Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Vierteljährlicher Abonnementspreis 2 Mk., für einen Monat 67 Pf., durch die Post bezogen pro Quartal 2 Mk. 40 Pf. Fernsprech=Anschluß Nr. 126. Telegramm=Adresse: Märkischer Sprecher, Bochum. Bochumer Zeitung und Kreisblatt für den Stadt= und Landkreis Bochum. Sonntags=Beilage: Illustrirkes Sseitiges Vonntagsblakt. Insertionspreis pro 7 spalt. Petitzelle oder deren Raum 12 P# Reclamezeile 40 Pf. Anzeigen bis zu Mk. 2,— finden nur gegen Vorausbezahlung Aufnahme. Redaction und Expedition befinden sich Politische Tages-Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 29. Jan.[Dem Kaiser] ist heute von den rheinischen Behörden die amtliche Mittheilung zugegangen, daß die Eisgefahr für das Rheingebiet als beseitigt anzusehen sei. Der Kaiser hatte in den letzten Wochen sich regelmäßige und eingehende Berichte über die Eis= und Wasserverhältnisse des Rheins erstatten lassen. Mit besonderm Nachdruck hatte er unsern Behörden die weitestgehenden Sicherheitsmaßregeln zur Pflicht gemacht. Vor Allem hatte er eingeschärft, daß Militär= und Civilbehörden in engsten Zusammenhang treten und ihre gegenseitige Thätigkeit in innigster Wechselwirkung entfalten möchten.— Prinz Heinrich von Preußen wohnte heute zum erstenmal einer Sitzung im Ministerium des Innern bei. Minister Herrfurth hat vom Kaiser den Befehl erhalten, den Prinzen in erster Linie in die Grundzüge des Verfassungsrechts einzuführen. Der Prinz wird voraussichtlich in der nächsten Zeit viermal wöchentlich den Sitzungen beiwohnen. Die heutige erste Sitzung dauerte 2½ Stunden. Anwesend waren der Unterstaatssecetär, der Ministerialdirector, zwei vortragende Räthe, die Herren v. Horn und v. Klitzing, die dem Prinzen zur Dienstleistung beigeordnet find. Der Prinz nahm an den Berathungen das größte Interesse.„„„(K. Z.) Berlin, 30 Jan.[Der Reichstag) erledigte heute zunächst den Etat der Reichsjustizverwaltung, welchen der zum Präsidenten des Reichsgerichs ernannte Herr v. Oehlschläger, der zum 1. Februar nach Leipzig übersiedelt, noch vertreten wollte. In der Debatte regte Abg. v. Buol(Centrum) eine einheitliche Regulirung des Strafvollzuges an, während die Abg. Böckel(Antis.) und Heine(Sozialist) den Entwurf des neuen bürgerlichen Gesetzbuchs sehr ungünstig beurtheilten. Staatssekretär v. Oehlschläger gab Aufschlüsse über die Commission, welcher der Entwurf zur weiteren Berathung überwiesen ist, und theilte mit, daß über eine Reform der Strafvollziehung Verhandlungen schweben. Nachdem noch der Socialdemokrat Stadthagen sich gegen das Anklagemonopol der Staatsanwälte gewendet, wurden die Ausgaben der Justizverwaltung genehmigt. Der Rest des Etats der Post= und Telegraphenverwaltung wurde, abgesehen von einigen Mittheilungen des Herrn v. Stephan über die Neuanlage der Telegraphenverwaltung, ohne erhebliche Debatte erledigt. Beim Etat der Reichsdruckerei bemängelten die Social= demokraten die niedrigen Löhne und die Nichtanwendung des Buchdruckertarifs in derselben, ferner die Ueberstunden und Sonntagsarbeit. Die letztere soll nach der Erklärung des Directors Fischer möglichst vermieden werden; die Löhne seien nicht niedriger als in den Privatdruckereien. Auch dieser Etat wurde genehmigt. Die nächste Sitzung findet am Dinstag — Berlin, 30. Jan.[Parlamentarisches.] In dem Befinden des Abgeordneten Dr. Böttcher ist eine weitere Besserung eingetreten; auch dem Dr. Windthorst geht es heute bedeutend besser, so daß Feuilleton. Glück im Spiel. Novelle aus Monako von Feitz Mauthner. Nachdruck verboten. Geliebte Edda, so war er überschrieben und weiter kam ich nicht. Ich hatte im Sinn, Dir eine Liebeszu machen. An Deiner Seite wäre ich glückich geworden; aber das Schicksal hatte ein dämonisches Weib über meinen Weg geführt und das meinen Willen lieben. Ich that mir iar Phrzun, suns zu weinen an. Bitterlich. Es fiel wunrde ig so fal, das ie...n Zinmeraber Ich nahm mich zutap i9 ucht sten bleiben konnte. unier E. Jostes“ommen und ging zum Portier herunter. er sollte in meiner Stube einheizen lassen, schloz ich uich, endich Post bsorgen. Schver entschloß ich mich, enouich die Frage zu stellen, wegen der ich heruntergekommen war. Ob die Dame von Nr. 23 und der Herr von Nr. 22 schon zum Souper heimgekehrt waren. Der Portier besann sich. Richtig, rief er, Sie sind der Herr von Nr. 24? Für den Herrn is ein Brief mit der Post gekommen. Recomund die Soer Herr können morgen unterschreiben. Jich haue gaue von 23 hat diesen Briefzurückgelassen. rics ich dag Pogere ang Mit zitternden Händen jedes mar, Olatt aubeinander. Ich weiß heute noch werde vie auswendig.„Mein lieber Freund, ich wirst selg ersechen n u.. 41 Dich, aber Du Ich habe Dich viel g.epog en ie wicgz, bleiben konnte. nect. Ich freue Aber er ist sehr bise. Deine treue Beuh.— Pg. Sei mir nicht letzterer wohl bald wieder im Parlament wird erscheinen können.— In Sachen der Unteroffiziersprämien scheint man sich unter den verschiedenen Parteien dafür einigen zu wollen, daß der Vermittlungsvorschlag des Prinzen v. Arenberg, die Prämie erst nach vollendetem zwölften Dienstjahre zu zahlen, zur Annahme kommt.— Die zweite Lesung des Arbeiterschutzgesetzes wird auch in nächster Woche noch nicht erfolgen können, die noch für die Berathungen des Etats(Auswärtiges Amt, Armee und Marine) freigehalten werden muß. Ob unter diesen Umständen die Arbeiterschutznovelle noch im Februar zu ersedigen ist, dürfte mindestens zweifelhaft sein. (9 Berlin, 31. Jan.[Ueber das Abschiedsgesuch des Generals v. Lesziynski] kursiren augenblicklich die verschiedensten Gerüchte. Am häufigsten trifft man auf die Ansicht, daß die Freundschaft des Generals mit dem Fürsten Bismarck die bewegende Ursache zu dem Abschied des verdienten Militärs gewesen sei. Für jeden Einsichtigen war von vornherein diese Bersion eine falsche; denn wenn man bedenkt, daß der Kaiser am letzten Weihnachtsfest dem Fürsten Bismarck ein prächtiges Geschenk(Schloß= ansichten) zugesandt hat, so ist es wohl selbstverständdaß der Besuch des Fürsten bei einem General nicht der Grund zu dem Abschied des Letzteren sein kann. Dagegen dürfte man der Wahrheit schon etwas näher kommen, wenn man in Betracht zieht, daß Fürst Bismarck gleichsam der Repräsentant der alten, Kaiser Wilhelm II. derjenige der neuen Zeit ist. Derselbe Gegensatz, welcher zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Bismarck entstanden war, derselbe Gegensatz machte sich auch in militärischen Angelegenheiten zwischen dem und dem General v. Lesziynski geltend, der das Bestehen dieses Gegensatzes seiner militärischen Umgebung gegenüber auch durchaus nicht verhehlte. Politische Erörterungen an den Abschied des Generals hiernach unstatthaft; es liegen lediglich militärische Motive dem Abschiedsgesuch des Generals zu Grunde, welche wir im Obigen anzudeuten versuchten. Die Armee wird ungern einen so verdienten und tüchtigen General aus ihren Reihen scheiden sehen, aber eine neue Zeit verlangt manches Opfer an Persönlichkeiten, die sich mit dem eingeschlagenen Kurs nicht bestegunden Wonen. 1 aen Kaure 16 Ueber den Empfang des Erzherzogs Eugen von Oesterreich und des Herzogs von Genug durch den Prinzen Heinrich an dem Anhalter Bahnhof in Berlin waren verschiedene Gerüchte verbreitet, da zuerst der Erzherzog Eugen vom Prinzen Heinrich empfangen und begrüßt und ihm die üblichen militärischen Ehren erwiesen wurden, während welcher Zeit der Herzog von Genua in seinem Wagen verblieb und erst dann begrüßt wurde. Der Vorgang sinstanbe bes d— g. B6., 8916 den umstande, oaß der Zug, mit dem beide Gäste gleichzeits aglangten, sehr lang war, und die Wagen der beiden Prinzen durch einen sehr großen Zwischenraum van einander getrennt waren, wodurch die Einheitlichkeit des Enpsanges geliten bez., 9 Einen Besuch Kaiser Wilhelms in Lissadrid kündigte die sportugiesische daum 1 /. pie Eher chues enschlose danmn Dez ich meinen Ueckerzscher an den Hat s. ui se geneiur Brse 661 aes. Kaene die Pfädls ian de Tasch, und Kaurnne znr 96e öchern. hinaus in die Nacht, um meinen, 1.sche und„Kurnu, per. grur gapren. Nur ein W hinaus in die Nacht, um meinem ungeheuren Schmerze aum zu geben. Mit scheinbarer Fassung machte ich De ete e ber e eche Bestellung für mich da wäre?— Von wem?— Von der Dame auf Nr. 23.— Ach richtich, Sie sind der Herr von Nr. 24. Nein. Der Herr und die Dame sind in einem Wagen nach Nizza gefahren; Briefe sind— er blickte in sein Buch— vierzehn Tage lang nach Paris, dann nach Berlin nachzusenden.— Jetzt wußte ich Alles. Langsam, aber entschlossen schritt ich über den hellerleuchteten Platz und durch den märchenhaften Park in die Einsamkeit hinaus, gegen die Felsenhöhe Laturbia zu. Es war gegen 9 Uhr. Außerhalb Monaco war kein Mensch mehr zu sehen. Ich that ein paar tiefe Athemzüge, das that mir gut. Ein unklares Gefühl von Weltschmerz hatte sich geregt; als ich aber kräftig athmend den steilen Weg bergauf schritt, kam das Bedürfniß der HageT achie sie) Ichwunderte mich über meine der Tisote spief ig uiur zu erliren. Mit den Lauf e. sprelend, horchte ich auf meine Gefähle. meldete, das war ein gesunder Hunger. Das war natürlich, und ich brauchte mich nicht zu Lepor sch han.. eius ordentliche Mahlzeit nohn, bevor ich that, was nothwendig war. Auch die Homerischen Helden sättigten sich mit Speise und Trank Wöchruigeeoden ließer, Ich war schon auf dem oruawege. Ic mußte doch auch erst meinen Brief an die geliebte Edda schreiben, Bestimmungen über mein Reisegepäck treffen und meine Rechnung im Hotel begleichen. Aber damit belog ich mich nur selber. Meine Sachen hätten den Wirth vollauf befriedigt. Tordoehasiense weiner Selbst. morogebanren immer wieder hervorlugte, war die, wovon sollte ich das Souper bezahlen, wonach mich mit jedem Schritt mehr gelüstete. Ich Pehe agr gerne, bachtäblich beinen Sen in der Tasche. Ich konnte meine Uhr versetzen, meinen Reisepelz verkaufen. Aber Du wirft begreifen, daß es gegen die Ehre eines entschlossenen Selbstmörders geht, 1 sich in so gemeiner Weise Befriedigung eines thierischen Instinkts zu verschaffen. Lieber wollte ich hungrig #u#, voue fayren. Nur ein Bhunder konnte mich noch Gssce, d war im guten Turnerschritt wieder an dem potei augekommen. Ich war schwach vor Hunger. Zeitung„Odia“ jüngst an. Die„Nordd. Allg. Ztg." erklärt, auscheinend offiziös, die ganze Nachricht für aus der Luft gegriffen. Die Ausführungen des Staatssekretärs des Reichspostomts gelegentlich der Erörterung der Petition, betreffend die Gebührenmäßigung für Zeitungstelegramme, hat zahlreiche Blätter zu sehr lebhaften gegen Herrn Dr. v. Stephan gerichteten Artikeln Anlaß gegeben. Mit