Samstag den 19. Februars1898, 2. Blatt. 9 11— Asteunt ust ins eet er. Jeeu soser ud errehrr scher ae. umu Se us ue eein Peihen unr aoge 1 TS8 p * Monat, burch bis Pos bergm um 1.90 flh. pro Daustal. Nr. 40. Dritter Jahrgang. Preis für dis 1spaltige Pekitpetie 10 Pig. Bei größeren Auftrügm enktprochender Radell. Größere Anfeigen können nur bis#pktestens Abeude 6 Uhr aner. nommen werden, ganz dringende Instrate bis Morgans 8 Uhr. Geschäftostelle: Witten, Haupkstraße 70. für den H. Bringewald, Witten. Sshelt: Selephon=Auschluß 180. Centrums-Organ fün das Kuhrthal. PECINNT zn Puhrshal. Teegammchresei Jui und Vrlag unn an Kuhrthal. Volkszeitung, Witten. H. Bringewald, Witten. H. B. Das bedauernswerthe Loos des Bergmanns. Noch keine zwei Monate sind seit dem großen Grubenunglück auf Zeche„Kaiserstuhl" bei Dortmund verflossen, da durchfliegt schon wieder die Kunde von einer neuen furchtbaren Katastrophe, hervorgerufen durch eine Explosion schlagender Wetter, die Lande. Ueber viele derartigen entsetzlichen Unglücksfälle mußte die Presse in den letzten Jahrzehnten bedauerlicherweise berichten, aber keiner war so unheilvoll, bei keinem zuvor war die Zahl der zu Tode gekommenen Bergleute eine so erschrecklich große, als es jetzt bei der Explosion auf der Zeche„Carolinenglück“ der Fall ist. 122 Todte infolge eines einzigen Unglücksfalles, 122 Menschenleben vernichtet mit einem Schlage! Es ist schrecklich! Man braucht sich nur hineinzudenken in all' das Elend und den Jammer, den dieses furchtbare Ereigniß heraufbeschworen hat. Man braucht sich nur in die tieftraurige Lage jener armen Mitmenschen, die bei dieser Katastrophe ihr Leben lassen mußten, und in die ihrer zahlreichen namenlos unglücklichen Hinterbliebenen zu versetzen, um sich das Grauenhafte dieses Massenunglücks in seiner ganzen Gestalt vor die Seele zu führen. Aber nicht um diesen herzzerreißenden Jammer und unbeschreibliche Trauer zu schildern, nehmen wir die Feder zur Hand, sondern um einmal wieder auf das bedauernswerthe Loos des Bergmanns aufmerksam zu machen. Wohl ist es nicht der Bergmann allein, der bei seiner Berufsarbeit von großen Gefahren umgeben ist, aber so mannigfaltiger Art und in so hohem Maaße den größten Gefahren ausgesetzt, ist zweifellos kein anderer Industriearbeiter, wie es bei dem Grubenarbeiter der Fall ist. Von dem Augenblicke an, wo der Knappe das Fördergestell bestiegen hat, um in die grausige Tiefe zu fahren, bis zu dem Moment, wo er nach Beendigung der Schicht wieder au's Tageslicht zurückgekehrt ist, bedrohen ihn die schlimmsten Gefahren. Wenn nun auch die Seilfahrt, ferner plötzlich und unerwartet hereinbrechende Gesteins= oder Kohlenmassen, durch die alljährlich eine erschrecklich große Zahl von Bergleuten zu Tode kommen oder verkrüppelt werden, schon große Gefahren für den Bergmann sind, so in weit größerem Maaße die unheilvollen Explosionen schlagen der Wetter. Schlagende Wetter!— Nur mit Entsetzen denkt man nach all' den traurigen Massenunglücken der letzten Decennien an diesen schlimmsten Feind des Bergmanns. Was ist schon alles geschrieben, welche Mittel sind schon in Vorschlag gebracht worden, um Fingerzeige für die angeblich wirksame Bekämpfung dieses furchtbaren Feindes zu geben. Das ist nach jedem größeren derartigen Grubenunglück geschehen. Daß es Nichts geholfen hat, beweisen die neuesten Gruben=Katastrophen auf „Kaiserstuhl" und„Carolinenglück". Danach gewinnt es also den Anschein, als wenn wir es in diesem Falle mit einem unüberwindlichen Feinde zu thun hätten. Uns scheint dieses aber keineswegs der Fall zu sein. Wir gehen allerdings nicht so weit, eine Schlagwetter=Explosion als eine Unmöglichkeit hinzustellen, aber eine erhebliche Herabminderung dieser Unfälle scheint uns bei Anwendung der nöthigen Vorsichtsmaßregeln doch möglich zu sein. Zu den Verhütungsmaßregeln, die wir im Rahmen dieser kurzen Darlegung nur streifen können, zählen wir in erster Linie eine genügende Bewetterung der Grubenbaue, dann eine die genügen de Sicherheit gewährende Grubenlampe, an deren Fertigstellung die Technik unserer Tage, trotz aller sonstigen anerkennenswerthen Fortschritte noch vergeblich gearbeitet hat. Nicht hoch genug anzuschlagen ist auch eine vorzügliche Schulung unserer Bergleute. An gefährlichen Betriebspunkten sollten überhaupt nur solche Arbeiter beschäftigt werden, die von ihrer Jugend an den Bergmannsberuf erwählt haben, durchaus erprobt und vorsichtig sind. Arbeiter, die noch vor keinigen Jahren hinter dem Pfluge hergingen oder den Dreschflegel