Nr. 293. Dritter Jahrgang. Erschrint iüglich, mit Ausnahme der Vonn- und Neiertage. Bbsumentepreis nebsi den Grakte-Beilagen„Sonntagsfreude" und „Strrne und Blumon“ durch die Boten zugestellt nur 50 Pfg. pro Monat. durch die Post bezogen nur 1,20 Mk. pro Quartal. S— Freitag. 23. December 1893. fT Preis für die 1spaltige Petitreile 10 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabakt. Größere Anzeigen können nur bis lpätestens Abendo 5 Uhr angenommen werden, ganz dringende Inserate bis Morgens 8 Uhr. Geschäftostello: Witten, Hauptstraße 79. T TT VTTT Verantwortlich für den ganzen Inhalt: H. Bringewald, Witten. Telephon=Anschlinß 130. Tentrums-Organ für das Kuhrthal. Telegramm=Adresse: Volkszeitung. Druck und Verlag von H. Bringewald Witten. auf unsere Zeitung werden in unserer Geschäftsstelle und von den Boten jederzeit entgegengenommen. Politische Nachrichten. Berlin, 21. Der. * Der„Börsen=Courier“ will wissen, daß das Handschreiben des Kaisers Franz Joseph, das der Botschafter Szögyenyi gestern unserm Kaiser überreichte, ebenfalls den Thun'schen Zwischenfall betroffen habe. Der Zwischenfall gilt nunmehr als erledigt. * An die Adresse des Ministers des Jnnern richtet die„Germ.“ Folgendes: Mitten im Advent hat den Berichten der Blätter zufolge der Oberpräsident der Rheinprovinz ein großes Ballfest gegeben, zu welchem etwa zweihundert Personen, darunter auch fürstliche, eingeladen waren. Der höchste Beamte der zum allergrößten Theile katholischen Rheinlande scheint nicht zu wissen, daß die Katholiken in dem Advent nicht blos dem Geiste des Christenthums gemäß, sendern auch in Folge ausdrücklicher Bestimmung der Kirche sich aller rauschenden Lustbarkeiten zu enthalten verpflichtet sind. Durch das von ihm veranstaltete Fest wird eine große Anzahl von Katholiken geradezu veranlaßt, dieser Bestimmung zuwider zu handeln. Beschämend ist es für uns Katholiken allerdings, daß ein großer Theil unserer Glaubensgenossen aus nichtigen Gründen bei derlei Gelegenheiten die Gebote der Kirche öffentlich übertritt. Das sollte aber für die hohen Träger der Verwaltungsämter keine Entschuldigung sein, Ballfeste im Advent und in den Fasten zu ver anstalten und dazu— Katholiken einzuladen. Das Vorgehen des Oberpräsidenten der Rheinprovinz verdient eine scharfe Rüge und eine Verurtheilung im Landtage. * Ueber eine Entscheidung des Staatsministeriums wird der„Cöln. Vztg.“ aus Berlin das Nachstehende geschrieben: „Wir hatten neulich in der„Cöln. Volksztg.“ die Schaffung von katholischen Kinderhorten für Berlin angeregt, wie hier auch religionslose bezw. simultane bestehen oder in Vorbereitung begriffen sind. Die Niederlassung der Grauen Schwestern in der Landsberger Allee hatte sich denn auch in dankenswerther Weise bereit erklärt, schlpflichtige Mädchen aus dem Arbeiterstande, die sich sonst beschäftigungslos auf den Straßen herumtreiben, in den Nachmittagsstunden bei sich aufzunehmen und in Hausarbeiten und andern nützlichen Beschäftigungen zu unterweisen. Das Polizeipräsidium begrüßte auf eine Aufrage der Oberin diese Idee sympathisch; die Polizei weiß ja am besten, welchen Verführungen halb entwickelte Mädchen auf den Berliner Straßen ausgesetzt sind, machte aber aufmerksam, daß die Erlaubniß der Minister des Innern und des Cultus einzuholen sei. Vor einigen Tagen ist bei der Frau Oberin vom Staatsministerium die Antwort eingelaufen, daß die Erlaubniß verweigert sei, da es sich um schulpflichtige Mädchen handele. Man wird nicht annehmen dürfen, daß das Staatsministerium es für besser hält, daß sich Arbeitertöchter auf den Straßen h rumtreiben, als daß sie von katholischen Schwestern in nützlichen weiblichen Arbeiten(nicht etwa in der gefährlichen Religion) unterrichtet werden. Das Staatsministerium ist also wohl der Meinung, daß es durch das Ordensgesetz absolut verhindert sei, die nachgesuchte Erlaubniß zu ertheilen. Wir halten eine solche Auslegung des Ordensgesetzes keineswegs für geboten. Denjenigen aber, welche anderer Meinung sind, sagen wir, wie schon häufig bei anderen schreienden Aulässen: Weg mit einem Gesetze, welches solche haarsträubende Consequenzen hat.“ * Zu dem Wechsel auf den Regierungspräsidentenposten, der sich nach der„Köln. Vztg.“ auf nicht weniger als zehn Regierungspräsidenten erstrecken soll, schreibt die„Post“: Daß einige Veränderungen auf den genannten Posten bevorstehen, ist Das Geheimniß der alten Kirche. Von M. Elton. „Ist das männlich, Herr Inspector?“ sagte der Arzt der von den Beiden unbemerkt in die Allee getreten war.„Seien Sie nicht so untröstlich; ich hatte am Vormittag einen Wechsel befürchtet, das Schlimmste ist nicht eingetreten. eine leise Hoffnung dürfen wir hegen.“ Ermuthigend klopfte er Bromsky auf die Schulter.„Oft wirkt eine unverhoffte große Freude Wunder. Der Herr Graf hat mich gebeten, einige Stunden in der Nähe zu bleiben, bis dahin hoffe ich, wenn nichts dazwischen tritt, ihm Beruhigendes über den Zustand der Frau Baronin sagen zu können.“ „Das sind erfreuliche Nachrichten,“ warf Dünfelt ein, als Bromsky in seiner Verlegenheit nicht das rechte Wort finden sonnts.„ Als Dünfelt Nachmittags den Weg nach Rodoze zurücklegte, spürte er ni t den eisigen Regen, den ihm der Sturm ins Gesicht peitschte. Noch kein Jahr kannte er alle diese Menschen und ihr Wohl und Wehe ging ihm schon so nahe zu Herzen. Abends eilte er schon vor sechs Uhr seiner Wohnung zu, spähte unruhig umher, ob er nicht irgend einer Person ansichtig werde, die ihm Nachrichten geben könne. Wladislav trat eben aus dem Inspectorhaus, und ehe Dünfelt zu ihm sprechen konnte, sagte er: „Der Herr Graf lassen den Herrn Amtsrichter zum Abendessen bitten. Da der Herr Graf die ganze Nacht gereist sind, haben sie einige Stunden am Nachmittag geruht, lassen sich deshalb entschuldigen, dem Herrn Amtsrichter noch keinen Besuch gemacht zu haben.“ „Wie geht es der Frau Baronin?“ fiel Dünfelt ein. „Gott Lob, die Krisis ist überstanden, nach einem wohlthuenden Schlaf fühlt sich die Frau Baronin besser," berichtete Wladislav. Ganz erleichtert trat hierauf Dünfelt in des Inspectors Zimmer. „Setzen Sie sich, bitte einen Augenblick,“ rief ihm Bromsky aus dem anstoßenden Schlafzimmer zu,„ich bin sogleich fertig.“ Das Hin= und Herlaufen nebenan dauerte jedoch noch eine Weile; darauf erschten der Inspector wie ein Hochzeiter im schwarzen Anzug, weißer Weste und weißer Holsbinde und zerrte an ein paar neuer gelber Glacehandschuhe, die, so beschon seit längerer Zeit bekannt. So hat der Bromberger Regierungspräsident Herr v. Tiedemann bereits vor geraumer Zeit erklärt, daß er nach seiner Wahl in den Reichstag und Landtag den Regierungspräsidentenposten niederlegen werde, da er die Ausübung seines Doppelmandates neben seinen bisherigen Amtsgeschäften nicht durchführen zu können glaube. Bekannt ist auch seit längerer Zeit, daß Regierungspräsident v. Heppe in Trier wegen Krankheit in den Rubestand treten wird, und dasselbe ist der Fall bezüglich des Regierungspräsidenten v. Sommerfeld in Stettin, sowie bezüglich des Casseler Regierungspräsidenten Grafen d’Haussonville, der schwer erkrankt ist. Für den gleichfalls in den Ruhestand tretenden Regierungspräsidenten von Erfurt, v. Brauchitsch, ist bereits Oberregierungsrath v. Dewitz in Breslau als Nachfolger ernannt. Das sind im Ganzen fünf Posten, nicht aber zehn. Auf den Posten in Königsberg, Köslin, Wiesbaden, Osnabrück und Aurich steht ein Wechsel nicht in Aussicht, wenigstens ist davon, wie wir schon neulich bemerkt haben, hier an maß gebender Stelle nichts bekannt. * Die Morgenzeitungen machen darauf aufmerksam, daß in jener Sitzung des Staatsministeriums, in der die Einleitung des Disciplinarverfahrens gegen Professor Delbrück beschlossen worden sei, Fürst Hohenlohe fehlte und v. Miquel präsidirte. * Gegen den ambulanten Gerichtsstand der Presse hat sich nun auch das Amtsgericht l in Berlin ausgesprochen. Es handelte sich um eine Beleidigungsklage des Buvdes der Landwirthe gegen die„Bresl. Morgenztg“ wegen einer Besprechung der Thomasmehlangelegenheit, welche Klage statt in Breslau, in Berlin anhängig gemacht war. Das Amtsgericht I in Berlin erklärte sich für unzustöndig, da aus den Reichstagsverhandlungen über die Strafprozeßordnung und aus der Haltung der Regierung dabei klar hervorgeht, daß ein unbekannter Gerichtsstand der Presse nicht geschaffen werden solle. Die Indikatur des Reichsgerichts setzt sich in dieser Frage in nicht zu billigender Weise über den klaren, deutlich ausgesprochenen Willen des Gesetzgebers offenbar hinweg. Zu derselben Frage hat sich dieser Tage auch einer der Rechtslehrer der Berliner Univerfität, Professor Dr. Kohler, gelegentlich in einer seiner Vorlesungen ausgesprochen. Die Aeußerung lautete, wie der„Voss. Ztg.