Sonder=Ausgabe der„Westdeutschen Volkszeitung“ Dn Pirtemr Gchal Zuzaiger eischlut rihenülch schens un teits un in Unterhalungsbeilagen„Heimchen am Gerd“,„Haideresen“, „Gänel und Grott“ und der volkswietschaftlichen Belage„Ztadt und Jand“ ine Haus besalt menalich en pie für Witten und Tangenereer Jufeuste unchen vie achthfehig Gchrniph unt m Pre. Juserate für den Arbeitemarkt, sowie Hamitien-Zuseigen, weilche in der ganzen Auflage der„Westdentschen Velklszeitung: Aufnahme faden, die Jeile mis 15 Oset dnechast. Die Geilagengedühr benäge für das Causend 4 Mast. Aunonten-Znnahme: Witten, Hauptstraße 69 Verantwertlichz für den polilischen und allgemeinen Theil 8. Bouvet in Hagen, für den localen und Zuseratentheil J. Fuchs in Witten Verlag und Rotationodruch von 3. Jusangel in Witten=Zagen Mit jedem Tage kann auf die„Westdeutsche Volksztg.“ abonnirt werden. Die„Westdeutsche Volkszeitung“ mit den Gratisbeilagen„Heimchen am Herd“,„Haiderosen",„Für Stadt und Land“ und„Häus und Gretl“ kostet bei der Post für das Quartal nur 1,50 Mk. ohne Zustellgebühr, bei unseren Agenten und Boten 60 Pfg. monatlich einschließlich Bestellgeld. Deutschland, Italten und der Depfus. handel. * Die Verfolger des Kapitäns Dreyfus haben zu schlechterletzt einen ausländischen Zeugen, einen österreichischen Abenteurer, aufgetrieben, der belastende Aussagen macht. Und dieselbe Partei hatte es bisher als heiliges nationales Prinzip erklärt, daß kein Ausländer in dieser französischen Angelegenheit mitreden könne und dürfe. Wir unbefangenen Zuschauer erkennen sofort die Werthlosigkeit des Geredes, das besagter Cernuschi in Rennes auftischt. Aber die DreyfusPartei scheint einen gewaltigen Eindruck dieser Aussagen auf die Richter zu fürchten. Labori hat sofort 1. die betheiligten deutschen und italienischen Militärattachées Schwartzkoppen und Panizzardi als Zeugen laden lassen und 2. die Heranschaffung der im Vorderean aufgezählten, angeblich von Dreyfus verrathenen Aktenstücke auf diplomatischem Wege beantragt. Labori hat sich außerdem mit einer Depesche direkt an den deutschen Kaiser und den König von Italien gewendet, um die Erlaubniß für Schwartzkoppen und Panizzardi zu erlangen, in Rennes als Zeugen zu erscheinen. Mehrfach wird von voruherein behauptet, daß die deutsche Regierung unter keinen Amständen diese Aktenstücke zurückliefern und auch unter keinen Umständen den Namen des wirklichen Verräthers, Esterhazy, preisgeben dürfe. Von dieser unbedingten Unmöglichkeit sollte man nicht so leichthin sprechen. Was dem Spion Esterhazy förmlich versprochen warden ist, mnuß freilich gehalten werden. Aber es fragt sich doch, ob ihm etwas mehr versprochen worden ist, als diejenige Geheimhaltung, welche nöthig war, um ihn vor einer strafrechtlichen Verfolgung in Frankreich zu schützen. Jetzt ist er in England in Sicherheit und an der Rückkehr nach Frankreich so wie so verhindert. Es ist also denkbar, daß die deutschen Beamten zum Stillschweigen über seine Dienste nicht mehr verpflichtet sind. Er hat sich übrigens selbst als Verfasser des Bordereaus bekannt, und es wäre sogar möglich, daß er die Verschwiegenheit Schwartzkoppens selbst nicht mehr forderte. Die Verfolger des Dreyfus, welche bis vor kurzem überhaupt bestritten, daß Esterhazy das Borderean geschrieben haben könne, haben neuerdings ihre Ausrede etwas verändert. Jetzt soll Esterhazy=als„Strohmann“ des wahren Verräthers, natürlich des Dreyfus, hingestellt werden. Wenn nun die ausländischen MilitärAttachées erklären, sie hätten nichts mit Dreyfus zu thun gehabt, so werden Roget und Genossen sagen: „Jawohl, direkt nicht, aber sie haben durch Esterhazy mit Dreyfus Beziehungen gehabt! Dann würde an die ausländischen Zeugen die Frage gestellt werden müssen, ob sie die Hintermänner Esterhaeys gekannt haben. Es wird also mit einem negativen Zeugniß schwerlich abgethan sein, sondern man wird weit in die positiven Bekundungen hineingedrängt werden. Jedenfalls wäre es schon allein im Interesse der Menschlichkeit freudig zu begrüßen, wenn Deutschland in jeder Weise mitwirkte, einen etwaigen neuen Justizmord zu verhindern. Panizzardi, der italienische Freund und Vertraute Schwartzkoppens, dessen Depesche in einer falschen Uebersetzung eine so große Rolle im Dreysushandel gespielt hat, ist schon öffentlich mit Erklärungen zu Gunsten des Angeklagten Dreyfus hervorgetreten, und es heißt allgemein, daß er auf die Vorladung nach Rennes schon gewartet habe. Auf deutscher Seite hat man sich bisher auf die Erklärung des Staatssekretärs v. Bülow über die Nichtverbindung mit Dreysus beschränkt. Schwartzkoppen selbst hat das Amtsgeheimniß gewahrt. Wenn nun die italienische Regierung ihre Beamte zur Aussage in Rennes ermächtigen sollte, so müßte die deutsche Regierung offenbar dasselbe thun, denn sonse würde ein unangenehmer und vielleicht irreführender Vergleich zwischen