Recht verwahrt sich die Presse insbesondere gegen die Behauptung, die Zeitungen seien lediglich Erwerbsunternehmungen, die irgend eine Ausnahmestellung nicht beanspruchen können. Als kürzlich im Reichstage von einem Vertreter der verbündeten Regierungen der ebenfalls unbegründete Vorwurf erhoben wurde, die Zeitungen hätten nicht grnug zur Aufklärung über die Invaliditäts= und Altersversicherung gethan, wurde auf die Verpflichtungen der Presse gegenüber dem öffentlichen Liben hingewiesen; jetzt ist die Zeitung ein gewerbliches Unternehmen wie jedes andere. Der Standpunkt wird eben nach Umständen geändert. Man sucht die Presse und betrachtet sie als eine höchst wichtige Einrichtung, wenn man ihrer bedarf, um sie bald darauf bei Seite zu schieben. Die Berichte des Reichscommissars v. Wißmann über die Emin Pascha=Angelegenheit sind, wie gemeldet wird, jetzt beim Auswärtigen Amt eingetroffen. Von dem Reichstagswahlvorstande der Ortschaft Bohrbeck(Wahlkreis Friedeberg=Arnswalde) wurden Mitglieder wegen Wahl fälschung, begangen bei der letzten Reichstagswahl, zu Gefängnißstrafen und zwar von zwei Wochen bis zu drei Monaten verurtheilt. Potsdam, 30. Jan. Der Erzherzog Eugen von Oesterreich traf heute Vormittag hier ein und begab sich zu Wagen nach der Friedenskirche, wo er zunächst im Mausoleum am Sarge des Kaisers Friedrich einen Lorbeerkranz mit Schleife niederlegte und dann in der Gruft des Königs Friedrich Wilhelm IV. ein stilles Gebet verrichtete. Oesterreich. Wien, 29. Jan. Kaiser Wilhelm ertheilte den Auftrag, morgen, am Sterbetage des Kronprinzen Rudolf auf den Sarg desselben einen Kranz mit der Widmung:„Dem treuen Freunde— Kaiser Wilhelmll.“ niederzulegen. Der Kaiser und die Kaiserin von Oesterreich verrichteten in der Frühe gemeinsam ein Gebet am Sarge des Kronprinzen und wohnten hierauf der stillen Messe in der Kapelle der Hofburg bei, bei welcher die Kronprinzessin=Wittwe Stefanie gleichfalls anwesend war.— Die„Arbeiterzeitung" bringt einen sozialdemokratischen Wahlaufruf, welcher die lebhafte Betheiligung der Sozialdemokraten an der Wahldie Bildung eigener Wahlkomitees und die Aufstellung von Zählkandidaten ankündigt. Es geschieht zum ersten Mal, daß die Sozialdemokraten in Oesterreich derart in die Wahlbewegung eingreifen. Die Reise des österreichischen Erzherzogs und muthmaßlichen künftigen Kaisers von Oesterreich, Franz Ferdinand von Efte, nach Rußland ist nach neueren Meldungen vom 2. auf den 4. oder 5. Februar verschoben worden. Ob für diese Verdüe e ie e kecet sce ecesce Brief ein, den ich vorhin in meiner Seelenqual liegen gelassen hatte. Er war recommandirt, er enthielt am Ende Geld. Vielleicht hatte ein verbummelter College, dem ich vor Jahren etwas Geld geliehen, plötzlich Reue gefühlt. Vielleicht sandte mir mein Rechtsanwalt mitten im Monat meinen Gehalt. Vielleicht sandte mir mein Weinhändler die Summe zurück, um welche er mich im Laufe der Jahre durch Plantscherei betrogen hatte. Es war ja am Ende möglich. Ebenso möglich, wie das Wunder, das geschah: daß Du mir fünfzig Lire einschicktest, um damit für Deine Rechnung zu spielen.“ „O. Du Scheusal, Du Betrüger!" „Es war nur Unterschlagung. Aber da ich dem Hungertode nahe war, so ist auf mildernde Umstände, wenn nicht auf Straflosigkeit zu erkennen.“ Edda setzte sich ihrem Mann auf den Schooß und ihn fast unter Küssen. Ich habe mich so geschämt, sagte sie endlich, als sie lachend von ihm abließ. Seitdem Du in Monaco warst, wurde auch bei uns in Bordighera von nichts Anderem gesprochen, als von der Roulette. Wir unterhielten uns mit der Mutter ganz ernsthaft darüber, ob Du verlierst oder gewinnst. Auf die meilenweite Entfernung wurde ich vom Spielteufel erfaßt. Und dann wollte ich Dir doch einen Gruß senden. Darum legte ich die Anemone bei. „Ich habe die Anemone Ansangs nicht völlig gewürdigt,“ rief Heinrich übermüthig lachend. die fünszig Lire hoben meinen Muih in unbeschreiblicher Weise. Ich dachte nicht daran, sie zu verSofort legte ich Hut und Ueberzieher ab und bestellte ein Souper. Und während ich bei einer Sardine und einem guten Glase Vordeaux wartete, spendete ich mir die schönsten Lobsprüche. Erstens war unselige Spielleidenschaft zu entschuldigen, wenn meine liebe, liebe Edda— ich war Dir so namenlos dankbar— auf so weite Entfernung gepackt worden ich mir etwas darauf ein, daß ich mir für den Geld zu essen bestellte. Offenbar war ich gebessert. Ich war kein Spieler mehr und das freuie mich von mir. Und wie mir das schiebung nur persönliche oder auch politische Gründe maßgebend gewesen sind, bleibt abzuwarten. Italien. Wie der„Capitan Fracassa“ meldet, wird der Ministerpräsident Crispi Montag dem in Rom eingetroffenen Grafen Herbert Bismarck zu Ehren ein Mahl geben, zu welchem sämmtliche Minister Einladungen erhalten haben. England. London, 29. Jan. Auf eine Anfrage im Unterhaus über das Verhalten der Regierung gegenüber der Entdeckung des Professors Koch erwiderte der Erste Lord des Schatzes, Smith, die weitverbreitete Anerkennung des Werthes des Heilmittels seitens der Aerzte aller Welttheile und das Gefühl der Segnungen, die er seinen Mitmenschen verliehen habe, sei eine große Belohnung für Koch. Er glaube nicht, daß irgend ein Schritt der englischen Regierung die Genugthuung erhöhen könne, die Professor Koch über die Aufnahme empfinden müsse, die seine Entdeckung in der civilisirten Welt gefunden habe. Portugal. Nach einem Telegramm aus Lissabon hätten in Oporto drei Regimenter eine Bewegung in republicanischem Sinne versucht, und es wäre zwischen ihnen und der Municipalgarde, die der Regierung treu geblieben sei, zu einem Zusammenstoß gekommen. Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Türkei. Konstantinopel, 31. Jan. Die Leiche des Botschafters Sadullah Pascha ist gestern hier eingetroffen und wurde in feierlichem Zuge unter militärischen Ehrenbezeugungen nach der Sophien=Moschee und sodann nach dem Mausoleum des Sultans Mahmud überführt, wo die Beisetzung erfolgte. Locales und Provinzielles. Bochum, 2. Februar. = Stadtverordneten=Sitzung. vom 30. Januar. Das Collegium ist bis auf die Herren Geheimrath Baare und Dr. Nieden vollzählig versammelt; den Magistrat vertreten die Herren Oberbürgermeister Bollmann, Bürgermeister Lange und Stadtrath Korte. Herr Pieper führt den Vorsitz. 1. Geschäftliches. Zur Herner StraßenbahnAngelegenheit ist ein Schreiben des Herrn Regierungsprüsidenten eingegangen, in welchem derselbe mittheilt, daß er zu dem Unternehmen erst dann Stellung nehmen bezw. Schritte zur Herbeiführung der landespolizeilichen Genehmigung thun könne, wenn ein bestimmter Unternehmer die Genehmigung beantrage, und wenn das Projekt klar erkennen lasse, inwieweit dasselbe auch dem Güterverkehr dienen solle. Das Collegium beschließt, sich mit diesem Schreiben in geheimer Sitzung zu beschäftigen.— Der Verwaltungs= und der Finanzaulsschuß haben ihre Constituirung angezeigt. Vorsitzender des Verwaltungsausschusses ist Herr Wilhelm Mummenhoff. Schriftführer Herr Hactmann; Vorsitzender des Finanzausschusses: Herr Frielinghaus, Schriftführer Herr Seippel.— In einer vom 18. Januar datirten Eingabe bitten Anwohner der Ferdinandstraße um Canalisirung. Das Gesuch wird dem Magistrat zur event. Berücksichtigung bei Ausstellung des Erats überwiesen. gus: 3, und 4. Die außerordentlichen Revisionen der städtischen Sparkasse, der Stadtkasse und der damit verbundenen Nebenkassen am 30. v. Mts. sowie die Revision der Gas= und eite Sesch een leld eien ur 5. Bepder„Prütung der Sparkassen=Doku eun ner Sthate=ssctacht hod daide wrchchich Essen schmeckte. Immer nur dachte ich dabei an Dich, die mir den Tisch gedeckl hatte und die es weiter so thäte, wenn sie hätte meine Frau werden können, wenn das Verhängniß mich nicht in den Tod getrieben hätte. Aber ich wollte nicht weich werden. Ich kannte meinen Weg. Gekräftigt und merkwürdig heiter verließ ich den Speisesaal, zahlte meine Zeche und verlangte im Bureau meine Gasthofrechnung. Die Wirthe in Monaco sind keine Gemäthsmenschen. Man bezahlt baar, was man verzehrt und darf auch sein Zimmer nicht lange schuldig bleiben. Nur so war es möglich, daß von Deinen fünfzig Lire noch etwas übrig blieb. Ich hatte eigentlich nichts mehr auf Erden zu bestellen. Als ich aber ein Goldstück und etwas Silber wieder zwischen den Fingern fühlte, ging ich geradeswegs nach dem Casino. Gedankenlos legte ich, als hätte ich hier niemals mit Tausenden um mich geworfen, fünf Franken auf den Tisch. Nach wenigen Minuten hatte ich wiedergewonnen, was ich von Deinem Gelde unterschlagen hatte und noch eine Tasse Kaffee, eine Cigarre und das Billet nach Bordighera darüber. Ich zog meinen Gewinn ein und verließ den Saal. Ich war außerordentlich zufrieden mit mir. Ich konnte mir das Zeugniß ausstellen, daß ich gebessert war und nicht das Andenken eines gewissenlosen Menschen hinterließ. Denn die großen Summen, die ich verspielt hatte, gehörten meiner Mutter, oder eigentlich mir selbst; das ging keinen Menschen etwas an. Aber deine fünfzig Lire! Ich mußte sie Dir wiederbringen! Ja, das sah ich klar vor mir, ich mußte Dir noch einmal in die lieben Augen sehen, Dir für meine Rettung danken und meine alte Mutter aus Herz drücken. Dann konnte ich seelenvergnügt sterben. Und der Entschluß machte mich schon jetzt seelenvergnügt. Ich konnte das fatale Geschäft auf morgen aufschieben; es wäre aber auch schändlich gewesen gleich nach einem so guten Abendbrod die Welt verlassen zu müssen. Ich hatte noch einige Zeit, bes der letzte Zug nach dem Often abging. Behaglich gönnte ich mir im Cafe de Paris meine Tasse und die Cigarre und dachte an Dich, der ich diese letzte glückliche Stunde verdankte."(Forts. s.) Notate gezogen worden; dieselben haben inzwischen ihre Erg. Die Jahresrechnung der Gemeindekrankenkasse für 1889(Ref. Herr Tegeler) wird entlastet und auf Antrag des Finanzausschusses beschlossen, einen aus dem Jahre 1885/86 stammenden Fehlbetrag der früh Ortskrankenkasse, welcher bisher als Vorschuß der Stadt verbucht war, endgültig auf die Stadtkasse zu übernehmen und zwar mit Rücksicht darauf, daß dieses Defizit in Höhe von 3658,83 Mk. hauptsächlich durch die Inanspruchnahme der Kasse seitens der städtischen Beamten veranlaßt worden war. 7. Gymnasialkassen= Rechnung pro 1889/90. (Ref. Herr Grimberg.) Der städtische Jahreszuschuß, welcher für die Etatperiode 1886/92 auf 39 400 Mk. veranschlagt ist, hat sich auch in dem in Rede stehenden Jahr nicht unwesentlich höher gestellt, nämlich auf 46130,92 Mk. Es erklärt sich dies einestheils aus der Mindereinnahme von Schulgeld in Folge des Rückganges der Schülerzahl und zum andern aus der Erhöhung der Wohnungsgeldzuschüsse.