Nr. 205. Deitter Abonnausenteprete nabßt den slochen und„Oterns und Blamun“ pro Monat, durch dis Pos bezogen der Soum- und Astertage. „Oonnlagsfrrabe“,„Joterbis Boten zugestellt nur 50 Pig. nur 1.90 Dllh. pro Buastal. 8. September 1893. Preis für die 1spaltige Pekitreils 10 Pfg. Bei größeren Aufträgen enchprochenden Rabatt. Größere Anzeigen können nur bis spätestene Abendo 5 Ahr anesnommen werden, ganz dringende Inserate bis Morgens 8 Uhr. Geschäftestelle: Witten, Haupkstraße 70. für den 9. Oringeweld, Mitten. Telephon=Auschluß 130. Centrums-Organ für das Kuhrthal. Bderraumn=brehen Volkszeitung, Witten. Druck und Verlag von d. Bringeweld, Wittk. Der Kohlengrubenarbeiter-Ausstand in Südwales. § Nach fünfmonatlicher Dauer ging am 1. September der Streik der Grubenarbeiter in Südwales zu Ende. Wie der kurz vor Ausbruch dieses Streiks beendet: Streik der Maschinenbauer, so endete auch dieser mit der Unterwerfung der Arbeiter unter die Bedingungen der Unternehmer. Er hat aber noch größeres Elend über die Arbeiter und ihre Familien gebracht als jener und den Unternehmern gewiß nicht minderen Schaden zugefügt. Mußte doch die englische Regierung sogar auf die Abhaltung der großen Flottenmanöver in diesem Sommer verzichten, weil die Admiralität die walsche Kohle bevorzugt und die Ausbeute zu gering war, als daß sie ohne schwere Benachtheiligung großer Gewerbebetriebe ihren Bedarf davon hätte nehmen können. Die zähe Ausdauer der Arbeiter, die schon im Juni einen Lohnausfall von 10 Millionen Pfund Sterling(200 Millionen Mark) erlitten hatten, ist um so erstaunlicher, als sie schlecht organisirt und uneins waren und wenig gemeinsame Mittel zur Durchführung des Kampfes besaßen. Ursache des Streiks war die Forderung der Arbeiter, daß die gleitende Lohnscala abgeschafft werden solle. Seit 1875 werden die Löhne in den Gruben der vereinigten Unter nehmer in Südwales und Monmouthshire nach einer gleitenden Scala geregelt, die in gegenseitiger Uebereinkunft der Unternehmer und Arbeiter festgesetzt und mehrfach geändert worden ist. Zu Grunde liegt ihr ein Durchschnittskohlenpreis von 7½ bis 8 Schilling die Tonne; mit dem Verkaufspreis steigen in bestimmten Absätzen die Löhne; bei 9 Schill. um 10 pCt., bei 10 Sch. ur 20 pCt., bei 11 Sch. um 27½ pCt. Alle zwei Monate werden durch zwei Vertraueasmänner der Unternehmer und Arbeiter die Durchschnittsverkaufspreise festgestellt. Ueber 100,000 Arbeiter erhielten nach dieser Scala jetzt Löhne, die in den letzten Jahren meist ein Mehr von 10 bis 20 pCt. über den Grundsatz am Schluß jedes Jahres aufwiesen. Gegen diese Scala wurde von den Arbeitern nun eingewendet, das Minimum sei zu einer Zeit festgestellt worden, wo die Koblenpreise außerordentlich niedrig waren, und entspreche keineswegs mehr dem living wage, dem zum Lebensunterhalte nothwendigen Lohne. In anderen Kohlen distrieten, wie Northumberland und Durham, ist die gleitende Lohnscala auch in aller Ruhe beseitigt worden, ohne Streiks und Aussperrung. Nach dem Ab kommen in Südwales ist für beide Theile eine sechsmonatliche Kündigung vorgesehen. Am 1. October v. J. kündigten nun die Arbeiter die Scala, worauf die Unternehmer für den 1. April die Verträge kündigten. Die Arbeiterführer riethen den Arbeitern zur Mäßigung. In einigen Cruben nahmen aber die Arbeiter ihre Sache in die eigene Hand; es wurde mit dem Streik gedroht, worauf die Arbeitgeber mit Aussperrung drohten. Am 1. April schritten auf den größten Gruben 40,000 Arbeiter voreilig zum Ausstande. Verhandlungen zwischen Arbeitern und Unternehmern führten nicht zum Ziele, und als die Unternehmer sie, um Zeit zu gewinnen, bis zum 8. April verschoben, war inzwischen schon die große Menge der Arbeiter ausständig geworden; bald waren ihrer 100,000. Die Unternehmer schlossen sich fest zusammen; die nicht zu ihrem Verbande gehörenden Grubenbesitzer bewilligten zwar eine Lohnerhöhung von 10 pCt., aber sie bildeten doch den weitaus kleineren Theil; ihre Kohlenerzeugung betrug nur 15—20 pCt. der Ge8 c Die zwei Töchter. Roman von Caes. Sauerland. „Wie so?“ fragte Catharine. „Wenn Sie nicht die reiche Erbin wären, würde ich Sie lehren, mich zu lieben, würde ich Sie jetzt in die Arme schließen und Sie bitten, bis Sie„Ja“ sagten, aber—“ „Aber was, Walton?“ „Aber wenn ich jetzt mich so sehr um Sie bemühe und Ihnen sagte, wie es mir um das Herz ist, würden Sie vielleicht denken, mir sei nur an Ihrem Reichthum gelegen.“ „O nein, daß das der Fall nicht ist, davon din ich überzeugt,“ erwiderte sie. „Mein Liebling.“ sprach er und zog sie dichter an sich, „Sie vertrauen mir und sollen sehen, daß Ihr Vertrauen nicht vergebens ist. Wollen Sie die meine werden, Catharine?“ Diesmal mußte die Antwort ihn befriedigen, denn er küßte die Lippen, auf denen dieselbe noch zitterte, und flüsterte Worte, welche Catharin: wie die herrlichste Musik erklaggen. „Ich werde für Sie sorgen, Catharine,“ sagte er.„Meine geliebte Braut, ich will Sie nicht eher an mich ketten, als bis ich mir eine Stellung errungen habe, die Ihres Vaters Tochter würdig ist. Ich habe bisher ein nutzloses Leben geführt, aber von nun an soll es nicht mehr nutzlos sein. Ich will für Sie arbeiten. Die Leute sollen nie sagen, daß ich Sie um Ihres Geldes willen heirathete. Catharine, Ihre reine Liebe hat mir die Augen geöffnet. Morgen früh werde ich zu Ihrem Vater gehen und mit ihm sprechen. Wird er Sie mir geben, Catharine?“ „Ich hoffe es," versetzte sie ruhig,„er würde Alles thun, um mich glücklich zu machen.“ Das war es, weshalb Sir Jasper am Weihnachtsmorgen, als die Glocken so hell läuteten, mit trüdem Auge und düsterem Gesicht dasaß. Lord Walton war so eben bei ihm gewesen und hatte in aller Form um die Hand seiner Tochter geworben. Sir Jasper hörte ihn freundlich an, er hatte den stattlichen jungen Bewerber stets gern gehabt. „Was soll ich Ihnen erwidern, Walton? Meine Tochter hat viele Verehrer, und ich wünsche, daß sie den beirathet, dem sie ihre Liebe schenkl.“ sammterzeugung. Die Arbeiter ihrerseits gingen ziemlich planlos vor. Sie schoben, wie gesagt, ihre alten Führer bei Seite. Vergebens rieth ihnen das Parlamentsmitglied Abraham dringend, die Arbeit fortzusetzen; nur wenige hörten auf ihn. Hatten sie zuerst 20, dann 10 pCt. Lohnerhöhung gefordert, so erschwerten sie weiter den Ausgleich durch die Forderung eines Minimums, worunter der Lohn nie fallen dürfe, wie auch die Kohlenpreise sich gestalten möchten. Das Schlimmste aber war, daß sie ihren eigenen Vertretern nicht das nöthige Vertrauen schenkten. Die Unternehmer fanden sich noch bereit zu Verhandlungen mit den Arbeiterdelegirten, stellten aber freilich von vornher ein vier Bedingungen: Annahme der gleitenden Scala, Verzicht auf einen Minimallohn, Verpflichtung der Arbeiter zur Beibringung von Abkehrscheinen, Verzicht auf den sog. Mabortag, einen monatlichen Feiertag, aus dem in der Regel mehr als ein Tag wurde. Am 12. April kam man in Cardiff zu Verhandlungen zusammen, aber die Arbeitervertreter waren ohne genügende Vollmacht. Mit 74,000 gegen 20,000 Stimmen hatten sich nämlich die Arbeiter geweigert, ihren Vertretern unbeschränkte Vollmacht zu geben, Die Unternehmer lehnten deshalb Verhandlungen mit den Vertretern ab und die Zusammenkunft verlief ergebnißlos. So nahm also der Streik seinen Fortgang. Um Mitte Mai kamen die Arbeiter allmählich auf andere Gedanken. Zur Urterstützung von 100000 Ausständigen waren wöchentlich 50000 Pfd. Sterling nöthig; sie aufzubringen war unmöglich. Die Noth stieg fortwährend. Von Massenversammlungen wurden nun Beschlüsse gefaßt, daß den Vertretern unumschränkte Vollmacht gegeben werden solle, allein der Friede war doch noch fern. Schon bald hatten die Localbehörden sich bemüht, das Handelsamt zu der vom Gesetze vorgesehenen Vermittelung zu bewegen. Handelsminister Ritchie versprach sich aber keinen Ersolg davon. Gegen Ende Mai ging eine Deputation von Parlamentsmitgliedern und Gemeindevertretern verschiedener Städte zu ihm; ihr Hauptsprecher war Harcourt, der Führer der Liberalen, der gerade den Theil von Monmouthschire vertritt, wo der Kampf am heftigsten war. Der Minister meinte noch, er könne nicht einschreiten, weil der Wunsch darnach nicht von beiden Parteien geäußert worden sei. Da die Grubenbesitzer gewaltige Verluste erlitten, wiewohl der Verband Entschädigung zahlte, waren sie zu neuen Verhandlungen bereit. Aber Besprechungen, die am 31. Mai zwischen den Vertretern beider Theile stattfanden, verliefen wieder ergebnißlos. Die Forderung der Arbeiter auf sofortige Lohnerhöhung um 10 Procent und Einsetzung eines Schiedsgerichts, das das Minimum für die Preise und Löhne feststellen sollte, wurde von den Unternehmern rundweg abgelehnt. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen am 4. Juni hatte gleichfalls kein Ergebniß. Am 8. Juni beschloß eine Conferenz der Arbeiterdelegirten mit 79 gegen 7 Stimmen die Einsetzung eines provisorischen Comitees, dem die weiteren Verhandlungen überlassen werden sollten mit der Maßgabe, daß kein Friede geschlossen werden dürfe, der sich auf das Princip der gleitenden Lohnscala gründe. Zugleich wurde das Comitee beauftragt, sich mit den Maschinenmeistern und Heizern der Gruden in Verbindung zu setzen. Man glaubte also, durch Hereinziehung dieser in den Ausstand für die Gruben die Gefahr des Ersaufens herbeizuführen. „Das bin ich, Sir Jasper,“ versetzte hierauf der junge Lord stolz. Sir Jasper lächelte. „Glauben Sie? Nun, die eine Bemerkung muß ich machen, so weit es die„irdischen Güter“ anbelangt, sind Sie sicherlich nicht der Begehrenswertheste.“ „Gewiß, Sir Jasper,“ sagte Lord Walton;„ich bin mir dessen sehr wohl bewußt und bereit, dem abzuhelfen. Glauben Sie nicht, daß ich gekommen bin, um Ihnen zu sagen: Geben Sie mir Ihre Tochter jetzt sogleich, meine Hände sind leer, aber ihr Reichtbun wird sie füllen. Nein, ich sage: Geben Sie mir Hoffnung, Catharine eines Tages meine Gemahlin neunen zu dürfen und ich will sofort thätig sein. Ich will mir einen Namen machen, daß ich mich nicht zu schämen brauche, Sie zu bitten, daß Ihre Tochter ihn mit mir theile. Wollen Sie„Ja“ sagen, Sir Jasper?