schwangen und in Zeiten ungewöhnlich flotten Geschäftsganges aus ent fernten Gegenden nach hier gezogen, sich in verhältnißmäßig kurzer Zeit das Hauer=Patent erwarben, eignen sich dazu absolut nicht! Zur Verhütung solcher furchtbaren Unglücksfälle könnte nach unserer festen Ueberzeugung ferner auch viel dadurch beigetragen werden, daß, wo die Gefahr eine große ist, wan die Arbeiter unter keinen Umständen Accordarbeiten verrichten läßt. Wie viel Menschenleben, die im Bergbau zu Grunde gingen, mögen wohl auf das Conto der Gedinge= arbeit vor gefährlichen Betriebspunkten zu schreiben sein? Die Bergleute sind aber auch Menschen und streben unter solchen Umständen nach einem möglichst hohen Verdienste, wobei die Gefahren naturgemäß nicht in dem Maße beachtet werden, als es der Fall sein sollte. Man sollte eine Regel daraus machen, in derartig gefährlichen Grubenbauen erprobten und durchaus zuverlässigen Arbeitern ohne Accordarbeit von vornherein einen existenzfähigen Lohn zu sichern. Für den Augenblick scheint uns gerade dieses Mittel das wirksamste zu sein. Die vielen Unglücke, die sich im Laufe eines Jahres auf den Steinkohlenbergwerken leider ereignen, vor Allem aber solche Katastrophen, wie wir sie am Donnerskag wieder erlebt haben, machen es so recht klar, ein wie gefahrvoller Beruf der des Bergmanns ist, ein wie bedauernswerthes Loos gerade diese Arbeiter=Kategorie hat! Möchte dieses besonders von allen Jenen immer mehr anerkannt werden, die diese Arbeiter in ihren Betrieben beschäftigen. Gerade der Bergmann ist es, der in Folge dieses harten Looses den berechtigten Anspruch auf einen existenzfähigen Lohn hat! Er ist es aber auch, der mit Fug und Recht verlangen kann, daß Alles aufgeboten wird, daß solche Massen=Unglücke nach Möglichkeit beseitigt werden. Möchte dieses doch in Zukunft als die wichtigste Aufgabe der Technik und der betheiligten Kreise betrachtet werden. Hierdurch machen wir darauf aufmerksam, daß die Bestimmungen, betr. den Umfang der technischen Vorprüfung bei Anlegung von Dampfkesseln abgeändert und ergänzt worden sind. Die bezügliche Ministerial=Anweisung ist im Amtsblatt der Königlichen Regierung für 1897, Stück 51, Seite 727/728 und im Ministerialblatte für die gesammte innere Verwaltung für 1897, Nr.,11, Seite 277—279 enthalten. Witten, den 16. Februar 1898. Der Magistrat: Dr. Haarmann. Für die heilige Fastenzeft! In der A. Laumann'schen Buchhandlung in Dülmen i. W. ist erschienen und durch alle Buchhandlungen za beziehen: Krebs, P., Passionsblumen oder 12 Kreuzwegandachte: nebst andern Andachtsübungen zum Leiden Christi. Preis geb. Mk. 0,75. Betrachtungen und Gebete für die sechs Sonntage der hl. Fastenzett. 87 Seiten. Preis geh. Mr. 0,20. v. Tricht, P. Victor, Kreuz und Calvarienberg. Für alle Leidenden. 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Die Mitglieder des Vereins versammeln sich Samstag Abend 8 18 Uhr im Vereinslokal. Der Vorstand. Echte Suppenwürze Fleischverkauf. Samstag, den 19. ds. Mts., findet auf hiesigem Schlachthofe von nachmittags 1 Uhr ab Fleischverkauf von mehreren minderwerthen Kühen statt. Witten, den 18. Februar 1893. Die SchlachthofVerwaltung. 2Steinbrecher und 1 Mann zum Bohren finden Beschäftigung an dem Wegeban bei Bahnhof Stockum. Zu melden bei Schachtmeister Herrlein. Kellner-Lehring von 14—16 Jahren, bei sofortigem Verdienst, nach Auswärts gesucht. Näheres Restaurant Steinhauer. Ein ordentliges Dienstmädchen auf sofort gesucht. Zu erfragen Gemüsemarkt 3. Suche auf sofort oder später einige Mädchen, die das Kleidermachen erl. wollen. Wiesenstraße 19. Ein üchtiges Küchenmädchen auf sofort gesucht. Restaurateur Ang. Altebarnholt, Bahnhof Annen. Ein draned dalholiches Käochen findet zum 18. April angenehme Stellung bei Frau F. Henke, Hauptstraße. 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Die Zumuthung, mit den Vereinigten Staaten einen Zollkrieg anzufangen, wies er zurück, so lange wir von der Aufrechterhaltung des Vertragsverhältvisses noch einen Nutzen hätten. Von den vor wenig Jahren noch so gepriesenen bestehenden Handelsverconservativen Versammlung ausgesprochen. Mau betrachtet es als Feind; man möchte sich von ihm unterstützen lassen, aber ihm nichts dafür geben. Allem Anschein nach ist, wie aus dem Gesagten erhellt, die Gefahr, daß das Centrum durch ein neues Cartell aus dem Sattel gehoben werden könnte, noch nicht besonders groß.