Freitag, 19. August 1393 Dritter Jahrgang. St. Privat# an eingelaben. stand. 9SE ME SR M uAT d Conditoren einer ** suli 1897, auf t curr., Nr. 133. ein . hmittags 4 Uhr# raden Kücken= zue * taglich, mil Buenahun der Sonn- und Tetertags. Abonnementeprete uubs den Graflabstlagen„Sonntagsfreude“,„Neterglocken“ und„Sterus und Blumon“ durch die Boten zugestellt nur 50 Pig. pro Monat, durch die Pos bezogen nur 1.20 Dk. pro Buartal. Verantwertiich P. 6 6. Vrlugewald. Preis für die 1spaltige Petitzeile 10 Pig. Bei größeren Aufträgen entlprochenden Rabatt. Größere Anteigen können nur bis spälesteno Abendo 5 Uhr nommen werden, ganz dringende Inserate bis Morgens 8 Uhr. Geschäftostelle: Witten, Haupkstraße 70. Telephon=Auschluß 130. Centrums-Organ für das Ruhrthal. Telegraum=Adresse: ktolkszeitung. Witten. Druck und Verlag den 6. Bringeweld, Witts. * Arbeitervertreter bei der Vergwerks-Inspection. Die Zunahme der Unglücksfälle in Bergwerken hat schon seit längerer Zeit die Aufmerksamkeit der betheiligten Kreise und der Regierung in Anspruch genommen. Im October vorigen Jahres berief der preußische Handelsminister eine Commission von Sachverständigen zur Untersuchung der Unfallgefahr in Bergwerken. Man erfuhr aber über ihre Thätigkeit zunächst nichts. Als dann das große Unglück auf der Zeche„Carolinen= glück“ am 17. Februar d. J. stattfand, kam die Frage kräftiger in Fluß. Von Seiten der Bergarbeiter war schon längst verlangt worden, daß zur Mitwirkung bei der Beaussichtigung der Bergwerke Arbeitervertreter herangezogen werden sollten. Nach ihrer Ansicht trägt nämlich die mangelnde Aufsicht die Hauptschuld an den Unglücksfällen, und da die Aufsichtsbeamten zu der nöthigen Revision der Bergwerke nicht die Zeit haben, auch Manches nicht sehen, was ein erfahrener Bergmann sieht, oder bei den Arbeitern nicht das Vertrauen haben, das Arbeiterdelegirte haben würden, so sollen eben solche Delegirte dabei mitwirken. Die Arbeiter wünschen, daß diese Delegirten frei und unbeeinflußt aus ihrer Mitte von ihnen selbst gewählt werden und der Staat sie bezahlt. Eine Bergarbeiterversammlung, die nach dem erwähnten Unglück stattfand, war von der Nothwendigkeit der Hülfscontroleure aus Arbeiterkreisen so überzeugt, daß sie sogar die Bereitwilligkeit der Arbeiter aussprach, die Bezahlung derselben nöthigenfalls selbst zu übernehmen. In gleichem Sinne sprach sich der zu Ostern abgehaltene Bergarbeitercongreß aus und hat sich noch neulich der internationale Bergarbeitercongreß in Wien ausgesprochen. Daß es nicht etwa nur die Socialdemokraten sind, die diese Forderung vertreten, zeigt die in der vorigen Session im preußischen Abgeordnetenhause eingegangene Petition des Central= vorstandes des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter, Darin wurke u. A. gebeten um die Einführung von Arbeiterdelegirten, die in freier, geheimer Wahl von den Arbeitern auf drei Jahre gewählt und vom Staate besoldet werden sollten. Ihre Aufgabe sollte sein, häufiges Befahren der Gruben, Entgegennahme von Beschwerden der Arbeiter, Ueberwachung der Befolgung bergpolizeilicher Vorschriften und dergleichen. Derartige Arbeitervertreter zur Mitbeaufsichtigung der Gruben sind auch keineswegs etwas Neues. In England bestehen sie schon seit 1887. Die Arbeiter können sich dort Vertreter wählen, die auf Kosten der Belegschaft alle Monate wenigstens einmal alle Theile der Grube besichtigen dürfen und einen Bericht darüber ins Zechenbuch eintragen müssen. In Frankreich ist die Einrichtung seit 1890 eingeführt. Der Arbeitervertreter muß mindestens zwei Mal in Monat die Gruben befahren, bei schweren Unfällen ist er sofort zu benachrichtigen. Gewählt werden die Vertreter von den Arbeitern unter Tage, deren Beeinflussung schwerer Strafe unterliegt. Die Besoldung erfolgt aus der Staatskasse. In Belgien sind im vorigen Jahre Bergwerks=Inspectoren aus dem Arbeiterstande gesetzlich eingeführt worden. Sie werden von den conseils de l’industrie et du Travail, denen Arbeitgeber und Arbeiter gemeinsam angehören, dem Minister vorgeschlagen und beziehen ihre Besoldung vom Staate. Sie haben mindestens 18 Mal im Monate alle Baue zu revidiren, Unfallursachen zu ermitteln und Verstöße gegen die Gesetze zur Anzeige zu bringen. In Oesterreich ist die Einführung einer ähnlichen Einrichtung in Aussicht genommen. Auch der preußische Handelsminister plant, wie er nach dem Bochumer Unglück im Abgeordnetenhause mittheilte, die Berufung von ArLeitern zur Grubenbeaussichtigung. Die Regierung sei zu der Einsicht gelangt, daß es bei der Bergwerks=Inspection an dem genügenden Hülfs= und Unterpersonal mangele und doß daher für dessen Ergänzung gesorgt werden müsse. Er sei zur Anstellung von Hülfskräften aus dem Arbeiterstande bereit und habe die Oberpräsidenten und Oberberg= ämter aufgefordert zum Bericht darüber, od es sich empfehle, bergpolizeiliche Unterbeamte aus dem Steigerbeamten= und Arbeiterstande anzustellen oder Delegirte der Arbeiter zu berufen. Der Minister sandte auch eine Commission nach England, Frankreich und Belgien zum Studium der Frage. So viel wir wissen, ist über das Ergebniß dieser Gutachten und Untersuchungen bisher nichts Näheres bekannt geworden. Wir wissen nur, daß vor zwei Monaten eine Versammlung der Beisitzer des Berggewerbegeriches für den Oberbergamtsbezirk Tortmund in Bochum beschlossen hat, die Behörde zu ersuchen, ein Gutachten des Berggewerbegerichts einzufordern über die Anstellung von Grubencontroleuren aus den Kreisen der practisch erfahrenen Bergleute zur Verhütung von Unfällen. Das besagt doch wohl, daß das Berggewerbegericht für die Einrichtung ist. Anders denkt freilich darüber der Verein für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund. Er hat eine Denkschrift an das Ministerium gerichtet, worin er sich entschieden gegen den Plan ausspricht. Wir hatten von diesem Verein auch nichts anderes erwartet. Er ist stets gegen jede Art von Arbeitervertretung eingenommen gewesen und ist es selbstverständlich auch gegen diese. Er macht technische und Politische Bedenken dagegen geltend. Arbeiter, weint er, seien zur Grubenaussicht gar nicht fähig und erläutert dies an einem Beispiele über die Wetterführung, die ohne Kenntniß mannigfacher physikalischer und chemischer Gesetze gar nicht sachgemäß geprüft werden könne. Als ob die Arbeitercontroleure nicht noch eine Menge anderer wichtiger Aufgaben hätten, zu deren Lösung sie in langer praktischer Erfahrung mindestens ebenso befähigt wären, wie mancher siudirte Beamte, der praktisch den Bergbau gar nicht kennt. Die Arbeiter haben ja auch nicht die Entscheidung zu treffen, was geschehen soll, sondern nur zu prüfen, ob alles in der Grube in Ordnung ist, und das werden sie schon können. Die Erfahrungen in andern Ländern wissen nichts davon, daß die Mitwirkung der Arbeiter bei der Aufsicht sich nicht bewährt habe; im Gegentheil, in Frankreich haben die Unfälle seit 1890 um mehr als die Hälfte abgenommen und das schreibt man der Mitwirkung der Arbeiter zu. Der genannte Verein bezweifelt ferner, ob Arbeitervertreter die nöthigen moralischen Eigenschaften, insbesondere die nöthige Charakterstärke haben und sich nicht durch Drohungen und Zuspruch ihrer Wähler beeinflussen lassen würden. Diese Verdächtigung hätten die Unternehmer sich sparen sollen, man braucht nur auf die Erfahrungen der Gewerbegerichte hinzuweisen, um sie zu entkräften. Die wirksamste Maßnahme der Unfallverminderung liegt nach Meinung des Vereins darin, daß das Gefühl der Verantwortlichkeit in jedem einzelnen Arbeiter und Bearten geweckt und gekräftigt werde; bei der geplanten Schaffung eines unteren Aufsichtsapparates müsse aber dies Gefühl eine Einbuße erfahren. Dann wäre also wohl das Beste: gar keine Aufsicht, das stärkt das Gefühl der Verantwortlichkeit noch mehr. Natürlich kommt der Verein auch wieder mit dem Einwurf, die nothwendige Autorität der Grubenbeamten werde durch die Schaffung von Arbeiterdelegirten geschwächt. Autorität ist den Unternehmern eben, daß der Arbeiter einfach zu gehorchen hat. Selbst der Abg. Tr. Hammacher, der doch gewiß ein Freund der Unternehmer ist, hat den Plan im Reichstage als nützlich und human begrüßt und gar keine Besorgniß geäußert, daß die Autorität der Beamten leiden könne. Auch der österreichische Ackerbauminister Frhr. v. Kast meinte jüngst, die Einrichtung der Arbeiterdelegirten zur Beaufsichtigung der Bergwerke werde das Vertrauen der Arbeiter zu den behördlichen Organen stärken. Aber wenn man die Arbeiter als willenlose Werkzeuge behandeln will, dann redet man immer von der Aufrechterhaltung der Autorität. Das politische Bedenken des Vereins kommt auf die alte Redensart hinaus, daß die Socialdemokratie die Einrichtung agitatorisch verwerthen werde. Sie werde sich rühmen, die Maßregel zuerst vorgeschlagen zu haben, die Wahlen würden einen wirksamen Agitationsstoff abgeben, die Agitatoren würden gewählt werden und ihre Stellung dann für Parteizwecke ausnützen, und schließlich würde die ganze Industrie in heillose Zustände gerathen. Mit solcher Beweisführung kann man schließlich die ganze Socialreform als der Socialdemokratie förderlich hinstellen und verurtheilen. Aber einmal sind derartige Behauptungen durch die Erfahrung keineswegs bestätigt, und dann hat nach unserer Ueberzeugung die Socialdemokratie mehr Vortheil davon, wenn man in dieser Frage die einmüthige Forderung der gesammten Bergarbeiterschaft unberücksichtigt läßt, als wenn man ihr entgegenkommt. Sogar die gut unternehmerfreundliche „Nat.=Ztg.“ stimmt mit dem Verein nicht überein, während allerdings die auf dem Standpunkte des Herrn v. Stumm stehenden„Berl. Neuest.=Nachr." sich mit den üblichen Redensarten über die Nothwendigkeit einer kräftigen Abwehr der Socioldemo= kratie auf die Seite des Vereins stellen. Man darf gespannt sein, ob schließlich die Scharfmacher oder die Freunde einer gesunden Socialreform bei der Regierung obsiegen. Die im vorstehenden Artikel kritisirte Denkschrift des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Oberber gamtsbezirk Dortmund hat folgenden Wortlaut: Euer Excellenz haben bei der zweiten Lesung des Etats der Bergverwaltung im Hause der Abgeordneten am 24. Februar d. J. Gelegenheit genommen, die am 17. Feb=uar auf Zeche„Carolinenglück“ erfolgte Grubencatastrophe eingehend zu besprechen und darauftin als Aufgabe der Verweltung es bezeichnet:„die Gesammtheit der bergpolizeilichen Vorschriften, die Gesammtheit der Einrichtu gen für de Beaufsichtigung des Grubenbetriebes und insbesondere für die Bewetterung einer Revision zu unterziehen.