“ „Sie sprechen sehr kühn. Sind Sie der Liebe meiner Töchter gewiß?“ „Catharine sagt, sie liebe mich,“ lautete die Antwort. „So gebe ich meine Zustimmung.“ sprach Sir Jasper. „Aber Catharine ist noch zu jung, um jetzt schon zu heirathen. Sie muß ein bis zwei Jahre warten. Das Mädchen ist erst siebenzehn Jahre alt. Bewerben Sie sich in zwei Jahren wieder um sie, wenn Sie sich inzwischen eine Stellung erworben haben; daran liegt mir mehr, als an Geld.“ „Das will ich thun, Sir Jasper,“ sagte Lord Walton, „und Sie sollen mir dabei helfen. Ich will unter Ihrer Leitung studiren,— stehen Sie mir mit Ihrem Einfluß bei. Gerade jetzt ist ein Platz im Oberhause frei. Helfen Sie mir, meinen Fuß auf die erste Sprosse der Leiter zu setzen und ich will nicht eher ruhen, bis ich die Höhe derselben erreicht habe.“ Lange, nachdem Lord Walton gegangen war, saß Sir Jasper noch still und regungslos da und lauschte den Weihnachtsglocken,— lauschte der Musik und dem Gelächter, die Schloß Brandon erfüllten. Was sollte er thun? Als der leidenschaftliche junge Bewerber ihn verließ, beschlichen ihn traurige, bittere Gedanken. Nie durfte er zugeben, daß Lord Walton Catharine beirathe, in der Meinung, sie sei die Erdin seiner großen Besitzthümer. Dem war ja nicht so. Alles gehörte rechtmäßig seinem ältesten Kinde, der schönen schwarzäugigen Veronica. Bevor Lord Walton Catharine heirathete, mußte er die Wahrheit wisser Sir Jasper stand von seinem Stuhle auf. „Es fehlt mir nicht an Muth,“ sprach er zu sich selbst, Am 25. Juni kam die Sache auch im Parlament zur Sprache; die Regierung wurde aufgesordert, den Streit durch Vergleich zu beenden. Bei den Verhandlungen zeigte sich recht deutlich, wie weit man uns in England an socialem Verständniß voraus ist. Wenn bei uns im Reichstage Streiks zur Sprache kommen, so stellen sich die Regierungsvertreter unbedingt auf die Seite der Unternehmer, und wersen, gestützt auf die einseitigen Angaben dieser den Arbeitern Frivolität vor und ergehen sich in Drohungen. Im Hause wetteisert man ebenfalls im Zetern über die Frivolität der Arbeiter und die Hetzerei der Führer. Ganz anders im englischen Unterhause. Kein Redner sprach ein verletzen es Wort gegen Arbeiter oder Unternehmer; man erkannte an, daß Beide Fehler gemacht hätten. Dem Arbeiterführer Abraham wurde von conservativer Seite das höchste Lob gespendet. Ritchie erklärte es freilich noch für unmöglich, eine Einigung herbeizuführen, da nicht beide Theile darum nachgesucht hätten. Um jene Zeit hatten, wie schon gesagt, die Arbeiter einen Lohnausfall von 10 Millionen Pfund; andererseits waren aus walisischen Häfen 1¼ Mill. Tonnen Kohlen weniger verschifft worden; die Eisenbahnen hatten enorme Einnahme=Ausfälle; die von dem Fortgang der Grubenarbeit abhängigen Gewerbe litten schwer. Schon einen Tag nach der Parlamentsverhandlung beschloß eine Arbeiterversam mlung in Cardiff. eine Abordnung an Ritchie mit der Bitte um Erneunung eines Vermittlers zu senden, und erklärte sich einverstanden mit dem Vorschlage Lord Dunravens: schiedsgerichtliches Urtheil mit bindender Kraft, Einsetzung von Bevollmächtigten beider Parteien, die mit dem Schiedsrichter verhandeln sollten, Feststellung des Thatbestandes durch Sachverständige. Allein die Grubenbesitzer lehrten diesen Vorschlag ab und als Ritchie den früheren Richter des High Court, Sir Edward Fry zum Vermittler ernannte, weigerten sie sich, ihn oder überhaupt Jemand als Vermittler anzuerkennen. Sie erklärten sich dagegen bereit, mit dem erwähnten provisorischen Comitee der Arbeiter zu verhandeln, jedoch ohne Vermittler. Erneute Verhandlungen wurden bald wieder abgebrochen. Die Arbeiter, nicht zufrieden mit der angebotenen Lohverbesserung von 5 pCt. gegenüber dem Stande vom 31. März, verstärkten auf einer Delegirten=Versammlung am 26. Juli sogar ihre Forderungen. Die Haltung der Unternehmer gegenüber den Vermittlungsvorschlägen der Regierung und Unbetheiligter, war nicht ohne Eindruck auf die öffentliche Meinung geblieben und die Spenden für die Ausständigen flossen reichlicher. Das gab diesen neuen Muth und neue Zähigkeit. Indeß für das große Elend waren die Beiträge doch nicht hinreichend, und bei den Belegschaften der größten Gruben, fand sich allmählich immer mehr Bereitwilligkeit, der gleitenden Skala zuzustimmen unter der Bedingung der Einführung des Grundsatzes eines Minimums, unter das der Lohn nicht sinken dürfe. Schließlich gemannen die Gemäßigten ganz die Oberhand und die Vertreter erhielten den Auftrag, der glettenden Lohnskala zuzustimmen, aber nur mit einem Minimallohn von 17½ Procent über den Standard von 1879. Am 27. August unterhandeltei die beiderseitigen Delegirten wieder den ganzen Tag vergebens. Die Unternehmer kehnten die Forderung der Arbeiter rundweg ab, schlugen aber vor: Einführung der alten gleitenden Skala mit der Aenderung, daß die Bergleute auf 6 Monate das Abkommen kündigen können, „aber lieber würde ich dem Tode ins Angesicht sehen, als daß ich meine Geschichte jetzt erzähle!“ Dem Staatsmann in mittleren Jahren erschien die Geschichte seiner Jugend— die leidenschaftliche Liebe, die sein ganzes Leben verändert hatte,— so weit, weit in die Ferne gerückt. Was würden die stolzen Baldaraine's— das stolzeste Geschlecht in ganz England— sagen, wenn sie hörten, daß Catharine nicht seine Erbin sei? Catharine Brandon's Name war durch ganz England bekannt. Sir Jasper war in Verzweiflung. Sein Gerechtigkeitssinn, seine Liebe und sein Stolz, seine Rechtschaffenheit und seine Verschlossenheit. Alles lag mit einander im Kampfe. Es gab nur einen Hoffnungsschimmer. Die Verheirathung zwischen Lord Walton und Catharine durfte noch nicht stattfinden, es konnte inzwischen irgend ein unvorhergesehenes Ereigniß eintreten. „Es ist nicht gerade eine Verbindung, wie ich sie für Catharine erwartete,“ sagte Lady Brandon, als Sir Jasper ihr die Mittheilung von der Werbung Walton's machte, „doch bin ich nicht dagegen, dieselbe bietet ja' auch gewisse Chancen.“ „Was für Chancen?“ fragte Sir Jasper. „Wie ich höre, führt sein Better, der junge Marquis, nicht nur ein sehr wüstes Leben, er soll auch sehr leidend sein,“ erwiderte Lady Brandon.„Wenn dem so ist, würde Walton Graf von Woodwyn werden. Das wäre eine sehr hohe Stellung und ich würde ganz zufrieden sein.“ „Meine liebe Marie," bemerkte Sir Jasper,„auf den Tod eines Meuschen hoffen, bringt keinen Segen.“ „Ich hoffe ja nicht darauf,“ entgegnete seine Gemahlin, „ich sage nur, daß es ein großes Glück für Catharine sein würde: „Veronica,“ sagte Catharine,„komm' einen Augenblick in mein Zimmer, ehe Du Deine Toilette zum Mittagessen machst, ich habe Dir etwas zu sagen.“ Und als Veronica diesem Rufe folgte, war sie geblendet von dem wunderbar schönen Anblicke. Catharine stand in einem weißseidenen Kleide mit rother Garuirung vor ihr; ihre weißen Arme und Schultern glänzten wie frischgefallener Schnee, ein Diamantkrenz schmückte ihre Brust und Diamantsterne flimmerten in ihrem goldenen Haar. Veronica küßte die garten Schultern und die weißen Krue. „Wie schön Du bist!“ sagte sie. „In Deinen Augen bin ich immer schön,“ lachte Catharine.„Ich habe Dir etwas zu sagen,“ fuhr sie ernster fort; wenn die Löhne auf 12½ Procent über den Standard von 1879 gefallen sein sollten. So niedrige Löhne sind in 20 Jahren nur zweimal dagewesen. Die Kündigungsfrist bestand schon früher. Am 31. August traten in Cardiff die Vertreter von 100,000 Berg= leuten zusammen, um hierüber zu beschließen. Die Unternehmer verlangten auch die Abschaffung des Mabons=Tages und das scheint den Arbeitern schwerer gefallen zu sein als alles andere. Nach heftigen Debatten wurden die Bedingungen der Unternehmer mit 61912 Stimmen gegen 37.076, die nicht ohne Beibehaltung des Mabons=Tages zustimmen wollten, angenommen. 8800 enthielten sich der Abstimmung. Am 1. September hielten Bergwerksbesitzer und Arbeitervertreter eine gemeinsame Sitzung ab, in der schließlich 11 Arbeit ervertreter die Bedingungen unter zeichneten, während 3 sich weigerten. Das ganze Ergebniß dieses Streikes, der un geheure Opfer gekostet und grausiges Elend über die Arbeiter gebracht hat, ist eine Lohnerhöhung von 5 Procent, die ihnen schon im April angeboten war, und Anerkennung eines Mindestlohnes von 12½ Procent über dem Standard von 1879; da zu diesen 12½ Procent jetzt noch die Lohnerhöhung von 5 Procent kommt, so haben die Arbeiter zwar thatsächlich die verlangten 17½ Procent über dem Standard, aber es ist das nicht, wie sie wollten, der Minimallohn, dieser kann vielmehr bis auf 12½ Procent heruntergehen. Außerdem haben die Arbeiter ihren Mabons=Tag verloren, was die Grubenbesitzer wohl für die Lohnerhöhung entschädigen wird. Wahrscheinlich wird nun unter ihnen eine starke Bewegung zu Gunsten des Gewerkschaftswesens beginnen. Sie waren, wie erwähnt, nicht organisirt, und den Gewerkschaften wurde nachgesagt, daß sie sich der Ausständigen wenig angenommen hätten, um ihnen eine Lehre zu geben, und ihnen durch Hunger den Werth der Gewerkschaften recht fühlbar zu machen. Politische Nachrichten. Berlin, 6. Sept. ( Der Kaiser hat, ebenso wie nach der Schlacht am Atbara, an die britische Agentur in Kairo einen telegraphischen Glückwunsch zu dem Siege der englisch=egyptischen Armee über die Mahdisten bei Omdurman gerichtet. Das Telegramm lautet: „Ich bin aufrichtig erfreut, meine Glückwünsche aussprechen zu können zu dem herrlichen Siege von Omdurman, der endlich des armen Gordon Tod rächt.