. Strafkammer des Landgerichts 2 Berlin vorgeführt wurde, um sich wegen Betruges zu verantworten. Der Angeklagte ist vor etwa zwei Jahren wegen eines ganz ähnlichen Schwindels mit einer längeren Gefangnisstrafe bestraft worden, die er erst im Februar v. J. verbüßt hatte. Sofort nach seiner Entlassung aus der Strafanstalt inszenierte er einen neuen Schwindel. Er ließ sich zuerst schöne Briefbogen drucken, auf denen er sich als„Pilot und Fluglehrer" ausgab. Sodann erließ er Inserate, in denen er kautionsfähigen Leuten Lebensstellung anbot. Den sich meldenden Personen, die allen möglichen Berufszweigen angehörten, gab er sich als Geschäftsführer der„Flugplatzgesellschaft Colm bei Potsdam“ aus und ließ allerlei geheimnisvolle Andeutungen über einen von ihm erfundenen Kriegsdrachen fallen, für den angeblich die Heeresverwaltung großes Interesse habe. Unter diesen Vorspiegelungen nahm er den Bewerbern dann größere Beträge ab. Da der Angeklagte nach dem Gutachten des Medizinalrats Dr. Hoffmann ein kranker Mensch ist, der von einer Art Erfinderwahn befallen ist, erkannte das Gericht nur auf 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung von 4 Monaten der Untersuchungshaft. Gleichzeitig wurde der Angeklagte auf freien Fuß gesetzt. —(Wieder das Gespensterluftchiff.) Der„fliegende Holländer“ ist wieder einmal in England, und zwar dieses Mal über Dover, erschienen: Am sonnabend in aller Frühe hat man ein gewaltiges Luftschiff über die Hafenstadt dahinfliegen sehen. Ein städtischer Beamter namens John Hobbs ist einer der vielen Zeugen, die das geheimnisvolle Schiff gegen fünf Uhr über die Stadt weg fliegen sahen. Er erklärte vorgestern, daß seine Aufmerksamkeit zuerst durch den Lärm des oder der Motoren himmelwärts gelenkt worden sei. Das Luftschiff fuhr mit riesiger Geschwindigkeit. Es kam von der Soe her. Langley, ein Ladenbesitzer, und Pierre, ein Konstabler, sind andere Augenzeugen. Sie geben indessen zu, daß es zu dunkel war, um das Luftschiff selbst wahrzunehmen. Sie sahen ein mit großer Schnelligkeit dahinfahrendes Licht und hörten die Motoren. Sachverständige wollen wissen, daß nur ein mit sehr starken Motoren ausgerüstetes Flugzeug den zurzeit herrschenden Wind bekämpfen konnte, und solche Motoren konnte keine Flugmaschine, sondern nur ein Luftschiff führen. Halle a.., 6. Jan.(Verhaftung eines Baumeisters.) Der Baumeister und Architekt William Pfeiffer, eine stadtbekannte Persönlichkeit, wurde gleichzeitig mit seinem ehemaligen Buchhalter verhaftet. Der Verhaftung liegt folgende Vorgeschichte zugrunde: Baumeister Pfeiffer hatte in einer Mädchenkneipe„Zum kühlen Brunnen“, die einem Herrn Becker gehörte, einen Herrn Bandersch kennen gelernt, der seinem Auftreten nach sehr reich sein mußte, und von dem auch heute noch behauptet wird, daß sein Vermögen einige hunderttausend Mark betrage. Bandersch fand an Becker Gefallen.„Durch die Hilfe Bandersch wurde dem Becker Lieblin Bander Flugzeugbau glückte aber nicht, und Bandersch Gefallen. Durch die Hilfe Bandersch wurde dem becker ermöglicht, die Kneipe aufzugeben und seinen „ngsplan, den Flugmaschinenbau, auszuführen. Jundersch wurde stiller Teilhaber des Becker; der mußte viel Geld herausrücken. Als Bandersch schon viele Tausende an Becker gegeben hatte, trat eines Tages der Baumeister Pfeiffer mit einer Forderung von 25000 Mark an Bandersch heran mit der Behaupaung, dies sei eine Forderung an Becker, für die Bandersch Bürgschaft übernommen hätte. Bandersch bestritt die Forderung. Es kam zu einem langwierigen Prozeß, in dem der Buchhalter des Pfeiffer auf Veranlassung seines Brotgebers hin eidlich aussagte, Pfeiffer habe dem Becker wirklich Werte im Betrage von 25000 Mark übermittelt. Vor kurzem überwarf sich der Baumeister mit seinem Buchhalter und entließ ihn. Der Buchhalter trat nun an die Oeffentlichkeit mit der Erklärung, die Forderung Pfeiffers an Becker sei ein aufgelegter Schwinder. Daraufhin wurde Pfeiffer wegen des Verdachts der Verleitung zum Meineide und der Buchhalter wegen des Verdachts der Abgabe einer wissentlich falschen Versicherung verhaftet. aris, 7. Jan.(Zu der Explosion) an D Bord des Linienschiffes Masséna auf der Reede von Vignettes werden heute folgende Einzelheiten gemeldet: Der Unfall ereignete sich gegen.48 Uhr nachmittags. Von dem durch durch die Explosion des Dampfsammlers ausströmenden überhitzten Dampfe wurden die in den betreffenden Kesselräumen befindlichen Leute, ein Quartiermeister und sieben Heizer und Maschinisten, ganz verbrüht und auf der Stelle getötet. Ein Unteroffizier, der sich während der Explosion in einem Nebenraum befand und seinen Kollegen zu Hilfe eilen wollte, wurde durch den eingeatmeten heißen Dampf innerlich verbrannt; sein Zustand ist hoffnungslos. Die Ursache des Unglücks konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Die Rohrleitungen der Masséna sind vor etwa zwei Jahren erneuert worden und sollen sich in sehr gutem Zustande befunden haben. Braunschweig, 7. Jan.(Der flüchtige Bankbetrüger Weber,) der, wie gemeldet, in Gemeinschaft mit dem Bankbeamten Aurbach das Bankhaus Gebr. Löbbecke um 450000 Mark schädigte, ist in Ofenpest festgenommen worden, wo er sich unter dem Namen Kaufmann Färber aus Wien aufhielt. —(Ein neuer Einbrechertrick.) Die Liverpool Daily Post berichtet: Ein paar Tage vor Weihnachten fand ein jung verheiratetes Paar, das eben von der Hochzeitsreise zurückgekehrt war und die zahlreichen, zum Teil sehr wertvollen Hochzeitsgeschenke nach dem neuen Hause gebracht hatte, im Briefkasten zwei Theaterbillette. Kein Schreiben begleitete die freundliche Gabe, aber die Empfänger nahmen sie trotzdem dankbar an und gingen des Abends ins Theater. Wie groß war aber ihr Schrecken, als sie dann nach Hause kamen und sahen, daß während ihrer Abwesenheit das Haus nach allen Regeln der Kunst ausgeplündert war. Von den schönen Hochzeitsgeschenken war keine Spur mehr zu sehen. —(Ein Operettensänger, der vom Tode auferstand.) Im Stadttheater zu Brünn ereignete sich, wie uns aus Wien geschrieben wird, vor einigen Tagen ein ungwöhnlich scherzhafter Vorfall, der für den Betroffenen recht angenehme Folgen hatte. Der dortige Operettensänger, Robert., war von der Direktion des Theaters wenig beschäftigt worden und machte darüber öfter ungehaltene Bemerkungen seinen Kollegen gegenüber. Vor einigen Tagen erschien nun in einer Zeitung zu Brünn folgende Todesanzeige: Erfroren. Die Mitglieder des Brünner Stadttheaters geben hiermit die traurige Nachricht von dem Hinscheiden ihres lieben Kollegen Robert., der durch mehrmaliges empfindliches Kaltgestelltwerden von Seiten der Direktion künstlerisch erfroren und sanft verschieden ist. Ehre seinem Andenken Um stilles Beileid wird gebeten. Die Mitglieder des Brünner Stadttheaters. Am nächsten Morgen, als die Zeitung erschten, wurde sie sowohl dem„Erfrorenen" als auch der Direktion des Theaters zugestellt und in beiden Zeitungen war das betreffende Inserat blau angestrichen worden. Natürlich erregte dieser Vorfall die größte Heiterkeit auf allen Seiten. Die Direktion des Stadttheaters. die wohl eingesehen haben mag, daß sie den trefflichen Schauspieler zu Unrecht so. wenig beschäftigt habe, änderte ihr Verhalten von diesem Tage an völlig und schon am nächsten Abend prangte der Name des Operettenkomikers wieder auf dem Theaterzettel unter den Hauptdarstellern. Ein in vornehmster Aufmachung gehaltenes Ka. barett wird demnächst hier seine Pforten öffnen. Dortmund wird somit um eine weitere Großstadteinrichtung bereichert werden. Dem Mitbesitzer der Krügerpassage am Westenhellweg, Herrn Kaufmann Gustav Krüger, ist nämlich vom Magistrat die sogenannte kleine Theaterkonzession, sowie die Berechtigung zum Ausschank von Getränken aller Art in einem in dem Passagenbau vorgesehenen Saale erteilt worden. Der Theaterraum, der mit den neuesten und bewärtesten Einrichtungen versehen wird, gewährt 200 Personen an Tischen bequemen Raum. Sonderbare Stadtverordnete. Nachdem schon vor einiger Zeit ein Stadtverordneter wegen beträchtlicher Steuerhinterziehung zur Verantwortung gezogen worden ist, liegt jetzt ein neuer derartiger Fall vor. Ein Kaufmann und Stadtverordneter wurde der Hinterziehung von ganz bedeutenden Steuersummen überführt und hat infolgedessen 18000 Mark Steuern freiwillig nachbezahlt. Die Hinterziehungen wurden bei einer Revision seiner Geschäftsbücher, die die wegen seiner niedrigen Einschätzungen mißtrauisch gewordene Steuerbehörde vornehmen ließ, aufgedeckt. Sie erstrecken sich über die letzten zehn Jahre; weiter zurückzugreifen, gestattet das Gesetz nicht. Da der Stadtverordnete bei der Revision die Hinter. ziehungen sofort selbst zugab, sah die Steuerbehörde von einer strafrechtlichen Verfolgung des Falles ab. Kunst und Wissenschaft. Eugen'Alberts dreiaktige Oper Liebesketten ging in Dresden dieser Tage zum ersten Male in Szene. Von den üblichen Premieren=Ovationen am Schlusse abgesehen, die in den stürmischen Hervorrufen Schuchs und des Komponisten gipfelten. gab es nach dem ersten Akt die stärksten Beifallskundgebungen. Offenbar erwartete das Publikum eine Steigerung der Eindrücke, die sich alsdann nicht einstellt. Vom Schlußakt kann man überhaupt nicht wohl anders sagen, als daß er geradezu abfällt. Rudolf Lothar, der Librettist, hat diesmal viel flüchtiger gearbeitet als in seinem Tiefland=Text. Dessen Stärke ruht gewiß nicht in der psychologischen Motivierung der Handlung in der Darstellung von Charakteren usw., aber er ist wenigstens auf eine glaubhafte Bühnenwirkung zugeschnitten. In seinen„Liebesketten“ aber ist so ziemlich alles„Theater“. Auch nicht eine der Gestalten, die die Oper tragen, vermag uns stärker zu interessieren, weder der Held, der seiner verabschiedeten Geliebten entgegenruft:„Hab' eine von euch zum Weib ich begehrt?“, noch Marion, die Heldin, mit der er die Ehe brach, noch Sadika, das„Mädchen aus der Fremde“, das sein Herz gewann, und so ziehen schließlich die Vorgänge an dem Zuschauer vorüber, ohne ihn irgenwie stärker zu berühren. Als des betrogenen Gatten tödlicher Schlag am Schlusse statt des Ehebrechers die unschuldige Sadika trifft, wird man durchaus nicht von dem Milgefühl bewegt, das deren Sterbeszene dann beabsichtigtermaßen erwecken soll. Die Musik 'Alberts zeigt nun von neuem, daß dessen Stärke in einem großen Geschick beruht, Rezitative mit ariosoantigen Teilen und Sätzen zu einer Art von musikalischem Untermalen dramatisch bewegter Szenen zu verbinden. Auf diesem Trick beruht die Wirkung seiner besten Tieflandszenen; ihm dankt er es, daß ihm auch in den Liebesketten der dramatische Atem nicht ausgeht. Daß es dabei bereits ohne gewisse Manirlertheiten zu der Harmonik und Rhythmik sowie in der Orchestration nicht abgeht, läßt sich freilich auch nicht übersehen. Aber etwas Schwung, ein keckes Herausheben der recht banal. Einen Fortschritt bedeutet die Partitur der Liebesketten also nicht. Die Hauptpartien lagen hier in den Händen der Damen Forti und v. d. Osten, welch letztere vielleicht gerade für die lyrische Partie der Sadika nicht ganz am Platze war, und des Herrn Vogelstrom. Kleinere, aber wichtige Rollen hatten Fräulein Tervani und die Herren Zador und Trede inne. Der Schlüssel von Adrlanopel— in Berlin. Der Neujahrswunsch des Operndirektors. Direktor Gregor von der Winer Hofoper hat eine originelle Form für seine direktorialen Neujahrswünsche gefunden. Um den zeitraubenden Neujahrsgratulationen des Ensembles zu entgehen, erließ er schon drei Tage vor Neujahr am schwarzen Brett der Oper eine seiner Verordnungen, die ihn in Wien ungefähr so populär gemacht haben wie Herrn v. Jagow seine Polizeidekrete in Berlin. Sein Neujahrsbefehl hieß: „Ich nehmean, daß mir die Mitglieder der Hofoper zu Neujahr gratulieren werden. Ich danke ihnen allen dafür und erwidere ihre Glückwünsche aufs herzlichste!" Dann setzte er sich in den=Zug und fuhr nach Berlin. Nicht nur Bücher, sondern auch Festungsschlüfsel haben ihre Schicksale. So befindet sich der Schlüssel der Festung Adrianopel, um die so heiß gekämpft wurde, datsächlich in Berlin. In der Berliner Ruhmeshalle hängt nämlich ein 35 Zentimeter langer Schlüssel, der einst das Tor der türkischen Festung erschlossen hat. Als nämlich im Jahre 1829 der russische Feldherr Drebitsch=Subal= kanski Adrianopel belagerte, befanden sich in seinem Heere viele preußische Offiziere, und sie nahmen an der Erorberung der Stadt(am 20. August 1829) —(Eine Zeitschriftgründung mit 76 Mark Kapital.) Die Herausgeber der Zeitschrift„Kulturstimmen“, Halbmonatsschrift für Kunst, Literatur und Ethik, in Halle a.., der Schriftsteller Otto Erich Ackermann und der erst 19 Jahre alte Schriftsteller Hermann Lange, wurden vom Halleschen Schöffengericht zu vier bezw. zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Sie hatten die Zeitschrift, die auch sehr schnell wieder ihr Erscheinen einstellte, mit einem Kapital von 76 Mark gegründet, Kontovisten, Kassenboten und Schreibmaschinendamen engagiert und von den von diesen gestellten Kautionen die Kosten der Zeitschrift bestritten. Worüber man sich in Dortmund den Kopf zerbricht. Aus Stadtverordnetenkreisen wird uns geschrieben:„Die bürgerlichen Stadtverordneten sind sehr neugierig, ob ihre sozialdemokratischen Kollegen heute Abend an dem Verbrüderungsfeste teilnehmen. Bisher ist es noch nicht recht gelungen, die Herren Sozialdemokraten zu einem gemeinsamen Nachtrunk heranzuziehen. Einmal zwar hat man sie mit in den Ratskeller zu bringen verstanden, und sie haben sich dort auch an dem üblichen Nachtrunk beteiligt, sogar— mit in der Reihe gesessen und sich offenbar— ganz— wohl gefühlt. Aber— „wenn Du glaubst, Du hast'en, dann springt er aus dem Kasten" heißt es in dem alten Volksliede, und das nächste Mal blieben die Herren Sozialdemokraten doch wieder fort. Ob es ihnen nun doch nicht gefiel, oder ob sie, ähnlich wie die hessischen Hofgänger Verdrießlichkeiten durch ihre Parteigänger befürchteten, sei dahingestellt.“ Die Tagung des alten Bergarbeiter=Verbandes. Der alte Bergarbeiter=Verband hält seine diesjährige Generalversammlung Ende April in Hannover ab. Den Vorstandsbericht wird Reichstagsabgeordneter Sachse erstatten. Verbandsbeamter Robert Witt spricht über die Lohnbewegungen, Verbandsbeamter Heinrich Löffler über die Massenunglücke im Bergbau und Verbandsbeamter Max Gärtner über den Dresdener Gewerkschaftskongreß. Redakteur Otto Hue hat einen Vortrag über Konzentration, Syndikatspolitik und Verstaatlichungsfrage im Bergbau angemeldet. Die Verhandlungen des Verbandstages, die voraussichtlich eine Woche dauern werden, beginnen am 27. April. Die städtischen Seefischkochkurse werden Dienstag, 14. Januar beginnen. Frauen und Mädchen aus der Bürgerschaft##die an diesen unentgeltlichen Kursen sich zu beteiligen vorhaben, werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Listen heute, Mittwoch nachmittag 4 Uhr geschlossen werden. Bis dahin werden Anmeldungen im Stadthaus, Bureau 1, Zimmer 71, angenommen. Bestohlene Kinder. Am vergangenen Sonnabend nachmittag gegen ½4 Uhr wurde einem 10jährigen Schüler, der sich in Begleitung seines 9jährigen Bruders befand, in der Nähe des Stadttheaters von einem Unbekannten, der den beiden Kindern schon längere Zeit gefolgt war, ein Portemonnaie mit 8 Mark Inhalt aus der Hand gerissen. Der Täter, welcher in ein Lokal an der Wißstraße flüchtete, aber dort nicht ausfindig gemacht werden konrte, wird als ein dem Arbeiterstande angehöriger, etwa 20 Jahre alter Mensch geschildert. Ueberfallen wurde am Sonntag Abend in der Eberstraße der Aufschläger Hugo Wahlmann, Obereving, Westfaliastraße 14, zu Boden geschlagen und seines Ueberziehers und Rockes beraubt. Die Täter sind unbekannt. Rechtsschutzstelle für Frauen. Totale Nachrichten. Dortmund, 8. Januar. Dortmunder Gedenktage. 1734, 8. Jan.: Die Stadt erhält eine Aufforderung, ihr Kontingent zu den niederrheinisch=westf. Regimentern zu stellen.(Poln. Erdfolgekrieg. Dortmund stellte dazu 70 Mann und zwei Trommler, die 1735 wieder zurückkamen.) Gegensätze und eine kluge Berechnung der Steigerungen hilft'Albert immer wieder über tote Pun* biPunlle hinweg. Man kann nicht anders sagen, ein musikdramatischer Routinier, der noch viel stärkere Erfolge haben würde, wenn er nur etwas mehr Erfindung hätte. In den Liebesketten fließt sie noch spärlicher als in Tiefland, und wo sie sich einmal in Gestalt von ausgesprochenen Melodien kundgibt, wird sie Besser ein Ende mit Schrecken... Nach unaufhörlichem Gequengel Kommt jetzt die Krisis. Gott sei Dank! Schon lange lag der Friedendengel Im Hospital. unheilbar krank. Sein Angesicht ward gelb und gelber Und immer fühlbarer sein Knacks. Fahr wohl! Nun ruhe in dir selber, Du anmer, vielgeplagter Pax! Des Balkans wilden Waffentänzen Trotzt“ er, laut ärztlichem Attest. Jedoch die Londoner Konferenzen, Die gaben ihm sogar den Rest. Er wurde nicht vom Pulverquaime, Vom Wortqualm wurd' er fortgesegt. Nun sei ihm feierlich die Palme, Mit der er ging, aufs Grab gelegt. Solange die Kanonen grollten, Lebt“ Hoffnung noch im Haager Haus. Erst als sie Frieden schließen wollten, War's mit dem Frieden gründlich aus. Europa wünscht den Krieg im stillen, Weils sie dann eher ducken kann. Ja— um des lieben Friedens willen Jangt wieder fvisch zu raufen an! Calidan im„Tag.“ Der Schlüssel zur Festung Abrianopel. hervorragenden Anteil. Der damalige Kaiser von Rußland erkannte diese Tatsache an, indem er feinem Freund und Verbündeten König Friedrich Wilhelm 8. von Preußen den Schlüssel von Adrianopel überweichen ließ, der natürlich als eine wichtige historische Reliquie mit aller Sorgfalt aufbewahrt worden ist. Aber die Zeiten haben sich geändert, wahrscheinlich hat Adrianopel in den os Jahren, die inzwischen vergangen sind, ein neues Schloß erhalten, so daß der alte 35 Zentimeter lange Schlüssel heute wohl kaum noch passen dürfte. Schwurgericht. Für die erste diesjährige Schwurgerichtsperiode, die am 18. d. Mts. unter dem Vorsitze des Landgerichtsdirektors Büren beginnen wird, sind bis jetzt folgende Sachen zur Verhandlung angesetzt. Es wird verhandelt: Am 18. gegen den Maurergesellen Aug. Simon aus Heil wegen ersuchten Verbrechens im Sinne des Paragr. 177 es Str.=.=B. Am 14. gegen den Bergmann Christian Bulling und die Haushälterin Helene Brack, beide von hier, wegen Straßenraubes. Am 15. gegen den Bureaugehulfen Anton Druge von hier wegen Straßenraubes. Am 16. gegen den Bergmann Adam Anuschewski aus Brambauer wegen Körververletzung mit Todeserfolg. Am 17. gegen die Bergleute Wilb. Krefter und Aug. Gamann aus Obereving wegen wissentlichen Meineides in zwei Fällen. Am 18. gegen den Arbeiter August Wiedemann von hier wegen Straßenraubes. Am 20. gegen die ledige Ottilie Nikolait, den Händler Bruno Joscht und dessen Ehefrau Ida geb. Lange. sämtlich von hier, wegen Meineides und Verleitung dazu. Am 21. gegen den Bergmann Theodor Kickart von hier wegen Körververletzung mit Todeserfolg und am 25. gegen den Rechtskonsulenten Hans Riepe von hier wegen wissentlichen Meineides und Unterschlagung.— Die drei Tage zwischen dem 21. und 25. Januar sind noch nicht besetzt. Möglich ist's, daß der Knabenmörder Lüke aus Unna sich in dieser Zeit zu verantworten haben wird. Der Segen der gemeinnützigen und unparteie ischen Rechtsauskunftstellen wird immer mehr anerkannt. Die Bewegung, sich von den Rechtsanwälten zu emanzipieren, wird immer größer und ergreift bereits weite Kreise. So hat jetzt am 1. Januar 1918 auf besonderen Wunsch der Vereinigung Rechtsschutzstelle für Frauen die Stadt Köln an ihrer Stadtkölnischen Gemeinnützigen Rechtsauskunftsstelle eine Juristin als Auskunftsbeamtin angestellt. Damit hat die Frauenrechtsschutzstelle ein Ziel erreicht, wonach sie lange gestrebt, nämlich ihre Arbeit auf eine ganz anders breite und gesicherte Basis gestellt, als sie dies bisher vermocht. Köln war vor 8 Jahren die erste deutsche Stadt, die bei Gründung ihrer eigenen Rechtsauskunftsstelle der schon 4 Jahre vor ihr bestehenden Frauenrechtsschutzstelle Warte= und Beratungsräume, sowie eine Schreibhilfe zur Verfügung stellte und einer Vertreterin der Rechtsschutzstelle Sitz und Stimme in ihrem städtischen Vorstande einräumte. Nun ist Köln auch jetzt wieder die erste deutsche Stadt, die durch diese Anstellung weit über ihr Weichbild hinaus vorbildlich vorgeht. Durch die Verschmelzung von besoldeter und ehrenamtlicher Rechtsschutzarbeit wird ein Ideal verwirklicht, das für jede Art von Wohlfahrtspflege anzustreben wäre und für einzelne Gebiete schon erreicht ist. Bei dieser Gelegenheit machen wir auf unsere gemeinnützige und unparteiische Rechtsauskunftstelle aufmerksam. Dieselbe ist völlig unentgeltlich und bezweckt unsern Leser vor unnützen Prozessen und Kosten zu bewahren. Sprechstunden werktäglich von 12—1 und— mit Ausnahme des Samstags— nachmittags von—7 Uhr. Der bedrohte Wa'zer. Besitzwechsel. Das Wohnhaus Lagerhaussraße 1, Gce der Yorkstraße, seicher der Firma Beunruhigende Gerüchte gehen um. Aus ven schiedenen Ländern dringt die Kunde: unsrem Walzer droht Gefahr! In Berlin, in London und Paris wird schon seit Jahrer leidenschaftlich bostoniert, der Two step hat sich begeisterte Anhänger geschaffen, in der Union steht der Turkeytrot, der Truthahnhopser, im Vordergrunde des Ballinteresses.