Mpzsszen uangz sng pmm Li sgunte aum pts nzun ummt... Spsu., hubg u ug u igug g un 4og(ssiomzup“, Mppggug—„rng Wisu ggz elans ezan ung tigm mplag Mhge Spurg 4igt gu.n wpozsbag nug vog pemzagsunzzug agunzs am 3oot 2aun zumuges Hon zezu au gung uaumus uzgg usanziegtoiczesg ud uzgugaut pilus ezuugz unug gpiucg gugmustzug gmngazno.1ug aussgug“.„vug zuzsus uapz uland uzan uig zign ungung unugag Hunznzug ug auznzung un Drti).. 1.1. ade ueehete auntis aum aumi uum zummual von zoin zu zung iummanas une ucdummiuagucteug ud uiamanmtgusne uumme: unrum Madad amustung aunanun.1uc mubgug. ut u a1. V.1 Auc unmn iun aslant van, mauzmusn aunnune vun auueurn.g, aunn Montag, 6. Juni 1893. aunm en Abonmmnncteprts mnbs den Gratiabellagon„Honntagosteude“,„Neterglochen und„Sterus und Plumun“ durch die Dohrn monstell mur 50 Ppfg. pro Monat, durch dis Pos bapom unr 1.30 Mht. pro Auartal. . „*** Nr. 126. Dritter Jayrgang. Preis für die 1spaltige Pekitzeils 10 Pfg. Bei größeren Aufträgm intsprechender Kabatt. Größer: Anzeigen kömnen mur bie spätesens Abends 5 Uhr nommen werden, ganz dringende Inserate bis Morgung 8 Uhr. Geschäflostels: Witten, Pauplstraße 79. * — Berantworhlich für dm 6. Bringeweld, Samsanen Centrums-Organ fün das Ruhrthat. Kümemsuche Volkszeitung, Witten. K. d. Bringewald, Wich. Bestellungen Sumsummm Gestruungen in unserer Geschäftsstelle und von den Boten jederzeit entgegengenommen. a Lostaich Bach. Cultusminister Dr. Bosse hat dieser Tage die litthauischen Distriete im fernen Ostpreußen besucht und dort insbesondere die Schulverhältnisse einer Prüfung unterzogen. Er hat damit ein Versprechen erfüllt, das er im vorigen Jahre einer litthauischen Deputation gegeben hatte, die bei ihm Beschwerde über allerlei nationale und sprachliche Bedrängnisse führte, die den Litthauern widerfahren sein sollen. In einer Besprechung mit Schulvorstehern und litthanischen Besitzern äußerte der Minister sich zustimmend zu der ihm vorgetragenen Ansicht, daß es darauf ankomme, die Kinder im Litthauischen so weit zu fördern, daß sie gemeinsam mit den Eltern dem litthauischen Gottesdienste und anderen kirchlichen Handlungen mit rechtem Verständnisse folgen könnten. Danach sei auch bis jetzt verfahren worden und werde auch in Zukunft verfahren werden. Die Litthauer erhielten bisher den Confirmandenunterricht in ihrer Sprache. Jetzt verlangen sie, daß die Kinder den Religionsunterricht bis zum Schulschluß in ihrer Sprache erhalten. Bisher erhielten die Kinder der beiden ersten Schuljahre lithauischen Unterricht in der Religson, vom 7. bis 8. Schuljahre wurde vorwiegend deutsch unterrichtet und nur der Memorirstoff auch noch litthauisch gelehrt, im Uebrigen das Litthanische nur zum Verständniß herangezogen. Die Prüfung soll jetzt ergeben haben, daß die Kinder viel mehr Litthanisch konnten und dies in den Schulen viel mehr getrieben wurde, als die Litthauer dem Minister gesagt hatten. Indeß will der Minister den Wünschen der Litthauer doch noch weiter entgegenkommen. So soll, da es zur Durchführung der Wünsche an Lehrern fehlt, im Kreise Heydekrng eine Präparandenanstalt vorzugsweise für litthanische Knaben errichtet werden.. Der conservative Reichstagscandidat Graf Pourtales theilte auf einer Versammlung in Tüsit wit, Herr v. Miqnel habe ihn zu der Erklärung ermächtigt, er sei bereit, für die gerechten Forderungen der Litthauer einzutreten; die Regierung habe insofern die Verhältnisse der Litthauer bisher unrichtig beurtheilt, als sie die königstreuen Litthauer mit den Polen, Dänen und Elsässern über einen Kamm geschoren habe: sie sei bereit, ihre Wünsche zu erfüllen. Graf Pourtales selbst versprach, für die auf Erhaltung der Nationalität sich erstreckenden Wünsche der Litthauer einzutreten. Man irrt sich nicht, wenn man diese plötzliche Lithauerfreundlichkeit der Regierung und der Conservativen ein wenig mit den bevorstehenden Reichstagswahlen in Verbindung bringt. In vier Wahlkreisen fallen die Stimmen der Litthauer ins Gewicht: zwei davon waren bisher freisinnig vertreten, nämlich Memel=Heydekrug, wo früher stets Moltke gewählt worden war, und Tilsit. Jetzt haben sie gar in Memel=Heydekrug, Bagnit=Pillkallen und Labian=Wehlau eigene litthauische Candidaten aufgestellt, und treten in Tilsit mit einem Candidaten auf der zwar einen deutschen Namen hat, ihren Besirebungen aber offenbar sehr entgegenkommen muß. Die Conservativen stehen bei ihnen im Verdacht, ihre Sprache ausrotten zu wollen. Unter Aichen Ansinhen Mauns- ush in Salem Dar. sprechungen nur den Zweck haben, die Litthaner den Conservativen wieder ins Garn zu treiben. D Indeß kommt es auf den Zweck weniger an als auf die Thatsache, daß man den Litthauern in Bezug auf Nationalität und Sprache ganz andere Zugeständnisse zu machen bereit ist als den Polen. Warum wohl? Nach dem Grafen Pourtales hatte Herr v. Miquel gesagt, die Regierung habe erkangt, daß die Litthauer im Gegensatz zu den Polen königstreu seien und sich nicht von reichsfeindlichen Agitatoren verhetzen lassen würden. Mit dem billigen Schlagworte königstreu könnte man, wirklich etwas sparsamer sein. In diesem Falle ist es doch nar eine plumpe Schweichelei. Die Litthauer haben in zwei Wahlkreisen, wie gesagt, das letzte Mal statt eines„königstreuen“ Conservativen einen Freisinnigen gewählt und sich von freisinnigen„Agikatoren verhetzen lassen“, Anderswo ist das bei den Conservativen ein Verbrechen am Vaterlande. Bei den Litthauern ist es aber„ganz was anders“. Jetzt stellen sie gar Nationallitthauer auf. Sie than also dasselbe wie die Polen. Dafür sollen sie aber nicht etwa bestrast werden, sondern man kommt ihnen entgegen und sucht sie durch Freundlichkeit zu gewinnen. Daß die so zärtlich behandelten Litthauer auch sonst die besten Brüder nicht sind, zeigt die von der„Nat.=Zig.“ erwähnte Thatsache, daß abgesehen von Berlin, wohin naturgemäß viele unlautere Elemente drängen, im ganzen preußischen Staate nicht so viele Verbrechen begangen werden, wie im Bezik des Landgerichts Tilsit: Meineid, Mord, Urkundenfälschung u. s. w. sind in schreckenerregender Weise in den litthanischen Bezirken an der Tagesordnung, so daß fast in jedem Monat eine vierzehntägige Schwurgerichtssitzung abgehalten werden muß. Und dabei sind die Litthauer im Besitze des„reinen Evangeliums“. Es geht mit den Litthauern wie mit den Masuren: es kommt ihnen zu Gute, daß sie protestantisch sind. Nationale Bestrebungen, die auf Erhaltung ihrer Sprache u. s. w. gerichtet sind, regen sich bei ihnen mehr und mehr, gerade wie bei den Polen. Man sießt aber darin nicht, wie bei den Polen, eine Gefahr für den Staat, sondern will ihnen entgegenkommen und sie damit noch stärken. Sind diese Bestrebungen bei[Litthauern und Masuren berechtigt, so können sie bei den Polen nicht unberechtigt sein. Um sie bei diesen ober dennoch bekämpfen zu können, verquickt man sie mit Bestrebungen zur Loßreißung von Preußen. Derartige Bestrebungen verurtheilen wir so entsbieden, wie krgend Jemand; wir leugnen auch nicht, daß solche verschiedentlich vorhanden sind. Man bekämpfe sie mit aller Entschiedenheit, aber man darf darum den Polen nicht Rechte vorenthalten, auf die sie von Natur aus schon Anspruch haben. Jeder Meusch hat das Recht auf seine Sprache und Nationaltät. Die Deutschen in Rußland und ungarn beanspruchen es ja genau so, wie die Polen bei uns. Jeder hat auch das Recht, in seiner Mutersprache ausgebülbet und unterrichtet zu werden, und wenn der Staat den Unterricht in seine Hand nimmt und die Eltern zwingt, ihre Kinder in seive Schulen zu schicken, so hat er auch die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Kinder ihre Muttersprache lernen. Es liegt im Interesse der Polen selbst, daß sie auch deutsch lernen, aber der Staat darf nicht das Polnische aus der Schule verbannen. Billigt er diese Grundsätze gegenüber den Lütthauern, seenid e Hhead munden ir dier Ghunhen bringen, denn was der einen Nationaltät rcht ist, ist der andern billig. Die Gewährung des ihnen zukommenden Rechtes an die Volen kann für den Staat unmöglich gefährlich sein. Gefährlich ist vielmehr die Verweigerung des Rechts. Sie gerade fördert die staatsfeindlichen Bestrebungen, während Leute, die sich wohl fühlen im Staate und ihr Recht dort finden, ihnen weit weniger zugänglich sind. Selbst die entschieden volenfeindliche Presse erkennt an, daß man die Polen nicht anders behandela dürfe als die Litthauer.„Man kann doch in Lithauen nicht anders verfahren als in Posen,“ meinen die Bismarckschen Berliner„N. Nachr.“. In dem gleichen Sinne äußert sich die„Nat.=3tg.“. Alerdings wollen diese Blätter die Gleichheit in der Weise herstellen, daß in Litthanen ebenso verfahren werden sol, wie bisber in den polnischen Landestheilen. Wir dagegen sind ganz mit dem von der Regierung in Aussicht gestellten Entgegenkommen gegen die Wünsche der Litthauer einverstanden, nur missen wir fordern, daß die Polen mit geichem Maße gegesen werden. D Politische Tagesübersicht. Die Centrumspressewird von der„Kreuzztg." beschuldigt, der Socfaldemokratse mit den Hinweise auf die Gefährdung des Wahlrechts Waffen geliefert zu haben. Mit Vergnügen bemerkt das Blatt, daß diese Waffen nun gegen das Centrum selbst gekehrt werden, indem man es verdächtige, das Wahlrecht nicht unbedingt zu schützen. Eine solche Verdäcktigung kann nus sehr kalt lassen, denn es wird nicht viele Leute geben, die damit zu fangen sind. Selbstverständlich vermag uns auch keine Verdächtigung zu bestimmen, daß wir nun sagen, das Wahlrecht sei nicht gefährdet. Die„Kreuztg.“ betbeligt sich an ihrem Theille bei der Verdächtigung mit der Behauptung, Windtborst habe sich auf das entschiedenste gegen das geheime Wahlrecht ausgesprochev. Das ist nicht richtig. Alerdings hat er in der Thorie anerkannt, daß die öffentliche Stimmabgabe das Recht sei, denn wer eine politische lleberzeugung habe, müsse auch öffentlich dafür eintreten. Allein da es keine freie Wahl bei uns gibt und alle abhängigen Leute fürchten müssen, sich durch die öffentliche Stimmabgabe zu schaden, so hat Windthorst in der Praxis ganz entschieden die gebeime Abstimmung verangt. An dieser Thatsache ist nicht zu rütteln. Unsere Warnungen vor den Absichten gegen das Wahlrecht erhalten übrigens fortwährend neue Unterstützung. So berichtet die„Hüfe“ des national=soialen Pastors Naumann, ihr sei aus sehr guter eonservativer Quele der Name eines hohen einflußreichen bayriscken Beamten und Bundesrathebevolmnächtigten genannt worden, der im Jahre 1893 bereits einen fir und fertig ausger arbeiteten Wahlgesetentwurf vorgelegt habe. Nach dem „Vorwärts“ wäre Herr v. Felisch gemeint. Die „Leipziger Ztg.