dem italienischen und dem deutschen Verhalten gezogen werden. Jedenfalls werden sich die beiden Regierungen über die Zulässigkeit, sowie über die Form und die Grenzen der Zeugnißablegung erst verständigen. Die Befürchtung, daß die Richter in Rennes das Zeugniß von Ehrenmännern wie Panizzardi und Schwartz= koppen mißachten können, kann nicht entscheidend ins Gewicht fallen. Von größerer Bedentung ist die Erwägung, ob Deutschland und Italien durch die Verweigerung des Zeugnisses ohne überzeugenden Grund nicht den Vorwurf der zivilisirten Welt auf sich laden, einen Justizmord nicht verhindert zu haben. Berlin, 7. Sept. Vom Tage. * Der Rücktritt des früheren Ministers v. Puttkamer vom Oberpräsidium von Pommern steht nach der„Nationalzeitung“ unmittelbar bevor, das Blatt weist darauf hin, daß Herr v. Puttkamer vor kurzem einen Schlagaufall erlitten hat. Er steht im Alter von 71 Jahren.— Die griechischen Officiere Paravasilios, Stretigos und Metasens sind zum Besuche der Berliner Kriegsakademie kommandirt worden. Wie der Krouprinz Constantin den Officieren gegenüber ausdrücklich erklärte, ist ihre Entsendung auf besondere Einladung des deutschen Kaisers hin erfolgt. Die Officiere werden drei Jahre lang in Berlin bleiben und daraufhin in den griechischen Generalstab eintreten.— Die Zahl der inaktiven Staatsminister hat sich dadurch, daß den zurückgetretenen Ressortministern Dr. Bosse und Frhr. v. d. Recke der Titel und Rang eines Staatsministers belassen ist, auf 21 vermehrt.— Der in Beuthen O.=S. erscheinende„Dziennik Slazki“ schreibt:„Auf dem deutschen Katholikentage war in amtlicher Einenschaft auch der bekannte Grenzund Polizeikommissar Herr Mädler aus Beuthen anwesend. Herr Mädler folgte allen Verhandlungen mit außerordentlichem Interesse. Die Entsendung des Herrn Kommissar Mädler seitens der Regierung fiel um so mehr auf, als es auch in Neisse nicht an Polizeibeamten sehlt und außerdem der Chef der Neisser Po'izei, Herr Bürgermeister Warmbraun, Vorsitzender des Lokalkomitees war.“— Der bayerische Landtag ist auf den 28. September einberufen worden.— General v. Safferling, der frühere bayerische Kriegsminister, ist gestorben.— Die bayerische Staatsregierung hat an die Landesuniversitäten und an die hygienischen Institute die Aufforderung ergehen lassen, sich stets bereit zu halten, um alle verdächtig erscheinenden Fälle auf das Vorkommen von Pesterkrankungen zu untersuchen. Es handelt sich dabei nur um einen Akt der Vorsicht. Der Kaiser über die Kanalfrage. * Zur Kaualfrage liegt eine neue Kundgehung des Kaisers vor. Der Kanalverein für Niedersachsen hat seiner Zeit dem Geheimen Kabinetsrath des Kaisers Abdrücke der von ihm während der letzten Tagung des Abgeordneteuhauses veröffentlichten Druckschriften über den Mittellandkanal mit dem Ersuchen überreicht, sie dem Kaiser zu unterbreiten. Hierauf ist dem Vereinsvorstande folgendes Schreiben zugegangen, welches der„Hann. Cour.“ mittheilt. Potsdam, 31. Ang. Dem Vorstande theile ich auf das gefällige Schreiben vom 12. d. M. ergebenst mit, daß ich nicht unterlassen habe, die mir übersandte Mappe mit zwölf Druckschristen über den Mittellandkaual Sr. Majestät dent Kaiser und König zu unterbreiten. Se. Majestät geruhten, die trefflichen Arbeiten gern entgegenzunehmen, lassen für die Einreichung derselben bestens danken und rechnen auch ferner auf die treue Mitarbeit des Kanalvereins für Niedersachsen, um das große, segenverheißen d#,##gm zuführen. Der Geheime Kabinetsrath, Rath v. Lucanus. Wirkliche Geheime Ein Trinkspruch des Kaisers. * Am Dienstag hielt der Kaiser bei dem Festmahle im Palais zu Straßburg folgenden bemerkenswerthen Trinkspruch: „Ehe Ich auf das Wohl der Reichslande trinke, liegt es Mir am Herzen, Ihnen zunächst den Schmerz der Kaiserin auszusprechen, daß sie nicht in diesen Tagen an Meiner Seite hier hat weilen können, und ihren herzlichen Gruß zu übermitteln, bedauernd, daß es ihr nicht vergönnt ist, ihrer Pflicht entsprechend, die Anstalten zu besuchen und manchen Leuten Freude und Trost zu spenden. Ich habe Gelegenheit gehabt schon seit vielen Jahren, schon zur Zeit Meines Großvaters, die Reichslande zu studiren und den Festen und Aufnahmen beizuwohnen die damals stattfanden. Auch während der letzten 10 Jahre Meiner Regierung hat sich Beobachtung an Beobachtung gereibt. Ich kann mit tiefer Bewegung und Dankbarkeit vollinhaltlich nur bestätigen, daß die stets steigende und inniger werdende Wärme des Empfanges und der Begeisterung, die Mir hier entgegengeschlagen ist, ein deutlicher Beweis ist, daß die Reichslande verstanden und begriffen haben, was ihnen durch ihre Einfügung in das große deutsche Reich zu Thell geworden. Wohln man blickt, frohes Treiben, eifrige Arbeit, vorwärtsschreitende Entwickelung und meitgehender Aufschwung. Nun. meine Herren, spreche Ich Ihnen meinen Glückwunsch aus zu dem