„ Außer dem Etat des Auswartigen umtes hat der Reichstag den Colonialetat, bei dem besonders über die Forderungen für die UsambaraEisenbahn und die Eisenbahn in Südwestafrika debattirt wurde, sowie den Etat der Zölle und Verbrauchssteuern erledigt, bei denen eine Reihe von zollpolitischen und zolltechnischen Fragen, die Zuckersteuerfrage u. dgl. erörtert wurden, ohne daß es zu großen Debatten kam. In erster Lesung wurde die Novelle zur Concursord nung nebst eigen saste er nicht, wie wohlhe boert veiodot z. g.1 dem Centrunsantrage über denselben Gegenstand, Bir dlauben indeb, die weiten Abgeordbnrten, v. in zweiter die Vorlage über die freiwilige Gerichtsunter den obwaltenden Umständen nach unserer Ueber=I barkeit erledigt. Die erste Berathung der Dampferzeugung richtig gehandelt. Jedenfalls dürfte sich die Mehrheit trotz allen Lärms doch besinnnen, die Verträge heute umzustoßen, wenn sie es in der Hand hätte. Das Centrum hat sich an den zwecklosen handelspolitischen Debatten nicht betheiligt. Daß sie die„Politik der Sammlung", von der jetzt so viel die Rede ist, gefördert hätten, wird man nicht behaupten können. Im Gegentheil, die Parteien, die man„sammeln" wollte, sind dadurch mehr auseinander gerathen und die proclamirte Solidarität der Interessen zwischen Industrie und Landwirthschaft hat sich als sehr zerbrechlich erwiesen. Die conservativ=agrarischen Redner, an ihrer Spitze Grof Kanitz, wollen einen hohen auton omen Zolltarif, hinter den sich das Reich zurückziehen und ruhig abwarten soll, was ihm andere Staaten bieten, um für ihre Waaren den Minimaltarif zu erhalten. Verträge sollen nur auf kurze Zeit, om liebsten nur auf ein Jahr abgeschlossen werden. Die Vertreter der Industrie, darunter Frhr. v. Stumm, wünschen dagegen feste Verhältnisse für eine längere Reihe von Jahren. Im preußischen Abgeordnetenhause, wo über dieses Thema ebenfalls verhandelt wurde, betonte der natlib. Abg. subventionsvorlage wurde nur angefangen. Der Antrag der Socialdemokraten wegen Einführung vollständiger Versammlungs=, Vereins= und Coalitionsfreiheit, der den Reichstag schon an drei Schwerinstagen beschäftigt hat, wurde in zweiter Lesung abgelehnt. Auch das Centrum stimmte dagegen, wiewohl es für das Coalitionsrecht der Arbeiter eintritt. Der Antrag ging eben in der Niederreißung aller Schranken zu weit und hatte keine Aussicht auf Annahme Seitens des Bundesraths. Das Centrum hofft practisch weiter kommen mit seinem Antrage über die Berufsvereine und mit der Aufhebung des Verbindungsverbotes für politische Vereine. Das preußische Abgeordnetenhaus kommt mit seiner Etatsberathung, wiewohl große Debatten nicht stattfinden, nur langsam vom Fleck, weil zahllose Einzelheiten und Kleinigkeiten zur Sprache gebracht werden. Beim Bauetat gab es eine Auseinandersetzung über die Canalfrage zwischen Conservativen und Nationalliberalen. Erstere sind keine Freunde der Canäle, für die die bekanntlich keine Freunde de.. Grse Möller bei aller Bereitwillig= letzteren im Interesse der Industrie einrreren. Wea und die Industrie Verträge für eine längere Reihe von Jahren fordern müsse. Am Montag hat der Bund der Landwirt he in Berlin seine Generalversammlung abgehalten. Auch dort erklärte der Director Dr. Hahn, daß der Bund jede handelspolitische Bindung durch Verträge auf lange Jahre hinaus auf das Entschiedenste zurückweise. Es wurde eine Resolution angenommen, die sich zwar für die„Sammlung", aber auf dem Boden der Forderungen des Bundes ausspricht. Unter solchen Umständen kommt aber mehr Trennung als Sammlung heraus. Der Bund hat es vor allem darauf abgesehen, eine Mehrheit nach seinem Sinne in den Reichstag zu bringen, um nöthigenfalls die Regierung, der man noch immer nicht recht traut, zu zwingen, die Bundesforderungen zu ersüllen. Daß dazu heute noch Dinge wie der Antrag Kanitz gehören, wurde auf der Bundesversammlung zwar nicht direct gesagt, aber doch klar genug angedeutet. Welche Partei ihm die gefügigen Candidaten stellt, ist dem Bunde einerlei, und so entbrennt immer mehr die Eifersucht zwischen Conservativen, Antisemiten und Nationalliberalen. Es hilft den Conservativen nichts, ob sie wieder und wieder die Bundesleitung anrufen, daß sie die Antisemiten abwimmeln und nicht bei„Einbrüchen“ in conservatives Gebiet unterstützen sollen. Die Nationalliberalen wenden sich mit ihren Hülferufen an die Regierung, die klar aussprechen soll, wohin sie mit der Hundelspolitik steuert, und die der agrarischen Bewegung entgegentreten soll. Die Regierung rührt sich nicht, die Conservativen aber werden durch solche Hülferufe nur noch mehr gereizt. Und dieser heillose Wirrwarr nennt sich nun Politik der Sammlung. Herr v. Miquel und die übrigen Regierungsleute haben bei ihrem Sammelrufe gewiß nicht an das Centrum gedacht, oder doch nur insofern, als es durch das neue Cartell matt gesetzt werden soll. So merkt man denn auch nirgends etwas von Bemühungen, das Centrum in die Sammlung hineinzuziehen, wiewohl es auf dem Boden der nationalen Wirthschaftspolitik steht und die productiven Stände schützen und erhalten will. Nur die„Kreuzztg.