„Tango“, „Habanera,„Feria“— lauter neue Namen ameeilanischer oder spanischer ans Ohr—, überall eine heißer, sozusagen stark leibl würdigerweise vom Varieté wurden. Man staunt sie an, anzt sie schließlich. Der Ba slutet, der Walzer wird vern chen Ländern hat es wirk sollte er von diesen heftige völlig verdrängt werden. Auch der Walzer hat im Rodifikationen erfahren. altet: seine Wandelfähigkei hat immer Neues und wied halb konnte er gar nicht en den. Da ist der Dreischritt der alte Sechsschritt entwic zweischritt, und aus ihm is Sechsschritt hervorgegangen Walzer, aber doch nur imn neuen Sechsschritt darf m legen, es kommt dabei nur Fußes an und auf ein den Hüften; das ist unse Dennoch— und das soll den— konstatiert Professo Wien bedauerliche, dege Tanzkunst.„Die Jugend nicht mehr die einstige Frei nur unsere Mädel an! Si weiß man nicht, sind sie m Sport stellt den ganzen Le das beeinträchtigt die Anm Ballsaal. Im Freien sind gen, aber oftmals unweibl Tanz wirken sie jedoch seh Tanz braucht Zierlichkeit. und die Anmut des Ballsa aus dasselbe. Und so kan: wie die draußen im FreiGefahr angesammelten Kr heißblütigen Apachentanz mag— mehr Gefallen fir gen, Schmiegen und Bieg leise gurrenden Wörter h Allein Verstehen ist n Billigen, wenn man aud Selbstäußerungen jeder E gesagt: Ein Walzeredikt noch keineswegs not. Zum heutigen gem unserer E ach, in diesem Erde Ist rein gar nichts Manchmal treibt m 1 Manchmal schlägt n So ist's auf der Oder wie man son So ist's hinter der Uns'res städt'schen Oftmals hat man Huer in Dortmund ind dann Freundst In der Führer kle Ach, was taten sch Schwarze sich und Und was fielen da Das gelind'ste war Dann ging's wiede Und man hörte 9 Allerdings ließ m Elemente dann d Just noch sah der Ueberm Christentu Plötzlich drohten Wieder sich die Ke Wie die Fädchen Heimlich, all die Daß nach dem K Links wie rechte Aber ob sie sich: Ob in Liebe sich Immer mußt zu doch der Burger Do Der Dortmund Sproch Der hiesige Magistr. nenswerter Weise best: zu verdeutschen und wörter: für Annoncen fonds: Betriebsstock; fi stunden; für DelegiertTagegelder; für dispen dendenschein: Gewinnc Prüfung; für examinie stempel: Namenstempe für fakultativ: wahlfre für Geschäftslokal: G für Honorar: Entschädi heit; für Klageobjekt: G7 Das Geheimnis M (Von unser Der gelehrte Japan interessante Studie un und Sinne" veröffent France“ in seiner ne treuer Uebersetzung zur des Ostens sucht da Unterschied des europ Geistes festzustellen. abendländischen Kultur senschaft, das der asiat gewicht der Sinne, de paner blindlings folgt Meisterwerte zustande sich zunächst mit den dem Schlagworte„Opt fassen. Nach einer Re gen erzählt er Folgen Taisus Kumol sagte: Dorfe ist sehr hoch,“ zügliche Frage diese und wies den Einwa den Worten zurück: Höhe des Fensters in hoch und wenn ich der nes Zimmers aus bei bis zur oberen Kan Einne mancher japa ungleich entwickelter Tllegen. Sie hattei die Phänomen der# und die Fehler der brend, ist zum in Holzhändler varden. gehaltenes Ka. forten öffnen. ere Großstadt. Mitbesitzer der rrn Kaufmann ngistrat, die sosowie die Beinken allex Art sehenen Saale der mit, den ngen versehen chen bequemen achdem schon er wegen beVerantwortung uer derartiger Stadtverordon ganz beund hat inzeiwillig nachden bei einer e die wegen ißtrauisch geseß, aufgedeckt. zehn Jahre; Gesetz nicht. on die Hinter. Steuerbehörde des Falles ab. den Kopf zerwird uns dtverordneten zialdemotrrnt. an dem isher ist es die Hergemeinsamen war hat man n verstanden, üblichen NachReihe gesessen ühlt. Aber— en, kasten" id das nächste nokraten doch nicht gefiel, en Hofgänger inger befürcher=Verbandes. t seine dieslpril in Hand Reichstagsbandsbeamter egungen, Verdie Massenuneamter Max schaftskongreß. ag über Konstaatlichungserhandlungen h eine Woche 1. serden Diensund Mädchen inentgeltlichen verden darauf heute, Mittwerden. Bis haus, Bureau genen Sonnwurde einem eitung seines he des Stadtr den beiden ur. ein Porteder Hand geLokal an der ausfindig geArbeiteralter Mensch lbend in der lmann, Obereschlagen und bt. Die Täter 985. ub ungarteis ter mehr anen Rechtsangrößer und hat jetzt am isch der Vere Stadt Köln sigen Rechtsunftsbeamtin chtsschutzstelle rebt, nämlich eite und geher vermocht. utsche Stadt, ztsauskunftsden Frauenzräume, sostellte und e Sitz und e einräumte. este deutsche it über ihr Durch die renamtlicher wirklicht, das pflege anete schon erhen wir auf Rechtsausvöllig unentr unnützen sprechstunden isnahme des Uhr. Aus vermsrem Wal### schon seit * Two ster en, in der thahnhopfer, „Jange“ kamen anneellanischer oder spanischer Provehtienz klingen uns ans Ohr—, überall eine Invasion passioneller, heißer, sozusagen stark leiblicher Tänze, die merkwürdigerweise vom Varieté in den Ball entsendet wurden. Man staunt sie an, man probiert sie, man aanzt sie schließlich. Der Ballsaal wird davon übersutet, der Walzer wird vernachlässigt, und in manchen Ländern hat es wirklich den Anschein, als sollte er von diesen heftig anstürmenden Novitäten völig verdrängt werden. Auch der Walzer hat im Laufe der Zeit allerlei Rodifikationen erfahren. Darum ist er nicht veraltet: seine Wandelfähigkeit erhält ihn jung. Er hat immer Neues und wieder andres gebracht, deshelb konnte er gar nicht entscheidend abgetan werDa ist der Dreischritt gewesen, aus dem sich der alte Sechsschritt entwickelt hat, dann kam der Zweischritt, und aus ihm ist der sogenannte neue Sechsschritt hervorgegangen— alles mannigfache Walzer, aber doch nur immer der Walzer. Beim neuen Sechsschritt darf man sich nicht ins Knie legen, es kommt dabei nur auf die richtige Drehung des Fußes an und auf ein ganz leichtes Wiegen in den Hüften; das ist unser neuer Tanz. — und das soll nicht verschwiegen werzen— konstatiert Professor Van Hamme auch in Wien bedauerliche, degenerative Anzeichen der Tanzkunst.„Die Jugend— sagt er— hat doch nicht mehr die einstige Freude an sich. nur unsere Mädel an! Sie„spüren sich“ nicht. Oft Sport stellt den gangen Leib auf Nustebt ond ferenz: Versammlung; für korrigieren: verbessern; für Kontrolle von Effekten: Prüfung von Wertpapieren; für Konzession: Genehmigung oder Erlaubnis; für Kursus: Lehrgang; für Musterstatut: Mustersatzung; für obligatorisch: verbindlich oder zwingend; für Protokollbuch: Verhandlungsbuch; für Protokollführer: Schriftführer; für Qualifika= tion: Eignung; für Reparaturen: Verbesserungen oder Ausbesserungen; für Reservefonds: Rücklage; tarisch; Bestimmungen:„Sotzrgenz., Iür. Fetzueg von uns sächts sahungemäß; für Stengraphoe: Muryr] gase, Wennent s. Aus der Gratisaufau=unterstähung des General=Anzeigers. 1419. Unfall=Unterstützung ist schrift: für Euspension: Amtsenthebung; für Anser wwonnent, ver Steiger Heinr. Vanzurst bescenghisen dei beschensgziasteg un5 endlich für Zentralkanzlei: Hauptkanzlei. „Viktor“ einen tödlichen Unfall erlitten. Wir haben der Frau des Verunglückten die Unfall=Unterstützung im Betrage von — 300 Mark— Die drohende Gehaltskürzung durch die zugesandt. Angesteltenversicherung. Dex, Gieneral=azeiger zahist nicht uur seinen Der Verband der Bureaugehilfen, Ortsgruppe Abonnenten tödliche Unfölle aus, welche auf der Dortmund, veranstaltete am Montag abend ix Arbeitsstätte vorkommen, sondern auch alle andeoberen Saal des schwarzen Boden eine ziut gubg, ren, gleichpiel, ob ste auf dem Wege zur oder von tracht der Wichtigteit deser Zrage allerdings nicht der Arbeitshtätte oder au Havie Farstert ertzu gut besucht war. Laut unseren Statuten, welche in der GeschäftsDer Referent war der Verbandsvorsitzende, Er stell, einzusehen sind, sind von der Unterstützung weibh Igen richt, sind be Müde, ode.bich grutg, gus Angestelbeunverhchezich- geängsigend gewiat gabe., Nord und Toschlag, Ertzge pie ne unsl. Kalsal. In Frien sud dese gusen, westzilg, den usten Vertenlenenämereasen de Lolagenl ien wodset miete alu 3 Ahontenen zu. Tode ochen. ais dasselbe Und in Pnun mau beinache begreisen, nächsten 10 Jahren würden die einer Wirtschaft mit einigen Bergleuten in Streit. Kilian mißhandelte den Bergmann Johann Kries mit einem Hampelmann. Am 10. Oktober trafen sich dieselben Bergleute auf dem Schlachthof. Der Streit begann von neuem. Als Kilian aufgefordert wurde, hinauszugehen, antwortete er damit, daß er ein Geil ergriff, und damit auf seine Widersacher eindrang. Der Beramann Julius Griesmann faßte den rabiaten Menschen und drückte ihn an die Wand; da zog der Angeklagte ein Messer aus der Tasche und stieß es dem G. mit solcher Gewalt in den Kopf, daß die Spivze abbrach und in der Schädeldecke sitzen blieb. Im hiesigen Krankenhause wurde die Spitze herausgemeißelt. Der Mann schwebte in Lebensgefahr. Das Urteil gegen den Angeklagten lautete auf 1 Jahr und 3 Monate ctnere. Krompfaderv, Hümorrhoiden, Flechten. Zur Behandlung offener Krampfadern, Hämorrhoiden, sowie jeder wunden Stelle, Hautausschläge usw., leistet der„St.=Jakobs=Valsam“(von Apotheker C. Trautmann, Basel) vorzügliche Dienste. Es ist kein Geheimmittel, sondern ein nach wissenschaftlichen Grundsätzen hergestelltes Erzeugnis, zuverlässig in der Wirkung und unschädlich im Gebrauch und wird auch vielfach von Aerzten verordnet. Prospekte zu Diensten. ane due sehihe, n Teiag it# den Leistungen nichts fühlen. Die Versicherung nie die drauben in Forien beim Opiet, vot de soste, pig Gel auf die Angesteutenbewegung wirbefahr angesammelten Kaäfte. 16, an dem woübez, ten,. Eie sollen sich sagen, wenn du nicht mehr arbeöblitigrn, Agochentanz.— wie immer er beihen Prv, n Lannst, bekommst du eine fürstliche Rente mag ge— nehr Gefalen kinden als an lübem Wie, Beim Nachprüfen fände man dann, daß für eine . Schmiegen und Biegen ader wite houst bese kang, Renie einem eine große Veitragskast ausgeAus dem Gerichtssaal. 1. Strafkammer. Dortmund, 7. Januar. die aurrenden, Abrtz, beißen mähen,,..5a, wird. Auch können die Gehälter nicht mehr Wieir Vesichen ur net usdhhuen un. Ane asche ursden unr De. Bestz g,. Ssesste dte Sastenr is un. Mahge elten, vem um auich bert en, uud, be Kat dei Gebes um 25.30 Prgent gesunten Bt /„ Wegen Tiang icd seine Praut, die Ba. Seschberinen deder Sradte auertenen, Vei“ De Sterkhlichtelt enr Aungenichertaog, und Thedoer 8 1 4 H fet, von der zu verantoten. eus en Goteanut ue une der Boteree, Alslopscheschächt ise bei den Vuraungsaelen Heiße Roskeiagztest Veilten int der Nacht zum 2 noch keineswegs not. Zum heutigen gemeinsamen Festmahl unserer Stadtväter. * ach, in diesem Erdenwandel Ist rein gar nichts doch beständig, Manchmal treibt man flotten Handel, 1 Manchmal schlägt man sich unbändig. So ist's auf der Weltenbühne, Oder wie man sonsten nennt es, So ist's hinter der Gardine Uns'res städt'schen Parlamentes. Oftmals hat man sich geprügelt Hier in Dortmund gleicher Weise 225 Und dann Freundschaft neu besegelt In der Führer kleinem Kreise. Ach, was taten schon zum Torte.. Schwarze sich und Blau' und Rote! Und was fielen da für Worte—— Das gelind'ste war noch„Knote“. Dann ging's wieder an's Verbrüdern Und man hörte Vivats brausen, Allerdings ließ man die rüdern Elemente dann doch draußen. Just noch sah den Friedensengel Ueberm Christentum man thronen, Plötzlich drohten mit dem Schwengel Wieder sich die Konfessionen. Wie die Fädchen sie doch lenkten Heimlich, all die wunderbaren, Daß nach dem Kommando schwenkten Links wie rechte die Wählerscharen. Aber ob sie sich nun streiten, Ob in Liebe sich umfassen— Immer mußt zu allen Zeiten Doch der Bürger Haare lassen. Der Dortmunder Magistrat als Sproch einiger. und Verkehr. Zwei neue Geschäftsinhaber der Berliner delsgesellschaft. Die bisherigen Geschäftsinhaber der Berliner Handelsgesellschaft haben beschlossen, dem Aufsichtsrat ihres Instituts die Ernennung von zwei bisherigen Direktoren zu Geschäftsinhabern vorzuschlagen. Es sind dies Divektor Bruno Herbst und Dr. Paul Wallich. Direktor Herbst gehört dem Institut seit mehr als 25 Jahren an. Mit seltenem Eifer hat er sich von der Pike an heraufgearbeitet. Dr. Wallich dagegen hat sehr schnell Karviere gemacht; als Sohn des Konsuls Wallich genoß er seine finanzielle Ausbildung im Konzern der Deutschen Bank; danach studierte er Nationalökonomie und begab sich später auf große Auslandsreisen, die ihn hauptsächlich nach Südamerika führten. Dann trat er in die Berliner Handelsgesellschaft ein, wo er bereits seit längerer Zeit als Aussicht genommen war. Die bisherigen Geschäftsinhaber sind Carl Fürstenberg, Gustav Ahrens und Walter Merton. Thyssen sen. und jun. Konkurs der Zementund Mörtelwerke. Ueher das Vermögen der Vereinigten Stein=, Zement= und Mörtelwerke.=G. in Liqu. ist beim Amtsgericht Berlin=Mitte der Konkurs eröffnet worden. Dieser Konkurs bildet ein neues Kapitel in der Geschichte der finanziellen Beziehungen des bekannten Industriellen August Thyssen sen. zu seinem in Konkurs befindlichen Sohn August Thyssen jun. sesite lbachagt in de. lage fn. die Säise der sce, senich beszesk esi ise vstganld keschel 65. trogssumme tragen zu lönnen. Bei vielean ist schon drei in Gemetzhren Bie Beßsern Angerlanten mit ein chronischer Zustand der Unterernährung einge Lokal. Zutept Poger etre unten sich von ihm Auf dem treten. Mehr kann man nicht mehr sparen, E2 Berge, uim folgenden Morgen vermißte Fiedler sein bleibt also nichts anderes übrig, als die Beiträge Portemonnaie mit 100 Mark und seine goldene Uhr sich vom Lebensunterhalt abzuspaxen. Die 5 Mark nehst Kette im Werte von 700 Mark. Der, Bestohteiten an seder Stele, Auch de Prinzibal, wolen sene weilit in Verlin und gab, 1egamigriecg. berz sich vielfach von der hohen Beitragszahlung befreien nommen, an, daß man ihn in ein und die ganze Summe auf die Angestellen abwäl Hann hinausgeworfen habe. Agf, Fschezagten der zen, indem sie sagten, daß man auf die gewohnte bestohlen wurde, weiß er niglz, Zut gam Berge zu, jährliche Gehaltsaufbesserung verzichten, müsse, streiten nicht, mit Biein; der Diebstaßl stellen sie Gbenie itr won dbogu wberg geischneigens vvei, gr aherrgung enischieden in Abrede, Die Angettagten die Stenotpoisten, die Stenagrapsen und ausge. wuren freigesprachen wegen Rangels an Vebecden, wie zwei De.16; Let Hiergjenite Bernh. Gowalsbunen wie ur eiscer Abosigung der Veiteag, 5o waren derer iunr Vrzur Haäsetgeiese, wiedhe. Spert. Rennen zu Nizza, 1. Rennen: 1. Reporter, 2. Tiphaine, 3. Brunehilde. Tot.: 99, Platz 32, 30.— 2. Rennen: 1. Muskadin 4, 2. Oeillet Blanc 2, 2 Parrain Paul. Tot.: 22, Platz 14, 53, 36.— 3. Rennen: 1. Va Tout, 2. Rosely, 3. Le Potache. Tot.: 36, Platz 16, 24, 28.— 4. Rennen: 1. Sarbance### 2. Mistinguette, 3. Bellephore. Tot.: 29, Platz 18, Unentbehrliches Nachschlagewerk für alle Fälle des geselligen Lebens. Der Ratgeber für den guten Ton in jeder Lebenslage von Dr. Franz Albrecht. Beachten Sie was folgt Durch anstrengende Kopfarbeit war ich sowohl geistig als körperlich sehr heruntergekommen und benutzte zur Stärkung Ihr Bioson. Ich fühle jetzt nicht nur körperlich bedeutend gestärkt, sondern auch die geistige Erschlaffung und allgemeine Abspannung sind verschwunden. Clara Golz, Berlin S. W. 29, Zossenerstr. 19, II. Unterschrift be*: 18. Sept. 12., Dr. Freund, Kgl., Notar. Bioson, Dose(ca. ½ Kg.) 8 Mk. erhältlich in Avothelen, Drögerien.(1471 Aichtung auf uchernahtae der volen Beltrige burch laie Nankev He, Gergsease- grid Scheimim den Kasischen Reisterfaden, de Oigoma. an die Prinzipale. Kann man den Angestelten auch unz Wichgel Pr ista k, sämtlich aus Ickern, die sich Bariaeione, Klangstudien, Duos nur die üebernahme der halben Veiträge vumz, tz.i pegen Einbruchsdiebzahse und die Eheleute, Frsed= sund alepier sowie Draz für Karmonium Diese Frage muß verneint werden, da man bei rich Rickel wegen Hehlerei zu verantworten hat70 Proz. kamen bis 1500 Mk. Jahresgehalt. Die S venz dnen de vun Br. Sehezubeut, D. Prcherzgun, und wushen b, zu ie muice Diek. Kerziches, Altz gute den Veisigr, Hesicherier Eeitäiter seien nict boz, anoeton, ve, vorwngen sichg Ernigse vun grscheffen, Frichten sie Fensteresten Kunner auf seinem ferngen Leveuswepe. 1nd eianrrddu ue e ie Garschahaen eun un Balez, ea L Ia SSe; ia ie eicen Bastaunde Aaurad eusern, Die Teuerung wirke genau wie eine Gehaltskürzung. Wie könne es ihnen da zugemutet werden, allerdings für einen ganz guten Zweck, solch hohe Beiträge zu zahlen. Mehr und mehr sei es bei den Prinzipalen Brauch geworden, daß von ihnen die Beiträge zur Krankenkasse und Invalidenversicherung ganz gezahlt werden. Es habe sich gewissermaßen ein Gewohnheitszustand herausgebildet. Wenn nun neue Lasten entstehen, seien die Prinzipale gewissermaßen verpflichtet, guch diese Beiträge zu übernehmen. Die Angestellten solle man doch so behandeln wie die Maschinen, bei denen jedes Jahr Abschreibungen gemacht würden. Die Versicherungsprämie sei in anderer Form eine Amortisation. Wenn der Verbrauch der Arbeitskraft eingreift, liegt es dann nicht nahe, in derselben Weise Rücklagen zu machen? Die Frage n...### n d e r U e b e r n a h m e d e r v o l l e n P r ä m i e n l e i s t u n g d u r c h der biesge Magstrat int Jezt gug in anerten=). gale ist durchaus begründet, sei as nun venswerter Weise bestrebt, Fremdwörter tunlicht die Pposse vebernahme der Prämien oder durch emi verdeutschen und empfiehit folgende Orsot, eine ansgrechende Gebaltserhöhung. Ob as num wörter: für Anngzten: Anpeigenz Ih, egtrtiop), st tHze sein wird mit bloßen Vorstellungen die beendo: Betriebsstockz für Vureaustunden: Dienf. techigten Forderungen der Angestellen durcheuunden; für Delegierter: Vertroeter, fue Hier; führen, mösen wir der Zukunft überlassen. Nur Lagegelderz für diepensieren: befreien; fur Vvv, husch gemeinsame Arbeit aller Bureauangestellien dendenschemn: Gewinnanteischein; Iür Famise lann eine Besserung herbeigefühet werden. Nabownog, Hamensenpel Prutenz füur Bopim., mentlich der Gedanle der Organsaton gus, Sinz heit; für Klageobjekt: Klagegegenstand; für Kon= sein Ende erreicht. Konzerte, Vereine etc. Das am Sonntag von der Firma Reinelt anstaltete Harmonium=Konzert(im eigenen Musiksalon) nahm einen glänzenden Verlauf. monist Fritz Ohrmann=Berlin ließ als erste Nummer die wunderbare Melodie ertönen:„Es ist ein' Ros' entsprungen!“ welche die zahlreich herbeigeeilten Zuhörer in eine weihevolle Stimmung versetzte. Das reichhaltige Programm, bestehend aus Der gute Ton in Haus und Familie, das tadellose Benehmen in der Gesellschaft und in der Oeffentlichkeit, in der Stadt und auf dem Lande, in der Heimat und in der Fremde ist der Gegenstand dieses Prachtbuches; nicht zu vergessen auch die entsprechenden Hinweise für den schriftlichen Verkehr. In fesselnder Darstellung ergibt jeder hierher gehörende Gegenstand ein abgerundeten Bild, aus dem dieses und jenes unvermerkt haften bleibt.5 ua. Das Werk„Der gute Ton“, welches sich in einem höchst vornehmen Gewande präsentiert, ist ein praktisches Nachschlagebuch für jebermann, das besonders der heranwachsenden Jugend hochwillkommen sein wird. Es darf in keiner Familie fehlen. Die Ausstattung des Werkes(über 600 Seiten Text) ist in Druck, Papier und Einband hochmodern und vornehm gehalten. — Preis nur.00 Ml.— Porto 1. Zone 25 Pfg., 2. Zone 50 Pfg. C. L. Krüger, G. m. b. Modernes Antiquariat. Dortmund, Westenhellweg 9.