“ mitgetheilt wird, folgendermaßen:„Die Lehre des Reichsgerichts von dem fliegenden Gerichtsstand der Presse ist eine vollkommen unrichtige, verkehrte, die eine ungeheuere Beunruhigung hervorruft, wo mit einer richtigen Auslegung doch ganz leicht zu helfen wäre.“ * Bekanntlich hat der nationalliberale Abgeordnete Bassermann im Reichstage den Antrag auf Einführung kaufmännischer Schiedsgerichte eingebracht. Zur Zeit werden Streitigkeiten zwischen Prinzipalen und Handlungsgehilfen beziehungsweise Handlungslehrlingen durch die ordentlichen Gerichte entschieden, deren Spruch häufig Grund zur Unzufriedenheit gegeben hat, weil in den meisten Fällen, wo Gutachten eingeholt werden mußten, die Sachverständigen aus der Reihe der Prinzipale genommen wurden, sodaß der Schein der Unparteilichkeit nicht immer gewahrt blieb. Wie die Schiedsgerichte eingerichtet sein sollen, ist im Antrag Bassermann offen gelassen; er fordert nur grundsätzlich die Errichtung solcher Gerichte. Auch die Meistinteressirten, die Handlungsgehilfen selbst, sind über diesen Punkt noch nicht völlig einig. Namentlich ist die Frage noch strittig, ob die Gerichte als selbstständige Schiedsgerichte, vielleicht in Anlehnung an die Gewerbegerichte, errichtet oder ob sie den ordentlichen Gerichten angegliedert werden sollen. Die Regierungen haben der Angelegenheit schon vor der Einbringung des Handelsgesetzbuches ihre Aufmerksamkeit zugewandt und sie nicht aus den Augen verloren, so daß zu erwarten ist, daß die Vorarbeiten durch den Antrag Bassermann einen wesentlichen Schritt gefördert werden. * Lüttich, 20. Dec. Das 25jährige Jubiläum des Vereins katholischer Studirender zu Lüttich ist hier in den letzten Tagen mit großer Feierlichkeit und unter Theilnahme zahlreicher Deputationen aus Aachen, München, Leipzig, Löwen, Gent, Lille u. s. w. begangen worden. Die liberalen Student en versuchten allerdings in rüpelbaftester Weise die Festesfreude zu stören. Beispielsweise wurde die Genter Deputation, als sie den Bahnhof verließ, um in die Stadt zu ziehen, von einer sitteten Horde liberaler Studenten mit einem Haael von faulen Eiern und mit Gejohle und Pfeifen empfangen. Wiederholt mußte die Polizei einschreiten und Hauptstörenfriede festnehmen. Mehrere katholische Studenten haben blutige Verletzungen davongetragen. Die welteren Berichte über die Ausschreitungen der liberalen Studenten lauten sehr ernst. Die Liberalen erstürmten den Konkordiasaal, wo die Katholiken ein Festbankett abhielten, verjagten die Festgäste, zertrümmerten die Spiegel und warfen Teller und Stüble zum Fenster binaus. 25 Personen wurden verwundet. Die katholischen Studenten mußten unter Polizeischutz schleunigst abreisen. Wie man sieht, haben es die liberalen Studenten dem gemeinsten Straßenpöbel glücklich abgelauscht, wie man's macht. * Pest, 21. Der. Das Amtsblatt veröffentlicht die Enthebung des Ministerpräsidenten Baron Bauffy von der Leitung des Ministeriums a latere(d. h. von dem besonderen Ministerium „um die Person des Königs“. Minister=Präsident bleibt Banffy.) Der König drückt bei dieser Gelegenheit Bauffy seine volle Anerkennung und seinen Dank aus für die auch in dieser Eigenschaft als Minister a latere bezeugte eifrige und selbstlose Thätigkeit. An Stelle Bauffys wurde Graf Emanuel Szechenyi zum Minister am königlichen Hofe ernannt. * Paris, 20. Dee. In der neuen Spionagegeschichte hat bis jetzt die Untersuchung ergeben, daß der Hauptangeklagte Deerion ein Abenteurer ist, der zu allem fähig scheint. Er ist als Gebeimagent im Kriegsministerium und war in der Polizeidirection zugelassen. Anläßlich der Reise Felix Faures nach Rußland hatte er sich dadurch Geld zu verschaffen gewußt, daß er ein anarchistisches Complot gegen Faure ins Werk setzte. Er ist auch derselbe, der Sprengstoffe in der Nähe des Nordbahnhofes niedergelegt hatte und sich alsdann selbst erbot, die Schuldigen zu entdecken. Eine Untersuchung, die aber ohne ihn geführt wurde, brachte die Entdeckung, daß er selbst der Urheber des vermeintlichen Attentates war. Er wurde aus den Bureaux entlossen und suchte sich dadurch zu entschuldigen, daß er beweisen wollte, wie er in der Gegenspionage Dienste leisten könnte. Dieses Vertheidigungssystem verfehlte indeß seine Wirkung. Die Untersuchung hat festgestellt, daß er mehrere Schriftstücke über die neuen französischen Schußwaffen durch die Vermittlung des Brigadiers Griaux über die belzische Grenze verkaufte. In einer öffentlichen Versammlung theilte Professor Vernes, Director der Haute Etude, wichtige Enthüllungen mit; er versicherte, obgleich Hanotaux wußte, daß die Doeumente Heurys gefälscht seien, und obgleich er dem italienischen Botschafter versprochen hatte, sich nie dieser Papiere zu bedienen, habe er doch keinen Einspruch erhoben, als die Generale Pellieux und Boisdeffre vor dem Schwurgericht diesbezügliche Aussagen machten. Hanotaux habe auch die Photographie des berühmten Kaiserbriefes, den er ebenfalls als gefälscht kannte, nach Petersburg an den Czaren gesandt und diesen gebeten, sein Möglichstes zu thun, damit ein Feldzug in Rußland zu Gunsten der Revision unterbleibe. Professor Vernes versicherte, diese Einzelheiten aus vollständig zuverlässiger Quelle erfahren zu haben.— Eine gut informirte Persönlichkeit, deren Beziehungen zum Justizpalast bekannt sind, erklärte heute, der Cassationshof werde morgen oder übermorgen sein Gutachten in der Dreyfus=Affaire abgeben. Sollte dies thatsächlich der Fall sein, so ergibt sich daraus, daß die Meinung des obersten Gerichtshofes genügend durch die bereits verhörten Persönlichkeiten aufgeklärt ist und daß der Cassationshof es für überflüssig erachtet, vom Geheimdossier vor der Hand Kenntniß zu nehmen. Der Cassationshof werde wahrscheinlich nur erklären, daß die Revision des Dreysusprocesses nothwendig sei und daß sie vom Cassationshof und nicht vom Kriegsgericht geleitet werden müsse. Sobald ein neues Revisionsverfahren eingeleitet sei, werde der Cassationshof alle nothwendigen Schriftstücke erhalten müssen.— Der Senat berieth die Vorlage über die Verschärfung der Strafbestimmungen für Spionage und Verrath. Monservien befürwortete einen Zusatzantrag, wonach Verrath auch in Friedenszeiten mit dem Tode bestraft werden soll. Clamageran bekämpft die Vorlage, die zu streng sei, und bezeichnet gewisse Fälle, in denen eine Verurtheilung ausgesprochen wucde, ohne daß alle Schriftstücke der Vertheidigung mitgetheilt worden seien, als ungeheuerlich. Redner kommt auf die Revision des Dreyfusprocesses zu sprechen und sagt, die Revision sei eine Komödie, wenn dem Cassationshofe nicht alle Schriftstücke mitgetheilt würden.(Lärm.) Der Senat nahm in der weiteren Berathung der Vorlage die vom Kriegsminister und Justizminister befürwortete Fassung an, wie sie von der Commission festgesetzt worden ist, wonach Beamte, die sich des Verraths schuldig machen, auch in Friedenszeiten mit dem Tode bestraft werden sollen.— In der Kammer brachte Fourniere(Soc.) den Antrag ein, Militärpersonen die Ausübung politischer Rechte zu gewähren. Fouruiere verlangte für den Antrag die Dringlichkeit und nahm hierbei Bezug auf die in jüngster Zeit von den Generalen erlassenen Tagesbefehle, von denen er einen solchen des Generals Jamont auführte.(Lebhafter Widerspruch im Centrum. Rufe: Zur Ordnung!) Ministerpräsident Dupuy erwidert, er glaube, die Dreyfussache habe dem Lande schon genug Schaden gebracht(Beifall), der neue Antrag Fourniere's werde unheilvoll sein. Das Land wolle eine Armee haben und habe eine Armee, die seine Ehre und Unabhängigkeit schütze. Man dürfe den Offizieren nicht die Möglichkeit geben, in das Forum hinabzusteigen.(Beifall.) Man müsse sich um die Armee schaaren. Die Socialisten selbst trächtlich auch die Nummer war, gesonnen schienen, Bromsky's Händen einen hartnäckigen Widerstand entgegenzusetzen. Dünfelt lachte laut auf, als er, die strupvigen Haare fest mit Kosmetik an den Kopf geklebt, fast unerkennbar vor ihm stand.„Was haben Sie wit sich angefangen, lieber Freund?“ fragte er belustigt. „Gräfliche Gnaden haben mich zu Tische befohlen,“ autwortete Bromsky ernsthaft,„bitte, beeilen Sie sich mit Ihrer Toilette, gräfliche Gnaden sind sehr prompt.“ Schweigend zog Dünfelt ein Paar braune Glaceehandschuhe aus der Tasche seines Ueberziehers und streifte sie über die Hände.„So, meine Toilette ist fertig, gehen wir.“ „Ja, ja, Herr Inspector, der Herr Graf wird sich nicht wundern, daß ich erscheine wie ich gehe und stehe, da mir die Einladung eben zugegangen ist und es unhöflich wäre, den Herrn Grafen warten zu lassen. Dünfelt hatte einen steifen, in seine Vorurtheile eingerosteten Aristokraten erwartet und fand einen liebenswürdigen Greis, dessen sympathische Züge von voruherein für ihn einnahmen. Da war auch keine Spur von vornehmer Herablassung, selbst Dünfelts Achillesferse blieb gänzlich geschont in dem wohlwollenden Entgegenkommen des Greises— dem jungen Manne gegenüber. Trotz dem fast väterlichen Ton, den er für Bromsky hatte, kam dieser nicht aus seiner tiefen Devotion heraus.