Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Bezugspreis 14tägig einschließlich der Beilage„Westsalia“ durch Boten zugestellt 1.05 Du— Heinrich Koll, Witten, Augustastr 24 Fernsprech=Anschluß Amt Witten Nr. 3029 und 3030. Geschäftsstelle Augustastraße 24, Postscheckkonto Ami Dortmund Nr. 3131. Druck: Gebr Lensing, Dortmund Hauptschriftleiter und für den Inhalt verantwortlich Heinrich Koll Witten: in Urlaub, i. B.: Dr. Anton Hans Meyer, Essen; *"„kar den Anzeigenteil: Franz Koll, Witen. 9.=A. VI. 1839: 1 500.— Anzeigen=Preisliste Nr. 5, gültig seit 1. April 1936. Anzeigenpreise: 1 mm Höhe und is mm Breite 5 Rpf Vereinsanzeigen, die nicht der Wirtschaftswerbung dienen, 4 Rpf., Stellengesuche 3 Rpf., Anzeigen im Textteil: 1 mm Höhe und 80 mm Breite 15 Rpf.— Im Konkursfalle sowie durch Zwangsvergleich wird der für Aufträge etwa bewilligte Nachlaß hinfällig— Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Witten=Ruhr.— Für die Erfüllung von Platzwünschen wird keine Gewähr übernommen.— Falls wir in der Herausgabe und Lieferung der Zeitung behindert sind, hat der Bezieher keinen Anspruch auf Zustellung und Nachlieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Nr. 171 43. fahrgang derbeanden bott dern ildenerbeltet Dienstag, 25. Juli 1939 SleGUeKe Ader Suutzg Eine grundsätzliche Erklärung aus deutschem Munde über die Haltung Danzigs in der gegenwärtigen Lage. Selbstschutz gegen einen polnischen Handstreich. Ein Aufsatz von Sauleiter Porster. DNB Berlin, 24. Juli. Unter Bezugnahme auf die täglichen Erörterungen des Danziger Problems in der internationalen Presse veröffentlicht Gauleiter Forster im„Völkischen Beobachter“ einen Aufsatz, in welchem er sich vom grundsätzlichen Standpunkt aus mit den Ansichten des Auslandes auseinandersetzt und die Haltung Danzigs in der gegenwärtigen Situation eingehend erklärt. Man dürfte in dieser offiziellen Stellungnahme des Danziger Gauleiters, der als verantwortlicher Lenker der Danziger Politik in dauernder Fühlung mit den zuständigen Stellen des Reiches steht eine endgültige und abschließende Erklärung zum gegenwärtigen Stande der internationalen Situation aus deutschem Munde erblicken. In dem Aufsatz von Gauleiter Forster heißt es: In den letzten Wochen ist in der Auslandspresse über Danzig soviel geschrieben worden, daß es sich als notwendig erweist, einmal grundsätzlich zu all dem Stellung zu nehmen. Es wurden Gerüchte unsinnigster Art in die Welt gesetzt mit der Absicht, die Lage in Danzig als unübersichtlich und unruhig hinzustellen. Selbstverständlich hat man nichts unterlassen, Darstellungen und Kombinationen solcher Art zu veröffentlichen, als ob an einem angeblich gefährlichen und unruhigen Zustand in Danzig das nationalsozialistische Reich und die nationalsozialistische Führung Danzigs schuld seien. Zu diesen Täuschungsmanövern mit hetzerischer Tendenz des Auslandes ist folgendes zu sagen: 1. Die Auslandspresse bedient sich in niederträchtiger Weise der Zwecklüge. Da anscheinend im Augenblick in der übrigen Welt kein Problem zu finden ist, das man verwenden könnte, um dem nationalsozialistischen Deutschland Schwierigkeiten zu machen, benützt man die Danzig=Frage, um die Welt gegen das Reich aufzuhetzen. Uns. die wir die Anstifter dieser Hetze kennen, regt das jüdische Getue in der Weltpresse nicht weiter auf. 2. Die Behauptung, in Danzig herrsche ein Durcheinander, ist in jeder Beziehung unwahr. Wer in diesen Wochen und Tagen in Danzig weilt, hat dort die Feststellung gemacht, daß hier zwar der Wille zur Bereitschaft, aber sonst Ruhe und Ordnung herrschen, während im Nachbarland Polen eine unbegreifliche Kriegspsychose vorhanden ist. Die Bevölkerung Danzigs geht fleißig ihrer Arbeit uuch und benützt die warmen Sommertage, um sich am Ostseestrand zu erholen. 3. Wenn in und um Danzig wirklich Unruhe vorunden sein sollte, so wäre es selbst dann eine Frechheit, inen solchen Zustand dem nationalsozialistischen Deutsch###nd oder dem Verhalten der verantwortlichen Stellen à Danzig zuzuschreiben. Ist das Gedächtnis der Staatskänner und Journalisten in den westlichen Demokratien nd Polen so schwach, daß sie vergessen haben sollten, per diesen Freistaat begründet hat? Belinntlich haben nicht Deutschland oder die damals im leutschen Reichsverband gewesene Stadt Danzig den Punsch gehabt, daß aus Danzig ein Freistaat wird, sondern die„Friedensapostel“ von Versailles haben dieses sinnlose Gebilde ins Leben gerufen. Das Reich und die Danziger Bevöllerung haben sich mit den ihnen damals zur Verfügung sehenden, leider sehr schwachen Mitteln dagegen zu vehren versucht. Um der neugegründeten Republik Polen gegen jedes politische Recht Vorteile zu verschaffen, hat nan außerhalb jeglicher Ueberlegung der Vernunft einen kleinen Teil aus dem deutschen Volkskörper herausgerissen und zu einer„Selbständigkeit" verurteilt, die viemals eine war und ist. Hätte man sich im Jahre 1919 nicht durch volnische Drohungen irremachen lassen, hätte man die polnische Geschichtsfälschung hinsichtlich der Bevölkerungszusammensetzung und der historischen Vergangenheit Danzigs als geschickte Fälschung der politischen Tatsachen erkennen wollen, hätte man das Selbstbestimmungsrecht der Völker auch auf die Danziger Bevölkerung angewendet, dann wäre nie ein skunloser Freistaat entstanden, England und Frankreich hätten es nicht nötig, sich Sorgen um Danzig zu machen, und die Journalisten der Weltpresse könnten sich mit den wirklichen Weltproblemen statt mit der Danziger Frage beschäftigen. Wir müssen uns überhaupt wundern, daß man plötzlich ein solches Interesse für Danzig aufbringt. Tut man das etwa aus Mitleid um das Schicksal der Danziger Levölkerung? Nein! Denn als es Danzig wirtschaftlich schlecht ging, als es von Polen auf allen Gebieten fortlaufend schikaniert wurde, hat sich sonderbarerweise weder in England noch in Frankreich jemand mit der Danziger Frage befaßt. Der Wunsch der Danziger, zum Reich zurückzukommen, besteht nämlich nicht etwa erst seit zwei Monaten. Dieser Herzenswunsch ist genau 2 alt wie die Freie Stadt Danzig selbst. Im Laufe der Eßten 20 Jahre ist diese Sehnsucht immer wieder zum Ausdruck gebracht worden. Nach der Heimkehr Oesterkeichs, des Sudetenlandes und Memels ist begreiflicherweise die berechtigte Forderung der Danziger immer Leutlicher geworden. Auf der ersten Seite des„Danziger Vorpostens" stehen seit Erscheinen dieses Blattes, also leit neun Jahren. die Worte„Gegen vertragliche Willfür, zurück zum Reich!“ Sicherlich würden auch die Engländer und Franzosen Ges daransetzen, ein Gebiet, das von Angehörigen ihrer Nationalität bewohnt wäre, zurückzuerhalten, und auch sie würden sich um die Einwände anderer Staatsmänner und Journalisten nicht kümmern. Wir Deutschen wären jedenfalls so gerecht, den Engländern zuzubilligen, daß eine Stadt, die aus nur englischer Bevölkerung besteht und widerrechtlich von England abgetrennt worden wäre, wieder zu England zurückkommt. Es zeugt von einer Unverantwortlichkeit sondergleichen, wenn man, besonders von England aus, Polen aufzuhetzen versucht, in der Frage Danzig unter keinen Umständen nachzugeben. Man ist also in London eher bereit, Hunderttausende von Menschen auf das Schlachtfeld zu führen, als 400 000 Deutschen ihr selbstverständliches Recht zu geben. Dieses Gebaren zeigt am besten die Friedensliebe, die angeblich in den westlichen Staaten vorherrschen soll. Daß die Polen mit der Rückgliederung Danzigs ins Reich nicht ganz einverstanden sein sollen, ist begreiflich. (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Chuttseriatk=Ader Dle VerhatlbllugenArSokto. Erklärung vor dem Unterhaus. DNB London, 24. Juli. Im Unterhaus gab Chamberlain auf Anfrage des Labour=Abgeordneten Fleicher, wie erwartet, eine Erklärung über die Lage in Tientsin und den Stand der Verhandlungen in Tokio ab. Chamberlain erklärte, daß die allgemeine Lage in Tientsin unverändert sei. Zu Beginn der Verhandlungen habe die japanische Regierung die Ansicht zum Ausdruck gebracht, daß, wenn man in der Behebung von Mißverständnissen unter Schaffung besserer Beziehungen Fortschritte machen wollte, es wesentlich sei, den Hintergrund zu erkennen, aus dem die Lage in Tientsin gesehen werden sollte. Chamberlain erklärte, dies habe nichts mit der britischen China=Politik zu tun, sondern sei eine Frage von Tatsachen. Feindseligkeiten würden in China in großem Umfange geführt. Die japanische Armee müßte für ihre eigene Sicherheit und für die Aufrechterhaltung der Ordnung in den besetzten Gebieten sorgen. Sie sei daher verpflichtet, so zu handeln, daß diesem Ziel kein Schaden getan werde. Um den Weg für die Tientsin=Verhandlungen freizumachen, habe sich die britische Regierung mit der japanischen auf die bereits bekannte Formel(vergleiche die Meldung„Das Memorandum Arita=Craigie“ in der Montagsausgabe. Die Schriftleitung.) geeinigt. Der Labour=Abgeordnete Fletcher ersuchte hierauf den Premierminister. eine Versicherung abzugeben, daß in den kommenden Verhandlungen nichts angenommen werden sollte, was darauf gerichtet sein könnte, die chinesische Währung zu beeinträchtigen oder was die Rechte Englands beschränken könnte, China für irgendwelche Zwecke Kredite zu gewähren. Chamberlain erwiderte, daß er diese Versicherung abgeben könne. Die Erörterungen hätten sich auf lokale Fragen in Tientsin beschränkt. Die Frage des Labour=Abgeordneten Henderson, ob diese Konzessionen nicht tatsächlich die de facto=Anerkennung der japanischen Souveränität in den jetzt von der japanischen Armee kontrollierten chinesischen Gebieten bedeute, verneinte Chamberlain. Auf die Frage, ob die Erklärung Chamberlains nicht bedeute, daß man definitiv für Japan Partei ergriffen habe und ob in der britischen Politik gegenüber China irgendein Wechsel eingetreten sei, antwortete Chamberlain mit einem Nein. Die Erklärung bedeute keinerlei Wechsel in der britischen Politik China gegenüber. Im Oberhaus gab Lord Halifax heute nachmittag ebenfalls wie Chamberlain im Unterhaus die englisch=japanische Einigungsformel bekannt. Zweistündige Besprechung über die Clentsin=Frugen. DNB Tokio, 24. Juni. Heute morgen wurden in Tokio die ersten Einzelverhandlungen über die Tientsin=Frage ausgenommen. Anwesend waren von japanischer Seite der Gesandte Kato, der Konsul von Tientsin, Tanaka, General Muto und Oberst Kawamura, von englischer Seite Botschafter Craigie, Generalmajor Piggot, der britische Konsul von Tientsin und Major Herbert Macrae, der stellvertretende Chef der Handelsabteilung sowie drei weitere Beamte der englischen Botschaft. Vor Beginn der Verhandlungen suchte Botschafter Craigie Außenminister Arite auf, um mit ihm die Vorbereitungen für die Besprechungen zu treffen. Eine Mitteilung des Außenamtes besagt, daß die heutigen englisch=japanischen Besprechungen ungefähr zwei Stunden gedauert haben. Gesandter Kato habe eine allgemeine Darstellung des japanischen Standpunktes gegeben, auf den Botschafter Craigie in allgemeinen Zügen erwiderte. Die Besprechungen werden heute nachmittag fortgesetzt. Wie ergänzend hierzu verlautet, erklärte der englische Botschafter, nachdem Gesandter Kato den Standpunkt Japans im allgemeinen erläutert hatte, daß England die japanischen Forderungen grundsätzlich anerkenne. Wenn auf beiden Seiten Vertrauen herrsche, so sei eine freundschaftliche Lösung sicher. Die gewöhnlich gut unterrichtete„Tokyo Asahi Shimun“ befaßt sich in ihrem heutigen Leitartikel mit dem Memorandum Arita=Craigie und erklärt, England habe jetzt die praktischen Folgerungen zu ziehen, andernfalls bleibe das Abkommen lediglich ein „diplomatisches Schriftstück“, das einen Vorgang der japanischen Diplomatie registriere. In den Einzelverhandlungen über die Tientsinfrage biete sich England die Gelegenheit, seinen Willen zur Neuorientierung seiner China=Politik zu bekunden. In diesen Einzelverhandlungen, so betont die Zeitung weiter, müsse außerdem Englands Haltung zu'der kommenden chinesischen Zentralregierung geklärt werden. Falls Japan die neue Zentralregierung anerkenne, sei England, dem Geiste des neuen Abkommens entsprechend, zum gleichen Schritt verpflichtet. Darüber hinaus erwartet„Tokyo Asahi Shimbun“ von England, daß es seinen Botschafter aus Tschungking zurückziehe. Botschafter Kerr sei entschiedener Vertreter der Tschiangkaischek=Politik und sein Weiterverbleiben in China müsse sich ungünstig auf die englisch=japanischen Beziehungen auswirken. „Schaffendes Volk treibt Lelbesübungen.“ Auf dem Zoo-Gelände in Hamburg führte das Sportamt der NS-Gemeinschaft„Krait durch Freude“ im Rahmen der Reichstagung eine große Leistungsschau unter dem Motto„Schaffendes Volk treibt Leibesübungen“ durch, an der 6000 Schaffende aus allen deutschen Gauen teilnahmen. Im Vordergrund die Ehrentribüne, auf der Dr. Ley an der Spitze der Ehrengäste den Vorführungen beiwohnte.(Scherl-M.) Tagesrundschau. Staatssekretür Der Mann, von dem der in Budior unserer gestrigen Ausgabe beHubson. leuchtete„Friedensplan“ mit der Anleihe von einer Milliarde Mark für Deutschland und der Ueberwachung der deutschen Rüstungsproduktion stammt, ist der Staatssekretär im britischen Außenhandelsamt Hudson. In klärungen, die er dem„Daily Expreß" und der„Daiky Mail“ abgegeben hat, betont er, daß er derjenige sei, von dem der Plan mit seinem Drum und Dran stamme. Während die englische Regierung, als sie seine entschiedene Zurückweisung in der deutschen Presse feststellen mußte, erklären ließ, daß weder Chamberlain, noch Lord Halifax,„noch irgend ein Kabinettsmitglied“ die geringste Ahnung von irgendeinem Anleiheplan für Deutschland habe, teilte Hudson den beiden Blättern mit, er habe ihn mit einem in London weilenden hohen deuschen Beamten besprochen(gemeint ist Ministerialdirektor Wohltat, der zur Walfangkonferenz nach London gekommen ist), es habe sich zwar um eine„inoffizielle" Unterredung gehandelt, aber er, Hudson, habe Chamberlain darüber Bericht erstattet. So strafte prompt und munter der Staatssekretär für den britischen Außenhandel seine Regierung Lügen. Zugleich unterrichtete er damit die englische Oeffentlichkeit, daß die Vermutung, es handele sich um einen deutschen Plan, falsch sei. Sie weiß jetzt, daß es ein englischer Versuchsballon war, der die Wochenendsensation der englischen Blätter bildete. Derselbe Herr Hudson macht sich auch sonst in letzter Zeit häufiger bemerkbar. So hat er in der vorigen Woche eine Rede gehalten, die sich allerdings nicht gegen Deutschland richtete. Sie war an die Länder des Empire gerichtet. Diese beschwor Herr Hudson, nur garnicht mit ihren Käufen im englischen Mutterland nachzulassen. Das sei gerade jetzt gefährlich, denn die englische Kaufkraft werde dadurch geschwächt. Diese aber brauche man für die Aufrüstung, die beileibe nicht zum Schutze britischer Interessen erfolge, sondern zum Schutze des gesamten Empire. Die Dominien sollten sich um Himmels willen nicht wirtschaftlich unabhängig machen, das sei für sie(!) gefährlich. Einige Dominien werden diese Sirenengesänge nicht ohne einige Verwunderung gehört haben. Was z. B. die Inder für einen Nutzen davon haben sollen, daß England aufrüstet, werden sie schwer einsehen. Die weitere Industrialisierung werden sie vermutlich wegen solcher Reden angesichts der unleugbaren Erfolge ihrer Industriepolitik auch nicht einstellen. Wahrscheinlich werden sie aber die Absicht solcher im Interesse der Erhaltung der britischen Kapitalsherrschaft gemachten Empfehlungen erkennen, und sie werden nur noch mehr darin bestärkt werden, daß sie wahre wirtschaftliche und soziale Freiheit solange nicht erringen, als sie von diesem„Mutterland“ abhängig sind. * Englands Mit dem schönen Worte Kapitulation„Realpolitik“ wird versucht, den vau Jonon. Rückzug zu bemänteln, den EngVor juHun. land in Tokio angetreten hat. Und auch der Premierminister Chamberlain tat im Unterhaus gestern so, als ob nichts passiert sei. Tatsächlich aber hat England glatt vor Japan kapituliert. Es war bekanntlich so, daß den Engländern die Verhältnisse in Tientsin im Magen lagen und daß sie deretwegen mit den Japanern verhandeln wollten. Diese aber machten eine Aussprache über Tientsin von einer grundsätzlichen Anerkennung der durch japanische Tatkraft veränderten Lage in China und von der Zusage abhängig, daß England Japan beim Aufbau einer Neuordnung in Ostasien nicht stören, also jede weitere Unterstützung Tschiangkaischeks unterlassen wolle. Und ganz im Gegensatz zu allen Aeußerungen, die man noch vor etwa einer Woche in englischen Blättern lesen konnte, hat sich England jetzt zu alle dem bereit erklärt, was Japan von ihm forderte. Die Engländer haben damit die schwerste Niederlage eingesteckt, die sie je in Ostasien erlitten haben. * Kinder= Während in Deutschland seit reichtum 1933 die Zahl der Geburten von # B5e 14,7 je 1000 Einwohner auf 18,3 der Volker im Jahre 1937 gestiegen ist, hat Europas. sich die Fruchtbarkeit der westeuropäischen Völker weiter vermindert. In Frankreich kommen auf je 1000 Einwohner nur noch 14,7 Geburten und in Großbritannien nur noch 