(Krüger=Passage.) und Flavier, sowie Duos für Harmonium und Violine, komponiert von Karg Elert, wurden von dem jungen hochbegabten Harmonisten der andächtig lauschenden Menge zu Gebör eephggteizenie herdisches„Glück am. den khoißigegch Stadttheater. Am Sonntag, 12. Januar, abends 7½ Uhr, wird nicht„Tannhäuser“, sondern „Othello“, große Oper in 4 Aufzügen von G. Verdi 66768. was ihnen in die Hände kam, namentlich Würste, aber auch andere Sachen hießen sie mitgehen, z. B. Wäsche, Kleidungsstücke usw. Diese gestohlenen Sachen wurden sämtlich bei dem Ehepaar Nickel aufgespeichert. Als die Polizei dort eine Haussuchung vornahm, fand sie ein ganzes Lager Fleischvorräte. Die Angeklagten Schiemek, Jankowski. Lempatschek und Schrimm sind wegen ähnlicher Diebstähle s. Z. in Bochum bereits abgeurteilt worden. Sämtliche Angeklagten sind im großen und ganzen geständig, mit Ausnahme der Eheleute Nickel, die ganz, enexgisch behaupten, sie hätten von dem Treiben ihrer Kostgänger nicht das Geringste gewußt. Frau Nickel erklärt, daß die Kostgänger ihr gesagt hätten, sie hätten die vorgekundenen Fleischwaren auf einem Ausverkauf erstanden. Das Gericht fand sämtliche Angeklagten schulbig und erlogechiemegr, ankowsfi, Vempatschel nate Gefängnis. Schiemek, Jankowski, Lemupatschek und Schrimm wurden unter Einrechnung der Strafe, die ihnen in Bochum zudiktiert wurde, der erste zu 1 Jahr und 6 Monaten, Jankowski. der im Rückfalle handelte, zu 2 Jahren und 6 Monaten, Lempatschek zu 1 Jahr und der ebenfalls vorSchrimm zu 3 Jahren Gefängnis verurfeilt. Der Ehemann Friedr. Nickel, echielt neun, seine Frau zwei Monate Gefängnis. In der Urteilsbegründung hieß es, daß die Strafen lediglich mit Rücksicht auf die Jugend der Angeklagten- so veigek ausgefoggre ser und dem Hampelmann scheint der Beramann Vaul# Westerfielde gern zu arbeiten. Am 6. Oktober v. geriet der Angeklagte, der sich heute wegen schwerer Körperverletzung zu verantworten hatte, in die er fu in seinem„Dortmunder Konzert exworben hat. Die Duos für Harmonium und Klavier wurden an einem klangvollen Bechstein geschmackvoll von Frl. Cata Reinelt begleitet. Besonderen Dank aber Herrn Konzertmeister de Ruyter Corver aus Lübeck für sein künstlerisches Spiel auf seiner herrlichen Guaneri. Fürwahr ein seltener Genuß ward allen begeisterten Zuhörern in diesem Konzert zu Teil. Noch zu bemerken ist, daß das Kunstharmonium von der Firma Mannberg speziell für Konzert gestellt war. Werkmeister=Bezirksverein Unna. Dieser Verein, der am 3. Mai 1885 gegründet wurde, hat zu Beginn d. J. unter seinen Mitgliedern wiederum 9 ältere Werkmeister, die 25 Jahre dem Werkmeisterverbande angehören. Die Ehrung dieser Kollegen ist in der Weise in Aussicht genommen, daß am 12. April im Vereinslokale(Restaurant E. Moder) in Unna das Stiftungsfest gefeiert wird, wobei den Jubilaren ein Diplom nebst Festschrift überreicht werden soll. Verein ehem. 135er, Dortmund. Am letzten Sonntag hielt der Verein ehem. 185er, im Restaurant„Centralhor, Königswall seine Weihnachtsfeier ab; ein überaus fröhliches und kameradschaftliches Fest, zu dem sich sehr viele ehem. 135er mit ihren Familien von Dortmund und Umgegend eingefunden hatten. Die Feier nahm einen herrlichen Verlauf und dauerte bis zur Mittemnachtstunde. KoniuunsNachsichten. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Georg Westen, Architekt und Bauunternehmer in Godesberg=Rüngsdorf, ist Vergleichstermin auf den 29. Januar 1918 vor dem Kal. Amtsgericht in Bonn anberaumt. 5an ubar.2#. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Sanitätsrates Dr. med. Ernst Firle, praktischer Arzt in Bonn, ist Termin auf den 15. Januar 1913 vor dem Kgl. Amtsgericht in Bonn bestimmt. Gemeinschuldner: Ehefrau Max Pinthus, alleinige Inhaberin der Firma Else Pinthus in Bochum, Tag der Eröffnung: 8. Jan. 1913. Konkursverwalter: Kaufmann M. Krüsmann zu Bochum. Erste Gläubigerversammlung am 31. Januar 1913 und allgemeiner Prüfungstermin am 25. April 1913 vor dem Kgl. Amtsgericht in Bochum. Ueber das Vermögen der Firma„Kraft“, Nährmittelfabrik, G. m. b. H. zu Rodenkirchen, ist das Konkursverfahren eröffnet worden. Verwalter ist der Rechtsanwalt Court I in Köln, Hansaring 7. Erste Gläubigerversommlung am 1. Februar 1913 und allgemeiner Prüfungstermin am 25. Februar 1918 vor dem Kgl. Amtsgericht in Köln. Ueber das Vermögen der Eheleute Zigarrenhändler Josef Gesser zu Rheydt ist das Konkursverfahren eröffnet. Konkursverwalter: Rechtsanwalt Karrenberg zu Rheydt. Es wird zur Beschlußfasfung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintreten. denfalls über die im Pargar. 182 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände auf den 81. Januar 1913 und zur Prüfung der angemeldeten Forderunaen auf den 28. Februar 1913 vor dem Köntgl. Amtsgericht in Rheydt Termin anberaumt. Das Scheimnes der Tapanischen Kultur. (Von unserem Mitarbeiter.) Der gelehrte Japaner Yoshio Markinn hat eine interessante Studie unter dem Titel„Wissenschaft und Sinne" veröffentlicht, die der„Mercure de France“ in seiner neuesten Nummer in wortgetreuer Uebersetzung zum Abdruck bringt. Der Sohn des Ostens sucht da in seinen Beobachtungen den Unterschied des europäischen und des asiatischen Geistes festzustellen. Er findet das Wesen der ebensländischen Rultur in Figperrsch=tzrg.## senschaft, das der asiatischen, Bildung in vem Uebergewicht der Sinne, deren Eindrücken der alte Jahaner blindlings folgte und so seine undezhzzg Reisterwerte zustande brachte. Markino de. 111s. sich zunächst mit den Erscheinugen, die wir unter en Schlogvort.„AReisße mathematischer Erläruntadeln, obwohl sie in der Wissenschaft ebenso kenntnislos waren wie die Maler selbst. Markino drückt sich, wie man sieht, mit echt asiatischer Weisheit aus, aber sein asiatisches Wesen hat moderne Färbung angenommen, wie Japans Armee und seine Industrie sich unsere Methoden angeeignet haben. Besonderes Vergnügen bereitet dem westlichen Leser das originelle Urteil dieses mit fremder Zivilisation beschwerten Orientalen über unsere Kultur.„Die moderne, Ziviisation des Abendlandes,“ schreibt der japanische Gelehrte, „basiert auf der Wissenschaft, die alte des Orients war die der menschlichen Sinneseindrücke. Die westliche Zivilisation erhebt sich in Wahrheit zu ansehnlicher Höhe, aber es ist genau wie bei dem Eiffelturm: sie ist mit bequemen, den Aufstieg erleichternden Treppen und Fahrstühlen ausgerüstet. Mit Hilfe dieser Treppen und Fahrstühle, wie ich die Wissenschaften nenzgen 5a, Redergagn„die Grreichung des Gipfelz ermöglicht, uno nun zur Kunst. Wenn Ihr die Kunstschulen des Westens besucht, wird man Guch in der Perspektive, der Anatomie, der Botanik und der Naturgeschichte Seht weder auf meine Hand noch auf meinen Pinsel. Empfindet nur, wie ich empfinde. Bringt Euren Geist in unmittelbare Verbindung mit der Natur und macht Eure Entdeckungen aus Eigenem. Beurteilt Eure Malerei vermittels Gurer eigenen Augen und die Musik mit Euren Ohren.“ Das verstehe ich unter der Erziehung der Sinne des Menschen. Sie besteht darin, mit den Sinnen durch das Mittel menschlicher Erfahrung zu urteilen, während die wissenschaftliche Erziehung darauf abzielt, die Naturgesetze zu finden und diese zu befolgen.“ osen, JLoch eiper Deie.gin u zanischer Dichter zweisen, man wird Euch lehren, den GegenP erdust er Bolgen, Hex Vin lpony, weigaen uwdern gent zuer zeichnen woll, zu messen und de Poo, Fpupo gogh, prägiserte auf diesbe, Farben zur Vixierung bestimmter Farhtöbne entvorfe ir, sehr gocg,„Heoisterte anf, Line Bevve, Fpreghen zur Visterung und bei den anderen unzügliche Frage diese Höhe auf annähernd 6 Fuß und wies den Einwand, daß das Unsinn sei, den Worten zurück:„ganz und gar nicht.“ Die Hohe des Fensters in meinem Zimmer ist 6 hoch und wenn ich den Berg vom Hintergrund meines Zimmers aus betrachte, reicht sein Gipfel fast bis zur oberen Kante des Fensters heran.“ Die Einne mancher japanischer Dichter waren freilich ungleich entwickelter als die ihrer malenden KunstEllegen. Sie hatten Augen, die sie befähigten, die Phänomen der Perspektive scharf zu und die Fehler der Maler in dieser Hinsicht zu sprechend zu mischen. And bei den anderen Unterrichtsgegenständen, wie Architektur und Ingenieurkunde, wird die Lehrmethode noch wissenschaftlicher gehalten sein. Ich nenne derartiges die wissenschaftliche Erziehung. Die alte Zipiti; sation des Orienis war ganz anders. Sie stellt gewissermaßen einen hohen Berg dar mit gewaltigen, jäh abstürzenden Abgründen und einen in die Wolken hinein ragenden Gipfel. Nur dem Genie war es vergönnt, bis zur Höhe heraufzuklettern. Hört, was die alten Meister Japans ihren Schülern sagten:„Ahmt meine Kunst nicht nach. Zur Psychologie der Träume. Die neuesten Forschungen über die Psychologie des Traumes stellt der Leiter der psychologischen Abteilung an der Universität London, William Brown in einem Aufsatz des„Strand Magazins“ zusammen, wobei er besonders die Theorien der deutschen Gelehrten Scherner und Freud berücksichtigt. Das Stoffliche unserer Träume stammt aus Erinnerungen an vergangene Erfahrungen; am häufigsten tauchen Erlebnisse der frühen Kindheil in den dämmernden Visionen des Schlafes auf. Häufig sind die Ereignisse des Traumes uns ganz fremd. aber genaue Nachfor chung kann doch erweisen, daß sie erlebte Dinge wiederspiegeln. Ein interessantes Beispiel dafür erzählt Delbeuf. Im Jahre 1862 träumte er, daß er zwei Eidechsen im Schnee fand, sie aufnahm, wärmte und in einem Loch in einer Mauer verbarg, wobei er ihnen als Nahrung ein bestimmtes Farnkraut hinlegte, das er im Traum deutlich mit dem botanischen Namen Aspelenium ruta muralts belegte. Beim Erwachen konnte er sich nicht erinnern, daß er jemals den Namen des Farnkrauts im Traum gehört hatte. zehn Jahre später jedoch geriet ihm zufällig das Herbarium eines Freundes unter die Hände, in dem unter dem betreffenden Farrenkraut der lateinische Name von seiner Hand geschrieben stand. Er hatte 2 Jahre vor dem Traum einem Feunde das Herbarium eingerichtet. 15 Jahre nach dem Traum entdeckte er die Geschichte von den zwei Eidechsen in einer akten Zeit chvift vom Jahre 1861, sodaß er also nun die Erinnerungsbilder auf ihre wahre Ursache zurückführen konnte. Charakteristisch für die Träume ist es, daß Vorfälle durch sie wiedererweckt werden, die im alltäglichen Leben als völlig unbedeutend erscheinen und daher garnicht bemerkt werden. Auf dieser Tatsache beruht die Theorie, daß das Träumen der Weg sei, durch den der Geist die unwichtigen Ereignisse des Tages ausscheidet, die, wenn sie in der Erinnerung blieben, ihre normalen Funktionen stören könnten. Eine besondere Eigenschaft der Träume ist die außerordentliche Schnelligkeit, mit der sie ablaufen. Der Bruchteil einer Sekunde kann für einen langen und komplizierten Traum genügen. Das klassische Beispiel dafür ist ein Traum, den Maury berichtet. Er träumte, daß er in Paris zur Zeit der Revolution lebte; nach vielen Abenleuern und Bildern, die an ihm vorüherzagen, wurde er verhaftet, vor das Revolutionstribunal gebracht, vernommen und zum Tode verurteilt. Von einer zahllosen Menge gefolgt, wird er zum Schaffott goführt, der Henker bindet ihn fest, das Beil saust nieder, er fühlt seinen Schlag und— wacht.f. in Angstschweiß gebadet: die Stange des Bettvorhanges ist ihm auf den Nacken gefallen. Es ist wahrscheinlich, daß der ganze lange Traum durch diesen äußeren Reiz hervorgerufen wurde und sich in dem Moment abspielte, der zwischen dem Niederfallen der Stange und dem Erwachen des Träumenden lag. Andererseits hat man aber auch beobachtet, daß die Vorgünge des Traumes sich in ihrem Verlauf dem Reiz, der das Erwachen hervorruft, anpassen. Hildebrandt gibt dafür drei Illustrationen, die zeigen, wie das Ertönen eines Weckers auf den Träumenden wirkt. Er träumt, daß er am Östermorgen, in Feiertagskleidung, das Gebetbuch in der Hand, durch eine schöne Frühlingslandschaft wandelt; er gelangt vor eine liebliche Dorfkirche, und wie er in, den Hof tritt, vernimmt er den leisen Klang der Osterglocken. Auf einmal aber gehen diese hellen zarten Töne in ein schrilles Gebimmel über: die Weckuhr mischt sich mit ihrem Lärm darein. Aehnlich ist es mit einer Schlittenfahrt, bei der der Träumende zuerst nur das Läuten der Glöckchen hört, das jäh in das grelle Rasseln des Weckers übergeht. In einem dritten Traum befindet er sich mit der Familie beim Essen, das Dienstmädchen tritt mit einem Berg von Tellern ein; er ruft ihr zu:„Vorsicht. Sie werden hinfallen!" die Teller stürzen zu Boden, und ihr krachendes Geklirr klingt fort in dem Wecker, der ihn aus dem Schlaf stört. Man hat auf experimentellem Wege untersucht, welche Empfindungen solch äußere Reize im Traum hervorrufen. Maury kitzelte mit einer Feder einen Schlafenden an Lippen und Nase; dieser träumte von einer schrecklichen Marter, bei der ihm eine Gipsmaske auf das Gesicht gelegt und fortgerissen worden war, sodaß die Haut mit abging. Einen andern Schläfer ließ man Wasser auf die Stirn tropfen. Er träumte, er sei in Italien und schwitze furchtbar; doch schloß sich die angenehmere Vorstellung daran, daß er um seinen Durst zu stillen, weißen Wein von Orvieto trank. Bei der Deutung der Träume ist daher der Aufwachreiz stets zu beachten, doch muß er in Einklang gebracht werden mit der Gemütslage det Träumenden. Arbeitst U. Man schreibt Die„Köln. Zt Staatssekretär de pw Vorschuß Fränge auf dred genanden werden erlaubt, sondern Sagon Mein Inventur-Ausverkauf bezweckt in erster Linie eine Reduzierung der vorhandenen Lagerbestände, insbesondere solcher Waren, die der Mode unterworfen sind und deshalb alleräusserste radikal geräumt werden müssen. gewisse zu richten, die sie neuen Regierung nem Vorgänger, leu entweder inio großen Politik be versuchsweise erst Man weiß in die Pläne für ein wärtigen Amts macht sich schon Statpositionen diesbezügliches n preußische„Einfa Primitivität, wie Berliner Auswär dem, besonders al hier vorsprechen, Aeußeren wohl an ser Behörde entst doch die„Wilheln sargon das, was der Quai'Orsa burg die Sänger heißt. Mnn der Lokale und den ferem Auswärtig keinem Falle zu (“ Und wie steht sonal: Mit des Reichstag, ja scho daß ein Vorschla herausgelommen färbte Statistiken nüchtern und tro Auslande durch, 6 Männ herabgesetzt, sodass ein Besuch meines Hauses zum Einkauf, selbst für den späteren Bedarf, angelegentlichst empfohlen werden kann. Gewaltige Posten Leinen- u. Baumwollwaren, sowie Damen- u. Kinder-Wäsche zu enorm billigen Preisen, werden auch dieses Mal wieder bestätigen, dass hinter meinen — Unter-Preis-Angeboten die höchsten Leistungen stehen. S000000b00ooooroororororooroorrroo rororoooo Leinen- und Baumwollwaren CRAA Bett-Wäsche = Tischtücher und Servietten= Hemdentuche und Rohnessel Hemdentuch 80 cm breit, starkfädige## Gaalist.....: Meter 92, 241 Renforcé 80 cm breit, rolide süddeutsche PI. Gaaliht........ Heter 38 Pl. Imit. Maccotuch 82/83 cm breit, gute## Bielsser Quasiät: Moter 55, 3o, 39 PL. Echtes Maccotuch 82/84 cem breit, gute 10 Eisäaser Gualths... Meter es, 48 P4. 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Frhr. 9 den Dirigenten und einzige Bür „Arbeitsbiene“. sowie kommissari tigen Amt Besd und ältestem AdSeit Jahren, cchne anferer aus sichtigt werden n Leuute des Hocho Deutsche Reicha Alljährlich wird daß irperd eine der Diplomatie (Gebehrinate u nach wie vor in dwplomatischen 2 (gtrachern wrehen ein Mann von gleichwohl ein Mann von u Won eowpartet ur des nicht ausve etzung der dipl Reihe von Voru Ansang damit aus der Bettuch-Leinen .45 Bettuch-Halbleinen solide Qualität 150 amn breu%,g, 190 om breit.10 Meter#EFL Meter 78 Pl,•10 Bettuch-Halbleinen 160 cm breit, vorsügliche Flachagarn-Gualitst Meter Bettuch-Halbleinen 170 cm breit, Ia. Bielefelder vollgebleichte FlachsgarnGnalicht....... Meter Reinleinen für Bettücher 100 cm breit, gate, ungewasch. Gualitht Meter.90, .95 .75 Croisé-Biber Croist-Biber ungebleichte, sollde Qualit. Hieter 25 P. Croisé-Biber gute Köper-Qualität, ungebleicht......: Meter 48, 36 Pl. Creisé-Blber gebleicht, solide Qualität Meter Bn, 3c, 26 gl. 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Man schreibt uns aus politischen Kreisen: Die„Köln. Ztg.“ hat davor gewarnt, dem neuen Staatssekretär des Auswärtigen Amts Gottlieb v. Jagow Vorschußlorbeeren zu spenden. Solche Kränze auf Kredit sind ihm auch von keiner Seite gewunden worden. Dagegen dürfte es nicht nur erlaubt, sondern sehr notwendig sein, an Herrn v. Jagow gewisse Vorschußwünsche und Anforderungen zu richten, die sich auf die Ausgestaltung seines neuen Regierungsamtes beziehen und die von seinem Vorgänger, dem verstorbenen Herrn v. Kiderlen entweder infolge Ueberlastung mit Aufgaben der großen Politik beiseite geschoben oder erst teil- und versuchsweise erfüllt wurden. Man weiß in unterrichteten Kreisen z.., daß die Pläne für einen zeitgemäßen Neubau des Auswärtigen Amts längst fertig sind. Der Reichstag macht sich schon seit einiger Zeit auf entsprechende Etatpositionen gefaßt. Unseres Wissens ist ihm diesbezügliches noch nicht vorgelegt worden. Die preußische„Einfachheit" in allen Ehren, aber solche Primitivität, wie man sie in den Lokalitäten des Berliner Auswärtigen Amts antrifft, muß bei jedem, besonders aber bei den vielen Ausländern, die hier vorsprechen, die Vermutung auslösen, daß dem Aeußeren wohl auch manche innere Einrichtung dieser Behörde entsprechen könnte. Schließlich bedeutet doch die„Wilhelmstraße" zu Berlin im Diplomatenjargon das, was in London Downingstreet, in Paris der Quai’Orsay, in Wien der Ballplatz, in Petersburg die Sängerbrücke und in Rom die Consulta heißt. Mnn vergleiche einmal das Aeußere, die Lokale und den Betrieb in jenen Aemtern mit unferem Auswärtigen Amt! Der Vergleich wird in keinem Falle zu unseren Gunsten ausfallen. Und wie steht es mit unserem Diplomatenpersonal? Mit dessen Zusammensetzung hat' sich der Reichstag ja schon mehrmals kritisch befaßt, ohne daß ein Vorschlag zu gründlichen Reformen dabei herausgekommen wäre. Läßt man sich durch gefärbte Statistiken nicht beirren, sondern geht man nüchtern und trocken die Liste unserer Vertreter im Auslande durch, so findet man bei 40 Stellen ganze 6 Männer bürgerlicher Herkunft! Alle anderen außer den wenig wichtigen, zum Teil entlegenen Auslandsposten, nämlich in Abessinien, Brasilien, Haiti, Cuba, Rumänien, Uruguay, sind dem Adel reserviert, vom Prinzen herunter bis zum einfachen Herrn Soundso. Bei den Legationssekvetären, die den Nachwuchs darstellen, findet man gar nur zwei Bürgerliche. Und das Auswärtige Amt selbst! Sein„Gehirn", die politische Abteilung weist nicht weniger als fünf adlige Vortragende Räte auf, nämlich Graf Botho v. Wedel, Graf v. Montgelas, Graf v. MirbachHarff, Frhr. Langwerth v. Simmern und den Dirigenten Herrn v. Stumm. Der sechste und einzige Bürgerliche ist Dr. Hamman, die „Arbeitsbiene". Auch unter den„Hilfsarbeitern" sowie kommissarisch oder als Attachés im Auswärtigen Amt Beschäftigten wimmelt es von altem und ältestem Adel.„„ I Seit Jahren rufen alle Kreise von Handel und Irdusftrie danach, daß das kaufmännische Element unserer auswärtigen Vertretung mehr herücksichtigt werden möchte und daß man nicht lediglich Leute des Hochadels für fähig halten sollte, das Deutsche Reich an wichtigen Stellen zu vertreten. Alljährlich wird vom Regierungstische aus erklärt, daß irgend eine Zurücksetzung des Bürgertums in der Diplomatie nicht stattfände. Trotzdem ist das Gardeprinzip, wie man es im Reichstag taufte, nach wie vor in Geltung. Mit der Exklusivität des diplomatischen Dienstes muß aber endlich einmal gebrochen werden. Herr v. Jagow ist zwar auch ein Mann von altem Adel, aber, wie man weiß, gleichwohl ein Mann von neuen Anschauungen und modernem Blick. Man erwartet von ihm, daß er mit dem Vorwande des nicht ausreichenden Vermögens bei der Besetzung der diplomatischen Posten und mit einer Reihe von Vorurteilen aufräumt. Ist einmal ein Anfang damit gemacht, dann werden sich sicherlich Das wird aus den Mastertnaden! Es ist ein alter Zweifel, ob Eltern danach streben sollen, in ihren Kindern Muster für die Schuljugend heranzuzüchten. Vor einiger Zeit hat eine englische Zeitschrift auf Grund einer Umfrage bei geistig hochstehenden Männern des Landes das Resultat verkündet, daß der Musterknabe niemals zu einem bedeutenden Manne heranwachse, daß es vielmehr der mittelmäßige Schüler sei, den seine Wege später am weitesten führen. Eine so dezidierte Antwort läßt sich vielleicht auf eine derartig komplizierte Frage in einem national und kutturell so einheitlichen Staate geben, wie es England ist. Einige bekannte Parlamentarier äußerten sich auf diese Frage folgendermaßen: „Ich bin in meiner Gymnasialzeit zwar immer anstandslos in die höhere Klasse aufgestiegen, habe mich aber niemals unter den Vorzugsschülern befunden.“ Und ein anderer schreibt: „Ich war während meiner Studien am Gymnastum immer Vorzugsschüler, habe auch die Maturitätsprüfung mit Vorzug bestanden. Die Universitätsstudien und Prüfungen habe ich ohne Vorzug gemacht, aber alle Prüfungen in der vorgeschriebenen Frist abgelegt. In der Jugend war ich ein eifriger Leser, und schon als kleiner Knabe hatte ich die damals verbotenen Werke der großen polniPersönlichkeiten in ausreichender Zahl finden, die auf Grund ihrer Fähigkeiten die Anforderungen befriedigen können, die Handel und Industrie an unsere Auslandsvertretung stellen. Vor allem aber ist die bessere wirtschaftspolitische Ausbildung der Konsulatanwärter, die zurzeit zur Verfügung stehen, und die größere Vertrautheit mit den Wünschen der Handelswelt eine Forderung, die an den neuen Staatssekretär mit besonderer Eindringlichkeit gerichtet werden wird. Dem Assessor fehlt— so äußerte sich der verstorbene Staatssekretär v. Kiderlen wörtlich— eine umfassende Kenntnis des deutschen Wirtschaftslebens; es wäre ein großer Vorteil, wenn er vor seiner Hinaussendung einen Blick für das kaufmännisch Nützliche erhält. Man hat Unterrichtskurse für die Konsularanwärter eingerichtet. Herr v. Jagow wird sich an große Firmen um Mitarbeit zu wenden haben, die ihm von keiner Seite versagt werden wird. Und noch eine wichtige Aufgabe wartet des neuen Herrn im Auswärtigen Amt: Die Modernisierung der sogenannten Presseabteilung. Her v. Kiderlen versäumte es, den Reformhebel anzusetzen und infolgedessen liegen die Verhältnisse in dieser Richtung jetzt schlimmer als je. Jeder halbwegs orientierte Zeitungsmann geht diesem Offiziösentum heute in weitem Bogen aus dem Wege, weil er sicher weiß, daß es ihm absolut nichts wichtiges zu sagen hat. Eher noch erfährt er etwas bei den Berliner— Auslandskorrespondenten, die in der Wilhelmstraße vorsprechen. Das sind unhaltbare Zustände. Und Herr v. Jagow kann und soll sie bessern zum Nutzen und Frommen unseres poli(iser krickes. schlusse beigetreten, der von der zemeinsamen Kommission, welche die Eingemeindungsfrage vorzuberaten hatte, dazu gefalst worden ist. Er lautet auf möglichst schnelle Durchführung der Eingemeindung. Am Donnerstag dieser Woche wird sich das Wittener Stadtparlament mit dieser Frage befassen. Die Einwohnerz ihl Wittens würde bei Eingemeindung Hevens auff rund 45,000 steigen. Unna, 7. Jou.