“ Dies war der erste Glückwunsch, der aus Europa anlangte. Haben gelegentlich andere Glückwünsche des Kaisers im Auslande Verstimmung erregt, so ist das bei diesem unmöglich, denn Jeder muß sich freuen, daß das Barbarenreich der Mahdisten endlich zerstört ist. Daß es zerstört ist, wiewohl der Chalise noch entkommen zu sein scheint, muß man nach den Schilderungen, die Augenzeugen wie Sladin von der Lage im Mahdistenreiche entworfen haben, als sicher annehmen. Nach solcher Niederlage ist es aus. Der Kaiser hat auch am Sonntag nach dem Feldgottesdienste in Hannover auf die englische Waffenthat hingewiesen. Er erinnerte an die Waffenbrüderschaft der Engländer und der Deutschen bei Waterloo und indem er bemerkte, daß die Engländer soeben einen Sieg über einen viel stärkeren Feind errungen hätten, brachte er ein Hoch auf die Königin von England aus.„Viel stärker" als Napoleon bei Waterloo war nun wohl der Chalife bei Ondurman nicht, allein dem militärischen Bewußtsein der Engländer thut das Lob, „sieh' nicht nach meinem Kleide und nach meinen Diamanten, sieh' mir ins Antlitz. Sagt Dir dasselbe nichts?“ Und ihr Gesicht strahlte vor Glück. „Nur, daß es mir das liebste Gesicht in der ganzen Welt ist,“ entgegnete Veronica und küßte die lachenden Lippen. „Veronica,“ sagte Catharine,„wen würdest Du in diesem Augenblicke für das glücklichste Mädchen auf Erden halten?“ „Das glücklichste von Allen? O, wie sollte ich das wissen?“ „Ich will es Dir sagen. Ich bin es, Catharine Brandon. Und erräthst Du, warum ich so glücklich bin? Weil— o Veronica, wie soll ich es Dir sagen?— Weil Jemand, den ich sehr liebe, mich wieder liebt; verstehst Du mich Veronica, — mich, nicht mein Vermögen, nicht Schloß Brandon, sondern mich liebt er und er hat mir seine Hand angetragen.“ „Wie herrlich und wie seltsam zugleich!“ sagte Veronica. Und Catharine, die muntere Schönheit, gewann in ihren Augen noch einen neuen Reiz. „Nein, es ist nicht seltsam, Veronica,“ entgegnete sie.„Ich liebe ihn— er liebt mich. Erräthst Du, wer es ist?“ Veronica's dunkle Augen glitten langsam über das glückstrahlende Antlitz und dann antwortete sie: „Lord Walton muß es sein.“ „Ja,“ sagte Catharine,„er ist es, und ich bin nicht nur eines der glücklichsten, sondern das glücklichste Mädchen auf der Welt. Doch sage ich mir, daß ein solches Glück nicht ewig dauern kann und daß eine Zeit kommen wird, wo ich, wie Andere, leiden, weinen und mich härmen werde. Ich habe einst von Schiffen gelesen,“ fuhr sie fort,„die, so lange die See still und ruhig ist, vollständig sicher segeln, die aber eben so bestimmt untergehen, wenn sich ein Sturm erhedt. „So wollen wir hoffen, daß nie ein Sturm kommt," bemerkte Veronica.„Wenn es von mir abhinge, würde er nie eintreten,“ fügte sie hinzu.„Doch das Eine kann ich Dir sicher versprechen, wenn es je in meiner Macht liegt, Dich von Sorgen zu befreien, oder Dich glücklich zu machen, so soll es geschehen. Und die Zeit kam, wo die Erinnerung an diese Worte die Wagschaale niederdrückte, in welcher sie Beider Leben hielt. (Fortsetzung folgt.) 8 wie ihre Presse erkennen läßt, ungemein wohl. Diejenigen, die von einem deutsch=englischen Bündniß träumen, werden gern in diesen freundlichen Worten von hüben und drüben ein Zeichen engerer Annährung nach längerer Entfremdung sehen. Das in diesen Tagen abgeschlossene deutsch=englische Abkommen hat aber offenbar mit einem derartigen Bündniß nichts zu thuv. Es wird sich nur um die Delagoabai handeln; Deutschland hat seine Zustimmung dazu ertheilt, daß England die Bai von dem in Geldnoth befindlichen Portugal erwirbt; was Deutschland dafür als Lohn erhält, ist noch nicht bekannt. Eine andere Darstellung derselben Sache besagt: es ist eine Anleihe zur Besserung der Finanzlage Portugals unter deutscher und englischer Garantie verabredet worden(deutsche Gläubiger sind bekanntlich an den„Portugiesen“ stark interessirt); England wird durch die Delagoabai, Deutschland„auf andere Weise entschädigt“. Die Festsetzung Englands in der Bai ist aber unsern guten Freunden, den Buren in Transvaal, höchst unbequem. Unsere Colonial= und Buren=Schwärmer sind daher nicht ohne Besorgniß vor der weiteren Entwickelung der Dinge. = Woher die drei Millionen Peterspfennig kommen, über die Herr Weihbischof Dr. Schmitz in Crefeld keine Auskunft geben wollte, das möchte die nichtkatholische Presse gern herausbringen. Die „Berl. N. Nachr.“ vermuthen alsbald, der Papst könne heimlich die ihm in dem ita lienischen Garantie gesetze ausgeworfene Rente von 3 Millionen angenommen haben. Das hat verschiedenen anderen Blättern und auch der„Not.=Lib. Corr.“ eingeleuchtet; letztere hat aber auch noch den genialen Gedanken, die katholischen Geistlichen Preußens könnten die 3 Millionen, die ihnen das Gesetz über das Diensteinkommen der Geistlichen ausgeworfen hat, dem Papste geopfert haben, es müßten also die preußischen Protestanten zur Abwehr der finanziellen Calamitäten des hl. Vaters mit zwei Dritteln beitragen. Mit solchen abenteuerlichen„Vermuthungen“ will man offenbar auf den Busch klopfen. Man hofft, es werde, um derartigem Unsinn den Boden zu entziehen, die wahre Herkunft des Geldes bekannt gegeben werden. Wie schlau! ( Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist jetzt in Alt=Aussee. Staatssecretär v. Bülow ist heute wieder zum Semmering gefahren. Danach scheint der russische Abrüstungsvorschlag augenblicklich die Diplomatie nicht allzu angestrengt zu beschäftigen. * Der kaiserliche Ministerresident und Generalconsul in Bangkok Dr. von Seldenesk ist am 2. d. Mts. in einer Heilanstalt auf Jawa gestorben. Der„Reichsanzeiger" widmet ihm einen längeren Nachruf. Ebenso dem am 27. August auf Riffelalp bei Zermatt gestorbenen Senatspräsidenten des Oberverwaltungsgerichts Lohaus. * Die„Vossische Zeitung" berichtet, daß bei unserer Cavallerie eine große Reorganisation bevorstehe. Die bisherige Organisation soll aufgegeben und aus den 93 fünften Schwadronen sollen etwa 23 neue Regimenter gebildet werden. Danach würden die Cavallerie=Regimenter fortan nur aus je vier Schwadronen bestehen. Begründet wird die Reorganisation mit der tactisch angeblich nothwendig gewordenen Aufstellung von Cavalleriedivisionen schon im Friedensverhältnisse. * Eine vorläufige Zusammenstellung der Ergebnisse der Reichstagswahlen nach den Hauptwahlen ist im Bureau des Reichstages auf Anlaß und unter Leitung des stellvertretenden Directors beim Reichstag Rechnungsrath Jungheim ausgearbeitet worden. Danach waren wahlberechtigt 11 440 353(im Jahre 1893 10628292) Personen. Abgegeben wurden 7787090 Stimmen(im Jahre 1893 7 722265) Stimmen. Gültig waren 7752353 Stimmen(gegen 7673973 im Jahre 1893); ungültig dagegen waren 34 737(gegen 28292 im Jahre 1893). Von den gültigen Stimmen fielen auf: Deutsch=conservative Fraction 872973(gegen 1893 1 038353) Deutsche Reichspartei 331 538(gegen 1893 438435), Deutsch=sociale Reformpartei 222447(gegen 1893 263 861), Antisemiten, die nicht der Reformpartei angehören, 19 599, Centrum 1454278(gegen 1893 1 468501), Polen 243846 (gegen 1893 229531), Nationalliberale Fraction 975534(gegen 1893 996 980), Freisinnige Vereinigung 194945(gegen 1893 258 481), Deutsch. freisinnige Volkspartei 553740(gegen 1893 666439), auf unbestimmte liberale Richtung 65822, Deutsche Volkspartei 108 493(gegen 1893 166 757), Socialdemokraten 2 105 305(gegen 1893 1 786 738), Bund der Landwirthe 121 374, Boirischer Bauernbund 140304(gegen 1893 119559), ElsaßLothringer 107 415(gegen 1893 114 702), Welfen 105161(gegen 1893 101 810), Dänen 15439 (gegen 1893 14 363), Christlich=Sociale 48734, National=Sociale 23185, unbestimmt und zerspittert 42221(gegen 1893 unbestimmt 110 993, zersplittert 13972, zusammen 123970). Es haben an Stimmen gegen 1893 verloren: Deutsch=conservative 165380, Deutsche Reichspartei 106897, Deutsch=sociale Reformpartei 41414, Centrum 14 223, National= liberale 21 446, Freisinnige Vereinigung 63536, Deutsch=freisinnige Volkspartei 112699, Deutsche Volkspartei 58264, Elsaß=Lothringer 7287, Unbestimmt und zersplittert 81 747. Es haben an Stimmen gewonnen: Polen 13 685, Socialdemokraten 318567, Bairischer Bauernbund 20445, Welfen 4351. Um die Nationalliberalen williger zu stimmen für die Schaffung einer conservativ=freiconservativen Mehrheit im preußischen Abgeordnetenhause, sucht ihnen der Zeitungsgeheimrath der„Post“ jetzt mit den Socialdemokraten gräulich zu machen, indem er auf ihren Versuch hinweist, in den Landtag einzudringen. Angesichts dieser„Gefahr" dürfte man sich durch den Ruf nach Rettung vor der Reaction, nicht irre machen lassen. Die Nationalliberalen werden den Conservativen je wohl auch den Gefallen thun; wenigstens machen sie nicht entschieden Front gegen die Rechte, wenn sie auch stellenweise wieder den Stachel ausschlagen. Der „Hannov. Cour.“ z. B. klagt lebhaft, daß man ebenso wie bei den Reichstagswahlen mit Unterstützung des Beamtenthums der conservativen Partei im Gegensatz zur angestammten nationalliberalen größeren Anhang zu verschaffen suche. In Graudenz beschlossen bekanntlich die Nationalliberalen, mit den übrigen Liberalen gegen die Conservativen zu gehen und sich davon nicht durch den Rus:„Gegen die Polen“ abbringen zu lassen. In Konitz=Schlochau haben sie dagegen mit den Conservativen ein Bündniß geschlossen, über das sich die„Deutsche Tageszig. noch immer nicht beruhigen kann, um so weniger, als ihr jetzt berichtet wird, Herr v. Hilgendorff sei „einigen jüdischen einflußreichen Männern“ geopfert worden, denen er zu antisemitisch sei. In Halle scheinen die Nationalliberalen wieder mit den„staatserhaltenden“ Parteien und dem Bunde der Landwirthe zusammenhalten zu wollen, um das bisherige eine Mandat zu retten. # Die Socialdemokraten des vor den Thoren Berlins liegenden Kreises Niederbarnim haben gestern beschlossen, sich an den Landtagswahlen nicht zu betheiligen. Kiantschon ist, wie der„Frankf. Ztg.