“, ein amtliches Organ der sächsiscen Regierung, spricht ihre Freude aus, daß die„Hamk. Nachr.“ sich für die Reform des Wahlrechts ausgesprochen haben. Sie habe aus ihrer Ueberzeugung von der Reformbedürftigkett des Wahlrechts niemals ein Hehl gemacht. Aber, fügt sie binzu, solange wir mit dieser Ueberzeugung nicht die Mehrheit der Porlamentarier und die Regierung gewonnen haben, besteht für das algemeine Wahlrecht keine Gefahr. Das heißt aber doch nicts anders als: Sobald es geschehen kanv, muß das Wahlrecht geändert werden. Ueber dem Blatte steht Minister v. Metsch, berselbe aunr ue eute u eneu g en e. Kartellbrüder verschlechtert hat. Schon früher hatte das Leipziger Blat geschrieben, alle wirklich Conservativen wünschen di: Beseitigung des Reichstagswahlrechte, sie bestritten es nur öfentlich, well sie jett die Massen gleichsals brauchten und diese nicht verstimmen dürften. Dasselbe haben wir gesagt, aber die conservative Presse tbat sehr entrüster über diese „Verleumdung“. Die offieisen Ableugnungen kennzeichnet sehr gut der vielfach offietös bediente„Hamb. Corr.“:„Die Verpflichtung, die allem Gerede ein Ende machen würde, nun und nimmer an eige Aenderung des Wahlrechts zu denken, kann und darf die Regierung gar nicht auf sich nehmen.“ Zum Duell=Unfug bringt die„Berliner Volkszeitung“ folgenden Beitrag: „Wegen Herausforderung zum Zweikampf mit tödtlichen Wasen wurden die beiden 19jährigen KaufmannslehrLinge Feltenstein und Jordan in Königsberg i. Pr. von der dortigen Strafkammer zu je vier Monaten Festungshaft verurtbeilt. Der Staatsanwalt hatte je sechs Monate beantragt, indem er darauf hiuwies, daß es sich bier nicht um Glieder eines Standes handele, in welchem die Verpflicht u n g. Ehrenhändel durch einen Zwelkampf ausausechten. zu altererbten Standesanlichten(1) geböre uns auf Standesmitglieder ein Zwang ausgeübt werde. Zwischen den Verurtheilten war ein Wortwechsel enstanden, der schließlich in Thstichtelten ausartete, voraut F. dem I. eine Forderung auf Pistolen zugehen ließ, die dieser jedoch anfänglich ablehute. Erst nachdem ein angerufenes Ehrengericht sich für die Nothwendigkeit eines Säbel=Duells ausgesprochen, fügte er sich, und der Zweikampf wurde in der Villa Friederleia daselbst ausgefochten. Hierbeitrug F.mehrere Kopfvoerleszungen davon.: Wir sind ganz der Meinung der„Volkszeitung“, welche die Darlegungen des Staatsanwaltes in diesem Falle für besonders bemerkenswerih hält und ihnen entgegenstellt, daß es erstes Erforderniß ist, an dem Saßze der preußischen Verfassung festzuhalten, wonach vor dem Gesetze alle Preußen gleich sind. Es kann nicht zugegeben werden, daß die Zugehörigkeit zu einem besonderen Stande auf die strafrechtliche Beurtheilung eines Verbrechers irgend welchen Einfluß üben darf. Der Satz„wenn zwei dasselbe thun, so ist es nicht dasselbe; darf in der Rechtspflege nun und nimmer Eingang gewinnen: denn sonst ist es mit der Rechtspflege überhaupt vorbei. Anderseits bieten uns in unserm Kampfe gegen das Duell und das Duellunwesen Erscheinungen, wie die verzeichnete, ganz willkommene Hülfe. Die Stellung unserer gesammten Strafrechtspflege im Allgemeinen und unseres Strafgesetzbuches im Besondern zur Duell=Frage wird durchnichts mehr ad absurdum geführt, als durch solche Vorkommnisse. Das häufigere Auftreten dieser Erscheinungen in der letzten Zeit mag zwar vorläufig noch auf eine lächerliche Nachäfserei zurückzuführen sein; aber wie lange wird es dauern, daß auch die practische Seite der Sache in weitern Schichten der Bevölkerung erkannt wird, daß man sich klar wird, es koste gelinde Festungshaft mit nachfolgender Begnadigung, wenn man sich nach den Regeln der Kunst“ haut oder sticht, und es trage sehr unbequeme Gefängnißstrafe ein, wenn man diese Regeln außer Acht läßt. Uns erscheint es zweifellos, daß diese Erkenntniß rasche Fortschritte macht. Für unsern Zweck kann ein solcher Fortschritt nur erfreulich sein. Wenn es erst dahin gekommen ist, daß eine auch nur einigermaßen erhebliche Anzahl Tanzboden= und Kneipen=Schlägereien in der Form des Duells ausgefochten wird, dann wird wohl auch „ aber erst allmälich.— die Einsicht von der Unhaltkarkeit unserer Strafrechtspflege in Betreff des Duells um sich greifen und sieghaft werden. (81 c Im Kampf ums Recht. Eriminal=Roman von E. Heinrichs. „Kennen Sie den Notar Jacobs?“ fragte Ebbesen. Lassen sah ihn überrascht an und nickte. „Ein netter alter Bursche, wie?“ fuhr der Mann fronisch fert, der geriebenste Fuchs, der semals der Fran Justita Nasen gedreht hat. Ich habe verschiedege sehr heille Dinge erfahren, die ihn ebenfalls auf die Strafbank bringen und zu meinem Collegen machen könnten. Mir feslen aber leider die bandgreiflichen Beweise, und die muß ich finden und solle ich mein Leben daran sesen, denn ich habe die Ahnung, daß er die Hand in dem teusischen Spiel gehabt hat, das mich zum Verbrecher stempelte, Könen Sie nun meinen Haß gegen den Notar Jacods begreifen, Herr Lassan““ „Ja.; erwiderte dieser mit einem tiefen Ahenzug,„und daria begegnen wir uns, Freund Ebbesen!.— Sagen Sie mie vorerst noch eins, bat der Notar Sie beschäftigt““ „Allerdiags, er machte mich zu seinem lesten Schreiber, und bat mich weidlich kasonirt. Heute warf sch ihm die Ger schichte vor die Füße.“ „Lennt er Ihre, Wohnung““ Ich Laude, woshl..— „Melden Sie sich auf der Polizei ab.“ rieth ihm Lassen, und bringen Sie Ihre Sachen einstwellen Hierher,— hente Abend kommen Sie zu mir, ich bewohne ein Häuschen ganz allein am kleinen Graben und habe Mlaz genug für Sie. Dem Rotar ist nicht zu tranen, wenn er Sie aus der Stadt los sein will, bringt er es auch ferig“ „I3ch habe auch schon daran gedacht, und werde Ihren Rath befolgen, Herr Lassen,— wie ich Ihr Auerbieten mit Freuden acceptire., Seien Sie dafür gesegnet: Lassen erhob sich und schüttelte ihm die Hand. Sie finden mich von sieben Uhr an zu Hause am Kleigen Graben Nr. 1. Ich erwarte Sie bestimmt,— solten Sie auf der Voltzek, wag man nicht wissen kann, irgend weiche Scherereten haben, dann lasen Sie sich zu dem Diretor führen und geben Sie ihm diese Karte.“ „Er nahm letztere aus der Brustasche, scrieb mit BietAift einige Zeilen auf die Rückseite und gab sie dem jungen Mann. „Dieser sab ihm gedankenvoll nach, als er das große Speise Zimmer durchschrit und dem Kelluer Zahlung lessete. Dann warf er einen Blick auf die Karte, worauf der Rame„Peter Lassen“ und darnnter„Gerichtschreiber a. D.: salt ael e e asce ente. alter d.en Inhaber Herrn Conrad Ebbesen.— B. 3.“ „Hhm, murmelte er. die Karte in sein Notizbuch legend. hast Du hier eine solche Vertrauensstellug, meia braver Lassen, dann könnte ich wich am Ende beglückwünschen, meine alte Bekanntschaft mit Dir ernenert zu haben. Befolgen wir also seinen Rath., Er bezahlte dem Kellner, nahm Hut und Stock und verließ das Restaurant, nachdem er mit dem Wirth Rücksprache weaen Aufbewahrung seiner Sachen genommen hatte. Er hatte hier oft verkehrt und zu Mittag gespeist, weshalb sein Wunsch sofort Berücksichtigung fand. „Erst die Polizek, dachte er, den Schrit uun sofort dertAin kentend. „Sie reisen heute noch ab9“ fragte der betreffende Beante mit einer scharsen Masterung, „Das kann ich nicht fest bestimmen“ erwiderter Ebbesen rubig..3ch möchte nur auf einige Tage eiae Aufenthaltskarte noch haben.“ „Die konn, Ihnen, da Sie ohne Stellung sind, nicht gewähri werden; wurde ihm kurz bedentet, =Und weshalb nicht's. fragte, der junge Mann gereizt. „Ich stehe nicht unter Polizet=Aufsicht—“. „Der Herr Jacobs hat Sie entlassen.“ „Rein ich habe meine Erntlasung gefordert,; versetzte Ebbesen, sich zur Rube zwingnd.„Doch dleichoiek, Sie verweigern mir also eine Aufenthaltskarte 9“ „Ja „Dann bitte ich, mich bei dem Herrn Polizei=Director melden zu lassen.: „Ist nicht zu sprechen,“ lautete die barsche Erwiderung. „Sie haben Ihrean Bescheld, nun hören Sie uns nicht länger: „Gut, dann werde ich mich schriftlich an den Herrn Direckor wenden, und Ihnen die Verantwortung überlassen“ Edbeien wandte sich bei diesen Worten der Thür zu. um das Burean zu verlassen. Ein älterer Herr, der soeben durch eine andere Thür eingetreten war rief sin zurück. Er bengte sich zu dem Ber auten nieder und ließ sich die Sache leise erlären. Eobesen körte die Worte„Notar= und„Zuchtbäusler“, das Biut slag ihm in die Stirn und seine Hände ballten sich. Der Herr sah den jungen Mann prüfend an und sogte damn mit ener Handbewegung:„Folgen Sie mir!“ Ebbesen gedorchte, sein Muth und sein Vertrauen auf die Karte des Verichtschreibers waren auf den Gestilerpunkl gcunken. „Warten Sie dier ein wenig“ sprach der Herr(er war der ValiatIZutzeatoed due Thir östund ud dastater dur schwindend. Nach einigen Minuten kam er zurück, ließ den Wartenden eintreten und deutete auf eine Flügelthür. „Klovfen Sie dort an, es ist das Diretionszimmer. Sie sind gemeldet.“ Ebbesen dankte und folgte der Weisung des freundlichen Hern, der sch bierauf rübsig in einen Sesel nieherlietz. „Weshalb wolen Sie mich sprechen 5“= begann der VolizeiDirector, dem ekemaligen Sträfing einen nichts weniger als freundlichen Blick zuverfend.„Der betreffende Beamte hat nur meinen Besehl ausgeführt.“ „Um Verzeihung, Herr Director,“ erwiderte Ebbesen, sein Rotizbuch hervorziebend, sich wollte mir nur gestatten, Ihnen diese Karte versönlich zu überreichen.“ Der Polizei=Chef nahm dieselbe mit spitzen Fingern entgegen und warf einen neugerigen Blick auf den Namen. Hann wandte er die Karte hasig um, hatte aber kaum die turze Bleistift=NRotz überflogen, als seine Miene sich sofort aufhellte. „Das ändert allerdiags die Sache.“ sagte er etwas befangen.„Auf diese Bürgschaft können Sie die volzell che Erlaubaißz erhalten. Bielleicht auf eine unbesimmte Zeitdauer. „Das wäre mir allerdings sehr erwünscht, Herr PolizeiDrektorI versette Ebbesen angenehm überrascht und erfreut. „Gut, bleiben wir alsg dabel“ Der Polizei=Chef warf einige Zeilen auf ein Blatt Papier und reichte es ihm din 2. „Sehen Sie mal nach, ob der Herr Polizei=Inspector sich noch im Vorzimmer befindet“, septe er biazu.