“ sagte dieser Tage, auch das Centrum sei in die Combination hineinzuziehen, denn ohne es sei nichts zu machen. Indeß das ist eine vereinzelte Auffassung, die nicht vicle Conservative theilen. Wie die Mehrheit über das Centrum denkt, hat Freiherr v. Manteuffel in Dresden und Abgeordneter v. d. Gröben= Arenstein auf einer durch die Cartelle Luft. Der„Sammlung“ auch das nicht. Trotz des caualfeindlichen Votums des Landesöconomie=Collegiums kündete Minister Thielen für nächsten Herbst eine umfassende Canalvorlage an; es handelt sich dabei vor allem um den Mittellandcanal, für den der hannoversche Provinziallandtag soeben in Gegenwart und nach einer Rede des Ministers Frhru. von Hammerstein einen Beitrag bewilligt hat. Für diese Nichtachtung ihrer Wünsche suchten sich die Conservativen zu rächen durch Ablehnung der Forderung von 650000 Mark zur Erhaltung der Düne von Helgoland, drangen aber nicht durch. Beim Forstetat traten fast sämmtliche Abgeordnete für die Aufbesserung der Förster ein. Die Regierungsvertreter, insbesondere der Landwirthschaftsminister und der Finanz= minister, aber sträubten sich gewaltig und thaten ungemein entrüstet über die„staatsgefährliche" Agitation der Förster. Diese schlecht bezahlten Beamten werden aber ungeduldig und gebrauchen manchmal in ihrer Presse unmuthige Worte. Das ist noch kein Verbrechen. Schweigen sie, so erhalten sie nichts; jetzt haben sie nicht geschwiegen und uun sollen sie nichts erhalten, weil sie nicht geschwiegen haben. Selbst der angeblich liberale Herr v. Miquel fand, daß die Vereinigung und Agitation der Förster die Disciplin gefährde und unzulässig sei. Vom Centrum trat namentlich Abg. Dr. Frhr. v. Heereman wirksam für die Förster und ihr Recht ein. Ein Antrag, daß im nächsten Etat eine Aufbesserung erfolgen soll, wurde an die Budgetcommission verwiesen. In erster Lesung wurde der Gesetzentwurf wegen Erhöhung des Grundcapitals der Central= Genossenschaftscasse von 20 auf 50 Millionen Mark durchberathen. Grundsätzlich gegen den Entwur sprach sich nur der Abg. Richter aus; die übrigen waren mit der Erhöhung des Capitals einverstanden, äußerten aber Bedenken und Wünsche wegen der Geschäftsführung, Creditgewährung u. s. w. Die Budgetcommission wird sich weiter damit zu beschäftigen haben. An seinem letzten Schwerinstage verhandelte das Haus über die Anträge Mies und Weyerbusch wegen Abänderung der§§ 54 ff. des Communalabgabengesetzes im Sinne einer Entlastung der Grund= und Hausbesitzer und der Gewerbetreibenden. Die Anträge fanden bei der Regierung keine Neigung. Sie machte geltend, daß man nicht beliebige Stücke aus dem Gesetze herausgreisen dürse und daß die Wirkung der Anträge eine unerträgliche Steigerung der Einkommensteuerzuschläge sein würde. Das preußische Herrenhaus ist am Dienstag wieder zusammengetreten. Es überwies den Antrag des Herzogs von Ratibor wegen der Verhütung von Hochwasserschäden mit anderen dazu vorliegenden Anträgen der Regierung als Material, nachdem der Landwirthschaftsminister mitgetheilt hatte, daß der Kronrath die Einbringung umfassender Vorlagen in der nächsten Session beschlossen habe. In der folgenden Sitzung nahm das Haus das Gesetz über die Beamtencautionen und über das Auerbeurecht in Besisalen an. 6444. Die bayerische Abgeordnetenkammer beschaftigte sich in den letzten Tagen mit dem Etat des Ministeriums des Innern. Es kam dabei u. A. die politische Thätigkeit der Beamten, insbesondere der Bezirksamtmänner, und die Parteipolitik der Amtsblätter zur Sprache. Schließlich gerieth das Centrum mit den Liberalen und Socialdemokraten, die ihm allerhand unberechtigte Vorwürfe machten, hart aneinander, wobei es von den Socialdemokraten das Compliment erhielt, ihr gefährlichster Gegner zu sein. Im Etat sind 2000 M. ausgeworfen, um versuchsweise weibliche Hülfskräfte für die Fabrikinspection heranzuziehen. Der Minister sprach die feste Absicht aus, im nächsten Etat ein Definitivum zu schaffen und weibliche Assistenten für die Gewerbeinspection anzustellen.