Heichsnd werhhgsch. Lowgerreg pro Wann #7 der Hos:.40 M.(einschl. 48 Psa. Postgsdühr), durch den Briesträger ine Gaus Spracht&ap Via Hos zu h ä1tgehdahr zzin; bei unseren Bolen und Agenfen: .35 M.— Wöchentliche Beilags„Die Glocke am Sonntag“.— In einem Bezirk von 200 000 Linwohnern Jaß von Einwo Begr“ Beiris gründet 1884 8 aus m Saus Jalle höher treit erfolgt söherer Gewalt, striedestörung oder Strait grfolgt keine Nach. icserung, des Blatias oder Erstattung des ant. piacheuben Eutgelte.— Herlag E. Holterdonf, Gelbe BSstssssTurerKusteurcn m unbg. n un bent. fer zeigen auderbald das Verbreitungegebietss lowis alle emtlichen und Sammelanzeigen 19 Dsenatg, für Anzeigmn iu#erhalb das Verbreitungsgebistes 8 Plennig— Reflamen: um Höhe. 92 mm breit, I5 Psenatg Plazvorschrift eird aur jomeit eie möglich beachtet uns mit 10 Proz Auschlag dsrachnst. Etwaiger Rahatt alt eie Kalienrabst!— Gelegrammadresle: „Rlocke“ Gelda.— Postschedkonte Gannover rcore S UTTUA Verbunden mit dem Amtlichen Kreisblatt für den Kreis Wiedenbrück und der„Glocke“ D. 974 Fernsprecher in Beckum Nr. 3430. Der.#T in Oelde 11 und 143. in Gütersloh 3273. Posiverlagsort Oelde i. W. den 8. Oktober Fernsprecher in Warendorf Nr. 430. Fernsprecher in Wiedenbrück Nr. 338. 1932 Der Wehrgedanke und Wehrsport Eine ernste Auseinandersetzung. Von Universitätsprofessor Dr. Georg Schreiber. Der Gedanke der Völkerfamilie und der Völkerverbundenheit ist nicht eine blasse Völkerbundsidee. Er entspricht vielmehr der Tatsache von der Einheit und wesenhaften Gleichheit alles dessen, was Menschenantlitz trägt, er ist, mystisch umleuchtet, als Zentralgedanke ins Christentum eingegangen. Er muß selbst ein Leitsatz des politischen Denkens sein. Für uns sind Politik und Ethos untrennbar. Aber niemand kann leugnen, daß der Gedanke der Völkergemeinschaft in der Ebene der Wirklichkeiten heute auf das schwerste erschüttert ist. Bis auf die Zähne bewaffnet, stehen sich inmitten eines hauchdünnen Paneuropäismus die Staaten feindlich gegenüber. Sie suchen trotz aller Friedensversicherungen ihr Heil in der Waffenrüstung. Sie säen dadurch jenes Mißtrauen, das morgen zu einem erneuten Krieg und damit zu einer Schicksalstragödie der Menschheit von unerhörtem Ausmaß führen kann. Inmitten dieses verhängnisvollen Festhaltens an der Kriegsrüstung steht Deutschland in einer ganz unzulänglichen Waffenrüstung fast wehrlos da. Das ist eine offene Wunde.„Nach dem Natur= und Völkerrecht haben die Völker gleiches Recht, hat also auch das Deutsche Reich das Recht, gegen einen blutigen Ueberfall gesichert zu sein".(Kardinal Faulhaber.) Somit wird unter Umständen das Recht der bewaffneten Abwehr in Erscheinung treten dürfen und müssen. Hierbei ist allerdings Voraussetzung, daß alle anderen Wege, den Feind davon abzuhalten, daß er eindringt, versagt haben, daß also die bewaffnete Abwehr und Verteidigung des Landes als äußerstes und letztes Mittel der Rot auftritt. Zu diesem Wehrwillen der sich ganz auf Verteidigung und Abwehr einstellt, seine Jugend zu erziehen, kann keinem Volke verboten sein. Im Wehrgedanken äußert sich der Behauptungswille eines Volkes. Wehrwille ist Lebenswille. Der Vertrag von Versailles hat uns ein HunderttausendMann=Heer zuerkannt, mit Papptanks und mit Ofenröhren, die die Haubitzen im Manöver ersetzen müssen. Das Volksheer blieb uns versagt, das alle Kontinentalländer ihr eigen nennen. Diese uns zugebilligte Wehrkraft hat das Existenzminimum unterschritten. Darüber belehrt uns ein Blick auf die anderen, hochgerüsteten Nationen. Nicht minder die Selbstbesinnung über unsere grenzlandpolitische Lage. Sie hat sich gegenüber der Vorkriegszeit außerordentlich verschlechtert. Wir sind ein Land mit blutenden Grenzen, dessen Wehrhaftigkeit dadurch noch gelitten hat, daß die Grenzgebiete Deutschlands zugleich Wirtschaftsfriedhöfe geworden sind(unnatürliche Grenzziehung. Schwächung der Landwirtschaft, Entblößung von Kapital, Rückgang industrieller Unternehmungen wie in Ostpreußen und in Aachen, die sächsische Industrie möglicherweise unter dem Fernfeuer tschechischer Geschütze).= Da man uns derartig niederhält, da die anderen nicht abrüsteten obwohl sie es feierlich in Versailles versprachen, klafft in der Verteidigungsmöglichkeit unseres Landes ein ungeheures Minus und Defizit. Zumal da der Völkerbund sich mehr und mehr entwertet. Es ist darum begreiflich, daß der Wehrwille des Volkes sich neue Zugänge sucht. Aus dem Zwang der Gegebenheiten und aus dem Lebenswillen des Volkes heraus. Man soll daraus nicht den Willen zu einer aggressiven Machtentsaltung ableiten. Wir würden gegen eine solche Einstellung uns auf das schärfste verwahren. Vielmehr wird in und mit diesen Strebungen die völlig unentbehrliche Erziehung zum Ethos aufzunehmen sein. Das ist unsere Richtung, und wir denken nicht daran, auf scharfe Unterscheidungen zu verzichten. Indem so den Sinn der Wehrhaftigkeit gegen alle Verfälschungen schützen, sehen wir in ihr noch andere Früchte reifen. Die mit der Wehrhaftigkeit verbundenen Werte wie Kameradschaftlichkeit und Opferbereitschaft, Diszivlin und Ordnungsliebe, körperliche und seelische Ertüchtigung können die Spannkraft und Energie des Nolkstums steigern. Volkstum greift noch tiefer als Staatlichkeit. Von diesem Gesichtspunkt aus verdient die neue Belebung des Wehrwillens eine ernste Würdigung. Man kann sich grundsätzlich auf den Boden des Erlasses über das Reichskuratorium für Jugendertüchtigung stellen. Die primitivsten Interessen der Landesverteidigung fordern die Heranbildung einer körperlich leistungsfähigen Generation. Aber es wäre nach Auffassung vieler, die innerlich mitarbeiten, richtiger gewesen, diese Angelegenheit, die volkspolitisch von ganz großer Tragweite ist, vor ihrer Veröffentlichung vorzuklären und vorzubereiten. Wie der Erlaß hervorhebt, besteht bereits ein blühendes Verbandswesen, das gesunde Voraussetzungen für körperliche und seelische Ertüchtigung bietet. Viele dieser Verbände tragen einen Eigenwert, Aufgaben und Ziele in sich, für welche keine Staatlichkeit von sich aus Ersatzwerte zu geben vermag. Liegt doch aerade in unsern, d. h. von unserer Weltanschauung getragenen Jugendverbänden ein geschlossenes Erziehungsideal vor, das auf ein grundsätzlich sehr festes Fundament, ebenso auf eine langjährige jugendpsychologische und pädagogische Erfahrung zurücksieht. In diesen Verbänden wird ein starkes Volkstum entwickelt, das neben anderen wertvollen Zielstellungen gerade in der Grenzlandpflege, aber auch in den Beziehungen zum Auslandsdeutschtum, in der Nachkriegszelt eine besonders nationale Note gewonnen hat. Diese Verbände empfangen(wie man weiß), ihre letzte Bestimmung vom Religiösen her. In unserer harmonisierenden Seutschiuns der Eandenden sagt die Pariser Presse. eilune dur iu.: J Paris, 7. Oktober. Die Mitteilung des englischen Botschafters in Paris, daß seine Regierung die geplante Londoner Konferenz vorläufig vertage, hat in der hiesigen Oeffentlichkeit seinen Eindruck nicht verfehlt. Die Blätter scheinen sich darüber Rechenschaft abzulegen, daß die französische Regierung einen großen Teil Schuld an dem Mißerfolg der Bemühungen MacDonalds trägt, und suchen nunmehr nach einem Sündenbock, den sie in der Reichsrezierung gefunden zu haben glauben. Ganz allgemein versucht man nunmehr glauben zu machen, daß allein die Haltung Deutschlands den Entschluß MacDonalds diktiert hat, und gehr sogar so weit, ein gewisses Bedauern der französischen Regierung durchblicken zu lassen, daß die Konferenz nicht zustande gekommen ist. Däs„Journal“ schreibt u.., daß jede Ueberraschung überflüssig sei, denn die Verantwortung in dem Nichtzustandekommen der Konferenz müsse einzig und allein Deutschland zugeschoben werden, das als einziger Stat zumindest offiziös einer ablehnenden Haltung Ausdruck gegeben habe. Die Reichsregierung trage demnach allein die Schuld an dem Scheitern der großzügigen und weitherzigen Anregung des englischen Ministerpräsidenten. Auch„Petit Parisien“ legt Wert auf die Feststellung, daß Frankreich der Vertagung des Londoner Konferenzbeginns vollkommen fremnd gegenüberstehe. Nur Pertinax gibt im„Echo de Paris“ offen zu, daß der Widerstand des französischen Ministerpräsidenten nicht ohne Einfluß auf den Entschluß der englischen Regierung gewesen sei. Die Vier=Mächte=Konferenz. Der englisch-französische Gegensatz. M„ Tu London, 7. Oktober. Ueber das Programm der von England vorgeschlagenen Vier=Mächte=Konferenz erfährt der diplomatische Korrespondent, des„Daily Telegraph“, daß sie zunächst die Frage der deutschen Gleichberechtigung regeln sollte. Darnach hätte sie dazu übergehen können, eine Formel über das Verhalten der zukünftigen militärischen Stärke Deutschlands zum allgemeinen Abrüstungsabkommen zu entwerfen. Diese Formel müßte der Abrüstungskonferenz vorgelegt werden. Im übrigen sei man sich in London darüber klar, daß die französische Antwort ihren zahlreichen Vorbehalten und Bedingungen trotz ihres höflichen Tones einer Ablehnung der Konferenz gleichFrankreich werde außerdem wohl niemals der deutschen Forderung zustimmen, daß die englischen und französischen Denkschriften beiseite gelegt würden, weil es im Gegensatz zu London die deutsche Gleichberechtigungsforderung rückhaltlos bekämpfe. Dieser englisch=französische Gegensatz genüge schon, um die Konferenz zum Schiffbruch zu verurteilen, wenn er sie überhaupt nicht gänzlich verhindere. Deutschland werde sich auch dem widersetzen, seine Gleichberechtigungsansprüche mit den kleineren Staaten zu erörtern, vielleicht aber bereit sein, mit ihnen praktische Fragen der Abrüstung zu besprechen. Dann würde aber der Umfang der Konferenz so groß werden, daß sie schon als ein Ersatz für die Abrüstungskonferenz angesprochen werden könne. Der diplomatische Korrespondent der„News Chronicle" bringt die Hoffnung englischer Regierungskreise zum Ausdruck, daß der weitere Verlauf des Meinungsaustausches doch noch eine Konferenz ermöglichen werde. ferenz über die Regelung der Gleichberechtigungsfrage festhalte. Man betont ausdrücklich, daß durchaus noch Aussichten für ein Zustandekommen vorhanden seien. Man gibt jedoch zu, daß das Vorgehen des englischen Außenministers übereilt war und die Vorbereitung der Konferenz eine längere diplomatische Vorarbeit notwendig mache. Die Widerstände auf französischer Seite werden nicht als unüberwindbar angesehen, obwohl Herriot an der Behandlung der GleichberechtigungsEngland hält am Konferenzplan fest. Vor dem neuen französischen Vorstoß. :: Genf, 7. Oktober. Aus leitenden englischen Kreisen wird heute bestätigt, daß die englische Regierung uneingeschränkt an ihrem Vorschlag des baldigen Zusammentretens der Fünf=Mächte=Konfrage nur im Rahmen der Abrüstungskonferenz festhält. Die Bereitschaft Amerikas und Italiens, an der Konferenz teilzunehmen, wird auf englischer Seite als eine wesentliche Stärkung der Initiative der englischen Regierung angesehen. Der Präsident Henderson trifft bereits am Freitag wieder in Genf ein. An dem Zusammentritt des Büros der Abrüstungskonferenz am 10. Oktober wird festgehalten. Der von Paul Boncour ausgearbeitete neue große Plan der französischen Regierung über die Schaffung von Sicherheitsgarantien im Sinne des Genfer Protokolls von 1924 und der Internationalisierung der zivilen Luftfahrt wird in der nächsten Zeit dem Büro der Abrüstungskonferenz vorgelegt werden. Offenbar bezweckt die französische Regierung, mit diesem Vorschlag vor einer offiziellen Beh frage die Erörterung der Rahmen der Abrüstungskonferenz eine Weiterführung der Abrüstungskonferenz auch ohne Teilnahme Deutschlands zu sichern. Die Lage auf der Abrüstungskonferenz wird jedoch hier allgemein als äußerst verworren und unsicher beurteilt, da das Fernbleiben Deutschlands die praktischen Arbeiten vollständig lahmlegt. Der Standpunkt der Vereinigten Staaten. :: Washingion, 7. Oktober. Die Frage, welche Haltung die Regierung der Vereinigten Staaten zu der geplanten Londoner Fünf=Mächte=Konferenz einnehmen wird, wird durch eine Erklärung hoher Beamter des Staatsdepartements klargestellt, die am Freitag an die Presse gegeben wurde. Die Vereinigten Staaten werden hiernach sich an der Londoner Abrüstungskonferenz nicht beteiligen und eine Haltung einnehmen, die man hier als „Hände=weg=Politik" bezeichnet. Dies geschehe, um nicht in die Intrigen Europas verwickelt zu werden, die sich bereits jetzt noch vor Zusammentritt der Konferenz bemerkbar gemacht hätten. Das Staatsdepartement erklärte, es habe das allergrößte Interesse an einer deutsch=französischen Einigung, damit sich Hoovers Abrüstungsplan verwirklichen lasse. Es sei jedoch zu befürchten, daß die Londoner Konferenz eine schwere Belastungsprobe für die Politik Hoovers und Stimsons in bezug auf die Weltabrüstung und die Heiligkeit der Verträge darstellen werde. Verschiedene hohe Beamte des Staatsdepartements gehen sogar so weit, den französischen Standpunkt zu verteidigen und zu erklären, daß die deutsche Haltung eine Verletzung des Versailler Vertrages bedeute. Anderseits sagen sie jedoch zu, daß Hoovers Abrüstungsplan zum Scheitern verurteilt sei, falls Deutschland auf seinem Standpunkt beharre. Anscheinend strebt die USA.=Regierung eine Beruhigung Frankreichs an, da die Vereinigten Staaten die französische Unterstützung in der Frage der Aufrechterhaltung der Verträge benötigen, wenn der Völkerbund die Mandschureifrage aufrollt. Die Vereinigten Staaten befürchten offenbar, daß sie in ihrer fernöstlichen Politik von den Engländern nicht mehr unterstützt werden, und glauben daher, sich auf die französische Seite schlagen zu müssen. Allgemein ist in Amerika die Ansicht verbreitet, daß die Londoner Konferenz, falls sie doch noch zustande kommt, wegen der deutsch=französischen Gegensätze keine greifbaren Ergebnisse zeitigen wird. Auffassung läßt sich dieser Ausgangspunkt mit staatlichen Bedürfnissen und Erfordernissen durchaus und fruchtbar verbinden. Wenn allerdings kurzsichtige Strönungen unserer Zeit dahin gehen, alle Jugendarbeit letztlich und schließlich von bestimmter Staatsgesinnung(praktiich gleich Regierungsgesinnung) geleitet zu wissen, so würde der Nerv der bekenntnismäßigen Jugenderziehung in seiner Existenz getroffen. Die Achse dieser Jugendarbeit würde verlagert. Es gibt in der Tat Bestrebungen, solche Ideen auf die Erziehung der Jugend anzuwenden, die die Selbständigkeit der weltanschaulich formierten Verbände in ihrem Kern antasten. Wenn, wie ein westdeutsches Blatt richtig bemerkte, ganz summarisch„für die Gesamtheit", für„den“ Staat. für„die“ Nation erzogen werden soll, so bestehen gewisse Gefahren, daß die Ertüchtigung der Jugend in nationalistische Bahnen geht. Das Ziel einer solchen integralen Staatserziehung wird noch bedenklicher, wenn man es mit den Ausführungen jener Theoretiker zusammenhält, denen die Reichswehr Kern und Stern der Staatlichkeit ist. Wie Hans Zehrer unlängst schrieb:„Wir haben diese handlungsfähige Gewalt in Detttschland nur in der Koalition zwischen auctoritas und potestas erblicken können, d. h. in dem Bündnis zwischen Reichspräsident, Reichswehr und Bürokratie, soweit sie noch nicht zerjetzt ist. Die Reichswehr als selbständiger, neutraler und traditionsverbundener Faktor entspricht heute am meisten dem Charakter einer unabhängigen Elite des Staates, die dem Pluralismus des totalen Staates nicht verflochten ist und bereits einen Standpunkt außerhalb dieses Chaos besitzt, immer gekennzeichnet durch eine gewisse kühle Fremdheit zwischen dem totalen Staat von Weimar und ihr selber. Das durch den Versailler Vertrag bedingte Erziehungssystem der Armee hat diesen Elitecharakter noch stärker herausgearbeitet. Ihre partei= wie interessenpolitische Neutralität stempeln sie von vornherein zu einem außenbefindlichen Faktor, der dem totalen Staat nicht verflochten ist, sondern über eine eigene und andere Staats dee verfügt(Der Umbau des Staates, S. 449) gebenso bedenklich sind die Ausführungen der„Kölnischen Zeitung“, die nur die splitterung" der sportlichen Verbände sieht, nicht aber Eigengehalt und Eigenart der weltanschaulichen Lagerung, die außerdem dahin drängt, daß Turnen, Sport und Spiel nicht nur zu einer „Hochschule des Willens, sondern auch der Gesinnung werden“. Gleichzeitig äußern sich auch Bestrebungen, zwei Grup 2. 3. 4 5. pen von Jugendverbänden zu unterscheiden: 1. Bünde, die mehr oder minder eine privitigierte Stellung beanspruchen; 2. andere Verbände, die zweitklassig geführt werden. Zudem machen sich bei Vertretern bündischen Denkens noch andere Auffassungen geltend, die schärfsten Widerspruch auslösen müssen, so, wenn Kleo Pleyer in seinen Darlegungen über das bündische Aufgebot schreibt:„Nach bündischem Wehrwillen soll die ganze Volksjugend soldatischen Zuchtübungen unterworfen und während eines Arbeitsdienstjahres bündisch gestrafft werden. Deutschland muß geistig und körperlich aufrüsten, wenn es gegen die waffenstarrende feindselige Welt bestehen soll. Im bündischen Deutschland soll ein Volk von Soldaten leben. Jeder Deutsche soll das Recht und die Pflicht zum Wehrdienst haben.“(„Blut und Boden“ Heft 9, S. 392) Nach allem ergeben sich meines Erachtens folgende Gesichtspunkte: 1. Die Würde und das Lebensrecht unseres Volkes ist uns heilig und seine Verteidigung in Zeiten der Gefahr Pflicht und Ehre. Dabei halten wir den Grundgedanken einer Verständigung der Völker und eines ehrlichen Friedenswillens energisch fest. Wir wollen keinerlei Erziehung zum unvermeidlichen Krieg. Der Friedensgedanke ist uns ein hohes nationales Gut. Die Mitarbeit an den Zwecken der Ausbildung der Jugend muß in Einklang gebracht werden mit außenpolitischen Mindesterfordernissen. Der Spielplatz und die Geländeübung darf nicht zur Domäne einer aufgezwungenen Gesinnungspflege gemacht werden. Die staatlichen Erziehungseinrichtungen(Werklager, Kurse, Arbeitsdienst) dürfen gegenüber den verbandlichen Einrichtungen keine Bevorzugung empfangen(in der Ausstattung, Einräumung von Vorteilen, Dotierung). Methoden der kalten Verreichlichung würden den schärfsten Widerstand auslösen. In unserer weltanschaulich gerichteten Jugendbewegung darf es kein Ueberwiegen militärischer Grundsätze geben, die das Eigenleben dieser Bewegung so einengen würden, daß sie praktisch nicht mehr genügend Bewegungsfreiheit besitzt. Das familiäre, das pflegsame, das mütterliche, das geistig gerichtete Element dieser Jugendbewegung kann durch keine staatliche Apparatur und durch keine etatsmäßige Unterstützung ersetzt werden. Gemeinschaft wächst aus seelischen Heimaten und aus bewußt festgehaltenen Bodenständigkeiten. Die Führerausbildung ist tunlichst den Verbänden zu überlassen. Der im Gemeinschaftsverband stehende Führer vermag stets erfolgreicher als der Techniker und Sportler zu wirken, so ehrenhaft und jugendfroh dessen Gesinnung auch sein mag. Es spricht viel dafür, daß der Geländesport den Verbänden als selbständiges Betätigungsfeld eingehändigt wird. Die Mitwirkung des Staates bei der Körperertüchtigung hat sich in einer subsidären Hilfsstellung zu vollziehen, wenigstens, soweit es sich um organisierte Jugend handelt. Die Bestrebungen, die Tätigkeit der Länder in der Jugendpflege restlos abzubauen, sind abzulehnen. Der Präsident des Kuratoriums hat nicht das Recht, die Durchführung der Jugendertüchtigung zu dekretieren. Den Verbänden muß neben dem Recht einer entscheidenden Mitwirkung auch die Möglichkeit gegeben werden, bei einer unabhängigen Instanz ihre gegenteilige Auffassung geltend zu machen. Wird die Jugendertüchtigung dieser Art zu einer freimillig angrifsonen Vollesache, in denen die Verbände als familiäre Zellen zur vollen Bewegungsfreiheit kommen, so können in unserer Jugend Ziele und Zwecke erreicht werden, die weit über den Gedanken einer Mitwirkung bei der Landesverteidigung hinausgehen und der Jugend eine gestraffte seelische Haltung und eine tiefe Vaterlandsliebe einhändigen, die gleichzeitig ein praktisches Bekenntnis zur Volksgemeinschaft bedeuten und davon absehen, das Prädikat national nur bestimmten Gruppen zuzuerkennen.— Das sind einige Umrisse, die positiv bejahen, die gleichzeitig darauf hinweisen, daß vorhandene Kraftquellen nicht eingedämmt werden dürfen. Auch hier muß der autoritäte Staat an die Grenzen seiner Wirksamkeit und an die Notwendigkeit eines volkhaften Unterbaues erinnert werden. 6. 7. 8. 9. Die Reglerung wurm der Terker Das offiziöse Conti=Büro teilt mit: In politischen Kreisen führt man die sich häufenden Veruche, Wahlversammlungen zu terrorisieren, auf nationalozialistische Terrorgruppen zurück, deren Gründung man dem Abgeordneten Dr. Goebbels, der bekanntlich den radikalen Flügel seiner Partei führt, in erster Linie zuschreibt. Um die Zugehörigkeit dieser Leute zu kaschieren, läßt man sie aus der Partei saustreten, um diese durch die von ihnen unternommenen Aktionen nicht zu kompromittieren. Die Arbeit dieser Störungsgruppen richtet sich in erster Linie gegen Personen und Organisationen, die der NSDAP besonders unbequem sind. Es wird dabei vor allem auf die regelmäßigen Störungen von Versammlungen der Rechtsparteien hingewiesen, aber auch auf Ueberfälle, denen einzelne Personen ausgesetzt gewesen sind. In nationalsozialistischen Kreisen erklärt man dazu ganz offen, daß man durch diese Terrorakte die Oeffentlichkeit einschüchtern, Unruhen hervorrufen und so die Regierung zum Eingreifen zwingen will. Erst dann, wenn der Wahlkampf lebhafter im Gange sei, würden die Terrorgruppen ihre volle Wirksamkeit aufnehmen. Der Endzweck sei, durch solche fortgesetzten Störungen der öffentlichen Ruhe und Ordnung die len zum Reichstag zu verhindern. Von unterrichteter Seite hören wir, daß die Regierung keineswegs gewillt ist, sich dem Terror einzelner Parteien und ihrer Organe zu beugen, vielmehr wird mit allem Nachdruck darauf aufmerksam gemacht, daß die Notverordnung mit ihren schwaeren Strafen— bekanntlich sieht sie in den schwersten Fällen die Todesstrafe vor— noch in Kraft ist und unnachsichtlich angewendet werden wird. * An diesen leider ebenso notwendigen wie eigentlich selbstverständlichen Warnungen ist das Bemerkenswerteste, daß erst jetzt das Vorhandensein nationalsozialistischer Terrorgruppen nicht nur wahrgenommen, sondern ausdrücklich zugegeben wird. Hoffentlich tut der Ausdruck der Entschlossenheit, dem maskierten oder unmaskierten Terror mit allen Machtmitteln des Staates entgegenzutreten, auch jetzt noch seine heilsame Wirkung. Wieder Kulturkampf! Scharfe Maßnahmen gegen die Kirche in Mexiko Mexiko Stadt, 7. Oktober. Das Parlament des mexikanischen Staates Veracruz nahm eine Vorlage an, die alle katholischen Priester ihres Bürgerrechts für verlustig erklärt und der Regierung Vollmachten gibt, unverzüglich alle Güter der Kirche zu säkularisieren. Mexiko Stadt, 7. Oktober. In dem Konflikt zwischen der Kirche und der mexikanischen Regierung ist eine neue Verschärfung eingetreten. Die Kammer hat einen Antrag der nationalrevolutionären Partei, die fast die gesamten Sitze des Parlaments innehat, angenommen, worin die Regierung aufgefordert wird, den Erzbischof Pascual Diaz in den Anklagezustand zu versetzen. Dem Erzbischof wird zur Last gelegt, daß er im Distrikt der Bundeshauptstadt religiöse Handlungen' vorgenommen habe, ohne die gesetzlichen Vorbedingungen erfüllt zu haben, welche eine Eintragung in die Liste der zugelassenen Priester verlangt. Wie bekannt, sind für den gesamten Bundesdistrikt nur 25 Priester zu gottesdienstlichen Handlungen zugelassen. Herr von Papen,„der Schlafbursche.. Eine unbekannte Hetzrede Dr. Goebbels'. rz Berlin, 7. Oktober. Anläßlich einer nationalsozialistischen Veranstaltung in Schloß Schönholz bei Berlin hielt der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels eine Rede, die das bisherige Maß bei weitem überschreitet. Dr. Goebbels bezeichnete den Reichskanzler als einen Schlafburschen, der seine Schlafstelle noch nicht bezahlt habe. Die NSDAP aber würde schon dafür sorgen, daß Papen sein Schlafgeld bezahlt.„Und wer steht hinter Hindenburg?" fuhr der nationalsozialistische Reichspropagandaleiter fort.„Hinter Hindenburg stehen die Schieber und Betrüger, alle anständigen Menschen in Deutschland stehen hinter Adolf Hitler.“ Diese wüsten Schimpfreden schienen selbst dem verantwortlichen Redakteur des„Angriff“ zu gewagt, um sie wiederzugeben. In dem Bericht über die Versammlung findet sich nur ein kleiner Satz, der darauf hinweist, daß Dr. Goebbels die Regierung„scharf angegriffen“ habe. Sollte die NSDAP vielleicht beabsichtigen, ihre Wahlpropaganda auf dieser Grundlage durchzuführen, so kann man der Regierung nur raten, nichts gegen den Reichspropagandaleiter zu unternehmen. Denn eine bessere Anti=Propaganda können sich die Gegner der NSDAP überhaupt nicht wünschen. Deutsches Reich. TU Berlin, 7. Okt. Ueber 200 v. H. Bürgersteuer sind genehmigungspflichtig. Entgegen anderslautenden Pressemeldungen wird von zuständiger Stelle erklärt, daß die Städte nicht in der Lage seien, die Bürgersteuer in unbeschränkter Höhe zu erheben. Sowie die Bürgersteuer 200 v. H. übersteige, unterliege sie der Genehmigung der Landesregierung. ) Arbeitsbeschaffung durch landwirtschaftliche Bodenverbesserungen. Von den zur Arbeitsbeschaffung bereitgestellten 135 Mill. Mark sollen 60 Mill. Mark beim Straßenbau, 50 Mill. Mark beim Ausbau von Wasserstraßen und 25 Milt. Mark für landwirtschaftliche Meliorationen Verwendung finden. Der Reichsernährungsminister hat die 25 Mill. Mark kürzlich den Landesregierungen zur Vergebung an Wassergenossenschaften, Bodenverbesserungsgenossenschaften und einzelne Landwirte zur Verfügung gestellt. Meliorationsdarlehen im Betrage von rund 2,5 Millionen Mark sind durch die Deutsche Boden=Kultur bereits in den letzten Tagen vergeben worden. Die Möglichkeit, Arbeitslose zu beschäftigen, ist bei den landwirtschaftlichen Bodenverbesserungen besonders groß, da durchschnittlich 70 Prozent der aufgewendeten Mittel auf Löhne und nur 30 Prozent auf Baumaterialien entfallen und die auszuführenden Arbeiten fast durchweg von ungelernten Arbeitern mit der Hand ausgeführt werden können. — Vor der Erhöhung der Unterstützungssätze. Die Mitglieder des Sozialpolitischen Ausschusses der letzten deutschnationalen Reichstagsfraktion übermittelten am Freitagvormittag dem Reichsarbeitsminister Dr. Schäffer die Entschließung des deutschnationalen Parteivorstandes mit der Forderung auf Aufhebung der in der Juni=Notverordnung verfügten Renten= und Unterstützungskürzungen. Sie brachten ferner den Wunsch auf Beseitigung der einseitigen Belastung des Arbeiter= und Angestelltenstandes durch die Paragraphen —6 der Verordnung zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit vor. Der Reichsarbeitsminister stellte eine Erfüllung der deutschnationalen Forderung auf Erhöhung der Unterstützungssätze im kommenden Winter in Aussicht. In der Aussprache wurde von den deutschnationalen Vertretern auch Einspruch gegen die Entlassung von Eisenbahnarbeitern erhoben. — Aufhebung der Nentenkürzungen? Wie die TU erfährt, ist anzunehmen, daß außerhalb der eigentlichen Tagesordnung der Kabinettssitzung am Freitag auch die Frage einer Abänderung der Juni=Notverordnung des Kabinetts Papen beraten wird, mit dem Ziele, die seinerzeit verfügten Kürzungen der Sozialrenten rückgängig zu machen bzw. zu mildern. — Keine Beteiligung der Reichsregierung an Zeitungen. In der Presse ist von einer angeblichen Interessennahme der Reichsregierung an den Verlagen Ullstein und Mosse sowie an andern Zeitungen gesprochen worden. Von zuständiger Stelle wird ausdrücklich erklärt, daß die Reichsregierung keine Zeitung kenne, die irgendwie von ihr subventioniert werde. — Dr. Schacht Beauftragter der Reichsregierung für die Regelung der deutschen Auslandsschulden? Wie ein Berliner Abendblatt meldet, beabsichtigt die Reichsregierung, Dr. Schacht in einer mehr oder weniger amtlichen Form als Vertrauensmann der Reichsregierung mit der Regelung der Frage der deutschen Auslandsschulden zu beauftragen. Eine Bestätigung dieser Meldung war an zuständiger Stelle nicht zu erlangen. Es steht jedoch fest, daß Dr. Schacht zur Zeit in London weilt. — Groener über unsere Politik. Im Demokratischen Klub sprach Reichswehrminister a. D. Groener über„aktuelle Wehrfragen“. Er nahm u. a. zu dem Abrüstungsmemorandum der Reichsregierung Stellung, dessen Forderungen auch von ihm seit langem vertreten worden seien. Deutschland müsse in die Lage versetzt werden, seine Grenzen zu verteidigen. Hierfür sei nicht so sehr die Zahl und Art der Waffen, sondern vor allem eine Aenderung des Wehrsystems entscheidend. Deutschlands gegenwärtige Reichswehr seit troß hervorragender Leistungen nicht in der Lage, allen Aufgaben des Landes= und Grenzschutzes gerecht zu werden Notwendig sei, eine auf allgemeiner Wehrpflicht beruhende Miliz mit kurzer Ausbildungszeit, insbesondere in den Grenzgebieten, neben die Reichswehr zu schalten. Die Dienstzeit der Reichswehr müsse herabgesetzt werden. Dadurch würden auch genügend Mittel frei, um die Aenderung des Wehrsystems ohne allzu hohe Mehrkosten durchzuführen. Diese Forderungen bedeuteten keine Aufrüstung, sondern lediglich die Herstellung der einfachsten Voraussetzungen der Landesverteidigung Groener bekannte sich zu den Gedankengängen von Immanuel Kants„Traktat zum ewigen Frieden" und beklagte, daß heute, weit über 100 Jahre nach Kant mehr denn je eine große Kluft zwischen diesen idealen Zielen und den harten Realitäten klaffe. Die Aufgabe, Deutschlands Wehrnotwendigkeiten durchzusetzen, liege bei der Politik. Von der Klugheit der Staatsmänner werde das Gelingen abhängen. — Der Deutsche Nationalverein zur kommenden Reichstagswahl. Der Vorstand des Deutschen Nationalvereins, der sich bekanntlich die Aufgabe gesetzt hat, das politisch heimatlos gewordene, insbesondere liberale Bürgertum wieder zu sammeln, gibt zur kommenden Reichstagswahl seinen Freunden Richtlinien, in denen es heißt: Der Deutsche Nationalverein hat vor dieser Reichstagswahl den Versuch gemacht, die Parteien der bürgerlichen Mitte zusammenzuführen, um erneuter Zersplitterung vorzubeugen. Dieser Versuch ist mißlungen. Eigene Wahlbeteiligung an der kommenden Reichs'tagswahl lehnt der Deutsche Nationalverein ab. Der Deutsche Nationalverein erwartet aber von seinen Mitgliedern und Freunden, daß sie in ihrem bisherigen Wir kungskreis alles daran setzen, um zu verhindern, daß der Wahlkampf in der Hauptsache mit Erbitterung zwischen den Splittern der en Mittelparteien geführt wird. Der Kampf hat den radikaParteien rechts und links zu gelten. — Die Enthüllungen über den 13. August, den Tag der Aussprache zwischen Hindenburg und Hitler, sind nunmehr durch eine Mitteilung der Baseler Nationalzeitung erweitert worden. Nachdem dieser Tage der„Stahlhelm“ berichtete, daß Hitler drei Tage Straßenfreiheit für die SA verlangte, hört man nunmehr, daß Hitler die unbeschränkte Freiheit verlangt habe, zuerst alle politischen Gegner zu beseitigen. Er habe ausgesprochen, politischen Gegnern könne man nicht mit Argumenten beikommen, man müsse sie physisch vernichten. Auch Mussolini habe in der Zeit der Machtübernahme 5000 politische Gegner um die Ecke bringen lassen, und kein Hahn hätte danach gekräht. Diese Darstellung wird zweifellos in den nächsten politischen Erörterungen eine große Rolle spielen. Personalveränderungen in der preußischen Schutzpolizei. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt folgende Personalveränderunördert wurden: zum Pollzeikommandeur in Verlin der Polizeioberst Poten mit dem 1. 11.; zu Polizeiobersten die Oberste leutnante Schindler in Berlin mit dem 1.., Krahmer=Möllenberg in Wuppertal mit dem 1. 10., Eggert in Burg mit dem 1. 11.; zu Polizeioberstleutnanten die Polizeimajore Göring in Hannover mit dem 1.., Levit in Gleiwitz und Sontag in Halle mit dem 1. 10. 32. Ernannt wurden: die Polizeiobersten Krahmer=Möllenberg zum Führer der Schutzpolizei in Wuppertal, Dr. Leon zum Leiter der höheren Polizeischule in Eiche, Liebe zum Führer der Schutzpolizei in Frankfurt a.., Munkel zum Führer der Schutzpolizei in Magdeburg, Schneider zum Führer der Schutzpolizei in Dortmund, Stolzenburg zum Führer der Schutzpolizei in Köln, die Polizeioberstleutnante Unger zum Führer der Schutzpolizei in Essen Sontag zum Führer der Schutzpolizei in Potsdam, der Polizeimajor Fischer zum Führer der Schutzpolizei in Görlitz. Versetzt wurden: zur Polizeiverwaltung Berlin zwecks Verwendung als Führer einer Polizeigruppe die Polizeiobersten Kade und Baer. Braunschweig, 7. Okt. Erst Schularbeiten, dann SA-Dienst! Der sozialdemokratische„Volksfreund“, der seit einigen Wochen aus dem inneren Parteibetrieb der NSDAP Dokumente wiedergibt, veröffentlicht ein geheimes Rundchreiben des Führers der SA=Gruppen Niedersachsens über die Schüler in der SA und der HitlerJugend. In dem Schreiben heißt es u.., daß aus allen Gebieten Kla gen der Eltern über Schulpflichtvernachlässigung der in der SA Dienst verrichtenden Söhne sowohl aus den höheren wie aus den Kunst= und Gewerbeschulen eingegangen seien. Schulstunden würden versäumt. Schularbeiten würden vernachlässigt; vielfach hätten die Schüler den SA.=Dienst der Ablegung ihrer Prüfung vorgezogen. Wenn auch mit Freuden festgestellt werden könne, daß die Jugend sich mit Lieve und Begeisterung dem SA.=Dienst und Wehrsport hingebe, so dürften die Schüler dennoch ihre eigentliche„Berufsarbeit“ nicht vernachlässigen Die Sturmführer seien dafür verantwortlich, daß die Schüler zunächst ihre Schularbeiten machten. Ausland. Rußland. Moskau, 7. Okt. Fünf Todesurteile vollstreckt. Das Gericht in Tomsk verurteilte fünf Beamte der Genossenschaften wegen Sabotage und gegenrevolutionärer Umtriebe zum Tode durch Erschießen. Die Todesurteile wurden am Donnerstag durch die Wachen der OGPU vollstreckt. Spanien. Madrid, 7. Okt. Agrarrevolte. In der Provinz Badajoz kam es zu schweren Agrarrevolten. Die arbeitslosen Landarbeiter greifen zur Selbsthilfe und beginnen mit der Landbestellung gegen den Willen der Großgrundbesitzer. Ohne Auftrag beginnen sie zu pflügen. Die noch in Arbeit stehenden Tagelöhner streiken. Die Lage ist gespannt. nin Fllus Wits dun Mißmit vim Reiche Bücherauswahl in der Buchhandlung E. Holterdorf, Oelde und Wiedenbrück I. Beiblatt Samstag den 8. Oktober 1932 Seurschuattonate Fahrerlagung Jugenberg und Quaatz über die politische Lage. Hugenberg enthüllt... Im Landtagsgebäude waren am Donnerstag die Deutschnationalen zu einer Reichsführer=Tagung und einer Parteivorstands= Sitzung versammelt, die zunächst als gemeinsames Gremium hinter verschlossenen Türen tagte. Der Führer der Deutschnationalen, Geheimrat Hugenberg, hielt ein längeres politisches Referat, über das der zu erwartende offiziöse Bericht allerdings wahrscheinlich die interessantesten Stellen verschweigen wird. So kündigte Hugenberg an, er werde demnächst Gelegenheit haben, in einem Beleidigungsprozes darzulegen, daß nicht er es gewesen sei, der die Wiederwahl Hindenburgs auf parlamentarischem Wege, also durch den Reichstag, hintertrieden habe, sondern daß Hitler ihm gesagl habe, er halte eine solche Wiederwahl nicht für möglich. Erst dann habe Hugenberg gegen diesen Plan opponiert, weil er nicht gewünscht habe, daß Hindendurg im Reichstag gegen die Nationalsozialisten wiedergewählt würde. Ausführlich schilderte Hugenberg dann die verschiedenen Verhandlungen, die er mit den Nationalsozialtsten geführt habe, die aber alle gescheitert seien an den überspannten Forderungen Hitlers. Die Deutschnationalen hätten, als Hitler auch im zweiten Präsidentschaftswahlgang selbst als Kandidat auftrat, die Loslösung von der Nationalsozialistischen Partei vollziehen müssen, was zu den schwersten Entschlüssen gehöre, die die Deutschnationalen je hätten fassen müssen. Die Deutschnationalen hätten im übrigen auch Fühlung mit dem Zentrum wegen der Regierungsbildung ausgenommen, allerdings nur aus taktischen Gründen, um den Nationalsozialisten dann sagen zu können:„Seht, das Zentrum verhandelt sa auch mit uns, warum nicht ihr?“ Die Idee der schwarz=braunen Koalition nannte Hugenberg lächerlich: er ging in seinen Enthüllungen über Bergangenes so weit, mitzuteilen, daß bei der vorigen Reichstagsauflösung, die hitler von Papen verlangl habe, die Nationalsozialisten zwar alles versprochen hätten, daß Hiller ihm aber schon damals gesagt habe, er würde keine von diesen Versprechungen halten. Und diese Zusage wenigstens habe Hitler allerdings gehalten. Das weitere Amtieren parlamentarischer Reglerungen vergleicht Hugenberg mit dem Wuchern des Kredses am Mark unseres Valkes. Es bestehe die Gefahr eines Paktes der Reichsregierung und Hindenburgs mit Hitler der zur Folge haben könnte, daß auf dem Wege einer allmählichen Aneignung der Macht der Unsinn in Deutschland doch noch triumphiere. Es müsse dafür gesorgt werden, daß Hitler die Macht in Deutschland nicht in die Hand bekomme.(Sehr späte Erkenntnis des Herrn Geheimrats! Die Red.) Dazu sei auch die Verfassungsreform nötig. Die Erneuerung des Beamtentums ginge, so sagte Hugenberg, nicht in dem Tempo vor sich, wie wir es wünschten, Lesonders, well uan sich an die Zentrumselemente nicht herauwagte"(). Den Nationalsozialismus nannte Hugenberg einen Rausch des deutschen Volkes; er fügte hinzu, daß die Dentschnationalen mithafteten für die jetzt amtierende Reichsregierung, daß man sich aber hüten müsse vor einem blinden Gouvernewentallemme Berlin, 6. Oktober. Auf der deutschnationalen Reichsführertagung führte Geheimrat Dr. Hugenberg u. a. aus, wir hätten heute in anderen Formen abermals einen Kampf gegen einen zweiten Youngplan zu führen. Dies sei der Kampf um die Regelung der privaten Auslandsschulden, welche die ausgesaugte deutsche Wirtschaft einfach nicht mehr tragen könne. Er schilderte dann das Verhältnis zu den Ratlonalsozialisten. Wenn die Nationalsozialisten jetzt die Schwenkung zum reinen Sozialismus mitmachten, dann müßten sie daran zerbrechen. Die Entwicklung dürfe nicht wieder zurück zum Parlamentarismus gehen Die Mittelparteien hätten die letzten Jahre nicht verstanden und damit ihren eigenen Untergang, aber auch die Bedeutungslosigkeit des Bürgertums ver schuldet. Dem neuen Kabinet: gegenüber hätten die Deutschnotionalen den Standpunkt eingenommen, daß es nach seinen Taten beurteil würde. Abgesehen davon, daß zum ersten Male ein Kabinett ohne schwarz=rote Mitwirkung zustande gekommen sei, habe die Regierung das Verdienst. Preußen vom Marxismus befreit zu haben, und zwar ohne Bürgerkrieg. Das hindere nicht, zu betonen, daß viele unerfüllte Wünsche und mancher Grund zur Besorgnis vorhanden seien. Die politische Konjunktur sei heute eine ganz andere als 1928. Heute sei es möglich, daß auf die Krise ein Aufschwung folge, damit aber auch eine Abkehr vom Radikalismus. Diese Entwicklung schließe die Gefahr des Wiederversinkene in den Opportunismus und den Hang zum Regieren mit dem Parlamentarismus aus. Die Regierung dürfe nicht zögern, unter Ausschaltung aller parlamentarischen Einflüsse die dringenden Aufgaben in Angriff zu nehmen, die noch unter der Reichspräsidentschaft Hindenburgs gelöst werden müßten, vor allem eine durchgreifende Wirtschaftsreform und die Versassungsreform. Auch andere Aufgaben, wie die Erneuerung des Beamtentums und die Sanierung der Landwirtschaft, wären noch durchzuführen wenn auch der grundsätzliche Uebergang zum Kontingentsystem ein großer Schritt vorwärts sel. Das Prablem der Schuldenregelung müsse durch einen autonomen Schritt der Regierung angepaßt werden. Hier sei nicht mit Teilmaßnahmen weiterzukommen. Die Sozialisierungspolitik Brünings, wie sie durch die dauernden Subventionen großer Betriebe gefördert sei, müßte schleunigst wieder gutgemacht werden. Dieser notwendigen Entsozialisierung stünden gleich die notwendigen Reformarbeiten auf dem Gebiete der Sozialpoltik. Ein neuer Mittelstand müsse geschaffen und der alte gestärkt werden. Aufhebung der aus der Erbschaft Brünings übernommenen lozialpolltischen Härten, insbesondere auf dem Gebiet der Rentenkürzung, sei dringend notwendig. Die Unterstützung des Kurses der Regierung Papen bedeute keine Blankovollmacht. Es komme auf den Einfluß an, den die Deutschnationalen derjenigen Geistesrichtung, die sie vertreten, verschaffen müssen. In diesem Wahlkampf stehe die Deutschnationale Vokkspartei als die einzige Bewegung da, welche die bisherigen Stürme überstanden habe und in der Lage sei, die Auseinandersepung mit dem Nationalsozialismus in einer für die Zukunft der Nation notwendigen Form durchzuführen. Die Deutschnationalen gingen ihren geraden Weg. Sie lehnten jede unklare Bindung und jede Verwischung ihrer Ziele ab. Aber sie öffneten ihre Tore wel: für alle diejenigen, die sich mit ihnen zu gleichen Zielen verbunden fühlten. Gegenüber den Versuchen der Nationalsozialisten, den Kampf der Deutschnationalen durch planmäßige Störung ihrer Versammlungen zu hemmen, sei gesagt, daß die Deutschnationalen sich auch gegenüber diesen durchsichtigen Absichten durchzusetzen wissen würden.„Wir scheuen diesen Kampf nicht, der uns aufgezwungen wird. Die Deutschnationale Volkspartei, so schloß Dr. Hugenberg, geht in diesen Wahlkampf mit dem Willen, ihre historische Mission zu erfüllen, und mit dem Glauben an die Kraft ihrer Ideen.“ Im weiteren Verlauf der Führertagung sprach Geheimrat Dr. Quaatz Niederlage in Versailles, so erfurchtbaren Umfang annehmen über die politische Lage. Unsere klärte er, habe nur deshalb einen so können, weil ein Zusammenwirken des Auslandes mi: den Parteien von Weimar stattgefunden habe. Der Zustand des Reiches sei heute fast mit dem nach dem 30jährigen Kriege zu vergleichen. Quaaß betonte dann, daß Parlamen: und Volk wesensverichledene Dinge seien, sonst wäre es nicht möglich, daß dieses„Junker=Regiment“ unangefochten regiere, und daß ein Leutnan: genüge, um in Preußen das schwarz=rote System zu beseitigen. Das deutsche Volk wolle die Erlösung von der Parteiherrschaft. Von 1913 bis 1932 sei Deutschland eine Kolonie des internationalen Sozialismus gewesen Demgegenüber sei es Zeit, mit Stolz zu betonen, daß wir deutsche Bürger sind und sein wollen, nicht Glieder einer Klasse. Zur Regierung Papen erklärte der Redner, daß seine Partei nicht aus byzantinischen Gründen für dieses Kabinent sel, sondern weil hler Men'schen an der Arbeit seien, die einen deutschen und christlichen Staat aufbauen wollen. Die erste Notverordnung Papens sei ein Fehler gewesen. Sicher musse der Arveiter einen Teil der Arbeit für den Arbeitslosen opfern; das dürfe aber nich: dazu führen, daß der Lohn des Arbeiters unter das Existenzminimum gedrückt werde. Quaatz schloß mit einem Bekenntnie zummann2.!. Gedanken. Es gebe Völker, für welche die Republik ein Segen sein möge. In Deutschland seien aber die Zeiten einet sturten Zeiten des Glanzes des deutschen Volkes gewesen. Die Wiederaufbauarbeit Deutschlands müsse ihr letzes und größtes Ziel in der Wiederherstellung des Hohenzollernkaiseriums finden. Zur Sozialpolitik sprach Dr. Erich Schmidt, der an d Regierung die Forderung richtete, daß die im zweiten Teil der Notverordnung gegebene sozialpolitische Ermächtigung zu einer wittlichen Sanierung der Sozialversicherung angewendet werde. Der erste Teil dieser Notverordnung, der systematisch Lohn= und Gehaltskürzungen bei Neueinstellungen bringe, werde dagegen von der deutschnationalen Volkspartei einmütig abgelehnt. Der Redner kündigte an, daß die Deutschnationalen am Freitag in einer Unterredung mit dem Reichsarbeitsminister erneut die Aufhebung dieses Teiles der Notverordnung verlangen werden. Ueber den landwirtschaftlichen Teil des Regierungsprogramms sprach Abg. v. Rohr. Er betonte, daß die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft vom Weltmarkt auf das unerläßliche Maß beschränkt werden müsse, wenn das Aufbauprogramm kein Fehlschlag werden solle. Die jetzigen Kontingente erfaßten nur etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Einfuhr und seien daher ungenügend. Die weiteren Verhandlungen der Tagung waren dem Zweck gewidmet, für den Wahlkampf Unterlagen für die Auseinandersetzung mit AAL. Wostdcutsche Bottiederniabrik Bschmann& Co. Beckum! Wesu. Neruring-3 Pernsprecher 3509 Modernster Maschinenpark„ Eigene Wäscherei etc. Tagesleistungen bis 2000 Pfund * Nachweislich größtes Spezial-Unternehmen welches direkt an Private zu Fabrikpreisen Bettiedern und Daunen verkauft. Vielseitigen Anregungen gemäß haben wir uns entschlossen, direkt auch an Private, unter gänzlicher Ausschaltung des Zwischenhandels unsere Artikel Bettfedern und Daunen zu verkaufen. Durch Oroßeinkauf der Rohwaren direkt in den Produktionsländern Ungarn, Tschechoslowakei, Rumänien, Böhmen, Polen usw. und nur durch Selbstfabrikation sowie Verkauf aus erster Hand sind wir in der Lage, direkt zu erstaunlichen Preisen unsere Leistungsfähigkeit zu beweisen. 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Ferner betreiben wir den Verkauuf vom Daumendecken, Steppdecken, Reform-Unterbetten, Schlarattia-Matratren und StahlGrahtmatratren. (Vertreter an allen Plätzen gesucht) Beckum, im Oktober 1932. Mit höfl. Empfehlung Bechmann& Co. den Nationalsozialisten zu geben. Im einzelnen sprachen Kapitän Scheibe zur Wirtschaftspolitik der Nationalsozialisten. Hosprediger Dr. Doering über die Kulturpolitik der Nationalsozialisten und Dr. Doms über Zentrum und Nationalsozialismus. ** Die Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages zwischen Japan und Mandschukuo L/8XEN ACFEIEN FRANZÖSISCH WESTAFRIKA ENCL. AGVPT. SOoAN AbEsSINIEN MGtaln: Se1r HOSTAFR orteisch40180 O1EA ANGOLA 95 Rroofsig BETSCHUANA L4N0 oan Ausssoone Zu der großen deutschen Kolonialtagung in Berlin PALALF MARLARER, EAABLREN MARSMALLIT 9* 500 Karte des deutschen Kolonialbesitzes vor dem Weltkrieg(annähernd 3 Millionen Oradratkilometer mit über 12 Millionen Menschen), der der räumlichen wie wirtschaftlichen Bedeutung nach sich fast durchweg auf Afrika beschränkte. Sonst hatten wir nur noch auf den Inseln des westlichen Stillen Ozeans Kolonialbesitz(Spezialkarte unten links). Vom 13. bis 17. Oktober findet in Berlin eine große Kolonialtagung statt, die für den deutschen Kolonialgedar ken werben und eine Rückschau auf die deutsche Kolonialtätigkei. vor dem Weltkriege bieten soll. Wer wird Amerikas 31. Präsiden!? Die feierliche Unterzeichnung im Regierungsgebäude der neuen man dschurischen Hauptstad Tschangtschung. Links(sitzend): der japanische Bevollmächtigte, General Muto, ihm gegenüber Tscheng Hsiau Hsi, der Ministerpräsident Mandschukuos. Durch die Unterzeichnung des Freunoschaftsvertrages zwischen Japan und dem unter seinem Schutz ausgerufenen mandschurischen Staat, der jetzt den Namen„Mandschukuo“ führt, erkannte Japan als erste Macht den neuen Staat an daß die Rückkehr zum freien Alkoholverkauf in Amerika nicht lange auf sich warten lasse. In außenpolitischer Hinsicht verwahrte sich Roosevelt gegen die Auffassung, daß er in bezug auf Europa eine noch striktere Durchführung der Monroe=Doktrin beabsichtige, d. h. den amerikanischen Nationalismus noch verschärfen werde. Er werde natürlich in erster Linie den Interessen seines Landes dienen, aber er sei auch mit den europäischen Fragen zu sehr vertraut, um zu wissen, was es koste, wenn man sie ignoriere oder nur so tue, als ob man sie ignoriere. Der Auftakt zum großen Krieg Deportierte Granden Villa-Cisneros, die Strafkolonie für spanische Putschisten. Ein Spanier, der viele Jahre in Villa=Cisneros, dem Hauptplatz Roosevelt und Hoover, die rivalisierenden Kandidaten der Demokraten und Republikaner für die im November stattfindende amerikanische Präsidentschaftswahl. Dazwischen ein großes Fragezeichen, das aus den Porträts der bisherigen Präsidenten von Washington über Lincoln, Roosevelt und Wilson bis zu Herbert Hoouer zusammengesetzt ist. Roosevelts Zukunftspläne. :: Paris, 7. Oktober. Der Neuyorker Sonderberichterstatter des„Matin“ hatte eine Unterredung mit dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Roosevelt, in deren Verlauf dieser auf Hoovers großen Fehler hinwies, die Einfuhr zölleerhöh zu haben. Diese Maßnahme habe die europäischen Staaten zu Gegenmaßnahmen herausgefordert und dadurch wesentlich zur Verschärfung der augenblicklichen Wirtschaftskrise beigetragen. Wenn es ihm gelingen sollte, die Führung der Regierung zu übernehmen, so werde er in erster Linie den Warenaustausch zwischen Amerika und den europäischen Staaten ins Gleichgewicht bringen. Was die Abschaffung des Alkoholverbots anlange, so müsse dazu zunächst der Artikel 18 des Prohibitionsgesetzes außer Kraft gesetzt werden. Er hoffe, der spanischen Besitzung Rio de Oro gelebt hat, entwirft in der Madrider„Abhora“ ein anschauliches Bild von diesem Exil der spanischen Monarchisten. Dieser Teil Afrikas ist schon heute völlig der Legende anheim gejallen. Ueber den Aufenthaltsort, den die Republik ihren Feinden angewiesen hat, werden, je nach der Tendenz der Zeitung, die phantastischsten Einzelheiten berichtet. Das Klima ist keineswegs extrem heiß; es unterscheidet sich in nichts von dem Sommer in Spanien. Sehr unangenehm ist nur der starke, fast unaufhörlich wehende Wind, der gewaltige Sand= und Staubwolken vor sich hertreibt. Im Nu sind Kleider, Nahrungsmittel, Waren, Möbel mit einer dicken Schicht bedeckt. Auch das Trinkwasser ist knapp, es muß erst von den Kanarischen Inseln herbeigeholt werden. Krankheiten sind nicht häufizer als anderwärts. Alle 14 Tage werden 80 Tonnen Wasser, jede mit 200 Liter, von den Schiffen an Land gesetzt, die die Bevölkerung mit allem Lebensnotwendigen versorgen. Die eingeborene Bevölkerung besteht aus ungefähr 200 Nezern, die ständig in Villa=Cisneros leben, 60 vornehmen Berbern und einer Anzahl von„Passanten“, die mit Karawanen dorthin gekommen sind. um sich zu verproviantieren. Die weiße Bevölkerung besteht aus 150 Soldaten und Offizieren der Garnison und einigen vierzig Fliegern und Mechanikern. Das Leben in dieser kleinen Garnison ist ebenso monoton wie an irgendeinem andern kleinen Platz in der Heimat. Nur die Flieger können von Zeit zu Zeit dem ewigen Einerlei entfliehen, wenn sie zur Erledigung topographischer Aufgaben einen ihrer häufigen Flüge landeinwärts unternehmen. Die Eingeborenen widmen sich ausschließlich dem Fischfang, denn der ganze Reichtum von Villa=Cisneros besteht in der Industrie der Fischverwertung. Es gibt im Land nur einige reiche Mauren und mohammedanische Geistliche, die nicht arbeiten. Diese Bevorzugten besitzen fünf bis sechs Frauen, die sie für einige Meter Leinwand oder ein Kamel den Stämmen im Innern abgekauft haben, und verfügen außerdem über männliche und weibliche Sklaven, die von den zahlreichen Händlern an der Küste und im Innern feilgeboten werden. Herren wie Sklaven stehen auf einer sehr niedrigen Stufe der Zivilisatioa. „Eines Abends“, schreibt der Mitarbeiter der„Ahora“,„hatten wir im Hof eines Hauses ein halbes Hundert Eingeborene vor einer Projektionsfläche versammelt, auf der wir einen am Morgen dieses Tages ausgenommenen Film ablausen ließen. Als unsere Gäste sich selbst auf der Leinwand erblickten, sprangen sie auf und rannten in panischem Schrecken davon.“ Im allgemeinen sind die Beziehungen zwischen Weißen und Eingeborenen gut. Von Zeit zu Zeit unterbricht eine kleine Sensation den tristen Alltag. Ein beliebter Trick der Eingeborenen besteht darin. einen Soldaten, den die trostlose Langeweile seiner kühlen Ueberlegung beraubt hat, zur Desertation zu überreden. Sie versprechen ihm hoch und heilig, ihn sicher durch die Wüste zu geleiten bis zum nächsten bewohnten Platz, wo er ohne Gefahr weiterkommen kann. Nach 50, 60 Kilometern verlassen sie den Aermsten unter irgendeinem Vorwand, mitten in der Wüste. Einige Stunden später tauchen ander Eingeborene auf, die vortrefflich Ueberraschung heucheln können, und die sich erbieten, den Flüchtling nach Villa=Cisneros zurückzubringen. Der Deserteur, der schon den qualvollen Dursttod der Wüste vor Augen sah, ist damit zufrieden und ergibt sich in sein Schicksal. Er weiß ja nicht, daß das Ganze ein abgekartetes Spiel war, mit dem sich die Eingeborenen die recht ansehnliche Prämie auf Ergreisung eines Deserteurs verdienen. Flieger, die im Innern des Landes zur Notlandung gezwungen werden, müssen sich manchmal mit einem schweren Lösegeld loskaufen. Diese Sorte Eingeborene ist freilich nicht sehr zahlreich; die übrigen halten auf gutes Einvernehmen und verkaufen ihre Waren und Lebensmittel, ohne den Europäer zu übervorteilen. Schulen gibt es in Villa=Cisneros nicht, nur der Sohn eines vornehmen Berbers, der junge Herr Pablo, unterrichtet die Kinder und einige Analphabeten unter den Soldaten. Das Leben in Villa=Cieneros ist keineswegs schrecklich, wie man es hin und wieder lieft. Natürlich müssen die Menschen dort viel entbehren. Wer nicht verzichten kann, der wirc das Dasein bald unerträglich finden. Wie die Balkankriege begannen. Eine Zwanzigjahrserinnerung zum 8. Oktober. Nur in den Geschichtsbüchern hat der Weltkrieg im Jahre 191 begonnen; in Wirklichkeit aber schon zwei Jahre früher. Als am 8. Okto ber 1912 der erste Balkankrieg begann, gab es viele, die nur mit schwerer Sorge in die Zukunft blicken konnten: das bedeutete Krieg auch für Europa! Der Balkan war der„Gewitterwinkel Europas“; dort entluden sich die ungeheuren Spannungen des politischen Systems der alten Welt, dort balancierte sich immer wieder das europäische Gleichgewicht aus, bis dieser fragwürdig gewordene Begriff durch die ungeheure Dynamik der Entwicklung erledigt war. Die Geschichte der Balkanfrage seit dem Berliner Kongreß von 1878 interessiert nur den politischen Historiker: es genügt, festzuhalten, daß Rußland und Oesterreich auf dem Balkan zusammenstießen, daß die Erringung der Unabhängigkeit durch Bulgarien, sein Krieg mu Serbien, die Besetzung von Bosnien durch Oesterreich die Konfliktstoffe anhäuften, daß die Donaumonarchie zu ihrer Rückendeckung Italien Kompensationen auf dem Balkan versprechen mußte, daß England, früher Schützer der Türkei, einen Frontwechsel vornahm und diese Rolle nun Frankreich überließ, daß Deutschland schließlich die noch von Bismarck geübte strikte Zurückhaltung in Balkaufragen ausgab. Daß die christlichen Völker der Halbinsel eines Tages die Türken vom Balkan vertreiben würden, wurde in richtiger Voraussicht von Deutschland, Oesterreich und England in einem besonderen Abkommen schon frühzeitig ins Auge gefaßt. Dem Druck der jungen, aufstrebenden Völker war die morsche Türkei nicht gewachsen. So war der Ausbruch eines großen Balkankrieges nur eine Frage der Zeit. Die Balkanvölker mußten ihre eigene Zwietracht vergessen und sich auf die gemeinsame Sache besinnen. Serbien und Bulgarien, früher erbitterte Feinde, wurden durch die Annektion Bosniens durch Oesterreich im Jahre 1908 einander in die Arme getrieben. Dann kam der Tripoliskrieg, der die Schwäche der Türkei offenbar machte. So wurde am 13. März 1912 das serbisch=bulgarische Bündnis geschlossen, dem im Mai ein bulgarischgriechischer Vertrag folgte. Der Balkanbund, der schließlich noch durch Montenegro ergänzt wurde, war Tatsache geworden; seine Tendenz war Rückendeckung gegen Oesterreich für den gemeinsamen Angriff auf die Türkei. Der Balkanbund bedeutete den Krieg; daran war kein Zweisel. Zuerst schlug Montenegro am 8. Oktober 1912 los— noch saßen die italienischen und türkischen Delegierten am Tisch der Friedenskonferenz am 17. folgten Bulgarien, Serbien und Griechenland mit der Kriegserklärung an die Pforte. Die kriegerischen Ereignisse überstürzten sich nun. Die türkische Armee versagte in einem von niemand vorausgesehenen Ausmaß; sie erlitt noch im Oktober entscheidende Niederlagen gegen die Bulgaren bei Kirk=Kilisse und bei Lüle=Burgas. Zur selben Zeit schlugen die Serben die Türken vernichtend bei Kumanowo, besetzten Uesküb, Durazzo und Monastir, die Griechen eroberten Saloniki. Der Siegeslauf der Verbündeten schien unaufhaltsam; schon träumten die Bulgaren vom Einzug in Konstantinopel. Da kam ihr Vormarsch an der Tschataldschalinie zum Stehen, wo sie, durch große Verluste geschwächt, zurückgeschlagen wurden. Am 3. Dezember wurde der Waffenstillstand abgeschlossen, und kurz darauf begannen in London die Friedensverhandlungen; gleichzeitig traten die Botschafter der Großmächte zu einer Konferenz zusammen. Oesterreich setzte gegen Rußland die Gründung eines unabhängigen Staates durch; die Friedensverhandlungen der Balkanstaaten mit der Türkei scheiterten aber, weil diese Adrianopel nicht abtreten wollte. So begann im Februar 1913 der Krieg abermals. Die Türkei erhielt von neuem schwere Schläge. Adrianopel wurde erstürmt, und Skutari fiel durch Verrat. Im Mai wurde die Pforte zu einem Vorfrieden gezwungen, in dem sie das ganze Gebiet westlich der Linie Enos=Midia abtrat. Nun begann der Streit um die Beute, über dem der Balkanbund auseinanderbrach. Bulgarten beanspruchte den Alleinbesitz Mazedoniens, der ihm vertragsgemäß zustand; dagegen erhoben sich die Serven, Griechen und schließlich auf die Rumänen. Sogar die Türkei ergriff wieder die Waffen und eroberte Adrianopel zurück. Vor soviel Feinden mußte Bulgarien kapitulieren. Am 10. August 1913 kam es zum Frieden von Bukarest und im September zum bulgarisch=türkischen Frieden. Die Türkei erhielt Adrianopel zurück, und Bulgarien mußte seinen ehemaligen Alliierten den größten Teil seiner Eroberungen wieder herausgeben. Das war der Auftakt zum Weltkrieg. Der Frieden trug den Keim zu neuen Konflikten in sich. Europa hatte den Balkankriegen zugesehen, die ihm einen Vorgeichmack eines allgemeinen Weltkrieges gaben; zum ersten Male traten auf europäischem Boden gewaltige Streitkräfte einander gegenüber, deren Gesamtheit die Million überschritt. Die Greueltaten, die Leiden der vertriebenen Zivilbevölkerung, die Schrecken des modernen Materiakkrieges warfen dunkle Schatten auf die Alte Welt, die sich damals noch im Glanz ihres wirtschaftlichen Wohlergehens sonnte. Die Sturmzeichen wurden nicht verstanden. Nicht ganz ein Jahr später sielen Prineips Schüsse in Sarajevo. Nur Menschen mit ganz kurzem Gedächtnis werden sich durch die Reden Hugenbergs einfangen lassen. Wer hat denn die ganzen politischen Krisen der letzten Jahre auf dem Gewissen? Wer hat Dr. Brüning gehindert, das von ihm geplante Rechtsabinett zu bilden? Hugenberg will nichts wissen von der Subventionspolitik, sogt er. Und doch tritt gerade seine Partei dafür ein, daß der überschuldete Großgrundbesitz des Ostens nicht der Siedlung zugeführt, sondern weiter subventioniert wird. Man kann im Wahlkampf manches ertragen, aber wie Herr Hugenberg es treibt, ist es doch zu bunt. 2. Beibl u Samstag den 8 Oktober 1932 234 Der Reichskanzler spricht in Paderborn. Keine Uebertragung durch den Rundfunk. Uns wird geschrieben: Seit der Reichskanzler von Papen kürzlich in Münster vor der westfälischen Landwirtschaft sein bedeutsames wirtschaftspolitisches Programm entwickelt hat, war es der lebhafte Wunsch weitester Kreise des westfälischen Handwerks, Einzelhandels, Großhandels, der Industrie sowie der freien Berufe, daß der Reichskanzler auch vor diesen Kreisen einmal sprechen mochte. Die dahinzielenden Bemühungen haben zu dem gewünschten Erfolge geführt. Reichskanzler von Papen wird, wie schon kurz mitgeteilt, am Sonntag, 16. Oktober, vormittags 11,30 Uhr in Paderborn(Schutzenhaus) in einer Kundgebung der Wirtschaft sprechen. Diese Veranstaltung ist gedacht als eine solche nicht nur der westfälischen, sondern auch der benachbarten hessen=nassauischen und hannoverschen Wirtschaftskreise. Aus der Einstellung des Herrn Reichskanzlers ergibt sich von selbst, daß seine sicherlich bedeutsamen Ausführungen, die vornehmlich wirtschaftlichen Dingen gewidmet ein werden, sich frei halten von Parteipolitik, so daß die ganze Veranstaltung einen überparteilichen Charakter tragen wird. Da die Rede des Herrn Reichskanzlers diesmal nicht durch den Rundfunk übertragen wird, verlohnt es sich um so mehr, die Kundgebung zu besuchen, als in absehbarer Zeit der verantwortliche Leiter der Reichspolitik in dem vorhin umschriebenen Gebiete nicht wieder sprechen wird. Es dürfte sich empehlenta dis Ausnutzung der Vergünstigungen der Reichsbahn (Geseuschaftsfahrkarten, Sonderzüge usw.) rechtzeitig in die Wege zu leiten, um so die Fahrkosten für den einzelnen Teilnehmer auf ein Mindestmaß herabzudrücken. Das große Schützenhaus in Paderborn bietet vielen Tausenden die Möglichkeit, die Rede des Reichskanzlers gut zu hören. Wenn eben möglich, sollte dem mit den Vorbereitungen der Veranstaltung beauftragten Herrn Dr. Bergmeyer, Padervorn, Kilianstraße, der zu jeder Auskunft gern bereit ist, rechtzeitig die ungefähre Telnehmerzahl bekanntgegeben werden. Soettate Rede des Führers auf der Reichspropagandatagung München, 7. Oktober. Die Reichspressestelle der RSDAP teil: mit: Im Mittelpunkt der heutigen Reichspropagandatagung der RSDAP stand die Kampfparole Adolf Hitlers für den beginnenden großen Wahlkampf. In seinen Ausführungen wies Adolf Hitler darauf hin, daß die Widerstände die sich der nationalsozialistischen Bewegung heute noch entgegenstellten, jener letzte Ansturm vereinigter Gegner seien, dem sich jede Bewegung gegenüversehe, wenn sie sich der letzten Entscheidung vor dem Kriege nähere. Der Nationalsozialismus sei eine so umwälzende Bewegung, daß ihr Sieg kein leichter sein könne. Die Geschichte kenne keine große Umwälzung, deren Erfolg von vornherein allen sichtbar gewesen sei. Immer habe erst die letzte Ausdauer und die letzte Entschlußkraft in den entscheidenden Kämpfen dem Stärkeren den Sieg garantiert. Die nationalsozialistische Bewegung, die nicht auf kurze Sicht aufgebaut sei, besitze in ihrer inneren Kraft diese ungeheure Beharrlichkeit und Zähigkeit, ohne auch nur einen Augenblick am Endsieg zu zweifeln. Hitler legte im einzelnen dar, warum das Programm der Regierung von Papen zusammenbrechen müsse. Das wirtschaftliche Programm dieser Regierung könne nach allen vorhandenen Anzeichen bereits jetzt als erledigt gelten. Der innerpolitische Teil des Programms, der angeblich die Aufrichtung einer starken Autorität erstrebe, müsse an den geradezu lächerlichen Mitteln scheitern, mit denen man glaube, eine solche Autorität ohne die geringste Fundierung im Volke aufrechterhalten zu können. Man könne ein System nicht einfach ersetzen durch irgendein neues Kabinett von Männern dieses gleichen Systems. Wenn man die parlamentarische Organisation ersetzen wolle, könne man das nicht durch eine Clique, die dem Volke ihren Willen aufzwingen wolle, sondern nur durch eine unparlamentarische Organisation, die bereits von unten her aus dem Volke selbst herausgewachsen sei. Der Regierung von Papen fehle eben die Nation als Kraftquelle, und deshalb müsse auch zum Schaden des Volkes ihr außenpolitisches Programm scheitern. Hitler unterzog die außenpolitischen Methoden der Regierung von Papen, die Deutschland in eine völlige Isolierung hineintrieben, einer scharfen Kritik und zeichnete die positive Linie einer nationalsozialistischen Außenpolitik auf. Auch auf diesem Gebiete sei es nichts mit den frommen Wünschen der Regierung von Papen,„den Nationalsozialisten das dritte Reich vorwegzunehmen“. Hitler gab sodann die Richtlinien und Grundsätze für die politische Tendenz des Wahlkampfes bekannt. Er führte zum Schluß seiner immer wieder von stürmischer Zustimmung unterbrochenen Rede aus: Im Bewußtsein, für das Recht und die Zukunft des Volkes zu kämpfen, geht die nationalsozialistische Bewegung von dem gleichen Kampfgeist beseelt mit dem Einsatz ihrer ganzen Kraft in den Wahlkampf hinein. Sie besitzt in ihrer Organisation alle Voraussetzungen eines erfolgreichen Kampfes, die überhaupt denkbar sind. Jeder einzelne wird sich einsetzen bis zum äußersten. Wir Nationalsozialisten werden der Nation ein unerhörtes Vorbild unserer Willenskraft geben. Es gibt Leute, die sagen, ehe die Wahl kommt, ist die Regierung Papen wirtschaftlich längst zusammengebrochen und erledigt. Aber Friedensresolutionen werden in der nationalsozialistischen Bewegung nicht gefaßt. Wir werden für den 6. November kämpfen, als ob davon Deutschlands Sein oder Nichtsein abhängen werde. Ich sehe dem Kampf mit absoluter Zuversicht entgegen. Die Schlacht kann beginnen. In vier Wochen werden wir aus ihr als Sieger hervorgehen.