Zustande, in dem: Ich die Reichslande betroffen habe. Ich ehre die Gefühle der alten Generationen, denen es schwer gewesen ist, sich in die neuen Verhältnisse zu fügen. Ich bin dinkbar und gerührt durch die Liebe der jungen Generation, die aufgewachsen ist unter dem Banner des Reiches. Vor allen aber auch möchte Ich den edlen Herren der Kirche, die einen so großen Einfluß auf Unsere Bevölkerung haben, an's Herz legen, daß sie mit ihrer ganzen Arbeit und der Einsetzung ihrer ganzen Persönlichkeit dafür sorgen, daß die Achtung vor der Krone und das Vertrauen zur Regierung immer fester und fester werde. Denn in der heutigen bewegten Zeit, wo der Geist des Unglaubens durch die Lande geht, ist der einzige Hort und der asleinige Schutz. den die Kirche hat, die kaiserliche Hand und das Wapp nschild des deutschen Reiches und Ich denke, wenn Ich in den Herzen der Straßburger richtig gelesen habe, daß der jubelnde Empfang, der Mir heute zu Theil geworden ist und auch gestern beim Anmarsch von der Parade, auch dem Verständniß mit entsprungen ist welches der herrliche Aublick der kampfbewährten Söhne des Landes den Bewohnern der alten schönen Stadt hervorgerufen hat, wodurch von Neuem das Gefühl in ihnen bestärkt worden ist: sub umbra alarum des deutschen Reichsadlers in das Reichshand gesichert gegen alles, was da kommen mag Deshalb erhebe Ich mein Glas und trinke auf das Wohl des Reichslandes, in der Hoffnung, daß Ihnen noch lange tiefer Friede beschieden sei zur ruhigen, schmunghaften Fortbildung. Was Ich dazu thun kann. Mein Land im Frieden zu erhalten und zu regieren, das soll geschehen. Daß Sie aber deren Vortheil haben sollen, dafür lassen Sie Mich sorgen, Elsaß=Lothringen lebe hoch! hoch! hoch!“ Eine englische Ente. * Einer englischen Ente wird, kaum daß sie flügge geworden, von der„Nordd. Allg. Ztg.“ ein jähes Ende bereitet. Vor einigen Tagen brachte der „Central News“ eine Nachricht, welche unter Berufung auf den„Ostasiat. Lloyd“ von ernsten Unruhen wissen wollte, die im Hinterlande von Kiautschau ausgebrochen und wobei sechs Chinesen erschossen wären. Der deutsche Gesandte in Peking sollte ein Ultimatum an die chinesische Regierung gestellt und darin mit dem Einschreiten Deutschlands gedroht haben, wenn China nicht die Ordnung wieder herstelle. zvir ungwischen in Ottin einntroffene liche Meldungen ergeben, ist diese englische Zeitungsnachricht von Aufang bis zu Ende erfunden. Im Hinterlande von Kiantschon herrscht Ruhe, Chinesen sind nicht erschossen worden, und der Gesandte Frhr.„ v. Ketteler hat keine Veranlassungen gehabt, drohende Vorstellungen zu erheben. Auch ist der„Ostasiat. Lloyd“ zu Unrecht von dem„Central News“ herangezogen worden. Der Lloyd hat jene Nachrichten gar nicht gebracht. Tagesrundschan im Auslande. Vom Tage. * Den Berliner„Neuesten Nachr.“ geht folgende Meldung aus Pretoria zu: Eine deutsche Absordnung ist bei der Regierung erschienen, um im Namen von 3000 Deutschen aus Pretoria, Johannesburg, Heidelberg und Krugersdorp der Regierung ihre: Unterstützung anzubieten. Die Regierung hat in Würdigung dieses Auerbietens dem Gesuch der Deutschen, im Lan Sihzute uscernst us dias Pelsten vs. Verlepsch. 26)—(Nachdruck verboten.) Sie gingen die Treppe hinauf, Salomons folgte ihnen auf dem Fuße und blieb im Schatten der Thüre stehen, als sein Herr und Mrs. Walsingham das Zimmer betraten. Der junge Mann mit dem bleichen Gesicht und dem blonden Haar lag, fest schlafend, auf dem Bette. Das flachsblonde, ziemlich lange Haar war von der schmalen Stirne zurückgefallen; seine Kleider waren beinahe schäbig, aber doch modern und von einem Schnitte, den nur die bessere Gesellschaft trug. Seine Hände waren weiß und sein und jeder Arbeit ungewohnt. Eine elende Talakerze erleuchtete das Zimmer. Der Major deutete schweigend auf den Schläfer. Mrs. Walsingham stieß einen schwachen Schrei aus, stürzte an's Bett, fiel auf die Kuie und küßte des jungen Mannes Stirne leidenschaftlich. Er erwachte, öffnete seine blauen Augen weit und blickte wie erschreckt um sich. Es war ein regelmäßiges, feines Gesicht, aber es versprach keine großen Geisteskräfte. „Mein armer, junger Freund“, sagte Major Barney, „erinnern Sie sich an das, was ich Ihnen neulich sagte, und bereiten Sie sich vor.“ „O ja“, rief der junige Mann,„ja ich weiß, Sie sind meine Mutter“, fügte er, sich an Isabella wendend, bei,„und sind gekommen, mich von diesem schrecklichen Platze, von diesem schrecklichen Manne fortzunehmen, nicht wahr?“ Er sprach mit fieberhafter Ungeduld und sprang von dem kleinen Bette auf, als ob er sogleich das Haus verlassen wolle. Mr. Salomons stand unter der halboffenen Thüre, hielt ihn auf und sagte: „Es hat keine Eile, lieber Herr, beruhigen Sie sich.“ „Nun, Mrs. Walsingham“, fragte der Major,„sagen Sie mir, habe ich Recht?