„„„„„4„#baht. keib Ein Schatten flog über Dunselts Gesicht, er gebachte heiß und schmerzlich seines Vaters— ja, so waren sie alle, diese guten anspruchslosen Menschen, sie fühlten sich wohl in der Unterordnung. Etwas in den Zügen des Reichsgrafen erinnerte ihn an Hilde,— daß er dies nicht längst bemerkt hatte, in Frau von Berkoffs Gesicht trat die Aehnlichkeit je ganz frappant hervor.... W24 ga.t1 Gegen 10 Uhr verabschiedeten sie sich vom Grafen Welterscamp, und als sie durch den Schloßhof gingen, fragte Dünfelt: „Ist der Graf mit dem Alter ein Anderer geworden?“ Bromsky verstand ihn nicht recht.„Ich meine, war er immer der liebe wohlwollende Mann, der er heute ist?“ „So habe ich ihn nimmer gekannt, nur fröhlich war er, voll von schönen Lebenshoffnungen, als die Fürstenkrone über dem stolzen Haupte der jungen Reichsgräfin schwebte. Nun ist er stille geworden, seit die letzte Hoffnung mit dem Tode des armen kränklichen jungen Reichsgrafen eklosch, der als Erbin des stolzen Namens und des colossalen Vermögens eine blödsinnige Tochter hinterlassen hat.“ „Eine andere Erbin, eine gesunde, jugendlich=frische Repräsentantin der Familie,“ warf Dünfelt lebhaft ein. „Ein Fräulein Banerns,“ sagte Bromky mit einem Achselglde. „Glauben Sie, daß der Graf in Bezug auf diese seine Enkelin an seinen Vorurtheilen festhalten wird?“ „Das sind keine Vorurtheile, das ist sociale Ordnung; zerren Sie daran, so reißen Sie das ganze Gebäude nieder, die Throue stürzen mit dem ganzen Aufbau zusammen, sobald den Umsturzideen Raum gegeben wird,“ erwiderte Bromsky Dünfelt lächelte und fragte ruhig:„Glauben Sie nicht, daß dennoch Aussichten für Fräulein Hilde Vanerus sind?“ „Ganz gewiß nicht, die Gräfin Hild=gard wußte das auch sehr wohl, daß die Schranken, die sie mit unnachgjebiger Hand errichtet, für immer uaübersteiglich sind. Wie ich gräfliche Gnaden kenne, so haben sie jede Erinnerung an die ausgestrichen, die das Wappenschild der Wilterscamp unter ihren Füßen zertreten hat.“ Deu nutzlosen Kampf aufgebend, betrat Dünfelt nachdenkend seine Wohnung. Er gedachte so gerne Hilde's, konnte er sich denn die Eine denken, ohne daß neben ihr das zarte holdielige Gesichtchen mit dem frommen reinen Kinderblick auftauchte? Hilde war Sandra so von ganzem Herzen gut, Niemand konnte ihr treuer ergeben sein, so zollte ihr Dünfelt ein Gefühl warmer Freundschaft, das so gerne sich bethätigt Die Baronin schritt für ihr Alter überraschend schnell der Genesung zu. Die letzte Unterredung mit Dünfelt schien sie vergessen zu haben; sie war berzlicher ihm gegenüber geworden, überhaupt übte die Rückkehr des vielgeliebten Bruders einen beglückenden Einfluß auf sie. Die zweite Hälfte des October verabschiedete sich mit strahlendem Lächeln, die Sonne glänzte wohlthnend aus dem tiefblauen Himmel und täglich spazierte Frau von Berkoff am Arme ihres Bruders durch die sonnenbeschienenen Gärten in Welch edies, schönes Baar waren doch diese Geschwister! Schade, jammerschade, daß dieses Geschlecht aussterben sollte. Es schien, als wollten die Geschwister nachholen, was sie die langen Jahre versäumt, sie lebten nur für einander, so daß Dünfelt nicht zu häufig Gelegenheit hatte, im Schlosse zu verkehren. Auch die junge Gräfin von Welterscamp war mit ihrem unglücklichen Töchterchen im Schlosse angekommen. Das Kind wurde den ganzen Tag oon seiner Erzieherin herumgeführt und war körperlich wie geistig bemitleidenswerth. Die Gräfin, eine übergroße schmächtige Erscheinung, machte einen durchaus unangenehmen Eindruck durch die hochmüthige Unnabbarkett, mit der angenehmen Eindruck durch die hochmüthige Unnabbarkeit. der sie jedem Eutgegenkommen auswich. Selbst Bromsky, bereitwillig einer Reichsgräfin von Welterscamp alle mög(Fortsetzung folgt.) K lichen Zugeständnisse machte und ihr die weitgehendsten Privilegien einräumte, fand sie„gar stolz“. Noch einen letzten schönen Tag hatte der October gebracht, Abends aber wehte schon ein feuchter eisiger Wind, und am darauf folgenden Morgen war die Erde mit Schnee bedeckt. Aufseufzend stand Dünfelt am Fenster und schaute zu, wie die dichten Flocken zur Erde wirbelten. Nun war der Boden für wenigstens fünf Monate unter der Schneedecke begraben, ein endloser Winter lag wieder vor Dünfelt. Auch die kleine Abwechselung, die ihm das Schloß bot, fiel in diesem Winter hinweg, denn gerade fuhr der Landauer vor das Portal und die vier Personen, in Pelze gehüllt, stiegen ein, um sich nach Rodozc zu begeben. Der Winter sollte an der Riviera zugebracht werden, theils Frau von Berkoffs, theils der schattenhaften jungen Reichsgräfin wegen. Der Amtsrichter sah zu, wie Bromsky nach allen Seiten rastlos behülflich war, wie eifrig und tief er dienerte, und wie die junge Gräfin nicht einmal einen knappen Gruß für alle seine Anstrengungen hatte. Mißmuthig ging er vom Fenster, verabschiedet hatte er sich von dem Grafen und Frau von Berkoff schon gestern. 10. Der Winter hatte einen entsetzlich harten Anlauf genommen, Anfangs December war die Weichsel fest zugefroren. Anmuthig bewegten sich die schönen dunkeläugigen Poliunen im Schlittschuhlauf vor Dünfelt. Die munte#en Officiersfrauen, die mit den jungen Polinnen in eleganten Eiscostümen wetteiferten, zogen den Amtsrichter mitten in die belebte Gesellschaft; er wurde endlich selbst ein eifriger Schlittschuhläufer. Ganz erhitzt trat er, als es schon ausing zu dämmern, in die überheizie Gerichts stube. Die angekommenen Briefe wurden zerstreut durchgesehen, auch ein Zeitungsblatt unter Krenzband siel ihm in die Hände. „Das Tageblatt von F.k, sagte er verwundert,„Dahabe ich denn damit zu schaffen?“ Mit rother Kreide war eine Anzeige, die er mit Befremden las, angestrichen. liebten die Aruee. Auf den Zwischenruf Fourniere's: Gewiß! fährt Dupuy fort: Nun wohl, so ziehen Sie Ihren Antrag zurück. Unter donnerndem Beifall und Rufen: Oeffentlicher Anschlag! wies Dupuy die Dringlichkeit zurück. Dieselbe wurde vom Hause mit 477 gegen 26 Stimmen abgelehnt.— Clemenceau schreibt in der„Aurore“ in Betreff des geheimen Dossiers:„Entweder wird der Cassationshof alles sehen, selbst auf die Gefahr hin, neue Fälscher aufzudecken, oder der Cassotionshof wird sein Werk unterbrechen, indem er erklärt, daß die Executivgewalt ihre Befugnisse mißbrauche. Dies müßte die schwersten Consegnenzen nach sich ziehen.“ In juristischen Kreisen glaubt man, die einzige Bedingung, welche der Cassationshof dem Vertheidiger Mornard in Betreff des geheimen Dossiers auferlegen könne, wäre die, daß er die etwaigen Belastungsmomente des Dossiers nicht in öffentlicher Sitzung, sondern in einer Denkschrift widerlege.— Der Cassationshof beschloß, den ver hafteten angeblichen Spion Deerion zu vernehmen. Dieser behauptet interessante Aufschlüsse in der Dreysus=Angelegenheit geben zu können. * London, 21. Dee. Eine Meldung des„Bur. Dalziel“ aus Shang hai besagt, ernste Nachrichten lägen aus dem Yangtsethale vor. Die Anhänger des Rebellenführers Yumantoi nahmen Chianyang 50 Meilen südwestlich von Itschang ein; sie tödteten hundert zum Christent hum bekehrte Eingeborene, sowie einen französischen Priester. * Madrid. 20. Der. Die Königin berieth heute mit Sagasta, Montero Rios, Silvela und Capos die Lage. Ihre Entscheidung wird nächsten Samstag erwartet. Man glaubt allgemein an die Rückbildung des Cabinets Sugasta. Parlamentarisches. * Das neue Flottenbild, das der Kaiser dem Reichstag geschenkt hat, ist keine Wandtafel deutscher Kriegsschiffe mit Text. Der Titel des Textes loutet:„Die wichtigsten deutschen Kriegsschiffsorten. Unter Benutzung amtlichen Materials geschildert. Mit einer Tafel deutscher Kriegsschiffe“, und ist eine Anleitung zum Verständniß der„Wandtafel deutscher Kriegsschiffe. Unter Benutzung amtlichen Moterials und unter Mitwirkung des Marinemolers Willy Stöwer bearbeitet.“ Der Inhalt der forbigen hübsch ausgeführten Wandtafel ist: 1. Sr. Moj. Linienschiff„Kaiser Friedrich III.“. Seiten= ansicht unter Dampf. 2. Vorderansicht unter Dampf. 3. Längsdurchschnitt. 4. Deckansicht. 5. S. M. großer Kreuzer„Fürst Bismarck“. 6. S. M. großer Kreuzer„Freya“. 7. Sr. Maj. kleiner Kreuzer „Geier“. 