(??) Im Reichspräsidentenpalais wird dann wohl die Erkenntnis einhellig sein: Die nationalsozialistische Bewegung steht, sie ist da und wird niemals verschwinden. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: man gibt ihr die Macht oder man gibt sie ihr nicht. Dann werden sie von der Macht dieser Bewegung überwunden werden.“ Italienische Geretztheit. Auftakt zu den Devisenverhandlungen. Melsduns s...., Rom, 7. Oktober. Die Meivung, vaß eine beutsche Abordnung nach Ron unterwegs sei, um über einen Ausgleich in der Devisenfrag zu verhandeln, veranlaßt das„Giornale'Italia“, in eine amtlichen Note noch nachträglich zu einer Auslassung, aus dei die italienische Erregung vor allem über die Form des deut schen Vorgehens deutlich nachzittert. In der Note heißt es: nung un tragen Deutschlands beginnt der Tatache Rech zür uns a# tra; gaß heute ein neues Italten besteht und daß dn K. un# Naurige Zeit beendet ist, da unser Land wenig oder über wurde. Das neue Italien hat das volle Bewußtsein seiner Stärke und ein hohes Gefühl seiner eigenen Würde. Das neus,„ Italien, will mit allen Staaten in Frieden leben. Es führt ein lohan Polili von größter Ehrlichkeit. Aber auf feindliche nahmen einer andern Macht antwortet es sofort mit Druck Dec Keinden diee 3t; größte Wohl den Freunden, das größte Uche vier ist die vom Duce ausgezeichnete moralische und poitische Regel, die Italien unweigerlich und unerbittlich in seinem Lebei und in seiner Geschichte anwenden wird. Die Zeiten, da man es a1 Echtursgung an Billigkeit gegenüber der italienischen Nation sehler assen Lonnts, sind für immer dahin. Butter-Verhandlungen mit'nnland. Die Verhandlungen über die Neuregelung der Buttereinfuhr nach Deutschland, die vor einer Reihe von Wochen mit den Dänen und Holländern geführt worden waren, sind jetzt mit den Finnen ausgenommen worden. Es handelt sich dabei um ein Doppeltes: die bisher für die Buttereinfuhr geltenden Kontingente von je 5000 Tonnen für, jedes Land sollen durch ein Global=Kontingent abgelöst werden, an dem die drei Länder entsprechend ihrer früheren Einfuhr beteiligt werden sollen. Ferner soll die Verschiedenartigkeit der Zollsätze im Verkehr mit Holland, Dänemark und Finnland— praktisch kommen fünf verschiedene Zollsätze in Anwendung— beseitigt Mit Dänemark war damals im großen und ganzen eine Einigung erzielt worden, während mit Holland sich Schwierigkeiten über die Höhe des Zollsatzes ergaben, so daß die Verhandlungen schließlich abgebrochen werden mußten. Ob man mit den Finnen jetzt, nachdem die Stimmung sich durch die jüngsten„Taten" unserer Außenhandelspolitik so verschlechtert hat, weiterkommen wird, bleibt abzuwarten. Ausländische Einkäufer auf der Lespziger Herbstmesse 1932. Auf Grund der nunmehr vorliegenden Berichte der Auslandsstellen des Leipziger Meßamts beträgt die Zahl der geschäftlichen Auslandsbesucher 5083, also reichlich ein Drittel weniger als zur Herbstmesse 1931. Am besten haben sich jene Länder gehalten, die der deutschen Ausfuhr keine erheblichen Hindernisse in den Weg legen. So ist die Zahl der Besucher aus Belgien und Luxemburg nur unwesentlich niedriger als im Herbst vorigen Jahres. Das gleiche gilt für die Niederlande, für Spanien, für die Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada. Diejenigen Länder, die regelmäßig das größte Besucherkontingent stellen, sind in diesem Jahre durchschnittlich mit drei Fünftel bis zwei-Drittel der Vorjahrsbesucherzahlen vertreten. Dazu gehören die Tschechoslowakei, Oesterreich. Großbritannien und Irland, Frankreich, die Schweiz und Italien. Bemerkenswert ist der starke Rückgang der Besucherzahlen aus den nordischen Ländern. Schweden, das im vorigen Herbst noch mit 324 Besuchern vertreten war, hat diesmal weniger als die Hälfte geschickt. Das gleiche gilt für Norwegen und Dänemark. Dagegen haben sich die Randstaaten mit einem um rund ein Viertel geringeren Besuch verhältnismäßig gut behauptet. Wie nicht anders zu erwarten war, hat auch der Besuch aus den Balkanländern stark abgenommen. Der Rückgang beträgt nahezu die Hälfte gegenüber dem vorigen Jahr. Trotz der in zahlreichen mittel= und südamerikanischen Staaten bestehenden Devisenschwierigkeiten war die Zahl der Einkäufer nur rund zwei Fünftel kleiner als zur Herbstmesse 1931. Das beweist wiederum, daß die Herbstmesse für Bewohner oer heißen Zone günstig liegt und infolgedessen von ihnen verhältnismäßig stark besucht wird. Einkäufer aus Australien und Neuseeland sind in gleicher Zahl erschienen wie im vorigen Herbst. Von der neuseeländichen Regierung war ein hoher Beamter zum Einkauf entsandt worden. 5 Hören Sie mal, Frau Nachbarin... Wochenplauderei vom Oelder Windmüller. Ein junger Mann vom Knapp in Oelde hatte vorige Woche eine Radtour nach Möhler und Herzebrock gemacht. Da er sich für die landschaftlichen Schönheiten dieser von Gott gesegneten Gegend nicht übermäßig interessierte, kehrte er lieber in jeder Wirtschaft am Wege ein und probierte dort die geistigen Getränke. Leider tat er dieses übermäßig und war nicht mehr ganz fest auf den Pedalen. konnte er bei Bäumker nicht vorbeifahren. Er seret.#r in eine sehr fidele Geselschaft Rhedaer Festrüben ########st auf, als er keinen Pfennig Geld mehr im Beutel hatte. Als er nun draußen im Dunkeln sein Fahrrad aufschlieder verflixte Schlüssel ab.„Verfluchte ### schimpfte der eoie Knappe und gab dem abgeschlossenen Nuv einen Tritt. Aber davon sprang das Schloß nicht los. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als demütig sein Rad hillten hochzuheben und es nach Oelde zu schieben. einiger Erfahrung wissen, daß das gar nicht so einfach ist. Selbst unter normalen Verhältnissen kann man dabei die Pimpelgicht kriegen. Nach etwa anderthalb Stunde kam er abgekämpft zu Hause an, und da merkte er bei passender Beleuchtung, daß er überhaupt ein falsches Rad gegriffen und nach Oelde geschleppt hatte. Deshalb war auch wohl sein Schlüssel abgebrochen. Fahrräder sind überhaupt nicht so zuverlässig, wie sie aussehen. Ein junger Ehemann aus Westerwiehe war mit Frau und Kind zu einer Namenstagsfeier geradelt. Der rreine Junge saß in einem bequemen Sesselchen, das an Vaters Lenkstange kunstvoll befestigt war. Er krähte auf der Hinfahrt vor Vergnügen, während der Vater sich mißmutig in Schweiß trampelte. Nachher entschädigte er sich für diese Quälerei bei Kaffee und Kuchen. Und als seine Frau wegen heftiger Kopfschmerzen frühzeitig aufbrechen mußte und allein nach Hause fuhr, da konnte er sich erst richtig loslassen. Diesmal kam er wirklich auf seine Kosten, und als endlich die Rückfahrt angetreten wurde, da krähte der Alte vor Vergnügen, während der Kleine müde in seinem Sesselchen an der Lenkstange saß und schlief. Zu Hause schob der Vater sein Rad in die Scheune und tapste dann in das Schlafzimmer.„Wo hast du den Jungen denn gelassen?“ schrie die Mutter trotz ihrer Kopfschmerzen. —„Den Jungen?“ fragte der Vater und dachte so scharf nach, als es ihm möglich war. Unterwegs hatte er ihn doch noch vor sich sitzen gehabt, das glaubte er bestimmt behaupten zu können. Und jetzt war er verschwunden? Beschämt schlich der Rabenvater in die Scheune zu seinem Rad und wollte die ganze Strecke absuchen. Doch das war nicht nötig. Der Junge saß noch in seinem Sesselchen an der Lenkstange und schlief. Er hatte nichts davon gemerkt, daß man ihn mit dem Rad in der Scheune gelassen hatte. Das ist schließlich kein Wunder, der Alte hatte ja auch nichts gemerkt. Und Kinder können manchmal fast schlauer sein als die Großen. In einer Schule in Wiedenbrück hat die Lehrerin neulich gefragt:„Wie hat der liebe Gott den Pharao bestraft, als er die Juden nicht ziehen lassen wollte?“ Da sagte ein kleines Mädel:„Er schickte ihm zehn Blagen“. Und in derselben Schule sitzt das kleine Aenneken, dem es zu Hause streng verboten ist, frisches Obst zu essen. Es soll nur gekochtes Obst, Apfelkompott oder Birnenmus essen, weil es einen so schwachen Magen hat. Da hat es sich nun neulich bei der Lehrerin erkundigt:„Fräulein, wenn Eva im Paradies gekochte Aepfel gegessen hätte, dann würde ihr das doch sicher auch nichts geschadet haben...“ Kennen Sie übrigens schon das neue Yo=Yo=Spiel? Man sollte meinen, das sei auch nur etwas für kleine Kinder. Aber sogar Juristen können sich damit ihre arbeitslose Zeit vertreiben. Bei Tonius Arnsberg in Beckum hat der schöne Alfred neulich in zwölf Minuten die kleine Rolle 345mal auf und ab tanzen lassen. Das ist für unsern Leserkreis vorläufig ein Rekord. Vielleicht tritt der Künstler demnächst als„Api, der Yo=Yo=Spieler“, öffentlich auf. Auf Wunsch gibt er auch Autogramme. Amüsantere Spiele erfand man in einer lustigen GesellWie Rußlands Gold nach dem Westen rollt 500 Millionen in zwei Jahren Riga, Anfang Oktober. „Wieder hat ein russischer Goldtransport Riga passiert," meldet in aller Kürze von Zeit zu Zeit die Rigasche Presse. Wenn diese Nachricht erscheint, ist der Transport längst jenseits der lettischen Grenze, weiter unterwegs nach Berlin. Vorher aber sind diese Goldtransporte strengstes Geheimnis einiger weniger Männer. Wenn die Meldung aus Moskau kommt, reist der Chef der Geheimpolizei mit drei Beamten nach der Grenzstation Indra. Dort besteigen sie den ankommenden Transportwagen und begleiten ihn bis nach Riga, wo ein anderer Spezialwagen mit westeuropäischer Spurbreite bereitsteht, der von der deutschen Reichsbahn entgegengesandt wird. Wenn der russische Wagen sich äußerlich in nichts von einem typischen russischen dunkelgrünen Personenwagen unterscheidet, so gleicht der deutsche Wagen aufs Haar einem Schnellzugwagen 3. Klasse. Beide haben es aber in sich. Unter der äußeren Verschalung befindet sich eine Stahlplattenpanzerung. Im Innern der Wagen erhebt sich in der Mitte ein Stahltresor von der Größe eines mittleren Zimmers. Er nimmt die etwa 1 m langen, 60 cm breiten und 35 cm hohen Blechkästen mit den Goldbarren auf. Sie sind so schwer, daß ein Kasten von zwei bis drei Mann getragen werden muß. Die Umladung in Riga geht in Gegenwart von sechs Beamten der russischen Handelsvertretung vor sich. Die Begleitmannschaft, besonders ausgesuchte Leute, ist in unauffälliges Zivil gekleidet, man weiß aber, daß sie schwer bewaffnet ist. Sie darf den Wagen während der Reise von Moskau nach Berlin keinen Augenblick verlassen. Jeder Beamte hat einen andern Schlüssel zum Tresor, und nur alle Schlüssel gemeinsam vermögen ihn zu öffnen. Der Eisenbahnbehorde gegenüber geht der Transport unter der Deklaration„Wertsachen“. In den Papieren ist nur die Zahl der Kästen und das Gesamtgewicht verzeichnet. Nicht allein Gold in gemünzter und Barrenform geht übrigens auf diesem Wege von Rußland nach dem Westen. So enthielten die letzten Sendungen 2000 Kilogramm des„weißen Goldes", Platin. Früher sind Juwelen aus dem Kronschatz des Zaren, wertvolle Kunstgegenstände und andere„Wertsachen“ in den Panzerwagen aus Moskau nach Berlin gerollt. schaft in Ahlen. Bald kommen ja die langen Winterabende, an denen man Unterhaltung haben muß. Nur aus diesem Grunde wollen wir drei davon zur Kenntnis bringen. Da ist zunächst der Steinhägerpfiff. Da muß man einen Steinhäger trinken und sofort hinterher flöten. Ganz merkwürdige Grimassen bekommt man dann zu sehen. Wenn der Steinhäger noch in der Gurgel kitzelt, ist das Mundspitzen keine Kleinigkeit. Noch schwieriger ist es, in derselben Zeit einen Zwieback zu essen, während ein anderer ein Glas Bier trinkt. Aber einer aus der Gesellschaft nahm die Wette an, in einer Viertelstunde fünfzig— sawohl, fünfzig— Zwiebäcke zu essen, ohne dabei zu trinken. Der Mann hat die Wette tatsächlich gewonnen. Er weichte die Zwiebäcke gründlich ein und preßte sie dann aus. Diese Masse legte er in eine Pfanne und backte einen Pfannkuchen daraus, den er bequem in einigen Minuten aufessen konnte, ohne dabei zu trinken. Die Wette war gewonnen. Ein Meister in seinem Fach ist auch ein Polizeibeamter in einem Städtchen des Kreises Wiedenbrück. Dieses Auge des Gesetzes wurde losgeschickt, um in einer Wirtschaft einen Mann zu verhaften, der verschiedene Delikte auf dem Kerbholz hatte. Unser Schutzmann trat in das bezeichnete Lokal und beobachtete die anwesenden Gäste mit durchdringendem Blick, der allen durch Mark und Bein ging. Er hatte auch schon bald den gesuchten Verbrecher auf dem Kieker und wollte gerade zur Verhaftung schreiten, als ihm einfiel, daß er den Grund der Verhaftung gar nicht wußte, oder doch mindestens total. vergessen hatte. Er ging schnell zum Telephon und erkundigte sich auf dem Polizeibüro. Das dauerte zwar nicht allzu lange, aber als er in das Gastzimmer zurückkam, war sein Verbrecher längst verschwunden. Er hat ihn auch nicht wiedergekriegt, der Kerl muß furchtbar lange und flinke Beine gehabt haben. Als das Auge des Gesetzes diesen traurigen Fall seiner vorgesetzten Behörde mitteilte, bekam er eine Predigt zu hören, in der die Worte Rindvieh und Ochse mehrmals vorkamen. Ich habe noch zu meinem Mann gesagt:„Heinerich,“ hab' ich gesagt,„mit solchen Bezeichnungen sollte man jetzt vorsichtig sein. Wenn der Mann als Ochs am Mittwoch oder Sonntag nach Gütersloh zur Oktobermesse geht, kann es ihm passieren, daß er versehentlich als Ochs am Spieß gebraten wird.“ Un Srurschlands=Gleichderechngung auf dem=Geoiri der Eastsätet Nur 3 deutsche Luftfahrzeuge„Angriffswaffen“ Wenn man das Gesamtgewicht der Transporte vom 1. Januar 1931 bis heute nach dem Weltgoldpreis in Mark umrechnet, so kommt dabei die Summe von 500 Millionen Reichsmark heraus, die Rußland in nicht ganz zwei Jahren nach dem Westen gesandt hat. Selbstverständlich bleibt nicht alles Gold in Deutschland, es geht weiter in die verschiedensten Länder, an alle Banken, die auf die Golddepots Sowjetrußlands die nötigen Kredite für die Einkäufe des Fünf=Jahr-Plans gewähren. Der Dalat Lama Aufstand in Tibet— Ilucht aus dem Lande Kalkutta, 7. Oktober. Der Dalai Lama soll nach bisher noch unbestätigten Meldungen aus Tibet geflohen sein, nachdem es zu heftigen Kämpfen im Osten der tibetanischen Provinz Khari gekommen war. Der Aufstand soll in Zusammenhang mit den von der tibetanischen Regierung verhangten scharfen Einfuhrbeschränkungen stehen, wodurch besonders der Handelsverkehr mit Indien gelitten hat. Die Führer der Aufständischen sollen einem Kreise der Händler angehören. Wie weiter berichtet wird, ist von dem Taschi Lama, dem weltlichen Oberhaupt von Tibet, angeordnet worden, daß kein waffenfähiger Mann das Land verlassen darf. Bereits im Jahre 1910 war der Dalai Lama— der als wiederverkörperter Buddha gilt— aus Tibet nach Indien geflohen. Damals handelte es sich um einen Streit mit der chinesischen Regierung, die formell die Oberhoheit über Tibet besitzt. Der Dalai Lama konnte nach zweijährigem Aufenthalt in Indien nach Lhassa zurückkehren und die chinesischen Truppen vertreiben. Im darauffolgenden Jahre wurde auf englische Initiative in Simla zwischen China, England und Tibet ein Vertrag abgeschlossen, durch den sich die chinesische Regierung verpflichtete, in Zukunft jede Einmischung in die innere Verwaltung von Tibet zu unterlassen. Der Vertrag ist aber niemals von China ratifiziert worden. Rechtspflege. Irank II und Luetgebrune legen die Verteidigung der Gebrüder Lahusen nieder. TU. Berlin, 7. Okt. In dem Verfahren gegen die Gebrüder Layusen ist wiederum ein Verteidigungswechsel zu erwarten. Die Gebr. Lahusen haben den bisherigen natioralsozialistischen Reichstagsabgeordneten Rechtsanwalt Dr. Frank II aufgefordert, die Verteidigung niederzulegen. Dr. Frank ist diesem Wunsche nachgekommen, da er wie verlautet, selbst eingesehen hat, daß er infolge seiner politischen Arbeitsüberlastung nicht die genügende Zeit habe, sich um einen derartig umfangreichen Strafprozeß zu kümmern und daß außerdem eine Verteidigung durch einen nationalsozialistischen Abgeordneten den Lahusene in der Oeffentlichkeit schaden könne. Die Mandatsniederlegung durch Frank II wird gleichzeitig die Mandatsniederlegung Professor Dr Luetgebranes nach sich ziehen. Ein anderer Berliner Anwalt soll sich grundsätzlich bereit erklärt haben, die Verteidigung der Lahusen zu übernehmen, wenn die beiden nationalsozialistischen Verteidiger ausscheiden. Im übrigen ist noch am Freitag mit einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamburg in der Frage der Haftentlassung des einen noch in Untersuchungshaft befindlichen Lahusen zu rechnen. Ein Deutscher in Italien verurteilt. Bozen, 7. Okt. Der Ravensburger Chauffeur Karl Steuber, der im August d. J. mit seinem Autobus aus Ravensdurg bei Mals im Vintschgau verunglückte, wurde gestern wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu drei Jahren und 15 Tagen Zuchthaus verurtei#lt. Als das Urteil aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzt wurde, brach Steuber ohnmächtig zusammen. Das Unglück hatte fünf Personen das Leben gekostet, 12 waren mehr oder minder schwer verletzt worden. Volkswirtschaft und Soziales. Entscheidungen gegen den Streik. Im Arbeitskonflikt bei dem Remscheider Alexanderwerk N. von der Nahmer, wo die Belegschaft gegen die Lohnkürzung in Streik getreten war, hat das Arbeitsgericht gestern die Entscheidung gefällt. Das Vorgehen der Werkleitung wurde anerkannt, ihre Feststellungsklage aber aus einem formalen Grunde abgewiesen, da die Lohnkürzung nicht zu dem nach der Notverordnung vorgeschriebenen Termin, sondern vier Tage TU Berlin, 7. Oktober. Im Rundfunk sprach am Freitagabend Ministerialdirek= tor Dr. Brandenburg über die Frage„Der deutsche Gleichberechtigungsanspruch auf dem Gebiete der Luftfahrt". Der Vortragende betonte zunächst, daß Deutschland bisher noch niemals eine Aufrüstung verlangt habe. Es wollte seine Gleichberechtigung derart verwirklicht sehen, daß alle Mächte bei der Abrüstungskonserenz dieselben Methoden übernähmen, die in den sogenannten Friedensverträgen von 1919 den besiegten Völkern als Auftakt zu einer allgemeinen Weltabrüstung auferlegt wären. Der Friedensvertrag verbiete Deutschland schlechthin den Besitz jeglicher Luftstreitkräfte als Teil des deutschen Heerwesens. Bei ehrlicher Anerkennung des Gleichberechtigungsprinzipe für alle Völkerbundsstaaten müßten also alle Staaten auch ihre gesamte militärische Luftfahrt abschaffen, und zwar durch Zerstörung, nicht etwa durch Internationalisierung. Denn wenn vielleicht eine imaginäre Unterstellung unter den Völkerbund stattfinde, so müßte auch Deutschland in der Lage sein, sich an dieser internationalen Luftmacht zu beteiligen. In dem Verbot von Luftabwehrmitteln für Deutschland liege einer der größten Zynismen des Versailler Vertrages. Man verbiete dem abgerüsteten Volke sogar die armselige Abwehr von der Erde. Auf die Verhandlungen der Abrüstungskonferenz eingehend, stellte Dr. Brandenburg jest, daß nur ganz wenige Staaten bei der einzigen Abstimmung, die es über diese Frage herbeizuführen gelang, der selbstverständlichen Auffassung beigetreten seien daß für ein Land ohne jede militärische Luftjahrt und ohne jede Abwehrmöglichkeit von der Erde die gesamte militärische Luftfahrt einen höchst bedrohlichen Angriffscharakter habe. Im Falle einer durchgreisenden Abrüstung müßte Vorsorge getroffen werden, daß die zivile Luftjahrt zuverlässig entgistet werde. Dazu sei es aber nicht notwendig, die gesamte Handelsluftfahrt in einem Welttrust zusammenzufassen, der von einer internationalen Bürokratie geleitet werde. Eine solche Maßnahme würde den Tod der zivilen Luftfahrt bedeuten. Es gebe ein sehr einfaches Mittel, um die zivile Luftfahrt jeder militärischen Verwendbarkeit radikal zu entziehen: Man brauchte nur allgemein diejenigen Bestimmungen einzuführen, welche man im Jahre 1926 der deutschen Zivilluftfahrt aufgezwungen habe. Vor allem aber könne man die ganze vermeintliche Gefahr der zivilen Luftfahrt mit einem Schlage beseitigen, indem man sich auf ein allgemeines Bombenabwurfverbot einigte. Das Verbot des Bombardements der Zivilbevölkerung, wie es in der BeneschEntschließung der Abrüstungskonierenz enthalten sei, sei völlig unzureichend. Wenn man die Flughäfen, die Verkehrsanlagen, die Kasernen, die Docks, die Fabriken welche Heeresgerät herstellten, und ihre Unterlieferanten als militärische Ziele ansehe und diese deswegen angreise, so bleibe eigentlich keine Stelle in den Großstädten mehr übrig, auf die nicht Bomben geworfen werden können. Die unglückliche Zivilbevölkerung wohne nun einmal an allen diesen Stellen. Bei den Genfer Verhandlungen habe man oft den Eindruck gehabt, als ob nach der Meinung der Gegenseite nur drei Luftfahrzeuge auf der ganzen früher bekanntgegeben worden war. Das Werk wird gegen das Urteil Berufung einlegen. In Düsseldorf wurde die Klage des Düsseldorfer Industrieverlages gegen seine Gehilfen und Hilfsarbeiter anerkannt, der Antrag auf Schadenersatz jedoch abgelehnt. Dar Schiedsamt empfahl den Parteien, sich zu einigen. Der Textilstreik in Reichenbach(Schlesien) ist zum Teil zusammengebrochen. Bei drei Firmen wurde die Arbeit wieder ausgenommen. 1000 Neueinstellungen bei der Reichsbahndirektion Wuppertal. eI. Wuppertal, 7. Okt. Auf Grund des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsrezierung und durch Einlegung von Feierschichten werden im Bezirk der Reichsbahndirektion Wuppertal in diesen Tagen mindestens 1000 Arbeiter wieder eingestellt werden. Sie werden allerdings zum Teil nur solange beschäftigt werden können, wie die Jahreszeit das Arbeiten am Oberbau zuläßt. Aus Westfalen u. Nachbarländern (O Bielefeld, 6. Okt. Tagung des Minden-Ravensbergischen Hauptvereins für Heimatschutz und Denkmalpflege. Die diesjährige Tagung des Minden=Ravensbergischen Hauptvereins für Heimatschutz und Denkmalpflege fand im Stadtverordnetensaal des Herforder Rathauses Welt Angriffowaffen waren: Der„Do.“, der„Graf Zeppelin" und die Junkers„G. 38“. Reichse nährungsminister v. Braun in Breslau TU Breslau, 7. Oktober. Auf dem Verbandstag des Provinzialverbandes Niederschlesischer ländlicher Genossenschaften Raiffeisen hielt am Freitagmittag der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Freiherr von Braun, eine Rede, in der er u. a. ausführte: Ich werde mich heute darauf beschränken, den gegenwärtigen Stand des Siedlungsverfahrens und seine Aussichten und die Osthlise zu berühren, sowie die Frage der Genossenschaftshilje kurz zu streifen. Bei der Weiterführung der landwirtschaftlichen Siedlung werden eine gewisse Rolle die Güter spielen, die aus dem Sicherungsverfahren entlassen werden müssen. Zur Zeit werden die Vorbereitungen getrossen, die hiervon zur Siedlung geeigneten Güter aufzusiedeln. Die Reichsregierung hat die Finanzierung der Reichsstelle für Siedlerberatung entscheidend auf sich genommen, ferner die Mittel für eine Wirtschafteberatung der Siedler in Preußen bereitgestellt und den Ausbau einer Wirtschaftsberatung in Mecklenburg=Schwerin in Angriff genommen. Um die Möglichkeiten der Siedlung ganz auszuschöpsen, sind mit dem preußischen Domänenfiskus Verhandlungen eingeleitet über eine Vereinbarung, nach der der Domänensiskus besiedlungsfähige Domänen zur Siedlung hergibt. Im Austausch soll dafür der preußische Forstfiskus geeignete Waldflächen übernehmen von denjenigen Privatbesitzern, die im Entschuldungsverjahren durch Abverkau von Wald saniert werden können. Unter Berücksichtigung der Wirtschaftslage der Landwirtschaft und der allgemeinen Konjunkturverschlechterung hat die Reichsregierung ferner in Aussicht genommen, die Jahresleistungen der Stedler ab 1. Juli für die nächsten zwei Jahre von 5 auf 3½ Prozent zu ermäßigen. Die Entwicklung der Osthilfe hat— das spreche ich ganz offen aus— keinen allgemein befriedigenden Verlauf genommen. Ich hoffe, daß es der Bank für Industrieobligationen in Zusammenhang mit den Landstellen gelingen wird, das Verfahren so stark zu beschleunigen, daß dadurch autoritative Eingriffe der Reichsregierung überflüssig werden. Die Reichsregierung beabsichtigt in Zusammenhang mit einer Gesamtsanierung der ländlichen Genossenschaften die Forderungen der Genossenschaften an zu entschuldende Betriebe des Osthilfegebietes durch eine Pauschalsumme abzulösen. Eine Erhöhung der baren Entschuldungsmittel bei entsprechender Minderung des Umlaufs an Entschuldungebriefen ist bis auf 40 Prozent im Reichsdurchschnitt in Aussicht genommen. So wird ermöglicht, daß nicht nur die kleinen Gläubiger, wie Handwerker und Kleingewerbetreibende in bar abgefunden werden, sondern daß auch die anderen Gläubiger einen wesentlichen Teil ihrer Forderungen in bar erhalten. unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten Dr. Hagemeister statt. In Vertretung des verhinderten Oberbürgermeisters Dr. Althaus begrüßte Professor Dr. Neumann die zahlreich Erschienenen. Er kennzeichnete den Hauptverein als die Zusammenfassung aller Geschichts=, Altertums= und Heimat=Vereine, deren Bestrebungen heute wichtiger seien denn je. Den allgemeinen Jahresbericht erstattete der Geschäftsführer, Museumsdirektor Dr. Schonewg=Bielefeld. Er zeigte, daß trotz der schweren Not der Zeit die Pfiege des Heimatgedankens in Minden=Ravensberg lebendig sei. Den Bericht der ersten Kommission, deren Aufgabe die Pflege der Kunst, des Denkmalschutzes und der Bauberatung ist, erstattete Oberregierungs= und Baura: Plinke=Minden. Den Bericht der zweiten Kommission, die sich im wesentlichen mit dem Naturschutz und der Pflege der bodengeschichtlichen Altertümer befaßt, gab Oberstudienrat Professor Langewiesche=Bünde. Ueber die Tätigkeit der dritten Kommission, deren Gebiet die Volkskunde und Sprache Minden=Ravensbergs ist, berichtete Professor Dr. Schrader=Bielefeld. In den anschließenden Aussprachen kam eine Fülle von Anregungen, den Heimatschutz und die Denkmalpflege betreffend, zur Sprache. U. a. soll versucht werden, das vom Städt. Museum in Bielefeld gelettete, 1„ Minden= Ravenetzergiche Bildarchiv im Wege des freiwilligen Arbeitsoienstes weiter zu forvern. Mit Unterstützung des Minden=Ravensbergischen Hauptvereins wird die Kipshagener Oelmühle eine der letzten dieser Art im Regierungsbezirke, abgebaut und als technisches Kulturdenkmai beim Bauernhausmuseum in Bielefeld wieder errichtet. Beschlossen wurde noch, den Preis des von Museumsdirektor Dr. Schoneweg im Auftrage des Hauptvereins herausgegebenen Minden=Ravensbergischen Heimatbuches von jetzt ab bis Weihnachten 1932 auf 6 A herabzusetzen. Der Verein wird dabei Wiedenbrücker Brief. Bilderbogen von der Soester Jahrt des Heimatvereins WiedenbrückReckenberg:— Unfreiwilliger Spaziergang.— Romantik zwischen Stromberg und Hovestadt.— Die berühmte Lippebrücke.— Eine unhösliche Abkürzung.— Schiefe Türme und Trugschlüsse.— Der Vermißte. „Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was erzählen!“ 1. Szene: Ein wunderbarer Herbstmorgen war angebrochen. dechzend, wand sich der Schroersche Omnibus zweiter Garnitur, von Batenhorst kommend, den Stromberger Berg hinaus. Da— auf halber Höhe kann er nicht mehr. Wasserdämpfe schlagen aus dem Kühler, wie wenn eine Lokomotive pseift. Ruck— er bleibt stehen. War das unbegreisich? O nein, im Gegenteil, sehr verständlich! Denn der Heimatverein Wiedenbrück=Reckenberg saß in ihm, und die Wucht der Jahrhunderte, die heute noch zu verarbeiten waren, lastete schwer auf der Gesellschaft. Das wurde dem Omnivus zuviel... So kam es zu einem zwar unfreiwilligen, aber gesundheitlich wertvollen Morgenspaziergang durch die würzige Luft des Stromberges, und von dem herrlichen Fernblick in Richtung Wadersloh, dem herrlichsten des Tages, wird mancher den Tag über noch gezehrt haben.(Das Gerücht, daß der Omnibus von der Gesellschaft hätte geschoben werden müssen, wird auf das entschiedenste dementiert.) 2. Szene: Einsteigen! Flüchtig entfliehen Zeit und Kilometer; wie lecker winken von den Bäumen die letzten violetten Früchte, die in dieser Gegend einzig geraten; goldgelb bis purpurrot leuchten aus den Wallhecken die Hagevutten(aus denen sich übrigens ein vorzüglichet Beerenwein fabrizieren läßt). Von Stromberg über Keitlinghausen, Diestedde, Herzfeld, Hovestadt— eine Parade der Milchwagen. Man könnte sich in die Romantik der Gegend träumend verlieren, wenn man nicht immer wieder aufgerüttelt würde von den Erschütterungen des Transportmittels. Hasen, die aus Straßenlöchern entschlüpften, sind nicht beobachtet worden. Wenn die Straßen auch gerade nicht als ideal bezeichnet werden können, so könnte man sie immerhin noch maßstabgetreu mit einem Pflaumenpfannkuchen vergleichen, aus dem naschhafte Kinderhände die Pflaumenstücke herausgeknabbert haben. Wo die Romantik der Natur zu versiegen drohte, schaltete sich löblicherweise der Urquell einer sprudelnden Unterhaltung seitens einer Dame ein. So war für Kurzweil und Frohsinn gesorgt. 3. Szene: Historischer Boden zwischen Herzfeld und Hovestadt auf der bekannten neuen Lippebrücke. Kontrafte: Dort die himmelanstrebende Gotik der Idakirche, senseits der erdgebundene Neuvau der Hovestadter Kirche im romanischen Stil; dort Diözese Münster, hier Padervorn; hüben Regierungsbezirk Münster, drüben Arnsberg! Daß die Hovestadter Schloßkapelle für 800 Seelen nicht ausreicht, liegt klat auf der Hand; daß ferner die Hovestädter sich in Herzfeld nicht sagen lassen wollen:„Jihöert hier nich hen“, ist auf die Dauer ebenso verständlich.— Von der Einweihung der neuen Lippebrücke hat man wenig gelesen. Hocherfreulich ist es, daß der ruchlose Plan, den man damals im Schilde führte, nicht zur Ausführung gekommen ist. Um die neue Brücke vor der Verkehrsübergabe einer ordentlichen Belastungsprobe zu unterziehen, sollten— so erzählt man—, sämtliche Schwiegermütter von Herzfeld, Hovestadt und der weiteren Umgebung eingeladen werden, sich darauf zu stellen. Auf die Einrede: die Schwiegermütter bildeten zwar eine„Großmacht", aber der Plan als solcher sei unverständlich“, erfolgte die prompte Anwort:„Nun ja, das komm: drauf an, wenn die Brücke gehalten hätte, war sie auf; hätte sie nicht gehalten... war sie besser...“ Potztausend, ist die Wel: doch schlecht!!(Und die Lippe ist dort tief, tiefer als die gewöhnliche Ems.) 4. Szene: Soest, die„Ehrenreiche“ die älteste Stadt Westfalens, das steinerne Archw, ist erreicht. Wenn man die Sehenswürdigkeit der Stadt gut 3 Stunden lang hat auf sich wirken lassen, dann sind die Grundlagen für ein gedeihliches Mittagsmahl gegeben.— Mittagessen im Hotel Boßwinkel. Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn der Herr Ober die bestellten Braten im Telegrammstil bei der Küche aufgibt, etwa wie: 2 Kalbs=, 1 Hammel= 1 Filet, 2 Schweineusw. Was da aber passiert ist, das dursie der Herr eigen:lich nicht tun! Er kommt mit den dampfenden Speisen in das Speisezimmer hereinsongliert, macht vor dem Tisch der Damen halt und fragt, da er etwas aus dem Konzept gekommen ist, eine gegenübersitzende Dame:...„Sie— Hammel?“ Antwort:„Ja— hier...!“(Der Ober errötete vor Höflichkeit.) Und die Ubrigen, „Die Herren schauten mutig drein, Und in den Schoß die Schönen!“ 5. Szene: Delbrück und Pisa in Italien haben je einen schiefen Turm. Daß man auch in Soest und Erwitte solche Türme antreffen würde, war im Programm eigentlich nicht vorgesehen. Dabei unterscheiden sich die beiden letzten von den ersten dadurch, daß sie absichtlich schlef gebaut sein sollen. Während der liebenswürdige Führer in Erwitte vorsichtig lächelnd meinte,„man habe den Turm schief gebaut, damit er den meistens aus Südwest kommenden Stürmen besser trotzen könne, mit der Zeit würde er sich schon gerade richten", versicherte der sonst so bewährte Führer in Soest allen Ernstes, daß sich in dem schiefen Turm der Thomae=Kirche der Geist der damaligen Technik widerspiegele, und argumentierte:„Die Balken an der Südwestseite des Turmes seien schief; wenn die Bauleute der damaligen Zeit aber einen geraden Turm hätten bauen wollen, dann hätten sie sicherlich nicht krumme, sondern gerade Balken genommen“!— Das Musterbeispiel eines hinkenden Beweises! Abgesehen davon, daß die heutige Zeit wohl an schieferen Begriffen zu leiden scheint als die damalige, hat man es in dieser Beweisführung mit einem jener beliebten Trugschlüsse zu tun, wie man sie so oft im Leben antrifft. Man vergleiche hiermit z. B. das Malheur, das einer prominenten sachverständigen Persönlichkeit aus Lintel(der Name ist nevensächlich) auf der letzten Wiedenbrücker Tierschau passiert ist. Obwohl ausdrücklich an dieser Stelle schon 8 Wochen vorher darauf hingewiesen wurde, man solle sich nicht zu nah an die ausgestellten Tiere heranwagen, da sonst die Kleidung beschädigt werden könnte, begab sich der Herr in die Gefahr, und—— der schwarze Festtaganzug kam beinahe darin um. Die kuriose Beweisführung des Soester Führers würde also folgendermaßen lauten: Der schwarze Anzug des Herrn ist beschmutzt worden; wollte der Herr aber seinen Anzug sauver halten, dann hätte er sich sicherlich nicht in die schmutzbringende Nähe des Rindviehs begeben, sondern wäre abseits stehen geblieben. Das hat er nicht geran; also hat er die Folgen seines Handelns absichtlich auf sich genommen!!!—„Mak wat— sägg Aister mann!“ 6. Szene: Abfahrt aus Soest. Der Wagen wartet auf dem Marktplatze, alles ist versammelt, nur ein einziger Herr fehlt, unser bewährter Vizeführer, Herr Mellage, auf den man sich doch sonst so haargenau verlassen kann. Endlich sickert es durch: er sei zum Gesichtsgärtner(er ließe sich rasieren). Bange 10 Minuten, die Stimmung sinkt, man kann ihn doch nicht im Stiche lassen, also Abfahrt unmöglich. Da schließlich fragt ein Herr(um eventuell an dem Friseurgeschäft vorbeizufahren):„Ja— woläßter sich denn rasieren?“ Und aus dem Hintergrunde des Omnivus erschallt die trockene Antwort: Im Gesicht!"... Die Situation ist gerettet. Ueberdies war, wie sich herausstellte, die Aufregung überflüssig. Denn der Vermißte stand, bevor überhaupt der Wagen ankam, bereits sehnsüchtig wartend vor Toppo Bierkeller, wo, wie er erfahren hatte, die letzte Haltestation gemacht werden sollte.— So löste sich auch dieser Zwischenfall in Wohlgefallen auf. (Der Vorhang fällt; in der Ferne: sich verlierender Donner.) * „Nicht wahr, Klementine? So möge sich auch in der hohen Politit alles in Wohlgefallen auflösen. In allem steckt doch ein guter Kern: So sind die staatsrechtlichen Auseinandersetzungen über die Rechtmäßigkei: der Reichstagauflösung und der nachfolgenden Abstimmung zur Zeit zwar noch nicht beendet; sie werden aber zweifellos reichen Stoff für spätere Doktorarbeiten dieten!“ 3. Weiblatt Samstag. den 8. Oktober 1932 Ne. 234 Crhumntsuntten ftalt=denstrurtien Das Gereke-Programm für Arbeitsbeschaffung Uns wird geschrieben: Die Idee des ursprünglichen Ankurbelungsprogramms der Reichsregierung zielte, wie man weiß, in erster Linie auf eine Entlastung des Arbeitsmarktes durch Förderung und Ermutigung der privatwirtschaftlichen Initiative. Man mag zu dem Problem: Privatwirtschaft und öffentliche Hand stehen, wie man will— die letzten Wochen haben erwiesen, daß die Wirkungsmöglichkeiten dieser wirtschaftspolitischen Konstruktion, die sich für Zwecke einer langsamen zielbewußten Bewegunz einer unter Depressionserscheinungen leidenden Wirtschaft vielleicht eignen könnte, für den gegenwärtigen und ständig sich verschärfenden Zustand unserer Wirtschaft nicht ausreiche n. Ueber die ungeheuerliche Notlage auf dem flachen Lande sind so ernste, ja verzweifelte Berichte bekannt geworden, daß ein unmittelbares Eingreifen unerläßlich erscheint. Auf die etwaigen belebenden Wirkungen des von der Regierung konstruierten Programms zu warten, könnte unter diesen Umständen verhängnisvoll sein. Von dieser Tatsache ausgehend, hat schon vor Wochen der Verband Preußischer Landgemeinden „Leitsätze für ein Arbeitsbeschaffungsprogramm zur Behebung der Arbeitslosigkeit" entworfen, das sogenannte Gereke=Programm, das jetzt in den Brennpunkt der wirtschaftspolitischen Beratungen der Reichsregierung gerückt ist und in allemächsten Tagen den wesentlichsten Inhalt entsprechender Verordnungen bilden dürfte. Das Programm geht aus von der Tatsache, daß die Arbeitslosigkeit keineswegs ein vorwiegend großstädtisches Problem ist, daß zwar die absolute Zahl der Arbeitslosen in den Großstädten höher ist als auf dem Lande, daß aber die Steigerung der Arbeitslosenziffer auf dem Lande ein weitaus schärferes Tempo angenommen hat. In den Landgemeinden ist im Laufe des vergangenen Jahres die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen um 150 Prozent gestiegen, während in den Großstädten im gleichen Zeitraum eine Steigerung um 91 Prozent festzustellen war. Dazu kommt die finanzielle Vernachlässigung der Landgemeinden, die dazu geführt hat, daß in manchen Teilen Deutschlands mit den Erwerbslosen die Gemeinden selbst vor dem blanken Nichts stehen. Es muß also sofort und im großen Maßstabe eingegriffen werden. Es ist nicht mehr möglich, wie es die Reichsregierun, zunächst plante, die Wirtschaftsbelebung als voraussichtliches Resultat der Verstärkung privatwirtschaftlicher UnternehmerInitiative abzuwarten. Reich, Länder, Gemeinden und die anderen öffentlich=rechtlichen Körperschaften und Verbände müssen sich in den Dienst der Belebung des Arbeitsmarktes stellen. Diese Körperschaften sind schon darum zur Trägerschaft solcher Arbeiten berufen, weil es sich dabei zumeist um Arbeiten handelt, die ihrer Natur nach im privatwirtschaftlichen Sinne nicht rentabel sind, weswegen sie selbstverständlich doch einen hohen volkswirtschaftlichen Effekt auf mehr oder minder weite Sicht haben können. Dazu gehören in erster Linie ernährungspolitische Aufbauarbeiten zur Sicherung der Ernährungs= und Selbstversorgungsgrundlage des deutschen Volkes: Ausbau deutscher Stromgebiete, Eindeichungen, Entwässerungsarbeiten, Meliorationen, sodann volkspolitische Aufbauarbeiten: Bauern= und Handwerkersiedlung, gärtnerische und halbländliche Siedlungen, Sanierung der Wohnverhältnisse in den Altstädten; endlich verkehrspolitische Aufbauarbeiten für den wirtschaftlichen Aufschluß mit dem Ziel der Entfaltung des heimischen Marktes. Diese großen Gruppen von Arbeiten sollen nach einem fest umrissenen, mehrere Jahre umfassenden Plan betrieben werden. Zwar muß eine überspannte zentralistische Regelung vermieden, doch muß anderseits ein einheitliches und planmäßiges Vorgehen sichergestellt werden. Der Gereke=Plan sieht dafür die Bildung einer zentralen Stelle vor, an deren Spitze der Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung stehen soll, mit Sitz im Kabinett und weitgehenden Vollmachten. Ihm zur Seite stehen ein volkswirtschaftlicher Planungsausschuß, der nach volkswirtschaftlichen, verkehrs= und bevölkerungspolitischen Gesichtspunkten die Anregungen und Wünsche der zur Mitwirkung berufenen öffentlichen Körperschaften zu verwerten hat, und ein Finanzbeirat, der die Kreditgebarung überwachen und insbesondere dafür sorgen soll, daß diese Kredite nicht zu Etatausgleichungen, Gehaltszahlungen, Unterstützungen, also zu unproduktiven und den Arbeitsmarkt nicht entlastenden Zahlungen verwendet werden. Ohne daß der freiwillige Arbeitsdienst dabei ausgeschaltet würde, sollen die Arbeiten grundsätzlich zum vollen Lohn und unter Heranziehung der freien Wirtschaft durchgeführt werden, wobei nur für gewisse Komplexe die Heranziehung von Arbeitsdienstpflichtigen ins Auge zu fassen wäre. Die Finanzierung dieses riesigen Planes denkt man sich auf dem Wege zinsloser Kreditgewährung, auf der Grundlage des Hoheitsrechtes der öffentlichen Hand in Zusammenarbeit mit den öffentlichrechtlichen Kreditanstalten zu erreichen. Die Urheber des Planes sehen die zinslose Hergabe des Kredites für gerechtfertigt an im Hinblick auf die Dringlichkeit, wie auf die Art der Aufgabe, durch deren Bewältigung eine wahrhaft staatsgefährliche Krise liquidiert werden soll. Der Vorteil des Gereke=Plans gegenüber dem ursprünglichen Regierungsprogramm liegt offenbar darin, daß hier keine Konstruktion auf dem Trümmerfeld der deutschen Wirtschaft errichtet wird, sondern daß er alle Kräfte und Hilfsmöglichkeiten zu einer sofort zu beginnenden Aktion organisch zusammenfaßt. Volksentscheid über das Landgemeinde=Programm? Vorbereitungen bereits im Gange. rz Berlin, 7. Oktober. Wie der„Politische Pressedienst“ mitzuteilen in der Lage ist, will der„Verband der preußischen Landgemeinden" unter Führung des Landrats a. D. Dr. Gerecke ein Volksbegehren einbringen, um die Frage der Durchführung des sogenannten Gerecke=Plans zum Volksentscheid zu bringen. Der„Verband der preußischen Landgemeinden“ hat bereits mit mehreren großen Organisationen, u. a. dem Stahlhelm, Verbindung aufgenommen, um diese Organisationen für eine Beteiligung an dem geplanten Volksentscheid zu gewinnen. * Zu der vorstehend wiedergegebenen Meldung ist zu bemerken, daß ein derartiges Volksbegehren, noch dazu, wenn es von großen Organisationen unterstützt wird, in aller Oeffentlichkeit zu einer Erörterung über die wirtschaftspolitische Linie der Reichsregierung führen würde, die in sich die Möglichkeit von Ueberraschungen birgt. Das Gerecke=Programm sieht bekanntlich eine Arbeitsbeschaffung auf dem Wege vor, daß die Gemeinden und die öffentlich=rechtlichen Körperschaften in der großzügigsten Weise Arbeiten zur Durchführung bringen sollen, deren Finanzierung mit Hilfe zinsloser Kredite erfolgen soll, nachdem vorher gewisse banktechnische und währungspolitische Schwierigkeiten, die einer solchen Kreditausweitung im Wege stehen, beseitigt sind. Innerhalb der Reichsregierung sind es insbesondere der Reichswirtschaftsminister Professor Warmbold und der Reichsbankpräsident Dr. Luther, die sich der Durchführung dieser Pläne widersetzen. Anderseits haben sich der Reichswehrminister von Schleicher und vor allem auch der Reichspräsident für das Programm des Landrats Gerecke sehr interessiert gezeigt. Es ist daher durchaus nicht unmöglich, daß gerade in dieser Frage die teilweise erheblichen wirtschaftspolitischen Gegensätze im Kabinett mit voller Schärfe zum Ausdruck kommen. Die Aussichten eines Volksbegehrens über das GereckeProgramm sind durchaus nicht schlecht. Es ist bekannt, daß der Plan bei den Gewerkschaften aller Richtungen großen Anklang gefunden hat, und auch ein Vertreter des ReichsbanHaus Merfeld bei Dülmen. Von Peter Gamb. Station Merfeld. Ein stiller Sommernachmittag. Ich hatte geglaubt, unmittelbar bei der Station liege das bekannte Merfelder Bruch, und die Wildpferde steckten sozusagen ihre Köpfe in das Kupeesenster hinein. Ohne Karte und ziemlich unbeschwert mit geographischen Kenntnissen bin ich nämlich losgefahren. Nun muß ich hören, daß da Bruch noch 8 Klm. entfernt ist. So viel Zeit habe ich nicht, um dahin zu wandern. Wie sollte ich überhaupt wieder zurückkommen? Aro das Beste, ich verzichte auf die Wildpferde. Mein Besuch wird ihnen auch wohl gleichgültig sein. Aber Haus Merfeld will ich mir dann doch wenigstens ansehen, hat es ja als ehemaliger Wohnsitz des Herrn von Papen in diesen Tagen eine gewisse historische Bedeutung gewonnen. Von der Station bis zu dem alten Gute ist es nicht allzuweit. Die Bauerschaft Merfeld hat eine eigene Haltestelle. Jenseits der Bahn dehnen sich Wald und Heide aus. Verführerisch winken die roten Heideröschen, die grünen Kiefern, der weiße Sand. Aber ich muß zunächst in der entgegengesetzten Richtung wandern.— Der Bahnhof, die Gebäulichkeiten in der Nachbarschaft, die ihm seine Entstehung verdanken, bilden keine Zierde der Landschaft. Besonders störend wirkt der häßliche Bau der Torfstreufabrik. Gut, daß die riesigen Torfhausen und die hellen Holzstapel die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Ich gehe ein paar Minuten eine Art von Landstraße hinunter, die in die Bauerschaft hineinführt. Bei einer romantisch gelegenen Mühle biege ich dann in einen Sandweg ein. Dieser idyllische Winkel hier, die Mühle mit großem altertümlichem Rad, der stille Bach, die hohen, dicht belaubten Bäume, dazu ein kleines Münsterländisches Gehöft(was für prachtvolle Rosen haben doch die Bauersleute!) lohnen allein schon die Fahrt. Der Sandweg ist beinahe eine Allee. Mächtige Buchen überschatten ihn. Man ahnt schon den Herrensitz. Sommerliche Düfte kommen aus den Kämpen und Wiesen zu Seiten des Weges. Im Hintergrunde überall Gebüsch. Eine echt münsterländische Landschalt. Der Weg führt auf einen dichten Wald zu. Blutbuchen fallen mir auf. Das wird der Park sein. Noch ein paar Minuten, und ich bin bei Haus Merfeld angelangt. Wie unter Bäumen vergraben, so liegt es da, eine Wasserburg, an Haus Borg und Hülshoff erinnernd. Auf dem schwarzen Wasser der Gräfte die großen grünen Teller der Wasserrose. Gleich am Wasser die langgestreckte Burgkapelle mit gotischen Fenstern, verunziert durch häßlichen Verputz. Eine einjache Holzbrücke führt zu ihr hinüber. Auf dem Burgho, hochragende Bäume, grüner Rasen mit feurig leuchtenden Blumen, weißglänzende Gartenmöbel vor dem Herrenhaus. Dieses, aus zwei Teilen bestehend, einem breiten, massigen, doch nicht zu schweren Barockbau und einem zierlichen Seitenflügel. Der Barockbau schlicht, wie alle Münsterländischen Häuser dieser Art, aus Backsteinen errichtet, die Fenster von Sandstein eingefaßt. Ueber einer Tür ein prahlendes Alliancewappen, wuchernder Efeu an den gelbroten Wänden. Der Seitenflügel, an den der Barockbau angefügt ist, scheint das alte Torhaus zu sein, eins von diesen schönen, spätgotischen oder Uebergang=Torhäusern, wie man sie ziemlich häusig im Münsterland findet. Ganz zierlich wirkt es gegenüber dem Haupthaus, mit seinem hohen Treppengiebel, den kunstvollen Fialen. Das schmale, waag.= rechte Band der Gesimse vermag den Drang in die Höhe kaum abzuschwächen. Das Haupthaus weckt die Erinnerung an gravitätische Ba rockkavaliere, dieser Seitenflügel an schmalbrüstige gotische Ritter. Im Hintergrunde, ziemlich vervorgen, steht dann noch ein einstöckiges, langgestrecktes Stall= oder Wirtschaftsgebäude. Das, was heute noch an Baulichkeiten hier vorhanden ist, scheint mir nur ein Rest vom alten Haus Merfeld zu sein. Ich schaue mir alles genau an. Niemand stört mich. Kein Mensch ist zu sehen. Doch dringt aus den offenstehenden Fenstern ab und.1 mal eine menschliche Stimme. Im Park lärmt eine zahme Elster oder ein Rabe. haus Merfeld wird in der Gegenwart von dem bekannten Zentrumsabgeordneten Grafen Franz von Galen und seiner Familie bewohnt. Besitzer ist der Herzog von Croy. Von ihm hatte das Schloß — so nennen es die Leute— auch der jetzige Reichskanzler von Papen für einige Jahre nach dem Kriegs aanacht“. ners hat sich auf dem kürzlich abgehaltenen Landgemeindetag für die Durchführung des Landgemeinde=Programms ausgesprochen. Unklar ist vorläufig die Haltung der Hitlerpartei zu dieser Frage. Hitler selbst hat in der letzten Zeit auf dem Umwege über seinen Wirtschaftsberater Walter Funk Anschluß an den früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht gefunden und schwimmt daher in wirtschaftspolitischen Fragen heute völlig im Fahrwasser Dr. Schachts. Diese Verbindung ist erheblich gestört worden durch die Beteiligung der Nationalsozialisten an den verschiedenen Streiks im Reiche sowie durch die immer radikaler werdenden„sozialistischen“ Forderungen der nationalsozialistischen Agitatoren im Lande. Die Entwicklung in der Partei läuft zur Zeit darauf hinaus, den Gregor=Strafser-Flügel immer mehr zu stärken. Von Gregor Strasser ist aber bekannt, daß er ebenfalls dem Gerecke=Programm zustimmend gegenübersteht. Viel Geschrei um wenig Tabak Seit wann Tabak? Seine Vergangenheit. Am 29. d. M. werden es genau 440 Jahre sein, seit die Karavellen des Kolumbus vor Kuba=anlegten und er und seine Leute Eingeborene sahen, die komischer= und verrückterweise glühende Blätterrollen im Munde stecken hatten und daran sogen und den Rauch fraßen. Seither hat sich dieses Rauchfressen über die ganze Welt verbreitet. Die Eingeborenen nannten die kleinen Röllchen„Tabacos“. In Mexiko nannten sie die Azteken„Detl“. In Europa wurde die Tabakpflanze zuerst in Portugal kultiviert. Von dort sandte der französische Gesandte Jean Nicot im Jahre 1560 den Samen nach Frankreich. Für diese herrliche Tat ist er in die Unsterblichkeit eingegangen, denn die Tabakpflanze wurde nach ihm Herba nicotiana benannt. Und als man dann später den Stoff, der alle Freuden und Leiden des Rauchens bringt chemisch isolierte(es taten dies die deutschen Chemiker Posselt und Reimann im Jahre 1828), nannte man ihn gleichfalls nach dem großen Jean„Nicotin“. Anfänglich wurde der Tabak hauptsächlich geschnupft. Besonders viel zur Ausbreitung dieser Mode hat in Frankreich Katharina von Medici beigetragen, die die Krankheiten ihrer Kinder dadurch verscheuchen wollte, daß sie ihnen Tabak zum Schnupfen gab. Natürlich machten es die Hofschranzen nach, und schließlich stopfte man den Tabak in die Nase um gesund zu bleiben. Tabakschnupfen wurde eine ganz seine und feudale Sache. Friedrich der Große schnupfte leidenschaftlich und trug den Schnupftabak einfach in der Westentasche. Napoleon war immer mit Schnupftabak aufs abscheulichste bekleckert. Noch im Jahre 1822 fungierte im englichen Budget ein Posten von 25 500 Pfund für Schnupftabakdosen, die vom Monarchen ehrenhalber verschenkt wurden. Natürlich fehlte es nicht an Gegnern des Tabaks. Erst im Jahre 1848 wurde in Preußen das Recht errungen, auf der Straße zu rauchen. Bis dahin war es zuchtlos. Und wie lange ist es her, daß eine Frau öffentlich rauchen darf, ohne für exzentrisch zu gelten? Was wirkt im Tabak? So mannigfaltig auch die Stoffe sind, die im Tabak selbst oder in seinem Rauch enthalten sind, so kommt in allen Untersuchungen, die in großer Zahl gemacht wurden, immer wieder nur das Nikotin als Träger der Wirkung in Frage. Nikotin ist eine weiße Flüssigkeit, die in der Luft rasch braun wird. Der Geruch ist keineswegs angenehm. Es ist ein überaus starkes Gift. Seine Giftigkeit ist fünfzehnmal größer als die Giftigkeit des Koniins, das doch immerhin das berühmte Gift des Schierlingsbechers ist. Schon 0,06 Gramm Nikotin genügen, um einen Menschen zu töten. Ein Mensch, der an Nikotin nicht gewöhnt ist, zeigt schon Vergiftungserscheinungen, wenn er ein Tausendstel Gramm zu sich nimmt. Dagegen vertragen Raucher selbst 8 Milligramm ohne Beschwerden. Wer sehr viel raucht, muß ordentlich essen dazwischen, dann schaden ihm auch Exzesse nicht viel. Die erste Zigarre. Um die Wirkung des Nikotins unverwischt zu sehen muß man einen Jüngling beobachten, der im geheimen seine erste Zigarre raucht. Zuerst das Gefühl der Gehobenheit mit einer Verstärkung des Blutdrucks. Bald aber weicht dieses schöne Stadium, der Blutdruck fällt etwa um 50 Milligramm, und bald stellt sich das ein, was man einen „Kollaps“ nennt, ein Zusammenklappen. Das Gesicht wird blaß, die Haut bedeckt sich mit einem klebrigen Schweiß, der Atem wird hohl, die Muskeln werden schwach, auch der Puls wird schwach das Ende ist Uebelkeit und Erbrechen. Wenn man Nikotin in reiner Form einnehmen würde, so wären natürlich Schädigungen möglicherweise nicht zu vermeiden. Für Personen, die nervös, herz= oder gefäßkrank sind und auch für Personen mit Es gab damals eine kleine Sensation auf den westfälischen Schlössern, als es hieß, dieser weit herumgekommene Kavalier wolle hier in der Münsterländischen Heide sich niederlassen. Fürwahr, das muß man zugeben, zwischen Neuyork, den Gest: den des Orients und diesem einsamen Winkel besteht schon ein Unterschied. Aber, wer verlangt nicht nach Jahren der Unruhe, der Aufregung nach Zeiten der Sammlung und stillen Einkehr? Uebrigens ist Herr von Papen nicht der Sproß einer münsterländischen Landjunkerjamilie. Sein Geschlecht stammt aus dem ehemals kurkölnischen Herzogtum Westfalen, gehört zu den Werler Erbsälzersamilien. Hauptsitze derer von Papen sind heute Lohe bei Wer und Autfeld bei Brilon. Vor einiger Zeit hat nun Herr von Papen Haus Merfeld wieder verlassen, um nach Schloß Wallerfangen an der Saar, in die Heimat einer Gemahlin, einer Tochter des Geheimen Kommerzienrats von Boch aus der bekannten Industriellen=Familie, überzusiedeln. Haus Merjeld ist auch der Stammsitz der gräflichen Familie von Merveldt. Es war zeitweilig eine Doppelburg. Im 16. Jahrhundert kam die eine Hälfte an die Korff=Schmising, später an die Merode. Im Jahre 1836 kaufte es dann der Herzog von Croy. Mein Sandweg oder die Allee führt auch noch jenseits des Schlo: es weiter, bis zu einem zweiten Bauerschaftswege hin. Ja, dieser Tei ähnelt mit seinen gleichmäßigen Riesen von Buchen und Eichen eigentlich mehr noch als der andere einer Schloß=Allee. Er endete, wo unter breiten Kastanien, an der Landstraße, ein weißes Kreuz mit Christuskorpus sich erhebt. Bleich dahinter liegt dann, von Grün ummuchert, die Wohnung des geistlichen Rektoro. Es ist so friedlich hier, kaum ein Laut zu vernehmen. Auf einem Kampe grast ein mutwilliges kleines Pferd, ohne Zweifel ein Wispferdsprößling, hinten bei den Höfen tummeln sich grunzende Schweine. etwas fern dengelt ein Landmann seine Sense. Ich gehe wieder zurück, vertiefe mich nochmal in das Schloß. Jetzt fällt mir auf, daß es nach Westen zu ziemlich offen daliegt. Da.i lasse ich mich an einem kleinen Bach im Grase nieder. Ach, wie schö1 ist es hier! Wahrlich, ich kann es verstehen, daß man nach aufreibendem Leben in der großen Welt sich in diese Einsamkeit zurückzieht. schwachem Magen würde er keine günstigen Wirkungen haven An Tierversuchen ist nachgewiesen worden, daß bei übertriebenen Nitotingaben die Wände der Blutgejäße unliebsame Veränderungen erlitten. Verschiedene Wissenschaftler wollen auch andere Folgen allzu starker Nitotinzuführung bemerkt haben. Am Raucherkatarrh ist allerdings das Rikotin unschuldig, denn dieser wird vor allen Dingen durch den Rauch verursacht. Gewöbnung. Aber alle diese möglichen Schädigungen kommen nur bei einer Ubermätzigen Zuführung des reinen Giftes in Frage Ueberdies hat der menschliche Organiomus die Fähigkeit, bis zu einer gewissen Grenze auch mit starken Giften fertig zu werden. Das beweist der Jüngling den wir beim Genuß der ersten Zigarre geschildert haben, der aber chon nach wenigen Stunden wieder wohlauf ist und den wir dann bis in sein höchstes Greisenalter mit der Zigarre im Munde antreffen. Was das Nikotin betrifft, so scheint besondere der Mensch das Privileg der Gewöhnung zu haben. Denn trotz eifriger Versuche ist es noch nicht gelunzen, ein Tier an Nikotin zu gewöhnen (auch nicht die rauchenden Schimpansen!). Wie diese Gewöhnung möglich wird, darüber spricht sich gleichfalls die Forschung aus. Das aufgenommene Nikotin muß nämlich, wenn es vertragen werden soll, im Körper zerstört und auf so geringe Mengen reduziert werden, daß es nicht schaden kann. Das geschieht wahrscheinlich in der Leder Bei der Gewöhnung lernt die Leber mmer größere Mengen von Nikotin so schnell zu zerstören, daß eben kein Schade angerichtet werden kann. Das Nikotin muß schon seine besonderen Schönheiten und Vorzüge haben, wenn es einen so ungeheuren Siegeszug antreten konnte. Der Hauptvorzug liegt in seiner Eigenschaft der— Isolierung von Nervenzentren. Denn dadurch wird es zu einem Beruhigungsmittel alterersten Ranges. Von diesen kleinen Isolierungserscheinungen aus, die unangenehme Empfindlichkeitserscheinungen ausschalten, kommt über den Raucher Behagen und Unempfindlichkeit gegen Langeweile ebenso wie eine gewisse Wurstigkeit gegen schwierige Situationen. Das Nikotin ist also in der Wirkung dem Alkohol verwandt, nur daß es nicht wie der Alkohol auch den Hemmungsapparat lähmt, sondern im Gegenteil die Beherrschtheit und Weisheit erhält. Richt immer! Entröhnung. Bei diesen verführerischen Eigenschaften ist die Entwöhnung vom Nikotin überaus schwer. Wer glaubt, durch immer kleinere Dosen sein tel zu erreichen, überschätzt seine Kräfte. Man muß mit einem chlage Schluß machen. Das geht anfangs auch sehr leicht. Die Krise kommt erst dann, wenn nach etwa 14 oder 20 Tagen der letzte Rest des im Körper zurückgebliebenen Rikotins verschwunden ist. Aus diesem Grunde soll nur der den Tabak lassen, den er wirklich krank macht, der aber noch nicht zu krank ist. Besonders bei Herzleiden wird oft eine Entwöhnung mehr Schaden bringen als Nutzen. Ein jeder Mensch soll die Grenzen kennen, bis zu denen er Nikotin verträgt. Wenn er diese Grenzen einhält, wird er es nicht nötig haben, den Leidensweg der Entwöhnung zu betreten. Aur Hauf Shrchon :: Gülersloh, 8. Okt. Die Wilhelmstraße und der neue Güterschuppen nach der Fertigstellung.— Eine neue Verkehrsinsel. Die Arbeiten an der Wilhelmstraße sind allmählich so weit gediehen, daß die künftige Gestaltung erkennbar ist. Der Unterbau für die Pflasterung des Fahrdamms ist fertig, die Bordsteine sind gesetzt, und zur Zeit wird die Böschungsmauer an der Bahnseite gebaut. Aus der Anlage des Fahrdamms ist zu ersehen, daß die bisher in der Straße vorhandene schwache Biegung verschwindet und der Fahrdamm in gerader Linie von der Unterführung bis zur Wirtschaft Witte verlegt wird. Infolge dieser Begradigungen wird vor den Besitzungen des Justizrats Dr. Brinkmann und des Fabrikanten Ruhenstroth viel Platz gewonnen. Durch die erhebliche Tieferlegung der Straße müssen zu diesen beiden Besitzungen hohe Treppenaufgänge gebaut werden, wie sie vor Jahren bei der Tieferlegung der Kirchstraße auch notwendig waren. An der Abzweigung der Ladestraße zum Güterschuppen entsteht eine freie Straßenfläche von 25 m Breite. Zur Regelung des Verkehrs wird hier eine Verkehreinsel eingebaut. Die bisher zwischen dem Langen Weg und der Ladestraße an der Wilhelmstraße vorhanden gewesene Unkraut= und Schmutzecke wird durch eine Grünanlage ersetzt, die am Langen Weg durch eine Mauer abgegrenzt wird. Eine besondere Milchladerampe wird an der Stelle gebaut, wo bisher der alte Holzgüterschuppen stand, der an der vorgesehenen Verkehrsinsel auf die Wilhelmstraße mündet. Auf der Spitze der jetzt im Bau befindlichen Böschungsmauer wird auf dem Abschlußpfeiler ein großer Kandelader mit zwei Laternen, wie sie vor dem Bahnhofsgehäude stehen, aufgestellt. Ein schöner Abschluß des neuen Güterschuppens wird durch ein zweistöckiges Gebäude erreicht. Sobald die Grundmauern der alten Schuppen beseitigt sind, wird der jetzt fertige Teil des neuen Schuppens noch um ein Stück mit fünf großen Toren verlängert, so daß dann zur Aufnahme der Güter ein Schuppen von 200 m Länge mit 16 großen Toren vorhanden ist. Vor diesem eigentlichen Güterschuppen wird dann die Zollverwaltung ihre Bürordume bekommen, die den Zugang für das Publikum von der Ladestraße aus erhalten. Für Zwecke der Zollverwaltung wird hier auch ein Tresor eingebaut. Den Räumen der Zollverwaltung schließt sich ein besonderer Raum für den Spediteur an, es folgen die Büroräume der Güterabfertigung. Hier sind besondere Räume für den Wagendienst, die Frachtbriefprüfung und Tarifauskunft, für die Lademeister und Zugabfertiger, für die Versand= und Empfangsabteilung und ein besonderer Aufenthaltsraum für Arbeiter, der auch gleichzeitig Unterrichtsraum sein soll, vorgesehen. Ein langer breiter Flur verbindet diese Räume mit dem Güterschuppen. Vor dem großen Bau wird ein zweistöckiges Gebäude errichtet, das im Erdgeschoß hauptsächlich die Kassenräume, die Ermittlungs= und Reklamationsabteilung und ein Dienstzimmer des Vorstehers erhält. Diese Räume gruppieren sich um einen für das Publikum bestimmten 7,5X7 m großen Schalterraum, der durch einen großen Windfang mit Drehtür von außen zugänglich ist. Das zweistöckige Gebäude erhält eine große Freitreppe, die zu einer Eingangshalle mit darüber liegendem Balkon führt. Im Obergeschoß dieses Gebäudes wird eine schöne Dienstwohnung eingerichtet. Das Untergeschoß wird Räume zum Aufstellen von Fahrrädern, Aufenthaltsräume mit Schränken für Arbeiter, Raum für die Heizungsanlage und weitere Räume für den Betrieb enthalten. Dieses Gebäude wie auch der noch nicht fertiggestellte Teil des Güterschuppens werden so ausgeführt, wie der schon fertige Teil, mit Bruchsteinen und Klinkern. Der Teil des Gebäudes, in dem sich die Büroräume der Güterabfertigung befinden, wird etwas niedriger gebaut als der eigentliche Güterschuppen, so daß die Höhe mit der unteren Kante der Fenster des zweistöckigen Gebäudes abschließt. Hierdurch sowie durch die schöne Anordnung der Fenster in den Büroräumen wird ein schöner Uebergang zu dem zweistöckigen Gebäude und eine vorzügliche architektonische Wirkung erzielt. Die Verbindung zwischen dem zweistöckigen Gebäude und dem Bahnkörper wird durch eine kleine Gartenanlage hergestellt. Man kann sagen, daß das Bild der Wilhelmstraße, das so lange Jahre eine wenig schöne Visitenkarte der Stadt Gütersloh gewesen ist, sich demnächst sehen lassen kann, und daß auch der neue Güterschuppen mit dem Verwaltungsgebäude an der Straße das Stadtbild verschönern wird. :: Gütersloh, 8. Okt. Bildungsarbeit des DHB im Winter 1932=33. — Berufsbildende Lehrgänge— Buchausstellung— Prof. Grimm spricht über„Das deutsche Nein!" Die Ortsgruppe Gütersloh des Deutschnationalen Handlungsuns ihren Arbeitsplan für den Winter 1932=33 vor. Man kann die vorgesehenen Veranstaltungen ale bedeutende Leistung des Verbandes für seine Gütersloher Mitglieder bezeichnen. Es sind an berufsbildenden Abendlehrgängen vorgesehen: Handelsbriefwechsel, dopp. amerikanische Buchführung, Maschinenschreiben, farbige Plakatmalerei, Englisch I und II; daneben Vortragsreihen über Mahn= und Klagewesen, das deutsche Steuerwesen und Durchschreibebuchführung. Besondere Interessengruppen sind in den Arbeitsgemeinschaften zusammengejaßt. Es gibt einen„Englisch=Club“, eine Kurzschristarbeitsgemeinschaft, eine Arbeitsgemeinschaft für Buchhaltung, Bilanz und Steuerwesen". Diese letzte Arbeitsgemeinschaft hat zum Ziel die Ablegung der Bilanzbuchhalterprüfung.