15,3. Bei dieser niedrigen Geburtenziffer wird die Bevölkerung Englands, wenn kein Umschwung eintritt, bis zum Jahre 1975 auf unter 36 Millionen zurückgehen. Frankreich, in dem heute bereits jährlich mehr Menschen sterben als geboren werden, wird in fünfzig Jahren nur noch etwa 25 Millionen Einwohner zählen. Es scheint, als ob der Wille zum Weiterleben des Volkes in den großen Demokratien des Westens bereits erloschen ist. Wohl werden Versuche gemacht, die Geburtenfreudigkeit zu heben, doch sind alle diese Bemühungen bisher am gebrochenen Lebenswillen der Bevölkerung gescheitert. In Frankreich ist dieser Tage ein neues Programm aufgestellt worden, das nach deutschem Vorbild die Eheschließungen fördern und es den jungen Ehepaaren ermöglichen u will, Kinder zu haben. Aber dieser Versuch muß wie alle früheren scheitern, sofern das französische Volk sich nicht auch innerlich umstellt und nicht über das persönliche Wohlbehagen die Zukunft des Volkes stellt. Auch die skandinavischen Staaten Norwegen und Schweden haben eine unterdurchschnittliche Geburtenziffer, die den Bestand ihrer Bevölkerung nicht sichert. Der verhältnismäßige Wohlstand, in dem sich diese Völker befinden, dürfte entscheidend mit dazu beitragen, daß sie immer mehr an Fortpflanzungskraft einbüßen. Demgegenüber sind die Völker des Südens noch ganz ungebrochen. Italien hat 23,4 Geburten je 1000 Einwohner und Spanien im letzten Jahre vor dem Bürgerkrieg sogar 25,7. Auch die bäuerlichen Völker des Südostens sind durchweg sehr kinderreich. In Deutschland ist ebenfalls die im Verhältnis zu England und Frankreich günstigere Geburtenziffer überwiegend unserer Landbevölkerung zu danken. Eine Betrachtung der Geburtenkarte Europas kann aber vor allem nicht übersehen, daß die slawischen Völker sehr viel fruchtbarer sind als die germanischen und romanischen Völker. Für jedes deutsche Kind z. B. werden drei slawische Kinder geboren. Die Geltung des deutschen Volkes in Europa wird darum auf die Dauer davon abhängen, ob seine Fortpflanzungsfreudigkeit groß genug ist, um sich in diesem Kampf zu behaupten. Die Währheil ader Gunzig. (Fortsetzung von der 1. Seite.) Sie haben immer gehofft, eines Tages in dieser schönen deutschen Stadt ihren Einzug halten zu können. Wenn sie wirtschaftliche Gründe für ihren Einspruch gegen eine Angliederung anbringen, so ist dem entgegenzuhalten, daß der Führer in seinem großzügigen Angebot an Polen vor einigen Monaten zugesagt hatte, den Polen auch in einem Danzig, das dem Reich gehört, alle wirtschaftlichen Rechte, die sie brauchten, von vornherein einzuräumen. Sie haben mit dieser Ablehnung bewiesen, daß es ihnen nicht um die Sicherung ihrer sogenannten Rechte geht, sondern daß sie ausschließlich darauf ausgehen, Danzig unter ihren vollständigen Einfluß zu bekommen, um es am Ende zu besitzen. Die Forderungen nach Ostpreußen, Schlesien, Pommern berechtigen zu der Frage, ob man den Herrschaftsanspruch Polens als Dummheit oder Größenwahn auslegen soll. So ist für uns in Danzig zwangsläufig eine neue Lage entstanden. Als führende Männer würden wir verantwortungslos handeln, wenn wir angesichts dieser ständigen polnischen Drohungen gegenüber Danzig und den in Reden und in polnischen Zeitungen nahezu jeden, Tag zum Ausdruck kommenden Forderungen, Danzig in den polnischen Staat einzuverleiben, nicht Maßnahmen zu unserem Schutz ergreisen würden. Wir wissen schließlich nicht, ob es nicht eines Tages irgendeinem polnischen General— ähnlich wie im Falle Wilna 1923— einfällt, einen Ueberfall auf Danzig zu unternehmen, um diese Stadt zu vernichten oder zu erobern. Was würde uns in so einem Falle eine Entschuldigung der polnischen Regierung nützen, ohne deren angebliches Wissen vielleicht so ein Ueberfall geschehen ist? Was würde uns weiter das etwa in der Presse zum Ausdruck kommende Mitleid in England oder in Frankreich nützen, da wir in so einem Falle die Leidtragenden wären— gar nichts! Wir können uns auch nicht darauf verlassen, daß uns in so einem Fall etwa die Genfer Liga, die als Schutzpatron über Danzig gesetzt ist, hilft. Die Genfer Liga könnte ja auch wieder nur einen dritten Staat beauftragen, uns zu schützen. Das würde uns aber auch nichts nützen. Denn bis jeder etwaige Schutz des Völkerbundes in Aktion treten würde wäre unsere schöne Stadt bereits von feindlichen Soldaten erobert. Außerdem ist in der Genfer Liga ein Beschluß festgelegt worden, daß im Falle einer Gefahr für Danzig Polen beauftragt wird, Danzig zu beschützen. Damit wäre der Bock zum Gärtner gemacht! Wir Nationalsozialisten schaffen uns für solche Fälle lieber bessere Voraussetzungen. Was uns in solchen kritischen Zeiten innerlich ruhig und gläubig in die Zukunft sehen läßt, ist die heilige Ueberzeugung, daß das Großdeutsche Reich, als unser Mutterland, hinter uns steht und uns sofort zur Hilse kommen würde. Daß darüber hinaus auch wir in uns mit unseren bescheidenen Kräften und Mitteln ebenfalls die Voraussetzungen schaffen, um einen polnischen Ueberfall abzuwehren, kann uns niemand verargen. Es ist eine unter den vielen in der Auslandopresse verbreiteten Lügen, wenn man behauptet, daß deutsches Militär nach Danzig gekommen sei. Die ganze Welt und vor allem unser polnischer Nachbar sollen es wissen, 25##7, Danzig Männer genug sind, ent: schrossen und mutig in jedem Augenblick wenn es sein müßte, ihre Heimat bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen. Unser polnischer Nachbar möge zur Notiz nehmen, daß in Danzig in den letzten Wochen Vorsorge dafür getroffen ist, daß ein Handstreich oder überraschender Ueberfall auf das deutsche Danzig aussichtslos geworden ist. Nuekgesecht innt Holnischem PHalstkupp auf Gunziger=Böben. Die Polen eröffneten das Feuer. Energische Danziger Vorstellungen. DNB Danzig, 24. Juli. In der Nacht zum Montag hat sich ein neuereklatanter Grenzwischenfall ereignet, der eine Serie provokatorischer polnischer Grenzverletzungen fortsetzte und zu einem regelrechten Feuergefecht geführt hat. Nach Meldung der zuständigen Zollstation hat Montag küh gegen ½3 Uhr bei Benneberg ein polnischer früh, gegen ½3 Uhr bei Benneberg ein polnischer Spahtrupp die Grenze zwischen Polen und Danzig überschritten und ist bis einen Kilometer weit auf Danziger Gebiet vorgedrungen. Dabei stieß der Spähtrupp auf eine Danziger Grenzpatrouille. Die Polen sollen sich bereits im Rücken der Danziger Patrouille befunden haben. Auf deren Anruf eröffneten die Polen sofort das Feuer, das dann erwidert wurde; von Verletzungen ist jedoch nichts bekannt. Die Polen zogen sich dann eilends auf polnisches Gebiet zurück. Die Danziger Regierung hat, wie wir erfahren, bei der polnischen diplomatischen Vertretung wegen dieses Zwischenfalls energische Vorstellungen erhoben und nochmals auf die Note des Senats zum Fall Postelau hingewiesen und verlangt, daß die Serie der Uebergriffe polnischer Beamter an der Danziger Grenze durch wirksame Maßnahmen der polnischen Regierung beendet wird. Wenn man uns vielleicht vorhalten sollte, daß wir durch Errichtung eines Selbstschutzes irgendwelche vertraglichen Rechte gebrochen haben, so können wir dem nur entgegnen, daß das Recht der Verteidigung, das jedem Tier vom Herrgott in Form von natürlichen Abwehrmöglichkeiten gegeben ist, auch den Deutschen in Danzig zusteht. Wir wären Feiglinge und verantwortungslose Führer, wenn wir nicht die Gefahren vor uns sehen und uns nicht zur rechten Zeit davor schützen würden. wir von Danzig aus niemand angreifen können braucht nicht besonders betont zu werden. daher lächerlich, wenn an der Danzig=polnischen Grenze auf polnischer Seite alle möglichen Befestigungsanlagen kleinerer und größerer Art angelegt werden. Ich glaube, wir viel eher berechtigt, so etwas zu tun als die GegenPartei als Führerin und Vertreterin der Belange der Danziger Bevölkerung geht zusammen mit der Danziger Bevölkerung den von ihr als richtig erkannten Weg weiter. Die verantwortlichen Männer werden sich durch keinerlei Drohungen oder durch die Hetze des Auslandes aus der Ruhe bringen lassen. eine ganze klare und unmißverder heiße, Par 8 c5. P'S irce eszigen Ramen umsaßt und Wenn wir auch vom Reich abgetrennt und heute noch dazu verurteilt sind, als Freistaat ein sogenanntes Eigenleben zu führen, so wollen wir doch alle uns feindlich gesonnenen Staatsmänner der westlichen Demokratien und in Polen davon in Kenntnis setzen, daß Adolf Hitler der Führer des deutschen Volkes, auch unser Führer ist. Seine Befehle sind uns schon seit Jahren und heute s6 Mmisionen deiis und unantastbar, wie den glaube in. Oroßdeutschen Reich. Unser unerschütterlicher E###be ist es, daß Adolf Hitler auch diese 400 000 vom Reich gerrennten Volksgenossen und Volksgenossinnen wieder heimführt ins Mutterland und damit eine Wäete schase“ Dittat niedergelegte Sünde aus der Ein Dutzend deutlicher Grenzverletzungen in einem Vierteljahr. Nreufferst wachsum gegenader Englund. Die Pressestelle des Senats der Freien Stadt Danzig gibt eine Zusammenstellung der polnischen Grenzzwischenfälle an der polnisch=Danziger Grenze seit April dieses Jahres, die ein bezeichnendes Licht auf das Verhalten der polnischen Grenzbeamten werfen. Am 9. 4. 1939 legte ein polnischer Posten vom Brükkenkopf bei Liessau sein Gewehr auf den Danziger Zollhilfswachtmeister Huse an. Am 25. 4. 1939 um 9,15 Uhr überschritten zwei polnische Soldaten auf dem Weichseldamm die Danziger Grenze und begaben sich ungefähr 30 Meter auf Danziger Gebiet. Am 25. 4. 1939 drang um 9,45 Uhr ein polnischer Soldat 50 Meter weit in das Danziger Gebiet ein. Am 5. 5. 1939 traten zwei polnische Infanteriesoldaten voll bewaffnet bei Liessau auf Danziger Gebiet über und patrouillierten am Außendeich an der Weichsel etwa 300 Meter von der polnischen Grenze entfernt auf Danziger Gebiet. Sie kehrten erst nach 30 Minuten nach Polen zurück. „Am 10. 5. 1939 wurden zwei Danziger Staatsangehorige, die sich 50 Meter von der polnischen Grenze entfernt auf Danziger Gebiet bei Liessau befanden, vom polnischen Brückenkopf aus von polnischem Militär beschossen. Am 11. 5. 1939 um 7 Uhr morgens überschritt ein polnischer Soldat zusammen mit zwei polnischen Eisenbahnern bei Liessau die Grenze und hielt sich längere Zeit auf Danziger Gebiet auf. Am 24. 5. 1939 erschienen bei Kohling an der Grenzstelle zwei bewaffnete polnische Soldaten und begaben sich auf Danziger Gebiet. Einem Danziger Zollbeamten gegenüber nahmen sie eine drohende Haltung ein, ergriffen aber bald die Flucht. Bei allen diesen angeführten Fällen handelt es sich ebenso wie im Falle Postelau, der im übrigen von den Danziger Behörden einer genauen Untersuchung unterzogen wird, um durch nichts gerechtfertigte Bedrohungen und Provokationen von polnischer Seite. Wie erinnerlich wurde bei Postelau ein polnischer Grenzbeamter von einem Danziger Zollhilfsbeamten erschossen, als der Pole sein Gewehr auf den Danziger Beamten anlegte und mit entsicherter Waffe in Deckung ging. Bei Postelau haben die Polen also zum ersten Mal die Quittung für ihre unerhörten, die Grenzsicherheit auf das schwerste bedrohende Provokation erhalten. Danziger Polizei von polnischer marine mit Steinen beworfen. DNB Danzig, 24. Juli. Bezeichnend für die Disziplin der polnischen Wehrmacht ist das Verhalten der Besatzung des polnischen Marineschleppers„Carper“, der den Danziger Hafen zur Ablösung von polnischen Wachmannschaften auf der Westerplatte aufsuchte. Das polnische Marineboot traf beim Auslaufen im Hafenkanal mit einem Danziger Polizeiboot zusammen, dessen Besatzung von dem polnischen Marineschlepper aus mit Steinen beworfen wurde. Opfer des polnischen Terrors. 920 Deutsche verloren in Lodz innerhalb sechs Wochen ihre Geschäfte. DNB Warschau, 24. Juli. Innerhalb der letzten sechs Wochen sind allein in Lodz infolge der unerhörten polnischen Zwangsmaßnahmen— wie das Warschauer Blatt„ABC“ meldet— 920 deutsche Geschäfte und Handwerksstätten entweder geschlossen worden oder in polnische Hände übergegangen. Außerdem wurden im Verlauf des gleichen Vernichtungsfeldzuges wieder zwei deutsche Organisationen in Lodz— diesmal zwei Turn= und Sportvereine— aufgelöst und ihre Räume versiegelt. Als neues Objekt für ihre Diebesgelüste haben die Polen dann das„Königin=Augusta=Krankenhaus“ in Putzig entdeckt, dessen Polonisierung sie frech und unverblümt fordern. Es wäre „höchste Zeit und gute Gelegenheit“, diese deutsche„Festung“ in Putzig in polnische Hände zu geben. Kriegsähnliche Flottenmanöver Japans. c Tokio, 24. Juli. Marineminister Yonai erklärte vor der Presse, daß die japanische Flotte demnächst große kriegsähnliche Flottenmanöver abhalten wird. Dabei werde ein kürzlich neu aufgestelltes Geschwader zum ersten Mal eingesetzt. Gegenüber dem japanisch=englischen Abkommen warnte er vor übertriebenem Optimismus. Japan müsse gegenüber der englischen Haltung in Ostasien äußerst wachsam sein. Besonders aufmerksam müßten die britischen Währungs= und Finanzoperationen und die englische Stellung in Mittel= und Südchina beobachtet werden. Weiterhin erklärte der Minister, daß die japanische Flotte fest entschlossen sei, die japanischen Oelund Kohlekonzessionen in Nordsachalin zu schützen. Für die Flotte handele es sich dabei um lebenswichtige Fragen. Abschließend sprach sich Yonai für eine starke Unterstützung der Friedensbemühungen des früheren chinesischen Außenministers Wangtschingwei aus. „England hat seine Rolle ausgespielt“ DNB Schanghai, 24. Juli. Die Schanghaier Zeitung„Schunpao“ schreibt im Zusammenhang mit der neuesten Entwicklung im Fernen Osten:„England darf sich nicht wundern, wenn man an seine Verträge nicht mehr glaubt, und wenn der Wert seiner Garantien, die es anscheinend so hochherzig ge### osteuropäischen Staaten gegeben hat, angezweifelt wirb, nachdem England im Fernen Osten ein erneutes Fsisziel, dafür gegeben hat, daß es andere Länder in ineinzieht und sie für seine Interessen kämpfen läßt, um sie, wenn sein Mut auf die Probe gestellt ist, fallenzulassen.“ Das Blatt erklärt weiter, England habe die Achtung in Europa be# verloren, in Ostasien gehe sein An#####n edenfalls zugrunde, und damit habe Großbritannien seine Rolle in der Welt ausgespielt. gen, ihre„Ueberlegenheit in Europa zu bewahren“, würden sie nicht nur nichts von dem großen Manöver des Reiches zu befürchten haben, sondern sie würden auch, Reiches zu befürchten haben, sondern sie würden auch, nachdem sie es zum Scheitern gebracht hatten, am allerbesten die weiter entfernt(d. h.doch in Ostasien!) liegenden Interessen wieder sicherstellen. Kammer, wo Katholiken und Sozialdemokraten in der Mehrheit sind, einen schweren Stand haben wird. „Erneute wesentliche Steigerung der Leistungen" Der englisch=französische Kuhhandel im Nahen Osten. Meldung Lutzes an den Führer. 9 Berlin, 24. Juli. Am Abschluß der Reichswettkämpfe der SA 1939 machte der Stabschef der SA an den Führer telegraphisch die folgende Meldung: „Vom Abschluß der diesjährigen Reichswettkämpfe der SA in Berlin, an denen 23.000 Führer und 11000 Wettkämpfer teilnahmen, melde ich eine erneute wesentliche Steigerung der Leistungen auf allen Gebieten. Gefestigt im Glauben an Sie und Ihre Idee, körperlich gestählt im Wehrkampf und zusammengeschweißt im alten SA=Geist, stehen Führer und Mann einsatzbereit als die alte Front der Idealisten.“ Eindrücke der Londoner Presse. 