“ „Gott weiß, ich glaube, Sie haben Recht“, antwortete sie seufzend,„aber mein armes, armes, unglückliches Kind ist sehr verändert.“ „Wie können Sie erwarten, ihn anders zu finden", sprach Barney ernst,„seit vierzehn Jahren entbehrt er der Sorgen einer Mutter, seit vierzehn Jahren hält er sich in solch elenden Lokalitäten auf.“ „Mein Kind, mein armer Rupert, komm' zu mir“, rief Isabella und breitete die Arme nach ihm aus. Er schlang den Arm um ihren Hals, ließ den Kopf auf ihre Schultern sinken und brach in Thräuen aus. „Ich will fortgehen von hier, ich will fort“, schluchzte er. „Ja, mein Kind, sogleich“, sprach Mrs. Walsingham und ging mit ihm gegen die Thüre. Der Major hielt sie zurück. „Aber um Himmelswillen, gnädige Frau, was wollen Sie thun? Sie nehmen den jungen Mann mit sich, der für den Sohn eines Ihrer alten Diener gehalten wird, und wollen wohl auf das nächste Gericht gehen, um dort zu erklären, dieser Junge sei Ihr eigenes Kind, das seit vierzehn Jahren todt geglaubt wird. Ich bitte Sie um meines seligen Freundes willen, handeln Sie ein wenig systematisch; bitte setzen Sie sich.“ Mrs. Walsingham gehorchte mechanisch. „Vor allem, gnädige Frau, und bevor wir einen Schritt weiter gehen, müssen Sie feierlich erklären, daß Ihrer innersten Ueberzeugung gemäß dieser junge Mann Ihr Sohn ist.“ „Ich glaube es fest.“ „Gut, in Gegenwart meiner, meines Dieners Alfred Salomous und des jungen Mannes selbst, erklären Sie demnach nach Ihrem besten Wissen und Gewissen, daß Sie ihn für Ihren Sohn halten. Könnten Sie aber nicht durch eine Aehnlichkeit zwischen Gilbert Arnolds Sohn und Sir Rupert Lisle irre geleitet werden?" „Ich habe nie eine solche Aehnlichkeit gesehen und ich glaube nicht, daß je eine solche existirte.“ „Gut, so dürfen wir annehmen, daß wir ein Komplott gegen Ihres Sohnes Existenz entdeckt haben. Aus welchem Grunde und zu welchem Zwecke dieses Komplott stattfand, müssen wir nach und nach entdecken. Zwei Punkte sind vorerst klar: erstens, daß Gilbert Arnold im Komplott ist, zweitens, daß er beichten muß. Salomons, Du hast uns bisher geholfen und weißt etwas von dem Mann, glaubst Du, daß er noch heute zum Geständniß gebracht werden kannn?“. Als der Major diese Frage stellte, schien ein Lichtstrahl aus seinen Augen in jene des Dieners hinüberzusprühen, gerade als ob ein elektrischer Telegraph in Bewegung gesetzt worden wäre. „Ich denke wohl“, erwiderte Alfred Salomons,„heute so gut, als zu beliebiger anderer Zeit.“ Der Major schaute auf seine Uhr. „Es ist jetzt ein Viertel nach zehn Uhr, in einer halben Stunde wird er wohl zurückkommen; gehe uun auf die nächste Polizeistation und bringe ein paar Polizeidiener mit hierher; wenn sie sich im Wohnzimmer befinden, bringen wir unseren Freund wohl leichter zum Geständniß. Salomons verbeugte sich und verließ das Zimmer. Isabella und der Major warteten auf des Wilddiebs Heimkehr; der junge Mann ging rastlos im Zimmer auf und ab und fragte hie und da eiwas. „War er wirklich Sir Rupert Lisle? Welch' elendes Komplott hatte ihn von seiner Mutter getrennt? Dürfte er bald dieses Haus verlassen?“ Nach einer halben Stunde kehrte Salomous zurück und brachte zwei ernste Männer in Civilkleidern mit sich, welche er im Wohnzimmer plazirte. Ungefähr zehn Minuten später kam auch Gilbert Arnold und ging direkt in das Zimmer, in welchem der Major und Mrs. Walsingham ihn erwarteten. Letztere hatte auf den Wunsch Barney's ihr Antlitz mit dem dichten Crepeschleier bedeckt. Gübert Arnold wich vor Erstaunen zurück, als er den Major erblickte. „Ach, mein würdiger Freund“. begann der indische Offieier,„ich glaube wohl, daß Sie erstaunt sind, mich hier zu finden, aber nur Geduld, Sie werden sogleich Ursache haben, noch mehr zu erstaunen. Wollen Sie so gütig sein, gnädige Frau, Ihren Schleier zu lüften, während ich diese häßliche Talgkerze putze. Und nun Joseph Slogood, alias Gilbert Arnold, alias gleichviel wer, kennen Sie diese Dame?“ „Ich heiße nicht Gilbert Arnold und kenne Niemand von Euch“, erwiderte der Wilddieb mit mürrischem Trotz. „O gewiß, Sie kennen uns alle recht gut, vor allem kennen Sie Ihren Sohn oder den Jüngling, den Sie seit vierzehn Jahren Ihren Sohn zu neunen die Frechheit hatten. Sie kennen ihn gandz genau, Gilbert Arnold, Sie kennen diesen in seinen heiligsten Rechten beleidigten jungen Mann. Sehen Sie ihn an, fallen Sie vor ihm auf die Knie und bitten Sie um Verzethung, aber sagen Sie nicht, daß Sie ihn nicht kennen, denn Sie kennen Sir Rupert Lisle.“ Der Mann sank in einen Sessel und verbarg sein Gesicht in seine Hände. „So habt Ihr noch ein wenig Scham in Euch“, sagte der Major verächtlich.„Jür habt Euer furchtbares Geheimniß(Gott weiß aus welchem Grunde) vierzehn Jahre lang verborgen, aber endlich ist es au's Tageslicht gekommen. Euer Komplott ist entdeckt, und wenn Ihr von dieser beleidigten Dame, oder ihrem Sohne, der heute über einen Monat volljährig sein wird, Barmherzigkeit hofft, so sprecht schnell und sprecht die volle Wahrheit. Was bedeutet dieses höllische Komplott? Auf wessen Anleitung wurde es angestiftet? Seid Ihr die Seele desselben oder habt Ihr Mitschuldige? Sprecht!