— Die Winterwurde durch den Vortrag von Ernst Schrewe=Hamdurg über „Parteiherrschaft oder Ständestaat“ über den wir gestern berichteten, am Mittwoch abend eröffnet. Es sprechen u. a. ferner in den nächsten Monaten: Kreisgeschärtsführer Steekelenburg=Bielefeld über„Sozialpolitik in der Krise“, Kreisgeschäftsführer Nielson=Bremen über„Gebt dem sozialen Denken Raum und Macht" und Gauvorsteher Stolt=Hannover. In einem össentlichen Vortragsabend spricht Ende November in der„Erholung“ der aus dem Rhein= und Ruhrkampf bekannte deutsche Verteidiger Pros. Dr. Friedrich Grimm=Essen über „Das deutiche Nein!" Mit dieser Veranstaltung bietet der DyB der gesamten Gütersloher Bürgerschaft einen bedeutenden und aktuellen Vortragsabend.— Im Februar beherbergt Gütersloh in seinen Mauern den Kreistag des Kreises Lippe=Ravensberg im DHV, zu dem eine große Mitgliederzahl aus allen Orten der weiteren Umgegend erwartet wird. Im November wird m Verbandsheim eine Heldengedenkfeier veranstaltet, zu der Mittelschullehrer Lange die Gedenkrede hält. Eine Advenisfeier wird besonders die Kleinen erfreuen; während ein „Winterfest der Kaufmannsgehilien“ den Großen eine besondere Veranstaltung bietet. Ende November wird unter besonderer Beteiligung der Buchhandlung F. Tigges im DHV=Heim eine Ausstellung„Das deutsche Buch“ veranstaltet. Einige Betriebsbesichtigungen sollen den Mitgliedern Einblick in den Herstellungsprozeß verschiedener Waren geben. Der Arheitsplan nennt ferner eine Anzahl von Untergliederungen der Ortsgruppe, in der die Mitglieder zu besonderen Interessen zusammengejaßt sind, so„Männerchor im DHB“, der unter der Chorleitung von Musikdirektor Hans Elling wirkt; eine Turnergilde, eine Junggehiljengruppe, Scheinfirma, Volksbürgerliche Arbeitsgemeinschaft, Musikantengilde, Lichtbeldnergruppe, Bund reisender Kaufleute, Briefmarkensammlergruppe und Kleinkaliberschießgruppe. Für die stellenlosen Mitglieder, ist eine Tagesarbeitsgemeinschaft, eine besondere Scheinfirma, geschaffen. Die Kaufmannssugend zeigt besondere Veranstaltungen an, so Hindenburg=Abend, Advents= und Weihnachtsfeier, Lumpen= und Schelmeabend, Frühlingsfeier u. a. Der Elternund Freundeabend steigt im Januar. Nach Abschluß der beruisbildenden Lehrgänge wird ein Berusswettkampf der Kaufmannsjugend durchgeführt. Die wanderfreudige Jugend ist in zwei Wanderhorden erfaßt.— In Rletberg=Neuenkirchen besteht ein Zweigverein der auch eine Scheinfirma für die berufliche Ertüchtigung unterhält.— Die Mitglieder werden für diese Leistungen dankbar sein und sie gewiß rege ausnützen. Gütersloh, 8. Okt. Paul Aniepkamp sollte in Güterslotz nicht verhaftet werden. Die hiesige Polizeibehörde teilt uns mit, daß der Bericht über die Schießerei zwischen Paul Kniepkamp und den Polizeiheamten in Harsewinkel in der gestrigen Nummer, soweit Gütersloh in Frage kommt, nicht ganz zutrifft. Es war nicht beabsich. tigt, Kniepkamp in Gütersloh festzunehmen, es sollte lediglich eine Haussuchung im Hause Kurze Straße 4. wo Kniepkamp wohnte vorgenommen werden. Kniepkamp war sich seiner Sache anscheinend nicht sicher und verduftete durch ein Fenster. In der Wohnung wurde delastendes Material nicht gefunden, er brauchte mithin nicht zu verschwinden. Wenn eine Festnahme hätte erfolgen sollen, dann wären, wie es früher schon häusiger geschehen ist, andere Maßnahmen ergrissen worden, damit Kniepkamp das Haus nicht verlassen konnte. ::: Gütersloh, 8. Okt. Die Ausstellung der Elektro-Küche im kathollschen Vereinshaus, Unter den Ulmen. Während der Oktober= Messe finden folgende Koch= und Backvorträge mit praktischen Vorführungen statt: Montag, den 10. Oktober, nachmittags.30 Uhr für den evangelischen Jungfrauenverein; Dienstag, den 11. Oktober, nachmittags.30 Uhr, für den katholischen Mütterverein und die Jungfrauenkongregation; Mittwoch, den 12 Oktober, nachmittogs.30 Uhr für die Damen des Landw. Lokalvereins, Bezirk Westfeid, Nordfeld und Innenstadt; Donnerstag, den 13. Oktober nachmittags.30 Uhr für die Damen des Landwirtschaftlichen Lokalvereins Bezirk Südfeld u. Ostfeld; Freitag, den 14. Oktober, nachmittags.30 Uhr, für die Mitglieder der evangelischen Frauenhilfe; Sonnabend, den 15. Oktober, nachmittags.30 Uhr, für die oberen Klassen des Lyzeums und der Haushaltungs=Berufsschule Damen, die den obengenannten Vereinen nicht angehören, sind ebenfalls freundlichst eingeladen. Karten sind unentgeltlich am Saaleingang zu haben. Am Mittwoch, 12. Oktober, und Donnerstag, 13. Oktober, finden nachmittags.30 Uhr Vorträge über Nutzgeflügel zucht statt. Dazu sind alle interessierten Herren eingeladen. An allen Tagen findet von vormittags 10 Uhr bis abends 8 Uhr Schaukochen und=acken statt. Gütersloh, 8. Okt. Warnung vor einem Sammler. Die hiesige Polizei schreibt uns: In der letzten Zeit ist hier und in der Umgegend wieder ein hiesiger Einwohner auf eigene Faust als Sammler für Kriegsbeschädigt; aufgetreten. Vor solchen Sammlern wird gewarnt. Der Täter ist ermittelt: Anzeige ist erstattet. Die hiesigen Kriegsbeschädigten stehen dieser Sammlung vollständig fern. Man soll sich in allen Fällen den behördlich abgestempelten Ausweis vorzeigen lassen ::: Gütersloh, 7. Okt. Verkrüppelle und im freien Gebrauch der Körpers und seiner Glieder Geschädigle, gebi acht! Am 12. und 13. Oktober 1932 finden im Kreise Wiedenbrück wie in den Vorjahren kostenlose Beratungen für alle diejenigen statt, die durch angeborene oder erworbene Schäden im Gebrauch des Körpers und seiner Glieder beeinträchtigt sind und die zur Zeit nicht in ärztlicher Behandlung stehen. Hierbei wird festgestellt, od roch eine Besserung zu erreichen ist und wie sie möglichst schnell und finanziell tragbar durchgeführt werden kann. Das Besserungs= und Heilungsergebnis auf Grund der früher durchgeführten Untersuchungs= und Beratungstermine dieser Art war überraschend gut. Wie in den Vorjahren werden die Untersuchungen und Beratungen durch den Landesmedizinalrat Dr. Lintel=Höping als Facharzt im Beisein des Kreiskommuarztes durchgeführt und finden statt in: Gütersloy am Mittwoch, 12. Oktober 1932, vorm ab 9 Uhr, im evgl. Vereinohaus, Moltkestraße. Wiedendrück am Mittwoch, 12. Oktober 1932, nachmittags ab 15 Uhr im Kreishaus Rheda am Donnerstag, 13. Oktober 1932, vormittags ab.30 Uhr, in der eogl. Volksschule in Rheda. Rietberg am Donnerstag, 13. Oktober 1932 nachmittags ab 15 Uhr in der kath. Volkoschule Rietberg. Güteroloh, 8. Ok. Das erste Gütersloher Segelflugzeug auf der Messe=Ausstellung. Nach monatelanger Arbeit ist nun in Gütersloh das erste Segeljlugzeug fertiggestellt und soll in der kommenden Woche in einem Klassenzimmer der Berufsschule zur Schau gestellt werden. Ee handelt sich um ein Schulflugzeug vom Typ„Zögling“, das von der Rhon=Rossitten=Gesellschaft entwickelt worden ist. Die Stoffbespannung des Tragdecks ich absichtlich noch nicht angebracht worden um den Besuchern einen Blick in das Innere einer Tragfläche zu ermöglichen. Man erkennt dann erst, welche unsägliche Kleinarbeit und Mühe der Bau eines Flugzeuges kostet. Der erste Start dei Oerlinghausen wird am 22. und 23. Oktober anläßlich des vom Bielefelder Luftfahrtverbandes veranstalteten Segelflugwettbewerbes stattfinden. Außer diesem Segelflugzeug werden noch Pläne Zeichnungen, Teile von Tragflächen und Modellflugzeuge gezeigt, so daß sich der Besuch der Ausstellung schon lohnt. Es wird ein Eintrittsgeld von 10 4 pro Person erhoben. Die Segelfluggruppe beabsichtigt, bald ein zweites Flugzeug dauen zu konnen und bittet jeden, ihr dazu durch den Besuch der Ausstellung die Möglichkeit zu geben. Gütersloh. 8. Okt. Sorgen der Brieflaubenzüchter. Aus Züchterkreisen wird uns geschrieben:„Es ist nicht zu bestreiten, daß gerade die Zucht der Reisebrieftauben in den letzten Jahren eine bedeutende Ausdehnung angenommen hat, und daß die Provinz Westjalen wie auch das benachbarte Rheinland das stärkste Fundament des Vervandes deutscher Brieftaubenzüchter sind. Die Reisevereinigungen von Rheinland und Westfalen setzen sich aus etwa 36 000 Mitgliedern mit rund 720000 Tauben zusammen. Daß diese große Anzahl Tauben bei unseren Landwirten Aufsehen erregt, ist wohl erklärtich und absprechende Urteile sind zur Genüge aus dem Sprichwort„Wer gern sein Geld will sehen fliegen, der kauf' sich Tauben oder Bienen“ ersichtlich. Die vorhandene Abneigung gegen die feldernden Tauben im allgemeinen geht von der Ansicht aus, daß die Tiere dem frischbestellten Acker sehr viel Schaden zufügten. Durch die modernen Säemaschinen ist es jedoch ausgeschlossen, daß die Saat in größerer Menge an der Oberfläche des Ackers liegen bleibt, und da die Taube nicht zu den Krätzern gehört, so ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß dem Acker kein nennenswerter Schade zugejügt wird. Mehrfach ist auch festgestellt worden, daß der Kropfinhalt einer Taube bis zu 75 Prozent Unkrautsamen enthält. So dürfte## selbst dem Laien klar werden, was das eifrige Suchen der Tauben au dem manchmal kahlen Acker zu bedeuten hat. Leider findet eine offene Verteidigung der Briestaube bei der Mehrheit der Landwirte kein Verständnio. Nur allzu gern sieht man den geringen Schaden— wenn überhaupt von einem solchen zu sprechen ist— aber nicht ihren großen Nutzen. So sind, wie bereits erwähnt wurde, in Rheinland und Westalen etwa 720000 Briestauben zu verpflegen. Eine Taube, die aber auf den Weitstreckenflügen etwas leisten soll, bedarf täglich 30 Gramm gutes Körnersutter, was einen Bedarf für Rheinland und Westsalen von 158 400 Ztrn. ergibt. Im Verband deutscher Brieftaubenzüchter werden 65000 Mitglieder gezählt. Rechnet man auf jedes Mitglied etwa 20 Tauben, so ergibt das 1,8 Million und einen Futterverbrauch von 143000 Doppelzentnern mit einem Gesamtumsatz von eiwa 3 575 000 Mark, die zu drei Vierteln der deutschen Landwirtschaft zufließen dürften. Trotzdem diktiert man dem Taubenzüchter nach wie vor so lange Sperrzeiten, die der Gesundheit der Tiere nicht förderlich sind. Beiden Parteien wäre sicherlich— wird die Sperre im Laufe der Zeit nicht ganz aufgehoben— geholsen, wenn man dazu überginge, den Tieren schon in der bevorstehenden Sperrzeit wenigstens in den Spätnachmittagsstunden freien Flug zu gewähren. Ein jeder Geflüge.freund weiß, daß um diese Zeit keine Taube das Feld mehr aufsucht. So erfüllt nicht nur die Sperrzeit, sondern auch das ganze Jahr den Brieftaucenliebhaber mit banger Sorge. Die Vertraulichkeit mit den Menschen wird der Taube im Felde oft zum Verhängnis. Sie läßt den Schützen nahe an sich herankommen und findet dabei oft von Menschenhand ein unrühmliches Ende. Das Feldern der Tauben ist aber gewissermaßen die Auebildung für die Weitstreckenflüge, damit sie niemals gezwungen ist, wegen Nahrungsmangel einen fremden Schlag aufzusuchen. Zum andern eignet sich die Taube durch den Freislug auch die Selbständigkeit an, die mit ihrem unergründeten Orientierungssinn gepaart, gewährleistet, im neuen Flugjahr in Sturm und Gejahr über Tausende von Kilometern der Heimat zuzustreben.— Darum Landwirte, schützet die Brieftauben auch zu der Zeit, wo ihr glaucbt, daß sie euch auf eurem Acker Schaden zufügen. Die Taubenliebhaber danken es euch!“ :: Gütersloh, 8. Okt. Personenstands= und Betriebsaufnahme. Auf Anordnung des Herrn Reichsministers der Finanzen ist die Personenstands= und Betriebsaufnahme für 1932 nach dem Stande vom 10. Oktober d. J. durchzuführen. Zu diesem Zwecke sind den Hausbesitzern— Stellvertretern— in den letzten Tagen die Vordrucke hierfür zugestellt worden. Die Haushaltungsvorstände und Inhaber von Betriebsstätten sind verpflichtet, die Listen ordnungsmäßig auszufüllen und bis spätestens 12. Oktober d. J. an den Hausbesitzer oder dessen Stellvertreter zurückzugeben. Die Hausbesitzer sollen alsdann die Hausliste(Muster 3) ausfüllen und alle Listen an die Gemeindebehörde bis zum 13. d. M. abgeben. Im Stadtbezirk Gütersloh werden die Listen jedoch vom 12. d. M. ab durch städtische Boten abgeholt. Die Hausbesitzer und Haushaltungsvorstände tun gut, dafür zu sorgen, daß alle Listen vom 12. d. M. zum Abholen zur Stelle sind, damit unnötige Botengänge und unter Umständen auch Bestraung durch das Finanzamt vermieden werden. Gleichzeitig findet auch eine Hundeaufnahme statt. Die hierfür zugestellten Nachweisungen über den Hundebestand sind ebenfalls nach dem Stande vom 10. Oktober auszufüllen und vom 12. Oktober ab zum Abholen bereitzuhalten. Für diejenigen Gehöfte, auf denen Hunde nicht gehalten werden, soll der Vordruck von dem Hausbesitzer mit Fehlanzeige versehen werden. Sollten einzelne Vordrucke fehlen, oder unbrauchbar geworden sein, so empfiehlt es sich, solche auf dem Rathause— Nebengebäude Zimmer 29— nachzufordern. Gülersloh, 8. Okt. Doppelsubiläum feiern die Eheleute Schneidermeister Joseph Mußmann und Frau geb. Vogel, Wilhelmstraße 3. Sie feiern am Samstag, 8. Okt., ihr silbernes Eheund Geschäftssubiläum. Auf dem Kreise Wiedenbrück •:: Rheda, 6. Okt. Grabdenkmal für Dechant Hagemann! Aus der großen Menge der eingereichten Entwürfe für dieses Denkmal wurde der Entwurf des Bildhauers Joseph Hanhardt=Wiedenbrück als künstlerisch wertvoll anerkannt und vom Kirchenvorstand zur Ausführung bestimmt. Der Kunstwerkstätte Hanhardt=Wiedenbrück sind alle künstlerischen Bildhauerarbeiten übertragen, während die Steinmetzarbeiten an dem Denkmal durch den Bildhauer Witte=Rheda ausgeführt werden. (Wir werden über das Denkmal noch ausführlich in der„Glocke im Bild“ berichten.) Rheda, 7. Okt. Jahrradmarder an der Arbeit. In der vergangenen Nacht wurde Herrn Theodor Scheller an der Herzebrocker Str. vom Hausklur ein Fahrrad gestohlen. Ein ebenfalls auf dem Hausstur stehendes Damenfahrrad blieb unbeachtet.— Es zeugt von Gleichgültigkei:, Fahrräder vor den Haustüren abzustellen; namentlich kann man dies vor Wirtshäusern beobachten. Dort wurde auch dem Schmied Paul Zimmermann vor der Wirtschaft Nigges ein fast nagelneues Rad gestohlen. (1) Rheda, 7. Okt. Die Bäume fallen! Nachdem vor einiger Zeit ein großer Teil der Obstbäume an der Gütersloher Straße gefällt worden ist, wird letzt ein Teil der schönen großen Linden an der Oelder Straße gefällt. Obwohl der Naturfreund das Abholzen sehr bedauern wird, so war es doch eine Notwendigkeit. Die Straße ist bedeutend breiter geworden: einige der sehr scharfen Kurven bis zur Wegeböhne werden abgeflacht. + Rietberg, 5. Okt. Der Wert der Gymnasialbildung.— Das Progunmasium zu Rietberg wurde im Sommersemester von 118 Schülern besucht. Der Abgang zum 1. Oktober betrug 4, der Zugang 2 Schüler, so daß die Schule gegenwärtig 116 Zöglinge umfaßt. Eine gewiß kleine Zahl! Wenn auch augenblicklich, im Stadium des Schrumpfungsprozesses, an fast allen Anstalten die Schülerzahl im Schwinden begriffen ist, so ist die geringe Schülerzahl in Rietberg in erster Linie darin begründet daß viele Eltern in Stadt und Land von der so günstig gebotenen Gelegenheit, ihren Kindern eine weitere Ausbildung zu gewähren, zu wenig Gebrauch machen. Dabei ist eine tiesere Schulung über die Elementarschule hinaus die beste Mitgist, die Eltern den Kindern, insbesondere den Knaben, geben können. Es ist heute ganz wie die Kinder ihre auf der höheren Schule erworvenen Kenntnisse und sittlichen Fähigkeiten ausnützen: in allen Berusen, auch in der Landwirtschaft, kommen sie ihnen zugute. Es ist ganz abwegig, zu behaupten: Jungen, die studiert hätten, seien für die Landwirtschaft verdorben; im Gegenteil: auch hier wird der„Studierte“ heute die anderen im allgemeinen überflügeln. Die Verhältnisse haben sich auch hier grundlegend geändert. Diesenigen Eltern auf dem Lande, die eine Reihe von Jungen haben, müssen dann schon an das Fortkommen ihrer Kinder denken, wenn diese noch Kinder sind: später, nach der Schulentlassung, ist es für das Siudium meistens zu spät. Auf dem Hose kann schließlich nur einer bleiben, die anderen stehen dann vielfach vor Berufsfragen, die kaum noch befriedigend zu lösen sind. Eo liegt eine gewisse Tragik darin, nachgeborenes Kind auf dem Lande zu sein. Darum sollten es sich die Eltern früh genug und wohl überlegen, wie sie die Mitgift für iher Söhne gestalten, damit sie sich später nicht selbst Vor 4. Beiblatt Samstag den 8 Oktober 1932 234 „Verirauen=schäfft urben. Konjunktur als Wille und Vorstellung. Der„Wirtschaftliche Pressedienst“ schreibt. „Die letzten drei Monate galten der Vorbereitung des grohen Spieles um die Wiederbelebung der Wirtschaft. Die Trümpfe der einzelnen Regierungen— Hoover=Aktion, OttawaKonferenz, der Papen=Plan, das Stresa=Abkommen usw.— liegen jetzt offen auf dem Tisch. Es muß sich zeigen, ob sie stechen. Unvernünftig wäre es, den Beweis für die Wirksamkeit der genannten Aktionen, die in einem tiefen sachlichen Zusammenhang miteinander stehen, innerhalb weniger Wochen zu verlangen. Die Wirtschaft ist nicht allein auf der Welt. Neben ihr arbeitet die Politik, und Wirtschaft und Politik ziehen nicht immer und nicht überall am gleichen Strang. Sie können einander fördern, sie können einander aber auch stören. Schon deshalb darf man von der Saat keine baldigen Früchte verlangen, sondern es muß das natürliche Wachstun und die Blüte abgewartet werden. Aus dem gleichen Grunde ist es auch kein Zeichen von Reise, wenn sich der einzelne Interessent durch irgendwelche Schwankungen an den Börsen und Märkten gleich um sein Vertrauen bringen und den Mut sinken läßt. Die Dinge liegen eben nicht so einfach, daß die Entwicklungen nur eine gerade Linie beschreiben können. Und dennoch ist der Oktober ein Monat der Entscheidung. Während seines Ablaufet wird es sich zeigen, ob der Fundus von Vertrauen, der in der Weltwirtschaft im Laufe der letzten 12 Wochen eigentlich überraschend schnell angesammelt worden ist, sich nutzbringend anlegen läßt. Der Erfolg des Papen=Programms steht und fällt mit der Frage, ob Deutschland sich in eine bessere Weltkonjunktur mit hineiarbeitet oder nicht. Als Geschenk des Himmels wird sie dem deutschen Volke ebensowenig in den Schoß fallen wie den Amerikanern oder den Engländern. Diese Aufforderung erfordert freilich einen engen Konnex mit den Wirtschaften der Länder, die gegenwärtig mit anderen Mitteln dem gleichen Ziele zustreben. Deutschland wird daher, da es eine bessere Konjunktur für sich allein nicht schaffen kann, Wert darauf zu legen haben, daß sich seine Wirtschaftsbeziehungen zu den näheren und entfernteren Nachbarn nicht verschlechtern, sondern bessern. Das ist dringend notwendig; denn in dieser Hinsicht haben gerade die letzten Tage manche Lücken gezeigt, die es zu füllen gilt. Deutschland befindet sich nämlich in keiner geringeren Gefahr, als gegen den Willen seiner führenden Regierungs= und Wirtschaftskreise in eine unfreiwillige Autarkie hineinzugeraten, die es von der Zusammenarbeit mit den anderen großen Mächten ausschaltet. Welthandel, auf den Deutschland nun einmal angewiesen ist, kann niemals durch einen einseitigen Akt erzwungen werden; denn zu jedem Geschäft gehört der gute Wille mindestens zweier Partner. Die deutsche Wirtschaft hat diesen guten Willen, aber sie war in letzter Zeit wiederholt Mißverständnissen ausgesetzt, die nach einer schleunigen Aufklärung resp. Korrektur drängen, damit die Krise so rasch wie möglich abgekürzt werden kann. Die auf Grund des Papen=Programms bisher erfolgten Arbeitereinstellungen sind nur als erste Ansätze zu werten. Sie stehen immer noch neben einem Abbau bedauerlich großen uinsanges. Die weitere Durchführung der Aktion ist eine reine Vertrauensangelegenheit. Das deutsche Volk muß und wird auch zweifellos das Vertrauen zu einer langsamen, nur durch schwere Arbeit herbeizuführenden Besserung seiner Wirtschaftslage im Rahmen einer weltwirtschaftlichen Erholung aufbringen, wenn man ihm nicht immer wieder mit neuen Experimenten den Kopf verdreht. An der Währung darf niemand rühren— das ist die wirtschaftliche Grundanschauung der Reichsregierung, des Reichebank=Präsidiums, ja des ganzen Volkes. Dr. Luther und der Vizepräsident der Reichsbank Dreyse haben den PapenPlan darauf abgestellt, daß man(ohne sich in Währungsexperimente einzulassen) die Steuererträgnisse kommender, besserer Jahre schon jetzt in gewissen Teilen mobilisiert. Hierin liegt eine große konstruktive Idee, aber erst der Glaube an ihr Gelingen vermag die Starre des Erwerbslebens zu lösen.— Gegen die Maßnahmen des Reichskabinetts, durch Bereitstellung von Krediten die Gemeinden zur Vergebung öffentlicher Arbeiten anzuhalten, bestehen keine Bedenken, wenn man die Summe auf einige 100 Millionen Mark beschränkt. Darüber hinausgehende Vorschläge, die bis zu einer Höhe von 5 bis 6 Milliarden Mark reichen, sind, wie der Reichsbankpräsident wiederholt zum Ausdruck gebracht hat, aus währungspolitischen Gründen unter allen Umständen zu verwerfen. Noch in anderer Hinsicht dürfte der Oktober Entscheidungen von weittragender Bedeutung bringen. Es wird sich sehr bald herausstellen, ob die Regierung mit ihrer Stellungnahme gegenüber der Friedenspflicht der Arbeitnehmerschaft durchdringt oder nicht. Die einschlägigen Bestimmungen waren schon in der Notverordnung vom 6. September d. J. enthalten und sind jetzt durch einen entsprechenden Erlaß den Tarifparteien erneut eingeschärft worden. Trotzdem herrscht noch keine Klarheit darüber, wie die Arbeitnehmerverbände sich in Zukunft zu den Lohnherabsetzungen bei Neueinstellungen verhalten werden. Seie mun, Sermier Je Jen TirHerirutt 1 Berlin, 6. Oktober. Reichsminister a. D. Stegerwald hat in einer Unterredung die nachhaltigen Bestrebungen der Landwirtschaft auf Durchführung der Kontingentierung für agrarische Produkte vollkommen abgelehnt. Die„Landwirtschaftliche Wochenschau“ hat daraufhin den Präsidenten der Vereinigung der deutschen christlichen Bauernvereine, Reichsminister a. D. Hermes, um eine Stellungnahme gebeten. Dr. Hermes erklärte: „Niemand wird in Abrede stellen können, daß die Wiedergesundung der Wirtschaft nicht allein von der Landwirtschaft her erfolgen kann. Immer mehr setz: sich die Ansich: durch, daß unsere Wirtschaft gezwungen ist, den Weg verstärkter landwirtschaftlicher Erzeugung zu gehen. Wer soll unsere Waren aufnehmen, wenn die Weltwirtschaft immer mehr verfällt? Nach Jahren größter Verluste auf dem Getreidemarkt hat man sich dazu entschlossen, die verhängnisvollen Grenzzollbindungen zu beseitigen, mit dem Erfolg, daß es der Landwirtschaft noch in letzter Stunde gelungen ist, die Getreideversorgung fast restlos aus eigener Scholle sicherzustellen. Entsprechende handelspolitische Maßnahmen auf dem Gebiete der Veredelungswirtschaft konnten wegen der handelsvertraglichen Verstrickungen nicht durchgesetzt werden, was die Wirkung hatte, daß unsere bäuerliche Wirtschaf: weitgehend der freien Weltmarktentwicklung geopfert wurde. Sie hat die einseitige Exportpolitik mit nie geahnten Preiszusammenbrüchen bezahlen müssen. Dabei sollen die Auswirkungen der inneren Kaufkraf:= schrumpfung auf den Absatz der bäuerlichen Erzeugnisse keineswegs verkannt werden. Heute drohen der bäuerlichen Wirtschaft erneut schwere vernichtende Schläge. Deutschland wird zum Abladeplatz der Veredelungsexportländer. Die Einfuhrsteigerung vollzieht sich unter starkem Preisdruck, da die Exportstaaten über gesicherten Absatz in ihrem eigenen Lande verfügen und es für sie immer noch zweckmäßiger ist, ihre Waren zu. geringen Preisen zu verkaufen, als sie verderben zu lassen. Wir müssen gegenüber diesen offensichtlichen Notständen zu durchgreifenden Maßnahmen schreiten. Wir müssen bei den wichtigsten Produkten unserer Veredelungswirtschaft den Exportanteil des Kontingentierungssystems festlegen. Die Berechtigung dieser Forderung sollte auch jeder Industriearbeiter anerkennen. Es darf erwartet werden, daß die Reichsregierung besonnen, aber auch entschlossen unter allen Umständen die bäuerliche Veredelungswirtschaft schützt. Ist das wahr? Uns wird geschrieben: „Auf einer Bauernbundversammlung, die im Mai dieses Jahres in Delbrück stattfand, sprach der Direktor der Deutschen Bauernschaft Lübke über landwirtschaftliche Autarkie: Er führte u. a. folgendes aus: Die Kreise unserer Gegner verlangen heute von der Regierung völligen Abschluß vom Auslande, die sogenannte Autarkie. Sie überlehen dabei völlig unsere heutige handelspolitische Lage, und daß Deutschland niemals weniger imstande war, Autarkie=Bestrebungen nachzujagen, als heute. Wr haben im Durchschnitt der letzten Jahre für 10—12 Milliarden Mark Waren an das Ausland verkauft. Dieses Geld floß vom Auslande nach Deutschland herein und brachte unserer Industrie und unsern Arbeitern Geld, für das sie ihrerseits Rohstoffe, Lebensmittel usw. kaufen konnten. Wäre diese aus Warenverkäusen an das Ausland stammende Kaufkraft ausgefallen, so hätten wir nicht nur die doppelte Anzahl an Erwerbslosen, sondern die landwirtschaftlichen Produktenpreise wären noch viel stärker abgesunken, weil sich nicht mehr genügend Käufer auf den Lebensmittelmärkten eingestellt hätten. Schon heute hat etwa der vierte bis fünfte Teil des deutschen Volkes zu wenig Geld, um sich richtig satt zu essen. Dieser Mangel an Kaufkraft bewirkt hauptsächlich das starke Absinken der landwirtschaftlichen Produkkenpreise in den letzten beiden Jahren. Der beste Beweis dafür liegt in der Gegenüberstellung der Jahre 1928-1929 und 1930-1931. Im Jahre 1928-1929 konnte die Landwirtschaft trotz starker Einfuhr von Lebensmitteln aus dem Auslande für den Verkauf ihrer Produkte rund 9 Milliarden Mark erzielen. Im Jahre 1930-1931 waren es trotz sehr stark abgesunkener Lebensmittel-Einfuhr nur noch 6 Milliarden Mark, bei ungejähr gleichgebliebener bzw. etwas gestiegener landwirtschaftlicher Produktion. Daraus geht schon mit genügender Deutlichkeit hervor, daß niemand mehr Grund hat, auf ein großes Arbeitsbeschaffungsprogramm hinzuwirken, als das deutsche Bauerntum. Hoffentlich gelingt es der Regierung, die Pläne in bezug auf die Neubeschäftigung von einigen 100000 Arbeitern recht bald in die Wirklichkeit umzusetzen. Das wäre nicht nur eine große soziale Tat, sondern auch eine agrarpolitische Hilfsmaßnahme ersten Ranges.“ Es müßte doch einmal untersucht werden, ob die von Herrn Lübke angeführten Zahlen stimmen. Hätte Herr Lübke recht, dann bestünde ja die große Gefahr, daß die Landwirte nach Durchführung der Kontingentierung noch weniger für ihre Produkte erhielten als bisher. Das wäre ja trostlos. Leider liegen ja in diesem Herbst trotz der Bildung eines ausgesprochen landwirtschaftsfreundlichen Kabinetts die Schlachtviehpreise erheblich ungünstiger als im vergangenen Jahre, als Reichskanzler Dr. Brüning noch regierte, der doch von landwirtschaftlicher Seite häufig angegriffen wurde. Es wäre doch interessant, wenn sich führende Landwirte unseres Leserkreises einmal über diese Frage äußern würden. Denn den Landwirten ist es doch nicht um das Prinzip der Autarkie, sondern um einen angemessenen Preis für ihre Produkte zu tun.“ Von anderer Seite erhalten wir folgende Zuschrift: Warum sind die Einfuhrkontingentierungsmaßnahmen der Reichsregierung umstritten? „Die Einfuhrkontingentierung bedeutet dasselbe wie eine kräftige Zollerhöhung: Verknappung der Waren, dadurch Tendenz zu einer Steigerung der Preise und hierdurch wieder zu einer Rentabilität der Unternehmer und Produzenten. Da die Handelsverträge mit den Einfuhrländern nicht ohne weiteres eine Erhöhung der Zölle gestatten, so hilft sich eben die Regierung durch eine Kontingentierung, d. h. Festsetzung einer begrenzten Menge. Es soll damit erreicht werden, daß die deutsche Landwirtschaft wieder existenzfähig gemacht wird und aus ihrer enormen Verschuldung und Zinsenlast herauskommt. Wirtschaftspolitisch wird dieser Vorteil(zugleich für das Nationalvermögen) bestritten von den freihändlerisch eingestellten Kaufkrafttheoretikern. Sie sagen: Wenn nur genügend Kaufkraft(durch genügend Arbeit, also genügend Lohn und Gehalt) vorhanden ist, dann regulieren sich die Preise durch Angebot und Nachfrage von selbst. Es müsse sonach nicht das Angebot eingeschränkt, sondern die Nachfrage gesteigert werden. Diese Theorie ist bestechend, aber nicht richtig. Man darf nicht übersehen, daß nur 10 Prozent der deutschen Wirtschaft für den Export tätig ist, 90 Prozent aber für die deutsche Binnenwirtschaft. Nach der alten Regel: Hat der Bauer Geld, hat's die ganze Welt, muß man also vor allem die Zweige der Landwirtschaft rentabel gestalten. Sie gibt der Industrie viel mehr Beschäftigung als der Export, erteilt Milliarden=Aufträge und schafft dadurch eben Arbeit für die Arbeitslosen und die erforderliche Kaufkraft auf ganz gesunde normale Weise. Die Vorteile für die Landwixtschaft geben treilich zunöchst zu Lasten der Verbraucher, auf lange Sicht gesehen, wie es notwendig ist, aber zu deren Gunsten. Denn„Kaufkraft“ kann man niemals schaffen durch dürftige Unterstützungen, sondern nur durch Arbeitsbeschaffung, durch regelrechte Entlohnung der Arbeitnehmer einerseits und durch GewinnErmöglichung der Arbeitgeber anderseits. Letzteres ist die Voraussetzung für alles andere.“ Die Entscheidung hierüber verträgt keine Verzögerung; sie tragt in sich eine„Vertrauensfrage" allererster Ordnung, deren Lösung weitgehend in die deutsche Innenpolitik hineinspielen kann. Die Steuerscheine sind jetzt auf dem Wege zum Börsenhandel, sie werden zweifellos noch im Laufe dieses Monats in ihm erscheinen. Es häufen sich also die Ereignisse, die innerhalb Deutschlands der Oktober heranreisen läßt. Blickt man nach Amerika so steht dort das Schicksal der Wahlen vor der Tür. Schon am Kurszettel der Neuyorker Börse in den letzten Tagen dieses Monats wird abzulesen sein, ob das System Hoover durchkommt, oder ob der Demokrat Roosevelt die größere Chance hat. Dann muß es sich zeigen, ob die Vereinigten Staaten dazu imstande sind, sich mit den bisherigen Mitteln aus ihrer Not herauszuarbeiten. Der Beginn des Entscheidungsmonats Oktober sah gerade für die USA. nicht gut aus. Man hat drüben anscheinend noch immer nicht ganz begriffen, daß eine Konsunktur erarbeitet werden muß und daß es nicht genügt, diese in der Vorstellung herbeizuzaubern. Worauf es ankommt, ist der gemeinsame Wille zur Konjunktur, mögen auch Rückschläge aller Art diesen Willen auf eine harte Probe stellen. Es genügt hierbei nicht, den Weg des scheinbar schwächsten Widerstandes zu gehen, sondern zuerst müssen die größten Hindernisse genommen werden. Das ist ein Prinzip, das auch in Deutschland als Grundsatz des wirtschaftlichen Handelns zu gelten hat. Prälat Kaas spricht in Münster. Die große Kundgebung der Deutschen Zentrumspartei am 14. Oktober in der Stadthalle. Münster, 7. Oktober. Wie wir erfahren, findet die große Kundgebung der Deutschen Zentrumspartei endgültig am 14. Oktober, nachmittags um 3 Uhr in der Stadthalle statt. Zutritt zu dieser Veranstaltung, in der der Führer der Partei, Prälat Kaas, die Grundlinien der Zentrumspolitik für die nächste Zeit festlegen wird, haben nur Mitglieder des Reichsparteitags, der Westfälischen Provinzialvertretung und der Münsterischen Gesamtvertretung. Karten werden zu dieser Kundgebung eigens ausgegeben. Am Abend des gleichen Tages findet im großen Saale des Schützenhofs eine örtliche öffentliche Kundgebung statt, an der eine Reihe von Parlamentariern und Führern der Deutschen Zentrumspartei teilnehmen wird. Ueber die Namen der Redner wird noch Nähexes bekanntgegeben. Jedenfalls ist damit zu rechnen, daß hervorragende Führer auch aus Süddeutschland das Wort ergreifen werden. Jawohl, alles blitzblank, alles tadellos! Früher stand ich um diese Zeit noch hier und wußte vor Arbeit weder ein noch aus. Seitdem ich aber mein()habe, geht das Aufwaschen wie am Schnürchen. Das mußt Du unbedingt probieren! Es ist ganz sabelhaft, wie schnell das Fett verschwindet. und das Geschirr zeigt einen Glanz= ganz herrlich! 20 Pfennig kostet das Paket, dermit kommst Du sehr lange aus. Welche Bequemlichkeit durch(wi) welche Ersparnis! Beim Geschirraufwaschen genügt ein Kaffeelöffel Er) für eine normale Aufwaschschüssel. So ergiebig ist es! zum Aufwaschen. Spülen, Reinigen für Geschirr und alles Hausgerdt! Hergestollt in den Persilwerken. Vereine an die Front * Die Sportverbände haben jetzt einen argen Ansturm zu überstehen. Von allen Seiten melden sich Kritiker, die ihnen wegen der Ergebnisse in Los Angeles bittere Vorwürse machen. Nicht wenige, die fordern, die Verbände überhaupt auszuschalten. Das hieße denn doch, das Kind mit dem Bade ausschütten. Unsere Sportverbände sind ja nicht aus einer Laune, aus Machtsucht einzelner entstanden, Sie sind Gebilde, die sich geradezu naturnotwendig entwickelt haben. Erst durch die machtvolle Zusammenfassung aller Vereine konnte der Sport als geschlossenes Ganzes auftreten und ganze Bevölkerungsteile in seinen Bann ziehen. Alle Verdienste der Verbände dürfen nun aber nicht dazu fühcen, vor ihren Fehlern die Augen zu verschließen. Und der schlimmste Fehler der Verbände ist: ihre stetig wachsende Herrschsucht. Das Bestreben der Verbandsbürokratie geht dahin, ihre Macht stets weiter auszudehnen, den Einfluß der Vereine immer mehr zurückzudrängen. Aus Dienern der Vereine sind sie vielfach zu ihren Herren geworden— damit alle Initiative der Vereinsführer sast ganz erstickend. Hier muß Wandel geschaffen werden. Schon jetzt schreit man wieder in den Vervandsgeschäftsstellen nach großen Kursen. Will man die kommende Olympiavorbereitung ganz auf sie abstellen? Natürlich hebt das den eigenen Einfluß. Aber doch ein verderblicher Kein Handball-Länderspiel gegen Oesterreich Das Handball=Länderspiel Oesterreich gegen Deutschland, das nach dem deutschen 16:11=Sieg in Weißensels für 16. Oktober nach Wien vereinbart werden sollte, findet nicht statt. Oesterreich wollte dieses Tre= sen gern, ließ auch schon Ausscheidungsspiele absolbieren, ehe die DSB. endgültig zugesagt hatte. Ob nun Berlin oder Mitteldeutschland als Ersatz nach Wien jahren, ist fraglich. Am 23. Oktober findet die Zwischenrunde um den DSB.=Pokai ihre Austragung, daher besteht nirgends Reigung, acht Tage vorher ein schweres Spiel in Wien durchzuführen. Fort mit der Abseitslinie beim. handball Das Handballspiel ist noch verhältnismäßig jung und sein Regelwerk daher noch immer verbesserungebedürftig. Neuerdings wird insbesondere von den Stürmern die Abschaffung der Abseitslinie angestrebt, die den Fluß des Spieles häufig stört. Eifrigster Verfechter der Theorie ist der Handball=Lehrer und Repräsentative Kaundynia, der am Sonntag um 11 Uhr in einem Freundschaftsspiel zwischen BSV. 1892 und BT. Spielabt.(BSV.=Platz Schmargendorf) seine Theorie durch das praktische Beispiel erhärten will. Das Spiel wird ohne Abseitslinie ausgetragen. Damit nun aber die Verteidigung durch den Fortfall der Linie nicht allzu sehr im Nachteil ist, wird der Schußkreis von 12 auf 14 Meter erweitert und damit die Wirksamkeit der Torschüsse abgeschenücht Kress, Engel und Engelhard.. Plan, vor dem im Interesse des Sports nicht eindringlich genug gewarnt werden kann. Denn trotz aller materiellen Einflüsse ist noch immer das persönliche Moment im Sport das ausschlaggebende Nur durch enge Verbundenheit zwischen Zögling und Trainer kann wirklich die Höchstleistung herausgeholt werden. In zwei, drei Wochen— und das ist ja schon die längste Dauer derartiger Kurse— ist dabei, von einigen Glücksfällen abgesehen, nicht viel zu erreichen Und nicht selten bleibt der Schaden durch plötzliche Umstellung, durch Erschütterung des Vertrauens zum eigenen Trainer größer als der Nutzen. Viele Beispiele aus den letzten Wochen haben das unzweideutig bewiesen. Statt dessen sorge man für größere Veranstaltungen, die noch immer die beste Schule für Wettkämpfer gewesen sind, und ehne den Vereinen so weit wie möglich den Weg. Denn nur durch die Vereine kann wieder enge Verbundenheit zwischen Sportlein und Allgemeinheit hergestellt werden. Sie können fast stets weit besser als irgendein Verbandsgewaltiger beurteilen, was gerade in ihrem Ort dem Sport neue Anhänger schaffen kann. Mehr Handlungsfreiheit für die ursprünglichen Träger der Sportbewegung, das muß der Leitsatz für die kommenden Jahre sein. Dann werden wir vielleicht auch=936 wieder eine ganze andere Stretmacht stellen können als diesmal für Los Angeles. Schmeling in Paris Mit dem Cherbourger Bootszug des Lloyddampfers„Bremen“ traf gestern Max Schmeling in Paris ein. Nachdem er einen Sturnangriff der Journalisten abgewehrt hatte, gelang es dem Exweltmeister, schnel in der Menge unterzutauchen. Aus einer kurzen Unterhaltung konnte man jedoch erfahren, daß er hier einige Tage zu verbringen gedenkt, um u. a. auch über geschäftliche Dinge mit Jeff Dickson zu verhandeln. Allerdings scheint die Lichtstadt diesmal noch eine andere Anziehungskraft auf ihn auszuüben und man geht wohl nicht fehl, wenn man seinen Besuch mit dem beruflichen Pariser Aufenthalt einer populären deutsechn Filmschauspielerin in Zusammenhang bringt. Jedenfalls war Schmeling eine Viertelstunde nach seiner Ankunft spurlos verschwunden, und bis in die späten Abendstunden war es selbst den gewiegtesten amerikanischen Reportern nicht gelungen, seinen Aufenthalt auefindig zu machen. Was wird mit Heuser? Der Sportausschuß der Bossport=Behörde Deutschlands beschloß, dem Antrag Adolf Heusers stattzugeben und unter gewissen Bedingungen seine Suspendierung aufzuheben. Sie teilte ihm nach Neuyork mit, daß die Sperre für Deutschland und die der IBU. angeschlossenen Länder, sowie den Staat Neuyork aufgehoben und in eine Geldstrafe verwandelt würde, wenn Heuser eine zur Befriedigung der Schadenersatzansprüche der Geschädigten genügend große Summe bei der BBD. hinterlegt worden sei. Inzwischen ist der deutsche Europameister im Halbschwergewicht in Amerika bereits in den Ring gestiegen. Er kämpfte in Portland im Staate Maine, der außerhalb des Machtbereichs der 3BU. liegt, aLer Am Donnerstag wurde der Pariser Auto=Salon eröfs. net. Die Ausstellung ist sehr reichhaltig. Deutschland ist durch Mer. cedes, Maybach, Adler, Horch, Wanderer, DKW. und die zugehöriger Jirmen vertreten. * Die Olympiasiegerin im Jechten Ellen Preis und der Segelflieger Kronseld wurden am Donnerstag wegen ihrer sportlichen Leistungen geehrt. Bundeskanzler Niklas überreichte ihnen die Goldaue Medaille der Republik Oesterreich. * Nachdem„Big Bil“ Tilden am Mittwoch von dem besten ungarischen Amateurspieler Bela von Kehrling bezwungen wurde, schlug am Donnerstag der Amerikaner trotz seiner Fußverletzung Karel Kozeluh. Jan Kozeluh spielte einen Satz gegen den Deutschen Hans Nüßlein und unterlag:6. Der deutsche Meister Hans Rüßlein bestritt zusammen mit seinem Landsmann Roman Nasuch ein Doppel gegen die Amerikaner Tilden=Barnes und siegten überlegen mit:2,:2. * Der schon seil Jahren geplante Boxkampf zwischen dem Kölner hein Domgörgen und dem belgischen Meister René Devos gelangt nun endgültig am 21. Oktober in der Kölner Rheinlandhalle zum Austrag. Der Kampf sollte bereits im vergangenen Jahr zum Austrag kommen, scheiterte aber an der zu hohen Börsenforderung Tomgiegene. * Der Kölner Jupp Besselmann scheint sich wieder in seine alle Form gebracht zu haben. Er feierte jedenfalls am Mittwochabend im Pariser Wagram-Saal einen schnellen.=.-Ersolg. Den Franzosen Ferron legte der Kölner bereits in der ersten Runde durch einen Kerntreffer für die Zeit auf die Bretter. * Die Rekordsägerei zwischen den beiden Siehern, dem Engländer harry Grant und dem Franzosen Constant, um den Stundenweltrekord ist schon grotesk. Kürzlich nahm sich Constant den Rekord. Dann verbesserte ihn am Dienslagvormittag Grant, am Nachmittag hatte Constant den Rekord wieder in Händen und am Mittwoch, das ist die letzte Notierung an dieser Rekordbörse, konnte auf der Prinzenparkbahn Grant mit 90,971 Alm. die neueste Rekordmarke schaffen. Minmmmmm gegen einen Amerikaner namens Leo Williams. Der Deutsche. machte mit seinem Ganer wenig Federlesens. Bereits in der zweiten Runde mußte Williams das„Aus“ des Ringrichters über sich ergehen lassen. Die Verhandlungen um das Zustandekommen des Weltmeisterschaftskampfes im Halbschwergewicht zwischen Heuser und Maxie Rosenbloom sind keineswegs als gescheitert zu betrachten. Johnny Buckley, der Manager von Sharkey und Heuser, hat Rosenbloom ein Angebot von 7600 Dollar für einen Titelkampf in Neuyork gemacht. Uebrigens wird Rosenvloom von der Nationalen Boxkommission nicht als Weltmeister anerkannt, sondern nur als erster Herausforderer des Titelträgers George Nichols. Anders liegen die Dinge in Neuyork, das ebenso wie mehrere andere Staaten Rosenbloom die Würde zuspricht. Allerlei Sport Wie eine Frankfurter Zeitung aus guter Quelle zu berichten weiß, haben am Mittwoch die drei disqualifizierten Spieler Kreß, Engel und Engelhardt(früher Rot=Weiß Frankfurt) in Zürich für den FC. Mühlhausen mitgewirkt. Nach dem Bericht sollen die Mühlhauser gegen Young Fellows Zürich vor 3000 Zuschauern gespielt haben. Der beste Mann im Sturm soll der Frankfurter Engel gewesen sein. Sollte diese Meldung zutreffen, so darf man gespannt sein, wie sich der DFB. verhalten wird. Dr. Bauwens für Dr. Schricker? Ein interessantes Wahl=Duell scheint dem Bundestag des Deutschen Fußballbundes am 15.=16. Oktober in Wiesbaden bevorzustehen. Dort muß an Stelle des zum Generalsekretär der Fisa bestellten Dr. Schricker eine neue Persönlichkeit gewählt werden. Den Posten Schritkers, der im Bund die internationalen Angelegenheiten behandelte, also gzusagen„Außenminister“ des 9FB. war, soll auf Süddeutschlands ##hlag Dr. Raßbach=Wiesbaden übernehmen. Nun hat aber Westdeutschland die Absicht, diesen Posten durch Dr. Bauwens=Köln zu besetzen, eine in internationalen Kreisen hochangesehene und erfahren: Persönlichkeit. Damit bekäme gleichzeitig Westdeutschland im Bundesvorstand eine gewisse bevorzugte Stellung. Da Süddeutschland den bisherigen Posten Dr. Schrickers unter allen Umständen mit einem Mann aus seinem Kreise besetzen will, kann es hier zu einer scharfen „personal=politischen“. Debatte kommen. Im Interesse des Bundes wäre eine Wahl Dr. Bauwens nur zu begrüßen. Kleinkaliber-Schießsport Provinzialverband Westfalen=Lippe. Die diesjährigen Landesschießen im Reichsverband Deutscher Kleinkaliver=Schützenverbände stehen vor ihrem Höhepunkt. In den vorhergegangenen Ausscheidungs=Kämpfen erfüllten von den 7000 Sport=Schützen des Provinzial=Verbandes Westsalen=Lippe die schweren Bedingungen zum Endkampf nahezu 500, darunter 200 Jungschätzen(17—21.). Als Beste gingen aus den bisherigen Kämpfen her vor: Altmannschaft KKS. Horn, Gau Lippe(442), Jungmannschaft KRS. Falke=Gütersloh(Sundern), Gau Bielefeld=Raveneberg(390), Alt=Schütze G. Lücke, KRS. Rottlinde, Gau Padervorn(97), JungSchütze A. Rolf, KKS. Kyffhäuser Jöllenbeck, Gau Bielefeld=Ravensberg(92). Zur Entscheidung um die Meisterschaften in Westfalen=Lippe und damit auch im Landesverband Nordwestdeutschland, dem LandesSchlußschießen, treffen sich die 500 Schützen am 16. Oktober in Biele seld, horn(Lippe), Meschede, Münster i. W. und Soest. Der Westdeutsche Rundjunk wird die Sieger im Abend=Sportbericht bringen. Gütersloh Firmen-Fußball Miele contra Miele! Kölner Fußballspieler Besucher der II. Gütersloher Oktover=Messe. Noch in letzter Stunde erfährt das Fußball=Programm des ersten Messe=Sonntages eine Bereicherung durch das Firmenspiel der Sportfreunde der Miele=Werke.=G. Gütersloh gegen Sportklub Miele=Köln. Sportklub Miele=Köln ist Mitglied des Firmensport=Verbandes von Groß=Köln. Die Mannschaft sicherte sich in der letzten Meisterschafts=Spielserie den zweiten Tabellenplatz. Die Gütersloher Werks=Mannschaft, die sich erst vor kurzem zusammenfand, lenkte das Augenmerk vieler Fußballfreunde durch die ausgetragenen Spiele, die sie für sich entscheiden konnte, auf sich. Das morgige Spie dürfte an den Gastgeber jedoch weit mehr Anforderungen stellen, zumal Miele=Köln über eine auf allen Posten gutbesetzte Mannschaft verfügt, in welcher der Innensturm besonders hervorragt. Das Spiel findet bereits 10.30 Uhr vormittags vormittags auf der Platzanlage der Sportvereinigung statt. Warendor Sportverein—„Viktoria“ Gronau Sonntag erwartet der Sportverein Gäste von der holländischen Grenze zum fälligen Meisterschaftsspiel. Die Viktorianer aus Gronau spielen einen wuchtigen Fußball und haben in ihren Reihen gute Einzelkönner. Schwer werden die Grenzler dem Sportverein zu schaffen machen. Sportverein hat einige Umstellungen in der Elf vorgenommen. So steht im Tore eine jugendliche Kraft und auch im Sturm sind Aenderungen vorgenommen worden. Hoffentlich bewährt sich diese Mannschaft und macht die Niederlage des Vorsonntags wieder wett. Sportvereins Elf sollte in der Lage sein, dafür zu sorgen, daß die Punkte zu Hause bleiben. Doch sei Vorsicht am Platze; nur unter äußerster Kraftanstrengung kann es gelingen.— Das Rahmenprogramm zeigt folgende Begegnungen: SV. Warendorf Res.— Viktoria Gronau Res. SV. Warendorf 1a Jgd.— SC. Münster 08 1a Jgd/ SB. Warendorf 2a Jgd.— SuS. Ahlen 20 Jugend. Deutsche Turnerschaft Tade. Heepen— Tv. Gütersloh 1. Für die Turner beginnen am Sonntag die Pflichtspiele und haben sich die Gütersloher in threm ersten Treffen den Heepenern zu stellen. Der Gastgeber zeigt zu Hause immer einen ganz besonderen Siegeswillen, mit dem auch schon am Sonntag die Gäste aufwarten müssen, wenn sie die Punkte entführen wollen.— Turnverein 2— Senne 1; Turnverein 1. Jgd. — Biesefelder Tode. 1848 la Jgd.; Turnverein Schüler— Isselhorst Schüler. Turngemeinde Rheda in Oelde. Am Sonntag beteiligen sich mehrere Mitglieder der Turngemeinde einschließlich einer Fahnen=Abordnung an dem Festzug des Turnvereins Jahn Oelde, dessen 40jähriges Bestehen am Sonntag gefeiert wird. Kurzbericht der Dik Turnen Bezirk Hamm. Die 1. Bezirksturnstunde der beginnenden Winterarbeit findet am Sonntag, 9. Oktober nicht in Oelde, sondern in Hamm bei der DIK. Borussia statt.(Turnhalle kath. Nordschule, Sandweg.) Beginn 16 Uhr. Die Teilnahme ist für sämtliche Abteilungen des Bezirks Hamm Pflicht.(Jugendkraftstunde für Spieler und Leichtathleten und Turnstunde für Turner.) Orbetterapor: Ummeln— Gütersloh. Die Serienspiele in der zweiten Klasse nähern sich ihrem Ende. Die Gütersloher haben noch zwei ausstehende Spiele auszutragen, die seinerzeit auf Verlangen der Gütersloher verlegt würden. Für den kommenden Sonntag steht nun obige Begegnung in den Vordergrund. Der Platzverein ist als sehr spielstark zu bezeichnen, war aber bei den letzten Spielen unberechenbar. Die Gütersloher erscheinen erstmalig wieder in kompletter Aufstellung — 1. Jgd. Ummeln— 1. Jgd. Eintracht Gütersloh. Erstaunlich bilig und erstaunlich gut T Khaurs Konvereatione-Lexikon —2 Eine Spitzenleistung deutscher Buchherstellung 35 000 Stichwörter, 2600 Illustrationen, 70 einfarbige und bunte Tafeln und geographische Karten, 20 Uebersichten, 115 statistische Schaubilder im Text; es umfaßt 1875 Seiten. Preis in elegantem Ganzleinenband.85 Mark, mit Porto.25 Mark. Vorrätig bei E. Holterdorf, Buchhandlung Oelde Wiedenbrück — Sonder-Ausgabe der Gütersloher Volkszeitung Wiee Fueuiun nué müf Ihr Kommn Nusous zwontoolkon Tlofforoslitchten zu den nohen Moteustugsbote ewonton Puem Frokte doreiten. O0. F.##e wer enenneenueeenmeeummm Dem Mutigen gehört die Welt! War die Veranstaltung einer Messe in Gütersloh schon im vorigen Jahr ein Wagnis, so ist sie es sicher in diesem Jahre, well sich die wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands seitdem noch erheblich verschlechtert haben. Allerdings zeigen sich in letzter Zeit Anzeichen einer langsamen Besserung. Das, sowie der Erfolg der vorjährigen Messe rechtfertigte nicht nur, sondern sorderte geradezu ihre Wiederholung in diesem Jahre. Eine Messe gibt der Geschäftswelt Gelegenheit, ihre Waren und insbesondere die heimischen Erzeugnisse vorteilhaft zur öffentlichen Schau zu stellen, und joder Messebesucher kann sich, ohne irgendwie zum Kaufen genötigt zu sein, von der Güte und Preiswürdigkelt der ausgestellten Waren überzeugen. Möge auch die diesjährige Messe Zeugnis ablegen von der Leistungsfähigkeit des Gütersloher Handels und Gewerbes, und durch einen guten Besuch und einen guten Erfolg das wagemutige Streben der Gütersloher Geschäftswelt lohnen! Thummes, Bürgermesser. In.s Meerneemmmmmmmmnemntermen Messestadt Gütersloh. Als im vorigen Jahre der Plan auftauchte, eine Werbewoche des Gütersloher handels, handwerks und Gewerdes zu veranstalten, wurden nicht nur in den beteiligten, sondern in ganz besonderem Maße auch in den andern Berufsständen viele Bedenken laut. Man hielt eine derartige Veranstaltung für überflüssig und zweifelte daran, daß eine groß aufgezogene Werbemesse in unserer Stadt möglich sei. Die OktoberMesse des vorigen Jahres wurde aber ein Erfolg, und zwar ein Erfolg, wie man ihn beabsichtigt hatte. Es kam nicht darauf an, eine Woche lang möglichst viele Käufer aus dem Hinterland nach Güterslot zu locken und möglichst viele Waren an sie zu verkaufen. Sinn und Zweck der Messe war, die Bevölkerung des Hinterlandes dauernd als Kaufpublikum für Gütersloh zu gewinnen. Das vergangene Jahr hal bewiesen, daß dieses Ziel in beachtlichem Umsange erreicht wurde. To# guh die Tatsache des Erfolges denen Recht, die eine große Werbeaktion propagierten. Die kaufmännischen Voraussetzungen, die man an eine Messestadt stellen muß, sind in Gütersloh gegeben. Der scharfe Konkurrenzkampf der Jetztzeit hat unsere Kaufmannschaft zur Höchstentfaltung ihrer Leistungsfähigkeit gebracht. Geschäflsumbauten und-neubauten, Geschäftegründungen haben zur Genüge bewiesen, daß Handel und Handwerk alles daran setzen, dem kaufenden Publikum den Einkauf in Gütersloh leicht und angenehm zu machen. Hinzu kommt die günstige geographische Lage Güterslohs, die es els zentralen Einkaufsort geeignet erscheinen läßzt. Darüber hinaus hal Gütersloy aber auch noch etwas aufzuweisen, was zwar nicht notwendig, aber doch von Bedeutung sein kann: Gülersloh Ist auch eine schöne und Inseressanle Stadt. Wir Gütersloher sehen diese Schönheiten nicht, welt wir uns an sie gewöhnt haben. Wir sollten uns einmal bemühen, unsere heimatftadt mit den Augen eines Fremden anzusehen. Wenn wir dann durch die Straßen mit der Muße gehen, die Fremden zu eigen ist, die der Zufall oder eine bestimmte Absicht an einen unbekannten Ort geführt hat, dann wird auch uns das an Gütersloh auffallen, was fremden Besuchern an Gütersloh besonders gefällt. Allerdings haben wir an modernen Monumentalbauten, an prunkvollen Denkmälern und was sonst eine Großstadt bieten mag, nichts oder nur wenig aufzuweisen. Das würde auch nicht in unser Straßenbild passen. Güterslohs Reize liegen in dem hislorisch Gewordenen, in dem, was sich ohne planvolle Städtegestaltung durch reine Zufälligkeiten ergab. Ist nicht der Alle Kirchplatz ein Schmuckstück, das jedes schönheitsoffene Auge erfreut? Sind nicht die Kirchstraße und andere Straßen mit ihren Bäumen und alten Patrizierhäusern von sellener Gediegenheit? Muß nicht der Rathausplatz mit dem Rathaus und dem schönen Amisgericht im Hintergrund jedem gefallen? Sind nicht die schieferbekleideten Häuter reizvoll genug, um besondere Aufmerksamkeit zu erregen? Ist nicht der „Busch“, wenn nicht schön, so doch interessant? Es gibt dessen noch vielerlei. Man könnte noch von unsern Anlagen schreiben, von den industriellen Werken. Gewiß, diese Dinge sind nicht notwendig, wonn Gütersloh Marktplatz für die weite Umgebung werden will. Da gehl es in erster Linie darum, wo man billig, gut und bequem kaufen kann! Das andere ist Nebensache. Es gibt Städte, die sich wegen ihrer wirtschaftsgeographischen Lage zu Handelsplätzen eignen, er gibt Städte, die es aus dieser Lage heraus notwendig werden. Es gibt aber auch Städte, die wegen ihrer besonderen Eigenart gerne aufgesucht werden. Wenn nun Gütersloh sowohl geographisch so gelegen ist, daß er Einkaufsplatz für ein reich bevölkertes Hinterland, um das zu werden sich lohnt, sein kann, und wenn Gütersloh gleichzeitig über die Belange des Materiellen hinaus als angenehmer und besuchenswerter Ort den Iremden erscheint, dann kann man nicht mehr daran zweiseln, daß unsere Heimat die Aufgaben einer Messesiadt völlig erfüllen kann. Die kommenden Tage der Oklobermesse sollen werben. Die Stadt hat ein Festkleid angelegt. Ueber den Geschäftsstraßen liegt die Lichtfülle der Reklame. Im vorigen Jahre besuchten uns Jehnkausende. Man darf auch in diesem Jahre die gleichen Massen erwarten. Es ist genug gelan, um Fremde anzulocken. Der Rummelplatz wicd wieder die Hauplanziehungsstätte sein. Jünf Ausstellungen geben einen Ueberblick über das, was man in Gütersloh kaufen kann. Reklamekorso und Sportveranstallungen, Platzkonzerte und Modeschauen, Kinovorstellungen und Kabareitprogramme, Heimakabende und Theaterauführungen sorgen für Abwechselung und Unterhaltung. So ist zu hoffen, daß die Messebesucher in ihren Erwartungen nicht getäuscht werden, und die Oklobermesse 1932 ein weiterer Schritt auf dem Wege Güterslohs zum beherrschenden Marktort des Ostmünsterlandes ist. Gulerricher=VollszeitungWiebenbrucker (Der Bote an der Ems) Amtliches Kreisblatt für den Kreis Wiedenbrück Wirksamstes Anzeigenorgan des Kreises Wiedenbrück„ Größte Auflage aller Zeitungen im Kreise Wiedenbrück „ und der Nachbartreise Beckum und Warendorf Nur feste, durchweg langjährige Abonnenten; daher die außergewöhnliche Werbekraft der Anzeigen Während der Messetage verkaufe ich meine Bähtel Mänttel und Kieiderstole ganz besonders billig. Es lohnt sich die weiteste Reise Sonder-Ausstellung in Kleidervelvets und Waschsamt Loden- und Lederolmäntein AEI MED RONEET! Gütersloh. Berliner Strasse II Auf nach der Gütersloh #n- Oktober-Messe 25 Pevise 1. Preis: Waren aus unseren sämtlichen Abteilungen im Gesamtwert von RM. 20.- nach eigener Wahl des Gewinners es ist Ihr Vorteil! Teilnahme für jedermann frei und kostenlos. Nähere Bedingungen in den Verkaufsräumen Königstr. 17/19 erhältlich Der Weg zum wirtschaftlichen Aufstieg führt über die Sparkasse BrAREN bildet Kapita! bringt Zinsen schaftt Arbeit W Sichere Anlage von Spareinlagen zu günstigsten Zinssätzen STADTISCHE SPARKASSE IN GUTERSLOH Kassenstunden täglich von-12½ Uhr und von 14½-17 Uhr Während, der Oktoher-Messe fingen Sie in meinen Schaufenstern eine Jonder-Ausstellung Die Ausstellung ist durch besonders hergerichtete Ausstellungsräume bedeutend erweitert, ich bitte um unverbindliche Besichtigung. Installation für Gas, Wasser, Licht, Lampen, sanitäre Anlagen, Haus- und Küchengeräte. Karl Flöttmann, Gütersloh Münsterstraße 25 UNIVERSUN Unser Messe-Drogramm Emmerich Kalmans erfolggekrönte Operette als Tonfilm Glamm-Manza In den Hauptrollen: Hubert Marischka und Dorothea Wieck Die berühmten, unvergessenen Schlagermelodien, u. a„Grüß mir die süßen, die reizenden Frauen im schönen Wien...“ singt Richard Taubers berühmter Kollege Hubert Marischtm der auch alle Welturaufführungen von Kalman und Lehar durch seine herrliche unvergleichliche Stimme zum Siege geführt hat. Für Stimmung und Humor sorgen Charlotte Ander- Ernet Verebes Szöke Szakal! Weitere Schlager:„Komm mit nach Varasdyn“„Komm Zigany, spiel mir was vor“ Spielbeginm: Werktags machhun..30 Uhr, Sonmings 3 Uhr Werktags nachm. kleine Preise.60,.80 uund.20 Auf der Bühne: Persönl. Auftreten des von. seinen Bielefelder Gastspielen her bestens bekannten Komikers Harry Bienenstein in seinem Militär-Lachschlager Murketier Distelfink Lachen ohne Ende! Kein Auge bleibt trocken! Wir versprechen genußreiche Stunden! Das Messe-Programm: rnsen Samstag, 8. Oktober: 3(15) Uhr: Eröffnung der Ausstellungen. Ausstellung I Evangl. Vereinshaus, Ausstellung II Berufsschule I. Ausstellung III Berufsschule II, Ausstellung IV Turnhalle, Ausstellung V Kath. Vereinshaus, Sonderausstellung Elektrische Kochküche. Donnerstag, 13. Oktober: Sonder-Ausstellung: Obst- und Gartenbau, im Dalkekrug. Veranstaltet vom Obst- und Gartenbau-Verein Gütersloh. Die Ausstellungen sind während der Oktobermesse täglich von 10—21 Uhr geöffnet. 4(16) Uhr: Eröffnung des Rummelplatzes auf dem Marktplatz. Sonntag, 9. Oktober: 11.15 Uhr: Herbstgeländelauf des Gaues Ravensberg im Westd. Spielverband. Start und Ziel Heidewald. 11.30 Uhr: Promenadenkonzerte am Bahnhofsvorplatz (Orchestervereinigung Harmonie); am Dreiecksplatz (Kapelle der Freiw. Feuerwehr Gütersloh). .30(14.30) Uhr: Reklame-Festzug der Gütersloher Wirt-, schaft. Auffahrt: Kaiserstraße(Ecke Carl-MieleMarktplatz-Restauration Heinr. Dirksmöller (Neue Mühle) großes Schankzelt mit Sitzgelegenheit Täglich Konzert Eintritt frei Stimmungskapelle Bestgepflegte Biere Zu jeder Tageszeit Kaffee und Fleischbrühe Straße). Durchzug: Berliner Str., Königstr., Hohenzollernstr., Bismarckstr., Prinzenstr., Königstr., Feldstraße, Blessenstätte, Domhof. Kirchstr., Kaiserstr., Strengerstr., Bahnhofstr., Kökerstr., Königstr., Moltkestr., Bismarckstr. Auflösung: Bismarckstr. Musikkapelle: Orchestervereinigung Harmonie. 3(15) Uhr: Fußball-Verbandsspiel. Sportvereinigung gegen Fußballverein Wittekind, Enger. Platz der Sportvereinigung(am Stadtgarten). 8(20) Uhr:„Heimatabend“ im Bahnhofshotel Gehle. Veranstaltet vom Heimatverein Gütersloh; ausgeführt vom Volkstanzkreis Gütersloh. Mitwirkende: Gem. Doppelquartett; Leitung Paul Bröder. Aus dem Programm: Ansprache: Dr. Richter, Vorsitz. des Heimatvereins. Altwestfälische Bauernhochzeit von K. Wagenfeld. Montag, 10. Oktober: 8(20) Uhr: Wirtschafts-Tagung im Hotel Barkey. Referent: Syndikus Dr. Holzapfel, Handwerkskammer Bielefeld. Thema:„Der Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft“. Dienstag, 11. Oktober: .30(16.30) Uhr: Bahnhofshotel Gehle: 1. Wiener Modenschau. Unterhaltungsmusik, Tanzeinlagen. 8(20) Uhr: Bahnhofshotel Gehle: 2. Wiener Modenschau mit Kabarett- und Tanz-Einlagen. Unterhalhaltungs-Musik. Mittwoch, 12. Oktober: .30(16.30) Uhr: Bahnhofshotel Gehle: 3. Wiener Modenschau. .30(17.30) Uhr: Konzert am Dreiecksplatz(Evangl. Jünglings- und Männerverein). 8(20) Uhr: 4. Wiener Modenschau. Donnerstag, 13. Oktober: 5(17) Uhr: Konzert am alten Kirchplatz(HarmonieOrchester). Große Sonder- Veranstaltung der neu eröffneten „Stadttheater" Lichtspiele“, Bahnhofstr. 11, auf Bühne und Filmtonwand 5(17) Uhr: Premden-Vorstellung. Gastspiel der„Konzerthaus-Künstlerspiele“, Bielefeld, mit vollständigem Kabarett-Programm. .30(20.30) Uhr: Oktober-Messe, Festvorstellung. Auf der Bühne: Bühnenschau namhafter Kabarettkünstler. Auf der Filmtonwand: Liebeskommando. Aentung. die Sensation der Oktober-Messe Am Sonntag, dem 9. Okt., Mittwoch, dem 12. Okt. und Sonntag, den 16. Okt., wird auf dem Rummelplatz der Oktober-Messe in Gütersloh je ein ganzer Ochse von über 1000 Pfund Lebendgewicht im offenen Feuer am Spieß gebraten. Für jeden Messebesucher ein Schauspiel! Ueber 2000 Pfund Holz werden verfeuert. Besichtigung für jedermann frei. Außerdem: Die Messewurst so dick und prall Die gibt es auch auf jeden Fall. Kommen! Sehen! Probieren! Wren in den Stauttlieatel Lientspielen Gütersloh, Bahnhofstraße 11, Telephon 2481 Größtes und modernstes Theater Güterslohs und der weiteren Umgebung Vom.