9 827 „England muß seine Aufrichtigkeit Zeigen“ Zurückhaltende Beurteilung der englischen Zugeständnisse in Tokio. # Tokio, 24. Juli. Der Gesamteindruck der Erklärung des japanischen Außenamtes über das Abkommen zwischen Außenminister Arita und Botschafter Craigie in der Presse und in den politischen Kreisen läßt erkennen, daß mit geringen Ausnahmen die Aufnahme bemerkenswert zurückhaltend t, Das Urteil lautet etwa dahingehend, daß die pratrlunger englischen Zugeunonisse, die nicht einmal als weitgehend genug bezeichnet werden, abgewartet werden müsse Dem Ausgang der Tientsin=Besprechungen komme daher eine um so größere Bedeutung zu, als Füsse“ s#sleine., Aufrichtigkeit zeigen wendigen arete“ Prugen, die bei der nunmnehr notogrenzung der Rechte neutraler Staaten gegegüber, vem kriegführenden Japan auftauchen müßten, zeigen, daß die eigentlichen Schwierigkeiten noch bevorständen. Bezeichnend für die kluge Zurückhaltung der japanischen Wehrmacht, so meizen vie politischen Kreise in Tokio, sei die Erklärung der Nordchina=Armee, die Blockade bis zum Enderfolg durch zuführen. „. Der britische Botschafter Craigie erklärte vor der jupanischen Presse ausbrualich, daß das Abkommen nicht etwa auf Tientsin oder Nordchina beschränkt, sondern auf ganz China, soweit es von japanischen Truppen besetzt sei, ausgedehnt werde, insbesondere auch auf Schanghai und Kulangsu. Craigie bemerkte weiter, daß die Ueberführung des bisherigen Zustandes hinsichtlich der Ausnahmerechte der Konzessionen in die neue Form gemeinsamer Kontrolle schwierig sein werde. DNB London, 24. Juli. Die Mitteilung, daß der britische Botschafter in Tokio und der japanische Außenminister sich über den„Hinterder bevorstehenden englisch=japanischen Verhandlungen geeinigt haben, hat selbstverständlich großes Interesse in der Londoner Presse ausgelöst. Die Zeitungen Kease hadone Kode ncie Sitil as haen die esganle schen Berichte mit Reserve aufnehmen soll. de V Berlin, 24. Juli. Im Außenpolitischen Amt hat heute der Austausch r Ratifikationsurkunden über den deutschestnischen und den deutsch=lettischen Nichtangriffspakt, die vor kurzem hier unterzeichnet worden sind, stattgefunden. Die Verträge sind damit in Kraft getreten. Colijus neues Kabinett. Englands Kückzug schmackhaft gemacht. DNB Den Haag, 24. Juli. Verschlagene Auslegung in der französischen Presse. DNB Paris, 24. Juli. Gi.25## mps“ ist der Ansicht, daß die bedeutenden Eingestanonisse Englands gegenüber Japan durch die internationalen Verhältnisse diktiert worden seien. Chamberlain habe zwar kürzlich unterstrichen, daß die englische politit burch keinen ausländischen Druck geändert werden dies schließe jedoch nicht aus, daß die englische RePosionen ändere, um sie den Verhältnissen und Bedürfnissen zur Wahrung der allgemeinen Interessen des Imperiums anzupassen. Um diesen Gedanken noch schmackhafter zu machen, erklärt das Blatt dann, Deutschland und Italien„verlören dadurch einen ihrer besten Trümpfe“. Auch das„Journal des Débats“ hält die handlungsweise Englands bei den Verhandlungen mit sargn P#äßlich für richtig. Es passe sich den veränderten Verhattnissen an, wie es dies auch im Nahen Osten getan habe. Natürlich bezahlten England und Frankreich den Preis für zwanzigjährige Verblendung(!) aber jetzt täten sie recht daran, sich an dem allgemeinen Ringen, koste es was es wolle, zu beteiligen. Jede Politik, die augenblicklich die Kraft Englands und Frankreichs zersptitterte, wäre vollkommen unsinnig. In Europa müsse Rosrechterbais. b.an Macht bewahren, um die aufrechlethaltung des Friedens durchzusetzen und, wenn wäre, den Sieg davon zu tragen. Wenn die Westmächte verstünden, so meint das Blatt verschlaVon gutunterrichteter Seite wird mitgeteilt, daß Dr. Colijn sein Fachkabinett wie folgt zusammengestellt hat: Ministerpräsident und allgemeine Angelegenheiten Dr. Colijn, Außenministerium: Patiin(wie bisher); Justizministerium: Staatsanwalt de Visser: Innenministerium: van Boeyen(wie bisher); Unterrichtsministerium: Professor Dr. Schrieke, Leiter der völkerkundlichen Abteilung im Amsterdamer Kolonial= institut; Finanzministerium: Bodenhausen, früher Vizepräsident des Rates für Niederländisch=Indien; Verteidigungsministerium: van Dijk(wie bisher); Verkehrsministerium: Lidth de Jeude(Verkehrsminister bis 1937); Wirtschaftsministerium: Professor ing. de Vooys, Vorsitzender des Wirtschaftsrates, Generaldirektor der Allgemeinde Kunstseideunion Aku; Sozialministerium: Damme, Generaldirektor der Staatsbetriebe für Post, Telephon und Telegraph; Kolonial= ministerium: van den Bussche(Vizepräsident des Rates für Niederländisch=Indien). Am Dienstag soll die Vereidigung der neuen Minister stattfinden, und am Abend will das Kabinett seine Regierungserklärung abgeben. Aus der Zusammensetzung des neuen Kabinetts ist ersichtlich, daß Colijn eine Fachregierung liberalistischer Prägung mit Ausschluß der Katholiken gebildet hat. Die katholische Presse richtet schon jetzt, ehe noch die amtliche Ministerliste veröffentlicht wurde, scharfe Angriffe gegen Colijn und sagt der neuen Regierung den schärfsten Kampf an. Auch die marxistische Presse wendet sich gegen Colijn und bezeichnet das neue Kabinett als Zwischenlösung. Es ist daher anzunehmen, daß die neue Regierung in der Rafft sich Frankreich zum Widerstand auf? DNB Damaskus, 24. Juli. . Der englisch=französische Kuhhandel über die Aufteilung bezw. Neugliederung Syriens, Transjordaniens und Palästinas ist syrischen Meldungen zufolge, anscheinend ins Stocken geraten, da sich in französischen Kreisen angeblich ein starker Argwohn gegen englischen Freund und dessen wahre Absichten im Nahen Osten bemerkbar macht. Man ist sich anscheinend darüber klar geworden, daß Frankreich auch bei den neuen Plänen wie bisher zugunsten Englands die Rechnung bezahlen müßte. Unter diesen Umständen wird die gepiante Ausrufung einer Monarchie unter dem englandhörigen Emir Abdallah, die Syrien und Transjordanien umfassen sollte, für Frankreich als nicht mehr diskutabel" bezeichnet. Frankreich fürchtet offenbar, daß große Schwierigkeiten und unabsehbare Folgen eintreten könnten, wenn Abdallah, der Erbfeind des im Nahen Osten besonders einflußreichen Herrschers Ibn Saud, König des neuen Staatsgebildes würde. Andererseits verlautet, Meldungen aus dem Drusengebiet zufolge, daß einige Gebietsteile des Diebel Drus, also des augenblicklich unter französischer Mandatsherrschaft stehenden autonomen Gebietes, an Transjordanien abgetreten werden sollen. Dieser neue Schacher wird schamhaft als eine„Grenzberichtigung“ bezeichnet. Eingeweihte Kreise geben jedoch zu, daß dieser saubere Plan auf eine Forderung Englands zurückgeht, das dem Emir Abdallah auf Kosten Frankeeichs einen Gefallen erweisen möchte. Uebrigens treffen Meldungen aus Transjordanien ein, die von Befestigungsarbeiten in den Militärlagern der transjordanischen Armee und besonderen Maßnahmen auf den Militärflugplätzen sprechen. Außerdem erwartet man in Transfordanien das Eintreffen von englischen Militärflugzeugen. Das Ziel des Sandschakschachers. & London, 24. Juli. „Daily Telegraph“ weiß zu berichten, eine britische Sachverständigenkommission werde sich in Alexandrette begeben, um dort Pläne für die Modernisierung des Hafens und den Baueines Flotten= und Luftstützpunktes auszuarbeiten. Silberschmuggel eines britischen Dampfers. DNB Tientsin, 24. Juli. Beamte der chinesischen Seezollbehörde in Tientsin beschlagnahmten an Bord des britischen Dampfers „Hsiangho“ von der Jardine Matheson Company am Sonnabendnachmittag 27 Tons Silberbarren die von einer chinesischen Firma aus der französischen Konzession geschmuggelt worden waren. Der englische Kapitän widersetzte sich zuerst der Durchsuchung. Japanischen Berichten zufolge stand der genannte Dampfer bereits einem Monat im Verdacht, Botschaften und Agenten der Tschungking=Beyorden zu befördern. Nr. 171 Am 2. 6. 1939 haben zwei Soldaten der polnischen Militärgendarmerie, ausgerüstet mit Gewehren, sich auf den Bahnkörper bei Steinfließ gestellt. Einer dieser Soldaten bedrohte einen Danziger Zollbeamten dadurch, daß er sein Gewehr in Anschlag brachte und in dieser Stellung zwei bis drei Minuten verharrte. 6. 1939 haben polnische Soldaten aus einem Transitzug ver den Danziger Hauptbahnhof passierte, Gewehre auf die auf dem Bahnsteig stehenden Danziger Zollbeamten angelegt. Am 25. 6. 1939 wurden Danziger Staatsangehörige von einem durchfahrenden Zuge auf dem Bahnhof in Hohenstein dadurch bedroht, daß ein polnischer Soldat aus dem offenen Fenster des Zuges sein Gewehr anlegte. Am 10. 7. 1939 überschritten ein polnischer Unteroffizier und ein Brückenwärter die Grenze bei Liessau und begaben sich etwa 30 Meter auf Danziger Gebiet. Als ein Danziger Zollbeamter sie anrief und aufforderte, auf polnisches Gebiet zurückzugehen, legte einer von beiden knieend sein Gewehr auf den Danziger Grenzbeamten an. S61 Wir können ur Verhältnisse wahr ling, Sommer, Hei dem„tropische Hit heiligen besuchen Stipppisite nicht n bringen uns fast nötigen Wärmegr Und dann ist Gurkenzeit". Das heißt, eige Lexikon steht, fals nicht um eine Gr süßen Gurkenzeit fach um die Zeit sauren Gurken der schrieben werden sauer, die Zeit iste Sinne der Bezeich Und doch hat sauren Gurken ab Saures, Unangene so,— heute nur n. nate Juli und Aus mann sehr ruhig: Eir Nein, nur eine besteckt. Auch großer Hitze a1 brachten. Und für prägte der schlagfert naheliegende Bezeich Im 19. Jahrhun frischend kühlen Nai Geschäftslosigkeit— geschah nichts Aufre Und beides, som tische Stille, fand se Zeitungen, denen de gewisse Stagnation, war oft gleichbeder weghelfen mußte. Wie das geschah besonders schönes P heuer im Loch Neß! tionshungriger Blät stellte die berühmte obendrein noch den Ueberst In der Nac ein Volksgenosse weg zwischen straße in Wit 6.— RM berat zuvor einige A der Bahnhofstra Gespräch gekomi nach einer offen solchen hat der geführt. Beschreibung 1,65 bis 1,68 M kelblonde Haare Jacke, dunkle St Kragen und far Wer kennt beobachtet. We dem Ueberfall traulich behand polizei in Witte stelle entgegenge Keine Pilz Pilzvergift leichtsinnig Pi stei bekannt gische Institut (Landesstelle Zarmstadt hal hulung für al ihrerseits wiel 177 Ttleller Bols=Telluug Dtenstag, 25. Juli 1939 der polnischen Miehren, sich auf den iner dieser Soldanten dadurch, daß nd in dieser Stelldaten aus einem nhof passierte, Geehenden Danziger Staatsangehörige dem Bahnhof in nischer Soldat aus wehr anlegte. lnischer Unteroffie bei Liessau und iger Gebiet. Als und aufforderte, zte einer von beiiziger Grenzbeamn handelt es sich im übrigen von Untersuchung unrechtfertigte onen von polniein polnischer lhilfsbeamten erden Danziger BeLaffe in Deckung also zum ersten i, die Grenzsichervokation erhalten. dolnischer Awbörsen. anzig, 24. Juli. polnischen Wehres polnischen Maziger Hafen zur ten auf der Weineboot traf beim Danziger Polizeimpolnischen inen beworLerrors. nerhalb sechs chau, 24. Juli. nd allein in Lodz gsmaßnahmen— 1t— 920 deutsche geschlossen worn. gleichen Vernichrganisationen in tvereine— aufIs neues Objekt dann das„Köentdeckt, dessen ordern. Es wäre ese deutsche„Fegeben. nokraten in der ben wird. Zuhhandel stand auf? skus, 24. Juli. hhandel über riens, Transjorldungen zufolge, in französischen wohn gegen ssen wahre bar macht. geworden, daß ie bisher zugunzte. Unter diesen ifung einer Emir Abdalumfassen sollte, tbel" bezeichnet. Schwierig= gen eintreten des im Nahen Ihn Saud, Köis dem Drusenle des Dieter französischer Gebietes, an 1. Dieser neue enzberichtigung“ jedoch zu, daß g Englands Kosten Frankisjordanien ein, n den Milichen Armee ilitärflugplätzen Transfordanien geigen ers. n, 24. Juli. ine britische werde sich in im dort Pläne n Baueines auszuarbeiten. itischen n, 24. Juli. e in Tientsin sen Dampfers Company am barren, die nzösischen Konenglische Kapig. Japanischen ampfer bereits i und Agenten Saure Surkenzeit. :: Witten, 25. Juli. „ Wix, können uns hinsichtlich unserer meteorologischen Verhautnisse wahrscheinlich nicht beklagen. Außer Frühling, Sommer, Herbst und Winter haben wir noch, je nachdem„tropische Hitze“ oder„sibirische Kälte“. die drei Eisheiligen besuchen uns, die„kalte Sophie“ läßt sich eine Stipppisite nicht nehmen, die Hundstage beehren uns und bringen uns fast zum Kochen vor Wut unter so viel unnötigen Wärmegraden, wie sie uns„schenken“. Und dann ist da noch die viel gepriesene„Saure Gurkenzeit". Das heißt, eigentlich ist der Name so, wie er auch im Lexikon steht, falsch geschrieben. Denn es handelt sich nicht um eine Gurkenzeit, die im Gegensatz zu einer süßen Guxkenzeit sauer ist, sondern ganz schlicht und einfach um die Zeit der sauren Gurken, der ersten, neuen sauren Gurken des Jahres. Es müßte also richtiger geschrieben werden„Sauregurken=Zeit!“ Die Gurken sind sauer, die Zeit ist es nicht. Wenigstens nicht im genauesten Sinne der Bezeichnung. Und doch hat gerade die Zeit der Herstellung der sauren Gurken aber doch für manche Gebiete etwas Saures, Unangenehmes an sich. Nämlich früher war es so,— heute nur noch in bedingtem Maße— daß die Monate Juli und August für den Kaufmann und Geschäftsmann sehr ruhig und still verliefen, also wenig Gewinn Etttett allb=Elngebuug Die Sechltk hihr Velll Sullert Ein neuer Kaktus? Nein, nur eine saure Gurke mit Gewürznelken besteckt. Auch ein Symbol des Einflusses übergroßer Hitze auf die Menschheit!(Weltbild.) brachten. Und für diese geschäftlich lustlosen Wochen prägte der schlagfertige Berliner im 18. Jahrhundert die naheliegende Bezeichnung„Saure Gurkenzeit". Im 19. Jahrhundert übertrug man diesen schönen erfrischend kühlen Namen weiter auf die Zeit der politischen Geschäftslosigkeit— die Parlamente hatten Ferien— es geschah nichts Aufregendes. Und beides, sowohl die kaufmännnische wie die politische Stille, fand seinen markantesten Niederschlag in den Zeitungen, denen der Stoff ausging. Also auch hier eine gewisse Stagnation, über die blühende Phantasie, und das war oft gleichbedeutend mit„Blühendem Unsinn". hinweghelfen mußte. Wie das geschah, davon haben wir in letzter Zeit ein besonders schönes Beispiel gehabt: das sagenhafte Ungeheuer im Loch Neß! Es kam den Schriftleitungen sensationshungriger Blätter als Helfer in der höchsten Not, stellte die berühmte Seeschlange kalt— und kurbelte obendrein noch den Fremdenverkehr gewaltig an. Ueberfallen und beraubt. + Witten, 25. Juli. In der Nacht zum 21. Juli, gegen 3.15 Uhr, wurde ein Volksgenosse aus Witten auf dem Verbindungsweg zwischen der Herbeder= und Steinhauserstraße in Witten von einem Mann überfallen und um RM beraubt. Der Ueberfallene hatte, nachdem er zuvor einige Wirtschaften besucht hatte, den Täter auf der Bahnhofstraße in Witten getroffen, war mit ihm ins Gespräch gekommen und beide gingen dann auf die Suche nach einer offenen Wirtschaft. Bei der Suche nach einer solchen hat der Unbekannte dann den Ueberfall ausgeführt. Beschreibung des Täters: Etwa 28 Jahre alt, 1,65 bis 1,68 Meter groß, untersetzt, volles Gesicht, dunkelblonde Haare. Er trug hellgraue Schirmmütze, dunkle Jacke, dunkle Sporthose, buntfarbiges Hemd mit gleichem Kragen und farbigem Binder. Wer kennt den Täter oder wer hat den Ueberfall beobachtet. Wer kann sonst sachdienliche Angaben zu dem Ueberfall machen? Angaben, die auf Wunsch verkkaulich behandelt werden, werden von der Kriminalpolizei in Witten oder von jeder anderen Polizeidienststelle entgegengenommen. Keine Pilzvergiftungen mehr. + Witten, 25. Juli. „„Lilzvergiftungen entstehen nur durch Leichtsinn. Wer „cchisiünig Pilze ist, deren Genußwert ihm nicht einwandstei bekannt ist, handelt unverantwortlich. Das MykoloInstitut der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde LLandesstelle für Pilz= und Hausschwammberatung) in varmstadt hat der Reichsarbeitsgemeinschaft SchadenverZtung für alle deutschen Gaue Pilzberater ernannt, die chkerseits wieder in Verbindung stehen mit Pilzkundigen Elektrifizierung und Schleppereinsatz im Vordergrund. Das Reichskuratorium für Technik in der Landwirtschaft(RKTL.) legt soeben seinen 11. Tätigkeitsbericht für 1933 vor. Diesem Bericht kommt nicht nur angesichts der gerade jetzt dringend notwendigen„Technisierung“ der Landwirtschaft im Hinblick auf die Landflucht besondere Aktualität zu, sonder auch aus dem Grunde, weil die Stellung des RKTL. inzwischen insofern eine Aenderung erfahren hat, als es durch die Uebertragung der Rolle des Kontingentsträgers neben seinen früheren Hauptaufgaben der Entwicklung und Forschung mit der Verantwortung für den Einsatz der wichtigen Rohstoffe, wie Eisen, Holz usw., nun auch folgemäßig in gewissem Sinn die Verantwortung für die Zielsetzung der Technik in der Landwirtschaft übernommen hat. Zwei Hauptziele hat der Einsatz der Technik in der Landwirtschaft anzustreben. Erstens, die Erleichterung der Arbeit des Bauern und zweitens darüber hinaus möglichst eine weitere Intensivierung der Arbeit zur Hebung der Wirtschaftlichkeit der Betriebe. Unter keinen Umständen aber kann es das Ziel der Technisierung der Landwirtschaft sein, Menschen freizusetzen. Selbstverständlich wird durch den stärkeren Einsatz von Maschinen menschliche Arbeit eingespart. Das ist aber angesichts der gegenwärtigen Ueberlastung der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft einfach eine Notwendigkeit, um die bisherigen Leistungen der Landwirtschaft zu halten. Weiter gibt es in der Landwirtschaft selbst für wirklich freiwerdende Arbeitskräfte an anderer Stelle Verwendungsmöglichkeiten in Hülle und Fülle. Auf Grund dieser Zielsetzung müssen beispielsweise auch alle„Maschinenspielereien“ abgelehnt werden, wie sie hier und zu beobachten sind. So kann die Entwicklung von Maschinen für Arbeiten, die in der stillen Zeit der Landwirtschaft liegen, unter den heutigen Umständen nur als Spielerei bewertet werden. Stärkste Konzentration auf den notwendigsten und wirksamsten Einsatz heißt die Parole. An der Stelle steht da der verstärkte Schleppereinsatz. Mit der Entwicklung des gummibereiften Schleppers, der im Gegensatz zum früheren eisenbereiften Schlepper, in der Lage ist, das Pferd und die Kuh auch als Zugkraft in jeder Verwendungsart zu ersetzen, ist der Schlepper für den Kleinbetrieb voll einsatzfähig geworden. Man rechnet unter den gegenwärtigen Umständen mit der Möglichkeit des Einsatzes von rund 600 000 Schleppern. Was auf diesem Gebiet schon geleistet worden ist, geht daraus hervor, daß im vergangenen Jahre allein soviel Schlepper erzeugt wurden, wie bis zum 1. Januar 1937 überhaupt vorhanden waren. Zurzeit dürften etwa 70 bis 80 000 Schlepper, in der deutschen Landwirtschaft in Tätigkeit stehen. Bei etwa zehnjähriger Lebensdauer eines Schleppers bedingt die Erreichung des gekennzeichneten Zieles von 600 000 Schleppern