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Mts. fällt wegen der Generalversammlung des BonifaciusVereins aus. Katholischer Mähnte. u.sur,, Verenntsten Einladung zu der am Sonntag den 13. ds. Mts., nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Herrn Schlicker Wannen stattfindennen Gemüthlichen Versammlung. Die Liederbücher sind mitzubringen. Der vorstand. NB. Vor Beginn der Versammlung werden die Monats=Beiträge bereitwilligst entgegengenommen. Lur Magenleibende! Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu kalter Speisen oder durch unregelmäßige Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magenkatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Verschleimung zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das bekannte Verdauungs- u. 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Stuhlverstopfung Folgen, wie Beklemmung, Kolikschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem (Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuterwein rasch und gelind beseitigt. Kräuterwein behebt Unverdaulichkeit, ver'eiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl untaugliche Stoffe aus dem Magen und den Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, sind meist die Folgen schlechter Verdauung, mangelhafter Blutbildung und eines krankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemüthsverstimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, siechen oft solche Kranke langsam dahin. Kräuterwein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. 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Die Besorgnisse, welche vom katholischen Gesichtspunkte aus die Reise des deutschen Kaisers an die Leiligen Stätten hie und da wachgerufen zu haben schien, sind demnach völlig zerstreut worden. Der Vatican hegt nunmehr die Ueberzeugung, daß die Pilgerfahrt Kaiser Wilhelms II. nicht in erster Linie eine protestantische Kundgebung gewesen sei, sondern, daß der Kaiser hauptsächlich die Verbreitung des deutschen Einflusses in Polästina beabsichtigt habe und geneigt sei, sich ebenso auf die katholischen wie die protestantischen Missionen zu stützen. Die Handlungsweise des Koisers wird als die einer klugen Politik erachtet, die nur geeignet sei, die guten Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und der preußischen Regierung fester zu knüpfen.“ * Graf Paul von Hoeusbroech erläßt gegenüber der in der„Germania“ erfolgten Veröffentlichung der Autogramme zweier Schreiben Hoensbroech's an den Heiraths=Vermittler von Pokorny eine Erklärung„In eigener Sache“ in der„Täglichen Rundschau“, aus der wir nachstehend die Hauptstücke wiedergeben: Der Heiraths=Vermittler von Pokorny habe am 13. Februar 1896 eine Erklärung unterzeichnet, worin er bekennt, keinerlei Ansprüche an den Grafen Hoensbroech und keinerlei Schriftstücke zu besitzen, aus denen sich solche herleiten ließen und worin er ferner ehrenwörtlich verspricht, den Grafen nie mehr mit irgendwelchen Ansprüchen oder der Behauptung des Besitzes von Papieren anzugehen, die ihn in der gedachten Weise interessiren könnten. Diese Erklärung sei, wofür er sich auf die Aussage des gegnerischen Anwaltes berufe, ausgestellt nach des Grafen Verheirathung, und obwohl dieser, damals wie heute, alle Behauptungen des Gegners(Erlaß einer Heiraths=Anzeige, Ausstellung eines Reverses, Vermittelung der Heirath u. s. w.) als unwahr erklärte. Die darauf gezahlte Summe sollte nicht geleistete Dienste entschädigen, sondern eine Sache erledigen, die, wie er gehofft, ihm den unumstößlichen Beweis einer Intrigue liefern sollte, aber zur Belästigung für ihn und seine Familie ausgeschlagen sei. Der gegnerische Anwalt habe dann den eigenen Clienten unter Hinweis auf die strafgerichtlichen Bestimmungen über Betrug und Erpressung gewarnt, den Grafen mit Behauptung von Ansprüchen oder Besitz von Papieren weiter zu behelligen. Pokorny habe seine frühere Erklärung mit der Behauptung angefochten, daß sie nur auf Grund eines Betruges des Grafen Hoensbroech abgegeben sei; das Gericht habe aber in zwei Instanzen die Klage von Pokorny zurückgewiesen. Die jetzt veröffentlichten Briefe seien schon vor dem Landgericht verlesen worden, aber durchaus erfolglos geblieben. Eine formelle Erklärung über Echtheit oder Unechtbeit der Briefe sei für ihn nicht nöthig und aus offensichtlichen Gründen nicht räthlich; er erkläre aber bei dem Glauben an Gottes Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit und bei der Hoffnung auf seine eigene Seligkeit, daß er nie mit seinem Prozeßgegner über die Familie seiner Gattin verhandelt habe, und betheuere weiter, daß das, was er über seine Verpflichtung zum Schweigen über die ganze Vorgeschichte dieser Angelegenheit gesagt habe, so unverständlich es Außenstehenden auch scheint, wahr sei. Daß ihm eine Falle gestellt werden sollte, wüßten auch Andere, die aber aus Furcht vor Anfeindungen nicht wagten, ihle Kenntniß zu seinen Gunsten preiszugeben. In einer bei den Acten liegenden, zu seinen Gunsten geschriebenen Aussage seines Schwiegervaters komme die Stelle vor:„Einige Zeit vor dem Beginne unserer Bekanntschaft wurden wir durch zwei Briefe belästigt, die Deine Frau betrafen und mit dem Namen Pokorny unterzeichnet waren“, daß die ganze Sache in vier Terminen vor dem Landgericht verhandelt worden sei, daß damals ultramontane Blätter wiederholt auf die Verhandlungen hingewiesen hätten, daß aber damals sowohl die Verhandlungen wie die Hinweise gänzlich unbeachtet blieben. Mit dieser Erklärung sei die Absicht seiner Gegner erreicht. Er lege die Herausgeberschaft der„Tägl. Rundschau“ nieder. Die„Germania“ bemerkt zu dieser Erklärung, das Ausweichen des Grafen Paul v. Hoensbroech besage genug für die zweifellos feststehende Echtheit der facsimilirten Briefe. Weiter legt sie Verwahrung ein, daß ihr als Gegnerin des Grafen Paul von Hoensbroech unterschoben werde, sie hätte die Absicht verfolgt, ihn zur Niederlegung der Herausgeberschaft der„Täglichen Rundschau" zu nöthigen. Ihre Absicht sei das nicht gewesen, und Graf Paul von Hoensbroech habe ja auch selbst den rechts stehenden und anderen Blättern diesen Concurrenzneid imputirt. „Morgenroth“ war der letzte Leitartikel des Grafen Paul von Hoensbroech in der„Täglichen Rundschau betitelt, der nach bekannten Mustern behauptete,„Tausende denken so wie ich", und der zu Geldsammlungen für katholische Geistliche aufforderte, die gleich dem Grafen Paul v. Hoensbroech zum Protestantismus allenfalls übertreten könnten. Ueber die Hoensbroech'sche Erklärung schüttelt übrigens die ganze Presse den Kopf. Die„Kreuzztg.“ sagt, diese zweite Erklärung lasse eine Klarheit der ganzen Angelegenheit eben so wenig erkennen, wie seine erste Erklärung„In eigener Sache". Vielmehr hüllt sie sich, wie für die„Kreuzzeitung", so wohl auch für jeden sachlich urtheilenden Leser, in ein immer„geheimniß volleres" Dunkel. In dem gleichen Sinne äußert die„Frank'. Ztg.