—13. Oktober täglich ab.30 Uhr Ziebesnemmands Am 13. Oktober. nachmittags 5 Uhr einmaliges Festgastspiel der Konzerthaus-Künstlerspiele Bielefeld mit vollständ. Kabarettprogramm 9 grosse Attraktionen! Pausen in der Wandelhalle! — Konditorei und Kaffeehaus Kaiserstraße 1 Neben der Post eieh und abeng, KUNSTLER-KONZERTE Während der Oktober-Messe Vormittags bekanntes Frühstück Festlion dekorierte Räume Nachmittags Familien-Katfee mit Tanz Verstärkte Kapelle Zeitgemäße Preise Abends Tanz- Stimmung- Humor Erstklassige Weine und Liköre im Ausschank W. Heuermann Blessenstans 16 28 Teiston 2920 Porzelan, Kristall, Heramik, Bestecke, Nickelwaren, Nausrat, Lukuswaren Jafeiservite: nirgends größere Auswahl! Balfeeservitel nitgends niedtigere Preise! ammeltassen!„. schmach, Verhaft Waschenrmiturem: mundigereingung gesemnaenv. 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Preise gestiftet von Gütersloher Zeitung, Gütersloher Volkszeitung, Gütersloher Stadtanzeiger. .30(18.30) Uhr: Kinder-Fackelzug unter Mitwirkung der Kapelle des Evgl. Jünglings- und Männervereins. 8(20) Uhr: Bahnhofshotel Gehle: 2. Aufführung des Heimat-Abend. Sonntag, 16. Oktober: 11 Uhr: Handball-Verbandsspiel: 1. DSC. gegen 1. Spiel und Sport Bielefeld. Platz von Spiel und Sport(am Bockskrug). 11.30 Uhr: Promenadenkonzert am Bahnhofsvorplatz. Veraustaltet von der Orchestervereinigung Harmonie. .30(13.30) Uhr: Handball-Verbandsspiel Gan Ia. Sportvereinigung gegen Deutscher Sportklub. Platz der Sportvereinigung. 3(15) Uhr: Verbandsfußballkampf(Platz Bockskrug) der beiden Ortsrivalen Spiel und Sport gegen Sportvereinigung. 8(20) Uhr: Bahnhofshotel Gehle: Gesellschafts-Abend für Veranstalter und Teilnehmer der 2. Gütersloher Oktober-Messe. Das Lichtfest im Oktober. Was ist denn das. Das Lichtfest im Oktober. Davon haben wir noch gar nichts gehört. Gemach, ihr sollt es gleich erfahren. Das Lichtfest im Oktober, das ist die Gütersloher Oktobermesse, die in diesem Jahre zum zweiten Male veranstaltet wird. Wir modernen Menschen sind doch reine Kinder des Lichtes. Wenn Baldur noch seine Herrschaft in Germaniens Gauen heute ausüben würde, er würde an uns Menschen von 1932 seine helle Freude haben. Im Sommer freuen wir uns über die Lichtfülle und können nicht genug Licht an unseren Körper heranlassen, woran auch der Zwickel des Herrn Bracht nichts ändern wird. Kommi dann der Herbst und der Winter und werden die Schatten länger, dann flüchten wir zum künstlichen Licht und erleuchten die Häuser und erleuchten die Schausenster und erleuchten die Straßen. Den Zauber und die Kontrastwirkungen des nächtlichen Stadtbildes haben wir erst in den letzten Jahren entdeckt. Nachtaufnahmen von Alt-Gütersloh, welcher Liebhaberphotograph hätte noch vor wenigen Jahren daran gedacht, diese zu gestalten! Die Straßen waren auch nur kümmerlich erleuchtet, und die Schaufenster nach Ladenschluß waren tot. Die Kunst des Schaufensterdekorierens haben wir erst in den letzten Jahren gelernt, als man zugleich erkannte, welche Anziehungs- und welche Verkaufskraft ein erleuchtetes Schaufenster auf den Kunden hal. Aber man blieb bei der Erleuchtung der Schaufenster nicht stehen, man ging dazu über, ganze Gebäude anzustrahlen mit großen Scheinwerfern. Wegweisend war hier die Industrie, die frühzeitig die Bedeutung einer solchen Bestrahlung für die Eigen-Werbung erkannte. So liegen in Gütersloh am Abend die Wiruswerke in dem Lichtkegel starker Scheinwerfer und künden dem eiligen Reisenden im Schnellzuge von der Größe und der Bedeutung der Gütersloher Sperrholzindustrie. Nach der Industrie und nach den Ladengeschäften gingen auch die Gemeinden dazu über, bei besonderen Anlässen die öffentlichen Gebäude zu illuminieren oder anzustrahlen. Und es spricht für ein gesundes geschichtliches Empfinden, wenn man zumeist die größte und bekannteste Kirche der Stadt mit starken Scheinwerfern anstrahlte. Ist doch nach der Auffassung der Väter die Kirche nicht nur ein Gotteshaus, sondern das Wahrzeichen der Stadt. Wie denn auch in den meisten norddeutschen Siedlungsstädten die Kirche das alles überragende Bauwerk ist, das weithin als Wahrzeichen der Stadt aus der Ebene heraus zu erkennen ist. So hat man auch anläßlich des ersten Gütersloher Lichtfestes die Auferstehungskirche angestrahlt, und wir alle erinnern uns mit viel Freude daran, wie prächtig sich der schlanke Turm der Auferstehungskirche vom nächtlichen Himmel abhob. Auch in diesem Jahre werden wieder hell erleuchtete Schaufenster die durch die Straßen sich schiebende Menge kauffreudig stimmen und das illuminierte Rathaus wird manchen Ausruf des Erstaunens und des Bewunderns hervorrufen. Denen, die im schnellen Zuge an Gütersloh vorbeieilen wollen, prägt das erleuchtete Werbeplakat an der Deutschen Bank den Namen Gütersloh mit der Oktober= messe ein. Eine Woche lang wird eine Fülle von Licht sich über Gütersloh ergießen. Das Lichl der Gütersloher lockt die Umgebung nach Gütersloh. Wer aber sein Licht so locken läßt, muß den Lichthungrigen nur das Beste bieten. Und so ist die Oklobermesse eine Werbeveranstaltung, die die Umgebung von der Leistungsfähigkeit der Gütersloher Ge#e überzeugen soll. Wenn die Scheinwerfer nach einer Woche ihre Tätigkeit eingestellt haben, wird Gütersloh durch seine Leistungsfähigkeit die Umgebung so überzeugt haben, so hofsen wir, daß diese sich mit uns auf das dritte Gütersloher Lichtfest im Oktober freuen wird. Kübler Raltia in großer Auswahl bei Cari Müher Gütersloh Pnug Mr7 Wie im vorigen Jahr haben wir es uns auch dieses Mal wieder zur Pflicht gemacht, während der OMODer-esse Außergewöhnliches zu bieten. Wie immer stellen wir unser Qualitäts-Prinzip:„Vom Guten das Beste“ in den Vordergrund. Alle Abteilungen bringen die schönsten Herbstneuheiten in hervorragender Auswahl. In unseren großen Spezial-Abteilungen, Damen-Konfektion finden Sie ganz besondere Spitzenleistungen Neu eingetroffen sind gewaltige Sendungen#cusfa.Ad der neuesten, schönsten Dalllenn. Iähler Sie können jetzt so recht nach Herzenslust in der Riesenauswahl wühlen. Während der Oktober-Messe bringen wir 5 besondere Schlager in Damen-Mäntel zu: 075 1075 0000 T4UU HROC KOIEDATZCIAAT Gütersloh Sonntag geöffnet! BRit tartPinrtVEL in größer Auswahl, billig und gut bei 9 0 An den NeuseSenntagen von 11½-18 Uhr geöffnet An den Messe-Sonntagen von 11½-18 Uhr geöffnet Güterslch Ukofins Köberntr 3 über 100 Jahre Gartenarchifekt Friedhofstraße" Teleion 2219 Certengesetuc Baumschulen Bluunengeschäft (MönigetraGe) Preiswerte Bezugscielle Kaufen Sie zu Fabrikpreisen! 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Dieser Zettel ist in einer, in der Geschäftsstelle der Zeitung bereitstehenden Urne abzulegen. Durch einen Ausschuß auswärtiger Fachleute werden an hand der abgegebenen Zettel die zwölf besten Fenster geprüft und nach ihrem Weri numeriert. Unler den richtigen Lösungen entscheidet das Los. Die Entscheidung ist unanfechtbar. Die für das Publikum ausgesetzten 24 Preise werden in Gutscheinen ausgegeben, die bei den Mitgliedern der am Wettbewerb beteiligten Firmen des„Vereins der Ladeninhaber zu Gütersloh, e..“, in Zahlung genommen werden. Die am Wettbewerb beleiligten Jirmen heißen: Nr. 1: Friedrich Beckord, Bettengeschäft, Kaiserstr. 54— Nr. 2: Friedr. ir Ihnen um Vesten! Brinkmann Manusakturwaren, Prinzenstr. 29— Nr. 3 und 4: A. h. Diekötter, Betten- und Manufakturwaren, Berliner Str. 47— Nr. 5: eie Saslacs hensice Sealen di o. NK. hsh eil helm Heckmann, Orogerie, Königstr. 48— Nr. 11: Cläre Homberg, Wurstwaren, Strengerstr. 8— Nr. 12 und 13: Otto honcamp, Kaushaus, Berliner Str. 4: Nr. 14 und 15: Alfred Köhler, Manufakturwaren, Berliner Str. 11— Nr. 16 und 17: G. W. Köhne: Manusakturwaren, Bahnhofstr. 25— Nr. 18: Heinrich Kornfeld, Schuhhaus, Kökerstr. 17— Nr. 19: Heinrich Laumann, Uhrwaren, Berliner Str. 42— Nr. 20: Ja. h. Meyer u. Co., Kaufhaus, Berliner Str. 62— Nr. 21: Wilhelm Meier, Wascherei, Berliner Str. 8— Nr. 22: Josef Meier Feinkosthandlung. Blessenstätte 17: Nr. 23: Clemens Müller Feinkosthandlung. Berliner Str.— Nr. 24: Carl Müller, Woll- und Kurzwaren, Berliner Str. 27— Nr. 25: Georg Müller, Fleischwaren, Berliner Str. 33; Nr. 26: J. Roggenkamp, Schuhhaus, Berliner Str. 40: Nr. 27 und 26: Georg Sager, Werkzeuge usw., Berliner Str. 7— Nr. 29: Aulo=Sahl= müller, Autowerkstatt Berliner Str. 125— Nr. 30: S. Schkolnikow, Goldwaren, Wilhelmstr. 7— Nr. 31: Maria Schladoth, Schokoladenhaus, Berliner Str. 36— Nr. 32: C. Schlink Wwe., Lederwaren, Berliner Str. 12— Nr. 33 und 34: Otto Schnatmeyer, Pelzwaren, Kirchstr. 5: Nr. 35: Emil Schnatmeier, Herrenartikel und Pelzwaren, Kökerstr. Jr. Schrewe fr., Wäschegeschäft, Kökerstr. 13— Nr. 37: I. W. Schrewe, Bettengeschäft, Hohenzollernstr. 13: Nr. 38: Friedrich Schürmann, Wwe., Korbgeschäft, Königstr. 21: Nr. 39: Musikhaus Verleger. Bahnhofstr. 11— Nr. 40: Wilhelm Wagener, Manufakturwaren. geschäft, Mauerstr. 17— Nr. 41 und 42: J. J. Jumwinkel(Spieker), Vorzellanhandlung, Königstr. 30— Nr. 43: Leonard Riggert Schreibwaren, Jeldstr. 23— Nr. 44 und 45: Fritz Hahn, Manufakturwaren, Hohenzollernstr. 52— Nr. 46 und 47: J. Tigges, Buchhandlung, Königstraße 32— Nr. 48: Wilh. Ahlert, Kondilorei, Berliner Straße. Die Preise sind: 1. Preis 50.A, 2. Preis 30, 3. Preis 15 A, 4. Preis 10 A, 5. Preis 10 A,., 7. und 8. Preis je 8 M,., 10., 11. und 12. 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Oktober 1932 Langenberg Welle 473 Sonniag, den 9. Oktober: .00 Choral. .03—.15 Hamburger Hasenkonzert auf dem Luxusdampfer„Cap Arcona“ der Hamburg=Südamerikanischen Dampischiffahrtsgesellschaft. 1 Ledar Coa=Walzer. 2 a) Blankenburg: Zür Daterland und Freiheit. Marsch. 51 Lindemann: Wanderlieder=Marsch, 3. Thiele. Aus der Woche, Potpourrl. 4. Eilenberg. Die Dost kommt, Intermezzo, 8. Geller: Potpourri aus der Operette „Der Pogelhändler“. 6. Schubert: Der Wanderer, Lied. k. Arbach: Friedensglocken, Marsch. .15—.25 Landwirtschaftliche Rundschau. .00 Uebertragung aus der Evangelischen Kirche in Mörs: Festgottesdienst anläßlich des 350jähr. Bestehens des Staatlichen Gymnaziums Adolfinum in Mörs. Ansprache: Festprediger D. Hermann Mandel, Kiel— Pastor Adolf Hövelmann, Neviges, Evangelisch=kirchlicher Gesangverein Mörs, Leitung: Musikdirektor Kurt Beer=Düsseldorf: an der Orgel: Wilhelm Munzert, Mörs. 10.15—10.35 Besuch am Krankenbett. 11.00—11.25 Fritz Worm: Wort und Ehre deutscher Sprache. 11.30—11.55 Heinz Steguweit: Ein Brief mit fünf Siegeln. 12.00—12.25 Stadt und Land. Redakteur Hans Bramkamp: Kino und Kleinsicht 12.30—12.55 Natur und Geist. Dr. Höfling: Mathematik und Kunst. 13.00—14.30 Mittagskonzert. Leitung: Wolf. 1. Gounod: Jestmarsch aus der Oper„Die Königin von Sabe“. 2. Boseldien: Ouvertüre zur Oper„Die weiße Dame“, 3. Sullivan: Der Kaufmann von Denedig. Suite 4. Pata: Romanze„Mein Herz“. 5 Derdi: Melodien aus der Oper„Traviata“ 6 Gungl: Junaherren=Tänze, Walzer, 7 Ketelben: Auf einem persischen Maxkt, Intermezzo=Szene. 3. Weninger: Auf Wiederhören, Potp. 14.30—14.50 Victor Friedrich Storck: Op de selwere Hochtied(Erzählung in bergisch=wuppertaler Mundart). 15.00—15.20 Verbandsdirektor Grünweller: Die Bedeutung und der Aufgabenkreis des Ersten Internationalen Schulkongresses, anläßlich des Ersten Internationalen Evang. Schulkongresses in Wuppertal. 15.25—16.00 Die Welt auf der Schallplatte. Erich Grisar: Kirmes in Flandern. 16.30—18.00 Besperkonzert. Leitung: Wolf. 1. Arbach: Auf rauhen Pfaden zu den Sternen Marsch 2. Strauß: Schwert und Leier. Walzer, 3. Adam: Huvertüre zur Oper„Wenn ich König wär“ 4. Saint=Gatne: Arie aus„Samson und Dalila“, 5. Donlietti: Melodien aus der Oper„Lucis di Lammermoor“, 6. Benatzkli: Potpourri aus dem Singsoiel „Im weißen Köhl“, 7. Köpring: Donna Datra, Gerenade. 8. Jones: Melodien aus der Operette„Die Geisha“. 18.00—19.00 Feierstunde zur Kirchweih im Dom zu Münster. Der Münsterische Domchor(50 Knaben, 22 Herren), Leitung: Domchordirektor Lilie, Domorganist Schlemann(Orgel). 19.05—19.30 Landschaft in Not. Hugo Boesen: Hilfsmaßnahmen im Emsland. 19.30 Sportvorbericht. 19.45 Fidelio. Oper in zwei Aufzügen von L. van Beethoven. Dichtung nach I. N. Bouilly von J. F. von Sonnleithner und G. Treitschke. Musikalische Leitung: Buschkötter. Spielleitung: Anheißer. Chöre: Zimmermann. 22.05 Letzte Meldungen, geistiges Leben, Sportbericht. 22.25—22.40 Von der Norag, Hamburg: Kriegsgefangenen=Erlebnis als Volkserlebnis. Ansprache des Bundesvorsitzenden Freiherrn von Lersner auf der Gautagung der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, Gau Hamburg— Schleswig=Holstein(Schallplatten). 22.45—24.00 Aus München: Nachtmusik. Leitung: Erich Kloß. Montag, den 10. Oktober: .45—.00 Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach. .00 Wettervorhersage und Zeitangabe. .05—.00 Morgenkonzert. Anschl.(.03) Funkwerbung mit Schallplatten. .45—10.00 Gymnastik für Frauen. Hilde Bremus. 10.00 Erste Meldungen, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 10.10—11.10 Mensch u. Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. 11.10—11.25 Schulfunk für Schüler vom 10. bis 15. Lebensjahre. Prof. Edmund Joseph Müller: Vom Wesen und Wollen der rhythmischen Gymnastik. Praktische Einführung in die Sendungen der rhythmischen Gymnastik des Winterhalbjahres. 11.25—12.00 Schuliunk für Schüler aller Schulen vom 12. bis 15. Lebensjahre. Kinder der Bochumer Marienschule singen. Leitung: Lehrer Simon. 12.00—12.50 Von Stuttgart: Unterhaltungskonzert. Leitung: Gustav Görlich, Solistin: Käte Mann(Sopran). 1. Suppé: Ouvertüre zur Oper„Die schöne Galathee“. 2. Robrecht: Internationales Walzervotpourri aus„Der lustige, Krieg“., 3 Joh Strauß: a) Wenn ich wüßt“, wie du küßt“: bs Nur für Natur. Walzerlied(Käte Mann). 4. Kalman: Potpourri aus der Operette„Gräsin Marlz.“ 3. Grün: Austritslied der Olaa aus der Operette„Die Glag von der Wolge“.(Käte Mann). 4. Joh Strauß: Rosen aus dem Süden, Wazer. 12.50 Wetterbericht, Zeitangabe und Mittagsmeldungen. 13.00—14.30 Mittagskonzerk. Leitung: Eysoldt. 1. Zimmer: Coviva Berdi, Triumoh=Marsch, 2. Balse: Guvertüre zur Oper „Die Mädchen von Kriois“, 3. Wolf=Ferrarl: Szenen aus der Oper„Sly“. 4 Smetana: Lanzsuste aus der Over„Die verkauste Braut“, 5. Rubinstein: Engelstraum 6. Howell: a) Der Hondelführer.), Lockenköpschen, 7. Lumbne: Krolle Ballklänge, Walzer. 8. Planquetie: Melodien aus der Operette„Die Glocken von Corneville“ Gegen 14.00 Mittagsmeldungen(). 14.30 Schlachtviehmarktberichte. 15.30 Wirtschaftsmeldungen und Zeitangabe. 15.50—16.20 Kinderstunde. Herbst; unter Mitwirkung des Knabenchors beim Westdeutschen Rundfunk. Leitung: Rektor Hüsch. 16.20—17.00 Jugendjunk. 1. Joseph Schlaf: Die Entstehung des Deutschlanbliedes. 2. Heinz Raasch: Werkarbeit für die Jugend. Wir machen uns ein Schachspiel. 17.00—18.15 Vesperkonzert. Bruno Ucko(Tenor), Hans Haaß(Klavier), Begleitung: Egbert Grape. 1. Schumann: Drei Lieder: a) Am leuchtenden Sommermorgen: 5) And wüßten's die Blumen, die kleinen: e) Mondnacht.(Bruno Acko.) 2 Schumann: Carneval, op 9.(Hans Haaß.) 3. Brahme: Zwei Lieder: a) Minnelied: 5) Reine Liebe ist grün.(Bruno Acko.) 4. Chopin. a) Rocturno. ov. 32, Nr. 1; 5) Polonäse As=dur, op 58.(Hans Haat.) 5. Rich, Strauß: a) Die Nacht: 5s Die Georgine: e) Frühlingegodränge.(Bruno Acko.) 6. Llszt: Kigoletto=Paraphrase.(Hane Gaas. 18.20—18.40 Frauenstunde. Lisbeth Franzen=Hellersberg: Die jugendliche Fabrikarbeiterin I. 18.45—19.00 Wetter, Zeit. Wirtschaftsmeldungen, Spottvorbericht. 19.00—19.20 Der junge Mensch. Wilhelm Drechsler: Neue Wege in der Berufsbildung der Angestelltenjugend. 19.20—19.30 Vom Tage. 19.30—19.55 Olympiakämpfer erzählen. Eine Auswahl von Unterhaltungen auf Schallplatten. 19.55 Erste Abendmeldungen. 20.00—21.45 Abendkonzert. Das Kleine Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Eysoldt Solist: Heinrich Pensis(Violine). 1. Lalo: Ouvertüre zur Oper„Der König von De“, 2. Lensen: Hochzeilsmusik. 3 a) Grieg: Französische Gerenade: d1 Bizet: Lanz der Hindue, 4. Jppoliow: Kanlasische Sulte 5 Diolinsoli:), Spendsen: Romanze: 5) Novacel: Perpekuum mobile(Heinrich Pensis). 6. Wagnex: Szenen aus der Oper„Die Meistersinger von Rürnberg“, 7. Moszkowsty: Malaguenz. 8 a) Armandola: Blauer Pavillon. Andalusische Gezenade: b) Translateur: Durchs Hiel, Galopp 21.50—22.15 Aus meinem Leben. Rudoli G. Binding. 22.20 Letzte Meldungen, geistiges Leben, Sportbericht. 22.45—24.00 Von Stuttgart: Nachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Maisharmoniker. Leitung: Harri Risch. ter Philharmoniker. Leitung: Harri Risch. Dienstag, den II. Oktober: .45—.00 Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach. .00 Wettervorhersage und Zeitangabe. .05—.00 Morgenkonzert. 10.00 Erste Meldungen, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 10.15—11.15 Mensch u. Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. 11.20—12.00 Schulfunk für Schüler vom 12. bis 15. Lebensjahre. Reichsbahnrat Kalweit: Als Eisenbahner in Kamerun. 12.00—12.50 Von Stuttgart: Unterhaltungskonzert. Leitung: Gustav Görlich. Solist: Karl Paul Rau(Bariton). 1. Dittersdorf. Verwandlung Aetacons in einen Hirsch(aus der Orchester=Sinsonie über Holde Meiamorphosen). 2. Dittersdors: Arie des Stöslel aus dem Singspiel„Loktor und Kpotheker“(Karl Daul Rau). 3. Mozart: Guvertüre zu Filue“ 4 Mozart: Regisserarie zur Oper„Doter Schmoll“, 6 Sullivan: Mitado=Marsch, f. Jonee Aus der Opereite„Die Geisha“: a1 Klein Jüppn: 5) Walzer: e) Chin chin chinsmann(Karl Daul Rau). 8. Armandola: Am Hasen von Port Said, orsentel Szene. 12.50 Wetterbericht, Zeitangabe und Mittagsmeldungen I. 13.00—14.30 Mittagskonzert. Leitung: Eysoldt. 1. Mannfrod: Jung Deutschland, Marsch. Ballett=Suite. 4. Wiomar. Ein 2 Seassola: Ouvertüre„Quo pabic“. Iin Blauderstündchen. 5. Leirae: Erinne3. Depy: Pallett=Szite. 4, Diemar.„Ein plauzerstügdchen,., Jeiize: Erinnerung“an Chopin. Cantasie. 6. 2l Ettinger: Der Schubert, der Lanner, der Strauß, Wiener Lied: b) Lincke; Geburtstagsständchen. I. Langer: Grozmütterchen. 8. Dostal: Seroue Wien. Wiener Lieder=Potpourei. Gegen 14.00 Mittagsmeldungen II. 15.30 Wirtschaftsmeldungen und Zeitangabe. 15.50—16.20 Kinderstunde. Hermann Probst erzählt Märchen und Geschichten. 16.20—16.30 Mitteilungen aus dem Schulfunk. 16.30—17.00 Kernfragen des fremdsprachlichen Unterrichts der höheren Schule. Studienrat Dr. Hack: Der römische Humanismus als Bildungsgut. 17.00—18.15 Vesperkonzert. Leitung: Eysoldt. Aus deutichen Opern. 1 Weber: Guvertüre zur Oper„Eurpanthe“. 2 Lorting: Ballettmusik aus der Oper„Har und Zimmermann“. 3. Beethoven: Szenen aus der Oper„Fidello“. 4. Magner:), Am stillen Herd, aus der Oper„Die Meistersinger von Nürhbera“: b) Walthere Preislied, aus der Oper„Die Meistersinger von Rürnberg“. 5. Strauß: Walzer aus dem„Rosenkavalier“. 6. Korngold: Tanzlied aus der Oper„Die tote Stadt“, k. Marichner: Ouveriüre zur Oper„Hans Heiling“. 18.20—18.40 Italienisch. Universitätsprofessor Dr. Heinermonn. 18.45—19.00 Wetter, Zeit Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. .20 Für den Landwirt. Landwirtschaftsrat Wagner: Intensive 19.00—19.2 Ausnutzung unserer Gemüsetreibhäuser zur Hebung ihrer Wirtutzung schaftlichreit. 19.20—19.30 Zehn Minuten Funknachrichten. 19.30—19.55 Staat und Wirtschaft. Universitätsprofessor Dr. Kumpmann: Die Selbstbesteuerung der freien Wirtschaft. 19.55 Erste Abendmeldungen. 20.00—20.45 Abendmusik. Leitung: Wolf. 1. Berlioz: Guvertüre zur Oper„Venvenuto Cellinl“, 2 Schreker: Mennett und Gavotte aus einem„Tanzspiel“, 3. Humperdinck: Melodien aus der Oper „Hänsel und Gretel“, 4. Kockert: Chromatischer Walzer, 5. Krausz: Melodien aus der Operette„Eine Frau von Format“. 20.50 Worüber Völker lachen(11). Rußland. Szenen, Verse und Prosa von Krylow, Puschkin, Gogol, Turgenjew, Tschechow, Andrejew, Awertschenko, Sostschenko. Bedny, mit verbindender Musik russischer Autoren. Einleitende Worte: Gustav Herrmann. Mitwirkende: Willi Buschhoff und Mitglieder der Stadttheater Münster und Dortmund. Spielleitung: Haslinde. 22.05 Letzte Meldungen, geistiges Leben, Sportbericht.— Funkstille. Miltwoch, den 12. Oktober: .45—.00 Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach. .00 Wettervorhersage und Zeitangabe. .05—.00 Morgenkonzert. .05—.30 Frau und Recht. Dr. h. c. Camilla Jellineck: Rechtshändel des Alltags. .45—10.00 Gymnastik für Frauen. Hilde Bremus. 10.15—11.15 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. 11.10—11.25 Schulfunk für Schüler vom 10. bis 15. Lebensjahre. Professor Edmund. Jos. Müller: Vom Weien und Wollen der rhythmischen Gymnastik. Praktische Einführung in die Sendungen der rhythmischen Gymnastik des Winterhalbjahres. 11.30—12.30 Aus dem Phöbus=Palast, München: Reichssendung. Außerordentliche Mitgliederversammlung des Bayrischen Industriellenverbandes. Vertrauen schaift Arbeit und Brot. 1. Ansprache dee 1. Vorsitzenden, Geheimen Landssbaurat Eugen Böhringer. : Ansprache de Reichekanzlere von Dapen. 12.30—12.50 Aus München: Unterhaltungskonzert. Erich Kloß. 1. Lehar: Potpourri, aus der Opereite„Der Yarewitsch“, 2. Grünseld: Flirt, Gavotte 3 Gillet: Pierrot=Gerenade. 12.50 Wetterbericht, Zeitangabe und Mittagsmeldungen I. 13.00—14.30 Mittagskonzert. Leitung: Ensoldt. 1. Armandola: Ven=Hur=Marsch, 2. Emanuel Bach: Hamlet=Ouvertäre. 3. LelKarl Otten:„Der Karwit:„Dreußischer mas: Wiener Walzer, 4. Adam: Szenen aus der Oper„Der Postillon von Longjumeau“. 5. Origo: Das Erwachen der Blumen, Suite, 6. Donisch: Nordisches Capricio. 7. Dreyer: Galantes Jest. Rokoko=Gavotte. 8. Jall: Potpourri aus der Opereite„Madame Pompadour“. Gegen 14.00 Mittogsmeldungen II. 14.30 Funkwerbung mit Schallplatten 15.30 Wirtschaftsmeldungen und Zeitangabe. 15.50—16.20 Kinderstunde. Agnes Guillery: Bunte Stunde. 16.20—16.40 Dr. Nielen: Johann Michael Sailer als pädagogischer Führer. 16.40—17.00 Die Welt im Buch. Dr. Karl Blume: Geschichtliche Lebensbilder. Daliher Reinhardt:„George Washington. die Geschichte einer Staatengröndung" Richard Kötzschle:„Thomas Woodrew Wilson“.] 2= schwarz; Napoleon“, Friedrich„August Ludwig von der MnAdel“ Hans Roger Madol:„Jerdinand von Bulgarten“. 17.00—18.10 Aus Frankfurt: Vesperkonzert. Leitung: Reinhold Merten. Werke von Franz von Suppé 1. Ouvertüre zur Operette„Des Wanderers Diel“. 2. Juanits=Marsch aus „Donna=Juanita“, 3. Ouvertüre zur Operette„Franz Schubert“, 4. ColettaWalzer aus der Opereits„Das Modell“. 5 Ouvertüre zur Operette„TantalusQualen“, 6. Matrosen=Marsch aus der Opergtie„Des Matrosen Heimkehr“. 7. Duvertüre zu Trieoche und Cacolet“. 8. Teufels=Marsch aus der Operette „Der Teusel auf Erden“, 9. Guvertüre zu„Isabella“, 10. Herzblätichen=Marsch aus der Operette„Herzblätichen“. 18.10—18.25 Will Vesper: Gedichte(Zum 50. Geburtstag). 18.25—18.45 Sozialpolitische Tagesfragen. Dr. August Granderath: Die rechtlichen und verwaltungsmäßigen Grundlagen des freiwilligen Arbeitsdienstes. 18.45—19.00 Wetter, Zeit, Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 19.00—19.15 Vor allem Gesundheit. Dr. Kieffer: Wer ist tuberkulös? 19.20—19.30 Aus der Frauenbewegung. 19.30—19.55 Aus Theorie und Praxis der Wirtschaft. Dr. Anni Ronge: Wirtschaft und Politik. 20.00—20.30 Die Welt auf der Schallplatte. Pros. Dr. Walter Bombe: Volk in Korsika. 20.30—21.00 Aus London: Studentenlieder. Veranstalter: Stuart Robertson. Männerchor des Londoner Rundfunks. Leitung: Stanford Robinson. Am Flügel: Ernest Lush. Aus dem Englischen Studentenliederbuch: Anten in Demerara 2. 0 Rogerum 3. Armer Redf 4. Bübsches kleines Ding. Aus dem Schottischen Studenterliederbuch: 5. a) Kling=klang 1 b) Die spanische Gitarre, 6. Kommendes Reich f 7. Clementina 1 8. Kleiner brauner Krug 9. Mein Liebling 10. Die Meermaid 11. Rosalie f 12 Die drei Krähen. 21.00 Sinfoniekonzert Das Orchester der Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Buschkötter. Solist: Eduard Erdmann(Klavier). I. Brahme: Dritte Sinsonie.dur, 2. Beethoven: Klavierkonzert.=dur[Eduard Erdmann), 3 Berlioz: Drei Säßze aus„Jausts Berdammnie“: Liebeslzene — Scherzo Gee Mad— Großes Jest bei Capulet. 22.25 Letzte Meldungen, geistiges Leben, Sportbericht. 92 40%00 Nachtmusik, Leitzug: Maif 22.40—24.00 Nachtmusik. Leitung: Wolf. Donnerstag, den 11. Okttober: .45—.00 Leibesübungen Dr. Ludwig Bach. .00 Wettervorhersage und Zeitangabe. .05—.00 Morgenkonzert 10.15—11.15 Mensch u. Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. 11.30—11.50 Schuliunk für Schüler vom 12. bis 15. Lebensjahre. Dr. Nikolaus Feinberg: Kleine Reise nach Sibirien(). 12.00—12.50 Schallplattenkonzert(Columbia=Schallplatten). 12.50 Wetterbericht, Zeitangabe und Mittagsmeldungen I. 13.00—14.30 Mittagskonzert. Leitung: Wolf 1. Teite: Allen voran, Marsch, 2. Pollstedt: Des Meeres und der Liebe Wellien, Walzer, 3. Großmann: Guvertüre zur Ooer„Der Geist des Wosewoden“. 4. Dvoral: a) Klagendes Gedenken: b) Koboldianz. 5. Gounod: Ballettmusik aus der Over„Jaust“. 6. Strauß: Perpetuum mobile, musikalischer Scherz. 7, Sullivan Hierlicher Tanz. 8. Lehar: Melodien aus der Opereite„Wo die Lerche ling!“, Gegen 14.00 Mittagsmeldungen II 14.30 Funkwerbung mi Schallplatten 15.30 Wirtschaftsmeldunger und Zeitangabe 15.50—16.20 Kinderstunde. Els Vordenberge: Wir spielen. 16.20—16.30 Mitteilungen aus dem Schulfund 16.45—17.00 Pädagogische Führer der Gegenwart: Professor Dr. F. X. Eggeredorfer(). 17.00—18.10 Besperkonzert. Das Grevesmühl=Quartett(Hermann Grevesmühl Richard Spindler, Fritz Hilbert, Artbur Franke). 1 Rozart: Streichquarteit.bur,.=H. Bis. 2. Brandk, Streschquarleit Nr. 2 in.moll. op. 18. 18.00—18 20 Ketzereien zur Zeit. Lic. Dr. Hans Hartmann: Bilanz des Goethefahres. 18.20—18.40 Französische Unterhaltung. Lektor Le Vourgeois— Lektor Nogué 18.45—19.00 Wetter. Zeit, Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 19.00—19.15 Wirtschaftspolitische Umschau. Dr. Richard Wichterich: Deutsch=englischer Handel nach Pfundentwertung und Schutzzollmaßnahmen 19.40—20.00 Landesfinanzamtsdirektor Düsing: Der Schmuggel an der deutsch=holländischen Grenze und seine Bekämpfung. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.05—20.45 Meister ihres Fachs. Gitta Alpar(Sopran), Herbert Ernst Groh(Tenor). 20.45 Herz unter Trümmern. Hörspiel von Paul Schaaf. Spielleitung: Rieth. 1. Szene: Großdruckerei. Freilau, den 14. Oktober: .45—.00 Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach. .00 Wettervorhersage und Zeitangabe. .05—.00 Morgenkonzert. 10.15—11.10 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang f. Arbeitslose. 11.10—11.25 Schulfunk für Schüler vom 10. bis 15. Lebensjahre. Professor Edmund Jos. Müller: Vom Wesen und Wollen der rhythmischen Gymnastik. Praktische Einführung in die Sendungen der rhythmischen Gymnastik des Winterhalbjahres. 11.25—11.45 Schulfunk für die Oberstufe höherer Lehranstalten. Französische Unterhaltung. 11.45—12.00 Funkwerbung mit Schallplatten. 12.00—12.50 Unterhaltungskonzert des Rundfunk=Orchesters, Leitung: Walter Caspar. 1. Conradi. Ouvertüre zur Posse„Berlin, wie es weint und lacht“. 2. Sullinan Potpourri aus der Overette„Der Mikado“, 3. Heuberger: Barsüßele, Walzer. 4 Oecar Straus: Soldatenliebe Polka, 5. Müller=Norden: Dotpourri nach Motiven der Operette„Fräulein Präsident“, 6. a) Translateur: Ein Ballnachtstraum, Walzer=Intermezzo; 5) Durche Giel. Galopp. 7. Jessel: Weiße Li. lien, Walzer, 8 Cysler: Potpourri aus„Bruder Straubinger“, 9. Hellmesberger Andinenwalzer aus dem Vallett„Die Perlen von Oberien“. 10. Sousa: Spanischer Marsch, 12.50 Wetterbericht, Zeitangabe und Mittagsmeldungen I. 13.00—14.30 Mittagskonzert. Leitung: Eysoldt. 1.°Albert: Ouvertüre zur Oper„Die Abreise“, 2 Scherspow, Pawlowa, russischer Walzer, 3. Tschallowsto; Szenen aus der Oper Jolanthe. 4 2) Albe. niz: Catalanisches Caprsccio; b) Astinne: Navaho, 5. Barwinski: Minlaturen. Persey: Nordische Nacht. 7. Pataky: Ligeunermusik. 8. Micheli: DaleneisMarsch. Gegen 14.00 Mittagsmeldungen II. 14.40 Funkwerbung mit Schallplatten 15.30 Wirtschaftsmeldungen und Zeitangabe. 15.50—16.20 Bastelstunde. Els Vordemberge: Wir fertigen Fensterbilder an. Material: eine kleine Scheibe, durchsichtiges Papier, Leim, Wasserfarben. 16.20—17.00 Jugendfunk 1 Rektor Simon Lwei Märchen von Haus Criedrich Blunck: a) Warum die Kraniche im Herbst von uns ziehen: b) Drei Wünsche für jedermagn. 2. Lehrer Breuer: Wir lernen das Schachspiel. 1. Dae Brett und die Liguren. Wie schreibt und liest man Schach) 17.00—18.00 Aus Frankfurt: Vesperkonzert des Orchesters erwerbsloser Berufsmusiker. Leitung: Gustav Schumacher. 1 Jlotow Huvertüre iu„Alessandro Strabella“, 2. Lannar: Die Kolenden. Walzer. 3 Gowin: Türtische Suite Nr. 1. 4 Grieg: Vorwärts, Marsch 5. khomas: Ballettszenen aus„Hamlei“. 6 Ossenbach, Guvertüre zu„Orpheus in der Anterwelt“, I. Strauß: Wein, Weib und Gesang, Walzer, 8. Leopold: Schweizer Lieder=Potpourri. 18.00—18.25 Albert Schaffnit=Bergholz: Naturwissenschaftliche Beobachtungen am See der Deutschen Landschaft. 18.25—18.45 Englische Unterhaltung. Lektor C. Bennett— Lektorin A. Rüschkamp=Whitehead. 18.45—19.00 Wetter, Zeit, Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 19.00—19.25 Christian Jenssen: Arthur Graf Gobineau zum 50. Todestag. 19.25—19.55 Der westdeutsche Wirtschaftsraum. Universitätsprofessor Dr. Most: Finanzlage und Finanznot der Städte im Ruhrgebiet. 19.55 Erste Abendmeldungen 20.00—21.05 Von Königswusterhausen: Festsitzung zur 50=Jahrfeier der Deutschen Kolonialgesellschaft im Plenarsitzungssaal des Reichstaas. 21.10 Die Geheimnisse der Garten=Arie in Mozarts„Figaro". Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Kühn. Solistin: Fritzi Jockl(Sopran), Cembalo und Klavier: Breuer. Einleitende und verbindende Worte: Dr. Siegfried Anheißer: Etwa 22.15 Letzte Meldungen, geistiges Leben, Sportbericht. 22.30 Aus Neuyork: Worüber man in Amerika spricht. Kurt G. Sell. 22.45—24.00 Nachtmusik Leitung: Wolf. Samstag, den 15. Oktober: .45—.00 Leibesübungen Dr. Ludwig Bach. .00 Wettervorhersage und Zeitangabe. .05—.00 Morgenkonzert. Anschließend(.03) Funkwerbung mit Schallplatten. .00—.30 Funkpädagogische Arbeitsgemeinschaft der Lehrer an Berufs= und Fachschulen. Oberlandwirtschaftsrat Dr. Stenkhoff: Forderungen der Gegenwart an Lehrstoff und Lehrplan der Landwirtschaftsschulen. 10.00 Erste Meldungen, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 10.15—11.15 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang f. Arbeitslose. 11.20—12.00 Deutschkundlicher Schulfunk für die Schüler vom 14. bis 19. Lebensjahre. Flucht in die Freiheit. Ein Spiel zur Erinnerung an Schillers Flucht nach Mannheim am 22. September 1782, von Fritz Schneider 12.00—12.50 Aus Essen: Unterhaltungskonzert des Orchesters erwerbsloser Berufsmusiker beim Arbeitsamt in Essen; Leitung: Prof. Anton Nowakowiki 1 Suppé Ouvertüre zur Operette„Die schöne Galathe“.? Oscar Straus: Potpourri aus der Overeite„Ein Walzertraum“, 3. Lehar: Weibermarsch aus der Operette„Die lustige Witwe“, 4. Jeigel: Jortissimo, die große KalmanGantasse 12.50 Wetterbericht, Zeitangabe und Mittagsmeldungen I. 13.00—14.30 Mittagskonzert. Leitung: Wolf. I Blankenburg: Germanentreue, Marsch, 2. Ossendach=Heirae: Barelonen. Walzer aus„Hoffmanne Erzählungen“. 3 Hiehrer: Ouverfüre zur Operette Die Landstreicher“, 4 Schmalstich: Der Eremit, Konbild 5. Schreiner: Von Bluck die Wagne: ein chronologisches Potpourri. 5. Vorodin, Kussische Rhapsodie aus der Oper„Fürst Igor“, 7 Triedmann=Gärtner. Wiener Lane Nr. 2. 8 Lincke: Potvourri aus der Operette„Frau Luna“ Gegen 14.00 Mittagsmeldungen II. 14.35—15.25 Wochenend=Konzert(Schallplatten). 15.30 Wirtschaftsmeldungen und Zeitangabe. 15.50—16.20 Kinderstur de. Mit Kapitän Schnellzurstell durch die weite Welt 16.20—16.40 Deutsches Vaterland. Dr. Fritz Droop: Rund um den Hohentwiel. 16.40—17.00 Englisch. Oberstudienrat Prof. Hase. 17.00—18.15 Aus Dortmund: Vesperkonzert Eine Revue der Lauteninstruente. Referat des 1. Bundesdirigenten Th. Ritter aus Anlaß der Werbewoche des D. M. G. B. verbunden mit Konzert=Vorträgen. Willy Althoff(Mandoliste und Banso) Adolf Weber(Klavier und Gitarre) Walter Westermann(Laute), Mandolinen=Konzert=Gesellschaft, Dortmund, Leitung: Theodor Ritter 18.20—1840 Frauenstunde. Liebeth Franzen=Hellersberg: Die jugendliche Fabrikarbeiterin II. 18.45—19.00 Wetter, Zeit. Wirtschaftsmeldungen. Sportvorbericht. 19.00—19.25 Natur und Geist. L. von Renthe=Fink: Der Behaviorismus 19.30—19.55 Staat und Wirtschaft. Universitätsprofessor Dr. Kumpmann: Die Gegner des wirtschaftlichen Liberalismus. 19.55 Erste Abendmeldungen. 20.00 Musikalisches Durcheinander. Das Große und Kleine Orchester des Westdeutschen Rundsunks Leitung: Kühn und Eysoldt, Solisten: Kläre Hansen Eise Kochhann(Sopran), Helene Quermanova(Alt), Leonardo Aramesco(Tenor), Hans Wocke(Bariton), Wilhelm Strienz(Baß). 22.10 Letzte Meldungen, geistiges Leben Sportbericht. 22.30—24.00 Nachtmusik. Leitung: Wolf. S ## 8 8 5 SSEES E.S 55 S.. 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Angesichts dieser hunten Kette von biblischen Bildern, die sich um die Ufer des Toten Meeres schlingt und wie eine Ausstellung in freier Luft anmutet, erklärt sich zur Genüge die ungewöhnliche Anziehungskraft, die die neue Riviera des Toten Meeres ausübt. — Der Arzt als komische Figur ist in der Weltliteratur zu allen Zeiten und an allen Orten zu finden. Meisters wird schon im Namen des Arztes ein Stück Satire gegeben. Vor kurzem stellte Dr. Edgar Rüdiger einige Spitznamen von Aerzten zusammen. In der Gaunersprache heißt der Arzt„Barachschaber“ (Barach heißt Krätze), in früheren Zeiten nannte man ihn öfter Klistierspritzenmeister oder auch Hyppokratzer. Pfeffel nennt seinen Arzt Purgantius. Uebrigens war noch bis vor kurzer Zeit in Bayern der Titel Pestilentiarius offiziell. Für die Geschichte des Weltkrieges werden viellelcht einmal die Spitznamen des Sanitätspersonals interessant sein. Bekanntlich kürzte man im Kriege alls durch Anfangsbuchstaben ab und bildete ein neues Wort daraus. Der Arzt hieß so Kak, d. i. Krankheits=Abwehr=Kanone. Sonst nannte man ihn auch Lakritzenfähnrich oder Karbolfähnrich. Der Zahnarzt hieß Gebißklempner oder Schnauzenmonteur. Die Krankenpflegerinnen hießen Karbolmäuschen. Die Nachtschwester hieß Schleichpatrouille. Der Lazarettgehilfe hieß Lazarettkolben, Leichenheinrich oder Nachttopfschwenker. Der Unteroffizier, der die Röntgenapparate bediente, hieß Dorchläuchting. Der Sanitäter Aspirinhengst. Der berittene Sanitäter Karboldragoner. 2 Einen Massenhungerstreik haben die alten pensionierten Unteroffiziere der rumänischen Armee dieser Tage in der Arena von Bukarest inszeniert, um eine Erhöhung ihrer Pension durchzusetzen, die in den letzten Monaten überdies äußerst unregelmäßig gezahlt worden waren. Nach Ablauf von 48 Stunden knurrten aber die alten Soldatenmägen bereits derartig, daß eine kleine Armee von fliegenden Lebensmittelhändlern großartige Geschäfte machte. — Interessantes aus aller Welt. Vom Statistischen Amt des Staates Baroda wird als ältester Mann Indiens der Sadhu Kalyandas Ramdas in Kurali angegeben, der 129 Jahre alt ist. Im 17. Jahrhundert wurde der Gebrauch der Gabel, von Italien kommend, langsam eingeführt. Strauße leben siebzig Jahre lang. Mehr als ein Fünftel der Gesamtbevölkerung von England und Wales lebt in London. An der belgischen Grenze wurde eine Schmugglerin ertappt, die Diamanten in ihrem— Glasauge fortschaffen wollte! Jeder englische Dampfer, der größer als tausend Tonnen ist, hat die gesetzliche Verpflichtung, einen gelernten Koch an Bord zu haben. Die besten arabischen Pferde werden zum großen Teil mit Korinthen und Feigen gefüttert. Den Italienern ist der liebliche Duft der Rosen merkwürdigerweise im allgemeinen geradezu unerträglich, weshalb man in Italien auch wenig Rosen anbaut. In Chikago ging ein Wettbewerb im Vielreden von Stapel; der andauerndste Redner bekam den beneidenswerten Titel „König der Schwätzer“. Die Erfindung des Monokels wird dem im 18. Jahrhundert in Rom lebenden deutschen Sammler und Kunstgelehrten Baron Stosch zugeschrieben. Heiteres. — Vorschlag. Gatte(zu seiner Frau auf der schönen Aussicht): „Wie findste die Landschaft, Lucie?“ „Ich din sprochlos!“ „Bleiben wir acht Wochen!“ — Schwere Kontrolle.„Ich stehe seit 13 Jahren unter PolizeiAufsicht." „Wie ist denn das möglich? Du bist doch erst 13 Jahre?“ „Vater ist Schutzmann.“ — Entgegenkommend.„Ich soll eine Rechnung bezahlen und habe keinen Pfennig im Hause. Kannst du mir aushelfen?" „Hier hast du einen Pfennig!“ — Das Karnickel.„Die ungehörigen Worte kann der Papage. nur von dir gelernt haben, Bengel! Gewiß hast du mit ihm geschmpft. „Ja, aber der Papagei hat angefangen!“ Zeitgemäße Betrachtungen. (Nachdruck verboten.) Große und kleine herbstsorgen. Ist die Sommerzeit vorbei Und die Ernte ist geborgen, Kommt der Herbst mit alleklei Kleinen und auch großen Sorgen, Und wenn er sein Werk begann, Tritt an uns so viel heran, Neue Lasten, die uns zwingen, Neue Opfer darzubringen. " Ach, das Leben ist zu teuer, Und verzagen möcht“ man fast, Außer Miete, Zins und Steuer Gibt es noch so manche Last. Zahlungen gibt's sonder Zahl, Namentlich zum Herbst=Quartal Und man kann nicht unterlassen Tief ins Portemonnaie zu fassen Ist man auch nicht gebefroh, Locken doch des Herbstes Gaben, Und dann liegt die Sache so: Was man braucht, das muß man haben. Und der Herbst mahnt allgemein: Decke dich beizeiten ein, Hast du auch nur wen'ge Heller, Leg sie an für Küch' und Keller. Herbstlich weht es durch den Wald, Mag er uns auch sonst noch reizen, Schon gibt's Nächte rauh und kalt, Und wir müssen wieder heizen. Und damit man dieses kann, Preist der Kohlenhändler an, Was er jedes Jahr empfohlen: Holz, Briketts und Koks und Kohlen. Also bringt der Lauf der Zeit In dem letzten der Quartale, Mancherlei Verbindlichkeit, Und das Stichwort lautet:„Zahle!" Täglich klagt die Frau dem Mann: Was nur zieh ich künftig an? Willst du mir kein Kleid spendieren. Dann muß ich im Winter frieren. Ach, die alten Melodie'n Werden stets zum Ziele führen, Nie hat sie was anzuzieh'n, Und wen sollte das nicht rühren? Wer nichts anzuziehen hat, Darf in kein Familienbad, Also kündet eine Note Und das neueste der Verbote. Jüngst für Preußen hat Herr Bracht Ein Dekret herausgegeben Und uns aufmerksam gemacht Auf das freie Badeleben, Und daß es nicht schicklich sei, Wenn der Anzug gar zu frei, Zuviel„Blöße" könnte stören, Das hat künftig aufzuhören. Einstmals trug man nach Belieben Seinen Strandanzug sogar, Aber in dem nächsten Jahr Trägt man nur, was vorgeschrieben, So wird ein für allemal Hoch gehalten die Moral, Daß man künftighin auch weiter Deutsche Sitte ehrt! Ernst Heiter. Rätsel=Ecke. Aamseträße Windfang, Winternacht, Notanker, Wallenstein, Weinberg, Gewässer, Verehrter, Sichel, Nachdenken, Gradehalter, Wechselgesang, Brosamen, Wasserfall, Nordseefische, Gelenke. Aus jedem der vorstehenden Wörter sollen drei nebeneinanderstehende Buchstaben gewonnen werden, die nacheinander gelesen, ein Zitat von Schiller nennen. (Lösung folgt in nächster Nr.) Lösung des Versteckrätsels in vor. Nr.: über Genossenschaftswesen für Heine dem Denken ihm in den nicht essen neu wieder Bergen Rheine Emden Minden Essen Neuwied.— Bremen. „ Bm S553 2 8 93 525 ** 2 9 S S. 5 3 2 S S.8— S 8 2 S S S3. Beilage zu den Zeitungen des E. Holterdorf'schen Verlages und der Beckumer Zeitung Nr. 234 Samstag. den 8. Oktober 1932 Godonktage. 6. Oktober 1345: Der römische Volkstribun Cola di Rienzi in Rom ermordet. 1602: Stiftung der Universität Wittenberg. 1669: Der holländische Maler Rembrandt gestorben in Amsterdam. 1834: Der französische Opernkomponist F. A. Boildieu gestorben in Jarcy. 1868: Der Maler Max Slevogt geboren in Landshut. 1870: Einverleibung des Kirchenstaates in Italien. 1915: Beigrad fällt zum zweiten Male. 9. Oktober 1477: Stiftung der Universität Tübingen. 1547: Der spanische Dichter Miguel de Cervantes Saavedra geboren in Alcala. 1806: Kriegserklärung Preußens an Frankreich. 1807: Aufhebung der Erbuntertänigkeit der Bauern in Preußen. 1841: Der Architekt Karl Schinkel gestorben in Berlin. 1852: Der Chemiker Emil Fischer geboren in Euskirchen. 1874: Gründung des Weltpostvereins. 1914: Eroberung von Antwerpen. Velrat un Wolthamf Von G. Pansting! Copyright 1932, by Dr. G. Panstingl. The Hague, Holland. 5) (Nachdruck verboten) In der Omsker Tjurma. Der Ural war überschritten. Der Zug wand sich nach Sibirien hinein. Zum ersten Male verließ Woltmann, wenn auch unfreiwillig, die Grenzen Europas. In Omsk angelangt, wurde er im Kriegsgefangenenlager untergebracht. Das Wort Lager paßte eigentlich nicht darauf. Die gefangenen Offiziere waren nämlich in der Tjurma von Omsk, dem Stadtgefängnis, zusammengepfercht worden. Es war ein trostloser Aufenthalt. Ein schweres Tor schloß sich mit dumpsem Gedröhn hinter ihnen. Kalte, schmutzige Gänge mit kleinen Fenstern, durch deren nie geputzte Scheiben fahler Sonnenschimmer einfiel, zogen sich durch das Mauerviereck des Baues. Steinwände hallten den Tritt nach wie ein höhnisches Echo. Woltmanns Führer, ein bärtiger Landsturmsoldat, brachte ihn zuerst in die Kanzlei, wo er eine Reihe Fragen beantworten mußte. Der diensthabende Offizier sprach französisch mit ihm. Nachdem das Verhör fertig war, zupfte ihn der Wächter am Rockärmel, und beide gingen weg. Der Weg führte wieder durch ein paar Gänge, in denen Woltmann deutsche und österreichische Offiziere traf, die im Vorbeigehen rasch einige neugierige Fragen an ihn richteten. Endlich blieben sie vor einer Tür stehen, in der, wie in allen, an denen sie bisher vorübergekommen waren, ein vergitterter Ausschnitt war, durch den man von außen das Innere überblicken konnte. Sie traten ein. Es war ein trübseliger Raum, lang und schmal; in der Mitte stand ein Holztisch mit einigen Sesseln, und an zwei Wänden standen Brettergestelle, die— wie die Kojen in einem Auswandererschiff— übereinandergebaute Bettstellen darstellten. So kam es, daß in diesem Raum, der nach strengsten Gefängnisbegriffen höchstens zwölf Mann hätte bergen sollen, sechsunddreißig Mann untergebracht worden waren. Woltmann bekam eine Bettstelle„im dritten Stock" zugewiesen. Dann ging sein Führer weg und überließ ihn seinem Schicksal. Mit dem feinen Gefühl für den Wert des frisch angekommenen stillen Kameraden, auf dem irgendeine drückende Last zu ruhen schien, sich ihm der Kreis der besseren Elemente bald willig geöffnet, und vielleicht gerade deshalb, weil er dieses Entgegenkommen nicht suchte, sondern nur mit freundlichem Dank annahm, fand er um so geneigtere Aufnahme. Besonders ein Wiener Rechtsanwalt und bemerkenswerterweise der Sohn einer alten hochadeligen österreichischen Familie schlossen mit ihm eine Art stillschweigenden Freundschaftsbundes. Der Rechtsanwalt war Dr. Kuppelwalder, ein Familienname, der so guten Klang hatte wie der Woltmanns. Der andere war der junge Graf Hatfeld, keine degenerierter Sprosse einer degenerierten Ahnenreihe, sondern ein wertvoller Mensch, erfüllt von Idealen, so wie dies seiner Jugend— er war erst zweiundzwanzig Jahre alt— zukam. Dr. Kuppelwalder war der älteste. Er war bereits dreiunddreißig, und sowohl sein Beruf als auch eine gewisse, innerliche Anlage hatten ihn zu einer umfassenden Menschenkenntnis und einem ironischen Belächeln der Eitelkeiten und Schwächen der lieben Nächsten geführt. Manchmal, wenn Woltmann mit seinen beiden Freunden in einer Ecke saß, verfiel er plötzlich in dumpfes Brüten, hörte nicht mehr, was sie sagten, und starrte in weite Fernen. Dann stießen sich die beiden an, wechselten einen verständnisvollen Blick und rüttelten ihn wieder wach. Sie schrieben diese Grübeleien dem Schock bei der Gefangennahme zu. Für sie war dies eine völlig ausreichende Erklärung, und er dachte nicht daran, diesen Irrtum richtigzustellen. Am fünfzehnten Tag nach seiner Ankunft in Omsk bekam er zugleich vier Karten. Mit zitternden Händen griff er danach, sah sie durch und steckte sie mit einer gleichgültigen Gebärde in die Brusttasche. Zwei waren von seinem Vater und zwei von Bekannten. Seine Enttäuschung war so groß, daß er sie im ersten Augenblick nicht einmal las. Von Herma war wieder nichts! Er stand auf und ging trotz der schneidenden Kälte ohne Mantel in den Hof hinaus. Dort lief er eine Zeitlang auf und ab, bis sich der Aufruhr in seinem Innern etwas gelegt hatte. Er machte eine Kraftanstrengung und begann zu überlegen. Der Sache mußte ein Ende gemacht werden. Mächtig packte ihn jetzt der Gedanke an eine Flucht. Gerade für ihn waren die Aussichten ja günstiger als für seine Kameraden. Er sprach doch die Landessprache so gut wie ein Einheimischer. Und nicht nur das! Noch wichtiger vielleicht war es, daß niemand, weder seine Kameraden noch seine Wächter, dies wußten. Er sah voraus, daß er länger in Omsk bleiben würde. Es war doch ein ständiges Gefangenenlager. Er hatte also Zeit und Gelegenheit, die Sache gründlich in Angriff zu nehmen. Der Gedanke setzte sich in ihm fest und arbeitete weiter, und als er wieder bei seinen zwei Freunden saß, stieß er plötzlich ganz unbewußt, nach einer langen Pause von Versunkenheit, die Worte heraus: „Ich kann nicht! So geht es nicht weiter! Ich muß heraus aus diesem ver...“ Weiter kam er nicht; denn Kuppelwalder hatte mit jähem Griff seinen Arm erfaßt und preßte ihn so fest zusammen, daß es Woltmann schmerzte. Erstaunt und verwirrt sah er auf und hörte die ruhigen Worte Kuppelwalders: „Woltmann hat recht. Die Luft hier ist wirklich zum Ersticken. Komm, Hatfeld, nimm deinen Mantel. Wir gehen alle drei in den Hof. Es ist zwar saukalt; aber wenigstens ist die Luft rein.“ Woltmann verstand die Sache nicht recht, aber da er wußte, daß Kuppelwalder kein Mensch war, der unnötige Dinge tat oder sagte, machte auch er sich fertig und ging mit ihnen hinaus. Der Hof war ein großes Viereck, in dessen Mitte die Russen eine Holzbaracke erbaut hatten, die als Kantine diente. Rund um die Holzbaracke zog sich demgemäß ein breiter, viereckiger Weg. Kuppelwalder führte sie dort hinaus, und sie begannen den Rundgang. „Vor allem, Kinder, unauffällig gehen. Wir machen unseren Gesundheitsspaziergang im normalen Fußmarschtempo. Hatfeld kann pfeifen, damit wir richtig marschieren.“ Während Hatfeld den Takt durch leises Pfeifen angab, fuhr Kuppelwalder fort: S S SSERE 2 8 OTASTSGT„FFUE SOb-S-.9 „S W9„EEGns 8 8 R 8 6 8 S BENSES SC *%SEsS EELMESEE vengaxteSSES PRIST" R.EP EbkESESORS S,.ETLESLS O S KSTSES S SE S• EUTS SE.8SSLI-Z •• 888 — E8 S. S 5 S 60 S 8 5 ESN — #5 S— * .92 * 8 G.2 S 5L B BLSS * — 8 ESSE *EUHSTTUT 4E SSRESESE 5B 46 S 98855 * 8• S S „Das war eine große Unvorsichtigkeit von dir, Woltmann. So etwas sagt man nicht laut!“ „Ja, was habe ich denn eigentlich laut gesagt?“ „Nicht stehenbleiben— durchmarschieren, Woltmann!“ so sagte Kuppelwalder,„und um Gottes willen, mach kein so erstauntes Gesicht. Gib dir Mühe, deine Züge zu beherrschen. Es braucht doch wirklich keiner zu sehen, daß wir außergewöhnliche Dinge besprechen. Plaudere so unbefangen, als ob du über das Wetter sprechen würdest.“ Kuppelwalder machte eine Pause, um Woltmann Zeit zu geben, sich zu sammeln. Dann fuhr er fort: „Daß du nicht einmal weißt, was du gesagt hast, zeigt, wie tief du in deine Gedanken versunken warst, Woltmann! Ich will es dir wiederholen. Du hast gesagt:„Ich kann nicht! So geht es nicht weiter! Ich muß heraus aus diesem verd...“ Das Ende dieses Satzes läßt sich ja denken. Du scheinst fliehen zu wollen. Ich will jetzt gar nicht über den Wert oder Unwert eines solchen Planes sprechen. Wenn du willft, kann ich später darüber reden. Vorläufig will ich dich nur darauf aufmerksam machen, daß du vorsichtiger sein mußt. Du kennst die Verhältnisse hier noch zu wenig. Und nochmals, mach kein erstauntes Gesicht! So ist es besser! Du kannst sogar lachen, wenn du willft.: Woltmann zwang sich zu einem Lächeln. „Siehst du, es geht schon,“ sagte Kuppelwalder.„Nun gib acht! Alles, was hier in der Tjurma vorgeht, wird den Russen gemeldet. Die innere Spionage im Lager ist verblüffend gut argaustert! „Entschuldige, aber das klingt etwas stark!" „Je nachdem man seine geliebten Mitbrüder einschätzt! Ich war gar nicht so überrascht darüber. Hatfeld aber ist fast aus den Wolken gefallen, als ich ihn darauf aufmerksam machte.“ Woltmann lachte hell auf. Jetzt war die Reihe, erstaunt zu sein, an den beiden anderen. Sie verstanden ihn nicht und wußten das Lachen nicht zu deuten. Sie wußten nicht, daß sich in Woltmann ein Werdegang abspielte, der langsam aber sicher aus dem lebensfrohen Menschen einen Menschenverächter machte, gegen den Kuppelwalders lachende Satire zahm zu nennen war. Was er da hörte, stimmte prächtig zu seinen neuen Ansichten. „Erzähl' doch weiter, Kuppelwalder. Hat man denn niemand im Verdacht?“ „O ja. Aber die, welche man verdächtigt, sind nicht mehr gefährlich; denn wenn sie in Hörweite sind, schweigt man sich eben aus. Aber trotzdem ist schon eine Reihe von Kameraden, die eine Flucht vorbereiteten, plötzlich nach dem Straflager Krassnaja=Retschka verschickt worden. Dieses Lager liegt ganz im Osten im Amurgebiet, und was man davon hört, ist nicht ermutigend. Es ist zweckmäßiger, über Fluchtvorbereitungen ein völliges Stillschweigen zu bewahren. Außerdem bietet ein Fluchtersuch verdammt wenig Aussicht auf Gelingen, so daß man mit dem Schwatzen nur seine eigene Lage nutzlos verschlechtert? „So, du glaubst also, daß ein Fluchtversuch aussichtslos wer „Das habe ich nicht gesagt,“ erwiderte Kuppelwalder.„Er ist nur wenig aussichtsreich.“ „Unter welchen Bedingungen würde er nach deiner Meinung aussichtsvoll?“ „Eine Grundbedingung dafür ist, daß man irgendeine fremde Sprache völlig deherrscht. Welche— ist ziemlich gleichgültig, de wir ja doch die ganze Welt gegen uns haben. Wichtiger ist es, jene Sprache unverkennbar zu beherrschen; denn man muß immer darauf gefaßt sein, daß man irgendwo einem wirklichen Untertanen jenes Landes in die Hände läuft. Daher muß man auch die Verhältnisse dort vollkommen...“ Da fiel Hatfeld ihm plötzlich in die Rede: „Aber das ist doch bekannt und eigentlich auch selbstverständlich. Je weiter man noch Norden kommt, desto bessere Oefen findet man. Der Mensch paßt sich den Verhältnissen an und lernt es eben, sich in höheren Breitengraden besser gegen die Kälte zu schützen. Ich bin überzeugt, daß sie es in Jakutsk besser verstehen als in Omsk. Glaubst du das nicht auch?“ Dabei wendete er sich an einen Mitgefangenen, der unbemerkt hinzugetreten war. Der Neuankömmling lachte. „Wenn ihr nichts anderes zu besprechen habt als den Wert der russischen Oefen, dann gehe ich Kaffee trinken! Das wärmt besser. Serous!“ Damit verschwand er in die Kantine. Er hatte glänzen) Deutsch gesprochen. Nur ein leichter, harter Klang darin bewies seine tschechische Abkunft. „Ein guter Wahrscheinlichkeits=Beweis für meine Behauptung,“ sagte Kuppelwalder fein lächelnd. Pfui Teufel!“ sagte Woltmann und verzog seine Mundwinkel. „Na ja, schließlich läßt sich auch für seine politische Auffassung etwas vorbringen.“ „Zugegeben, deshalb muß er aber doch nicht den Spion spielen. Das ist verächtlich!“ „Wie bitter du sprichst, Woltmann! Bei uns ist er doch abgeblißht“ „Ja, weil Hatfeld genug Geistesgegenwart hatte, um im richtigen Augenblick einzuspringen. Man wird hier zum Komödienspiel erzogen.“ „Nachdem man die Vorschule des Gesellschaftslebens durchlaufen hat!— Aber kommen wir auf unser früheres Thema zurück. Hatfeld, paß auf, daß uns nicht wieder einer stört. Wo waren wir denn stehengeblieben? Richtig, bei der Sprache und der Landeskenntnis! Das Nächste, was man braucht, ist Geld. Viel Geld sogar. Auch das ist nicht einfach! Sich auf einmal eine große Summe schicken zu lassen, fällt auf.“ „Man kann es sich monatlich überweisen lassen und zusommenlnaren: „Wenn man verläßliche Freunde hat, kann man auch an diese senden lassen!“ Woltmann schaute ihn mit forschendem Blick an. So weit war er schon, daß er hinter diesen Worten Beweggründe suchte, die unlauter waren. Aber gleich darauf schämte er sich. Hinter diesen Stirnen bargen sich keine schmutzigen Gedanken. Eben fuhr der Kuppelwalder wieder fort: „Die langsame Geldbeschaffung hat auch ihre Vorteile. Man hat wenigstens Zeit, einen Plan zu entwerfen. Ist er wirklich gut, dann kann er ja gelingen.“ „Danke, Kuppelwalder. Du haft mir zu denken gegeben. Ich gehe jetzt in die Kantine. Sonst fällt es auf, daß wir so lange Besprechungen über die russischen Oefen halten.“ Kuppelwalder und Hatfeld sahen ihm nach. Plötzlich sagte Hatfeld: „Willst du ihn in unsern Plan einweihen?“ „Nein!“ klang es entschieden.„Wenigstens vorläufig nicht. Ich weiß nicht, ob er gut genug französisch spricht, und dann sind seine Nerven noch nicht genügend in Ordnung. Um ehrlich zu sein— ich habe ihm eigentlich nur einen Weg und ein Ziel zeigen wollen, damit er wieder lebenslustig wird. Wir werden ja sehen, wie das auf ihn wirkt.“ Inzwischen schrieb Woltmann in der Kantine eine Briefkarte an seinen Vater, worin er bat, sowohl ihm als seinen Kameraden Kuppelwalder und Hatfeld monatlich je 150 Rubel zu überweisen. P 6 Urichk Gleich darauf zerriß er die Briefrarte wieder und schrieb eine zweite, worin er Kuppelwalder und Hatfeld nicht erwähnte. Es war ihm nämlich durch den Kopf gegangen, daß er das ja eigentlich nicht tun konnte, ohne beide um ihre Zustimmung zu fragen. Vielleicht erhielten sie schon monatliche Sendungen. Die zerrissene Briefkarte warf er in den Ofen. Er war wieder um ein Stück mißtrauischer und vorsichtiger geworden. schuune insat) (Fornetzung folgr.) Insekten retten einen Erdteil! Zpeichlostte Goeterunt grctlt en Dentraal. Wer hörte wohl schon je etwas vom Cactoblastis Cactorum! Bestimmt nur Wenige! Und wer wüßte gar, daß die Cactoblastis Cactorum einen ganzen Erdteil gerettet hat? Sicher nur unsere Zoologen und Botaniker! Cactoblastis Cactorum ist nun nicht etwa ein zweiter Napoleon oder ein zweiter Alexander, nein, sie ist ein Tierchen, und zwar eine Motte! Die Motte hat eine furchtbare Plage besiegt, die dem Erdteil Australien bestimmt zum Verhängnis geworden wäre, wenn sich eben jene Motte nicht der verzweifelten australischen Bevölkerung erbarmt hätte. Es ist nicht übertrieben, wenn davon gesprochen wird, daß das Tier diesen Erdteil gerettet hat, nein, es ist nackte Wirklichkeit, die allerdings merkwürdig genug anmutet. Man könnte über die Heldentat der Motte ein spannendes Werk schreiben, und sicher wird sich noch einmal irgendwo ein Autor finden, der darüber berichtet, welche Tat die Cactoblastis Cactorum vollbracht hat. Zu Ende des 18. Jahrhunderts wurde von einem englischen Gouverneur der Stachelbirnenkaktus als Zierpflanze nach Australien gebracht. Mit unheimlicher Schnelligkeit verbreitete sich dieser Stachelbirnenkaktus in dem günstigen Klima und S 9 8 * * * * ###SS--EEE“EE 8 SEBPEP SS 5S55R S SS Ss S. E. E. 5/58 g G---Sö8- K 4. E— * 82 5 wurde bald ein alles vernichtendes Uebel in der Pflanzenwelt. In jedem entlegensten Winkel des Landes wucherte diese nutzlose Pflanze. Ueberall, wo der Kaktus Fuß faßte, schoß er in die Höhe und nahm den Nutzpflanzen die zum Gedeihen notwendige Sonne und Erde. Innerhalb einer kurzen Zeit war die kakteenüberwucherte Fläche mehr als 300000 Quadratkilometer groß. Die verzweifelten australischen Farmer standen dieser Pest in der Pflanzenwelt machtlos gegenüber. Endlich wurde den Farmern aus Argentinien die Erlösung von dieser Wucherpflanze gebracht. Man führte annähernd 3000 lebende Maden der Mottenart Cactoblastis Cactorum ein. Nach einem wohldurchdachten Angriffsplan wurden die Maden in verschiedenen Teilen des Kakteenlandes ausgesetzt, um von hier aus ihren Siegeszug gegen den Stachelbirnenkaktus zu unternehmen. Mit bewundernwerter Geschicklichkeit bohrten sich die ausgekrochenen Maden in die fleischigen Kakteen ein und höhlten diese in ganz kurzer Zeit aus. Nur die holzige Hülle blieb übrig, die nachher in sich vertrocknete. Die ewig hungrig scheinenden Maden vermehrten sich zu Milliarden und abermals Milliarden und vernichteten auf den ungeheuren Länderstrecken Australiens den Stachelbirnenkaktus. Jetzt können die Farmer das Land wieder bearbeiten und in Kultur nehmen, das durch die Kakteen dem Ackerbau entzogen war. So hat eine kleine Motte, die Cactoblastis Cactorum, einen Krieg gegen den verheerenden Stachelbirnenkaktus geführt und siegreich beendet. Bei einer landwirtschaftlichen Ausstellung erklärte der Premierminister von Queensland, daß die Cactoblastis Cactorum das Land gerettet habe. Die Dankbarkeit der Farmer geht soweit, daß sie beschlossen haben, der Cactoblastis Cactorum zu Ehren ein großes Denkmal zu errichten. eelertat. ml. Feuer- und wasserfeste Kleidung. Eine Erfindung für Piloten. Fräuleln Susanne Biget aus Vincennes beschäftigt sich seit Jahren mit der Herstellung einer feuerfesten Kleidung, die es dem Piloten eines in Brand geratenen Flugzeuges gestattet, ungefährdet den Boden zu erreichen. Die Erfinderin hat daneben auch an die Schifsbrüchigen gedacht, die im kalten Wasser erstarren, bevor sie von den zur Rettung herbeieilenden Schiffen aufgenommen werden. Fräulein Biget hat selbst eine Schutzkleidung für Flieger und Seeleute zugeschnitten und genäht. Bereits vor vier Jahren führte sie in Bincennes diese Kleidung öffentlich vor, wäre aber bei diesem Versuch damals aufs Haar tödlich verunglückt. Ohne sich entmutigen zu lassen, setzte die junge Dame ihre Arbeiten fort und schritt kürzlich in Jomnville zu einem neuen Versuch mit der verbesserten Schutzkleidung. Mit ihrer neuen Kleidung angetan, stieg sie aus dem Automobil. Die Kleidung ist eine Art Kombination auf der Grundlage von Asbestfäden. Diese sind zu einem Stoff verarbeitet, dessen Unterseite mit Watte gefüttert ist; diese wiederum ist mit einer chemischen Lösung eigener Erfindung getränkt. Darüber trägt sie einen Umhang aus Kautschuk. Handschuhe und Kapuze vervollständigen diesen unbrennbaren, wasserfesten und gegen die Kälte schützenden Anzug. Vor der Vorführung zog Frl. Biget über das Kleid eine Art Tunika, die mit 25 Metern Schießbaumwolle umwickelt war. Dieser feuergefährliche Umhang sollte dann angesteckt werden, und als lebende Feuersäule wollte die Dame durch den brennenden Scheiterhaufen schreiten, der aus mit Harz bestrichenen Holzscheiten auf dem Platze aufgeschichtet war. Um die Schwimmfestigkeit ihres Kostüms zu erweisen, wollte sie nach der Feuerprobe ins Wasser springen. Ohne jede Erregung überwachte Frl. Biget die Vorbereitungen. Photographen, Feuerwehrleute und Filmoperateure hatten ihre Posten bezogen, als auf ein von Frl. Biget gegebenes Signal die mit Schießbaumwolle umwickelte Tunika in Brand gesteckt wurde. Ruhig und unbeweglich stand die wagemutige Dame in dem Flammenmeer, in dem sie sich wohl zu fühlen schien wie ein Salamander. Brennend schritt sie durch den lodernden Scheiterhaufen, wobei sie gelassen die glühenden Holzscheite betrat. Die Flammen ließen das Kleid wie die Watte der Fütterung unberührt. Dann stürzte sich Frl. Biget ihrem Programm gemäß in die Marne. Unmittelbar darauf wurde sie von ihrer Kleidung an die Oberfläche getragen, ohne daß sie in dem kalten Wasser eine Spur von Unbehagen gefühlt hätte. — Betrunkene Ferkel als Säuglinge. Eine ganz neue und groteske Methode der Schmuggelei ist in Oedenburg entdeckt worden. Die Schmuggler kauften in Ungarn eine Anzahl von Ferkeln auf, die sie regelrecht betrunken machten. Die bewußtlosen Tiere wurden dann sein säuberlich mit Häubchen und Windeln bekleidet und vor den Augen der Zollbeamten als„Säuglinge“ in aller Ruhe über die Grenze geschafft. — Irage und Antwort. Frage: Welchesist der größte Staat der Erde? Antwort: Der größte Staat der Erde ist, wenn man die Kolonien mitrechnet, also den gesamten Landumfang nimmt, das englische Weltreich: Es hat alles in allem mehr als 40 Mill. Quadratkilometer Landfläche und annähernd 450 Millionen Einwohner.