“ „Ich will nicht“, heulte der Wilddieb, sprang auf und packte den Stuhl mit starker Faust, als ob er ihn dem Major an den Kopf werfen wollte,„ich will nicht. Ich bin kein Gassenkot, den Ihr unter die Füße treten könnt, ich bin nicht Euer Sklave, daß ich Euern Willen erfüllen und wie ein Kind meine Rolle einlernen soll, wenn ich nun nicht sprechen will, wenn ich mich lieber hängen lasse, was dann?“ Er warf in der Wuth den Stuhl heftig auf den Boden, setzte sich wieder und begann zu weinen. „Der Mann ist verrückt oder betrunken“, sprach der Major zu Isabella, näherte sich Gilbert und flüsterte ihm zu:„Dummkopf! Feigling! wenn Ihr nicht sprechen wollt, werdet Ihr gehangen werden. Entscheidet Euch schnell, im Zimmer unten sind zwei Polizeisoldaten und ich brauche Euch nur anzuzeigen.“ Gilbert Arnold schluchzte bitterlich, blickte jedoch auf, wischte sich die Augen mit seinen schmutzigen groben Händen und sagt entschuldigend: „Ich hab' ein Bischen getrunken und Sie sind so hart gegen mich, daß ich's nicht ertragen kann, es macht mein Blut kochen und ich kann's nicht aushalten. Nun, wenn ich sprechen muß, will ich's thun, was gibts?“ Er schlug die Füße übereinander, stützte das Kinn auf die gekreuzten Arme und blickte dem Major voll in's Gesicht. „Seid Ihr allein in diesem Komplott oder habt Ihe Mitschuldige?“ „Nein, niemand.“ Er sprach, als ob er eine eingelernte Aufgabe aussage, eine Aufgabe, die er haßte. „Seid Ihr von Anfang an allein dabei betheiligt gewesen?“ „Ja.“ (Fortsetzung folgt.) du. 158 Nr. 205 Westdeutsche Volkszeitung 7. Jahrgang Kriegsfalle ihre Officiere selbst wählen zu dürfen, Folge gegeben. Das Blatt bemerkt dazu:„Es ist zu befürchten, daß die Burenregierung sich durch die Unterstützung so zahlreicher wehrhafter Deutscher verleiten läßt, ihren Widerstand gegen England weiter zu treiben, als nach der Gesammtlage im Interesse des Burenstaates räthlich wäre.— Die endgiltige Beilegung des dänischen Riesenausstandes ist nun zur That geworden. Damit wird einem wirthschaftlichen Kampfe ein Ende gemacht, dessen Verluste sich auf Millionen beziffern. Und dieses ist vor allem im Interesse der Arbeiter zu beklagen.— Der Pariser„Matin“ braucht nicht weniger als fünf Spalten, um die Grausamkeiten aufzuzählen, die von den Mördern des Oberstleutnants Klobb, dem Hauptmann, Vonlet und seinen Mitschuldigen, in Französisch=Afrika verübt wurden. Lastträger werden, wenn sie zusammenbrechen, gepeitscht oder geköpft, säugende Mütter mit ihren Kindern hingeschlachtet, gefallene Feinde verstümmelt, Ortschaften ohne jeden Anlaß niedergebrannt usw. Nun kann man natürlich nicht das ganze französische Heer dafür verantwortlich machen. Aber wir haben es jedenfalls mit einer sittlichen Verwilderung zu thun, deren Verbreiter die Armee so schuell als möglich von sich stoßen sollte, sonst geht es noch mehr bergab. Von den hohen Officieren, die in Rennes als Zeugen erschienen sind, haben einige dort eine so klägliche Rolle gespielt, sich charakterlos und unwissend, leichtgläubig und urtheilslos gezeigt, daß viele Franzosen sich nicht ohne Beklemmung fragen: würden jeue vor dem Feinde sich ebenso verhalten? Sandherrs. Sandherr war nicht der Mann, derartiges zu "=Alaf eine Frage Laboris erllärt General Roget: 36 erhielt dieser Tage mehrere Briefe Esterhazys und übergebe dieselben dem Präsidenten des Kriegsgerichtes, um zu veretteln, daß ich(durch die Vertheidigung) bloßgestellt werde. Der Präsident Jonaust erllärt, er werde in die Briese, da sie nicht zur Sache gehören, nicht Einsicht nehmen, doch werde er sie Angesichts des Drängens der Vertheidigung zu den Akten geben. Trarieux verliest dann ein Schriftstück, welches beweisen soll, daß es zwischen dem Agenten B. und dessen Regierung keine Mittelsperson gab. Zeuge bemerkt schließlich, auf das Bordereau habe er nicht näher einzugehen. Major Carriére kommt auf die Aussagen Trarieux' bezüglich der Zeugnisse aus dem Auslande zurück und erklärt, wenn man auf Umwegen erreichen könnte, daß die von Trarieux erwähnten Dokumente hier vorgelegt würden, würde er sich sehr freuen. Auf eine Frage Laboris bemerkt Trarieux, von ausländischem Geld könne bei der Dreysus=Campagne keine i# igen Behar seien VerleumAuch Masor Carrlère erklärt, er habe ebenfalls Briefe Rede sein, die gegentyeuigen Begauptungen seien is erhalten, aber nicht gelesen. ldungen; Mercier habe mit Unrecht daran geglaubt. Auf eine Frage erklärt General Roget, nach seiner An=] Das Kriegsgericht lehnt nunmehr einstimmig die Anträge sicht sei den Geständnissen Esterhazys kein Werth beizumessen Laboris ab und erklärt sich für nicht kompetent, auf dem Roget erklärt