(Der Vlerkehr im evang. Gemeindehause), verk#unden mit Herberge zur Heimat, betrug im Monak Dezember 349 selbstzahlende Herbergsgäste in 467° Schlafnächten; 488 welche die Verpflegungsstation ii Anspruch nahmen und 287 von der Polizei userwiesene Wanderer; 96 Personen konnte Arlheit zugewiesen werden. Hagen, 7. Jan.(2 Arbeiter verschüttet) wurden gestern am nahen Hammacher, wo man augenblicklich mit Erdarbeiten für die Anlage einer Gasleitung beschäftigt ist. Bei den Arbeisen stürzte eine hohe Erdwand ein. Während der eine derselben bald gerettet werden konnte, gelang es den andern den Arbeiter Kies, erst nach 3 Stumden zu bergen. Der Mann starb im Laufe des gestrigen Abends an den erhaltenen schweren Verllotzungen. Köln, 7. Jan.(Militärposten aingeschossen.) Am Samstag abend wurde ict der Nähe der Zwischenwerke zwischen Bocklemünd und Bickendorf auf einen Militärposten Schüsse atsgegeben. Bei der Dunkelheit konnte der Soldat den Schützen nicht sehen. Der Mantel wurde vos Schrotkörnern durchlöchert, auch trug der Posten eine leichte Verletzung auf der Wange davon. Man wimmt an, daß es sich bei dem Schützen um einen Wilderer handelt, der wahrscheinlich in der Dunkelheit den Soldaten für ein Stück Wild ansah. Handel und Berlin, 7. Jan.(Böerse.) Die heutige Börse legt eine recht zuversichtliche Haltung an den Tag, wenn auch eine stärkere Belebung der Geschäftstätigkeit, abgesehen vom Markt der Schiffahrtsaktien nicht zu verzeichnen war. Es ist das auch schwerlich zu erwarten, solange der politische Himmel noch nicht ganz frei von Wolken ist. Das Vertrauen auf einen baldigen Friedensschluß hält unvermindert an und wurde in keiner Weise gestört durch die einstweilige Suspendierung der Verhandlungen, die ja keinen Abbruch bedeuten. Die Börse sieht darin lediglich, wie es auch die Times heute tut, die übliche Pause in einem orientalischen Handelsgeschäft, als welches die ganzen Verhandlungen sich ja immer mehr kennzeichnen. Außerdem rechnet sie mit einem schon sehr bald bevorstehenden Fall Adrianopels, zumal angesichts der heute auf Verlangen des Stadtkommandanten stattfindenden Besprechung mit bulgarischen Kommissionen. Die freundliche Stimmung wurde noch gefördert durch die am Geldmarkt bemerkbare weitere Erleichterung. Der Satz für tägliches Geld ermäßigte sich heute bis auf 4 Proz. Paketfahrt gewannen 2½ Proz., Lloyd fast ebensoviel und Hansa über 4 Proz. Am Montanaktienmarkt standen weiter Phönix im Vordergrund, die 1½ Proz. höher eröffneten. Auch Gelsenkirchener, Aumetz, Bochumer, Deutsch=Luxemburger und Harpener verzeichneten um 1 Proz. und mehr gesteigerte Anfangskurse. Weiterhin zogen auch Rombacher stärker an, während Rheinische Stahlwerke ihre: anfängliche Steigerung nicht ganz behaupten. konnten. Von Elektrizitätswerten zeichneten sich: Siemens u. Halske(+2½ Proz.) durch Festigkett. aus und ebenso Schuckert(+lsiebenachtel Proz.) im Anschluß an die günstigen Mitteilungen in der heu. tigen Hauptversammlung und im Hinblick auf die: bevorstehende Abtrennung des Dividendenscheins. Bankaktien waren gleichfalls fest, besonders Kredite aktien, Deutsche Bank und Petersburger Inter#### nationale Handelsbank. Von Nebenwerten sind Otavi=Anteile zu nennen. die fast 2 Mk. gewannen, da für die nächste Zeit die Bekanntgabe des Vierteljahrsausweises zu erwarten steht, der außergewöhnlich günstige Ziffern bringen soll, sowohl für den Grubenbetrieb wie für die Eisenbahn. Infolge der hohen Metallpreise hat das Unternehmen den Versand wesentlich gesteigert. Am Rentenmarkt gab die 8 proz. Reichsanleihe 10 Pf. nach, dagegen zogen Türkenlose 1 Mk. an im Einklang mit der zuversichtlichen Beurteilung der politischen Lage und auf den Erfolg der Anleiheverhandlungen hin. Die Stimmung blieb im weitern Verlauf allgemein fest. Tägliches Geld bedang 4½ bis 5 Proz. Bei der Seehandlung war Geld auf fünf Tage zu haben; ebenso gab die Preußenkasse tägliches Geld. Fremde Wechsel waren wenig verändert, aber fest. Der Privatwechselzinsfuß gab ¼ Proz. nach. Der 2 UhrSchluß war ziemlich fest. Privatwechselzinsfuß 4½ Prozent. Westsaten=Kheiktand. Hörde, 7. Januar.(Besitzwechsel.) Der Straßenbahnschaffner Osterholz kaufte die Wortmannsche Besitzung in der Kirchhofstraße für 33.000 Mk.— Die Verbindungsbahn zwischen dem Phönix und dem Eisenwerk wird demnächst höher gelegt, zurzeit wird an der Seekante eine provisorische Brücke angelegt, um den Verkehr aufrecht zu erhalten. Aplerbeck, 6. Jan.(Die Rechnung der Amtssparkasse für 1911), die durch Beschluß der Amtsversammlung am 18. v. Mts, festlt wurde, schließt ab in Einnahme mit 155 252,07 Mk., in Ausgabe mit 141 695 43 Mk., so daß ein Bestand von 13 556,64 Mk. verbleibt. Der Beitrag zum Amtskassenfehlbetrag beträgt 103 218,7 Mk., welcher von den einzelnen Gemeinden des Amtsbezirks wie folgt zu leisten ist. Aplerbeck 31 979,74 Mk., Sölde 18638,74 Mk., Holzwickede 18 441,10 Mk., Berghofen 14 642,92 Mk., Schüren 14 738., Hengsen 2872,84 Mk., Opherdicke 1904,83 Mark. Schwerte, 7. Januar.(Unglücksfall.) Gestern Nachmittag ereignete sich an der Wohnung des Maurermeisters W. Stamm, Hörderstraße, hier, ein Unglücksfall. Ein bei Stamm auf Besuch weilender Knabe spielte mit einer Luftbüchse. In demselben Augenblick betrat ein Dienstmädchen des Metzgermeisters Schreiber, Minna Dewitz, das Haus, um einen Kranz im Trauerhause— die Gattin des Stamm sollte gestern zur letzten Ruhe bestattet werden— abzugeben, als plötzlich ein Gehoß das linke Auge des Mädchens traf und so chwer verletzt wurde, daß dasselbe sofort auslief. Aerztlicherseits wurde die sofortige Ueberführung in eine Augenklinik nach Hägen angeordnet. Marten, 7. Januan.(Einbrecher) statteten in vergangener Nacht der Filiale der Firma Holbutko an der Bismarckstraße hierselbst, einen Besuch ab. Die Diebe hatten die Türfüllung herausgeschnitten und aus dem Geschäft für 125 Mk. Nahrungsmittel entwendet. Bochum, 6. Januar.(Auf dem Stensschen Gutshofe) im benachbarten Weitmar wurde gestern Nacht eine Schafherde von Hunden angefallen und zerfleischt. 35 Schafe lagen morgens tot auf dem Boden, 17 andere waren so schwer verletzt, daß sie abgeschlachtet werden mußten und 14 andere mußten in tierärztliche Behandlung gegeben werden. Der Besitzer der Tiere, Schafzüchter Heinrich Günther aus Ostrup im Kreise Büren, erleidet einen bedeutenden Schaden. Heven bei Witten, 6. Januar.(Unsere Gemeindevertretung) ist einmütig dem Beschen Dichter verschlungen, was den größten Einfluß auf mein Gefühl und mein Denken gewann, insbesondere aber einen instinktiven Haß gegen jede nationale Unterdrückung in mir erweckte. In den Ferien beschäftigte ich mich, als Sohn eines Landwirts, mit Feldarbeiten, Reiten und dergleichen, in der freien Schulzeit mit Ballspiel und ähnlichen Jugendspielen. Sonst war ich ein ganz gewöhnlicher Bursche, der oft gerügt und gestraft werden mußte.“ Der Wiener Hofschauspieler Girardi erklärt: „Ich war ein Schüler erster Klasse, denn die übrigen habe ich nicht gemacht.“ Der Maler Hugo Dornaut sandte folgende Antwort ein:„Im allgemeinen möchte ich sagen, daß Künstlernaturen, vermöge ihrer angeborenen Sensibilität und Lebhaftigkeit, mehr als andere des persönlichen Kontaktes mit ihren Lehrern bedürfen, was leider selten anzutreffen ist. Die trockene, nüchterne Vortragsweise eines Professors genügt oft, um Gleichgültigkeit für das Thema hervorzurufen, Unaufmerksamkeit zu erzeugen und so das Interesse für den betreffenden Gegenstand zu vermindern. Anlangend meine Zu= und Abneigungen in der Schule, so haben mich stets jene Fächer besonders interessiert, welche im Zusammenhang mit Natur und Kunst stehen. In der Grazer Realschule war ich ein großer Liebling meines Zeichenlehrers. des von mir stets verehrten Professors Passini, Vaters des berühmten Malers Passini. Auf gespanntem Fuße stand ich dagegen mit der Mathematik, und das Merken von Namen und Jahreszahlen„ist gar nie mein Fall gewesen". Das Schlimmste, was einem Studenten geschehen kann, ist ein häufiger Wechsel der Schule, und das war leider mein Schicksal.— Mein Vater war Schauspieler, und so kam bilft, ib#st geholien, plt#w heilen ln#, Fällen. wo S51, vos sheume, Verenschuss, Zahnund Kopfweh, Rücken- und M izenschmerzen geplagt sind. Amol ist such ein unlverselles Tollettemittel. A wol it, erauifcht, erirscht. beieber Aaße. kannt und empiohlen von hervorragenden Aerzten. Preis à Flasc he 75 Plg..25 Mk., 2 Mk. Amol-Versand, Hambur, k. 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Ich fühlte mich in der neuen Umgebung anfangs höchst fremd, und als ich das erstemal zur Tafel gerufen wurde, um eine Rechenaufgabe zu lösen lich arbeitete sie im Sinne der Bremer Methode aus), entstand solch ein schallendes Gelächter unter den Mitschülern, daß ich ganz vernichtet ob dieses unerwarteten Erfolges auf meinen Platz zurückschlich. Allerdings nahm mich der Professor in Schutz, aber ich war mehr denn je der Rechenkunst und Mathematik entfremdet. Nach dem Gesagten kann ich bekennen, daß ich ein Schüler zweiter Güte war und später vieles durch Selbststudium ergänzen mußte." Ein bedeutender Bildhauer erklärt: „Die Resultate der Statistik gleichen mathematischen Schlüssen, und ich möchte daher die statistischen Offenbarungen, die man über die Entwicklungserscheinungen der Menschen gewonnen hat, keineswegs in Zweifel ziehen. Die Gesetzmäßigkeit der Natur läßt sich nicht in Abrede stellen, sie wird nur durch die Willkür und Ungebundenheit verdunkelt, mit welcher die schöpferischen Kräfte derselben ineinander greifen, um ihre Ziele zu erreichen. Auf der Unregelmäßigkeit und Verschiedenheit nach Intensität und Zeit, in welcher diese Kräfte auf den aufzubauenden Organismus wirken, beruhen unsere Erwartungen und Enttäuschungen, die wir bei der Entwicklung unserer Kinder erfahren. Die Kapazität des Kindergehirns ist eine bewundernswerte, aber in den allerseltensten Fällen, die meist durch eine Lebenskürzung gesühnt werden, eine anhaltende, da früher oder spater die Prosperität des Gehirns durch die Affizierung der andern Organe, um sie mit jenem in Uebereinstimmung zu 100 Heringe lange haltber in delikater Heringswo milchsauee# 0F. U1 wo Berp. frei. U. 00 II: Grat. Dos.ca. 20 best. norw. Oelsard. E. RKapp, Ottensen b. Hamburg 149 Knickerer billig abzugeben. Eierhandlung Kölnischestraße 16. 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Auf diesem Werdegang, der den meisten Menschen vorgezeichnet ist, bilden die angeborenen Talente, wie die Erziehung, der in unseren Tagen eine zu geringe Bedeutung zugemessen wird, die einflußgebenosten elemente. Der erzieherische Einfluß meiner Mutter war der Regulator, der in meinem Leben die divergierenden Kräfte des Leichtsinns und des Pflichtgefühls im Gleichgewichte hielt. Der durch die herbste Not geborene Ernst ihrer Lebensführung verband ich mit einer strengen Wertung jeder rechtlichen Handlungsweise und dies wirkte derart auf meir kindliches Gemüt, daß Scheu und Schamgefühl##ich abhielt, ihr eine Enttäuschung zu bereiten Eine fast furchtsame Rücksichtnahme auf ihre in mich gesetzten Erwartungen bannte meine Lechtfertigkeit und ließ mich infolgedessen immer esie strenge Auslese unter meinen Kameraden trefen. Es wuchs mein Ehrgeiz, nie unvorbereitet far Schule zu gehen, und als dies doch einmal tschah und sich der Beste meiner Mitschüler freinlig zur Prüfung aus der Geschichte meldete, datobte ein Sturm in mir, ich meldete mich, und# gslang mir, die Prüfung zu bestehen. Diese Tribtraft hat es mir ermöglicht, die VolksIch kann mich aber dennoch keinen ler heißen, da ich in diesen Jahren noch immer nicht von kindlicher Spielsucht befreit war. So geschah es, daß ich bei einer kirchlichen Exhorte eine aus meinem Taschentuch geformte Katze über meine Schulter springen ließ und dies Vergehen durch meipen Ausschluß aus der Schule büßen sollte. Aben nicht die Strafe, sondern der Hinblick auf die Schmuch, die ich durch meinen Leichtsinn meiner Mutter gngetan hatte, hat mich erst die Schwere meines Vergehens empfinden lassen und mich im innersten Gefühl vernichtet. Dieser Moment im Gotteshause wurde mir zu einer Fügung Gottes, die eine Entscheidung für mein Leben brachte. In der Profefforensitzung, die über mich den Stab zu brechen hatte, fand ich den Freund, der wie ein Vater in meier ganzes ferneres Schicksal eingriff. Mein Lehrer war der einzige, der nur einen Knabenstreich in meinem Tun erblickte und unter seiner Verantwortung mich vor der allzu drakonischen Strafe schützte. Meine Dankbarkeit, daß meine Untat der Mutter verborgen blieb, hat mich ganz an ihn gekettet, ich nahm Anteil an seinem Unterricht, an seiner Arbeit und lernte einen mir bisher fremden Beruf durch ihn kennen. Die Freude, die ich daran fand, führte zur Entscheidung— ich wurde Künstler. In der Vergangenheit dieser fürf voneinander se. gründlich verschieden in Männer tut sich in allen Fällen irgendwie ein scharfer Gegensatz zur Schule= oder irgendwelchen ihrer Anforderungen kund. Es ist für Eltern und Lehrer Jeicht, daraus die Folgerungen zu ziehen. Stallung erh ig. Leute nach veowang-3 monatl Ausbildg. als Rechnungsführer, Sekreikr. 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Im Reichstag, wo man viel redseliger ist, und allein für die zweite Lesung des Reichsamts des Innern zehn und mehr Sitzungen braucht, wird es diesmal sicher nicht gelingen, den Etat bis zum 1. April zu verabschieden, und man wird wiederum zu dem Behelf eines Notgesetzes greifen müssen, das die Bestreitung der notwendigen fortlaufenden Ausgaben bis zum Zustandekommen des Etats ermöglicht. Dieses Auskunftsmittel, das in den letzten Jahren nur zu oft angewendet werden mußte, erscheint diesmal um so unvermeidlicher, als der Reichstag außer dem Etat noch verschiedene andere Sachen zu beraten haben wird. Ihm liegen einige neue Entwürfe vor, die in erster Lesung zu erledigen sind, damit sie zu weiterer Behandlung an die Kommission gehen können. Das sind der Entwurf über die Errichtung von Jugendgerichtshöfen und derEntwurf eines Gesetzes zur Aenderung der§§ 74, 75 und 76 Abs. 1 des Handelsgesetzbuches(Aederung der Konkurrenzblausel). Sodann werden unter allen Umständen zwei Initativanträge der beiden stärksten Parteien schon in nächster Zeit zur Verhandlung kommen müssen. Die sozialdemokratische Fraktion legt Wert darauf, daß von ihren zahlreichen Anträgen zunächst der bezüglich der Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf die Landtage der Einzelstaaten beraten werde. Das Zentrum wird gleich nach der Wiederaufnahme der Sitzungen den Antrag auf Aufhebung des Jesuitengesetzes einbringen und dessen schleunige Erledigung verlangen. In beiden Fällen wird man sich auf längere und leidenschaftliche Erörterungen gefaßt zu machen haben, die mehrere Sitzungen in Anspruch nehmen werden. Die Annahme beider Anträge ist ebenso gewiß, wie daß der Bundesrat ihnen nicht beitreten, sie vielmehr, wie schon häufig zuvor, wiederum ablehnen wird. In der Statsberatung wird voraussichtlich die auswärtige Politik einen breiteren Raum, als sonst, einnehmen, entsprechend der außerordentlichen Bedeutung der Vorgänge des verflossenen Jahres, die einen Wendepunkt der europäischen Geschichte gebracht haben, dessen Tragweite wohl instinktiv gefühlt, aber noch nicht vollständig ermessen werden kann. Dem neuen Herrn in unserm Auswärtigen Amte dürfte hierbei die Gelegenheit gegeben werden, sich beim Reichstage einzuführen und sich über einzelne wichtige Punkte der Tagespolitik näher zu äußern. Wenn nicht früher, so wird man wohl beim Etat des Reichsschatzamts bezüglich der Reichsbesitzsteuer auf den Busch klopfen und Näheres über die Absichten der verbündeten Regierungen hierüber zu erfahren suchen. In der Rede, mit welcher der Staatssekvetär des Reichsschatzamts Kühn die eigentliche Etatsdebatte am 4. v. M. einleitete, hat er bemerkt, es stehe schon so viel fest, daß es sich nicht um eine Sondersteuer irgendwelcher Art, sondern nur um eine allgemeine entweder auf dem Gebiete der Vermögensbesteuerung oder der Erbschaftsbesteuerung liegende Abgabe handeln könne. Er fügte hinzu, „daß maßgebende Verhandlungen über den Gegenstand stattfinden werden, voraussichtlich noch ehe die Herren von der Weihnachtspause an ihre Arbeit zurückgekehrt sind.“ Diese„maßgebenden Verhandlungen" haben inzwischen am 4. d. M. stattgefunden, aber nur zu einem negativen Ergebnis geführt. Man hat, wenn man so sagen darf, beschlossen, vorderhand nichts zu beschließen. Dieser Ausgang zusammen mit manchen Anzeichen der letzten Zeit, zu denen namentlich die geflissentliche Hervorhebung der außerordentlich günstigen Gestaltung der Reichseinnahmen im laufenden Rechnungsjahre gehört, legt beinahe die Vermutung nahe, daß man wiederum, wie zu Beginn des verflossenen Jahres, das heiße Eisen einer wirklichen allgemeinen Besitzsteuer nicht anfassen und sich durch irgendein Verlegenheitsmittelchen, wie es die Abänderung der Branntweinkontingentierung war, darum herumdrücken möchte. Diesmal steht indessen einem solchen Verschleppungsversuche die harte Tatsache gegenüber, daß durch einen einstimmigen Reichsttgsbeschluß, dem auch der Bundesrat beigetreten ist, die Vorlegung eines Gesetzentwurfs betreffend die Einführung einer allgemeinen Reichsbesitzsteuer, bis zum 1. April 1918 gefordert worden ist und dies Verlangen nur durch einen neuen übereinstimmenden Beschluß von Reichstag und Bundesrat gegenstandslos gemacht werden könnte. Daß sich aber für einen solchen Beschluß im Reichstag eine Mehrheit zusammenfinden könnte, erscheint gegenwärtig vollständig ausgeschlossen. Die harte Nuß wird also irgendwie geknackt werden müssen, und man wird mit nicht geringer Spannung abwarten müssen, welche Form schließlich die verbündeten Regierungen hierfür finden werden. Daß die stark in den Vordergrund geschobene Vermögenszuwachssteuer im Bundesrat wie im Reichstag auf starken Widerstand stoßen würde, ist bereits mit aller Bestimmtheit vorauszusagen. Im Bundesrat, weil man darin einen Eingriff in eine den Einzelstaaten bisher vorbehaltene Steuerart erblicken würde, im Reichstage, weil man eine solche Steuer weder für eine allgemeine Besitzsteuer noch auch für eine praktisch durchführbave halten würde, schon weil zu ihrer Erhebung bisher so gut wie alle Vorbedingungen fehlen und erst mit kaum zu überwindenden Schwierigkeiten geschaffen werden müßten. Jedenfalls wird diese Frage in den nächsten Monaten den eigentlichen Angelpunkt der Reichstagsverhandlungen bilden. Die Kriminalität der Jugendlichen. Unter Jugendlichen versteht man nach deutschem Strafgesetz und der Kriminalstatistik Personen von 12—18 Jahren. Die Beteiligung der Jugendlichen am Verbrechen ist schon lange Gegenstand aufmerksamster Beobachtung. Denn es ist eine bekannte Tatsache, daß sich aus den Jugendlichen zum großen Teil die Armee der gewerbs= und gewohnheitsmäßigen Verbrecher rekrutiert. Im Jahre 1910 hatte die Zahl der jugendlichen Verbrecher zugenommen, 1911 ist sie wieder etwas zurückgegangen. In diesem Jahre wurden 50838 Jugendliche verurteilt. Im Jahre 1906 waren es noch 55211. Es ist eine langsame, aber stetige Abnahme festzustellen. Das Jahr 1911 zeigt eine Abnahme von 469, also 0,9 Proz. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß die Gesamtzahl der Verurteilten gestiegen ist. Von 100 Verurteilten waren 1911 6,20 jugendlich, 1910 9,89 und 1906 sogar 10,86. Am meisten sind die Jugendlichen an Eigentumsverbrechen beteiligt. Sie bilden hier 15,6 aller Verurteilten. Im ganzen wurden deshalb 37749 im Jahre 1911 verurteilt. Als Hauptdelikt kommt der Diebstahl in Betracht. Nicht weniger als 21382 wurden wegen einfachen Diebstahls verurteilt. Sehr erfreulich ist dagegen, daß der Diebstahl im Rückfalle wesentlich abgenommen hat. Es erfolgten 373 Verurteilungen im Jahre 1911 gegen 478 1910 und 570 1909. Dieses Ergebnis ist zum Teil auf Rechnung der Fürsorgeerziehung zu setzen. Wegen Unterschlagung wurden 2781 und wegen Betruges 1861 Jugendliche verurteilt. Es kann nicht verschwiegen werden, daß die Zahl der Jugendlichen hier gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Dasselbe ist auch bei der Brandstiftung der Fall. Wegen Verbrechen gegen die Person sind 11048 Jugendliche verurteilt. Den Hauptanteil bildet hier die gefährliche Körperverletzung mit 6236. An Verbrechen gegen die Sittlichkeit sind die Jugendlichen auch stark beteiligt. Es fanden 1371 Verurteilungen statt. Verbrechen gegen die öffentliche Ordnung haben sich die Jugendlichen 2087 mal zu schulden kommen lafsen. Sehr häufig ist Hausfriedensbruch, nämlich in 950 Fällen. Wegen Mordes wurden dagegen nur 8 verurteilt und wegen Totschlag sogar nur einer. Ob die Abnahme der Verbrechen bei den Jugendlichen andauern wird, läßt sich natürlich nicht voraussagen. Jedenfalls muß der Kampf gegen das jugendliche Verbrechertum mit aller Energie fortgeführt werden. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. — Bekanntlich wird von gewisser alldeutscher Seite unentwegt auf die Deutschland„fehlenden" Maschinengewehr=Kompagnien hingewiesen und daraus eine mangelhafte Kriegsbereitschaft hergeleitet. Unsere Ansicht, daß die Vorwürfe gegen die für die Landesverteidigung verantwortlichen Personen eine große Gefahr in sich schließen und im Interesse des Ansehens unferes Kriegsministers besser unterblieben, wird jetzt durch einen Artikel der„Allgemeinen Armeekorrespondenz" unterstützt, der betont: „Es kann nicht im Interesse unseres Heeres liegen, daß in einem fort auf angebliche Lücken in unserer Rüstung hingewiesen wird. Wer zum Beispiel die französische militärische Presse regelmäßig und aufmerksam liest, wird nicht im Zweifel sein, daß das Selbstbewußtsein der Franzosen in den letzten Jahren gewaltig gestiegen ist. Es gründet sich dies auf die Ueberzeugung, daß die französische Armee der deutschen mindestens ebenbürtig, wann nicht sogar überlegen sei. Daraus entspringt die offensive Tendenz, die in allen französischen Vorschriften der letzten Zeit und in der taktischen Ausbildung der Truppe vorherrscht. Wir haben aber keine Veranlassung, dieses Selbstbewußtsein noch zu vermehren. Man darf nun den Wert der Maschinengewehre nicht überschätzen. Sie sind gewiß eine vorzügliche Waffe, die unter Umständen von ausschlaggebender Bedeutung sein kann. Aber sie allein verbürgt noch lange nicht den Erfolg. Auch ihr haften, wie jeder Feuerwaffe, Nachteile an. Berücksichtigt man ferner, daß leicht Störungen im Mechanismus eintreten, daß Verlufte in den gut ausgebildeten Schützen sich nur schwer wieder ersetzen lassen und daß bei weniger gut ausgebildeten Leuten die Ergebnisse sofort bedeutend herabsinken, so sieht man ohne weiteres ein, daß von dem Vorhandensein zahlreicher Maschinengewehre allein der Erfolg einer Schlacht nicht abhängen kann.“ Wir haben allerdings wenig Hoffnung, daß die kriegshetzerischen Elemente sich durch solche sachgemäßen Worte in ihrem Treiben stören lassen. Vielleicht entschließt sich die maßgebende Stelle zu einem deutlichen„Quos ego!“ Vermischtes. —(Das Recht auf das Telephon.) In dem Schadensersatzprozeß des Rechtsanwalts Dr. Paechter gegen den kaiserlichen Postfiskus, in dem in der ersten Verhandlung vor dem Landgericht 1 ein Vergleich von dem Richter vorgeschlagen wurde, stand heute vormittag Termin an. Der Reichspostfiskus hat den Vergleich abgelehnt. Wir erfahren hierüber folgendes: Das Prozeßgericht hatte in der Dezemberverhandlung beiden Parteien den Abschluß eines Vergleichs empfohlen, nach dem Dr. Paechter auf alle Schadensersatzansprüche verzichtet, die Oberpostdirektion aber die gegen den Anwalt wegen Beleidigung gestellten Strafanträge zurücknehmen sollte. Die in sämtlichen Prozessen zwischen den Parteien entstandenen Kosten sollten geteilt werden. Heute vormittag nun hat das Reichspostamt seinem Prozeßvertreter mitgeteilt, bot der Veistzariesen schwebenden Progesse duch Eine ung wurde in der heutigen Verhandlung vor dem Landgericht 1 abgegeben. Nach einer kurzen Erörterung über den Streitgegenstand beschloß das Gericht, zunächst in die Beweisaufnahme einzutreten und einen neuen Termin anzuberaumen. Kunst und Wissenschaft. Zu Strauß' Ariadne schreibt Alfred Keer im„Pan“ solgende originelle Glossen. Es war ein merkwürdiger Abend. Was in dieser Hofmannsthalschen Schwächebekundung vorgeht,weiß ich heute noch nicht. Sobald Molière zu reden aufhört und Jener anfängt; sobald Ariadne zu opern beginnt: sobald wächst eine Langweiligkeit auf. alle Versammelten zu; grauenvoll. ... Schon im Idomeneus wird auf den Brettern die Antike so langweilig. Erblickt man allein diese Säulen(herrlich bei Sunion, herrlich auf der Akropolis in Duft und Luft, scheußlich auf jedem Theater— weil nichts mehr vom Knoblauchgeruch der blitzrassigen Hellenen, weil von ihrer naturakistischen Leibhaftigket nichts mehr zu wittern ist: sondern vorwiegend Bildung und Buch=Druck)... Die Langweiligkeit wird noch furchtbarer, wenn die Antike für Schnallenschuh=Leute gekämmt und angepudert wird. Jabot=Hellenen könnten ulkig sein — aber der spaßlose Hofmannsthal hat im wesentlichen daran vorbeigeblickt: indem er ein vermeintspaßhaftes Element, Harlekingruppen,(kaum ulkig für uns, nur gebildet ulkig) an die scherzfremden Mythologiker von außen setzt. Trostlos. Das Vermengen der Ernsten, die nicht ernst, mit den Heiteren, die nicht heiter sind... Das Gegenteil von geschickt. Apart Beabsichtigtes und nicht Gekonntes. Gekonntes...! Nicht mehr Sache des Könnens ist Molières Behandlung. Man dulde das nicht länger. Hilfen des Gesetzes wider Aufdichter solchen Schlages gibt es nicht; Tote sind waffenlos; dach die atmenden Berufsgenossen heimgegangener Vettern haben die Pflicht edle Leichname zu schirmen. Der ganze Mythos steht frei, bitte; genug Uneingezäuntes liegt herum, was mancher dichtende Raritäteles auf neu arbeiten kann: doch geschlossene Genies dürfen im geringsten nicht von Kleineren zerschnitten werden und zermanscht Es ist genug. Finger weg. Ein öffentlicher Widerspruch der wertvollen Deutschen vor aller Welt sollte die Antwort sein. Die zweite Antwort ein Boykott solcher Bühnen, die sich an dergleichen in mitschuldig machen. (Ganz abseits hiervon wispert, raschelt, hupft, pfeift, lockt, summt schreit, lächelt klagt eine Musik von Strauß wie... Wie von einem Mozart, der holdes Meistersingerweben und Leo Fall studiert hätte. So ist sie,— nicht anders; oder ich will ein schlechter Kerl sein.) Der Nachfolger Carl Hagemanns am Deutschen Schauspielhause in Hamburg ist gewählt; es ist der Geheime Hofrat Max Grube, der jetzige Intendant des Meininger Hoftheaters. Grube, der im Meiningertum großgewordene Regisseur, der innerlich mit der Moderne so gut wie keine Fühlung hat, ist jedenfalls literarisch und regiekünstlerisch das ausgesprochene Gegenstück von Hagemann.— Die Hamburger Oper sucht einen neuen Kapellmeister, da Kapellmeister Klemperer infolge des jüngst gemeldeten Skandals nicht wieder dirigieren wird. Wie es heißt, soll an seine Stelle neben Weingartner Selmar Meyrowitz kommen, der jetzt noch am Münchener Hoftheater wirkt. Klemperer vehandelt mit dem Damstädter Hoftheater, seine Berufung dorthin scheint unmittelbar bevorzustehen. Die Pläne des früheren Hamburger Opernsängers Erhardt, * der auch 2 Jahre in Dortmund unter Gelling engagiert war, sich in Hamburg als Opernhaus=Direktor zu etablieren, scheinen endlich ihrer Verwirklichung entgegen gehen zu wollen. Erhardt hat das bisherige Hamburger Deutsche OperettenTheater auf St. Pauli für 24 Jahre gepachtet, um es nach gründlichem Umbau im September 1913 als Neue Hamburger Oper zu eröffnen. Als stellvertretender Direktor und Oberregisseur ist bereits Marimilian Moris, der frühere Direktor der Berliner Kurfürstenoper, verpflichtet worden. Erhardt, der auf seiner Bühne die Spieloper, besonders Mozart pflegen will, war auch der geistige Urheber des Riesenprojekts einer großen Altonaer Oper, das vom Altonaer Magisirat eifrig gefördert schan bald wieder zu Brabe getragen werden mußte, da die Altonaer Stadtverordneten das Geld für ein so vages Konkurrenzunternehmen gegen die Hamburger Oper nicht hergeben wollten. Der auch hier bestens bekannte schwedische Hofopernsänger John Forsell, der bei seinem letzten Auftreten in Berlin großen Beifall erntete, wird, wie aus Stockholm gemeldet wird, im Januar und Februar abermals im Königlichen Opernhaus in Berlin gastieren. Die Ausgrabungen auf dem Palatin. Die großen Ausgrabungen, die Giacomo Boni auf dem römischen Palatin planmäßig begonnen hat, haben jetzt so glänzende Ergebnisse erzielt, daß selbst die kühnsten Erwartungen übertroffen sind. Auf dem palatinischen Hügel, neben dem kapitolinischen, dem berühmtesten der sieben, wollte Boni von den strahlenden Palästen der Weltkaiser bis zu den rauhen Behausungen der ältesten Palatinbewohner hinabdringen. Sein Plan war, wie Fede###o Hermanin in der„Kunstchronik" berichtet, den Palast aufzufinden, den der Architekt Rabirius ungefähr im Jahre 91 n. Chr. auf dem Palatin erbaute, und die Aenderungen dieses Baues durch die Arbeiten von Jahrunderten bis auf Maxentius und Konstantin zu verfolgen. Boni will auch den neronianischen Bau und die älteren Wohnungen zurück bis auf Augustus erforschen und einen klaren Blick gewinnen über die alten Straßen, welche den Palatin durchkreuzten und die Privathäuser, die darauf standen und Männern wie Crassus, Catilina und Cicero gehörten. Zu den interessantesten Problemen gehört die Erforschung des Terrains, auf welchem die großen Prunksäle, des domitianischen Palastes stehen. Boni hat hier, wie schon auf dem Forum, das System der Forschungen nach Schichten angewandt, und es ist ihm auf diese Weise gelungen, schichtenweise übereinandergebaute Häuser zu entdecken. Seine erste Forschung spielte sich sozusagen auf der Oberfläche des historischen Hügels ab, da, wo wir gewohnt waren, die Ueberreste des Palastes der Flavier mit ihren mächtigen, leider fast bis auf die Grundfesten zerstörten Mauern zu suchen. Unter der Beüilikg hat man die großen zur Konservierung der lebendigen Fische gefunden, die Vivaria piscium, in die zum Teil auch Seewasser gebracht wurde, um die Erhaltung von Muränen und anderen feinen Meerfischen zu ermöglichen. Die Vivaria gehörten zum großen Haus Kaiser Neros, welcher hier vor den Flaviern hauste, und sie wurden durch die Neubauten dieser neuen Herren des Palatins zerstört. Neros Haus hatte aber schon andere Wohnstätten zerstört, deren Ueberreste Boni fand. Im Tablinum, der Aula Regia des Palastes, hat Boni die Pfeiler gefunden, auf denen der Sockel des Kaiserthrones ruhte. Go glaubt er auch Lararium die Altäre entdeckt zu haben, die Domitian und Eliogabalus da geweiht hatten. Ganz und gar verändert ist das Aussehen des großen Peristylium, wo man auf das ganz erhaltene mächtige Impluvium gestoßen ist. Man hat die Nischen, welche die Wände schmückten, entdeckt und die Wasserröhren. Ein kleiner, innerer, abgegrenzter Raum in achteckiger Form zeigt uns, daß bald das Impluvium als zu groß angesehen wurde und beschränkt werden mußte. Während unter dem Triclinium interessante Bauten ans Licht gekommen sind, hat man im Triclinium selbst große Bruchstücke des herrlich gearbeiteten Gebälks gefunden, und daneben sind auf der Seite von Villa Mills nicht nur ein Nymphäum, in Form und Schmuck dem auf der Kapitolseite, das man seit langem kennt, ähnlich, sondern auch Wohn= und Wirtschaftsräume zum Vorschein gekommen. Diese nah und unter der Oberfläche gemachten Entdeckungen haben aber nur einen geringen Wert ha Bau Domitians weichen müssen, und schon dieser neronische Bau stand auf einem älteren, wohl aus der Zeit Julius Cäsars stammenden, und diesem Haus war wieder ein anderes aus republikanischer Zeit zum Opfer gefallen. Nirgends sonst hat man wohl eine solche Uebereinandertürmung gefunden, wenn man bedenkt, daß Boni unter dem republikanischen Haus auf die Favissae Palatinae gestoßen ist; diese dunklen Höhlen, welche durch organische und unorganische Ueberreste klar als älteste Wohnungsstätten sich kundgeben. Das durch den neronianischen Bau zerstörte Haus bewahrt ganz köstliche Ueberreste reicher Dekoration. Diese Detoration ist höchst eigentümlich und interessant, weil zeigen. Trotz der Zerstörungen Neros und Domitians sind nicht nur große Wandflächen erhalten, sondern auch ein weites Stück der Wölbung eines großen Saales, in den dann später die Vivaria bineingebaut wurden. Auf den Wänden haben die Dekorationen die Form von Kandelabern, welche mit den Federn der Osiris geschmückt sind, während die Decke mit großen Teppichen bespannt erscheint, auf welchen große blaue Füße mit goldenen Lichtern gemalt sind. Das andere, ältere republikanische Haus, welches unter dem Lavarium aufgefunden worden ist, zeigt nicht nur in einigen ganz unversehrt erhaltenen Räumen eine eigentümliche Wanddekoration von gemalten Achat= und Alabasterplatten, sondern auch in ihrer Art einzig dastehende Fußböden aus weißem Stein und ganz gewöhnlichem Flußstein in verschiedenen Farben. Unter dem Triclinium ist aber das prächtig geschmückte Haus zum Vorschein gekommen. Boni glaubt es in die Zeit des Augustus oder in die des jungen Tiberius setzen zu können, und sicher gehören die herrlichen Malereien mit Szenen aus der Hoyssee zu dem schönsten, was von der antiken Malkunst bis auf uns gekommen ist. Ganz fabelhaft reich und herrlich war dann die Dekoration dieser Räume mit den verschiedensten farbigen Emaillen und echten Vergoldungen. Von Neros Palast ist das einzige wohlerhaltene, auf das man bis jetzt gestoßen ist, ein großer Marmorfußboden. welcher neben dem linken Nyphäum beim großen Trielinium des Domitian zum Vorschein gekommen ist. Malereien und Marmorarbeiten zeigen wieder einmal, wie unsinnig es ist, diese Dekorationen immer als pompejanisch bezeichnen zu wollen, während auch das Beste in der in der campanischen Provinzstadt nur als ein Echo der herrlichen Leistungen der dekorativen Künstler Roms angesehen werden kann. Neben den einfachen, bekannten Maltechniken, die wir eben aus Pompeji kennen, zeigen sich hier im Mittelpunkt der römischen Kultur ganz raffinierte Techniken. Einige Decken sind mit feinsten Stuckdekorationen, die mit echten Vergoldungen abwechseln, dekoriert, und, was noch mehr in Erstaunen setzt, ist, daß zum Wandschmuck auch die feinsten Emaillen zwischen den Stucken eingelassen sind. Hier haben die großen Renaissancedelorateure, vor allem Raffael, für seine Stanzen und Villa Madama, noch ihre Vorbilder gehabt. * *-"„ Stadt Thleatel Arlang 810 uh. Theater Geruruf 1850. Mittwoch, den 8 Januar 1913 Nachm. 3½—5¼ Uhr. Volkstümliche Preise me- Nur bis 15. Januar Bonsationelles Dastsplel der berühmten amerikanischen Universal- Künstler Sneewittchen und die 7 Zwerg Weihnachts-Komödie v. Görner. K4gbteter Brothers dazu 7 Attraktionen. 3 Olympia-Tunnel Theo Haussmann der beliebte u. bekannterheinische Komiker als 995. mit seinem Tühfes Ensemble. Pedelsaum. 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Werftdivision in Wilhelmshaven stellt zu Anfang April 1913 dreijährig=freiwillige Heizer, sowie Maschinistenanwärter(Deckoffizierlaufbahn) ein. Den Angehörigen dieser Laufbahn bietet sich später Gelegenheit, das Ausland kennen zu lernen. Einstellungsgesuche sind möglichst bald an die 2. Abteilung einzureichen und müssen enthalten: 1. Meldeschein zum Eintritt als dreijährig Freiwilliger; derselbe wird vom Zivilvorsitzenden des Ersatzkommission(Landrat) ausgestellt. 2. Nachweis über eine längere Beschäftigung als Metall=, Hütten=, Hochofen=, Gaswerks= oder Feuerarbeiter, Bergleute oder einer ähnlichen Beschäftigung. Bewerber, die Anwärter für die Maschinsten(Deckoffizier)=Laufvaon werden wollen, müssen Zeugnisse über dreijährige Lehrzeit oder Arbeitszeit als Schlosser, Maschinenbauer, Dreher, Kupferschmied, Kessel=, Huf= oder Wagenschmied. Installateur, Klempner, Schmied oder Elektriker, oder in ähnlichen Berufen einsenden. 3. Einen selbstgeschriebenen, kurzen Lebenslauf. Mindestalter von 17 Jahren; die ärztliche Untersuchung wird auf dem nächsten Bezirkskommando veranlaßt. Prospekte mit genauen Angaben über die Maschinisten=Laufbahn werden von der Abteilung auf Wunsch gratis zugesandt. Frische Flomen... 85 Pt, Trock. Abfall-Plockwurst 90 Pt. erhältlich in unsern Filialen Kalserstr. 14, Rhoinische. Strasse 9 u. Stoinstr. 47. Kolonialwaren-Auktion! Im Auftrage des Konkursverwalters werde ich am Donnerstag, Freitag und Samstag, den., 10. und 11. Januar, vormittags 10 Uhr im Lokale Oesterholsstrasse 93 aus einem Konkurse Bohnen, Linsen, Nudeln, Erbsen, Kaffee, Zucker, Reis, Graupen, Oats, Stärke, Konserven, Sauerkraut, Heringe, Gurken, Oele, Weine, Schokolade, Marmelade, Margarine, Honig. Maggi-Suppenwürf., Pudding. pulver, Tabak, Schrubber, Besen, Aufnehmer u. sonstige Kolonialw. meistbietend gegen Zahlung verkaufen. Die Sachen sind 2 Stunden vorher zu besichtigen. Christian Müller, Auktionator Reinoldistr. 15 Dortmund Telephon 1002. 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Neben den beiden Künstlern erfreuen hauptsächlich der geschätzte Humorist Oscar Huber und vor allem die reizende Tierdressur der Miß Octavio die Zuschauer in höchstem Maße und werden durch nicht endenwollenden Beifall ausgezeichnet. In dem 2. Vereinskonzert der Musikalischen Gesellschaft am 9. Januar, abends 8 Uhr, an der Kronenburg, wird Herr G. A. Walter aus Berlin mitwirken. Herr Walter gehört zu den immer seltener werdenden Tenören, bei denen eine außerordentlich tüchtige und gründliche Durchbildung der Stimme die Hauptsache ist. Großer Wohlklang, ausgeglichen in allen Registern reicher Modulation fähig, vom Forte bis zum zartesten Piano verleiht der weichen, sympathischen Stimme einen fesselnden Reiz. Karten zu.—,.— und .— Mark sind zu haben im Verkehrsverein, Markt, und im Bureau der Musikalischen Gesellschaft, Ballenstraße 34. 1 Singakademie. Im zweiten am 10. Februar in der Kronenburg stattfindenden Konzert der Singakademie(Dirigent: Robert Schirmer) gelangen außer dem ganz besonders interessierenden Chorwerke„Nänie“ von Brahms folgende a capella=Gesänge für gemischten Chor zur Aufführung: Zwei Gesänge aus dem 16. Jahrhundert von Palistrine und Gastoldi, Vierstimmige Chöre von Brahms, Reinecke(altfranz. Volkslied), Schumann und Mendelssohn.„Wenn's Ostern wird am Tiberstrom", sechsstimmig, von Vierling,„Breitet euer leicht Gefieder", achtstimmig(russisch), von Cäsar Cui und„Lütt Mutten de Hus“(holsteinisch) von Max Stenge. Von auswärtigen Solisten werden Frau Paula Ehrenfried, Konzertsängerin aus Köln, und der hier so geschätzte Baritonist Herr Richard Schmid aus Hannover mitwirken. Gewerbe=Verein. Am Donnerstag abend 8½ Uhr läßt der Gewerbe=Verein in seinem großen Saale einen öffentlichen Vortrag über„Entstehung, Einrichtung und Zweck eines. modernen deutschen Kriegsschiffes" durch den Marineschriftsteller Fritz Jacobs aus Mülheim(Ruhr) halten. Der Vortrag wird durch zahlreiche Lichtbilder erläutert werden. Zu dem hochinteressanten und belehrenden Vortrage haben nicht bloß die Mitglieder des Gewerbe=Vereins sondern auch Richt=Mitglieder freien Zutritt. Sauerländischer Gebirgs=Verein. Zur Rückbeförderung der Teilnehmer an der am Samstag, 11. Januar, abends 8 Uhr, im großen Saale des Fredenbaum beginnenden Feier des diesjährigen Stiftungsfestes des S. G. V. wird die städtische Straßenbahnverwaltung Sonntag früh von 1 bis 5 Uhr in halbstündigen Zwischenräumen Wagen zur Verfügung stellen. Im Blücher, Münsterstraße 77. Heute, Mittwoch, findet wieder der beliebte Familien=Abend unter Mitwirkung des Liedersängers Herrn Kastens aus Hamburg und der Konzersängerin Frl. Weißenberg statt. Donnerstag: Närrische Kappensitzung des Dramatischen Vereins„Edelweiß". Carneval 1913. Mehrfach geäußerten Wünschen seiner vielen Freunde und Gönner entsprechend, feiert der bekannte Dortmunder MännerGesang=Verein am Sonnabend, 1. Februar in sämtlichen Räumen des Fredenbaum einen großen Preismaskenball. Seit Wochen ist eine hierfür gewählte Kommission eifrig mit den Vorarbeiten beschäftigt.(Siehe heutiges Inserat.) Große Allgemeine Karnevals=Gesellschaft, Gewerbeverein. Wie aus der Anzeige in der heutigen Ausgabe ersichtlich ist, hält die obige Gesellschaft heute Abend im Gewerbeverein ihre 2. große närrische Sitzung mit Damen ab. Erstklassige Redner und vorzügliche Lieder werden für einige genußreiche Stunden garantieren und kann der Besuch nur bestens empfohlen werden. Nach der Sitzung wird noch ein Tänzchen das lustige Narrenvölkchen zusammenhalten. Der Garde=Verein hielt seine erste diesjährige Genevalversammlung im Sonntag Nachmittag im Kölnischen Hofe ab. Der 1. Vorsitzende, Kam. H. W. Schulte, eröffnete die Versammlung in üblicher Weise. Nachdem 10 neue Mitglieder ausgenommen worden waren, erstattete der Schriftführer Kam. Koch, den Jahresbericht, dem folgendes zu entnehmen ist: Die Mitgliederzahl betrug am 1. 