8. Torpedoboot. Die Wandtafel ist auf Anordnung des Präsidenten in der Handbibliothek aufgehängt. Sociales. * Crefeld, 21. Der. Die ausständigen Weber haben fast durchgängig heute Morgen die Arbeit wieder aufgenommen. Locales und Provinzielles. = Witten, 23. Der. Wie bereits mitgetheilt, veranstaltet der„Katholische Bürgerverein“ am zweiten Weihnachtstage im Vereinslocale eine Weihnachtsfeier. Das Nähere darübe: macht der Vorstand im Inseratentheil der vorliegenden Nummer dieser Zeitung bekannt. *— Eine Weihnachtsbescheerung fand auch in diesem Jahre wieder auf der Glashütte von Ammon u. Gebr. Vopelius statt. Es wurden an 100 jugendliche Arbeiter und die Kinder der erwachsenen Arbeiter mit Gaben erfreut. Die Geschenke bestanden in nützlichen Kleidungsstücken und außerdem für die Kleinen in allerlei Süßigkeiten. *— Der Männergesangverein„Sängerhain“ veranstaltet am zweiten Weihnachtstage eine Weihnachtsfeier, verbunden mit Kinderbescheerung. Das eingetretene Frostwetter ist nicht nur für manchen Geschäftsmann, sondern auch für andere Sterbliche mützlich und angenehm. Wir denken dabei besonders an diejenigen Menschenkinder, die Anwohner schmutziger Straßen sind oder solche bei Regenwetter stets passiren müssen. Diese brauchen jetzt wenigstens nicht mehr bange zu sein, daß die Schuhe im Dreck stecken bleiben. Einem biederen hiesigen Bürger ist ein solches Malheur vor einigen Tagen Abends auf der Ardeystraße passirt. Der Bedauernswerthe kehrte an dem betreffenden Abend bei Ferdinand Henke ein und erzählte unter Raisonniren, daß ihm auf der genannten Straße ein Schuh im Straßenkoth stecken geblieben sei. Wie das Sprichwort: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, sich stets bewahrheitet, so auch hier: es erhob sich ein schallendes Gelächter, als der gute Mann den unbeschuhten Fuß der nicht gerade schön aussah, vorzeigte. Aus purer Nächstenliebe bewaffnete sich aber sofort ein jeder der anwesenden Gäste mit einer mächtigen Laterne und nun ging's an's Suchen nach dem theuren Kleinod. Nach längerem Suchen fand man den Schuh endlich tief in einem der dort liegenden Dreckhaufen stecken. Darob nun selbstverständlich glückstrahlende Gesichter. Der Mann aber, dem dieses1Malheur passirte, soll sich sofort den ernsten Vorsatz gefaßt haben, entweder seine Wohnung zu wechseln, d. h. in den westlichen Stadttheil zu ziehen, oder sich unverzüglich ein Paar Kanonenstiefel anzuschaffen. .— Dem Bundesrath ist, wie die„Nordd. aug. Zig.“ meldet, eine Vorlage des Reichskanzlers zugegangen, welche für Postanweisungen bis 5 Mk. eine Gebühr von 10 Pfg. vorschlägt. Ferner soll, da nach den Beschlüssen des Washingtoner Congresses vom 1. Januar 1899 ab im internationalen Verkehr Postanweisungen bis 1000 Fres. zugelassen sind, auch für den inneren Verkehr der Meistbetrag auf 800 Mk. erhöht werden. Für die Postanweisungen über 400 bis 800 Mark sind zwei neue Taxstufen vorgesehen, und bis zu 600 Mk. und Weitern soll eine Erhöhung des Meistgewichts für Waarenproben von g###. 350 Gramm erfolgen, und die Gebühr für woiche muster auf 50 Pfg. festgesetzt werden. Mit 2#cher, lange geplauten Ermäßigung der Mindestvrruge für Postenweisungen auf 10 Pfg. wird, wie die„Deutsche Verkehrszeitung" hervorhebt, ein lebhafter Wunsch des Publikums Erfüllung finden, und hoffentlich die Verwendung der Postwerthzeichen als Zahlungsmittel für kleine Beträge unter Versendung der Freimarken in gewöhnlichen Briefen aufhören. Die Festsetzung der niedrigen Gebühr für Postanweisungen bis 5 Mk. dürfte billigen Ansorderungen genügen; von den Handelskammern, die sich in den letzten Jahren wiederholt mit der Ermäßigung der Gebühren für kleine Postanweisungen beschäftigt haben, ist fast ohne Ausnahme empfohlen worden, die Ermäßigung der Gebühr auf Postanweisungen bis 5 Mk. zu beschränken. Die Zahl der portopflichtigen Postanweisungen bis 5 Mk. beträgt jetzt— ausschließlich der Soldaten=Postanweisungen— rund zehn Millionen Stück. Nach Einführung des Zehnpfennig=Tarifs wird die Zahl voraussichtlich stark zunehmen. Zur Erleichterung des Verkehrs ist desholb beabsichtigt, für solche Postanweisungen besondere Formulare mit eingedrucktem Werthstempel zu zehn Pfennig herzustellen, welche zum Nennwerth des Stempels an das Publikum abgelassen werden sollen. Angenehm wird es den Betriebsbeamten sein, daß die neuen Formulare demenächst auch zu Soldaten=Postanweisungen(jetzt 1¼ Million Stück) benutzt werden können. Die neuen Taxstufen von 50 und 60 Pfg.) für PostAnweisungen über 400 bis 600 Mk. bezw. bis 800 Mk. bedeuten gleichfalls eine Verbilligung des bisherigen Tarifs. Jetzt kostet die Uebermittelung von Beträgen über 400 bis 800 Mk. durch Postanweisung 60 bezw. 70 und 80 Pfg., sodaß die künftigen Gebühren sich um 10 und 20 Pfg. niedriger stellen. Die neuen Sätze sind auch annähernd den Taxen für die Versendung von Geldbriefen über 10 Meilen(bis 600 Mk. 50 Pfg., über 600 bis 800 Mk. 55 Pfg.) gleich. Nicht weniger Anklang wird die Ausdehnung des Meistgewichts für Waarenproben finden. Die Gebühr von 20 Pfg. für Muster über 250 Gramm stimmt mit der Taxe für Drucksachen des gleichen Gewichts überein. Diese Uebereinstimmung ergibt nicht nur für den Betriebsbeamten eine Erleichterung in der Taxirung, sondern hat für das Publikum auch die Annehmlichkeit, daß es Drucksachen und Waarenproben bis 350 Gramm in einer Sendung zusammenpacken kann. *— Ueber den Versandt von Fahrrädern auf der Eisenbahn hot noch der„Rad=Welt“ der Minii er der öffeatlichen Arbeiten auf eine Eingabe der Bieleselder Handelstammer geantwortet, daß vom 1. Januar 1899 a5 auf den preußischen Staatsbahlen mit Ausn me des Berliner Vorortsverkehrs unverpackte Zweicaber zur Beförderung als Expreßgut unter den allgemeinen Bestimmungen des Staatsbahn=, Personen= und Gepäcktarifs zugelassen werden. Die Herabsetzung der Beförderungsgebühr von 50 Pf. könne dagegen nicht in Aussicht cenommen werden. *.— Die in Berlin stattgefundene GeneralVersammlung der Actiengesellscaft Siemens und Halske beschloß, aus dem Bruttogewinn des am 31. Juli abgelaufenen Geschäftsjahres von 8935323 Mk. nach Abzug von Handlungskosten, Zinsen und Abschreibungen, zusammen in Höhe von 3404297 Mk., die Vertheilung einer Dividen de von 10 Procent unter Vortrag von 1318258 Mk. auf neue Rechnung. *.— Die eheliche Güter gemeinschaft haben ausgeschlossen die Braut= beziehungsweise Eheleute: Bauunternehmer Gustav Korngiebel und Hermine Fricke in Ueckendorf; Apotheker Alwin Scherbel in Wanne und Anna Reese aus Wetter a. d. Ruhr; Bergmann Rudolf Paprotta und Wilhelmine geb. Pissowotzki in Wattenscheid; Schneidermeister Heinrich Cremer und Mathilde geb. Biermann in Wiemelhausen; Buchbinder Joseph Schiffer und Wilhelmine Schirmer in Witten; Metzgermeister Gustav Schröder zu Witten und Maria Kraut zu Jesberg; Kaufmann Orto Dickel zu Witten und Sophie Eugenie Büchsenschütz zu Barmen; Metzgermeister Hermann Flanz zu Annen und Anna Kleffmann zu Groß=Holthausen; Kaufmann Herw. Bernstein zu Dahlhausen und Pauline Marx von Crefeld; Bäckermeister Julius Rolwes und Theresia geb. Schaafs in Bochum. * Annen, 23. Der. In der letzten Gemeinde. raths=Sitzung, die unter dem Vorsitze des Herrn Amtmann Frieg stattfand, wurde zunächst über die Einführung einer besonderen Gewerbesteuer=Ordnung verhandelt. Die zur Zeit gültige Steuerordnung tritt am 1. April außer Kraft, da von der Regierung nur bis zu diesem Zeitpunkte die Genehmigung ertheilt ist. Von der zur Berathung über diesen Punkt gewählten Commission wurde vorgeschlagen, eine Steuerordnung nach dem vom Ministerium des Innera mitgetheilten Muster vom 1. April 1899 einzuführen.— Die dem Herrn Regierungspräsidenten vorgelegten Statuten hatten in einigen Punkten nicht die Zustimmung desselben gefunden, weshalb nochmals eine Beschlußfassung herbeigeführt werden mußte.— Sodann wurde vom Vorsitzenden der Bericht über die Revision der Gemeindekassen=Rechnung pro 1897/98 verlesen und dem Antrag der Revisionscoumission gemäß dem Rendarten Herrn van Kempen Entlastung ertheilt. Es schließen ab die Rechnungen der Gemeindekasse in Einnahme mit 263,785,29 Mk., in Ausgabe mit 246,112,60 Mk., mithin einem Bestande von 17,672,66 Mk. und einem Einnahme=Reste von 54,869,69 Mk. und einem Ausgabe=Reste von 500,70 Mk. Der Zuschuß der Gemeinde zur evangel. Schule beträgt 56,872,82 Mk., zur kathol. Schule 11,640,86 Mk.; zur Mittelschule 2705,85 Mk., zum Pflegehause 6300, 90 Mk., zum Todtenhofe ist kein Zuschuß geleistet. Die Einnahme des Wasserwerkes betrug 38,665,89 Mk., die Ausgabe 21,894,27 Mk. 8 Heven, 23. Der. Wir machen die Mitglieder des„Katholischen Männer= und Jünglings=Vereins“ auf die am zweiten Weihnachtstage im Vereinslocale stattfindende Weihnachtsfeier aufmerksom. * Bochum, 22. Dee. Einjährig=Freiwillige werden am 1. April 1899 in folgenden Regimentern eingestellt: Beim Gardecorps. Berlin: Königin Augusta=Garde= Grenadierregiment Nr. 4. (Nur Studierende der Hochschulen.) Spandau Garde=Grenadier=Regiment Nr. 5. 7. Armeecorps. Wesel: Infanterieregiment Vogel von Falckenstein(7, wests.) Nr. 56, 1. und 2. Bataillon. Paderborn: Infanterie= Regiment Nr. 158. 8. Armeecorps. Köln:(5. rhein.) InfonterieRegiment Nr. 65. Trier:(7. rhein.) InfanterieRegiment Nr. 69. Bonn: Infanterie=Regiment Nr. 160. 