“, diese Erklärung mache die Angelegenheit nur noch verwirrter. Man verstehe nicht recht, warum Graf Hoensbroech, der sich als das Opfer einer Intrique hinstelle, nicht sagen wolle, ob die ihm zugeschriebenen Briefe echt seien oder nicht. „Im letzteren Fa“; würde eine bösortige Fälschung vorliegen, über die zu schweigen Graf Hoensbruech keine Veranlassung hätte; im ersteren Falle aber stände das fest, wogegen sich seine Erklärungen richten sollen. Die Andentungen, die er über Inttionen gegen ihn aibt, können Niemand überzeugen, und der Rücktritt von der„Tägl. Rundschau“ spricht erst recht nicht für den Herrn Grafen!" * Freimaurerei und Christenthum. Unter dieser Ueberschrift gibt Matth. Corens in der„Bauhütte“ Organ für die Gesummtinteressen der Freimaurerei, eine Ausführung, aus der wir zunächst nur folgenden Passus herausheben: Wie nun jeder geistigen Bewegung auf socialem Boden irgend ein Lebensbedürfniß zu Grunde liegk, so ist auch die moderne Freimaurerei, denn von dieser nur reden wir hier, einer solchen zwingenden Ursache entwachsen. Das Christent hum in seiner ganzen vielbestaltigen kirchlichen Gliederung war längst vorhanden, konnte aber trotz des kirchlichen Formenreichthums die tiefer denkenden und fühlender Glieder der menschlichen Gesellschaft nicht dauernd befriedigen. Man empfand eben, daß in keiner der kirchlichen Gestaltungen das zum wahren Ausdruck kam, was als die Krönung aller Religionsanschauungen, auch der christlichen, bezeichnet werden muß, die Anerkennung des edlen, ureigenen Menschenthums. So gelangte man dahin, eine Ver einigung zu gründen, in der, abgesehen von allem religiösen und politischen Widerstreit, die Menschen sich verbinden sollen als Menschenbrüder. Das und nichts Anderes ist der eigentliche Ausgangspunkt der Maurerei gewesen. Das„reine Menschenthum“ der.=Brüder kennt mon! * Dem Abg. Spahn ist, wie der„Franks. Ztg.“ aus Leipzig berichtet wird, der zur Ausühung seines Mandates im Preußischen Abgeordnetenhause nachgesuchte Urlaub abermals verweigert worden. * Wegen der Ausweisungen dänischer Unterthanen aus Schleswig=Holstein hat, wie die„Nationaltidende“ erklärt, die dänische Regierung diplomatische Vorstellungen in Berlin erhoben. Doch fügt das Blatt hinzu, entweder seien diese Vorstellungen noch nicht an die rechte Instanz gelangt, oder die darüber geführten Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen, oder endlich hätten sie sich als fruchtlos erwiesen.— Daß letzteres das schließliche Ergebniß sein werde, hat allerdings einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit, meint dazu der„Hamb. Corr.“. * Potsdam, 9. Nov. Die„Conservativen“ und die Antisemiten der Stadt Potsdam haben sich am vorigen Donnerstag nach Beendigung der dortigen Abgeordnetenwahl das folgende geschmacklose Telegramm an den Kaiser, das sie nach Jerusalein sandten, geleistet: „Seiner Majestät dem deutschen Kaiser. Vereinigte Conservative und Antisemiten haben soeben die Vertretung Euer Majestät zweiter Residenz dem christlich=deutschen Landtagscandidaten Kelch einstimmig übertragen.“ Der Kaiser hat sich nicht veranlaßt gesehen, auf diesen Versuch, eine politische Belobigung jener„vereinigten" politischen Stiefbrüder zu provoziren, überhaupt zu antworten, und das macht der antisemitischen „Staatsbürgerztg.“ einige Schmerzen. Das obige Telegramm wird sogar von„conserv tiven“ Blättern verurt heilt. * Rativor, 9. Nor. Landgerichtsrath Eduard Eusebius Maiß ist gestern gestorben. Der Verstorbene vertrat von 1870 bis 1876 im Abgeordnetenhause den Wahlkreis Beuthen O.=S., von 1879 bis 1893 den Wahlkreis Natibor, der bei der Wahl von 1893 dem Centrum verloren ging, bei der letzten Wahl jedoch glänzend wiedererovert wurde. Seine Heimathprovinz Schlesien hat in ihm einen ihrer besten Männer, das Centrum einen seiner braven Veteranen verloren. * Breslau, 8. Nov. Die hierselbst wohnhaften Oesterreicher slavischer Abkunft erhielten seitens der Polizei den Befehl, Preußen in einem Zeitraum von 14 Tagen zu verlassen. Gründe wurden nicht angegeben. * B r ü s s e l, 8. N o v. I m S e n a t s p r a c h s i c h Janson beifällig über den Vorschlag des Czaren betr. die Beschrän kung der Rüstungen aus, dessen Zweck, selbs wenn nur theilweise erreicht, eine ungeheure Wohlthat für tie Menschheit wäre. Redner beantragte, an den Czaren Namens Belgiens eine Glückwu schadresse abzusenden, und betonte, Belgien habe ein gewaltiges Interesse an dem Gelingen des kaiserlichen Planes. Die Adresse wurde einstimmig beschlossen. Bara erklärte, wenn Belgien an der Conferenz theilnehme, müsse es Garantieen dafür hoben, daß nichts zu seinem Nachtheile beschlossen werde. ≈ Paris, 9. Nov. Den Blättern zufolge wurden im Auftrage des Cassationshofes bei einer Person, mit der Esterhazy in Verbindung gestanden hat, zahlreiche Papiere beschlagnahmt. Die „Aurore" behauptet, die Papiere enthielten den entscheidenden Beweis für die Schuld Esterhazys. Der Senator Constans erklärte gestern in den Wandelgängen der Kammer, er werde den Antrag betr. die Ausdehnung des contradictorischen Untersuchungsverfahrens auf die Militärgerichte erst in einigen Tagen einbringen, da er erfahren habe, daß die Fresilassung Piequardt's unmittelbar bevorstehe.— Das„Echo de Paris“ meldet aus Toulon: Das gesammte Mittelmeergeschwader erhielt gestern den Befehl, sich zur Abfahrt bereit zu halten. Der Obercommandant des Geschwaders, Admiral Fournier, wurde nach Paris berufen. * Madrid, 8. Nov. Der spanische Botschafter am Berliner Hofe begab sich mit dem Abendzuge nach Cadiz, wo Admiral Camara morgen eintrifft. Ein Aufenthalt des deutschen Kaiserpaares in Cadiz gilt als sicher. Die Palästinafahrt des Kaiserpaares. * Berlin, 9. Nov. Aus allen inzwischen aus Jerusalem vorliegenden Privatnachrichten geht unzweideutig hervor, daß die körperlichen Anstrengungen aller Theilnehmer an den dortigen Festlichkeiten in Folge der ungewöhnlichen Tropenhitze außerordentlich groß gewesen sind. Das trifft natürlich auch für die Kaiserin zu, die mehrere Tage über sieben Stunden bei glühender Sonne hat im Sattel zubringen, auch bei langen Wagenfahrten wegen des unbeschreiblichen Staubes und der mangelnden Luftbewegung schwere Strapazen hat durchmachen müssen. Die Kaiserin hat diese allerdings vorzüglich überstanden, es ist aber eine selbstverständliche ärztliche Vorsicht, daß das Kaiserpaar nun nicht in wenigen Tagen direct von dem heißen Süden nach dem kalten Norden zurückkehren, sondern durch eine längere Seefahrt um Spanien, Portugal und Frankreich herum sich für den Ei tritt in den Winter körperlich stärken soll. Nach unverbürgten spanischen Blättermeldungen soll das Kaiserpaar auf der Heimreise auch Malta und Kartagena besuchen. * Damaskus, 9. Nov. Das Festmahl, welches die Stadt Damaskus gestern Abend in den Räumen des Stadthauses zu Ehren des deutschen Kaiserpaares veranstaltete, nahm einen glänzenden Verlauf. Der Festsaal war mit kostbaren orientalischen