eine jährliche Normalproduktion von etwa 60 000 Stück für das Inland. Nachdem nunmehr auch die Typenbeschränkung im Schlepperbau, die hier besondere Schwierigkeiten machte, weil alles noch in der Entwicklung ist, zum Abschluß gelangt ist, darf man hoffen, daß die Industrie zu einem allen Ansprüchen genügenden serienmäßigen Bau gelangen wird. Hand in Hand mit dem verstärkten Schleppereinsatz muß eine weitere Entwicklung der Anhängergeräte, besonders auch für Kleinbetrieb, gehen. Unbedingt verstärkt werden muß auch der Einsatz gummibereifter Ackerwagen. Dem Außenstehenden mag es etwas merkwürdig erscheinen, daß man der Tatsache ob ein Wagen Gummireifen oder Eisenreifen hat, so große Bedeutung zumißt. In Wirklichkeit hat aber der gummibereifte Ackerwagen sozusagen die Bedeutung einer kleinen Revolution für die Landwirtschaft. Man muß bedenken, wie viele Wege der Bauer bei der Bestellung und der Ernte bewältigen muß. Hat man doch die Landwirtschaft nicht mit Unrecht als ein „Transportgewerbe wider Willen“ bezeichnet. Angesichts dieser großen Transportleistungen macht aber eine Zugund Arbeitsersparnis, insgesamt gerechnet wie für den einzelnen Betrieb, außerordentlich viel aus. Ja, der gummibereifte Ackerwagen ist vielleicht vielfach notwendiger als der Schlepper. Ein drittes Haupteinsatzgebiet ist die Entwicklung von Vielfach geräten für Pflege und Ernte der Hackfrüchte. Man vergegenwärtige sich einmal: Deutschland braucht mehr Fett. Das ist der dringendste Mangel in unserer Ernährungslage. Mehr Fett bedeutet aber mehr Milch und mehr Schweine, wenn man von dem Oelfruchtanbau einmal absieht. Mehr Milch und mehr Schweine heißt aber andererseits wieder mehr Futter, und wenn man dann weiter bedenkt, daß der Getreidebau rund 1600 Kilogramm Ertrag je Hektar erbringt, die Kartoffel dagegen 3000 Kilogramm, die Futterrübe rund 3300 und die Zuckerrübe(ohne Blatt) sogar etwa 4900 Kilogramm, dann ist die von dem Beauftragten für den Vierjahresplan aufgestellte Forderung nach verstärktem Hackfruchtanbau in ihrer ganzen volkswirtschaftlichen Bedeutung wohl deutlich. Der Hackfruchtanbau stellt aber nun sowohl in der Pflege, wie in der Ernte besonders hohe Anforderungen an die menschliche Arbeitskraft. Unter den gegenwärtigen Arbeitsverhältnissen ist diese Forderung nur durch verstärkten Einsatz maschineller Geräte zu erfüllen. Hier liegen die Dinge nun so, daß zwei der Aufgaben befriedigend gelöst worden sind. Die Vielfachgeräte für die Kartoffeln sind soweit durchkonstruiert, daß bei der Bestellung und Pflege der Kartoffeln keine unüberwindbaren Arbeitsspitzen mehr auftreten. Die Handarbeit ist dabei fast vollständig durch Gespannarbeit ersetzt. Dagegen sind die für die Kartoffelernte entwickelten Geräte noch nicht vollbefriedigend. ist es bei der Rübe. Die Zuckerrübenernte ist nach dem„Pommritzer Ernteverfahren“ ohne erheblichen Aufwand an Handarbeit zu bewältigen. Dagegen war es bisher noch nicht möglich, die menschliche Arbeit in der Pflege der Rübe(Versetzen, Verziehen und Hacken) auch nur einigermaßen vollwertig durch maschinelle Geräte zu ersetzen. Erfolgversprechende Entwicklungsarbeiten sind indessen im Gange. Als Aufgabe allergrößten Ausmaßes wird weiter die Elektrifizierung von Haus, Hof und Stall sowie die Wasserversorgung jedes einzelnen Bauernhofes bezeichnet. Diese Technisierung ist vor allem berufen, der Ueberlastung der Landfrau ein Ende zu machen Ihr muß in entsprechenden Geräten für Haus und Stall die elektrische Energie als Helferin zur Seite treten. Seit 1933 ist im Wege der Gruppenwasserversorgung dieses Ziel bereits für 2 Millionen Menschen neu erreicht worden. Das genügt aber bei weitem noch nicht. Es muß darüber hinaus Hand in Hand mit der Elektrifizierung auch die Einzelwasserversorgung für jeden Hof erreicht werden. In der Elektrifizierung und im verstärkten Schleppereinsatz ist die stärkste Konzentration des Einsatzes der Technik in der Landwirtschaft erforderlich, sind doch gerade diese Aufgaben am ehesten geeignet, dazu beizutragen, daß die Menschen auf dem Lande es leichter haben und daß sie daher widerstandsfähiger sind gegen die Verlockungen der Stadt. Auch auf dem Lande gekehrt. Das wird stets oberster Richtsatz bleiben. P. B. ner Dokumente über bäuerliche Höfe und ihre Inhaber brauchen die Staatsarchive deshalb nicht zu denken, da die Entwürfe für die Urkunden vielfach in den behördlichen Akten der Archive enthalten sind. Im allgemeinen sollen die bäuerlichen Urkunden und Archivalien auf den Höfen bleiben und auch nicht in nichtstaatliche landschaftliche Archive oder Heimatmuseen gebracht werden. Besonders ist bei einem Besitzwechsel oder auch bei Entrümpelungsmaßnahmen auf die vorhandenen Urkunden und Archivalien zu achten. Sie können dabei leicht abhanden kommen oder vernichtet werden. Bei den Bestrebungen, die Urkunden und Archivalien sicherzustellen, halfen und beraten die Kreisbauernschaften. Die Archivpfleger sollen also in der Hauptsache die einzelnen Bauern beraten, Fotokopien vermitteln und die wertvollen Urkunden aufzeichnen. Diese Urkunden und Archivalien selbst gehören an einen sicheren und würdigen Ort im Hause des Bauern. Am kommenden Sonntag wieder zwei KdF.=Wanderungen! + Witten, 25. Juli. In die Großholthauser Mark. Tageswanderung. Treffpunkt um 7,30 Uhr am Stadtgarten an der Ruhrstraße. Wanderstrecke: Kermelbachtal — Buchenholz— Ende—. Rombergs=Holz— Großholthauser Mark. Rückfahrt von Löttringhausen. Verpflegung mitnehmen. Die Wanderung wird durchgeführt bei Wanderwetter 1—3. Haltern— Vorkenberge— Westruper Heide! Treffpunkt um 6,45 Uhr am Bahnhof Witten=West. Preis bei Sonntagskarte 2,70 RM, bei einer Beteiligung von 30 Volksgenossen 2.— RM. Die Wanderung wird durchgeführt nur bei Wanderwetter 1 oder 2. Anmeldung nicht notwendig. Der 100. Sieg des Ruder=Clubs Witten. Auf der 1. reichsoffenen Gebietsregatta der HitlerJugend in Düsseldorf, am 23. Juli 1939, erkämpfte die Leichtgewichtsmannschaft der Jugendriege des RuderClubs=Witten den ersten Platz im leichten Anfängervierer. Dies ist der 100. Sieg des Clubs. Es ist beachtenswert, daß gerade die Jugendriege diesen Sieg errang. Die Mannschaft mußte ihre letzten Kräfte und die gesamte Technik daran setzen, um diese Rennen, an dem die Jugendriegen bekannter westdeutscher Vereine teilnahmen, siegreich zu beenden. Dieser Sieg beweist, daß das Jugendrudern im Wittener Ruderclub eine besondere Pflege erfährt. Die Jugendriege ist seit August 1938 ein Bestandteil des Clubs und besteht fast ausschließlich aus Mitgliedern des ehem. Schüler=Ruder=Vereins, der durch seine sportlichen Erfolge bekannt war. Leider entspricht das Bootsmaterial der Jugendriege nicht mehr ganz den Anforderungen der Rennen. Es sind jedoch Bestrebungen im Gange, diesem Uebel zu steuern. Am 30. Juli wird ein neuer Doppelzweier der Jugendriege des R.C.W. auf den Namen eines seiner verdienstvollen Förderer getauft. Wittener S3.=Schwimmer erfolgreich! Horn und Schefers vom Schwimmverein Witten 09 in Werl. ihres Gaugebiets. In Hessen hat seit vielen Jahren jeder Kreis und jede größere Gemeinde einen sachkundigen Pilzberater. In Sachsen hat die Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde genau so vorbildliche Beratungsstellen geschaffen. Jeder Pilzsammler hat also die Möglichkeit, sich an die nächstgelegene Pilzberatungsstelle zu wenden. Wenn diese Beratungsstelle nicht schnell genug erreicht werden kann, empfiehlt sich die Einsendung der zu untersuchenden Pilzart als Warenprobe. Wer ohne genügende Sachkenntnis und ohne entsprechende Beratung Pilze zum Genuß verwendet oder verwenden läßt, begeht Verbrechen an der Volksgemeinschaft. Schützt die heimatliche Pflanzenwelt! + Witten, 25. Juli. Ein Sträußchen am Hute des Wandersmannes, das aber, wenn kann sehr nett aussehen. Weniger schön ist es aber Ausflügler oder Wanderer mit großen Sträußen in ihr Heim zurückkehren, die sie draußen in Wald und Flur ohne viel Ueberlegung zusammengerafft haben. Auch hier gilt das Wort vom Gemeinnutz, der vor Eigennutz geht. Vor allem jetzt, zum Beginn der Ferien und zu einer Zeit, die uns die schönsten Blumen und Pflanzen beschert, ist es deshalb notwendig, doch einmal an diese Dinge zu errinnern, denn in Ferienlaune und=übermut wird gern auch in dieser Beziehung gesündigt. Es sei hier nicht gleich an das böswillige und zwecklose Niederschlagen von Blumenbeständen, Stauden oder Uferpflanzen gedacht. Es genügt ja schon das unüberlegte Pflücken von schnellwelkenden Pflanzenarten, Buschwindröschen, die übrigens naturgeschützt sind, usw. Wie oft sieht man dann, daß diese nachdem sie unansehnlich geworden sind, achtlos an den Wegrand geworfen werden. Wieviel Schaden ist schon durch übermäßiges Ab= und Herausreißen von wildwachsenden Blumen und Farnen angerichtet worden! Früher überall zu findende Gewächse sind auf diese Weise jetzt zu Seltenheiten geworden. Wo die Einsicht fehlt, muß das Gesetz mit Strafbestimmungen nachhelfen, und Unkenntnis des Gesetzes schützt nicht vor Strafe. Darum sei noch einmal darauf hingewiesen, daß 24 Pflanzenarten im ganzen Deutschen Reich vollkommen und neun teilweise geschützt sind. Dazu gehören vor allem in dieser Jahreszeit: Straußfarn, Königsfarn, Federgras, Türkenbund, das große Buschwindröschen, Akelei, die weiße Seerose, Seidelbast, der gelbe Fingerhut und alle Rosetten tragende Steinbrecharten(Saxifragra). Jeder sollte sich wenigstens diese Namen einprägen und die Schutzvorschriften beachten, denn dies ist doch schließlich einfacher, als später eine Geld= oder Haftstrafe in Kauf nehmen zu müssen. Platzmusik. Witten, 25. Juli. Bei gutem Wetter findet heute Dienstag, 25. Juli, um 19.30 Uhr, auf dem Adolf=Hitler=Platz Platzmusik der Städtischen Kapelle statt. Achtet auf die bäuerlichen Urkunden und Archivalien! + Witten, 25. Juli. Der s 8 des Reichserbhofgesetzes vom 29. September 1933 besagt, daß zum Hofzubehör auch die auf den Hof bezüglichen Urkunden, aus früheren Geschlechterfolgen stammende Familienbriefe, ferner Bilder mit Erinnerungswert, Geweihe und ähnliche auf den Hof und die darauf seßhafte Bauernfamilie bezügliche Erinnerungsstücke gehoren. Diese Urkunden und Archivalien sind für die Aufstellung der Familien= und Hofgeschichten und für den Nachweis der Alteingesessenheit unerläßlich. Sie stärken den Sippengedanken. Alle Angehörigen des Geschlechtes, die irgendwie mit den Urkunden und Archivalien in Berührung stehen, fühlen die gemeinsamen Bande des Blutes und die Verpflichtung, in Zeiten der Not und der Freude zueinander zu halten. Die Urkunden und Archivalien dürfen daher auch nicht in irgendeiner beliebigen Ecke der Wohnung aufbewahrt werden, sondern gehören in eine ehrwürdige Truhe oder in einen Ahnenschrein an einem Ehrenplatz in der Wohnung, wo sie vor Verlust zu schützen sind. Wenn Urkunden aus ihrer unmittelbaren Verbundenheit mit dem Hof und der Sippe herausgelöst werden, dann sollten wenigstens Abschriften oder Fotokopien auf dem Hofe bleiben. Die Verwaltungen der staatlichen Archive sind gern bereit, bei der Erhaltung der urkundlichen Schätze mit zu helfen. Sie können auch die Fotokopierung der Urkunden vornehmen. Diese erfordert nur geringe Kosten, zumal für derartige Vervielfältigungen die niedrigsten Sätze berechnet werden. Die Uebernahme der bäuerlichen Urkunden und Archivalien in die Staatsarchive ist nur dann anzustreben, wenn es sich um schriftliche Quellen handelt, die einen geschichtlichen Wert für die Allgemeinheit darstellen oder die am Orte ihrer bisherigen Aufbewahrung gefährdet erscheinen. Die Staatsarchive haben nur Interesse, wenn sich etwa auf einem alten Hofe reichhaltiges Material findet, aus dem wichtige Zeugnisse für die Geschichte des Besitztums und der ländlichen oder sozialen Verhältnisse entnommen werden könnten. An die Sammlung einzelSamstag und Sonntag fanden in Werl die gebietsoffenen Prüfungskämpfe der HJ. im Werler Quellbad statt. Der Schwimmverein Witten 09 hatte seine beiden Bessstrgat....— Schefers mit der Vertretung Horn belegte im Brustschwimmen über 100 Meter den 2. Platz mit 1:25.5 Minuten hinter Gehring(Niedersachsen Münster). In diesem Wettkampf schwamm Horn erstmalig in Klasse 1 und errang einen schönen und achtbaren Erfolg. Der andauernde Regen und die frische Luft verminderten die Wassertemperatur, und somit wurden auch keine besonderen Freiwasserzeiten geschwommen. Herbert Horn schwamm am Sonntag über 200 Meter Brust mit der Zeit von 3:16,4 Minuten einen weiteren Sieg, und zwar belegte er den 1. Platz. Er ist noch für eine bedeutend bessere Zeit gut doch sind die oben erwähnten Umstände mit in Betracht zu ziehen. Erfreulich schlug sich der Nachwuchsschwimmer Karl Schefers, der über 100 Meter Rücken überhaupt sein erstes Rennen schwamm und in Ermangelung einer Klasse 3 gleich auf die schon erprobten Kameraden der Klasse 2 traf. Mit der Zeit von 1:36 Minuten wurde er auf den 4. Platz gesetzt. Für den Anfang nicht schlecht, und wenn er weiter den nun einmal beschrittenen Weg geht, dann wird auch er seine Zeit noch viel verbessern können, denn eine gute Veranlagung bringt er mit, nur fehlen ihm noch Technik und Erfahrung. Außer Konkurrenz schwamm noch Oskar Rüßler vom Schwimm=Club, der von seinem Verein nicht gemeldet wurde und somit keine Startberechtigung hatte. Er schwamm über 400 Meter Kraul mit 5:42:2 Minuten eine wesentlich bessere Zeit als der offizielle Sieger Wollschläger, Münster, mit 5:51 Minuten. Im übrigen hätte er in verschiedenen anderen Rennen mit zu den ersten gehört, wenn seine Meldung zeitig erfolgt wäre. Zug fuhr auf Langholz=Anhänger. ot Vigge, 24. Juli. An dem unbewachten Bahnübergang an der Straße zwischen Nuttlar und Bigge hatte sich am Samstagvormittag ein Langholz=Anhänger festgefahren und konnte trotz angestrengter Arbeit mit schweren Winden nicht wieder flottgemacht werden, bevor der planmäßige Zug die an dieser Stelle unübersichtliche Strecke passierte. Mit lautem Getöse fuhr der Zug in das Langholz hinein, welches durch die Wucht des Anpralls wie Streichhölzer zerbrach und zur Seite geschleudert wurde. Der Material= schaden ist für den Fuhrunternehmer ganz erheblich. Der Zug konnte mit einigen zersplitterten Fensterscheiben und einer halben Stunde Verspätung seine Fahrt fortsetzen. Als ein glücklicher Zufall kann es angesehen werden, daß bei diesem Zusammenstoß kein Menschenleben zu Schaden gekommen ist. * nz Betzdorf, 24. Juli. Kartoffelkäserlarven gefunden. In den Fluren am Bühö und in der Oehndorf wurden bei einer Schulaktion der Schulkinder mehrere Kartoffelkäferlarven gefunden. Die erforderlichen Abwehrmaßnahmen sind sofort eingeleitet worden. Am Samstag war auch der Kartoffelkäferabwehrdienst zur Stelle, um den Gefahrenherd zu vernichten. SSTEH S SitiWege S Gurand * Boit=ttut, und Ertk. Kühles und regnerisches Wetter. Wetterbericht der Reichswetterdienststelle Essen. :: Essen, 24. Juli. Die Großwetterlage hat seit Sonntag keine Umgestaltung erfahren. Das trockene und warme Wetter wurde durch kühle Schauertätigkeit abgelöst. Die Tiefdrucktätigkeit ist wieder aufgelebt, sodaß kühle und feuchte Meeresluftmassen aus West und Nordwest in Niederschlägen zu uns gelangen. Voraussagen für Dienstag: Stärker bewölkt, Niederschlagsfrei. Bei Winden um West ziemlich kühl.— Voraussagen für Mittwoch und wahrscheinliche Weiterentwicklung: Keine Aenderung des stark bewölkten zu Niederschlägen neigenden Wetters. Autobus stürzte in die Lenne. + Letmathe, 24. Juli. Der Fahrer eines Autobusses der Westfälischen Kleinbahn verlor in der kurvenreichen Altenaer Straße die Gewalt über den Wagen, der ins Schleudern geriet, einen Eisenzaun umriß und die steile, zur Lenne führende Böschung hinabstürzte, wobei der schwere Wagen sich noch zweimal überschlug. Zum Glück befanden sich keine Fahrgäste in dem Wagen, sonst wäre das Unglück garnicht auszudenken gewesen. Der Fahrer selbst kam wie durch ein Wunder mit dem Schrecken davon. Gefährliche Kletterpartie. 0 Hattingen, 24. Juli. In der Nähe der Jugendherberge Welper bei Hattingen ereignete sich am Sonntag ein bedauerlicher Unglücksfall, dem ein 13jähriger Schüler zum Opfer fiel. Trotz sichtbar angebrachter Warnungstafeln kletterten einige Schüler in den Felsen des Gemeindewaldes herum. Der 13 Jahre alte Heinz Adler aus Essen stürzte plötzlich ab. Dabei erlitt er einen Schädelbruch; er starb kurze Zeit nach der Einlieferung ins Hattinger Krankenhaus. Blitz setzt Bauernhof in Brand. + Liesborn, 24. Juli. In Liesborn schlug während eines Gewitters der Blitz in das Wohnhaus des Bauern Theodor Hagedorn in Hentrup. Trotzdem die Wehren aus Liesborn und Wadersloh und eine Reichsarbeitsdienstabteilung sofort angerückt waren, brannte das Haus völlig nieder. Bei den Rettungsarbeiten kam der Schweizer des Bauern Schulze(Hentrup) zu Tode. Er wurde von einer herabstürzenden Giebelwand getroffen und erlag im Krankenhause zu Lippstadt den erlittenen schweren Verletzungen. Schatzsee von Steinhagen. Eine tragikomische Begebenheit. 