— Der größte Einzelstaat der Erde ist Rußland: Es hat rund 20 Mill. Quadratkilometer Landfläche und 130 Mill. Einwohner. Interessant ist übrigens, daß China fast so viel Einwohner hat, wie das ganze englische Weltreich zusammengenommen, nämlich an die 430 Millionen; aber seine Landfläche ist nur ungefähr ein Viertel von der des englischen Jeche=! Frage: Was ist mitteleuropäische Zeit? wort: Mitteleuropäische Zeit ist die Zeit, die in den Orten unter dem 15. Meridian östlich von Greenwich herrscht. Die Berliner Zeit ist„mitteleuropäische Zeit+ 6 Minuten 20 Sekunden"; wenn also die genaue mitteleuropäische Zeit 11 Uhr 34 Minuten beträgt, ist es in Berlin 11 Uhr 40 Minuten 20 Sekunden. Es gibt außerdem noch westeuropäische Zeit(das ist: eine halbe Stunde weniger als mitteleuropäische Zeit), und osteuropäische Zeit(das ist: eine Stunde mehr als mitteleuropäische Zeit). ml. Die biblische Riviera. Jerusalem erholt sich am Toten Meer. Auch Palästina hat den Ehrgeiz, seine Riviera zu haben. Seine von den Wassern des Mittelmeeres umspülten Küsten breiten sich anmutig unter einer Sonne, die das Land in zarten Farben aufleuchten läßt. Dabei zeigt dort alles noch die Frische der Natur, die die moderne Zivilisation noch unberührt gelassen hat. Eine Ausnahme bilden allein Tel=Aviv und Haifa, die sich beide scharf von der Monotonie der jungfräulichen Küste abheben und sich zu Badeorten entwickelt haben, die mit allen Behaglichkeiten ausgestattet sind. Beide Städte haben deshalb auch das Monopol der mondänen Strandbäder des Heiligen Landes. Die Europäer strömen an den Nachmittagen in dichten Scharen zum Strande. Das Gleiche tun die Juden. In gemessenem Abstande folgen die Araber, die eben erst damit begonnen haben, sich mit den Segnungen der Hygiene und der Seebäder zu befreunden. Jerusalem, das unter beständiger Trockenheit zu leiden hat, begünstigt in erster Linie Tel=Aviv. Seit einigen Wochen gehen die Snobs nach den Gestaden des Toten Meeres. Ein Reisebüro veranstaltet zweimal täglich Fahrten zu Preisen, die es auch einer bescheidenen Börse gestatten, eine Badereise nach dem Toten Meer zu machen. Diese Fahrten sind ganz dazu angetan, auf romantisch veranlagte Gemüter starken Eindruck zu machen. Die Fahrten beginnen am Tor von Damaskus, gleich hinter Gethsemane hat der Reisende Gelegenheit, einen Blick auf Bethanien zu werfen, wo die Erinnerung an Maria, Martha und Lazarus iebendig ist. Dann tauchen die Ruinen der Herberge des Samariters auf, und nach einer Fahrt zwischen dem in greller Weiße schimmernden Wellengelände senkt sich der Weg unter dem Meeresspiegel des Mittelmeeres, man grüßt das angebliche Grab des Moses und wirft einen Blick auf die tropischen Palmenhame von Jericho zurück, wo sich die Straße in den Dünen verliert. Das erste Bad im Toten Meer gibt wegen des starken Salzgehaltes sofort ein Gefühl der Sicherheit, wie man es sonst nirgendwo findet. Schwimmgürtel sind unnötig. Es besteht keine Gefahr des Ertrinkens. Auch wer nicht schwimmen kann, bleibt, ohne daß es einer Anstrengung bedürfte, an der Oberfläche des Wassers. Man kann sich lang auf dem Rücken ausstrecken und mit unter dem Nacken verschränkten Händen richig auf der Wasserfläche schlafen. Der ganze Körper ist bis zum Kopf von den Wellen bedeckt. Aber außer diesen erleichterten Schwimmbedingungen lockt das biblische Panorama die Gäste in Scharen herbei. Es bedarf der Kenntnis der heiligen Schrift nicht, um die biblischen Erzählungen zu erleben. Im Westen baut sich zu Füßen einer Hochebene eine formlose Masse auf. auf der die Weinberge Engedi lagen, deren Weinbau das Hohe Lied mit beredten Worten preist. Weiter nach Norden erscheint Masaga, wo Herodes einen Palast und eine Festung erbauen ließ, die seiner Mutter, seiner Schwester und seiner Braut Marianne als Gefängnis dienten. Sie wurden dort während einer der Reisen des Herodes nach Rom eingeschlossen. In diese Zitadelle flüchteten sich auch nach der Zerstörung Jerusalems durch Titus mehrere Hebräer die sich dort den Tod gaben, um nicht den Römern in die Hände zu fallen. Auf dem entgegengesetzten Ufer ergießt der Arnon durch ein von einem Erdbeben geschaffenes riesiges Delta seine Fluten in das Tote Meer. Die Gefangenschaft und der Tod Johannes des Täufers, den der Tetrarch von Galiläg auf Besehl der Herodias enthaupten ließ, sind die heiligen Erinnerungen, die sich an einen kleinen aufsteigenden Hugel knüpfen. Die Bergkette, die sich jenseits des Toten Meeres gen Osten aufbaut, ist die von Moab. Sie wird überragt von dem Berg Nebo, auf dem Moses starb und Jeremias vor seiner Abführung in die Sklaverei in einer Erdhöhle die heilige Bundeslade verbara. Auf der kleinen Menschen ohne Ohrläppchen— bbeioe Frauen Ungelöste Rätsel der Wissenschaft. Von M. A. v. Lütgendorff. In einigen Ortschaften Südfrankreichs, in der Gascogne und in Guyenne, lebt eine Menschenrasse, deren Abstammung, trotz jahrhundertelanger Forschung, noch vollständig im Dunkel liegt. Zudem sind diese„Cagots“ auch von der Natur seltsam gekennzeichnet: außer kleinen besonderen Merkmalen an Haaren, Händen und Füßen haben sie nämlich auch runde Ohren; es fehlen ihren Ohren nämlich die Läppchen, die allen Menschen eigen sind. Woher die Cagots stammen, wie sie zu den Kennzeichen der runden Ohren gekommen sind, weiß tatsächlich bis jetzt noch kein Mensch. Vielleicht aber hat die moderne Forschung recht, die annimmt, daß die Cagots Nachkommen von an verschiedenen Orten ansässigen Kolonien von Aussätzigen sind, die, wie es im Mittelalter üblich war, durch strenge Absperrungsmaßregeln von den Gesunden getrennt wurden. Vielleicht ist auch das Fehlen der Ohrläppchen auf eine ursprünglich durch die furchtbare Krankheit entstandene Erscheinung zurückzuführen. Fast in den gleichen Landstrichen, im Departement Lot=etGaronne, hat die Laune der Natur noch andere merkwürdig aussehende Menschen hervorgebracht: Frauen mit kräftigen Bärten. Nach einer Statistik trägt im Departement Lot=erGaronne jede zehnte Frau einen Bart, aber nicht etwa nur ein kleines, zartflaumiges Schnurrbärtchen, sondern einen richtigen Vollbart, dessen Schnitt sogar der Mode unterliegt, wie denn die Bärte von ihren Besitzerinnen überhaupt immer sehr sorgfältig gepflegt werden. Die jungen Frauen tun allerdings das Gegenteil und sind nach Kräften bestrebt, den unerwünschten Bartwuchs, sobald er sich zeigt, zu entfernen. Wenn sie aber schließlich alt geworden sind, fügen sie sich gelassen in die Rolle, die ihnen die Natur auferlegt hat. Womit es zusammenhängt, daß gerade in diesem Teil Frankreichs und sonst nirgends bei so vielen Frauen ein derartig starker Bartwuchs auftritt; ob etwa die Zusammensetzung des Wassers oder vielleicht das diesem Landstrich eigentümliche Klima schuld ist, hat die Wissenschaft noch nicht beantworten können. Nun handelt es sich sowohl bei den Cagots als auch bei den Frauen mit den Vollbärten immerhin nur um Körpermerkwürdigkeiten, die an sich völlig harmlos sind und keinerlei Beschwerden verursachen. Es gibt aber auch ernste körperliche Leiden, die gewissermaßen an feste Orte gebunden sind. Daß es, wie einige Forscher annahmen, bestimmte„Krebsdörfer“ gibt, kleine Ortschaften, in denen ein verhältnismäßig hoher Prozentsatz der Einwohner krebskrank ist, hat sich allerdings bei näherer Beobachtung als unrichtig erwiesen. Denn die Untersuchung solcher„Krebsdörfer“ ergab, daß es sich bei den Krebskranken dieser Dörfer hauptsächlich um ältere Personen handelte, bei denen der Prozentsatz der Krebserkrankungen bekanntlich immer am größten ist, ganz gleith, wo sie leben. Aber in Mexiko, im Staate Oaxaca, liegt ein kleines Dorf, Tiltepec, in dem eine Krankheit alle Einwohner des Ortes befallen hat. Es gibt in diesem Unglücksdorf keinen Eingeborenen, der mit gesunden Augen sehen kann, sondern nur Blinde. Wenn sie nicht schon blind geboren werden, so verlieren sie ihr Augenlicht, ehe sie ein Jahr alt sind. Bisher hat ihnen niemand helfen können. Seit kurzem ist man jedoch dabei, die Ursache der furchtbaren Krankheit zu ergründen. Man hat entdeckt, daß durch den Stich einer blutsaugenden Fliege ein haarfeiner Wurm in den Körper des Menschen übertragen wird, und daß die Blindheit durch die giftigen Ausscheidungen dieses Wurms entsteht. Wenn es also gelänge— und damit läßt sich denn eigentlich schon jetzt mit Bestimmtheit rechnen— die gefährlichen Fliegen auszurotten, so könnten die armen Indios wohl von ihrer Plage befreit werden. Sowohl mexikanische als auch deutsche Aerzte sind seit einigen Jahren unermüdlich tätig, der unheimlichen Krankheit Herr zu werden. Noch ein Dorf gibt es auf der Erde, dessen Einwohner seil Jahrhunderten von einem Leiden bedroht sind, dessen sie sich nicht erwehren können. Es ist das oberhalb Chur gelegene Schweizer Bergdorf Tenna, und das unheimliche Erbteil, das in seinen Bewohnern von Generation zu Generation fortlebt, ist die Bluterkrankheit, die darin besteht, daß das Blut des Menschen nicht gerinnen kann, und daher der Bluter bei der geringsten blutenden Verletzung in die schwerste Lebensgefahr kommt, weil es manchmal unmöglich ist, die Blutung zu stillen. Im Dörschen Tenna hat sich das Leiden, von einem einzigen Bluterehepaar ausgehend, seit fast dreihundert Jahren festgesetzt. Die Menschen waren hilflos, weil niemand wußte, wem aus der Familie es bestimmt war, die Krankheit weiterzuvererben. Allerdings werden Frauen von der Bluterkrankheit niemals ergriffen, aber nur durch sie wird sie auf die Söhne weitervererbt. Sobald eine Frau aus einer Bluterfamilie stammt, liegt also auch schon die Gefahr nahe, daß ihre Söhne wieder Bluter werden. So ging es denn in Tenna so lange fort, bis fast auf jeder Familie das Verhängnis lag, und die jungen Leute schließlich auswanderten, um ihm zu entgehen. Und da manche Mädchen, um das Unglück endlich zu bannen, lieber nicht heirateten, soll heute in ganz Tenna tatsächlich kein Bluter mehr leben. Wer aber sagt, ob die Krankheit deshalb auch wirklich und endgültig erloschen ist? Weiß doch keine Frau mit Sicherheit, ob nicht gerade in ihr der Keim schlummert, der das Gespenst eben doch wieder einmal auftauchen läßt? Und dann kann eines Tages das Elend von neuem beginnen. Witterungsberscht. Gütersloh, 7. Okt. Mitgeteilt von Optiker Surmann, Gütersloh Niedrigster Thermometerstand in der Nacht+ 3 Grad. Thermometerstand um 8 Uhr vormittags+ 5 Grad. Barometer 764 mm. Wind: Ost. Himmel: Heiter. Bander Geld- und Wechselmarkt X Berlin, 7. Okt. Börsenstimmungsbild. Die Börse war heute beruhigt, wozu offenbar auch der stetige Schluß in Neuyork beitrug. Auch das Aufhören der Baissevorstöße schafft Erleichterung. Im allgemeinen waren kleine Kurserholungen gegenüber geringen Abschwächungen im Uebergewicht. Bei den Großbanken überwog die Kaufneigung, die sich aber mehr dem Rentenmarkt zuwendete. Das Publikum zeigt weiter Interesse für Reichsschuldbuchforderungen, die wieder höher bezahlt wurden. Auch Reichsbahn BA, sowie die Emissionen des preußischen Staates waren gefragt. Der Montanaktienmarkt erhielt durch den bevorstehenden angeblich nicht ungünstigen Bericht des Herrn von Flotow über die Situation bei den Vereinigten Stahlwerken eine Anregung. Auch die besseren Berichte vom Eisen= und Kohlenmarkt stimulierten weiter. Farben eröffneten 1 Prozent höher. Am Elektromarkt könnten sich Siemens um 1¼ erholen. RWE gewannen 1½. Am Montanaktienmarkt erstreckte sich das Interesse hauptsächlich wieder auf Verein. Stahl, Phönix und Gelsenkirchen, die etwa ½ Prozent höher bezahlt wurden. Kunstseidenwerte bröckelten, ab, waren aber im Verlauf erholt. Weiter fest lagen Schifffahrtswekke, die etwa ¼ Prozent höher einsetzten. Etwas Nachfrage bestand in Charlottenburger Wasser, Di. Kabel, BMW und Vogel=Draht. Altbesitzanleihen wurden heute wegen der Ziehung gestrichen, Neubesitz konnten 10 Pfennig gewinnen. Am Auslandsrentenmarkt wurden nur drei Werte notiert. Rumänen lagen etwas schwächer. Nach den ersten Kursen war die Tendenz im allgemeinen weiter freundlich. Tagesgeld entspannte sich auf 4¼ Prozent. Der Valutenmarkt lag ruhig und wenig verändert. Im Verlauf setzten sich weitere kleine Kurserhöhungen durch, die sich aber später nicht behaupten konnten. Im allgemeinen wurde meist etwas über den gestrigen Kursen gehandelt. Klöckner lagen auf den Abschluß 2¼ Prozent schwächer. Schultheiß waren etwas gefragt. Auch Siemens konnten ihren gestrigen Verlust fast wieder ausgleichen. Renten waren nicht einheitlich. Von Länderanleihen gewannen 8prozentige Hessen 3 und Pr. Schatzanweisungen ¼ Prozent. Schutzgebiet bei lebhafteren Umsätzen.5 nach 5¼. Hypothekenpfandbriefe waren wenig verändert, dagegen Kommunalobligationen bis ½ Prozent höher. Obligationen lagen uneinheitlich. Konkordia=Spinnerei minus 1⅞, Leipziger Bierbrauerei minus 1¼, Daimler plus 1, Minister Aschenbach plus 90 Pfg. Stadtanleihen waren ebenfalls geteilt. 5- und 7prozentige Berliner waren 1 bzw. ½ Prozent höher, dagegen 6prozentige ½ Prozent schwächer. In Privatdiskonten überwog heute die Aufnahmeneigung. Der Satz blieb unverändert 3¾. Größeres Geschäft entwickelte sich in Reichsschatzanweisungen, die zu 4¾ Prozent per 15. Februar abgegeben wurden. Die Börse schloß stetig. Die Kurse bröckelten gegenüber den höchsten Tagesnotierungen leicht ab. Klöckner blieben angeboten und waren nachbörslich mit 30¼ zu hören. Ferner nannte man Farben 93½, Felten 54, Gesfürel 69¼, Hoesch 35½, El. Lieferungen 65, Muag 35¼, Rütgers 39½, Harpener 71 ¼ Gelsenkirchen 38¾, Phönix 26, Reichsbahn VA 84, Schuckert 79, Mannesmann 51. Neubesitz 6,45, Salzdetfurth 164 ½, Chade 169½, Orenstein 33¼, Schultheiß 52½, Dessauer Gas 89¼, Aku 54, Bemberg 51, Siemens 144¾, AEG 31¾, Verein. Stahl 20¾. Reichsschuldbuchforderungen notierten wie folgt: 1933er 98,.37, 1940er 69,37—70,65, 1945er bis 1948er 63,62—64,75. Produkte + Berlin, 7. Okt. Produktenbericht. Weizen, der auch an der heutigen Getreidebörse nicht übermäßig stark angeboten war, begegnete nur geringer Kauflust und konnte desGewerbe halb wieder nicht seinen vom vorigen Tag her sehr schwachen Kursstand behaupten, trotzdem handelsrechtliche Lieferungen zum Teil in Käufen der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft eine Stütze gefunden hatten. Die mangelnde Unternehmungslust bei den Müllern wird von Tag zu Tag am Körnermarkt auffallender und ist nicht nur mit den äußerst beschränkten Absatzmöglichkeiten für Mehle überhaupt in Zusammenhang zu bringen, sondern anderseits wohl auch damit zu erklären, daß die Einlagerungsverpflichtungen meist schon erledigt zu sein scheinen. Am Roggenmarkt machte die langsame Abbröckelung der Preise Fortschritte. Bei durchaus nicht dringlichem Angebot und weiteren Maßnahmen der Stützungsstelle fehlte es außerhalb der von der amtlichen Seite durchgeführten Aufkäufe an Abnehmern, so daß der seit Tagen anhaltende Druck fort bestand und die Notierungen im Zeithandel wieder um ungefähr eine halbe Mark schwächer wurden. Am Mehlmarkt willigten die Müller in Preiskonzessionen. Der Konsum kaufte aber üblicherweise nur das Notwendigste. So war nicht nur Weizenmehl, sondern auch Roggenmehl stagnierend. letzteres in Sonderheit darum, weil die Provinzmüller den hiesigen Fabrikaten mit billigeren Offerten starke Konkurrenz machen. Hafer hatte gestern nachmittag noch gute Gebote auf sich vereinigt, heute ist die Lage ruhiger. Gerste blieb für prima Ausstichsorten in erster Linie fest, aber auch Futtergerste fand laufend gute Aufnahme. X Berlin, 7 Okt. Produktennotierungen. Weizen, märkischer 201 bis 203, prompte Verladung fester, Lieferung Schluß sehr fest; Roggen, märkischer 155—157, prompt ruhig, Lieferung Schluß fest; Baugerste 174—184, stetig; Hafer, märkischer 135—140, stetig; Weizenmehl 25.50 bis 28.75, Roggenmehl 20.25—22,75, Weizenkleie 9,40—9,75, Roggenkleie 8,40—8,80, ruhig; Viktoriaerbsen 22—25, Futtererbsen 14—17, Wicken 17—20, Leinkuchen 10,30—10,50, Erdnußkuchen 11,50, Erdnußkuchenmehl 11,80, Trockenschnitzel.20—9,50, extrah. Sojabohnenschrot 10,40, do. 11,30. Magdeburg, 7. Okt. Madeburger Zucker. Weißzucker einschl. Sack und Verbrauchssteuern für 50 kg brutto für netto ab Verladestelle Magdeburg: Innerhalb 10 Tagen 31,52, Oktober 31,50. Tendenz stetig. Warenmarkt Ahlen, 7. Okt. Handel und Umsatz auf dem Freitagswochenmarkt in der Kolonie waren zufriedenstellend. Reichlicher Umsatz war in Weißkohl zu verzeichnen. Bei gleichbleibenden Preisen kosteten im Durchschnitt: Suppenhühner 80, Hähnchen 80—120, Enten 200, Tauben 40 bis 60, Kannchen 150—200, ges. Heringe 24 Stück 100, Bückinge 20, Rindfleisch 55—75, Kalbfleisch 60—80, Schweinefleisch 70—90 Kleinfleisch 15—25, Mettwurst 80—120, Fleischwurst 70, Schmalz 70, Flomen 60, Speck 70—80, Schinkenspeck 110—120, Nierenfett 20—30, Schinken 100—120, Quark 20, Sahnekäse 40, Eier—10, Molkereibutter 135, Landbutter 125, Weißkohl 10—15, Rotkohl 10, Wirsing 15, Blumenkohl 15—30, Spinat 20, Stielmus 10, Kopfsalat 10, Kohlrabi 5, Endiviensalat 10, Porree 5, Sellerie 10, Kartoffeln—3, Radieschen 10, Gurken 5, Salatbohnen 20, Erbsen 20, Wurzeln 10, Karotten —10, Zwiebeln 10, Tomaten 10—15, Aepfel 10—15, Birnen—15, Pflaumen 25, Pfirsiche 25—35, Weintrauben 25 Pfg. D Gütersloh, 8. Okt. Wochenmarkt. Der gestrige Wochenmarkt wies eine starke Anfuhr in Kartoffeln, Obst und Gemüse auf. Die Preise stellten sich im Durchschnitt wie folg:: Kartoffeln je Zentner 250 bis 260, Blumenkohl 20—35, Wirsing—8, Rotkohl—8, Weißtohl —8, Spinat 10, Rüben 8, Wurzeln—10, Stielmus 5 Bd. 10, Kopfsalat—10, Endivien 10—15, Kohlrabi 5, Rote Beete—10, Salatbohnen 30—35, Schlangengurken 30—35 das Stück, sonstige Gurken je Pfund—3, Zwiebeln—8, Knoblauchzwiebeln 10, Sellerie 10—20, Porree 5. Pilze 30, Meerrettich 30—35, Tomaten 15—20, Radieschen " Verkehr Bd. 5 Hagebutten 15.— Je nach Sorte und Qualität kosteten Aepfel 10—20, Birnen 10—18, Pflaumen 14—18, Pfirsiche 40, Weintrauben 40—50, Haselnüsse 50, Walnüsse 50—60.— In Landbutter war einheitlicher Preis 125, Molkereibutter 140, Eier(über Ladenpreis) 11 Pfg.— Geschlachtete und gerupfte Hühner wurden mit 65, Hähnchen mit 80 und Enten mit 70 Pfg. je Pfund angeboten.— Die Fischhändler verkauften Zander zu 70, frischen Schellfisch 45—50, geräucherten Schellfisch 45, Bratschellfisch 40, Haibutt 60, Seelachs 30—35, Kabeljau 35 bis 40, Rot= und Goldbarsch 35, Fischfilet 50, Schollen 50, Makrelen 30, Schweinsfisch 60, ger. Heringe 2 Pfund 35—45, Salzheringe Stück 5, Bückinge Pfund 30 Pfg.— Fleisch= und Wurstwaren hatten folgende Preise: Schweinefleisch 80, Rindfleisch 75, Hammelfleisch 80—90, Schweinekleinfleisch 50, Rinderkleinfleisch 30, Koteletts 90, ger. Speck 85, Schinken und Schinkenspeck 130, Schmalz 80, Eisbein 40—50, Mettwurst 100, Blockwurst 110, Kalbsleberwurst 110, Blutwurst 65, Thüringer 100, Schinkenwurst 140, Braunschweiger 90 Pfg. Schlachtviehmärkte Berlin, 7. Okt. Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder 2342, Ochsen 776, Bullen 598, Kühe und Färsen 968, Auslandsrinder 131, Kälber 1122, Schafe 4702, Schweine 8674. Marktverlauf: Rinder ziemlich glatt, Kälber glatt, Schafe in guter Ware glatt sonst ruhig, Schweine ziemlich glatt, schwere fette Ware abfallend. Preise: Ochsen: a) 32, b) 29—30, c) 26—27, d) 23—25. Bullen: a) 30, b) 28—29, c) 25—26, d) 22—24. Kühe: a) 26—27, b) 22—24, c) 18—21, d) 13—17. Färsen: a) 30—31, b) 27—29, c) 22—25. Fresser 17—24. Kälber: a)—, b) 48—56, c) 37—48, d) 20—30. Schafe: al) 31—32, a2) 36—38, b1) 33—36, b2) 23—24, c) 30—32, d) 16—27. Schweine: a) 48—49, b) 44—47, c) 43—45, d) 40—42, e) 37—38, Sauen 38—42. Hamburg, 7. Okt. Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Schweine 2825. Marktverlauf: Mittel. Preise: Schweine: a) 44—45, b) 42—43, c) 41 bis 42, d) 37—39, e) 30—35, Sauen 30—38. Der Klöckner-Abschluß. Verlust von 10.43 Mill. Mark wird mit.5 Mill. Mark aus dem Reservefonds gedeckt. In der am 6. Oktober abgehaltenen Sitzung des Aufsichtsrates der Klöckner=Werke.=G. in Castrop=Rauxel wurde der Abschluß für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 1931=32 vorgelegt. Er ergibt einen Betriebsüberschuß von 12,03(23,66) Mill. A, wozu der Gewinnvortrag aus dem vorigen Jahre von 4916(383.056) J tritt. Nach Abzug von 4,32(6,44) Mill. A für soziale Lasten, 4,44(6,.34) Mill. A für Sieuern und 2,.87(.34) Mill. A für Anleihezinsen verbleibt ein Rohgewinn von 396327(7,93) Mill. A. Weiterhin erforderten Währungsverluste 0,59, Abschreibungen auf Anlagen 7,06. auf Wertpapiere und Beteiligungen 0,37 und auf Vorräte 2,81(i. V. insgesamt 7,92) Mill. A. Es verbleibt also ein Verlust von 10,43 Mill. A, wovon.5 Mill. A durch Entnahme aus dem Reservefonds gedeckt und 2,93 Mill. A auf neue Rechnung vorgetragen werden sollen. Die .=V. wird auf den 12. November einberufen. Vom Westdeutschen Zement-Verband. In einer Gesellschafter=Versammlung des Westdeutschen Zement=Verbandes in Bochum wurde der Gesellschaftsvertrag neu festgesetzt. Gegenstand des Unternehmens ist jetzt der Abschluß und die Durchführung von Lieferungsverträgen mit den Gesellschafterwerken zum Zwecke des gemeinschaftlichen Verkaufs der von ihnen hergestellten Zemente sowie der Abschluß von Vereinbarungen mit anderen Zementverbänden und Werken über die Beteiligung am Gesmtabsatz, über Preis= und Lieferungsbedingungen. eane Gewans ter usnents: Berläner Börse vom 7. Oktober 1932 * Ohne Umsatz. sse 2 Oese leberate Mentel Iat mi groß feuchigen Obossumschel besein, ein Me. rocaln geldttert Autiocchnante: mi wundervollen schwaften Versienertellen besetzt. Klassestöck gent ouftescrale „WRIICKOSI“. der modein Petz. der eiegente Mentel aus tadel. losem 91011 genz 801 MAlOkein Niecmoderner Meniel mi labelhafl. Persiener-(Schhaf Krewalle a. veinwoll. Bourle Oleppael vom 16 Oktober bis 19. Oktober 1932 Zahlreiche Veranstaltungen, u..: Wiedertäuferspiel auf dem Marktplatz Kochkunstausstellung e Croß. Pferde, Vieh- und Kram-Markt e Kirmes Günstige Bahn- und Autobusverbindungen. Sonntagsfahrkarten der Westfälischen Landes-Eisenbahn an allen Tagen der Reichsbahn em 16. und 19. Oktober. Am Montag, dem 10., und Dienstag, dem 11. Okt., bleiben unsere Kassen in Warendort geschlossen. Ab Mittwoch dem 12. Okt., befinden sich die Geschäftsräume der Hauptstelle der vereinigten Kreis- und Stadtsparkasse im neuen Sparkassengebäude, Freckenhorster Strasse Dringende Aufträge werden am 10. und 11. Oktober, vormittags im bisherigen Kassenlokal der Stadtsparkasse entgegengenommen. Kreis- und Stadtsparkasse Warendorf O Gehrockanzüge, Sportanzüge Ulster, Paletots, schwarz, mit Samtkragen Lodenmäntel Lodenjoppen sowie neue Lederjacken à Mk. 33 Neue moderne Partie-Anzüge für jede Größe spottbillig Ferner neue moderne blaue Anzüge für M. 25.Münz, Bielefeld Oberntorwall 25, Nähe Jahnplatz Sonnabends geschlossen, sonst durchgehend geöffnet Montag, 10. Oktober, feiertagshalber geschlossen. Sichere Mittel gegen Ratten und Mause empfichlt Drogerie Illigens, Beckum Richtig in Form und Farbe e Richtig der gute Stoffe Richtig in der Verarbeitung e Richtig der gute Pelz— aber das Wichtigste: Rlelinig der Pleis! Warendorf * der reinschmeckende Bohnenkaffee, .90 M. Pfund Th. Kemmlage Lippstadt, Marktstr. 12. Mitglied der Rewe-Großeinkauf für 3000 Geschäfte. Wir haben noch einen kleinen Posten erstklassiger Rundschil-Nähmaschinen in verschiedenen Möbelausstattungen, wie Kastenmöbel, Versenkmöbel, Nähtischmöbel und Schrankmöbel, zu ganz besonderen Vorzugspreisen abzugeben. C. 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Mein großes Lager entspricht der Größe meines Hauses. Die Preise sind abgebaut, ohne Minderung der Qualität. Ueberzeugen Sie sich...... Ezonne. Eiepetaut würse machen und von ihren Kindern solche hören müssen. Dabei ist der Besuch des Progymnasiume heute, bei den glänzenden Straßen um Kreise Wiedenbrück, auch aus klometerweiten Entfernungen möglich, zumal da für Fahrschüler dieser Art ein Nachmittagsunterricht nicht in Frage kommt. Ebenso widersinnig ist die oft gehörte Behauptung, die Aussichten selen gerade für die„studierte" Jugend so schlecht, daß man das aufgewendete Geld als verloren ansehen müsse. Darauf st zu erwidern, daß wir uns doch, hoffentlich, im Aufstieg befinden, daß sich die Verhältnisse in absehbarer Zeit zum Besseren ändern. Sicher ist aber, daß dann, wenn die jetzt Zehnjährigen ihr Studium beginnen und durchsetzen, wofür sie doch ein Dutzend Jahre brauchen, Zeiten gekommen sind, in denen man wieder nach Leuten fragt, die eine höhere Schule besucht haben, und da gibt es nur eine Schule, der alle anderen an Tiefe und Umsang der Bildungsmöglichkeiten nicht gleichkommen: das Gymnasium; denn nur hier wird für jedes weitere Studium auf den Hochschulen ein lückenloser Unterbau geboten. Zum Schluß soll noch betont werden, daß eine Ermäßigung des augenblicklich reichlich hohen Schulgeld Aussicht steht. .„ehen Schugeldern Rlelberg, 5. Okt. Reichssugendwetskämpfe. Am 30. September fanden am hiesigen Progymnasium die Reichsjugendwettkämpfe statt. Es waren 4 Altersklassen gebildet worden, von denen Kämpfe im 75und 100=Lauf, Weitsprung, Weitwurf, Hochsprung und Kugelstoßen ausgetragen wurden. Diese dauerten von—11½ Uhr. Um 12 Uhr versammelten sich Lehrer und Schüller auf der Aula zu einem Festakt. Nach einem einleitenden 4stimmigen Chor wies der Leiter der Anstal: in kurzen Worten auf die verschiedenartige Bedeutung des Tages hin. Die Schüler hätten um die Palme gerungen, die, wie der Dichter Horaz agte, sub pondere crescit: als junge Pflanze unter einer Last einem Steine, wachsen müsse, damit sie recht gedeihe. So sei es mit allem Großen, Bedeutenden. Neben der Paime, errungen im Sport, müßten sie aber auch um eine andere Palme ringen: um den Sieg im Geistesleben. Für beide Leistungen könnten an diesem Tage die Belohnungen verteilt werden; hätten doch drei Schüler heute die Reife für die Obersekunda erreicht. Sodann erfolgte die Verkündigung der Sieger im Sport. In jeder Altersklasse erhiel: ein Schüler als erster die vom Herrn Reichspräsidenten unterzeichnete Ehrenurkunde: Walter Müller, Quarta, Rietberg; Hermann Dewald, Obertretia, Osburg, Kr. Trier, Missionshaus Rietberg; Albert Strunz, Obertertia, Neuenkirchen; Karl Brenken, Untersekunda, Delbrück. Die nächsten Sieger erhielten einen Eichenkranz, je 9 in jeder Alteroklasse. Sodann händigte der Anstaltsleiter den drei Untersekundanern Franz Knapp, August Schwien heer und Franz Stücker das Zeugnis der Reise für Obersekunda aus und entließ sie aus der Anstalt, indem er ihnen die besten Wünsche der Lehrer u. Schüler auf ihren Lebensweg mitgab. In diesen Rahmen hinein war als letztes die Feler des 85. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten gespannt. Der Direktor wies auf die hohe Bedeutung des Tages hin, daß wir insbesondere in diesen bewegten Zeiten, wo„nichts beständiger ist als der Wechsel“, nur den einen Wunsch hegen könnten: unser hochbetagtes und hochverehrtes Reichsoberhaupt, das leuchtende Vorbild unentwegter Pflichterfüllung, noch recht lange zu behalten. Unter den Klängen des Deutschlandliedes schloß die Feier. Rietberg, 7. Okt. Amtssitz des Obergerichtsvollziehers bleibt Rietberg. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 ist das Amtsgericht Rietberg ausgelöst und der Obergerichtsvollzieher Oberquelle in Rietberg an das Amtsgericht Wiedenbrück versetzt worden. Da sich aus dieser Lage für das Publikum bezüglich der Erteilung von Aufträgen Unklarheiten ergeben, wird darauf hingewiesen, daß der Obergerichtsvollzieher Oberquelle wie bisher seinen dienstlichen Wohnsitz in Rietberg hat und weiter den gesamten Bezirk des Amtsgerichts Delbruck und von dem jetzigen Amtsgerichtsbezirk Wiedenbrück die Gemeinden Rietberg, Neuenkirchen, Westerwiehe, Mastholte, Moese, Bokel und Drufsel verwaltet. Zeit= und kostenersparnishalber empfiehlt es sich. Aufträge direkt an den zuständigen Obergerichtsvollzieher zu leiten. :: Rietberg, 6. Okt. Neuer Musiklehrer. Herrn Willibald Evenkamp von hier wurde nach Absolvierung der Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst in Wien auf Grund des Erlasseo des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vom 2. Mai 1925 die Erlaubnis erteilt, Musikunterricht in Klavier, Orge!“ und Theorie zu erteilen. Rletberg, 7. Okt. Der Musikverein der Stadt Rleiberg selert am kommenden Sonntag, beginnend nachm. 3 Uhr, aus dem vorjährigen Festplatz am Bahnhof Rietberg=Neuenkirchen, sein diesjähriges Musikfest. Die verehrliche Bürgerschaft wird höflichst gebeten, die Häuser zu beflaggen. :: Neuenkirchen, 5. Okt. Generalversammlung des Neuenkirchener Spar= und Darlehnskassenvereins, e. G. m. u. H. Gestern nachmittag tagten im Saale des Gasthofs Humann die Mitglieder des Neuenkirchener Spar= und Darlehnskassenvereins zu ihrer diesjährigen ordentlichen Generalversammlung. Der Vereinsvorsteher, Herr Gutsbesitzer B. Determeyer, leitete die Versammlung. Herr Rendant Humann erstattete den Geschäftsbericht und trug die Rechnung und Bilanz des Jahres 1931 vor. Dem Geschäftsbericht entnehmen wir folgendes: Dem Neuenkirchener Spar= und Darlehnskassenverein gehörten am Schlusse des vergangenen Geschäftsjahres 346 Mitglieder an. Der Geschäftsbetrieb war im letzten Geschäftsahr rückläufig. Wie bei allen Geldinstituten, so ist auch hier der Umsaß wesentlich zurückgegangen. Von den Spareinlagen sind im verlossenen Geschäftsjahre rund 10 v. H. abgehoben worden. Auch im Jahre 1932 sind die Spareinlagen weiter zurückgegangen, jedoch ist der Abzug der Spareinlagen in den Monaten August und Septemder dieses Jahres zum Stillstand gekommen. Die Spareinlagen einschließlich der Guthaben im Kontokorrentverkehr betragen zur 1 100000 M. Hierzu kommen noch rund 80 000 Aufwertungsspargelder. Besonders freudig begrüßt wurde die Tatsache, daß der hiesige Spar= und Darlehnskassenverein auch während der Krisenzeit des Vorjahres ohne Unterbrechung dauernd flüssig gewesen ist und allen Ansprüchen gerecht werden konnte. Auch der augenblickliche Stand der flüssigen Mittel der Kasse ist außerordentlich zufriedenstellend. Es haben bisher Spargelder in jeder angeforderten Höhe ohne Schwierigkeiten ausgezahlt werden können. Die augenblickliche Kreditinanspruchnahme bei der hiesigen Spar= und Darlehnskasse einschließlich der gewährten Darlehn beträgt 1 300.000 J. Der Umsatz des letzten Jahres hat 10 Millionen Mark auf einer Seite betragen. Nach der letztjährigen Bilanz betrugen die Aktiva 1 583 917,46 Mark, die Passiva 1 576 453,11 u und der Reingewinn 7464,35 K. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Gutsbesitzer Heinrich Hansmeier=Druffel, berichtete über die Prüfung der Bilanz durch den Aufsichtsrat und teilte mit, daß der Aufsichtsrat beschlossen habe, der Generalversammlung vorzuschlagen, den Reingewinn in voller Höhe dem Reservesonds zuzuschreiben. Die Generalversammlung genehmigte die Bilanz nebst Gewinn= und Verlustrechnung für 1931 und beschloß, den Reingewinn voll dem Reservesonds zuzuschreiben, womit dieser eine Höhe von 48 749.79# erreicht. Dem Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. Hierauf berichtete Herr Hansmeter über die stattgefundene Revision durch die Revisoren des Verbandes ländlicher Genossenschaften in Münster im Mai d.., die festgestellt haben, daß sich die Buch= und Kassenführung in bester Ordnung befindet. Nach dem Revisionsbericht zu urteilen, gehört die hiesige Kasse mit zu den bestgeleiteten und gut fundierten Genossenschaftskassen. Herr Hansmeier wies dann noch darauf hin, daß der hiesige Verein bisher keine Kreditverluste zu verzeichnen gehabt habe, und daß auch bei einer Prüfung der Kredite durch den Aufsichtsrat festgestellt sei, daß sämtliche Darlehen und Kredite nur gegen einwandfreie Sicherheiten gewährt worden seien. Irgendwelche Verlustbefürchtungen für die Zukunft seien nicht zu erheben. Ohne Vorstandsbeschluß seien in keinem Falle Kreditgewährungen weder vom Aufsichtsrat noch von den Verbandsrevisoren festgestellt worden. Auf Antrag der Ländlichen Centralkasse in Münster wurde darauf beschlossen, den§ 41 der Satzung wie folgt abzuändern: Der Geschäftsanteil wird auf 400 u festgesetzt. Jedes Mitglied ist berechtigt, diesen Betrag voll, und verpflichtet, mindestens 50 v H. von diesem Betrage bar einzuzahlen. Die in einer früheren Generalversammlung auf 100 000 M festgesetzte Kredithöchstgrenze wurde, da sich die wirtschaftlichen Verhältnisse wesentlich geändert haben, auf 50.000 Mark herabgesetzt. Das Eintrittsgeld für neu aufzunehmende Mitglieder wurde von 10 u auf 1 u ermäßigt. Herr Landwirt Christoph Kaup=Westhoff beantragte, darüber zu beschließen, daß Vorstandsmitglieder keiner Einkommensteuerkommission angehören dürften, um nicht das Kassengeheimnis in etwa zu gefährden. Herr Rendant und Generalbevollmächtigter Humann erklärte hierauf im Auftrage des gesamten Vorstandes, daß bisher die augenblicklichen Vorstandsmitglieder in keiner Steuerkommission aktiv tätig gewesen seten. Sämtliche Vorstandemitglieder wären jedoch bereit, sofern sie Mitglieder von Steuerkommissionen seien, diese Posten unverzüglich niederzulegen. Um jedoch für die Zukunft sämtlichen Sparern die Gewißheit zu geben, daß das Kassengeheimnis unbedingt gewahrt bliebe und in keiner Weise für Steuerzwecke preisgegeben werden lle, wurde dem Antrag des Herrn Kaup entsprechend einstimmig beschlossen, daß Vorstandsmitglieder nicht gleichzeitig einer Einkommensteuerkommission oder andern Steuerkommissionen angehören dürfen. Zuletzt wurde dann noch über die Auszahlung und Aufwertung der Paptermarkspareinlagen einstimmig beschlossen, daß keine Aufwertungsbeträge, die bei einer 15prozentigen Aufwertung 50 u nicht überschreiten, sofort in voller Höhe an die Sparer ausgezahlt werden sollen. Ueber die Auszahlung der übrigen Sparguthaben soll der Vorstand auf Antrag der Sparer von Fall zu Fall beschließen. Die Aufwertungsspareinlagen sollen mit dem Einlagezinssatz ab 1. Januar 1932 für tägliches Geld verzinst werden. Herr Rendant Humann teilte sodann mit, daß die auf Grund der etzten Notverordnung zu erwartende Zinssenkung für die Landwirtschaft für den hiesigen Bezirk wohl wenig Bedeutung hätte, da in der Hauptsache die Kreditgewährung des hiesigen Vereins im Kontokorrentverkehr erfolgt sei und diese der Zinesenkung nicht unterlagen. Es sei jedoch entschieden mehr zu begrußen, wenn eine einheitliche Zinssenkung eintreten würde, wodurch dann nicht nur einige wenige, sondern sämtliche Mitglieder Vorteile hätten. Infolge der Diskontsenkung der Reichsbank könne vom 1. Oktober d. J. ab auch bei der hiesigen Kasse eine allgemeine Zinssenkung um 1 v. H. durchgeführt werden. Ganz besonders wurde hervorgehoben, daß das einmütige Zusammenstehen von Landwirtschaft, Gewerbe, Handwerk und Arbeiterschaft die Liquidität der Kasse am besten fundiere und auf die Dauer auch eine gesunde Zinspolitik ermögliche. Mit der Hoffnung, daß das bisherige gegenseitige Einvernehmen weiter bestehen bleibt, wurde die sehr gut verlaufene Versammlung geschlossen. ).( Moese, 6. Okt. Autounfall. Heute morgen ereignete sich in der scharfen Kurve hinter der Graftbrücke an der Langenberger Chaussee, die in der letzten Zeit wiederholt der Schauplatz ähnlicher Unglücksjälle gewesen ist, wieder ein Autounfall, der leicht hätte schlimmere Folgen nach sich ziehen können. Ein Dortmunder Buik=Wagen, der sich auf der Fahrt nach Bielefeld befand und wegen der augenblick lichen Ausbesserung der Strecke Lippstadt—Langenberg seinen Weg über Mastholte nehmen mußte, kam in der genannten Kurve, wahrscheinlich infolge zu schnellen Fahrens, ins Schleudern und rannte gegen einen Chausseebaum. Der Wagen wurde von dem Besitzer selbst gesteuert. Durch den heftigen Anprall wurde der Wagen erheblich beschädigt, während die Insassen mit dem Schrecken davonkamen. Der Wagen mußte abgeschleppt werden. :. Moese-Mastholle, 6. Okt. Zur„umständlichen Postbeförderung". Es wird uns geschrieben: Nach dem unter Mastholte in Nr. 232 dieser Zeitung gebrachten Artikel scheint der Schreiber wenig über den Betrieb der Deutschen Reichspost, noch weniger aber über die hiesigen Postverhältnisse orientiert zu sein. Zunächst handelt es sich bei dem neuen Fahrplan der hiesigen Postkraftlinie nicht um einen Winterjahtplan, sondern dieser Plan soll, wenigstens vorläufig, Dauergeltung haben. Ferner kann man nach der weiteren Darstellung geneigt sein, anzunehmen, als wenn die Morgenpost für Mastholte jetzt nach dem neuen Fahrplan nur des Sonntags den großen Umweg von Lippstadt über Padervorn—Brackwede—Gütersloh nach hier machen müsse. Dieses ist aber keineswegs der Fall; sondern diesen Weg hat die„Mastholter Morgenpost“ nun schon so lange gemacht, als die Strecke Rietberg—Mastholte—Lippstadt von einem Postkraftwagen bejahren wird, und das geschieht schon seit einigen Jahren. Es ist zwar richtig, daß die Abrechnungspost, wie Postanweisungen usw., nach der Abjahrt des letzten Postkraftwagens beim Postamt in Lippstadt gesammelt und morgens gegen 5 Uhr von Lippstadt über den genannten Umweg nach hier geleitet wird. Daß hierdurch jedoch Postsachen eher verlorengehen, ist wohl vollständig abwegig; denn da müßte schon der ganze Postbeutel in Verlust geraten, was in den Jahren dieser„umständlichen Postbeförderung" noch nicht ein einziges Mal vorgekommen sein dürfte., Alle übrigen Postsachen gehen nicht erst über Lippstadt, sondern werden, da der Betrieb der Deutschen Reichspost darauf eingestellt ist, direkt durch die Bahnpost ulw. zum Postamt Gütersloh und von hier durch einen eigens vom Postamt Gütersloh verschlossenen Beutel nach hier geleitet. Es wird also die Post für Mastholte an den verschiedenen Tages= und Nachtzeiten auch verschieden, se nach der nächsten Verbindung einmal direkt nach Lippstadt und einmal direkt nach Gütersloh, geleitet. Eine solche Handhabung chaben wir nicht nur auf dieser genannten Strecke, sondern man kann dieselbe auf allen Strecken des Deutschen Reiches jeststellen. Nach dem neuen Fahrplan besteht allerdings an Sonntagen eine Verbindung mit dem„Leitpostamt“, fachmännisch Abrechnungspostamt genannt, nicht mehr. Dieses ist aber insofern kein großes Uebel, als im ganzen Deutschen Reiche des Sonntags Abrechnungspost weder angenommen noch zugestellt oder verausgabt wird, und somit auch die Befürderung dieser Art Post an solchen Tagen von und nach Mastholte sich von selbst erübrigt. Weiter will der Schreiber absolut die hiesige Postagentur dem Postamt Gütersloh und somit wieder der OPD. Minden zugeteilt haben, obzwar es erst vor einigen Jahren mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln mühevoll gelungen ist, dem Postamt Lippstadt und damit der OPD. Dortmund zugeteilt zu werden. Wohl gehören die Gemeinden Moese=Mastholte verwaltungspolitisch zum Kreis Wiedenbrück, und leider sind auch die Gemeinden bei der Neueinteilung der Gerichtsbezirke dem Amtsgericht Wiedenbrück zugeteilt worden. Es wäre natürlich der sehnlichste Wunsch eines jeden Gemeindeeingesessenen gewesen, wenn die Gemeindevertretungen bei dieser günstigen Gelegenheit geeignete Schritte unternommen hätten, daß die Gemeinden Moese=Mastholte dem Amtogericht Lippstadt, das doch für die genannten Gemeinden praktisch bedeutend günstiger liegt, zugeteilt worden wären. Denn alle Gemeindemitglieder der Gemeinden MoeseMastholte stehen der Stadt Lippstadt näher als den Städten Wiedenbrück und Gütersloh. Was die Post anbetrifft, so wollen wir in den Gemeinden Moese=Mastholte froh sein, daß wir eine solch günstige Postverbindung haben, die wir nicht zum Nutzen eines einzelnen und auf Kosten der Allgemeinheit missen möchten. ::: Avenwedde, 6. Okt. Dienstsubiläum. Am Dienstag konnte der Reichsbahn=Assistent Hermann Honerlage in Avenwedde sein 25jähriges Dienstjubiläum feiern. (?) Verl, 6. Okt. Generalversammlung des SC. Verl(E..) Alo der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr Heinrich Amedick, die außerordentliche Generalversammlung des Sport=Clubs eröffnete, waren die Mitglieder fast restlos erschienen, so daß das Vereinslokal kaum Platz genug bot. Der 1. Schriftführer, Herr Willi Böcker, gab dann einen Ueberblick über das abgelaufene Geschäftsjahr. Wir entnehmen daraus die wichtigsten Angaben. Das abgelaufene Jahr war für den SportClub ein voller Erfolg. Die 1. Fußballmannschaft konnte im vergangenen Jahre in den erstmalig zum Austrag kommenden WSB.=Pokalspielen Hauptpokalsieger werden. Der größte Erfolg war für die 1. Mann schaft jedoch der Aufstieg in die 2. Bezirksklasse. Ohne jeglichen Punktverlust ist dieser Aufstieg erkämpft worden. In der höheren Klasse hatte man bisher gegen bedeutend stärkere Gegner zu kämpfen. Es ist natürlich schwerer, hier Erfolge zu verbuchen. Außer den Verbandsspielen wurde eine Reihe Freundschaftsspiele ausgetragen. Auch die Erfolge der zweiten Mannschaft und die der Jugendmannschaften wurden verdientermaßen gewürdigt. Herr Adolf Wilsmann erstattete anschließend den Kassenbericht, der ein günstiges Bild ergab. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Statutengemäß mußte der Vorstand neu gewählt werden. Der bisherige 1. Vorsitzende erklärte vorweg, daß man von seiner Wiederwahl absehen möge, da er die Wahl nicht annehmen könne. Die Wahl ergab dann folgendes Bild: 1. Vorsitzender Direktor Heinrich Schlösser. 2. Vorsitzender Dr. Furlkröger, 1. Schriftführer Willi Böcker, 2. Schriftführer Adolf Kampwirth, 1. Kassierer Adolf Wilsmann, 2. Kassierer Heinz Alf, Fußballobmann Bruno Schroeder, 1. Jugendleiter Adolf Johanntoberens, 2. Jugendleiter H. Stickling. In den Spielausschuß gewählt wurden die Herren Fritz Stürz, Leo Lewe, Bruno Schroeder, Willi Böcker, Joseph Schlösser, Hans Papenkord und Adolf Johanntoberens. Spielführer der Mannschaften sind folgende Herren: 1. Mannschaft Hans Papenkord, 2. Mannschaft Ordelheide, 1. Jugend Horstmann, 2. Jugend Frickenstein. Der aus dem Amte scheidende bisherige 1. Vorsitzende, Herr Heinrich Amedick, wurde in Anerkennung seiner Verdienste um den Sport=Club zum Ehrenmitglied ernannt. e: Verl, 6. Okt. 35 Jahre Gemeindevorsteher. In diesen Tagen jährte sich zum 35. Male der Tag, an dem Verls Gemeindevorsteher. Herr Heinrich Junkerseuerborn, in sein Amt eingeführt wurde. Vor 10 Jahren wurde das Silbersubiläum durch eine Festsitzung im Amtshause feierlich begangen. Wenn auch die Zahl 35 eigentlich keine Jubiläumszahl ist, so ist ein so hohes Dienstalter für einen Gemeindevorsteher so selten, daß es sich wohl verlohnt, kurz diesen Tag zu würdigen. Herr Junkerseuervorn ist bei weitem der dienstälteste Gemeindevorsteher des ganzen Kreises. Er wurde breits in einem Alter von 37 Jahren zum Gemeindevorsteher gewählt. Unter seiner Amtstätigkeit hat sich manches in der Gemeinde Verl geändert. Die Gemeinde Verl zählte bei seinem Dienstantritte 1288 Einwohner, heute 2607, das Amt Ver 7892 gegen 12 827 heute. In der Gemeinde Verl ha: sich die Einwohner= zahl also mehr als verdoppelt, im Amte hat sie während seiner amtlichen Tätigkeit um mehr als 60 Prozent zugenommen. Viele hundert Morgen Oedland und Heide sah der jetzige Gemeindevorsteher zu Wiese und Acker werden. Die Gefangenenkommandos wurden unter seiner Dienstzeu eingerichte:, weil damals zu den Kultivierungsarbeiten keine Arbeitskräfte zu bekommen waren. Herr Junkerseuervorn war schon Vorsteher in Verl, als hier noch die Postkutsche herrschte. Die Teutoburzer=Waldenbahn, als die erste und einzige Bahnverbindung der Gemeinee, Ve.:, geggebagt, als er schon jahrelang im Dienst war. Nur zwei Gesettigte Straßen hatte bei seinem Dienstantritt die Gemeinde die Straße Verl—Gutersloh und Verl—Wilhelmedorf. Alle nach Friedrichsdorf, Kaunitz, Spitzkrug und die nach der Sürenheide sind während seiner Dienstzeit entstanden. Von den jetzigen Schulen der Gemeinde stand bei dem Dienstantritt des Herrn Junkerfeuervorn allein die Dorsschule. Die Schulen auf der Sürenheide und aus dem Wiedey sah er wachsen, nachdem die alte Schule in der Bauerschaft verkauft worden war. Man ersieht aus dieer kurzen Aufzählung, daß während seiner Dienstzeit eine gewaltige Arbeit in der Gemeinde geleistet worden ist, woran der Vorsteher natürlich einen Hauptanteil hat. Wenn diese ganze Arbeit in den verflossenen 35 Jahren ehrenamtlich geleistet worden ist, dann zeugt das von einem bewundernswerten Idealismus. Herr Junkerseuervorn hat es stets durch sein ruhiges, sachliches Wesen verstanden, unter den einzelnen Ständen ausgleichend zu wirken. Sonst wäre es wohl kaum gewesen, daß er während seiner Dienstzeit, in die doch die kritische Zeit des Krieges, der Revolution und der Nachkriegszeit fällt, in der alles Alte erneuerungsbedürftig schien, achtmal wiedergewählt worden wäre. Erwähnt sei noch, daß Herr Junkerfeuervorn auch in zahlreichen sonstigen öffentlichen Körperschaften jahrzehntelang tätig gewesen ist. Er ist Amtsbeigeordneter, Mitglied des Kirchenvorstandes, Vorsitzender des Spar= und Darlehnskassenvereins Verl, Vorsitzender der Bäuerlichen Bezugs= und Absatzgenossenschaft Verl. Gesundheitlich ist Herr Junkerseuervorn noch durchaus auf dem Posten, so daß ihm wohl niemand die 72 Jahre anmerkt. Allgemein wird er für 10 und mehr Jahre jünger gehalten. Möge das auch in Zukunft noch lange so bleiben. Das sei unser Wunsch zu dem seitenen Jubiläum! Auf dem Kreise Warendorf ) W a r e n d o r f, 7. O k t. D i e S p a r k a s s e n i n W a r e n d o r f z i e h e n u m. Die Vereinigten Kreis= und Stadtsparkassen verlegen ihre Geschäftoräume am Mittwoch, dem 12. Oktober, in das neue Sparkassengebäude auf der Freckenhorster Straße. Wegen des Umzuges bleiben die Kassen am Montag, dem 10. und Dienstag, dem 11. Oktober, geschlossen. Dringende Aufträge werden an diesen Tagen in den bisherigen Geschäfteräumen entgegengenommen. Vom 12. Oktober ab wickelt sich der gesamte Geschäitsverkehr beider Sparkassen nur noch im neuen Gebäude auf der Freckenhorster Straße ab. Ausikdarsistungen während der Gütersloher Oktober- Messe Durch liebenswürdiges Entgegenkommen der Musik-Orchester ist es der Messeleitung, ,gelungen, das Musik-Programm der Messe ganz bedeutend zu erweitern Wir geben nachstehend das neue Programm bekennt: 1. Sonntag: Bahnhofsvorplatz 11.30 Uhr Konzert, Orchestervereinigung, Dirigent Herr Telje. Dreiecksplatz 11.30 Uhr Konzert, Freiw. Feuerwehr, Dirigent Herr Grießbach Reklamefestzug 14.30 Uhr, Harmonieorchester, Dirigent Herr Aulenkamp. Mittwoch: Dreiecksplatz.30 Uhr, Jünglings- und Männerverein. Dirtgent Herr Nottebrock. Donnerstag: Alter Kirchplatz 17 Uhr Konzert, Harmonleorchester, Dirigent: Herr Aulenkamp. Preitag: -Dreiecksplatz 17 Uhr Konzert, Orchestervereinigung, Dirtgent Herr Telje. Samstag: Kinderfackelzug 18.30 Uhr Jünglings- und Männerverein. Dirigent Herr Nottebrock. 2. Sonntag: Bahnhofsvorplatz 11 30 Uhr Konzert Harmonleorchester. Dirigent Herr Aulenkamp. Kirchliche Nachrichten. Gütersloh. Sonntag. den 9. Oktober 1932. Kommuniontag der Jünglinge gemeinschaftliche hl. Kommunion des Jungmännervereins, der Werksugend und der 3. Abteilung der Schulkommunikanten 6 Uhr hl. Messe..15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr Hochamt mit Predigt. 10.30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 15 Uhr Segensandacht. Das aluch Bilht on, gren zu: wttch. Suageursche 1260 Prtos,) Klaslentetterte# Achtellos 4 130.341680 an ppenstzich Töctrishes Suenseiche Ein Nie Wente u.8 Glaße in II. Havenbr iste, S ag Vigr/10 21 800000 Lose. 348000 in 5 Klassen verteilte Oewinne, 2 Prämien zu je 500000 RM., 100 Schlußprämien zu je 3000 RM. Spielkapstal 114260 100 RM. Staalliche-Loneric-Einällme-KUhht Bütsrate 26, Telofon Nr. 2761 Kallee- und vatelservite stets neue Formen in allen Preislagen I. F. Jumwinkel, Qüterslon Freurenn Geiste Saler neipluge Feierstunden im kath. Gesellenverein Avenwedde Avenwedde, 7. Oktober. Unsere Stiftungsfeste sind auf gutem Wege, wirkbiche Feierstunden zu werden. Man weiß und schätzt das besonders beim kath. Gesellenverein. Auch in Avenwedde folgt man gern und zahlreich jedes Jahr seiner Einladung. Ein einheitlicher Gedanke beherrscht unsere Feste. Frohe und ernste Erziehungsarbeit sollen unsere Feierstunden sein— am Publikum, das kommt und sieht und lauscht, und an den Mitwirkenden selbst, die sich opferfreudig unter ihren Führern für die Ausgestaltung der Abende mühen. Wenn es nicht schon die Ankündigung auf dem Spielzettel tat, so sagten die launigen Begrüßungsworte des Präses, Herrn Pfarrvikars Dubielzig, den Gästen, die den großen Bettenworthschen Saal bis auf den letzten Platz füllten, daß das diesjährige Stiftungsfest im Zeichen des Frohsinns stehen sollte, wie er sich mit Kolpings Geist verträgt, wie ihn Vater Kolping auch selber für seine Gesellen fordert. Der Bezirkspräses von Lethmate, Herr Lehrer Ringbeck, sprach die Festworte. Wir können hier nur den Hauptinhalt seiner wahrhaft freudigen Rede wiedergeben: Wer an der Jugend arbeiten will, ohne ihr Freude bereiten zu wollen, der lasse seine Finger davon. Zwar hat die Jugend an schaler Freude, unwahrer Freude genug, doch nicht an wahrer, echter, die den Namen Freude auch wirklich zu Recht trägt. Ein Programm der Freude will die große Aufgabe des Gesellenvereins sein Auch in der Freude soll das Gelöbnis der Treue liegen, auch in der Freude soll der Geist Kolpings zu spüren sein. Das sei Sinn und Zweck dieser Feierstunden. Dreifach ist der Geist der Treue: Treue zur Kirche, Treue zur Heimat, Treue zur eigenen Persönlichkeit! Die Kirche verband die Vielheit der Stände zur Einheit, in der sie alle in ihrer Eigenart arbeiten können zum Wohle und Seelenheile des Ganzen. So hat sich der Gesellenverein stets bewußt mit eingereiht in die Scharen derer um Christus in Christi Kirche. Heilige Pflicht ist es darum eines jeden Gesellen, als Mitglied seines Vereins mitzuarbeiten wie es sein Heerführer Christus durch Vater Kolping von ihm verlangt. Er soll sich des Evangeliums nicht schämen, das älter ist als alle Tagesmeinungen. Weil Gott dem Menschen in uns die irdische Heimat gab, darum übertragen wir die Treue, die wir ihm halten auch auf unsere Heimat. Gerade als katholische Menschen sind wir der Heimat treu, denn unser Glaube gibt die Kraft der Ungebrochenheit, die wir heute mehr denn je nötig haben, um beizutragen, unserem armen Volke und damit auch uns selbst zu helfen. Evangelium der Liebe! Katholisch sein und deutsch sein schließen sich nicht aus. Beides zusammen heißt wahr und pflichtgetreu sein— darum auch Treue zur eigenen Persönlichkeit, auf daß man ein fester, christlicher, deutscher Mann wird. Aus diesem dreifachen Geist der Treue heraus wird man auch in der Freude ein ganzer Kerl sein. Bei unseren frohen Festen muß Kolping unter uns sein können. Letztes Ziel ist immer in der Freude wie überhaupt im Leben: Christus Rex— Christus König! Jubelnder Beifall dankte dem Redner. Der Präses rief allen zu: Habt Ihr nicht tief im Innern gespürt bei den zündenden Worten des Redners, was Freude heißt? Daß die reinste Freude darin liegt, mitarbeiten zu dürfer an Kolpings und letzten Endes an Christi Werk— und daß aller äußerer Ausdruck der Freude in Wahrheit nur der Widerschein der echten. inneren Freude ist. So sind auch die fröhlichen Dinge, die der Spielzettel noch an Liedern, Musik und Bühnenspiel verheißt, nur der Rahmen zu diesem Höhepunkt des ganzen Abends, den die Rede des Lethmater Bezirkspräses darstellte, nur der Ausdruck einer Freude, die wir in Treue mitnehmen und in all unserem Tun und Lassen sich auswirken lassen wollen, Gott zur Ehre, Vater Kolping zum Danke, uns und allen zum Heile! Ein würdiger Professor mit gewaltiger Brille und etlichen Folianten unter dem Arm schritt nun bedächtig vor den Vorhang— unser Regisseur Clemens Venjakob verbarg sich unter der Maske — und sprach das versammelte Kollegium also an: „Zu diesem schönen, lust'gen Spiel, Das man jetzt gleich beginnen will, Vertrete ich die Wissenschaft Und grüße die Kollegenschaft. Ihr andern auch habt wohlgetan, Daß ihr heut Abend kamt heran, Was weiblich ist, sei auch begrüßt, Das— wenn sonst nichts— doch zahlreich ist. Ich grüße das gesamte Haus, Den Heinz und Hinz, den Kaspar, Klaus. Wenn es mich zum Prolog jetzt drängt, So mein ichs so: Ihr seid beschrankt! Um etwas nach Verdienst zu schätzen, Muß mans euch auseinandersetzen, Wenns gnädge Fräulein dann auch spricht: „Bei meuner Bülldung braucht's das nicht"— Da irren Sie sich, meine Beste; Dies Volk braucht's klar gemacht, und feste! Ich will das Stück nun deutlich machen; Es strotzt, es strotzt von tiefen Sachen! Was das Kostüm betrifft, das zieht, Wie man ja hier an mir schon sieht. Es gab bei uns mal eine Zeit, Wo alles ausgemacht das Kleid, Wo Säbel, Uniform und Litze Jedweden Schelmen hob’n zur Spitze Ob all der übrigen Kreatur. Köstliche Probe beut das Spiel, Auf das die Auswahl diesmal fiel. Wir wollen herzlich drüber lachen, Doch eines dabei nicht vergessen: Daß man aus all den tollen Sachen Soll lernen, wie man nicht vermessen Darf schauen auf den äußern Schein, Sondern dem Menschen ins Herz hinein!" Dann zog die Geschichte vom Hauptmann von Köpenik über die Bretter. Die ganze Welt hat einst gelacht über den Gaunerstreich des Schusters Wilhelm Voigt, hinter dem sich doch so viel Heimweh und Lebenstragik verbarg. Der Prolog schon läßt uns weise Lehre draus ziehn. Auf der Bühne würzten die bekannten Kasernenhoftypen— gut dargestellt— das Spiel mit viel Humor; sie ließ uns ahnen, wie damals der Streich des„ungedienten Schusters“ möglich war. Der gute Wille Voigts, der im Grunde seines Herzens kein schlechter Mensch war, ein anständiges Leben der Arbeit zu führen, brachte ihn nicht weiter— eine alte Hauptmannsuniform aber ließ alles Front machen. Man möchte lachen und weinen zugleich, wenn er zum Schluß resigniert den Beamten folgt, die ihn verhaften. Die Darsteller, besonders Muckpinski, die Perle der Kompagnie, ferner der alte Trödler Isaak, dem die janze Geschichte ein„Riesenreklämche“ ausmachte, der Hauptmann selber und der schnauzbärtige Herr Unteroffizier, boten das Beste. Mit frohem Kolpingsgruß ging man auseinander, die Kolpingssöhne zu neuer Winterarbeit, in der besonders mehrere literarisch=künstlerische Abende vorgesehen sind. Gott segne das ehrbare Handwerk! Rechtspflege. II. Unterschlagung und Urkundenfälschung bei der Postagentur Vorhelm, bei der Landkrankenkasse und der Ortskrankenkasse. Beckum, 7. Okt. Der Postagent Wilhelm Arnemann aus Vorhelm hatte sich heute vor der Großen Strafkammer in Münster wegen Amtsunterschlagung und Urkundenfälschung und wegen Unterschlagung in zwei Fällen zu verantworten. Im Jahre 1926 trat Arnemann an die Reichspost heran und bat, ihm eine Postagentur in Vorhelm zu übertragen. Nachdem die wirtschaftlichen Verhältnisse des Arnemann geprüft und dieser sich als finanziell gesund bingestellt hatte, wurde seinem Antrage entsprochen und ihm der Diensteid abgenommen. Er hat bereits 1931 amtliche Gelder, Postanweisungen, nur verspätet abgeliefert, da er ein Defizit in der Postkasse haben wollte. Die Post faßte dahinter, sah den Fall aber nicht als besonders schwerwiegend an und bestrafte Arnemann mit einer Geldstrafe. Doch diese Verfehlungen hinderten ihn nicht, erneut sich an den Geldern zu vergreifen. Er unterschlug im Amte eine Postanweisung an die Ehefrau Kümpel in Vorhelm über 297 M. Nach einiger Zeit meldete Frau Kümpel aber den Verlust des Geldes an. Davon erhielt A Kenntnis, ging zu Frau K. und gab ihr das Geld ab. Die Postanweisung habe er vergessen, sagte er ihr. A. ging dann hin und unterschrieb mit dem Namen Kümpel selbst die Postanweisung.— Weiter nahm Arnemann von dem Postspar= und Darlehnskassenverein in Münster ein Darlehen von 500 A auf. Man verlangte dafür eine Bürgschaft. Arnemann ging hin, setzte die Bürgschaft schriftlich auf und versah, sie mit dem Namen seines Schwagers Hubert Hartwig.— Noch zwei Verfehlungen werden A. zur Last gelegt Als Geschäftsführer der Landkrankenkasse Beckum unterschlug er einen Betrag von 162 M und als Verwalter der Ortskrankenkasse in Vorhelm 1060 A.— Alle diese Delikte gibt Arnemann auch zu Das Gericht verurteilte ihn wegen Amtsunterschlagung, Urkundenfälschung in zwei Fällen zu einer Gesamtstrafe von einem Jahre Gefängnis. BEILEIDSKARTEN liefert sauber und billig EHOLTERDORE Oelde und Wiedenbrück Kram und Biehmaret in Eippstar! Donnerstag, den 13. Oktober WLE. gibt Sonntags-Rückfahrkarten aus. Pegrere ge. hör zu vermieten. Näheres. Unter d. Ulmen 35. Abgeschl. --Zimmer-Wohng. Wasserl., Licht. Gas u. Bad. zu vermieten. Wiedenbrück, Ostring 98. Sschen Gescieh. Wöhnung zu vermieten. Jos. Fischer, Ennigerloh. Abgeschlossene -ZimmerWohnung 1. 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Heirat in Frage käme. Freundl. Angeb. unt. H. G. 92 an Die Glocke, Oelde. Suche für meine 20jähr. Tochter, die in allen Arbeiten erfahr. ist, zum 15. Okt. od. 1. Nov. Stelle als Glüßze der Hauofrau in einem Gutshaush. Näh. i. d. Geschst. Mädchen 20., sucht für sofort oder später Stelle für Küche und Hausarbeit. Näh. i. d. Geschst. Kötterssohn,.17., sucht Stellung beim Landwirt. Melken wird mit übernommen. Näh. i. d. Geschäftsstelle. Junm) Einheirat In kl. Hof m. etw. Wirtschaft u. Handlg. kann ein strebs. jung. Mann einheiraten. Tochter ist 24., gesund und tüchtig. Etw. Vermögen angenehm. Off. unt. D. U. 88 a. d. Glocke, Oelde. Geirat Büro=Beamter, 40 Jahre, kath., led., Vermögen 20—30000, wünscht Dame mit Verm. kennen zu lernen. Einheirat angenehm. Off. mit Bild unter Darl. der Verhältn. erbeten unter F. R. 90 a. d. Glocke, Oelde. Heiral Strebsam. Tischler= meister, 27 Jahre alt, wünscht die Bekanntschaft einer Dame passenden Alters. Schreinermeisterstochter sowie Einheirat nicht ausgeschloss. Strengste Diskretion zugesichert. Off. mit Bild unter E. G. 89 a. d. Glocke, Oelde. Beiratsgeluch Witwer(Arbeiter), m. 3 Kind. i. Alt. v. —16., eig. schuldenfr. Heim, sucht e. Lebensgefährtin i. Alter v. ca. 40—50 J. Bedingung ist Liebe zu Kindern. Gefl. Off. mit Angabe d. Vermögensverhältn. und mögl. m. Bild, welches zurückgesandt., unter I 93 an Die Glocke in Oelde. Vermittlung verbeten. (Isum) Dort e Aufnagme on Draus sahlung S.Jonit De rechnung wie aewöhnlich Zu verkaufen: Eine 1½j. Fuchsstute, Vat. Hermesianer. Kaspar Huchtkemper, Wadersloh. Post Benteler. 6 Wochen alte Ferkel. Köller, Keitlinghausen. Habe 10 Stück 6 6 Wochen alte Ferkel abzugeben. Jos. Nachtigäller Greffen. 6 Stück gute Sechswochenferkel. Th. Silke, Oelde=Ahmenhorst. Mehrere Schlacht= hühner. Heese, Neubeckum, Laake 43. Junge, eingetragene Herdbuchziege. Andreas Uthoff, Oelde, Stromberger Str. 33. 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Leghornhennen,—2sährig, zahle 504 pro Pfund. Schriftl. Ang. unter K 94 an Die Glocke in Oelde. von dem Bestreben geleitet, das grundlegende Werk möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Es ist bisher in über 4000 Exemplaren verkauft worden. :: Münster, 6. Okt. 70 Jahre Westfälischer Bauernverein. Vor nunmehr 70 Jahren wurde der Westfälische Bauernverein von dem„Bauernkönig" Burkhard Freiherrn von Schorlemer=Alst als erste Organisation dieser Art zur Selbsthilfe des ohne fremde Hilfe um seine Existenz schwer ringenden Bauernstandes gegründet. Er wurde das Muster aller deutschen Organisationen dieser Art, um die uns das Ausland beneidet. Zum Gedenken dieser Gründung, die den Grund legte zur Einigung des deutschen Bauernstandes wird der Westfälische Bauernverein Freitag, den 28. Oktober, in der Stadthalle mittags 2 Uhr eine JubiläumsGeneralversammlung abhalten, in der der Vorsitzende der deutschen Bauernvereine, Reichsminister a. D. Dr. Hermes, die Festrede halten wird. Mit dieser Jubiläumstagung verbunden sind Sitzungen des Hauptvorstandes, Gesamvorstandes, Vereinsausschusses sowie eine Vorstandssitzung der Vereinigung der Deutschen Bauernvereine. Als Einleitung zu dieser Jubiläumstagung wird Donnerstag abend im Zoologischen Garten ein Begrüßungsabend veranstaltet werden, der durchaus heimatlichen Charakter tragen wird. Soest, 7. Okt. Oeffentliche Arbeiten in Soest. Mittwoch nachmittag lud die Stadtverwaltung die Stadtverordneten und die Presse zu einer Besichtigungsfahrt ein. Im Steinbruch bei Hiddingsen— früher Truppenübungsplatz— sahen die Teilnehmer die jungen Burschen von 18 bis 25 Jahren fleißig arbeiten, um das für den Straßen= und Wegebau usw. notwendige Steinmaterial zu beschaffen, 110 im freiwilligen Arbeitsdienst, die anderen sind Fürsorgeempfänger. Morgens 7 Uhr treten die Arbeiter am Stadtkrankenhaus an, empfangen dort ihren Morgenkaffee, und frisch geht's in Kolonnen zur Arbeitsstätte. Die tägliche Entschädigung beträgt 1,80 J. Für 60 Pfg. erhalten die Steinbrecher das Essen für den ganzen Tag. Die eigentliche Hauptmahlzeit wird 530 Uhr abends gemeinsam im Stadtkrankenhaus eingenommen. Kaffee wird an Ort und Stelle gekocht. Als Entschädigung erhalten die Arbeiter eine Summe als Grundstock für eine Siedlung. Bisher wurden dort 2600 Tagewerke gezählt. Eine Feldbahn bringt die Loren vom Steinbruch an den Abladeplatz, wo die Steine sofort in den städtischen Lastzug geschüttet werden können. Ein Drahtseil zieht darnach die Kollis elektrisch zum Abladeplatz. Die Kraftstromanlage ist von den städtischen Werken geschaffen. Der Grund für die Anschaffung eines Kraftzuges, so erklärte Beigeordneter Dr. Hackenberg, ist darin zu suchen, daß die Stadt keine Spitzenleistungen erzielen will, sondern bestrebt ist, möglichst viele Arbeiter zu beschäftigen. Es wird in zwei Schichten gearbeitet, jede Schicht hat 33 Stunden. Auf einem freien Platz wird nun ein massives Haus für den Winter errichtet und dieses alles von den jungen Leuten geschaffen. Sie haben in der vom 1. April bis 1. Oktober dies. Is. 35000 Tagewerke verrichte:. Betont wird noch, daß die Arbeiten den eigentlichen Unternehmern nicht schaden, da in normalen Zeiten der Plan nie zur Ausführung gekommen wäre. Nach dieser Besichtigung ging es zur neuen Kläranlage der Stadt Soest, die vom Lippeverband errichtet worden ist. Baurat Prüß erklärte den ganzen Vorgang der biologischen Nachreinigung. Er betonte, daß die Abwässer hier so geklärt würden, daß Fische darin leben könnten. Das geklärte Wasser wird dem Soestbach zugeleitet. Die festen Abfälle sollen später an die dortigen Landwirte verteil: werden. Die Maße der neuen Anlage seien kurz mitgeteilt: Vorklärungbecken 270 Kubikmeter, Frischabschlagraum 50 Kubikmeter, Faulraum 800 Kubikmeter, Tropfkörper 2100 Kubikmeter, Belteferungsraum 250 Kubikmeter und der Klärraum 300 Kubikmeter. :: Dortmund, 7. Okt. 15 000 Zigaretten vom Lieferwagen gestohlen. Von einem Lieserwagen der Edeka=Einkaufsgenossenschaft wurden in den Abendstunden 15 Mille Zigaretten gestohlen. Der Kraftwagenführer fuhr mit dem Auto von Dortmund nach Witten. Bei seiner Abfahrt in Dortmund hatte der Führer noch festgestellt, daß die Zigaretten vorhanden waren. In Dortmund=Persebeck machte er die Wahrnehmung, daß die Zigaretten fehlten. TU Schwerte, 7. Okt. Zwei Personen tödlich verunglückt. Infolge Platzens eines Reifeus geriet am Donnerstagnachmittag guf der etwas Atschüssigen Ilerlöhner Skraße ein Köiner Persörkekaltko“ iks Schleudetn und riß zwei Spaziergänger, dmn 25 Jahre alten Heinrich Ferveruand den Schneidermeister Johann Grundlach, um. Während Ferber sofort tot war, ist Grundlach kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen. Das Auto, das mit großer Geschwindigkeit die Böschung hinunter zur Ruhr fuhr, blieb kurz vor dem Fluß schwer beschädigt liegen. Die Insassen des Kraftwagens kamen mit dem Schrecken davon. Brilon, 7. Okt. Vorbereitungen zum Skiwinter. Der Skiklub Brilon wählte in seiner sehr zahlreich besuchten Generalversammlung Herrn Hugo Junker zum 1. und Studienrat Dr. Kemper zum 2. Vorsitzenden. Die übrigen Vorstandsämter verbleiben weiterhin in bewährten Händen. Herrn Gewerbelehrer Kannengießer wurde für seine bisherige eifrige Vereinsarbeit allseitiger Dank ausgespochen. Er wird weiterhin im erweiterten Vorstand die Geschicke des Vereins mitleiten. Im Verlauf der Versammlung wurde rege über die Organisierung des Skiklubs sowie Bildung und Schulung von Jugendgruppen diskutiert. Für ein weitverzweigtes Skiwegenetz, das die schönsten Teile der Briloner Berge erschließt, ist bereits Sorge getragen. Die Einweihung der großen Hellholschanze, die noch einige kleinere Abänderungen erfahren wird, ist für die Jahreswende vorgesehen. Neben den bestehenden Sonderzugverbindungen aus dem Münsterlande wird auch ein Anschlußsonderzug aus dem Industriegebiet für den kommenden Winter erstrebt. Es wird somit möglich sein, aus fast allen Teilen Westdeutschlands schnell und billig in das Wintersportgebiet von Brilon zu gelangen. 