— Die Rechnung wird anerkannt. 8. Der Jahres=Etat der Gymnasialk asse für die Jahre1892/98 balancirt in Einnahme und Ausgabe mit 91220 M. Der städtische Zuschuß ist mit 50710 M. angesetzt; der Staatszuschuß beträgt 3600 Mk. Bei Erörterung der Abnahme der Schülerzahl fragt Herr Döhmann, ob Schüler von auswärts nicht durch die erhöhten Schulgeldzuschläge vom Besuche der Anstalt abgehalten werden. Der Herr Oberbürgermeister erwidert, daß die Erhöhung eine kleine Einwirkung auf die Frequenz allerdings gehabt habe. Doch werde es wohl nicht rathsam sein, jetzt schon wieder eine Ermäßigung eintreten zu lassen, zumal sich heute gar nicht absehen lasse, wie sich das Schulwesen in der Folge gestalten werde. Von einer zur Verminderung des städtischen Zuschusses ins Auge gefaßten Erhöhung des Schulgeldes um 20 Mk. habe man vorläufig Abstand genommen, da das Curatorium dem entschieden widerrathen habe. Es sei indeß nicht ausgeschlossen, daß man innerhalb der Ertatsperiode auf diese Frage zurückkomme. Auf eine Anfrage, ob das neue Gymnasialgebäude lediglich für die Zwecke des Gymnasiums bestimmt sei, bemerkte Herr Oberbürgermeister Bollmann, daß die Räume gegenwärtig auf das vorhandene Bedürfniß beschränkt seien, jedoch habe man für eine event. Erweiterung, z. B. behufs Verbindung mit einer Realanstalt, insosern Vorkehrung getroffen, als sich ohne Schwierigkeit ein Flügel anbauen lasse. Bezüglich der mit einem Kostenaufwand von 30000 Mk. projektirten Centralheizung im neuen Gymnasium wird mitgetheilt, daß eine Reihe von Systemen geprüft worden, und daß man sich schließlich für ein System entschieden habe, welches eine Commission, bestehend aus den Herren Director Dr. Broicher, Dreyer und Stadtbaumeister Bluth in Marburg besichtigt, und dessen Bewährung außer Frage stehe. Die betr. Anlage ist bereits in voriger Sitzung beschlossen worden, doch wird gewünscht, daß die das Nähere enthaltenden Akten dem Collegium noch einmal vorgelegt werden möchten. Nachdem Herr Mummenhoff noch seiner Befriedigung darüber Ausdruck gegeben, daß die Ueberbürdungsfrage Dank dem Eingreisen von hoher Seite nun endlich in ein anderes Stadium gebracht sei, wurde der Gymnasialetat genehmigt. 9. Der Armenkassen=Etat pro 1891/92, schließt wiederum in recht günstiger Weise ab; die Gründe sind aus früheren Darlegungen des Referenten Herrn Frielinghaus bekannt. Einnahmen und Ausgaben beziffern sich auf 135000 Mk. gegen 137000 Mk. im Vorjahr; der städtische Zuschuß beträgt 94000 Mk. d. i. 3000 Mk. weniger ass im Vorjahr. Bei den Positionen„Lausende Wochenspenden" und„Monatsunterstützungen“, hat eine Ermäßigung um insgesmamt 1500 Mk. eintreten können; um den gleichen Betrag haben sich die Pflegekosten der in Krankenhäusern aufgenommenen Personen verringert. Bemerkenswerth ist die Thatsache, daß sich die Zahl der Geisteskranken von Jahr zu Jahr vermehrt. Der Etat der Armenkasse wird nebst dem Etat des Kaiser Wilhelm=AugustaHospitals labschließend mit 22000 Mk.; städtischer Zuschuß 14000 Mk.(—1000 Mt.) und den Etats der Stiftungen nach dem Antrage des Finanzausschusses genehmigt. 10. Die Vorlage wegen Einrichtung einer Haushaltungsschule im Kaiser Wilhelm=Augusta=Hospital(Referent Herr Generotzky) geht dahin, daß die Schule, fur welche das Collegium seine Sympathien schon mehrfach ausgesprochen hat, mit dem 1. April d. J. ins Leben treten soll. Die jeweilig aufzunehmenden 6 Schülerinnen sowie auch die Lehrerin werden im Kaiser Wilhelm=Augusta=Hospital Wohnung und Verpflegung finden, erstere gegen die Verpflichtung, auch an den sonstigen häuslichen Arbeiten sich zu betheiligen. Für Gehalt der Lehrerin und erste Einrichtung ist ein Betrag von 1000 Mk. erforderlich. Sobald der Antrag genehmigt ist, soll die Berusung der Lehrerin erfolgen und hinsichtlich des Betriebes das Nähere festgesetzt werden. Die oberste Leitung der Schule wird dem Curatorium der Fortbildungsschule für weibliche Personen übertragen. Der Finanzausschuß befürwortet die Magistratsvorlage, die einem dringenden Bedürfnisse entgegenkomme; abgesehen davon habe auch der Herr Regierungspräsident die Frage schon häufig angeregt. Herr Bürgermeister Lange empfiehlt, die Unterhaltungskosten der Schule, welche sich auf jährlich 1200 Mk. stellen, gleichzeitig mit zu bewilligen. Herr Mummenhoff begrüßt es, daß die Sache so gut zu Stande gekommen, und hofft im Uebrigen, daß das Interesse der Regierung für dieselbe sich auch in klingender Münze bethätigen werde, wofür nach Meinung des Herrn Bürgermeisters Lange auch gute Aussicht besteht Herr Scharpenseel hat das Bedenken, daß das Nebeneinanderwirken des gedachten Curatoriums und der Armenverwaltung zu Differenzen führen könnte. Herr Krüsmann meint, daß die Mädchen in einer Küche, in welcher für Hunderte von Personen gekocht werde, nicht auch lernen könnten, wie man für einen kleinen Haushalt zu kochen habe. Herr Bürgermeister Lange theilt diese Bedenken nicht und bemerkt bezüglich des ersteren noch, daß jedenfalls von beiden Seiten Alles geschehen werde, um Conflikte zu vermeiden. Herr Döhmann würde es lieber sehen, wenn die Schule innerhalb der Stadt errichtet und, wenn der ärmeren Bevölkerung die Möglichkeit geboten würde, dort billige Speisen zu kaufen. Herr Burgermeister Lange: Die Schule könne, wenn sie in dem vorgesehenen Rahmen geschaffen werden solle, nur da errichtet werden, wo ohnedies für viele Leute gekocht werde. Da nun die Gefängnißküche natürlich nicht in Betracht zu ziehen, auch von der Küche des Bochumer Vereins habe abgesehen werden müssen, sei nur das Kaiser Wilhelm=Augusta=Hospital übriggeblieben, wo sparsam und gut gekocht und so ohne Zweifel den Zwecken der Schule am besten Rechnung getragen werde. Im Anschluß hieran machte der Herr Bürgermeister Mittheilungen über die von ihm in Karlsruhe, Kassel 2c. besichtigten Haushaltungs=Schulen, welche freilich über Das weit hinausgehen, was man hier erstrebe, und wies sodann noch darauf hin, daß der hiesigen Schule das volle Interesse und die beste Förderung Seitens der Damen unserer Frauenvereine werde zu Theil werden. Die Vorlage wurde hiernach mit ihrer Ausdehnung auf die Unterhaltungskosten des ersten Jahres(zusammen also 2200 Mt.) nahezu einstimmig angenommen. 11. Bericht der Commission über die Vorlage des Magistrats wegen Beschaffung von Bureauräumen. Wie Herr Frielinghaus Namens der vereinigten Ausschüsse bekannt gibt, hat die Angelegenheit dadurch ihre Erledigung gefunden, daß die Magistratsvorlage, wonach der Stadtverordnetensaal umgebaut werden sollte, zurückgezogen ist. Die erforderlichen neuen Geschäftszimmer sollen bis auf Weiteres im obersten Stockwerk des Rathhauses eingerichtet werden. Es ist hierdurch Zeit gewonnen, um die definitive Lösung der Frage in Ruhe und auf das Eingehendste zu berathen. Wahrscheinlich werden späterhin einzelne Bureaux der städtischen Verwaltung in das alte Rathhaus verlegt werden. 12. Statut für die Versorgung der Wittwen und Waisen der städtischen Beamten und Lehrer an den höheren Schulen(Res. Herr Mummenhoff). Nach diesem Statut gewährt die Stadt Bochum von jetzt ab den Wittwen und Waisen aller mit Pensionsberechtigung angestellten städtischen Beamten und Lehrer an den höheren Schulen eine Pension, und zwar besteht das Wittwengeld in dem dritten Theile der Pension, zu welcher der Verstordene berechtigt gewesen, und das Waisengeld in einem Fünftel bezw. einem Drittel des Wittwengeldes für jedes Kind. Dagegen zahlt die Stadt vom 1. April 1891 ab keine Beitrage mehr zu den von den betr. Beamten und Lehrern bei anderen Wittwen- und Waisenkassen geschlossenen Versicherungen. Behufs Erfüllung der obigen Seitens der Stadt übernommenen Verpflichtungen wird bei der Stadtkasse ein Nebenfonds gebildet, für welchen jährlich ein Betrag von 3 Prozent des pensionsfähigen Einkommens der hier in Betracht kommenden Beamten und Lehrer in den Stadthaushaltsplan einzustellen ist. Mit diesem Statut wird wiederholten Wünschen aus den betheiligten Kreisen, welche sich auf die staatliche Fürsorge berufen, entsprochen. Im Ausschuß ist dasselbe, wie der Reserent ausführt, Gegenstand eingehender Erwägungen gewesen; man habe dort nicht außer Achl lassen können, daß die Betreffenden besondere Steuervergünstigung genießen, und daß der Bürgerschaft ähnliche Vortheile nicht geboten seien; doch sei man — auch in der Veraussetzung, daß dadurch weiteren Gesuchen um Gehaltserhöhung vorgebeugt werde— dahin schlüssig geworden, das Statut mit einem Zusatz zur Annahme zu empfehlen. Der demgemäß in den Etat einzusetzende Betrag beläuft sich fürs Erste auf 4500 Mk. Der erwähnte auf Vorschlag des Herrn Oberbürgermeisters modifizirte Zusatz bestimmt, daß, wenn der Staat ein Reliktengesetz für die städtischen Beamten oder Lehrer oder für beide Categorien erlasse, der Beschluß außer Kraft treten und die Stadt über das Kapital sreie Verfügung erhalten soll. Eine längere Erörterung rief der§ 17 hervor, welcher von Abänderungen des Statuts handelt. Demselben wurde folgende Fassung gegeben:„Abänderungen können... zwar beschlossen werden, jedoch dürfen dieselben den Kreis der zum Bezuge von Wittwen= und Waisengeld Berechtigten— d. s. die zur Zeit der Abänderung des Statuts definitiv angestellten Beamten— niemals einschränken oder die Beträge des Wittwen= und Waisengeldes herabsetzen.“ Nach Genehmigung der Vorlage sprach der Herr Oberbürgermeister Dank aus Namens der Beamten und Lehrer, welche ihre Angehörigen nun versorgt wissen, und gleichzeitig die Erwartung, daß das Statut von gutem Einfluß sein werde auf die Thätigkeit im städtischen Dienst. Den Schluß der öffentlichen Sitzung bildete die Berathung der Geschäftsordnung für eine neu einzusetzende städtische Baudeputation, welche gegenüber der bisherigen Baucommission erweiterte Befugnisse erhält und aus 2 Mitgliedern des Magistrats, 8 anderen Bürgern(zur Hälfte Stadtverordnete) und dem Hrn. Stadtbaumeister besteht. Die bezügliche Magistratsvorlage fand mit einigen Abänderungen die Zustimmung des Collegiums. Aus der Bürgerschaft wurden in die Deputation folgende Herrn gewählt: Grimberg, Schulte=Oestrich, Schwenger, Rosenstein, Flottmann, Müller, Berndt und Lächtermann. Invaliditäts- und Altersversicherung. Nach § 1 des Invaliditäts= und Altersversicherungsgesetzes beginnt die Versicherungspflicht vom vollendeten sechszehnten Lebensjahre ab. Das sechszehnte Lebensjahr aber ist mit Beginn desjenigen Tages vollendet, an welchem Jemand nach dem allgemeinen Sprachgegebrauche seinen sechszehnten Geburtstag hat; denn dann hat er sechszehn Lebensjahre hinter sich. Wer also am 1. März 1875 geboren ist, wird am 1. März 1891 versicherungspflichtig, nicht etwa, wie vielfach angenommen wird, am 1. März 1892. Seitens des hiesigen Fest=Ausschusses für den 15. westfälischen Lehrertag wird in diesen Tagen die Einladung an sämmtliche Zweigvereine versandt. Zu der Lehrmittel=Ausstellung haben sich viele bedeutende Firmen des In= und Auslandes angemeldet, so daß dieselbe eine äußerst umfangreiche und interessante werden wird. # Vortrag. Zur Hebung der bei der Anwendung des Alters= und Invalidiäts=Versicherungs=Gesetzes vielfach entstandenen Zweifel und Irrthümer hat sich der Kaufmännische Verein hier veranlaßt gesehen, am nächsten Mittwoch einen Vortrag über das Gesetz unter besonderer Berücksichtigung des Handelsstandes halten zu lassen. Der Vortrag findet in dem Vereinslocale(Victoriahalle) statt. Da auch Nichtmitglieder Zutritt haben und auf der Tagesordnung noch andere wichtige Fragen, wie Krankenversicherung und Steuer Einschätzung, stehen, so wollen wir nicht unterlassen, auf den VortragsAbend besonders aufmerksam zu machen. Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus, dessen Gründung unlängst in diesem Blatte erwähnt wurde, hat folgenden Aufruf erlassen:„Gegen unsere jüdischen Mitbürger wird ein gehässiger Kampf fortgesetzt, welcher der Natur unseres Volkes, seiner geschäftlichen Entwicklung und seiner Stellung unter den civilisirten Nationen zuwider ist. In massenhaft verbreiteten Flugschriften, Zeitungen und Broschüren werden die Juden, denen die Gesetze des Reichs die volle staatsbürgerliche Gleichberechtigung gewährleisten, ohne Unterschied und nur weil sie Juden sind, mit den niedrigsten Beschimpfungen verfolgt. Sie werden als Fremdlinge dargestellt und als Menschen, welche die si tlichen Grundlagen des Staats und der Gesellschaft gefährden. Die Aufhebung der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung ist das Ziel der antisemitischen Agitation. Derselben gleichgiltig und unthätig zuzuschauen, wäre eine verhängnißvolle Unterlassung. In einzelnen Bezirken des Vaterlandes hat die antisemitische Bewegung größere Kreise, namentlich auf dem platten Lande, ergriffen; auf andere sie auszudehnen, ist man eifrig am Werk. Deutsche Fürsten und Staatsmänner haben das verderbliche und unchristliche Treiben der Antisemiten verurtheilt, aber es ist vor Allem eine Ehrensache für das deutsche Volk, vornehmlich für uns Christen, demselben baldigst ein Ende zu machen. Die Unterzeichneten, Mitglieder verschiedener Bekenntnisse und politischer Parteien, haben einen Verein zur Ab vehr des Antisemitismus ins Leben gerufen. Sie wollen der antisemitischen Agitation mit Wort und Schrift entgegentreten. Sie wollen wirklich vorkommende Ausschreitungen und Mißstände weder verhehlen noch entschuldigen, sondern durch positive Einwirkung, insbesondere auch durch wirthschaftliche Maßregeln, solche zu beseitigen suchen Sie wenden sich an ihre Mitbürger, ohne Unterschied der Partei und des Glaubens, mit der Bitte, sie bei diesen Bestrebungen zu unterstützen und dem Verein beizutreten.“ Unter den Unterschriften, welche dieser Aufruf erhalten hat, begegnen wir folgenden Namen aus Westfalen: Geh. Commercienrath Baare=Bochum. Prof. Dr. Barthoman=Münster. Bankdirektor Karl Heimsoth=Dortmund. Prof. Dr. Georg Kaufmann=Münster. Gymnasialdirektor Schmelzer=Hamm. 88 Delegirten=Wahl. Betreffs unserer Notiz: Wahl von Delegirten zum internationalen BergarbeiterCongreß ist noch zu bemerken, daß die definitive Wahl aller dort Genannten z. Z. noch nicht vollzogen ist, daß dieselben aber in den einzelnen Bezirken als Vertreter in Aussicht genommen sind. Das große Loos der preußischen Klassenlotterie wurde am Freitag gezogen und fiel auf Nr. 125583. Kleine Chronik. Ein seltenes und schönes Fest wurde am Donnerstag im hiesigen katholischen Krankenhause gefeiert. Es wurde an diesem Tage 25 Jahre, daß Herr Dr. Schmidt als Anstaltsarzt, und zwar bis vor einigen Jahren als alleiniger, in demselben thätig war. Zur Feier dieses Tages hatten sich das Kuratorium, die Schwestern, Freunde und Kollegen des Jubilars, sowie die meisten Kranken versammelt, um dem verdienstvollen Arzte den Dank darzubringen. Das katholische Krankenhaus, das sich aus kleinen Anfängen entwickelt hat, birgt jetzt durchschnittlich 250 Kranke, die von 26 Schwestern verpflegt werden.— Der durch Messerstiche schwer verletzte Bergmann v. d. H. aus Altenbochum, welcher in der Frühe des 26. v. M. im evangelischen Krankenhause einer Operation unterworfen wurde, befindet sich auf dem Wege der Besserung und sieht seiner völligen Genesung entgegen.— Im Hause des Herrn M. an der Kaiserund Rottstraßen=Ecke entstand am Samstag Abend ein Kellerbrand, derselbe war in kurzer Zeit gelöscht. = Laugendreer=Bahnhof, 30. Jan. In der Nachmittagsstunde des gestrigen Tages hatte ein junger Bahnbediensteter beim Aufspringen auf einen schon im Fahren begriffenen Güterzug, den er allerdings ohne Berechtigung dazu benutzen wollte, das Unglück, hinabzustürzen und einen schweren Beinbruch zu erleiden. Nachdem man dem Verletzten den ersten Verband angelegt, wurde derselbe ins Wittener Krankenhaus transportirt.— In der M.'schen Brauerei zersprang beim Verpichen eines großen Lagerfasses dasselbe unter gewaltigem Krachen. Der gewaltsam weggeschleuderte Boden verletzte glücklicherweise keinen der Umstehenden. (2 Langendreer, 30 Jan. Das Curatorium der hiesigen höheren Knabenschule beschloß, die Schule von Ostern dieses Jahres ab in der Weise umzuwandeln, daß dieselbe nicht allein eine Vorbereitungsstanstalt für das Gymnasium und Realgymuasium, sondern auch für die lateinlose Realschule bildet. Es soll zu dem Zweck das Lateinische keinen obligatorischen Unterrichtsgegenstand mehr bilden, sondern den Eltern überlassen bleiden, ob sie ihre Kinder an demselben theilnehmen lassen wollen oder nicht. Diejenigen Knaben, welche kein Latein mitnehmen, beginnen dann sofort mit dem Französischen. Die Stundenzahl für letzteres wird so gewählt, daß die Kinder möglichst nach 3 Jahren in die Tertia einer Realschule eintreten können. Selbstverständlich bereitet die Schule auch ferner noch für Gymnasium und Progymnasium vor. Die etwaige Herabsetzung des Schulgeldes wird von der Zahl der eintretenden Schüler abhängen. Voraussichtsich wird aber letztere in Folge der Umwandlung der Schule sich wesentlich vermehren. Bisher hat die Schule unter der bewährten Thätigkeit des Herrn Candidaten Kracht Tüchtiges geleistet. Die zu erwartende vermehrte Schülerzahl wird demselben Gelegenheit geben, seine Lehrbefähigung noch in ausgedehnterem Maße als bisher zu bekunden. Anmeldungen zum Eintritt nimmtschonjetzt Herr Pastor Prietschentgegen. Wir wünschen zum Besten der Gemeinde der Schule weiteres fröhliches Gedeihen, damit die Eltern in der Lage find, ihre Kinder möglichst lange, auch den Tag über, in der Hut des Elternhauses zu behalten. Witten, 29. Jan. An Stelle des aus dem Wittener Magistrate ausgetretenen Herrn ReichstagsAbgeordneten Müllensiefen wählte die für heute anberaumte Stadtverordneten=Versammlung den Bruder des Ausgeschiedenen, Herrn Theodor Müllensiefen. Im ersten und zweiten Wahlgange erhielten Herr Müllensiefen und der Candidat der Antisemiten, Herr Dr. König, gleich viel Stimmen, worauf schließlich das Loos zu Gunsten Müllensiefen's entschied.“ Wattenscheid, 30. Jan. Die mit Eintritt des Thauwetters vielfach hervorgetretenen Schäden in Folge Hochwassers sind auch hier, wenn auch nur im geringen Maaße zu verzeichnen, indem der das Stadtgebiet durchfließende Mühlenbach über seine Ufer trat und einige Häuser so unter Wasser setzte, daß deren untere Stockwerke geräumt werden mußten. Das Wasser verlief jedoch nach einigen Stunden bereits wieder, sodaß etwaige weitere Gefahren damit gehoben waren. Als indirecte Folge des Witterungsumschlags dürfte auch der plötzliche Verfall eines Hauses an der Weststraße zu betrachten sein. Das Haus, ein sehr altes, bedenklich aus der Richtung gewichenes Gebäude, wurde seit einigen Tagen so wackelig auf dem Fundament, daß es einzustürzen drohte. Es ist vorläufig zwar abgestützt, wird aber wohl kaum zu erhalten sein und voraussichtlich ganz niedergelegt werden müssen. Gelsenkirchen, 31. Jan. Das Oberbergamt hat heute in feierlicher Versammlung den Hinterbliebenen der auf Zeche Hibernia Verunglückten das Beileid des Kaisers kundgegeben, Remscheid, 30. Jan. Bei der amtlichen mikroskopischen Untersuchungein es Stückes magern Fleisches aus einer angeblich von Holland eingeführten, und wie es heißt, mit dem Stempel eines deutschen Fleischbeschauers versehenen Speckseite fanden sich Trichinen in ungeheurer Menge. Köln, 28. Jan. Ein frecher Raubmordversuch wurde gestern Abend in der Weyerstraße zu Ehrenfeld versucht. In der Wohnung einer Frau, deren Mann zum Kaisersgeburtstagsessen abwesend war, klopfte es bei eintretender Dunkelheit und auf ihr „Herein" traten zwei Männer in das Zimmer, von denen einer sofort die Thür von innen abschloß. Der andere trat an die am Osen sitzende Frau, griff sie am Halse und bedrohte sie mit Halsabschneiden, wenn sie einen Laut von sich gebe. Dann frug er die geängstigte Frau, wo ihr Mann das Geld verwahre und forderte die Auslieferung desselben. Die Frau führte den Räuber zu einer Kommode, in welcher 500 bis 600 Mk. in Gold, mehrere Goldsachen und 100 Mark Silbergeld lagen. Als die Frau die Schublade öffnete, hielt ihr der Kerl ein langes Messer vor das Gesicht, während der zweite Räuber sie durch einen Schlag mit einem harten Gegenstand auf den Hinterkopf zu Boden streckte, wo sie betäubt liegen blieb. Die Räuber nahmen das Geld und die Werthsachen an sich und entflohen. Erst nach einer Stunde wurde die schwerverletzte Frau von Hausbewohnern blutüberströmt an der Zimmerthüre gefunden, wohin sie sich geschleppt hatte. Brauweiler, 29. Jan. Einem Häusling der hiesigen Arbeitsanstalt ist in Folge unvermutheter Erbschaft ein Betrag von annähernd 20000 Mk. zugefallen, der ihm ausgezahlt werden wird, wenn er die gegen ihn wegen Arbeitsscheu verhängte Strafe verdüßt haben wird. Hochwasser-Nachrichten. Köln, 30. Jan., 6 Uhr Abends. Der hiesige zegel zeigt einen Wasserstand von 2,78 Meter. Duisburg, 30. Jan. Das Rheinwasser fällt nhaltend, seit Mittags 12 Uhr wieder um 8 Ctm. sie Häfen sind noch zugefroren. Nur sechs Wagen lohlen wurden in der heutigen Gestellung dem Außenafen zugeführt. Emmerich, 30. Jan. Das Rheineis ist noch nmer fest, das Wasser fällt, da in Lobith das Eis zs und somit Strömung ist. Wasserstand 7 Meter. jie seit vorgestern hier liegenden Pioniere haben noch icht in Thätigkeit treten können. Spyck bei Cleve, 30. Jan. Das Eis steht hier och fest. Oberpräsident, Regierungspräsident und ie Deichbehörden sind anwesend. Pioniere sprengten as vor den Traject=Booten lagernde Saumeis. Wie die„D. med. Wochensch.