„der Herr nämlich, der Sie mir gemeldet hat. Ich wünsche ihn zu sprechen: Ebbesen gehorchte, der Inspector war da und trat sofort herein. „Die Geschichte ist in Ordnung.“ sagte der Director zu diesem,„sorgen Sie dafüir. Herr Inspertor, daß die Ordre, welche ich diesem Herrn(das Wort kam noch etwas zögernd teraus) gegeben, von dem Btanten stritte ausgefährt wird.“ Der Inspetor verbengte sich zukimmend und erbat sich die Orore, mit der er dem hofnungsfroßen Eöbesen voranschritt. Selbstverständlich war unn nichts mehr im Wege. Die Ausenthaltslarte wurde dem ehemaligen Zuchehäusler auf mmder stimmte Zeitdauer, ausgestell, worüber die Hern Bureanschreiber verständnißlos die Köpfe schüttelten. Courad Edbesen aber verliaß mit stolz erhobenen Haust das Polizetk=Gebinde, darüder nachgrübelad, woduch der salche Grichtscheiber a. D. sich elue dereritge Ansachar und Vertrauens=Stellung habe erringen Können. 12. Capitel. Mittlerweile war Lassen, seiner Aufgabe getreu nach dem Hause des Medicknalraths gegangen, um die llnterschift dieses Herrn, die ihm wichiger wor als die des sterbenden Verbrechers, zu grlangen. Er wußte, daß er eine unangenehme Seene mit dem alten Arzte haben werde, der das Ganze für eune erlogene Geschich e hielt, aber das schreckte ihn durchaus nicht ab, das Aeußerste zu versuchen, um sein Ziel zu erreichen. Die Empfindlichkeit hatte er sich schon längt als Subaltern=Beamter abzewöhnt, er hielt Grobheiten für Schläge in8 Waser, romit sich der Austheler nur selber naß mache, und die überlegene Ruhe für die schärfste Waffe in allen Lagen des Libens, wo nicht das Faustrecht den Ausschlag gab, um Sieger und Herr der Situation zu bleiden. Für den Detetio war ein heftiger Meusch ein ungefährliher Gegenfand, er fürchtete einzig den kaltberechnenden Geaner, der seine Leidenschaften zu beherrschen, seine Ruhe za bewahren vertand, und sich niemals eine Blöße gab. Ein solcher Gegner war für ibn der Notar Jacobs. kassen war durch die unerwartete Begegnung mit dem Stäslng und durch seie Vemerkuagen über den Rotar ungewöhnlich erregt geworden, was ihm für seinen Besuch durchaus nicht ersprieblich erschien. Er bog deshalb erst in eine Seitenstraße ein, durch welche er auf die Promenade gelangen konnte, um durch einen raschen Gang in der schönen Frühlingsluft die nöthige kalte Ueberlegung wieder zu erlangen. Ein Blick auf seine Uhr belehrte ihn, daß es höchste Zeit für ihn war. seinen Besuch bei dem Medieinalrath zu bellen. da er um fünf Uhr sich bei dem Notar eiastellen sollte, und der Zeiger schon auf halb fünf gerückt war. Der alte Arzt war wider Erwarten sofort für ihn zu sprechen und berelt. seinen Beriche anzuhören. Alse Lassen denselben veresen hat, saß sener eine Weile schweigend da, unverwandt mit seinen durchdringend scharfen Angen den vor ihm sitzenden Detetio anstarrend. „Natüirlich wüaschen Sie für dieses Gewäsch meine Unterschriftir= brach er endlich das Schweigen. (Fortsetzung folgt.) 9 Nur noch zehn Tage trennen uns von den Reichstagswahlen. Die Wahlbewegung ist im vollen Zuge. Den meisten Parteien wäre es wohl am angenehmsten, wenn bereits Alles vorüber wäre. Die Bewegung hat so ungewöhnlich früh angefangen, daß das Pulver meist verschossen ist. Eine auf= und anregende Wahlparole fehlt, und das ist für Parteien, die darauf angewiesen sind, eine arge Verlegenheit. Mit den alten Schlagworten, wie„Reaction",„Junker",„Ultramontanismus“, „Agrarierthum" u. s. w.“ lockt man schließlich keinen Hund vom Ofen mehr; die„Brodvertheuerung" zieht auf der einen Seite ebenso wenig, wie auf der andern der„Umsturz“ oder die„Börsenjobber". Damit kann man in animirten Volksversammlungen wohl einigen Beifall erringen, aber in solche Versammlungen kommen doch meist nur Leute, die schon überzeugt sind. Was die Pahlerfolge macht, ist doch die Organisation und die Arbeit von Mann zu Mann. Es sind nicht die socialistischen Flugblätter und Zeitungen, die der Socialdemokratie die stetig wachsende Zahl von Anhängern bringt, sondern die persönliche Agitation in der Werkstatt, auf dem Bauplatze, in der Kneipe, das ganz systematische Ineinandergreifen der Agitation, die Organisation. In der Centrumspartei organisirt man ja auch, man agitirt auch, aber vielfach verläßt man sich ruhig auf Gott und seine gute Sache. Der Name „Centrum“ wird schon genügen, denkt man, um alle guten Kat holiken an die Wahlurne zu bringen mit dem richtigen Zettel in der Hand. Das ist aber ganz verkehrt, wie leider die Zahlen beweisen. Wir haben namentlich große Stüdte, in denen die Katholiken nach Zehntausenden zählen, ja hundertt ausend sind, die aber bei den Wahlen eine geradezu beschämend geringe Zahl von Centrumsstimmen aufweisen. Wir brauchen sie nicht zu nennen. Sollte denn da wirklich nichts zu machen sein? Müssen wir das klägliche Ergebniß als ein unabänderliches Schicksal hinnehmen? Die leidige Indolenz berrscht bei uns gar zu sehr. Es fehlt vielfach das Bewußtsein von der Macht, die sie im Staate bilden könnten, wenn sie wollten. Wir wollen nicht sagen, daß bei uns die Gleichgültigkeit gegen das politische Leben allein herrsche, auch andere Parteien setzen die Menge oft nur mit Mühe für sich in Bewegung. Aber sie gebieten einmal in großem Maße über die materielle Macht und gebrauchen die se rücksichtslos gegen alle abhängigen Leute, und zweitens nehmen sie sich den einzelnen Mann vor. Bei uns darf von ir gendwelchem Zwange ebenso wenig die Rede sein, wie von einem Stimmenkauf oder einem Stimmenfang durch unlautere Mittel. Nur durch freie Ueberredung dürfen wir Wähler dazu gewinnen. Jeder eifrige Centrumswähler hat, wenigstens in größeren Orten, in den kleineren wird ja in der Regel am besten gewählt, einen Bekannten, der sich am liebsten um das Wählen und dergleichen lästige Dinge gar nicht kümmert. Mit ein wenig Zureden könnte er ihn zum Wählen bewegen. Wie würde die Zahl der Centrumstimmen anwachsen, wenn so Jeder einen Genossen an die Wahlurne mitbrächte. Viele Centrumswähler werden auch Bekannte haben, die zwar wählen, aber obwohl sie katholisch sind, mit einer andern Partei gehen. Es würde oft wenig Mühe machen, sie eines Besseren zu-belehren und für das Centrum zu gewinnen. Ist doch das Centrum eine Partei, die allen Klassen und Erwerbsständen gerecht wird, wie keine andere. Mag einer Landwirth, Handwerker, Kaufmann, Arbeiter sein, man kann ihm immer eine Menge Dinge aufzählen, die das Centrum für ihn gethan hat. Die Sache keiner Partei ist so leicht zu vertreten, wie die des Centrums, weil es von aller Einseitigkeit frei ist. Wenn sich jeder Centrumswähler vornähme, in diesen letzten Tagen, mindestens eine Eroberung für das Centrum zu machen, so würden wir die größte Stimmenzahl aufzuweisen haben. Doch nicht allein durch gutes Zureden kann und soll man sich im Dienste der Partei nützlich machen. Man soll auch sorgen, daß die Wahlzettel des Centrums möglichst unter die Leute gebracht werden. Nur zu oft entschuldigt sich ja ein säumiger Wähler damit, daß er keinen Wahlzettel bekommen habe, selbst einen zu schreiben ist Manchem zu lästig. Viele glauben sogar, sie könnten gar nicht wählen, wenn sie keinen Wahlzettel erhalten hätten. Am Tage der Wahl selbst muß jeder treue Centrumsmann sorgen, daß alle seine Gesinnungsgenossen nun auch zur Wahl gehen. Es gibt unglaublich vergeßliche nakel geöffnet.„Ich würde es bedauern, sagt Herr v. Oven in seiner Erklärung, wenn die Gefühle der Gemeindemitglieder durch meine Handlungsweise verletzt worden wären; das aber kann ich nicht annehmen.“ Wir zweifeln durchaus nicht an der guten Gesinnung des Herrn Landraths. Von katholischen Gefühlen hat er aber keine Ahnung, sonst würde er gewiß nicht so vorgegangen sein. Der Fall bestätigt von Neuem, wie nothwendig es ist, daß in katholischen Gegenden auch katholische Beamte angestellt werden, die die Gefühle der Bevölkerung kennen und schonen. * Der Eisenbahnminister hat einen jetzt vom„Vorwärts" veröffentlichten Erlaß an die Eisenbahndirectionen gerichtet, worin er zur Milderung der Arbeiternoth der Landwirthschaft empfiehlt, in größerem Umfange als bisher ausländische Arbeiter bei Eisenbahnneubauten und sonst zu verwenden, auch wo es sich um vorübergehende Arbeit handele. Die Sache war bereits bekannt und entspricht Anregungen, die im Abgeordnetenhause gegeben wurden. Der Zweck, dem Arbeitermangel in der Landwirthschaft abzuhelfen, ist gewiß zu billigen. Ob er erreicht wird, ist eine andere Frage. Die sociale Lage der einheimischen Arbeiter durch die Coneurrenz der anspruchloseren ausländischen Arbeiter herabzudrücken, ist jedenfalls keine besonders kluge That und stimmt sehr wenig zu dem gerade jetzt so laut verkündeten Grundsatze vom Schutze der nationalen Arbeit. Unsere Arbeiter haben ebenso gut ein Recht, gegen die lohndrückende Concurrenz der ausländischen Arbeiter geschützt zu werden, wie Industrie und Landwirthschaft gegen die Preisdrückerei durch die ausländische Concurrenz geschützt sein wollen. Noch mehr Polen ins Land zu ziehen, stimmt auch schlecht mit der antipolnischen Politik. * Zur Fahrt des Kaisers nach Jerusalem verlautet weiter, der Kaiser beabsichtige, mit großem Gefolge zu reisen, aber nicht die Bahn zu benutzen, sondern nach der Landung in Haifa auf Landwegen zu Fuß, zu Wagen und mittels Maulthieren, nach mehrmaligem Uebernachten in Zelten, Jerusalem zu erreichen. Auch in Jerusalem soll ein Zeltlager bezogen werden, da es dort kein geeignetes größeres Quartier gebe. * Wie Studioius Miquel über das Wahlrecht vor 50 Jahren dachte, ergibt sich aus einer „zeitgemäßen Pfingsterinnerung" der„Saale=Ztg.“. Das Blatt druckt mehrere Adressen an die NationalVersammlung ab, die unter dem Vorsitze des Stubesonders deutlich, als er vor einem Jahre sein 25jähriges Jubiläum feierte. Sein verdienst an der Förderung der parlamentarischen Arbeiten ist nicht gering, das werden ihm alle Abgeordneten bezeugen. Wünschte Jemand ein Actenstück aus alter Zeit oder Auskunft über irgend eine Frage, die vor so und so viel Sonntagen einmal behandelt worden war, oder das gesammte Material über irgend eine Sache, Geheimrath Kleinschmidt besorgte ihm alles auf das schnellste und exaeteste. Ebenso war er für jeden wunsch der Presse zugänglich. Eine ungemeine Arbeitslast hat ihm der Bau des neuen Hauses bereitet. Er wollte alles möglichst practisch und bequem eingerichtet sehen, und achtete daher auf die geringste Kleinigkeit schon bei Aufstellung der Bauplane. Leider sollte es ihm nicht mehr vergönnt sein, in das neue Haus einzuziehen. Schon im vorigen Herbst befiel ihn die Krankheit, der er nun erlegen ist und die ihn schon die letzle Session von dem lieb gewordenen Berufe fern hielt. Alle, die als Abgeordnete und Journalisten jemals mit ihm in Berührung gekommen sind, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. ##. Aus München wird offietös die Angabe der „Hilfe" beuritten, daß ein bayerischer Minister oder Bundesrathsbevollmächtigter beim Bundesrathe einen Reichstagswahl=Gesetzentwurf vorgelegt oder Abänderungsvorschläge bezüglich des Reichstagswahlrechts gemacht habe.