— Der Bischof von Regensburg wendet sich in seinem diesjährigen Fastenhirtenbriefe gegen die kirchenfeindliche Strömung im Bauernbunde. In Württemberg hat am Freitag die Verfassungscommission der Abgeordnetenkammer ihre Berathungen beendet. Nach ihren Beschlüssen soll die erste Kammer durch 8 Ritter und 3 kirchliche Vertreter verstärkt werden und der König eine noch näher zu bestimmende Zahl lebenslänglicher, doch keine erblichen Mitglieder ernennen können. Die zweite Kammer erhält 21 neue Abgeordnete, die in den vier Kreisen durch Proportionalwahl gewählt werden sollen. Mit 9 gegen 4 Stimmen entschied sich die Commission dafür, daß für jeden einzelnen Artikel des Gesetzes eine Zweidrittelmehrheit erforderlich sei, nicht blos für die Schluß=Abstimmung. Ob das Gesetz zu Stande kommt, erscheint noch zweifelhaft, da nur wenige Beschlüsse mit Zweidrittelmehrheit gefaßt wurden und die Stärke der Parteien im Plenum eine andere ist, als die Commission sie darstellt. Parlamentarisches. + In der Commission des Abgeordnetenhauses für die Bewilligung von Staatsmitteln zur Hülfe für die Ueberschwemmten haben Centrum und Freiconservative die Erhöhung der Unterstützungssumme von 5 auf 10 Millionen beantragt. Außerdem schlägt das Centrum einen neuen Verwendungszweck vor: Ersatzleistung bezw. Rückerstattung der für die Thätigkeit der militärischen Hülfscommandos entstandenen Unkosten jeglicher Art. + Die Budgetcommission des Abgeordnetenhauses beendete die Berathung des Eisenbahn=Etats. Es wurden ihlreiche Posten bewilligt für den Ausban von Strecken und fen. Landtags-Verhandlungen. Abgeorduetenhaus. 24. Sitzung vom 17. Februar. 11 Uhr. Am Ministertische: Frhr. v. Hammerstein, Frhr. Die zweite Statsberathung wird fortgesetzt. Bei dem Titel„Beiträge der Gemeinden zu den Kosten königlicher Polizeiverwaltungen" bemängelt Abg. Dr. Sattler (ntl.) die Ausübung polizeilicher Befugnisse durch die Organe der staatlichen Polizei. Im Auschluß an die wiederholt vorgekommenen Fälle von Verhaftungen unbescholtener Damen habe sich der Bevölkerung eine tiefgehende Erregung bemächtigt; er frage deshalb an, was die Regierung gethau habe, um ähnlichen Vorkommnissen in Zukunft vorzubengen. Minister Frhr. v. d. Recke bedauert zunächst die Unehrlichkeit, mit der die Presse die vor gekommenen Mißgriffe besprochen hat. Die Mißgriffe bei der staatlichen Polizeiverwaltung sind jedenfalls nicht häufiger, als bei der communalen. Die Presse hat es aber so dargestellt, als ob die persönliche Freiheit bei uns mehr gefährdet wäre, als in jedem andern Staate. Ich kann demgegenüber betonen, daß dieselbe in keinem andern Staate besser gewahrt ist, als bei uns. (Gelächter.) Die Klagen, die bei uns den Mangel an Entgegenkommen zurückzuführen. Ich gebe zu, daß die Polizei mit gutem Beispiel vorar gehen soll. Ich habe bezügliche Weisungen ergehen lassen, und werde alle Beschwerden eingehend prüfen. Ich habe bereits in erster Lesung mitgetheilt, daß über eine Reorganisation der Kriminalpolizei Erwägungen schweben. Die Erhebungen liegen mir vor. Danach scheint das Gerippe der Reorganisation ein Gutes zu sein. Bei der politischen Prlizei handelt es sich nicht um eine Reorganisations= sondern um eine Personenfrage. Es wird dort darauf ankommen die richtige Auswahl zu treffen. Was die allgemeine Polizei betrißft, so kürftmehr Bedacht auf eine geeignetere Vorbildung zu nehmen sein, sowie auf bessere Besoldung und günstigere Gestaltung der Wohnungsverhältnisse der Beamten. Beim Finanzminister habe ich in dieser Beziehung Entgegenkommen gefunden, ich hoffe es auch beim Landtage zu finden. In jedem Falle aber bitte ich nicht irre zu werden an der Ueber eugung, daß unsere Polizei mit zu den besten Institutionen der Welt gehört.(Gelächter links.) Abg. Frhr. v. Zedlitz stimmt dem Minister darin zu, daß die Einzelfälle stark übertrieben sind. Mißgriffe können überall vorkommen, die Regierung thut ihre Pflicht, wenn sie für Abhilfe Sorge trägt. Abg. Dr. Sattler(ull.). Die Reve des Ministers setzte Augriffe voraus, die in meiner Rede gar nicht enthalten waren. Ueber die Presse und das Puhlikum haben wir hier nicht zu verhandeln, sondern über die Polizei. Es ist unzweifelhaft, daß die Instructionen den Boamten nicht richtig ertheilt oder aber nicht gehalten werden. Mit wahrem Schmerz hat es mich aber erfüllt, daß der Regierungscommissar die Grenzen der Discretion, die gezogen werden müssen, in so unverantwortlicher Weise überschritten hat.(Lebhafter Beifall.) Ich appelliere nun an die Mitglieder des Hauses und die Vertreter der Presse und an das Publikum, daß sie sich einer größeren Discretion befleißigen, als sie der Regierungscommissar zu üben für gut gehalten hat.