2. Bataillon.(Nur Studierende der Universität.) 10. Armeeeorps. Hannover: Füsilierregiment Generalfeldmarschall Prinz Albrecht von Preußen(hannov.) Nr. 73. Göttingen: 2. hessisches) Infanterieregiment Nr. 82. Braun schweig: Braunschweigisches Insanterieregiment Nr. 92. *— In der Glockengießerei des Bochumer Vereins ist ein neues Geläute fertiggestellt worden, das für die Kirche zum heiligen Kreuz in Frankfurt o. O. bestimmt ist. Es besteht aus vier Glocken im Gesammtgewicht von 7384 Kilogramm. Die größte der Glocken hat bei einem inneren Unfange von 1988 mm ein Gewicht von 3270 Kg., die zweitgrößte, innerer Umfang 1664 mm, wiegt 1863 Kg., die beiden kleineren sind bei einem inneren Umfange von 1440 bezw. 1233 mm 1230 resp. 1021 Kg. schwer. Die größte Glocke ist auf h gis abgestimmt, die zweite auf h, die dritte auf d und die kleinste auf e. In seiner Gesammtwirkung ergibt das Glockenspiel ein herrliches, harmonisches Geläute. *.— In der gestrigen Sitzung der Strafkammer wurde verhandelt gegen den bereits zweimal vorbestraften Bergmann Johann P. von Werne, der sich wegen Diebstahls zu verantworten hatts. Am 22. Juli er. stahl Angeklogter dem Berg mann K. ein Portemonnate mit 45 M. Inhalt, wofür er 3 Monate ins Gefängniß wandern muß.— Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen den jugendlichen Pfer detreiber Joseph H. von Stuckenbusch, der wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit angeklagt war, auf 6 Monate Gefängniß erkannt; auch wurde wegen Fluchtverdachts seine sofortige Verhaftung beschlossen.— Eine Geldbörse mit 10 M. Inhalt gestohlen hat in der Nacht zum 9. März er. der mehrfach vorbestrafte Bäckergeselle Joseph I. von Wattenscheid dem Bäckermeister Th., wofür er wegen schweren Diebstahls im wiederholten Rückfalle 1 Jahr fängniß erhielt.— Eine theure Fahrt unternahm am 21. Juli die Ehefrau P. aus der Herner Vöde, die unter Mitnahme eines ihrem Ehemann zugehörigen Sparkassenbetrages von 2223 Mark mit ihrem Kostgänger W. eine viermonatliche Reise unternahm, bei der das Geld bis auf einen kleinen Betraa verjubelt war. W. wurde wegen Anstiftung zum Diebstahl angeklagt und zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt.— Die jugendlichen mehrfoch vorbestraften Commis Hermann Sch. und der Kellner Carl P. von hier, beide in Untersuchungshaft, hatten sich wegen Bettelns, somie Diebstahl bezw. Heblerei zu verantworten. Eines Abends begaben sich die beiden Verbündeten in das Geschäftslokal des Kaufmanns A. und versuchten Geld für ein Nachtlogis zu erbetteln, was ihnen aber verweigert wurde. Als sie dem anwesenden Ladenfränlein lästig wurden und diese sich umwandte, un den Geschäftsinhaber zu rufen ließ Carl P. ein Glas mit Bonbons im Werthe von etwa 10 Mk. verschwinden und beide verdufteten. Die beiden Angeklagten wurden zu je 14 Tagen Gefängniß verurtheilt; auch wurde auf Ueberweisung an die Landespolizei erkannt. * Altenbochum, 20. Dee. Am Freitag Abend stürzte in einem Ziegler=Wohnhause ein Mann die Treppe herunter und erlitt einen Schädelbruch, an dem er in der darauffolgenden Nacht im Krankenhause verschied. * Castrop, 21. Dec. Das Hebewerk des Dortmund=Emskanals zu Henrichenburg wird viel von ausländischen Ingenieuren besucht und besichtigt. — Die eleetrische Straßenbahn Witten=Lütgendortmund soll bis hier, ja wahrscheinlich bis zum Canal durchg baut werden. Bereits früher wollte sich eine bedeutende Electricitätsgesellschaft den Bau der Straßenbahn auf der Provinzialstraße Castrop= Witten=Haßlinghausen=Barmen sichern. Nachdem nunmehr Castrop=Witten=Bommern gesichert ist, wird auch wohl Bommern=Haßlinghausen=Barmen nachfolgen. * Dortmund, 20. Dee. Der Hülfspfarrer Rohkohl aus Hisfeld wurde gestern im Westerholz in der Nähe des Fredenbaums mit einer Schußwurde in der rechten Schläfe als Leiche aufgefunden. Nach den Umständen zu urtheilen liegt Selbstmord vor. Die Ursache hierzu ist noch unbekannt. * Hagen, 20. Dec. Ein Proceß, den die Versicherungs=Gesellschaft„Alliapz“ gegen den Bauunternehmer R. Albertz von hier angestrengt hatte, ist zu Gunsten des Letztern in Berlin entschieden worden. Der Bauunternehmer A. hatte bei der Versicherung mehrere Häuser gegen Haftpflicht versichert. Nach Einlösung der Police machte man ihn von dritter Seite darauf aufmerksam, daß d Antragsformular den Satz enthalten habe:„Häuser mit Vordertreppe unter 100 Centimeter Gehbreite, sowie solche, in denen keine regelmäßige Treppenbeleuchtung stattfindet, sind von der Versicherung ausgeschlossen.“ Beide Fälle lagen bei den versicherten Häusern vor. Aus diesem Grunde verweigerte A. die zweitjährige Zahlung, worauf ihn die Gesellschaft verklagte. Sie verlor jedoch den Proceß. Das Gericht nahm an, daß, wenn jener erwähnte Satz auch nur auf dem Antragsformular und nicht auf der Police enthalten sei, er doch zur Vertragsbestimmung erhoben worden sei. Es unterliege keinem Zweifel, daß diese Bestimmung zum Wesentlichen des Geschäftes im Sinne des§ 75, I. 4. A. L.=R. gehöre, denn durch den Satz werde die Haftpflicht der Klägerin für die Häuser des Beklagten ausgeschlossen, weil nach eidlichen Aussogen keine Treppe in den versicherten Häusern die Breite von einem Meter habe. Liege so aber ein Irrthum auf Seiten des Beklagten vor, so sei der Versicherungsvertrag von Anfang an ungültig, sodaß er in sich zusammenfalle. Die Versicherung der Gesellschaft, sie wolle von der betreffenden Bestimmung keinen Gebrauch machen und diesem Versprechen rechtsverbindliche Kraft geben, erscheine verfehlt. Da der Beklagte aus der Versicherung keine Vortheile, sondern nur die Last der Prämien= zahlung gehabt habe, so sei es zu glouben, daß er in einem Irrthum befangen gewesen sei. Sonach sei Verklagter an den Vertrag nicht gebunden und Mon will aus den ganzen Verhandlungen den Eidruck gewonnen haben, daß die Bahnverwaltung in Energie ihr Vorhaben erstrebt und im nächsten Jahre mit der Ausführung des großen Projekts beginnen wird. * Schalke, 21. Dee. Am gestrigen Geburtzz tage Friedrich Grillos wurden die Zinsen der von Frau Grillo der Gemeinde zugewendeten Stif. tung von 100,000 Mark zum ersten Mai vertheilt. Da die Stiftung erst am 1. Augi d. J. vollzogen wurde, waren noch nicht die vollen Jahreszinsen, sondern nur 1735 Mark verfügbar und davon ist beiden christlichen Confessionen je di## Hälfte mit 867 Mark überwiesen worden. Herr Amtmann Klose nahm die Auszahlung des Gelde# gestern Vormittag im Amtshause vor. * R e c k l i n g h a u s e n, 2 1. D e e. D a s H a u p t comitee des Eisenbahn=Projectes Osterfeld=Hamm wird sich unter dem Vorsitze des Amtmanns de la Chevallerie=Buer am Dienstag, 3. Januar, zu einer Versammlung zusammenfinder. Die Sitzung findet wie gewöhnlich im Hotel Zengerling in Wanne statt. Als Togesordnung liegt den Verhandlungen die Beschlußfassung über weiterhin in der Projeetangelegenheit zu unternehmende Schritte zu Grunde.— Gestern Nachmittag suchte ein alter Zimmerergeselle— angeblich wegen Krankheit— einen Arzt. Der„kranke Mann“ war jedoch so„beuebelt“, daß er ins Rathhaus hinein gerieth und hier wegen seines Zustandes auf dem Flur umfiel. Bevor er zu seinem Kassenarzt gehen und sich krank melden konnte, mußte er über Nacht in Polizeigewahrsam gehalten werden, damit er nüchtern wurde. * Münster, 20. Dec. Nach dem jetzt zur Ausgabe gelangten Schematismus wohnen im Bereiche des Bisthums Münster gegenwärtig 1.005,839 Katholiken, 501,927 Protestanten und 8599 Indeu. Die Gesammt zahl der Priester beträgt 1201; davon sind 1065 in der Seelsorge, im Lehramte oder in der kirchlichen Verwaltung beschäftigt, 80 sind beurlaubt bezw. außer Funktion und 56 sind Ordensgeistliche. Im westsälischen Theile der Diöcese gibt es 196 Pfarreien mit 563,037 Katholiken, im rheinischen Theile 141 Pfarreien mit 366,367 Katholiken, im oldenburgischen Theile 35 Psarreien mit 76,435 Katholiken. Die Zahl der Theolo ie=Studierenden hat in den letzten Jahren zugenommen; doch sind immer noch, zahlrei he Seelsorastellen unbesetzt. Das bischöfliche Konvikt für Theoloaie=Studierende(Collegium Borromaeum) hat 160 Alumnen, das bischöfliche Knabenseminar in Münster(Collegium Ludgerianum) hat 82 Zöglinge, das bisch öfliche Knabenseminar zu Goesdonk (Collegium Augustinum) hat 138 Zöglinge. * Münster, 21. Dec. Eine heitere Diebesgeschichte ereignete sich auf dem hiesigen Güterbahnhof. Mehrere Diebe stahlen am hellen Tage aus einem zur Abfahrt fertig stehenden Waggon einen Seck voll Nägel, wollten ihn aber bis zum Dunkelwerden in einer verborgenen Ecke vorläufig stehen lassen, um nicht erwischt zu werden. Diesen Vorgang hatte ein Lademeister bemerkt, der den Sack leerte und mit Steinen wieder füllte, aber natürlich auch nicht vergoß, die Polizei zu benachrichtigen. Bei eintretender Dunkelheit