“ Noch Erörterung der rein technischen Punkte dieses Programms haben Euer Excellenz, anknüpfend an die Forderungen der Bergarbeiter, insbesondere die Frage der Ueberschichten wie die gegenwärtig bestehende Aufsicht und deren Ergänzung durch„Schaffung eines unteren Aufsichtapparates" behandelt. Euer Excellenz hochgeneigter Entschließung gemäß haben wir Gelegenheit gehabt, die Frage der Ueberschichten mit dem Königl. Oberbergamt zu Dortmund in eingehender Berathung zu erörtern. Von ungleich größerer Bedeutung jedoch unter den vorgesehenen Maßnahmen erscheint uns die geplante„Schafsung eines unteren Aufsichtsapparates“: Euer Excellenz bitten wir angesichts ressen ehrerbietigst um die Erlaubniß, unsere Auffassung über den Gegenstand schon heute im Allgemeinen entwickeln zu dürfen, zugleich aber hochgeneigtest uns zu gestatten. dieselbe zu gegebener Zeit an der Hand der Erfahrungen des Auslandes zu ergänzen. Euer Excellenz beabsichtigen, soweit der stenographische Bericht und weiter ein Communique der Berliner Correspondenz vom 9. März d. J. erkennen läßt, für den geplanter unteren Aufsichtsapparat Personen aus dem Steiger= oder Arbeiterstande heranzuziehen. Von den Ergebnissen ähnlicher Einrichtungen im Auslande ist nach den Ansführungen im Abgeordnetenhause nicht die Schaffung des unteren Aufsichtsapparates an sich, vielmehr nur seine Form abhängig gemacht, ob nämlich brgvolizeiliche Unterbeamte oder eigentliche Arbeiter=Delegirte in Thätigkeit treten sollen. In gleicher Richtung bewegt sich die am 9. Mai in der Petitions=Commission des Abgeordnetenhauses stattgehabte Verhandlung über die Petition des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter vom 6. April d. J., zu deren 1. Punkt Euer Excellenz Commissarien, unwidersprochenen Zeitungsnachrichten zufolge, erklärt haben:„Bezüglich der Forderung von Arbeiter=Telegirten(welche den Königl. Revierbeamten zur Seite gegeben werden sollen) werden anerkannt, daß hinsichtlich des Unterpersonals der Aufsichtsapparat nicht genüge; es sei beabsichtigt, hier einzugreifen und zwar durch Aenderung der bestehenden Gesetz ebung.“ Euer Excellenz am 5. März d. J. (I 1533) an die Oberbergämter gerichteter Erlaß, der inzwischen durch Abdruck aus anderen Revieren hier bekannt geworden ist, scheint den Schlüssel zu diesen Erklärungen zu geben; er verlangt im Interesse von Leben und Gesundheit der Arbeiter ein Gutachten über die Zweckmäßigkeit häufigerer Revision der Betriebe durch einen neu zu schaffenden unteren Aufsichtsapparat und erwartet von dieser Maßnahme, daß damit, im Gegensatz zum augenblicklichen Zustande, die Revierbeamten eine volle Bürgschaft für den Sicherheitszustand der ihrer Aufsicht unterstellten Gruben zu übernihmen in der Lage wären. Für die Erstattung des Gutachtens werden den Oberbergämtern zugleich eine Anzahl von allerdings unverbindlichen Directiven gegeben; unter den beiden als gangbar bezeichneten Wegen: a) der Anstellung staatlicher Unterbeamten, b) der Verwendung von Arbeiter=Delegirten, wird der Letztere einmal als minder belastend für die Staatskasse und zugleich als eine Erfüllung der aus Arbeiterkreisen laut gewordenen Wünsche bezeichnet, ohne daß im Falle zu b) die allgemeinen politischen Gesichtspunkte oder die moralische Qualification zur Prüfung gelangten. Entsprechend der in dem angezogenen Erlaß geschehenen Behandlung erstreckt sich die folgende Erörterung in erster Linie auf den Weg zu b), ohne damit den zu a) als practisch gangbar bezeichnen zu wolen. I. Bedenken auf technischem Gebiete. Dem hohen Erlaß ist für die Schaffung eines unteren Aufsichtsapparates als Begründung vorangeschickt die gesenwärtig bestehende Unmöglichkeit für die Revierbeamten, eine volle Bürgschatt für den Sicherheitszustand der ihrer Aussicht unterstellten Bergwerke zu übernehmen. Diese Unmöglichkeit wird, wie bei der Natur des Bergbaus zu befürchten steht, durch keinerlei wie immer geartete Verwaltungsmaßnahmen sich besitigen lassen. Vielmehr wird man bei einer solchen Bütraschaft sich darauf beschränken müssen, zu veranlassen, daß alle nach Wissenschaft und Erfahrung bekannten Mittel zur Verhütung von Unfällen thatsächlich zur Anwendung gelangen. Euer Excellenz haben bei der zweiten Lesung des Bergetats mit den Worten eines klassischen Citats vor der Täuschung gewarnt, als ob der Bergbau auch bei Anwendung der vollendetsten Hülfsmittel je völlig gefairlos zu machen sei. Die Gründe für diese Thatsache sind u. E. vornehmlich divon jedem andern Großbetriebe abweichende Form der isolirten Beschäftigung des Einzelnen und sodann die größere Abhängigkeit von den elementaren Ereignissen. Die wirksamste Maßnahme der Unfallverminderung liegt deshalb unseres Erachtens darin, daß das Bewußtsein der Verantwortlichkeit in jedem einzelnen Arbeiter und Grubenbeamten geweckt und gekräftigt werde, indem man u. a., wie in unserem Bezirk übe lich, verlangt, daß Arbeiter erst nach längerer Vorbereitungshrstraße, freundker-nnung. Quartettein. 21. August er.: ensyburg. 14 Min. rhein. Litglieder hierdurch aben werden. der Vorstand. zum Einzeichnen g Abend im Verafberte berngpereile. dleg Ne. 198. 24 Die Goldsucher. Von A. Henty. „Und was antworttten Sie, Don Ramon?“ „Ich schrieb, ich brauche einige Zeit, um eine so große Summe in Gold aufzubringen, aber ich werde sogleich nach Sante Fé senden und mir alle Mühe geben, das Geld in der kürzesten Zeit anzuschaffen. Ich fragte aber, welche Sicherheit ich habe, daß meine Töchter nach Auszahlung des Geldes frei gelassen werden. Darauf habe ich noch keine Antwort erhelten: „Nein, sie kann schwerlich früher, als diesen Morgen kommen,“ sagte Hugo.„Sie wundern sich, Senor, daß ich das weiß? Wir haben den Ort entdeckt, wo Ihre Töchter sich befinden.“ „Ist es möglich?“ ziefen die Anderen erstaunt.„Aber wer?“ „Meine Genossen und ich,“ sagte Hugo.„Ich habe wenig dazu beigetragen, außer, daß wir viele Meilen weit geritten sind. Das Verdienst gebührt den beiden Goldgräbern, von denen ich Ihnen gesagt habe. Mit diesen habe ich einen Streifzug nach einem Ort gemacht, der ihnen bekannt ist.“ Dann erzählte er, wie das Hauptquartier der Räuber entdeckt worden sei und auf welche Weise sie sich überzeugt haben, daß die Mädchen wirklich dort seien und darauf erklärte er den Plau, den er mit dem Doktor gefaßt hatte, während sie hierher zurückkehrten. „Don Ramon, seine Frau und sein Sohn waren sehr bewegt über diesen Bericht.„Sie haben uns in der That einen Dienst geleistet, den wir nie vergelten können. Sollte Ihr Plan mißlingen, so würde es sowohl Ihnen, als meinen Töchtern das Leben kosten.“ „Wir fürchten nicht für unser Leben, Don Ramon. Es sind wahrscheinlich nicht mehr als zwanzig Räuber dort und wenn wir entdeckt werden, ele wir zu Ihren Töchtern gelangen, so werden wir uns durchschlagen. In diesem Fall sehen die Räuber, daß wir nur vier Mann sind und werden daher sicherlich die Aussicht auf das Lösegeld nicht dadurch verscherzen wollen, daß sie ihre Gefangenen tödten. Sie würden glauben, wir hätten das auf unsere Rechnung übernommen, als eine Art von Speculation und sie würden wahrscheinlich Ihre Töchter nach einem anderen Ort bringen, aber nen keinen Leid zufügen. Nach unserem Plan sollen die Truppen zur Hand sein, aber sich nicht sehen lassen, bis sie drei Schüsse in regelmäßigen Zwischenräumen hören.“ Das soll das Signal sein, daß es uns gelungen ist, in das Zimmer Ihrer Töchter zu gelangen, und daß sie bei uns in Sicherheit sind. In diesem Fall eilen Sie sogleich herbei. Wenn Sie dagegen ein heftiges Feuer hören, so wissen Sie, daß wir entdeckt wurden, ehe wir Ihre Töchter erreicht baben und ziehen sich in der Stille zurück, um nach El Paso zurückzukehren. Dann natürlich müssen Sie Ihre Verhandlungen über das Lösegeld fortsetzen.“ „In jedem Fall,“ sagte Don Carlos,„habe ich das Recht, Sie zu begleiten. Meine Schwestern sind in Gefahr, und ich kann es nicht Fremden überlassen, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, während ich in sicherer Entfernung bleibe. Das wüssen Sie mir zugestehen, Senor.“ „Gewiß," erwiderte Hugo.„Ich hielt es für wahrscheinlich, daß Sie darauf bestehen würden, und Sie haben ein Recht dazu.“ „Der Versuch darf nicht gemacht werden," veisetzte Don Ramon ernst,„wenn ich meine Töchter durch ein Lösegeld wieder erlangen kann. Die Gefahr wäre zu schrecklich, und obgleich zweihunderttausend Dollars eine große Summe sind, so würde ich doch sie lieber bezahlen, als daß Sie sich in diese Gefahr stürzen. Aber die Frage ist, welche Sicherheit die Räuber geben, daß sie die Gefangenen ausliefern, nachdem sie das Geld erhalten haben. und das werde ich bald erfahren. Wir wollen also nichts unternehmen, ehe ich die Antwort erhalte.“ „Wäre es nicht gut, Senor, wenn Sie nach dem Fort hinübergehen und mit dem Officier ein Uebereinkommen treffen würden, daß er zwanzig oder dreißig Mann jeden Augenblick zum Aufbruch bereit hält. Wenn Sie sich zu diesem Versuch, Ihre Töchter zu befreien, entschließen, so ist es desto besser, je eher wir aufbrechen, d. h. wenn Sie beabsichtigen, Soldaten zu nehmen, anstatt eine Schaar von Ihren eigenen Leuten.“ „Ich habe schon mit dem Officier gesprochen,“ erwiderte Don Ramon.„Er ist ein Freund von mir und kam sogleich, nachdem er von der Sache gehört hatte, um mir seine ganze Truppenmacht zur Verfügung zu stellen.“ In diesem Augenblick trat ein Diener ein und meldete, ein Mann wünsche Don Ramon zu sprechen. Dieser verließ das Zimmer und kehrte sogleich mit einem kurzen Brief zurück. Dieser lautete: „Senor, wenn Sie Ihre Töchter zurück haben wollen, so müssen Sie uns trauen. Wir geben keine Sicherheit, außer unserem feierlichen Versprechen. Sagen Sie meinem Boten, an welchem Tag Sie das Geld bereit haben werden, und zögern Sie nicht länger als eine Woche. Dann wird er wiederkommen, um es abzuholen. So gen Sie dafür, daß man ihm nicht nachfolgt, denn es kostet Ihren Töchtern das Leben, wenn ein Versuch gemacht wird, auszuspionieren, wohin er gebt. Ihre Töchter werden vierundzwanzig Siunden nach Absendung des Geldes zurückkehren.