— Eine Anzahl der Tumultuanten in Erfurt soll angeblich ausgesagt haben, die Gefährdung des Wahlrechts sei der Grund für ihre Ausschreitungen gewesen. Die„Deutsche Tagesztg.“ entblödet sich nicht, nun diese Tumulte als eine Wirkung der„Verhetzung“ der Abgeordneten Müller=Fulda und De. Bachem hinzustellen. Läge es für das Blatt nicht näher, auf die Wirkungen der Hetzereien der Herren v. Plötz, Dr. Hahn u. s. w. und der„Deutschen Tagesztg.“ ein wachsames Auge zu haben? * Karlsruhe, 3. Juni. Zur Erzbischofswahl in Freiburg in Baden meldet die„Freib. Ztg.“: Eine neue Vorschlagsliste des Domcapitels, auch badische Namen enthaltend, ist abgesandt. .—.* Paris, 3. Juni. Die gemäßigt=conservativen Blätter äußern sich sehr befriedigt über die Wahl Deschauels und sprechen die Ueberzeugung aus, er werde in 8 Tagen bei der endgiltigen Wahl eine weitaus größere Mehrheit auf sich vereinigen. Die radikalen Organe erklären, das Stimmenverhältniß beweise, daß ohne ihre Partei nicht mehr regiert Leute, die sich nicht einmal am Wahltage an ihre Fahrt zwischen Berlin und seiner Heimath hat, ferner Bürgerpflicht erinnern. Die Frauen haben noch während der Tagung des Abgeordnetenhauses tägkein Wahlrecht, aber hier können sie sich als Wahl= lich 15 M. Diäten und endlich vom Bund der Landdiosus Miquel aus Göttingen in Studentenversamm= werden könne. Wenn die leitenden Männer sich dieser lungen in Eisenach am 13. Juni 1848 angenommen! Erkenntniß verschlössen, würde die Lage unentwirrbar wurden. In der ersten Adresse heißt es:„Der Ge= und die Auflösung der Kammer unvermeidlich werden. sammtstaat constituirt sich als Republik.... Wir protestiren gegen die Erwählung eines Kaisers, denn wir wollen die Freiheit unseres Staates nicht in die Gewalt eines Fürsten gegeben sehen.... Wir werden die Constituirung einer deutschen Fürstengewalt (im Gesammtstaate) als Verrath an der heute vom Volke beschlossenen Volkssouveränetät ansehen.... Endlich verlangen wir directe Wahlen, da nur sie die Meinung des Volkes unverfälscht repräsentiren, und Beginn des Wahlrechts mit dem 21. Jahre.“ * Die„Voss. Ztg.“ kommt nochmals auf die Angelegenheit der Thomasmehllieferungen des Bundes der Landwirthe zurück und wiederholt die Frage, ob ein Theil des Vermittlergewinnes als Tantieme an Oberbeamte des Bundes vertheilt worden sei. Das Blatt bemerkt hierzu wörtlich Folgendes:„Wir erhalten Briefe, die so ins Einzelne gehende Mittheilungen machen, daß wir annehmen müssen, sie rühren von vollkommen eingeweihter Seite her; es werden uns beispielsweise die drei Herren von der landwirthschuftlich=technischen Abtheilung, die Tantieme bezogen haben sollen, mit Namen bezeichnet. Die Bundesleitung wird sich daher der Verpflichtung nicht entziehen können, in aller Form über die Thomasmehlgeschäfte Aufklärung zu geben. * Ueber das Gehalt des Herrn v. Plötz als Präsident des Bundes der Landwirthe war vor etwa zwei Jahren durch die„Voss. Zta.“ ein Streit veranlaßt worden, worauf Herr v. Plötz erklärte, daß er für baare Auslagen, die Reisen zwischen Berlin und der Heimath, sowie für den Aufenhalt in Berlin 4000 M., für Reisen im Reiche etwa 1500 M. jährlich erhalte. Dem ersteren ziemlich hohen Betrage wurde entgegengehalten, daß Herr v. Plötz als Abgeordneter freie agitatoren nützlich machen, indem sie den Mann, Sohn, Bruder u. s. w. am Wahltage aus dem Hause und in's Wahllocal treiben. Wenn er auch etwas lange ausbleiben sollte, weil er die Gelegenheit wahrnimmt, einen Früh oder Nachmittagsschoppen zu trinken, das macht nichts. Sehr viel liegt auch daran, daß man die persönliche Wahlarbeit nicht untergeordneten Personen überläßt. Gerade angesehene Parteimitglieder sollten sich nicht scheuen, in die Häuser zu gehen, die Leute aufzuklären, ihnen Wahlzeitel zu geben und sie zur Wahl zu holen. Was einer dem Gleichgestellten vielleicht grob abschlägt, gewährt er dem Höhergestellten gern.•7 wirthe während seines Aufenthalts in Berlin freie, fürstlich eingerichtete Wohnung im Bundeshause erhält. Jetzt wird der„Voss. Ztg.“ mitgetheilt, daß Herr v. Plötz neuerdings sechstausend Mark 0 Me hesiene. * Berlin, 4. Juni. Eine besondere Beilage des„Reichs=Anzeiger" veröffentlicht eine übersichtliche Zusammenfassung des vom Finanzminister Sociales. * Osnabrück, 3. Juni. Der Bischof von Osnabrück hat ein Schreiben an den GeorgsMarien=Bergwerks= und Hüttenverein gerichtet, in dem er nunmehr den am 27. November ertheilten Dispens zurückzieht mit dem Bemerken, daß er diese Maßregel ergreife, weil die Pfarrgeistlichen, auf Grund deren Berichterstattung er den Dispens ertheilt habe, ihr früher abgegebenes Gutachten jetzt als unrichtig bezeichnet und zurückgenommen hätten. Zur Wahlbewegung. * Die kleine Wahlarbeit wird von der „Cons. Corresp.“ empfohlen. Wörtlich dasselbe, was die„Cons. Corresp.“ schreibt, gilt in dieser Beziehung auch für die Centrumspartei, weshalb wir die beachtenswerthen Ausführungen folgen lassen: Der Wahltag rückt immer näher, kaum noch zwei Wochen trennen uns von ihm. Wo man fleißig und beharrlich gearbeitet hat, wo die Agitation von Mund zu Mund, von Person zu Person lebhaft betrieben worden und mit der Vertheilung von Flugblättern reichlich und systematisch vorgegangen ist, wird man dem 16. Juni mit Zuversicht entgegensehen. Doch ist noch immer sehr viel zu thun. Jetzt nach Pfingsten wird der Wahlkampf erst recht entbrennen. Es werden neue heftige Angriffe abzuwehren, neue Parteifreunde zu gewinnen und Schwankende„scharf“ zu machen sein. Sodann ist jetzt das Hauptaugenmerk darauf zu richten, daß jeder Wahlberechtigte auch an die Urne gebracht werde. Man organisire also die letzte Wahlarbeit. Man treffe namentlich auch Anstalten dafür, daß jeder Wähler rechtzeitig einen Stimmzettel unserer Bartei erhält. Es empfiehlt sich sogar, das Vertheilen der Stimmzettel unmittelbar vor dem Tage der Wahl zu wiederholen.„Doppelt genäht hält besser!“ Glänzende Versammlungen, rednerische Erfolge sind zwar sehr schön und wünschenswerth; allein die Hauptsache ist und bleibt die hingebende und unausgesetzte Kleinarbeit. Jedes Parteimitglied muß sich als Agitator fühlen und "„Wahlkomitee für die Centrums=Land= wirthe. Die auf dem Boden der Centrumspartei stehenden Landwirthe Westfalens haben für die bevorstehende Reichstagswahl ein eigenes Wahlkomitee gebildet. Dasselbe wird in dem jetzigen Wablkampfe diejenigen Candidaten unterstützen, welche von den katholischen westfälischen Landwirthen als Kenner der Landwirthschaft und Vertreter aller Produktiv= stände aufgestellt sine, und das sind die Herren Freiherr gnaz von Landsberg= Steinfurt für den Wahlkreis Lüdinghausen=Waarendorf=Beckum, Landesökonomirath Winkelmann=Köbbing für den Wahlkreis Büren=Paderborn und Ehrenamtmann Darup=Deiters=Nottuln für den Wahlkreis Tecklenburg=Steinfurt=Ahaus. Das Comitee steht im Wahlkampfe für die genannten Candidaten mit Rath und That zur Verfügung, wicd für wichtige Veröffentlichungen durch Flugblätter und die Presse schnellstens Sorge tragen, Stimmzettel herstellen und vertheilen lassen, Auskunft in Wahlangelegenhei en ertheilen, wie überhaupt die Agitation in jeder Beziehung kräftig unterstützen. Alle Beobachtungen in den Wahlkreisen, die für die Wahl von Wichtigkeit sind, wolle man baldmöglichst dem Comitee bekannt geben.“— Unterschriften fehlen: als Adresse ist nur Herr Th. Koenen in Münster angegeben. Der„Westf. Merk.“ weist darauf hin, daß ein besonderer Wahlaufruf von den Landwirthen bis jetzt nicht veröffentlicht worden ist, daß man also wohl annehmen darf, daß sie sich diesmal auf den Boden des allgemeinen Fractions=Aufrufs stellen wollen. Daß die Candidaten in der bevorstehenden Weise aufgestellt würden, war schon vorher bekannt, so daß also die Publication nichts Neues bringt. Was die Wahlaussichten der einzelnen Candidaten angeht, so hatte es im Jahre 1893 im Wahlkreis Tecklenburg=Ahaus=Steinfurt Herr Winkelmann auf 27,5 Prozent der abgegebenen Stimmen gebracht, während der officielle Centrums=Candidat 70,6 Procent erhielt. Diesmal ist Herr DarupDeiters au die Stelle des Herrn Winkelmann getreten. In Wahlkreise Beckum=Lüdinghausen=Warendorf candidirte 1893 Herr Darup=Deiters, an seine Stelle tritt diesmal Herr v. Landsberg= Steinfurt, der den Wahlkreis früher schon vertrat, 1890 aber einem Gegencandidaten unterlag, nachdem er für das Militär=Septennat gestimmt hatte. Herr Winkelmann hat sich diesmal im Wahlkreise PaderbornBüren aufstellen lassen, wo nach den neulichen Mittheilungen das Wahlkreis=Comitee fast einstimmig den bisherigen Abg. Hesse aufgestellt hat. 1893 waren auch in den Wahlkreisen Borken=Recklinghausen, Warburg=Höxter und Lippstadt=Brilon Sondercandidaturen aufgestellt worden. Diesmal scheint man hiervon von vornherein abgesehen zu haben. = Frankfurt a. O., 31. Mai. Die Socialdemokratie leistet diesmal auch im Regierungsbezirk Frankfurt a. O. das Unglaublichste in Verleugnung ihres revolutionären Charakters, dem Wähler= und Gimpelfang zu Liebe. Nach der„Frankf. Oderztg.