1913 698. 59 neue Mitglieder wurden ausgenommen, 12 Mitglieder sind gestorben, deren Andenken durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. 47 Mitglieder wurden gestrichen. Hierbei ermahnte der Vorsitzende die Anwesenden, doch stets dem Verein gegenüber ihren Verpflichtungen nachenkommen, da die Sterbegelder nicht gezahlt sobald ein Mitglied gestrichen ist. Weiter gurde hervorgehoben, daß im verflossenen Jahre auch der Jugendpflege gedacht wurde, indem eine Jugendwehr ins Leben gerufen ist, in der 120 junge Leute ausgebildet worden sind. Dem Leiter der Jugendwehr, Kam. Wilke, wurde besonderer Dank ausgesprochen. Hierauf erstattete namens der Kassenprüfer Kam. Middeldorf den Kassenbericht, der einen Ueberschuß von 674,25 Mark ergab. Das Vereinsvermögen hat sich auf 8614,74 Mark erhöht. Für Sterbegeld hat der Verein 1912 2800 Mark und für Unterstützungen in Not geratener Kameraden 570 Mark ausgegeben. Dem Kassierer Kam. Rüther, sowie dem Gesamtvorstand wurde Entlastung erteilt. Bei der Vorstandswahl ergab sich die Wiederwahl der Kam. Rüther als 1. Kassierer, Kleinschmidt als 2. Schriftführer, Hinderko und Meißner als Beisitzer, neugewählt wurden die Kameraden Wohlers und Witkop als Beisitzer. Als Fahnenträger bezw. Begleiter wurden die Kameraden Teckemeyer, Drüke und Schulz wiedergewählt. Der Geburtstag des Kaiserz wird am 2. Februar im Köln. Hof unter Mitwirkung von Mitgliedern hiesigen Stadttheaters festlich begangen. Pastor Felke-Heilweise. Ratertellung für Kranke aller Art Dortmund, Burgwall 87, part rechts. Montag und Donneretag 9½—1 und—5½ Uhr. Dr. phill. Mayus 43082 vom Pastor Peike beglaubigter Vertreter. Fastor Feike Helweise. Wilh. Küper. 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Dorstfeld, Hörde, Cörne A leidan leiden Hirungeerrsteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Steuergemeinde Dortmund belegene, im Grundbuch von Dortmund Band 118 Blatt Nr. 878, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Witwe Privatmann Heinrich Moritz Strothenke, Johanna geborene Bendlage, in fortgesetzter westfälischer Gütergemeinschaft mit ihren Kindern, den Geschwistern Wilhelm, Auguste Johanna, Hedwig und August Strothenke, eingetragene Grundstück Flur 100 Nr 19, Brunnenstraße Haus Nr. 40, Hofraum mit Wohnhaus, 2 Ar 12 gm groß, Grundsteuermutterrolle 1991., Gebäudesteuernutzungswert 1660 Ml., am 4. März 1913, vormittags 10 Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle — Holländischestraße 22, 1.— Zimmer Nr. 108, versteigert werden.elge Der Versteigerungsvermerk ist am 16. Dezember 1912 in das Grundbuch eingetragen. Dortmund, den 8. Januar 1913. Kontarsverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Moritz, Bachrach in Castrop, Inhaberin Ehefrau Kaufmann Eduard Elsberg, Elly geborene Heymann in Castrop ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verworters iuz Erhahung; der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhedung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtiBeschlußfasse genden Forderungen.— und zur Egschag#assung der Glaubiger über die nicht verwertbaren Vermogensstuce— der Schlußtermin auf den 25. Januar 1913, vormitt. 11 Uhr hierselbst, Zimmer vor dem Königlichen Amtsgerichte Nr. 4 bestimmt. Castrop i.., den 81. Dezember 1912. Aerichteschre: Bäumer Aktuar, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts. deh. m. best. Erfolge, sow. Asthma, Lungenleiden. Husten, Bettnässen, Ausschlag, Würmer, Blasenl. usw. Frau J. Hugo, Dortmund Münsterstraße 118. Auskunft umsonst. Verloren- Getundeng Sonntag nachmittag mattgoldene Brosche verloren. Wiederbringer gute Belohn. ) Münsterstraße 51, Laden. Am Sonntag d. 5. Jan. ist auf d. Wege v. d. Wirtschaft Dörstelmann b. z. Wiesenst. e. Ziehharmonika verloren gegangen. G. gute Belohn. abza. Dorstfeld, Wiesenst. 26 Goldenes Armband verloren. Wiederbringer erh. Belohn. straße 7, 11. ) F e l d h e r r n s t r a ß e Jg. drahthaar. BrauntigerJagdhündin zugelauf. Abzuhol. Märkischestr. 16 bt. Dobermann entlaufen! auf den Nam.„Golf“ hör., schwarz m. rostbr., weiße Brust. Rechter Fangzahn abgebrochen. Vor Ankauf w. gew. Wiederbr. gute Bel. Dir. Gallasch, Brambauer. Schwarzer Vovermann entlaufen. Hört auf Prinz. Erkennungszeichen hell. led. Würghalsband. Gegen Belohnung abzugeben Feldstr. 27, Kontor, Telef. 388. Br. Jagdhund zugelauf. Fichtestr. 11, 3. E. Schw. Schäferhund entlauf. Wiederbr. Belohnung. Akter Mühlenweg 10. Jung,, schwarz., br. Teckel entl., Wiederbr. erh. Belohnung. Hohensyburgstr. 78.( Dienstag mora. Schäferh., auf den Namen„Lux“ hör., entlaufen. Wiederbr. erhält Belohn. 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Auch mußten die Kranken sortiert werden; diese Umstände ersorderten, wie gesagt, rastlose und aufmerksame Tätigkeit. Wir hatten trotz der Ueberfüllung täglich nur zwei bis drei Todesfälle zu verzeichnen. Trotzdem tat uns jedesmal das Herz weh, wenn wieder so ein armer Kerl hinausgetragen und irgendwo draußen verscharrt wurde. Diese Verwundeten, die nebenbei infektiös erkrankt waren, behandelte Dr. Manolow, dessen vielseiniges und aufopferndes Wirken nicht genug bewundert werden kann. Obwohl wir in den Straßen Kinder sahen, die mit frischen Blattern behaftet waren, kam in der Armee, infolge des Impfzwanges, kein Pockenfall vor. Wir vitten jeden Morgen die deei Kilometer von Tschorlu bis zu unsrer Spitalskaserne. In der Nacht weckten uns häufig die Krähen, die in Schwäroen im Dachgebälke der Häuser schlafen und nisten und tagsüber in unermeßlichen Zügen über das Land fliegen. Manchmal wurden wir von ganzen Rudeln der wilden Hunde angekläfft, die ihre häßlichen Vorräte an gefallenen Büffeln und Pferden eisersüchtig bewachten. Unsre kleinen türki'chen Pferde erschraken immer sehr vor ihnen. Die Bulgaren hatten sorgfältig alles der Vergänglichkeit Verfaklene begraben; aber trotzdem war es nicht gu vermeiden, daß man manchmal irgendwo ein verdächtiges Kleiderbündel oder einen aufgedunsenen Büffel liegen sah. In solchen Fällen versahen diese Hunde das Amt der Sanitätspolizei. Ueberall aber liegen in Unmengen, Patronen, zerbrochene Räder, Schrapnells, Geschützpatronen und Protzkasten herum, und an manchen Stellen sieht man deutlich die Spuren großer Biwaks. Die Gegend ist kahl und iraurig. Auf den wenigen Bäumen sind Wildtaubennester in großer Menge. Ueberall sind hier Feldspitäler errichtet, auch in der Moschee. Charakteristisch sind die türkischen Windmühlen, die den Ort umgeben. Einmal überraschten unz in bulgarischen Diensten stehende Aviatiker durch prächtige Schauflüge. Nachts brann. den überall die Feuer der kampierenden Posten, und der heulende Wind, der selten aussetzte, trieb den scharfen Rauch des brennenden Holzes über das weite Feld. Unfre Mahlzeiten bestanden durchweg aus Hamwelfleisch und Brot. Wir mußten natürlich wegen der großen Insektionsgefahr mit dem Essen sehr vorsichtig sein und selbst kochen. Die Häuser waren leer, da die griechischen Einwohner alles geplündert hatten. Die herrlichste, natürlich gestohlene Brussaseide wurde um zwanzig bis dreißig Heller per Meter verkauft. Die Türken waren ausnahmslos geflohen obwohl sie von den ausgezeichnet disziplinierten bulgarischen Truppen nichts zu fürchten hatten. Eben jetzt sind überall bulgarische Feldgerichte in Tätigkeit, die das Eigentum der geklohenen Türken sicherstellen und das gestohlene Gut, so weit es möglich ist, den Griechen und Armeniern wieder abnehmen. Man darf allerdings Leinen zu strengen Maßstab an diese Leute anlegen; da die Türken das Land verließen, bemächLigten sie sich eben als Erste des hervenlosen Gutes. Die Bulgaren, mit denen wir während der Reise und in unsrer Mission zu tun hatten, machten durchweg einen ausgezeichneten Eindruck. Die Offiziere waren sehr gebildete Menschen von brillanten Manieren und sprachen alle Französisch, zum größten Teil sogar Deutsch. Die Soldaten sind ausgezeichnet diszipkiniert, und man merkt den rubige, ernsten Leuten den Furor, den sie in der Schlacht entwickeln gar nicht an. Sie lachen fast gar nicht, und wenn sie singen Ringt es wie die melancholischen Töne einer Hirtenschalmei. Proviant ist im Ueberfluß vorhanden. Mit Vorliebe tragen die Leute ihre gewohnten Opanken und dicke Wollstrümpfe die guten Lederhalbstiefel verschmähend. Frauen, die zurückgeblieben waren, wurden in keiner Weise belästigt. Wenn Untaten vorgekommen sind, fallen sie den regulären Trupven gewiß nicht zur Last. Wir sahen 18jährige Rekruten und mitten unter ihnen einen Universitätsprofessor aus Sofia, der als gemeiner Soldat diente. Im übrigen ist der Geist der Armee ein durchaus demokratischer und selbstbewußter. Der Grundzug des Charakters der Bulgaren, die ich kennen lernte, schien mir glühende Vaterlandsliebe and große Bescheidenheit im Beurteilen der eigenen Leistungen zu sein. Am 20. Dezember 1912 war unsere Mission beendet und die Laboratorien konnten dank der ausgezeichneten Organisation des Professors Kraus ohne weiteres von der bulgarischen Regierung übernommen werden. Wir reisten ab, diesmal in Frachtwaggons, und fuhren achtzehn Stunden, an Lüle=Burgas vorüber, nach Lozengrad. An dieser Stelle möchte ich bemerken, daß von seiten der Bulgaren, sowohl von der Regierung als von jedem einzelnen, alles nur Erdenkliche getan wurde, um uns den Aufenthalt angenehm und bequem zu machen. Wir wunderten uns oft, wie es bei den enormen Schwierigkeiten, die der Krieg wit sich bringt, möglich war, uns so zu berücksichtigen, und es berührt seltsam, wenn man gelegentlich von nicht erfüllten Ansprüchen fremder Gäste hört, die sich unzufrieden äußerten. Wer Soldat gewosen ist, kann beurteilen, was die Bulgaren genade den fremden Missionen gegenüber geleistet haben. So mußten wir während der achtzehnstündigen Fahrt im Frachtwagen, die übrigens bulgarische Offiziere mit uns machten, daß man solche Kleimigkeiten im Krieg als selbstverständlich hinnehmen muß. Lozengrad entzückte uns durch seine Sauberkeit, die gegen Tschorku sehr abstach. Der Leibarzt des Königs, Dr. Gractzer, und Direktor Kirow hatten bereits auf das beste für uns gesorgt und nahmen sich nun in aufmerksamster Weise unser an. Wir besichtigten die Festung Kirkkilisse, die uns recht veraltet zu schein schien, aber sicherlich eine starke natürliche Position hat. Hier standen noch mehr als zweihundert türkische Kanonen, und große Munitionsvorräte lagerten überall. Bekanntlich wurden die Forts schließlich fast mühelos eingenommen, nachdem zwei Stürme blutig abgewiesen worden waren. Von hier reisten wir nach Dimotika, dann mittls Automobils nach Semenli, nachdem wir die prachtvolle Gartenstadt Portoköj besucht hatten. Große russische Pferdetransporte kamen an uns vorüber, und wir dachten an das Pferdespital in Tschorlu, wo die armen Tiere, die von Tschataldscha kamen, mit schweren Wunden und blutig gedrückten Rücken in Pflege standen. Ueber die Arda konnten wir diesmal schon auf der neuen Pontonbrücke fahren. Dr. Iwanow, den wir kennen gelernt hatten, hatte bei solch einer neugeschlagenen Brücke auf tragische Weise einen sehr braven Diener verloren. Der Zug, in dem er fuhr, war nachts auf einer schmalen Notbrücke, die etwas mehr als Schienenbreite hatte, stehen geblieben, und der Unglückliche, der erwachte und aus irgendwelchen Gründen aussteigen wollte, sprang vom Waggon direkt ins Leere und verschwand im Abgrund. Von Karagatsch ging es wieder nach Mustafa=Pascha, wo wir am 23. Dezember nachmittags eintrafen. Am nächsten Tage wurden wir in Sosia auf solenne Weise empfangen und traten, nachdem unsere Aufgabe beendet war, die Rückreise an. So düster auch das Bild war, das sich uns vielfach bot, so ging aus ihm doch wie ein helles Licht die Idee der Menschenbrüderschaft hervor, die sich in der internationalen Hilfeleistung glänzend manifestierte. Man mag über den Krieg denken wie man will. Wenn er einmal als Tatsache gegeben ist, erscheint alles Jammern vergeblich. Nur eines kann seine Grausamkeiten mildern: wenn man seinen Schrecken und vor allem seinen häßlichen und mehr als er selbst mörderischen Gefolgschaften, den Seuchen, die internationale Truppe der Menschlichteit, die Aerzte, entgegenstellt. Das Grauen der Jeldzüge schrumpft auf einen kleinen Rest zusammen, wenn man die Gefahren, die schrecklichen sind als Kugelwunden und Granatenwirkung, mit den Waffen bekämpft, die uns die exakte Wissenschaft zugänglich gemacht hat. Hikolaus I. und die Ermordung seines Vaters. Man schreibt der„Frankf. Ztg.“: Bekanntlich ist die Wahrheit über den Tod Pauls I. Jahrzehntelang der russischen Oeffentlichkeit verschwiegen worden; ein tödlich verlaufener Schlaganfall mußte das plötzliche Ableben des Kaisers erklären. Wie einst zur Zeit Katharinas II. der Tod Peters III., ihres Gemahls, nicht berührt werden durfte, so herrschte am Hofe Alexanders I. und Nikolaus I. das strenge Verbot, den Namen Pauls auch nur zu nennen. Das furchtbare Ereignis war geschehen, aber es durfte nicht davon geredet werden, und wie ein Druck lastete die Erinnerung daran auf den Gemütern derer, die um das Geheimnis der Ermordung des Kaisers wußten. Ueber diese Verhältnisse handelt ein fesselnder Aufsatz von Léonce Pingaud im neuesten Hefte des„Correspondant“, aus dem vor allem hervorgeht, daß Nikolaus I. mit geradezu verzweifelten Mitteln versuchte, für ewige Zeiten seinen Russen die Tatsache der Ermordung eines Zaren vorzuenthalten. Ganze Stöße eigenhändiger Briefe von Mitgliedern der kaiserlichen Familie, besonders der Kaiserinnen Marie und Elisabeth, der Gemahlinnen Pauls I. und Alexanders., wurden vor seinen Augen in einem Kamin des Winterpalais verbrannt, und mit eigener Hand soll er die„Journale“ von den Reisen seines Vaters durch Deutschland und Frankreich vernichtet haben. Daß Paul k. Tagebücher geführt hat, ist eine beglaubigte Tatsache, aber vergebens werden diese Aufzeichnungen seiner Jugend in den staatlichen wie in den kaiserlichen Hausarchiven gesucht. Auch fremde Regierungen zerstörten aus Furcht vor dem mächtigen, weitreichenden Willen des Zaren wichtige Archivalien wie etwa die Regierung des ehemaligen Königreichs Neapel, die aus den Berichten ihres Gesandten alle Stellen entfernte, in denen von der Ermodung Pauls die Rede war. Dem Zaxen war es gleichgültig, ob er sich bei seinem Bemuhen, das Andenken seines Vaters zu „ehren“, an fremdem Eigentum vergriff. So waren die Papiere eines Freundes Pauls, eines Grafen Golowine, der 1801 nach der Ermordung des Kaisers ins Ausland floh, bei einer vornehmen Familie Berns untergebracht und dort nach seinem Tode in versiegelten Kisten aufbewahrt worden. Als nun nach seinem Tode die Familie die Auslieferung dieser Papiere forderte, wanderten sie zunächst in die kaiserliche Kabinettskanzlei, und seit jener Zeit fehlen die Aufzeichnungen des Grafen von dem Jahre 1799 ab. Vor nicht langer Zeit hat ein Nachkomme dieses Grafen Golowine, die Paviere(in Paris) drucken lassen, und als er an die Stelle gelangte, wo kaiserlicher Wille das Manuskript verstümmelt hatte, fügte er der Publikation des Fragments die durchsichtigen Worte hinzu: „Die Tat war das Werk unbekannter Leute, die vielleicht in Beziehungen standen zu: Aus fremdländischen Geschichtswerken, wenn sie überhaupt von der russischen Zensur in Rußland zugelassen wurden, mußten alle Stellen entfernt. werden, die von einem unnatürlichen Tode des Kaisers handelten, und niemand, er mochte noch so hoch stehen,: war vor dem Zorn und der Ungnade des Zaren sicher, wenn er hierin seinem Willen entgegenhandelte. So hatte einer seiner Günstlinge, ein Graf Dolgorukow, Gesandter in Paris, ein Werk über den russischen Adel verfaßt und bei einem Mitgliede der Familie Pahlen die unvorsichtige Bemerkung gemacht: einer der Mörder des Kaisers Paul. Als Nikolaus dies las, geriet er in eine sinnlose Wut. Sofort ließ er den Gesandten nach Petersburg kommen, kündigte ihm dort seine Absetzung an und verbannte ihn in ein kleines gottverlassenes Nest an der sibirischen Grenze. Kaiser Paul 1. war am Schlagflusse gestorben— das war die offizielle russische Angabe, und bei dieser sollte es bleiben. Briefkasten der Redaktion. F. G. Alt. Wenden Sie sich an den Direktor des städt. Kunst= und Gewerbemuseums in Dortmund. Alter Abonnent I. W. Eil- oder Personenzug ca. 10 Mk. einfach. H. H. 100. Man hat den 1. Tag des Frühlingsmonats willkürlich ausgewählt, um dem Festtag eine symbolische Bedeutung zu geben. E.., Bommern. Ihre Tochter muß sich auf ausgeschriebene Stellungen bewerben oder einmal selbst inserieren. C. H. Offizielle Zeitung der deutschen Zigarven=Laden=Inhaber, Hamburg, Westdeutsche Zigarrenhändler=Zeitung, Köln. Null plus Null gibt Null. Wenden Sie sich an das zuständige Bezirkskommando. 100, Scharnhorst. An der Ecke der Schützen= und Kirchenstraße. F. E. 95. Höllensteintinktur. Waltrop 168. 1 Nein Reifezeugnis einer Mittelschule resp. der 2. Klasse einer höheren Mädchenschule. 2. In der Wilhelmstraße. 3. Am besten schon bald, hat aber bis Ostern Zeit. 4. 250 Mark jährlich. 5. Bei Anmeldung wenden Sie sich an den Direktor der städtischen kaufm. Unterrichtsanstalten Dr. E. May, Hiltropwall 19. Z. 101. Ja, aber wenden Sie sich vorher an den zuständigen Rektor. Fässer. Höchstfrist 1 Jahr. H. K. Langendreer. 256. 1. Oberflächliche, vermöge ihres Sitzes nicht hinderliche Narben am linken Oberschenkel und allgemeine Schwächlichkeit des Körpers. Ein Jahr zurück. 2. Im zweiten Jahrgang genau wie oben. F. W. 300. 9 Mark. C. F. 135. 1. Vom Standesamt Ihres Geburtsortes. 2. Von der Stadt=Gemeinde, wo Sie geimpft sind. 3. Das Spielen in dieser Lotterie ist verboten und können wir Ihnen deshalb eine derartige Adresse nicht angeben. W. Z. 56. Berlin C. 2, Stralauerstr. 53, I. A. K. Langendreer. Wenden Sie sich an das deutsche Konsulat in Buenos=Aires. W. S. 309. Derartige Adressen geben wir grundsätzlich nicht an. M. M. Gelsenkirchen II. Rund 100000 Einwohner. J. 7. Ist uns nicht bekannt. Hygieni 100. Wissen wir nicht, wenden Sie sich mit ihrer Frage direkt an einen derartigen Großbetrieb. J. L. Aumeville. Auf der Strecke Neuß=Köln liegt Dormagen. Die nächsten Eisenbahnstationen von Knechtsteden sind Dormagen und Rommerskirchen. O. Dortmund. Jeden Montag ist Zucht= und Faselvichmarkt. V. 21. 1. C. 49 ist Krankheiten des Herzens oder der großen Gefäße,(Herzmuskel, Herzbeutel etc.). 2. C. 1 ist allgemeine Schwächlichkeit. K. M. 100, Nein. Alter Abonnent, Herdecke. Ja. F.., 100. Nein. J.., Dortmund. Nein. V. K. Herne. Dortmund. M. B. 1884. 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Finden in ihm doch Angehörige aller Berufszweige, nicht nur Handlungsgehilfen und Techniker, in allgemein interessierenden Aufsätzen ihre wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialpolitischen Standesfragen von bei rufenen Federn behandelt. Tägliche Gratisbeilage zum Dortmunder General-Anzeiger. Nr. 8. Mittwoch, 8. Januar 1913. Auch in des Gauklers Brust... 