0 Steinhagen(Westf.), 24. Juli. Der Mühlenbesitzer von Steinhagen hätte sich wohl nie träumen lassen, daß ein stiller Mühlenteich einmal zu einem„Schatzsee“ werden und die rege Aufmerksamkeit der Bevölkerung der näheren und weiteren Umgebung auf sich ziehen würde. Die Geschichte, die dazu führte, entbehrt eines tragikomischen Einschlags nicht. Einige junge Burschen hatten dem Getränk. dem Steinhagen seine Bedeutung verdankt, übermäßig zugesprochen und wollten sich nun ihren erhitzten Kopf etwas abkühlen. Dazu schien ihnen der Mühlenteich als besonders geeignet. Die fehlenden Badehosen ersetzte man dadurch, daß man die Unterhosen anbehielt. Einer der jungen Leute, der einen größeren Geldbetrag in Silber bei sich trug, war besorgt, das Geld in den Kleidertaschen zu lassen und knüpfte sich deshalb die Silberlinge in die Unterhose. Der Schnaps war ihm aber doch etwas zu sehr in den Kopf gestiegen, denn offenbar vergaß er schnell, daß er einen Schatz mit sich herumtrug, und so merkte er auch nicht, wie sich beim Baden der Bindfaden löste und die Geldstücke auf den Boden sanken. Erst später merkte er den Verlust, und nun war guter Rat teuer, denn 120 Mark in Silberstücken aus dem Mühlenteich herauszufischen, war keine Kleinigkeit. Man setzte sich deshalb mit dem Mühlenbesitzer in Verbindung, der auch die Freundlichkeit hatte, am nächsten Tage den Mühlenteich abzulassen. Aber nun zeigte sich vollends, wie unmöglich es war, das Geld wiederzufinden, denn der Unglucksrabe sah sich bis zu den Knien im Morast und trotz ausgiebiger Buddelei war kein Geldstück zu finden. Der Mühlenteich hatte den Schatz mit Beschlag belegt und führt nun im Volksmund den Namen„Schatzsee“. Durch den Ziegenstall in die Mädchenkammer. s Bielefeld, 24. Juli. Ein wegen seiner Begleitumstände nicht alltäglicher Fall von versuchter Notzucht beschäftigte die Große Strafkammer beim Landgericht Bielefeld, vor der sich der 48jährige Heinrich Wessel aus Jöllenbeck zu verantworten hatte. Er wurde beschuldigt, in der Nacht zum 16. Februar ds. Is. in die Kammer eines Mädchens eingedrungen zu sein, nachdem er sich zuvor durch Aufbrechen der Tür des Ziegenstalls Einlaß ins Haus verschafft hatte. Das Mädchen wurde wach und rief um Hilfe. Die im Nebenzimmer schlafende Mutter eilte herbei, worauf der Täter unerkannt entkam. Man fand am Tatort u. a. einen Schuh und einen Mundknebel, der aus Gardinenstoff angefertigt war. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei führten später zur Festnahme des W., der aber damals wie heute die Täterschaft bestreitet. Er wurde aber durch die verschiedensten Umstände schwer belastet. Einmal ist sein Vorleben außerordentlich übel; vor langen Jahren hat er ein Mädel aus Hannover im Streit erwürgt, weil es sich von ihm trennen wollte, als es erfuhr, daß W. bereits verheiratet war. Auch in den letzten Jahren hat der Angeklagte allen Mädchen nachgestellt; zwei Mädel sollen seinetwegen Selbstmord verübt haben. Ueberführt wurde der Angeklagte aber durch Fußspuren, die vor dem Kammerfenster des Mädchens gefunden wurden und die derartige charakteristische Merkmale aufwiesen, wie sie nach sachverständigem Gutachten nur einmal sind. Weiter wurde festgestellt, daß das für den Knebel benutzte Stück Stoff an der Gardine im Hause des Angeklagten fehlt. Zwar konnte man dem Angeklagten nicht nachweisen, daß der am Tatort gefundene Schuh ihm gehört, aber das Gericht nahm an, daß W. sich andere Schuhe besorgt hatte, um jeden Verdacht von sich abzulenken.— Der Staatsanwalt hob hervor, daß der Angeklagte ein ganz gerissener Bursche sei, der nur das zugebe, was ihm klipp und klar nachgewiesen werde. Die Strafkammer erkannte wegen versuchter Notzucht in Tateinheit mit Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung gegen Wessel auf ein Jahr Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust. Tagung des Westsälischen Schachverbandes. 0 Bad Oeynhausen, 24. Juli. Der Landesverband Westfalen des Großdeutschen Schachbundes hielt in Oeynhausen eine Tagung ab. Zunächst wurde die neue Gaueinteilung besprochen. Anschließend verkündete der Verbandsleiter Jahn die neue Art, nach der Westfalens Meisterschaft ausgespielt wird. Genau wie im Großdeutschen Schachbund werden auch in Westfalen in Zukunft Wertungsturniere durchgeführt werden, so daß die Vorkämpfe in Zukunft wegfallen. Ehrung für Reichsverkehrsminister Dorpmüller. O Essen, 24. Juli. In einer Feierstunde ehrte die Reichsbahndirektion Essen ihren obersten Gefolgschaftsführer, Reichsverkehrsminister Dr. Ing. e. h. Dorpmüller, der am 24. Juli sein 70. Lebensjahr vollendete. An der Stätte seines früheren Wirkens im Verwaltungsgebäude der Reichsbahndirektion Essen hatte sich die Gefolgschaft eingefunden, um Zeuge der Einweihung eines Dorpmüller=Zimmers zu sein. Bei dieser Gelegenheit enthüllte Reichsbahnpräsident Lamertz eine Büste des Reichsverkehrsministers und früheren Präsidenten des Reichsbahndirektionsbezirkes Essen. In seiner Ansprache zeichnete Präsident Lamertz ein Bild von dem unermüdlichen Schaffen des Reichsverkehrsministers, der seine ganze Kraft in den Dienst der Reichsbahn gestellt hat. Seine Verdienste habe der Führer anläßlich des hundertjährigen Bestehens der Deutschen Reichsbahn anerkannt und ihn im Februar 1937 zum Reichsverkehrsminister berufen. Die Reichsbahndirektion Essen sei stolz darauf. in dem Raum, wo der Generaldirektor einst wirkte, seine Büste aufzustellen. Unter den Klängen des Deutschlandliedes gab Reichsbahnpräsident Lamertz sodann den Raum den Namen Dorpmüller und enthüllte die Büste des Reichsverkehrsministers. Telegraphisch brachte dann die Gefolgschaft der Reichsbahndirektion Essen ihren Dank an den Generaldirektor zum Ausdruck und übermittelte zum Geburtstag die herzlichen Glückwünsche. Ehrenvolle Auszeichnung. + Wuppertal, 24. Juli. abgehaltenen Festsitzung der Anläßlich der kürzlich Medizinisch=Naturwissenschaftlichen Gesellschaft in Jena wurde an Professor Dr. Kikuth=Wuppertal die silberne Gedenkmünze für seine Verdienste auf dem Gebiete der Malariaforschung verliehen. Professor Kikuth ist der Erfinder der deutschen synthetischen Malariamittel Atebrin und Plasmochin, die eine entscheidende Wendung im Kampf gegen diese trovische Seuche herbeigeführt haben. Beifahrer vom Soziussitz gestürzt. + Neuß, 24. Juli. In der Nacht zum Sonntag trug sich auf der Gladbacher Straße in Neuß ein folgenschweres Verkehrsunglück zu, dem ein hoffnungsvolles Menschenleben zum Opfer fiel. Während der Fahrt löste sich an einem Motorrad der Soziussitz, wodurch der Beifahrer so unglücklich vom Rade stürzte, daß er schwere Verletzungen davontrug. Er starb kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus. Fünf Jahre Zuchthaus für einen Ordensgeistlichen. DNB Koblenz, 24. Juli. Das Landgericht in Dr. Keßler wegen Koblenz hat den Pallottinerpater sittlicher Verfehlungen zu einer Zuchthausstrafe von fünf Jahren verurteilt, ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt und seine Unterbringung in Sicherungsverwahrung angeordnet. Dr. Keßler der Professor an der Pallottiner=Ordenshochschule in Osterseifen bei Olpe war, hat nach seinem Geständnis in zahllosen Fällen bei Motorradfahrten in die Umgebung von Olpe, nach Westund Süddeutschland öffentliches Aergernis erregt. In mehreren Fällen versuchte er dabei, Kinder zu unsittlichen Handlungen zu verführen. Rind durch eine Kreuzotter getötet. —) Nordhorn, 24. Juli. Ein Bauer aus Emlichheim hatte sein Rind auf die Weide gebracht. Das Tier ging einige Tage darauf ein, ohne daß zunächst die Todesursache festgestellt werden konnte. Die genaue Untersuchung ergab, daß das Rind von einer Kreuzotter gebissen und dem Schlangengift zum Opfer gefallen war. Kauberbundenil Westsulelt Ullts900. Von U. E. Schiffhauer. Eine Folge der langjährigen Kriege und politischen Wirren, die an der Schwelle zum 19. Jahrhunderts Westfalen in Mitleidenschaft zogen, war die Ausbreitung des Räuberunwesens. Wie am Niederrhein waren namentlich in der Grafschaft Mark Einbruch, Mord und Plünderung an der Tagesordnung, Die Berichte der Zeitgenossen malen ein erschreckendes Bild von der unsicheren und traurigen Lage, der die Bewohner zumal auf dem flachen Lande ausgesetzt waren. Ganze Scharen von bewaffneten Räubern durchzogen zu Wagen und zu Pferde die Gegend. Die Herbst= und Wintermonate nutzten sie vor allem zu ihren Anschlägen aus. Im Frühjahr 1798 wurden die Bewohner der Grafschaft Mark durch die Kunde von einem schweren Räuberüberfall auf das Gut Oberste=Frielinghaus in der Nähe von Witten in große Angst und Sorge versetzt. Eine Bande bewaffneter Männer hatte die mit Eisen geschützten Fenster und Türen des Hauses mit Gewalt erbrochen und unter schwerer Mißhandlung der Hausbewohner alle Wertgegenstände, darunter 5—6000 Taler baren Geldes, erbeutet. Als endlich aus Bommern Hilfe herbeikam, wurde diese mit Waffen zurückgedrängt. Spätere Bemühungen, die Täter zu ermitteln, blieben erfolglos, da einmal eine Polizei, wie wir sie heute kennen, noch nicht bestand, und andererseits die Landesgrenzen zu nahe waren. Bei der damaligen politischen Zerrissenheit der heutigen Provinz Westfalen konnten sich die Räuber schnell entweder in das Bergische, in das Gebiet der Abtei Essen, das Dortmunder oder in das Kölnische Gebiet flüchten. Damit aber war zugleich eine Verfolgung unmöglich gemacht. Der Ueberfall auf das geschützte und wehrhafte Gut Frielinghaus war der Auftakt zu rasch aufeinander folgenden Raubtaten. Nur acht Tage später wurde in Obermassen eingebrochen, dann bei einem Müller in unmittelbarer Nähe von Dortmund, in Werne bei dem Bauern Holthaus, dessen Sohn dabei erstochen wurde. Die Angst vor den Räuberbanden war mittlerweile so gestiegen, daß keiner von den Betroffenen mehr an einen ernsthaften Widerstand dachte. Die Behörden versagten zunächst vollständig. Zwar hatte man eine Liste der Hauptübeltäter herausgegeben, aber energisch gegen sie vorzugehen, wagte man nicht aus Furcht vor ihrer Rache. Wie sicher sich die Räuberbanden fühlten, beweist ein Einbruch in der Gegend von Hattingen, wo sie bei klingendem Spiel ein Haus ausplünderten. In Wandhofen brach eine Bande von zwölf Mann nachts bei den Eheleuten Schulte=Halfmann ein. Hauptanführer war ein Kaspar Küper, der auf dem Höchsten wohnte. Nachdem die Türen aufgesprengt waren, wurden die geraubten Sachen in aller Ruhe untereinander aufgeteilt und eingepackt. Eine andere berüchtigte Bande kam von Essen, ihr Anführer war Mathias Weber, genannt Fetzer. Er wird als einer der kühnsten, schlauesten und furchtbarsten Räuberhauptleute geschildert; dem bekannten„Schinderhannes“ soll Tich Fcphenn in Westbeutschland. Hunderttausende empfingen begeistert den Lustriesen. Juli. —) Münster, 24. Wie wir schon berichteten, stattete das Luftschiff„Graf Zeppelin“ am Sonntag Westdeutschland einen Besuch ab, der überall begeistert ausgenommen wurde. Vom Nürburgring aus kam„Graf Zeppelin“ aach Bielefeld, wo er um 17,18 Uhr landete. Die Stadt am Teutoburger Wald stand ganz im Zeichen des „hohen" Besuches. Schon in den Vormittagsstunden zogen große Menschenscharen zur Senne. Mittags schon war auf den Straßen die zum Flugplatz führten, kaum ein Durchkommen mehr. Als am Nachmittag der silbergraue Vogel über dem Teutoburger Wald erschien, wurde er von den Hunderttausend begeistert begrüßt. Nachdem er einige Schleifen gezogen hatte, landete der Luftriese, dessen Führer, Kapitän Samt, dann von Oberbürgermeister Budde herzlich willkommen geheißen wurde. Unter den Klängen der nationalen Lieder stieg„Graf Zeppelin", nachdem er zwanzig Minuten auf dem Landungsplatz geweilt hatte, wieder auf. um auch Münster einen Besuch abzustatten. In der westfälischen Landeshauptstadt brachte das Erscheinen des Luftschiffes den Höhepunkt des vom NsFliegerkorps veranstalteten Großflugtages. Auf dem Flugplatz waren über 100 000 Zuschauer zusammengestromt. Ein umfangreiches Programm des Großflugtages gab den festlichen Rahmen und bewies, welch starken Auftrieb der durch den Nationalsozialismus wieder erweckte Luftsportgedanke im deutschen Volk erhalten hat. Die Darbietungsfolge brachte u. a. einen Luftangriff auf den Fliegerhorst Handorf und dessen Verteidigung und den Einsatz von Bomber=, Jagd= und Aufklärungsmaschinen, das RSFK gab unter dem begeisterten Veifau der Volksgenossen ausgezeichnete Ausschnitte aus seiner Ausbildungsarbeit.* Gegen 18,20 Uhr tauchte der Graf Zeppelin" über der Stadt Münster auf. Langsam steuerte er dem Flugfeld zu und landete dann unter dem Jubel der Hunderttausend. Gauleiter Dr. Meyer begrüßte mit herzlichen Worten Kapitän Samt, der sich später in das Goldene Buch der Stadt Münster eintrug. Nach etwa fünfzehn Minuten Aufenthalt, während die Volksgenossen das Luftschiff in seiner ganzen Schönheit betrachtet hatten, stieg„Graf Zeppelin“ wieder auf, zog in geringer Höhe eine Schleife über dem Flugplatz und setzte dann die Heimfahrt in Richtung Frankfurt fort. WteVrrachhäuheltee=Tgutzdert kach3 jAtsbenl. bp) Paderborn, 24. Juli. Mit dem Wiederaufnahmeverfahren in dem MordProzeß, der vor 18 Jahren zum Todesurteil gegen den heute etwa 40 Jahre alten Anton Lange geführt hat, begann das Paderborner Schwurgericht am Montag. Lange war am 4. Juni 1921 zum Tode wegen Mordes an seinem Bruder Hermann Lange verurteilt worden. Das Schuldig nach der dreitägigen Verhandlung wurde auf Grund von Indizien ausgesprochen. Inzwischen hat Lange aber zäh um Wiederaufnahme des Verfahrens gekämpft, um seine von ihm von Anfang an beteuerte Unschuld beweisen zu können. Der Verhandlung liegt folgender Tatbestand zugrunde. Im Hause des Landwirts Anion Lange in Lichtenau, der am 27. Februar 1921 56 Jahre alt war, wurde dessen Sohn Hermann in der Nacht durch einen Schrotflintenschuß aus nächster Nähe im Bett erschossen. Hermann Lange war Hoferbe. Anton Lange, sein acht Jahre jüngerer und sein 20 Jahre alter Bruder sowie seine Frau lebten mit dem Vater zusammen im Hause. Als Täter kamen nur in der Nacht anwesend gewesene Personen in Frage. Anton Lange jun. wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt und nach zehn Jahren wegen guter Führung aus der Strafanstalt entlassen. Die Frau des Ermordeten und der Täter Lange waren wegen Blutschande zu vier Monaten Gefängnis bezw einem Jahr drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Anton Lange sen. war außerdem wegen Mordes angeklagt gewesen. wurde aber nicht für schuldig gehalten. In ehebrecherischen Beziehungen zu der Frau Elisabeth Lange stand aber auch der 20jährige Anton Lange. Langes Vernehmung ergab, daß er sich völlig unschuldig fühle und zu Unrecht zum Tode verurteilt worden sei. Auf der anderen Seite erklärte er aber nicht wie bereits in früheren Wiederaufnahmeverfahren, daß seine Schwägerin die Täterin gewesen ist. die damals erneut, und im Kreise Die Frau des erschossenen Hermann Lange, 27 Jahre alt war, heiratete im Jahre 1922 zwar den Händler Schäper aus Lippborg Beckum. 1927 erfolgte auf Betreiben der Angehörigen und des Anton Lange selbst gegen sie ein Mordverfahren, das sie aber mangels Beweises wieder auf freien Fuß brachte. Dann zog sie nach Hamburg, wo sie mit Sch. und dessen fünf Kindern lebte. 1928, im Mai, kam die Frau aufs Krankenlager. Wenige Tage später betrug ihr Körpergewicht noch ganze 78 Pfund, während sie seelisch und körperlich auch im übrigen völlig heruntergekommen war. Im Jahre 1937 hatte sie zum letztenmal Lichtenau besucht. Auf dem Bahnhof in Paderborn war ihr der 1931 aus dem Zuchthaus entlassene Schwager Anton plötzlich begegnet. Diese Begegnung muß nach den Aeußerungen der Frau auf dem Krankenlager ihr nun den letzten Anstoß dazu gegeben haben, daß sie einer Pflegeschwester, den Aerzten des Krankenhauses. Polizeibeamten gegenüber und dem sie später nernehmenden Richter gestand: „Ich habe Hermann Lange erschossen. Mein Schwager Anton ist unschuldig verurteilt worden.