erschienen die Kerle, um die Beute zu holen. Kaum hatte einer den Sack auf den Rücken geschwungen, als er ihn auch schon fallen ließ, da die Steine zu sehr„drückten“. Auf einmal erschien auch die löbliche Polizei auf der Bildfläche und versicherte sich der vor Schreck starren Patrone. * Lüdenscheid, 21. Dee. Die Stadlverordneten= Stichwahl der 3. Abtheilung bedeutet für die Socialdemokraten einen Sieg, in dem es ihnen gelungen ist, einen von ihren Candidaten mit großer Mehrheit durchzubringen, Damit wird indem Stadtrath zum ersten Male ein Socialdemokrat seinen Einzug holten. Von den abgegebenen Stimmen entfielen auf den bisherigen Stadtverordneten Rentner Woeste 669 Stimmen und auf den von der socialdemokratischen Partei aufgestellten Caudidaten Fabrikarbbeiter Schmidt 693 Stimmen. Lüdenscheid ist nunmehr die zweite Stadt in der Provinz Westfaler, die einen Socialdemokraten im Stadtrath sitzen hat. * Mörs, 21. Dee. Die Lehm=Heilmethode des Pastors Felke in Nepelen hat in der ärztlichen Welt viel Unwillen erregt. Die Regierung hat jetzt zwei Lehrern verboten, für Felke's Verfahren weiter literarisch und rednerisch zu ogitiren und sich an der praktischen Ausübung der Lehmerei zu betheiligen. Gegen Felke soll die Regierung bei dem Consistocium ein Einschreiten beantragt haben. * Cöln, 20. Dec. Der vom Verlage der „Kölnischen Volkszeitung" unterm 31. October d. I. ausgeschriebene Wettbewerb(Preis 500 Mark) für ein Centrums=Lied ist am 15. December geschlossen worden. Nahezu 1000 Lieder sind eingelaufen. Die Herren Preisrichter(Reichsta;sAbgeordneter Landesrath a. D. Fritzen in Düsseldorf, Prälat Dr. Franz Hölskamp in Münster, EymnasialRector Dr. Georg Orterer, in Eichstätt) haben ihre gicht leichte Arbeit begonnen. Die„Köln. Volksztg.“ wird das Ergebniß der Prüfung voraussichtlich zu Anfang des neuen Jahres mittheilen können— unter Abdruck des oder der preisgekrönten Lieder und einer Anzahl weiterer guter Lieder, mit Angabe der Verfasser.— Der städtische Gartendirector Kowallek konnte heute einer stattlichen Strauß prächtig blühender Rosen im Rosengarten des Volks# gartens schneiden. Man wird sich kaum auch eines Winters erinnern, der swie der gegenwärtige bis an Weihnachten von wirklichem Frost freigeblieben ist. Bonn, 20. Dee. Ueber die Einnahmen des die Versicherungsgesellschaft kostenpflichtig abzuweiser, ersten Zahltages auf der Rheinbrücke wird veDiese Entscheidung dürfte namentlich in Kreisen der Hausbesitzer großes Interesse erregen. + Wanne, 21. Der. Die Bahnunterführung bereitet hier einigen Interessenten viele Verdrießlichkeiten. Vier derselben haben sich gegen das Projekt beim Minister beschwert, und hierauf ist wohl die Interessenten=Versammlung zurückzuführen, die gestern Abend unter dem Vorsitz des richtet, daß insgesammt 8 Beamte mit der Annahme des Brückengeldes beschäftigt waren. Des Geldes, 5 und 10 Pfennigstücke, ging so viel ein, daß zum Einpacken die vorhandenen Säcke nicht mehr ausreichten und Geldstücke schließlich in eine Waschbütte geschüttet wurden: Wie sich herausgestellt, war die Frequenz der Brücke bei weitem größer, als man ursprünglich angenommen hat. Statt der auf 30,000 Herrn Landroths Dr. Hammerschmidt im Zenger= Personen veranschlogten Zahl sind es 45,000 geling'schen Hotel stattgefunden hat. Als Vertreter wesen, die ihren Obolus entrichtet haben. der Eisenbahnbehörde waren die Herren Regierungs= i Gesammt=Einnahme betrug, so schreibt die„Deutsche rath Sochmer und die Bauinspektoren Schäfer und Lüpke erschienen. In der mündlichen Verhandlung suchten nun die Eisenbahn=Direktionsmitglieder die Einwände der protestirenden Bürger zu entkräften, während Herr Landrath und Amtmann Winter die Interessen der Bürger nochdrücklichst unterstützten. Reichsztg.“, einschließlich der Abgaben für Fuhrwerk 2435 M.„ gi, 9.5 3 Aus den Provinzen, 21. Der. Die Zahl der in Dortmund am Schlusse des Jahres vorhandenen Wirthschaften betrug 332, eine neunenswerthe Zunahme gegen das Vorjahr hat nicht stattgefunden. Wenn uu stattgehabten Perst wohnerzahl von 1! so entfällt auf r schaft.— Nachben Soest ausgezeich wird das neue Ja das erste Bergwer briogen.— In de packetkammer am Diebereien ausges entdeckt und zur richtung einer Lun Mülbeim a. d. Ri der in der Gemein legene Schmachten Verselbe umfaßt gleichfalls erworbMorgen.— In waarenhändler Bi wagen, weil sich d littenen Verletzung wandten ärztlicher scheid kam ein Industrie in Aus Leben; er gerieth todt.— Die Stol hoffnungshütte“, ft Rheinbrücke eine Mark bezahlt. B Wochen früher fe Coenen starb im Blutvergiftung. kleine Wunde am nicht beachtete, bis schwoll und ihn seiner Verletzung Hülfe kam aber be * Berlin, 2 Erbschaftsdie hiesige Crimin schien in einem Be Wortlouts:„Per Nachlaß des ve Münzel geltend u spätestens bis zum in Zingers, Reg.= melden.“ Dieser Personen gefolgt worin ihnen mite nur Russen erbbe naturalisiren lasse in W. bereit sei, leiten. Hierzu sei schuß nötbig, auf sehen gewesen ist Frauensper Leben genon offenbar wurde. wandte sich, als wurde, an die h Schwindel bald richtigte. Weiter die Frauensperson laß des Millionät an mehreren Stell hat. Sie hat sich fälschten russischen und vorgespiegelt, Waren die Leute lehen gebeten. herausstellte, hat fragen bei dem## gaben, daß es do nie gegeben hat. * Berlin, 2 Vereins Berliner Fontanes von bewilligt worden. Deutsch=Amerikane Schwar Damen-N von 75 Pf Farbig Damen-N von 2,50 M Reiche Auswahl Iltis, Nerz, (eber unkes zu riesig bil Geb Witten, am V idlungen den Eihaverwaltung in und im nächsten oßen Projekts be estrigen Geburts, e Zinsen der von ewendeten Stif. im ersten Mas rst am 1. Augi 5 nicht die vollen Mark verfügban onfessionen je die# worden. Hern lung des Geldes 107. 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Reiche Auswahl aller Sorten Iltis, Nerz, Bisams, Biber, Skunks etc. etc. 6 gefunden. Wenn man die bei der am 1. November er. stattgehabten Personenstands aufnahme ermittelte Einwohnerzahl von 132000 Persoten zu Grunde legt, so entfällt auf rund 400 Einwohner eine Wirth= schaft.— Nachdem in einigen Gemeinden des Kreises Soest ausgezeichnete Kohlenfunde gemacht sind, wird das neue Jahr der Gemeinde Welver wohl das erste Bergwerks=Unternehmen im Kreise Soest briogen.— In der letzten Zeit sind aus der Postpacketkammer am Bahnhof Steele(Nord) mehrere Diebereien ausgeführt worden. Die Thäter sind entdeckt und zur Haft gebracht.— Für die Errichtung einer Lungenheilanstalt für die Kreise Essen, Mülbeim a. d. Ruhr, Duisburg und Ruhrort ist der in der Gemeinde Schuir bei Werden gelegene Schmachtenbergsche Hof angekauft worden. Verselbe umfaßt mit einigen, nebenan belegenen, gleichfalls erworbenen Grundstücken ungefähr 180 Morgen.— In Barmen stürzte der Colonial= waarenhändler Bremer von einem Straßenbahnwagen, weil sich die Perronthür öffnete. Den erlittenen Verletzungen ist derselbe trotz aller angewandten ärztlichen Hülfe erlegen.— In Remscheid kam ein Rangirer der Bergischen StahlIndustrie in Ausübung seines Berufes um sein Leben; er gerieth unter die Räder und war sofort todt.— Die Stadt Düsseldorf hat der„Gutehoffnungshütte“, für die vorzeitige Vollendung der Rheinbrücke eine Belohnung im Betrage von 25000 Mark bezahlt. Bekanntlich war die Brücke sechs Wochen früher fertig.— Der Weber Wilhelm Coenen starb im Krankenhause zu Rheydt an Blutvergiftung. Er hatte vor einigen Tagen eine kleine Wunde am Bein erhalten, die er anfänglich nicht beachtete, bis das verletzte Glied plötzlich anschwoll und ihn damit erst auf die Gefährlichkeit seiner Verletzung aufmerksam machte. Aerztliche Hülfe kam aber bereits zu spät. Vermischtes. * Berlin, 20. Dee. Ein MillionenErbschafts=Schwindel beschäftigt zur Zeit die hiesige Criminalpolizei. Im Januar d. I. erschien in einem Berliner Blatt ein Inserat folgenden Wortlouts:„Personen, die ihre Ansprüche an den Nachlaß des verstorbenen Millionärs Leo von Münzel geltend machen wollen, werden ersucht, sich spätestens bis zum 22. Februar d. I. beim Gericht in Zingers, Reg.=Bez. Petrikow in Rußland, zu melden.“ Dieser Aufforderung sollen eine Anzahl Personen gefolgt sein. Sie erhielten ein Schreiben, worin ihnen mitgetheilt wurde, daß in Rußland nur Russen erbberechtigt seien, daß sie sich aber naturalisiren lassen könnten und das Generalconsulat in W. bereit sei, die Naturalisation in die Wege zu leiten. Hierzu sei aber wegen der Kosten ein Vorschuß nötbig, auf den es wohl hauptsächlich abgesehen gewesen ist. Die Vermittlerin spielte eine Frauensperson, die sich im August das Leben genommen hat, als der Schwindel offenbar wurde. Einer von den Reingefallenen wandte sich, als die Sache in die Länge gezogen wurde, an die hiesige russische Botschaft, die den Schwindel bald aufdeckte und die Polizei benachrichtigte. Weiter theilt die„Voss. Ztg.