14 Elsners Denken wäre ein anderes gewesen, wenn er den Schritt gekannt, den Sonja für ihn getan, wenn er gewußt, daß das Weib in ihr erwacht war, das liebende Weib— vor ihm stand nur das reiche, verwöhnte Mädchen, das Gefallen an ihm gefunden, sich im Rausch des Festes einen Augenblick vergessen, seine Küsse erwidert, seine Liebesschwüre angehört hatte. War sie nicht zu Tod erschrocken gewesen, als der andere dazwischen getreten, hatte sich wie eine ertappte Sünderin von ihm abgewandt und war geflohen? Warum sie ihre Verlobung gelöst— auch das wußie er nicht. Vielleicht hatte nicht sie das getan, sondern jener, der sie in seinen Armen getroffen— nur so konnte es sein— wie hatte er etwas anderes denken können. Kein Wort hatte sie von sich hören lassen, ihr Ruf, auf den er mit Sehnsucht, mit Gier gewartet, war nicht erschallt— sie war gewiß froh, daß er nicht gekommen und seine eingebildeten Rechte geltend gemacht hatte. Und wer hatte es durchgesetzt, daß seine Ausweisung zurückgezogen— auch dafür fand er eine Erklärung: vielleicht ihr Vater, der ihn eingeladen, dessen Stolz es nicht zuließ, daß ein Gast seines Hauses so behandelt wurde— der Herr Kommerzienvat, der es als Schande empfunden, daß man ihn, nachdem er ihm Gastfreundschaft gewährt, am andern Tag wie einen Verbrecher forttrieb. Aber die Blumen, die sie ihm in die Garderobe geschickt— auch das galt nichts, das gehörte so zu all den Ovationen, die man ihm dargebracht— sie hatte doch auch ihren Glückwunsch anbringen wollen— niemand wußte ja davon— ein pikanter Scherz wie ihre Zirkusbesuche, wie die Tändelei mit ihm in ihrem Hause. Und nun sollte er hingehen und sagen: ich bin wieder der reiche Elsner, den Zirkusmenschen habe ich abgestreift, jetzt können Sie mir am hellen Tag Ihre Hand reichen— Er lacht auf, fühlte, wie er verbittet war— er konnte nicht anders, immer wieder stieg die Erinnerung in ihm auf: kein Wort, kein Zeichen von ihr, als er sich einsam, ausgestoßen gePP faee e au a Ein körperlicher Schmerz, ein Stechen in den Fingerspitzen, das er bisher nicht beachtet, das sich jetzt fühlbarer machte, riß ihn aus seinen Gedanken. Er sah auf seine Hand, die noch immer den offenen Brief hielt, in den er wohl ab und zu einen Blick hineingeworfen, um sich zu vergewissern, daß er das alles nicht träume. Die Finger waren an den Spitzen weiß geworden, dem Erfrieren nahe — er rieb die Hand mit der andern, die er in der Pelztasche gehalten, rief einen Schlitten und fuhr nach Hause. Unterwegs suchte Elsner weiter zu denken; keinen Schritt wollte er tun— mochte sie glücklich werden. Mit Pawlowsky würde er noch heute sprechen, der mußte ihn freigeben, die Konventionalstrafe, die in seinem Kontrakt vorgesehen, würde er ihm von Hamburg aus schicken, oder er könnte sich telegraphisch Geld kommen lassen, das würde besser sein— warum sollte er von dem fremden Mann Vertrauen verlangen— den Brief wollte er ihm nicht zeigen, auch von der Wendung, die sein Leben genommen, nichts sagen. Nur Bela wollte er ins Vertrauen ziehen, der war doch der einzige, der ihm geblieben. Dann fiel Elsner wieder die Depesche nach Hamburg ein— gleich jetzt wollte er sie abschicken, so schnell wie möglich, morgen, übermorgen abreisen, was hielt ihn denn hier noch. Er rief dem Kutscher zu, ins Telegraphenamt zu fahren— als er da angekommen, konnte er mit den noch strifen Fingern die Depesche nicht schreiben, mußte die Feder wieder fortlegen. Der Beamte hatte ihn beobachtet und bot seine Hilfe an— er war ein Deutscher— aus den Ostseeprovinzen— als er gesehen, daß Elsner zu schreiben versucht und damit nicht weiterkam, forderte er ihn auf, ihm zu diktieren. Der Beamte horchte erstaunt auf, als Elsner so gleichmütig über eine Summe verfügte, um seinen Kontrakt mit dem Zirkus zu lösen— eine große Summe— Zirkus— er sah sich den reichen Mann näher an und plötzlich hatte er ihn erkannt: der Rotzrts aus dem Zirkus— er zeigte sich sehr zuvorkymmend, hätte gern ein Gespräch mit ihm angeknüpft— das war ja ein interessanter Mensch, der Za vor ihm stand— eine romantische Geschichte Roman von Hans Becker. doch die Gelegenheit war schon vorüber— Elsner hatte sich für die Hilfe bedankt, die Depesche bezahlt und war gegangen, andere Leute waren an den Schalter getreten, der Beamte mußte wieder die Worte auf den Depeschen, die man ihm hinreichte, zählen— die Alltäglichkeit war von neuem in ihre Rechte getreten. Zu Hause begrüßte ihn Fu— Elsner empfand: freudiger als sonst, es wollte ihm fast scheinen, daß das Tier etwas ahne— vielleicht Instinkt, wie man das so schön nennt, weil die Menschen Verstand noch immer für allein beanspruchen, den Tieren nicht zugestehen wollen— man sollte nur ihn, der sich so viel mit Tieren abgab, fragen, er wußte, welchen Verstand, richtigen Verstand die Tiere haben. Dann lachte er über das, was er gedacht: auch ein Mensch hätte ja nicht wissen können, was er selbst eben erst erfahren. Er setzte sich zu dem Hund:„Freust du dich, Fu— wir fahren nach Hause— wir haben wieder eine Heimat, man kann uns nicht mehr in der Welt herumstoßen, verstehst du, was das heißt — Heimat!“ Er brach plötzlich ab— er hatte das alles ja doch nur gedacht und gesprochen, um seine Gedanken abzuzwingen, die immer wieder zu jener wandern wollten, die er nicht vergessen konnte. Er mußte fest bleiben— schnell fort von hier— sie nicht mehr sehen— in ihnen Augen hatte er wohl zu tief unter ihr gestanden— jetzt, da er wieder war, was er früher gewesen, was er ersehnt— ihretwegen— trat gerade das trennend zwischen sie. Nicht als Robert Elsner, als angesehener Patriziersohn wollte er sie sich erringen— zu dem Kunstreiter Roberts hätte sie sich bekennen müssen— Sie hatte es nicht getan— kein Wort von sich hören lassen— sie liebte ihn nicht— er mußte sich seinem Schicksal fügen. Elsner kam nicht so schnell fort wie er gewünscht. Wohl war am andern Tag eine Depesche des Rechtsanwalts Helldorf eingetroffen, worin dieser ihm mitteilte, daß das Geld durch eine Bank angewiesen sei, doch diese erreichte ihn erst am Abend nach Schluß der Banken. Der nächste Tag war ein Sonntag, die Bank wieder geschlossen— so waren drei Tage hingegangen, ehe er die Auszahlung erhielt. Vorher hatte er mit Pawlowsky nicht sprechen wollen, nun lag das noch vor ihm. Als Eisner ins Bureau des Zirkus kam, hieß es, daß der Direktor in der Nacht nach Riga gereist sei, erst am andern Morgen zurückkäme— also wieder warten— er konnte doch nicht als Kontraktbrüchiger fortlaufen. Der neue Aufschub regte ihn noch mehr auf. Schon die Zeit vorher war er ruhelos gewesen, hatte sein Auftreten im Zirkus als Pein empfunden, nun hieß es wieder: warten, warten. Und von ihr kein Lebenszeichen— noch immer hatte er gehofft, waren seine Gedanken bei ihr— nun war es ja klar, daß alles nur Spiel, übermütige Laune gewesen. Auch Bela hatte Elsner nur einmal ganz flüchtig sprechen können— am Vormittag hatte dieser Probe, abends spielte er— auch Elsner mußte im Zirkus sein— am Nachmittag war Bela bei Preßburgs— auch nach der Theatervorstellung ging er nochmals dorthin— der Barsar sollte in zwei Tagen stattfinden, die jungen Damen ließen ihn nicht los, die lebenden Bilder mußten immer von neuem probiert werden. Nur einmal während des Mittagessens im Deutschen Restaurant, wo ihn Elsner aufgesucht, hatte er ihn getroffen, doch Bela war nicht allein, so daß es zu keiner Aussprache gekommen war. Auch seine Gänge nach der Vorstellung zu Bela in die Garderobe waren vergeblich, Bela schon immer fort gewesen, wenn er dort hinkam. Mißtrauen, Eifersucht war in ihm erwacht, daß sich Bela ihm entziehen wolle— er hatte ihm doch angedeutet, daß er ihn sprechen müsse, ihm Wichtiges zu sagen habe, aber Bela hatte kaum hingehört, ganz gegen sein sonstiges Verhalten, war, als er ihn beim Essen aufgesucht, gleich wieder fortgelaufen:„Ich muß zu Preßburgs— ich komme, sobald ich kann, auf einen Sprung zu Dir— in Deine Wohnung oder in den Zirkus.“ Nun jetzt wieder der Zwischenfall durch Pawlowskys Abwesenheit— es schien, als ob sich alles gegen ihn verschworen hätte, seine Abreise verhinders wollle. (Nachdruck verboten.) Zum Ankleiden war es noch zu früh, so ging Elsner, um die Zeit hinzubringen, in den Stall. Bei dem Rappen, den er in der hohen Schule geritten, blieb er stehen, klopfte dem Tier den Hals und sprach zu ihm:„Jetzt wird dich ein anderer reiten, sie werden dich wieder mit Sporen und Peitsche quälen— es ist doch so gut gegangen, bist so folgsam gewesen—“ Der Nachmittag trat ihm vor Augen, als er das Pferd in der Manege geritten, ihm, da der Musiker nicht gekommen, den Takt durch Pfeifen angegeben— wie er dann plötzlich helles Lachen gehört, wie Mary Falkenberg in der Loge gesessen und mit den Händen geklatscht und sie zusammen Musik gemacht hatten. Das stimmte ihn wehmütig: Arme kleine Mary— armer Eugene— sie lagen beide draußen auf dem Friedhof, fern von der Heimat, in fremder Erde. Vom Rappen ging Elsner in die Box des Schim# melhengstes— der wieherte ihm freudig entgegen, Elsner suchte in der Tasche nach Zucker, er hatte keinen bei sich— oben in der Garderobe lag wohl Zucker, er war noch nicht dort gewesen. Das Tier steckte schnobernd den Kopf nach seiner Hand hin— er streichelte ihm die Schnauze, fuhr mit der Hand durch die Mähne:„Auch dich werde ich nicht mehr wiedersehen— vergiß mich nicht sei vorsichtig, wenn ein anderer Reiter mit dir auf den Felsen klettert — du weißt, nur Ruhe macht gefahrlos! Heute trägst du mich noch herauf zum letzten mal!" Er wandte sich und ging den Stallgang zurück — es war noch immer früh, doch er wollte in die Garderobe, langsam mit Umkleiden anfangen. Eben hatte Elsner den Pelz abgeworfen, wollte gerade das Jackett ausziehen, als es klopfte, sofort auch die Tür aufgerissen wurde und Bela hereinstürmte.„Da bin ich— direkt von Preßburgs— habe’ne Stunde oder so Zeit, brauche nicht früher ins Theater— vorher geht ein Einakter, dann kommt erst meine Komödie— also schieß los, ich habe mich beunruhigt. Du erschienst mir gestern so verstört— ich habe fast darüber nicht schlafen können, ich habe mich beunruhigt, du erschienst mir gestern so verstört ich habe fast darüber nicht schlafen können, daß ich so fortgelaufen bin— wollte schon gestern abend kommen, konnte nicht los, alse jetzt mit der Sprache heraus: wo drückt'?" „Ich geh fort, morgen, mein—“ „Fort— wohin— morgen— da ist ja der Basar, da mußt Du doch hin—“ Als ihn Elsner jedoch ansah, wie ernst, fast vorwurfsvoll ihn der anblickte, fügte er schnell hinzu: „Verzeih, ich hab wirklich nur den Basar im Kopf. die Gesellschaft macht mich ganz toll—“— „Mein Vater ist gestorben, ich geh nach Hause zurück.“ Bela stand einen Moment schweigend, dann trat er auf Elsner zu und nahm seine Hand. Er sagte nicht gleich etwas, fand keine Worte— so schlimm hatte man ihm in Hamburg den Zustand des alten Herrn nicht geschildert, nur von Kränklichkeit gesprochen— jetzt tat es ihm leid, daß er Elsner nicht gleich damals, als er zurückgekommen, davon erzählt — so hatte ihn die Nachricht wohl ganz unerwartet getroffen, was mochte in ihm vorgehen— vielleicht fühlte er Reue, daß er sich nicht vorher mit dem Vater ausgesöhnt. Wie mochte es sonst stehen, hatte der alte Elsner auch über den Tod hinaus seinem Sohn gezürnt— ihn vielleicht enterbt? Doch das war wohl nicht der Fall, Elsner hatte das:„Ich gehe nach Hause“ so betont— das sollte wohl heißen:„Ich kehre in mein früheres Leben zurück.“ Dann war ja alles gut.„Junge, Junge—“ etwas anderes fiel Bela nicht ein— was sollte er sagen— dann— fast ohne zu überlegen:„Dann kehrst Du wieder zu Deinem früheren Leben zurück — und die Sonja Preßburg— mir schien doch, daß—“. Er sah wie Elsners Gesicht sich rötete— er hatte die wunde Stelle getroffen, hatte sich doch nicht geirrt.„Na hab Vertrauen zu mir— was drückt Dich sonst noch?" „Frag nicht, Bela, das muß ich mit mir allein abmachen— es ist auch nichts— die plötzliche Nachricht hat mich natürlich stark erregt— ja, ich kehre zu meinem früheren Leben zurück, der Vater hat mich suchen lassen, ist darüber gestorben— am Schlag— vorher hat er— doch lies das selbst!" Er 1 23 SS:# S# R S ES, SSSoDE 18 2588 SSEE 982 kg 85 95 0 9 □ S. 22 *** *** 9 1* 70 * 9* 8 6 S S ** 5 —3 22 * S S 33 S E 5 EFS• * B.• 7 6• 8 8 8 ER S 5gEEEE E E S HN S So Sns-ag 9* % a S SnSSESE ahMEN SEM„ETR ### . n SEE S S 38 aus seiner Brieftasche den Brief des Rechtsanwalts und reichte ihn Bela. Bährend Bela las, kämpfte Elsner mit sich. Sollte er nicht doch dem Freund alles sagen— aber wieder:„Nein“— der würde dann Schicksal spielen wollen, alles bei Preßburgs erzählen— man würde sich ihm vielleicht nahern— er fühlte, wie seine Liebe bei diesem Gedanken zu schwinden begann. Als er sah, daß Bela mit Lesen fertig war:„Also sei ruhig, es ist nichts— ich muß mich nur erst wieder in meine Lage hineinfinden— auf den Basar komme ich nicht, morgen reise ich ab— abends— will gleich jetzt von Dir Abschied nehmen— auf langs ist es ja nicht— Du kommst wohl bald nach — wir sehen uns dann oft— sind uns ganz nahe. Also leb wohl— ich höre schon das Glockenzeichen, ich muß mich fertig machen— wollte schon heute reisen, konnte nicht fort, Pawlowsky ist in Riga, mit dem muß ich mich erst abfinden, er kommt morgen zurück.“ Er war auf Bela zugetreten und hatte ihm die Hände auf die Schultern gelegt. „Nochmals— auf baldiges Wiedersehen!" Bela war still geworden— er drückte Elsner nur schnell die Hand und verließ die Garderobe. Direktor Pawlowsky war am nächsten Vormittag zurückgekommen, Elsner hatte ihn gleich aufgesucht. „Fort wollen Sie, wohin denn, der Wales hat Ihnen wohl den Kopf verdreht— nun wollen Sie auch nach Paris— ich hab neulich so etwas gehört, daß Sie an einen Agenten geschrieben haben. Na, das geht nicht, Ihr Kontrakt ist wieder in Kraft— trotz der Ausweisung— also Unsinn, bleiben Sie nur ruhig hier, gehen mit nach Riga, später nach Warschau, in Riga ist man schon dabei, den Zirkus herzurichten, ich will diesmal früher dorthin, deshalb war ich hingereist.“ „Verzeihen Sie, Herr Direktor, es geht nicht — mein Vater ist gestorben, ich muß nach Hause.“ Er hatte das nicht sagen wollen, jetzt eingesehen, daß er doch einen Grund angeben müsse. „Na, dann kommen Sie zurück, eine Woche will ich Ihnen Urlaub geben—“ „Auch das ist nicht möglich, Herr Direktor, ich weiß gar nicht, wie lange ich fortbleiben muß— meine Konventionalstrafe zahle lich— ich muß noch heute reisen.“ Er hielt Pawlowski die Hand hin. „Ich danke Ihnen, Herr Direktor, für alles— für Ihr Wohlwollen— ich werde das nie vegessen. Leben Sie wohl!“ Eisner war weich geworden, wollte das Pawlowsky nicht sehen lassen, schnell verließ er das Bureau. An alle Kollegen und Kolleginnen, die zur Probe im Zirkus versammelt waren, trat Elsner heran und verabschiedete sich. „Sie kommen nicht mehr zurück?“— Wo gehen Sie hin?“ Er antwortet nur mit den gleichen Worten: „Rein, ich komme nicht zurück, leben Sie wohl—“ Dann konnte er endlich gehen. In seiner Wohnung sah es öde aus: alles, was Elsner gehörte, war schon in den Koffer verpackt, der Schreibtisch abgeräumt, von der Toilette alle Gegenstände verschwunden, die Türen der Schränke standen offen und zeigten gähnende Leere. Der Diener ging mit verweinten Augen ab und zu— er hatte seinen Herrn lieb gehabt, der war immer gut zu ihm gewesen, er würde wohl nicht so schnell einen solch leichten Dienst wiederfinden. Zu saß auf dem Diwan, neben ihm lag sein Paletot. Der Hund hatte die Packerei und alles, was um ihn herum vorging, mit den Augen verfolgt— er wußte, daß es fortging, der Paletot gab ihm Beruhigung: er wurde mitgenommen. Die Zeit ging Elsner langsam hin— bald hatte er sich neben den Hund gesetzt und ihn gestreichelt, bald war er im Zimmer herumgegangen— endlich war es soweit: er mußte zur Bahn. Er rief den Diener und schickte ihn nach der Ecke der Straße, um einen Schlitten zu holen— der kam bald zurück, trug die Sachen hinunter, küßte Elsner die Hand— dann ging es fort. Die Kälte hatte nachgelassen, am Tage vorher war Tauwetter eingetreten, in der Nacht hatte es sogar geregnet, der Schnee auf den Straßen war an vielen Stellen fast verschwunden, die Schlittenkufen quietschten, wenn es darüber hinwegging, ab und zu gab es einen derben Stoß, wenn der Schlitten über ein Loch oder einen hervorstehenden Stein hinwegstolperte. Elsner fühlte nichts davon. Die Hand hatte er dem Hund, der in seiner Pelztasche saß, auf das Köpfchen gelegt, sinnend blickte er vor sich hin. Jetzt sind sie wohl auf dem Basar— da wird gelacht und gescherzt— niemand denkt mehr an mich— einsam, wie ich gewesen, gehe ich wieder meines Wegs! Auf dem Bahnhof war es still und leer— nur zwei, drei Reisende saßen im Wartesaal— der Zug, der Elsner fortführen sollte, stand schon in der Halle. Er löste Billetts, gab sein Gepäck auf, dann ging er auf dem Bahnsteig auf und ab. Das erste Glockenzeichen. Elsner trat an den Schlafwagen, in dem der Gepäckträger schon sein Handgepäck untergebracht, dieser gab ihm den Gepäckschein und zog dankend die Mütze für das schöne Trinkgeld, das er erhalten. Elsner blieb an der Wagentür stehen, sein Auge haftete auf dem Eingang zum Bahnsteig: hatte das Schicksal es so gewollt, ging er fort, ohne daß er sie gesehen, ein Ledenszeichen von ihr erhalten? Narr— was hatte er denn anders erwartet? Er kehrte sich um und wollte den Wagen besteigen, als er das Rauschen von Frauenkleidern hinter sich hörte— Fu, der das Köpfchen herausgestreckt, bellte auf— es klang wie Freude— schnell wandte Elsner den Kopf. Eine Dame, tief in ihren Pelzmantel gehüllt, den Kopf mit einem Schleier verdeckt, stand vor ihm. Herz schlug heftig— seine Pusse sieberten. Möderhe Lombiohethek. Katalog Preis 30 Pfennig. Nach auswärts für 40 Pfennig franko. C. L. Krüger, G. m. b.., Westenhellweg 9. Dortmund. Krüger=Passage. „Sonja“— Nur das eine Wort brachte er haraus — ganz heiser klang es— er schreckte zusammen, als er es ausgesprochen. Sie löste den Schleier von ihrem Gesicht:„Ja, Sonja— die gekommen ist, um Ihnen Lebewohl zu sagen, die“— ein Schluchzen ließ Sie nicht weitersprechen. Sonja war gekommen— woher wußte sie— hatte Bela geplaudert— kannte sie alles? Mißtrauen stieg in Elsner auf— alles, was er gedacht. immer wieder gedacht, bestritten, verworsen— was ihn gequält, gemartert— was er verheimlichen gewollt— sollte sie das wissen, gekommen sein, um Herrn Robert Elsner zu sich zurückzurufen, in Gnaden aufzunehmen?„Gnädiges Fräulein— gilt diese Ehre mir— wirklich mir?" Sie war entsetzt einen Scheitt zurückgetreten, ihre tränenfeuchten Augen starrten ihn an. Verhöhnte er sie— was war das— hatte sie ihre Liebe irregeführt— war sie wahnsinnig— was hatte sie getan? Auf dem Basar— die lebenden Bilder waren gestellt— Bela hatte Sonja zu ihrem Blumenstand begleitet, da hatte dieser plötzlich gesagt:„Der arme Kerl, der Roberts, der fährt jetzt in die Nacht hinein, während wir hier—“ „Herr Roberts fährt fort— wohin— ich hatte geglaubt, er würde heute hier sein?" Dann ohne zu überlegen:„In den Zeitungen hat nichts gestanden, daß er fortgeht, auch auf den Affichen nichts er kommt wohl bald zurück?" Bela hatte den Kopf geschüttelt.„Nein, er geht auf immer, irgend etwas, ich weiß es nicht, treibt ihn fort— ganz heimlich wollte er verschwinden — aber verzeihen Sie, gnädiges Fräulein, das Klingelzeichen ruft, ich muß auf die Bühne." Er war fort, ehe sie noch eine weitere Frage an ihn richten konnte— fassungslos war sie allein geblieben. Herren und Damen hatten sich herzugedrängt, um Blumen bei ihr zu kaufen, Scherzworte waren an ihrem Ohr vorübergeflogen— sie hatte nichts gesehen, nichts gehört— langsam war sie fortgegangen— sie wußte nicht, wohin, was sie wollte, nur eins war gewiß: er ging fort ohne Abschied— er zürnte ihr— verachtete sie— kein Lebenszeichen hatte sie ihm gegeben— er hatte nicht kommen dürfen—n seiner Lage— jetzt begriff sie alles: er war anglücklich, er floh von hier. „Meinen Pelz—“— sie stand in der Garderobe — aus ihrem Täschchen, das sie an der Seite trug, hatte sie die Garderobennummer herausgenommen und dem Lakaien hingehalten, das Spitzentuch, das ihr dieser mit dem Pelz zusammen reichte, um den Kopf gewunden, hatte den ersten besten Schlitten bestiegen und war zum Bahnhof gefahren. Unterwegs hatte sie nachdenken wollen— ihre Sinne gehorchten ihr nicht— vielleicht ging der Zug ab, sie sah ihn nicht mehr, hatte doch soviel gutzumachen — Und jetzt der Dank dafür diese Worte, die sie hören mußte. Langsam hatte Sonja sich umgewandt und war dem Ausgang zugegangen. Sie hatte sich geirrt— sie hatte hier nichts zu tun. Elsners Blicke waren ihr gefolgt— nicht von der Stelle hatte er sich gerührt— dann plötzlich— als sie fast die Tür erreicht, stürzte er ihr nach. Blitzgleich war es ihm durch den Kopf gegangen: das hatte sie für ihn getan— allein war sie hierher gekommen— wie erbärmlich hatte er gehandelt— begriff er denn nicht, daß das alles aus Liebe geschehen, aus Liebe zu dem Roberts, als den sie ihn gekannt— daß ein Weib nur aus Liebe so handeln kann— daß sie nichts wußte, nichts— daß sie sonst nicht gekommenmen wäre— zu dem Gleichstehenden— sie dann die Scham zurückgehalten hätte.„Sonja“— Seine Stimme zitterte, Verzweiflung packte ihn, als sie sich nicht zurückwandte, die Hand auf den Türgriff legte— Nochmals:„Sonja“— so heiß, so bittend klang das— langsam wandte sie den Kopf — da riß er sie an sich und bedeckte ihren Mund mit Küssen. Mochten Menschen um sie herum sein — was galt ihm das— er hielt sie.„Sonja— vergib— ich war nicht bei Sinnen— ich konnte nicht glauben— nicht hoffen— ich war wahnsinnig—“ Sie hatte sich aus seinen Armen gelöst, aber sie ließ die Hand, die er gefaßt hatte, und so— Hand in Hand— gingen sie den Bahnsteig herunter, immer weiter, ohne zu wissen, wohin. Dann sprach Sonja— erst nur einzelne Worte — wie sie gehört— heute abend auf dem Basar — daß er abreise— wie sie verstanden, daß er sich verletzt, gekränkt gefühlt, weil sie ihm kein Zeichen geschickt— wie sie auf den heutigen Abend gehofft, daß sie ihn sehen würde— warum er sie verlassen wollte— warum nicht auch er gewartet hätte— ob er jenen Abend, jene Stunde in ihrem Hause vergessen— sie nicht gelieb habe? Auch Elsner hatte jetzt Worte gefunden. Ueberströmend einander verfolgend, sich überholend brachen sie aus ihm heraus— in Minuten hatte er ihr die Leiden von Monaten geschildert. Und dann, wie um sich zu vergewissern, ob alles wahr sei, kein Traum, preßte er sie wieder an sich, küßte sie immer von neuem— auf den Mund. auf die Augen. Ein schriller Pfiff— an ihnen vobei rollte der Zug— sie waren beide aufgeschreckt— ihre Blicke verfolgten die lange Wagenreihe. „Mein Zug“— halb entsetzt, halb glücklich hatte er das herausgestoßen.