“ Die Verhandlung am Montag brachte die Zeugenvernehmung der Hamburger Aerzte, der Schwestern und Kriminalbeamten sowie des Richters, die bei der Ablegung des Tatgeständnisses der Frau zugegen gewesen waren. Sie alle hatten den Eindruck, daß die Frau sich eine Last von der Seele gesprochen hatte. Nach dem Geständnis verfiel die Frau immer mehr und starb schließlich im August 1938 als Geisteskranke die in den letzten Lebenswochen ununterbrochen von Wahnsinnsideen und Wahngedanken geplagt worden war. Die Geschworenen werden die schwere Aufgabe haben, festzustellen, ob das Geständnis der Frau Schäper richtig oder zweifelhaft war, ob Anton Lange aus erwiesener Unschuld oder mangels Beweises freigesprochen werden muß. Das Räuberunwesen wurde wieder stärker in den folgenden Jahren, als erneut Kriegswirren sich über das Land ausbreiteten. Aber auch als nach den Freiheitskriegen die Grafschaft Mark längst wieder preußisch war, bildeten sich in den Hungerjahren 1816 und 1817 wieder Räuberbanden. Eine davon brach im Frühjahr 1817 in das Haus des bekannten Dr. Bährens in Schwerte gewaltsam ein und räuberte ihm das halbe Haus aus, insgesamt im Werte von 700 Reichstalern. Doch nun griff die Justiz schneller zu. Sie sorgte durch ihr energisches Einschreiten dafür, daß sich nicht von neuem Zustände herausbildeten, wie man sie vor zwanzig Jahren hatte beklagen müssen. SUT Frauenüber er in nichts nachgestanden haben. Diese Bande versuchte dreimal bei dem Landmann Halstenberg, der unweit der Schwerter Ruhrbrücke wohnte, einzubrechen. Am 17. Juni 1802 versammelten sich die Verbrecher nachts an der Brücke und ritten zu dem Haus Halstenbergs, das sehr einsam in der Gegend lag. Mit einem„Rennbaum“ wurde wie gewöhnlich die Türe aufgestoßen, darauf die Einwohner gebunden und bis auf den Tod mißhandelt. Vor dem Kriminalgericht in Altena=gab die Bande nach ihrer Gefangennahme später zu, neun Personen gebunden zu haben, während es dreien gelungen war, aus dem Fenster zu springen und in Ergste die Glocken zu ziehen. Dadurch wurden die Räuber gehindert, ihr Plünderungswerk zu Ende zu führen, aber es gelang ihnen doch noch, Kleider, Geld und Gewehre fortzuschleppen. Erst ein Raubüberfall auf das Haus des Pfarrers Klemp in Eichlinghofen bei Dortmund, bei welchem der Pfarrer mit Frau und Kindern gebunden und mißhandelt wurde, fuhrte zu einem Aufmerken der Behörden. Es war vor allem das Verdienst des Mallinckrodtschen„Westfälischen Anzeigers“, daß die Behörden allmählich gegen die öffentlichen Unsicherheiten vorgingen. Die Nachricht über die Beraubung des Pfarrers Klemp sowie eine energische Forderung an die Behörden, den Einwohnern der Grafschaft Mark Sicherheit und Schutz zu geben, wurde von dem bekannten Pfarrer Möller aus Elsey an König Friedrich Wilhelm III. gesandt. Der König ordnete daraufhin an, daß die Einbrecher nach der Festung Wesel gebracht und streng bestraft werden sollten. Zugleich wurden dem Kriminalrichter in Wesel soviel Referendare zugeordnet, als er benötigte. Die Anordnung des Königs war gewiß gut gemeint, jedoch konnte man keinen hängen, den man noch nicht hatte. Die Einbrüche und Raubüberfälle gingen weiter. Die Horden wurden meistens als eine Bande von 20—30 Mann geschildert, mit abgeschnittenen Haaren, runden Hüten, langen grauen Röcken und begleitet von Metzgerhunden. Verschiedentlich wird erwähnt, daß sie„eine fremdartige, der jüdischen ähnliche Sprache“ hatten. Während man noch in den Gerichtsbehörden darüber stritt, ob man tatsächlich in den gegebenen Fällen außerordentlich zugreifen müsse, tat Pfarrer Möller in Elsey weitere energische Schritte, um das Land von der unerträglichen Plage zu befreien. Da er in der Presse, im Hinblick auf die damals bestehende Zensur, die Lässigkeit der Behörden nicht direkt geißeln konnte, griff er zu einem anderen Mittel, das ihn als gewandten Journalisten ausweist. Unter der unverfänglichen Ueberschrift:„Naturgeschichte! Ueber Raubtiere und deren Vertilgung" veröffentlichte er im„Westfälischen Anzeiger“ einen Artikel, der in verblümter Weise die unglaublichen Zustände schärfstens angriff und auf Abhilfe drang. U. a. führte Möller aus, bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts hätte man die Wölfe, die es damals noch zahlreich in Westfalen gab, einfach totgeschlagen. Jetzt, wo wieder die Wölfe ins Land einbrächen, streiten sich die berufenen Jäger darüber, ob es nicht besser sei, die bösen Wölfe an vegetabilische Kost zu gewöhnen und dadurch ihr böses Naturell zu verbessern. Während dieser Verbesserungsmethoden aber trieben die Wölfe ruhig ihr Wesen auf dem platten Lande mit Plündern und Rauben weiter. Der Aufsatz schloß mit den Worten, doch„endlich das unangebrachte Mitleid fahren zu lassen und die Raubtiere aufzuhängen“, da„die Wölfe das Erhängen ärger hassen als unsere Banditen die Warnungsanzeigen im Duisburger Intelligenzblatt". Solche und ähnliche Aufsätze gelangten in die Hände des Königs, der nun durch einen Erlaß vom 9. November 1801 zu einschneidenden Maßregeln griff. Er befahl die sofortige Einrichtung einer Königlich Preußisch: Clevisch: Närkischen ImmediatSicherheits=Commission, die in Bochum ihren Sitz nahm unter dem Präsidium des Generalmajors von L’Estog, dem Kriegs= und Domänenrat von Ammon und dem Regierungsassessor von Bernuth. Dieser Commission folgte eine Kompanie AnsbachBayreutischer Jäger, die nun die gründliche Verfolgung und Verhaftung der Räuberbanden unternahm. Das Land atmete nun allmählich auf. Der Umsicht der mit den notwendigen Vollmachten ausgestatteten Kommission gelang es innerhalb anderthalb Jahren, mit dem Räuberunwesen aufzuräumen. Es wurde festgestellt, daß die meisten Untaten in der Grafschaft Mark durch ein und dieselbe Bande ausgeführt worden waren. Ihre Anführer waren die Brüder Johann und Karl Stiel und Heinrich Plettenberg. Jeder einzelne von ihnen hatte allein fünfzig nachgewiesene Einbrüche und Diebstähle begangen. Im Sommer 1803 wurden von den Verbrechern 58 in die sibirischen Bergwerke auf Grund eines Vertrages mit Rußland transportiert, insgesamt hatte die Kommission 286 Diebstähle, Räubereien und Raubmorde ermittelt und 149 Verbrecher verurteilt. Zwei von ihnen empfingen 1800 in Bochum unter dem Galgen den Staupenschlag und ein Brandmal. Andere wurden zu lebenslänglicher Festungshaft nach Wesel transportiert oder in Altena gefänglich festgesetzt. Die Gefängnisse waren jedoch oft so beschaffen, daß ein Entweichen nicht gerade schwer war. In Wesel entflohen so in der Nacht 15 Gefangene, in Altena entflohen kurz nach ihrer Einlieferung innerhalb vierundzwanzig Stunden vier Verbrecher. Nach einer amtlichen Feststellung des Amtsrichters Castringius aus Altena im „Westfälischen Anzeiger“ entflohen im Jahre 1800„nur“ 346 Arrestanten aus allen preußischen Gefängnissen. Bei Altena wird dabei als Entschuldigung angeführt, daß die Gefangenen die drei, nur aus Invaliden bestehenden Gefangenenwärter überwältigt hätten. Mehrmals mußten die Behörden Steckbriefe ergehen lassen nach Verbrechern, die zum Galgen verurteilt, aber„vor Eingang des Urteils echapiert waren". Am 23. März 1805 wurde der Mörder Christian Schulte vor der Stadt Unna gerädert. 1807 wurde der Straßenräuber und Mörder Jürgen Bechtold aus Ergste mit dem Schwert hingerichtet und sein Körper auf das Rad gelegt. Für geringere Vergehen, wie Betteln, wurde in Dortmund das Abschneiden des halben Haupthaares angeordnet. Entflohene Schuldner, die vorsätzlich Konkurs gemacht hatten, wurden dadurch bestraft, daß ihr Name an den Galgen geschlagen wurde. Das Statistische Bläufige Ergebi 17. Mai 1939 bel geteilt worden war, Unen Menschen Reiches leben. Nach der nun vo sicht ist die ortsanwe ##memelland) durch d 79577 Millionen er ##rund 153.000 Einwol #lung demnächst nach die Gesamtbevölkeru 70.730 Millionen, w nen Einwohner des Nach der Sowj Mit fast 80! das Deutsche Re rund 135 Millionen reichste Staat folgen Großbritannie Italien mit rund 44, mit rund 35 Millio rund 15 v. H. der den Staaten de Kolonialbesitz außer Reich an vierte 437 Millionen, der E Vereinigten Staaten Bringt man den Ko das Deutsche Reich steht das Britische R wohnern an der Spit union, die Vereinigt Innerhalb der Reiches leben etwa ganzen gibt es auf Menschen deutschen V — annähernd 85 M geschlossenen Gebietes Der furchtbare Bemerkenswert ist bei Betrachtung der E stellung, daß die ge durch den Krieg traft sich allein für 13 Millionen M dabei„um rund zwe pfer, über drei Vier liche Blockade der Fei auftretende Grippeep dreieinhalb Millioner 6.5 Millionen mit de gangene Einwohner. Der neue Aufstieg Nachtübernahme dur Fläche des Reich kilometern in 1933 a neter im Jahre 19 auf 79,7 Millionen. M6n Die Zahl der mä Reichsgebiet, ohne M 1933: 37 090 238, d Personen 40 764 726 b den männlichen Persor weiblichen 3,6 v. H. A 1939 1050 weibl in 1933 und 1073 in durch den Krieg ver im ganzen weiter wachsenden Jahrgäng wieder normal besetzt. Im Durchschnitt 136 Westfalen hatte terung von 5 205 705, 16. Juni 1933 einem Bei der Rheinprov oder 3,1 v. H. Die hat mit 12,5 v. H. d unahme, dann fol hannover mit 9,3 v. L Bevölkerungsab Wien(— 8.3 v. H.), Donau(— 1,1 v. H.) 1 Sevölkerungszunahme Geburtenüberschuß und derungsgebiete Thüringen, Anhalt un preußischen Provinz Se bildesheim und Lüneb Auf ein Quad heutigen Reichsgebiets Durchschnitt 136 lungsdichte des alten 9 sast 148 gestiegen. Die Sie u der größte P Man könnte sie die nennen, jene von Pfer füllten Tage im Juli preußischen Städtchen wegs zwischen Königsb ger zur nachtschlafenden zen. Wohl ist in diesen dessen Fensterläden nich andert nichts daran, da sen der Rosse, der laut das Gepolter der frühi immer wieder in die 3 markt Europas, wie K lau schon seit sechs Jah eben nicht in ruhigere maalten Städtchen an Loynt, mit etwas Wai Lreiben über sich ergeh Schon viele Tage vo alle Hotels, Gaststätten sberhaupt eine Bleibe dem In= und Ausland trieb der Pferde reiche aus, sodaß: Notstallung werden müssen, aus den Klirren der Ketten un während auf dem Weg der zur Verladung gesi nehmen will. Wenn au gaag, nicht erreicht vovo pferde zum Verk 90n#— das sind fünf * * — getötet. u, 24. Juli. Rind auf die age darauf ein, gestellt werden daß das Rind SchlangenKert pe Bande versuchte der unweit der n. Am 17. Juni nachts an der bergs, das sehr m„Rennbaum“ ißen, darauf die Tod mißhandelt. die Bande nach ersonen gebuningen war, aus die Glocken zu gehindert, ihr aber es gelang Gewehre fortzuuf das Haus inghofen bei Frau und Kinführte zu einem allem das Versen Anzeigers“, öffentlichen Unber die Berauenergische Forn der Grafschaft wurde von dem König Friedrich e daraufhin an, sel gebracht und h wurden dem dare zugeordnet, inigs war gewiß ängen, den man igen weiter. Die von 20—30 Mann runden Hüten, Metzgerhunden. ine fremdartige, ehörden darüber n Fällen außerMöller in Elsey nd von der under Presse, im ir, die Lässigkeit ite, griff er zu ewandten Jouringlichen Ueberund deren Verischen Anzeiger“ ie unglaublichen ilfe drang. U. a. 8. Jahrhunderts noch zahlreich in setzt, wo wieder ich die berufenen bösen Wölfe an durch ihr böses Verbesserungsihr Wesen auf Rauben weiter. och„endlich das und die RaubErhängen ärger ingsanzeigen im n in die Hände om 9. November riff. Er befahl : K ö n i g l i c h 1 Immediat= in Bochum Generalmajors rat von Ammon ernuth. Dieser Ansbachdie gründliche überbanden unf. Der Umsicht ausgestatteten erthalb Jahren, Es wurde festGrafschaft Mark worden waren. Johann und enberg. Jeder g nachgewiesene n Sommer 1803 58 in die rund eines nsportiert ebstähle, RäubeVerbrecher ver300 in Bochum ind ein Brander Festungshaft gefanglich festbeschaffen, daß In Wesel entin Altena enterhalb vierundeiner amtlichen aus Altena im ihre 1800„nur“ fängnissen. Bei geführt, daß die bestehenden Geihrmals mußten ach Verbrechern, ingang des Ur1805 wurde der Unna gerädert. Mörder Jürgen hingerichtet und geringere Verdas Abschneiden flohene Schuldatten, wurden algen geschlagen stärker in den irren sich über nach den Freivieder preußisch 1816 und 1817 ch im Frühjahr r. Bährens in ihm das halbe 0 Reichstalern. sie sorgte durch sich nicht von sie vor zwanzig Sus Vortaustge=Ergeolts . B H a t s t a u g. Ber Frauenüberschuß zurückgegangen. 9 Berlin, 24. Juli. Das Statistische Reichsamt gibt soeben das vorläußig: Ergebnis der Volkszählung vom ###. Mai 1939 bekannt, nachdem bereits kürzlich mitgeteilt worden war, daß insgesamt rund 86,5 MillioUnen Menschen auf dem Gebiet des Großdeutschen Reiches leben. Nach der nun vorliegenden vorläufigen GesamtüberTsicht ist die ortsanwesende Bevölkerung des Reiches(ohne Memelland) durch die Zählung vom 17. Mai 1939 mit 79.577 Millionen ermittelt worden. Rechnet man die rund 153000 Einwohner des Memellandes, wo die Zählung demnächst nachgeholt wird, hinzu, so beziffert sich die Gesamtbevölkerung des Großdeutschen Reiches auf 79.730 Millionen, wozu dann noch die etwa 6,/8 Millionen Einwoyner des Protektorats kämen. Nach der Sowjetunion der volkreichste Staat der neuen Hamburg Europas. Mit t fast 80 Millionen Einwohnern ist das Deutsche Reich nach der Sowjetunion— rund 135 Millionen im europäischen Teil— der volkreichste Staat Europas. Im weiten Abstande folgen Großbritannien und Nordirland mit rund 47, Italien mit rund 44, Frankreich mit rund 42 und Polen mit rund 35 Millionen. Im Deutschen Reich wohnen rund 15 v. H. der europäischen Bevölkerung. Unter den Staaten der Erde steht, wenn man den Kolonialbesitz außer Betracht läßt, das Deutsche Reich an vierter Stelle nach China mit rund 437 Millionen, der Sowjetunion mit rund 171 und den Vereinigten Staaten mit" rund 129 Millionen Menschen. Bringt man den Kolonialbesitz in Ansatz, so rückt das Deutsche Reich an die siebente Stelle. Dann steht das Britische Reich mit rund 525 Millionen Einwohnern an der Spitze und es folgen China, die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten, Frankreich und Japan. Innerhalb der heutigen Grenzen des Deutschen Reiches leben etwa vier Fünftel aller Deutschen. Im ganzen gibt es auf der Erde über 100 Millionen Menschen deutschen Volkstumes. Der größte Teil davon annähernd 85 Millionen— lebt innerhalb eines geschlossenen Gebietes in Mitteleuropa. Der furchtbare Aderlaß durch den Weltkrieg. Bemerkenswert ist die vom Statistischen Reichsamt bei Betrachtung der Entwicklung seit 1871 getroffene Feststellung, daß die gesamte unmittelbar oder mittelbar durch den Krieg bedingte Einbuße an Volkskraft sich allein für das alte Reichsgebiet rund auf 13 Millionen Menschen belief. Es handelt sich dabei um rund zwei Millionen unmittelbare Kriegs##pfer, über drei Viertel Millionen durch die unmenschliche Blockade der Feindmächte und die in ihrem Gefolge auftretende Grippeepidemie Gestorbene, rund drei bis dreieinhalb Millionen ungeborene Kinder und rund 6.5 Millionen mit den Gebietsabtretungen verloren gegangene Einwohner. Der neue Aufstieg des Reiches beginnt mit der Nachtübernahme durch den Nationalsozialismus. Die Fläche des Reiches stieg von 469000 Quadratkilometern in 1933 auf 586000 Quadratkilometer im Jahre 1939, die Bevölkerungszahl von 65,2 auf 79,7 Millionen. Männer und Frauen. Die Zahl der männlichen Personen im heutigen Reichsgebiet, ohne Memelland, betrug 1939 38812 032, 1933: 37090 238, die der weiblichen Personen Personen 40 764 726 bezw. 39 352 059. Die Zunahme bei den männlichen Personen beträgt seit 1933 4,6, bei den weiblichen 3,6 v. H. Auf 1000 männliche kommen 1939 1050 weibliche Personen gegenüber 1061 in 1933 und 1073 in 1925 im alten Reichsgebiet. Der durch den Krieg verursachte Frauenüberschuß ist im ganzen weiter zurückgegangen. Die heranwachsenden Jahrgänge sind bei beiden Geschlechtern wieder normal besetzt. Durchschnitt 136,4 Einwohner auf den Quadrat= kilometer. Westfalen hatte am Zählungstage eine Bevöllerung von 5 205 705, was gegenüber der Zählung am 16. Juni 1933 einem Zuwachs von 3,3 v. H. entspricht. Zei der Rheinprovinz betragen die Zahlen 7931 942 oder 3,1 v. H. Die Provinz Schleswig=Holstein hat mit 12,5 v. H. die stärkste Bevölkerungsunahme, dann folgen Brandenburg mit 12,3 v. H., hannover mit 9,3 v. H. und Württemberg mit 7,8 v. H. Bevölkerungsabnahme haben die Reichsgaue Wien(— 83 v. H.), Sudetenland(—6,8 v. H.), NiederDonau(— 1,1 v. H.) und Steiermark(— 0,3 v. H.). Die Sevölkerungszunahme im alten Reichsgebiet beruht auf Geburtenüberschuß und Wanderungsgewinn. Zuwanderungsgebiete sind ganz ausgesprochen die Länder Thüringen, Anhalt und Braunschweig zusammen mit der preußischen Provinz Sachsen und den Regierungsbezirken bildesheim und Lüneburg der Provinz Hannover. Auf ein Quadratkilometer Fläche des heutigen Reichsgebiets(ohne Memelland) kommen im Durchschnitt 136,4 Einwohner. Die Siedlungsdichte des alten Reichsgebiets ist von rund 140 auf fast 148 gestiegen. Die geringere Gesamtdurchschnittszahl ergibt sich aus der dünneren Besiedlung Reichsgebiete. Abgesehen von Berlin, Wien, und Bremen hat die größte Dichte das Saarland mit 133., Daur, folgen Sachsen(347), die Rheinprovinz (o24), Westfalen(258). Die geringste Dichte haben die Reichsgaue Tirol(32), Salzburg(87) und Kärnten(40). Die Lage der Großstädte. In den Großstädten, also den Gemeinden mit 100 000 und mehr Einwohnern, wurden 23,9 Millionen Menschen oder rund 30 v. H. der Reichsbevölkerung ermittelt. Fast jeder dritte Reichsbewohner lebt also, wie schon 1933, in einer Großstadt. Es gibt 61 Großstädte, einschließlich der vier Großstädte im Protektorat 65. In Berlin wurden gezählt 4332.000, in Wien 1918000, in Hamburg 1682000. Mehr als eine halbe Million zählen München(828.000), Köln(768.000), Leipzig(701 000), Essen(659.000), Dresden(625.000), Breslau(615000), Frankfurt a. M. (546 000), Dortmund(537.000) und zum erstenmal auch Düsseldorf(539 000). Neu in die Reihe der Großstädte sind eingerückt Bonn, Dessau, Freiburg, Potsdam, Rostock und Wilhelmshaven. Eine besonders starke Zunahme— nur mehr als 15 v. H. seit der letzten Zählung(jetziger Gebietsstand) weisen ).) De gende Städte auf: sau(82,1 v. H.), Rostock (32,1 v. H.), Rostock(30.9 v. H.), Kiel Braunschweig(20,7 v. H.), Münster i. W.