Stoffen geschmückt, die Tische mit werthvollen Tafelgeräthen geziert. Gegen Ende der Tafel erschien der Ulema der Stadt Damaskus, Scheich Abdullah Effendi, und pries in einer längeren Ansprache den deutschen Kaiser und das deutsche Reich. Durch seinen Besuch habe Kaiser Wilhelm sich nicht nur die Dankbarkeit der Ottomanen, sondern auch die begeisterte Liebe von dreihundert Millionen Mohamedanern erworben, welche zu dem Khalifen als zu ihrem geistigen Oberhaupt emporblickten. Glücklich über den Besuch des deutschen Kaisers erflehe Tamaskus den reichsten Segen des Himmels über den ruhmvollen deutschen Kaiser, über das große deutsche Reich und über alle Deutschen. Der Kaiser erwiderte Folgendes: „Angesichts der Huldigungen, die Uns hier zu Theil geworden sind, ist es Mir ein Bedürfniß. im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin und in Meinem Namen für den Empfang zu danken, für Alles, was in den Städten dieses Landes Uns entgegengetreten ist, vor Allem zu danken für den herrlichen Empfang in der Stadt Damaskus. Tief ergriffen von diesem überwältigenden Schauspiel, zu gleicher Zeit bewegt von dem Gedanken, an der Stelle zu stehen, wo einer der ritterlichsten Herrscher aller Zeiten, der große Sultan Saladin, geweilt hat, ein Ritter ohne Furcht und Tadel, der oft seine Gegner die rechte Art des Ritterthums lehren mußte, ergreife Ich mit Freuden die Gelegenheit, vor allen Dingen Sr. Majestät dem Sultan Abdul Hamid zu danken für seine Gastfreundschaft. Möge Se. Majestät der Sultan und mögen die 300 Millionen Mohamedaner, welche auf der Erde zerstreut lebend in ihm ihren Khalifen verehren, dessen versichert sein, daß zu allen Zeiten der Deutsche Kaiser ihr Freund sein wird. Ich trinke auf das Wohl Sr. Majestät des Sultans Abdul Hamid.“ Die Rede Sr. Majestät wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen. Der Beifall pflanzte sich auf den Platz vor dem Rathhause fort, auf dem die Bevölkerung der Stadt auf= und niederwogte. Abends war Damaskus prachtvoll illuminirt. * Socialistische„Prüderlichkeit“. Mit der Gährung im socialdemokratischen Lager in Dortmund beschäftigte sich auch eine socialc. Die Insel- Aixe. Roman von E. Heinrichs. „Bob Morton, der seitdem in Amerika studiert hat, ist ein Raufbold, ein gewaltthätiger Mensch, der Ihnen heute Abend gefährlich werden könnte", sagte Mr. Finley,„lassen Sie ihn ruhig warten, Vorsicht ist hier besser am Platze als Worthalten.“ „Das ist mir im Grunde lieb“, sagte Diedrich,„ich muß heute Abend früher an Bord, gehen Sie mit mir?“ „Ich begleite Sie eine Strecke, und will mir dann noch mal den Bob ansehen.“ Als er sich versichert hatte, daß der Steuermann im rechten Fahrwasser war und sein Ziel nicht verfehlen konnte, schritt Mr. Finley nachdenklich durch mehrere Straßen, bis er sich vor der Wirthschaft zum„Goldenen Eichhorn“ befand. Ohne Zögern berrat er dieselbe und sah in der That den braven Bob Morton bereits am Platze, ungeduldig nach dem Steuermann ausspähen. Sein Gesicht verkündete nichts Gutes, er hatte einen Krug Bier vor sich stehen und trommelte einen Sturmmarsch auf dem Tische. Finley hütete sich, ihm in die Sehlinie zu kommen, er setzte sich vielmehr in eine dunkle Ecke, von wo er aufmerksam das Gebahren des Burschen betrachtete, Nachdem er etwa eine Stunde gewartet hatte, stand Bob plötzlich auf und verließ die Wirthschaft Finley folgte ihm ungesehen mit bewunderungswürdiger Geschmeidigkeit. Wie ein Schatten glitt er im Nebel hinter ihm her, unaufhaltsam durch endlose Straßen, da der edle Bob Morton kein Geld für eine schnellere Beför derung besaß. An der London=Brücke blieb er stehen und schaute in's Wasser hinunter, wo die Lichter von den Schiffen und Böten gelblich durch den Nebel schimmerten. Ruderschläge erklangen im Fluß, dann stiegen feste Tritte heraus und nach wenigen Augenblicken tauchte eine vierschrötige Gestalt aus dem Dunkel auf. „Seid Ihr von der„Brunonia!“ fragte Bob, dem Matrosen entgegentretend. „0 yes!“ tönte es mit fremdem Accent zurück. „Ist der Steuermann am Bord?“ 1“ 10 ges, vor einer halben Stunde angekommen“. muß ihn sprechen, wollt Ihr ihn rusen?“ Der Matrose zögerte einen Augenblick. Dann legte er die hohlen Hände an den Mund, und rief sein„Ohoi!“ hinab, worauf dasselbe Wort als Antwort zurückkam. „Bring' den Steuermann her, Geert,— es muß ihn einer hier auf der Brücke sprechen.“ Diese Worte rief er in deutscher Sprache. „Will's ihm sagen“, tönte es von unten her. Fünf Minuten waren aufs neue vergangen, als ein Boot wieder herankam und eine barsche Stimme hervorrief:„Wer zum Henker will denn noch was von mir? Sind Sie's vielleicht, Mr.—“ Diedrich Thomsen hat zur rechten Zeit innegehalten. „Kommt nur herauf, Steuermann!“ erwiderte Bob, seine Stimme, soviel es ihm möglich war, verstellend.„Ich hab' Euch etwas zu sagen, das nicht alle Welt zu wissen braucht. Oder habt Ihr Furcht vor mir?“ Diese höhnische Frage gab den Ausschlag, Diedrich stieg leichtfüßig die Treppe hinauf und stand vor Bob, der die rechte Hand in der Tasche hatte. Mr. Finley, der geräuschlos dicht hinter Bob Posto gefaßt, hielt die Rechte ebenfalls in der Tasche seines Ueberziehers versenkt, wo sich stets ein kleiner geladener Revolver als Schußwafse besand. „Was zum Henker untersteht Ihr Euch, Mann?“ schalt Tiedrich, als er dicht vor Bob stand und diesen erkannte. „Wollt Ihr mich an den versprochenen Grog mahnen?— Da habt Ihr Geld, und nun macht gefälligst, daß Ihr fort kommt.“ „Danke, Steuermann, Ihr seid recht höflich“, erwiderte der Strolch, heiser lachend, nahm aber doch das Geldstück mit der Linken und ließ es in die Tasche gleiten.„Ich wollte nur sagen, daß Euer Landsmann, der brave Bill Jackson, seit heute verschwunden, nirgends aufzufinden ist. Vielleicht könnt' Ihr's mir sagen, Steuermann?“ „Was geht mich Euer Kumpan an?“ rief Diedrich eine halbe Wendung machend, um wieder die Tr ope hinabzusteigen. „Ich traf den Burschen ganz zufällig, hätt' ihn in dem Nebel bald in den Grund gebohrt, wär' nichts aran gelegen gewesen.“ „So. nichts daran gelegen?“ zischte Bob.„aber Ihr verstandet es gut, ihm seine Geheimnisse durch Euren verdammten Grog herauszulocken und ihn dann in die Klauen der Polizei zu bringen. Ihr seid ein Judas, ein deutscher Spion, den ich mit englischer Münze—“ „Ei Du nichtsnutziger Schuft, Du willst einen deutschen Seemann beschimpfen? Warte nur, meine Fäuste—“ Diedrich brach mit einem Wehlaut ab und taumelte, er wäre im Nu die Treppe hinabgestürzt, wozu Bob Morton bereits den Arm zur Nachhülfe erhob, als eine kräftige Faust den Taumelnden zurückriß und sich Bob zugleich zu Boden geworfen sah. Das war alles mit der Schnelligkeit des Blitzes geschehen. Im nächsten Augenblicke hatte Finley eine Pfeife an die Lippen gesetzt, diesen schrillen Pfiff kannte der Strolch sehr wohl und er setzte seine ganze robuste Kraft daran, zu entwischen, bevor Finley polizeilichen Beistond erhielt. „Sachte, old boy“, sagte letzterer,„Du entkommst mir nicht, hätte Dich für klüger gehalten, Bob Morton, so lange drüben bei den geriebenen Yankee's studiert, und Dich wit solchen Kinderstreichen zu blamieren. Freilich gedachtest Du ihn durch den Sturz ganz still zu machen, das entschuldigt Dich in etwas, old boy!