“ vernimmt, liegt es nicht in der Absicht der preußischen Staatsregierung, in der bis jetzt bestehenden Art der Herstellung und des Vertriebes der Kochschen Lymphe eine Aenderung eintreten zu lassen. Vermischtes. (Kaiser Wilhelm und Fürst Bismarck.) Wir theilten kürzlich die Nachricht mit, der Kaiser habe dem Fürsten Bismarck zu Weihnachten ein Album von Aufnahmen aus den dem alten Kanzler wohlvertrauten Zimmern des Palais Kaiser Wilhelms I. übersenden lassen und den Dank des Fürsten mit einem huldvollen telegraphischen Glückwunsch zum neuen Jahre beantwortet. Die Blätter, welche der Kaiser nach Friedrichsruh hat senden lassen, geben, wie jetzt die„Allg. Ztg.“ hört, namentlich Darstellungen aus dem Vortrags=, Arbeits= und Bibliothekszimmer des alten Kaisers. Für die erste Aufnahme der Innenansichten, welche von der Großherzogin von Baden veranlaßt worden war, hatte man, um die nöthige Helligkeit zu erzielen, elektrisches Licht aus der benachbarten königlichen Bibliothek nach dem alten Palais geleitet. Diese Innenansichten sind dann vervielfältigt und in einem kostbaren Prachtwerke mit kurzem erläuternden Text herausgegeben worden. Das Werk dürfte sich in den Händen aller derjenigen hohen Würdenträger befinden, welche das Wirken des Knisers in den dargestellten Räumen zu unterstützen berufen waren. (Eine hübsche Anekdote aus dem kaiserlichen Schloß) wird in Berlin erzählt. Es war diesmal ein Prinzeßchen und nicht ein Knabe erwartet worden. Die für den neuen Ankömmling bereit liegende Wäsche hatte deßhalb rothe Bände enthalten, während die Leibwäsche der Prinzen mit blauen Bändern versehen wird. Als der Kaiser aus dem Opernhause in's Schloß gerufen wurde, und hörte, daß ihm ein Prinz geboren, rief er in der Freude seines Herzens:„So, dann packt nur Euere rothen Bänder wieder ein.“ (In Sachen der Briefmarkenfälschung) wurde weiter ein Kausmann Flock in Montabaur verhaftet, bei dem eine große Anzahl falscher Marken gefunden wurde. Flock soll geständig sein, für 400—500 Mk. verausgabt zu haben. Flock will sie aus Frankfurt erhalten haben und bezeichnet einen Lithographen Höchst als Hersteller. Auch in Frankfurt a. M. erfolgte die Verhaftung eines Schuhmachers und eines Althändlers, die im Verdachte der Verbreitung der Falsifikate stehen. Es scheint, daß die Fälscher mit einem ganzen Stabe von Agenten arbeiteten, um die Falsifikate an den Mann zu bringen. In Frankfurt sind namentlich die Metzger und Spezereihändler geschädigt, denen falsche Marken vielfach in Zahlung gegeben wurden. Auch in den umliegenden Ortschaften wurde der Betrug mit Erfolg in Szene gesetzt. (Eine tolle Wette.) Wie der Pariser „Figaro" erzählt, wettete dieser Tage der Prinz von Rohan mit dem Fürsten von Torlonia um 5000 Frcs., daß er die große Steintreppe in Monaco mit seinem Viergespann und Wagengespann hinabfahren werde. In der Nacht vom Samstag zu Sonntag ist die Wette thatsächlich zum Austrag gebracht worden; der Prinz von Rohan fuhr mit seinem Viererzug die Treppe hinab, an deren Fuße er von dem Beifall seiner Freunde empfangen wurde.„Es gehört ein gewisser Leichtsinn“ dazu, so schreibt sogar das genannte Blatt, „eine solche Wette einzugehen. Prinz Rohan konnte dabei seinen Wagen zertrümmern, seine Pferde beschädigen und— sich selbst das Genick brechen.“ (Der Lehrer Flad in Kamerun,) der sich durch die Herausgabe einer Fibel mit SnaheliText für seine schwarzen Schüler ein besonderes Verdienst erworben hat, hat neuerdings einen Schritt weiter gethan, indem er das Schulliederbuch von Schwalm(C. Becher, Lichtenberg'sche Musikhandlung in Breslau) einführte und für den Gesang in seiner Schule verwenden läßt. Man kann daraus den Schluß ziehen, daß die Kinder unserer schwarzen Landsleute bedeutende Fortschritte in der Erlernung der deutschen Sprache gemacht haben müssen. (Ueber die Heldden es großen Bermer„Sensationsprocesses", Vetters Cohn) will die öffentliche Meinung, wie man der „Frkf. Z.“ aus Bremen mittheilt, noch immer nicht zur Ruhe kommen. Vetters hat sofort seine Strafe angetreten, er sitzt bereits in Oslebshausen. Er war überhaupt von vornherein auf das höchste Strafmaß von zehn Jahren Gefängniß gefaßt. Der bereits im 51. Lebensjahre stehenden Geliebten des Vetters sind sieben Jahre Zuchthaus indeß etwas zu bitter, sie hat durch ihren Vertheidiger„Revision des Urtheils" anmelden lassen. Die socialdemokratische Presse hat sich des Falles Vetters=Cohn in ihrer Weise bemächtigt. Unter dem Hinweis, duß die von Vetters geführten Bücher nach dem Ergebniß der Verhandlung schon seit mehreren Jahren nicht in Ordnung waren, um eine Uebersicht über die Lage des Geschäftes zu ermögli hen, stellt sie die Frage auf:„Wie wurden diese Handelsherren dem Bremischen Einkommensteuergesetz, daß bekanntlich Selbsteinschätzung vorschreibt, gerecht, wenn sie sich nicht um ihr Einkomnen bekümmerten, thatsächlich gar nicht wußten, was sie in den letzten Jahren verdient hatten u. s. w.?“ (Gegen überflüssige Worte) erläßt der Landrath des Kreises Danziger Niederung eine zweckmäßige Verfügung. In derselben heißt es:„Die Ortspolizei= und Ortsbehörden ersuche ich, in den an mich gerichteten Schreiben alle überflüssigen Worte wegzulassen. Es können hiernach Höflichkeitsausdrücke, wie„gehorsamst",„ergebenst“,„gefälligst“ vollständig wegfallen. Ferner sind Eiugänge, wie„Dem königlichen Landraths=Amte berichte ich auf die Verfügung vom(Datum) gehorsamst, daß" u. s. w. nicht nur überflüssig, sondern machen auch die nachfolgende Satzbildung unnöthig umständlich.“ Es werden dann einige Winke gegeben, das Schreibwesen einfacher und kürzer zu gestalten. (Ueber den Unfall Windthorsts) will das„Berl. Tagebl.“ noch folgende artige Cinzelheit erfahren haben: Als ihm der Cultusminister kühlende Umschläge auf das zerschundene Gesicht legte, dankte Windthorft seinem Samariter und fügte sofort hinzu: „In Ihrer Eigenschaft als Minister der MedizinalAngelegenheiten lasse ich mir solche kühlenden Um schläge gefallen, nicht aber in Ihrer Eigenschaft als Cultusminister." (Ein Aufsehen erregender Prozeß) kam in den letzten Tagen vor der Strafkammer in Köln zur Verhandlung. Unter der Anklage der schweren Urkundenfälschung stand der wohlhabende Bauunternehmer August Pohlig aus Köln, welcher beschuldigt ist, ein Testament und einen Revers gefälscht zu haben. Der Angeklagte, welcher 12 Häuser besitzt, hatte sich bei einer sehr wohlhabenden eine Vertrauensstelle verschafft und als die Wittwe im Alter von 78 Jahren starb, trat der Angeklagte mit einem Testament hervor, in welchem ihm 75000 Mark vermacht worden waren. Er zeigte auch einen Revers vor, in welchem ihm der Bau von Häusern übertragen und unbeschränkte Vollmacht gegeben worden war. Die Anklage behauptet nun, daß dem Angeklagten in dem Testament thatsächlich nur 5000 Mk. ausgesetzt worden seien und der Angeklagte eine 7 vorgesetzt, den Revers aber gänzlich gefälscht habe. Als Sachverständige waren geladen Stadtrath Dr. Th. Kyll von Köln, Gerichtschemiker Dr. Jeserich=Berlin und sechs Schreibsachverständige. Es wurde erwiesen und von Dr. Jeserich durch Mikrophotogramm belegt, daß die„7“ in der Zahl 75 000 dadurch hergestellt sei, daß der letzte Strich der vor der Zahl stehenden Bezeichnung„Rm.“ dazu verwendet und dem„R“ dann ein kleiner Strich hinzugefügt worden sei. In der Unterschrift der Reverses ist durch die Mikrophotogramme deutlich nachgewiesen, daß unter der Dinte eine Bleistift=Vorzeichnung vorhanden war. Die Buchstaben stimmen zwar in der Form mit den Schriftzügen der Erblasserin überein, wurden aber von allen Schreibsachverständigen als viel zu fest und kräftig bezeichnet, als daß sie von einer so alten Frau herrühren könnten. Es ist somit anzunehmen, daß die Unterschrift durchgepaust und alsdann mit Dinte nachgezogen, die Bleistiftvorzeichnung aber wegradirt worden sei.— In dieser Strafsache wurde schon einmal im November v. J. verhandelt, die Sitzung aber aus einem interessanten Grunde vertagt. Die Vertheidigung hatte nämlich in letzter Stunde erfahren, daß ein von ihr angerufener Entlastungszeuge, welcher bis dahin nicht ermittelt worden war, sich in Long=Island bei Newyork aufhalte und hatte die persönliche Ladung des Zeugen von dorther beantragt. Da gesetzlich diesem Antrage auf Ladund eines ermittelten Zeugen Folge gegeben werden mußte, so wurde die Verhandlung damals vertagt. Zu der neuen Verhandlung ist dieser Zeuge aus Amerika auch thatsächlich erschienen. Am Dienstag wurde das Urtheil gefällt. Dasselbe lautete auf Schuldig der Fälschung des Reverses und verurtheilte den Angeklagten zu 2 Jahren Zuchthaus und Ehrverlust auf die Dauer von 6 Jahren. Bezüglich des Testaments entschied sich der Gerichtshof für ein„Nou liquet“, da nicht nachzuweisen war, daß die Fälschung durch Pohlig begangen worden. Gerichtssaal. □ Bochum, 31. Jan.[Strafkammer.] In der heutigen Sitzung wurde der Bergmann G. A. Mierhenn von Weitmarmark wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt.— Gegen den Nagelschmied G. Fink von Sprockhövel, der wegen Majestätsbeleidigung angeklagt war, wurde auf Freisprechung erkannt.— Der jugendliche Fuhrknecht H. Brockmann von Altenbochum wurde wegen fahrlässiger Körperletzung der 8jährigen Hulda Mareck daselbst mangels Beweises gleichfalls freigesprochen. Es war ihm zur Last gelegt, am 15. September v. J. durch sein Verschulden die Mareck mit einem Pferde überritten zu haben, was jedoch durch die Beweisaufnahme nicht festgestellt werden konnte.— Der Bergmann Chr. Weiner von Herne wurde wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung zu einem Jahre und 6 Monaten und die Bergarbeiter C. R. Reichert und H. Cl. Föhring daselbst wegen gemeinschaftlicher vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung zu je 1 Jahr Gesängniß verurtheilt.