“ „Ich denke, es ist am besten, Sie antworten darauf, obgleich die Bedingungen sehr hart sind, nehmen Sie sie on, aber Sie können nicht wissen, ob Sie im Lauf: der Woche eine so große Summe in Gold aufbringen können, und Sie bitten, Ihnen zehn Tage zu geben, ehe der Bote nach dem Gelde komme, und Sie geben Ihr Ehrenwort, daß kein Versuch gemacht werde, dem Boten nachzuschleichen.“ Don Ramon schrieb den Brief und brachte ihn in die Vorhalle, wo der Bote ihn erwartete, umgeben von den Dienern mit finsteren Mienen. „Hier ist meine Antwort,“ sagte Don Ramon, als er dem Mann den Brief übergab.„Sagen Sie Ihrem Anführer, ich werde mein Wort halten, und ich verlasse mich darauf, daß er auch das seinige halten werde.“ „Nun, Senor Hugo, wollen Sie mir Ihren Plau genauer mittheilen? Wie sollen die Truppen zur Hand sein, ohne daß sie bemerkt werden?" „Der Doktor hat folgende Idee: Sie sollen diesen Morgen durch einen Diener einen Brief an den Commandanten des Forts schicken, worin Sie ihm sagen, Sie glauben, den Aufenthalt Ihrer Töchter zu kennen, aber alles hänge davon ab, daß die Truppen, ohne Verdacht zu erregen, sich dem Ort nähern, Wollen Sie ihn auch bitten, das strengste Stillschweigen über die Truppenbewegungen bis heute Abend zu bewahren und keine Befehle zu geben, bis das Thor des Forts geschlossen und aller Verkehr aufgehört hat. Dann möge er einen Officier und zwanzig Mann bereit halten, um gegen vier Uhr Morgens auszumarschieren unter der Führung eines Goldgräbers, welcher heute Abend am Fort Ihre Karte übergeben werde. Das wird natürlich der Doktor sein. Ersuchen Sie den Officier, diesem absolut zu vertrauen. Unser Plan ist, daß die Soldaten jenseits des Flusser etwa vierzig Kilometer weit marschieren und dann bis zum Einbruch der Nacht Halt machen. An diesem Punkt sind sie dann so weit entfernt von dem Schlupfwinkel der Räuber, als von hier, und wenn die Freunde der Räuber erfahren, daß eine Abtheilung Soldaten ausmarschiert ist, wird man ncht argwöhnen, daß ihr Marsch mit unserer Sache in Verbindung steht. Nach Einbruch der Nacht werden sie wieder aufbrechen, über den Fluß setzen, und um ein Uhr Nachts mit Ihnen und wir nahe beim Städtchen Ajanco zusammentreffen, von da gehen wir in die Berge, ruhen den ganzen Tag und nähern uns der Schlucht, in der das Räubernest liegt.“ „Das ist ein vortrefflicher Plan, Senor, aber wie sollen wir morgen Abend von hier fortkommen, ohne daß es bemerkt wird?“ „Der Doktor und ich hielten es für das Beste, daß Sie morgen früh zu Ihrem Bankter reiten. Das wird ganz natürlich erscheinen. Am Abend nach Sonnenuntergang reiten Sie mit Don Carlos wieder zu ihm. Sie werden natürlich wenigstens vier oder fünf Mann von Ihren Leuten als Wache mit sich nehmen. Diesen übergeben Sie Ihre Pferde, während Sie bei dem Bankter eintreten, dann gehen Sie durch sein Haus und verlassen dasselbe durch die Hinterthüre in Ihre Mäntel gehüllt, und gehen zu Fuß bis zu einer Stelle, eine halbe Meile außerhalb der Stad, wo Juan, der das Land kennt, wie Sie sagen, mit Ihren Pferden Sie erwartet. Ich werde auch dort sein. Die Leute, die Sie beobachten, wie wir sicher annehmen können, werden natürlich glauben, Sie seien bei dem Bankier. Um zehn Uhr soll derselbe vor die Thüre kommen und Ihren Leuten sagen, sie sollen mit Ihren Pferden nach Hause gehen und mit denselben um zehn Uhr morgens zurückkehren, da Sie beim Bankier übernachten werden. Selbst, wenn die Schurken etwas argwöhnen sollten, was ganz unwahrscheinlich ist, so wissen sie doch nicht, welche Richtung Sie eingeschlagen haben, da Sie jedenfalls zwei Stunden Vorsprung haben werden, ehe sie Verdacht schöpfen.“ „Ein vortrefflicher Plan, Senor! Sie erhöhen unsere Schuld der Dankbarkeit gegen Sie noch mehr.“ Alles wurde nach dieser Verabredung ausgeführt. Hugo kehrte sogleich nach El Paso zurück, und am Abend bestieg der Doktor sein Pferd und ritt nach dem Fort. Der nächste Tag verging ruhig. Sobald es dunkel wurde, ging Hugo nach dem Stall, sartelte selbst sein Pferd, ohne einen der Leute im Hof zu sehen, und ritt fort in der Richtung nach Don Ramons Hof. Vor der Stadt machte er einen großen Bogen um dieselbe und gelangte auf die Stelle, wo Juan mit den Pferven auf Don Ramon wartete. Sie waren in ein Dickicht nahe der Straße geführt worden, so daß sie von Vorübergehenden nicht bemerkt werden konnten. Eine Stunde später kamen Don Ramon und sein Sohn zu Fuß; die Pferde wurden vorgeführt, sie stiegen auf und ritten davon während Inan voranritt und den Weg zeigte. (Fortsetzung folgt.) zeit zu Hauerarbeiten zugelassen werden. Bei der geplanten Schaffung eines unteren Aufsichtsapparates aber muß nothgedrungen dies Gefühl der Verantwortung bei Beamten wie Arbeitern Einbuße erfahren. Zudem kommt, daß hierdurch ein Theil der Verantwortlichkeit auf Personen übertragen wird, welche ihr nicht gewachsen sind. Die Verhältnisse nicht nur des einzelnen Reviers, sondern bereits der einzelnen größeren Grube sind häufig an verschiedenen Punkten so verschieden (Flötzverhalten, Abbaumethode, Beschaffenheit des Nebengesteins, das Maaß der Grubengasentwickelung 2c. 2c.), daß eine zutreffende Beurtheilung der Grube in all ihren The'le selbst auf Grund mehrjähriger ausschließlich practischer Erfahrung unmöglich ist. So läßt sich, um nur ein Beispiel zu nennen, die Hauptaufgabe unserer Gruben, die Wetterführung, ohne Kenntniß mannigfacher physikalischer und chemischer Gesetze gar nicht sachgemäß prüfen. Es muß z. B. als ausgeschlossen gelten, die für die Beurtheilung der Bewegung und Vertheilung der Wetter nothwendigen Messungen und Berechnungen ohne Gefahr der Lückenhaftigkeit oder Unrichtigkeit von Personen mit ausschließlich practischer Vorbildung vornehmen zu lassen. Wenn aber schon bei der Beschränkung auf die eigene Grube selbst die ausschließlich controllirende, von eigenen Anordnungen freibleibende Thätigkeit der Delegirten auf dem wichtigsten Geliete des Sicherheitsdienstes versagen wird, so ist es nicht abzusehen, welchen Nutzen solche Delegirte auf anderen Gruben zu bringen vermögen, auf denen sie nicht jahrelang gearbeit haben. Ferner steht dahin, ob der untere Aufsichtsapporat bei der geplanten Recrutirung die erforderliche moralische Qualification und insbesondere ausreichende Characterstärke besitzen wird. Die Erfahrungen mit einem Theil der Knappschaftsältesten lassen die Berechtigung dieser Bedenken zur Genüge erkennen: den sehr bedenklichen Zuständen, welche hier sich herausgebildet hatter, konnte wirksam nur durch Schaffung von selbstständiger dastehenden Oberältesten begegnet werden, deren Amtsführung nicht durch eine unzulässige Rücksichtnahme auf ihre Wähler beeinflußt war. Ganz ähnliche Erscheinungen wird die geplante Bestellung des unteren Aussichtsapparates zur Folge haben. Es kann nicht ausbleiben, daß die Arbeiter— falls die Delegirten ein strafbares Verschulden der Arbeiter feststellen— sie durch Zuspruch, durch Drohungen oder auf andere Weise zur Unterlassung einer Anzeige zu bestimmen versuchen. Die in einem Falle bewiesene Nachgiebigkeit aber macht den Delegirten 2c. für alle Folge von all den Arbeitern abhängig, die von dieser einen Pflichtverletzung des Delegierten erfahren. Auch bei der gewollten Beschränkung der Arbeiter=Delegirten auf eine ausschließlich controllirende Thätigkeit nach Anweisung des Revierbeamten wird es geschehen, daß sie— z. B. in vermeintlich dringenden Fällen— dennoch den Arbeitern ohne vorheriges Einvernehmen mit den Grubenbeamten directe Weisungen ertheilen und somit theils thatsächlich, theils nur in der Meinung des Arbeiters in Gegensatz zu den Anordnungen der Verwaltung wie der Grubenbeamten treten. Aus dieser Zwiespaltigkeit aber werden eine ganze Anzahl Versäumnisse thatsächlich entstehen, noch mehr auf sie zurückgeführt werden, sodaß am letzten Ende die Vorkehrungen gegen Unfälle damit nicht verbessert, sondern verschlechtert werden. Es werden sogar Fälle nicht selten sein, in denen direct unzweckmäßige Anordnungen Gefahren herbeiführen. Zudem ist damit eine Schwächung der Autorität der Grubenbeamten unausbleiblich. Die Kräftigung der Autorität der Betriebsbeamten aber und insbesondere die der verantwortlichen Betriebsführer, auch Seitens der Revierbeamten, würde voraussichtlich ein weit geeigneteres Mittel zur Verhütung von Unfällen sein. Das Allgemeine Berggesetz sieht den Befähigungs Nachweis nicht ellein für den verantwortlichen Betriebsführer, sondern auch für die ihm unterstellten Grubenbeamten vor und bedroht dieselben im Falle von Pflichtwidrigkeiten mit dem Verlust dieser Qualification. Diese gesetzliche Vorschrift mit ihrem Zwange, ausschließlich qualificirte Aussichtsbeamte auch auf ganz untergeordnete Posten(Förderaufseher 2c.) zu verwenden, beruht vornehmlich wohl in der Ueberzeugung, daß Niemandem ein dringlicheres Interesse an der Verhütung von Unfällen innewohnt, als diesen Beamten, denen mit jedem schuldhaften Versehen— ganz abgesehen von strafrechtlicher Verfolgung— der Verlust— Qualification und damit der Existenz überhaupt droht. Zudem ist diese im Gesetze gegebene Gewähr in der Verwaltungspraxis(Zeitschrift f. Bergrecht XIII. S. 333) ausgedehnt worden, indem sie von dem verantwortlichen Betriebsführer auch hinreichende Festigkeit verlangt, um bergpolizeilich gebotene Maßnahmen gegen etwaige ökonomische Bedenken des Bergwerkseigenthümers durchzusetzen. Aus diesen technischen Gründen glauben wir die auch von uns angestrebte Verbesserung des Sicherheitszustandes der Gruben außer auf dem von uns vorbezeichneten Wege weit eher von der Vermehrung der zu wirksamer Aufsicht thatsächlich qualificirten Hülfsarbeiter bei den Revierbeamten und von der inzwischen mit allen Kräften eingeleiteten Verstärkung des Grubenbeamten=Personals erwarten zu dürfen, als von der Schaffung von Aufsichtsorganen mit einer diesen Aufgaben nicht gewachsenen