2 Brilon, 8. Okt. Brilon wirbt. Die SGV=Ortsgruppe Brilon hat in diesem Jahre die Prämiierung des Blumenschmucks vom Verkehrsverein übernommen. Es gelangen eine größere Anzahl Preise zur Verteilung. Zur besseren Orientierung in dem Wegenetz der Briloner Bergwelt wird in Brilon=Wald eine große Wegetafel Aufstellung finden. Für Brilon=Stadt ist eine solche beim Hauptvorstand beantragt. Blomberg, 7. Okt. 1200 Prozent Bürgersteuer! Burgermeister Dr. Kargol gab in der Stadtverordnetensitzung bekannt, daß zum Ausgleich des Etats ungejähr 1200 Prozent Bürgersteuer erforderlich seien. Man lehnte eine solche Zumutung sofort ab. Vermischtes — Der Raketenstart mißlungen. Der Start der Winkler= Rakete in Pillau, am Donnerstagnachmittag, ist wieder mißglückt. Der Apparat erhob sich bis zu einer Höhe von etwa 15 Meter. Plötzlich erfolgte eine sehr starke Detonation, die den unteren Teil der Rakete, die den Brennraum enthält, vollständig zerstörte. Sie überschlug sich in Richtung des Unterstandes der Film= und Photoleute, die wieder zahlreich erschienen waren. Der Metallmantel, der die Rakete umkleidet, zersprang, wobei die Splitter in weitem Umkreise herumflogen. Die Umgebung wurde blitzlichtartig durch einen von der Rakete ausgehenden Feuerschein erleuchtet. Der Rest der Rakete landete unmittelbar hinter dem Deckungsgraben der Filmleute, Es entwickelte sich starker weißer Qualm, der vorübergehend die ganze Gegend verhüllte. Ingenieur Winkler betonte, daß er sich das Versagen der Rakete noch nicht erklären könne. Ein neuer Start ist für absehbare Zeit wohl nicht möglich. — Hamburg, 6. Okt. Platideutsch als Schulfach. Bei der GroßHamburgischen Lehrerschaft ist eine Umfrage über die Bewertung des Unterrichts in Plattdeutsch veranstaltet worden. Von 2230 Lehrern, haben sich alle bisauf 30 dafür erklärt, daß auf den Hamburger Schulen die Pflege des Niederdeutschen betrieben werden sollte. Außerdem wurde ein Diskussionsabend veranstaltet, der außerordentlich aufschlußreich dafür war, daß die Lehrer ganz entschieden der Auffassung sind, daß ein Dialekt wie das Platt nicht nur durchaus„salonfählg“ sei, sondern auch allen Kindern gelehrt werden müsse. — Marseille, 7. Okt. Ende Oktober wird in der Hafenstadt Saint Nazaire ein neuer französischer Ozeandampfer, der nach dem ermordeten Staatspräsidenten den Namen„Präsident Doumer“ erhalten wird, vom Stapel lausen. Die Franzosen wollen damit das blaue Band des Ozeaus, das die„Bremen“ hält, zurückerobern. Die Italiener sind eben mit ihrem neuen Schiff„Rex“ bei diesem Vorhaben gescheitert. Das französische Schiff wird mit 70000 Tonnen das größte der Welt sein — Belgrad, 6. Okt. Große Ueterschwemmungen in Boonien. Eine Ueberschwemmungskatastrophe, die durch einen Wolkenbruch verursacht wurde, hat Ost=Bosnien heimgesucht und die Ortschaften Slatina und Zidine völlig zerstört. Nach den bisherigen Feststellungen haben fünf Personen den Tod gefunden: etwa zwanzig Personen haben schwere Verletzungen davongetragen. TU Neuyork, 7. Okt Walker kandidiert nicht mehr. Auf Grund einer Entscheidung des höchsten Gerichtshofes des Staates Neuyork wird. bekanntlich im November die Neuwahl des Bürgermelsters von Neuyork stattfinden Wie die B. Z. dazu erfährt, hat der ehemalige Bürgermeister Walker mitgeteilt, daß er „aus Gesundheitsrücksichten“ auf seine Kandidatur verzichten müsse. — Politik in Hinterstoißenwald. Wenn zwei leidenschaftliche und hartnäckige Stammtisch=Politiker debattieren, so entsteht jene Form der Debatte, in der jeder für sich spricht, als wäre der andere gar nicht da, in der sich die Zwei=Zahl nicht darin zeigt, daß es Rede und Antwort gibt, sondern darin, daß der Monolog des einen durch den Monolog des anderen und wiederum der Monolog des anderen durch den Monolog des einen unterbrochen wird. Eine solche Debatte kennt nur ein Ende: das der Erschöpfung. Im Hinterstoißenwalder Wirtshaus sitzen Sepp Hilzensauer, ein Bauer, und Georg Gürster, ein Arbeiter aus der Stoißenberger Papier= jabrik. Hilzensauer und Gürster gehören gleichermaßen zu den besonders leidenschaftlichen und besonders hartnäckigen Menschen. Am gleichen Tisch sitzt auch der alte Förster Matthias Siferlinger, ein sehr bedächtiger und sehr schweigsamer Mann. Gürster und Hilzensauer debattieren lange, sehr lange, eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden. Siferlinger hort zu und schweigt. Der Schluß der Debatte verläuft wie folgt: „Mir machan a Revoluzzion.“ „Mir brauchan an Kini.“ „Ma muaß a Mal ganz damisch dreifahrn, und alls a Mal richtig aufriegeln und nei ofanga. „Mir müßtn uns an Kini holn, daß wieda oan gibt, der wo ganz obn is.“ „S muaß wieda fiers Volk regiert wern.“ „Nua a Kini ko dem Volk helfa.“ „Nua a Revoluzzion ko uns rettn.“ „A Kini muaß her.“ Da tritt die Erschöpfung ein. Nach einer guten Weile unterbricht Siferlinger die Stille: „Zweng was streits denn? Oes habts ja alle zwoa recht. I woaß scho lang, was fier uns allsamm s Richtige waar, und fier ent zwoa aa.“ „Was denn nacha?“„Sags do!“„A keniglich boarische Revoluz= zion.:.(Wilh. v. Hebra m der Jugend.“) — Verstimmt.„Warum so'n mieses Gesicht, Adalbert?“ „Ich muß morgen zu einer Hochzeit— und habe gar keine Lust!“ „Aber dann bleib doch daheim, du brauchst doch nicht hinzugehen!“ „Doch, es ist meine!“ — Weib. Hans:„Was würden Sie tun, wenn ein Mann auf offener Straße auf Sie zuträte und Ihnen einen Kuß raubte?“ Lucy:„Allen meinen Freundinnen würde ich es erzählen.“ — Splitter. Erfolg kommt mit den Jahren, wie die jalschen Zähne und die grauen Haare. — Kleine Ursache. Bogumil verspürte Bauchweh und begab sich zum Arzt. Der Arzt untersucht ihn. un wi Le# einen g# ppten, Striemen. Tragen Sis einen zu engen Gurtel: „Nee—'n Kleinauto!“" — Politk.„Wie? Sie haben überhaupt keine politische Meinung! Das ist doch unerhört! Sie sollten sich wirklich einmal entscheiden. Wenn ich Ihnen raten darf, eignen Sie sich meine an!“ „Ach, danke, ich möchte Sie wirklich nicht berauben!“ ich groß bin“. „Liebe Mutter, glaub' es mir, Wenn ich groß bin, helf ich dir.“ So hörte ich ein kleines Mädchen singen. Ins runde, lachende Kindergesicht Hingen ihm goldene Ringellöckchen. Noch weißt du nicht, „Großwerden“ kut manchmal so weh! Bliebst du nur immer in kurzen Röckchen.— Jetzt hab' ich das Kind wieder gesehn, Und sein Gehen war so suchend, tastend, Als ging es durch Dunkelheiten. Im blassen, schmalen Mädchengesicht Sah ich große Augen fragend sich weiten: Verstehst du mich nicht? Kannst du mir nicht Antwort sagen Auf all meine Fragen?— Ich sehe ein ganzes Heer von wachsenden, jungen Menschenkindern mit demselben suchenden Schritte. In den fragenden Augen dieselbe Bitte.— Manche sangen lachend in Kindertagen „Wenn ich groß bin“. Und das Werden hat kiefes Weh getragen. Es gibt verstehende Menschen mit Führerhänden— Wenn sie doch den Weg zur Jugend fänden! Chr. Ue., Wadersloh. CUCHERSeRU) Er und seine Wochenente. Lustspiel in drei Aufzügen. Von Gustav Schoneweg. Verlag Gustav Thomas, Bielefeld 1932. Bühnenwerke wie das eben erscheinende Lustspiel„Er und seine Wochenente“ von Dr. E. Schoneweg, dem Direktor des Städt. Museums in Bielefeld, bedeuten für das Theater in seiner heutigen Lage Rettung aus Blutlosigkeit und Banalitätenwust. Frei von kitschigen Sentiments und verlogenem„Arme=Leute=Milieu" erschließt es eine schon stark verschüttete Quelle unseret Volkstums: Die bodenverwurzelte Eigenart des deutschen Menschen. Die Sprache des Volkes wird meisterhaft, dabei im Hinblick auf die Möglichkeiten der städtischen Berufsbühnen, sparsam und wirkungsvoll eingesetzt. Nicht zuletzt sei auf die lebenbejahende, von zursprünglicher Fröhlichkeit bestimmte Grundhaltung des Werkes hingewiesen, hinter der man den Lebensernst des Perfassers spürt. Nirgendwo findet sich in dem Stück eine auf sogenannte„Wirkung" berechnete üble Anspielung. Im Gegenteil, das Werk ist, trotz allen Spaßes, sauber von Anfang bis zu Ende. Und das ist es ja gerade, was wir heute brauchen. In den letzten Jahrzehnten haben sich— das muß einmal mit aller Deutlichkeit gesagt werden— sogenannte„Lustspiele" und „Schwänke“ auf unsern Bühnen breit gemacht, die durch ihre zweideutigen Witze und Kalauer vorwiegend auf gewisse Instinkte abzielten. Wir alle kennen die Erzeugnisse einer geschäftstüchtigen, routinierten Amüsierindustrie, die uns Schauspieler nicht selten zu Possen= und Zotenreißern herabwürdigten. Wie haben wir uns oft geschämt, daß ein be*) Sämtliche hier aufgeführten Bücher sind zu beziehen durch die Buchbandlung E. Holterdort. Oelde und Wiedenbrück. stimmtes Publikum darüber lachte!— Wir haben aber auch gewußt, daß viele Freunde des Theaters, und wahrlich nicht die schlechtesten. gerade deshalb fernblieben. Wir Schauspieler waren wehrlos, denn in #e. Praxis macht letzten Endes nicht die Theaterleitung, sondern das Publikum den Spielplan, beeinflußt ihn jedenfalls entscheidend. Die Verhältnisse sind heute glücklicherweise andere geworden. Theaterbesucher, Spielleiter und darstellende Künstler haben langst eingesehen, daß eine bestimmte Art von zersetzenden und vergiftenden Bühnenwerken nicht mehr länger zu ertragen ist. In Schonewegs Lustspiel„Er und seine Wochenente“ haben wir ein Bühnenwerk, das die in der heutigen sorgenvollen Zeit besonders wichtige Aufgabe erfüllt, Menschen fröhlich zu stimmen. Als ich das Werk studierte, sah ich im Geiste die Zuschauer schmunzeln, kichern und sich hell lachend auf die Knie schlagen. Schon das Lesen und noch besser das Vorlesen des Werkes werden manchen Trübsinn verscheuchen. Soviel ist sicher: Die Erstaufführung dieses Volkslustspiels wird in Theaterkreisen stärkste Beachtung finden. Hanskarl Friedrich, erster Spielleiter des Schauspiels am Theater der Stadt Münster i. W. Von der„Vatikanischen Illustrierten“. Das neueste Heft(Nr. 18) der „Illustrazione Vaticana“, deutsche Ausgabe bringt wieder eine reiche Sammlung an Bildern zu den Tagesereignissen im Vatikan und in der katholischen Welt, denen die Chronik des Vatikans und der Weltkirche mit ihren vielen kurzen, reichillustrierten Notizen auf Schritt und Tritt folgt. Neben dieser regelmäßigen Chronik enthält auch diese Nummer wieder eine Reihe von interessanten und gehaltvollen Aufsätzen, die aktulle Fragen und Ereignisse oder bedeutende geschichtliche und künstlerische Probleme in breiteren Linien behandeln. Kein weniger Befugter als der Sekretär der Kongregation de Propaganda Fide, Msgr. Carlo Salotti, schreibt über das Leben und das Lebenswerk des hingeschiedenen Kardinal=Präfekten Willem van Rossum. Der Redakteur der deutschen Ausgabe, Prof. F. X. Zimmermann, begrüßt den neuen Erzbischof von Wien, während L. Schlichting mit einem reichillustrierten Ausatz des Essener Katholikentages gedenkt. Aus den geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Beiträgen erwähnen wir besonders den Aufsatz von Prof. J. P. Dengel, dem Direktor des österreichischen historischen Institutes in Rom, über den Palazzo Venezia, den jetzigen Sitz des italienischen Ministerpräsidenten, als einstmalige Sommerresidenz der Päpste, und die Studie von Graf Eduard Coudenhove=Erthal über ein interessantes spätbarockes Projekt, das dem Kolosseum durch Einbauen einer Kirche eine sakrale Bestimmung geben wollte. A. Grossi Gondi schreibt eine Einführung zum Kongreß für christliche Archäologie; A. Coppini gedenkt des vor 300 Jahren geborenen Malers Luca Giordano, während G. Parroni einem römischen Maler des vorigen Jahrhunderts, Francesco Grandi, eine Studie widmet, und P. Inanisich über den Dom von Jakovo(Jugoslawien) schreibt. Aus dem reichen Bildmaterial nennen wir die interessanten Photographien von den Restaurierungsarbeiten an der Frauenkirche in München, die Bilder vom Eucharistischen Kongreß in Kopenhagen mit den letzten Aufnahmen des Kardinals van Rossum und die Aufnahmen von der Bestattung dieses großen Missionsapostels in seiner holländischen Heimaterde. Neuausbau des Städt. Technikums Hainichen i. Sa. Die Einrichtungen des Städtischen Technikums Hainichen sind in letzter Zeit ganz neuzeitlich ausgebaut und erweitert worden, so daß gegenwartig für experimentellen und praktischen Unterricht 24 bestausgestattete Räume zur Verfügung stehen Eintritt bis Anfang November 1932. Näheres siehe Inserat. Semesterbeginn am Technikum Lemgo. Das Winter=Semester 1932=33 beginnt am 27. Oktober 1932. Anfragen und Anmeldungen sind möglichst umgehend einzureichen. Programm und Lehrpläne der Anstalt werden Interessenten auf Anforderung kostenlos zugesandt. Die Ingenieur= und Bauschule Technikum Lemgo führt Abteilungen für Maschinenbau, Elektrotech= nik, Hoch- und Tiefbau und untersteht der Aufsicht der Lippischen Regierung, welche zu sämtlichen Abschlußprüfungen Staatskommissare entsendet. Die Ausbilkungszeit beträgt bei der erforderlichen Vorbildung 5 Semester für Maschinenbau= und Elektroingenieure, für Architekten= und Bauingenieure; 4 Semester für Maschinenbau= und Elektrotechniker, für Hoch= und Tiefbautechniker. Laut Erlaß des Lipp. Landespräsidiums ist das Technikum Lemgo im Sinne der Baumeisterverordnung staatlich anerkunnt worden, wodurch den Absolventen der Anstalt die die Abschlußprüfung nach dem 5. Semester abgelegt haben, die Möglichkeit gegeben wird, zur Baumeisterprüfung zugelassen zu werden. Roland 3, der Empfänger, der kommen mußte... Mit ihm wird ein langgehegter Wunsch vieler Tausende erfüllt. Es ist der Dr. Georg Seibt.=., Berlin=Schöneberg, gelungen, einen=Röhren=Schirmgitterempfänger von ganz besonderer Leistung herzustellen, dessen Konstruktion schon auf der letzten Funkausstellung als äußerst glücklich bezeichnet wurde. Hauptredakteur: Joseph Holterdorf, Oelde. Verantwortlich. für Polltik: Dr. Joseph Holtmann, Oelde, für Recht. Handel und Volkswirtschaft: Rechtsanwalt Dr Julius Abeler, Oelde: für Sport, Lokales, Provinzielles und den nicht von anderer Seite vertretenen Tell: Hans Könlg, Oelde; für den lokalen Tell Beckum: Franz Klwitt, Beckum; für den lokalen Tell Warendorf: Dipl. agr. Fritz Becker, Warendorf; für den lokalen Teil Gütersloh: Bernh. Mertenskötter in Gütereloh; für den lokalen Tell Wiedenbrück: Walter Möhlmann, Wiedenbrück; für der. Inseraten- und Reklameteil: Balthasar Ruthmann, Oelde; Geschlftsstellen: Buchhandlung Anton Gelhard In Beckum, E. Holterdorfsche Buchhandlung In Wiedenbrück; Buchhandlung W. Ebbeke in Warendorf, E. Holterdorf In Gütersloh, Berliner Straße 17, und die Geschäftsstelle In Oelde I. W. Rotationsdruck und Verlag von E. Holterdorf In Oelde 1. W. # Die ROLAND Wertmarke G #t AWS 0 EDer hochempfindliche DreiröhrenSchirmgitter-Empfänger von sicherer Großempfangsleistung— seine Vorzüge sind die eines Superhet... SLTDPROEPNND Dr. Oeerg Seibt 40.e Berlin-Schöneberg X Personenstands-Aufnahme. Die den Haushaltungsvorständen in den Gemeinden des Amtsbezirks Oelde zugestellten Haushaltungslisten und Hauslisten sind nach dem Stande vom 10. Oktober d. J. ordnungsmäßig auszufüllen. Die Anleitung auf der ersten Seite ist genau zu beachten. Die Abgabe der hauslisten hat wie folgt zu geschehen: maschinen zu Fabrikpreisen, gesehr billig. brauchte, sehr billig. f. Hand# Scheit— uug Ser“ der mon sich we Mie enr demr Aegene er Jeht dntte Die Stofte en elich den. Arge. Senn 1 grcn g. 888. Seie grns 16:, e-u- ue.- Auh ug. * Sece uudn Pos an doen Pe Potstut und Der Sur a) Stadt Oelde am Dienstag, dem 11. Oklober d.., im Amtshause, Zimmer Nr. 6, und zwar: von—9 Uhr folgende Straßen: Am Markt, Am Bahnhof, Am Kalverkamp, Am Wasserturm, Badeweg, Bahnhofstr., Benningloher Weg, Brede, Bultstraße, Deipen Weg, Ennigerloher Str., Estinghauserhof.„„„„ von—10 Uhr: Fürstenbergstr., Gartenstr.. Geiststr., Gleisweg, Grüner Weg. Gröningeweg, Herrenstr., Hohe Str., Industriestraße, In der Geist, Kirchstraße Kirchhofstraße, Kirchplatz, Kleygarten, Kolpingstraße, Kolpingstege; 8..ttr m. von 10—11 Uhr: Kurze Str., Lange Str., Letter Weg, Letter Str., Lehmwall, Lindenstr, Mittelweg, Mühlenweg; von 11—12 Uhr: Nordenfeldmark, Ostenfelder Str., Rhedaer Str., Ruggestr., Schmale Gasse, Jahnplatz, Simmeriß, Speckgasse, Spellerstraße, Steinstraße, Stadtgraben, Stromberger Tor, Stromberger Straße:„„ P m von 15—16 Uhr: Süder., Südenfeldmark. Trippenhof, Vor den Knäppen, Vinckestraße, Warendorfer Straße, Wallstraße, Weststraße, Withelmstraße,.„ 3. Grt., Brck. 9. von 16—17 Uhr: Nach Plümers Kotten, Zur Axt, Zur Brede. Zum Mühlenteich, Zum Drostenholz, Zum Schützenhof, Zur Polterkuhle, Klockweg, Overbergstraße Paulsburg, Poststr.,=Poststiege, Pullort: Wollgarne und Maschinenstricken erster Spinnereien: Eßlinger, Schmidt, Schachenmayr, RWK. usw. A. Mock, Handelsg., Lippstadt. Filialen: Paderborn, Westernstraße 34, Bielefeld, Gütersloher Str. 7. Oesen in allen Ausführungen empfiehlt zu bedeutend herabgesetzt. Preisen. H. Sieweke Herzebrock. b) Kspl. Oelde am Mittwoch, dem 12. Oktober d..: von 8— 9 Uhr Bauerschaft Bergeler von—10 Uhr Beuerschaft Ahmenhorst, Uhr Bauerschaft Menninghausen, verschaft Reitlinghause Habe noch folg. von 10—11 Uhr Bauerschaft Menninghause von 11—12 Uhr Bauerschaft Reillinghausen; anerr. Saulonr c) am Donnerstag, der 13. Oktober d.., von—12 Uhr in der Wirtschaft Hartwig in Stromberg. Es ist besonders darauf zu achten, daß bei den Arbeitnehmern ab 7 wgglisten Name und Wohnort des Arbeitin Spalte 9 der Haushaltungsuisten gebers angegeben wird Um pünktliche Abgabe der Hauslisten zu den angegebenen Terminen wird dringend ersucht die uue Sue jedes-Aog en. eer. e ae. Inr e- brch Pdese ue Aun u e e- Sechtreger Er# Ga Krogen Re cher 9 Sve eheand. Seee Oelde, den 7. Oktober 1932. Der Bürgermeister. abzugeben: Petkuser Roggen, 1. Absaat Lembkes Industriekartofsel, 1. Absaat Böhms Odenwälder Blaue, 1. Absaat Julinieren, Ebsdorfer, 1. Absaat Ferner einen größ Posten weiß. u. rot. Kappus. Bekanntmachung. Schulze Waltrup, Liesborn. Die diesjährige Personenstands- und Betriebsaufnahme ist nach dem Stande vom 10. Oktober d J. durchzuführen. Die erforderlichen Vordrucke(Hauslisten, Haushaltungclisten und Betriebsblätter) werkommerden Versonengruppen in den nächsten Ta89. s9 eu-huge Vordrucke(Hauslisten, Hausholt.,rr.— in den nächstin To. den den in Frage commenden Personengruppen in den nächsten Tagen zugestellt. Jeder Hausbesitzer, Haushaltungsvorstand und Gewerbetreibender ist verpflichtet, die ihm zugestellten Vordrucke genau auszufüllen und unterschriftlich zu vollz ehen. Die ausgefüllten Listen sind zu den nachstehend aufgeführten Terminen wieder abzuliefern. Die Erfüllung dieser Vorschrift kann durch Geldstrafe erzwunDie Entgegennahme der Listen erfolgt für die Einwohner der Gemeinde Kirchspiel Bedum, Mgtwoch den 12 Ou.. J. am Dienslag, dem 11., und Alittwoch, den 12. Drt. ö.., auf dem Amtsbüro in Beckum. Zimmer Nr. 2, und zwar nur VorFür, die Gemeinden Lippborg, Sünninghausen und Vellern erfolgt die Entgegennahme der Personenstandslisten durch die Herren Gemeindevorsteher Die Termine werden ortsüblich bekanntgemacht. Beckum, den 20. September 1932. Der Bürgermeister des Amtes Beckum: Eickenscheidt. und Preißelbeeren schön reif, tägl. frisch gepflückt, à Pfd. 233. Bahnversand von 20 Pfd. an M. J. Meyer, Sögel. Prima Rot-u. Weißkobl ha: abzugeben Th. Ohlmeyer, Ostenfelde, Ruf Ennigerloh 80. Die Listen für die diesfährige Personenslands- und Betriebsaufnahme werden den einzelnen Haushaltungsvorständen im Laufe der nächsten Tage zugestellt werden. Für die Eintragung der zu jedem Haushalte gehörenden Personen ist der Stand vom 10. 10. 18 maßgebend. Die auf der ersten Seite der Liste enthaltene Anleitung ist bei der Ausfüllung genau zu beachten. Insbesondere wird darauf hingewiesen, daß bei sämtlichen Arbeitnehmern, einschließlich Lehrlingen in Spalte 9 der Name, der Wohnort und die Betriebsstätte des Arbeitgebers einzutragen ist. Bei Arbeitslosen ist anzugeben, seit wann die Arbeitslosigkeit besteht.„. 44enb Zur Abgabe der Listen werden folgenoe Termine angesetzt: 1. Neubeckum: Dienslag, den 11. Oktober 1932, im Lokale des Gastwiets Bernhard Hüttemann, und zwar: 8 Uhr von Haus Nr.—75, 9 Uhr von Haus Nr. 76—150, 10 Uhr von Haus Nr. 151—225, Montag, den 10. Oktober, felertagshalber geschlossen! 14 Uhr von Haus Nr. 301—375, 15 Uhr von Haus Nr. 376—450, 16 Uhr von Haus Nr. 451—525, 17 Uhr von Haus Nr. 526—Ende. Bekannrmachung Heute werden die ersten Kongreß-Mantel verkauft. Die Auswahl ist bereits vollständig. Gebr. EUEMDGGP Hamm Aufgebot. Die Eheleute Landwirt Heinrich Wenzmann zu Rheda 6, haben das Aufgebot des othekenhriefes nam verlorengegangenen Hypothekenbriefes vom 4. 11. 1924 über die im Grundbuch von Beelen, Band 8, Blatt 54, Abt. 3, Nr. 4 für die Kreissparkasse Warendorf in Warendorf eingetragene, zu 15 Prozent, unter Umständen 16 Prozent, vom 1. November 1924 verzinsliche Darlehnsforderung von 1000 c beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 20. Januar 1933, 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer 9, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftlos= erklärung der Urkunde erfolgen wird. Warendorf, den 28. September 1932. Das Amisgericht. Ankäufe 5 Felke-Heilweise, Naturheilverfahren, Spezialbehandlung für Beinleiden und Hautkrankheiten. Glänzend bewährtes Heilverfahren bei frischen und veralteten Fällen. Viel Dank- u. Anerkennungsschreiben. Naturheilinstitut Marx Motorrad Diengig2. Ennigerloh. den 11. Oklober 1932, im LoIn Beckum, Elisabethstr. 6, jeden Mittwoch von—5 Uhr, In Hamm, Augustastr. 25, täglich von 9 bis 12,—5 Uhr(außer Mittwoche). Die schönsten Landwirtschaftsschule Freckenhorst Beginn des 51. Wintersemesters arb 4. November 1932. Anmeldungen sind spätestens bis zum 15. Oktober an die Direktion zu richten. von höchster Qualltät kaufen Sie sehr preiswert bei uns. von—14 Steuer’., 4 und 8 Zyl.,’ersonen- und Lastwagen steis am Lager Verlangen Sie Prospekt 14. Günstige Zahlungsbedingungen.* fü Vete-Ziegeistonte Fischer& Co. Münster I. W. für Vormauerungszwecke bestens geeignet, liefern preiswert ab Werk und franko BauSabik stelle u. Beumer, Damptziegeielen 6.. AA. Ahlen I. Wesit. Subin ist ein gutes Mittel für Schweine gegen Lahmheit Steithelt, Knochenweiche und zur Anregung der Freßlast. Zu haben in Apotheken und Drogerien. steuerfrei, od. Leichtmotorrad, gut erhalt., kauft Jos. Bernhörster, Friedrichsdorf i. 1b. Einen größ. Posten gebrauchte Hobelbönke sowie Bildhauerbänke zu kaufen gesucht. Angebote erbittet h. Baumhus, Langenberg l.., Eisenhandlung. vleg, den 11, Oriober kale des Gastwirks Heinrich Wiese, und zwar: 8 Uhr Dorfbauerschaft Nr.—75, 9 Uhr Dorfbauerschaft Nr. 76—150, 10 Uhr Dorfbauerschaft Nr. 151—225, 11 Uhr Dorfbauerschaft Nr. 226—300, 14 Uhr Dorfbauerschaft Nr. 301—Ende, 15 Uhr Bauerschaft Beesen, 15.30 Uhr Bauerschaft Hoest, 16 Uhr Dorf Nr.—75, 16.30 Uhr Dorf Nr. 76—Ende. Für die rechtzeitige Abgabe der Listen werden die Haushaltungsvorstände verantwortlich gemacht Die rechtzeitige und vollständige Ausfüllung der Listen kann durch Geldstrafen erzwungen werden. Neubeckum, den 4. Oktober 1932. Der Bürgermeister des Amtes EnnigerlohNeubeckum: Schenuit. Gesundes Haser- und Verstenstdol kauft lausend Friedr. Schworze Oelde. Fernruf 5. Auf die im Flur des Amtshauses in Neudeckum und in der Amtsnebenstelle in Ennigerloh aushängende Bekanntmachung über die Erhebung einer Bürgersteuer für die Monate Oktober, November und Dezember 1932 weise ich hin. Neubeckum, den 4. Oktober 1932. Der Bürgermeister des Amtes EnnigerlohNeubeckum: Schenuit. Inserieren bringt Erfolg Bezirks- und Platzvertretung vergibt gut fundierte angesehene Gesellschaft (keine Vers.) bei lausend gutem Einkommen an geeignete Herren aus dem Versicherungs=, Bank= und Bausach oder aus der Zwecksparbewegung(jedoch nicht Bedingung). Schriftl. Anfragen unter K H 5110 an Die Glocke in Oelde. Die Haushaltungslisten und Betriebsblätter der diesjährigen Personenstandsaufnahme sind ausgefüllt abzugeben wie folgt: a) Gemeinde Benteler: Am Mittwoch, dem 12. Oktober 1932, nachm. von—6 Uhr in der Wirtschaft Herweg. b) Gemeinde Diestedde: Am Donnerstag, dem 13. Oktober 1932, nachm. von—6 Uhr, in der Wirtschaft Peveling. c) Gemeinde Herzseld: Am Dienstag, dem 11. Oktober 1932, nachm. von—6 Uhr, auf dem Sprechtag. d) Gemeinde Liesborn mit Ausnahme der Bauerschaften Göttingen und Suderlage: Am Mittwoch, dem 12., und Donnerstag, den 13. Oktober 1932, vorm. auf der Amtsnebenstelle in Liesvorn. Bauerschaft Göttingen: Am Mittwoch, dem 12. Oktober 1932, von—6 Uhr, in der Wohnung Mußhoff=Bröckelmann in Göttingen Bauerschaft Suderlage: Am Donnerstag, dem 13. Oktober 1932, nachm. von—6 Uhr, in der Wirtschaft Schulte in Suderlage. e) Gemeinde Wadersloh: Am Mittwoch, dem 12., und Donnerstag, den 13. Oktober 1932, des Vormittags auf dem Amtsgeschäftszimmer in Wadersloh. Wadersloh, den 6. Oktober 1932. Der Ehrenbürgermeister: Grothues. Bekannriachung Der Händler Wilhelm Pötter, wohnhaft in Liesborn, Suderlage, hat die Genehmigung zur Ansiedtung auf dem außerhalb einer im Zusammenhange gebauten Ortschaft in der politischen Gemeinde Liesborn belege nen, unbebauten Grundstücke Flur 53, Po zelle 183/83, beantragt. In Gemäßheit des§ 16 des Gesetzes von 10. August 1904 bringe ich diesen Antrag mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß gegen denselben von den Eigentümern, Nutzungs=, Gebrauchsberechtigten und Pächtern der benachbarten Grundstücke innerhalb einer Ausschlußfrist von 21 Tagen bei dem Kreisausschuß in Beckum Einspruch erhoben werden kann, wenn der Einspruch sich auf Tatsachen begründen läßt, welche die Annahme rechtfertigen, daß die Ansiedelung den Schutz der Nutzungen benachbarter Grundstücke aus der Land= oder Forstwirtschaft, aus dem Gartenbau, der Jagd oder Fischerei gefährden werde. Liesborn, den 6. Oktober 1932. Der Gemeindevorstleher: Brömse. Bekanntmachung Die Bekanntmachung betr. den Antrage des Tischlers Johannes Krane zu Wiedenbrück auf Ansiedlungsgenehmigung hängt vom 6. 10. bis 27. 10. 1932 im Gitterkasten am Rathause aus Wiedenbrück, den 5. Oktober 1932. Die Vollzeiverwaltung. Wenn 1 Man braucht nur sen, um zu erkennen, asien in grauen Vorz vorstellbarer Katastro Zeit gewesen, wo die lich der schwachen,s# Marmarameer entsta minder riesiger Felsbi noch eine aus der je schen Meeres sowie K Küste von Kreta, Rh Diese Scholle mu riesige vulkanische Sz sie schließlich zerbrack das Aegäische Meer; Balkangebirge mit se Oestlich der Stelle, w randstück stand: die Aegäische Meer vorst eben. Auch sie war sion brachte,„angekn als 50 km sich erstrec Zusammenhalt der Cl Steht nun ein u Wird die Chalkydike von der Hand weiser zähligen Erdbebenwe sich erstreckende Erdr vergessen, daß die sog merlicher Teil der nur eine ganz norme vor sich geht, der kein liche Voraussicht nich dig als Schicksal über starb der ein gebürtiger Böhl gung der Schiffe Zur Kit Von unse Seit dem nei ist der Einfluß vi damit sind die sch Gil gesetzt hatte, weisung des apost res, der sich um von Kirche und S Androhung wenigen noch geöf „Renitenz“ der m stätten und Konst die völlige Ablehni Enzyklika„Acerh nen, daß Mexiko sischen Zustär Jahren nicht mehr König Sein Ehekonfl Die Beziehunge einer geschiedenen den letzten Tagen# Der gemeinsam land auf Besuch bei echs Wochen bi erschien ein Flügela Helene mit dem b England zu verlast wurde dieser Schritt der Oeffentlichkeit und ihren Sohn bei photographieren lief nenkönigs hat seine die englische O des„Daily Mail“ u daß die von ihr ge tigungen und könig sehr viele Sy Prinzessin Hele Darstellung folgend daß ich auch jetzt n verlauten zu lassen, wärtigen Augenblick Boden. In den 9 läßt, werde ich jetzt mals wieder meiner Erzählung( öffentliche Meinung X Wenn die Erde wankt... Wird eine halbinsel, zur Insel? Man braucht nur einen flüchtigen Blick auf die Landkarte zu wersen, um zu erkennen, daß das Gebiet zwischen Griechenland und Kleinasien in grauen Vorzeiten der Erdgeschichte einmal der Schauplatz unvorstellbarer Katastrophen gewesen sein muß. Das ist wahrscheinlich die Zeit gewesen, wo die Mulde des Schwarzen Meeres einbrach, wo südlich der schwachen, stehengebliebenen Gebirgsrippe des Bosporus das Marmarameer entstand, wo unter Hinterlassung zahlloser mehr oder minder riesiger Felsbrocken die gewaltige Erdscholle zerbrach, die damals noch eine aus der jetzigen Balkanhalbinsel und dem Boden des Aegäischen Meeres sowie Kleinasien bestehende Einheit darstellte, deren jüdliche Küste von Kreta, Rhoders und der Südküste Kleinasiens gebildet war. Diese Scholle muß in der fraglichen Periode der Erdgeschichte durch riesige vulkanische Spannungen so stark aufgewölbt worden sein, daß sie schließlich zerbrach; die Bruchspalte wurde vom Wasser überflutet: das Aegäische Meer; die Seitenränder der Scholle wurden Gebirge: das Balkangebirge mit seinen Ausläufern, und die kleinasiatische Hochfläche. Oestlich der Stelle, wo jetzt die Stadt Saloniki liegt, hielt ein Schollenrandstück stand: die Chalkydike mit den merkwürdigen drei aus ihr ins Aegäische Meer vorstoßenden Halbinseln. Sie hielt stand, allein nur eben. Auch sie war bei der Katastrophe, die die Spannung zur Explosion brachte,„angeknagst": zwei in west=östlicher Richtung über mehr als 50 km sich erstreckende Erdrisse, jetzt Seen, ließen erkennen, daß der Zusammenhalt der Chalkydike mit dem Festlande bedenklich zermürbt sei. Steht nun ein weiterer Akt dieses dramatischen Geschehens bevor? Wird die Chalkydike nun endgültig Insel? Man wird diese Gejahr nicht von der Hand weisen dürfen: die Tatsache, daß im Verlauf der unzähligen Erdbebenwellen der letzten Tage riesige durchweg ost=westlich sich erstreckende Erdrisse entstanden sind, besagt genug. Man darf nicht vergessen, daß die sogenannte Weltgeschichte nur ein ganz kleiner, kümmerlicher Teil der Erdgeschichte ist, und daß, wenn die Erde wankt, nur eine ganz normale, folgerichtige Weiterentwicklung der Erdgeschichte vor sich geht, der keinerlei menschliche Kunst Einhalt gebieten, die menschliche Voraussicht nicht voraussehen kann, sondern die Menschheit geduldig als Schicksal über sich ergehen lassen muß. Wer wird der Träger des literarischen Nobelpreises 1932? Vor 75 Jahren starb der Erfinder der Schiffsschraube Joseph Ressel, ein gebürtiger Böhme, der als Erster eine Schraube zur Fortbewegung der Schiffe und danach das erste Schraubenschiff der Welt konstruierte. Kirchliches. Zur Kirchenverfolgung in Mexiko. Von unserem eigenen römischen Mitarbeiter: Seit dem neuerlichen Präsidentschaftswechsel in Mexiko ist der Einfluß von Calles wieder erheblich gestiegen, und damit sind die schwachen Hoffnungen, die man auf Portes Gil gesetzt hatte, völlig zu Schanden gemacht worden. Die Ausweisung des apostolischen Delegaten Erzbischof Ruizy Flores, der sich um die notdürftige Befriedung des Verhältnisses von Kirche und Staat hochverdient gemacht hat, die schroffe Androhung brutalster Gewaltmittel gegen die wenigen noch geöffneten Kirchen in Mexiko, die bei weiterer „Renitenz“ der mexikanischen Geistlichkeit in Arbeiter„bildungs" stätten und Konsumwarenhäuser umgewandelt werden sollen, die völlige Ablehnung der ernsten Mahnungen in der päpstlichen Enzyklika„Acerbo animi“ vom 29. September lassen erkennen, daß Mexiko nun vollends und hemmungslos jenen russischen Zuständen zusteuern will, von denen es schon seit Jahren nicht mehr weit entfernt war. Paul Valery, der klassizistische franz. Lyriker. große russische Erzähler und Dramatiker. Siesan George, der formenstrenge deutsche Lyriker. Rauf Nehen Wirder spalheroftich kahl. Das Wetter der nächsten Woche. (Bericht der Meteorologischen Korrespondenz) Der Witterungsverlauf in der ersten Oktoberwoche entsprach in allen Einzelheiten unserer vorwöchigen Voraussage. Wieder bildete sich, wie vermutet, aus zwei ursprünglich getrennten Störungen eine einheitliche, von Südwesteuropa in nordöstlicher Richtung bis zum Eiemeer reichende Tiefdruckfurche, auf deren Vorderseite genau wie acht Tage zuvor die Temperaturen stark anstiegen. Im Freistaat Sachsen und in Schlesien, in der Tichechoslowakei, in Oesterreich und Ungarn wurden am vorigen Wochenende noch einmal Sommertage erreicht; das Thermometer stieg namentlich in den Donauländern weit über 25 Grad Celsius hinaus, in Budapest bis auf 32, in Wien auf 29, in Olmütz und Klagenfurt auf 27 Grad Wärme. In Nord= und Süddeutschland wurden mit Ausnahme des Küstengebiets der Nordsee fast überall am vorigen Samstag 20 bis 23 Grad Wärme erreicht; in Oberschlesien wurden auch Sonntag noch 20 Grad Celsius überschritten. Nur zog diesmal die Tiefdruckfurche unter Ausbildung eines Sturmwirbelkerns rascher nordostwärts ab; sie lag Montag mit einem niedrigsten Barometerstand von etwa 728 mm schon am Weißen Meere, und in ihrem Rücken konnte ungehindert von Norden her frische Polarluft nach Mitteleuropa einbrechen, die zunächst unruhiges Schauerwetter zur Folge hatte und dann rasch ein Hochdruckgebiet als Ausläufer eines sehr ausgedehnten atlantischen Maximums über Mitteleuropa aufbaute. In der niedrig temperierten Luft stieg bereits am Montag das Quecksilber nur noch vereinzelt im Süden auf 15 bis 17 Grad Wärme; die nächtliche Ausstrahlung ließ nachts die Temperaturen vielfach bis in die unmittelbare. Nähe des Gefrierpunkts sinken, und in der Nacht zu Mittwoch kamen schon verbreitete Bodenfröste vor, nachdem in Süddeutschland selbst die Höchsttemperaturen am Tage vielleicht nicht über 8 Grad Wärme hinausgekommen waren. Der Aufstau der Kaltluft am Alpenwall und an den Sudeten führte auf den Gipfelstationen zu Frösten; die Schneekoppe hatte 4, der Fichtelberg 2, der Brocken 1 Grad Kälte, und die Niederschläge gingen in Schnee über. Im Allgäu und un östlichen Teil der bayerischen Alpen fiel Mittwoch bis auf 1300 Meter hinab Schnee, stellenweise beträgt die Neuschneehöhe schon 30 cm. Auch im norddeutschen Binnenland kam es in der Nacht zu Donnerstag vielfach zu leichten Bodenfrösten; trotz ungehinderter Sonneneinstrahlung wurden mittags auch weiterhin fast nirgends 15 Grad Wärme erreicht; zu einer Neuauflage des Altweibersommers der vorigen Woche konnte es mangels Zufuhr neuer südlicher Warmluft diesmal nicht kommen. Wohl ist inzwischen in den isländischen Gewässern eine neue Zyklone erschienen; ihre Warmluft hat aber nur gerade noch die Nordseeküste gestreift, wo Donnerstag früh bei bewölktem Himmel bis zu 12 Grad Wärme herrschten. Erst ein zweites Randtief der Zyklone wird wohl etwas weiter ins Binnenland eingreifen und uns namentlich im Westen und Nordosten Bewölkung und Regen bei mäßigem Temperaturanstieg bringen. Bis dahin, d. h. bis zum Wochenende, wird sich das ruhige, morgens und abends vielfach neblige, tagsüber sonnige und infolgedessen etwas wärmere Herbstwetter erhalten. Für den Anfang der Woche muß aber nach dem Vorübergang des Tiefs mit einem erneuten Kaltlufteinbruch gerechnet werden, so daß dann bei inkenden Temperaturen und einzelnen Regenschauern das Witterungsbild wieder ähnlich spätherbstlich wie um die Mitte dei letzten Woche werden wird. Angesichts der fortschreitenden Jahreszeit dürfte sich auch bei der Wiederausbildung heiteren Strahlungswetters der Temperaturanstieg tagsüber in noch bescheideneren Grenzen halten als diesmal, und die Nachtfrostgefahr wird weiter zunehmen. Augenblicklich gibt es in Europa drei scharf voneinander getrennte Klimazonen. In Skandinavien herrscht mit Temperaturen bis zu 8 Grad Kälte bereits der Vorwinter; Mitteleuropa hat Spätherbst, und in Italien, namentlich in Mittel= und Süditalien ist nach Hochsommer mit Morgentemperaturen bis zu 26 Grad(Palermo). Die Sommergrenze, die vor acht Tagen noch durch Mitteleuropa verlief, hat also inzwischen die Alpen überschritten und sich ins Mittelmeergebiet zurückgezogen, wo sich die warme Jahreszeit meist bis in den November hinein erhält, um dann durch die Winterregenzeit abgelöst zu werden. Nur eine außerordentliche Nachsicht und allein die Hoffnung, wenigstens einen bescheidenen Rest kirchlichen Rechts auf freiere Entfaltung des gottesdienstlichen Lebens sichern zu können, ließen den Heiligen Stihl jenen„Modus vivendi“ vom 22. Juni 1929 gutheißen, mit dem sich auch die katholische Presse Deutschlands seither gründlich befaßt hat, zuletzt erneut, als im Januar und Februar dieses Jahres der offene Brief des Mituinterzeichners jenes Abkommens Erzbischof Diaz an den Präsidenten von Mexiko seine Wellen schlug. Den Anstoß zu jenem Protest hatte das von den Abgeordneten und Senatoren am 21. Dezember 1931 beschlossene Dekret gegeben, das in willkürlicher Anwendung des Artikels 130 der mexikanischen Verfassung die Zahl der Priester, die von der Regierung die Ermächtigung zur Ausübung ihres Amtes erlangen können, auf 25 und gleichzeitig auch die Zahl der Kirchen auf 25 festgesetzt hat, die in Stadt und Bundesdistrikt Mexiko zu Kultuszwecken offen bleiben können. Hunderte von Kirchen mußten seitdem geschlossen bleiben, Hunderte von Priestern durften bei Androhung von schwersten Strafen nicht mehr amKönig Carol ist nicht ritterlich! Sein Ehekonflikt mit der Prinzessin Helene verschärft sich. Uebler Kampf um den Sohn. London, 6. Oktober. Die Beziehungen zwischen König Carol von Rumänien und einer geschiedenen Gemahlin Prinzessin Helene haben sich in den letzten Tagen verschärft. Der gemeinsame Sohn, Kronprinz Michael, weilte in England auf Besuch bei seiner Mutter. Dieser Besuch war ursprünglich auf echs Wochen bemessen, aber schon nach Ablauf von zwei Wochen erschien ein Flügeladjutant des Königs aus Bukarest bei der Prinzessin Helene mit dem brüsken Besehl, Kronprinz Michael habe sofort England zu verlassen und nach Rumänien zurückzukehren. Begründet wurde dieser Schritt des Königs Carol damit, daß Prinzessin Helene in der Oeffentlichkeit eine unerwünschte Propaganda für sich und ihren Sohn betrieben habe, indem sie sich fortwährend mit ihm photographieren ließ. Gegenüber diesem rigorosen Vorgehen des Rumänenkönigs hat seine einstige Frau, Prinzessin Helene, die Flucht in die englische Oeffentlichkeit angetreten und einem Vertreter des„Daily Mail“ ihr Herz restlos ausgeschüttet. Es ist kein Zweisel, daß die von ihr gegebene Schilderung der fortgesetzten Demütigungen und Kränkungen seitens Carols dem Rumänenkönig sehr viele Sympathien in England rauben werden. Prinzessin Helenes jüngste Leidensgeschichte lautet in ihrer eigenen Darstellung folgendermaßen:„Ich habe so vieles schweigend getragen, daß ich auch jetzt noch es vorziehen würde, ülber meine Leiden nichts verlauten zu lassen, das veröffentlicht werden könnte. Aber im gegenwärtigen Augenblick befindet sich mein Junge auf britischem Boden. In den Nachrichten, die mein früherer Gatte mir zukommen läßt, werde ich jetzt damit bedroht, daß ich mein Kind niemals wiedersehen werde. Wenn ich Ihnen die Wiedergabe meiner Erzählung gestatte, so verbinde ich damit die Hoffnung, daß die öffentliche Meinung mir helfen möge, die Rechte zu bewahren, die ich als Mutter beanspruchen kann, als eine Mutter, die mit grausamer Herzlosigkeit behandelt worden und deren Geduld am Ende ist! Seit langem habe ich keine so glückliche Zeit verlebt wie diese 14 Tage, da Michael bei mir in London ist. Auch für ihn ist diese Zeit ein tiefes Erlebnis gewesen. Nach der Rückkehr König Carols nach Rumänien ist es das erste Mal, daß man mir gestattete, meinen Sohn Michael bei mir zu haben. Und jetzt kommt ganz unvorbereitet der Besehl aus Bukarest, daß er mich sofort zu verlassen habe, und alles das nur, weil sein Vater sich darüber kränkt, daß das englische Publikum und meine englischen Freunde Michael und mir so viel liebenswürdige Aufmerksamkeit bezeigen. Dabei habe ich alles getan, um mich im Hintergrunde zu halten. Der König beschuldigt mich, daß ich eine unzulässige Reklame betreibe, indem ich mich mit Michael in den Straßen photographieren lasse. Vergeblich habe ich ihm klarzumachen versucht, daß ich es nicht verhindern kann, wenn britische Pressephotographen mich und mein Kind auf öffentlichen Straßen aufnehmen. König Carol ist aber gegen mich so bitterlich voreingenommen, daß er keiner Erklärung zugänglich ist. Ichbin nicht nur fortgesetzt persönlichen Versolgungen und Demütigungen ausgesetzt, sondern muß mir auch noch ständige Verkürzungen des Unterhaltsbeitrages gefallen lassen. Wie sehr man bemüht ist, Michael in Rumänien von mir fernzuhalten, beweist folgende Tatsache: Als ich Weihnachten vor zwei Jahren an das Krankenbett Michaels, der an Influenza in Sinaja mit hohem Fieber daniederlag, eilen wollte, wurde mir der Zutritt ins Palais nicht gestattet. Als Strafe für meinen Versuch, mein krankes Kind zu sehen, erhielt ich durch einen Flügeladjutanten eine Botschaft des Königs, daß ich für jede Uebertretung seiner Befehle und namentlich des Verbots, mich meinem Sohn zu nähern, Strafe zu erwarten hätte. Alle Mütter der Welt werden es verstehen, mit welchen Gefühlen ich meinen Jungen nach Bukarest zurückziehen lasse, wo er ganz ohne die zarte, sorgende Hand einer Frau aufwächst.“ tieren, mehrere Bischöfe und zahlreiche Priester durften überhaupt nicht ins Land und in ihre Diözesen zurückkehren, und obendrein wurde eine systematische Hetz= und Verleumdungskampagne gegen die katholische Kirche, ihre Einrichtungen und Priester in Szene gesetzt, die sich in nichts von bolschewistischen Methoden unterscheidet. Auf 50000 bis 100000 Einwohner kommt gegenwärtig ein staatlich zugelassener Priester, der obendrein in der Ausübung seiner kirchlichen Pflichten an Händen und Füßen gebunden und zu einem Organ der bürgerlichen Gewalt degradiert ist. Die blutigen Verfolgungen, die bis in die jüngste Gegenwart fortgesetzt wurden, sind in Einzelsällen durch die katholische Preise der ganzen Welt erwähnt, leider aber noch längst nicht genügend beachtet worden. Auch auf diese Dinge lenkt die Mexiko=Enzyklika das Augenmerk. Die Märtyrer der Kirche und des Glaubens verdienen es wahrlich, daß ihr Opfermut in der ganzen Welt bekannt werde, daß aber auch die ganze zivilisierte Welt aufgerufen wird, den um ihres Glaubens willen so blutig Verfolgten nach Kräften beizustehen. Wir wissen, daß es der mexikanischen Regierung nicht angenehm ist, wenn man das Weltgewissen gegen ihre unmenschlichen Glaubensverfolgungen aufrüttelt. Wiederholt hat das mexikanische Außenministerium schon lahme Proteste dagegen in die Welt zu setzen versucht. Auffälligerweise und mit schlauer Berechnung duldet sie, nein fördert sie sogar eine gewisse protestantische Propaganda, sucht auch immer wieder kalyolische Geistliche zum Abfall und zur völligen Unterwerfung unter den Staat zu bewegen. Aber keine Freundschaftsbeteuerungen mexikanischer Staatsmänner dem deutschen Volke gegenüber, das an und für sich gewiß nicht mit Freundschafsbeziehungen unter den Völkern überreich gesegnet ist, können und werden deutsche Katholiken dazu veranlassen, den mexikanischen Katholikenverfolgungen gegenüber ein Auge zuzudrücken. Glücklicherweise ist die Situation heute doch wohl allgemein so, daß auch deutsche Protestanten aus ihrem Abscheu von den grausamen Verfolgungsmethoden eines Calles und seiner Freunde kein Hehl mehr machen. Es wird deshalb der mexikanischen Regierung gewiß nicht viel nützen, wenn nun auch sie ihrerseits sich an die Weltöffentlichkeit wendet, dies um so mehr, als noch, die offizielle Volkszählung Mexikos vom Jahre 1925 für die Katholiken einen Durchschnitt von über 96 v. H. ergab. Ein Staat, der heute eine derartige Vergewaltigung seiner Volksseele betreibt, scheidet damit einfach aus der Reihe der zivilisierten Staaten aus. Wenn Mexiko diesen Makel nicht auf sich sitzen lassen will, so helfen weder neue Gewaltmaßnahmen noch Proteste, sandern dann muß es entschlossen und gründlich die unseligen Verfassungsbestimmungen(Artikel 130) und ihre verschärfende Auslegung abbauen, und zwar rechtze tig, damit nicht noch schwereres Unheil aus der gepeinigten Volksmasse heraufwächst. In seinem unerforschlichen Ratschlusse rief der Herr über Leben und Tod heute morgen 9 Uhr unsern herzensguten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder. Schwager und Onkel, den Gutsbeslzei zu sich in die Ewigkeit. Er starb nach längerem Kranksein infolge Altersschwäche, mehrmals gestärkt mit den Gnadenmitteln unserer hl. Kirche, nach einem Leben voll Gebet, Arbeit und treuester Pflichterfüllung, im 83. Lebensjahre, sanft und gottergeben. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet für den lieben Verstorbenen bitten die trauernden Angehörigen Menninghausen bei Oelde. Münster, Orenhofen, Rot Rostock, Oberlandenbeck, 7. Okt. 1932. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, dem 11. Oktober 1932, morgens 9 Uhr, von der Kirche aus, danach das feierliche Levitenamt, wozu freundlichst eingeladen wird. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief heute morgen 3 Uhr mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Landen! Er starb infolge Herzschwäche Im Alter von 77 Jahren, unerwartet, jedoch wohlvorbereitet durch ein echt christliches, arbeitsreiches Leben, versehen mit den Tröstungen unserer hl. Kirche, sanft und ruhig im Herrn. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet für die Seelenruhe des Verstorbenen bitten die trauernden Angehörigen Varensell, Druffel, Rietberg, Oesterwiehe, Lintel, Bornholte, Dortmund, Jowa-Nordamerika, den 6. Oktober 1932. Die Beerdigung findet statt am Montag, dem 10. Oktober, morgens 8 Uhr, in Neuenkirchen, danach das feierliche Seelenamt. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhalten haben, so bitten wir, diese als solche anzusehen * Das seusswocensericham. für den verstorbenen Herrn Dr. Neu. G. Dar.. Statt Karten. Die glückliche Geburt eines kräftigen ungen zeigen hochertreut. 85 Franz Kiwitt und Frau Elly geb Schmen. Beckum, den 7. Oktober 1932. z. Zt. St. Annahaus. Ihre Vermählung geben bekannt Bernhard Ahmerkamp Lene Ahmerkamp geb. Packbler 8. Oktober 1932 Warendort Zt. Maria Laach(Klosterhotel) Rschen Dixel bei Herzebrock Sonntag, den 8. Oktober, ab 4 Uhr nschmittage Honzert mit Janzeinlagen Eintritt frei.— Es ladet freundlichst ein Chr. Heitmann. Soonemonneblsessleendieslsslsesmssmten Waderston Am Sonntag, dem 8. Oktober, findet in meinen Räumen das diesKhrige StWterest statt. Anfang nachm. 4 Uhr. Gute Bewirtung. Solide Preise. Es ladet freundlichst ein Söhkae. Delde Hunlerverutung ist am Dienstagnachm. um 2 Uhr im Bernhardushaus. findet am Dienstag, dem 11. Okt., morgens.45 Uhr, in der Pfarrkirche zu Ennigerloh statt, wozu freundl. eingeladen wird. Ennigerich, den 8. Okt. 1832. 74 Kriegerverein belbe Kamerad V. Schniederfürgen 3. Komp., Mitkämpfer 1914=18, ist gestorben. Antreten zur Teilnahme an der Beerdigung am Montag, dem 10. Okt., vormittags.45 Uhr, d. Krankenhause. Der Vorstand. Famitien=Nachrichten Gestorben: Frau Gertrud Sundorf, geb. Dahlmann, 48 Jahre, Münster; Rentner Hermann Jeimann, 76 Jahre, Drensteinfurt; Ingenieur Robert Lindermann, 71 Jahre, Angelmodde. Montag, den 10. Oktober ist mein Oeschäft geschlossen Wible Verein Oelde. Unser Mitglied V. Schniederfürgen ist gestorben. Beerdigung Montag morgen 9 Uhr. Treffpunkt 8¾ Uhr beim Koll. Mühlenkamp. Beteiligung Ehrensache. Der Vorstand. Wiedcnerden Büromaschinen Werkstätte Farbbänder, Kohlepapiere, Bürobedarf. Abonnements-Reinigungen und Reparaturen sämtl. Büromaschinen. H. Rauch, Ahlen Am Markt, Südstraße 1, Fernruf 695. Beimd Speisekartosseln Zirka 2000 Ztr., auch gelbfl., von leicht. Sandboden, geg. Vorkasse hat abzugeben A. Zippel, Kartoffelgroßhandl., Mühlbock, Post Tiefenfurt.=., Teleson Tiefenfurt 27. Café Kellermann Neubeckum Sonntag den 9. Oktober Konzert u. Tanz Eintritt frei Anfang 4 Uhr Wadereion Sonntag, den 9. Okt., findet bei mir das diesjährige Eriterest statt, von.30 Uhr an Konzert mit Ball, wozu freundlichst einladet Heinr. Heitmeier, Ackfeld Calt Gönpenis. Heubeckun Sonntag, ab 4 Uhr Geschschanstant a azz Eintritt frei Staumestel vieieleid u...N. Spielplon vom 11. bis 19. Oktober 1932: Dienstag 20 Uhr: Nina. Mittwoch 20 Uhr: Der Vogelhändler. Donnerstag 20 Uhr: Undine. Freitag 20 Uhr: Carmen. Samstag 20 Uhr: Der Vogelhändler. Sonntag 19.30 Uhr. Carmen. Dienstag und Mittwoch 16.15 Uhr: Max und Moritz. der Preus. süddeuischen Klassenlotterie ½ ½ .-10.-20.- 40.- Rm Höchster Oewinn 2 Millionen Ziehung der 1. Klasse: 21. und 22. Oktober Staati. 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Daß die Nationalsozialisten Verluste haben werden, ist nach ihrem parlamentarischen Probespiel und nach Hitlers Telegramm an die Beuthener„Kameraden“ kaum zu bezweifeln. Dem Zentrum werden vielleicht ein paar tausend Wähler verlorengehen, die beim letzten Rennen um die Reichstagssitze nur ausnahmsweise auf dieses zuverlässige Pferd gesetzt hatten. Pildet sich etwas Neues, eine Stahlhelmpartei oder eine Partei der Vertrauensmänner, so wird diese Stimmen anderer Parteien aufsaugen. Kann diese Verschiebung eine Reichstagsmehrheit ermöglichen, die eine Regierung stützt, der unser Reichspräsident sein Vertrauen schenken wird? Nur eine Regierung seines Vertrauens ist heute möglich. Denn machen wir uns eines ganz klar: Es geht nicht um von Panen oder Brüning, nicht um Hitler oder Hugenberg. Es geht um Hindenburg oder das Chaos. Unser großer alter Generalfeldmarschall und Reichspräsident ist, mit all seinen 85 Jahren, ein Führer mit scharfem staatsmännischen Blick und voll unbeugsamer Willenskraft. Wer mit weniger Ehrfurcht zu ihm aufblickt, mag vom Eigensinn des alten Herrn reden. Zu Unrecht. Denn Eigensinn ist mit einem Mangel des Intellekts verbunden, an dem Hindenburg nicht leidet. Tatsache ist, daß der Reichspräsident sich von dem Weg, den er als den allein richtigen erkannt hat, nicht abdrängen läßt. Das mag dem einzelnen passen oder nicht, diese Tatsache müssen wir in die Rechnung unseres staatlichen Lebens einstellen. Müssen dahin wirken, daß sie immer ein Aktiv= posten bleibt. Das Programm, das der Reichspräsident durch seine jetzige Regierung vertreten läßt, erscheint von gewichtigen Fehlern nicht frei. Doch hat sich schon gezeigt, daß die Regierung Verbesserungsvorschlägen zugänglich ist. Im Volk, unverkennbar auch in katholischen Volkskreisen, hat dieses Programm weit mehr Anhänger, als die Haltung der Parteien vermuten läßt. Das entschiedene Bekenntnis zu den christlichen Grundsätzen ist ehrlich gemeint und wird von den Christen beider Konfessionen begrüßt. Unterschätzen wir das nicht! An den notwendigen Verbesserungen aber werden unsere Vertreter mit Erfolg nur mitarbeiten können, wenn sie mindestens nicht in schroffer Opposition zu der Regierung stehen. Aber warum sollten Zentrum und Bayerische VolksparSkei nicht wieder in ein politisch gutes Verhältnis zum Präsi denten gelangen? Noch nicht sechs Monate sind vergangen, da haben sie in vorderster Linie für Hindenburg gekämpft. Was sie damals gedacht und gesagt haben, ist heute noch wahr. Und wenn der Mann ihrer Wahl ihnen seither auch weh getan hat, das kann ihre Ueberzeugung und ihre Treue nicht umbiegen. Die Aufgaben dieser Parteien in dem kommenden Wahlkampf erscheinen klar vorgezeichnet: Nicht den Kampf Deutscher gegen Deutsche schüren; vornehm vergessen, was nicht wert ist, in der Erinnerung ernster Männer fortzugären; das eigene Programm zur Gesundung Deutschlands so herauszuarbeiten, daß alle sich darum scharen können, die mit uns Deutschlands gewählten Führer, im Kampf um Deutschlands Ehre und Wohlfahrt unterstützen wollten. Wenn eine Partei Hindenburgs entsteht, so soll sie unser Bundesgenosse sein. Wir brauchen nicht zu zögern, diesem Führer zu folgen, der nicht aus unseren Reihen hervorgegangen ist. Zu folgen durch Dick und Dünn. Denn in diesem Augenblick, da außenpolitische Entscheidungen erster Ordnung reisen, da die Wirtschaft zusammenbricht, die Geißel der Arbeitslosigkeit das Volk zermürbt, der Bolschewismus gegen uns anstürmt, der Bürgerkrieg droht, da geht es wirklich um Hindenburg oder das Chaos!" Die deutsche Antwort nach England abgegangen :: Berlin, 7. Okt. Die deutsche Antwort an die englische Regierung in der Konferenzfrage ist am Freitagabend nach London abgegangen. Sie wird im Laufe des Samstags durch den deutschen Geschäftsträger Graf Bernstorff im Foreigne Office überreicht werden. Die deutsche Regierung dürfte mit ihrer Antwort nochmals auf die Voraussetzungen für die Teilnahme Deutschlands an der GleichberechtigungsKonferenz hingewiesen haben. Der genaue Inhalt der deutschen Antwort wird erst nach erfolgter Ueberreichung veröffentlicht werden. Weitere Abnahme der Arbeitslosenzahl. ( Berlin, 7. Okt. Die Arbeitsmarktlage im Reich stellt sich nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 16. bis 30. Septemnber 1932 wie folgt dar: Ende September waren bei den Arbeitsämtern rund 5 100000 Arbeitslose gemeldet. Gegenüber dem letzten Stichtag Mitte des Monats ist ein Rückgang umrd. 163000 elngetreten. Während des ganzen Monats September hat damit die Arbeitslosenzahl nach einer vorübergehenden Erhöhung um rd. 123000 abgenommen. Saisonmäßige Einflüsse, die Maßnahmen der Reichsregierung und in beschränktem Umfange noch die bekannten Aenderungen des Unterstützungsrechtes haben zu dieser Entwicklung des Zahlenbildes beigetragen. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger belief sich Ende September in der Arbeitslosenversicherung auf rd. 626000(gegen 660000 am 15. September), in der Krisenfürsorge auf rd 1224000(gegen 1 280000 am 15. September). Von den Arbeitsämtern anerkannte Wohlfahrtserwerbslose wurden Ende September rund 2035000 gezählt, d. h. rd. 5000 mehr als Ende August. Daß die Gesamtzahl der Empfänger von öffentlichen Fürsorgeleistungen über diese Zahl hinausgeht, ist in den Berichten der Reichsanstalt wiederholt hervorgehoben worden. Die Zahl der Notstandsarbeiter, die sich Ende August auf rund 67000 belief, konnte im Laufe des September, begünstigt durch die Witterung, noch um etwa 5000 gesteigert werden. Der freiwillige Arbeitsdienst hat in der Berichtszeit einen weiteren starken Aufschwung genommen. Die Zahl der tatsächlich beschäftigten Arbeitsdienstwilligen ist von rd. 144000 Ende August auf rund 200 000 Ende September gestiegen. Daß die Abnahme der Arbeitslosenzahl nicht ohne weiteres mit einer entsprechenden Steigerung des Beschäftigungsgrades gleichgesetzt werden kann, ist bekannt. Man darf allerdings die Bewegung der Beschäftigtenzahl keineswegs als Spiegelbild der Bewegung der Arbeitslosenzahl betrachten, wie es in letzter Zeit geschehen ist, weil die ständigen Umschichtungen innerhalb der erwerbstätigen Bevölkerung besonders während einer so langwierigen und tiefgreifenden Krise zahlenmäßig nicht erfaßt sind. Neueinstellungen in der Nordmark. TU Hamburg, 7. Okt. Im Bezirk Nord sind auf Grund der Notverordnung vom 5. September über Arbeitsbeschaffung bis zum 6. Oktober rund 1800 Arbeitskräfte neu eingestellt worden. Von zuständiger Seite wird erklärt, daß für Neueinstellungen in Hamburg nur wenige Betriebe in Betracht kommen, und zwar handelt es sich vorwiegend um mittlere und kleinere Produktionsbetriebe, die weniger als die Konsumgüterbetriebe in der Lage seien, auf Vorrat zu arbeiten. Hafen, Wersten und Seeschiffahrt sowie der gesamte Handel fielen ganz aus. Auch seien Versuche in der Leder= und Tuchindustrie(Neumünster) an gewissen Gewerkschaftseinwänden gescheitert. Eine Besserung werde erst erwartet, sobald die Bestimmungen über die Steuerscheine bekannt seien. Eine deutschnationale Wahlversammlung gesprengt. Eine Person durch Schüsse schwer verletzt. TU Düsseldorf, 7. Okt. Die Deutschnationale Volkspartei wollte am Freitagabend im Kaisersaal der Tonhalle eine Wahlversammlung veranstalten, in der Referendar Dr. Gisevius über das Thema „Nazi, erwache!“ sprechen sollte. Gleich zu Beginn der Versammlung wurde der Versammlungsleiter durch laute Zurufe unterbrochen, die ihn zwangen, die nationalsozialistischen Zwischenrufer durch den Saalschutz entfernen zu lassen. Hierauf entstand ein ungeheurer Tumult. Stühle flogen durch die Luft, und es kam zu einer ausgedehnten Schlägerei. Als die Nationalsozialisten das Horst=Wessel Lied anstimmten, spielte die Kapelle das Deutschlandlied. Inzwischen war ein starkes Schupoaufgebot im Saale erschienen, das mit dem Gummiknüppel den Saal räumte. Vorher waren im Saal schon mehrere Schüsse gefallen, durch die ein junger Mann schwer verletzt wurde. Auf der Straße setzten sich die Kundgebungen der National sozialisten fort. Stahlhelm gegen Nationalsozialisten. Braunschweig, 7. Okt. Der bisher meist nur unter der Oberfläche vorhandene Gegensatz zwischen Nationalsozialisten und Stahlhelm ist jetzt hier nach außen hin offen in Erscheinung getreten. Ein vom Stahlhelm Anfang der Woche dem Reichspräsidenten von Hindenburg nachträglich dargebrachter Fackelzug war in den Hauptgeschäftsstraßen von größeren Trupps von Nationalsozialisten mit Schmährufen empfangen und bedroht worden. Es waren sogar Schüsse gefallen, und die Polizei mußte gegen die Nationalsozialisten mit der Waffe vorgehen, wobei einzelne SA.=Leute versuchten, Widerstand zu leisten unnd die Beamten von den Pferden zu ziehen. Daräufhin hat der Stahlhelm heute in der ganzen Stadt einen Aufruf angeschlagen, in dem es heißt: 14 Jahre lang hat der Stahlhelm zäh und unbeirrt nationalistische Aufklärungsarbeit geleistet, Jugend zum Soldatentum erzogen und war auch lange ein Schützer der damals verbündeten SA. des Nationalsozialismus. Jetzt haben wir die Quittung dafür empfangen. Nur der unerschütterlichen Disziplin der Stahlhelmkameraden, welche unbeirrt weitermarschierten und dem opfermutigen Vorgehen der Polizei ist es zu danken, daß es nicht zu Todesfällen und Verwundungen gekommen ist. Wir fordern die nationalen Männer im Lande Braunschweig nunmehr auf, sich eindeutig zum Stahlhelm zu bekennen und in seinen Reihen mit zu marschieren. Jene Reihen, in welchen das Haßgeschäft der Marxisten fortgesetzt wird, können einem nationalen Mann nicht Heimat sein. Wir wollen nicht die Macht im Staat und den Parteienkampf, sondern einen machtvollen Staat. Der Aufruf erregt überall Aufsehen und wird eifrig erörtert. Die SA soll sich von deutschnationalen Versammlungen fernhalten. Befehl des Grasen Helldorf. TU Berlin, 7. Okt. Der Führer der Gruppe Berlin=Brandenburg der NSDAP, Graf Helldorf, hat, wie der„Angriff“ meldet an die Untergruppen folgenden Befehl erlassen:„Die deutschnationale Presse setzt mit ihrer Phantasie die letzthin erfolgten Versammlungsstörungen auf unser Konto. Die deutschnationalen Versammlung veröden an ihrer eigenen Lastgweiligkeit und Lächerlichkeit. Jede Beteiligung unserseits macht höchstens Reklame. Klamauk zieht Neugierige herbei, und Zahlung von Eintrittsgeldern stärkt den gegnerischen Wahlfonds. Daher ordne ich an, daß die SA sich von den deutschnationalen Versammlungen fernhält.“ Die Jahreskonferenz der Arbeiterpartei gegen die Wiederaufnahme MacDonalds und Snowdens in die Partei. TU London, 7. Okt. Die Jahreskonferenz der englischen Arbeiterpartei in Leicester sprach sich am Freitag in einer einstimmig angenommenen Entschließung gegen die Wiederaufnahme MacDonalds, Snowdens und des Dominienministers Thomas, sowie anderer früherer Parteimitglieder, die sich der Nationalregierung angeschlossen haben, in die Arbeiterpartei aus. Diese hätten die Ideale der Partei, der sie soviel verdankten, mißachtet. Ein weiterer angenommener Antrag verlangt die sofortige Abschaffung des Oberhauses, das „gefährlich und nutzlos“ sei. Die Konferenz erklärte schließlich in einer Entschließung, daß die parlamentarische Arbeiterpartei ihre Opposition gegen die Zollpolitik der jetzigen oder irgendeiner anderen Regierung fortsetzen müsse. Der Dalai-Lama nicht geflüchtet. Militärfähige Tibetaner dürfen nicht nach Indien. TU London, 7. Okt. Einer Exchange=Meldung aus Kalkutta zufolge trifft die Nachricht von einer Flucht des Dalai=Lama nicht zu. Er sei lediglich zu einem Kloster gepilgert und später nach Lhasa zurückgekehrt. Es hätten jedoch im vergangenen Monat heftige Kämpfe an der Ostgrenze der Provinz Eham stattgefunden, wo mehrere halb unabhangige Staaten sowohl von Tibet als auch von China beansprucht würden. Die tibetanische Regierung hat allen militärfähigen Männern von 25 bis 45 Jahren mit Ausnahme von Kaufleuten und Geistlichen das Verlassen des Landes nach Indien verboten. Ferner ist die Ausfuhr von Wolle, Schafen und Bisam nach Indien verboten worden, wodurch große Erregung unter den Kaufleuten entstanden ist. Von Jamilienmitgliedern erschossen? Düsseldorf. 