“ Finley hatte ihm während dieser Plauderei, die Bobs Wuth bis zur Raserei steigerte, mit einer wunderbaren Geschicklichkeit, die an Zauberei grenzte, obwohl der robuste und sich verzweifelt wehrende Vagabund ihm Mühe genug machte. die Handschellen angelegt. Es war die höchste Zeit gewesen. da seine Kraft bereits zu erlahmen begann und die Furcht, daß der Steuermann, der stöhnend am Boden lag. also unzweifelhaft verwundet worden war, sich am Ende verbluten konnte, ihn ebenfalls zu lähmen begann. Nun erschienen aber schon einige Polizeibeamte, wovon zwei den nach hinten und vorn ausschlagenden Bob bändigten und fortbrachten, wäirend ein Dritter den Schiffsjungen unten im Boote, der Diedrich hergerudert hatte, benächrichtigte und dann Hand mit anlegte, um den Verwundeten, der beim Aufheben laut aufstöhnte, in die nächste Wirthschaft zu tragen. Dem Wirrh war es nicht angenehm; Fiuley wußte ihn aber bald gefügig zu machen und zur Einräumung eines Zimmers zu veranlassen, wo der Verwundete einstweilen bis zu seiner Ueberführung in ein Hospital gebettet und durch den rasch herbeigeeilten Arzt verbunden werden konnte. Dieser erklärte zwar die Wunde— Diedrich hatte nämlich einen Stich durch ein spitzes Instrument in die linke Schulter bekommen— für ziemlich ungefährlich, gebot aber seine sofortige Ueberführung ins Hospital und absolute Ruhe. Finley sorgte für ihn wie für einen leiblichen Bruder, so daß Diedrich, der sich merkwürdig schwach fühlte, ihm sanft die Hand drückte. Als er mit seiner Hülfe schon nach einer Stunde gut gebettet im Hospital lag, sah Finley, der bei ihm geblieben war, daß ihn eine heftige Unruhe plagte. „Kann ich noch irgend etwas für Sie thun, Mr. Thomsen?“ fragte er ihn,„selbstverständlich werde ich Ihrem Capitän eine richtige Darstellung von der Sache geben, weil ich Zeuge bin. Ich folgte ihm namlich dis zur LondonBrücke, weil ich den Raufbold von früher im guten Andenken habe. Auf einen solchen Ueberfall war ich freilich nicht gedemokratische Versammlung in Essen, weil, wie der Vorsitzende sagte, der Dortmunder Streit die Parteibewegung im ganzen Ruhrgebiete schädige. Der Kreis=Vertrauensmann Ostkamp führte nach dem Berichte des socialdemokratischen„Weckruf“ in Essen u. A. Folgendes aus: Ich will nicht untersuchen, wer in Dortmund Recht hat; es genügt mir, daß die große Mehrheit der Dortmunder Genossen von den Herren Lütgenau, Lehmann, Block und Rehse nichts wissen will, daß diese Leute schon längst durch entsprechende Versammlungsbeschlüsse der Parteigenossen Dortmunds als des Vertrauens ihrer Ortsgenossen unwürdig erklärt wurden. Wie kommt nun der Partei=Vorstand dazu, die Lehmann und Consorten gegen den Willen der direct betheiligten Genossen in Dortmund zu belassen? Daß es doch geschieht, daß Gerisch sogar sich als wärmster Beschützer der Lehmann=Rehse=Block aufwirft, ist ein Schlag ins Gesicht für alle demokratisch Gesinnten. Wie die heillosen Zustände in Solingen und Braunschweig entstehen konnten, geht uns hier nichts an, aber als Kenner der Verhältnisse constatire ich: wenn sich aus Dortmund ein Solingen entwickeln sollte, dann trägt in erster Linie die HauptParteileitung durch ihr undemokratisches Verhalten die Schuld daran!(Allseitige lebhafte Zustimmung.) In gleichem Sinne sprach sich Genosse Hue, Leiter der„Bergarbeiter=Zeitung", aus. Die Preßverhältnisse in Dortmund sind, so sagte er, geradezu scandalbs. Das liegt an den unerträglichen, zu jeder Intrigue stets bereiten Leuten an der Dortmunder„Arbeiter=Zeitung". Und nicht Lütgenau ist das Hauptübel, sondern, wie Schröder in Bochum zutrffend sagte:„Lehmann gießt die Kugeln, die Andere abschießen.“ Was dieser Mann schon für Zettelungen, nicht nur in Dortmund, sondern bis hierher nach Essen, angerichtet, läßt sich auf keine Kuhhaut schreiben. Was nun noch in den letzten Tagen vorgekommen, beleidigt so sehr jedes Rechtsgefühl, daß wir als Parteigenossen im Juteresse unserer Selbstständigkeit nicht scharf genug dagegen Protest erheben können. Wie ich mit Lütgenau stehe, ist bekannt: mit dem Manne habe ich nicht die mindeste Gemeinschaft. Aber deshalb protestire ich doch gegen den„Vorwärts“, welcher über die Köpfe der Genossen hinweg den Ausschluß Lütgenau's aus der Partei verkündigt. Dazu hat der „Vorwärts" bezw. die Parteileitung gar kein Recht; über die Zugehörigkeit zur Partei entscheiden die Genossen am Orte des Betreffenden. Aber man merkt immer deutlicher, wie sich einige Leute im Partei=Vorstande aufs„Regieren“ verlegen. Wir sollen wohl der capitalistischen Tyrannei entrinnen, um unter das Joch der ParteiTyrannen zu kriechen? Auch daß man Lütgenau in der„Arbeiter=Zeitung" jedes Wort der Erklärung oder Vertheidigung abschneidet, ist einfach bourgeoismäßig, protzig und brutal. Jeden Mörder läßt man sich vertheidigen, und Mörder ist der Prügel=Socialist Lütgenau denn doch noch nicht. Wir können nichts Anderes, als zu protestiren gegen den Dortmunder Scandal und seine Urheber festnageln.(Lebhafter Beifall.) Schließlich wurde in einer Resolution„die Parteileitung dringend ersucht, im Sinne der Demokratie die Wünsche der Mehrheit der Genossen im Dortmunder Kreise in Bezug auf die Preßleitung vollständig zu erfüllen, da dies nach unserer Kenntniß der Sachlage in ihrer Macht steht. Sollten sich in Dortmund Zustände wie in Solingen entwickeln, so können wir Niemand anders, als die Partei=Leitung dafür verantwortlich machen". Locales und Provinzielles. * Witten, 11. Nov. Herr Bürgermeister Dr. Haarmann erläßt folgende Bekanntmachung: Hierdurch mache ich bekannt, daß die Aeußerungen für oder gegen die Errichtung einer Zwangsinnung für das Maler= und Anstreicher=Handwerk im Bezirke der Stadtgemeinde Witten schriftlich bis zum 28. d. Mts. oder mündlich in der Zeit vom 14. bis zum 28. d. Mts. bei mir abzugeben sind. Die Abgabe der mündlichen Aeußerung kann während des angegebenen Zeitraumes werktäglich von Vormittags 9 bis 1 Uhr und Nachmittags von 3 bis 7 Uhr im Zimmer Nr. 11 des Rathhauses erfolgen. Ich fordere hierdurch alle Handwerker, welche im Bezirke der Stadtgemeinde das Maler= und Anstreicher=Handwerk betreiben, zur Abgabe ihrer Aeußerung mit dem Bemerken auf, daß nur solche Erklärungen, welche erkennen lassen, ob der Erklärende der Errichtung der Zwangsinnung zustimmt oder nicht, gültig sind und daß nach Ablauf des obigen Zeitpunktes eingehende Aeußerungen unberücksichtigt bleiben. Auf der Ardeystraße bedr ohten am Mitiwoch Abend zwei Burschen einige Kinder mit einem faßt, sonst hätte ich ihn gleich verhaftet oder ihm einige Sch otkörner in die Beine geschossen.