— Eine Sache wurde vertagt. Literarisches. Deutschlands Zoll= und Handelsverträge. Im Anschlusse an das vor einigen Monaten erschienene Werkchen „Deutschlands Zoll= und Handelsverträge“ veranstaltet die„Deutsche Volkswirthschaftliche Correspondenz“ im Verlage von H. Lazarus, Berlin, Friedrichstraße 66, eine neue Separatausgabe derjenigen Arbeiten, die bezüglich der Neugestaltung der mit den Deutschen Reiche abzuschließenden Zoll= und Handelsverträge von Interesse sind. Diese 2. Ausgabe wird umfassen: I. Ueber Handelsverträge von E. Bernhardi=Dortmund. II. Die deutschen Interessen und der Außenhandel 1) der Vereinigten Staaten, 2) Oesterreich= Ungarns, 3) Frankreichs 4) Rußlands, 5) Großbritanniens, 6) Italiens, 7) Spaniens, 8) Belgiens und Hollands. In dem I. Theile werden folgende Fragen behandelt:„Gegenstand der Handelsverträge";„Berücksichtigung der verschiedenen Interessen"; „Die„nationale“ Arbeit und deren Schutz";„Der Identitätsnachweis für Getreide";„Dauer und Art der Handelsverträge"; „Meistbegünstigung";„Die Währung":„Rußland und die deutschen Ostseehäfen":„Die Kolonialfrage". Der II. Theil gibt eine Darstellung der deutschen wirthschaftlichen Interessen an dem Außenhandel der oben erwähnten Länder und genaue statistische Daten über die Ein= und Ausfuhr der wichtigsten Artikel während der beiden letzten Dezennien; er enthält außerdem in gedrängter Kürze das Wesentlichste der Me. Kinley=Bill, welche in dem Kapitel„Vereinigte Staaten“ einer Besprechung unterzogen wird. Das etwa 7 Bogen starke Werk kann bestellt werden in der obengedachten Verlagsbuchhandlung, in der Administration der „Deutschen Volkswirthschaftlichen Korrespondenz", Berlin W., Preis im Einzelverkauf 1 M. 50 Pfg. Was kostet die Production eines Liters Ruhmilch: [Eingesandt.] Die Wichtigkeit der Milch als Nahrungsmittel und insbesondere als hervorragendstes und unentbehrlichstes Nahrungsmittel für Kinder läßt die Erörterung der Frage gerechtsertigt erscheinen: Was kostet die Production eines Liters Kuhmilch? und: Wird die Milch ihrem Nährwerth entsprechend bezahlt? In Beantwortung der ersten Frage ist es zur Gewinnung einer richtigen Uebersicht erforderlich, das Material in fünf Gruppen einzutheilen: 1. Betriebskapital. 2. Betriebskosten. 3. Futterkosten. 4. Geräthe. 5. Nebengewinnung. Zum Betriebe werden angenommen: 20 Kühe mit einem Durchschnittsgewicht von 1000 Pfund lebend Gewicht, reine Stallfütteruug, und zwar 200 Tage Winterfütterung und 165 Tage Sommerfütterung; der Milchertrag einer Kuh 4000 Liter pro Jahr; Durchschnittsgehalt der Milch an Fett 3,4 Proz. Betriebskapital. Die Kosten der Gebäude für die Haltung von 20 Kühen, als Kuhstall, Heuboden, Futterkammer, Futterküche, Keller, Dungstätte u. s. w. betragen mindestens 18 00Mk., also die jährlichen Kosten bei angenommener Verzinsung von 4 Proz. und 1 Proz. für Abnutzung 5 Proz. von 18,000 Mk.= 900 Mk. 20 Kühe kosten nach den jetzigen Preisen pro Stück 400 Mk., also zusammen 8000 Mk. zu 4 Proz. verzinst= 320 Mk. hierzu jedes Jahr mindestens der Verlust von einem Thiere U 4000 Mk. Da nun der Werth einer frischmelken Kuh wesentlich höher ist, als derselbe, wenn die Kuh abgemolken und gemästet, so muß man auch noch diesen Minderwerth in Abzug bringen. Derselbe beträgt wenigstens 15 Proz., also von 8000 Mk. 1200 Mk. Die Summe der Unkosten beträgt also 900--320+-400 +1200= 2820 Mk, also pro Kuh und Tag 0,38 Mk. Betriebskosten. Zur Herrichtung und Verabreichung des Futters, zum Melken sowie zum Reinigen der Ställe und Geräthe und zur Pflege der Thiere gehört ein Knecht und eine Magd, außerdem noch zum Verkauf und Transport der Milch ein Knecht und ein Pferd. Lohn und Kost für Knechte und Magd, sowie die Arbeitsleistungen eines Pferdes beträgt pro Jahr 3220 Mk., also Betriebskosten pro Kuh und Tag 0,44 Mk. Futterkosten. Das Futter muß nach Professor Wolff zum mindesten enthalten für eine Kuh pro 1000 Pfund lebend Gewicht 2,5 Pfd. verdauliches Eiweis, 0,4 Psd. verdauliches Fett und 12,5 Pfd. verdauliches Kohlehydrate. Eine Futtermischung mit diesem Gehalt kostet mindestens 1,30 Mk., z. B. 8 Pfd. Wiesenheu=0,24 Mk., 6 Pfd. Sommerhalmstroh= 0,12 Mk., 30 Pfd. Runkeln = 0,30 Mk., 25 Pfd. Bierträber= 0,40 Mk., 3 Pfd. Rapskuchen= 0,18 Mk., 1 Pfd. Reisfuttermehl= 0,06 Mk., in Summa 1,30 Mk. Also kostet das Futter für 200 Tage= 260 Mark. Die Sommerstallfütterung kostet etwas weniger. Beispielsweise soll das Futter bestehen aus 50 Pfd. Gras, 50 Pfd. Rothklee, 4 Pfd. Winterhalmstroh, 2 Pfd. Rapskuchen; der Preis hierfür beträgt mindestens 1 Mk., also kostet das Futter für 165 Tage= 165 Mk. Hierzu Streustroh pro Jahr für eine Kuh 30 Ctr. à 2,50 Mk.= 75 Mk. Summa 260+165-75= 500 Mk., also pro Kuh und Tag 1,37 Mk. Das Anlagekapital für Geräthe: als Milchwagen, Häckselmaschine, Milchkannen, Eimer und Stallgeräthe beträgt 900 Mk. Die Verzinsung und Reparatur 8 Proz.— 72 Mk. Also pro Kuh und Tag 0,01 Mk. Nebennutzung. Die einzige Nebennutzung der Milchviehhaltung besteht in dem Dünger. Nach Professor Wolff liefert 1 Kuh pro Jahr bei oben angegebener Fütterung= 313 Ctr. Berechnet man denselben pro Centner mit 0,40 Mk., was aber in Wirklichkeit zu hoch gegriffen sein dürfte, so beträgt der Gewinn pro Kuh und Tag 0,34 Mk. Sämmtliche Unl isten pro Kuh und Tag betragen also: Betriebskapital= 0,30 Mk., Betriebskosten 0,44 Mk., Futterkosten 1,37 Mk., Geräthe 0,01 Mk., Summa= 2,20 Mk. Hiervon der Dünger in Abzug mit 0,34 Mk. bleiben Unkosten pro Kuh und Tag 1,86 Mk. Bei einer Milchproduction von 4000 Liter pro Kuh im Jahre kostet also das Liter Milch 16,8 Pfg. Hieraus ergibt sich, daß, wenn der Betrieb in etwa rentabel sein soll, das Liter Milch mindestens 18 Pfg. kosten muß. Dieser Preis ist denn auch in allen Städten, in welchen seit längerer Zeit Milchhandel betrieben wird, der normale. Es ist zwar der reis häufiger aus verschiedenen Gründen zunächst heruntergegangen. Gleichzeitig mit dem Rückgang des Milchpreises traten aber auch in allen Städten Manipulationen mit gefälschter Milch häufiger hervor, und die weitere bedenkliche Folge hiervon war die auffallende, aber hiermit erwiesenermaßen in engem Zusammenhange stehende Zunahme der Kindersterblichkeit. Die natürlichste und am meisten in Anwendung gekommene Fälschung war die durch Wasserzusetzung. Dank dem strengen Eingreifen der Behörden, welche Jeden unnachsichtlich bestraften, der der Verfälschung überführt, kommt die Wasserzusetzung nur noch selten in Anwendung. Die neuere Fälschung besteht in der Fettentziehung oder in Zusatz von entrahmter sog. Magermilch. Diese Fälschung ist eine feinere und für den Laien schwerer erkennbare. Leider besitzen die Behörden noch kein Instrument, welches leicht und sicher diese Verfälschung nachweist. Außerdem gibt es auch noch eine solche Verfälschung, wrlche nicht mal bestraft werden kann, sicherlich aber die natürlichste und häufigste Folge niedrigster Milchpreise ist, nämlich die Verabreichung von billigem, nicht genügend eiweißreichem oder überhaupt unrichtig zusammengesetztem Futter. In allen Fällen, wo nun geringwerthige Milch die Kindersterblichkeit vermehrte, wurde auf Anordnung der Aerzte sogenannte Kindermilch geliefert. Es stellt sich aber hierbei für den Con sumenten der Uebelstand heraus, daß der Preis ein zu hoher ist. Beispielsweise werden in Frankfurt a. M. für die nach besonderen Vorschriften hergestellte Kindermilch 0,50 Mk. pro Liter bezahlt. Dieser Preis ist nicht nur für die Familie des Arbeiters, sondern auch für den Mittelstand ein fast unerschwinglicher. Es genügt jedoch auch die Milch vollkommen den Anforderungen, welche an Kindermilch gestellt werden, wenn folgende Hauptbedingungen bei der Production derselben erfüllt werden: gesunde Kuhe, tadelloses Futter, richtige Zusammensetzung des Futters und peinlichste Reinlichkeit. Damit der Produzent aber auch diese Bedingungen erfüllen kann, dazu gehört als, wie gesagt, Haupterforderniß der Preis von mindestens 18 Pfg. pro Liter Milch. Es darf nun aber nicht hieraus gefolgert werden, daß diejenige Milch, welche zu einem niedrigeren Preise verkauft wird, unter allen Umständen minderwerthig sein muß. Ein Anfänger im Milchhandel wird den Preis niedriger setzen, um Kundschaft zu bekommen, ein anderer arbeitet in der Hoffnung auf bessere Zeit bewußt mit Verlust, nur um Kundschaft zu behalten, und Mancher merkt gar nicht, daß er ohne Verdienst sein Milchgeschäft betreibt, weil er kein Buch führt. Was nun die zweite Frage anbetrifft: Wird die Milch ihrem Nährwerth entsprechend bezahlt? so ist dieselbe entschieden zu verneinen. Von sämmtlichen animalischen Nahrungsmitteln ist die Milch, ausgenommen Magerkäse und abgerahmte Milch, ihrem Nährwerth entsprechend am wohlfeilsten. Professor König in Münster hat eine Tabelle über den Nährgeldwerth resp. Preiswürdigkeit der Nahrungsmittel aufgestellt. Danach erhält man für eine Mark: Ochsenfleisch à Klg. 1,60 Mk.— 1072 Nährwertheinheiten. Kuhfleisch„ 1,30„= 944„ Schweinefleisch„ 1,40„—1319„ Huhn"„ 2.00„— 608„ Hühnerei pr. Dutzend 0,9)„— 664„ Kuhmilch pr. Liter 0,18„= 1878„ Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß nur in der Kuhmilch ein Gleichgewicht zwischen den Nahrungsstoffen, als Eiweiß, Fett und Kohlehydrate besteht und daher auch nur die Milch im Stande ist, einen Organismus allein vollständig zu erhalten. Industrie, Handel und Verkehr. Patentliste westsälischer Erfinder: Mitgetheilt durch das Patent=Bureau von Otto Wolff in Dresden. Angemeldet von: Vitus Wagener in Wattenscheid: Wetterlampe mit Sicherheits=Verschluß.— Robert Milden in Castrop: Vorrichtung zur Sicherung der Stimmung der Saiten bei Seiteninstrumenten.— Ertheilt an: R. B. K. Oertel in Hamm: Ablaßhah. mit Controlvorrichtung.— A. Egen in Schwerte und E. Bassenge in Berlin: Filtrirapparat.— I. Wüstenhöfer in Arnsberg: Geschoß=Zeitzunder mit durch ein Windflügelrad beeinflußter stellbarer Scheibe.— A. Esser in Gelsenkirchen: Sicherheits= Grubenlampe zur Vermittelung explosibler Gase. Berliner Börse. Kursbericht vom 31. Januar. Die Börse begann bei sehr geringem Verkehr in lustloser und unentschiedener Haltung. Man legte größeres Gewicht auf die Zeitungsnachrichten über eine Handelskrisis in Kiew, und befürchtete eine größere Ausdehnung der Zahlungsverlegenheiten. Der wei ere Verlauf des Verkehrs bot wenige Veränderung. Von fremden Fondsmärkten meldet Wien reservirt, London ruhig. Deutsche Jonds. Annener Gußstahl Aplerbecker Bergbauv. Arenberger Bergbau Baroper Walzwerk Bergische Brauerei Bochumer Bochumer Bergw. Lit. C. Bonisacius Consolidation Dannenbaum Dortm. Bergbau Bs.=A. „ Union „ Löwenbräu „ Union= Brauerei „ Actienbrauerei Gelsenkirchener Bergw. Gußstahlwerk Witten Hagener Gußstahlfabrik Harpener Bergdau=Ges. Hibernia Industrie=Papiere. 120, 5056 180, 5050 448,502 97,0050 101.159 145,005 96.250 G 121,5056 204,800G 137,000G 95,00 b0 85,005 159,755 234,006 6 367,00B 179,255 135,505 140,006B 196,7059 194, 50 50 Zinsfuß der Hörder Bergwerk 18.7050 29,5050 65,000 6 139, 405 290.000 129,1050 264,905 2 124,300 106.250 118,256 117,100 94.750 153, 250 6 160,0050 90,000 114, 255 6 165,005 97, 100 0 134,000 106, 100 6r Deutsche Reichsanl. 4% „„ 3½% „„ 8% Preuf. 4% Consols u. „ 3½%„ 5% 6.500 98.200 86,601 0 106,00B 98.400 86.75·B St.=Schuldsch. 3 1/2% 99.705 Westfäl. Pfandbriefe 4%—.— Haun. Rentendriefe 4% 102 800 kheinische und WestsälischRentenbriefe 4% 108. 