7. Okt. Bei einem Zusammenstoß zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten ist am 9. Juni in Oberkassel auf der Hansaallee der Kommunist Peter Sonnen erschossen worden. Darauf wurde gegen die Nationalsozialisten Proll und Holzapfel wegen Totschlags ein Verfahren eingeleitet. In dieser Strafsache ist nun eine überraschende Wendung insofern eingetreten, als es gelungen ist, eine Waffe zu beschlagnahmen, welche dieselben Züge aufweist, wie das tödliche Geschoß, das Sonnen getroffen hat. Da: Geschoß weist Merkmale auf, die darauf hindeuten, daß es aus dieser Waffe abgefeuert ist. Die Waffe selbst hat sich im Besitz der Familie Sonnen befunden. Wie die Justizpressestelle zu der Angelegenheit mitteilt, besteht danach der dringende Verdacht, daß der Getötete bei dem Zusammenstoß zwischen den Nationalsozialisten und den Kommunisten von einem seiner Angehörigen, vermutlich aus Versehen, erschossen worden ist. Das Amtsgericht hat gegen den Vater und den Bruder des Getöteten Haftbefehl erlassen Drahtloses Ferngespräch mit Gronau. Ueber 15 000 km. TU Berlin, 7. Okt. Das erste drahtlose Ferngespräch zwischen Berlin und Batavia, das zwischen der Reichsrundfunkgesellschaft Berlin und dem Weltflieger von Gronau verabredet war, kam Freitag mittag in der Zeit von 12,30 Uhr bis 12,45 Uhr erfolgreich zustande. Nachdem die technischen Vorbereitungen von seiten der Transradio AG. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Reichspost und der Gegenstation auf Java vor dem Gespräch etwa eine Stunde in Anspruch genommen hatten und die Güte der Verständigung über diese Entfernung von 15000 km feststand, konnte Dr. Rathke aus der Abteilung für internationalen Programmaustausch der Reichsrundfunkgesellschaft das Gespräch mit Gronau aufnehmen. Auf die Fragen nach den schwierigsten Streckenflügen, den einzelnen Landungen, dem Empjang von seiten der fremden Behörden und dem Befinden der Besatzung antwortete Gronau, der Flug sei bisher nicht nur in bezug auf die technische Leistung, sondern auch im sportlichen und nationalen Sinne ein großer Erfolg gewesen. Seine schwierigste Flugstrecke sei der große Ueberlandflug von der nordamerikanischen West= zur Ostküste gewesen, wobei ihm die 300 Meter hohen Berge der Rocky Mountains die größten Schwierigkeiten bereitet hätten. Im Vergleich dazu hätte er die lange Seestrecke über die Aleuteninseln nach Japan ausgezeichnet überwunden. Der ungemein herzliche Empfang auf allen Landeplätzen von seiten der Behörden und der Bevölkerung hätte seine Erwartungen übertroffen. Die vielen Feiern hätten sich in dem Sinne ausgewirkt, daß er und seine Besatzung die gesellschaftlichen Veranstaltungen als anstrengender empfunden hätten als den bisherigen Weltflug. In humoristischer Weise äußerte Gronau, daß seine Besatzung wegen der unerwarteten gesellschaftlichen Inanspruchnahme sogar einmal streiken wollte. Das Befinden der gesamten Besatzung sei augenblicklich ausgezeichnet, wenn man unberücksichtigt lasse, daß Klimawechsel und Verschiedenheiten der Verpflegung des öfteren einen verdorbenen Magen zur Folge hatten. Gronau sprach die Hoffnung aus, daß er bereits Ende des Monats in Deutschland seinen Weltflug beenden könne. Der erste Landeplatz in Deutschland wird programmmäßig Friedrichshafen sein. Wann er von dort seinen Flug nach Berlin jortsetzt, konnte Gronau heute noch nicht sagen. Das Gespräch schloß mit den besten Wünschen von seiten Gronaus und seiner Begleitung an alle deutschen Landsleute. Auf deutscher Seite wurde für die Uebermittlung des drahtlosen Gesprächs einer der Kurzwellensender in Nauen auf Welle 17,12 m benutzt, der vom Funkhause über das Berliner Fernamt über eine gewöhnliche Telephonleitung besprochen wurde. In Niederländisch=Indien hatte die dortige Postverwaltung einen Kurzwellensender in Bandoenz zur Verfügung gestellt, über den die Antworten von Batavia aus au Welle 16,56 Meter erfolgten. Das Gespräch ist durch die Reichsrundfunkgesellschaft auf Wachsplatten ausgenommen worden und wicd heute Abend um 19.40 Uhr über die Berliner Funkstunde, den Deutschlandsender und fast alle anderen deutschen Sender verbreitet. Ameisen, der Schrecken des Angeziefers. 400 000 rote Waldameisen vertilgen täglich 100000 Insekten — Verpflanzte„Kammerjäger“.— Wie die Chinesen ihre Mandarinenbäume retten.— Raubtiere en miniature. Der englische Zoologe Forel hat berechnet, daß die 400= bis 500 000 roten Waldameisen, die bei uns in einem Ameisenhaufen von mittlerer Größe zusammenleben, an einem einzigen Tag mindestens 100000 Insekten vertilgen. Dadurch erklärt es sich auch, daß in Forsten, die an Raupenplage schwer zu leiden hatten, sich die von dieser roten Ameisenart bevölkerten Stellen wie grüne Oasen aus der kahlgefressenen Umgebung anheben. Leider ist es unmöglich, diese von den Forstleuten sehr geschätzten Kerbtiere in Gärten zu verpflanzen, in denen es an Gebüsch fehlt. Läßt man sich aber die Mühe nicht verdrießen, einen ganzen Ameiesenhaufen mit allen seinen Bewohnern in einen Gemüsegarten überzuführen, wo die Raupenplage überhand genommen hat, dann ist er in kurzer Zeit überhaupt von allem Ungeziefer gesäubert. Die Chinesen wissen das schon sehr lange; sie sollen schon im 12. Jahrhundert gewisse Ameisenarten gezüchtet und besonders in Schutz genommen haben, um dadurch ihre Mandarinen= und Orangenbaume raupenfrei zu halten. Es hat sich zu diesem Zweck in China sogar ein besonderer Beruf, der des Ameisensammlers, herausgebildet. Ganze Arbeit im Vertilgen des von dem Baumwollpflanzer gefürchteten„Boll weevil“ liefert namentlich in Texas auch die so bissige Feuerameise, denn sie vertilgt nicht nur diesen schädlichen Käfer selbst, sondern holt auch seine Larven und Puppen aus den Baumwollstauden heraus. In der Lombardei, besonders in der Gegend von Mantua, pflegte man früher bei der Abholzung von Eichenwäldern die Baumstümpfe stehen zu lassen, an deren Fuß sich Ameisennester befanden. Hatten sich dann in folgenden Jahren die Ameisen in diesem selbst eingenistet, so verpflanzte man beide in die Obstgärten. Auf Java wird die Kultur der herrlichen Mangafrucht in vielen Gegenden sehr erschwert durch einen Käfer der Gattung Cryptorrhynchus. Um ihn von den Mangabäumen abzuhalten, sammeln die Eingeborenen im Walde die Baumnester einer großen sehr bösartigen Ameisenart und hängen sie dann in dem schattigen Gezweig auf. Nicht nur von Insekten und anderem kleineren Ungeziefer, sondern auch von Mäusen und Ratten, Schlangen und anderen Kriechtierchen, die auf und in dem Erdboden leben, säubert die ostafrikanische Wander= oder Treiberameise die Gegend. In kilometerlangen Reihen ziehen sie dahin.„Allenthalben, wo sie erscheinen, schreibt Vosseler,„wird's lebendig. Was an Grillen, Schaben, Spinnen und Tausendfüßlern, Raupen, Maden, kurz, an kleinen und großen wehrhaften und wehrlosen Lebewesen sich in der Erde, unter Steinen, in morscherem Holz oder im Gras und Busch sich wohlgeborgen glaubte, sucht in kopfloser Flucht dem unerbittlichen Heer zu entfliehen, soweit ihm seine Natur Eile erlaubt. Selbst das Hausgeflügel des Ansiedlers fällt einem Ueberfall der Siafus häufig zum Opfer— endend unter wahren Höllenqualen, da der Biß dieser sich ausschließlich von Fleisch ernährenden Raubtiere en miniature außerordentliche schmerzhaft ist WODERNER AAT **„R 89, un. 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Fur. Kreuzworträtsel 1 20 I 19 4 Bedeutung der einzelnen Wörter a) von links nach rechts: 1 Teil des Fußes. 4 männlicher Vorname, 7 ringförmige Koralleninsel, 8 Farbe, 10 Liebesgott, 12 Vogelwohnung, 13 Teil des Gesichts, 14 Ostseemeerenge, 17 See in Zentralasien, 20 Nutz= und Zierpflanze, 21 Verpackungsgewicht, 22 spartanischer Staatssklave, 23 Landmacht, 24 weiblicher Vorname; b) von oben nach unten: 1 Gemütsbewegung, 2 Abneigung, 3 Haushaltsplan, 4 Grundriß, 5 weiblicher Vorname, 6 offener Eisenbahnwagen, 9 Ostseeinsel, 11 bekannter schwedischer König, 14 deutscher Tondichter, 15 Glut, 16 Destillationsprodukt, 17 Ur=Teilchen, 18 Teilzahlung, 19 Eruptionsgestein. Lösungen aus voriger Nummer: Schachaufgabe Weiß: Kh2, Dg3, Thl, Lc2, Lel, Se3, Bb3 12(). Schwarz: Ke2 De6. Ta7. Tes, Sf4, Bet, g4, b6(). Matt in drei Zügen. 1. Se3—01! Droht Sdl—63½ und erzwingt dadurch S14—05(De6—e5 oder 16? 2. De3X g44: De6—es 2. Dg3Xg4- nebst 3. S41— Xc3). Nach 2. Dg3—82! ist Schwarz nun aber wehrlos gegen den drohenden Aufzug des -Bauern, denn auf De6—e5+ folgt 3. 12—f4+. auf De6—et 3. 12—134. auf De6—e3 3. 12X e34 oder auf g4—g3 3. 12Xg34; der-Bauer setzt also auf vier verschiedenen Feldern matt. Der verführerische Zug 1. Lel—c3? scheitert an Ta7-a1! 2. ThlXal Sf4—g2! usw.(nicht 1... S14—g2? wegen 2. Se3Xg2 mit der undeckbaren Doppeldrohung Sg2—f4+ oder Th1— el*).* Kreuzworträtse! a) 1 Asow, 4 Ajax, 7 Kollo, 8 Opal, 10 Aden, 12 Kur, 13 Aare, 15 Muse, 17 Sims, 19 Oran, 21 Eis, 22 Leid, 24 Kanu, 26 Natal, 27 Tann, 28 Rain;— b) 1 Aroma, 2 Oka, 3 Wolke, 4 Alarm, 5 Jod, 6 Jenie, 9 Praline, 11 Eisbahn, 14 Rum, 16 Uhr, 17 Salat, 18 Sedan, 19 Oskar, 20 Nauen, 23 Inn, 25 Ala. * Silbenrätsel. Zufall, Anfall, Verfall.— Ilse, Esse, Linse.— Knabe, Albe, Narbe.— Nachen, München, Aachen. — Neider, Wunder, Oder.— Halma, Lima, Thema.— Rehburg, Iburg, Nienburg.— Kugel, Engel, Nagel.— Damen, Omen, Carmen.— Hudion, Nelson. Jason.— Elle, Tolle, Rolle.— Insel, Nessel, Kessel.— Tochter, Meter. Alter.— Nester, Geister, Elster.— Nike, Unke, Gurke. Brave, gesunde, kath. Jünglinge welche im Ordensstande Gott in Ausübung von Krankenpflege des erlernten Berufes oder der Landwirtschaft dienen vollen, üin den jederzeit Auskunft und Aufnahme im Mutterhaus Kloster St. Alezlus zu Neuß(d. Düsseldort) oder im St.-Josefs-Kloster zu Bin.-Weißensee, Gartenstraße 1 5. Achtung! Landwirte! Schützt Eure Dächer rechtzeitig vor Regen und Schnee mit den bekannt guten Billigst bei Bern. Pötter, Ueberems Post Clarhoiz Telephon 422 M Nicht nur der Anfang. auch der Fortschritt wird leicht gemacht durch den für fortgeschrittene Liebhaberphotographen bestimmten zweiten Teil des schnell berühmt gewordenen Büchleins„Photographieren leicht gemacht“, der soeben unter dem Titel Besser und besser erschienen ist. Von A. Stüler und K. Wagner. 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Volkstümliche illustrierte Wochenschrift zur Erbauung und Anterhaltung Redaktionsschluß 7 Tage vor dem Erscheinungstag.— Schluß der AnzeigenAnnahme 5 Lage vor Erscheinen der Nummer.— Anzeigenpreis des 25 mm breiten, 1 mm hohen Raumes 20 Pf.— Reklamen 65 mm breit, 1 mm hoch 75 Pl. Verlaa E. Holterdori. Oelde i. W. Postschetkkonto: Haunover Nr. 76076 5. Fahrgang 9. Oktober 1932 Nr. 41 Orgeldreher Radierung von Otto Quante Bavarie Verlag, Gauting vor München P ste un Wutun n Muuun ii u W Wi hhie u. WMt W in ul nic h i unm 100 Win sun 13 hg sun uoa Mimhle u liai ungig n unng Sm n utcu uiet ucun m u M u 110ch!! * Sonnen-Aufgang.43 Uhr 9. Oktober, Sonntag: 21. Senntag nach Pfingsten, semidupl. Grün. Intr.: In voluntate tua. Gloria, 2. Gebet v. d. hll. Dionysius u. Gef. Märt., 3. A cunctis. Credo. Dreifaltigkeitspräfation. 10. Oktober. Montag: Hl. Franz von Borgia, Bek., sennidupl. Weiß. Intr.: O8 justi. Gloria. 2. Gebet A cunctis, 3. für die Verstorbenen: Fidelium, 4. nach Wahl.— Viktor. Wochenkalender 11. Oktober, Dienstag: Vom Wochentag. Grün. Messe wie am Sonntag. 2. Gebet. 3. nach Wahl.— Burkhard— Bruno. Bielefeid, Soest: Viehmarkt. 12. Oktober. Mittwoch: Vom Wochentag. Grün. Messe wie am Dienstag. Kein Gloria u. Credo. 2. Gebet A cunctis, 3. nach Wahl. Gewohnl. Präf.— Marimilian. Isselberst: Viehmarkt. Mövelbef, Oeide: Kram- und Vichmarkt. 13. Oktober. Donnerstag: Hl. Eduard, Bek. u. König, semidupl. Weiß. InSonnen-Untergang 17.49 Uhr tr.: Os justi. Gloria. 2. Gebet A cunctis. 3. nach Wahl.— Daniel. Liepstadt Kram- und Viehmarat 14. Oktober. Freitag: Hl. Kallistus., Papst u. Märt., dupl. Rot. Intr.: Sacerdotes Dei. Gloria.— Henriette. Münster: Kirchweih, dupl. I. class. m. gew. Oktav. 14 Uhr Vollmond. Versmold: Kram, Rindvich u. Schweinemarkt 15 Oktober, Samstag: Hl. Theresia, Jungfr. dupl. Weiß. Intr.: Dilexisti. Gloria.— Aurelia :3 : :: :: :: Von Herzen verzeihen!.3ahbinder Wer das Gleichnis vom unbarnherzigen Knechte im heutigen Evangelium nachdenklich liest, dem wird es wieder einmal zum Bewußtsein kommen, wie achtlos wir doch oft im praktischen Leben über grundlegende sittliche Forderungen des Heilandes hinweggehen. Unser Urteil über das Verhalten des Knechtes kann nicht zweifelhaft sein. Seine Hartherzigkeit gegen den Mitknecht unmittelbar nach dem empfangenen Huldbeweis des Herrn ist empörend und die Strafe dafür wohlverdient. Dann aber steht plötzlich das letzte Wort des Herrn vor uns, die Gleichnisdeutung, die mit der unerbittlichen Helligkeit eines Scheinwerfers in unser eigenes Leben hineinleuchtet: Bist du nicht dieser Knecht? Handelst du nicht ähnlich wie er? Und wenn du so handelst, dann sei gewiß, daß es dir ebenso ergehen wird wie ihm! Dieses Wort zwingt zum Nachdenken, zur Gewissenserforschung. Drei Gedanken treten in dem Gleichnisse scharf ausgeprägt hervor. Da ist zunächst die große Schuld des Knechtes und das Erbarmen des Königs. Der Mensch und Gott! Schuldner und Gläuviger! Sooft wir vor Gott hintreten, bringen wir auch neue Schuld mit: Sünden aus Schwachheit, aus Untreue, aus Leidenschaft. Wenn wir einmal unser ganzes Leben mit seiner unabsehbaren Reihe von Verfehlungen und Sünden überschauen, dann müssen wir erschrecken vor der ungeheuren Schuldenlast, die sich da angesammelt hat, und die wir niemals aus eigener Kraft tilgen könnten. Immer aber jinden wir in Gott einen Gläubiger, der bereit ist, uns die Schuld zu erlassen. Wie oft schon haben wir ihm sagen müssen:„Habe Geduld mit mir!“ Und wie oft schon haben wir an uns die gleiche Großmut erfahren wie jener schuldige Knecht:„Da erbarmte sich der Herr des Knechtes und schenkte ihm die Schuld!" Niemand ist unter uns, der nicht das Psalmwort auf sich anwenden könnte:„Deine Barmherzigkeit folgt mir alle Tage meines Lebens.“ Dem Erbannen des Königs im Gleichnisse Jesu steht gegenüber die mitleidlose Hartherzigkeit des Knechtes gegen den Mittnecht.“ Der Mensch und sein Mitmensch! Auch im gegenseitigen Verhältnis der Menschen zueinander offenbart sich die menschliche Schwachheit. Immer wieder erleben wir im Verkehr mit anderen Mißverstehen, Lieblesigkeit, Kränkungen, Beleidigungen, Verleumdungen. Niemand bleibt hiervon ganz verschont. Eine Erfahrung, die vielleicht schon manchem von uns bittere Stunden bereitete, Freundschaften vernichtete, das Familienleben trübte, Feindschaften entzündete! Hat nicht uns alle schon einmal ein MitPboto: Karl Breimann, Wiedenbrück Künstlerische Tür in der Pforrkirche in Wiedenbrück. Sie defindet sich zwischen Sakristei und Chor. Der künstlerische Entwurf stammt von Herrn P. Walther Teckienborg. die Ausführung lag in den Händen des Schlossermeisters Brockamp in Wiedendrück. mensch durch ein Wort oder eine Handlung so tief verwundet, daß wir uns sagten:„Das kann ich nie verzeihen und vergeisen!?“ Und haben wir nicht dann den Groll in unserem Herzen genährt, heimlich oder offen, monatelang, jahrelang? Vielleicht tun wir es heute noch. Gewiß, es gibt Kränkungen und Beleidigungen, die unser ganzes Innere aufwühlen, unsere Eigenliebe zu heißer Empörung treiben und alle Instinkte der Rachsucht und des Hasses wecken. Je mehr wir diesen Gefühlen nachgehen, desto größer und unverzechlicher steht die Schuld des anderen vor uns. Und doch erscheint sie klein, sobals wir aufrichtigen Herzens vor Gott unser eigenes „Mea culpa!“ sprechen. Nicht ohne besonderen Grund hat Christus in seinem Gleichnisse die Schuld der beiden Knechte näher bezeichnet: Zehntausend Talente(— sechzig Millionen Denare)— hundert Denare! Gewaltig die eine Summe, geringfügig die andere. Es ist in der Tat keine Kränkung von Mensch zu Mensch möglich, die schwer erscheinen könnte im Vergleich zu der Beleidigung, die der Mensch durch eine Todsünde dem unendlichen Gott zufügt. Der Knecht dem Herrn; das Geschöpf dem ewigen Schöpfer! Unser Gefühl mag da zuweilen unter demn Einflusse verletzter Eigenliebe anders empfinden: aber das Gleichnis des Herrn zeigt uns, wie die ewige Wahrheit selbst urteilt: die Stuld des Menschen gegen Gott ist unvergleichlich größer als irgendeine Schuld zwischen Mensch und Mensch. Und diese größere Schuld bringen wir im Sakramente der Buße vor Gott. bitten ihn um Schulderlaß und dürfen gewiß sein, daß unsere Bitte nicht vergeblich ist. Diese Gewißheit ist aber nur unter einer ganz bestimmten Voraussetzung gegeben. Das zeigt der dritte Teil des Gleichnisses: Das Gericht des Königs über den unbarmherzigen Knecht und das eniste Schlußwort: des Heilandes:„So wird auch mein himmlischer Vater mit euch verfahren, wenn ihr nicht von Herzen einander verzeiht.“ An diesem Worte läßt sich nicht rütteln. Wer nicht verzeiht, dern wird nicht verziehen. Der unversöhnliche Mensch findet einen unversöhnEum Ws#cu.. M M M u usiagnn in ticcun . WM Wei f Wc M u c gun h u un ueg 4 M u unn gun uscach W W i M t. u M 3 3 Richtig! Jalsch! Von links nach rechts: 1. Bild: So steht der Baum richtig nach der Pflanzung.— 2 Bild: So sehen Vaum und Baumscheibe nach einem Jahr aus.— 3. Bild: So darf der Baum nach der Pflanzung nicht stehen.— 4. Bild: So steht der fatsch gepflanzte Baum nuch einem Jahr. Der Baum hat sich mit der Erde gesenkt. Die fehlende Erde wurde nachgefüllt Die Wurzeln sterden ab. Es bilden sich schwache, neue Wurzeln, die den Baum nicht ernähren können. Der Baum wird dauernd kümmern. Vorteil der herbstlichen Pflanzung liegt darin, daß man sowohl bei den Baumschulbesitzern als auch bei den Gärtnern eine größere Auswahl und eine beisere Qualität in Bäumen findet, ohne einen Pfennig mehr bezahlen zu müssen. Auch dürfte man die gewünschten Sorten eher erhalten als im Frühjahr. Holzaugen und Blütenknospen beginnen schon im Februar anzuschwellen und werden leicht beim Versand beschädigt, außerdem können Bäue beim Transport im März—April durch die trockene Witterung stark leiden, wodurch ihr Anwachsen und kräftiges Gedeihen sehr erschwert wird. Selbst Anpflanzung im Winter bei offenem Wetter ziehe ich der Frühjahrspflanzung vor, da Regen und Schnee ein Zusammensinken der Baumgrube fördern und dadurch die Lücken zwischen den Wurzeln voll mit Erde ausgefüllt werden. Man kann jetzt schon mit der Baumpflanzung beginnen, allerdings sind die Bäume zu entblättern, was mit der nötigen Vorsicht geschehen muß, um Verletzungen der Augen und der zarten Rinde zu vermeiden. Zu bemerken ist, daß gekaufte Bäume sofort in Einschlag zu bringen sind.(Ueber die Links: Beim richtig gepflanzten Baume verbreitert sich der Stamm nach dem Wurzelansatze hin. — Rechts: Beim jalsch gepflanzten Baum verläuft der Stamm ziemlich gleichmäßig vom Erdboden nach oben. Meistens bilden sich am Grund: des Stammes Schößlinge. bereitung des Erdreichs für Neuanpflanzungen siehe Nr. 36 der„Glocke am Sonntag“.) Die ausgeworfene Baumgrube soll wenigstens 8 bis 14 Tage offenliegen, ehe man zur Anpflanzung schreitet. Damit Hoch= und Halbstäme einen Halt haben, bedürfen sie für einige Jahre einer Stütze. Ein kräftiger, glatter, entrindeter Pfahl wird in die Baumgrube eingerammt. Nun füllt man die Pflanzerde soweit ein, daß sie mit dem die Baumgrube uungebenden Boden abschließt. Hierauf setzt man an die Ostseite des Baupfahles den Baum, den man so lange dreht, daß er sich nicht an dem Pfahle scheuern kann; der Baumpfahl darf nicht in die Krone hineinreichen. Nun werden die Baumwurzeln mit Erde umgeben, diese wird angegossen, damit der Boden die Wurzeln gut umlagert. Der Baunn wird am Pfahl nur locker befestigt, damit er sich mit der Pflanzerde senken kann. Erst im Herbst des der Anpflanzung folgenden Jahres gebe man ein festes Baumband. Es versteht sich, daß der Baum nur bis zum Wurzelhals in die Erde kommt. Bei Bäumen mit Zwergunterlage muß der Veredelungswulst oberhalb der Erde liegen. Sind falsch gepflanzte Bäume zu reiten? Bei jungen Bäumen ist eine Rettung vielleicht möglich. Zeigt sich beim Ausheben keine Stammfäule, pflanze den Baum von neuem, aber richtig. Säume nicht, ältere, kümmennde Bäume auszuroden und zu ersetzen. Cox-Orangen-Reinette— die Apfelsine des Nordens Die Cox=Orangen=Reinette nennen unsere Feinschmecker vielfach die Apfelsine des Nordens. Dieser Vergleich hinkt allerdings stark, da der Apfel bezüglich seines feinen, leicht säuerlichen Geschmackes der Apfelsine weit überlegen ist. Ich bin mit vielen Obstkennern einig, wenn ich die Cox=OrangenReinette für den geschmacklich besten Apfel halte. Das Fleisch ist gelb, die Frucht an der Sonnenseite hübsch gerötet, sie zeigt leichten Rostanflug. Diese Sorte ist für den Garten des Liebhabers als Buschbaum auf Wildlingsunterlage sehr zu empfehlen. Bei guter Düngung wächst der Baum recht gut, verlangt aber, besonders bei Einsetzen der Tragbarkeit, sorgfältige Pflege, bei reichem Fruchtansatz muß stark ausgelichtet werden, sonst dleiben die Früchte klein. Der Apfel ist November—Januar genußreif. Liebhaber legen für diese die Apfelsorte mindestens das Dreifache des nornalen Edelobstmarktpreises an. Wie schütze ich eingemietete Gartenerzeugnisse vor Mäusefraß? Mit Recht mietet man Kartoffeln und manche Knollengemüse für den Nachwinter und den Vorfrühling ein, weil sich die so behandelten Gartenerzeugisse wunderbar frisch halten. Da sich erfahrungsgemäß Mäuse, die in diesem Jahre besonders gut geraten sind, als ungebetene Kostgänger einfinden und großen Schaden anrichten können, empfehle ich für kleine Mieten folgendes: Man lege den Boden der Miete dicht mit Tannenreisig aus, bringe das Gemüse darauf und decke es gut mit Tannenreisig ab, breite die Strohdecke vorsichtig darüber und gebe zuletzt eine Erdatdeckuung. Die Tannennadeln hemmen das Vordringen der Mäuse und bewahren uns vor Schaden. Hast du Arbeit, frisch heran! Fleiß und Kunst liebt jedermann. Spruch. Pfirsiche dürfen nur im Frühjahr gepflonzt werden, da bei der herbstlichen Pflanzung der Pfirsichbaum meistens eingeht. * Wenn du ältere Bäume verpflanzen willft, ist der Herbst die günstigste Zeit. Verletze die Wurzeln deim Ausgraben möglichst wenig, gib dem gepflanzten Baum eine sichere Stütze. * Hochstämme pflanzt man nicht in oder um den Garten, sosern der Garten nicht als Gemüsegarten wertlos werden soll. Am zweckmäßigsten ist eine Pflanzung an der Nordseite des Gartens, da der Garten dann seine volle Belichtung behält. * Von Halbhochstämmen läßt sich das Obst am bequemsten pflücken. Ueberlege, ob du nicht besser statt eines Hochstammes einen Halbhochstamm pflanzt, besonders bei Sorten, die einen aufrechten Wuchs haben! Most in Weißweinflaschen. Die Menge ergab 7 Flaschen. Diese bedeckte ich mit einem Leinenläppchen und stellte sie in die Küche zum Gären. Die Traubenreste werden mit Wasser übergossen, eine Nacht stehen gelassen, mit einem Löffel Zucker vermischt, abgegossen in zwei ondere Flaschen und dazu benutt, die Flaschen mit gärendem Wein aufzufüllen. Jeden Tag, nach eingetretener Gärung, müssen die Läppchen in kaltem Wasser ausgewaschen und wieder aufgelegt werden. Nachdem der Wein„still“ geworden ist, nach ungefähr—8 Wochen, gießt man ihn durch ein Haarsieb, in welches ein Filtrierpapier oder Leinentuch gelegt ist, von dem Bodensat vorsichtig in eine Schüssel. Die Flaschen werden gereinigt und. nachdem der Wein wieder eingefüllt, verkorkt urd in den Keller gestellt. Es ist kein Tischwein, aber ein Wein, der sich zu Puddings. Suppen, als Beiguß zu Rotkohl, Sauerkraut. Soßen usw. vorzüglich verwenden läßt und hier gekauften Weißzwein vollkommen ersetzt. Wer größere Mengen Trauben hat, kann den Wein genau wie Johannisbeer= und Stachelbeerwein in Ballon. Korbflasche oder Faß vergären lassen, aber ohne Wasserzusatz, ausgenommen das Wasser, das man auf die ausgepreßten Trauben gießt zum Nachfüllen. Man rechnet auf 20 Liter Saft—3 Pfd. Zukker: es wird dann aber auch kein Tischwein, sondern nur guter Kochwein. Frau A. K. Verwertung imreiser Weintrauben. Die unrei fen Weintrauben können für den Haushalt noch eine gute Verwendung als Korinthen finden. Man nehme sie erst ab, wenn einige Nachtfröste darüber gegangen sind, und trockne die Trauben auf einer Obstdarre. Fr. A. K. Antwort auf Frage Nr. 68. Selbstanfertigen von Kinderwäsche und-Kleidung. Häuslicher Ratgeder, Ausgabe.1 mit Schnittmuster, erscheint wöchentlich, je Nr. 36 Pfg.— Blatt der Hausfrau, Ausgabe B. mit Schnitmuster, erscheint vierzehntäglich, je Nr 60 Pig. B. Sch. Antwort auf Frage Nr. 69. Endiviensalat kann auf verschiedene Weise überwintert werden. 1. Der unaufgebundene Salat wird an einer nach Süden gelegenen Hauswand(oder onst geschützter Stelle) dicht nebeneander in die Erde geschlagen und durch vorgesetzte Brettei dunkel und warm gehalten. 2. Der unaufgebundene Salat wird in einem dunklen, aber luftigen Keller in einen Sandkasten auch dicht nebeneinander eingeschlagen. 3. Sie lassen den Salat im Garten decken, wenn er vollkommen trocken ist, Breiter darüder Ebenfalls können Sie eine Salatstaude mit dicken Erdballen aufnehmen und fest auf die daneben stehende Salatstande decken. Endivlen aufzubinden, ist wenig mehr üblich, da sie dann zu leicht faulen Auch ist schon von einigen Hausfrauen mit Erfolg versucht worden. Blumentöpfe über die Endivienpflonzen zu stülpen. Am sichersten ist die Aufbewahrung an abgedeckter Hauswand oder im verdunkelten, aber doch durchlüfteten Mistbeet. C. H. Unser Hausgarten im Oktober Opitgarten Abgestorbene oder schlechte Obstbäume werden ausgerodet, die Löcher für die Neuanpflanzung wirft man aus, der obstmüde Boden darf aber nicht wieder bei der Neuanpilanzung verwendet werden.— Mit dem Abkratzen der Rinde fährt man fort. Besonders für ältere Bäume empfiehlt sich ein Kalkanstrich. Der Frostspanner fliegt in diesem Monat, weshalb baldigst Leimringe anzulegen sind. Das Winterobst wird sorgsam gepflückt und in den Ausdunstungsraum gebracht. Obstkerne kann man jetzt säen, falls keine Mäuseplage zu befürchten ist. Die Saatbeeie des Vorjahres überdeckt man mit Kompost oder verrottetem Dünger. Obstbäume und Beerensträucher werden gedüngt. Der Dünger wird flach untergebracht, wobei man Beschädigungen der Wurzeln nach Möglichkeit vermeidet. Gemülegarten Bei trockenemn Wener beginnt man mit dem Einwiniern der Knollen=, Wurzel= und Kohlgemüse, jedoch nach Möglichkeit nicht vor dem letzten Drittel des Monats. Soweit die Stengel des Spar= gels noch nicht abgeschnitten sind, muß dies geschehen. Der Boden der Spargelbeete ist gut zu lockeni. Man überdecke die Beete mit Dünger. Haben die Erdbeeren neue Ausläufer gebildet, sind diese zu entfernen. Gegen Monatsende können die Reihen mit verrottetem Mist abgedeckt werden.— Neuseeländer Spinat kann ausgesät werden. Tiefes Graben in rauher Scholle und Düngen ist tägliche Arbeit. Zier- und Blumengarten. Tulpen, Hyazinthen und Krokus werden ins freie Land gelegt. Dahlien, Cannas, Gladiolen und sonstige Knollengewächse, die sich draußen nicht überwintern lassen, werden nach dem ersten Froste ausgehoben und den Winter über trocken und frostfrei aufbewahr:. Härtere Kübelpflanzen kommen ins Winterquartier.— Ziersträucher werden gepflanzt. Der Gartenrasen wird mit gutem Kompost bedeckt. Ueber die Pflanzung eines Obstbaumes Das richtige Pflanzen eines Obstbaunes ist eine der allerwichtigsten Verrichtungen, von welchem in jedem Falle die Zukunft Baumes abhängt Bei dem jungen Baun, der aus der Baumschule mit dem Spaten ausgehoben wird, geht es ohne Beschädigungen der Wurzeln nicht ab. Würde man den Baum so pflanzen, wie man ihn vom Gärtner bezieht, würde er sehr schwer anwachsen. Vor der Pilanzung sind die Wurzeln so zu beschneiden, daß ein Anwachsen des Baumes noch in diesem Herbste verbürgt wird. Beschädigte Wurzeln werden bis auf das gesunde Wurzelholz in der Weise zurückgeschnitten, daß die Schnittfläche nach unten liegt. Nur dann wird sich noch in diesem Herbste eine Kallusschicht an den Schnittstellen der Wurzeln bilden. Liegen die Schnittstellen der Wurzeln nach oben, so entstehen unter Einwirkung des einsickernden Regenwassers Fäulnisherde, die sich ungünstig auf den Gesamtorganismus des Baunes auswirken und das Anwachsen erschweren.— Die Krone wird vor der Pflanzung beschnitten, und zwar läßt man fünf Seitenzweige stehen, die sich möglichst gleichmäßig nach den Seiten ausbreiten müssen. Da alle Zweige das Bestreben haben, nach oben und innen zu wachsen, sind sie auf Außenknospe zu Der Mitteltrieb soll der Lei trieb des Baumes werden, an dem sich in päteren Jahren die zweite Astierie aufbaut. Daher muß er senkrecht hochgezogen werden Un diese Richtung zu erreichen, läßt man am Ende des Mitteltriebes einen Zapfen stehen, an dem man den sich unterhalb des Zapfens bildenden Seitenzweig, so lange er noch krautartig ist, anheftet, so daß dieser senkrech: emporwächst. Der trockene Zapfen wird beim Winterschain entfernt. Die Verpflanzungszeit der Obstbäume liegt zwischen Oktober und April, sofern nicht Frost, Schnee oder hohe Bodenfeuchtigkeit daran hindern. Die Erfahrung lehrt allerdings, daß einer frühzeitigen Pflanzung der Vorzug zu geben ist. Im Spätherbst angepflanzte Bäume leiden entschieden weniger unter der Verpflanzung als die im Frühjahr gesetzten; denn da im Spätherbst die Wunden an den Wurzeln schon vernarben und sich kleine Fasernwurzeln an den Wundstellen bilden, kann im Frühjahr das Wachstum sofort einsetzen. Auch deshalb ist die Herbstpflanzung vorteilhaft, weil der neugepflanzte Baun nicht durch trockene Winde und die Frühjahrssonne zu leiden hat, wodurch eine starke Wasserabgabe hervorgerufen wird, was leicht zu Wachstumsstörungen führt, vielleicht sogar ein Eingehen des Bauines im Gefolge hat, da die Wurzeln noch nicht durch Wasseraufnahme einen Ausgleich schaffen können. Ein nicht zu unterschätzender ———„ 7 lichen Gott. Kein Gebet, keine Reue über unsere Sünden, kein Empfang des Bußsakramentes bringt uns Vergebung, so lange wir nicht bereit sind, dem Minnenschen eine erlittene Kränkung zu verzeihen.„Von Herzen“ verzeihen, wie Jesus betont, d. h. innerlich alle Gesinnungen des Hasses und der Rachsucht überwinden! Das Gefühl der Kränkung mag noch lange andauern; aber der Wille zu aufrichtiger Verzeihung und Versöhnung muß dasein.„Wie oft?“ fragt Petrus den Herrn:„etwa siebenmal?“ Und er erhält die Antwort:„Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal!" Das heißt: Wir müssen jederzeit zur Versöhng bereit sein. Das verlangt Gott so unZeitbilder Ausdruck und Wo innmer man Menschen trifft, seufzt man über den griesgrauen Alltag und beklagt bitter die vielerlei Sorgen. Wenn die Familie beisammen ist, sieht man trübe Gesichter, hört herbe Worte, fühlt, wie ein Tag nach dem andern in den Zeitenschoß hineingewürgt wird— freudeann, ja, freudeleer. Und so ist es nicht nur bei den Leuten und Familien, wo die Not bereits eingezogen ist und der Groschen wie ein Schatz betrachtet werden muß, nein, so ist es heute beinahe überall. Wenn nicht Leichtsinn und Uebermut herrichen, dann das ganze harte Gegenteil— Bitterkeit, Unzufriedenheit. Gleichsam eine Seelenkrankheit, die die Menschen ergrifsen hat, fast alle Menschen. Und auch wir Katholiken sind davon nicht ausgeschlossen. Ich besuchte gestern eine Familie, die, Gott sei gedankt, von der Nor noch nichts kennengelernt hat. Alle, Vater, Mutter und Kinder, sind gesund; aber was für Falten stehen dem Mann auf der Stirn! Wie hart und ohne jeden Liebreiz sieht die junge Mutter aus! Und sehr bald geht auch das Gejammer los: „Ja, wenn wir andere Zeiten hätten, wie ganz anders könnten wir da leben! Was könnten wir uns nicht alles leisten! Was für großartige Pläne haben wir fürs Leben gesponnen! Was soll man bloß noch für Hoffnungen haben! Alles ist ja gleich!“ Und die junge Frau deckt den Abendbrottisch mit so viel Mißmut und— mir so viel Unordnung, mit so viel Unschönheit, mit angeschlagenen Tassen und Tellern, verbeulten Kännchen und gesprungenen Gläsern, daß selbst die leckersten Würste und der westfälische Schinken nicht mehr den Appetit wecken können. Der Mann setzt sich an den Tisch und schimpft über Unordnung und das stark beschädigte Geschirr, aber dann brummt er wieder bitter hart! Ach was! ist alles einerlei, wie man ißt und woron man ißt, bei diesen Zeiten!“ Hier rufen wir ganz energisch: Nein! es ist durchaus nicht einerlei! Lebensformen gehören nun eimnal unbedingt zu Leben! Und Ausdruck des Lebens kann zu einem nicht unwichtigen Teil Inhalt des Lebens werden! Gerade weil unsere Zeit so trüb, so schwer geworden ist, weil uns überall die Mittel zu diesen und jenen Freuden und Vergügungen beschnitten sind, weil wir weit mehr als in früheren erbittlich von uns, daß er uns nicht einmal vor seinem Altare sehen will, solange wir diese Bereitschaft nicht haben.„Geh erst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe!“ Kann Christus schärfer und nachdrücklicher den Geist versöhnender und verzeihender Liebe von uns fordern? Wenn wir diese Forderung mehr zu Herzen nähmen, dann wäre nicht so viel Entfremdung und Feindschaft unter denen, die sich Christen nennen. Freilich, es ist nicht immer leicht, das Gebot der Versöhnlichkeit zu erfüllen. Oft bedeutet das sogar einen heroischen Sieg über unsere Eigenliebe. Aber es ist ein Sieg, der uns das erbarmende Herz Gottes öffnet. Und wir werden die Kraft dazu finden, wenn wir alle Bitterkeiten und Kränkungen, die wir von Menschen erfahren, stets im Geiste fühnender Buße für die eigene Schuld gegen Gott ertragen und vor unser geistiges Auge das Bild dessen stellen,„der nicht wieder schalt, als er gescholten ward, und nicht drohte, da er litt“. Täglich beten wir im Vaterunser nach der Weisung des Herrn:„Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern!“ Ob diese Bitte ein Ruf um Erbannen ist oder aber eine Herausforderung des ewigen Richters— das entscheidet unser Verhalten zu denen, die unsere„Schuldiger“ sind. Lebensform den Sorgen zum Trotz!— Ein Wörtchen an die Frauen Jahren auf unsere Häuslichkeit angewiesen sind, um so mehr sollte sie gepflegt sein! Um so mehr sollte jede Frau danach streben, auch mit den bescheidensten Mitteln das noch so kleine Heim traulich, freundlich, liebenswürdig zu gestalten. Ist es denn wirklich unbedingt notwendig, mir allem alten, zerbrochenen Geschirr aufzuwarten, wenn man das schöne, gute Geschirr in den Schränken stehen hat? Können fleißige Frauenhände wirklich nicht geschickt genug sein, um auch aus etwas Altem, z. B. einem alten Kleid, eine hübsche kleine Decke, einen Kissenbezug zu fertigen? Schauen wir einmal auf die Künstlerfrauen, die imner mit einer neuen Idee im Kopf herumwandern. Was für allerliebste Einfälle sind da in der oft recht kärglichen Häuslichkeit zu finden! Können wir uns wundern, wenn sich eines Tages der Mann nicht mehr recht wohl zu Hause fühlt, wenn nirgends aus einem Winkel ihm ein Somenstrahl zulacht? Oy, der Mann sieht das alles ja gar nicht! werden sogleich viele Frauen entrüstet rufen. Nein, vielleicht sieht er es mit schönen und anerkennenden Worten nicht, aber— schon wenn sein Mißfallen nicht erregt wird, genügt das etwa nicht? So billige Blümchen können den Speisetisch chmücken und wenn es selbst zu den Blünchen nicht mehr reicht, kann es da nicht ein buntes Herbstlaub, ein Fichtenzweig sein? Blumen sind die Freude der Menschen, und sie gehören zu ihnen— nicht nur in die bunten Sommergärten, auch ins Haus, auf den Tisch und die Fensterbank! Das Jauchzen eines kleiVögelchens im Bauer vennag ein Sorgenfälichen zu glätten. Schafft Freude ins Hein, auch in das allerkleinste und bescheidenste! Haltet Ordnung in den Lebensfonnen! Vernachlässigt nicht euch selber und euer Leben! So wie der Körper Nahrung braucht, so auch das Auge ein wenig Licht und Freude! Wer weiß, wie viele Ehen nicht so zerrüttet wären, wenn die Hausfrauen wirklich Hausfrauen und Frauen mit wahrer, schöner Lebensform gewesen wäret! Gerade in der Frau liegt der Sinn zum Schönen so besonders ausgedrückt. Gerade sie will schmücken und geschmückt sein. Gerade sie will gefallen und— wem in allererster Linie anders als dem Mann, dem Lebensgefährten? Putzt und schmückt man nur das Heim und den Tisch, wenn Gäste kommen? Und gibt es für die Frau— oder besser, sollte es für sie einen lieberen Beruf geben als den Mann, wenn er vom Dienst heimkehrt, um auszuruhen? Wie war es einst, ihr lieben Frauen, als ihr noch einige Schritte vom Traualtar entfernt standet— wie habt ihr euch bemüht, dem geliebten Manne zu gefallen? Wie versuchter ihr, alle eure Schwächen zu verbergen, ja, vielleicht manchen Fehler zu bessern und — nun, da die ersten Ehejahre vorüber sind? Wie vieles, vieles habt ihr vernachlässigt! Fragt euch einmal emstlich und besinnlich in einer stillen Stunde! Ihr Frauen, es ist gewiß nicht immer leicht, Frau zu sein mit allen Anforderungen— und doch, welch hoheitsvolle Aufgabe hat euch Gott verliehen. Besinnt euch darauf! Ursus. Strunz. Oelde Oelde. Blick auf den Turm der kath. Kirche von der Paulsburg aus „ 4 4 u ud Wee isspcunnd ii M ig un hil he Mn hues 9 258—„„„ ——— W tine##00 hi#ssohul#blag sino bunu Wee 1 gu Mi uu Wciu 13 a gn Fhnr KAufr-y 2grud Fuung uK 100 uu P u cmung Nuwb## 1 f MM unh un aum W i ued uun icu 4 Kirche und Künstler Zusammengestellt von Karl Theodor Mayer, zweitem Vorsitzenden des Verbandes katholischer Kirchenmusiker der Erzdiözese Freiburg i. Br. Exzellenz Dr. Conrad Gröber, der Hochwürdigste Herr Erzbischof von Freiburg im Breisgau, Metropolit der oberrheinischen Kirchenprovinz, hat mit der Besitznahme seines Erzbistums die Katholiken Deutschlands erfreut mit einem bei Herder u. Co., Verlagsgesellschaft, Freiburg im Breisgau, erschienenen hochgeistigen Werke„Kirche und Künstler". Liebe und Wissen sind die Triebkräfte dieses Buches, das sich in Proben seiner Großzügigkeit und seines Gedankenreichtums weit besser empfiehlt, als die beste Beurteilung es vermag. Nachstehend geben wir einige Gedankensplitter, die mit dem reichen Inhalt des Werkes vertraut machen sollen: 1. Begriffsfestlegung von Kirche und Kunst. Unter dem Wort Kirche verstehen wir sowohl die kirchliche Autorität mit ihrer Priester=, Hirten= und Lehrgewalt, wie auch die kirchliche Gemeinschaft mit ihrer Zeitunbegrenztheit, Weltweisheit und Weltoffenheit und endlich den kirchlichen Rau.—— Auch das Wort Künstler nehmen wir hier in ziemlich allgemeiner Bedeutung. Wir bestreiten es nicht, daß gerade der Künstler eine ausgesuchte, feine Reizbarkeit seiner äußeren und inneren Sinne benötigt und einer Höchstempfindlichkeit seines Temperamentes bedarf, die beim leisesten Anschlag erwidert.—— Wir erblicken darin aber keineswegs des Künstlers ausschließliches und innerstes Wesen.——— Das Anderssehen des echten Künstlers ist ein lebendigeres und tieferes, eine schöpferische Wesensschau.—— Der Künstler ist so ein inwendiger Seher, ein mwendiger Schauender und Hörender, ein von Gott Schöpfer Begnadigter, der das Schöne zunächst als Eigenes empfängt und geistig gebiert, ehe er es in die Außenwelt entbindet.——— Die künstlerische Intuition ist nicht bloß eine Gemütssache oder nur ein Quell der quellhaft nach außen sprudelnden Phantasie, so unumgänglich notwendig auch diese zun Wesen eines Künstlers gehört,— ein Künstler ohne Phantasie ist wie ein Flieger ohne Maschine,— sondern auch eine Sache des Verstandes, weil sie eben in der Vorstellungs= und Stoffwelt ordnend und aufbauend wirkt.——— Die Kunst beschäftigt endlich auch die Erinnerung und den Willen des Künstlers. Wer sich nicht lebendig erinnert, wird kaum je etwas Lebendiges schaffen. Der schöpferische Wille ist im Künstler oft unwiderstehlich stark wie der Naturtrieb, der gleich einem geschwellten Fluß zur Fortströmung drängt.——— Der Künstler ist Schöpfer. Erde und göttlichen Odern setzt das Kunstwerk voraus. Das Kunstwerk elber aber ist Abbild und Gleichnis und „Lebende Seele". 2. Kunstschöpferische Kraft der Kirche. Kunstfragen berühren keineswegs das Wesen der Kirche. Eine Messe kann gelesen werden, wo ein Altar sich befindet, und sei es der ärmlichste ausgestattete Tragaltar; sie kann gelesen werden in der formlosen Hütte des Wilden.——— Die Kunst gehört nicht zu den Dingen, von denen auch nur das natürliche Wohl und Wehe des Menschen abhäng:. Kunst bleibt immer eine Zutat und ist ein Zierat; aber gerade darin liegt auch ihr Reiz Alltägliches langweilt. Kunst ist Festgewand und Sonntag.——— Zum ganzen Menichen gehört, daß er für sittliche und künstlerische Dinge empfänglich ist. Es ist darum etwas tief Befriedigendes, wenn man Menschen sieht, deren Tüchtigkeit man ohne viele Worte fühlt und deren Schönheitssinn man in gewissen Augenblicken sieht.——— Wenn Christus über die Kunst und die Künstler kein einziges Wort hinterließ, so schließt seine Lehre die Kunst und die Künstler nicht wesensfremd aus. Christus war ja selbst ein unvergleichlicher Künstler, wenn er seine ewigen Gedanken in das einfache, schöne Kleid seiner naturfrischen Gleichnisse hüllte und mit der Glut und mit dem Schwunge seines liebenden Gemütes und dem Wohllaut seiner hinreißenden Sprache die Massen zum ergriffenen Geständnisse zwang:„So hat noch kein Mensch gesprochen wie dieser!"— Obgleich Christus und die Kirche die Kunst und die Künstler nicht unumngänglich brauchen wie Licht, Wasser und Brot, und umgekehrt auch der Künstler zu seinem Wesen und Wirken nicht unbedingt der Kirche und der Religion bedarf, denn die Literatur= und die Kunstgeschichte beweisen, daß auch ein unreligiöser Mensch ein großer Künstler sein kann, so gilt doch des weiteren, daß sich innige Beziehungen zwischen Kirche, Künstler und Kunst naturgemäß ergeben. Das erschließen wir aus dem Wesen der Kirche und aus dem Wesen der Kunst.——— In der Weiterentwicklung dieses Gedankens ergibt sich eine auffällige Verwandtschaft der Kirche mit dem Künstler. Wie es dem Künstler obliegt, die Idee in sinnfällige Gestalten zu bringen, so ist es Aufgabe der Kirche, Göttliches und irdische Formen zu gießen und Christi Bild auf alles Vergängliche zu zeichnen. Wie der Künstler in seinem Schaffen auf Reiz und Schönheit abzielt, so ist es Zweck der Kirche, geistige Schönheit zu erzeugen, das Gesamtwesen des Menschen harmonisch zu bauen, göttlichen Abglanz und christlichen Lebensstil zu verleihen und die Menschen heimzuführen zur ewigen Schönheit, die der Urquell des Lebens ist.— Wie der wahre Künstler oft bitter darunter leidet, daß eine oberflächliche Zeit seine Person und seine Werke ablehnt oder übersieht, so wird auch die Kirche in manchen Zeitläufen verkannt, un erst später wieder Verständnis für ihr göttliches Wesen und Wirken zu finden. Die Wahrheit und die echte Schönheit erringen immer wieder den Sieg und erleuchten den Tag.——— 3. Macht des Religiösen im Künstler. In der Betrachtung der eigentlich wirksamen Beziehungen der Kirche zum Künstler wäre in erster Linie zu sagen, daß die Kirche befähigt ist, die künstlerische Anlage in Menschen zu wecken. Das schöpferische Talent bleibt in der natürlichen Ordnung und ist kein plötzliches Geschenk von oben.——— Die wissenschaftliche Forschung beweist es genau, daß es drei Wurzeln gibt des individuellen Charakters: Vererbung— soziale Unnwelt— persönliche Erziehung.——— Auch nach seiner künstlerischen Veranlagung ist der Mensch die Summe von Angeborenem und Anerzogenem, von Angenommenem und Angepflogenem, von Einwirkungen, die schon seit Generationen erfolgten, um sich endlich in ihm nach einem geheimnisvollen Gesetz zu kristallisieren. Zu den Quellen aber, aus denen die Beeinflussung strömt, gehört unstreitig auch die Kirche. Sie erhält und fördert in ihren Lehr= und Kulturgebäuden, in ihrer Liturgie und in ihren religiösen Bräuchen den Sinn für eine überstoffliche, geistige Welt, ohne aber die Sinnenwelt zu verschmähen. „Detlev von Liliencron“ spricht als Andersgläubiger in einem Briefe von der„klassischen Heiterkeit" und der„Sinnenfreudigkeit" der katholischen Kirche und mit Recht, sobald man darunter ihren geschärften Sinn auch für das sinnliche Schöne und Bildhafte versteht. Und „Canova“ schrieb an Napoleon.:„Alle Religienen nähren die Kunst, aber keine in dem Maße wie die unsere.“—-Die Befruchtung der Kirche durch Generationen hindurch, die zuletzt zur Erzeugung von künstlerischen Anlagen führt, wird von ihr im einzelnen Menschen erhalten und gefördert. Talent und Genie gleichen dem Samen in der geebneten Furche, der zu seinem Wachstum des Lichtes, der Wärme und der Nahrung bedarf.— Genie ist Gabe und nicht etwa erzieherisches Ziel. Wer es nicht hat, wird es auch niemals erhalten; aber man kann seine schlummernden genialen Anlagen wecken und entfalten. 4. Kirche und Sinnenwelt. Die Beeinflussungen von seiten der Kirche auf den künstlerisch begabten Menschen können nun für ihn bewußt oder unbewußt sein. Unbewußt sind es zunächst die Eindrücke, welche das Kind aus der Strahlungszone der Kirche bereits im Schoße der Mutter einpfängt.——— Wie sich die Schreckensbilder auf das reifende Kind übertragen, so auch die Bilder der Freude, der Verehrung und der Schönheit.——— Bald nach der Geburt nimmt die Kirche das Kind in ihre sorgsame Pflege, um es mit dem Milchstrom ihrer Mutterschönheit zu tränken. Schon das häusliche religiöse Leben zeigt dem Kleinen, naturgemäß beschaulichen Wesen tiefe Gedanken aus der Gotteswelt und der Kunst, die lebendig und unaufhörlich in seine Vorstellung wandern. Wenn der aufkeimende Mensch dann aus dem Familienkreis heraus auf dem Ann der Mutter oder an ihrer leitenden Hand in den kirchlichen Raum tritt, steigern sich im Staunen die bisher empfangenen Eindrücke um ein Vielfaches. Bewundernd sehen sich die geweiteten Augen kaum satt an den steigenden Säulen und Bogen, an den hohen Gewölben und geschwungenen Decken und haften wie gebannt an den bunten Mulereten.——— Das Ohr des Kindes aber berauscht sich an den Klängen, die bald leise wie Hauch oder ein sterbendes Echo, bald laut wie dröhnende Posaunen und ein brauSsui Spt un ohuung kel auf und kocht den Pudding anderthalb Stunden im Wasserbade. Mit dem Blumenkohlwasser verkocht man eine Mehlschwitze, die man mit Tomatenmark vermischt und als Tunke zu dem gestürzten Pudding reicht. Brei(Püree) von Blumenkohl. Nachdem der Blumenkohl wie üblich gekocht worden. wird er mitsamt dem Strunk durch ein Sieb getrieben und mit geriebenen, gekochten Kartoffeln(ungefähr 100 Gramn auf 500 Gramm Kohl) gemischt. Man gibt einen bis zwei Eßlöffel rohe Sahne hinzu, läßt die Masse einmal aufkochen und fügt, wenn der Topf vom Feuer gekommen, 40 Gramm Margarine oder Butter dazu. Ein schmackhaftes und doch schnell zu bereitendes Gericht(für Waschund Putztage), zu dem roher oder gekochter Schinken sowie auch jede gebratene Fleischbeilage paßt. Eingemachter Rotkohl Obgleich Rotkohl zu den Gemüsen gehört, die sich bei richtiger Aufbewahrung bis spät in das Frühjahr hinein tadellos frisch erhalten, glauben viele Hausfrauen, auch ihn konzervieren zu müssen. Fragt man, warin sie sich dieser, im Grunde doch unnötigen Arbeit unterzögen, so wird in der Regel etwas verdutzt und zögernd geantwortet, der eingemachte Kohl ichmecke so herrlich und sei„sofort fertig" zum Gebrauch. Ersteres ist natürlich bei Zubereitung des frischen Rotkohls in mindestens ebenso großem Maße der Fall, es dauert allerdings, je nachdem ob als Salat oder Gemüse gewünscht,—11 Std. Wer den Rotkohl nun stets im Eiltempo auf den Tich zu bringen wünscht(gewöhnlich nimmt man für so schnell herzurichtende Beilagen Kompotts, Gurken oder WeckbohnenSalate), mache den Rotkohl auf folgende Weise ein: 1. Der Kohl wird ganz fein gehobelt und mit etwas Salz in einen Steintopf gedrückt. Halb Essig, halb Wasser wird mit etwas Zucker aufgekocht, heiß über den Kohl gegossen, der mit Senfbeutel bedeckt, mit Brett und Stein beschwert und zugebunden wird. 2. Der ganz fein gehobelte Kohl wird in die kochende Lösung von halb Wasser, halb Essig mit etwas Zucker und einigen Pfefferkörnern partieweise ganz kurz hineingelegt und abgekühlt, mit etwas Salz in einen Steintopf gedrückt. Die Essiglösung wird heiß darüber gegossen, nach dem Erkalten der Topf, mit Brett und Stein beschwert, zugebunden. Altes Rebhuhn gedämpft mit Wirsing und Schinken Hierzu wird das Rebhuhn erst braun angebraten. Nun legt man einen Topf mit Speckscheiben aus, dazu die Rebhühner, den geschnittenen, abgekochten Wirsing, ¼ Pfund (für ein Huhn genügen 50—80 Gramm) in kleine Würfel geschnittenen Schinken,—3 Zwiebeln und—3 Wacholderbeeren. Bedeckt alles halb mit kochendem Wasser, schließt den Topf fest zu(am besten erst kleineren, dann passenden Topfdeckel) und läßt gut 2 Stunden langsam schmoren. Zuletzt bindet man die Brühe mit in Sahne oder Wasser verrührtem Mehl. Als Beilage Bratkartoffeln. Alter Fasan in Sauerkraut Der mit Speckscheiben umbundene Fasan wird halb weich gebraten. Inzwischen läßt man feingeschnittene Zwiebeln in Butter gelblich schwitzen, gibt das notwendige Sauerkraut, etwas Fleischbrühe oder Wasser und zwei Glas Weißwein hinzu, dämpft das Kraut ½ Stunde, legt den Fasan hinzu und läßt alles gar dämpfen. Man gibt Kartoffelpüree dazu. Eiweißreste An vielen Abenden wird die Hausfrau den Tisch gern mit kalten Gerichten bestellen. Sie wirken erfrischender und regen die Eßlust mehr an als wanne Speisen. Die Zahl solcher Gerichte ist groß, und reichlich Abwechslung läßt sich darin ohne Mühe bieten. Auch wenn es heißt, Gäste zu bewirten, kann man mit einem kalten Abendessen erfreuen und Ehre einlegen. Eiertunken spielen in der kalten Küche eine große Rolle; man mag sie Mayonnaise, Remouladen= oder Kräutertunke nennen, unmer gehört Oel und Eidotter dazu. Auch beim Bereiten vieler Arten von Salat sind sie unentbehrlich. Die sparsame Hausfrau findet es oft betrübend, daß sie nicht die ganzen Eier verwenden kann und gezwungen ist, das Eiweiß, das ja, soll es nicht verderben, bald verarbeitet werden muß, beiseitezustellen.— Es folgen nun einige Rezepte, bei denen übrig gebliebenes Eiweiß sich gut und vorteilhaft verwerten läßt. Es sei gleich daran ermnert, daß leicht geschlagenes Eiweiß beim Panieren(Ueberkrusteln) von Fleisch= und Fischstücken fast dieselben guten Dienste leistet wie das zerklopfte ganze Ei, auch ist es ein zweckmäßiges Bindemittel bei der Herstellung der verschiedensten Füllselarten, sowie für Klöße und Klopse. Einfache Süßspeisen aus Grieß, Reis, Mondamin oder Weizenstärke, früher mit„Flammerie" bezeichnet, werden durch das Untermischen mit steifgeschlagenem Eierschnee schön locker und gewinnen an Geschmack. Man macht dazu die Flammeries nicht ganz so fest wie sonst, läßt sie etwas abkühlen, schlägt sie mit dem Schneeschläger und mischt sie mit Eierschnee. Man rechnet für eine aus einem Liter Milch und 50—60 Gramm Mondamin bereitete Speise zwei bis vier zu Schnee geschlagene Eiweiß. Die Speise wird aber nicht zu Stürzen in eine Form gegeben, sondern gleich in die Schale gefüllt, in der sie auf den Tisch kamnmen soll. Eine derartige Speisemasse als Decke über geschmortes Obst zu geben, ist empfehlenswert. Kurz vor dem Auftragen legt man zur Verzierung obenauf Suppen=Makrönchen oder überstreut das Gericht mit gerösteten, gehackten Mandeln. Bei roten Grützen, die mit Mondamin zubereitet werden, kann man evenfalls Eierschnee untermischen. Man schlägt in diesem 1— Falle die Masse mit dem Schneeschläger, wodurch sich die rote Grütze in eine Schaumspeise verwandelt. Suppenbällchen(ostpreußisches Rezept). Auch zu dieser Suppeneinlage lassen sich vorzüglich übriggebliebene Eiweiße verwenden. 4 Eiweiß werden mit 8 Eßlösseln weichem Quarg, Salz und Muskat nach Geschmack sowie feinen Kräutern, Estragon, Edelraute, Liebstöckel(Maggikraut) kräftig gequirlt und im Wasserbad gekocht.(In Ermangelung der genannten Kräuter schmecken Petersilie, junges Sellerielaub oder Schnittlauch feingehackt auch sehr gut.) Von der festgewordenen Masse werden Klößchen abgestochen und in der Suppe gargekocht. Für süße Suppen fügt man statt der Kräuter Zucker und Zitronenoder Vanillegeschmack hinzu. Frage Nr. 68. Selbstanfertigung von Kinderwäsche und-Kleidung.(Fr. G..,., Krs. Warendorf.) Welche Leserin kann mir eine Zeitschrift oder dergl. empfehlen, die praktische Winke gibt und vor allem Anleitungen zum Selbstanfertigen von Kinderwäsche und=Kleidung? Ich din für Vorschläge dankbar. Frage Nr. 69. Endiviensalat.(Fr. L..,., Krs. Beckum.) Wie läßt sich Endiviensalat überwintern oder doch eine Zeitlang aufbewahren? * Antworten auf die Fragen 63 u. 66. Weintraubenverwertung.(Fr. A..,., Kre. Beckum. Sie können von Weintrauben sehr gut Wein bereiten. Am besten impfen Sie den Wein mit einer Edelhefe und setzen Zucker zu. Die gut gewaschenen Trauben werden zerkleinert, gepreßt. 2½ kg ergeben ungefähr 2 Liter Saft. Wollen Sie nun einen herben Tischwein bereiten, dann nehmen Sie z. B. eine Zeltinger Hefe. Auf 5 Liter berechnet, nehmen Sie 3 Liter Saft, 300 g Zucker, den Rest Wasser, bzw. die aus der zweiten Pressung gewonnene Flüssigkeit. Sie verfahren dann in Ihnen wohlbekannter Weise, wie bei jeder anderen Weinbereitung auch. Auf die Traubenschalen können Sie nun noch einmal Wasser gießen, geben noch ½ kg saure, unreife oder ungenießbare Trauben dazu, fügen einen Schuß Essig und ½ kg Zucker zu. An warmer Stelle aufbewahrt, fängt der Wein an zu gären. Nach ungefähr 14 Tagen seihen Sie ihn durch, stellen ihn zum Klären beiseite und haben dann einen guten, reinen Weinessig, der zwar nicht ganz so jauer ist wie der gekaufte, aber auch rein und gut im Geschmack und vor allen Dingen billig ist.— Sind die Trauven nicht recht süß, dann können Sie auf 2½ Kilogramm Trauben auch ½ Kilogramm Rosinen mit vergären lassen. Sie müssen die Rosinen warm und kalt in reichlich Wasser waschen, guut ablaufen lassen und in der Fruchtmühle zerkleinern.— Wollen Sie sich füßere Weine herstellen, dann nehmen Sie eine demen:sprechende Edelhefe und setzen Zucker nach jewerliger Angabe zu. Frau E. B. Weintraubenverwertung.(Frl. L.., Krs. Beckum) Meine vorigjährigen Weintrauben, welche nicht zu einem Ballon voll reichten, habe ich mit gutem Erfolg auf Flaschen gegoren. Die Weintrauben preßte ich durch die Fruchtpresse, setzte dem Saft, es waren ungefähr 10 bis 12 Pfd. abgebeerte Weintrauben, 1 Pfd. seinen Zucker zu, ließ denselben durch öfteres Umrühren sich auflösen und füllte dann den „„„„„„ M e Wi Mct uu uagunte gohizscww bungangt uog ilpo; au inv so; Blumenkohl, unser feinstes Herbstgemüse Der Blumnenkohl, in Süddeutschland Karfiol genannt, ist wohl die feinste unserer Kohlarten und ein sehr geschätztes Gemüse. Aus Freiland und Gärten wird er in der Zeit von Juli bis Oktober geerntet. Blumenkohl, den wir zu anderen Zeiten in den Geschäften und auf Märkten sehen, dürfte mit geringen Ausnahmen Auslandsware sein, den die Hausfrau ohne ganz besonderen Grund nicht kaufen sollte. Manchmal allerdings handelt es sich auch um Frühbeet=Blumenkohl. Neuerdings sind unsere Gemüsezüchter eifrigst bemüht, schon vor Juli Blumenkohl auf e. Markt zu bringen. Von gutem Blumenkohl verlangen wir, daß er groß, schneeweiß und fest ist. Eigenschaften, die den Anbauern zu erreichen nicht immer glückt; Blumenkohl will ganz besonders guten und fetten Boden haben, dessen Bearbeitung viel Mühe und Sorgfalt ersordert. Wer einmal Gelegenheit hatte, in Holland die großen Blumenkohlfelder zu sehen, wird beobachtet haben, wie jede einzelne Pflanze gedüngt und in trockenen Zeiten täglich gegossen wird. Wird dem Blumenkohl diese Pflege nicht oder nicht genügend zuteil, so bilden sich nur kleine Köpfe, die wenig fest und von einer gelblichen, nicht gern gesehenen Farbe oder weiß mit lila Tönung sind. Meist verlieren sich diese Schönheitssehler beim Kochen, besonders die lila Tönung verschwindet ganz deshalb sollte die Hausfrau, die sparen will, diese Köpfe, die meist billiger als die rein weißen angeboten werden, ruhig kaufen, vornehmlich, wenn sie überbackenen Blumenkohl oder dick mit Tomatentunke überfüllte Köpfe auf den Tisch bringen will; auch bei Blumenkohl=Püree merkt man wirklich nicht, ob die Köpfe etwas loser und nicht ganz zart sind.— Uebrigens verändern auch rein weiße Köpfe mitunter beim Kochen die Farbe und nehmen eine rötlich=gelbe Tönung an; es kommt dies manchmal von zu langem Kochen, liegt meist aber an der Sorte Der Art der Düngung. Soll Blumenkohl durch Sterilisieren für den Winter haltbar gemacht werden, so zerteile man den Kopf in einzelne Röschen, koche sie in nichtzugedecktem Topfe in Salzwasser fast weich, fülle sie in die Glaser, gieße Wasser ohne Salzzugabe auf und erhitze sie im Weck bei 98 Grad 70 Minuten lang. Das Einwecken von Blumenkohl allein hat insofern seine Schwierigkeiten, als man dazu recht große Gläser gebraucht; anders ist es, wenn man die Röschen mit grünen Bohnen, Karotten und Tomaten zusammen sterilisiert; ein solches Gemüse=Allerlei wird im Winter als Suppeneinlage gut zu verwerten sein und durch die gebotene Abwechslung Freude machen. Beim Putzen des Blumenkohls werden alle grünen Blättchen sowie der unterste Teil des Strunkes abgeschnitten, von letzterem schäl: man die äußere Haut ab und verwendet ihn, kleingeschnitten, zu Suppen. Darauf wird der Kopf in leichtes Salzwasser gelegt, wodurch ein Herauskriechen der versteckten Raupen erreicht wird. Das gleiche soll erzielt werden, wenn man dem Wasser einen Eßlössel voll Essig zugibt. Schließlich legt man den Kohl in kochendes Salzwasser; als Kochdauer wird man, je nach der Sorte, 30 bis 40 Minuten rechnen müssen.— Zu Blumenkohl reicht man eine weiße Mehlschwitzentunke, die man mit einem Teil des Kochwassers und etwas Sahne verkocht; noch feiner im Geschmack ist eine geschlagene Tunke nach Art der holländischen Soßen.— Sehr zu empfehlen ist es auch, den im ganzen gekochten Blunenkohl mit gekochtem, gehacktem Ei und gehackter Petersilie zu überstreuen und in Fett geröstetes Reibbrot und gebräunte Butter überzufüllen.— Aus kleinen, weniger ansehnlichen Köpfen kann man ein Püree bereiten und es dann, nach Hinzufügen von zwei bis drei Eiern, als Auflauf backen.— In Verbindung mit Reis oder Fleischfüllseln lassen sich aus Blumenkohl die verschiedensten Aufläufe backen oder Puddings in der Form kochen. * Es folgen einige Rezepte zur schmackhaften Verwendung von kleinen losen Blumenkohlköpfen, die besonders um diese Zeit meist sehr preiswert zu kaufen sind und uns billige und doch gute und abwechslungsreiche Gerichte liefern: Blumenkohl mit Schinken. In Röschen zerteilter Blumenkohl wird halbweich gekocht und der Boden einer gefetteten Auflauffonn damit bedeckt. Man streut feingehackten geräucherten oder gekochten Schinken(ungefähr 150 Gramm) darüber; zwei Eigelh verquirlt man mit einem achtel Liter saurer Sahne sowie einem achtel Liter Milch und etwas Salz und gießt dies über den Blumenkohl. Schließlich streut man geriebenen Käse und Reivbrot über, legt Butterstückchen auf und backt das Gericht ungefähr eine halbe Stunde im Ofen. Blumenkohl mit Tomatentunke. Blumenkohl wird gekocht, aber nicht ganz weich, und in eine gefettete Auflaufform gelegt; geriebener Käse und Reibbrot werden übergestreut, eine dicke Tomatentunke wird übergefüll: und der Blumenkohl bei Oberhitze solange gebakken, bis er eine bräunliche Kruste hat. Zur Tomatentunke verkocht man eine weiße Mehlschwitze mit dem Blumenkohlwasser und etwas Sahne und schmeckt mit Maggibrühe und Tomatenmark ab. Gebackener Blumenkohl. Ueber den in eine gefettete Auflaufform gelegten Blunienkohl streut man geriebenen Käse und übergießt ihn mit folgender Tunke: Fünf ganze Eier werden mit einem halben Liter saurer Sahne verquirlt. Das Gericht wird im Ofen solange gebacken, bis sich beim Einstecken einer Nadel keine Flüssigkeit mehr zeigt. Backdauer bei Mittelhitze ungefähr eine halbe Stunde. Gekochter Blumenkohl-Pudding. Der Blumenkohl wird in Salzwasser fast weich gekocht. Aus dreiviertel Pfund Gehacktem, halb Schwein, halb Rind, zwei Eiern, 50 Gramm eingeweichten, wieder ausgedrückten Brötchen, 40 Gramm Weizenmehl, 30 Gromm Kartoffelmehl, einer geriebenen Zwiebel, etwas Muskatnuß, etwas abgeriebener Zitronenschale und einem reichlich gemessenen viertel Liter Milch macht man einen Fleischteig, der tüchtig gerührt und dann in eine gefettete Puddingform jo eingefüllt wird, daß Boden und Seiten damit bekleidet sind.(Als Deckel läßt man etwas Masse zurück.) Nun legt man den in Röschen zerteilten Blumenkohl hinein, den übriggelassenen Teig als DekDeutschland verbrauchte 1931 ca. 1700000 Doppelzentner Blumenkohl davon eingeführt. 1 060 778 ausgeführt wurden 11 552„ Satt Sgsn Mat ue ne sender Stunn von der Orgel ertönen, und an den Liedern, die der Kirchenchor oder die ganze Gemeinde andächtig singen. Wenn gar die heilige Messe beginnt, öffnet sich dem Kinde in ihrem wechselreichen, dramatischen Verlauf, in der goldstrotzenden Pracht der Paramenten und der seltsamen Eigenart der Bewegungen und Handlungen des Priesters und seiner Leviten wiederum eine ganz neue, wunderbare Welt, welche die Sinne und die Seele um so reichlicher befruchtet, je unberührter und empfänglicher sie von Natur aus für das künstlerische Schöne noch sind. Selbst der Gottesdienst in der einfachsten Dorfkirche wird ihm zu einem heiligen persönlichen Ereignis, wie es keine andere Stätte dem kindlichen Menschen zu bieten vermag. Auch hier in der Dorfkirche erklingen am Altare die Glocken und gebieten zur Wandlung anbetende, atemlose Stille. Auch da öffnet sich das Gottesgeheimnis des Tabernakels und schweben Wolken von duftendem Weihrauch vor dem Strahlenkranz des Allerheiligsten und legen sich wie duftig blaue Schleier über den ganzen Raum und die gottversunkene Gemeinde. Darum schreibt auch Schiller in „Maria Stuart“, als er den Petersdom und das feierliche Hochamt darin schildert:„Nicht von dieser Welt sind seine Formen.“— Der Kunsthistoriker„Ambros“ hat schon vor Jahrzehnten den katholischen Gottesdienst als ein bewunderswertes Gesamtkunstwerk gerühmt: „Das große Gesamtkunstwerk, diesen mächtig zusammenklingenden Akkord, in welchem die einzelnen Künste der Töne bilden, braucht man nicht erst mit Richard Wagner als „Kunstwerk der Zukunft" zu bezeichnen, wenn man es nicht mit Richard Wagner im Theater, sondern wenn man es in der Kirche sucht.