“ „Ich kann hier nicht vor Anker liegen“, stöhnte Diedrich, „der kleine Stich kann mir nicht schaden. O, mein bester Mi Finley, wenn Sie mir doch helfen könnten.“ „Sprechen Sie nur, ich werde schon Rath schaffen, Mr. Thomsen!— Sie wissen doch, daß Sie mir Vertrauen schenken können, betrifft es Ihren Dr. Siegfried?“ Diedrich nickte. „Es geht nicht anders, sie wartet morgen auf mich, der. verdammte Pirat, haben Sie ihn sicher verstaut?" „Ja, ja, der liegt fest genug, aber Sie dürfen nicht so viel sprechen. Nur das Nothwindigste hat der Arzt befohlen, sonst kann er für nichts einstehen.“ „Gut, wollen Sie morgen früh um 11 Uhr nach Westen? g'hen? Wissen Sie wo Lord Brookhurst mohnt?“ „Gewiß, Mylord ist Pair von England, natürlich gehe ich dorthin.“ „Zu der Erzieherin. Miß Helbach, erzählen Sie ihr von meiner Havarie und ob Sie ihr dienen könnten. Finley notierte sich den Namen. „Also zu Miß Helbach; können Sie mir nicht irgen eine Legitimation mitgeben? Etwas, durch welches die Dame keir unbedingtes Vertrauen schenkt.“ Diedrich sah unruhig vor sich hin. Plötzlich öffnete er seinen Hemdkragen unb bat Finley, eine Haarkette von seinem Halse zu lösen. Au derselben befand sich ein kleiner werthloser Ring mit einem blauen Stein.“ „Nehmen Sie“, flüsterte er,„die Kette ist von ihrem Haar und den Ring schenkte sie mir, als sie noch ein kleines Kind von sieben oder acht Jahren war. Vielleicht erinnert sie sich daran, wenn Sie ihr das sagen.“ „Ist Miß Helbach mit Ihnen verwandt?“ „Nein. meines Bruders Frau hat sie groß gezogen, Dr. Siegfried nannte sie die Insel=Nixe. Er hat sie ja an der See als—“ Diedrich hielt inne und fuhr sich mit der Rechten über die Stirn. „Das muß ich wieder haben“, sprach er leise, auf die Kette deutend. Finley nahm sie an sich, und beruhigte den sentimentalen Seemann, dei gleichen man, wie er dachte, doch nur bei den Deutschen finden konnte. (Fortsetzung folgt.) Messer. Die 2 Die Burschen schi der gent. Straß Manne getrennt schlimmsten Weise hatte, wieder bei Ebemann wird si worte haben. 0— Eine E kürzlich in einem gebracht. 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Die Cassel und Görli Stellen als Cand Bürgermeisterpost jetzigen Stand er 2.— Die Wä Glühlampen schätzt, ja es her die Glühlampen eigentliche Glühks Außenwelt abgese ergeben, daß die ausgestrahlte Wär gut eine Entflam eine gewöhnliche Liter Wasser gefü Lampe ein, so w wärmen. Nach es 38 bis 40 C Stunde siedet es einer electrischen bereits nach fün Glühlampe in so ist letztere nac bald folgt helle lampe birgt also wo sie zwischen fenstern, verwend meter von der Gl acht bis zehn St. Auf de sind im Monat# 17275680 M.i Kronen, 200000 316270 M. in in Zehnpfennigstü stücken. Die Ges nach Abzug der zifferte sich Ende Mark in Goldmü münzen, 58272 13998777,38 M *— In der Dynamitpat gelieferten, zur Lo gefunden. 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Straße wohnende Frau, die von ihrem Manne getrennt lebt, wurde von letzterem in der schlimmsten Weise mißhaidelt, weil sie sich geweigert hatte, wieder bei ihm zu wohnen. Der„Muster“. Ebemann wird sich die erhalb vor Gericht zu verantworte haben. (— Eine Eßwette unsinnigster Art wurde kürzlich in einem hiesigen Restaurant zum Austrag gebracht. Ein Gast erbot sich, sämmtliche auf einem Teller liegende Frankfurter Knackwürstchen in rohem Zustande zu verspeisen und zwar in der kurzen Zeit von 15 Minuten und ohne das Geringste an Brod, Karteffeln 2c. dabei zu genießen. Ec begann seine Thätigkeit und vertilgte wirklich sämmtliche vorhandenen Würstchen, 9 an der Zahl. Am andern Tage soll dieser Wurstliebhaber doch darüber geklagt haben, daß er die darauffolgende Nacht nicht habe schlafen können. Der gute Mann kann von Glück nachsagen, daß es bei der schlaflosen Nacht geblieben ist. *— Auf den Bahnstrecken Witten= Annen muß in Folge Bodensenkung wieder eine Erhöhung des Bahnkörpers vorgenommen werden. *— Nach der im Reichsversicherungsamt gefertigten Zusammenstellung, die auf den Mittheilungen der Vorstände der Invaliditäts= und Altersversicherungsanstalten und der zugelassenen Kasseneinrichtungen beruht, betrug die Zahl der seit dem Inkrafttreten des Invaliditätsund Altersversicherungsgesetzes bis einschießlich 30. September 1898 von den 31 Versicherungsanstalten und den neun vorhandenen Kasseneinrichtungen bewilligten Invalidenrenten 360,253; davon sind in Folge Todes oder Auswanderung der Berechtigten, Wiedererlangung der Erwerbsthätigkeit, Bezugs von Unfallrenten oder aus anderen Gründen weggefallen 107,598, so daß am 1. October 1898 liefen 252,655 gegen 238,668 am 1. Juli 1898. Die Zohl der während desselben Zeitraumes bewilligten Altersrenten betrug 333,064; davon sind in Folge Todes oder Auswanderung der Berechtigten oder aus anderen Gründen weggefallen 130,980, so daß am 1. October 1898 liefen 202,084 gegen 202,630 am 1. Juli 1898. Beitragserstattungen sind bis zum 30. September 1898 bewilligt a. an weibliche Versicherte, die in die Ehe getreten sind 258,057 gegen 231,601, b. an die Hinterbliebenen von Versicherten 61.294 gegen 54,824, zusammen 319,351 gegen 286.425 bis zum 30. Juni 1898. *.— Ueber die Gehälter der Oberbürgermeister bezw. Bürgermeister ist jetzt anläßlich der in letzter Zeit erfolgten Neubesetzung dieser Stellen in Berlin, Charlottenburg und einigen anderen Städten Preußens von Stadtverordneten eine Statistik aufgestellt worden, welche über die Gehälter der Stadthäupter in den preußischen Großstädten Ausschluß gibt. Obenan steht natürlich Berlin, dessen Ober=Bürgermeister ein Gehalt von 30000 M. bezieht. Daran reihen sich Breslau und Cöln, welche ihren Bürgermeistern je 25000 Mark jährlich zahlen. Dann kommen Elberfeld mit 20000 M., Cassel mit 19000 M., Altona mit 17000 M., Charlottenburg und Görlitz mit je 16500 M., Königsberg in Pr., Danzig und Posen mit je 15000 M., Hamm i. W. zahlt seinem Stadtoberhaupte jährlich 13000 M., Kiel und Essen je 12000 M., Schöneberg 10500 M. und Erfurt 10000 M. Die Besoldung der Bürgermeister in Cassel und Görlitz wurde, als die Inhaber dieser Stellen als Candidaten für den Charlottenburger Bürgermeisterposten in Frage kamen, auf ihren jetzigen Stand erhöht. 2.— Die Wärmekraft der elektrischen Glühlampen wird vielfach ganz gewaltig unterschätzt, ja es herrscht allgemein die Ansicht, daß die Glühlampen ohne jegliche Gefahr seien, da der eigentliche Glühkörper durch die Glasbirne von der Außenwelt abgeschlossen ist. Versuche haben aber ergeben, daß die von den electrischen Glühlampen ausgestrahlte Wärme derart intensiv ist, daß sie ganz gut eine Entflammung erzeugen kann. Legt man eine gewöhnliche Glühlampe in ein mit einem halben Liter Wasser gefülltes Gefäß, und schaltet dann die Lampe ein, so wird sich das Wasser langsam erwärmen. Nach Verlauf einer halben Stunde hat es 38 bis 40 Grad Hitze und nach knapp einer Stunde siedet es. Verbindet man Celluloid mit einer electrischen Glühlampe, so entzündet es sich bereits nach fünf Minuten, und legt man eine Glühlampe in einen Haufen gekämmter Baumwolle so ist letztere nach wenigen Minuten angesengt, und bald folgt helle Entflammung. Die electrische Glühlampe birgt also überall da eine Gefahr in sich, wo sie zwischen Decorationsstoffen, z. B. in Shaufenstern, verwendet wird. Seide, etwa zehn Centimeter von der Glühlampe entfernt, sengt schon nach acht bis zehn Stunden. 