Vorbildung. II. Bedenken politischen Charakters. Zu den Bedenken auf technischem Gebiete treten aber solche politischen Charakters, die, wie wir glauben, ganz besondere Bedeutung besitzen. Mit der königlichen Staatsregierung glauben wir uns eins in der Ueberzeugung, daß die socialdemokratische Partei ihren revolutionären Charakter nach wie vor bewahrt und ihre extremen Ziele keineswegs verändert hat, sie vielmehr aus Opportunitätsgründen verschleiett hölt. Es kann dann keinem Zweifel unterliegen, daß alle Maßnahmen, welche die socialdemokratische Partei befehdet, ihrer Ausbreitung hinderlich, alle die aber, welche sie gutheißt, ihrer Entwickelung förderlich zu sein versprechen. So ist die(durch Vertrauensbruch bekannt gewordene) Rundfrage Sr. Excellenz des Herrn Staatssecretärs des Innern vom 11. December v. Irs. betr. den besseren Schutz der Arbeitswilligen bei Arbeitseinstellungen von ihr auf das Lebhafteste angegriffen worden. Andererseits aber hat die Bekanntgabe der Erwägungen über die Verwendung von Arbeitervertretern im Bergbau den ungetheilten Beifall der socialdemokratischen und ihr verwandten Kreise gefunden. Schon jetzt legt sich die Partei stets das Verdienst bei, diese Maßregel zuerst vorgeschlagen zu haben und knüpft daran auch die gewohnte Behauptung, daß sie allein die legitimirte Vertreterin der Arbeiterinteressen sei, und daß greifbare Ergebnisse in der Durchsetzung von Arbeiterforderungen nur in ihrer Gefolgschaft zu erwarten ständen. Der neue, in der Froge der Arbeitervertreter sich bietende Agitationsstoff muß der Partei um so willkommener sein, je weniger sie auf Leistungen in positiver Mitarbeit sonst hinzuweisen in der Lage ist. Auch erscheint es für agitatorische Verwerthung der Maßnahme von geringem Belang, ob man Arbeitervertreter von Staatswegen beruft oder frei durch die Arbeiter wählen läßt. Die Agitation würde die Einsetzung staatlicherseits als eine vorerst theilweise Erfüllung der Arbeiterforderungen bezeichnen, in dem ständig wiederholten Verlangen der freien, geheimen Wahl der Vertreter aber wäre stets bereiter, wirksamer Agitationsstoff gegeben, der Ruhe unter den Belegschaften nicht einkehren ließe. Auch ist nicht anzunehmen, daß die Wähler, wenn auch nur allmählich, in gemäßigte Bahnen einlenken. Die Erfahrungen z. B. mit den Wahlen zu den Gewerbegerichten lehren, daß die Vertreter der Arbeiter fast ausschließlich der socialdemokratischen Partei angehören. Aus den Wahlen werden als Delegirte womöglich die Agitatoren selbst hervorgehen, die der Wahlbewegung vorgestanden haben. Aber auch wenn das nicht geschieht und eigentliche Bergleute ohne agitatorisches Vorleben bestellt werden, so können auch diese trotz event. Widerstrebens sich auf die Dauer dem Partei=Terrorismus nicht entziehen, dessen vor nichts zurückschreckende Wirkung— wir erinnern an die ständig wiederkehrenden Vergehungen gegen Streikbrecher u. A. in Torgelow— genugsam bekannt ist. In jedem Falle aber werden Anhänger der Partei mit einer gewissen staatlichen Autorität ausgerüstet, ihre Stellung zur Förderung der Parteizwecke auszunutzen und damit in letzter Linie den Bestand des Staates selbst gefährden. Mit Einführung eines wie immer gearteten Wahlsystems aber, wie dies z. B. in der Petition des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter und auf dem Dortmunder Bergarbeiter=Congreß, Ostern 1898, gefordert wird, ist die socialdemokratische Wahlagitation in Permanenz erklärt. Damit wird eine Schulung geschaffen, deren Wirkung auch auf den Ausfall der politischen Wahlen selbst nicht ohne Rückwirkung bleiben kann und in Folge dessen alle zur Eindämmung der socialdemokratischen Agitation getroffenen oder zu treffenden Maßnahmen der Königlichen Staatsregierung bei den Bergarbeitern hinfällig zu machen droht. In dem kurz vor den letzten Wahlen ergangenen Schreiben des Herrn Staatssecretärs des Innern ist nach allgemeiner, unwidersprochener Ansicht die Auffassung der leitenden Kreise über die Abwehr der socialdemokratischen Bewegung niedergelegt. Nirgends mehr wie hier im Bezirk, wo practische Erfahrungen sich in Fülle bieten, hat der Appell zum engen Zusammenschluß gegen die staatsgefährdenden Ziele der Socialdemokraten volles Verständniß gefunden. Seine Wirkung aber muß schwere Einbuße erfahren, wenn die Beurtheilung von Fragen, wie der vorliegenden,— die Sicherheit des Betriebes durch Arbeiter=Delegirte zu erhöhen— nach Maßgabe der oben angeföhrten Directiven— neben der Schonung der Staatsfinanzen ausschließlich die aus Arbeiterkreisen laut gewordenen Wünsche in Rechnung zieht, ohne dabei der allgemeinen politischen Gesichtspunkte zu gedenken. Jedes wie immer geartete Eingehen auf diese Forderung ist unseres Erachtens eine Unterstützung der socialdemokratischen Agitation und Organisation, dem gegenüber es von zurücktretender Bedeutung ist, in welcher Form dies Eingehen geschieht. Auch kann wohl nicht bezweifelt werden, daß es sich hier um eine, für die gesammte Industrie bedeutungsvolle Entscheidung handelt. Dem ersten Vorstoße auf dem Gebiete des Bergbaues werden alsbald ähnliche für die übrigen Zweige der Industrie folgen alle mit demselben Ziel, dos Netz der Organisation enger zu knüpfen wie die Agitation lebendig zu erhalten, um in dem gesammten gewerblichen Leben Deutschlands Zustände herbeizuführen, auf welche der im Vorjahr begonn ne Ausstand der britischen Maschinenbauer einen lehrreichen Ausblick eröffnet hat.— Wir verharren Euer Exellenz ehrerbietigster Verein für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund. Das Präsidium: (gez.) Jenke.(gez.) E. Krabler.(gez.) Erdmann. Das geschäftsführende Mitglied des Vorstandes:(gez.) Engel. Nachrichten. der Regierung kronisch, Piequart hinzurichten; man habe vor zwei Jahren schon versucht, ihn in Tunesien in einem Hinterhalt umkommen zu lassen. * Rom, 16. Aug. Die„Köln. Zig.“ ließ vor einigen Tagen von hier berichten: Der Zustand Papst Leo's XIII., der jetzt 88 Jahre olt ist, läßt sich unmöglich länger verheimlichen. Nach und nach hat er sich verschlimmert, und zur Zeit kindelt es sich nur noch um einen ganz hinfälligen Greis, der wenig und sehr leise spricht, sich noch ein wenig bewegt und wie ein Vögelchen ißt, aber von dem man sonst weiter nichts erwarten darf. Schreiben und arbeiten kann er nicht mehr, ehensowenig von dem Verlause der Geschäfte Kenntniß nehmen, oder irgend eine Frage studiren. Das Denken ermüdet ihn, das Beten macht ihn zerstreut, so daß er zehn Mal dasselbe Gebet anfängt, oder von einem zum anderen übergeht, ohne es zu bemerken. Kurz, Leo XIII. scheint langsam zu vergehen, wie eine weiße Kerze in ihrem goldenen Leuchter.“ Nunmehr wird der„Frankf. Ztg.“ unterm 15. August berichtet: „Vor einigen Wochen erregte der Gesundheitszustand des Papstes ernste Besorgnisse. Dr. Lapponi, der Leibarzt Leo's XIII. Berlin, 17. Aug. * Ueber den Prinzen Heinrich, der gestern weit von der deutschen Heimath im fernen Osten seinen 36. Geburtstag feierte, macht der bekannte Hallenser Professor Beyschlag, ein Hauptlicht des„Evangelischen Bundes“, aus Anlaß des bekannten Besuches bei den Jesuiten folgende Bemerkung(Deutsch=evangel. Blätter 8, S. 566 folgende):„Aber auch wenn, wie wir vermuthen, Prinz Heinrich jene Worte sehr harmlos gemeint hat, hätte er besser gethan, eine Ordensniederlassung nicht zu besucher, welche in seinem Vaterlande gesetzlich verpönt ist, und Worte zu vermeiden, deren Mißbrauch in der Heimath mit Sicherheit vorauszusehen war.“ Wie schade, daß Professor Beyschlag nicht zum Gonverneur des Prinzen Heinrich bestellt wurde! Dann wäre der Besuch des Jesuitencollegs gewiß unterblieben. * Die Beisetzung der Leiche des Fürsten Bismarck wird keineswegs schon in einigen Wochen erfolgen können, wie dies mehrfach angenommen wird. Das Mausoleum, das bekanntlich die Leiche des verstorbenen Alt=Reichskanzlers aufnehmen soll, wird vielmehr, wie jetzt bekannt wird, nicht vor Monat November d. Is. fertiggestellt nerden könn.s. Erst zu diesem Zeitpunkt kann die definitive Beisetzung stattfinden. Die Leiche wird bis zur Bestattung im Schlafzimmer des Schlosses Friedrichsruh verbleiben. Das Grabmal wird dem Sclosse gegenüber auf dem Schneckenberge, westlich des Hohlweges, also nicht, wie ursprünglich verlautete, bei der Hirschgruppe errichtet und soll noch in dieser Woche in Angriff genommen werden. Mit dem Bau des Mausoleums wird übrigens auch der einer Capelle verbunden sein. * Der„Manchester Guardian“ bringt eine ausführliche Mittheilung von angeblich gut inforwirter Seite über Englands nächsten Schritt in China. Darin wird ausgeführt, daß Li=HungTschang allein am Nachgeben Chinas Rußland ge genüber und an der Niederlage der englischen Diplomatie Schuld sei. Li=Hung=Tschangs Arroganz habe jetzt alle zulässigen Grenzen überschritten; er habe bei einer stürmischen Auseinandersetzung mit Macdonald diesem gedroht, die chinesische Regierung werde Macdonald die Pässe zurück eben und ihn auffordern, Peking binnen kurzer Feist zu verlassen. Der Artikel führt dann aus, daß Li=Hung=Tschang die Wiedererlengung seiner Macht Rußland verdanke und er darum Rußlands Stütze in China sei. England uerde nun verlangen, daß der Kaiser von China Li=Hunz=Tschang in Ungnade entlasse und ihn aus Peking verbanne. England sei darauf gefaßt, daß Rußland und Frankreich Li=Hung=Tschang stützen werden; doch könnte weder Rußland noch Frankreich jetzt etwas dagegen thun, wenn England in NordChina mit Gewalt einschreite. Die Wegnahme der Taku=Forts und Tientsins würde ein verhältnißmäßig sehr kleines Unternehmen sein; sie würde genügen, den Chinesen zu zeigen, wie weit ihre neuen Freunde in ihrer Unterstützung gehen werden. * Wiesbaden, 16. Aug. Der Central= verband deutscher Kaufleute, der hier am Montag seine Generalversammlung abhielt, sprach sich für möglichst rasche Einführung einer Besteuerung der großen Waarenhäuser u. s. w. durch Reichsgesetz oder Gesetze der Einzelstaaten aus. Ferner verlangte er, daß den Beamten untersagt werde, im Vorstande von Consumvereinen thätig zu sein, daß die Consumvereine gesetzlich nur nach Bedürfniß gestattet, ihnen die Vertheilung von Dividenden verboten und sie zu allen