“ aus Chefoo am 2. September gemeldet wird, als Freihafen eröffnet worden. Die„Post“, deren Gewohnheit es ist, alle Nachrichten, die ein anderes Blatt vor ihr gebracht hat, entweder zu dementiren, oder als verfrüht zu bezeichnen, oder auf Grund„zuverlässiger Informationen“ als eigenes Gewächs aufzutischen,„erfährt“„von zuständiger Seite" dasselbe. + Frankfurt a. M., 5. Sept. Die„Frkf. Ztg.“ giebt unter allem Vorbehalt folgende Meldung ihres Belgrader Correspondenten wieder. Derselbe schreibt: Von einem sonst sehr gut unterrichteten russischen Freund erhalte ich folgende Mittheilung: Vor Kurzem sandte Kaiser Wilhelm den Grafen Moltke mit einem eigenhändigen Schreiben an den Czaren und machte ihm den Vorschlag, daß man dem Kaiser Franz Josef zu seinem Jubiläum die beiden occupirten Provinzen Bosnien und Herzegowina zum Geschenk mache, d. h. die Bestimmung des Berliner Vertrages derart ändere, daß diese Länder gänzlich und endgültig der österreichisch= ungarischen Monarchie einverleibt werden können. Wenn der Czar zustimme, könnten sie dann gemein sam mit den anderen Signatarmächten des Berliner Friedensvertrages auch deren Zustimmung erwirken. Der Czar hat sofort nach Empfang des Handschreibens des Kaisers von Deutschland den Minister des Aeußern Grafen Muraview und nach demselben den Oberprokurator Pobjedonoszew zu sich berufen und mit ihnen über diesen Vorschlag Kaiser Wilhelms berathen. Nach diesen Berathungen theilte Muraview dem Grafen Moltke mit, daß die Mission keinen günstigen Erfolg gebabt habe. In einem eigenhändigen Schreiben an den Kaiser Wilhelm drückte Czar Nikolaus sein Bedauern aus, daß er in dieser Angelegenheit seinen Wunsch nicht zu erfüllen vermöge. Rußland könne aber nicht zugeben, daß Bosnien und die Herzegowina, zwei von Serben bewohnte Gebiete, endgiltig mit Oesterreich=Ungarn einverleibt würden. Daraufhin ließ Kaiser Wilhelm die Angelegenheit fallen. * Limburg, 5. Sept. Nachdem gestern Abend in letzter Stunde die rechtzeitige Ankunft der Urkunde über die lavdesherrliche Anerkennung des hochw. Herrn Bischofs Dr. Willi aus dem Cistereienser=Orden gesichert worden ist, karf nunmehr die Feier der Bischofsweihe für Donnerstag, 8. d. M., auf welchen das Fest Mariä Geburt fällt, fest angenommen werden. Das päpstliche Breve, durch welches der am 15. Juni gewählte Abt, P. Dominicus Willi, als Bischof von Limburg bestätigt wurde, ist am 22. Juli vollzogen worden und am 10. v. Mts. in die Hände des neuen Bischofs gelangt. Die Weihe desselben wird der Herr Bischof Dr. Haffner von Mainz als der einzige regierende Bischof in der oberrheinischen Kirchenprovinz unter Assistenz des Herrn Bischofs Dr. Korum von Trier und des Herrn Weihbischofs Dr. Knecht von Freiburg vornehmen. Zu der erhebenden Feier, welche im hiesigen Dome stattfinden wird, werden auch die hochwürdigen Aebte von Mehrerau, P. Augustinus Stöckli, und von Marienstatt, P. Konrad Koll, der dort vorgestern feierlich installirt wurde, erwartet. ( Leipzig, 6. Sept. Die Theilnehmer der Arbeitsnachweis=Conferenz, welche gestern unter dem Vorsitz von Dr. Marten=Hamburg abgehalten wurde, faßte folgende Resolution:„Die Versammlung spricht die Ueberzeugung aus, daß im Interesse des Groß= und Kleingewerbes der Arbeitsnachweis von den Arbeitgebern zu organisiren ist.“ 1 Pest, 6. Sept. In einer Conferenz der liberalen Partei äußerte sich Bauffy betreffend die Frage des Ausgleichs, es herrsche zur Zeit keine Besorgniß darüber, daß die Ausgleichsvorlage nicht verhandelt werden könne. Der Wunsch der großen Mehrheit des Landes sei Aufrechterhaltung der Vollgemeinsamkeit, welche die Regierung zu erhalten bestrebt gewesen sei und noch sei. Die Regierung hoffe, daß sich der österreichische Reichsrath nicht als actionsunfähig erweisen werde. Wenn sich diese Hoffnung nicht erfülle, so zeigten die Gesetze von Ungarn den Weg des Selbstbestimmungsrechtes vor, woraus jedoch eine Trennung nicht folge, die weder politisch noch wissenschaftlich rathsam erscheine. Die Regierung hätte sich nicht überraschen lassen und sei bei Wahrung der wirthschaftlichen Interessen nicht vom gesetzlichen Wege abgewichen. Hergedues sprach Namens der Partei der Regierung das Vertrauen aus und sagte ihre Unterstützung bei Ausführung des Programens zu. )( Constantinopel, 6. Sept. Der Czar dankte von Sebastopol aus dem Sultan herzlich für die Geschenke, welche der Sultan der russischen Yacht„Standard“ als diese Constantinopel passirte, mitgegeben hatte. Der Sultan erwiderte mit einer in den herzlichsten Worten abgefaßten Depesche. was ich Dir sogen kann, ist, daß Tag und Nacht, zu jeder Stunde, Minute mein Herz, mein Gedanke, Alles, was in mir lebendig ist, für Dich, für unsere Kinder da ist. Gewiß, mein Leben gehört meinem Lande, heute wie gestern, aber meine Ehre gehört ihm nicht, das ist das Erbe meiner Kinder, das ureigenste Gut zweier Familien. Darum, frei von jenem abscheulichen Verbrechen, habe ich nochmals meinen Nothschrei ausgestoßen, um diese Ehre zurückzusordern mit meinem ganzen Herzen als Franzose, Soldat, Gatte und Vater, um endlich vom Präsidenten der Republick die Revision des Processes zu erlangen.“ 4 Paris, 6. Sept. Ein Marine=InfanterieOfficier, welcher kürzlich dienstlich arf der TeufelsInsel weilte, sah daselbst Dreyfus, welcher fast zum Skelett abgemagert war. Er lebt seit vier Jahren nur von Conserven und verschmäht jedes Fleisch. Er ist ergeben und geduldig und gibt seinen Wächtern nicht den geringsten Anlaß zur Klage. Stundenlang steht er oft vor seiner Hütte, die Arme gekreuzt, und sieht auf das Meer hinaus. Es ist verboten, mit ihm zu sprechen. Seine Gesundheit ist schwer erschüttert; sowohl das Klima als die Nahrung sind die Ursachen seines Verfalls. Das Eiland ist nackt und kahl und von der Sonne verbrannt. Trotz Allem ist Dreyfus Energie noch ungebeugt.— General Borius, der ehemalige Cabinetschef des Präsidenten Carnot, wurde intertmistisch zum Militärgonverneur von Paris ernannt. + Paris, 6. Sept.„Siéele" führt heute den Nachweis, daß der von Cavaignac in der Kammer verlesene Brief nicht die einzige Fälschung Henrys sei. Wie die Erklärungen Cavaignacs selbst besagen, bildet dieser Brief nur einen Theil einer regelrechten Correspondenz, insbesondere hängen zwei andere Schriftstücke mit dem gefälschten Briefe als Antwort und Rückantwort direct zusammen. * Paris, 6. Sept. Der nächste Ministerrath wird am 12. d. M. stattfinden. Für den Fall, daß der Justizminister in der Angelegenheit der Revision des Dreyfus=Processes eine Mittheilung machen will, kann ein früherer Termin für den Zusammentritt festgesetzt werden.. Sen Paris, 6. Sept. Die Familie Tlehsus hat, wie verlautet, den Kriegsminister gebeten, im Falle des Revisionsbeschlusses Dreyfus in schonungsvoller Weise seine Rückkehr nach Frankreich anzukündigen, da eine plötzliche Erregung bei seinem Zustande ihm leicht verhängnißvoll werden könnte. Der Fall Dreyfus. * Berlin, 6. Sept. Der letzte Brief, welchen Frau Dreysus von ihrem Gatten erhalten hat, datirt vom 27. Juni und lautet nach dem„Berl. Tagebl.“ folgendermaßen:„Ich fühle durch die endlose Entfernung hindurch, wie Du angsterfüllt nicht blos Deine Leiden, sondern auch meine empfindest. Daß ich, obwohl ich Dir erst dieser geschrieben, nochmals mit Dir sprechen, Dir noch näher sein will als mit bloßem Gedanken, welcher sich niemals von Dir trennt, nur um Dir wie immer jene Worte zu wiederholen, welche Deinen unerschütterlichen Muth aufrecht erhalten sollen. Frei von jenem abscheulichen Verbrechen habe ich meinen Nothschrei dem Vaterlande zugerufen, um meine Ehre, um die Revision des Processes zu verlangen. Wir haben einer wie der Andere moralisch zu sehr gelitten. Unsere Leiden dauern zu lange. Die Stunden fließen in zu schwerer Eintönigkeit dahin, als daß ich von mir sprechen sollte. Alles, Locales und Provinzielles. * Witten, 8. Sept. Um Berathungen über die Errichtung eines Kaiser Friedrich=Denkmals in hiesiger Stadt zu pflegen, findet morgen Abend im Locale des Herrn W. Trappmann, Wideystraße, eine Besprechung statt. Näheres siehe im Inseratentheil. 46 u •— Der Kaiser verlieh gelegentlich seiner unwesenheit in der Provinz Westfalen u. A. auch unserm Bürgermeister Herrn Dr. Haarmann den Rothen Adlerorden vierter Classe. +— Einen Unfall erlitt der Stuckateur Fr. Ide. Letzterer stürzte von dem Gerüste eines Hauses an der Bismarckstraße zur Erde und erhielt innere und äußere Verletzungen. Der Verletzte wurde per Wagen zum Krankenhause transportirt. 2— Wie ein Wütherich benahm sich gestern der in der Bellerslohstraße wohnende Arbeiter Sp. Derselbe erschien bei seiner Ehefrau, von der er längere Zeit getrennt lebte, und verlangte von derselben Geld. Als er jedoch nichts erhielt, zerschlug er den Ofen, einen Kleiderschrank und andere Küchengeräthe. Hierauf drang er mit einem Hammer auf seine Frau ein und drohte dieselbe zu erschlagen. Sp., ein zu Gewaltthätigkeiten geneigter Mensch, ist zur Anzeige gebracht. 