0— Auf den deutschen Münzstätten sind im Monat October 1898 geprägt worden: 17275680 M. in Doppelkronen, 560630 M. in Kronen, 200000 M. in silbernen Fünfmarkstücken, 316 270 M. in Zweimarkstücken, 302392,50 M. in Zehnpfennigstücken und 1500 M. in Einpfennigstücken. Die Gesammtausprägung an Reichsmünzen, nach Abzug der wieder eingezogenen Stücke, bezifferte sich Ende October d. Is. auf 3 357262165 Mark in Goldmünzen, 494 730573,20 M. in Silbermünzen, 58272437,45 Mork in Nickel= und 13998777,38 M. in Kupfermünzen. In der letzten Zeit wurden mehrfach Dynamitpatronen in den für die Bahnen gelieferten, zur Locomotivfeuerung bestimmten Kohlen gefunden. Die preußischen Bahnen haben deshalb und mit Rücksicht auf die den Zügen drohenden Gefahren für die Auffindung solcher Dynamitpatronen beim Ausladen der Locomotivkohlen in die Schuppen Geldprämien ausgesetzt. Herne, 9. Nov. Für die Einweihung unseres katholischen Gesellenhauses ist der nächste Sonntag ausersehen worden. Gegen ½10 Uhr findet aus Anlaß dieses Ereignisses ein feierliches Levitenhochamt mit Festpredigt statt; daran schließt sich der Weiheact, dem auch der hochw. Dibcesanpräses beiwohnen wird. Am Nachmittag ist ein Festzug geplant, an dem sämmtliche katholische Vereine der Pfarrei theilnehmen werden. Interessant wird sich die Abtheilung der verschiedenen Handwerker im Zuge gestalten. Zu dem Einweihungsfeste werden viele Gesellen=Vereine von auswärts erscheinen. Das Programm ist ein reichhaltiges und voller Abwechselung. Das Gesellenhaus ist ein großer Bau, der architectovische Schönheit aufweist. * Grumme, 9. Nov. Die Namen der am Sonntag für die bevorstehende KnappschaftsAeltestenwahl aufgestellten Condidaten sind: der bisherige Knappschafts=Aelteste Herr Wilhelm Romberg, als zweiter das Ausschußmitglied des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter, Herr Wilhelm Fehlen, als dritter Herr Jakob Oelbracht. Irrthümlich hieß es in der ersten Meldung an zweiter Stelle Oelbracht und an dritter Lange. + Wattenscheid, 10. Nov. Am gestrigen Tage fand hier die Beerdigung der fünf Opfer des Grubenunglücks auf Zeche Holland statt; hier von wurden gestern Morgen zwei auf dem katholischen Kirchhof, nämlich Philipp Stockhausen und Renzmann beerdigt. Der christlich=sociale Arbeiterverein, dem ersterer angehörte, und der St. AntoniusKnappenverein, dessen Mitglied Renzmann war, gaben außer einem zahlreichen Leichengefolge ihren entschlafenen Kameraden das letzte Geleite. Herr Pfarrer Hausmann hielt an der offenen Gruft an das Trauergefolge eine ergreifende Ansprache. Gestern Nachmittag wurden die drei evangelischen Bergleute beerdigt. Der evangel. Posaunenchor spielte auf dem Wege zum Friedhof einen Trauermarsch. Hier hielt Herr Pfarrer Bonne die Leichenrede, während Herr Pastor Kuhlmann das Gebet sprach. * Bulmke, 7. Nov. In der gestern Nachmittag hierselbst stattgehabten Versamm'ung des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter sprach der erste Vorsitzende Herr Brust in längeren Ausführungen über die bevorstehenden KuappschaftsAeltestenwahlen und die gegennärtige Lage der Bergarbeiterbewegung. Der Redner letzte dar, daß die Aeltestenwahlen greße Wichtigkeit hätten, da die Aeltesten auf sechs Jahre gewählt würden und während dieser langen Zeit ausschließlich und selbstständig die Interessen der Bergarbeiter zu vertreten hätten. Die gemäßigte Richtung der bisberigen Aeltesten müsse beseitigt werden. Man solle diesmal sehr vorsichtig bei der Wahl vorgehen; vor derselben würden von den Candidaten die größten Versprechungen gemacht, aber noch derselben beugten sie sich willenlos unter die Macht der Arbeitgeber. Die Candidaten müßten sich vor Allem für die Verfechtung der Reformvorschlöge erklären. Von der Neuwahl hänse es ab, ob diese durchgeführt würden oder nicht. Sodann besprach Redner die allgemeine Bewegung. Der jetzige Lohn entspreche nicht mehr dem Werthe der Arbeit, wie aus den Mittheilungen über die großen Unternehmergewinne ersichtlich sei. Wenn also auch ein höhere: Lohn anzustreben sei, so verschmähe es der Gewerkverein doch, sich von den Socialdemokraten ins Schlepptau nehmen zu lassen und in einen Streik einzutreten, der jetzt ganz unzeitgemäß wärt. Auch für Einsetzung von Arbeiterausschüssen sei der christliche Gewerkverein, da die Festsetzung der Arbeits= und Lohnverhältnisse nicht einseitig vom Unternehmer erfolgen dürfe. Ebenso müßten Arbeiterdelegirte an den Bergwerksiaspectionen Theil nehmen. Auch die bekannte Zuchthausvorlage berührte Redner, indem er bemerkte, die Bergleute sollten demgegenüber kühles Blut bewahren. Oft werde ein Wort in der Erregung cesprochen, das man interher bereue. Die Volksvertretung werde schen dafür sorgen, daß das Coalitionsrecht der Arbeiter nicht angeiastet werde. Wenn der Terrorismus beseitigt werden solle, so habe er nichts dagegen einzuwenden. Im Allgemeinen sei er also mit den Forderungen des alten, socialdemokratisch gesinnten Vergarbeiterverbaudes einverstanden, nur die Art und Weise, zum Ziele zu gelangen, halte er für verkehrt. * Münster, 9. Nov. Nach dem„Münsterschen Tagebl.“ sind bei einer von Officieren der Garnison Münster in dem Graf Hatzfeldschen Revier abgehaltenen Treibjagd, bei der Infanteristen als Treiber benutzt wurden, zwei derselben von den Jägern angeschossen worden. Der eine erhielt einen Schuß unter dem rechten Auge, der andere soll vor die Brust geschossen worden sein. Belde sind in ärztliche Behantlung genommen worden; ihr Zustand sei anscheinend nicht gefährlich. : Aus den Provinzen, 9. Nov. In Hamm wurde der Fuhrknecht August Schwicker aus Dollberg von der electrischen Straßenbahn überfahren und sofort getödtet.— Für die neu zu besetzende Bürgermeisterstelle in Schwerte sind nicht weniger als 95 Meldungen eingelaufen.— In Heißen wurde in dem der Wittwe Oberbausberg gehörigen Walde der Schuhmacher Heinrich Schumann von Haarzopf blutüberströmt am Boden liegend aufgefunden. Auf dem Trausport zu seiner Wohnung trat bereits der Tod ein. Seitens des Arztes wurde Schädelbruch fest gestellt. Schumann, der seit Sonntag Mittag nicht mehr zu Hause war, hinterläßt eine Frau und drei Kinder. Ob ein Verbrechen oder ein Unglücksfall vorliegt, wird die eingeleitete Untersuchung ergeben.— Die Frau eines Maurermeisters in Viersen setzte eine frisch aufgegassene Kanne Kaffee auf den Tisch und entfernte sich Lann auf einen Augendlick aus der Stube. Diese Zeit benntzte ein 3½jähriges Kind, um aus der Kanne den siedendheißen Kaffee zu trinken. Hierbei erhielt es aber so schwere innerliche Brandwunden, daß es ihnen nach qualvollen Leiden erlegen ist.