„Mag er hinfahren, ich bleibe hier— bis morgen— so lange Du willst!" — Dann wieder ernster:„Jetzt muß ich Dir erst beichten!" Er erzählte ihr vom Tode seines Vaters — was ihn jetzt erwarte— und nun fast jungenhaft, mit frohem Mut des einstigen Robert Elsner: „Läufst Du wieder fort?" Sie war still geworden, als er gesprochen— sie reichte ihm die Hand:„Trotzdem— hörst Du— trotzdem habe ich Dich lieb und behalte Dich lieb!" Während Sonja sprach, sah sie zu Fu herunter, den Elsner vorher aus der Tasche genommen und zu Boden gesetzt hatte. Als ob der Hund Worte und Vorgang verstanden, blickte er sie mit seinen groben, runden Augen an und ließ sich, als Sonja sich zu ihm niederbückte, von ihr streicheln. Ueber Elsners Gesicht, der geglaubt hatte, daß sie seine Liebe zu dem Tierchen, wie so viele Menschen, belächeln würde, ging ein froher Zug, er kauerte sich neben Sonja am Boden nieder, ergriff ihre Hand und sagte fast schüchtern:„Du wirst auch Fu lieb haben, ich darf nie vergessen, daß er in meiner armseligen Zeit mein einziger Tröster gewesen, ihm allein habe ich alle meine Gedanken und Schmerzen anvertraut, er wußte schon lange, wie sehr ich Dich liebe.“—— — Ende.— Zbeate. Von Joachim von Bülow. (Nachdruck verboten.) Ich habe drei Nichten, daran merke ich, daß ich alt werde. Nicht zwar daran, daß ich sie habe, sondern daran, wie sie mich behandeln. Es hat etwas Wehmütiges, wenn junge Mädchen uns nicht mehr für gefährlich halten, wenn sie mit der Unerbittlichkeit der Jugend jeden überflüffigen Zentimeter Leibesumfang und jedes ergrauende Haar konstatieren. Es ist doppelt schmerzlich, weil ältere Herren, wie ich es jetzt wohl sein werde, gerade für diesen Jahrgang Mädels eine besondere Schwäche empfinden. Wir fühlen uns mit ihnen jung, von ihrer frischen Fröhlichkeit schimmert es wie ein Sonnenstrahl in unseren Herbst. Außerdem habe ich einen tiefgründigen Abscheu gegen die Bezeichnung„Onkel“. Ein Onkel war von jeher für mich etwas Lächerliches, etwas bei Seite Gestelltes, Ausrangiertes. Wie recht ich hatte sehe ich jetzt, wo mich meine Nichten so ganz als Onkel, d. h. als Greis behandeln. Ich bin gar nicht stolz darauf, daß ihre mir verhältnismäßig nahestehenden Erzeuger sie in die Welt gesetzt haben, ich kann doch nichts dafür, daß wir nicht derselben Generation awrehhren Daß ich in meine drei Nichten verliebt bin, wird mir täglich klarer. Und zwar um so mehr, als sie mich es fühlen lassen, daß ich dazu gar kein Recht habe. Zuerst war ich geneigt, meine starken Gefühle für die Mädels als Jugendfrische anzusprechen, jetzt komme ich langsam dahinter, daß es wohl Marasmus senilis, beginnender Altersblödsinn sein wird. Denn ich habe erfahren, was die Ideale unserer heutigen Mädchenwelt sind. „*„„* Neulich stieg ich mit meiner ältesten Nichte Elli, wenn man bei einem Fräulein von 19 Jahren überhaupt von Alter reden darf, auf die Elektrische, Anhänger. Vorderperron, denn es war ein warmer Herbsttag, und dort ist der einzige Platz, wo man nicht unrettbar totgequalmt wird. Elli fand das sehr wenig„schick", dort ständen nur Lieferanten, und sie kam sich vor, wie wenn sie die Hintertreppe hinaufgeschickt würde. Da ich sie aber zum Konditor eingeladen hatte, mußte sie schon mit, aber sie tat, wie wenn sie es nicht wäre und sah niemanden an. in der Vogel Straußischen Hoffnung, daß ihr das vergolten werden würde. Wahrscheinlich war das nicht, denn sie war verteufelt niedlich und die schnelle Fahrt wehrte ihr ein paar Löckchen ins Gesicht, die noch ganz andere Herzen wie meines hätte brechen können. Auf dem Wagen vor uns stand ein Jüngling. Ich registrierte eben still für mich, daß er entsetzlich töricht aussehe und versuchte festzustellen, ob das an dem Scherben im Auge, oder an dem Kragen, auf den sich die Ohren stützten, oder an der Mundbildung läge, die unverkennbar durch allzuvornehmes Lispeln beeinflußt war. Vielleicht kam es auch daher, daß seine in einem untadeligen erbsengrünen Ulster gehüllten Schultern sanft wie eine Rodelbahn für Kinder abfielen und da endeten, wo andere Menschen die Gelenkpfannen der Oberschenkel haben. Ich hatte Zeit, denn Elli sprach kein Wort. Aber ich folgte ihren Blicken und siehe, sie ruhten auf dem Vordermann. Auf einmal ging ein leises Erröten über ihr Bäckchen, und sie wandte sich zu mir: „Onkel warum trägst du eigentlich keinen Schnurrbart?“ Ich begriff, der Jüngling da drüben hatte auf der Oberlippe eine wunderbare echt englisch gestutzte Ansammlung von Haaren, schon wollte ich antworten, aber ich unterdrückte das Wort, denn ich sah ein, daß alle Hoffnung für mich verloren war: gegen dieses Menschenideal konnte ich nicht an. Als ich nachher dem Kellner sagte:„Aber natürlich mit Schlagjahne", erfuhr ich zwar, daß ich ein entzückender Onkel wäre, doch der Zusammenhang war zu deutlich, ich wollte keine interessierte Liebe und blieb geknickt. *** Wenn das die Krone männlicher Schönheit für unsere jungen Mädchen war, mußte ich allerdings zum alten Eisen. Ich beschloß, festzustellen, ob Ellis Ideale das aller Jungfrauen wären, und das nächste Mal nahm ich Anni zum Konditor mit. Ich ließ ihr die Führung, wie ein Reiter, der den Weg verloren, dem Pferde die Zügel über den Hals legt und sie brachte mich in eines der neuen Cafés am Kurfürstendamm. In einer Harmonie von Himmelgrün und Taubenlila saß man auf Madairasesseln wie ein Schwindsüchtiger im letzten Stadium, und um uns her sogen dekadente Knaben an Strohhalmen, aber nicht wie in meiner— ach so fernen — Jugend Absyuth oder andere Alkoholika, es roch verdächtig nach Camomille, was es früher nur bei Leibweh gab. Anni erblühte hier zur Purpurrose, was schlecht zu der Lokalfarbe paßte. Da ging ein Jüngling durchs Zimmer, einen Sombrero auf wallenden Locken, eine Schleife à la Lavallière um den Hals geschlungen, den Kragen tief ausgeschnitten wie bei einer Oberzeremonienmeisterin auf dem Hofball, sein Rock war gestreift wie ein Zebra, und seine Unaussprechlichen waren umgeschlagen und enthüllten ein paar Schuhe mit Seidenbändern und einer unverkennbaren Neigung zum Einwärtsgehen. Anni wurde blau, ich dachte erst aus Rücksicht auf das Wandkolorit, aber dann erkannte ich die Wahrheit: ihr Ideal war erschienen. Da winkte ich dem Kellner, es kostete noch einmal so viel, wie mit Elli im Zentrum, aber ich wußte doch Bescheid. Wieder sank ein Stück Hoffnung zu Grahe. *** Nun blieb noch Ninni. Sie ist ein frisches, lustiges Ding, doch gehört sie zu den Modernen, besucht ein Gymnasium, und in den Mußestunden schindet sie Kolleg an der Alma mater. Auch hier ließ ich mich leiten. Richtig schleppte sie mich in die Universität, wo ich seit Olims Zeiten nicht gewesen war; ich fürchtete mich ein bißchen, aber Ninni führte mich ohne weiteres weiteres in einen Hörsaal, ich hatte weder Zeit noch Ruhe mich zu informieren und saß neben meiner gelehrten Nichte in stummer Ergebung, um zu hören, wie ein würdiger Herr, so was man einen sauberen Greis nennt, mit Silberlöckchen, in tadelloser Toilette, ein bißchen Milhuitcenttrente, einen mir unsäglich gleichgültigen Vortrag über die Bedeutung der indischen Philosophie für das griechische Drama hielt. Ninni schrieb nach, daß ihr Bleistift nur so stäubte und schien alles zu verstehen. Als wir fortgingen, sagte sie:„Ist der Geheimrat Meyer nicht blendend?" Was konnte ich anders tun als zustimmen? Zu Hause nahm ich mein Konversationslexikon und stellte fest, daß dieser Meyer dreißig Jahre älter war als ich. Da sah ich ein, daß ich mich gerade zwischen den Akten befinde, wo man Mädchen gefällt. Aber zugleich bekam hier mein geknicktes Selbstbewußtsein neue Stärkung und meine Liebe neue Hoffnung. Denn wenn ich jetzt auch allen jungen Mädchen ungefährlich bin: ich kann doch wenigstens wieder auf die Zukunft hoffen— vorausgesetzt, daß ich noch dreißig Jahre zu leben habe. Mannigfaltiges. —(Den Sklavenmarkt in Marrakesch) schildert Frau Légey im„Matin“ wie folgt: Frauen, Kinder, Jünglinge und reife Männer drängen sich durcheinander in den engen Verschlägen. Sie sind ruhig, denn sie wissen, daß Widerstreben nichts hilft, und daß sie auf jeden Fall verkauft werden. Langsam füllt sich der Platz mit Kauflustigen. Endlich nahen die Dellals, die Beamten, die den Verkauf leiten. Sie eröffnen den Sklavenmarkt feierlichst durch ein großes Gebet. Darauf begibt sich jeder Dellal zu dem Sklavenhaufen, der ihm zum Kauf übergeben ist. Die Ware wird noch schnell etwas herausgeputzt; die schmutzigsten Gewandsetzen werden durch hübschere Tücher ersetzt. Dann rennen die Dellals im Eilschritt um den Platz, die Preise ausschreiend, gefolgt von den Männern, Frauen und Kindern, die verkauft werden und mühsam hinter ihnen herkeuchen. Will einer einen Handel abschließen, dann hält er die Laufenden an. prüft Zähne. Haare, Fleisch und Glieder des Opfers und beginnt um den Preis zu feilschen. Die Preise sind nach Geschlecht, Alter und Fähigkeiten der Sklaven sehr verschieden. Für einen Mann von 24 Jahren, der nichts Besonderes gelernt hat, zahlt man 16 Duros, d. h. etwa 70 Franken; junge Mädchen von 10 oder 12 Jahren bringen dagegen 120 bis 150 Duros. Eine Frau, die gut kochen kann, bringt bis zu 500 Duros. Kleine Kinder sind nichts wert, und man macht mit ihnen keine großen Umstände. Trägt eine Verkaufte ein Kind an der Brust und erklärt der Käufer, daß er die Frau allein haben wolle, dann wird der verzweifelnd Schreienden ihr Kleines einfach fortgerissen, und beruhigt sie sich nicht bald, so wird sie mit Stockschlägen getröstet. Die Französin erzählt von furchtbaren Züchtigungen, deren Zeugin sie gewesen ist, und ruft in flammenden Worten den Staat zur Bekämpfung dieser entsetzlichen Zustände auf. Paris, 5. Jan.(Grabschändungen.) In der vorgestrigen Nacht sind auf dem Friedhof Levallois=Perret 119 Grabmäler in Stücke geschlagen worden. Zwei, wahrscheinlich drei Männer stiegen nachts über die Mauer, zertrümmerten mit Aexten die Marmorplatten, rissen 600 Kilo schwere Granitblöcke um, zerbrachen Statuen und Vasen, verstreuten die Kränze und drehten alle Kranen auf, so daß sich morgens, als die Wächter die Tore aufschlossen, alle Alleen unter Wasser befanden! Da man auch an den bloßgelegten Särgen keine Diebstahlsabsichten feststellen konnte, vermag man nicht das Rätsel zu lösen, was die Zerstörungswut begründet hatte, die nicht einmal die Kindergräber verschonte. Die Famitien werden selbst für die Wiederherstellung der Grabstätten aufzukommen haben. Im Kriegslazarett. Von Dr. med. ei phil. Bruno Busson. Am 17. November 1912 ging über Anfuchen der bulgarischen Regierung aus dem serotherapeutischen Institut des Hofrates Dr. Richard Paltauf eine österreichische Choleramission unter Leitung des Prosessorz Dr. Rudolf Kraus ab, an der die Doktoren Bruno Busson, Hachla, Hofer, Howorka, Kaunitz und Laborant Weisbach teilnahmen. Die Mission ist am 28. Dezember 1912 nach Beendigung ihrer Aufgabe zurückgekehrt. Am 1. Januar d. J. ist im„Neuen Wiener Tageblatt" ein ungemein lesenswerten Artikel des Leiters unsver Choleramission Professor Dr. Rudolf Kraus erschienen, der auf die ungleich größere Zahl der Krieusopfer, die durch Seuchen fallen, und die verhältnismäßig kleine Ziffer der durch Waffengewalt Getöteten hinweist. In diesen interessanten Ausführungen gelangt Professor Kraus zum zweifellos richtigen Schluß, daß die Wichtigkeit bakteriologischer Laboratorien auf den Kriegsschauplätzen eine eminente sei und regt eine diesbezügliche Aktion des Roten Kreuzes an. Diese Bestrebungen sind von König Ferdinand von Bulgarien als eine so dringende Frage erkannt worden, daß er sich bereit erklärt hat, das Protektorat über eine solche Erweiterung der Tätigkeit des Roten Kreuzes zu übernehmen. Vielleicht ist es mir als einem Mitglied der österreichischen Bakteriologenkommission möglich, durch eine Schilderung der Verhältnisse, die sich uns darboten, ein Scherflein zum allgemeinen Verständnis solcher notwendiger und humaner Reformen auf dem Gebiete der internationalen Hilfelistung beizutragen. Bevor ich mich mit unserm Eintreffen bei den bulgarischen Truppen befasse, möchte ich noch unsern Aufenthalt in Sofia erwähnen, wo wir am 19. November ankamen. Wir wurden sofort zur Königin Eleonore beschieden und zum Dejeuner eingeladen. Die Königin, eine geistig hervorragende Frau von geradezu bezaubernder Liebenswürdigkeit, empfing uns auf das freundlichste und ohne jedes höfische Zeremoniell. Während des Essens bewegte sich das Gespräch naturgemäß um den Zweck unserer Reise, und wir stounten alle, wie versiert und unterrichtet die Königin, die den Rusfisch=japanischen Krieg als Krankenpflegerin mitgemacht hatte, sich zeigte. Deutlich merkten wir ihr jedoch die bange Sorge um das Schicksal der erkrankten Soldaten an, die sie unaufhörlich beschäftigte. Wir verstanden es, daß die Bulgaren diese edle und von reinster Menschlichkeit erfüllte Frau außerordentlich lieben und daß die Popularität der Königin im Heere und im Volke eine ungeheure ist. Besonders wohltuend wirkte ihre schlichte und einfache Art des Verkehres und ihre natürliche Audrucksweise. Vom König sprach sie nicht anders gls„ein Mann"; ihr ganzes Wesen strahlte mütterliche Güte und allgemeine Menschenkiebe aus. Alz wir den wartenden Zug bestiegen hatten, der uns nach Mustafa=Prscha bringen sollte, sandte sie uns noch herrliches Obst, Schokolade und Kognak nach. Wir wußten diese Gaben sehr zu schätzen. In Mustafo=Pascha kamen wir um zwei Uhr nachmittags an. Im Orte war eine große serbische Feldbäckerei errichtet, die aus den ungeheuren, von den Türken zurückgelassenen Mehlvorräten täglich Tausende von Brotlaiben backte, und zwar ein sehr wohlschmeckendes Weißbrot. Hier empfing uns Oberst Kristof auf das gastfreundlichste, und nach dem rasch eingenommenen Frühstück bestiegen wir die dereitgestellten Wagen. Bier Stunden lang fuhren wir bis Karagatsch und lernten die türbischen Wege kennen. Die Türken vermeiden nämlich das Geleise und fahren immer neben dem erkennbaren Weg; da nun jeder diesem Prinzip folgt, entstehen Straßen von Meilenbreite. Hier begegneten wir zahllosen bulgarischen Korren mit mannshohen unbeschlagenen Rädern, die von Büfseln oder Ochsen gezogen wurden. Ihre Lenker, bulgarische Türken, sohen mit ihren breiten roten Gürteln und bunten Turbanen sehr malerisch aus. Mir fielen die seltsamen blauvioletten Augen der Büffel auf, die einen fast menschtichen Ausdruck haben. Ziemlich ermüdet kamen wir in Karagatsch an, wo wir übernachteten, so gut es eben in Kriegszeiten möglich ist. Am nächsten Tage, dem 20, November, ging es weiter nach Semenli. Das Wetter war schön, aber kalt. Weithin erstreckte sich das wellenförmige, öde und herbstbraune Terrain ohne Baum und Strauch. Hier soh man recht deutlich die Spuren des Krieges in allerlei Einzelheiten. Bevor wir den Ardaftuß erreichten, sahen wir hoch in den Lüften relognoszierende Flieger kreuzen, die wohl gegen Adrianopel flogen. Nach einiger Zeit hörten wir das Rauschen der angeschwollenen Arda und sahen bald darauf die sämmerlich verbogene und zum Teil weggeschwemmte Pionierbrücke, die wir hätten benutzen sollen. Wir mußten zusehen, wie ein Joch nach dem andern vom Fluß, der hohen Wellengang hatte, weggerissen wurde, und uns endlich zur nicht ungefährlichen Ueberfahrt auf Pontons entschließen. Pioniere trugen diese eisernen Fuhrzeuge herbei und brachten uns partienweise über den Strom. Die Ueberfahrt jeder Gruppe dauerte über eine Stunde. Mehr als einmal blieben die Pontons auf Sandbänken stecken, und am andern User mußten uns die Soldaten, im Wasser watend, aus Land tuagen. Dort envarte. ten uns schon Wagen und brachten uns nach Semenli, wo uns Oberst Ruef in liebenswürdigsten Weise empfing und uns mit wahrhaft rührender Fürsooze umgab. Ein Teil der Expedition fuho von hier mittels Lastautos nach Dimotika, wohin sich auch Professor Kraus begab. Nach herztichem Abschied von dem überauß freundlichen und ritterlichen Oberst Ruef kamen wir am 6 Uhr abends in einer Entfernung von 16 Kilometer am belagerten Adrianopel vorüber. Wie sahen von weitem blaue und rote Signalvaketen aus der Stadt aufsteigen, und sogkeich setzte aus einzelnen Forts eine rasche Folge betäubender Nanonenschläge ein. Die Scheinwerfer spielten nach allen Seiten, und jeden Augenblick sah man goldene, kometenschweifartige Wölkchen am dunklen Himmel: krepierende Schrapnells. Auf dem ganzen Wege nach Dimotika, das wir um ½9 Uhe abends erreichten, begegneten wir vielen Hunderten von Büffelkarren, deren Zugtiere häufig vor dem großen Auto scheuten und einfach über die Straßenböschung hinuntersprangen, ohne umzuwerfen. In Dimotika trafen wir einen serbischen General und wurden von den bulgarischen Offizieren in herzlichster Weise aufgenommen. Um 4 Uhr früh kam ein Zug für uns. Um 9 Uhr stiegen wir in Mandra um und kamen bald darauf nach Tschorlu, wo wir bei einem Armenier Unterkunft fanden. Unser Zimmer hatte eine wundervoll geschnitzte Holzdecke und eine stets mit brennenden Holzkohle gefüllte kupferne Mangala. Am nächsten Tage begab sich Professor Kraus zum König nach Kirkkilisse, das die Bulgaren Lozengrad nennen. Der König ordnete sofort an, daß alle aubefohlenen Maßnahmen der Eepedition strikte eingehalten werden müßten. Professon Kraus errichtete hier sein Laboratorium, nahm seinen Platz im Sanitätsrat der bulgarischen Armee ein und organisierte von hier aus auf das umsichtigste und zweckmäßigste die Einteilung der Expedition, wobei Lozengrad als Zentrale funktionierte. Ich blieb mit Doktor Kaunitz in der Station Tschorku. Die bukgartsche Anmee war gleich den Türken sehr heftig von der Cholera befallen worden, und nebenbei gab es zahkreiche Fälle von Dysenterie und Typhus. Eine Bekämpfung derartiger Insektionskrankheiten ist naturgemäß nur auf der Grundlage ihres sicheren Erkennenz möglich, und dieser wieder fußt lediglich auf der bakteriologischen Untersuchung. Das klinische Bild allein, das ein solcher Kranker bietet, genügt keineswegs, um eine sichere Diagnose zu stellen. Uebrigens hatten die Bulgaren, wie es heißt auf Befehl des Königs, außerordentlich kluge Anordnungen getroffen: man ließ die Truppen einen Eid schwören, kein andres als abgekochtes Wasser zu trinken. Die unmittelbare Folge dieses Schwures war die, daß die furchtbare Zahl von 20000 täglichen Kunnkheitsfällen sofort auf 2000 herunterging! Wir fanden in Tschorlu etwa 2000 Kranie ver. Sie lagen in den weitläufigen Ställen und Mannschaftsräumen einer ganz neuerbauten türkischen Kavalleriekaserne. Die Betten waren von den Türken unbrauchbar gemacht worden, und nur wenige Kranke hatten das Glück, ein Lager zu bekommen. Die meisten lagen auf höchst unsauberem Stroh, und ihre Gesichter waren von Fliegen übersät. Unter ihnen waren natürlich eine Menge von Soldaten, die verwundet und nebenbei von verdächtigen Krankheitssymptomen befallen waren. Diese Bedauernswerten konnten wegen der immensen Insektionsgefahr in die chirurgischen Feldspitäler nicht abgegeben werden, und erst die Untersuchung in unserm Laboratorium kongte darüber entscheiden. Wir hatten indessen alle Hände voll zu tun, um diese armen Teusel möglichst rasch zu entfernen. Von den Verwundungen, die wir sahen, rührten die schwersten von Schrapnells und Granatspkittern her. Das spitze Stahlmantelgeschoß der kürkischen Gewehre zeigte sich als sehr humanen Kompfmittel. Sehr viele Schüsse waren Konturenschüsse, das heißt, die Kugel schlug zum Beispiel auf eine Rippe auf und glitt längs des Knochens unter der Haut weiter, um am Rücken mit Hinterlassung einer ungefährlichen Fleischwunde auszutreten. Auch wo die Kugel durchgeschlagen hatte, heilten die Wunden gut, da infolge der Geschoßspitze keine Kleiderteilchen eic. in die Wunde mitgerissen wurden. Auf den Karren mit Verwundeten, denen wir häusig begegnet waren, sahen wir oft offene Knochenbrüche und Brand. Trotz der großen Fürsorge der Bulgaren für alle Verwundeten war es eben infolge der Verhältnisse nicht möglich, immer rasche Hilfe zu bringen. Dr. Nauolow, der bulgarische Arzt dieser Spitals, mit dem wir zusammen arbeiteten, ließ in kürzester Zeit alles so gut als möglich instand setzen. Er hatte seinerzeit an der Wiener Universität studiert und zeigte sich als ein Mann vom profundem Wissen und größter Enerzie. Nur seiner immensen Tatkoaft ist es zu verdanken, wennt hier Ordnung geschafft wurde. Die entsetzlich unreinen Strohlager verschwanden, und bald trafen 2000 Decken ein. Sein Hauptaugenmerk war den Vernichtung der elelhaften Fliegen, die in Myriaden sich hier aufhielten und in ganzen Klumpen die Gesichter der hilflosen Kranken bedeckten, zugewendet. Er kieß vor allen Dingen den in Massen vorhandenen Dünger und Mist verbrennen. Dadurch hörte die Fliegenplage ziemlich bald auf. Nicht umbedenklich war die Entdeckung, daß in dem zur Verbrennung bestimmten Dung unzählige geladeue Deiumen und Schradnels dergechen wanhen