“ mit, daß die Frauensperson, die das Inserat über den Nachlaß des Millionärs Leo v. Münzel aufgegeben hat, an mehreren Stellen erhebliche Beträge erschwindelt hat. Sie hat sich mit der Zeitungsanzeige und gefälschten russischen Papieren bei Leuten eingeführt und vorgespiegelt, daß sie die gesuchte Erbin sei. Waren die Leute leichtgläubig, so hat sie um Darlehen gebeten. Als sich dann der Schwindel herausstellte, hat die Frau sich vergiftet. Die Anfragen bei dem Gericht in Zingers in Rußland ergaben, daß es dort einen Millionär Leo v. Münzel nie gegeben hat. * Berlin, 21. Dec. Auf eine Eingabe des Vereins Berliner Presse ist der Wittwe Theodor Fontanes von Staatswegen eine Ehrenrente bewilligt worden.— Der aus Stettin gebürtige Deutsch=Amerikaner Knaak, der hier am 24. November d. Is. in einer Weinstube verhaftet wurde, weil er unfläthige Schmähungen gegen den Kaiser ausgestoßen hatte, wurde gestern von der Strafkammer unter Vorsitz des Landgerichtsdirectors Senso von der Anklage der Majestätsbeleidigung freigesprochen, weil dem Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Schwindt der Nachweis gelang, daß Knaak ein chronischer Alkoholist ist und die inkriminirte Aeußerung in Zustande totaler Trunkenheit und Unzurechnungsfähigkeit gethan hat, währent er bei anderen Gelegenheiten sich voll Verehrung über den Kaiser geäußert hat. Staatsanwalt Petzinger hatte neun Monate Gefängniß beantragt. * Posen, 21. Dee. Amtlich wird gemeldet: Beim Einlaufen des Wreschener Zuges heute Vormittag um 8 Uhr 50 Min, wurde ein mit Postpacketen beladener Wagen, welcher auf dem Geleise stand, von der Maschine des Wreschener Zuges ergriffen und umgestoßen. Die beim Einladen beschäftigten Personen, und zwar ein Postassistent, ein Postpacket=Arbeiter und zwei Soldaten des Regiments Nr. 47 wurden zur Seite geworfen und erlitten ziemlich erhebliche Verletzungen. Die Untersuchung ist eingeleitet. * München, 21. Dee. Zu dem Pistolenduell, das, wie wir meldeten, in der Nähe von München stattfand und mit dem Tode des einen Duellanten endete, wird noch depeschirt: Das Duell fand zwischen dem pensionirten Major Seitz vom 5. ChevaulegersRegiment in Saargemünd und dem Premierlieutenant Pfeiffer von dem gleichen Regiment statt. Major Seitz wurde, wie bereits mitgetheilt, getödtet. Bei der Affäre spielte eine Dame eine Rolle. * Wie lebhaft der Antheil ist, den die Dreyfussache auch außerhalb Frankreichs gefunden hat, geht wohl daraus hervor, daß einzelne Namen, welche während des Processes allgemein bekannt geworden sind, von deutschen Blättern nahezu im Sinne geflügelter Worte gebraucht werden. Ein eifriger Zeitungsleser hat sich folgende Redewendungen aufgezeichnet:„Das Schriftstück ernies sich als plumpes Heuryficet.“—„Er brissonirte hin und her, ohne zu einem Entschluß zu kommen.“ —„Er ist jetzt in einer ordentlichen Paty de Clämme.“—„Er hat seine Rolle ausgecavaignact.“—„Eine Zeit lang gelang es ihm, sich durchzuesterhazieren, aber schließlich ereilte ihn doch das verdiente Geschick.“ * Eine höchst peinliche Angelegenheit macht in Neapel von sich reden. Die Enquete gegen die Verwaltung des unter staatlicher Controlle stehenden Findelhauses hat Dinge ergeben, die in der ganzen italie ischen Presse wie in der öffentlichen Meinung mit Recht Aufsehen erregen. Der mit der Untersuchung betraute königliche Commissar hat nämlich herausgefunden, daß in dem Instirut die greulichste finanzielle Unordnung herrscht, daß das stets reichlich einlaufende Geld in der unverontwortlichsten Weise verschleudert wurde, daß keine Controlle eingriff, keine Quittungen vorhanden waren, noch sind, u. s. w. Für den Armendienst außerhalb des Findelhauses wurden, wie es heißt, in drei Jahren allein 137,000 Franks verausgabt, ohne daß sich auch nur eine einzige Quittung vorfand; für Früchte, Fische, Gemüse, Hafer, Milch 80.000 Franks für„Neuvauten", von denen kein. Mensch etwas nußte. 57,000 Franks u. s. w. Die Steatsanwaltschaft hat nun das moßeebende Verwaltungskleeblatt— wrrunter der Abgeordnete Lazz ro— zur Verantwortung gezogen.— Seitdem die kirchliche Verwaltung der wohlthätigen Stiftungen in Italien der weltlichen Verwaltung Platz gemacht, sind ähnliche Mißbräuche in Italien leider keine Seltenheit mehr. Ein Lozarro ist typisch für die italienische Mißwirthschaft im allgemeinen. : Verschiedenes. Der bekannte Commerzien= rath Anton Wolf, Chef der seiner Zeit verkrachten großen und angesehenen Bankfirma Hirschfeld und Wolf in Berlin, der wegen großer Oepotunterschlagungen zu 10 Jahren Gefängniß verurtheilt worden ist, soll jetzt, nachdem er sieben Jahre seiner Strafe verbüßt hat, aus der Haft entlassen werden.— Die Enthüllung des Denkmals für den verstorbenen Staatssecretär v. Stephan fand am Sonntag Nachmittag zu Schwerin in M. in Gegenwart des Regenten Herzogs Johann Albrecht und des Staatssecretärs des Reichspostamts v. Podbielski statt.— Die Strafkammer zu Elbing hat im Wiederaufnahmeverfahren den Korbmacher Neumann aus Marienburg, der wegen Verleitung zum Meineid zu einer einjährigen Zuchthausstrafe verurtheilt war, freigesprochen. Neumann hat die Strafe bereits verbüßt.— Als in der Nacht zum Dienstag der in Breslau in der Zobtenstraße wohnende Arheiter Kelch nach Hause zurückkehrte, fand er seine 28 Jahre alte Ehefrau erschossen vor Daneben lag, gleichfalls erschossen, der 20 Johre alte Arbeiter Kirmes. Man nimmt an, daß Kirmes im Einverständniß mit der Frau Kelch erst diese und dann sich selbst todtgeschossen hat.— Getödtet wurden in Meißen vier Steinbrecher dadurch, daß sie statt Schnaps versehentlich Sprengöl tranken.— Von dem eigenen Vater wurde am Freitag in Saulorn, B.=A. Wolfstein, im Bayerischen Walde, der Gürtler Johann Schmied erschossen und die Frau des Ermordeten durch Schläge auf den Kopf schwer verletzt. Der Thäter ist verhaftet.— In der Strafanstalt zu Padua brach eine gefährliche Meuterei sämmtlicher 800 Gefangenen aus, die den herbeieilenden Director mit dem Tode bedrohten. Es bedurfte militärischen Einschreitens, um die Ruhe wiederherzustellen und die Rädelsführer unschädlich zu machen.— Beim venetianischen Dogenpalast weisen fünf Säle weitere schwere Risse auf. Die Grundmauer ist vom Wasser ganz unterhöhlt. Die Desorganisation der Verwaltung trägt die Schuld daran. Die Eintrittseinnahmen von 90,000 Lire sind vom Ministerium bisher für andere Zwecke verwandt worden, statt für die nothwendigen Reparaturen. Die Bibliothek soll sofort in den Palazzo Antico Zecha verlegt werden. Die Spesen für den Umzug betragen allein 200,000 Lire.— In Neapel ist plötzlich so empfindliche Kälte eingetreten, daß drei Persoven auf der Straße erfroren.— Die Berichte über die Pest in Indien stellen in voriger Woche eine weitere Zunahme der Seuche in der Stadt Bombay und in deren Bezirk, ebenso in Madras und den Centralprovinzen fest, dagegen eine erhebliche Abnahme derselben in Mysore. * Empörend! Comtesse(vor einem Neubau):„Sieh mal den Maurer, Mama, der schneuzt sich mit der Hand und nimmt dann wieder die Steine, um weiter zu bauen.“— Gräfin:„Wahrhaftig! Und in solchen Häusern soll man dann wohnen!" * Die Sonntagsjäger.„Macht die Gemeinde mit der Verpachtung ihrer Jagd ein gutes Geschäft?“— Bauer:„Ei freili'! A schön's Geld zahl'n uns die Stadtherrn und die Hasen lassen's uns auch.“ * Ein glücklicher Vater. Millionär:„Nun, wie macht sich mein Söhnchen?“ Hauslehrer:„Ein intelligentes Kind!“ Millionär:„Und hat's gar nicht nöthig!“ * Neue Schwiegermutter. Kritik ist die Schwiegermutter der Kunst. Neueste Nachrichten und Telegramme. * Crefeld, 21. Dec. Die Arbeiter der Firma Crahnen u. Gobbers haben sich auf Grund einer zehnprocentigen Lohnerhöhung mit der Firma verständigt und sich auch mit einem Lohnabzug von 18 Mark wegen des durch Niederlegung der Arbeit begangenen Contraetbruches einverstanden erklärt. In der Stoffbranche ist der Ausstand damit beendet. Im Ausstande verharren nur noch die Arbeiter der Sammetfabrik von Ebeling u. Co. * Berlin, 21. Dee. Der Kaiser begab sich gestern Nachmittag nach dem auswärtigen Amt und hatte dort eine Besprechung mit dem Staatssecretär v. Bülow. Im Laufe des heutigen Vormittags hörte der Kaiser im Potsdamer Stadtschlosse den Vortrag des Finanzministers v. Miquel und hatte später eine Besprechung mit dem Admiral Hollmann. * Die 83 beim Reichstage eingegangenen Wahlproteste vertheilen sich auf die einzelnen Fraktionen wie folgt: 21 betreffen die Conservativen, 8 Reichspartei, 1 Reformpartei, 8 Centrum, 22 die Nationalliberalen, 5 freifinnige Vereinigung, 5 freifinnige Volksportei, 1 süddeutsche Volkspartei, 2 Socialdemokraten und 10 Wilde. * Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist heute Nachmittag nach Colmar abgereist, um dort das Weihnachtsfest bei seinem Sohne, dem Prinzen Alexander Hohenlohe, zu verleben. Aus Anlaß des heutigen Jahrestages des Ablebens der Fürstin Hohenlohe wurde heute früh in der Marienkapelle in der Karlstraße eine Seelenmesse gelesen, welcher der Reichskanzler mit seiner Familie, sowie Angehörige und Freunde des fürstlichen Hauses anwohnten. * Breslau, 21. Dee. Die„Schlesische Zig.