— Die Eröffnung der Rheinbrücke in Bonn, die auf den 1. Januor vertragsmäßig anberaumt war, wird gemäß Beschluß der Stadtverordneten schon am 17. December erfolgen.— Ein Heizer wurde auf dem Bahnhof Oberlahnstein durch eine aus dem Locomotivschuppen fahrende Maschine an einem Pfeiler erdrückt. Vermischtes. * Dreißig Jahre unschuldig im hause. Vor einigen Togen kehrte ein gewisser Giovanni Pinna, der dreißig Jahre Zuchthaus verbüßt hat, nach seiner Heimath Fluminimaggiore bei Cagliari auf Sardinien zurück. Pinna, der jetzt 54 Jahre alt ist, wurde vor 30 Jahren als Raubmörder verurtheilt. Eine Rotte von halbwüchsigen Burschen bezichtigte, um den wahren Urheber des Verbrechens zu retten, den nichtsahnenden Pinna, der dem Mörder ähnlich soh. Pinna wurde dem mit dem Tode ringenden Opfer des Mörders gegenübergestellt, das nur mit dem Kopfe nickte, ohne die Augen zu öffnen; das Gericht gelangte jedoch zu der Ueberzeugung, daß das Opfer seinen Angreifer reeognoscirt habe, und die Machenschaften der erwähnten Burschen besorgten das Uebrige. Der wahre Verbrecher wurde übrigens später wegen eines anderen Verbrechens zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt. Nach 29 Jahren fühlten endlich einige ältere Leute in Fluminimaggiore, die den ganzen Sachverhalt kannten, Mitleid mit dem unschuldig verurtheilten Pinna und gaben das Geheimniß preis. Auf Grund eines königlichen Gnadenactes wurde der arme Mann dieser Tage aus dem Zuchthause entlassen; im Wiederaufnahmeverfahren dürfte demnächst auch seine formelle Freisprechung erfolgen. Pinna wurde in Iglesias von seinem 30jährigen Sohne, den er dereinst als 14 Tage alten Säugling verlassen hatte, erwartet und nach der Heimath begleitet. * Verschiedenes. Aeußerst blutdürstig scheint ein Tienstmädchen in Hamburg zu sein, das am Somntag in Haft genommen wurde. Sie hatte mit einem verheiratheten Erdarbeiter im August ein Verhältniß angeknüpft und diesem jetzt brieflich den Vorschlag gemacht, seine Frau und fünf Kinder umzubringen, damit sie sich dann heirathen könnten.— In Mainz stürzte der 16jährige Sohn des Obervostcretärs Neeb, der als Volontär in einer Bierbrauerei thätig ist, durch einen Schacht und war sofort todt.— In Dresden wurde wegen Majestätsbeleidigung der Kaufmann Finke zu neun Monaten, gleichfolls wegen Majestätsbeleidigung bei Erörterung der Oeynhauser Rede der Maurei Hofmann zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt.— Das Witzblatt„Simplicissimus“ wird demnächst in Zürich weiter erscheinen. Es sollen auch die übrigen Verlagswerke Langens nach Zürich übergeführt werden.— In Pest fand ein Duell zwischen den Abgeordreten Graf Karolyi und Gajari statt bei nur einmaligem Kugelwechsel. Nach dem Duell, das unblutig verlief, erklärte Gajari, daß er Karolyi nicht in seiner persönlichen Ehre habe beleidigen wollen. Wie rührend!— In Triest und Zara wurde ein heftiger Erdstoß verspürt. In Benkovatsch verursachten zwei sehr starke Stöße Risse an Gebäuden.— In einer Pariser Bierbrauerei fand eine Kesselexplosion statt. Vier Arbeiter, darunter drei deutsche, erlitten durch glühendes Pech schwere Verwundungen. Der Materialschaden ist bedeutend; ein Theil des Kesselhauses ist eingestürzt. Neueste Nachrichten und Telegramme. ( Berlin, 9. Nov. Der Preis, den der Kaiser für die Dormition in Jerusalem gezahlt hat, wird jetzt auf 8500 türkische Pfund, ungefähr 155000 Mark, angegeben. * Das Staatsministerium hielt heute unter dem Vorsitze des gestern wieder in Berlin eingetroffenen Fürsten Hohenlohe eine Sitzung ab. Bezüglich der Besteuferung der Waaren= häuser steht die preußische Regierung bekanntlich auf dem Standpunkte, daß diese in erster Linie Sache der Communen sei. Die Regierung hat ein Muster für die Regelung der Communalsteuer geschaffen, das den Weg zur höheren Besteuerung der Waarenhäuser und Versandthäuser zeigt. Die Hoffnung, daß die Gemeinden diesen Weg beschreiten würden, hat sich aber, schreibt die„Nordd. Allg. Ztg.“, bisher nur in sehr beschränktem Maße erfüllt, daher hält die Regierung ein Gesetz für nothwendig, das die Gemeinden zwingt, an eine höhere Gewerbesteuerbelastung der Waarenhäuser heranzugehen. Ein Gesetzentwurf ist indeß noch nicht fertig gestellt; es finden darüber Verhandlungen zwischen den Ministerien der Finanzen, des Handels und des Innern statt. Das Gesetz müßte die Form der Steuer vorschreiben, und das ist eine schwierige Aufgabe. Die Nachricht, die Regierung habe die französische Steuer zum Muster genommen, ist unrichtig. Das französische Gewerbesteuersystem ist von dem unsrigen so grundverschieden, daß sich eine Benutzung desselben von selbst verbietet. * Eine hiesige Correspondenz will wissen, daß die conservative Partei für den Fall, daß kein allgemeines Schulgesetz vorgelegt werde, einen Volksschulgesetzentwurf einzubringen gedenke. * Die Blätter feiern heute verschiedene Jubiläen. Die„Kreuzztg.“ erinnert mit Stolz daran, daß heute vor 50 Jahren das Ministerium BrandenburgManteuffel, das„Ministerium der rettenden That", ans Ruder kam. Liberale und socialdemokratische Blätter feiern den heutigen Tag, weil vor 50 Jahren Robert Blum in der Brigittenau erschossen wurde. )( Aus Nordschleswig sind in diesen Tagen eine Menge Dänen ausgewiesen worden. In einem Folle traf die Ausweisung eine Wittwe mit einer zwölfjährigen todtkranken Tochter. Da die Mutter die Kosten für eine Aufnahme in einer Iirenanstalt, die der Arzt für nothwendig erklärte, nicht zahlen konnte, wurde das Kind in offenem Wagen nach Apenrade trausportirt und sofort mit der Bahn über die Grenze gebracht. Kurz nach der Ankunft in dem Heimathsorte Vejen starb es am Gehirnschlage, ohne wieder zum Bewußtsein gekommen zu seiv. Sind solche Härten zum Schutze des Deutschthums nothwendig? ( Der„Reichsanz.“ veröffentlicht eine lange Liste von Personen, denen die neu gestiftet: Rothe Kreuz=Medaille verliehen werden ist. An der Spitze stehen die Kaiserin, die Kaiserin Friedrich, die Prinzessin Heinrich, die Erbprinzessin von Meiningen, die Großherzogin von Baden und die Fürstin zu Wied, die sämmtlich die erste Classe erhalten haben. Die zweite Classe erhielt u. A. Domherr und Professor Dr. A. König in Breslau. * Eine Conferenz von Ober=Postdirectoren findet, wie die Correspondenz„GroßBerlin“ erfährt, in der zweiten Hälfte dieses Monats im Reichspostamt statt. An der Conferenz wird, wie bei der ersten vom Staatssecretär v. Podbielski einterufenen, eine beschränkte Zahl von Ober=Postdirectoren theilnehmen, darunter auch der Ober=Postdirector von Berlin, Geh. Oberpostrath Griesbach. Die neue Conferenz dürfte sich in erster Linie mit den verschiedenen Fragen der Personalreform im Reichspostdienst beschäftigen. Ueber diese Frage hat das Reichspostamt schon vor geraumer Zeit Bericht von den Ober=Postdirectionen eingefordert. Diese Berichte sind im Reichspostamt verarbeitet worden, um die Grundlage zu weiteren Erwägungen und Verhandlungen zu bilden. + Zu der Wahl in Konitz=Tuchel nimmt endlich auch die„Deutsche Tagesztg." das Wort, aber mit einer„gewissen Zurückhaltung". Sie sucht nur Herrn Hilgendorff gegen den Vorwurf zu vertheidigen, daß er sich vom Centrum und Polen in den Landtag habe wählen lassen, während er in den Reichstag als gemeinsamer deutscher Candidat gewählt worden sei. Sie fragt demgegenüber nur: Wenn Hilgendorff dafür gut war, als gemeinsamer Candidat den undenkbaren Kompf um das Reichstagsmandat durchzufechten, weshalb mußte er bei den Landtagswahlen fallen gelassen werden? Uns wäre es lieber, wenn das Blatt gesagt hätte, was es über den Wortbruch der Bündler gegenüber der Centrumspartei denkt. 