250 G St.=Pr. Laurahütte Lindener Actien=Brauerei Louise Tiefbau Märk.=Wests. Bergwerk Märk. Maschinenb. cv. Menden=Schwerte Magdeb. Bergw. Phönix, Bg.=A. Pluto, Bergwerksges. * Pongs'sche Weberei Rhein.=Westf. Ind.=Ges. Stahlwerk A. Westf. Drahtind.=V. Westf. Union St.=Pr. Wurm=Revier Reichsbank. Wechsel 4 pCt., Lombard 4½ pCt. Priv.=Disk. 2% pCt. (Wünsche auf Aufnahme weiterer Werthpapiere werden gern berücksichtigt.) Marktpreise. Berlin, 30. Jan.[Fruchtmarkt.] Weizen Januar 000,00, April=Mai 199,00, Mai=Juni 199,00, Juni=Juli 199,75, M. Roggen Jan. 177,25, April=Ma: 174,25, Mai=Juni 171,25, Juni=Juli 169,25 Mk. Hafer Jan. 000,00, April=Mai 142,75, Mai=Juni 143,75 Mk. Rüböl Jan. 00,00, April=Mai 57,90, Mai=Juni 00,00 Mk. Spiritus 70er Jan.=Febr. 51,00, AprilMai 51,40, Juni=Juli 51,60, August=Sept. 51,00 Mk. Neuß, 30. Jan. Weizen, neuer 1. Qual. 19,00 Mk., 2. Qual. 18,00, Landroggen, neuer 1. Qual. 16,80, 2. Qual. 15,80# Wintergerste—.—, Sommergeiste—.— 4; Buchweizen 15,00; Hafer, alter—.—, do. neuer 14,50; Aveel (Rübsen) 22,50; Raps 24,70; Kartoffeln 8,00# per 100 Kg. Heu 30,00; Stroh 18,00 per 500 Kg; Rüböl per 100 Kg. in Partien von 100 Centner 60,50, Rüböl per 100 Kg. Faßweise 62,00, gereinigtes Oel per 100 Kg. 3## höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kg. 108,00; Weizenvorschuß 100 Kg. —.— Kleien 50 Kg. 6,00 Neueste Nachrichten. Berlin, 30. Jan. Die Nachricht, daß Graf Waldersee demnächst von seiner Stellung als Chef des Generalstabes der Armee zurücktreten wird, findet in militärischen Kreisen allgemein Glauben. Dagegen glaubt man nicht, daß derselbe demnächst commandirender General irgend eines Corps werden wird.(Nach einem Berliner Telegramm der„Rh. Westf. Zig.“ soll Graf Waldersee für den Botschafterposten in St. Petersburg, an Stelle des Generals von Schweinitz, bestimmt sein.) Die Meldung, daß De. Peters die Stelle als Vice=Gouverneu: in Deutsch Ostafrika erhalten habe, wird bestritten. Die Schaffung einer solchen Stellung sei überhaupt nicht vorgesehen. London, 31. Jan. Das in Bermuda stehende Leicester=Regiment ist seit dem 22. ds. in offener Meuterei; es griff die Matrosen englischer Kriegsschiffe an, lauerte den Dockarbeitern auf und kann nur durch die Hülfe der Garde=Grenadiere in Schach gehalten werden. Es herrscht große Aufregung über das Verhalten der Grenadiere, welche wegen des Krawalls in der Wellington=Caserne nach Bermuda strafversetzt wurden. Nach einer Meldung der„Times“ aus Sansibar vom 30. d. wurden die Bedingungen des Friedensschlusses zwischen England und Witu in Lamu veröffentlicht. Von der gewährten allgemeinen Amnestie sind nur 12 Rädelsführer bei der Ermordung der Dentschen und den späteren Ausschreitungen ausgenommen. Alles erlangbare gestohlene Eigenthum erstatten die Behörden von Witu sofort zurück. Aus Chile wird berichtet, die Parteigänger des Präsidenten Balmaceda hätten den wichtigen Hafen Iquique zurückerobert und die Aufständischen bei Lapena geschlagen. □ Rom, 31. Jan.[Telegr. Dep.] Bei Berathung des Sperrzollgesetzes in der Deputirtenkammer ließ sich Ministerpräsident Crispi zu scharfen Aeußerungen gegen die Rechte hinreißen, welche schließlich gegen ihn stimmte. Crispi blieb mit 63 Stimmen in der Minorität und meldete darauf die Demission des Cabinets an. Verantwortlich für die Redaction: Dr. Paul Küppers in Bochum. Gummi- von E: Rerse, Paris. Feinste Specialitäten.(170 Zollfr. Versandt durch W. H. Mielck, Frankfurt a. M. Special=Preisliste in verschloss. Couvert ohne Firma gegen Eins. v. 20 Pig. in Briefm. 10. Ziehung der 4. Klasse 183. Kgl. Preuß. Lotterie. Nur die Gewinne über 210 Mk. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt.(Ohne Gewähr.) 30. Januar 1891, vormittags. 2 126 242 452(3000) 97 552 650 727 961 1112 87 241(3001 378 471 516 65 654 761 2018 50 360 408 48 69 561 63 683(300) 820 96 97 907 3002 4 40 62 126 63 276 441 572 87(3000) 665 718 951 79 4226 41 405 593 718 817 66 5114 205 6046 60 89(1500) 98(5000) 245 316 552 55 69 606 35 730 851 7017 58 161(3000) 218 49 79 325 60 615 50 74 719 61 817 72(500) 942 8052 88 162 206 330(500) 34 402 629 54 718(300) 831 9014 49 125(500) 289 316 23 43 461 536 50 611 47 734 66 830 37 922(5001 46 10081 522 87 804 984 11296 442 73 666 12070 339 55 443 70 90 517 97 629 13136 887 14285 305 597 679 835 975 15161 91 206 15000 30 591 606 31(300) 63 854 950 78 16186 94 248 317 485 700 806 98 908 76 17031(1500) 101 68 350 584 803 65 18069 226 53 356 415 726 71 841 19274 437 96 551 661 742 846 20098 119 46 61 76 266(3000) 381 89 693 827 37(5001 928 21302 774 902 51 70 22001 320 33 457 507 722 49 803(300) 23075 158 73 97 230 42(500) 336 60 427 539 91 95 632 758 86 95 97(300) 879 926 33 24004 27 103 258 328 422 88 569 25031 164 210 51 97 306 18 438 84(300) 502 58 724 26110 79 94 551 54 55 67 703 27 949 27170(300) 78 228 389 475 77 85 544 607 66 97 789 803 903 28012 34 58 174 231 36 54 56 74 1500) 305 79 404 19 56 74 622 28 728(5000) 854 63 983 29043 364 417 24 98 513 771 868 939 30022 63 206 81 83 350 460 510 13 600 29 50 68 717 817(300) 980 8„31042 55 84 211 22 306 11 452 91 580 604 76 84 89 32107 32 254 5001 181 5899/ 830 681 934 33026 256 357 493 701 31 963 34036 79 709 35011 256 63(300) 417 526 90 617(500) 8%ce 23.841%8 297 445 673 969 82 37179 390 735 896 925 43 48 38352 68 496 915 1500) 63 67 614 769 912 39308 63 416 74 82 642 826 998 958 41000 7 35(1300). 518 52 609 64 709 19 25 37 91 94 883 910 13001 82 42037 213 196 272 318 89 403 32 65 505 660(300) 821 7 753 78 827 4412=328 329 56 43001 89 151 63 241 404 20 24 44 as Sis 15 8 20 15 67 328 56 96 448(300) 84 572 668 Si(3000 g3 36s##) 6 5.5 043 308.79 b14 778 90 806(500) 46170 61 150001 233 305(3001 651 916 58 76 47118 88 452(500) 589 600 739 801 48057 83 175 538 50 58 603 36 76 739 62 970 49105 51 53 72 216 62 366 414 87 546 62 634 36 57 61 68 87 718 970 75 50147 313 15(500) 432 850 51000 82 114 217 386 448 50 584 658 851 52 95 913 52009 90 1500) 118 47 379 428 504 32 84 86 647 773 500) 75 858 952 53218 328 78 434 543 648 95 947 54017 206 63 364 438 87 519(300) 54 93 671 737 830(1500) 64 55064 337 405 507 22 85 681 826 57(1500) 936(300) 72 56235 94 309 52 62 514 23 738 832 300) 44 950 57177 89(500) 271 88 94 335 58 612 79 713 79 808 23 58 72 73 942 58038 116 47 52 283 301 450 59016 105(3000) 68(500) 232 34347 404 28 644 64 753 812 41 88(1500) 912 28 29 90(3000) 94 181 327 401 4 33 49 541 63 699(1500) 741 60 847 61021 98.11, 220 80 374 492 908(3000) 94, 62044 124(1500) 204 41 336 469 5% 512(3000) 61 810 918 63217 301 79 551 650 886 64088 110 220 455 73 83 523 66 646 713 869 98(1500) 65234 342 73 454 505 450 5 90192 337 456 716 854(3000) 71. 67052(1500) 141 88 213 352 13 21 2 ½3 824 907 68039 271 337(3000) 75(1500) 410 575 617 705 700631S2 970 69006 105 206 10 522 614 840 908 97 81 347 15001 222 519 628 98 736(30000183 71024 29 70(3000) 252 26 205 10 bax 718 76 881 917 78 84 72016 423 33 43 533 46 73015 76 77 826 ozz 18 32 46 718 836 74031 219 81 301 26 88 419 41 755 57(30001 105 22° 5912 225 68 335 70 515 18 704 79 833 56 964, 76043 51 74 338 62 97 432 261 373 652 700 861 97(3000) 77025 66 196 200 79061 99 167 7500, 510 65 726 76 883 78256 405 39 528 66(300) 886 S0 9200 290 308(500) 425 90(500) 546 56 99 602 50 894 83 84 92 95 227 4n 3000) 452 80 598 608 787 98 864 990 81037 81 78 857 912 S3o76 320" 643 718 81 870 989 82244 94 503 776(300 6s 655 64 750(30001 838 3 90 566 652 84 846 84010 244 326(3000) 68 711 86139 56 64 108 38.001 989 85050 152 95(3000) 479 91 649 17001 64 77 90 97 977 5as 380 603 27 43780 87465 77 526 66 744 300 63 870 999 89198 889 219 24 49(1500) 316 506 647 55 88 74 96150(3001 225 310 510(3000) 508 37 626 902 77.99 202 9S 107 92 587 853 Ppg5.00 95 659 759 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Ziehung der 4. Klasse 183. Kgl. Preuß. Lotterie. Nur die Gewinne über 210 Mk. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt.(Ohne Gewähr.) 30. Januar 1891, nachmittags. 3(500) 212(500) 461 509 678 723 35 89 912 1014 81(500) 83 154 63 228 56 327 869 904 95 2044 55 56 176 320 82(500) 709 13 3056 68 84 146 69 89 90 269 466 539 618 826 934 4159 422(300) 625 719 28 31 977 5048 208 478 536 614 34 63 772 871 6029 459 82 610 834 (300) 64 67 903 96 7103 26 31(1500) 92 243 306 521 68 666 742 858 90 905 8107(300) 301 2(3000) 12 16 84 410 587 624 71 729 67 82 811 22(500) 9413(300) 20 783 801 10060(300) 11:(5001 18(500) 236 394 596 766 820 979 11416 553 898 913 12077 197 295 349 83 98 613 15 758 885 94 13103 80 210 323 669 957 14087 301 776 948 78 15044 136 203 383 418 73 560 620 851 10033 88(3000) 120 23 88 221 449 90 556 62 629 46 791 933 67 94 17000 30(1500] 221 585 614 736 813 35(1500) 907 18367 463 762 816 84 940 54 19014 78 167 404 821 20190 454 586 672 715 28 57 86 920 21264 497 702 7(1500) 22021 134 207 458 556 74 86 629(1500) 49 828 973 90 92 233008 93 109 333 563 809 911 41 64 88 24353 72(3000) 506 12 609 14 44 978 25027 5000 63 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179014 261 66 382(1500) 407 671 705 875(500) 180023 120 250 63 72 411 84 548 809 43 77 95 918 59 181033 114 208 16 94 465 90 617 719 38 78 811 18 934 51 182126 36 84 208 370 678 824 26 932 56 183003 108 9 28 206 23 46(1500) 329 453 66 523 616 87 704 59 846 942 184055 90(500) 136 99 203 19 69 328 33 87 404 54 513 53 58 87 611 87 713 928 55 72 185056(1500) 69 150 69 209 51 98 328 33 604 29(500) 805 8 923 180064 134 235 55 329 401 673 934 93 187085 635 67 75 741 67 188089 1500) 151 223 58 309(300) 582 713 841 963 189081 241 488(1500) 609 784(300) 858 966 KUUR UP UGTHEE Westenhellweg 57/9. DORUAUNE. Brückstrasse 4. mroneck Erens For misurr LoOE. Unser diesjähriger Ausverkauf nachtbeendeter Inventur begann Sonntag den 18. Januar C. und endet Sonntag den 8. Februar c. Sämmtliche Vorräthe unserer reichhaltigen Waaren-Läger Westenhellweg 57/S9: Seidenstofe, Kleiderstokfe, Besatzstofe, Buckskins, Damen- und Kinder-Mäntel, Ausstener-Artikel, als Betwaaren, Zeinen u. s. w. Brückstrasse 4: Teppiche, Möbelstoffe, Gardinen, Tischdecken, Reise 11. Schlafdecken etc. etc. kommen ohne Ausnahme und ohne Rücksicht auf früheren Werth zu den während der Inventur festgesetzten Preisen zum Ausverkauf. 275 Steabrief. Gegen den unten beschriebenen Dienstjungen Johann Badorek aus Molza, welcher sich verborgen hält, ist die Untersuchungshaft wegen schweren Diebstahls verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften, ihn in das Gerichtsgefängniß zu Neidenburg abzuliefern und hierher zu den Acten IV. J. 482/90 Mittheilung zu machen. 