“ meldet: Der Staatsminister Graf v. Zedlitz ist zum Oberprösidenten der Provinz Hessen=Nassau ernannt worden. Der bisherige Oberpräsident von Hessen=Nassau, Magdeburg, ist zum Präsidenten der Oberrechnungskammer ausersehen. * London, 21. Dec. Die„Morning Post“ meldet aus Bankau vom 20. d. M.: Die ernste Lage im oberen Jangtsethal dauert fort. Der Vicekönig von Hupe ordnete die Bereitstellung der Truppen zum Abmarsch nach Itschang an. Die Mißstimmung in der Provinz Szetschuan breitet sich aus; täglich entstehen mehrere Ruhestörungen. In der Provinz Himan gährt es in ähnlicher Weise. 8 Suda, 21. Dec. Prinz Georg von riechenland ist heute früh hier eingetroffen und von den Adwiralen der vier Mächte und einer festlich gestimmten Volksmenge empfangen worden. Das autonome Banner von Creta wurde gehißt und die Kriegsschiffe gaben 21 Salutschüsse ab. Später fand in Canea die feierliche Einsetzung des Prinzen in programmmäßige Weise und unter allgemeiner Begeisterung der Bevölkerung statt. Der Prinz bat bei Uebernahme seines Amtes die Admiraie ihren Regierungen den Ausdruck seiner Dankbarkeit und seines Vertrauens zu übermitteln. * Crefeld, 22. Dec.(Telegramm.) Das Gewerkschaftscartell telegraphirte an den„Vorwärts“, daß der Sireik noch fortdauere. * Bremen, 22. Dec.(Telegramm.) Unter dem Vorsitze des Senators Achelis wurde hier heute eine Zweigabtheilung der Deutschen Colonialgesellschaft gebildet, der bereits 180 Mitglieder beigetreten sind. ( Potsdam, 22. Dee.(Telegramm.) Der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich und Prinz Adalbert sind gestern Abend 9½ Uhr aus Plön hier eingetroffen und haben sich nach dem Stadtschloß begeben. 2 Elbing, 22. Dec.(Telegramm.) Auf Kosten des Kaisers findet morgen auf dem Gute Wettin eine Weihnachtsbescheerung für die Kinder und Armen des Ortes statt. &*; Petersburg, 22. Dec.(Telegramm.) Die Stadling'sche Expedition ist aus Sibirien nach achtmonatiger Dauer zurückgekehrt, ohne eine Spur von Andrée entdeckt zu haben. 2 Madrid, 22. Dec.(Telegramm.) Montero Rtos und Sagasta hatten eine längere Unterredung. Eine von den Philippinen eingegangene und von der Regierung nicht veröffentlichte Depesche bestätigt, daß auf Ilo=Ilo neue Angriffe seitens der Aufständischen stattgefunden und die spanischen Truppen sich eingeschifft haben. + Kanea, 22. Dee.(Telegramm.) Bei Uebergabe der Regierung an den Prinzen Georg sprach Adwiral Pothier die feste Hoffnung aus, daß der Prinz der hohen Mission entsprechen werde, womit ihn die Mächte betrauten. In der Ansprache an die Bewohner Kretas gab der Prinz die Versicherung, unparteiisch regieren zu wollen und ermahnte die Christen und Mohamedaner, ihren gegenseitigen Haß zu vergessen. Für das Wohlergehen des Landes sei erforderlich, daß die ganze Bevölkerung dem Prinzen ihre Unterstützung leihe.— Als der Prinz gestern Abend eine Fahrt durch die festlich illuminirte Stadt unternahm, wurde er über all von der Bevölkerung freudig begrüßt, auch von den Mohamedanern, die ihre Häuser ebenfalls beflaggt hatten. „ Nur noch vor Weihnachten mit sämmtlichen Wollwaaren wie: Damen- und Kinder-Hauben in Plüsch, Seide und Wolle, wollene Tücher, Jacken; Ferner sämtliche Tapisseriewaaren wie: Stickereien auf Leinen, Tuch und Plüsch, wie Tischläufer, jede Art Decken, Wandschoner, Zeitungsmappen, fertig und aufgezeichnet, Bürstentaschen etrc. etc. vollständig zu räumen, gewähre auf die ohnehin schon alleräußerst billig gestellten Ausverkaufspreise noch einen Extra-Rabattvon 10 Prozent. Hense, Witten am Markt. 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Bäcker Gustav Heinrich Lebrecht Geldmacher, Ardeystr. Hildegard Auguste, T. v. Wirth Friedr. Hugo Bödeker, Bahnhofstr. Paul Joseph, S. v. Bgm. Andreas Kuhn, Annenstr. Carl Aug., S. v. Lagerarb. Joseph Wilkum, Casinostr. Gustav Lorenz, S. v. Schriftsetzer Aug. Wilh. Lorenz Goerler, Breitestr. Maria Theresia, T. v. Sattler Aug. Weber, Brückstr. Anton Wilh., S. v. Fabr. Bernhard, Heinr. Weber, Crengeldanzstr. Angelo Antonio, S. v. Steinbrucharb. Angelo Cristel, Kohlensiepen. Louise Wilhelmine, T. v. Bgm. August Meyer, Gartenstr. Rosa Helene, T. v. Bauführer Wilh. Reichpietsch, Herbederstr. Margarethe Louise Rosa, T. v. Schreiner Gustav Adolf Gülich, Wiesenstr. Aufgebote: Bgm. Heinr. Friedr. Wilh. Honke und Wilhelmine Bernhardine Hollberg, beide Feldweg nach Wullen. Rangirer Gottfried Dröscher, Dammstr= und Sophie Wilhelmine Lindner ged. Sippmann, Breitestr. Bgm. Friedr. Gustav Wilh. Heinr. Robbert, Königsholz und Anna Rosalie Aleine, Ardeystr. Wireh Emil Robert Christian Knitterscheidt, Wideystr. und Clara Lotz, Oberhemer. Bgm. Friedr. Wilhelm Cornesen, Eickel und Maria Birlenberg, Bachstr. Heirathen: Ingenieur Heinr. Gottfried Carl Schulze=Wiehenbrauck, Düsseldorf und Regine Pauline Helene Büsgen, Herbederstr. Dachdecker Joh. Clemens Kreutzee, Wetter und Adelheid Musch, Hauptstr. Maurer Joh. Justus Wormsbach und Anna Maria Eyerich beide Crengeldanzstr. Sterbefälle: Satzdreher Herm. Müller, 47 J., Wullenstr. Hedwig, T. v. Dreher Gustav Heinr. Haarich, 2 J., Herbederär. Wwe. Catharina Schwarz geb. Bloos, 82 J., Diakonissenhaus. Anton Herm., S. v. Bam. Heinr. Albersmeier, 9 J., Diakonissenhaus. Ein uneheliches Mädchen, Sprockhöveldrstr. Albert Wilh., S. v. Händler Carl Kretsch= mar, 8 Wch., Brückstr. Carl, S. v. Werkführer Paul Friedr. Freise, 1 J., Wiedeystr. Bergarb. Casimir Czesni, 26 J., Marienhospital. Bgm. Joh. Eurch, 53 J., Diakonissenhaus. Elisabeth Sophie, T. v. Kaufm. Herm. Alfermann, 3 J., Bahnhoftr. Bekanntmachung. Kräftige Erd= u. Straßenbauarbeiter können bei der Stadt Witten wägrend der Wintermonate Beschäftigung finden. Meldungen werden auf dem Stadtbauamt entgegengenommen. Witten, den 29. Dezember 1898. Der Magistrat: Dr. Haarmann. Binnge 10chtge Dreher und Bohrer werden auf sofort gesucht von Wit tener Stahlröhrenwerke, Witten. Dienstmädchen auf sofort gesucht. Frau August Altebornholt, Orummssraße 194. Ghalie 10ch Peatel Wasche patent Feste Preise. Reelle Bedienung. Zugaben gratis! Herrenund KnabenMode Magazin Jadeb GUr. Fernspr. 167. Witten, Bahnh ofstr. Buxkin=Herren=Anzüge von 7 Mark an. Herren=Paletots 4 ∆ vn 7.50 Darkt an. Knaben-Anzüge u. Paletots in unübertroffener Auswahl! Zugaben gratis! Enorme Auswahl. Unerreichte Billigkeit. lorsetts Hucht Parger verein, Witccn. Die diesjährige Erhkuchts Feier findet am L. Weihnachtstage, den 26. Dezember er. im Vereinslokale statt. Nachmittags 4 Uhr ist die Feier für die Kinder verbunden mit Krippenspielen u. Kinderbescheerung. NB. Nur Kinder von Mitgliedern haben Zutritt; an der Bescheerung können nur solche theilnehmen, welche sich vorher mit Karten versehen haben, die im Vereinslokal gratis verabfolgt werden. Abends ½8 Uhr ist die Feier für die Erwachsenen. [Aufführung von 2 Weihnachts=Spielen mit lebenden Bildern. Nur Mitglieder und deren Angehörige haben Zutritt.— Kinder werden nicht zugelassen. Um zahlreiche Theilnahme bittet Der Vorstand. Kalh Mäner-Au. Ungingsserein Heven. Zu der am Montag den 26. ds. Mts.(2. Weihnachtstag) nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Herrn Schlicker, Wannen, stattfindenden Kinder-Bescheerung der Mitglieder ladet hiermit freundlichst ein. #- Es wird gebeten, die Liederbücher mitzubringen. Der Vorstand. NB. Richtmitglieder und fremde Kinder haben keinen Zutritt. Verein ehem. von Witten u. Umgegend. S1er Montag den 26. Dezember er., uen Weinmachtea-feler im Lokale des Herrn Fr. Bosch, bestehend in Concert, Theater und Anfang nachm. 4 Uhr. Karten im Vorverkauf 50, Kasse 75 Pfg. 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Nur zum der Einsamkeit, der 2 sich am bittersten am Mein guter Freu Abend bei einer solch „Du solltest do wie ich.“ „Und mic all diladen“, entgegnete ich keiten und spitzfindi Familienleben nun e ich doch ein besseres meine Bequemlichkei bundenheit. Was ic ich komme und gebe, Niemand zu sorgen, Kindergeschrei und ke was dergleichen Ann standes mehr sind.“ „Ich will Dich „Sehe Jeder, wie er wenn ich Die, in D strafen Deine eigen kannst Du schließlich wünschest. Die aufr dem Familienhaupt Fleisch und Blut äu sich und ihr ganzes „Rede mir nicht Freund.„Du weiß „Dann solltest Famiste gehen, um verleben. Du wäref „Danke! Muß — aber nicht wieden kannten hineingeschne meine Gegenwart ge Vergnügen, ein halt zu sehen, lärmend, seinen Holzwagen di mit seiner Eisenbahr ihre Purpe einwiege mann den ausgeren! grunde siehen Vater deglückt an und her Trompetenstöne u.