2— Riesigen Scandal verübten in vergangener Nacht mehrere junge Burschen in hiesiger Breitenstraße. Als unsere Polizei erschien, ergriffen die Radaubrüder die Flucht. Dieselben sind jedoch erkannt und werden auf einen Denkzettel nicht lange zu warten haben. Unserer Polizei gelang es am Dienstag Abend ein junges Pärchen abzufassen, welches eine Reihe von Diebstählen auf dem Kerbholz hat, die gemeinschaftlich ausgeführt wurden. Jüngst noch stahlen die Verhafteten in einem Hause, in welchen sie sich einlogirt hatten, einem Knechte das Portemonnaie mit 30 Mk. Inhalt. Das holländische Königshaus. In dem Augenblick, da in den Niederlanden die jugendliche Königin Wilhelmina nach erlangter Volljährigkeit den Thron der Oranier besteigt, dürfte zur Orientirung der Leser eine kurze Betrachtung über das holländische Königshaus wohl am Platze sein. Das dort herrschende Haus Oranien=Nassan, als dessen letzter männlicher Sproß der Vater der jetzigen Königin, König Wilhelm III., am 23. November 1890 hochbetagt aus dem Leben geschieden ist, gehört zu den ältesten Dynastengeschlechtern Europas. Das Haus Rassau, aus dem der Zweig Oranien hervorgegangen, leitet seine Abstammung von dem Grafen Hatto I. von Wiesbaden und Hochheim her, der seit 815 den Gau Kunigessundra unter sich hatte. Der Name Oranien leitet sich her von dem kleinen Städtchen Orange im südfranzösischen Departement Vaueluse, das einst die Hauptstadt eines kleinen gleichnamigen Fürstenthums war. Als Philibert von Oranje 1530 in einer Schlacht fiel, ohne Kinder zu hinterlassen, kam das Fürstenthum an seinen Schwiegersohn, den Grafen Renatus oder René von Nassau=Dillenburg, und als auch dessen Ehe kinderlos blieb, vermachte er das Ländchen seinem Vetter Wilhelm I. von Nassan=Dillenburg, erstem Statthalter der Vereinigten Niederlande, der dann den Titel eines Prinzen von Oranien annahm. Bis 1747 waren die Oranier in Holland WahlStatthalter, von 1747 bis 1795 erbliche GeneralStatthalter, und seit dem 16. März 1815 constitutionelle Könige der Niederlande. Der Großvater des verstorbenen Königs, der erste Oranier, der als Wilhelm I. die Königskrone trug, dankte im Jahre 1840, hauptsächlich wegen seiner Heirath mit der Gräfin d'Oultremont, ab und zog sich mit einem ungeheuren, durch Handelsspeenlationen erworbenen Vermögen als Graf von Nassau nach Berlin zurück, wo er am 12. Deeember 1843 sterd. Sein ältester Sohn erster Ehe, der König Wilhelm II., der unter Wellington in Spanien gekämpft, hatte und bei Quatrebras verwundet worden war, erfreute sich im Lande einer ungemeinen Popularität. Nach der französischen Februar=Revolution von 1848 entschloß er sich zu der von der Nation begehrten Verfassungsreform, und das neue liberale Grundgesetz wurde am 3. November jenes Jahres verkündet. Nicht lange darauf, am 14. März 1849, starb er. Der älteste Sohn des Hingeschiedenen, der als Wilhelm III. den Thron bestieg, wor am 19. Februar 1817 in Brüssel geboren, wo sein Vater als Kronprinz mit seiner Gemahlin, der Schwester des Kaisers Nicolaus, wohnte. Es herrschte kein gutes Einvernehmen zwischen Vater und Sohn. Am Stuttgarter Hofe machte er die Bekanntschaft der Prinzessin Sophie von Württemberg, Tochter König Wilhelm I., mit der er sich 1839 vermählte. Im September des folgenden Jahres wurde dem kronprinzlichen Paare der erste Sohn geboren. Bei dem Tode des Vaters weilte Wilhelm III. in England, wo er sich mit Louis Napoleon, dem nachherigen Kaiser der Franzosen, befreundet hatte. Bei der feierlichen Huldigung in Amsterdam schwur Wilhelm III. der neuen Verfassung Treue, die er während seiner vierzigjährigen Regierung stets bewahrt hat. In die große europäische Politik hat der König nur einmal, in der luxemburgischen Frage, eingegriffen, die 1867 zu einer Krisis führte. Er hatte damals geheime Unterhandlungen mit Napoleon III., den die Königin Sophie im Jahre 1866 gern zu einem bewaffneten Einschreiten gegen Preußen bewogen hätte, angeknüpft, um ihm sein Großherzogthum Luxemburg zu verkaufen. Der Handel scheiterte daran, daß der Minister Graf van Zuylen von dem Briefwechsel des Königs mit dem Kaiser Kenntniß erhielt und der preußischen Regierung davon Mittheilung machte. Bismarcks entschiedene Antwort auf Bennigsens Interpellation im norddeutschen Reichstage vereitelte das Zustande* kommen der Abtretung, und Luxemburg wurde unter der bleibenden Soaveränetät des Hauses OranienNassau für Neutral erklärt. Die erste Ehe des Königs war keine glückliche. Die Königin Sophie(f 3. Juni 1877) hatte ihm drei Söhne geschenkt, von denen der zweite schon als Knabe storb, die beiden anderen aber, die mit leidenschaftlicher Liebe an der Mutter hingen, mit dem Vater zerfielen. Der älteste, Prinz Wilhelm, lebte in selbstgewählter Verbannung in Paris. Er war dort unter dem Spitzuamen„Prinz Citrone" bekannt und führte ein Leben, welches häufig Aergerniß gab. Er starb am 13. August 1879 in Paris an den Folgen eines Duells. Der jüngste Sohn, Prinz Alexander, war geistreich und hoch gebildet, aber verwachsen und kränklich. Auch sein Verhältniß zum König wurde ein höchst unerquickliches, als dieser im 62. Lebensjahr noch zu einer zweiten Ehe schritt. König Wilhelm III. vermählte sich am 7. Januar 1879 zu Arolsen mit der am 2. August 1858 geborenen Prinzessin Emma von Waldeck. Seine beiden Söhne erster Ehe fehlten bei der Hochzeitsfeier wie bei dem feierlichen Einzuge der Neuvermählten in Haag. Mitten in die damals veranstalteten Festlichkeiten fiel die Trauerkunde, daß am 13. Januar der allbeliebte Bruder des Königs, Prinz Heinrich der Niederlande, der sich erst am 24. August des Vorjahres mit der Prinzessin Marie von Preußen, ältesten Tochter des Prinzen Friedrich Karl, vermählt hatte, in Luxemburg gestorben sei. Dann erfolgte der Tod des Kronprinzen Wilhelm, und am 21. Juni 1884 erlag auch Prinz Alexander, der jüngste Sohn des Königs, dem Typhus. Inzwischen hatte aber die Königin Emma ihrem Gemahl am 31. August 1880 eine Tochter, eben die jetzige Königin Wilhelmina, geboren, was im ganzen Lande mit Freuden begrüßt wurde. Nach dem Hinscheiden des Prinzen Alexander wurde die Thronfolgefrage eine brennende, da die Dynastie außer dem Könige selbst unn keinen Repräsentanten mehr aufzuweisen hatte. Die Regierung beeilte sich, am 29. Juli 1884 ein Regentschaftsgesetz für den Fall des Ablebens des Königs vorzulegen, dem bald ein Vormundschaftsgesetz für die damals erst vierjährige Thronfolgerin nachfolgte. Die Kammern genehmigten, daß die Königin während der Minderjährigkeit ihrer Tochter die Regentschaft führen und daß während der Dauer der letzteren keinerlei Aenderung der Thronfolge stattfinden sollte. Dann wurden 1887 auch die Bestimmungen der Verfassung über die Thronfolgeordnung dahin präcisirt, daß als Grundsatz angenommen wurde: die Krone geht auf alle rechtmäßigen Nachkommen ihres ersten Besitzers über, doch folgt zuerst der Mannesstamm, während die Nachkommen aus weiblichen Linien erst dann an die Reihe kommen, wenn kein männlicher Sprosse aus dem Mannesstamm mehr vorhanden. Nach diesen Festsetzungen vollzog sich beim Tode König Wilhelms III. der Thronwechsel in vollkommener Ruhe: Königin der Niederlande wurde als seine einzige Erbin die jugendliche Prinzessin Wilhelmina, für die ihre Mutter, die Königin=Wittwe Emma, die bis zu ihrer nunmehr eingetretenen Volljährigkeit mit einem Regentschaftsrathe die Regierung zu führen hatte. In Luxemburg dagegen, wo das salische Gesetz herrscht, folgte ihm der frühere Herzog von Nassau als Großherzog. Nun besteigt die jüngste Trägerin des Namens Oranien, der für jeden Niederländer noch immer einen zauberischen Klang hat, den Thron. Möge sich an ihr erfüllen, was ihr Vater in seinem Schlosse Het Loo, das er nicht mehr lebend verlassen sollte, am 12. Mai 1889, dem Tage seiner vor vierzig Jahren erfolgten Regierungsübernahme schrieb:„Der Segen Gottes hat den alten Bund zwischen den Oraniern und den Niederlanden gefestigt. Ich rufe an diesem denkwürdigen Tage denselben Segen für die Zukunft meines Hauses und meines Volkes an. Die Erinnerung an die Vergangenheit ist mir eine Bürgschaft für die Zukuuft: Oranien und die Niederlande unter Gottes Segen vereint, stark und frei!“ .— Die haben ausgesch Eheleute: Werk geb. Knippenber Bauunternehmer Mensen zu Her Elisabeth Hölsch Rudolph Spres in Paderborn; zu Herne und hausen. •— Gesu ring. Abzuhol# Annen der Schreiner keitsverbrechens haftet und nach abgeführt. * Dortmu# Pole nach hier, Straße gesellten versprachen, ihr Vorerst wurde Beendigung der gehen. Statt d in die noch und zu Boden warf, mit über 80 M Bahnbeamten heftiger Gegenw geben. Den an Nacht fest. 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Abzuholen auf dem Polizeibureav. * Annen, 7. Sept. Gestern Vormittag wurde der Schreiner Schlitzer wegen angeblichen Sittlichkeitsverbrechens(§ 176,3 des R.=St.=G.=B.) verhaftet und nach dem Amtsgerichtsgefängniß zu Witten abgeführt. * Dortmund, 3. Sept. Vorgestern kam ein Pole nach hier, um Arbeit zu suchen. Auf der Straße gesellten sich zwei Burschen hinzu, die ihm versprachen, ihm lohnende Arbeit zu verschaffen. Vorerst wurde eine Bierreise unternommen. Nach Beendigung derselben wollte man zur Arbeitsstelle gehen. Statt dessen aber brachte man den Polen in die noch unbebaute Güntherstraße, wo man ihn zu Boden warf, arg mißhandelte und seine Börse mit über 80 Mk. raubte. Zwei hinzukommende Bahnbeamten konnten einen der Burschen nach heftiger Gegenwehr festhalten und der Polizei übergeben. Deu andern nahm man in der folgenden Nacht fest. Die Thäter heißen: Bergmann Wilh. Schmitz und Arbeiter August Luchs von hier. Beide sind vorbestrafte Subjekte. O Langendreer, 6. Sept. Vorgestern wurde der Polizeisecretär Herr Budde aus Lütgendortmund von einem Rudfahrer, der im schnellsten Tempo ohne Schelle dahersauste, überfahren. Herr Budde erlitt dabei u. a. einen Armbruch. Der fahrlässige Radfahrer ist ermittelt und wird sich demnächst wegen Körperverletzung zu verantworten haben.— Am Sonntag Abend kam es auf der Zeche„Siebenplaneten“ in der Nähe der Wirthschaft Jauer zwischen jungen Burschen zu einer blutigen Schlägerei, wobei wieder das Messer einmal die große Rolle spielte. Der eingreifende Polizeibeamte wurde thätlich angegriffen und ebenfalls mißhandelt, so daß dieser mit der blanken Waffe sich seiner Haut wehren mußte. Die Thäter sind ermittelt. Sieben der rohen Burschen wurden heute dem Bochumer Gefängniß eingeliefert.— Herr Wachtmeister Thiemann, welcher seine halb jährige Probezeit als Gens darm hier bestanden hat, ist Seitens der Gensdarmeriebehöroe definitiv angestellt worden. 