(Lebhafter Beifall auf allen Seiten des Hauses.)„ Geheimrath Lindig erklärt gegenüber einer Außerung des Abg. Sattler, er glaube nicht, bei der Erörterung des Falles Koeppen das Maß des Erlaubten überschritten zu haben. (Stürmischer Widerspruch.) Minister des Innern v. d. Recke führt aus, es bedürfe nicht neuer Instruktionen betr. Behandlung arretitter Frauenspersonen; die jetzigen genügten vollständig. Abg. Träger(fr. Vp.) bringt weitere Klogen und Ausstellungen gegen die Polizei vor. Redner nimmt die Presse gegenüber den Angriffen des Ministers in Schutz. Abg. Brömel(fr. Vg.) vertheidigt die Haltung der Presse und beantragt Rückverweisung des Titels„Beiträge zu Verwaltungskosten, Polizei“ an die Budgetkommission. Minister v. d. Recke tritt nochmals für die Polizei ein und betont die Schwierigkeiten einer Reorganisation. Redner varnt vor Rleberstürzung.. gdt#i. Wpigrisfe Lar Malize: Abg. Dr. Porsch(Ctr.) fiuver die Mißgrisse der Polizei bedauerlich. Die Presse habe einfach ihre Pflicht gethan, denn in gewissem Sinne sei es ebenso gefährlich über die Straße zu gehen, wie eine Reise auf der Eisenbahn. Den Antrag Kroeuel bitte er abzuleknen.. 9. W skracht imnt i. Nach einigen Bemerkungen der Avgg. Waibrecht und des Geheimraths Lindig wird der Titel und der Rest der Einnahmen bewilligt.. e. 8## Abg. Eckels(nl.) beleuchtet die bei der Hildesheimer Reichstagswahl zu Tage getritenen politischen Verhältnisse Hannovers, namentlich das Eintreten der drei Landräthe für den Bund der Minister v. d. Necke bemerst, die betresfenden drei Landräthe seien von ihm rektifizirt worden. Abg. v. Jazdzewski(Pole) bittet, den Landräthen die gegen die Polen gerichtete politische Parteithätigkeit zu untersagen und beschwert sich über die verhetzende Thätigkeit des Vereins zur Förderung des Deutschthums. Minister v. d. Recke bemerkt, die Gesetze würden gegen alle Staatsbürger gleich angewendet; er werde die angeführten Beschwerdepunkte untersuchen, müsse es aber ablehnen, den Beamten die Zugehörigkeit zum Hakatistenverein zu Darauf wird die Sitzung auf morgen 11 Uhr vertagt. (Schuitz 4½, Uhr.) Herrenhaus. 5. Sitzung vom 17. Februar. 2½ Uhr. Auf die Interpellation von Woyrsch wegne, eines Unfalles, der die Gräfin Pfeil am Bahnübergeste, beich Bahnhofe in Brieg betroffen hat, antwortet der Eyenbahnminister Thielen, daß erst eine Untersuchung stellt werden muß, wen ein Verschulden trifft. Die örtlichen Verhältnuisse fnd ungünsig.„. gehtreunfestes unt und urs Nach kürzer Besprechung der Inrerpeuanon und nach ledigung einiger Petitionen wendet sich das Haus an der Denkschrift über die Betriebssicherheit auf den Staatseisenbahnen. Die Commission beantragt durch ihren Berichterstatter, Oberbürgermeister Braesicke, die Denkschrift durch Kenntniße nahme für erledigt zu erklären. Die Commission steht auf den Standpunkte, daß die Verwaltung der Staatsbahnen für die Unfälle des letzten Sommers kein Verschulden treffe. Nachdem Minister Thielen seinen Dank für diese Auerkennung ausgesprochen hat, wird der Antrag der Commission Nächste Sitzung unbestimmt; jedenfalls nicht vor Eingang des Etats aus dem Abgeordnetenhause. Schluß 5 Uhr. Markt- und Börsen-Nachrichten. Febr. * Berliner Coure Reichsanleihe 3 1/4%. Preuß. Consols 3 /% . 9 Berg.=Märk. Bank Dortm. Bankverein Consolidation Dannenbaum * Neuz, 17. Febr 16. Weizen kleiner do. 1. S., engl. do. 2. S., engl. Roggen, 1. Sorte " 2. Sorte Hafer, 1. Sorte „ 2. Sorte (Alles 100 Ko.) Heu Mk 104.00 97.40 103,90 98.10 161.00 129 50 260,00 120,00 vom 17. Dortmunder Brauerei Dortm. Bergbanverein Essener Creditbank Reichsbank Bochumer Gußstahl Westfäl. Stahlwerke Gelsenkirchener Bergw. Harpener Fruchtpreise. 17. Raps 1. S. 100 Ko. " 2. S. Aveel 1. " 2. S. Kartoffeln Maschinenstr. 500 Flegeldrusch Kleien 3.50 die 50 Ko. 20.20 20.40 19.60 19.80 19,10 19,30 14,00/14,00 13,5013.50 13,60s13,80 12.60s12.80 55 5025 146.00 159,60 196.70 200,50 176,90 174,90 17. 16. 2—92—3 18.— 20.— 4.80 18.— 20.