weiter, er möchte glauben, daß Esterhazy ein Wege eines richterlichen Spruches diplomatische Schritte der Strohmann sei, und gründet seine Ansicht auf eine Rolle, Regierung zu veranlassen. die Esterhazy im allgemeinen in der Angelegenheit spielte.] Weiter wird einstimmig beschlossen, morgen Cernuschi Er wisse nicht, weshalb Esterhazy nicht beim Prozeß Zola unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zu vernehmen. Geständnisse abgelegt habe. Labor weist darauf hin, daß Roget eher die Rolle eines Staatsanwalts als die eines Zeugen spiele und gibt seinem Erstannen darüber Ausdruck, daß man erst so spät behaupte, Esterhazy sei ein Strohmann, obwohl alle ihm zum Vorwurf gemachten Thatsachen seit langem bekannt gewesen seien. Auf weiteres Ersuchen Laboris wird der Bericht des Untersuchungsrathes verlesen, welcher die Entlassung Esterhazys Nachdem der Vorsitzende sich geweigert hat, auf das Verlangen der Vertheidigung an General Billot über das sog. befreiende Schriftstück eine Frage zu stellen, kommt Demange kommt nochmals auf Esterhazy in der angeblichen Rolle eines Strohmannes zurück und sagt, er verstehe nicht, weshalb man behauptete, daß die Vertheidiger den Generalstab kompromittiren wollten. Roget führt aus, er glaube, Esterhazy sei ein Strohmann, well sein Geständniß, daß er der Urheber des Vordereaus sei, unmöglich dem wahren Sachverhalt entsprechen könne. Er, Roget, sei fest überzeugt, daß Esterhazy dem Verrath sernstehe. Die Sitzung wird hierauf geschlossen. Aus den Kreisen Bochum=Stadt u. Land. Bochum, 7. Sept. Schützet die Brieftauben! (•) er Die Hühnerjagd ist nunmehr eröffnet, deshalb ihr Herren des edlen Waidwerks, beherzigt obigen Ausspruch und schützet die edlen Brieftauben, die Ihr im Felde antrefft, und welche dazu ausersehen sind, wenn das Vaterland in Noth ist, die wichtigsten Nachrichtendienste zu versehen. Alljährlich klagen die Besitzer von Militär=Brieftauben darüber, daß ihnen die während des Sommers mit großer Mühe ausgebildeten Tauben im Herbst zum Theil fortgeschossen werden. Vielfach ist noch die irrige Ansicht verbreitet, daß jede im Felde angetroffene Taube augeschossen werden darf. Wir machen deshalb hier besonders darauf aufmerksam. daß nach dem ReichsschutzMai 1894 das Töten Vorladungen an Panizzardi und v. Schwartz= koppen werden, wie die„Agence Havas“ officiell meldet, nunmehr ergehen, vor dem Kriegsgericht in Rennes zu erscheinen. Die Vorladungen werden zunächst dem Kriegsministerium zugestellt, dieses gibt sie an den Justizminister und letzterer an den Minister des Auswärtigen, Delcassé, weiter. Delcassé theilt die Vorladungen den französischen Botschaftern in Berlin und Rom mit; diese veranlassen dann das Uebrige. v. Schwartzkoppen und Panizzardi können entweder persönlich vor dem Kriegsgericht erscheinen oder ihre Aussagen vor einem Justizbeamten ihres Landes abgeben. Dieser läßt die Aussagen sodann auf diplomatischem Wege an das Kriegsgericht gelangen. Durch das Verhör dieser beiden Zeugen— gleichviel wie dasselbe erfolgt— wird die Dauer des Prozesses in Rennes sich um mindestens eine Woche verlängern. Labori hat an den deutschen Kaiser und an den König von Italien Telegramme gerichtet, worin beide Herrscher im Namen der Wahrheit und der Gerechtigkeit mit bewegten Worten bittet, Schwartz= koppen bezw. Pauizzardi die Erlaubniß zur Zeugnißabgabe vor dem Kriegsgericht zu geben. Der Vertreter eines amerikanischen Blattes berichtet, daß er von General Roget empfangen worden sei, der ihm nähere Mittheilungen über das vom Generalstab in den Verhandlungen vorgebrachte Schreiben des österreichischen Militärattache es Obersten Schneider verweigert, aber erklärt habe, daß Oberst Schneider von ihm mit den Waffen Genugthnung haben wolle er sel vugn derrn. Wen sattenischer Sein wiid der„N. Zig. berichtet, General Panizzardi befinde sich augenblicklich im Manöver, und die Zustellung des ihm telegraphisch gesandten Ersuchens um Zeugnißabgabe deshalb eine Verzögerung erleide. Oberst Jonaust hat übrigens versichert, man sei bereit, den Beginn der Plaidoyers auszusetzen, falls einer der geladenen Militärattachees persönlich erscheinen wolle und die Vernehmung der übrigen Zeugen vorher beendet sei. Es steht nur noch die Vernehmung einiger nachträglich geladener Zeugen aus und die Verlesung des Protokolls über die kommissarische Vernehmung du Patys. In den Dreyfus freundlichen Kreisen ist man vom Ergebniß der Dienstags=Sitzung sehr befriedigt; man erörtert in diesen Kreisen die Vorladung der beiden fremden Militärattachees, indeß gab man der Ansicht Ausdruck, daß für sie eine moralische Pflicht vorliege, der Vorladung in irgend einer Weise zu entsprechen, schon deshalb, weil die Gegner eine etwaige Weigerung als einen neuen Beweis für die Schuld Dreysus' ausbeiten würden. 