541 Allenstein, den 22 Januar 1891. Königliche Staatsanwaltschaft. Beschreibung. Alter: 17 Jahre. Größe: 1.40 m. Statur: schwächlich. Haare: hellblond. Stirn: gewöhnlich. Pont: Seinen! Augenbraunen: blond. Augen: blau. Mund: gewöhnlich. Zähne: gesund. Gesichtsfarbe: gesund. Sprache: deutsch=polnisch. Kleidung: braunkarrirter Sommeranzug, graue Schirmmütze, kurze Stiefel. Besondere Kennzeichen: Das rechte Bein in Folge eines Bruches verkrüppelt. Badorek treibt sich angeblich stellensuchend im Lande umher und benutzt die ihm durch Aufnahme in Wohnhäusern gebotene Gelegenheit zu Diebstählen. Steckbrief. Gegen den Arbeiter Gottlieb oder Gottfried Dombrowski früher zu Lautenburg, jetzt unbekannten Aufenthalts, welcher sich verborgen hält, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften u.in das nächste Justiz=Gesängniß abzuliefern, sowie zu den Acten IV J. 53/88 Nachricht zu geben. Allenstein, den 23. Januar 1891. Königliche Staatsanwaltschaft. Söse Eeschuftshaus Obere Marktstr. 22 soll auf Abbruch verkauft werden und bitte ich Reflectanten sich gleich zu melden. Bochum, den 30. Januar 1891. 539 Conr. Baltz. Gartenorpachtang. Ein eingefriedigter Gerten, 190 Ruthen groß, und für Gärtnereibetrieb geignet, ist auf mehrere Jahre anzupachten. 513 C. Bannenberg, Wilhelmstr. 6. Bekanntmachung. Dem bahnamtlichen Rellfuhrunternehmer Friedrich Gummert in Bochum ist die An= und Abfuhr der Güter nach und von der Station Bochum(B.=M.) auch außerhalb des Stadtbezirks Bochum bis zu einem Klometer übertragen worden. An Rolgeld erhält derselbe für 50 Kg.: a) für Eilgut 0.40 M., mindestens denselben Satz für eine Frachtbriefsendung: b) für Frachtgut 0,26 M., mindestens 0.30 M. für eine Frachtbriessendung; 0) für sperriges Eilgut 0.50 M.: a) zur sperriges Frachlaut 0.40 M.; e) für Möbeln 0.60 M.: zu e bis e mindestens dieselben Sätze für eine Frachtbriessendung, Die Sätze für die Absuhr im Stadtbezirk bleiben unverändert. Diejenigen Empfänger, welche sich ihre Güter selbst abholen, oder sich anderer Fuhrunternehmer bedienen wollen, wollen dies der GüterAbfertigungsstelle Bochum(B.=M.) innerhalb 8 Tagen schriftlich anzeigen. Essen, den 28. Januar 1891. Königliches Eisenbahn=Betriebsamt“ Prtealsciog, Garantirt reine, täglich, frische Naturbutter 5 Mi. 9.—, Süßrahmbutter 4 Mk. 10.—, Kokosnußbutter à Mi. 6.50, versende in Kisten 4 cu. 10 Pfd. feo. geg. Nachnahme. Prima geräuch, westf. Schinken per Pfd. 1.00 Mk. A. A. Ursell, Attendorn i.W Hölneu Domlose 4 3, Ml., Koriterhalbe à1,75 Mk. viertel à 1 Mk. empfiehlt und versendet C. Deppe, Bacstraße 3. Für Arbeitgeber. Sontivrsormatart betreffend Alters=und Invalidenversicherung. Das in Duisburg einzig in seiner Art erschienene Ackermann'sche Controlformular bietet besonders für industrielle Werke und Behördenganzbedeutende Vortheile. Es verbindet große Zeitersparniß, Einfachheit undlleber sichtlichkeit und ist nicht nur von hohen Behörden und sonft. Sachverständigen geprüft und für zweckmäßig befunden, sondern auch von zahlreichen großen industriellen Werken Reinlands und Westfalens bereits angeschafft. wew Ein Formular genügt zur Controlirung eines Arbeiters für 5 Jahre. 100 Formulare auf gutem Conceptpapier M. 4 vorräthig bei Bochum. Wohnung. Auf 1. Mai eine herrschaftliche Wohnung mit allen Bequemlichkeiten zu vermiethen. 514 ar 5 Domänen=, 14 Ritter=, ### 48herrschaftl., 6 Waldund 126 Landgüter, 34 chuet Gasthöfe und Hotel Restaurants, 42 Gast= und Schenkwirthschaften, darunter drei mit Bahnhofs=Restaurationen, 27 Dampfund Wassermühlen. Fabriken, sowie Häuser mit Geschäften jeder Branche, in guten Gegenden belegen, habe preiswerth zu verkaufen event. zu verpachten. Mündliche Besprechungen 4 Tage vorcher anmelden. Jegerschalts=Agentur: Louis Piller, Annen i. Westf. (Gegründet 1870). 538 Pehcdancd Stenenteimittlunge Iistal des Verbandes kaufmänVereine von Rheinkand und Westfalen. Täglich Anmeldung offener Stellen aller kaufmännischen Geschäftszweige Zeutzung für GeschäftsInhaber kostenlos, für Bewerber billigst. Vertrauensmann für Bochum: Julius Högen. 51 Dr Wüte Mümz ein brauet Küchenmädchen gesucht, das alle Hausarbeit und Wäsche gründlich versteht. Gute Zeugnisse erforderlich, „Director Diesenbach, Augustastr. 5. Auf sofort ein proveres Kindermädchen gesucht. Frau D. Grümer, Alleestr. 47. daer Raufallrer-Verein Bechum feiert am Donnerstag denS.Februar, Abends 7½ Uhr, in der Tonhalle: „— KINsaurrest bestehend in Costüm-Aufführungen, im Kunst-u. Reigenfahren, Schceruban, Das Eintrittsgeld beträgt für Herren 2 Mark, für Damen 1 Mark und sind Eintrittskarten gegen Vorzeigung der Einladung bei Herrn Carl Mönnigfeld, Hochstraße hier, sowie sämmtlichen Mitgliedern des Vereins zu haben. Der Reinertrag kommt den städtischen Armen zu Gute. Der Vorstand des Radfahrer=Vereins Bochum. — Bei allgemeiner Körperschwäche, Appetitlosigkeit u. Husten die befriedigsten Wirkungen erzielt. Pankow b. Berlin, 15. Juli 1890, Damerowstr. 21. Hierdurch theile ich Ihnen mit, daß Ihr Malzextract=Gesundheitsbier mir ganz vorzüglich bekommen, was um so höher zu veranschlagen ist, als ich bereits 84 Jahre alt bin und an eine Besserung nicht mehr recht glauben wollte. Ich litt in Folge meines hohen Alters an allgemeiner Körperschwäche, die immer mehr zunahm, da große Appetitlosigkeit mich beherrschte und ein häßlicher Husten mich lange Zeit quälte. Jetzt, nach Gebrauch Ihres vielgerühmten Malzextract=Bieres, fühle ich alle diese Beschwerden nicht mehr. Ich habe ca. 30 Flaschen von Ihrem Malzextrack=Bier getrunken und bin, wie gesagt, mit der Wirkung außerordentlich zufrieden. Seien Sie meines Dankes versichert. L. Krüger, pensionirter Eisenbahn=Beamter. Johann Hoff, Hoflieferant der meisten Fürsten Europa's in Berlin, Neue Wilhelmstraße 1. 4894 Verkaufsstelle in Bochum bei Carl Flügel. eucihen uites ee sesch re Kad H Dienstag 3./2. Abends 7 Uhr, J. 4 R— II. 104 Bohumer Hriegerea. Jaund= wehr=Verein. Die Katarrhe der Lunge, des Kehlkopfs, des Rachens u. der Nase(Schnupfen) röinnen nur gebellt werden, wenn die Ursache der Erkrankung, die Entsündung der Schleimhaut, beseligst wird. Das einzige Mitel, Belches auf den Entzandungs. Avorgang einwirkt, die Fieber= Claimim und nur in der Verwendung desselben, in bise herabsetzt, is das Lanumum einer höchs gpeckmäßigen Verbindung mit anderen Mitteln ist der Grund zu suchen, daß sich die Apotheker W. voss- Katarrhpilien weiche neuerdings wesentlich vervollkommmet wurden, unter Aerzten wie Laien Tausende von Anbängernund Freun, g.uShortroffenes Seimitel,„gegen Latarrhben erworben und als“ glische Erkrankungen der Nrufwege und deren Folgezustände wie Heiserkelt, Husten, Schleim=Absonderung(Auswiesen haben. In dehe kurder Seit, oft nach wenigen Stunden wies Zie Snt#ündung der Schkeimhant gehemmt oder aufgehoben und hiersurch der quafvolle Rusten, läotige Schnupfen ete. beseitigt.— Alle übrigen sog. Katarrhmittel verübergehend einzeine Erscheinungen des Katarrh’s, sie lindern z. B. das Gefühl von Brennen, Kratzen, Trockenheit ims Malse, oder erleichtern Kataurh auch den Auswurt, den Katarrh aber heilen sie nicht. p# Man achte steits darauf, daß jede Dose die mebenPirste, Schpante rrco und der VerschlußKreifendiellnterschrift# Sei. Wie Per Ppeihete, Leten ba wulcg.— Guo Die Bestandtheile sind: Schwefelsaures Chinin, Salzjäure, Dreiblattpulver. Dreiblatt=Extcact, Süßholzpulver, Traganth, Benzoegummi und Choolade.„ 5005 Haupt Devot: Düsseldorf, Elefanten Apotheke. Herren-Garderoben-Geschäft J. Goldstaub, Hochstr. 24. BOCETUN, Hochstr. 24. Billigste und beste Bezugsquelle für wirklich gute aus nur krimpffreien Stoffen mit besten Zuthaten verarbeitete Herren- u. 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Zur Dienstleistung bei der Postagentur in Wiemelhausen wird für die Sonntage ein Aushelfer gesucht.„ 540 Leistungsfähige, thunlichst in Wiemelhausen ansäsige Bewerber wollen sich unter Vorlegung von Führungs=Zeugnissen baldigst hier melden. Bochum, den 30. Januar 1891. Kaiserliches postamt. Kuntich Dienstag den 3. Februar, Nachmittags punkt 9 Uhr: Autreten zur Beerdigung des Kameraden Robert Bochum, den 31. Jonuar 1891. Der Oberst. Civilkand der Stadt Sochum vom 30. Januar 1891. Geburten. Sohn: Schriftsetzer Carl Simon, Roonstr. 29. Fabrikarbeiter Franz Blüggel. Adolfstr. 39. Tochter: Fabrikarb. Andreas Mai, Hammerstr. 7. Aufgebote. Knappschaftsbeamter Robert Cramer, Riemke, und Helene Buer, Bochum. Conditor Ernst Schulte und Mathilde Wilmsen, beide Bochum. Eheschließungen. Fabrikarb. Jacob Bardenheuer und Elisabeth Völlmecke, beide Bochum. Fabrikarb. Anton Schauf, Wiemelhausen, und Wwe. Maria Korte geb. Ronsdorf, Bochum. Sterbefälle. Schneidermeister Heinrich Schmidt, 57 J. 2 M., Friedrichstr. 21. Sophie Schumacher, 1 J. 7 M., Maltheserstr. 11. Dorothea Schlüter, 7 M., Maarbrückerstr. 9. Anna Wichers, 1 J. Schillerstr. 5a. Adolf Berghaus, 2 J. 10 M., Mauritiusstraße 1. Fabrikarb. Conrad Meier, 40 J., Roonstr. 56. Fabrikarbeiter Franz Iwöhl, 20 J. 10 M., Südbellweg 8b. Heinrich Rolte, 2 J. 1 M., Südhellweg 168. Anna Hensel, 7 M., Roonstr. 46. Civilstand des Standesamtes Bochum 1(Nord), vom 19. bis 26. Januar 1891. Geburten. Sohn: Bergmann Christ. Sangmeister, Harpen. Coaksarbeiter Adam Bitzkowski, Hamme. Bergmann Fr. Pickert, Hofstede. Bergm. Caspar Brüggestraat, Harpen. Bergm. Heinrich Thornagel, Hamme. Bergm. Johann Jelkemann, Hofstede. Bergmann Jacob Kobus, Hordel. Zimmermann Heinrich Peikenkamp, Grumme. Berzm. Wilh. Drewermann, Grumme. Bergmann August Gollau, Hamme. Tochter: Bergmann Hermann Bellendorf, Hamme. Bergm. Martin Pisarski, Hofsiede. Fabrikarb. Magnus Weidemann, Hamme. Bergmann Johann Quisbrock, Harpen. Bergm. Joseph Menne, Hamme. Bergmann Philipp Keuenhoff, Hofstede. Aufgebote. Bergmann Georg Caspar Göllner und Catharina Charlotte Speßhardt geb. Dreisvogt, beide Riemke. Bergschüler Johann Schulte, Hamme, und Caroline Maria Otilie Bockstedt, Herne. Eheschließungen. Bergm. Aug. Tumezik und Auguste Nadrowski, beide Riemke. Bergmann Wilhelm Meier, Grumme, und Raimunda Bornemann, Schmerlecke. Bergmann Fr. Moog und Maria Ulrich, beide Harpen. Bergm. Anion Rösen und Josepha Oesterschlink, beide Grumme. Bergmann Heinrich Bücker, Riemke, und Pauline Kannemann, Bochum. Bergmann Johann Mertin und Anna Leiterholt, beide Hamme. Sterbefälle. Anna Maria Elise Helling, 10 M., Harpen. Heinrich Wehmeier, 2 J., Harpen. Wittwe Elisabeth Bierbaum, 66 J., Hamme. Emma Dorothea Gerling, 4 M., Hamme. Ehefrau Wirth, Franz, Bergmann, 46 J., Hamme. Maria Margareiha Meyen, 1 J., Grumme. Wwe. Christine Lehmkuhl, 77 J., Hamme. Ehefrau Bergmann Georg Buscher, 4 J. Hosfede. Für den Reelamen= und Inseratantheil verantwortlich: Robert Cramer in Bochum.— Druck und Verlag von Wilh. Stumpf in Bochum.