(17,6 v. Vithelmshaven(49,9 v. (30.9 v. H.), Kiel(22,1 v. Lübeck(15,5 v. H.) und Potsdam(15,1 v. H.). Aus dem Westen seien noch die Angaben über folgende Großstädte angeführt, wobei der Hundertsatz mit Zeichen+ oder— die Zu= oder Abnahme seit der Zählung von 1933 angibt: Aachen 165 710(+ 1,8 v. H.), Bochum 308 288(— 3.6 v. H.), Bonn 101 391(+ 2,8 v. H.), Dortmund 587700(— 0,7 v. H.), Düsseldorf 539 905(+ 8.3 v. H.), Duisburg 481 256 (— 2,1 v. H.), Essen 659871(+ 0,8 v. H.), Frankfurt a. M. 546 649(— 1,7 v. H.), Gelsenkirchen 313 003(— 5,9 v. H.), Köln 768 426(+ 1,6 v. H.), Remscheid 103 437(+ 2,2 v. H.), Solingen (— 1,1 v. H.), Wuppertal 398 099(— 2,6 v. H.). 138 587 Ichefiicher Pulchr tl Aogebruttull. Keine Gefahr für die Kathedrale. DNB Toledo, 24. Juli. Der Palast des Erzbischofs von Toledo ist in der Nacht zum Montag völlig niedergebrannt. Das durch Hitze und Trockenheit verursachte Feuer brach in einer in der Nähe des Palastes gelegenen Apotheke aus und griff infolge des durch die Trockenheit verursachten Fehlens von Wasser rasend schnell um sich. Der Palast, Sitz des Kardinalprimas von Spanien und historisches Bauwerk, unmittelbar neben der Kathedrale gelegen, stand schnell in hellen Flammen. Kardinalerzbischof Goma leitete selbst die Rettungsarbeiten und verließ den Palast erst gegen Mitternacht im letzten Augenblick, als die Hoffnung auf Rettung aufgegeben werden mußte. Die wertvolle Bibliothek mit Schriften und Dokumenten aus der Zeit der Gründung der spanischen Kirche konnte gerettet werden. Besonders ist die Vernichtung des Kapitelsaales zu beklagen. Das Feuer dauert an, doch ist ein Uebergreifen auf die Kathedrale vermieden. ebenso auf den Bogengang, welcher den Palast mit der Kathedrale verbindet. Explosion von Chemikalien eifesselle den Brand. DNB Toledo, 24. Juli. Die Untersuchung für die Ursache des Brandunglücks, das in der vergangenen Nacht den erzbischöflichen Palast von Toledo, die Residenz des Kardinalprimas von Spanien, vernichtete, ergab bisher folgendes: Das Feuer brach gegen Mitternacht in einer Apotheke im unteren Geschoß des Palastes aus, wo chemische Produkte explodierten. Gegen 1 Uhr nachts drohten die Flammen auf die Kathedrale überzugreifen, die durch einen Laufgang mit dem erzbischöflichen Palast verbunden ist. Die Brücke mußte zerstört werden, damit das Uebergreifen der Flammen verhindert werden konnte. Trotz der Bemühungen der Feuerwehr wurde der Palast selbst jedoch restlos ein Opfer der Flammen. Der erzbischöfliche Palast stammt aus dem 18. Jahrhundert. hamburgischen Persönlichkeiten, an ihrer Spitze Bürgermeister Krogmann und stellvertretender Gauleiter Harry Henningsen, sah man die ausländischen Ehrengäste und die Volksgruppen, die die Teilnehmer noch einmal mit ihren Darbietungen erfreuten. Dr. Ley, der von zahlreichen führenden Männern der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" begleitet war, schritt mit seiner Gattin durch die Reihen der Fröhlichen und begrüßte seine Gäste, dann bei Tanz und Geselligkeit unbekümmerter KdF=Stimmung hingaben. So klang die Tagung aus, WSSE Sn M durchgeführt war: In Freude, hat Uhr Adlerschild des Deutschen Reiches für Dr. Horpmuller. 9 Berlin, 24. Juli. Reichsverkehrsminister Generaldirektor Dr. Dorpmüller, der heute seinen 70. Geburtstag feiern kann, stand im Laufe des Tages im Mittelpunkt zahlreicher Ehrungen. Aus allen Gauen des Reiches — angefangen von seinem engeren Mitarbeiterstab und der Gefolgschaft bis zu den höchsten Partei= und Regierungsstellen— waren dem Jubilar und verdienten Mitarbeiter des Führers eine Fülle von Glückwünschen sowie viele Ehrengeschenke zugegangen. Den Auftakt bildete am Vormittag eine Feierstunde im Festsaal des Verkehrsministeriums, in der Staatssekretär Kleinmann die aufrichtigsten und herzlichsten Glückwünsche der Gefolgschaft des Reichsverkehrsministeriums und der gesamten Reichsbahn übermittelte. Als einer der ersten Gratulanten stattete Staatsminister Dr. Meißner dem Reichsverkehrsminister einen Besuch ab, um ihm im Auftrage rers die herzlichsten Glückwünsche zu seinem 70. Geburtstag zu übermitteln. In Würdigung seiner Lebensarbeit für die Deutsche Reichsbahn und den Wiederaufbau des Verkehrswesens hat der Führer dem Jubilar den Adlerschild des Deutschen Reiches verliehen mit der Widmung: „Julius Dorpmüller, dem Erneuerer des deutschen Verkehrswesens.“ Gleichzeitig mit dieser höchsten Auszeichnung des Reiches überbrachte Staatsminister Dr. Meißner ein handsigniertes Glückwunschschreiben des Führers. Dem Jubilar wurden außerdem noch mannigfache andere Ehrungen zuteil. So hat ihm die Technische Hochschule Aachen für seine Verdienste um Wissenschaft und Technik zur Würde des Ehrendoktors nun noch die Würde eines Ehrensenators verliehen. Urkunde und Plakette wurden Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller von einer Abordnung der Technischen Hochschule überreicht. Gehaltsstop für weibliche Bürokräfte 9 Berlin, 24. Juli. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Berlin=Brandenburg hat eine Anordnung über die Entlohnung von neu eingestellten weiblichen kaufmännischen und Büro=Angestellten erlassen. Danach dürfen weibliche kaufmännische und Büro=Angestellte, die in dieser Eigenschaft in den letzten zwölf Monaten tätig gewesen waren, beim Eingehen Die Unruhtgen=tachte von Wehlau. Der größte Pferdemarkt Europas. Man könnte sie die„unruhigen Nächte von Wehlau“ kinnen iene von Pferdegetrappel und Menschenlärm erUuten Tage im Juli jeden Jahres, in denen sich im ostpreußischen Städtchen Wehlau an der Pregel, das halbwegs zwischen Königsberg und Insterburg liegt, die Bürder zur nachtschlafenden Zeit ruhelos in ihren Kissen wäldes,„Wohl ist in diesen Nächten kein Haus zu finden, ##en Fensterläden nicht dicht geschlossen wären; aber das mnvert nichts daran, daß das ewige Wiehern und Stampsen der Rosse, der laute Ruf der zechenden Händler und das Gepolter der früh in die Stadt fahrenden Wagen doch immer wieder in die Zimmer dringt. Der größte Pferdemarkt Europas, wie Kenner behaupten, dessen sich Wehlau schon seit sechs Jahrhunderten rühmen kann, läßt sich eben nicht in ruhigere Bahnen leitken, und so ist man es im alten Städtchen am Rande der Masuren längst gewohnt, mit etwas Watte in den Ohren dieses lärmende Lreiben über sich ergehen zu lassen. Schon viele Tage vor Beginn des Marktbetriebes sind überbagtet“: Saststätten und Privathäuser, und wo sich gapt eine Bleibe finden läßt, mit Interessenten aus dem In= und Ausland überfüllt, auch für den riesigen Anttieb der Pferde reichen die Unterkünfte oft nicht mehr aus, sodaß: Notstallungen unter freiem Himmel errichtet werden müssen, aus denen dann die ganze Nacht über das Tirren der Ketten und das Scharren der Hufe dringt, dahrend auf dem Wege zum Bahnhof das Trapp=Trapp der zur Verladung geführten Pferde tagelang kein Ende F, will, Wenn auch heuer die Auftriebsziffern der gagu nicht erreicht wurden, so standen immerhin über 00 Pferde zum Verkauf. Nicht weniger als 239 Wagbens— das sind fünf Güterzüge!— mußte die Reichsbahn zur Verfügung stellen, um die ins Reich verkauften Tiere möglichst schnell abtransportieren zu können. Der Umsatz belief sich nahezu auf drei Millionen Mark. Pferde, Pferde, nichts als Pferde! Ganz Wehlau stand im Zeichen dieser rassigen Tiere, die einen Reiseweg von oft Hunderten von Kilometern hinter sich hatten. Aus allen bekannten deutschen Pferdezuchtgebieten wurden sie herbeigeschafft, um im äußersten Osten des Reiches einen neuen Herrn zu finden. Braune Gesichter, über deren Stirn blauschwarze Haarsträhnen fielen, tauchten da und dort zwischen weißen Planwagen auf— Zigeuner! Auch die fehlen niemals auf dem Wehlauer Markt, wenn auch ihre Zahl in den letzten Jahren immer mehr zusammenschrumpft. Die Polizei hat ein gar wachsames Auge auf sie, und kein Sohn dieses ruhelosen Volkes, dessen besondere Leidenschaft bekanntlich der Pferdehandel ist, darf den Wehlauer Markt betreten, bevor er nicht seine Ausweise in Form von— Fingerabdrücken der Polizei übergeben hat. Auch die übrigen Händler haben sich stets einer strengen Kontrolle zu unterziehen. So muß jedes angetriebene Pferd sich zuerst der Gendarmerie und der Zollfahndungsstelle stellen— die Grenze ist nahe, und der Schmuggel lockt! Schließlich wandert das Pferd zur tierärztlichen Untersuchung, die ein Tier unweigerlich zurückweist, wenn es den Bestimmungen der Veterinärpolizei und des Reichstierschutzgesetzes nicht genügt. Dem Hauptmarkt, der stets mit einem großen Volksfestrummel verbunden ist, geht ein sogenannter„Freiverkehr" voraus; das sind Käufe, die schon Tage zuvor in den Ställen getätigt werden. Hier beginnt der heiße Kampf um Ziffern und Zahlen, bis am Hauptmarkt endlich die ganze Stadt widerhallt vom Händeschlagen, feierlichen Beteuerungen und lauten Meinungsverschiedenheiten,— eine Begleitmusik, die nun einmal zu einem richtigen Pferdemarkt gehört. ab eines neuen Arbeitsverhältnisses kein höheres Gehalt fordern als sie es im bisherigen Arbeitsverhältnis beanspruchen konnten. Für Gefolgschaftsmitglieder mit Gehältern unter 120 Mark monatlich gilt diese Anordnung nicht. Eine Erhöhung des Einstellungsgehaltes ist frühestens nach dem Ablaus von sechs Monaten zulässig. Zum Gehalt rechnen auch andere Leistungen wie Gratifikationen, Umsatzprovisionen, dreizehntes Monatsgehalt und dergleichen mehr. Die Anordnung ist am 22. Juli in Kraft getreten. Arbeitsverträge, die vor diesem Zeitpunkt abgeschlossen worden sind, werden nicht berührt. Damit wird der Gehaltstop, der bisher nur für Stenotypistinnen galt, auf alle weiblichen kaufmännischen und Büro=Angestellten ausgedehnt; gleichzeitig tritt die damalige Anordnung für Stenotypistinnen außer Kraft. Kundfunknachrichten in der Gaststätte Störung kann grober Unfug sein. 9 Berlin, 24. Juli. Das Oberlandesgericht Darmstadt hat es in einer Entscheidung, die im„Deutschen Recht" veröffentlicht wird, als groben Unfug erklärt, wenn in einer Gaststätte Gäste das Abhören der Nachrichzen des Rundfunks durch andere Gäste durch Lärmen unmöglich machen. Am 24. September feierten einige junge Leute in einer Gaststätte einen Geburtstag, bei dem es so lebhaft und laut zuging, daß die anderen Gäste die Rundfunknachrichten um 22 Uhr nicht hören konnten. Die Angeklagten wurden mehrmals während der Durchgabe der Nachrichten vergeblich um Ruhe ersucht. Der Lärm der Tischrunde machte aber das Abhören unmöglich. Der Amtsrichter hat die Angeklagten wegen groben Unfugs verurteilt, und das Oberlandesgericht hat sich diesem Urteil angeschlossen. Entscheidung heißt es, daß grober Unfug eine ungebührliche Handlung sei, durch welche das Publikum belästigt oder gefährdet werde, wenn darin zugleich eine Störung der öffentlichen Ordnung zur Erscheinung komme. Das Verhalten der Angeklagten könne durchaus als grob ungebührlich bezeichnet werden, besonders mit Rücksicht auf die damals hochgespannte politische Lage. Die Aufkeine unbilige Zumutung. dieser Lage Fröhlicher Ausklang in Hamburg. An Bord des Flaggschiffes„Robert Ley“. ( Hamburg, 24. Juli. Wie alljährlich fand auch in diesem Jahre die KdFReichstagung an Bord des Flaggschiffes der RdF=Flotte den fröhlichen Ausklang. Diesmal war es das neue Flaggschiff„Robert Ley“, dessen weite, lichte und schöne Räume von einer wogenden Menge fröhlicher Menschen überfüllt waren. Neben zahlreichen führenden wie sie begonnen und Frohsinn und Frieden! Nach den schönen und ereignisreichen Tagen Reichsleiter Dr. Ley am Montagmittag gegen 11 Hamburg wieder verlassen. „Robert Ley“ lief mit den ausländischen Ehrengästen und den Volkstumsgruppen an Bord am Montag zu einer zweitägigen Gästefahrt in die Deutsche Bucht aus. An dieser Fahrt nahmen auch Hauptamtsleiter Claus Selzner und Reichsamtsleiter Dr. Lafferentz teil. Bekämpfung der Alkoholund Tabakgefahr. DNB Flensburg, 24. Juli. Die Gedanken, die auf der Reichstagung des Deutschen Bundes zur Bekämpfung der Alkoholgefahren anläßlich dessen fünfzigjährigen Bestehens zum Ausdruck gebracht wurden, fanden auf dem am Sonnabend im„Deutschen Haus“ in Flensburg abgehaltenen Festabend ihre nachdrückliche Unterstreichung und Klarstellung durch den Vertreter des Reichsgesundheitsführers Pg. Seidel des Leiters der Reichsstelle gegen Alkohol= und Tabakgefahren. Er kennzeichnete die Entwicklung der alkoholgegnerischen Bewegung und betonte: Zuerst galt die Frage der Alkoholbekämpfung als einem sozialen Problem, dann als einem moralischen und im letzten Jahrzehnt als einem überwiegend volksgesundheitlichen. Im nationalsozialistischen Reiche hat man das Problem in seiner ganzen Größe erkannt: Es ist eine Frage der Volksgemeinschaft! Das Ziel Dr. Contis sei es nicht nur, den deutschen Volksgenossen aus der Abhängigkeit von der Vorstadtkneipe zu befreien, sondern er stehe auf dem Standpunkt, daß daneben auch die Tabakfrage ebenso radikal gelöst werden müsse. Die letztere Aufgabe sei dem Deutschen Bund, zur Bekämpfung der Tabakgefahren zugewiesen. Die am 12. Juli dieses Jahres gegründete Reichsstelle erwarte aber auch auf diesem Gebiet enge und kameradschaftliche Zusammenarbeit. Zum Schluß überbrachte Pg. Seidel dem Bunde die Glückwünsche des Reichsgesundheitsführers und der Reichsstelle gegen Alkohol= und Tabakgefahren und sprach in deren Namen den Wunsch aus, daß der Bund weitere fünfzig Jahre wie bisher mitarbeiten möge am Glück des Volkes. Roosevelts Wahlaussichten sinken. Der USA=Präsident in einer peinlichen Klemme. DNB. Washington, 24. Juli. Die Bundeshauptstadt zieht Bilanz aus den politischen Geschehnissen der letzten Tage und findet, daß Roosevelts Aussichten auf einen dritten Amtstermin, mit dem der Präsident wohl tatsächlich rechnet, empfindlich gelitten haben. Dazu trugen nicht nur die Schlappe im Neutralitätsstreit und die gestern im Hydepark gegenüber der Presse abgegebenen Erklärungen bei, die auf Kongreß und Wirtschaft den denkbar schlechtesten Eindruck gemacht haben, sondern auch zwei innenpolitisch wichtige Niederlagen! Einmal befürwortet der Kongreß eine eingehende Untersuchung der von der Geschäftswelt stark angeseindeten und kommunistischer Sympathien bezichtigten Bundesbehörde für die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. Man glaubt, daß diese Behörde sich als die Achillesferse des New Deals erweisen wird und daß eine Untersuchung die haarsträubenden Zustände zutage fördern muß, die dann wahrscheinlich zu grundlegenden Aenderungen des Wagnerschen Arbeitsgesetzes führen werden. Zum Zweiten nahm der Kongreß die„Hatchbill“ an, die den Bundesbeamten eine aktive Beteiligung an politischen Wahlkampagnen verbietet und Roosevelt vor eine peinliche Alternative stellt: Unterzeichnet er die Vorlage, dann übernimmt er die volle Verantwortung für ihre Durchführung. Dann raubt er sich selbst aber auch die Möglichkeit, 1940 ebenso wie während der letzten Wahlen mit Hilfe der Dollar=Milliarden seiner Bundesbehörden für Notstandsarbeiten, Nothilfe und Arbeitslosenunterstützung Stimmenfang zu treiben. Auch kann er nicht mehr wie bisher die demokratischen Wahldelegationen aus Postbeamten, Zollinspektoren, Bundesanwälten und anderen Beamten der Bundesregierung zusammenstellen lassen, die ihm gefügig sind und seine Wiederernennung gesichert hätten. In den Wandelgängen des Kapitols wird die Verabschiedung der Hatchbill hauptsächlich der Initiative und dem Einfluß des Vizepräsidenten Garner zugeschrieben. Der schon lange unter der Oberfläche bestehende Bruch zwischen Roosevelt und Garner, der selbst als Kandidat für die Präsidentschaft angekündigt wurde, ist damit offen zutage getreten. K Der große Festzug krönte die Tage der Freude In Hamburg. Auch in diesem Jahre war der bunte Festzug mit den Darstellungen des Reichsbih bildners Prof. Benno v. Arent wieder der Höhepunkt der Veranstaltungen des letzten der KdF-Reichstagung. Der Wagen„Großdeutschland“(unser Bild) beschloß den Zug.(Scherl-M.) Statt besonderer Anzeige. Unsere geliebte Mutter FA Klars geb. Nadermann ist heute nach langer Krankheit in Frieden heimgegangen. Witten, den 23. Juli 1939. Elisabeth Rheker Klara Rheker. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 26. Juli, 17 Uhr, vom Sterbehause Röhrchenstraße 24 a aus zum alten Friedhof statt.— Das Seelenamt ist am Donnerstag um 8 Uhr in der Marienkirche. Wir bitten, von Beileidsbesuchen abzuschen. Geldbörse Gelunden. Abzuholen Bellerslohstr. 33(part.) Dienstas bis Donnerstag Dauerwellen, Wasserwellen, Blondieren, Färben, bei hellem Tageslicht Salon Blomenkemper am Bahnhof Der weileste Weg lohnt sich Schuhreparaturen Ausführung B Damen-Sohlen 1.00 Herren-sohlen 2.50 Bechnnschribr Friseuse und Lehrmädchen gesucht. Damen- und Herrensalen HAKE, Passagehaus. Nur noch ein Ermamenkaus mit Garten an der Horst-Wessel-Straße in Wetter, in schöner Lase zu günstigen Bedingungen zu verkaufen. Beziehbar 1. September 1939. Anzahlung 3100 RM. Monatliche Belastung für Verzinsung und Tülgung ca. 57 RM. Neine Notariatskosten. Neine Grunderwerbssteuer. Auskunft am Mittwoch, dem 26. Juli 1939 im Restaurant Böving am Bahnhof in Wetter, von 15—18 Uhr. Gasiah, bssen-Buhr, Hermann-Göring-Straße 30 34Ein Hispano-Film der Bavari-Filmkunst in Zusammenarbeit mit der Falange Espanole Tradicionalist De Las J. O. N. 8. Der große dokumentarische Pilm vom Betreiungskampf des nationalen Spaniens. Kameramänner, von denen drei ihr Leben hingaben, schuten in treuer Pflichterfüllung dieses Werk. Das Filmmaterial der rotspanischen Seite fiel Francos Truppen bei ihrem siegreichen Vormarsch in die Hände. Im Beiprosramm: 1. Mannesmann Der auf der Bienale- und PariserAusstellung preisgekrönte Ufa-Kulturtilm. 