8uag: Gebt. * Mennes, 5. Gept. Das Zeugenverhör wird wieder aufgenommen. Der Journalist Rileon vom„Matin“ berichtet über die Unterredungen mit Esterhazy in London. Esterhazy gestand ihm, daß er das Bordereau auf Verlangen Sandherrs angesertigt habe. Major Carrière widersprichk dem Namens des Andenkens überzeugt, daß Esterd„„„0 gesetz für Briestauben vom 28. Roget erwidert dann auf die Erklärung oder Festhalten einer Militär=Brieftaube strafrechtlich verde Fonds=Lamouthes bezüglich des Satzes im Bordereau: folgt wird, Militär=Brieftauben tragen nuter jedem Flügel „Ich werde zu den Mandvern abreisen“, und wiederholt seine den Schutzstempel, das kaiserliche Wappen. Wir wissen früheren Auslassungen bezäglich der Offielere, die 189; Jeit=(sehr wohl, daß ein wahrer Jäger keine Tauben schießt, welig aum Generaltad konmandtrt woaren. Die Angave 55 aber aus Unlenntniß oder aus Uebermuch wird doch bin und wieder gesündigt. Die meisten Menschen haben keine weilig zum Generalstab komma Agenten Corningee bezeichnet Roget als nicht beachtenswerth. 1897 ersehen, wie klar die Bestimmungen bezüglich der zeit= an Zeit und Geld sie ihrem Besitzer auferlegt hat, bis sie weilig zum Generalstab kommandirten Offieiere waren, als Kriegsbote ausgebildet ist. Wenn nun ein solches Dreysus erinnert daran, daß diese Officiere im august au Thierchen, das schon seit mehreren Jahren von entfernten Befehl die Regimentr bezeichneten, wo sie zeitweilig ein= Festungen prompt ihre Heimath immer wieder gefunden und (1) Weitmar, 7. Sept. Gestern Morgen gegen sechs Uhr brach in dem an der Neulingstraße hierselbst gelegenen Schulte=Umberg'schen Einwohnerhause Feuer aus, welches, da es an Wasser mangelte, das Gebäude fast ganz einäscherte. Mobilar und Vieh sind gerettet. L Hofstede, 6. Sept. Am nächsten Sonntag findet die General=Versammlung des kath. BergmannsVereins im Vereinslokale statt, ebenso die General=Versammlung des christl.=soz. Arbeiter=Vereins im Lokale des Herrn Stalleikmann. K Riemke, 5. Sept. Unsere Freiwillige Feuerwehr hielt am Sonntag Nachmittag eine Hauptübung mit Sturmangriff ab, welche vorzüglich ausgeführt wurde. Nach der Uebung fand im Lokale des Herrn Vorhoff die Generalversammlung statt. Der Chef, Herr Vorhoff, dankte den Mannschaften für die rege Theilnahme an den Uebungen. Es wurde beschlossen, in Zukunft jeden Sonntag morgen 6 Uhr zu üben, ausgenommen an den Sonntagen, au welchen die Generalversammlungen stattfinden. Dann ist die Uebung Nachmittags 5 Uhr. Als Bote für die Wehr wurde das Mitglied Joh. Hegemann gewählt. Sodann wurde beschlossen, einen Schlauchwagen und einen Schlauch=Trockenapparat anzuschaffen. Hiermit ist dann unsere Wehr mit den Geräthen vollständig ausgerüstet. Im gemüthlichen Theil gedachte der Schriftwart, Herr Hauptlehrer Hegenberg, in einer schwungvollen Rede des ruhmvollen Tages von Sedan und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Ein Mitglied der Wehr dankte der Gemeinde für ihr Wohlwollen und besonders dem Ehrenchef, Herrn Gemeindevorsteher Keller, für das rege Interesse, welches er der Wehr durch Wort und That entgegenbringt. 8 Ehrenfeld, 7. Sept. Der neuerbaute Steigerthurm für unsere Freiw. Feuerwehr ist jezt fertiggestellt. Am vergangenen Sonntag Morgen fand daselbst eine sammtübung statt, welche sehr exakt von statten ging. Aus dem Kreise Witten=Stadt. = Witten, 7. Sept. Die„Köln. Ztg.“ hat eine heillose Angst, ein Katholik könnte Oberpräsident von Westfalen werden. Das nationalliberale Blatt schreibt: „Für Westfalen ist jetzt die schwierige Frage der Er“ neunung eines neuen Oberpräsidenten zu lösen. Die die seinem Besitzer so manche Freude bereitet hat, meuchlings niedergeschossen wird, so ist das ein enormer Verlust; dem Staate aber wird ein wichtiges Werkzeug für den Fall einer Landesvertheidigung geraubt. Die Brieftaube ist eine feldfliegende Taube, die bei der besten Pflege von selbst das Feld besucht, was auch für ihre Abhärtung und Orientirung vom Besitzer gern gesehen wird. Die vielfach in landwirthschaftlichen Kreisen noch verbreitete Ansicht, daß die feldernden Tauben nur schaden, ist längst Winenlchnfuing Wierrngt. Es ist festgestellt, daß die Tauben gestellt zu werden wänschten, und daß sie alle im Inni an der Generalstabsreise theilnahmen. Dreyfus betont nochmals, daß er nie als in's Manöver zu kommen verlangt habe. Der Satz im Bordereau lau et positiv:„Ich werde abreisen.“ Nun bin ich nicht nur nicht zu den Manövern abgereist, sondern habe auch nie dorthin abreisen sollen.