“ wurde in einer socialdemokratischen Wahlversammlung in Neu=Hardenberg im Wahlkreise Frankfurt=Lebus der Candidat Metzner über die letzten Ziele der Socialdemokratie befragt; er erklärte, in die Enge getrieben, schließlich: Die Ziele der Socialdemokratie stehen noch gar nicht fest! Am gleichen Tage fand in Frankfurt a. O. eine conservative Versammlung statt, in welcher socialdemokratische Agitatoren das Wort erhielten. Der conservative Redner hatte seine und andere bürgerliche Parteien als staatserhaltende bezeichnet, worauf einer der Herren Socialdemokraten diese Bezeichnung auch für die social=revolutionäre Umsturzpartei in Anspruch nahm und frischweg behauptete, auch die Socialdemokratie ist eine staatserhaltende Partei. Allgemeines Gelächter war der Erfolg. Der Sprecher wurde auf die„Märk. Volksstimme", socialdemokratisches Organ für Brandenburg, verwiesen, die sich über den social=revclutionären Aufruhr in Mailand am 14. Mai folgendermaßen ausgesprochen hatte:„Wir können zwar nicht hoffen, daß dieser Aufstand den gewünschten Erfolg haben wird, Capitalbedrückung und Monarchie abzuschaffen. Es zeigt sich aber auch hier, wie thönern die Füße unserer heute riesig emporragenden Götzenbilder, des Capitals und der Monarchie, sind. Brechen sie in Italien auch vielleicht heute noch nicht, stellt auch heute vielleicht die Blut= und Eisenpolitik noch einmal die Ruhe her, es kommen Zeiten, wie in Spanien, wo das Volk günstigere Aussichten haben wird. Die Tausende, die vor den Flinten heute niedersinken, sie sind die Saat für die Ernte der Zukuuft.“— Daß dieser Erguß der„Märk. Volksstimme“ auf gewaltsamen Umsturz der Staats= und Gesellschaftsordnung gerichtet ist, wird wohl auch dem socialdemokratischen Candidaten, trotz seines Leugnens, bewußt sein. Kur 50 Pfeunig kostet die Wittener Volkszeitug durch die Boten frei in's Haus gebracht; 5 nur 40 Pfennig: bei Bestellungen durch die Post. Mignel on den Kaiser erstaten Ipmediatberichtes ein Ehre barian sezen, nöglicht vele Wähler auf# un ven Kutser erstalteten Immieviatberichtes zuklären und unserer Partei zuzuführen. zverwaltung Preußens vom 1. Juli 1890 Arbeit fruchtet nicht nur für den Tag der Wahl, bis 1. April 1891. sondern auch für die Zukunft sie kräftigt die Nachrichten. Berlin, 4. Juni. Aus dem Kreise Duderstadt brachte die Officiös wird gemeldet, daß zur Zeit Erwägungen stattfänden, den Finanzminister und VicePräsidenten des Staatsministeriums v. Miquel möglich zu entlasten, wenigstens bezüglich der Vertretung von Vorlagen im Landtage. * Wie aus Fulda verschiedenen Blättern mitgetheilt wird, hätte die meiste Aussicht, zum Bischof Sisti. 25. April ohne Wissen des öffnen ließ. Sie bemerkte dazu:„Wie ein protestantischer Landrath zu einer solchen Handlungsweise kommt, die in den Augen der Katholiken, um einen milden Ausdruck zu gehrauchen, als Aberaus ungehörig gilt, ist uns unbegreiflich." Landrath v. Oven erläßt nun im amtlichen Theile des Duderstädter Kreisblattes eine Erklärung, in der er den Sachverhalt durchaus bestütigr. Seitens des Kirchenvorstandes war der Antrag gestellt worden, zur Renovation des Altars eine Anleihe aufzunehmen, die der Genehmigung des te— eingeforderten 5 bedarz. Für den von Let= eerem Weberten Bericht hat nun der Landrath bei einem Spaziergang die Localinspection vorgenommen und bei dieser Gelegenheit den Taberpersona gratissima bezeichnet und darauf Seitens des Cardinals Dr. Kopp dem Papst warm empfohlen worden.— Wie erinnerlich sein wird, hat der Kaiser vor einiger Zeit das jetzige Benedictinerkloster MariaLaach besucht und sich öffentlich sehr wohlwollend über dasselbe ausgesprochen. 2 Der Bureaudirector des Abgeordneten hauses, Geh. Regierungsrath Kleinschmidt, ist heute früh gestorden. Er war am 28. Februar 1833 in Schwante bei Flatow in Westpreußen geboren. Bureaudirector des Abgeordnetenhauses war er seit dem 16. April 1872. Sein ungemeiner Fleiß, seine außerordentliche Geschäftsgewandtheit und seine unermüdliche Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit hatten ihm die Hochachtung und Liebe aller Abgeordneten wie der Vertreter der Presse in seltenem Maße erworben. Das zeigte sich sondern auch für die Zulunft, sie Käftige die Organisation der Partei und ist ein bleibender Segen. * Zur Erleichterung der Ausübung des Wahlrechts für die Beamten und Arbeiter der Eisenbahnverwaltung hat der Eisenbahnminister die Direktionen angewiesen, dafür Sorge zu tragen, daß den Beamten und Arbeitern,„soweit dies der Dienst irgend zuläßt, Gelegenheit gegeben wird, sich sowohl an den am 16. Juni d. I. stattfindenden Wahlen zum Reichstage, wie auch an den demnächstigen Wahlen zum Hause der Abgeordneten zu betheiligen. Hinsichtlich der Wahlen zum Hause der Abgeordneten verweise ich zugleich auch auf den Locales und Provinzielles. ** Witten, 6. Juni. Am nächsten Montag den 13. d. Mts., findet im großen Borgmann'schen Saale eine Wähler=Versammlung der Centrumspartei statt, in der u. A. auch unser bisheriger Reichstagsabgeordneter Herr Fuchs das Wort ergreifen wird. Drei Tage später ist die Reichstagswahl: Hoffentlich thut jeder Centrumsmann bezgl. des Besuchs dieser sehr wichtigen Versammlung, ferner bezgl. der Agitation von Mund zu Mund, besonders jedoch am Wahltage selbst seine Pflicht. 0— Das leidige Messer hat wieder einmal eine Rolle gespielt. Der auf der Crone wohnende 20jährige Glasarbeiter Carl Briakmann, Erlaß vom 19. Januar 1894, durch den die königlichen welcher ahnungslos aus seiner elterlichen Wohnung Eisenbahndirektionen ermächtigt warden sind den trgt murde nsätzlich nan drei ihm anbosen 4 Ersenbahndirektionen ermächtigr worden sind, den Arbeitern für die durch die Betheiligung an diesen Wahlen versäumte Arbeitszeit eine Lohnver gütung zu gewähren. Obgleich die Wahl zum Reichstage nicht auf einzelne Stunden des Tages beschränkt ist, sondern am ganzen Tage ausgeübt werden kann, will ich doch nichts dagegen zu erinnern finden, daß auch bei den Reichstagswahlen den Arbeitern die Ausübung der Wahl je nach den Umständen während der Arbeitszeit ohne Lohnkürzung gestattet wird“. * Folgende Kundgebung erscheint an der Spitze des Münsterschen„Westfale“. krat, wurde ploßzlich von brei ihm unverannten Personen geschlagen und zu Boden geworfen. Ehe er wieder zur vollen Besinnung kam, erhielt er einen tiefen Messer stich in den Kopf. Der Schwerverletzte, welcher sich die Wunde von einem hiesigen Arzte zunähen lassen mußte, befindet sich in Lebensgefahr. Als Hauptthäter wurde der in Langendreer wohnende Arbeiter Diedrich Josting ermittelt. Da I. schon mehrfach wegen Gewaltthätigkeiten bestraft ist, so wäre eine empfindliche Strafe für ihn wohl am Platze. * Crone, 6. Juni. Wir machen die Angehörigen der Centrumspartei von Crone, Wannen — und Heven auf die morgen Abend 8 Uhr im Locale des Hru. Balks stattfindende öffentliche WählerVersammlung unserer Partei aufmerksam. Mehrere auswärtige bedeutende Redner werden über die Bedeutung der bevorstehenden Reichstagswahl sprechen. Wir hoffen, daß kein Centrumsmann der Versammlung fern bleiben wird. X Bochum, 4. Juni. Der Verband der . hotischen kauf männischen Vereinigungen Deutschlands zählt nach der vor Kurzem von der Verbandsleitung Essen veröffentlichten Statistik pro 1898/99 in 97 Vereinigungen 10201 Mitglieder gegen 9448 im Vorjahre, within ein Zuwachs von 753 Mitgliedern zu verzeichnen ist. Die Verbandskrankenkasse „#nach, dem Geschäftsberichte pro 1897 bereits 1770 Mitglieder. Der Einnahme von 41 533,90 M. stand eine Ausgabe von 34914,23 M. gegenüber, so daß ein Ueberschuß von 6619,67 M. verblieb. Der Reservefonds beträgt nunmehr 44751,20 M. Trotzdem die Beiträge sehr mäßig sind, leistet die Krankenkasse Außerordentliches bei vollständig freier Arztwahl. Die Verbandssterbekasse befindet sich in sehr guter Entwickelung. Obgleich dieselbe erst 5 Jahre besteht, beträgt die Mitgliederzahl doch schon 4732. Der Reservefonds hat die gesetzlich vorgeschriebene Höhe von 30000 M. erreicht. Beim Tode zahlt die Kasse den Hinterbliebenen ein Sterbegeld von 1000 M. Die durch Umlageverfahren festgesetzten Beiträge sind äußerst mäßig. Auch die Unterstützungskasse ist eine segensreiche Einrichtung des Verbandes. Ohne besondere Zahlung eines Beitrages ist jedes Verbandsmitglied auch Mitglied dieser Kasse und kann, sofern es unverschuldet in Noth geräth, aus derselben Unterstützung erhalten. Die Gründung einer Pensions=, ittwen= und Waisenkasse steht demnächst bevor. Das Stellenvermittelungsbureau, das jetzt kostenlos von den Mitgliedern in Anspruch genommen werden kann, hat im letzten Jahre einen erfreulichen Aufschwung genommen. Durch Abschlüsse mit der Lebensversicherungs= und Ersparnißbank in Stuttgart und der Unfallversicherungs=Gesellschaft„Rhenania“ in Köln werden den Mitgliedern wesentliche Vortheile gewährt. Das wöchentlich erscheinende Verbandsorgan„Mercuria" wird jedem Mitgliede gratis zugestellt und bringt Aufsätze über kaufmännische Angelegenheiten aller art. Die alljährlich stattfindenden Congresse beschäftigen sich u. a. auch mit wichtigen Standesfragen; die zur Lösung derselben gemachten Vorschläge haben schon wiederholt an maßgebender Stelle Beachtung gefunden. Die Verbandsvereinigungen fördern die materiellen und gemäß ihres Zweckes ganz besonders auch die idealen Interessen ihrer Mitglieder in jeder Weise und werden dies in um so größerem Maße und Umfange thun können, je weiter sich der Verband durch Gründung neuer Vereinigungen ausdehnt und je mehr Standesgenossen, die auf dem Boden der vom Verbande vertretenen Grundsätze stehen, den Vereinigungen sich anschließen. Auch sollhe, an deren Wohnort eine kath. kaufm. Vereinigung nicht besteht, können an den Vortheilen des Verbandes theilnehmen, in dem sie sich als auswärtige Mitglieder einer Verbandsvereinigung anschließen. Die Verbandsleitung(zur Zeit kath. kaufm. Verein„Assindia“, Essen=Ruhr) ertheilt auf Wunsch gerne nähere Auskunft. 1(— Wie wir erfahren, sind zu der vom 25. bis 29. Juni im Victoriahotel stottfindenden Geflügelausstellung bereits 17 werthvolle Ehrenpreise gestiftet worden. Der Termin zur Anmeldung, die bereits eine sehr stattliche Reihe von Hühnerstämmen und Tauben jeder Art, sowie Ziervögeln und Geräthen 2c. aufweist, ist bis zum 10. Juni verlängert worden. 5— In der am Montag, 13. Juni er., beim hiesigen königlichen Landgericht unter dem Vorsitze des Herrn Landgerichtsdirectors Pellinghoff von hier beginnenden dritten Schwurgerichtsperiode gelangen, soweit bis jetzt bekannt, folgende Strafsachen zur Verhandlung: Am Montag, 13. Juni er., R. stand Diensten s. 3. bei dem Kaufmenn August H. hier in Siensr#ndu genoß das volle Vertrauen ihrer Dienstverrschaft, welches sie in schnöder Weise verletzte. Ihre Mutter bat, sie möchte ihr den Monatslohn schicken. Da sie aber kein Geld hatte, stahl sie ihrem Dienstherrn drei Paar Schuhe und 20 M. baares Geld, dessen Mutter eine Parthie Spitze und dem Goldwaarenhändler Constantin H., ein Bruder des Aug. H., der einige Goldsachen dort stehen hatte drei goldene Ringe, eine Broche und eine goldene Uhrkett;, die sie theilgeise ihrer„Mutter übergab, welche diese in einer Essener wfanoteihanstalt versetzte. Beide wurden im Sinne der befunden und es wurde gegen die Ehefrau M. auf 3 und gegen deren Mutter auf 1 Monat Gefängniß — Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde der Malergeselle Heinrich H. von Evern, der sich am 20. Sepv. Irs. in der Jäger'schen Wirthschaft der Majestätseleidigung schuldig gemacht hatte, zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt.— Wegen Hausfriedensbruchs und Nöthigung standen der Händler Friedrich K. von Bruch, Paul B. von Recklinghausen, S. und der Bergmann Wilhelm W., beide von Bruch, unter Anklage. Gegen S. konnte nicht verhandelt werden, weil er wegen Erkrankung nicht erschtenen war. Es wurde gegen K. und B., die nur der Nöthigung für schuldig befunden wurden, auf je 20 M. Geldbuße und gegen W. auf Fritgreczgng erlant. # In der städt. Schwimm= und Badeanstalt Schmimmy elgende: 5989 Sus# bader(1473 für männl., 1516 für weibl. Personen), 2679 Wannenbäder(1904 für männl., 775 für weibl. Personen), 226 Heilbäder(180 für männl., 46 für weibl. Personen), 3305 Brausebäder(3150 für männl., 155 für weibl. darunter 285 Brausebäder, welche an Kinder der Volksschulen gratis verabfolgt sind, 1109 Volksbäder, in Summa 13,308 Bäder(10,816 für männl., 2492 für weibl. Perignen) gegen 10.615 Bäder im gleichen Monat des VorHerne, 3. Juni. Gestern Nachmittag unterhandelten zwei hiesige Geschäftsleute auf der Bahnhosstraße um ein Pferd mit einem Jagdwagen. Nach langem Handeln wurden auch beide Theile über den Preis einig. Sie fuhren hierauf die Bahnhofstraße auf und ab, um das Pferd in seiner Gangart und den Wagen auf die Haltbarkeit zu prüfen. Nach Geschehenem hielten sie vor einer Wirthschaft, ließen das Pferd ohne Aufsicht stehen und begaben sich in dieselbe, um das Geld zu zahlen bezw. in Empfang zu nehmen. Diesen Augenblick benutzte das Pferd, rannte mit dem leichten Wagen davon und zertrümmerte denselben, auch lief das Pferd in ein ihm entgegenkommendes Fuhrwerk hinein und brachte ein Pferd von diesem Fuhrwerk zum Fallen, welches leichte Verletzungen davontrug. Beide Handelsleute weigerten sich nun, das Pferd mit dem zerbrochenen Wagen anzunehmen, und da von dem Unternehmer des beschädigten Pferdes Anzeige erstattet worden ist, so wird die Sache noch ein Nachspiel vor Gericht haben. Herne, 3. Juni. Im benachbarten Bruch treten die Pocken immer stärker auf. Gestern soll diese Krankheit bei acht Personen in die Erscheinung getreten und eine Frau bereits gestorben sein. * Münster, 3. Juni. Dem vor einigen Tagen in Kempen a. Rh. plötzlich verstorbenen Herrn Dr. jur. Alfred Winkler widmet der„Westf. Merkur“, als seinem frühern Redacteur, einen warmen Nachruf, dem wir Folgendes entnehmen. Winkler legte nach Privatausbildung mit 17 Jahren in Berlin sein Abiturientenexamen ab und studirte dortselbst drei Jahre Jura. Darauf war er 15 Jahre als Assessor im Ministerium des Innern beschäftigt. Da er seine katholische Ueberzeugung nicht preisgeben wollte, so sah er sich beim Ausbruche des Culturkampfes gezwungen, aus dem Staatsdienste auszutreten. Er übernahm die Redaction des„Westfälischen Merkur“ in Münster und büßte mit fünfzehnmonatlichem Gefängniß(in Coesfeld) sein freimüthiges Eintreten für die Rechte des katholischen Volkes. Bei dem Verlassen des Gefängnisses wurde er von seinen Freunden jubelnd empfangen. Die nächsten acht Jahre war er Director der Saline Gottesgabe bei Rheine, von wo er einem Rufe nach Marburg folgte, um den kurhessischen Bauernverein ins Leben zu rufen. Diesem stand er lange Jahre in Marburg und später, als er aus Gesundheitsrücksichten nach Kempen(Rhein) zog, von dort aus als Vorsitzender vor. In Kempen bekleidete er gleichzeitig die Stellung des Justitiars am rheinischen Bauernverein, welche er jedoch wegen Differenzen mit der Geschäftsleitung niederlegte. Dr. Winkler war ein treuer Sohn seiner Kirche. Noch kurz vor seinem Tode, am Feste Christi große Meuge Bauholz zusammen. schla schlagen. Zwei Kinder wurden erVermischtes. gegen den Bergmann Johann Scheidemann von Hil- Himmelfahrt, war er zum Tische des Herrn gegangen. troper Landwehr bei Herne wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todeserfolg; Vertheidiger: Rechtsanwalt Heitmann. Am Dienstag, 14. Juni, gegen den Bergmann Josef Pollmeier von Holsterhausen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, versuchter vorsätzlicher Tödtung und Beleidigung; Vertheidiger: Rechtsanwalt Kempmann. Am Mittwoch, 15. Juni, gegen den Bergmann Thomas Musialowski von Recklinghausen wegen Brandstiftung; Vertheidiger: Rechtsanwalt Schunck. Am Donnerstag, 16. Juni, ist wegen des Wahltages keine Sitzung. Am Freitag, 17. Juni, gegen den Bergmann Carl Diedrichs von Sevinghausen bei Wattenscheid wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todeserfolg; Vertheidiger: Rechtsanwalt Lingemann und am Samstag, 18. Juni, gegen den Bergmann Michael Lövenich von Herne wegen Betruges durch Brandstiftung, Verbrechen wider§§ 265 und 263 des Str.=G.=B.; Vertheidiger: Rechtsanwalt Hünnebeck. Voraussichtlich wird diese Peri de 14 Tage in Anspruch nehmen. Die weiteren Fälle werden demnächst noch näher mitgetheilt. r'1— In der gestrigen Sitzung der Strafkammer wurde verhandelt: gegen den Bäckergesellen Heinrich K. von Witten, der sich wegen fahrlässiger Gefährdung eines EisenbahnTransports zu verantworten hatte. Als am 15. Februar cr. Er war ein liebevoller, sorgender Gatte und Vater. Seit seiner Entlassung aus dem Gefängniß in Coesfeld war er stets kränklich. Er litt an einem Magenund Herz=Uebel, welchem er am 24. v. M. im Alter von 62 Jahren erlag. * Letmathe, 3. Juni. Der Sauerländische ebirgsverein wird am 26. Juni in LetmatheOestrich sein Gebirgsfest veranstalten. Der diesjährige Festort, überall bekannt durch die in seiner nächsten Nähe gelegene Dechenhöhle, wird aller Voraussicht nach eine größere Anziehungskraft auf die Mitglieder des Sauerländischen Gebirgsvereins ausüben, als nur irgend einer seiner Vorgänger. Die beiden dicht neben einander gebauten Dörfer liegen enrzückend schön: Letmathe lang hingestreckt an einem großen Bogen der Lenne, Oestrich in einer idyllischen grünen Thalmulde, die von ziemlich hohen, aber sanft aufsteigenden, mit schönen Wäldern bestandenen Bergen umgrenzt wird. Den schönsten Blick haben diejenigen, die von Hohenlimburg über die Hagen=Iserlohner Landstraße dem Festorte zuwandern. Von der Höhe des sogenannten Ostfeldes herab sieht man beide Orte in einer Ausdehnung von drei Kilometern tief unten zu seinen Füßen. * Aus den Provinzen, 2. Juni. ham in Poig. Provinzen, 2. Juni. In Lüdenscheid Angellagter, der bei dem Bäckermeister S. in Diensten stand, I Besuch weilender Tischler Fr.“und der Treppe en“ mit seinem Lrodwogen von Langendrer zurückehrte, batte er hatte vah d“ geum: v: Horr,ans Herin in Tode. E sich auf Bahnhof Witten=Süd die Barriere selbst geöfnet und i 2== um vei seinem an der Altengerstaße wohnenden den Versuch gemacht, über den Bahnübergang zu fahren, obwom bereits ein Zug herannahte, der auf den Brodwagen des Angeklagten fuhr und diesen arg beschädigte. K. erhielt 1 Tag Gefängniß. Die bereits zweimal vorbestraft Josephine P. von Dortmund war s. Z. bei den Eheleuten Buchhalter Veter N. in Heine in Diensten und schien sich mit ihrer Dienstverrherrin nicht recht verstehen zu können. Sie hatte daher beschlossen, den Dienst heimlich zu verlassen. Nach ihrem Fortgang waren aber auch eine namhafte Menge Kleidungsstücke und 200 M. baares Geld verschwunden, die sie genommen hotte und die theilweise bei ihr vorgefunden wurden. Für diese Diebeslust muß das junge Mädchen 9 Monate ns Gefängniß wandern.— Wegen versuchter Nöthigung, Beleidigung und Hausfriedensbruchs wurde der bereits 10 Mal vorbestrafte Tagearbeiter Wilhelm M. von Disteln bei Recklinghausen zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt.— Am 25. April er. stahl der bereits 6 Mal vorbestrafte Dachdeckergeselle Wilhelm Z. von Recklinghausen der früheren Dienstmagd Franziska Sch. einen goldenen Ring aus der Kleidertasche, was ihm 4 Monate Gefängniß einbrachte.— Die Dienstmagd Elisabeth R., jetzige Ehefrau des Bergmanns Robert M., bereits zweimal vorbestraft, sowie deren Mutter, die von ihrem Manne getrennt lebende Ehefrau des Anstreichers Anton R., beide von Essen, hatten sich Erstere wegen Diebstahls und Letztere wegen Hehlerei zu verantworten. Die jugendliche inen un der Aillenderstrase Woynenden Schwager verobschiedet und verfehlte bei seinem Fortgange in der Dunlelheit die Treppe, die er so unglücklich herunterstürzte, daß der im besten Mannesalter stehende Mann kurz darauf verschied.— In einem Steinbruche bei dem Dorfe Scheda wurde durch frühzeitiges Losgehen eines Schusses ein Arbeiter getödtet. Man fand die schrecklich zugerichtete Leiche erst nach zwei Stunden über 100 Meter weit im Gebüsch liegen. Ein anderer Arbeiter starb auf dem Transport zum Krankenhause. ein weiterer Arbeiter wurde schwer und einer leicht verletzt.— In Heisede erstach beim Schützenfest ein Schlächter einen Festtheilnehmer, der mit seiner Braut ruhig des Weges ging. Der Mörder hatte vorher Streit gehabt und war in dem Glauben, seinen Gegner vor sich zu haben, während der Getödtete nichts mit dem ganzen Vorfall zu thun hatte.— Ein etwa sieben Jahre alter Knabe, der angibt Otto Serf zu heißen und aus Gelsenkirchen zu wurde in der Dienstag=Nacht von der Polizei in im(Ruhr) aufgegriffen. Der Junge will mit seinen Eltern dorthin gekommen, von denselben jedoch verlassen worBis zur Stunde haben sich die Eltern noch nicht eingefunden, um den Knaben zu reclamiren.— In Elberam Rande der Wupper spielende Kinder, ein Knabe und ein Mädchen, ins Wasser. Auf das Hilfegeschrei herbei und retteten den Knaben vom nken. Das Mädchen wurde von den Wellen der Wupper fortgeschwemmt.