Steuern herangezogen werden sollen, die der Gewerbetreibende zu zahlen hat. Auch sollen Erhebungen über die durch die Consumvereine angerichteten Schäden angestellt werden. Staats= und Gemeindebeamte sollen nicht als Agenten für die Firma Raiffeisen u. Co. in Neuwied thätig sein. Bezüglich des Wurstfärbens und des Verkaufs amerikanischer Fleischwaaren wurde eine Färbecontrolle und Deelarationspflicht für die minderwerthigen amerikanischen Fleischwaaren gefordert. Der Hausierhandel soll weiter eingeschränkt, die Uebertretung der Bestimmungen über das Detailreisen strenger gehandhabt und gerichtlich verfolgt werden; in den Handelskammern sollen die Detaillisten entsprechend vertreten sein. Bis alle diese Forderungen erfüllt sind, wird es noch schwere Kämpfe kosten. " Paris, 17. Aug. Clemeneeau berichtet in der„Aurora“, General Billot habe ihm, kurz nach der Veröffentlichung des Zolaschen Anklagebriefes, durch einen höhern Officier Mittheilungen gesandt, worin es hieß, er gebe sein Ehrenwort, daß er Dreyfus für schuldig halte. Mereier habe bei der Urtheilsfällung„Dummheiten“ gemacht; er(Billot) hätte sich an Merciers Stelle anders benommen, nämlich Dreyfus dahin gesandt, von wo kein Wiederkommen ist. Billot erwarte von Clemenceau einen Handstreich, um mit den Juden aufräumen zu können. Billot habe eine Mittheilung über die Landesvertheidigung gemacht, die Clemenceau nicht wiedergeben wolle. Clemenceau schließt aus alledem, Billot hätte Dreyfus nicht mittels Rechtsbruches, sondern ohne alle gesetzliche Form ermorden lassen; Billot lüge aber, wenn er auf Ehrenwort seinen Glauben an Dreysus' Schuld versichere; er habe viermal auf der Kammertribüne gesagt, Dreyfus sei in gesetzlicher Form verurtheilt worden, wissend, daß dies unwuhr sei. Clemenceau räth Aln, hat es aber wieder verstanden, dem greisen Pontifer seinen gewöhnlichen Kräftezustand zurückzugeben. Gestern erneuerte sich aber die durch die Hitze verursachte gastrische Attacke, und der Alarm in der Journal stenwelt war nicht gering. Dr. Lapponi versicher#e jedoch heute verschiedenen Journalisten, daß, wenn der Patient sich absolut Ruhe gönn die Störung in zwei bis drei Tagen gehoben sein würde. Auffallend bei Leo XIII. ist nur eins, während andere Steebliche mit zunehmendem Alter stail werden und Leo XIII. hat schon ein respectables Alter, da er dem neunzigsten Lelensjahre sich nähert,— ist seine Geisteskraft ungebrochen. Geradezu erstaunlich aber ist sein Gedächtniß, dessen Stärke immer und immer wieder die Bewunderung seiner Umgebung erregt. So weiß er heute noch die Nomenklatur der höheren Hierarchie auswendig, d. h. er kennt die Namen aller Bischöfe und apostolischen Delegaten sowie deren Diöcesen, und selbst die Biographien der meisten Prälaten k unt er. Als er kürzlich an den hohen spanischen Clerus ein Rundschreiben erließ, um diesen zur warmen Unterstützung der Monarchie aufzufordern, fügte er an jedes einzelnen Bischofs oder Abtes Adresse persönliche Bemerkungen hinzu, so daß jeder das Gefühl haben mußte, die besondere Wirthschätzung des Papstes zu genießen. Ebenso erstaurlich ist, daß er kürzlich, ohne irgend welchen Vortrag entgeg azunehmen, den Diöcesenwechsel einer großen Anzahl südamer sanischer Bischöfe aus dem Stegreif verfügte und Namen und Residenz der Betreffenden ausweidig hersagte.“ Man sieht daraus wieder einmal, welche Blüthen die Sensationssucht zeitigt und mit welcher Vorsicht deractige Ausstreuungen behandelt werden müssen. * Manila, 17. Aug. Das Reuter'sche Bureau meldet: Vor der Erössaung der Beschießung gab Admiral Devey dem General Augustin einen Aufschub von einer Stunde zur Uebergabe Manilas; Augustin lehnte dieselbe ab. Die Beschießung begann 9 Uhr Vormittags und daucete 2 Stunden. Darauf wurde ein Sturm auf die Verschanzungen unternon men. Die Spanier versuchten nicht zu widerstehen, wurden auf die zweite Vertheidigungslinie und schließlich intra muros zurückgeworfen. Der spanische Commandant, welcher die Unmöglichkeit eines Widerstandes erkannte, hißte die weiße Flagge und ergab sich: die Verluste sind noch unbekannt. Die Spanier hatten in den Verschanzungen 3000, die Amerikaner 10,000 besser bewaffnete und besser genährte Soldaten. Dem Vernehmen nach erlitten die Amerikaner dennoch erhebliche Verluste in Folge der guten Anlage der Verschanzungen. Von den Höhen unterhielten die Spanier ein gutgezieltes Feuer und bombardirten die amerikanischen Kriegsschiffe, welche an der Beschießung theilnahmen, nämlich:„Olympia“,„Petral“,„Raleigh“.„Me. Kulloch",„Boston",„Monterey",„Charleston" und„Baltimore". Die Spanier behaupten, die Geschosse der Kriegsschiffe hätten die Stadt nicht erreicht, ausgenommen diejenig eines kleinen Kanonenbootes, welches in der Nähe des Ufers mit Schnellfeuerkanonen schoß. Die fremden Kriegsschiffe beobachteten die Beschießung. Die spanischen Verschanzungen dehnten sich 10 Meilen rings um die Stadt aus, doch waren die Spanier zu schwach, sie zu halten. Dewey und General Merritt befahlen, alle Gebäude, ausgenommen die Vertheidigungswerke, zu schonen; die Stadt ist deshalb nur wenig beschädigt. In den Straßen kamen mehrfache Kämpfe zwischen den Spaniern und Aufständischen vor, jedoch wurde die Ordnung aufrecht erhalten. der Grenzen, die seiner Aufgabe und seiner Verantwortung gesteckt sind, daran gearbeitet, die Verhandlungen des Katholikentages selbst so glänzend und so erfolgreich als möglich zu gestalten. Namen von gutem Klang, Männer von Verdienst werden der Versammlung präsidiren, falls diese den Vorschlägen des Localcomitee's zustimmt. Das Programm der Vorträge in den öffentlichen Versammlüngen wied— wenn wir nicht feren, zum ersten Male auf unseren Generalversammlungen — von einem einzigen Grundgedanken getragen sein; hervorragende Redner werden sich in die Besprechung eines ganz besonders zeitgemäßen Themas theilen und einen Gegenstand, der für die Katholiken Deutschlauds gegenwärtig und vielleicht auf lange hinaus der wichtigste ist, bis in die mannigfachsten Verzweigungen und Consequenzen hinein behondeln. Für die geschlossenen Versammlungen liegt eine Reihe bedeutsamer Anträge und damit eine Fülle mühsamer, aber auch überaus nützlicher Arbeit vor. Daneben her läuft eine Anzahl besonderer Veranstaltungen, General= und Festversammlungen der verschiedensten Vereine. Und damit für alles das der Segen von oben nicht fehlt, werden nicht nur die Geschäfte jedes Tages nach altem Brauche mit Gottesdienst eingeleitet werden, sondern es findet auch eine Wallfahrt nach Kevelger, dem berühmtesten und besuchtesten Gnadenorte Westdeutschlands, statt. Das auserwählte Volk des alten Bundes arbeitete an der Wiederherstellung der Mauern des irdischen Jerusalems, in der einen Faust das Schwert, in der andern dos Handwerkszeug. So werden auch in Crefeld die Katholiken Deutschlands als Anwärter des himmlischen Jerusalems die Waffe des Glaubens und des Gebetes und das Rüstzeug der Vernunft gebrauchen: Wen sollte da nicht die Sehnsucht ergreifen, in die Reihe der Kämpfer und Arbeiter einzutreten, mitzuwirken an der Erfüllung einer erhabenen Aufgabe? Schon heute ist eine stattliche Schaar angemeldet— es sind bis jetzt über 1500 Mitgliedkarten gelöst worden. Und zahlreiche andere werden nachfolgen. Möge überall durch die deutschen Gaue und wo immer deutsche Katholiken wohnen, das Losungswort erklingen: Auf nach Crefeld zur 45. GeneralVersammlung! Da bei dem gewaltigen Andrange von Besuchern, der nach den mitgetheilten Ziffern noch in Aussicht steht, das Lösen von Mitglieder= und Theilnehmerkarten, sowie das Erheben von Wohnungskarten, wenn beides erst an Ort und Stelle geschieht, mit mancherlei Unzuträglichkeiten verknüpft sein wird, bittet das Localcomitee nochmals, sich doch die Karten vorher zustellen zu lassen. Für alle diejenigen, die verhindert sind, nach Crefeld zu kommen, sei ebenfalls noch erwähnt, daß auf das Festblatt der 45. Generalversammlung bei der Post abonnirt werden kann. Das Festblatt ist unter Nr. 24395 der Postpreisliste eingetragen. Der Bezugspreis ist auf 60 Pfg. festgesetzt. * Auf nach Crefeld. Congreß des Verbandes kath. kaufm. Vereinigungen Deutschlands. Der große, langersehnte Augenblick naht. Nur noch wenige Tage trennen uns von der Eröffnung der 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands. Auf dem Drießenhof regen sich unermüdlich von früh bis spät fleißige Hände, um die Festräume des Ketholikentages für den Empfang lieber Gäste bereit zu stellen. Die Einrichtung und Ausschmückung der imposanten Versammlungshalle und der Anlagen, die der Erholung nach angestrengtem Schaffen dienen sollen, des mächtigen Restaurationssaales, der luftigen Gartenhalle und des schattigen Gartens selbst, sind nahezu vollendet. Man darf heute zuversichtlich und ohne Widerspruch befürchten zu müssen, sagen: Hier wird es unsern Freunden und Mitarbeitern gefallen. Sie werden sich hier zu ernster Berathung und zu zwanglos=heiterem Gedankenaustausch angeregt, sie werden sich heimisch fühlen, die Gesinnungsgenossen allzumal aus Nord und Süd, aus Ost und West und von jenseits der Grenzen des deutschen Vaterlandes. Und wie vom Festplatz auf dem Drießenhof werden sie von ganz Crefeld bezeugen: Wir kamen von draußen, zum Theil aus weiter Ferne, aber wie in unser eigenes Haus, wir kamen als Fremde und doch wieder wie zu alten Bekannten, die mit uns eines Herzens und eines Sinnes sind. Denn inzwischen ist die Bürgerschaft emsig beschäftigt, auch die Straßen und Plätze nach einem einheitlichen Plan festlich zu zieren. Und wenn nicht Ungunst des Wetters ihre beeinträchtigende Wirkung ausübt, dann wird das farbenfrohe Bild der Stadt die innige Freude wiederspiegeln, die angesichts der Generalversammlung die Brust aller Crefelder Katholiken erfüllt. Der Festschmuck, den das in seinem Alltagsund Werktagsgewande so schlicht und anspruchslos erscheinende Crefeld jetzt bis in die engsten Straßen hinein anlegt, wird laut und nachdrücklich verkünden, daß es sich auf einen großen Tag gerüstet und daß es gewußt hat, welch' einem hohen und bedeutungsvollen und, so Gott will, fruchtbringenden Werke alle die Vorbereitungen galten, die seit Monaten getroffen worden sind. Mit aller nur denkbaren Sorgfalt hat daher auch des Localcomites innerhalb * Hannover, 14. Aug. Die Berathungen wurden gestern Morgen halb 10 Uhr im alten Rathhaussaale fortgesetzt. Die Kassen=Revisoren erstatteten zunächst Bericht über ihre Thätigkeit, worauf den Leitern der Verbandskasse und der Stellenvermittelung Entlastung ertheilt wurde. Nachträglich wurde der katholische kaufmännische Verein zu Süchteln in den Verband aufgenommen. Die Versammlung trat alsdann in die Weiterberathung der vorliegenden Anträge ein. Der katholische kaufmännische Verein Trier hatte beantragt, eine Wittwen= und WaisenKasse, event. auch eine Pensionskasse sofort in's Leben zu rufen und einen bezüglichen StatutenEntwurf vorzulegen. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, eine Commission aus den Vereinen Trier, Barmen, Freiburg, Hannover und dem Vororte (Essen) zu bilden, welche die Vorarbeiten erledigt, und nach denselben die Kasse sofort ins Leben ruft. Ein Zusatz zu den Verbands=Statuten, beantragt vom Verein Brandenburg, welcher die Einführung von„stiftenden" und„außerordentlichen" VerbandsMitgliedern zum Zweck hat, fand Annahme. Auf Antrag des Vereins Berlin beschloß der Congreß, die Verbandsleitung zu beauftragen, bei allen den Handelsstand betreffenden Rundfragen der Regierungen dafür Sorge zu tragen, daß auch der Vervand gehört werde, sowie bei allen das kaufmännische Interesse berührenden Fragen mit entsprechenden Eingaben und Anträgen an die Regierung heranzutreten. Von besonderer Wichtigkeit ist der auf Anregung der Congregation junger Kaufleute Aachen gefaßte Beschluß, den Landtagen der Einzelstaaten eine Resolution zu unterbreiten des Inhalts:„Die großen Waaren=Bazare, Versandtgeschäfte, sowie Consum=Vereine und Waarenhäuser für Armee und Marine und deren Filialen einer progressiven Umsatzsteuer, die den Gemeinden zu gute kommen soll, zu unterwerfen. Der Umsatz der Filialen wird dem Hauptgeschäfte zugerechnet.“ Einstimmig angenommen wurde auch der Antrag der kaufmännischen Congregation Düsseldorf, die Verbandsleitung zu beauftragen, an zuständiger Stelle die Einführung eines Chekgesetzes in Autrag zu bringen.„ 4. A. 8.44 Im Jahre 1900 soll der Vervaub die Rrechle einer juristischen Person erhalten; es ist darum eine Revision des Verbandsstatuts und eventuell Reorganisation des Verbandes erforderlich. Zur weitern Behandlung dieser Angelegenheit wurde eine Commission eingesetzt, zu der die Verbandsleitung und die Gauverbände je ein Mitglied zu stellen haben. Der vorgelegte Haushaltsplan für das nächste Geschäftsjahr wurde im wesentlichen angenommen. Für die Stellenvermittelung sind 2500 Mark ausgeworfen. Als Vorort wurde in Anerkennung seiner ausgezeichneten bisherigen Geschäftsführung der Verbandsleitung einstimmig Essen wiedergewählt. Ueber die Thätigkeit der Agitations=Commissios wurde in der Versaumlung Bericht erstattet. Die Mitglieder dieser Commission wurden einstiamiz wiedergewählt## müller(Freiburg zichtet hatte. Ar wein(Heilbronn) glied für Bayern Beklagt wurd daß es dem Ver sei, in einer öffer jährlich stattfinde Vertret ung seiner sommlung nahm hia gehenden Wü diesjährigen Gene Katholiken in ErAls Ort für wie bereits mitget Bochum. Von Herrn H Resolutionen bean der Stellungnahm handnehmen der Vi kräfte im Ha der Verbandsleit u die gesetzgeberisch tion fand einstim betreffend Maxi lungs=Lehrlinge, überwiesen wurde. Damit war d Der Congreß Danke an die Ve 21. Congreß des Caplan Schuhma die Geschäftsleitu ausgedrückt hatte. Vor Beginn 8 Uhr in der die versiorbenen worauf die Congi * Grab Windthorst“ das Grab Wilhel Pohlfahrts=Einri. * Kirchhofe Strang Gestern sowo Delegirten währ unter Führung v# eins eine Besichtig neuen Handelssch brauerei statt. vereinigten sich di Gartenfeste im 8 Theilen einen rech * Haunover fand in der Prop liches Levitenamt ber celebrirte. 2 selben zurück zu " wurde von den Co * Zuge unter Vora Nach einem Palmengarten fan um 1½ Uhr im Festeisen zus u. A. auch The nover, Senator sigen Handelskam Landtagsabgeordn tags=Abgeordneter, die hochw. Pfarrg eröffnete Herr Di Hoch auf Papst Treue der Kathe Autoritäten hervor Herr Bickhoff verwaltung und d sitzende, Herr Re lichkeit. 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Von Herrn Hermanns(Stuttgart) wurden zwei * R e s o l u t i o n e n b e a n t r a g t; d i e e r s t e b e s c h ä f t i g t s i c h m i t der Stellungnahme des Verbandes gegen das Ueber# handnehmen der Verwendung weiblicher Hülfs#kräfte im Handelsgewerbe und empfiehlt der Verbandsleitung entsprechende Einwirkung auf die gesetzgeberischen Körperschaften. Diese Resolution fand einstimmig Annahme, während die zweite, betreffend Maximal=Arbeitszeit für Handlungs=Lehrlinge, der Verbandsleitung als Material überwiesen wurde. Damit war die Tages=Ordnung erschöpft. Der Congreß=Vorsitzende schloß mit herzlichem Danke an die Versammlung Abends 61 Uhr den 21. Congreß des Verbandes, nachdem vorher Herr Caplan Schuhmacher(Düren) dem Präsidium für die Geschäftsleitung den Dank der Versammlung ausgedrückt hatte. Vor Beginn der Berathungen wer Morgens 8 Uhr in der St. Marienkirche ein Requiem für die versiorbenen Verbandsbrüber gehalten worden, worauf die Congreß-Theilnehmer Kränze auf das * Grab Windthorst's in der St. Marienkirche und auf das Grab Wilhelm Rölcke's, des Begründers der Wohlfahrts=Einrichtungen des Verbandes, auf dem Kirchhofe Strangriede niederlegten. Gestern sowohl als heute fand für die NichtDelegirten während der Tagung des Congresses unter Führung von Mitgliedern des hiesigen Vereins eine Besichtigung der Stadt, insbesondere der neuen Handelsschule und der städtischen Lagerbier# brauerei statt. Nach Schluß der gestrigen Tagung vereinigten sich die Congreß=Theilnehmer zu einem Gartenfeste im Zoologischen Garten, das in allen Theilen einen recht prächtigen Verlauf nahm. * Haunover, 15. Aug. Gestern Morgen 9 Uhr fand in der Propsteikirche St. Clemens ein feierliches Levitenamt statt, welches Herr Propst Schreiber celebrirte. Der Weg zur Kirche und von derselben zurück zum Neuen hannoverschen Festsaale wurde von den Congreßtheilnehmern in geschlossenem Zuge unter Vorantragen der Fahnen zurückgelegt. Nach einem gemeinschaftlichen Frühschoppen im Palmengarten fanden sich die Festtheilnehmer wieder um 1½ Uhr im Festsaale zum gemeinschaftlichen Festessen zusammen. An demselben nahmen u. A. auch Theil der Vertreter der Stadt Hannover, Senator Hillegeist, der Präsident der hiesigen Handelskammer, v. Coellen, Reichstags= und Landtagsabgeordneter, Legationsrath v. Kehler, Landtags=Abgeordneter, Landgerichtsrath v. Hagen und die hochw. Pfarrgeistlichkeit. Die Reihe der Toaste eröffnete Herr Director Eirund(Berlin) mit dem Hoch auf Papst und Kaiser, dabei die Liebe und Treue der Katholiken zu diesen beiden höchsten Autoritäten hervorhebend. Der Congreß=Vorsitzende, Herr Bickhoff(Dortmund), dachte der Stadtverwaltung und der Handelskammer, der zweite Vorsitzende, Herr Reatz(Mainz), der hochw. Geistlichkeit. Herr v. Hagen trank auf das Wohl der p katholischen kaufmännischen Vereine und Herr von Kehler auf das Wohl der Damen. Noch manche andere Trinksprüche würzten das Mahl. Nach demselben wurde ein gemeinschaftlicher Spaziergang nach Herrenhausen unternommen und dort die königlichen Gärten und großartigen Wasserkünste besichtigt. Abends 8 Uhr begann im hannoverschen Festsaale die große Festversammlung, die einschließlich eines reichen Damenflors etwa 600 Theilnehmer zählte. Zu derselben hatte sich auch Herr Legationsrath v. Kehler nieder eingefunden; die hiesigen katholischen Studenten=Verbinduagen Gothia und Saxo-Silesio, die andern katholischen Vereine, sowie die in der Stadt Haunover bestehenden nichtkatholischen kaufmännischen Vereine hatten Vertreter entsandt. Auch in dieser Versammlung wurde manch' “ h e r z l i c h e s u n d t r e f f l i c h e s W o r t g e s p r o c h e n, u n d R e d e reihte sich an Rede. Der Vorsitzende des hiesigen katholischen kaufmännischen Vereins hielt die Begrüßungsansprache; Herr v. Kehler ermahnte zu treuem Festhalten an den Grundsätzen der katholischen kaufmännischen Vereine und feierte den Papst und den Kaiser. Die Festrede hielt Herr Caplan Heine(Hannover). Indem er zunächst der Freude über den regen Besuch Ausdruck gab, wies er hin auf die in der Jetztzeit immer mehr um sich greifende Principienlosigkeit und den immer stärker hervortretenden Egoismus. Beide haben nur schädliche Wirkungen und haben wie andere Stände auch den Handelsstand erfaßt. Es sei daher unabweisbaie Pflicht, diesen zersetzenden Einflüssen positive Grundsätze entgegen zu stellen, aufgebaut auf dem Boden des Christenthums. Es gelte ferner zu wahren die Existenzfähigkeit des kaufmännischen Mittelstandes, und im Kampfe hierfür umschlinge ein gemeinschaftliches Band die verschiedenen kaufmännischen Vereinigungen, gleichviel welchen Namen dieselben tragen. Jeder müsse auch danach streben, selbst sich möglichst zu vervollkommnen, nur das Beste soll für uns gut genug sein. Alle sollen bestrebt sein, stets zu bethätigen die Worte:„Ehrlich im Handel, christlich im Wandel.“ Treue in der Erfüllung der Berufsund der Christenpflicht, im Dienste Gottes und des Nächsten sei das Programm, wonach wir arbeiten. Der katholische kaufmännische Verband habe sich dies zur Aufgabe gestellt, und daß ihm dies gelingen möge, sei sein, des Redners, Wunsch. Reicher Beisall lohnte den Redner für seine begeisterten Worte. Bei Concert und gemeinschaftlichen Liedern blieden die Frsttheilnehmer dis gegen Mitternacht in trauter Geselligkeit zusammen. Der hl. Vater hatte dem Congreß zu Beginn seiner Berathungen folgendes Telegramm gesandt, das in der Versommlung verlesen wurde; „Der hl. Vater ist von der Anhänglichkeit des katholischen kaufmännischen Verbandes angenehm berührt und spendet ihm gern den aposiolischen Segen. Rampolla.