2 Werne, 6. Sept. In der Nacht von Sonntag auf Montag gegen 2 Uhr stießen auf dem Hellwege in der Nähe der Jungermannschen Wirthschaft die Polizeidiener Bauer und West heide mit einem Complott junge Burschen, welche dort allerhand Radau schlugen, zusammen. Die Beamten wurden bei ihrem Einschreiten von den Burschen attakirt und überwältigt. Der Polizeidiener Bauer erhielt nicht weniger als sieben Messer stiche in den Kopf und Hals und liegt lebensgefährlich darnieder. Auch der Polizeidiener Westheide wurde ebenfalls schwer verletzt. Man hatte den Beamten die Waffen abgenommen und sie dann damit verhauen, die ganze Uniform war zerschnitten. Gestern wurden die Haupträdelsführer, die Gebrüder Lüde, durch einen Gensdarm verhaftet und nach Bochum abgeführt. Heute Morgen wurden elf weitere Verhaftungen vorgenommen. Die Langendreer Polizei wurde telegraphisch zur Hülfe requirirt. &* Weitmar, 6. Sept. Ein bedauerliches Unglück hat sich heute Morgen auf dem Westfälischen Stahlwerke hier zugetragen, Während der Frühstückspause spielten zwei Arbeiter im Alter von etwa 17 Jahren mit einem geladenen Revolver. Auf unerklärliche Weise entlud sich die Waffe und die Kugel drang einem der beiden in den Kopf. Der lebensgefährlich Verletzte wurde sofort in ein Krankenhaus geschafft, woselbst er alsbald verstarb. Der Thäter ist in Untersuchungshaft abgeführt. O Wiemelhausen, 6. Sept. Im Saale des Wirths Düppe hier wurde gestern die Ersatzwahl der ausscheidenden Kirchenvorstandsmitglieder vorgenommen. Das ausscheidende Mitglied Herr Wilh. Heiermann wurde fast einstimmig wiedergewählt. An Stelle der Herren Gehles und Brand wurden die Herren Lobeck und Schmidt gewählt. Die Betheiligung war sehr stark. Die Ergänzungswahl der Gemeinde=Vertretung findet heute statt. s2 Wiemelhausen, 6. Sept. Der hiesige Krieger=Verein feierte am vergangenen Sonntag im Saale des Herrn Dickamp das Sedanfest. Es nahmen an der Feier Theil die Kriegervereine von Steinkuhl, Brenschede, Ehrenfeld und Hundscheidsfeld. Durch Herrn Landrath Spude und im Beisein unseres Herrn Amtmanns wurde dem Verein die vom Kaiser verliehene Ehrenschleife überreicht. Die Feier bestand in Concert und Ball. Zur Verschönerung des Festes trug nicht wenig der Gesangverein„Borussia“ bei, der in uneigennütziger Weise mehrere ansprechende Gesangvorträge zu Gehör brachte. Das ganze Fest nahm einen schönen Verlauf. * Bochum, 7. Sept. Der Strafsenat des Kammergerichts erledigte soeben einen für ganz Westfalen prineipiell wichtigen Rechtsstreit, welchen die Staatsanwaltschaft gegen den Bergmann Unthau aus Bochum erhoben hatte. Der Oberpräsident von Westfalen hatte am 24. Juli 1897 eine Polizeiverordnung erlassen, wonach während des Hauptgottesdienstes und, sobald auch Nachmittagsgottesdienst stattfindet vor 3½ Uhr Versammlungen nicht stattfinden dürfen. Der obige Bergmann Unthan hatte nun eines Sonntags in einem Locale eine öffentliche Versammlung zur verbotenen Zeit abgehalten und hatte daher ein Strafmandat erhalten. Er erhob Einspruch und bat um seine Freisprechung, da die betreffende Polizeiverordnung ungültig sei und mit der Verfassung und dem Vereinsgesetz in Widerspruch stehe. Das Schöffengericht trat der der Ansicht des Angeklagten auch b. und sprach ihn gänzlich frei, da eine Polizeiverwaltung nicht rechtsgültig sei, welche während des Gottesdienstes jede öffentliche Versammlung verbiete. Gegen diese Entscheidung legte die Staatsanwaltschaft Berufung bei der Strafkammer ein und beantragte unter Aufhebung der Vorentscheidung die Verurtheilung des Angeklagten, indem ausgeführt wurde, die betreffende Verurtheilung sei rechtsgültig und stehe mit anderen Gesetzen nicht in Widerspruch. Die Strafkammer hob sodann auch die Vorentscheidung auf und verurtheilte den Angeklagten zu einer Geldstrefe, indem angenommen wurde, daß der Oberpräsident berechtigt sei, im Interesse der Sonntagsfeier eine derartige Verordnung zu erlassen. Sodann ergriff der Angeklagte das Rechtsmittel der Revision an das Kammergericht und behauptete, indem die fragliche Polizeiverordnung jede Versammlung zur angegebenen Zeit verbiete, gehe sie über den Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen hinaus. Das Kammergericht wies indessen die Revision des Angeklagten als unbegründet ab und machte geltend, die Polizeiverordnung des Oberpräsidenten von Westfalen vom 24. Juli 1897 stehe weder mit Artikel 29 und 20 der preußischen Verfassung noch auch mit dem Vereinsgesetz in Widerspruch und sei rechtsgültig. Die angefochtene Bestimmung sei zulässig, da sie im Interesse der Sonntagsfeier erlassen sei. *— Im Monat August war die Frequenz in der städtischen Schwimm= und Babeanstalt folgende:„10,177 Schwimmbäder(7397 für männl., 2780 für weibl. Personen), 3628 Wannenbäder(2574 für männl., 1054 für weibl. Personen), 187 Heilbäde: (172 für männs., 15 für weibl. Personen), 4264 Brausebäder(4015 für männl., 249 für weibl. Personen) sowie 207 Brausebäder, welche en Kinder der Volksschulen gratis verabfolgt sind, 2989 Volksbäder. Summa: 21,245 Bäder(14,158 für männl., 4098 für weibl. Personen) gegen 13,893 Bäder im gleichen Monate des Vorjahres. * Wattenscheid, 7. Sept. Es kann nicht eindringlich genug vor dem Genuß ungewaschenen Obstes gewarnt werden und besonders sollte man nie den Kindern solches zu essen geben, bevor es gereinigt ist. Augenblicklich mehren sich die Fälle, daß Erkrankungen an Diphtheritis erfolgen; auch sind mehrere Todesfälle zu verzeichnen gewesen. )(—. Die sieben Kinder der Familie Markwitz, von denen wir berichteten, daß sie sämmtlich an der Ruhrkrankheit erkrankt und im Marienhospital untergebracht seien, befinden sich alle auf dem Wege der Besserung. Es ist Hoffrung vorhanden, daß die Kleinen mit dem Leben davonkommen. 2— Am Montag Nachmittag 5 Uhr wurde der neue Amtmann des Amtes Wattenscheid durch Herrn Landrath Dr. Hammerschmidt in sein Amt eingeführt. Nach der Einführung fand eine gemüthliche Nachversammlung im Locale des Herrn Franz Streier statt, woran der Vorsitzende des Kreises Theil nahm. *— Am Sonntag feiert der Garde=Verein sein zweites Stiftungsfest, verbunden mit Sedanfeier, im Locale des Herrn Voortmann durch Concert und Ball. * Essen, 5. Sept. Die beiden in Fanten gestohlenen Pferde— die Diebe wurden vor einigen Tagen hier verhaftet— erhält der Besitzer zurück. Ein Pferd wurde hier mit Beschlag belegt, das zweite in Dinslaken ermittelt, wo es verkauft worden war. Die Diebe haben auch über die sechs anderen gestohlenen und verkauften Pferde genau Buch geführt, so daß auch deren Käufer ermittelt werden können. * S o l i n g e n, 5. S e p t. D a s D i e n s t m ä d c h e n e i n e r hiesigen Herrschaft präsentirte sich gestern Morgen im besten Sonntagsstaat, begab sich auf das Schlafzimmer ihres Dienstherrn, entnalm einer Commode einen Revolver und feuerte mehrere Schüsse auf sich ab. Als die Herrschaft das Zimmer betrat, fand man das Mädchen bereits trdt vor. Aus den bei der Leiche vorgefundenen Briefen ging hervor, daß unglückliche Liebe das Mädchen in den Tod getrieben. * M.=Gladbach, 5. Sept. Gegenwärtig grassirt hier unter den Kindern der Brechdurchfall in ganz erschreckender Weise. In der vergangenen Woche erreichte die Sterblichkeit hier nach amtlicher Statistik eine Höhe wie nie zuvor; sie überwog sogar die Zahl der Geburten, da 38 Kinder geboren wurden, während insgesammt 42 Personen starben. Beinabe die Hälfte der Todesfälle ist auf Brechdurchfall und Enteritis zurückzuführen, an welchen Krankheiten 19 Kinder in dieser einen Woche starben. Die Aerzte schreiben diese massenhaften Erkrankungen der wechselvollen Witterung zu, die nach der tropischen Gluth mehrere recht kühle Tage und jetzt wieder eine gewisse Schwüle brachte. * Köln, 5. Sept. Donnerstag Nachmittag befand sich in einer Braueret in Ehrenfeld ein Milchhändler, um Treber auszuladen, in einem Maischbottich, als plötzlich auf bis jetzt noch nicht aufgeklärte Weise das Rührwerk des Maischbottichs in Betrieb gesetzt wurde und den Mann tödtete. * Geilenkirchen, 3. Sept. Vorgestern früh wurde an hiesigen Bahnhofe ein Holländer in Haft genommen, der in dem holländischen Derse Schienveld (bei Gangelt) nach einem Wortwechsel seinen Gegner mit einem Messer so erheblich verwundete, daß alsbald der Tod eintrat. * Neuwied, 4. Sept. Vorgestern Nachmittag wurden, wie die„Rhein.= und Wied.=Ztg." berichtet, in Weißenthurm in der Nähe der Steinfabrik von einem Kieswagen zwei Kinder überfahren. Das eine Kind, ein Mädchen von sechs Jahren, wurde sofort getödtet; ihm war der Kopf buchstäblich vom Rumpfe getrennt. Das andere Kind ist schwer verletzt. Wem die Schuld zuzuschreiben ist, wird die Untersuchung ergeben. * St. Johann, 5. Sept. Der Verüber des Sittlichkeitsverbrechens, das im Walde bei Krämershäuschen an einem zwölfjährigen Mädchen vor einigen Tagen begangen wurde, ist in der Person des Taglöhners Busch aus Jägersfreude=Dudweiler verhaftet worden. Dieser war soeben erst aus dem Zuchthause entlassen, wo er eines gleichen Verbrechens wegen vier Jahre abgebüßt hatte. Der Unhold hatte dem Kinde, das jetzt im Saarbrücker Hospital liegt, auch mehrere Messerstiche in den Unterleib beigebracht. * Urville, 5. Sept. Gestern Nachmittag brannten die zum kaiserlichen Gut Urville gehörigen Scheunen zu Pont&a Chaussy mit sämmtlichen Futtervorräthen nieder. * Wiesbaden, 5. Sept. Vor der Strafkammer stand ein italienischer Taschendieb Namens Enilio Pagani. Er ist in der Gegend von Lugano gebürtig und gibt an, Weinhändler zu sein. Er hat am 11. Juni d. I. im hiesigen Taunusbahnhof vor Abgang eines Schnellzuges vier Damen die Portemonnaies gestohlen mit zusammen 240 Mark. Das Urtheil gegen ihn lautete auf ein Jahr sechs Monate Gefängniß.— Im hiesigen Regierungsgebäude ist am Samstag nach Schluß der Bureaustunden in dem Bureau des Kanzlei=Inspectors ein Pult erbrochen und sind daraus ungefähr 1200 Mark, meist amtliche Gelder, gestohlen worden. Der Dieb, von dem man annimmt, daß er mit der Oertlichkeit vertraut ist, ist noch nicht ermittelt. * Gotha, 5. Sept. Der Vorarbeiter Claß wurde am Samstag von fünf Genossen überfallen und derart mißhandelt, daß er alsbald starb. Der Thäter ist verhaftet. * Erlangen, 1. Sept. Bei Neuses wurde gestern Abend 5 Uhr eine Frau von Nieberndorf, die auf dem Acker beschäftigt war, von Nürnberger Jägern angeschossen und war sofort todt. Sie hinterläßt nach den„Fr. N.