2c Die Reichsbank hat heute den Discont auf 5½ Proemt, den Lombardzinsfuß auf 6½ Procent erköht. s Das Fleischschaugesetz soll dem Bundesrathe zugegangen sein. = Berlin, 10. Nov.(Telegramm.) Die Morgenblätter melden: Die Theilnehmer an der officiellen Festfahrt zur Erlöserkirche haben nach dem Besuch in Damaskus noch einen Abstecher nach Athen u ternommen und sind gestern früh bei schönstem Wetter dort eingetroffen. Die Rückfahrt von Atben nach Neapel erfolgt heute Abend. X Pößnick(Thür.), 10. Nov.(Telegramw.) Die Flanellfabrik von Pößner ist gänzlich niedergebrannt. Ueber 200 Arbeiter sind brodlos. * Paris, 9. Nov. Der Cassationshof scheint entschlossen zu sein, seine Untersuchung mit thunlichster Beschleunigung zu führen. Seit heute Vormittag 9 Uhr hält er Sitzung ab, um Cavaignae zu vernehmen. Nach einer Frühstückspause wurde Nachmittags die Sitzung und das Verhör Cavaignacs wieder aufgenommen, das noch fortdauert.— Unter den im Auftrage des Cassationshofes beschlagnahmten Popieren befindet sich, wie verschiedene Blätter melden, ein auf Pauspapier geschriebener Brief Esterhazys. Dieser Brief, dessen Inhalt mit der Dreyfusaffaire zwar nichts zu thun hat, ist insofern für Esterhazy verhäugnißvoll, als er genau auf demselben Papier geschrieben ist, wie das Bordereau. Bekanntlich hatten der Leiter des Sicherheitsdienstes und die Experten während des Dreyfusprocesses 1894 in allen französischen Papierfabriken vergeblich Papierproben ausfiadig zu machen gesucht, um das Papier des Bordereaus zu vergleichen. Jetzt ist constatirt, daß der beschlagnahmte Brief auf demselben carrirten Papier geschrieben ist, wie das Bordereau, wodurch die Schuld Esterhazys erwiesen ist. Der Brief trägt ein früheres Datum, als das Bordereau.— Die spanisch=amerikanische Friedenscommission hielt heute Nachmittag eine Sitzung ab, in der das die Antwort der Vereinigten Stoaten auf die Forderungen Spaniens in Betreff der Philippinen enthaltende Protocoll verlesen wurde. Nach der Sitzung blieben die spanischen Commissare noch versammelt, um das Protocoll zu studiren und den Wortlaut des heute Abend nach Madrid zu sendenden telegraphischen Berichtes festzustellen. Die nächste Sitzung findet Samstag statt. 2 Paris, 10. Nov.(Telegramm.) Der Premierminister erklärte die den Blättern aus Toulon zugegangenen Nachrichten über Bewegungen des Mittel meergeschwaders fir felsch. * Paris, 10. Nov.(Telegramm.) Wie verlautet, soll das Mitglied der Criminalkammer des Cassationshofes, Athalin, gestern Nachmittag einen Agenten des Spionagendienstes verhört haben, der dem Obersten Heury das Bordereau geliefert haben soll, auf Grund dessen Dreysus verurtheilt worden ist. * London, 10. Nov.(Telegramm.) Bei dem gestrigen Bankett im Guild Hall hielt Premier= minister Salisbury eine Rede, in der er einen Rückblick auf die Ereignisse der jüngsten Zeit warf. Redner brachte zunächst die tiefe Theilnahme anläßlich der Ermordung der Kaiserin von Oesterreich zum Ausdruck und gab darauf Kenntniß von den Absichten Englands zur Anarchisten=Conferenz. Er erwähnte sodann die auf Creta erzielten Erfolge. Der Minister nahm darauf auf die jüngsten Gefahren eines europäischen Krieges Bezug, der drohende Sturm sei jedoch durch die große Besonnenheit und den gesunden Verstand, den die französische Regierung in Verhältnissen von außergewöhnlicher Schwierigkeit gefunden habe, beigelegt, wie er(Redner) glaube. Der Minister sprach die Hoffnung aus, es werde für England nicht nöthig sein, seine Position in Aegypten zu ändern. * Jalta, 9. Nov. Eine außerordentliche türkische Gesandschaft zur Begrüßung des Kaisers Nicolaus in Livadia ist hier an Bord der Yacht„Izzedin“ eingetroffen. Dieselbe wurde an der Mole von einer militärischen Ehrenwache, deren Musik die türkische Hymne spielte, und von den Vertretern der Behörden begrüßt. Kapitän Scalow von der Kaiserlichen Garde ist zum Ehrendienst bei der außerordentlichen Gesandtschaft befohlen. * Kanea, 9. Nov. Der russische Admiral Skrydlow ersuchte Schakir Pascha, die Truppen in Rethymo sofort einzuschiffen. In Hierapetra ersuchten die Türken selbst die Franzosen, ihnen zu schnellen Abzuge behilflich zu sein. Nachdem die Krisis vorüber ist, verlassen sofort zwei italienische Bataillone die Insel. * Constantinopel, 9. Nov. Hier wird versich ert, es sei unrichtig, daß Oesterreich=Ungarn und Deutschland zu der Candidatur des Prinzen Georg für den Posten des Gouverneurs von Crete ihre Zustimmung aus gesprochen hätten. Seitdem die beiden Mächte ihre Truppen von Creta zurückgezogen haben, haben sie sich in keiner Weise an der Regelung der Fragen, betreffend die künftige Verwaltung der Insel, betheiligt. * New=York, 9. Nov. Aus den vorliegenden noch unvollständigen Wahl=Meldungen ist ersichtlich, daß in den Staaten Californien, Colorado, Connecticut, Kansas, Idaho, Massachusets, Michigan, New=Hamshire, New=Jersey, Newade, Nord=Dacota und Pennsylvanien, sowie Wisconsin und Wyoming sämmtlich republikanische Gouverneure gewählt haben. Dagegen wählten die Staaten Südearolina, Texas und Tennessee demokratische Gouverneure. Nebraska und Minnesota wählten fusionistische Gouverneure. Es bestätigt sich, daß Roosevelt in New=York zum Gouverneur gewählt ist. Laut Wahlnachrichten, die bezüglich der Wahlen in 23 Einzelstaaten=Legislaturen eingegangen sind, erscheint im Senate der Vereinigten Staaten die republikenische Mehrheit sicher. Nach unvollständigen Meldungen über die Wahlen zum Repräsentantenhause ergibt sich ein Anwachsen der demokratischen Stimmen, obwohl es sicher erscheint, daß die republikanische Mehrheit dem Repräsentantenhause erhalten bleibt. Im Staate New=York gewann die Demokratie 10 Sitze. Samstag Abonnementägrets Blumen" durch di HauPlads Rg ——* Stein- und Gerberstrassen-Ecke. Verantwortlich#f# H. Bring # Uhren Taschen-Uhren, Vorrath über 650 Stück. Taschen=Uhren, in Silber, Tula, Neusilber, Nickel und Stahl. Remontoir=und Schlüssel=Uhren, mit und ohne Savonette. Grossartige Auswahl in silbernen, neusilb. u. Stahl=Damenuhren. Goldene Uhren. Remontoir=Herren= Uhren mit und ohne Savonette. Goldene Damen=Uhren mit und oine Savonette. Mehrjährige Garantie Eigene Reparatur-Werkstätte, Uhrketten. 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