— 4#0 2.50— Kleines Feuilleton. ** Warum hat der Februar nur 28 Der Februar zeigt zwei Eigenthümlichkeiten, welche auf die Einbildungskraft des Volkes Eindruck gemacht haben und die deshalb von ihm zu erklären versucht werden. Die erstere ist die, daß am Ende dieses Monats oft von neuem Kälte eintritt, die während der ersten Tage des März anhält, die andere, daß der Februar von allen Monaten der einzige ist, der nur 28 Tage hat. Die erste dieser Erscheinung hat das Volk in fast ganz Europa durch eine Legende zu erklären versucht, nach welcher die letzten Tage des Februar auch die Namen „Tage der Alten“(jours de la vieille) oder Borgtage(jour d’emprunt) erhalten haben. Ohne auf die Einzelheiten, die in jedem Lande verschieden lauten, einzugehen, läßt sich die Legende folgendermaßen zusammenfassen:„Einer alten Frau war es eslungen, den Winter zu verbringen, ohne Roth zu iven, und sie machte sich über den Februar lustig, weil er ihr und ihrer Herde nichts hätte anhaben können. Um sich zu rächen, lieh der Februar dem März zwei Tage, während welcher er die Alte durch Reif und Schlagregen leiden ließ, um ihr Vernunft beizubringen.“ Die in Macedonien und Rumänien bekannte Form der Legende berichtet, daß die Monate früher in folgender Ordnung aufeinander folgten: Januar, März, Februar u. s. w. Die alte Frau machte sich über den März lustig, und dieser bat, um sie zu strafen, seinen Bruder Februar, ihm zwei Tage zu leihen. Der Februar willigte ein, und kam seither vor März zu stehen, hatte aber fortan nur 28 Tage. Die neugriechische Form der Legende zeigt denselben Zug. Zwei Mal leiht der März je einen Tag vom Februar, in dem Wunsche, sich zu rächen, und der Februar ist seither um dieselben verkürzt. Eine normannische Legende sucht das Facium auf eine andere Weise zu erklären. Der Februar war ein toller Spieler. Obwohl er unaufhörlich verlor, mischte er immer wieder die Dominosteine zu neuem Spiele. Eines Tages, als er bereits alles verloren hatte, begann er mit seinen Kameraden Januar und März eine letzte Partie. Dieselben gewannen die Partie und der Februar trat daher jedem von ihnen einen Tag ab. Daher haben Januar und März 31 Tage, während der Februar nur 28 Tage hat. ** Getrocknete Milch und festes Petroleum. In neuester Zeit wurden verschiedene Versuche gemacht, zwei der wichtigsten Stoffe für den täglichen Gebrauch des Menschen aus der flüssigen in eine feste Form überzuführen, in welcher sie bequemer zu handhaben und außerdem weniger leicht dem Verderben ausgesetzt sind; der eine dieser Stoffe ist die Milch, der andere das Petroleum. In einer der letzten Sitzungen des Vereins deutscher Chemiker legte Professor Dr. Baumert den Versammelten ein Pulver von gelblich=weißer Farbe vor, das äußerlich etwa einem etwas groben Roggenmehl glich. Dieses Pulver ist nichts Anderes, als Milch in festem Zustande, bei welcher der Wassergehalt, der bei der normalen Milch 88 pCt. beträgt, auf drei pCt. vermindert war. Diese getrocknete Milch enthält etwa 95 pCt. feste Substanz, worunter 25 pCt. Eiweis, ebenso viel Fett, etwas über 5 pCt. Asche und etwa 40 pCt. Milchzucker; die Milch ist diesem Zustande annähernd auf das Zehnfache concentrirt. Das Bestreben geht natürlich dahin, womöglich ein Erzeugniß herzustellen, das man einfach in einer bestimmten Meuge in Wasser aufzulösen braucht, um eine Flüssigkeit zu erhalten, die frischer Milch gleicht. Vorläufig ist dieses Ziel noch nicht erreicht, denn die Auflösung des Pulvers ergibt weder mit reinem Wasser, noch mit einer schwachen Kochsalzlösung einer frischen Milch wirklich ähnliche Flüssigkeit. Dagegen war Professor Baumert von der Verwendbarkeit der getrockneten Milch überzeugt für alle die Fälle, wo es sich sonst um einen Zusatz von frischer Milch zu anderen Stoffen handelt, also B. zu Kaffee, Kakao usw. Es werden übrigens auch bereits Plätzchen hergestellt, welche aus getrockneter Milch mit einem Zusatze von Zucker und Chocolade bestehen und vielleicht bald einen gesunden und wahrhaften Leckerhappen für unsere Kleinen bilden werden. Für Truppentransporte, Expeditionen in fernen Gegenden 2c. 2c. würde die Erfindung von großem Werthe sein. Nicht weniger wichtig erscheint das von Kohlenhofer ersonnene Verfahren zur Verwandlung von Petroleumresten in ein billiges Brennmaterial von fester Form. Dieses„feste Petroleum“ wird auf folgende Weise hergestellt: Man erhitzt bei Ausschluß der Luft oder in überhitztem Dampfe eine Mischung Unschlitt, Palmöl u. a. und 80 Theile Petroleum und kocht das Ganze eine Stunde lang, jedoch die Temperatur niedriger sein muß, als der Siedepunkt des Petroleums. Bei der Versteifung der Masse werden große Mengen flüchtigen Oeles festgehalten und die Beschaffenheit von festem Talg. Man kann derselben auch Kohlenstaub, Holzspäne und Kehricht einverleiben. Wünscht man ein weniger festes Erzeugniß, so nimmt man statt des Fettes Harz oder Harzsäure. Dieser Stoff, der seiner Billigkeit wegen vielleicht bald in unseren Haushaltungen