“ 5 Kinder, von denen das jüngste 10 Wochen alt ist. Solche tragische Jagdabenteuer ereignen sich in diesem Jahre erschreckend häufig. Da scheint doch die Qualität der Jäger oft recht bedenklich zu sein. * Ingolstadt, 1. Sept. Hier wird, wenn Jemand zu der Wohnung des Thürmers der oberen Stadtpfarrkirche gelangen will, der Schlüssel von oben zuerst herabgeworfen. Dabei flog vorgestern der Schlüssel aus dieser ungeheuren Höhe auf den Kopf der gerade von der Kirche heimgehenden Maurersfrau Braun, sodaß diese bewußtlos wurde. Recht idyllisch. * C a s e r t a, 6. S e p t. I n M a d d a l o n i z e r s t ö r t e eine heftige Feuersbrunst sieben Wohnhäuser. Zwei Frauen und zwei Kinder kamen in den Flammen um. * Aeber den Petroleum-Markt schreibt das„Hannover'sche Tageblatt“: Hamburg, 22. Aug. In der Lage des Artikels hat sich nichts geändert. Das Geschäft war allerdings in dieser Woche etwas lebhafter, doch kauft der Consum noch immer nicht mehr, als er absolnt haben muß. Wir hätten nicht geglaubt, daß der gesammte Petroleumhandel, trotzdem es doch klar auf der Hand liegt, daß durch Abwarten in diesem Jahre nur Geld verloren wird, sich derartig verb ssen zeigen würde, wie es in Wirklichkeit der Fall ist. Alles Sträuben wird nicht helfen, sondern nur dem Geldbeutel schaden. Amerika hat in dieser Woche die Preise für raffinirtes Petroleum wieder um 0,10 Cents erhöht und in Folge dessen sind auch hier die Preise weiter gestiegen. In unserem Berichte vom 9. Juli hatten wir in Bezug auf das russische Petroleum unter anderem behauptet, daß dasselbe beim Brennen unangenehme Dünste verbreite. Die Deutsch=Russische Naphta=Import=Gesellschaft hat uns daraufhin auf Grund von eingesandten Gutachten zu beweisen versucht, daß unsere Angaben falsch seien. Das Gutachten, auf welches sich die vorgenannte Gesellschaft bezieht, datirt vom 2. Novbr. 1895 und lautet wie folgt: „Die durch geehrten Auftrag mir übertragene Untersuchung des„Nobel=Petroleums“ eraab die folgenden Resultate: Das von mir hiesigen Verkaufsstellen entnommene„NobelPetroleum“ ist wasserhell, klar und merklich von angenehmerem Geruch als das gewöhnliche amerikanische Petroleum. Es zeichnet sich das Petroleum daher durch relativ sehr geringen Gehalt an paraffinartigen, hochsiedenden Kohlenwasserstoffen aus und durch besonderen Reichthum an Kohlenwasserstoffen der mittleren Siedepunktslagen, der den PetroleumSorten des Handels eigenen Kohlenwasserstoffe. Die photometrische Untersuchung führte ich auf drei Brennern aus, 2c.“ Wir haben uns über dieses Gutachten, welches unsere Behauptung hinsichtlich des unangenehmen Geruches des russischen Petroleums beim Brennen widerlegen soll, sehr gefreut. Entweder die Deutsch=Russische Naphta=Import=Gesellschaft hat das von ihr bestellte und gegen uns angewandte Gutachten selbst nicht verstanden, oder aber sie hält uns für beschränkter, als wir es sind. Sollte es der Gesellschaft vielleicht entgangen sein, daß sich das Gutachten nur über den Geruch des NovelPetroleums im Behälter ausläßt und nicht über die beim Brennen entstehenden und von uns beanstandeten Dünste? Auf letztere kommt es doch ausschließlich an. Schon früher haben wir einmal Untersuchungen vornehmen lassen und auf Grund derselben Vergleiche zwischen dem russischen und dem amerikanischen Petroleum angestellt. Da in der letzten Zeit viel Reclame für das russische Petroleum und Mischöl(halb russisch, halb amerikanisch) gemacht wird, und, wie es heißt, auch die deutsche Regierung das russische Petroleum in Zukunft verwenden wird, so haben wir erneut Untersuchungen vornehmen lassen. Die Untersuchungen, welche wir von einem ersten beeidigten Handelschemiker haben vornehmen lassen, ergaben bei achtstündiger Brennzeit: Die Lichtstärke bezogen auf die deutsche Normal=Vereinskerze verglichen mit dem 6“ Rundbrenner. Gewöhnliches amerikanisches Petroleum durchschnittlich 5,52 Lichtstärke, Petroleumverbrauch 138 Gr. Mischöl durchschnittlich 5,19 Lichtstärke, Petroleumverbrauch 135 Gr. Russisches Petroleum durchschnittlich 4,77 Lichtstärke, Petroleumverbrauch 127 Gr. Es gibt aber einen Lichtunterschied, welchen das Photometer nicht ausweist, welcher aber für unser Auge ganz bedeutend ist, und das ist die Farbe des Lichtes. Während das amerikanische Oel mit weißer Flamme brennt, brennt das russische mit röthlicher Flamme und erscheint unserem Auge daher dunkler, so daß sich die russische neben der amerikanischen ausnimmt, wie eine gewöhnliche Gasflamme neben einem Gasglühlicht. Diese Verschiedenheit bleibt auch dann bestehen, wenn man russisches und amerikanisches Oel mit einander mischt, und zwar derart, daß wie das Natrium in der Spectralanalyse bei den kleinsten Fractionen schon durch diesen typischen gelben Strich verrathen wird, schon kleine Mengen russischen Petroleums in dem amerikanischen sich durch die röthliche Flamme verrathen, so daß man nicht sagen kann, man verbessert das russische durch das amerikanische, vielmehr sagen muß, das amerikanische wird durch das russische verschlechtert. Allerdings läßt sich auch bei russischem Oel eine weißere Flamme erzielen durch stärkere Luftzufuhr. Hierauf sind aber unsere Lampen nicht eingerichtet und können es auch nicht sein, denn zweien Herren zugleich können sie nicht dienen. Auf einer Lampe mit stärkerer Luftzufuhr würde die Flamme des amerikanischen Petroleums qualmen. Der Hauptunterschied zwischen amerikanischem und russischem Petroleum ist der, daß sich sowohl schwere wie leichte Fractionen des amerikanischen Oeles derart mischen lassen, daß sie gute Brennöle liefern, während man beim russischen den bedeutenden Rückstand an schwer siedenden Oelen nicht durch Mischung mit leichter siedenden zu Brennöl verwenden kann, da die Flamme einer solchen Mischung beim russischen Petroleum qualmt; wollte man so viel leichte Oele, wie dozu erforderlich sind, um ein Qualmen zu verhindern, mit schweren Oelen mischen, so würde der Test so weit sinken, daß Explosionsgefahr eintritt, ganz abgesehen davon, daß das russische Rohöl nicht genug leichte Oele kiefert, um dies überhaupt zu können. Resumiren wir: Das russische Oel kann nach allen Erfohrungen niemals die Brennfähigkeit des amerikanischen Oels erreichen, bedingt durch seine absolute chemische Verschiedenheil. Wegen seiner minderwerthigen Eigenschaften wird das russische Oel immer billiger sein müssen, als das amerikanische, weil man sonst dem amerikanischen weit den Vorzug geben wird. Neueste Nachrichten und Telegramme. * Oeynhausen, 5. Sept. Abends fand bei den Majestäten im Curhaus eine Paradetafel statt, bei der der Kaiser die Prinzessin Adolf von Schaumburg=Lippe, Prinz Leopold von Bayern die Kaiferin führte. An der Tafel saßen neben dem Kaiser die Fürstin von Schaumburg=Lippe, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, weiter der Fürst von Schaumburg=Lippe und Prinz Adolf von Schaumhurg=Lippe. Links von der Kaiserin saßen Prinz Leopold von Bayern, Prinzeß Adolf von Schaumburg=Lippe, Prinz Albrecht und Prinz Heinrich XVIII. von Reuß. Gegenüber den Majestäten hatten Platz genommen der commandirende General des 7. Armeecorps, Generallieutenant v. Mikusch=Buchberg, zwischen dem General=Obersten Grafen Waldersee, dem Chef des General= stabes der Armee, General v. Schlieffen und den Generälen v. Seeckt und v. Blume. Während des Mahles brachte der## Kaiser folgenden Trinkspruch aus: „Ew. Excellenz haben mir heute Westfalens kampferprobte Söhne in vortrefflicher Verfassung vorgeführt und ebenso haben in den Reihen ahrer Regimenter die Söhne Bückeburgs in herrlichster Weise sich gezeigt. Nicht zum Mindesten auch dient zur Unterstützung und Hebung des gesammten militärischen Bildes die Anwesenheit der alten, braven, einstigen Division Fransecky. Ich danke Ihnen für die vortreffliche Haltung, in der Sie mir die Truppen vorgeführt haben. Es war ein erhebender Anblick für den Kriegsherrn, ein beruhigender Anblick für den Landesherrn. Ich glaube mit gutem Gewissen das Ihnen ausgesprochene Lob vertreten zu können, zumal in meinem zehnten Regierungsjahre, und ich glaube wir können getrost uns sagen, daß der hohe Herr, dessen weithin schauendes Denkmal auch heute über den Platz hingeblickt hat, von oben herab zufrieden zugeschaut hat zu dem, was seine kampfestreuen Westfalen heute geleistet haben. Ich glaube der Ueberzeugung Raum geben zu dürfen, daß das 7. Armeecorps am heutigen Tage nicht ein Haar schlechter ist, als wie ich es von Sr. Majestät meinem hochseligen Herrn Großvater übernommen habe. Ich hege die feste Zuversicht, daß die ruhmreiche Tradition und die glorreiche Geschichte, die sich an die Fahnen und Namen der heute in der Parade gestandenen Regimenter knüpft, dieselben auch in Zukunft, sei es im Kriege, sei es im Frieden, dazu aufeuern wird, stets ihrer Namen und ihrer Geschichte eingedenk zu sein und, ihrem Fahneneide treu, ihr Gelübde zu erfüllen, wie sie es bisher gethan haben. Ich trinke auf das Wohl der heute in Parabe gestandenen Regimenter des 7. Armeecorps und der Division Fransecky. Hurrah! Hurrah! Hurrah!“ An dieses Mahl schloß sich ein großer Zapfenstreich im Curpark vor dem Curhause an, der von 1800 Musikern des 7. Armeecorps, unter Leitung des Capellmeisters Roß berg, ausgeführt wurde. Der Kaiser und die Kaiserin, sowie die Gäste wohnten demselben im Curhause unter einem geschmückten Baldachin bei.— Das Leben und Treiben in den Straßen ist sehr lebhaft; namentlich sieht man viele Bewohner der umliegenden Ortschaften. Das Wetter ist herrlich. c Berlin, 6. Sept. Der Kaiser hat dem Staatssecretär des Reichspostamts, General=Lieutenaut v. Podbielski, den Character als Wirklicher Geheimer Raty mit dem Prädicat„Excellenz“ unter Beilegung der Anciennetät vom 1. Juli 1897 verliehen. + Wie die„Voss. Ztg.