— In Köln stürzte an einem Neubau eine * Rom, 3. Juni. Der seit längerer Zeit hier lebende Professor und Senator der Academie der Künste in Berlin, Friedrich Geselschap, der Wandge mälde in der deutschen Botschaft zu Rom ausführte, wurde seit einigen Tagen vermißt. Gestern Nachmittag wurde er tobt aufgefunden. Professor Maurer fand in der Nähe bei Acqua Acetosa an einem Baume den Leichnam Geselschaps. Wie verlautet, war die Leiche entkleidet und die Kleider verschwunden. * Die schwarze Stadt. London hat vielleicht am meisten unter dem großen Kohlenarbeiter= Ausstand in Wales zu leiden gehabt, und zwar in einem Grade, daß ein Schrei der Entrüstung über die gerade unhaltbar gewordenen Zustände auch aus den wissenschaftlichen Kreisen hervortönt. Die Fabriken Londons sind nämlich durch den Ausstand dazu genöthigt worden, sich anderer Kohle zu bedienen, die meist mehr Rauch erzeugt als die walisische. Dadurch wurde London in einen ganz unglaublichen Zustand versetzt, und es ist noch ein Glück zu nennen, daß es im Frühling war und nicht im Winter oder Spätherbst, weil sonst die ganze Stadt in einen Nebel gehüllt worden wäre, der sogar für London etwas Unerhörtes gewesen wäre. Verschiedene Straßen sahen während der letzten Wochen aus, daß man sich in den tiefsten „schwarzen Erdtheil" versetzt glaubte. Besonders der Strand, diese großartige Reibe von Caféhäusern und Gasthöfen, war derart in Mitleioenschaft gezogen, daß der Aufenthalt daselbst unerträglich war. Die Häuser, die mit hellen Farben gestrichen sind, sehen abscheulich aus und nehmen schnell eine schmutzig graue Farbe an; alle Bestrebungen, die Fenster rein zu halten, sind vergebens. Sogar das Parlament beschäftigte sich mit diesem Zustande und forderte ein Einschreiten der städtischen Behörde. Der Einwurf, daß dieser Zustand durch die Schwierigkeit entstanden sei, verhältnißmäßig rauchfreie Kohle zu bekommen, ist hinfällig, denn die Rauchentwicklung kann durch Benutzung eines einfachen Rauchverzehrers über dem Ofen in bohem Maße beschränkt werden. Es wird dringend verlangt, daß städtischerseits jedem Besitzer eines Schornsteins, der Rauch in einer die Gesundheit oder das Vermögen schädigenden Menge auswirft, ein erheblicher Schadenersatz auferlegt werden solle. In einem Falle ist sogar bereits eine große Elektricitäts=Gesellschaft zu einer Geldstrafe verurtheilt worden unter allgemeinem Beifall aller Londoner Privatkreise. * Feiner Concurs. In dem Concurse des Barons v. Hammerstein=Parchau sand dieser Tage die Schlußvertheilung statt.— Es kamen ganze 1¾20 pCt. heraus! Auf eine Forderung von ca. 75 M. erhielt ein Geschäftsmann— 85 Pf. —. aber auch diese gewaltige Summe noch nicht ungekürzt, denn der Concursverwalter hatte 20 Pf. Porto vorweg in Abzug gebracht, so daß dem Gläubiger nach weiterem Abzug von 5 Pf. Bestellgeld im Ganzen 60 Pf. übrig geblieben sind. * Eine Entdeckung von ganz außergewöhnlicher Tragweite soll nach„Industries and Iron“ Caril de Haskins in Philadelphia gemacht haben, wonach sich der Brennwerth der Kohle durch eine Untersuchung mit RöntgenStrahlen sofort ermitteln läßt. Der Brennwerth der Kohle steht in einem zuverlässigen Zusammenhange mit dem Aschengehalt derselben. Eine Kohle, die viel Asche zurückläßt, hat natürlich einen verhältnißmäßig geringen Gehalt an brennbaren Bestandtheilen, und umgekehrt. Eine Bestimmung des Aschengehaltes der Kohle kann nun mit ziemlicher Genauigkeit bei einer Durchleuchtung mit Röntgen'schen Strahlen gewonnen werden. Der Schatten, den ein Stück Kohle von gegebener Größe und Dicke auf den fluorescirenden Schirm hervorruft, steht hinsichtlich seiner relativen Tiefe in directem Zusammenhange mit der Menge des ascheerzeugenden Stoffes, der in dem Kohlenstück enthalten ist. Wenn man nun von einer Reihe von Kohlenproben, deren Aschengehalt bekannt ist den Schatten daneben auf den Schirm fallen läßt, so kann man leicht ermitteln, welcher dieser Proben die zu untersuchende Kohle in ihrer Zusammensetzung am nächsten steht. Man kann durch dieses Verfahren, das an die Bestimmung des Zuckergehaltes der Rüben durch das Polariskop erinnert, sofort den Aschengehalt der Kohle auf den Centner mit einer ziemlichen Genauigkeit angeben, ohne erst langwierige Heizversuch anstellen zu müssen. * Folgende komische und zugleich sehr ernsthafte Geschichte, deren Vorkommnisse schon vor Jahren in Deutschland ein Gegenstück gehabt haben, macht in amerikanischen Zeitungen die Runde. In dem Augenblick, als von dem Bahnhof einer großen Stadt des Westens ein Eisenbahnzug abgehen soll, tritt an den Zugführer ein junger, höchst anständig gekleideter Mann heran, bittet ihn, die Abfahrt des Zuges noch aufzuschieben und macht ihn auf einen in einem Wagen sitzenden Mann mit der Versicherung aufmerksam, daß der Betreffende ein aus einer Irrenanstalt entsprungener Wahnsinniger sei; er stehe jedenfalls im Begriff, nach seiner Heimath zurückzureisen; die größte Gefahr drohe, da er tobsüchtig sei und einen tödtlichen Haß auf seine Angehörigen geworfen habe, die ihn in der Irrenanstalt untergebracht hätten. Der junge Mann trug seine Bitte so lebhaft und verständig vor, daß der Stationsvorsteher sich bereit zeigte, darauf einzugehen, obwohl er an dem bezeichneten angeblich wahnsinnigen Mann, dem Aeußern nach, durchaus keine Spur einer Seelenstörung wahrzunehmen vermochte. Unter dem Vorwande, daß mit seinem Gepäck etwas geschehen sei, nötigte man ihn aus dem Wagen in den Gepäckraum. Kaum war er darin, so rollte auch schon der Zug davon. Aber auch jetzt ließen sich an dem Mann durchaus keine Zeichen eines unregelmäßigen Betragens wahrnehmen und die Eisenbahnbeamten verspürten schon eine nicht geringe Verlegenheit wie sie ihr Verfahren rechtfertigen sollten. Inzwischen langten auch einige herbeigerufene Polizeibeamte an, die den jungen Mann, der den anderen als wahnsinnig bezeichnet hatte, zunächst nach seinem Herkommen und seinen Papieren fragten. Nicht wenig Erstaunen erregte es nun, als dieser ganz kaltblütig das Geständniß ablegte, daß er selber ein Irrer aus jener Anstalt sei, aus der der Wahnsinnige entsprungen. Er habe jenen dort in der Zwangsjacke gesehen und wisse genau, daß er gemeingefährlich sei. Durch diese Erklärung nahm die Sache gewissermaßen eine komische Wendung. Ein Wahnsinniger beschuldigt den andern des Wahnsinns, beide waren vielleicht entsprungen, benahmen sich beide ganz vernünftig, so daß man nicht wußte, wem man Recht geben sollte. Möglich war es ja auch, daß wan auf die Angebereien eines Wahnsinnigen hin einen ganz gesunden Menschen gewaltsam an der Reise verhindert hatte. Um die Sache klarzulegen, brachte die Polizei die beiden angeblich Wahnsinnigen nach der Anstalt, der sie angehören wollten. Als man dort anlangte, befand sich alles in der größten Aufregung und Bestürzung. Es ergab sich, daß der Sachverhalt, wie ihn der junge Mann angegeben hatte, richtig war. Der von der Reise Zurückgehaltene war wirklich wahnsinnig. Er war ein GroßFarmer, der sein Gesinde und seine Angehörigen stark mißhandelt hatte, und bei dem sich die Verrücktheit sonst noch in einer Art von Badewahn äußerte. Er selbst hatte allstündlich in dem schmutzigen Pfuhl seiner Farm gebadet, und mit ihm mußte sein ganzes Gesinde baden. Sogar durchreisende Fremde hatte er gewaltsam ins Bad bringen lassen. Seine Angehörigen sahen sich deshalb genöthigt, ihn ins Irrenhaus zu bringen, wo bei ihm Tobsucht zum Ausbruch kam. Am Morgen des betreffenden Tages war es ihm gelungen, auszubrechen. Da er in der Privatanstalt seine bürgerliche Kleidung trug, kam er unbehelligt zu einem Freund, der von seinem Wahnsinn nichts wußte, ließ sich von diesem das nöthige Reisegeld geben, um nach seiner Heimath abzudampfen, als ihn der andere Wahnsinnige auf die geschilderte Art daran hinderte. * Mit der Eisenbahn nach dem Nordpol. Unlängst hat ein Amerikaner die kühne Idee geäußert, den Nordpol mit einem unterseeischen Boote zu erreichen. Ein Ingenieur aus Kalifornien, Mulkey, hat ihm den Rang abgelaufen; er will einfach mit— der Eisenbahn hinfahren! Zu diesem Zwecke läßt er augenblicklich eine Maschine erbauen, welche sich ohne Geleise auf dem Eise fortbewegen kann. Die Räder der Maschine sind mit Zähnen versehen, ähnlich wie bei unseren Gebirgsbahnen. Am Vordertheile des Dampfrosses befindet sich ein großer Eissporn,„und so wird meine Maschine“, äußerte sich der Erfinder,„wie ein Kriegsschiff alle Hindernisse glatt nehmen.“ Die Lokomotive soll durch Gas in Bewegung gesetzt werden und ungefähr sechs Wagen ziehen. Die Versuche werden in Canada zwischen Victoria und Dawson City gemacht werden, und am Ende dieses Jahres denkt Mulkey nach dem Nordpol aufbrechen zu können. Glückliche Reise! : Verschiedenes. Als Einbrecher festgenommen wurde in Berlin der Musketier Kersten vom 46. Infanterieregiment zu Posen. Er war mit sechs Tagen Pfingsturlaub nach Berlin gekommen. Hier zog er bürgerliche Kleidung an und ging mit seinem Bruder auf Einbrüche aus. Der Soldat in Civil besorgte die„Arbeit“, während sein Bruder„Schmiere stand". Am Vormittag des zweiten Feiertags wurde das Paar bei einem Einbruch in ein Kartongeschäft abgefaßt und der Criminalpolizei übergeben.— Auf der See bei Danzig kenterte ein Boot mit drei Insassen aus Patzig. Alle ertranken.— Am Samstag Nachmittag wurde bei Eydtkuhnen ein russischer Beamter von der Accise, als er der Grenze zu nahe kam, von einem russischen Grenzsoldaten, da er ihn für einen Schmuggler hielt, erschossen. Der Soldat hatte den Beamten zum Stehen aufgefordert; da er der Aufforderung nicht Folge leistete, führte er seine Instruktion aus.— Durch einen Unglücksfall wurde einer Bauernfamilie in Chelm, Kreis Pleß, die Freude am Pfingstfeste vernichtet. Ein Sohn wollte sich die Zeit mit Schießversuchen vertreiben, schuell war der Schießprügel hervorgeholt und ein Zielpunkt geschaffen. Da prallte eine durch zwei Thüren hindurchgejagte Kugel an einer Mauer ab und traf die dort stehende Schwester so unglücklich, daß sie auf der Stelle todt war.— Ein verheerendes Unwetter ging am Mittwoch über einen Theil der Stadt Wien nieder. In Ober=St. Veit ertrank ein Kind in der angeschwollenen Wien. An mehreren Orten zündete der Blitz. Bei den vielfach nöthig werdenden Rettungsarbeiten wurden neun Feuerwehrleute verletzt, einige schwer.— Am Margarethen=Ring in Ofen stürzte ein im Bau befindliches Haus ein. Ein Arbeiter wurde getödtet, 40 verletzt.