“ Vom deutschen Episkopat waren zahlreiche Begrüßungstelegramme eingegangen, so u. A. von dem hochw. Cardinal=Erzbischof von Cöln, vom Bischof von Hildesheim ein längeres Schreiben, ferner von mehreren Parlamentariern, darunter von Frheu. v. Heereman und Fuchs(Cöln), und eine große Zahl sonstiger Grüße von Vereinen und Mitgliedern des Verbandes. Locales und Provinzielles. * Witten, 19. Aug. Wer reist mit nach Crefeld? In den Tagen vom 21. bis 25. dieses Monats wird in der rheinischen Stadt Crefeld bekanntlich die diesjährige Generalversammlung der Katholiken Deutschlands abgehalten. Bei dieser Gelegenheit werden sich unsere Glaubensgenossen aus allen Gauen des deutschen Vaterlons es in Crefeld zusammenfinden, um über die wichtigsten Fragen der Gegenwart in gemeinsamer Weise ernste Berothungen zu pflegen. Daß diese Kundgebung katholischer Gesinnung und Begeisterung sich auch diesmal wieder zu einer ganz imposanten gestalten wird, daran ist keinen Augenblick zu zweifeln. Schreiber dieses ist nun der Meinung, daß auch die hiesigen Katholiken zum Gelingen beitragen könnten, indem diejenigen Wittener Glaubensgenossen, die wohl in der Lage sind, an der General=Versammlung theilnehmen zu können, sich kurz dazu entschließen. Um die Reise geweinsam zu machen, wäre es dann rathsam, der Geschäftsstelle der„Wittener Volkszeitung“ Mittheilung davon zu machen, daß man theilzunehmen gesonnen sei. Die Abfahrt könnte dann am Montag zu noch näher anzugebender Zeit erfolgen. Auch die Wittener Katholiken können ihr Theil zur Verschönerung der diesjährigen Jubel= Generalversammlung der Katholiken Deutschlands beitragen und frage ich deshalb nochmals:„Wer reist am Montag mit nach Crefeld?“ (—. Der Magistrat hiesiger Stadt hat auf die Eingabe einer großen Zahl Gewerbetreibender, die September=Kirmeß betreffend, ein längeres Schreiben an den Veranlasser der betr. Eingabe gerichtet, in welcher zunächst Verwahrung dagegen eingelegt wird gegen die Behauptung, als ob der Magistrat die Kirmeßzeit beschränkt, habe. Es sei dieses vielmehr auf Anordnung des Herrn Oberpräsidenten geschehen. Dann sei es aber auch nicht richtig, wenn in der Eingabe behauptet werde, die September=Kirmeß„sei seit unserer Väter Zeiten“ so gefeiert worden, daß auch der Sonntag dazu gehörte. Aeltere Bürger, so sagt der Magistrat, erinnerten sich noch sehr wohl, daß die Kirmeß auf zwei Tage beschränft gewesen sei und zwar auf Freitag und Samstag. Dasselbe sei der Fall bezüglich der Himmelfahrt=Kirmeß. Auch in diesem Falle befinden sich die Gesuchsteller im Irrthum, wenn sie auch von dieser Kirmeß behaupten, daß sie von Alters her so gefeiert worden sei, als man sie jetzt gerne feiern möchte. Der Magistrat, so heißt es weiter, habe alles aufgeboten, um den Gewerbetreibenden aus den Kirmessen zufließende Einnahmen zu sicherv, indem sie die Schaustellungen 2c. zugelassen, gegen die der Herr Regierungspräsident später Einspruch erhoben habe. Auch jetzt würden von der hiesigen PolizeiVerwaltung gerabe so wie in den Nachbargemeinden von Zeit zu Zeit Schaustellungen zugelassen, öster vielleicht, als den Anwohnern der betreffenden Plätze lieb sei. *— Der hiesige Gorde=Verein feiert am nächsten Sonntag im Locale des Herrn W. Kückenhöner (Gasthof zur Stadt Witten) sein Jahresfest, verbunden mit Gedächtnißfeier von St. Privat. 8— Ein trauriger Unglücksfoll ereignete sich auf Zeche„Helene“ in Heven. Ein bei dem Abbruch eines Luftschachtes beschäftigter Arbeiter fiel aus einer Höhe von etwa 20 Meter, wobei er sich erhebliche Verletzungen des Kopfes und des Rückgrats zuzog. Der Schwerverletzte, an dessen Aufkommen gezweifelt wird, wurde mittelst Tragbahre in seine Wohnung gebracht. *.— Das Töchterchen des Briefträgers Völker, von dem wir gestern meldeten, daß es sich schrecklich verbrannt habe, ist noch an demselben Tage (Mittwoch) durch den Tod von seinen Schmerzen erlöst worden. +.— Nachdem bei dem hiesigen Polizeiamte probeweise zwei Fahrräder angeschafft waren, sind deren jetzt schon fünf vorhanden. Gestern nun unternahmen fünf Polizeisergeanten in Begleitung des Herrn Auffermann, welcher sämmtliche Fahrräder lieferte, eine Uebungsfahrt, welche zwei Stunden lang währte. 8— Dem Bergmann Artmann von hier wurde aus der Waschkaue der Zeche„Franziska Tiefbau“ ein Paar neue Stieseln gestohlen. Als Thäter wurde der in der Wannenstraße wohnende, mehrfach wegen Diebstahls vorbestrafte, 16jährige Arbeiter Emzil N. ermittelt. Bei einer bei ihm vorgenommenen Haussuchung wurden die Stiefel vorgesunden und dem Eigenthümer zurückgegeben. 1(— Im Auskleideraum der hiesigen städtischen Bodeanstalt wurde einem jungen Herrn das Portemonnaie mit 6,80 Mark Inhalt aus der Tasche gestohlen. Dem Thäter ist man auf der Spur. •— Gefunden und auf dem Polizeibureau abzuholen eine goldene Broche. Eine Bergakademie im rheinisch=westfälischen Industriebezirke soll, wie das von verschiedenen Blättern gemeldet worden ist, in den interessirten Kreisen mit allem Eifer erstrebt werden. Wie die betreffenden Blätter mittheilen, findet dieses Streben bei der Staatsregierung weitgehendes Entgegenkommen; die Erfüllung des Planes werde nur von der Aufhebung einer der jetzt bestehenden Bergakademien abhängig gemacht. Die an maßgebender Stelle eingezogenen Erkundigungen haben laut der „B. Zig. dargethan, daß an der ganzen Sache nichts ist. * Annen, 18. Aug. Ein unehrlicher Bursche ist der Lehrling eines hiesigen Metzgermeisters. Der Junge unterschlug nach und nach 80 Mork, indem er Geld in Empfang nahm, quittirte und dann später angob, er hätte kein Geld erhalten. 6 Dahlhausen, 16. Aug. Den Vierhändler Auten Hengst eis, Linden#igt„hevich Morgen ein schwerer Unglücksfall. Im Begriff, vom Wagen zu springen, kam H. zu Fall und ging ihm der schwere Wagen über den rehten Urterschenke“, so daß die Knochen durch das Fleisch drangen. Der Verunglückte wurde sofort dem St. Josephshospitel in Linden übergeben.— Die Firma Dr. Otto u. Co. feiert am Samstag dieser Woche das 25jährige Fest ihres erfolgreichen Bestehens. Die Fabrik hat sich während dieser Zeit zu einem Werk ersten Ranges in Deutschland envorgeschwungen. Zwei Beamte und ein Arbeiter köunen gleichfalls ihr silbernes Dienstjubiläum an dem Tige im Kreise der Kameraden feiern. X Altenbochum, 17. Aug. Der Bergmann T. von hier hat sich gestern Abend in dem Schlafzimmer seiner Wohnung erhängt. Der unseligen That sollen eheliche Zwistigkeiten zu Grunde liegen. O Bochum, 18. Aug. Herr Vicar Friedrich Schnettler von Oelinghausen bei Hüsten beging am 13. und 14. d. Mts. die ernsten Gedenktage, an denen er vor 25 Jahren zum Priester geweiht worden ist und seine Primiz gefeiert hat. Auf seinen dringenden Wunsch haben wir vorher davon keine Erwähnung gethar, weil er wie alle andern mit ihm gleichzeitig geweihten Confratres den Tag, wo sie als erster Cursus der nachmaigesetzlich geweihten Priester in die Kämpfe und Leiden des„Culturkampfes“, gesandt wurden, nicht als geräuschvollen Freuden= und Jubeltag, sondern in aller Stille und Zurückgezogenheit begehen wollte. Wir glauben es aber uns und unsern Lesern schuldig zu sein, ihm noch nachträglich zu diesen Gedenktagen unsere herzlichsten Glückwünsche darzubringen. Ist doch sein Name und Wirken allen unsern Lesern von seiner Thätigkeit in Bochum her bekannt und geschätzt. — Nach der Priesterweihe wurde Herr Vicar Schnettker zuerst zur Aushülfe nach Fürstenberg auf dem Sentfelde gesandt, wo der Pfarrer gestorben war, konnte sich aber nach Erlaß der zweiten Maigesetze dort nicht halten; darauf war er zuerst Erzieher in einer abeligen Famlie in Hamm und Berlin und sodann, durch seine Anlagen und Neigungen von Gott für die Arbeit in der Presse in jener schweren Zeit berusen, von 1875 bis 1884 Chef=Redacteur der„Westfälischen Volkszeitung“, des Hauptorgans und damals einzig täglich erscheinenden katholischen Blattes der Dibcese Paberborn. Um sich in dieser schwierigen und aufreibenden Stellung für die katholische Sache halten zu können und um dem sonst unausbleiblichen Lohn der Ausweisung zu entgehen, die damals sofort schon nach Eröffnung einer maigesetzlichen Untersuchung (nicht erst Bestrafung) verhängt wurde, hat derselbe, gewiß ein Unicum im„Culturkampfe“, in Bochum neun Jahre lang hinter verschlossenen Thüren hl. Messe gelesen. Wie als Priester, so war ihm aber auch sein Lebensweg als geistsicher Philologe, der er von Haus aus war, durch die unseligen Wirren des„Culturkampfes“ aufgegraben; der hochselige Bischof Conrad erlaubte ihm die Vollendung dieses Berufsstudiums nicht, weil derselbe gloubte, bei der drohenden Auflösung aller kirchlichen Ordnung die jungen Priester sämmtlich nöthig zu haben, um sie frei als„Missionare" zum Spenden der Sakramente in der weiten Dibcese herum senden zu können.— Als im„Culturkampfe“ zum Rückzug geblasen wurde, trot Herr Vicar Schnettler, durch den 9jährigen Frohndienst in der Presse körperlich und geistig üb angestreugt, wieder in die Seelsorge ein als Viear in Oelinghausen, wo er bis zum heutigen Tage segensreich wirkt. Er ist aber auch der Presse kceu geblieben, indem er dort gleich im ersten Jahre die jetzt bereits im 14. Jahrgange stehenden„Sonntagsblumen“ herauszugeben begann. Wir bringen dem verdienten Herrn Collegen, der alle Sonntage von der großen Kanzel der Presse spricht und dadurch unsäglich viel Gutes gestiftet hat, gern die besten Wünsche dar und wollen, was ohne Zweifel den Lebensansichten des anspruchslosen und jeder persönlichen Huldigung abholden Herrn Jubilars entspricht, auch Gott den Herrn bitten, daß er ihm auf weitere 25 Jahre Leben, Gesundheit und Frische zum ferneren ersprießlichen Wirken in der Seelsorge und Presse gnädig verleihen möge! Diesem Wunsche werden sich alle unsere Leser, namentlich diejenigen, die den Jubilor in seiner hiesigen Thätigkeit gekannt haben, gern von Herzen anschließen. *— Der dies jährige Rohüberschuß des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation dürfte 5½ Millionen Mark betragen. Die Abschreibungen sind etwas niedriger als im Vorjahre, obgleich der Ertrag der Vereinszechen geringer als in Vorjahre ist. Die Verwaltung wollte nur die vorjährige Dividende vorschlagen, jedoch beschloß der Aussichtsrath die Vertheilung von 15 pCt. *— Die Ausgaben für den Gesangwettstreit belaufen sich nach ungefährer Aufstellung auf co. 7000 M. Die Einnahmen dürften in gleicher Höhe sein, sodaß wahrscheinlich weder ein nennenswerthes Defieit noch ein namhafter Ueberschuß sich ergeben wird. * Wanne, 16. Aug. Auf Zeche„Pluto“, Schacht„Wilhelm“, wurde bei Beendigung der Seilfahrt der Morgenschicht auf noch nicht ganz aufgeklärte Weise der auffahrende Förderkorb mit solcher Gewalt unter die Seilscheibe getrieben, daß die Eisenstange, an der das Seil befestigt war zersprang, und der Förderkorb wieder in die Tiefe sank. Der Schlepper Kapinski kam hierbei zu Tode. * Hamm, 16. Aug. Am Samstag Abend wollte ein junges Mädchen sich auf dem Herde gebratene Fische aufwärmen. Um ihn schnell anzumachen, griff sie zur Petroleumkanne, diese explodirte und setzte die Kleider des Mädchens, wie das Zimmer in Flammen. Lichterloh brennend lief die Geängstigte hinaus, vor Bestürzung und Schmerzen sinnlos, bis die Flammen schließlich von hinzukommenden Hausbewohnern und zwei zufällig vorübergehenden Soldaten des Wachtkommandos erstickt wurden. Schwer verbrannt wurde die Aermste zum katholischen Krankenhause gebracht. Am Samstag Abend fürchteten die Aerzte noch für ihr Leben, doch ist sie jetzt auf dem Wege der Besserung. * Crefeld, 17. Aug. Die Bestellungen auf Mitgliederkarten für die 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands lausen sortgesetzt sehr zahlreich ein. Es sind bereits 1700 dieser Karten abgegeben worden.