“ schreibt, ist für die Einberufung des Reichstags in den maßgebenden Regierungskreisen noch kein Termin ernstlich in Aussicht genommen. Es schwanken die Meinungen darüber, ob dieselbe Ende November oder Anfangs December erfolgen soll. Die feste Bestimmung wird sich hauptsächlich darnach richten, wann die Landtagswahlen beendet und wie der Etat und die Gesetzentwürfe fertig werden. X Die„Post“ bezeichnet die Meldung der„Frankf. wonach Kaiser Wilhelm dem Czaren den Vorschlag gemacht habe, dem Kaiser Franz Joseph zu seinem Jubiläum die beiden occupirten Provinzen Bosnien und die Herzegowina zum Geschenk zu machen, als vollständig erfunden. X Amsterdam, 6. Sept. Die Königin Wilhelmina leistete heute Morgen 11 Uhr in der Nieuwe Kerk den Eid auf die Verfassung. Der Präsident der Generalstaaten vollzog alsdann die Huldigung und leistete selbst, hierauf alle Mitglieder einzeln den Eid der Treue. Der Jubel und die Begeisterung des Volkes ist unbeschreiblich; die Stadt prangt im reichsten Festschmuck. * Kanea, 6. Sept. Die Bevölkerung der Stadt Kandia befindet sich mit den Engländern im Kampfe. Der Militärgouverneur und der Civilgouverneur von Kanea boten die Unterstützung der türkischen Truppen für die Engländer an. Abends 6 Uhr wurde Kandia bombardirt. 2c Hamburg, 7. Sept.(Telegramm.) Die Hamburger Viermast=Barke„Hebe“ ist vermuthlich mit Mann und Maus untergegangen. Dieselbe ging am 23. März von Cardiff nach Jquique in See, erreichte jedoch ihren Bestimmungsort noch nicht. = Lübeck, 7. Sept.(Telegramm). Der Ausstand der Bauarbeiter endete mit einer Niederlage der Arbeiter. Die Arbeit wird zu den alten Bedingungen wieder aufgenommen. 2c Wien, 7. Sept.(Telegramm.) Das Wiener Correspondenz=Bureau meldet aus Canea, daß drei Kriegsschiffe nach Candia abgegangen seien. + Paris, 7. Sept.(Telegramm.) Von Zola traf hier ein Brief ein, der ankündigte, daß er in den ersten Tagen des October nach Paris zurückkehren werde. + Paris, 7. Sept.(Telegramm.) Der Secretär des Advokaten Labori begab sich gestern früh in das JustizMinisterium, um dem Director ein von Labori und Lemaus zur Unterstützung des Revisionsgesuches der Frau Dreyfus verfaßtes Gutachten zu überreichen. = Madrid, 7. Sept.(Telegramm.) Der Ministerrath beschäftigte sich mit der Lage der Armee auf den Philippinen und mit dem Geschick der 5000 von den Aufständischen gefangenen Spanier. Der Herzog Almadovar wird die Verhandlungen zum Loskauf eröffnen. Der Ministerrath beschloß, die Veröffentlichung der Berichte der geheimen Sitzung der Cortes definitiv zu untersagen. sener Credit=Anstalt Bochum. Centrale: Essen. Filialen: Dortmund, Gelsenkirchen. Coursbericht vom 6. Sept. 1893. Die seste Stimmung auf dem Kohlen=Kuren=Markte hielt in der vergangenen Woche an. Während die Nachfrage nach einigen schweren Werthen wie Centrum, Ewald und Königin Elisabeth anhielt, entwickelte sich in kleineren Werthen wie Dahlhauser Tiefbau, Freie Vogel und Unverhofft, Bickefeld und Bommerbank ein lebhaftes Geschäft. Bevorzugt waren noch ganz besonders Mont Cenis, welche mit ca. 1050 Mark gefragt blieben. Der Markt der Kali=Werthe blieb nach wie vor fast ganz geschäftslos. Die heutigen Notirungen stellen sich annähernd wie folgt: Kohlen= Kure: Alte Haase Baaker Mulde Carolinenglück Centrum Constantin d. Gr. Crone Dahlhaus. Tiefb. Dorstfeld Eiberg Eintracht Tiefb. Ewald Friedrich der Gr. Gen. Blumenth. Graf Bismarck Graf Moltke Graf Schwerin Hannibal Heinrich Helene=Amalie Herkules Joh. Deimelsb. Julius Philipp Kaiser Friedrich König Ludwig Königin Elisab. Markt- und Börsen=Nachrichten. Berliner Coursberich 102,20 94,40 Reichsanleihe 3 1/% 3% Preuß. Consols 3 1/% „. a 94.90 Berg.=Märk. Bank 163,00 Dortm. Bankverein 134,10 Consolidation 289,00 Dannenbaum 110,00 * Neuß, 6. Sept. Fruchtpreise. vom 6. Sept. Dortmunder Brauerei—— Dortm. Bergbauverein—.— Essener Creditbank 143,50 Reichsbank 164.40 Bochumer Gußstahl 222,75 Westfäl. Stahlwerke 216,25 Gelsenkirchener Bergw. 190,75 Harpener 178,10 Weizen, kleiner do. 1. S., engl. do, 2. S., engl. Roggen, 1. Sorte " 2. Sorte Hafer, 1. Sorte " L. Sorte (Alles 100 Ko.) hen Rk. 2,00—3,00 die 50 Ko. 4.80 1 84 ** Pertige Herren- u. Burschen-Anzüge Priedewald& Veilmann, Breitestraße 71. Witten. Breitestraße 71. Spezialität: Elegante Aufertigung in allen Größen u. Preislagen. Reelle Bedienung! „„ rrr. nach Maass Feine Verarbeitung; sehr gute Stoffe. Einziges christliches Geschäft seiner Art am unter Garantie guten Sitzes. Reelle Bedienung! Zun Zei.ster hiaausgeilPrsel. ist das Geld, wenn man statt guten Kaffee minderwerthige Waare oder gar Surrogate einkauft. 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September 1898. Die Polizei=Verwaltung: J. B.: Rohrmann. Beranntmachung. Diejenigen Gewerbetreibenden hiesiger Stadt, welche im Jahre 1899 das Wander=Gewerbe betreiben wollen, werder hierdurch aufgefordert, bis zum 10. Oktober ds. Is. während der Dienststunden sich im Magistrats=Steuerbureau, Marktstr. 15, Zimmer Nr. 5, zu melden. Die für das Jahr 1898 ertheilten Wander=Gewerbescheine sind bei der Anmeldung vorzuzeigen. Witten, den 6. September 1898. Die Polizei=Verwaltung: I. V.: Kohrmann. Gras=Verrauf.“ Am Freitag den 9. Septbr., nachmittags 3½ Uhr, lassen wir durch den Auktionskommissar Pott hier den L. Graswuchs in unseren, früher Lohmann'schen Wiesen, zwischen Ruhr und Mühlengraben öffentlich verkaufen. Witten, den L. September 1898. Direktion der vereinigt, städt. Gas. u. Wasserwerke Witten: G. Pahde. Grasverkauf Millionen von Hühneraugenleidenden verlangen nach sicherer Hilfe. Diese finden Sie bei Anwendung der Seer ab„enplatten vona. Verzog& Co., Freiburg i. 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Civilstand der Stadt Witten vom 28. August bis 3. September 1898. Geburten: Maria, T. v. Fabr. Valentin Szalek, Ardeystr. Gottfried Joh. Herm., S. v. Steinbrucharbeiter Pielarczyk, Johannisweg. Maria Julie Hulda Elisabeth, T. v. Bgm. Gust. Robbert, Bruchstr. Antovie Margarethe, T. v. Schreiner Friedr. Albert Wenzel, Ktrchhofstr. Arthur Einton Bernhard Heinr., S. v. Schlosser Heinr. Toppe, Poststr. Heinr. Otto, S. v. Bgm. Carl Heinr. Pröpper, Ardeystr. Emma Elisabeth, T. v. Schuhmacher August Westerdorf, Bachstr. Walther Friedr. Ludwig, S. v. Bäcker und Conditor Wilh. Heinr. Friedr. Brabänder, Hauptstr. Friedr. Wilh., S. v. Zeitungsbote Heinr. Busse, Johannisweg. Heinr. Peter, S. v. Küfer Jakob Fiehl, Oststr. Catharine Caroline Henriette, T. v. Hausdiener Heinr. Kronsbein, Hauptstr. Paul Heinr. Rudolf, T. v. Maurerpolier Heinr. Beerhenke, Kirchhofstr. Aloysia Veronika, T. v. Handarb. Joh. Ferdinand Rolf, Kirchhofstr. Joseph August, S. v. Fabrikarb. Mathias Kamieniarz, Herbederstr. 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Bäcker Heinrich Haarmann, 45 J., Diakonissenha ts. Ehefrau des Werkmstr. Siegfried Eduard Janssen, Christine Wilhelmine geb. Hoffrichter, 50 J., Ardeystr. Erna Luise, T. v. Schreiner Carl Gust. Nicolaus Geldmacher, 1 J., Breitestr. Carl Otto Albert Friedr., S. v. Wirth August Rippel, 9 Mon., Poststr. Clara Wilhelmine Adelheid, T. v. Handlanger Carl Beinke, 6 Mon., Ledderkenweg. Johanna Toni, T. v. Schneidermeister Peter van de Logt, Oststr. Bügelarbeiter Constantin Küper, 19 J., Diakonissenhaus. TodtBreidenbach, Pferdeb Fabrikarb. Heinr. Gust. Tippel, bachhtr. Todtgeborene Knaoden.342) bebachste., Todtgedorene Zwillings=Knaben der Ehefrau NrugA Gorlmunder Arn Kerost Kennen am 18. Septemb., nachm. 3 Uhr, auf der Vereins-Rennbahn an der Buschmühle. Gesammtpreise ca. 10000 Mk. Totalisator für Mitglieder. Näheres durch die Plakate. mit Kparatur=Aerts...... Johannisstrasse 16. 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Warten wi ):( Sie können's haben uns die Conser wollten das Reichst Nach der Wahl ging sollte denken, der Hil Landtagswahlen legte wegs. Sie sind eben kannten Mittel so sich keine Mördergrube u Mirbach in der habe ihm, nach seiner er habe es für nothw ein sehr starkes demol der Gefahr, die er in deutscher Fürsten an fürchtung sei aber ir gegenwärtigen Reichst das deutsche Volk, so es zu sprengen. u# Mirbach, das zu erzä alten Aufsatz von He lesen, da ist ihm der heraus. Daß in dem hat Bismarck nicht ei also die Berufung au zeitung“ meint übrigen Wahlrechts liegende der Beibehaltung verb ):( Die Gegner de vertretern bei der G Unglück. Aus der# lange, bevor das Ung sich ereignete, dringe Mängel dieses Schach daß eine gründliche scheint. Ebenso war Seiten der Arbeiter „Achenbach“ auf den gehend zu besichtigen, drohendem Zustande der Gewerkschaftscomn hatte, erwiderte Kost berufenster Seite" ve inneren Verhältnisse jetzt wie für alle Am letzten Samstag ein Häuer durch her schüttet; er war sofor allein gegen die Beth Grubenaufsicht spricht 1( Die socialdemo Berlin, Teltow=Bees theidigen mit sehr sch Beschluß der Nichtbe tagswahlen. Wahl Reaction zu schwächer da ohnehin die Freiss zu wählen, um durch ringen, sei glücklicher Beschluß verboten. c Die Roman von Als Veronica die bri Erstaunen auf die Pracht die Guirlanden von Imm lachenden, rothen Beeren, Blättern, die dunkle, stol volle Mistel— Alles ersc erwärmte sich bei diesem Weihnachten war, so sollt stets seinen Segen geben! zu sagen, auf jedem Gef schauten heiter aus. Sie vergessen können:„Ich! fröhliches Weidnachtsfest,“ waren die kalten, verschlo Fluch lastete, wie ihre Te Sie blickte auf die e sich Kraft, Klugheit, Mut sie sah auf die frischen C schönen Frauen, und sie m Nation im Vergleiche mit In ihrem Herzen war ke auf die fröhlichen jungen Ahnung von ihrer eigenen Gesicht, ihrer anmuthigen Nie vergaß sie das 1 land, die lange Tafel mi Glas, der Menge Blum das Gelächter und die allge der Wind in den laublose am klaren Nachthimmel gl Sie sah Catharine und ihren stattlichen, jung folgte. Da trat Sir Jasper „Gefällt Ihnen unse feiern, Veronica?“ fragte Sie sah ihn an. „Es in schöner, als abe,“ erwiderte sie, und