— Zwei mit Ausflüglern besetzte Züge der Lancashire= und Yorkshire=Eisenbahn stießen am Donnerstag Abend auf der Station Leyland bei Preston zusammen. Drei Personen wurden getödtet und 20 verwundet. Nachrichten und Telegramme. O New=York, 4. Juni. Die amerikanische Flotte bombardirte gestern Santiago von 3 bis 4½ Uhr früh. Der Hülfskreuzer „Merrimae", versuchte den Hafeneingang zu forciren; die Spanier ließen den„Merrimac“ über die erste Torpedolinie hinausfahren und schossen ein Torpedo erst ab, als der„Merrimae“ 500 Fuß weit in den Innenhafen hineingelangt war. Der Torpedo zerriß das Vordertheil des Kreuzers „Merrimae“, der fast sofort sank. Nur der Schornst ein und Mastspitzen ragten über die Wasserfläche. In Sautiago herrscht große Begeisterung. Markt- und Börsen-Nachrichten. * Berliner Coursderen: vom 3. Juni Reichsanleihe 3 1/% „„ 3% Preuß. Consols 34 3 Berg.=Märk. Bank Dortm. Bankverein Consolidation Dannenbaum * M eug, 3. Juni Weizen, kleiner do. 1. S., engl. do. 2. S., engl. Roggen, 1. Socte " 2. Sorte Hafer, 1. Sorte " 2. Sorte (Alles 100 Ko.) 102.80 Dortmunder Brauerei—. 96.25 Dortm. Bergbauverein—. 102.90 Essener Creditbank 144,50 96.70 Reichsbank 160,10 165.75 Bochumer Gußstahl 230,00 130,00 Westfäl. Stahlwerke 223.00 284.75 Gelsenkirchener Bergw. 190,90 123,00 Harpener 188,30 Fruchtpreise. 3. Raps 1. S. 10080.—, " 2. S. Aveel 1. 24,50 24,00 23,9023.40 23.40 22.90 17,30 17,00 16.80 16.50 17,30 17.50 16.80 1650 * 20.— 22.— 4,80 2. s...— Kartoffeln 50„*) Maschinenstr. 500„ 20.— Flegeldrusch„„ 22.— Kleien 50" 4,80 *) Mk. 2,60—3,20. Heu Mk. 2,70—3,70 die 50 Ko. Rüböl in Posten von 100 Ctr. Mk. 53.— Rüböl faßweise. 100 Ko. ohne Faß 54.50 Mecklenburg=Strelitzsche Hypothekenbank. Die am 1. Juli er. fälligen Pfandbrief=Coupons werden bereits vom 15. Juni cr. ab kostenlos eingelöst. Geschleireen wegen unpünktlicher oder unregelmäßiger Zustellung der Volkszeitung wolle man gefl. stets umgehend an die Geschäftsstelle dss. Bl. gelangen lassen. Für auswärtige Abonnenten empfiehlt es sich, bei unregelmäßiger Zustellung sich zunächst an das zuständige Postamt und wenn dies erfolglos bleiben sollte, sich schriftlich an uns zu wenden. Geschäftsstelle der Volkszeitung. # M 10 Bekanntmachung. Nach Maßgabe des§ 4 des Statutes der Wilhelm=Augusta=Stiftung vom 10. Juni 1880 werden Anträge auf Bewilligung von Bekleidung für Confirmanden bedürftiger und würdiger Eltern bis zum 12. Juni er. im Rathhaus, Zimmer Nr. 6, während der Vormittagsstunden von 9 bis 1 Uhr unter Vorlage der zur Beurtheilung der Verhältnisse erorderlichen glaubgaften Nachweise,(Bescheinigung der Arbeitgeber über den durchschnittlichen Verdienst der Eltern und Geschwister während der letzten 6 Monate, Krankheitsbescheinigungen usw.) entgegen genommen. Hierbei machen wir darauf aufmerksam, daß bei der großen Zahl der alljährlich eingehenden Anträge nur die dringendsten Gesuche Berücksichtigung finden können. Witten, den 20. Mai 1898. Städtische Armen=Deputation: Rohrmann. Polizei=Verordnung. Auf Grund des Gesetzes vom 11. März 1850 wird nach Anhörung des Gemeindevorstandes folgende Polizeiverordnung für den Bezirk der Gemeinde Bommern erlassen: § 1. Das Baden in dem durch den Gemeindebezirk Bommern fließenden Theile der Ruhr außerhalb der Ruhr=Badeanstalt zu Bommern wird hiermit polizeilich verboten. § 2. Zuwiderhandiungen gegen diese Verordnung werden mit Geldstrafen bis zu 9 Mark oder im Unvermögenssalle mit entsprechen der Haft bestraft. § 3. Vorstehende Polizei=Verordnung tritt mit dem Tage der Bekanntmachung derselben in Kraft. Bommern, den 28. Mai 1898. Der Amtmann: gez. Frielinghaus. Bei vorkommenden Sterbefällen empfehle einem geehrten Publikum von Witten und Umgegend mein reichhaltiges Lager in Särgen jeder Größe. Gleichfalls sind sämmtliche Leichenbedarfsartikel, wie Hemden, Strümpfe, Mützen, Schuhe, Handschuhe 2c. stets am Lager. Jeder nicht vorräthige Sarg wird innerhalb zwei Stunden auf meiner eigenen Schreinerei angefertigt. Zur würdigen Ausschmückung des Sterbezimmers gebe zudem meinen hübschen neuen - Kerzen=Kandelaber(Leuchter) leihweise zum billigen Preise ab. Achtungsvoll Bernh. Voss vorm. F. Nüthen, Witten, Ardeystrasse 31. Deutsche Hausfrauen! Die in ihrem Kaupf um's Dasein schwer ringenden armen Thüringer Handweber bitten um Arbeit! Dieselben bieten an: Tischtücher, Servietten Taschentücher, Hand= u. Küchentücher, Scheuertücher, Rein= u. Halb=Leinen, Bettzeuge, Bettköpers und Drells, Halbwollene Kleiderstoffe, Altthüringische= und Spruchdecken, Kyffhänserdecken usw. - F e r t i g e W ä s c h e! Sämmtliche Waaren sind gute Handfabrikate. Viele tausend Anerkennungsschreiben liegen vor. Muster und Preisverzeichnisse stehen auf Wunsch portofrei zu Diensten und wolle man sich dieserhalb wenden an den Thüringer Weber=Verein Vorsitzender C. F. Grübel, Landtagsabgeordneter. 5 Sanitäts-Kolonne. Dienstag Abend: Uebung. NB. Es wird um zahlreiches Erscheinen gebeten. Montog den 6. Juni eurr., nachmittags 4 Uhr, in meiner in der Nähe des Hofes gelegenen Wiese. H. Winkelmann, Wannen. Gras=Verkauf. Am Dienstag den 17. Juni, nachmittags 4 Uhr, für Herrn Rittergutsbesitzer W. Dünkelberg hier in dessen Wiese im Sundern. Witten, den 3. Juni 1898. Pott. Ein massives Haus mit Bauplatz, in welchem längere Jahre eine slotte Backerei betrieben und noch in gutem Betriebe ist mit sämmtlichen Inventar zum Preise von Mk. 40000, Anzahl. Mk. 10000 sofort in Hagen zu verkaufen. Offerten unter P. S. Nr.j 4173 an die Annoncenexped. G. i Geerkens, Hagen i. W., erbeten. Tüchtige und Stößer werden gesucht im Steinbruch v. HausMallinkrodt bei Wetter a. d. Ruhr. Gebr. Boucke Herdfabrik, Witten, Johannisstrasse 14 (frühei F. Kubirsky) empfehlen ihr großes Lager in allen Arten Herden sowie Oefen und sämmtlichen Haushaltungs= und Küchenbedarfs= Artikeln. Ein kräftiges Mädchen von 15—17 Jahren per sofort oder 1. Juli gesucht. Bahnhofstraße 42. 1 möbliertes Zimmer an 1 oder 2 Herren zu vermiethen. Tieferweg 47, 2. Stage. Zwei junge Leute erhalten Kost u. Togls Winkelstraße Nr. 5. F. Riepen, Hauptstrasse 21. Solinger Stahlwaaren. Empfehle in großer Auswahl: Tafelmesser u. Gabel Dessertmesser, Tranchir=Besteck in Ebenholz=, Hirschhorn=ElfenbeinSchaalen, Taschenmesser, sowie alle andern Sorten von Messer u. Scheeren mit u. ohne Etui, Thee= und Eß=Löffel, Kaffeemühlen. Das Schleifen der Nasirmesser und Scheeren wird prompt und billig ausgeführt. Sämmtliche Bühiel-Schschchen (Jaquettes, Capes, Kragen, Staubmäntel etc.) zu bedeutend herabgesetzten Preisen. A. Löwenstein, — des Herrn Caplan Hovestadt, jetzigen Pfarrers von Annen, erst kürzlich vom Herrn Photographen M. Hönscheidt aufgenommen, vorzüggetroffen, in Visit- und Cabinet-Format. Vorräthig in der Buchhandlung von H. Bringewald, Hanptstrasse 79. Jalousieen und Rollladen!: „letztere aus Ia. schwed. Holz oder Stahlwellblech, in meinen allseitig beliebten Konstruktionen, liefert in nur feinster und solidester Ausführung zu billigsten Preisen M.Gladbacher Jalousie-Fabrik NI. Adferte. Preisgekrönt! Goldene Medaille! * Garaatiert reinen fst. Tu Trohntrichnum pestornbruhntkoin, empfehlen: Weisse Kleidchen, Weisse Unterröcke, Weisse Schürzen, Engelchen-Kränze, Weisse u. farb. Handschuhe, Blumen, Schleiten und Schärpennänder in bekannt größter Auswahl, zu anerkannt billigsten Preisen. Ein Posten farbige Damen-Glacé, Paar von 1.25 an. n H ü t e j e t z t e n o r m b i l l i g. aus Roggen und Malz gebrannt, Siter 05 vig, von 3 Liter ab 60 Pig., von 3 Liter ab empfehlen Pfg. AebpperoEt S. Lindenbaum Söhne, Witten. Wollen Sie Geld Sparen! und trotzdem eine gute Cigarre rau hen? Machen Sie einen Versuch mit meinen durch das Kaiserliche Patentamt gesetzlich geschützten Cigarillos, welche 11 Ctm. lang, mit feinen Sumatra gedeckt, mit einem Mundstück mit Nicotinsammler versehen und daher beim Rauchen der Gesundheit nicht nachtheilig sind. Um meine Leistungsfähigkeit in billigen und guten Sachen nachzuweisen, versende 500 Stück für Mk. 5,50, 1000 Stück für 10 Mk.franko per Nachn. und lege auf Wunsch Muster von anderen guten Sorten gratis bei! Garantie: Zurücknahme oder Umtausch, daher kein Risico. S. Pokora, Cigarren=Fabrik, Neustadt, Westpr. Nr. 206. Am Samstag den 4. und Montag den 6. Mai eröffne ich neue Haupt-Tag- und Abend-Kurse in Buchfuhrung (einf., dopp. und amerikan.,) Schönschnellschreiben, Rechtschreiben, Stenographie, Wechsellehre, Korrespondenz etc. Junge und ältere Personen auch solche ohne jede Vorkenntnisse, bilde ich schnell u. billig während ihrer freien Stunden bei Tag oder Abend zum tüchtigen Bureaubeamten, Buchhalter, Schreiber 2c. aus. Nach Schluß des Kursus erhält jeder ein Zeugniß und bin ich fleißigen Schülern zur Erlangung einer Stelle gern behilflich. Eine große Anzahl meiner Schüler befinden sich heute in besseren Lebensstellungen, worüber zahlreiche Anerkennungen vorliegen. Jede, selbst die schlechteste u. unleserlichste Schrift wird durch meine unübertroffene Methode schön und geläufig. Anmeldungen erbeten. Becker’s Unterrichts=Institut Bahnhof= u. Breddestr. 48. 1. Etage, im Restaurant Dörmann. von Bildern, Brautkränzenusw. sowie Einbinden von Büchern besorgt in kürzester Frist und zu billigsten Preisen die Buchbinderei von H. Bringewald, Hauptstrasse 79 gegenüber der kath. Schule. 1 Dr. chir. dent. A. Vigano grad. Amerika, Specialist in techn. Zahnersatz, Plomben, schmerzlose Zahnoperationen, Heilung von Kieferdefekten 2c. 2c. Witten, Ardeystr. 8, gegenüber dem katholischen Gesellenhause. Molkerei=Süßrahm= Butter per Pfd. 1,10 Mark. Wellenbutter per Pfd. 90 Pfg. Plockwurst per Pfd. 90, 100 u. 110 Pfg. W. Petersmann, Tieferweg 78. Klauenot präpariet für Nähmaschinen und Fahrräder von F. Möbius& Sohn. Knochenölfabrik, Haunover. Zu haben in allen besseren Handlungen. sender“ Soeben erschienen! Verkehrs-Karte von Sbester=Apfelwein=Rekterei Ferd. Freitag& Co., Soest i. W., empfiehlt ihren naturreinen 1896er Apfelwein in ganz vorzüglicher Qualität. Ein Probeversuch wird jeden Besteller zur dauernden Abnahme veranlassen. D##- Vertreter werden an alen Blägen gesucht. Zalbusien und Ronlaben iefert in bestbewährter Konstruktion mit langjähr. Garantie billigst die Düsseldorfer Jalousie-Fabrik umfassend die Rheinlande, von Speyer bis Cleve einschl. Luxenburg. Großherzogthum Hessen, die preußischen Provinzen Hessen=Nassau und Westfalen, nebst den angrenzenden Gebieten. Mit einer Nebenkarte des Saargebietes und vollständigem Ortsverzeichniß. Zum Preise von 2 Mark vorräthig in der Buchhandlung von H. Bringewald, Hauptstrasse 79, gegenüber der kath. Volksschule. *