2. Deutschlands Heer Ein Aussehnitt aus dem Leben unseres Heeres. 3. Uia-Wochenschau Insendliche znselassen. Ab Preitag: Willy Forst SETAHT I Liehtspiele Rochttenpen Wieder eingetroffen: Echt frische Frankfurter Würsichen dazu empfehlen wir: Neues DellkatenWein-Sauerkrauf risch gesalseg. 0. In unserer FrischfleischAbteilung: Heihleisen 9.28 gepökelt.500g Schweineplötchen gesalzen 500 Eisben 9.80 (Diekbein) 500 g V•90 Ueber: Kniache echer! Heine’s Halberstädter Würstehen Schle Culmbacher Würstchen Feine Brühwürstchen Carl& Herm. u der Post Werkstatt hell und geräumig, für alle Zwecke geeignet, mit Licht, Kraft und Wasser ab sofort zu vermieten. Alex Hostmann, Crendeldanzstr. 6 M Des gewaltigen Erfolges wegen wird — Warcs nochmals Erscheint täglich mit 14tägig einschließlich der Heinrich Kol! 8 und 3030. Geschäftsstel Druck: Gedr. Lensing. 4 Heinrich Koll, A für D.=A. VI. 1939: 1 500. in dem Spielplan der SCHAUBURS verlängert. Schlilingn mhi h ng nmnm nmgamngghng GLORIA Dienslag bis Donnerstag EOFSGUN (Mordprozess Andrejew) Das Schicksal zweier Menschen, nach dem Roman „Der lebende Leichnam“ von Leo Tolstoi DAZU DAS BEIPROGRAMM. Monmmmmmen Lesr die WillcherVolkszenung 66 Kole=Arde Schwein=Aretsmeister kturn. Tod. Wetter und Jahn Westerbauer Sieger der C. und O=Klasse.- Trotz schwerer Bahnen beachtliche Leistungssteigerungen. Der Endkampf der märkischen Leichtathleten. Hagen, 24. Juli. Die märkische Leichtathletik hatte am gestrigen Sonntag ihren Höhepunkt zu verzeichnen, denn die Endkämpfe um die Deutsche Vereinsmeisterschaft in den einzelnen Klassen standen zur Entscheidung. Dadurch, daß der VfL Hagen sich mit seinen guten Kräften einschaltete, um einen weiteren Versuch in der Sonderklasse durchzuführen, erfuhren die einzelnen Wettbewerbe noch eine besonvere Steigerung. Leider war das Wetter dieser großen Veranstaltung nicht besonders günstig, so daß außergewöhnliche Leistungen nicht erzielt wurden. Besonders in den Laufwettbewerben erwies sich die Städtische Kampfbahn am Höing in Hagen als viel zu schwer, da der in den letzten Tagen herniedergegangene Regen die Bahnen vö llig durchweicht hatte. Außerdem waren die Bahnen durch die am letzten Mittwoch stattgefundenen Bannerwettkämpfe der höhren Schulen Westfalens stark beansprucht worden. Daß trotzdem noch die Punktzahlen in den einzelnen Klassen erheblich verbessert werden konnten, ist ein Beweis für den guten Durchschnitt, den die beteiligten Mannschaften in ihren Reihen hatten. In der B=Klasse konnte sich Rote Erde Schwelm, die diesmal durch die Teilnahme von Hense und von Berg eine Verstärkung erfahren hatten, den Kreismeistertitel sichern. Bei den DSCern aus Hagen fehlte der bekannte Wurfspezialist Dr. Blank, während Schwelm 06 durch das Fehlen von Winter und Rentrop stark benachteiligt war. Hagen 1860 besitzt nicht mehr die frühere Kampfkraft und konnte zudem auch Mettenbörger, der noch an einer alten Verletzung litt, nicht voll einsetzen. Beim VfL Hagen hat sich der junge Löhken durch seinen famosen 800 m Lauf einen Platz in der Kreismannschaft erobern können. die am kommenden Sonntag gegen den Kreis Wuppertal in Wuppertal anzutreten hat. " In der C=Klasse starteten nur die Tgd. Harkort=Wetter und Eintracht Witten, denn Eckesey mußte den bekannten Leichtathleten Maurer für die SA=Wettkämpfe in Berlin abstellen, während Eintracht Annen schon vorher abgesagt hatte. Harkort=Wetter ging mit ansehnlichem Punktvorsprung durchs Ziel. Eine recht gute Beteiligung gab es in der D=Klasse, in der sich insgesamt 5 Mannschaften gegenüberstanden. Tura Hattingen hatte schon vorher abgesagt. Jahn Beserbauer setzte sich diesmal vor VTV Voran die Spitze, ohne allerdings die schon früher vor Vorhalle erzielte Punktzahl erreichen zu können. Die Ergebnisse in der Sonderklasse(BfL Hagen): Dreisprung: 1. Schäfer 12,83 m; 2. Hengstenberg 12.45 m; 3. Schölling K. 12,29 m. Speerwersen: 1. Böhle 42,92 m; 2. Schölling H. 39,86 m; 3. Heierhoff 39,74 m. Diskuswersen: 1. Niermann 33,84 m; 2. Schölling H. 30,62 m; 3. Stockey 30.04 m. Kugelstoßen: 1. Niermann 12,47 m; 2. Kraft 11,98 m; 3. Heierhoff 11.24 m. dto. offene Klasse: 1. Wacker, Hagen 1860 13.40 m; 2. Karrie, DSC Hagen 12,19 m; 3. Quernheim, Hagen 1860 12.17 m. Hammerwersen offene Klasse: 1. Renfordt. DSC Hagen 32,50 m; 2. Bergenthal. DSC Hagen 29,71 m. 110 m Hürden: 1. Schulte 18,7 Sek.; 2. Schölling K. 19 Sek.; 3. Pforr 20,3 Sek. 4 mal 100 m Staffel: VfL Hagen 1. M. 45,1 Sek.; VfL Hagen 2. M. 46,6 Sek.; VfL Hagen 3. M. 48,2 Sek. Ergebnisse der B=Klasse Rote Erde Schwelm: 200 m: 1. Sievert 23,9; 2. Solbach 24,9 Sek.;— 800 m: 1. Franke 2:08.2; 2. Schwabe 2:15,8 Min.;— 3000 m: 1. Blume 10:02,9; 2. Berkenkämver 10:10.2 Min.— Weitsprung: 1. Solbach 6.52 m: 2. Sievert 6,46 m.— Hochsprung: Reinhoff und Heynen se 538.17.— Speer: 1. von Berg 43.90; 2. Hense 38.10. 35,30; 2. von Berg 28,51 m.— 4 mal 100 m Staffel: in 45,7 Sek. Hagen: 200 m: 1. Kumpmann 24,2; 2. Neuhaus — 800 m: 1. Wigge 2:07,5; 2. Gogarten 2:12,9. — 3000 m: 1. Wigge 9:15,7; 2. Termer 10:18,6 Min.— Weitsprung: 1. Vollmer 6,13; 2. Wolfram 6,10 m.— Hochsprung: Kumpmann und Sauer je 1,63 m.— Speer: 1. Karrie 41,25; 2. Bergenthal 36,42 m.— Diskus: 1. Karrie 28,92; 2. Lorenz 25,70 m.— 4 mal 100 m Staffel: in 46,7 Sek. Rot=Weiß Hagen dreimal Meister.— Blau=Gold Hagen bestreitet Ausscheidungsspiele. Hagen, 24. Juli. Die 81 teilnehmenden Mannschaften, von denen die Frauenmannschaft von Rote Erde Iserlohn vorzeitig zurückzog, haben ihre Meisterschaftsspiele beendet. Die Tabellen sind vollständig, allerdings bis auf das eine noch ausstehende Spiel in Gevelsberg zwischen Rot=Weiß und Herdecker TV. Es ist aber nicht mehr bedeutsam. Die übrigen Treffen sind infolge einer ausgezeichneten Organisation durch den Kreisfachwart Kohlpoth so flott durchgeführt worden, daß sie fast unerwartet pünktlich beendet werden konnten. Der weiße Sport hat schon im ersten Jahre seiner Meisterschaft ausgezeichnete Disziplin gezeigt, die beweist, daß das Tennis wirklich kämpferisch mobilisiert worden ist. Dazu kam allerdings eine hoch erfreuliche Spielfreude, die man überall feststellen konnte. Weitaus die besten Erfolge erzielte das Hagener Tennis, das allein drei Mannschaften von RotWeiß als Meister und als Aufsteigende steht. Dazu kommt, daß Blau=Gold Hagen mit seiner Herrenmannschaft sich mit Rot=Weiß Witten und TVLüdenscheid auf dem zweiten Platz plazierte und so Berechtigung erhielt, an den Ausscheidungs= spielen teilzunehmen, die für den 13. August nach Hagen(Blau=Gold=Plätze in Emst) angesetzt sind. Unplaziertz sind lediglich Hagen 60 geblieben und die Hasper Vereine. Schwelm 06: 200 m: 1. Lück 24,5; 2. Gensler 26 Sek.— 300 m: 1. Freigang 2:08,7; 2. Prange 2:15 Min.— 3000 m: 1. Prange 9:44,6; 2. Adam 9:45,7 Min.— Weitprung: 1. Simon 6,14; 2. Lück 5,99 m.— Hochsprung: Burger und Bickenbach je 1.48 m.— Speer: 1. Schumacher 40,72; 2. Simon 33,85 m.— Diskus: 1. Freigang 30,98; 2. Stiller 29,05 m.— 4 mal 100m Staffel: in 46,9. Die weiteren Meister stellte TV Herdecke, WeißRot Hohenlimburg und die Schwerter Turnerschaft, die es als zweiter Verein fertig brachte, beide Mannschaften zum Aufstieg zu führen. Wer absteigen muß, ist aus den Tabellen zu ersehen. Dort, wo sechs Vereine sind, müssen die beiden letzten Vereine absteigen. In der 3. Kreisklasse findet kein Abstieg statt. In 1. Kreisklasse Männer ist die Frage offen, weil man erst absehen muß, was aus der Entwicklung wird, da sowieso schon nur fünf Vereine hier spielen. Nach Abschluß aller Meisterschaftsspiele haben die verschiedenen Tabellen folgendes Aussehen: Männer: 1. Kreisklasse: 1. TV Herdecke 2. TV Lüdenscheid 3. Rot=Weiß Witten 4. Blau=Gold Hagen 5. Rot=Weiß Gevelsberg 2. Kreisklasse: 1. Rot=Weiß Hagen 2. 2. Rote Erde Iserlohn 3. Rot=Weiß Haspe 4. Grün=Weiß Haspe 5. TV Herdecke 2. 6. Edelstahl Werdohl 3. Kreisklasse: 1. Rot=Weiß Hagen 3. 2. Turnerschaft Schwerte 3. Hagen 1860 4. Blau=Weiß Witten 5. BS6 Schmöle Menden 6. Blau=Weiß Letmathe 1 3 29:5 15:21 15:21 15:21 14:20 5 5 0 5 2 3 0 5 38:7 30:15 21:24 21:24 13:32 12:33 5 5 5 2 1 1 4 37•8 26:18 22:22 19:26 17:28 13:32 200 m: 1. Rademacher und Jamin je 23.8 Sek. Pforr 25,8 Sek. 2. Hagen 1860: 200 m: 1. Mettenbörger 25.7; 2. Wever 25,9 Sek.— 800 m: 1. Ossenbrink 2:09.8; 2. Mettenbörger 2:14,3 Min.— 3000 m: 1. Weuster 10:53,2 Min.— Weitsprung: 1. Wever 5,98; 2. Stock 5,80 m.— Hochsprung: 1. Proll 1.63; 2. Schulze 1,53 m.— Speer: 1. Lollert 44,78; 2. Wacker 44,60 m.— Diskus: 1. Stock 33,04; 2. Lollert 32,85 m.— 4 mal 100 m Staffel: in 49,8 Sek. Frauen: 1. Kreisklasse: 1. Weiß=Rot Hohenlimburg 2. TV Herdecke 3. Rot=Weiß Gevelsberg 4. TV Lüdenscheid 99 5. Rot=Weiß Witten 6. Rote Erde Iserlohn ausgeschieden 2. Kreisklasse: 1. Rot=Weiß Hagen 2. 8 3 2. Rot=Weiß Haspe 3 2 3. Grün=Weiß Haspe 3 1 4. Edelstahl Werdohl 3 0 3. Kreisklasse: 1. Blau=Weiß Witten 2. Turnerschaft Schwerte 3. Hagen 1860 27:6 21:15 18:18 13:20 8:28 24•3 11:16 11:16 8:19 2 2 2 13:5 10:8 4•14 Micer 833 g.e seld 557 Sel.; 2. Schewe 58/4 Sek.; 3. 800 m: 1. Löhken 2:04,3 Min.; 2. Heierhoff 2:10 Min. Packer 1.342 Wig. 4332 Min; 2. Löhten 4.341 M.; Krüger 17.149 Min. 11: Nin; 2. Even 17.134 Min; Schewe H. 632 m; 4. Schäfer 6.31 m. „Hsch.“: Hengstenberg, Schulte und Bona, alle Gesamtergebnisse der B=Klasse: Rote Erde Schwelm DSC Hagen Schwelm 06 Hagen 1860 Gesamtergebnisse in der C=Klasse: Tgd. Harkort=Wetter 4082,40 Punkte Eintracht Witten 3770,70 Punkte 4902,85 Punkte 4612,15 Punkte 4588,35 Punkte 4272,65 Punkte dieser Zauber ist es, der unsere Freilichtaufführungen vom antiken Theater unterscheidet. Wohl hatte ein griechisches Amphitheater auch den freien Himmel über sich— der römische Zirkus kannte schon Sonnensegel— aber es war Stein, und keine Natur war darin. Es war etwas Wesensverschiedenes. Der griechische und der lateinische Himmel gewähren lange und zuverlässige Sonnenscheinperioden. Kaum, daß eine antike Theateraufführung je verregnet wurde. Wir aber genießen eine Freilichtaufführung als doppeltes Glück: erstens einmal die zauberische grüne Kulisse, und dann wissen wir, wieviel wir jedesmal dem Wettergott zu danken haben, der es gnädig gemeint hat. Wir sind also dankbar dafür wie für ein Geschenk. aufzustellen und den Beweis zu erbringen, daß der Man nicht nur eine größere Eitelkeit habe, sondern auch ein gebildeter sei als die Frau. „Meine Herrschaften, es ist ein Jammer, daß nicht alle Männer hier im Saal eitel sind. Zum Beispiel sehe ich heute abend hier einen Mann, der einer der größten Leuchten des Geistes von England ist. Und dieser Mann hat seinen Schlips so schlecht gebunden, daß es eine wahre Schande ist.“ In der gleichen Sekunde zuckten die Hände aller im Saal anwesenden Männer zur Kravatte, um sich zu überzeugen, ob wirklich der Knoten so schlecht gebunden war. Gesamtergebnisse in der D=Klasse: Jahn Westerbauer 2271,23 Punkte BTV Vorhalle 2112,80 Punkte TV Silschede 1959,65 Punkte Tad Herbede 1349,47 Punkte TV Hasperbach 1767,77 Punkte Rot=Weiß Iserlohn— BE Hörde 9:9 Naturtheater mit Hindernissen. in Augsburg der„Friedenstag“ von Richard Strauß als Freilichtopernaufführung gegeben Beginn der Vorstellung pladderte ein Wetterchen nieder, das es in sich hatte. Es goß in Strömen, bald hagelte es auch, Blitze zuckten, und der Donner krachte, Zuschauer, Sänger und Musiker liefen um die Wette in das schützende Obdach, die letzten waren besonders darauf bedacht, die Instrumente nicht naß werden zu lassen. Die Vorstellung aber war im buchstäblichen Sinne ins Wortes„ins Wasser gefallen.“ Das ist Pech, und niemand ist es erlaubt den Veranstaltern den leisesten Vorwurf zu machen. Denn Freilichtaufführungen alles Art sind nun einmal in erster Linie vom Wetter abhängig, und mit dem Wetter ist es in unseren Breitengraden auch im schönsten Sommer ein rechtes Kreuz. Im Hochsommer kann sich in kurzer Zeit ein Gewitter zusammenziehen, mit dem auch die sorgfältigste Wettervoraussage nicht gerechnet hat. Und dann kann man von Glück sprechen, wenn die Vorstellung nach beendigtem Gewitter eine Stunde später beginnen Aengstlich spähen daher, bevor ein Naturtheater mit seiner Vorstellung beginnt, Schauspieler und Zuschauer nach oben. Ist der Himmel auch klar und zuverlässig? Und wie oft beginnt man nicht mit der Vorstellung, obwohl sich verdächtige dunkle Wölkchen zusammenballen, und wie oft spielt man nicht unverdrossen weiter bis zum ersten Donnerschlag, der nicht im Regiebuch steht, man spielt, bis die ersten Tropfen von oben kommen und es dann höchste Zeit wird, dem himmlischen Regisseur Platz zu machen. zu Jahr gibt es mehr solcher Naturtheater in Deutschlano. Von Jahr zu Jahr mehr NaturtheaterEnthusiasten. wenn dieses Theaterspiel im Freien ist Sommertheater im besten Sinne des Wortes. Hier Börden, keine seichten Schwänke vorgesetzt, sondern beste r hat eine wachsende Zahl von guten und tüchtigen Schauspielern Gelegenheit, über den sonst so engagementarmen Sommer hinwegzukommen. Trotz aller Launen des Wettergottes, trotz Regen, Hagel, Blitz und Donnerschlag: es lebe das Naturtheater! L. W. Heitere Welt. Wer einmal in einer gelungenen Freilichtaufführung war der wird zugeben, daß man sich kaum etwas Schöneres denken kann als etwa den„Sommernachtstraum“ in einer wirklichen Hochsommernacht. Die Natur gror dann die vollkommenste und idealste Kulisse. Und Müssen Männer eitel sein? Auf einer englischen Gesellschaft warf man die Frage auf, ob eigentlich die Frau stärker von der Eitelkeit besessen sei als der Mann. Eine kluge Engländerin erhob sich und versicherte, sie sei in der Lage, die Probe dafür Sie wußte Bescheid. „Der Landstreicher:„Richt immer ging es mir so, liebe „Die Hausfrau:„Ja, ich erinnere mich, in der letzten woche hatten Sie den andern Arm in der Binde.“ Der Tatort wechselt, doch die Tat, sie bleibt! „##55„Zestellan:„In diesem Zimmer wurde der Herzes Ein Herr aus dem Publikum:„Was? Im letzten Jahl zeigten Sie uns ein ganz anderes Zimmer.“ Der Kastellan:„Ganz richtig, mein Herr, aber das Zimmer wird augenblicklich neu gestrichen.“ Auf dem Wege zur Besserung. " Ein junger französischer Psychiater führte seinen Vatei ourch das Privat=Irrenhaus, in dem er angestellt wat. Er deutete auf einen sehr ernst und würdig aussehenden Herrn ug. sagte:„Dieser Mann glaubt, er sei Louis „Vater interessierte sich für derartige fragre seinen Sohn, ob er nicht mit dem Unglücklichen ein paar Worte allein sprechen könnte. Viel Leichtese neinte er, könnte er ihn von seiner Wahnide“ mit ihm 15 F Ling darauf zu diesem Mann und sprat Minuten lang. Nachdem er sich von ihm ver se Zicte eit helest e zu seinem Sohn:„Sein Zustand) Louie Tlv. i.:“. setzt glaubt er nur noch, das“ Nir. 172 Ebrtserbecke um Weiß=Kortsohennmdurg Senntsmleister der T. Kretsnlaßfe. Zeugnit Feutsa Di Leiter des Am ganda der R In diesen Tagen melden, daß die deu dem Aufruf des R schen Erntehilfe geft die Zentralstelle für ginn des Einsatzes Studenten un Jahre an Deut Landdienst un sind. Wir glauben, da erläutert werden mi im nationalsozialisti beitsanspannung alle höhere Zahlen der L vielleicht über die Z sieht. Und doch bedeu wesenes in der stude 58 v. H., d. h. meh glieder der D an Hoch= und F Reiches, für vier Wi Was bedeutet das die zu diesem Großei noch einmal klarmad Gustav Adolf Scheel tische Erntehilfe. Er schen Studententag: rung in diesen Tagen arbeitern verweigert, sabotieren, dann wer len. Ich ordne desha deutsche Studenten u bringen helfen.“ Viele haben damo Denn im vorigen I Erntehilfe und im La erfaßt, die sich freiw Jahre sollten es gleiviele für unmöglich. begrüßten auf dem S führungen Dr. Scheel Beifall. Dieser Beifa sichtigen, daß das st den Aufruf des Reich sondern daß es alle samte Studentenschaf notwendigen Einsatz Der Aufruf fand bald die studentis kündet werden konnte alle begründeter von 25000 Studenter 30000 Erntehelfern chen. Das aber jetzt b tig gemeldete Ergebn und Hoffnungen. Die Erntehelfern— denn endgültige Ergebnis Geist des Styde Studentenschaft 1933 chend voranging, inde reits die Arbeitsdiens diesem Jahre 1939 be dentenschaft mit demst ist notwendig, schen Großeinsatz kei parat aufgebaut dige Verhältnis von ##eschaft,herrscht. darin zum Ausdruck, eentenführung selb ## 8 Ostgrenze tätig sie auch bei der stehen, die nicht vom dern die gelernt hat, zusetzen. Der Reichsstudente werden alle Studenter in Ostpommern, in d sien, im Protektorat mark besuchen. Sie we Kameraden überzeuge gerk der studentischen vurchprüfen. Sie werk Reiches dann melden schaft steht als geschlo aktiv bereit und hat standen. Führer verlei medaille. Der Führer Physikalisch=Technischen hannes Stark, anläßlie stand die Goethemedai liehen.