eine große Rolle spielen wird, enthält mehr als 90 pCt. Brennmaterial und gibt weniger als 5 pEt. Asche bezw. feste Rückstände. ** Originelle Vögel. Einen merkwürdigen Kolkraben besaß der Naturforscher Pietruwsky. Der Vogel hatte einmal zufällig auf mehrere Tage eine Elster zur Gesellschaft in den Käfig bekommen, seitdem zeigte er eine merkwürdige Vorliebe für diese bunten Schwätzerinnen. Als sich im nächsten Winter mehrere Elstern in der Nähe seiner Wohnung niederließen, begann er förmlich Jagd darauf zu machen. Sobald der Wärter ihn herausließ, sing er sich eine Elster, hielt sie mit den Klauen auf dem Boden fest und schrie, bis sein Wärter erschien. Ließ dieser nun die Gefangene frei, so ging„Jacob" unausgesetzt weiter auf die Elsternjagd und wiederholte das Spiel stets von Neuem. Erst wenn man ihm die Beute in den Käfig setzte, spozierte er freiwillig hiaein und. unterhielt sich mit der neuen Genossin. Aehnlich betrug sich ein Papagei, von dem Wood berichtet. Im Garten seines Besitzes befanden sich mehrere Rosenbüsche, in denen ein Finkenpärchen nistete. Die Bewohner des Hauses streuten den Thierchen öfter Futter, und dieses hatte sich„Polly“, der Papagei, gemerkt. Sobald er seinen Käfig verlassen durfte, flog er gleichfalls in den Rosenhain und trug den jungen Finken ganze Schnäbel voll von seinem Futter zu. Die Kleinen nahmen die neue Pflegemutter dankbar auf; die Alten aber flogen vor dem großen Vogel erschreckt von dannen. Jetzt war „Polly“ überhaupt nicht mehr in den Käfig zurückzubringen. Sie blieb im Rosenhain und zog die durch ihre Schuld verwaisten Finklein groß. Keine Mutter konnte die Jungen sorgfältiger pflegen und füttern wie sie. Als die Kleinen flügge waren, seßen sie oft auf Kopf und Rücken ihrer Stiefmama und ließen sich von dieser durch Hof und Garten spazieren P65 * Unter Freundinnen.„Der arme Junge!— muß seinen Antrag ablehnen. Wenn ich nur wütte, ihm den Schmerz etwas erleichtern könnte.“— dumm! Laß ihm doch einfach sagen, Du habest erv, Moderne Musik. Maun:„Hiumel Donnerwiten, Frau! Das halte ich nicht länger aus mit Deiner da und ihrer modernen Musik im Nebenzimmer!“— Frau: „Aber lieber Freund, Du irrst, das ist ja doch Pauline, die 2 Ein Politiker: A.: I moan alewest, Kramer, esl giebt bald an Kriag!“— B.:„Dös war recht, nacha wurden do d' Leut' amal weniger!“— A.:„Aber geh’, dös ist doch a recht frevelhafte Red!“— B.:„No warum? I brauch ie nbt mit.“ „Bist du nicht so viel Montag, Erscheint Kbonnsmantaurrte glochen und ,50 pro Monat, Urrentwertich fr H. Bringe S Politist In Port Ar häuslich einzuricht untersuchten das 1 sische und 3 chine handlungen über d noch keineswegs a müht sich noch im land und Frankrei Drohungen abzusch übertragen. Aeuß seits, der englisch lassen trotz aller kennen, daß das England sehr gest als wegen Nordi mit der Türkei ver ein Panzerschiff d durch den Bospor Flotte im fernen England erst recht gern genug, daß russischen Flotte di und scheint Lust zu zurollen, um Ruß In Ungarn unter den ländlich Widersetzlichkeit geg Angriffe auf Perso usw. sind an der Orten ist es zu darmen und Bauer Zusammenstoß im Bauern einen per freien wollten, wr darmen erstochen. Militär gesandt, Man hat aber au daß die Soldaten Die liberalen Mack durch sociale Refor greifen jetzt zu d Gendarmen und Bauern zufrieden verkündet werden, schlagnahmt, der zesse angehängt uf noch Zeit zu Culi Der Cultusministe kündigt, das„( schonen“ und zugle — Für das in Corruptionssystem langjährigen Mitgl Roherngy im Ab Wahlen hätten 3 selbst habe für sei. candidaten gehabt, erhalten; das Gel! dafür Adels= und erkaufen wollen. In Frankre unter großer Auf daß große Neuigke Klarheit geschaffen zahl hoher Mili Boisdeffre, Gonse. Da Original=Rome Laut auf schrieen nicht wissend, was sie riß diese auf, rief na Hast davon eilte, den Doch menschliche — es war vorüber,: Weiter heulte dri Er bekümmerte Brausen und Toben Frauen im Sterbezin Als Mathilde wi man das starre Gesid bedeckt, sie stürzte hinderte sie daran. „Laß ihn, Math wohl, er hatte der E auf dieser Welt.“ Mathilde nickte „Durch mich, daran,—— o es i Wiederum sank zum Erbarmen, indeß „Wohl kann Dir gemacht, nicht erspart gewirthschaftet mit sei daran ist jetzt nichts Dir den traurigen F Eine kleine Pau nur Mathilde weinte als Aurelia wieder 5 „Fasse Muth, Li Deinen und der Kind Dir gerne dabei behi Die beiden Klei auf dem Sopha eing rötheten Wangen ein Sie hingen in i wie man es bei K selten trifft. Es wa miteinander zankten weinen sehen, alles redlich mit einander.