— Die Ausstellung für christliche Kunst in der Central= halle erfreut sich fortgesezt eines guten Besuches, Allseitig ist die Anerkennung, ja das hohe Lob, welches der Ausstellung zu theil wird. Vermischtes. * Lingen, 15. Aug. Ein angeblich aus Schlesien stam mender, sehr anständig gekleideter junger Mann hat sich von dem um 3 Uhr morgens hier durchfahrenden Badezug in un mittelbarer Nähe der Stadt überfahren lassen. Der Körver war vollständig in Stücke zerrissen und auf dem Bahngeleise zerstreut. Auf den vorgefundenen Manschetten waren Notizen gemacht, die auf einen Selbstmord hin euteten. Für die Insassen des Zuges bot sich ein schauerlicher Anblick dar. * Braunschweig, 17. Aug. Gestern Nachmittan 5½ Uhr verbrannte auf offener Straße der 72jährige Friedrich Standmeister. Derselbe stand im Augenblick in hellen Flammen und ist den erlitteren Brandwunden erlegen Die Ursache wird darauf zurückgeführt, daß St. die brennende Cigarre bezw. Pfeife in die Tasche steckte. * Leipzia, 17. Aug. Der gestern Abend 9.12 Uhr nach Berlin abgeyende Schnell zug überfuhr auf dem Uebergang nach Möckernstraße einen mit Steinen beladenen Wagen. Dem Geschurfährer wurden beide Beine abgefah en; beide Pferde sind getödtet. Der 60jährige Behnwärter, der die Barriere nicht geschlossen hatte, versuchte sich zu erhängen, wurde indeß noch lebend abgeschn tten. Der Zug erlitt eine 1½ stündige Verspätung. * London, 17. Aug. Seit drei Tajen herrscht hier eine außerordentliche Hitze; zohlreiche Fälle von Sonnenstich sind zu verzeichnen. * London, 17. Aug. Gestern sind in Folge der Hitze 32 Fälle an Sonnenstich vorgekommen. In der Nacht war ein furchtbares Gewitter, das von einem wolkenbruchartigen Regen begleitet war und großen Schaden anrichtete. * New=York, 17. Aug. Ein heftiges Unwetter ging gestern Abend 12 Meilen nordwestlich von Cambiry (Minnesota) nieder. Sieben Personen wurden getödtet, die gleiche Anzahl vermißt. Mehrere Häuser sowie die Felder erlitten zum Theil sehr starke Beschädigungen. Neueste Nachrichten und Telegramme. * Berlin, 17. Aug. Zur Ergänzung der gestrigen ongkonger Meldung, daß der spanische Gonverneur der Philippinen, General Augustin, am 5. d. M. abgesetzt worden sei, bestätigt die„N. A. Ztg.“ daß der Kreuzer „Kaiserin Augusta" den General Augustin mit Familie nach Hongkong gebracht hat. Aus den bisherigen Meldungen gebe hervor, daß die„Kaiserin Augusta“ Manila erst verlassen, nachdem die Stadt übergeben war, und daß nach der Uebergabe die spanischen Officiere in Freiheit belassen waren. Demzufolge konnte sich auch General Augustin hinbegeben. wohin er wollte. Wenn Admiral v. Diederichs dem General die Erlaubniß gab, auf der„Kaiserin Augusta“ nach Hongkong zu fahren, so hat er dies sicher nur im Einverständniß mit dem amerikanischen Oberbefehlshaber gethan, falls er ein solches Einverständniß überhaupt noch für nöthig hielt. Weiter ist noch zu erwähnen, daß die spanischen Truppen in Manila sich nach einem gegenseitigen Uebereinkommen nach Spanien bezw. Hongkong begeben können. * Entgegen einem früheren Dementi der„Berl. Corr.“ hatte der„Vorwärts“ behauptet, daß der Finanzminister in einer Verfügung an die Polizeiverwaltung zu Prenzlau die Bescheinigungen der Polizeibehörden über die erfolgte Anmeldung von Versammlungen zur Erörterung politischer Angelegenheiten für stempelpflichtig erklärt habe und an dieser Stempelpflicht noch jetzt festhalte. Die „Berl. Corr.“ schreibt hierzu: Beides ist unrichtig. In der Verfügung des Finanzministers an die Polizeiverwaltung zu Prenzlau vom 20. Mai 1898 ist bestimmt ausgesprochen, daß die erwähnten Bescheinigungen keines Stempels bedürften. Als dem Finanzminister dann bekannt wurde, daß die Verfügung von nachgeordneten Behörden unrichtig aufgefaßt und für jene Bescheinigung in gewissen Fällen noch der Stempel verlangt werde, hat er nochmals dem hiesigen Provinzialsteuerdirector eröffnet, daß die erwähnten Bescheinigungen unter allen Umständen stempelfrei und die dafür etwa eingezogenen Stempelgebühren baldigst wieder zurück zu erstatten seien. * Auf Befehl des Kaisers begibt sich der Viceadmiral v. Diederichs an Bord S. M. S.„Kaiser" nach Batavia, um zu den aus Anlaß der Krönung der Königin von Holland stattfindenden Feierlichkeiten die Glückwünsche des Kaisers auszudrücken. * Gegenüber der Nachricht, in der königlichen Münze würden Bismarck=Sterbethaler für die Privatindustrie geprägt, stellt die„Berl. Corr.“ fest, daß Münzen der bezeichneten Art in der königlichen Münze nicht geprägt werden. * Wie man aus Friedrichsrub telegrapbirt, sollte der erste Spatenstich zum Bismarck=Mausoleum heute gethan werden. 600000 Mauersteine sind bereits für den Bau bestellt worden. * Hamburg, 17. Aug. In Hamburg sind innerhalb acht Tagen ca. 270,000 M. für das Bismarckdenkmal gesammelt worden. * Paris, 17. Aug. Da Christian Esterhazi die Schriftstücke, welche der Gerichtshof von ihm zur Unterstützung seiner Klage gegen den Major Esterhazy verlangt hatte, nicht eingereicht hat, wird, wie der„Jour“ meldet, die Klage als nicht eingebracht angesehen.— Präsident Faure unterzeichnete heute das Decret, rurch welches die für den einheimischen Zucker sowie für denjenigen aus den französischen Colonien ausgeworfenen Prämien festgestellt werden, soweit derselbe bis 1. September zur Ausfuhr declarirt worden. Die erste Categorie des betreffenden Zuckers enthält auf 100 Kilo Raffinade 2 Frcs. 42 Cts., die zweite Categorie 2 Frcs. 77 Cts., die dritte Cateaorie 3 Frcs. 11 Cts. * Lorient, 17. Aug. Concarneau steht seit gestern Abend in Flammen; Admiral Meuard verlangte telegraphisch die Entsendung aller verfügbaren Hilfskräfte. Bereits sind drei Fabriken vollständig vernichtet. * Athen, 17. Aug. Der Kriegsminister ordnete eine Untersuchung ge en die Generalstabsofficiere des Kronprinzen im letzten Kriege an, weil diese bei der Räumung von Lurissa sämmtliche militärische Karten dort zurückließen, welcher sich die Türken bei den späteren Schlachten bedienten. * Madrid, 17. Aug. Die Regierung ist übereingekommen, die Entlassungsgesuche der Generäle auf Cuba, Portoriko und den Philippinen zurückzuweisen.— Wie verlautet, werden die Kammern am 15. September eröffnet werdes. * Washington, 17. Aug. An. Bord zweier in Montank Point und Santiago mit Trupven eingetroffener Schiffe wurden Fälle von gelbem Fieber festgestellt.— Das „Evening Journal“ meldet aus Manila: Bei der Einnahme von Manila betrug der Verlust auf amerikanischer Seite 5 Todte und etwa 45 Verwundete. Die fremden Consuln waren vorher von der Absicht, Manila zu beschießen. in Kenntniß gesetzt worden. Die Spanier erwiderten die Beschießung nicht, aber die Landstreitkräfte der Amerikaner wurden Seitens der Spanier mit kräftigem Feuer empfangen. Die Anzahl der Spanier, welche capitulirt haben, beträgt ungefähr 7000 Mann.— General Wilson meldet aus Ponce unterm 16. August, nachdem die spanischen Truppen am Samstag Ciales geräumt hätten, sei von den Einwohnern die amerikanische Flagge gehißt worden. Die Truppen seien darauf zurückgekommen, hätten die Fahne heruntergerissen und 90 Personen mit Messern getödtet.— Einer telegraphischen Meldung des„New=York Herald“ aus Honkona zufolge hätten die Amerikaner mit den Streitkräften Aguinaldos Differenzen gehabt. Diese hätten aus Unzufriedenheit darüber, daß man sie an den aus dem Falle Manilas sich ergebenden Vortheilen nicht theilnehmen ließ, gemeutert und die Amerikaner in den Laufgräben angegrihen. ∆ Bremen, 18. Aug.(Telegramm.) Die Heizer und Matrosen hiesiger Rhederei treten in einen partiellen Strike wegen Lohnstreitigkeiten ein. Hamburg, 18. Aug.(Telegramm.) Gestern sind hier 10 Hitzschlagtodesfölle und zahlreiche schwere Erkrankungen vorgekommen. + Kiel, 18. Aug.(Telegramm.) Ein seit Jahren wegen Unterschlagung von 10,000 Mark von der Berliner Polizei verfolgter Kaufmann wurde in Amrum als Badegast verhaftet. * Lemberg, 18. Aug.(Telegramm.) Die Stadt Skalat wurde durch einen surchtbaren Brand eingeäschert. 300 Wohnhäuser, die Bezirkshauptmannschaft, das Gerichts= und das Steuergebäude sind total niedergebrannt. Mehrere Personen sind in den Flammen umgekommen. 1800 Personen sind zwrahlel. Bekanntmachung. Es wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß durch Beschluß des Provinzialrathes die Dauer der September=Kirmeß auf zwei Tage beschränkt worden ist. In diesem Jahre findet somit nur Freitag den 2. und Samstag den 3. September Jahrmarkt statt. Witten, den 16. August 1898. Der Magistrat: Dr. Haarmann. Bei vorkommenden Sterbefällen empfehle einem geehrten Publikum von Witten und Umgegend mein reichhaltiges Lager in Särgen jeder Größe. Gleichfalls sind sämmtliche Leichenbedarfsartikel, wie Hemden, Strümpfe, Mützen, Schuhe, Handschuhe 2c. stets am Lager. Jeder nicht vorräthige Sarg wird innerhald zwei Stunden auf meiner eigenen Schr einerei gagefertigt. 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