— Die katholische Kirche besitzt in der feierlich heiligen Pracht ihres Gottesdienstes dieses Gesamtkunstwerk schon seit Jahrhunderten.“ Jedes künstlerische Talent bedarf aber nicht nur der Entdeckung und Weckung, sondern auch der geeigneten Nahrung.——— „Aristoteles“ erklärt in seiner Poetik die Entstehung der schönen Kunst überhaupt aus dem Nachahmungstrieb und aus der Freude, welche der Wiedererkennung des Nachgeahmten im Abbild entspringt.— Die Kirche wußte es als„älteste Erzieherin“ sehr wohl, daß auch die künstlerischen Gaben nur geliehene Pfunde bedeuten, die man nicht im Beutel aufbewahren oder in der Erde vergraben, sondern auf Wucherzinsen anlegen soll. 5. Künstler und Aulorität. Nachahmung und Studium fremder Kunstwerke pflegen jeden Künstler zu fördern. Das ist ein Gesetz, welches sich aus der Erfahrung und Veranlagung der Menschen ergibt.—— Der Zweck ist aber nicht die Nachbildung und Wiederholung, sondern das Werk aus dem Eigenen.——— Zwar lemnt gerade der Künstler nie aus; aber er lernt nicht, um zu wissen oder zu lehren, er kernt, um künstlerisch zu schauen und eigenwillig zu schaffen. Die Kirche schätzt die Kunst als Schöpferin der Schönheit überaus hoch.—— Sie gestattet auch den Sinnengenuß, soweit er nicht dem Seelischen und der rechten Ordnung aufs Ewige inhaltlich oder durch die Umstände widerspricht.——— Das Ziel aller Kunst ist das Erwecken von Lustgefühien. Sie ist sinnlich und lustbringend. Daraus folgern wir, daß es eine geordnete und damit erlaubte Sinnenlust gibt und eine ungeordnete und verbotene. Die Uebernatur, die das Christentum pflichtgemäß von uns fordert, ist nicht schlechthin die Verneinung und Vemnichtung der Natur, sondern deren Reinigung, Verklärung und Erhebung. Hier scheidet sich, von grundsätzlicher, dogmatischer Seite her, scharf katholisches und protestantisches Denken und Empfinden.——— Aus diesen Voraussetzungen heraus ergibt sich die echische Stellung der Kirche zur Kunst ohne lange Ableitungen von selbst.— Die Kunst ahmt die Natur nach, so gut sie kann, die Natur aber ist die Tochter des ewigen Vaters. Nach der Lehre der Kirche ist der Kunstgenuß in sich selbst nichts Sündhaftes und Verbotenes und auch kein bloß zweiselhaftes Vergnügen, das lediglich in der niederen Sphäre sich bewegt und nur den anfangenden Menschen beglückt, sondern vielmehr ein Vorgeschmack jener restlosen ewigen Freude, die aus der ungehementen Anschauung der unendlich göttlichen Schönheit entspringt. Jede Kunst, welche diese naturgemäße GottbezoJohannes Rulle Was regt sich dort in der fernen Heide zur nächtlichen Stunde? Wer steigt in dem Lodden aus seinem Sarkophage? Und unfern dort? Der Teufelskuhle entsteigen sechs Rosse, feurig und wild. Laut wiehernd begrüßen sie den strengen Herrn. Der schirrt sie an den jeurigen Wagen,— und wie die wilde Jagd geht's hin zum„Sankt Roberti"=Kloster. Laut poltert's über die Hambrücke und wie der Wind eilt's durch den schwarzen Teich. Des Stiftes alter Gottesbau umfährt's oft in verzweifelter Hast— daß sich erbarme das Johannes Rulle Abbas Campi Sanctae Marise(1765—1713). genheit verliert, entehrt sich damit selbst. Daraus erklärt sich auch das autoritative grundsätzliche Eintreten der Kirche für die Kunst und ihre Meister im Laufe ihrer Geschichte. Daß die Kirche die Kunst und ihre Meister, die Künstler, hochschätzt, ist in ihren seelsorgerlichen Aufgaben zu suchen.— In den Augen der Kirche ist der Künstler ein bochbegnadigter Mensch, einer von denen, die fünf Talente empfingen, um damit in ehrlicher Arbeit zu wuchern.— Die Kirche als Erzieherin verlangt vom Künstler, daß er die steilen Wege zur Kunsthöhe nicht opferflüchtig umgehe oder nach kurzem, erfolgreichem Steigen verlasse, sondern sie mit ehrlicher, schweißgesegneter Arbeit pflichtgemäß bis zum Gipfel erklimme. Ein Künstler, der in seinem Leben oder Schaffen auf religiöse oder sittliche Werte verzichtet oder sie geradezu beeinträchtigt und zerstört, gilt der Kirche notwendigerweise als der unkrautsäende Feind in der Parabel, der ihren eigenen Acker teuflisch verwüstet.——— Doch nicht bloß als Gefahrbringer für andere erscheint oftmals der Künstler in den Augen der Kirche, sondern auch als ein gefährdeter Mensch, der ihrer besonderen mütterlichen Obsorge bedarf. Sie weiß, daß die„ästhetischen Nerven“ eine schwere Belastung bedeuten, der ein Schwacher im Handumdrehen erliegt. (Schluß folgt.) „steinerne Paternoster“. Kaum hörbar murmelt der Bach, da fegt es durch das Röhricht schräg, zur Mühle hin. Hier klopft es an Gebälk und Streben:„Ich tilge die Schulden, die an der Mühle kleben.“ Zum Meierhofe geht es hin:„Im heutigen Termin will ich meine Schuld berichten.“ Dann tobt es über den Uferdamm zum Haus des annen Zeller:„Die letzten Zinsen trag ich herbei, wenn ich auch wate Mond um Mond im Tau.“ „Geschafft habe ich das Werk mit frondienstpflichtiger Hand. In Not geriet der Bauersmann; mußt' graben und sollt zahlen. Ich schrieb ja neuen Zehnten aus, auf jeden Hof, auf jedes Haus, kam ein bestimmter Heller. Und Mond um Mond erhob ich das Geld, ich Abt Rulle, Abt von Marienfeld. Als mich traf des Mörders Hand, da senkte sich gleich des Himmmels Fluch auf meine Gruft hernieder. Nun finde ich nicht Rast noch Ruh' für meine müden Glieder. Die Schuld zu tilgen suche ich nach Geld und muß nun fahren, bis ich getilgt die Schulden bar, ich Rulle, der Verbannte.“ Dariun fährt an des Mondes Ersten um Mitternacht, wild durch Wald und Hagen. zerzaust das zarte Farnkraut und pfeifet in den Fichten; schwirrt in dem tiefen Wiesengrund durch Schachtelhalm und Binsen; umbraust den alten Walnußbaum und poltert laut im Klosterraum und suchet überall nach Geld, Johannes Rulle, Abt von Marienfeld. Maria Everwand=Viehmeyer, Marienfeld. 6. Die grösste Luftsport-Ausstellung der Welt DEEA DSTMA 1SZ Das Ausstellungsgelände der Dela rund um den Funkturm bei der Ankunft der ersten Flugzeuge des Dela=Sternfluges In den sechs Hallen rund um den Berliner Funkturm wurde am 1. Oktober eine Ausstellung eröffnet, die des größten Interesses in weiten Kreisen des Publikums sicher ist. Auf mehr als 20000 gm Ausstellungsfläche ist hier unter der Leitung von Franz Walther eine gewaltige Schau des deutschen Luftsportes geschaffen worden, die den Fortschritt der letzten Jahre zeigt, darüber hinaus aber auch in ungemein lebendiger und fesselnder Form darsteilt, daß die Luftfahrt heute ein Allgemeingut geworden ist, ja. daß das Fliegen in nicht allzuviel Jahren ebenso alltäglich sein wird wie das Autofahren. Im Mittelpunkt des Interesses steht zweifellos die Ehrenhalle der Luftfahrt, da hier neden den Flugzeugen aus der Vergangenheit, einer Wrightmaschine und der Rumpler=Taube, auch Flugzeuge der Zukunft zu sehen sind. Drei Maschinen sind es, die der Luftfahrt ganz neue Wege weisen, das Amphibium, das Flugauto und das Baukastenflugzeug. Die interessanteste Neukonstruktion dürfte hier zweifellos das Amphibium sein, das sowohl auf dem Wasser als auch auf dem Lande starten und landen kann. Da es besonders für den Transozeanverkehr gedacht ist, konnte es, um höchste Geschwindigkeiten zu erreichen, nur schwanzlos gebaut werden: ferner erleichtert eine Rakete das Starten. Um ein Kentern des Flugzeuges nach Notlandungen auf hoher See zu vermeiden, können die Außenflügel durch eine besondere Vorrichtung gekappt werden. Eine geräumige Kabine, die den Fluggästen auch auf längeren Flügen den Aufenthalt genußreich gestaltet, ist ein weiteres Merkmal eines solchen Flugbootes. Eine waghalsigere Konstruktion schon ist das Flugauto, eine Kombination von Flugzeug und Auto. Im Vordergrund der Karosserie ist der Motor eingebaut, der über ein Getriebe entweder auf die Antriebsräder des Fahrwerks oder auf die Drehflügel des Tragwerks geschaltet werden kann. Die geräumige Kabine bietet Platz für vier Personen sowie für die nötigen Bedienungs= und Ueberwachungsgeräte. Den Abschluß dieser Schau bildet das Baukastenflugzeug, das wohl schon an der Grenze zwischen Phantasie und Wirklichkeit liegt. Denn kaum einer wird das Selbstvertrauen haben, sich in ein Flugzeug hineinzusetzen, das er selbst gebaut hat. In der nächsten Halle, die die Erzeugnisse der deutschen Luftfahrtindustrie zeigt, fällt besonders das erste in Deutschland gebaute Autogiroflugzeug nach dem Prinzip des Spaniers de la Cierva auf, das sich bereits die ganze Fachwelt erobert hat Es ist im Gegensatz zu den in der Ehrenhalle gezeigten Apparaten das wirkliche Sportilugzeug der Zukunft, da es durch seinen dreiteiligen Drehflügel fast senkrecht ohne jegliche Trudelgefahr starten und landen kann und eine Höchstgeschwindigkeit von 155 km besitzt. Weiterhin stellt Klemm ein viersitziges Innensteuerflugzeug aus, während Heinkel sein im diesjährigen Europarundflug so erfolgreiches Sportflugzeug zeigt. Bei Dornier sehen wir ein Amphibium= Metallflugzeug für Sport und Reise, das sehr große Zukunftsmöglichkeiten besitzt. Durch das auch im Fluge leicht ein= und auskurbelbare Fahrgestell kann das Flugzeug auf dem Wasser und auch auf dem Lande starten und landen bzw. vom Land ins Wasser oder umgekehrt nach einer Landung auf dem Wasser mit eigener Kraft auf das Land rollen. Im ganzen ist das Amphibium für drei Passagiere eingerichtet und kann mit verschieden starken Motoren geliefert werden. Focke=Wulf zeigt das schnellste Landflugzeug, den neuen „Falken“, der eine Höchstgeschwindigkeit von 255 km=Std. besitzt. Es bietet gleich dem DornierAmphibium drei Personen Platz und dürfte gleich diesem das Idealflugzeug auf seinem Gebiete sein. Neben Junkers Sporttype„Junior" fällt bei Fieseler ein zweimotoriges schwanzloses Flugzeug und bei Raab die bekannte„Schwalbe" auf, auf der Fieseler seine ersten Erfolge im Kunstflug buchen durfte. In der nächsten Halle wiederum ist der Hauptanziehungspunkt, die Darstellung eines Stratosphärenballons, der an die denkwürdigen Aufstiege Piccards erinnert. Besonders interessant hierbei ist die Innenausstattung einer Das Amphibium, eine Kombination von Flugzeug und Motorboot Das Flugauto— eine ideale Verbindung von Flugzeug und Auto „ 81 19 Handarbeiten in Spitzen-Techniken Links oben: 70339. Teewärmer mit Häkelarbeit. Beyer=Muster unter Nr. 70339 I erh. Preis 45 Pfg. Mitte: 20728 u. 20729. Runde und quadratische Decke in Ausschnittstickerei. Abplättmuster Nr. 20728 Xa runde Decke, Preis RM..30. und Nr. 20729 VII. quadratische Decke, Preis RM..08, erhältlich. Unten rechts 70445. Gestricktes Seidentuch mit Fransenabschluß. Beyer=Strickschrift Nr. 70445 V. Preis 63 Pfg. Links unten: 70489. Ovale Decke„Sonnentau“ in Kunststrickarbeit. BeyerStrickschrift Nr. 70489 IV. Preis 45 Pfg. 70339. Teewärmer mit Häkelarbeit. Der hübsche Teewärmer ist mit Häkeleinsatz, Spitze und Hohlnaht verziert. Als Material verwendet man Glanzhäkelgarn Nr. 80. Die untere Breite eines Teiles beträgt 34 cm und die Höhe 29 cm. Ausführliche Beschreibung auf dem Verkaufsmuster. 70489. Kunststrickdecke „Sonnentau". Die Größe der hübschen ovalen Decke beträgt 65 zu 40 cm. Als Material dient feines goldfarbenes Metallgarn und Stahlstricknadeln Nr. 7/0. Die ausführliche Beschreibung befindet sich auf der Wo keine Verkaufsstelle am Ort, beziehe man alle Muster durch den Verlag Otto Beyer. Leipzig. Weststraße 72. 20728 u. 20729. Zwei Decken in Ausschnittstickerei. Die runde Decke ist 125 cm im Durchmesser und die viereckige 90 cm im Quadrat groß. Als Material verwendet man seinfädigen Linon und Glanzstickgarn Nr. 25. Um beim Arbeiten der Randlangette etwas Stoff in der Hand zu haben, nimmt man etwas mehr Stoff, als angegeben ist. Man überträgt das abgepaßte Abplättmuster fadengerade auf den Stoff und führt es in Ausschnittstickerei aus. Dafür= die äußeren, dem Steggrund zu gerichteten Konturen mit Vorstichen nachziehen, gleichzeitig die Stäbe, die die einzelnen Formen verbinden, ausführen hierfür Fäden spannen und diese umwickeln. Die Ränder werden langettiert, den überstehenden Rand schneidet man mit spitzer, scharfer Schere vorsichtig an der Langette fort. 70445. Gestricktes Seidentuch. Das schöne wirkungsvolle Tuch ist aus goldfarbener MurilloSeide gestrickt, von der man 350 g braucht. Es mißt an der langen Seite 170 cm, an den kurzen Seiten 75 cm. Die in die kurzen Seiten eingeknüpften Fransen sind 28 cm lang, für die man 56 cm lange Fäden schneidet. Die ausführliche Beschreibung befindet sich auf der Beyer=Strickschrift. * * 6: * Censguepa-A 18. Ueberall Pelzbesatz Tscherkeisenkomplet aus schwarzem Marokain mit grünem Einsatz, mit Silbertressen und Samtkappe. Die Mode hat sich ein neues Besatzmaterial für unsere Kleider ausgedacht, den Pelz. Flach und weich wie einen Stoff liefert ihn der Kürschner, und die Schneiderin verwendet ihn als Garniturmaterial genau so, wie man früher einmal Samt oder schwere Seide zum Besetzen benutzte. Daß man Pelz so häufig schlingt und knotet, gehört zu den diesjährigen Erfindungen der Mode. Eine Gruppe von Mannequins in den neuesten Modeschöpfungen betrachtet den Verlauf des Rennens. Die Austrogung eines der bedeutendsten Rennen der Saison, des Deutschen Saint=Legers. brachte der Rennbahn Grunewald in Berlin einen großen Tag. Verbunden mit dem wichtigen rennsportlichen Ereignis war eine Modenschau der neuesten Herbst= und Wintermodelle, die dem Bild einen besonders eleganten Charakter verlieh. Tagesendkleid aus schwarzem Flamisol mit neuartigen Aenneln und Brillantagraffe. Von links: Mantel aus schwarzem Wollstoff mit grauem Persianer, Krawatte und Muff.— Kleid aus beigefarbigem Angorakasha mit grauem Persianerbesatz und Gürtel. Kappe mit Persianerrand.— Kurz gegürtetes Kleid aus schwarzem Angorawollstoff mit Chinchilla=Krawatte. Rechts: Abendkleid aus schwarzem Wollvoile mit Straßknöpfen und Samthandschuhen.— Abendkleid im mittelalterlichen Stil aus hell= und dunkellila Marokain. 7 FIESEL Das zukunftsreiche zweisitzige Autogiroflugzeug.(Im Hintergrunde auf dem Flugplatz Kühe, die das Gras abfressen sollen.) Das schnellste Landflugzeug Deutschlands Blick in die Halle der Funkindustrie. Vorne das Junkersflugzeug„Junior“ Blick in die Halle des Segelfluges Gondel. Ferner ist in dieser Halle noch eine sinnvolle Einrichtung, um das Fliegenlernen zu erleichtern, das„Gerät des Trockenfliegens“. Es ist dies ein Flugzeugmodell, das von einem normalen Führersitz aus gesteuert wird. An der jeweiligen Stellung des Modells erkennt man nun, durch welche Steuerbetätigung sie eingeleitet worden ist. Noch eine Halle weiter sind die Bodenorganisation und Flugzeugprüfung sowie Lufttouristik und Wettbewerbe behandelt. Besonders ins Auge fällt hier die Ausstellung von allen siegreichen Modellen der Vergangenheit, die ein lückenloses Bild von der Entwicklung der Flugzeuge gibt Die letzte Halle ist dem Segelflug gewidmet Zunächst ist hier eine Jungfliegerwerkstatt, in der 20 Jungflieger mit dem Bau eines Segelflugzeuges beschäftigt sind. Es sind dies Bauhandwerker(Zimmerleute, Maurer und Schlosser), die ihre Werkstatteinrichtung aus der Berufsschule für Bauhandwerk hierhergebracht haben, um zu zeigen, wie in einer Jungfliegerwerkstatt gearbeitet wird. Den übrigen Raum der Halle füllen Gleit= und Segelflugzeuge der verschiedensten Bauarten aus, die teils von Vereinen, teils von einzelnen gebaut wurden. Neben diesem Ausstellungsprogramm hat die Dela auch luftsportliche Veranstaltungen, so den Aufstieg einer montgolfière, vorgesehen. Ferner sind ab Freitag, den 30 September 100 Flugzeuge aus ganz Deutschland auf einem Dela=Sternflug unterwegs. Am 2. Oktoder fand ein Flugtag statt, wie ihn Deutschland bisher noch nicht gesehen hat. Zunächst umkreisten die hundert Flugzeuge den Berliner Funkturm und die Dela. um dann an den Vorführungen auf dem Tempelhofer Feld teilzunehmen. Zunächst fand ein Geländerennen statt, bei dem Start und Ziel in bester Sicht des Publikums waren. Neven weiteren Geschwaderdarbietungen fand dann ein Sammelabsprung von 6 Fallschirm=Piloten aus einem Flugzeug statt. Zum Abschluß wurde den Besuchern des Flugtages ein ungefähres Bild übermittelt, wie sich der Luftangriff auf ein Industriewerk abspielt. Es wurden jedoch nicht nur die einzelnen Phasen des Angriffs gezeigt, sondern auch die uns augenblicklich zur Verfügung stehenden geringen Verteidigungsmöglichkeiten, die sich fast nur auf den Warnungsdienst und die Vernebelung wichtiger Anlagen beschränken. 6 Links: Das weiße Mädel hält gute Spielkameradschaft mit den kleinen Inderinnen, mit denen es zu gemeinsamer Rasse, der indo=germanischen, gehören soll Rechts: Eingemummt nach alter Weise, thront dieses Baby aus der Provinz Honan in Mittelchina auf einem scheinbar sehr praktischen Bronzestuhl, der sich unzerstörbar durch die Jahrhunderte von Generation zu Generation fortgeerbt hat. Im Kreis: Chinesische Bettelweiber mit ihren Babys rudern in einem großen Bottich an die Passagierdampfer heran und suchen durch solchen Anblick die Gebefreudigkeit der Fremden zu erregen Babps in fünf Erdteilen 25 Jahre sind es her, da wurde der Begriff„Jahrhundert des Kindes“ in Europa zu einem geflügelten Wort. Das Problem der Fürsorge für das Kind erschien wichtiger als alle übrigen Lebens= und Weltfragen. Tintenfässer und Tintenfässer wurden geleert, Bände um Bände gefüllt. Es schien, als habe man das Kind erst damals entdeckt. Ueber die„Not des nervösen Kindes" wurden Vorträge über Vorträge gehalten. Berufene und unberufene Persönlichkeiten veranstalteten Kongresse und Konferenzen. Glänzende Ausstellungen wurden unter Mitwirkung der Kinder ins Leben gerufen:„Die Kunst im Leben des Kindes" oder„Das Spielzeug des Kindes im Lauf der Jahrhunderte“. Hält man heute Umschau, so zeigt sich, daß andere Rassen auf unserer kleinen Erde, die nicht Zeit fanden, ein„Jahrhundert des Kindes" zu klamieren, mit ihren alten Methoden der Kinderaufzucht oft auch gar kein schlechtes Vorbild abgeben. Muster an Opferfreudigkeit und Gehorsam entwickelt die traditionelle Erziehungskunst in China und Japan, wo Kinderreichtum aus religiösen und staatspolitischen Gründen noch immer als höchste Ehre gilt. Fabeln und Legenden, in denen die Pietät gegen die Eltern als erstes und vornehmstes Gebot verherrlicht wird, sind dort seit Jahrtausenden immer noch gleich beliebt. Um seiner bösen Stiefmutter, die frische Fische sehr liebte— erzählt eine dieser Legenden— Freude zu machen, ging ein Knabe auch im Winter auf Fischfang aus. Er zog seine Kleider aus, legte sich lang auf das Eis hin, bis der nackte, warme Körper ein Loch hineinschmolz. Kamen nun Fische un die Oberfläche, fing er sie mit den Händen und brachte sie freudestrahlend der Mutter. — Ein anderer Knabe, zart und noch sehr jung, legte sich in Sommer, wenn die Moskitos am blutdürstigten sind, allabendlich völlig entkleidet und unbedeckt in das Schlafzunmer der Eltern und ließ sich Nacht um Nacht ohne Klage zerstechen, um so Vater und Mutter vor der Plage zu schützen. Interessant sind die Erziehungsmethoden der Kongoneger, die eine praktische Pädegogik der Tat darstellen. Worte oder Schläge werden kaum angewendet. Man bedient sich anderer Mittel, um den jungen Gemütern einzuschärfen, was sie unterlassen sollen: Wenn ein kleines Kind z. B. entgegen dem Verbot der Eltern doch zum Flusse schleicht, um zu spielen, bekommt es keine Vorwürfe. Leise geht die Mutter dem Kleinen nach und stößt ihn, ohne ein Wort zu sagen, in das Wasser und drückt den Kopf des ungehorsamen Sprößlings so lange hinunter, bis das Kind nahe am Ertrinken ist. (Fortsetzung auf Seite 10) O E 91 17 Wie wir Sorgenfalten glätten hedda Büscher=Dernbugg Eine der Hauptaufgaben im Leben der Frau von früher war das Glätten der Sorgenfalten auf der Stirn des Mannes.— Dafür gab es eine rein persönliche Art. Jede Frau wußte es auf ihre Weise zu tun, ganz nach Erkenntnis der Gemütsstimmung, des Temperamentes ihres Ehepartners. Ob man Bekannte einlud, Theaterbilletts besorgte— einen abendlichen Spaziergang verabredete oder ausging... der Mann brauchte nach der Tageslast Zerstreuung, und für die hatte eine gute Frau zu sorgen. Schwanden dann die Sorgensalten wenigstens für die Zeit seiner Muße und Erholung, dann war die Ehe glücklich. Dann hatte die Frau einen scheinbar zufriedenen Mann, und auch sie war dabei zufrieden. Daß aber die Sorgen am anderen Tage mit erneuter Gewalt einsetzen konnten, das merkte sie ja meistens nicht. Alle diese Dinge spielten sich außerhalb der häuslichen vier Wände ab und blieben Gebiet des Mannes, der in seinem Reich im Verdienen und Erhalten Selbstherrscher war und keine Einmischung duldete. Man konnte der Frau auch keinen Vorwurf machen, wenn es einmal schlecht ausging und sie keine Ahnung davon hatte, wie die Dinge sich langsam zuspitzten. Sie hatte auch keine Veranlassung, den Haushalt einzuschränken, weil der Mann ihr die Sorgen vom Haupt fernhielt und sich bemühte, sie niemals über die Schwelle des häuslichen Herdes kommen zu lassen. In unserer Zeit sieht es anders mit dem Glätten der Sorgenfalten aus. In einer gefestigten und schicksalhaft verbundenen Ehe bildet das Zusammenleben von Mann und Frau neben der ethischen Bindung auch eine Erwerbsgemeinschaft. Gleichviel, ob die Frau durch eigene Erwerbstätigkeit zum Haushalt beiträgt, oder ob sie als Verwalterin des Gutes ihres Mannes den Aufbau des Heiines gewährleistet. Die Frage der Wirtschaftlichkeit trägt schon sehr dazu bei, die Sorgenfalten an der Stirn zu glätten. Sie graben sich weniger tief ein, wenn der Mann weiß, Tiese Regenwolken schweben Schwer und dunkel durch den Raum. And du denkst dem kurzen Leben0 Sinnend nach wie einem Traum. And die kühlen Winde greisen0 Hart und rauh nach jedem Tor. Leise Trauertöne streisen ! Im Vorüberwehn dein Ohr. 0 Maucher Ganz vom Nebel eingehüllt. 0 And durch deine Lebensgassen0 Wandern Wünsche unerfüllt. S daß er sich auf die kluge Einteilung in seinem Haushalt verlassen kann, und wenn er die Ueberzeugung hat, daß die Frau ihren Beruf genau so ernst aimmt, wie er den seinen Das Glätten der Sorgensalten hat die Frau der Gegenwart insofern gelernt, als sie es versteht, den Menschen und nicht die Dinge in den Mittelpunkt ihrer Gedanken und ihres Wirkens zu stellen. Die Kunst des Sparens ist bereits bis zu einer Vollkomnenheit gediehen, doch es zeigen sich Fehler, die zu ernsten Störungen führen, wenn das Sparen als Kunst an sich und nicht als Mittel zum Zweck betrieben wird. In dem freiwilligen Verzicht auf das Ueberflüssige liegt die weiseste Sparsamkeit, ebenso in der Herbeiholung des Notwendigen. Das zu erfassen, das zu wissen, ist die Aufgabe einer rechten Frau, und wenn sie erkannt hat, daß ihrem Mann einige Blumen auf dem Tisch notwendig sind, wird sie für deren Vorhandensein mit der gleichen Liebe sorgen, wie für das aufbauende Mahl. Man braucht nicht heiter zu sein, hat es nicht nötig, für„Zerstreuungen" zu sorgen, um die Falten aus der Stirn des Mannes zu streichen. Ebensowenig wie uns auf die Dauer heitere, sogenannte lustige Unterhaltung im Theater oder im Film zusagt, ebensowenig ist eine ewige Lachlust, eine ununterbrochene Fröhlichkeit dazu angetan, uns unsere wirtschaftlichen Kämpfe und Nöte vergessen zu lassen. Wir haben vieles gelemt: mitzudenken, mit zufühlen und vor allen Dingen mitzuhandeln, aktiv einzugreifen, damit es kein allmähliches Hinwelken, sondern wieder einen Aufstieg gibt. Ein ernstes, starkes, hoffnungsvolles Vertrauen ist wunderbar, und geeignet, über Sorgen hinwegkommen zu lassen. Doch eine herbeigezwungene, auf Täuschung berechnete Heiterkeit und Zerstreuung kann keine Falte an der Stirn des Mannes mehr glätten. Freude als Heilmittel Es gibt unzählige Krankheiten, die viele Menichen griesgrämig und verbittert machen. Und es will scheinen, als ob es dagegen kein Mittel gäbe. Wenn man aber darüber nachdenkt, muß man zu dem Ergebnis kommen, daß es doch ein Mittel geben muß, um so einem vom Schicksal betroffenen Menschen helfen zu können. Und da ist es vor allen Dingen notwendig, daß man Freude bereitet. Denn Freude hat schon vielen Menschen geholfen. Und wie wird Freude bereitet? Indem man ihnen lustige Erzählungen vorliest oder einen in der Fremde weilenden Menichen unverhofft kommen läßt. Noch gesunder ist herzliches Lachen; es befriedigt das Gemüt und wirkt fördernd auf die Reinigung der Lungen sowie auf die Verdauung. Durch herzhaftes Lachen wird die Atmung beeinflußt, daß das Einziehen der Luft in beschleunigten, tiefen Zügen erfolgt, während das Ausatmen stoßweise unter kräftigem oder leisem Schalle ausgeführt wird. Hierdurch tritt eine vollkommene Ventilation der Lunge ein, die durch die stark angeregte Ausalmung beim Lachen die verbrauchte Luft ausstößt. Das energische tiefe Atmen führt der Lunge eine größere Menge Sauerstoff zu, als es bei der gewöhnlichen oberflächlichen Lungentätigkeit der Fall ist. Eine solche Gymnastik der Lunge kräftigt diese und stärkt die Brust. Daruun soll man trachten, einer durch lange Krankheit willensschwachen Menschen durch Freude und Lachen wieder auf die Beine zu helfen. Denn wie Kummer langsames Siechtum, Schreck Tod bringen kann, so kann Freude und Heiterkeit Besserung und Gesundheit bringen. Freude ist das beste Heilmittel, eine Lachkur eine unersetzliche Arznei. 16. Verieiditolatten Die Speisen im Aipephotel, hoch oben am Vergesgipfel, sind einfach unverschämt teuer, obwohl die Lebensmittel per Seilbahn, also auf billigste und bequemste Weise hinausbefördert werden können. Ich nahm mir den Oberkellner vor und sagte: „Eure Preiskalkulation ist mir wirklich unverständlich. Warum muß ich hier oben für das Menü genau doppelt soviel bezahlen wie unten im Tal?“ „Das is do ganz klar,“ belehrte mich der Kellner, überlegen lächelnd,„wann Ihner unten in an Hotel das Essen zu teuer is, nacher gehn S' einsach zur Konkurrenz, net wahr? Aber bei uns heroben — da können S' das halt beim besten Will'n net machen! Der passende Mann. „Werden Sie die meine. Grit!“ „Die Ihre! Sie könnten sich ja vor Lachen nicht halten, wenn ich Ihren Antrag annähme. Nein, der Mann meiner Träume ist anders.“ „Sagen Sie mir, Grit, wie der Mann Ihrer Träume ist.“ „Stark muß er sein. Stark wie Herkules muß er sein! Er muß die Lasten des Tages tragen können! Kein unfreundliches Wort darf er mir sagen! Er darj auf kein Wort hören, das man ihm über mich erzählt. So muß er sein!“ „Da gibt es nur ein Mittel, teure Grit.“ „Welches Mittel?“ „Sie müssen einen taubstummen Gepäckträger geiraten“ Mit einem Schlag. „Haden Sie gehört, Herr Meier, unser Freund Schulze ist mit einem Schlag reich geworden.“ „Wieso?“ „Na, durch den Schlag, der seinen Onkel getroffen hat.“ Glaubwürdig „Was war denn das für ein Mann, Anna, der gestern bei Ihnen in der Küche war?“ „Mein Bruder, gnädige Frau!“ „Merkwürdig er sieht Ihnen aber gar nicht ähnlich!“ „Früher hat er mir sehr ähnlich gesehen, aber seit er sich den Schnurrbart hat abnehmen lassen, ist die Aehnlichteit ganz verschwunden!" Der„Käuber“. Die Wohnungsglocke schrillte. Herr Meier öffnete die Türe und sah sich einem maskierten Manne gegenüber, der ihm mit den Worten „Geld oder Leben!“ den Revolver an die Brust setzte. Herr Meier, bleich vor Angst, überreichte dem Maskierten die Brieftasche. Dieser aber nahm nicht das ganze Geld, sondern bloß 100 Mark, dankte höflich und überreichte seinem Opfer ein Blatt Papier, auf dem zu lesen war: „Bestätige dankend den Empfang von vier Monatsraten à 25 Mark für gelieferten Radioapparat. Bussthreunde. Sängerlich und Säuberlich sind zu einem musikalischen Tee geladen. Während der Vorträge setzen sich die beiden in ein kleines Nebenzimmer. Nachher fragt die Gastgeberin: „Sie haben sich während des Konzertes in das Nebenzimmer gesetzt... war denn da etwas von der Musik zu hören?“ „Selbstverständlich, gnädige Frau, aber wir haben die Tür zugemacht.“ Auf dem Steueramk. „In Wäsche reisen Sie? Haben Sie feste Bezüge?? „Jawoh!! Wünschen Sie Bett= oder Kissenbezüge?“ Russischer Humor. Ein russischer Bauer wurde halberfroren auf der Landstraße gefünden und eiligst zu einem Arzt gebracht „Es ist nicht ausgeschlossen,“ sagte der Arzt, „daß wir wieder Leben in ihn bringen. Mann müssen ihn halten und einer soll Branntwein in seinen Mund gießen!" „Ach,“ murmelt der Halberfrorene mit schwacher Stimme,„kann nicht ein Mann halten und zweie Branntwein gießen?" Richtig. „Hans, wieviel ist drei weniger drei?“ will die Lehrerin wissen. Hans schweigt. „Nun, wenn du drei Stück Braten auf dem Teller hast und ißt alle drei Stück, was bleibt dann übrig?“ Ein Aufleuchten geht über= Hansens Gesicht: „Die Kartoffeln!“ Auf der Straße. Betrunkener:„Sa— sagen Se mal, Herr Wachtmeester, darf mer zu'n Schutz— schutzmann Kamel sag'?"— Schutzmann:„Lassen Sie es lieber sein, es könnte Ihnen teuer zu stehen kommen.“ Betrunkener:„Darf mer dann zu'n Ka— kamel Schutzmann sag'?“ Schutzmann:„Das können Sie machen wie Sie wollen!" Betrunkener:„Na, denn ad— adien Schur mann!"— Ach so! „Ich verdrehte allen Mädels die Köpfe!" 2 9 9* „* k* „Immer, wenn ich eine scharf anschaue, sieht sie weg!“ Wrrag zall, a; * ## goch„„ Au i c ih u hnd uuh gb daa hpi uusct 13go ii M. e i iii Mh ot iig tut ih i i Wi“ ucheeniion=Golde Wia Jhoe Plog Hoch Me uug Mut Wu ue c bisot 10— SEH BRAUT VON BORNLUK Copyright 1930 by Karl Köhler u. Co., Berlin-Zehlendorf. Nachdruck verboten. 10. Fortseßung. Hilmar wollte Toska nicht in Beatrix Gegenwart sagen, was er ihr sagen zu müssen glaubte, deshalb nickte er Beatrix freundlich zu und stieg neben der Prinzessin die Treppe hinauf. Toska triumphierte. Sie hatte genau gesehen, wie harmlos das Beisammensein Hilmars mit Beatrix Norden gewesen war, aber sie würde daraus einen Bruch konstrujeren, wie sie ihn für ihren Zweck ja brauchte. Hilmar sah auf seine Uhr. „Liebe Toska, würdest du vielleicht für ein paar Minuten mit mir in die Bibliothek eintreten, ich möchte gern einige Worte mit dir sprechen, ehe wir meine Mutter aufsuchen.“ Toskas kühles Gesicht verriet nichts von dem, was in ihr vorging, wie scharf sie überlegte, um jetzt, nun sie einen Trumpf gegen Hilmar besaß, diesen Trumpf gut auszuspielen. Hilmar öffnete die Tür zur Bibliothek, schaltete das Licht ein und rückte Toska einen Stuhl zurecht. Sie blieb stehen.„Ich glaube, es lohnt nicht. Platz zu nehmen. Also bitte, was hast du mir zu sagen?“ „Wenn du es vorziehst, zu stehen, liebe Toska, ist es mir natürlich recht.“ Er sah sie, bezwungen von ihrer blendenden Schönheit, bewundernd an. „Liebste Toska, ich möchte dich herzlich bitten, sei ein wenig freundlicher zu Beatrix. Das anne Ding hat niemand mehr auf der Babys in fünf Erdteilen Fortsetzung von Seite 8) Dann zieht sie den Kleinen heraus, und nun weiß er, welche Gefahr im Flusse lauert.— Oder wenn ein Kind in der Hütte gekochte Bananen nascht, bereitet die Mutter dem kleinen Feinschmecker, ohne ein Wort der Erklärung, einen Riesentopf gekochten Bananenbreis. Das Kind macht sich freudig ans Essen, aber schließlich kommt der Augenblick, wo es satt ist. Doch nun muß es weiter essen, ohne Nachsicht und Gnade, und wenn der Junge nicht mehr kann, setzt energische Nachhilfe der Mutter ein, und der pädagogische Schmaus endet erst, wenn die Ueberfütterung gefährlich wird. Erfolg: Das Kind nascht nicht mehr.— Ist ein Kind weinerlich, so geht die Mutter in den Wald und sammelt von einem Kraut, das unserer Brennessel verwandt ist. Damit reibt sie den Körper des .einen Melancholikers energisch ein und sagt Welt außer Mutter und mir. Sie ist ein so liebes, gutes Geschöpf und dankbar für alles. Du hast sie soeben mit Absicht beleidigt, das war unverkennbar, sie tat mir in dem Augenblick bitter leid.“ Er hatte ziemlich schnell gesprochen, es war ihm peinlich gewesen, Toska auf ihr häßliches Benehmen gegen Beatrix aufmerksam zu machen. Weitere Beschämung wollte er ihr ersparen. Er langte nach ihrer Rechten, doch die Hand wich ihm aus. „Wie darfst du es wagen, von mir zu verlangen, ich solle deine Geliebte wie eine Gleichberechtigte behandeln?“ Schneidend sprach es der rote Mund der Prinzessin, und die grünen Augen blickten dabei unsagbar verächtlich. Hilmar war schon bei den ersten Worten zurückgewichen. Sein Gesicht färbte sich dunkel vor Erregung. „Toska, derartige Scherze sind zum mindesten geschmacklos, und ich bitte dich, die eben getane Aeußerung zurückzunehmen.“ „Nichts nehme ich zurück, keine Silbe!“ warf sie ihm scharf betont entgegen.„Ich ahnte allerdings schon am ersten Tage meines Hierseins, wie du mit diesem Fräulein Osten stehst—“ Er unterbrach sie. „Toska, treibe den Scherz nicht zu weit, und dann versuche nicht, den Namen meiner ihm ganz ruhig:„Nun weine los! Jetzt hast du Grund.“ Ueberraschende pädagogische Formen finden sich bei den Eskimos. Sie erziehen ihre Kinder nach Grundsätzen, die man bei uns gerade als höchst modern bezeichnen würde. Sie sind der Meinung, daß die Kinder nicht durch Zwang, sondern durch Spiel lernen sollen. Die Eltern nützen den Nachahmungstrieb der Kinder aus und geben ihnen Modelle von den Geräten der Erwachsenen, mit denen sie spielen, bis sie sie allmählich meisterhaft handhaben können. Nie wird ein Kind hart angefahren oder geschlagen, und nirgends in der ganzen Welt werden die Kinder mit so viel Liebe und Zärtlichkeit behandelt wie bei den Eskimos. Zornausbrüche und unüberlegte Aeußerungen vernimmt man fast nie bei diesen Polarbewohnern. Ihre Sprache enthält nicht ein einziges Schimpfwort. Glückliches Volk! H. V. Verwandten, die bald auch die deine sein wird, ins Lächerliche zu ziehen.“ Auf Toskas Antlitz spiegelte sich ein Hohn. „Ich verzichte auf das zweifelhafte Vergnügen, deine Geliebte Verwandte zu nennen. Hilmar verlor die Beherrschung. Wenn Toska auch eine wunderschöne Prinzessin und seine Braut war, durfte sie Beatrix doch nicht in so niedriger Weise beleidigen. Mit rauhem Griff umspannte er das Handgelenk der Prinzessin. „Nun ist es genug, Toska, komm bitte zu dir und beschimpfe Beatrix nicht. Sie ist mir lieb und wert, weil sie ein gutes, warmherziges Menschenkind ist, aber meine Geliebte ist sie nicht.“ „Pfui, Baron von Flüggen, Sie sind brutal und vergreifen sich an einer wehrlosen Frau.“ Er sah sie verwirrt an. „Verzeih, ich wollte dir natürlich nicht weh tun.“ Ein eisiger Blick traf ihn. „Ich bitte Sie, die seit einiger Zeit zwischen uns übliche vertrauliche Anrede fallen zu lassen. Von dem Augenblick an, der mir Klarheit über Ihr Verhältnis zu Fräulein Norden brachte, betrachte ich mich nicht mehr als Ihre Verlobte, Baron.“ Hillnar starrte Toska Dommaruga an, als zweifle er an ihrem Verstand. Die Beschuldigung gegen Beatrix und ihn, die Toskas Worten zugrunde lag, verschlug ihm die Stimmne. Toska warf in unnachahmbarer Weise den seinen Rassekopf zurück. „Wir haben uns jetzt wohl nichts Besonderes mehr zu sagen, Herr Baron.“ Sie schritt leicht, nicht langsam, nicht schnell, der Tür zu. Schon streckte sich ihre Rechte nach der Klinke aus, da stand Hillnar mit blaisem Antlitz neben ihr und hielt sie fest. „Und wenn ich dir jetzt weh wie, mir ist's einerlei, keineswegs aber dulde ich Beschuldigungen, die du aus der Luft greifst. Ich dulde nicht, daß du Beatrix' guten Ruf in den Staub ziehst, und dulde auch keine Verdächtigung gegen mich.“ Seine Stimme wurde milder, ein bittender Beiklang mischte sich ein.„Toska, wir haben uns doch lieb, und Liebe fordert Vertrauen. Komm, sei vemünftig und glaube mir, daß ich in Beatrix noch niemals etwas anderes gesehen habe als meine junge Schwester. Sieh du in Beatrix ebenfalls deine Schwester, und alles ist gut. #. S iug Ppcung rihn u u nt g ae i Mi Putc „u bageeng 1wy b:., ung don gou 0 We uce uiiel chs Wbuulic MM Wiuc g n iset 210 u. Moulg uur firr Vig Sppishe Tucc gun WMg uendnt uemd sputcc Sut uc x 13u W n bog uunn 15 Stuhle emnpor. Die Erinnerung war heute so lebendig, daß sie den Schrei von einst wieder zu hören gemeint hatte. Sie ging ins Nebenzimmer, trank ein Glas Wasser, kehrte zurück. Wozu die Erregung wegen der alten Geschichte! Die Vergangenheit starb mit Felix Norden, war mit ihm endgültig tot und begraben, und auch er hatte nie geahnt, welche Schuld sie auf sich nahm, um ihn zu gewinnen. Vergebens war gewesen, was sie getan. Es klopfte fast schüchtern an. „Das ist Beatrix!" durchfuhr es die Baronin. Sich zusammenreißend, rief sie „Herein!“ Es war wirklich Beatrix. Blaß und verweint trat sie über die Schwelle. Nora von Flüggen hätte am liebsten dem Herr Andreas Aschoff, Diestedde, feierte am 11. September den 80. Geburtstag in geistiger und körperlicher Frische. Photo: Fr. Lübbert. Beckum verstört aussehenden Mädchen ein empörtes „Hinaus!“ entgegengerufen, aber aus Klugheitsgründen tat sie es nicht. Nur mit Ruhe und Klugheit konnte sie verhindern, daß Hillnar sich zu Beatrix fand. „Was wünschest du, Kind?“ fragte sie, so anft es ihr möglich war. Beatrix stand mit gesenktem Kopf. „Tante Nora, es trieb mich zu dir, weil es mich quält, daß du falsch von mir denken könntest. Ich trage wirklich keine Schuld an dem Vorgefallenen. Ich bin sehr traurig. weil die Prinzessin nun nicht Hilmars Frau wird und er sich vielleicht deshalb grämt. Sonst täte es mir ja nicht leid, denn die Prinzessin ist herzlos und lange nicht gut genug für Hilmar.“ Nora von Flüggen erwiderte mit leichter Schärfe:„Bitte lassen wir das Thema, Beatrix. Ich zürne dir nicht, im übrigen magst du noch so schuldlos sein, indirekt bist du doch schuldig.“ „Deshals möchte ich ja auch von Derneck 25 000 Damen und Herren jeden Alters, aus allen Berufsschichten, darunter sehr viele bekannte Künstlerinnen und Künstler(ihr Verzeichnis mit Bildern gratis für unsere Freunde) haben völlig unbeeinflußt dem Marylan=Vertrieb geschrieben, daß seine Creme von ausgezeichneter Wirkung ist. — In der Tat, eine Hautpflege mit MarylanCreme bringt glänzende Erfolge! Dieses rein deutiche Erzeugnis hat die Behauptung widerlegt, daß nur das Ausland wirklich gute kosmetische Präparate hervorbringen kann. Ueberzeugen Sie sich selbst. Der Versuch kostet nicht einen Pfennig. Am 28. September feierten die Eheleute Joh. Melies in Benteler ihre Goldene Hochzeit. Der Jubilar zählt 75 Jahre, die Jubilarin 79 Jahre Beide sind noch äußerst rüstig. fort, Tante Nora, am liebsten sofort. Aber ich muß doch erst abwarten, was mir mein Vormund antwortet. Ich werde ihm nachher schreiben.“ Nora von Flüggen überlegte. Wenn Beatrix heute schrieb, kam der Brief morgen vormittag fort, würde übermorgen in die Hände des Arztes gelangen. Ob Doktor Münchow sofort antwortete, war natürlich sehr ungewiß. Mindestens verging eine Woche, bis eine Antwort aus Lichtental=Baden eintraf. Was aber konnte sich nicht alles in der Zeit zwischen Hilmar und Beatrix ereignen, bei dem ständigen Zusammensein unter ein und demselben Dache? Gab es denn nichts, womit Beatrix zu überstürzter Abreise bewogen werden konnte, damit sie aus Hilmars Gesichtskreis entfernt wurde? Sie blieb nach außen hin freundlich, in ihr aber tobte der Zom. Mit ihren eigenen Händen hätte sie Giselas Kind erwürgen mögen. Wieder fiel ihr die Braut von Dorneck ein. Vielleicht half sie ihr. Und wenn ihr Anblick Beatrix auch nicht tötete, so vermochte sie dieses überzarte Persönchen doch möglicherweise so zu erschrecken, daß es Beatrix nicht gelüstete, auch nur einen Tag länger auf Dorneck zu verweilen. Sie erinnerte sich, daß Beatrix vor kurzem nach der alten Sage gefragt hatte. „Setze dich, Kind,“ sagte Nora von Flüggen. Sie drückte die Nichte in einen Sessel und ließ sich unfern von ihr nieder. Das Licht des Lüsters füllte den Raum, dessen alte Gobelins mit Motiven aus der Bibel die Wände deckten. Beatrix war froh, daß Tante scheinbar gar nicht so böse auf sie war, wie sie gefürchtet. Eines Tages würde Hilnar sich eine andere zur Frau wählen, und vielleicht war seine Mutter dann sogar ganz zufrieden damit, wie alles sich fügte. Mit Toska Dommaruga wäre er ja doch nicht glücklich geworden. Und Hilmar sollte glücklich werden. Wenn ihre Wünsche die Kraft der Erfüllung in sich trugen, würde er der glücklichste Mensch auf Erden werden. Wundervoll mußte es sein, ihn glücklich zu wissen. Klein war es deswegen, abseits zu stehen. Nora von Flüggen beobachtete den schwärmerischen Ausdruck auf den weichen Zügen.„Ich weiß nicht," begann sie,„wie ich eben darauf komme, doch ich muß jetzt an die Braut von Dorneck denken, an die alte Sage, nach der du einmal fragtest.“ Beatrix schüttelte den Kopf. „Jetzt bin ich gar nicht mehr neugierig, Tante Nora.“ Die Frau lächelte.„Auch nicht, wenn ich dir sage, es gibt diese sogenannte Braut von Dorneck wirklich, sie zeigt sich hier oben?“ Sie wies mit der Rechten nach der Decke. In Beatrix Augen glomm leichtes Interesse auf. Die Baronin beinerkte es und schürte die wohl noch matte Neugier. „Ich selbst habe die Braut von Dorneck gesehen, ebenso wie andere Menschen behaupten, sie gesehen zu haben.“ Beatrix erinnerte sich ihrer Unterhaltung mit dem Stallmeister, der ebenfalls die Behauptung aufstellte. Ihre Phantasie trug den Sieg über ihre anderen drückenden Gedanken davon, und kindlich schelmisch sagte sie: „Meinetwegen wird sich das Burggespenst kaum bemühen, sonst würde ich mich natürlich freuen, die eigenartige Bekanntschaft zu machen."(Fortsetzung folgt) Schreiben Sie an uns, Sie erhalten dann kostenlos und portofre: eine Probe der Marylan=Creme nebst einem intereisanten Büchlein über kluge Schönheitspilege: Marylan=Vertrieb, Berlin 400, Friedrichstraße 240. Preis und Qualität sind heute beim Einkauf eines Fahrrades besonders zu beachten. Die Firma E.& P. 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Und wenn ihr Winken auch nicht immer gleich den Tod bedeutete, verjagte der Spuk doch vielleicht mißliebige Menschen aus der Burg.— Aber zunächst galt es andere, wichtigere Dinge. Sie wollte versuchen, Hilmar und Toska wieder auszusöhnen und nichts unterlassen, um das zu erreichen. Ihr Gesicht ward heller, freundlicher. Fast zärtlich lächelte sie Toska an. „Kind, sei gut, es lohnt sich nicht, euer Lebensglück wegen einer Beatrix aufs Spiel zu setzen. Hilmar, gib Toska die Hand, macht Frieden.“ Hilmar blieb ebenso stocksteif wie die Prinzessin, keiner von beiden sprach, und in das Schweigen hinein sagte die brüchige Stimme des Fürsten:„Mir scheint, Toska ist keinesfalls im Unrecht, und so weit ich es beurteile, ist es am besten, sie gibt Ihrem Sohn seinen Ring zurück.“ Toska streifte den Ring ab, legte ihn auf den Tisch und ging zur Tür. „Ich kann nicht mehr bleiben, zu tief bin ich gekränkt worden.“ Der Fürst verneigte sich vor der Baronin. „Gnädigste Frau, weiteres Vermitteln ist zwecklos.“ Die Gräfin lächelte müde.„Toska läßt sich nicht beeinflussen, ich kenne sie.“ Da schwieg Nora von Flüggen. Erst als die drei das Zimmer verlassen hatten, in dem der Teetisch noch unberührt stand, brach ihre Erregung hervor. Wie hatte Hilmar ihr den Schimpf antun können! Wie glücklich war sie gewesen, in der wunderschönen Prinzessin Hilmars zukünftige Gattin zu sehen. Das gab auch ihr einen gewissen Nimbus. Sie schluchzte:„Oh, die Schande, die Schande! Die ganze Nachbarschaft wird über uns lächeln und spötteln.“ Hilmars Gesicht war sehr ernst. Die Mutter gefiel ihm gar nicht. Dennoch erwiderte er möglichst ruhig.„Sei zufrieden, Mutter, mit dem Abschluß meiner Liebe zu Toska Dommaruga. Ich weiß seit heute, daß nur ihre Schönheit mich irreführte und daß ich etwas für Liebe hielt, was dieses reine, herrliche Wort nicht verdient. Seit heute weiß ich, daß ich an Toskas Seite sicher nicht glücklich geworden wäre. Außerdem habe ich noch das Empfinden, daß ihr daran lag, unsere Verlobung gewaltsam zu lösen.“ „Was soll Toska zu solcher Handlungsweise bewogen haben?" fragte Nora von Flüggen ungläubig. Er zuckte die Achseln. „Ich weiß es nicht, und es ist ja auch möglich, ich irre mich. Das eine aber steht für mich fest, Liebe hat sie nie für mich empfunden, und schon deshalb will ich froh sein über diese Lösung.“ Die Baronin rang die Hände. „Ich verstehe deinen Gleichmut nicht. Es handelt sich doch um kein beliebiges Mädel Toska ist eine Prinzessin und wohl eine der schönsten Frauen, die es gibt.“ Hilmar lächelte seltsam. Ihm schien die noch vor kurzem so heiß begehrte Schönheit plötzlich matt und reizlos. Tausendmal schöner war Beatrix mit den blauen Märchenaugen, deren Grund klar und rein war. Er reichte der Mutter die Hand. „Sei lieb und gut zu Beatrix, sie ist ohne Falsch, tue ihr nicht weh durch rauhe Rede.“ Nora von Flüggen nahm sich zusammen, 's Hilmar gegangen war, dann aber tobte sich ihre zügellose Wut aus. Eine kostbare Vase klirrte zur Erde.— Zwei Stunden später reiste die Prinzessin Dommaruga mit ihrer Tante und dem Fürsten ab. Hilmar begleitete den Besuch im Auto bis an die Station, und so sehr waren den vier Menschen die glatten äußeren ForMutterfreuden! men in Fleisch und Blut übergegangen, so sehr verstanden sie sich zu beherrschen, daß niemand, selbst nicht der beste Beobachter ihnen das geringste angemerkt hätte. Die vier gehörten zu jener Klasse von Menschen, die vor anderen stets die gleichmäßige Maske der Selbstbeherrschung über ihre Züge zu decken wußten. * Nach außen hin Fassung bewahrend, hatte die Baronin von ihren Gästen Abschied genommen und sich noch einmal von Toska Dommaruga„Mamachen“ nennen lassen. Dann war sie in ihr Zimmer gegangen und fast zusammengebrochen vor Zorn und Enttäuschung. Bis zum letzten Augenblick hatte sie eine Sinnesänderung Toskas erhofft. Aber Hilmar sorgte dafür, daß diese Hoffnung fehlschlug. Auf den Knien hätte er Toska um Vergebung anflehen müssen, statt dessen fügte er sich kühl ihrem Spruche. Oh, wäre nur diese Beatrix niemals nach Dorneck gekommen! Sie allein traf alle Schuld. Diese Puppe mit den verträumt und treuherzig dreinblickenden Kinderaugen ließ sich von Hilmar„Kleine Schwester" nennen und trug sich sicher dabei mit dem ehrgeizigen Plan, sein Herz zu gewinnen, sich den stolzen Namen Baronin von Flüggen zu erlisten. Denn wie lange würde es dauern, dann trat Hilmar mit der bedeutungsschweren Frage an Beatrix heran, und Giselas Tochter, deren Ebenbild, wurde Herrin der Burg. Das aber durfte nicht geschehen, das ließ sie nicht zu. Je schneller Beatrir von Dorneck abreiste, deste besser. Noch war sich Hilinar über sein Empfinden nicht im klaren, und wenn er Beatrix nicht mehr täglich vor sich sah, würde ihr Bild in seiner Erinnerung bald verblafsen. Eine Flamme, der man keine Nahrung gibt, verlöscht. Nora von Flüggen lehnte sich in dem bequemen Seisel zurück und schloß die von zornigen Tränen brennenden Augen. Sie sann. Beatrix mußte Dorneck verlassen, das stand fest. Zwar hatte Beatrix selbst geäußert, sie wollte sofort an Doktor Münchow, ihren Vormund, schreiben, aber schließlich dauerte es alles in allem dann doch noch geraume Zeit, bis sie wegkam, und bis dahin konnte das Unglück, das sie um jeden Preis verhindern wollte, längst geschehen sein. Doch was konnte sie tun? Vielleicht gelang es ihr durch irgendein Mittel, Beatrix zu recht schneller Abreise zu bewegen. Aber Hillnar würde seine„kleine Schwester“ nicht so plötzlich fortlassen, tausend Zufälle konnten zwischen den beiden vermitteln und sie für immer zusammenführen. Und wenn sich Hilmar selbst auch im Augenblick darüber noch nicht klar war, sein Herz hing schon an dem blonden Püppchen, sonst hätte er die zauberschöne Prinzessin nicht so leicht aufgegeben. Der Gedanke, Beatrix hier eines Tages die Stelle der Herrin einnehmen zu sehen, war so marternd, daß Nora von Flüggen beide Hände gegen die Schläfen preßte. An Toska Dommaruga hätte sie ihren Platz gern abgetreten, Beatrix Norden aber durfte ihn nie und nimmer einnehmen. Wie sie so mit geschlossenen Augen in dem Sessel lehnte, stieg wieder jener Sommertag vor ihr auf, der nun lange, lange Jahre zurücklag. Die Gewitterwolken hingen tief über Dornecks Mauern, und sie meinte Gisela zur Tür hereintreten zu sehen, sie stieg dann neben der Zierlichen, Blonden die Treppen hinauf zu den Rumpelkammern. Ein Blitz fuhr nieder, erhellte den Raum, zeigte die alten Möbel und das Spinett mit den Engelsköpfen, zeigte die erhabenen, künstlerischen Schnitzereien der Wandtäfelung. Und im Licht eines grellen Blitzes stand die Braut von Dorneck mit erhobenem Ann neben dem Spinett. Gisela stürzte mit grellem Schrei zur Tür. Es war ihr Todesschrei gewesen.— Nora von Flüggen taumelte aus ihrem 01 Toska wollte ihre Hand freimachen, aber die Finger des erregten Mannes hielten sie fest. Doch Toska dachte nicht daran, nachzugeben, ihr war es darum zu tun, die Gelegenheit, einen vollständigen Bruch mit Hilmar herbeizuführen, auszunützen. Sie wollte das Opfer eines gewissenlosen Menschen sein, und alle sollten sie bedauern, niemand durfte das Recht haben, ihr Vorwürfe zu machen. „Lassen Sie meine Hand los, Baron!“ rief sie absichtlich etwas lauter als nötig. „Sobald du ins Zimmer zurücktrittst und den Unfug läßt, mich so formell anzureden.“ „Lassen Sie meine Hand los!“ wiederholte Toska lauter. „Nein, erst sprechen wir uns aus,“ gab er zurück, und seine Züge trugen den Stempel eines unbeugsamen Willens. Da riß Toska ihre Hand aus seinen umpannenden Fingern. „Ich bin froh, noch rechtzeitig erfahren zu haben, daß Sie nicht nur ein falscher, sondern auch ein gewalttätiger Mensch sind.“ „Toska, was soll denn das alles heißen?“ Er schob sie von der Tür fort.„Ich sagte dir doch, daß ich Beatrix wie eine Schwester schätze, das muß dir genügen.“ Toska lachte höhnisch. „Und da stehen Sie mit ihr im Dunkeln auf der Treppe, streicheln zärtlich ihren Arm und flüstern mit ihr.“ „Ach, Närrchen, die ganze Sache ist ja lächerlich einfach. Also höre—“ Toska hielt sich die Ohren zu. „Ich will nichts mehr hören. Was ich weiß, genügt mir über und über.“ Hilmar blickte ein Weilchen ratlos vor sich hin. „Soll dir Beatrix beteuern, was ich dir bis jetzt vergebens versicherte? Ich will sie rufen,“ erbot er sich. Toska reckte sich auf. Jetzt mußte sie einen neuen Schachzug tun. „Ich will diese Person nicht mehr sehen, es ist unter meiner Würde, mit ihr noch ein Wort zu wechseln!“ Hilmar würde es nimmermehr so sehr geschmerzt haben, hätte Toska ihn selbst den gemeinsten Menschen der Welt genannt, als oaß sie in so verächtlicher Weise von seiner kleinen Schwester sprach. Sein Gerechtigkeitssinn gab es nicht zu, Beatrix fortwährend beleidigen zu lassen. Er wußte nicht, daß sein Gerechtigkeitssinn in diesem Fall nur Liebe war. Er ahnte nichts davon, da Toskas Schönheit seine Sinne geblendet hatte. Leise sagte er:„Du beleidigst Beatrix immer wieder auf das abscheulichste, ich darf es nicht dulden.“ Toska blickte unter halbgeschlossenen Lidern zu ihm hin. Grenzenloser Hochmut lag in dem Blick. „Ihre Geliebte, Baron, ist mir gleichgültig, aber wenn ich von all dem auch nur das geringste geahnt hätte, wäre ich natürlich nie nach Dorneck gekommen. Ich werde meinen Vormund bitten, sich mit Ihnen auszusprechen. Jedenfalls aber erkläre ich Ihnen, da Sie mich immer noch nicht zu verstehen scheinen, daß keine Rede mehr von einer zwischen uns bestehenden Verlobung sein kann. Von meiner Seite wenigstens nicht.“ Sie neigte leicht den Kopf. „Und nun, Baron, möchte ich Ihre Mutter nicht länger warten lassen.“ Diesmal machte Hilmar keinen Versuch mehr, Toska am Verlassen des Zimmers zu hindern. Doch folgte er ihr auf dem Fuß und trat gleich nach ihr in das Zimmer der Mutter, wo er die Tante Toskas und den Fürsten schon anwesend fand. Sein Gesicht sah finster aus, und alle merkten, daß die Luft plötzlich wie mit Elektrizität geladen war. Toska sagte leise und klagend:„Ich möchte heute noch abreisen, es ist so peinlich, von Fremden Gastfreundschaft annehmen zu müssen.“ In der Gräfin stieg eine Ahnung auf, sie wußte, welch eine vorzügliche Schauspielerm Toska war, und dachte philosophisch an das Damenstift, ihren letzten Ruhehafen, der das müde Wrack ihres Körpers erwartete. Erschreckt fragte die Baronin:„Weshalb Beckum. Am Werseleich im Stadtpark Pechae S S 85 V a G #F- SE“ .KE5 * * 4 55352 OSri5 .8113SSSSS S G 12. □ M #beiemer Ein kurioser Jagdwagen Dieses„Pferdeauto“ wurde von der Firma Gerhard Gärtner, Liesborn=Göttingen, aus dem Chassis eines alten Autos und dem Oberteil eines alten Jagdwagens gebaut. Pdoto: Heinemann, Lippstadt willst du fort, liebste Toska? Hat dich jemand gekränkt oder gefällt es dir nicht in deinem zukünftigen Heim?“ Toska seufzte.„Frage deinen Sohn, Mamachen.“ Sie fuhr sich mit künstlich nervöser Bewegung über die Stirn.„Mamachen darf ich dich kaum noch nennen, denn meine Verlobung ist zu Ende, weil ich—“ Sie begann zu weinen. Weinte und schluchzte in ihr zartes, winziges Spitzentaschenuch, als sei sie sehr, sehr unglücklich. Die Baronin sah verständnislos und fragend ihren Sohn an. Hilmar zuckte die Achseln. „Toska bildet sich ein, Beatrix stehe meinem Herzen nahe.“ In ihm war Zorn und Bitternis. Glaubte Toska seinen Versicherungen nicht, so galt er ihr herzlich wenig. Die wahre Liebe glaubte und vertraute. Die Baronin stutzte.„Aber, Hilmar, wie kommt Toska nur auf diese Vennutung? Gabst du ihr irgendeinen Anlaß dazu?“ Toska nahm das Tuch von den Augen und sah den Fürsten an, als wollte sie seinen Beistand erbitten. Der Fürst. der schon beinahe fürchtete, sein wunderschönes Mündel würde sich für Hilmar von Flüggen entscheiden, trat zu dern Besitzer von Dorneck. „Herr Baron. Sie haben wohl die Güte, mir zu erklären, wie Toska zu ihrem Verdacht kommt?“ Hilmar schüttelte den Kopf. „Ich weiß es doch selbst nicht; ich habe keine Erklärung dafür. Ich stand vorhin mit Beatrix auf der Treppe und—“ Er stockte. Es klang doch sonderbar, wenn er erzählte, er hätte Beatrix' Arm gestreichelt, weil er ihr weh getan, und er hätte ihr unwillkürlich weh getan, da sie vom Heiraten sprach. Ihm mußte es doch gleichgültig sein, wen Beatrix liebte und heiratete. Jedes Wort, das er jetzt darüber sprach. klang sicher, hart, und er fürchtete, den reinen Namen Beatrix' zu trüben. Sein Schweigen war lastend und glich einem Schuldbekennmis. . Die Baronin sah einen stolzen Traum verkliegen, Zorn gegen Beatrix packte sie. Sie klingelte und befahl, ehe es Hilmar verhindern konnte, dem Diener:„Ich bitte meine Nichte, sofort zu mir zu kommen.“ In Gegenwart des Dieners konnte Hiimar nichts sagen, aber sobald der Mann das Zimmer verlassen, wendete er sich fast ungestüm an seine Mutter: „Was soll Beatrix denn hier. Ich habe Toska schon angeboten, mit mir zu Beatrix zu gehen. Toska wies meinen Vorschlag zurück, sie äußerte sich häßlich und beleidigend über Beatrix. Das anne Ding ahnt von dem Vorgefallenen nichts, und es ist fast, als riefe man sie vor ein Tribunal.“ Der Fürst empfand plötzlich fast Sympathie für Hilmar von Flüggen. Bis jetzt hatte er sich wenig wohl auf Dorneck gefühlt, es widerstand ihm, seinen Gastgebern gegenüber den Vormund zu spielen und dabei hinterhältig abzuwarten, ob Toska sich nicht doch ihm zuneigen würde. Die Doppelrolle hatte Wintersaa: Scherenschnitt von W. Tenius ihm wenig behagt, aber auf Toskas Wunsch mußte er sich damit abfinden. Nun sah er plötzlich, kaum noch erhofft, das ersehnte Ziel vor sich. Ein Zufall kam ihm zu Hilfe Denn für Zufall hielt er, was Toska Dommaruga berechnend in Szene gesetzt hatte. Er lächeite Hilnar an. „Verehrter Baron, wir sind doch kein Tribunal, ich jedenfalls fühle mich nicht als Richter berufen.“ Etwas von dem Großmut des Siegers war in ihm und ließ ihn vergessen, daß er ernst und vormundschaftlich streng auf seiten seines Mündels zu stehen hatte. „Mir liegt nichts daran, Fräulein Norden zu befragen oder dabei zu sein, wenn sie in meiner Gegenwart befragt wird, denn ich weiß, was ich weiß, meine Augen sind klare, nüchterne Richter,“ sprach die Prinzessin hochmütig. Der Fürst frohlockte, weil es jetzt sicher schien, daß Toska keine Aussöhnung mit Hilmar von Flüggen wollte. Er machte aber offiziell ein ernstes Gesicht, war nach außen hin wieder ganz Würde und Feierlichkeit. Er wartete still ab und ließ die Ereignisse an sich herankommen. Hilmar wendete sich abermals an seine Mutter, die ihm auf seinen Vorwurf noch keine Antwort gegeben hatte. „Bedenke die Peinlichkeit der Situation für Beatrix, Mutter, ich will ihr sagen, ihr Komnnen sei unnötig geworden.“ Es klang rauh, aber Nora von Flüggen achtete in ihrer Erregung nicht darauf. Sie bemerkte in den Augen ihres Sohnes nicht den seltsamen Funken, der sie hätte warnen müssen, zu weit zu gehen. Sie bebte vor Erregung. „Beatrix muß sich verantworten, Toska muß überzeugt werden—“ „Toska will sich ja gar nicht überzeugen lassen, du hörtest doch, sie verläßt sich auf ihre Augen,“ entgegnete Hilmar.„Ich leide es jedenfalls nicht, daß man Beatrix wie eine arme Sünderin herbeizitiert.“ .S.ESAOAE 13 Er ging zur Tür. Die Prinzessin freute sich, daß ihr Hilmar durch sein ritterliches Eintreten für Beatrix ihr Spiel sehr erleichterte. Er stempelte sich durch seine Fürsprache für Beatrix Norden gewissennaßen zum Schuldigen oder Mitschuldigen. Eine lüsterne Neugier war in ihr, wie das Spiel weitergehen würde, zu dem sie selbst die Karten mischte. Sie wollte schon sorgen, alle Trümpfe an sich zu reißen. Ehe Hilmar noch die Tür erreicht hatte, klopfte es, und schon trat Beatrix ein. Sie sah die Anwesenden mit großen Augen fragend an. Die Stimmung, in die sie hineingeriet, schien ihr so eigen, der stumme Empfang befremdend. Sie hatte geglaubt, die Tante wünschte ihre Gegenwart beim Tee, und nun sah es aus, als dächte hier überhaupt niemand an eine Teestunde. Der fertig gedeckte Tisch stand abseits, die Prinzessin fuhr sich mit dem Taschennich über die Augen, die Gräfin Wurmershausen blickte ihr mit unverhohlenem Mitleid entgegen, und Tante Nora mußte wohl zornig sein, denn es schien, als bebten ihre ringgeschmückten Hände. Hilmar war beiseite getreten, jetzt sagte er weich und freundlich:„Höre, kleine Schwester, die Prinzessin Dommaruga glaubt Grund zur Eifersucht auf dich zu haben—“ Er wollte weitersprechen, doch Toska mischte sich ein. „Bitte, Herr Baron, Sie drücken sich falsch aus. Eifersüchtig bin ich nicht, aber ich mag nicht teilen. Wenn Sie von Fräulein Norden geliebt werden, kann ich wenigstens von Ihnen Aufrichtigkeit verlangen. Siatt dessen stellten Sie an mich das Ansinnen, mich mit ihr anzufreunden.“ Beatrix' Wangen übergoß flammende Röte. Wer durfte es wagen, offen ihres Herzens Allerheiligstes an das Licht zu zerren, woher wußte die hochmütige Prinzessin Dommaruga etwas, worüber sie selbst sich erst in diesem Augenblick klar ward? Hilmar trat näher zu ihr. „Beatrix, bitte erkläre der Prinzessin, wie wir zwei miteinander stehen, denn du darfst es nicht dulden, daß sie dich meine Geliebte nennt.“ Beatrix schaute nicht auf, mit zuckenden Lippen stannnelte sie:„Prinzessin Dommaruga mag mich nicht leiden, ein Vorurteil gegen mich trübt ihren klaren Blick.“ Die Baronin ballte heimlich die Hände zu Fäusten. Beatrix ermnerte sie eben wieder gar zu sehr an Gisela, sie meinte die Schwester vor sich zu sehen. Hart warf sie ihr entgegen:„Laß das törichte Herumgerede um den Kern der Sache, erkläre kurz und offen: Die Prinzessin hat sich getäuscht, und ich bedaure, durch mein Benehmen gegen Hilmar ihre falsche Meinung hervorgerufen zu haben.“ Hilmar machte eine Bewegung der Abwehr. „Das wird Beatrix nicht sagen, denn ihr Benehmen gegen mich war stets tadellos.“ Er neigte sich leicht zu Beatrir, der jetzt zwei Tränen über die weichen Wangen glitten. Rei Vertosselernte „Geh fort, kleine Schwester, ich dulde es nicht, daß du gequält wirst.“ Ein dankbarer Blick traf ihn. „Rein, Hilmar, ich kann jetzt nicht fortgehen, als hätte ich Gott weiß was für Schuld auf mich geladen. Wenn Tante glaubt, mir zürnen zu müssen, werde ich Dorneck verlassen, was auch deinetwegen das beste sein wird.“ Sie sah die Prinzessin an.„Wenn ich nicht mehr hier bin, ist das Aergernis für Sie entfernt, es täte mir leid, wenn meine Gegenwart Hilmars Glück auch nur im geringsten trüben sollte.“ Ihre Augen richteten sich auf die Baronin.„Auch du wirst mit meiner Absicht einverstanden sein, Tante. Ich will sofort an Herrn Doktor Münchow schreiben.“ Toska sah ihr Spiel in Gefahr, doch um keinen Preis wollte sie als Schuldige gelten. Hilmar und Beatrix hatte sie diese Rollen zugewiesen. Ihre scharfen Augen hatten dem flammenden Erröten Beatrix' vorhin die rechte DeuHerdstardett Scherenschnit von W. Tenius Radierung von W. Fahrenbruch tung gegeben. Es gab dafür nur die eine Deutung: Beatrix liebte Hilmar. Sie erhob sich.„Fräulein Norden, können Sie beschwören, Baron von Flüggen sei Ihnen gleichgültig? Er streichelte Ihren Ann wie ein Verliebter, und vielleicht küßte er Sie.“ Sie stutzte, denn abermals flannnten Beatrix' Wangen. Ah! Nun war sie auf dem richtigen Wege, und schnell wiederholte sie:„Vielleicht küßte er Sie? Schwören Sie beim Andenken an Ihre Eltern, daß Hilmar Flüggen Sie noch niemals geküßt hat.“ Hilmar stampfte mit dem Fuß auf. er verlor vollkommen die Ruhe. Toska Dommaruga erschien ihm plötzlich widerwärtig, ihr Haar rot, ihre Augen falsch wie die einer bösen Katze. Er stellte sich wie schützend vor Beatrix. „Den Schwur kann meine kleine Schwester nicht leisten, weil ich sie tatsächlich einmal küßte, und zwar aus Dankbarkeit, da sie Ihre Zimmer so hübsch ausschmückte, um Sie und mich zugleich zu erfreuen, Prinzessin.“ Seine Gestalt straffte sich.„Jetzt habe ich die vertrauliche Anrede, wie Sie es schon vorhin wünschten, fallen lassen. Ich habe inzwischen eingesehen, Prinzessin, daß es beiser ist, wenn ich mich in allem Ihrem Wunsche füge.“ Er nahm den Ann von Beatrix.„Konnn, kleine Schwester, niemand darf dich mehr plagen.“ Er öffnete die Tür, ließ Beatrix an sich vorüber, dann kam er zurück. Die Baronin zinerte vor Empörung. Nun war die Verlobung, auf die sie so grenzenlos stolz gewesen war, zu Ende, und im Grunde trug doch nur Beatrix die Schuld daran. Oh, wie sie das Ebenbild der roten Gisela haßte! Wenn sie ihr nur etwas recht Böses hätte antun können.