(Anhalzende ewegung.) Der Redakteur des„Temps“, Deffe, sagt aus, Esterhazy habe ihm in London erklärt, daß er der Urheber des Vordercaus sei. Zeuge hatte den Eindruck, daß Esterhazy Urheberschaft des bekannten Ulanenbriefes zugebe. wissenschaftlich widerlegt Hierauf wird der ehemallge Justizminister Trarleue eine Lunmenge unkrautsamen und Schnecken verzehren, und auseinander hule er infolge von Pole= daß von einem geringen Schaden nur allein zur Zeit der Trarieng sest ,usu., an der Schuld Drey= Saat die Rede sein kann. Darum ergeht auch an die zu bernhigen, von dem Schriftstücke Ce canaille de D. Als liebhaber ihre Tauben schon vom Felde zurückhalten, aber er später erfuhr, daß dies Schriftstück den Richtern ohne augenblicklich kann die Taube nicht den geringsten Schaden Vorwissen des Angeklagten mitgetheilt wurde, sah er, daß verursachen. An alle Flurhüter, Gensdarmen, Jagdpächter eine Ungesetzlichkeit vorgekommen sei. Trarleux wandte sich u. f. w. ergeht die dringende Bitte, schon aus patriotischem dann an Teysonnisres, welcher jedoch mit Trarlezhesieg Juteresse darauf zu achten, daß feldernde Brieftauben konnte. Später besärkte ihn das Scheurer= nicht geschossen werden, und diesenigen, die es aus MordKestners in der Ueberzeugung, daß man sich hinsichtlich Dreyfus' getäuscht habe. Trarieux begreift nicht, daß Picquart seinen Vorgesetzten nicht von der Richtigkeit seiner Ansicht, überzeugn kannte. Nach langen Auseinandersetzungen über die Verhaftung Prgnaito, die Munder. Henrys und dessen Umgebung, erklärt Trarieux, die Art der Lebensführung Esterhazys prädisponire ihn zum Verbrecher. Trarieux glaubt nicht, daß 1896 ein einziger Beweis gegen Dreyfus vorlag, denn dann hätte Gouse denselben Piequart mit getheilt, damit dessen Nachforschungen aufhörten, Trarieux fügt hinzu, er habe das Bewußtsein, seine Schuldigkeit gethau zu haben, indem er sich bemühte, die Unschuld Deeysus aus Tageslicht zu bringen. Trarieux berichtet hierauf einer Unterredung mit einem auswärtigen Botschafter. Bevölkerung ist etwa zur Hälfte katholisch, zur anderen Hälfte evangelisch; seit Jahren streben die Ultramontanen danach, an der Spitze der Provinz einen katholischen Ober= —. sehen, wie dies zur Deit auch in Schlesien von daß sich das Schriftstück bezog, sondern Ce canaille de D. daß Esterhazy der wobei er erfuhr, nicht auf Dreyfus Verrätter sel....„I., W.ssgge bar d u. Gasig Trarieux wiederhott bann seine unezage vor dem Kassationshof. Zu dem Vorwurfe, daß er ein Zeugniß aus dem Auslande beibringe, bemerkt Trarieux, daß das Gesetz ein solches Zeugniß nicht ausschließe; übrigens beständen dafür Präzedenzfälle, da ja das Kriegsgericht Cernuschi vernahm und Galliffet vor dem Kassationshof das Zeugniß Falbots vorbrachte. 1.6.— Tehalmme 229 81. Trarieux erinnert daron, oaß er Cavaignac auf oiesganzen gier oder aus Uebermuth nicht unterlassen können, Brieftauben zu erlegen, zur Anzeige zu bringen. Bochum, 7. Sept: Der Dirigent des Männergesananereins Einigkeit"=Bochum, Herr Lehrer Sievers aus Essen, hat am letzten Sonntag beim Gesangwettstreit in Münster mit der„Einigkeit"=Schalke bei sehr starker Konkurrenz in der 1. Klasse den 1. Preis, den 2. Ehrenpreis und den 1. Haupt=Ehrenpreis errungen. 88 Bochum, 7. Sept. Ein unbedemendes Feuer entstand gestern Abend im Keller bei Herrn August Hackert, Augusta= und Brückstraßenecke, wo ein Faß Benzin in Flammen gerieth. Durch das schuelle Eingreifen der Wehr konnte das Feuer auf den Kellerraum beschränkt werden, so daß der verursachte Schaden nicht groß St.„ A44 u L Herne, 6. Sept. ungenol####ch ist man damit beschäftigt, die Bochumer Straße zu kanalisiren. auch macht man die so oft lästigen und unangenehmen Chausseegraben zu, welche im Sommer öfters eine wahre Pestluft verbreiten. Es wäre im Auschluß hieran wohl zu wünschen, daß die Provinzial=Verwaltung auf Chausseelänge von Herne bis Bochum diesem Fälschung Henrys hinwies, und spricht seine Verwunderung großen Uebelstande abhelfen würde. Die Bewohner an daß General Mereier die afsieielle Uebersetzung der De=Ider Chaussee und namentlich diejenige vor Hofstede würden aus, oaß Genernt Birreier vie vistieue utevttsigung der Depesche vom 2. November dem Dossier nicht beifügte. Trarieux wendet sich weiter gegen die Ausführungen Cuignets und Rogets hinsichtlich dieser Depesche. Esterhazy steckte bis an den Hals in Schulden; er war gar kein richtiger Franzose, er ist der wahre Verräther. Dreysus kann nicht der Urbeber des Bordereaus sein. der Thänsser und numentlich viezenige von Hosstere wurden dafür recht dankbar sein. § Wiemelhausen, 7. Sept. Der Anbau an der hiesigen katholischen Schule bei Zeche„Berneck“ Brenschede ist soweit fertiggestellt, daß die zwei neuen Klassen diesen Herbst bezogen werden können. präsiventen zu sehen, wie dies zur Heu mch in Schlesien bei annähernd gleichen Konsessionsverhältnissen der Fall ist. Sollte vielleicht Herr v. Miqnel auch in der Erfüllung dieses ultramontanen Wunsches neben der Gemeinde=Wahlrechtsvorlage, der Besetzung des Kölner Erzbisthums und der Schaffung des Aachener Bisthums ein Mittel erblicken, das gesammte Centrum für die Bewilligung des Nhein=Elbe=Kanals zu gewinnen?“ Es wäre für die nationalliberale Mannesseele ja auch zum Entsetzen, wenn an die Spitze unseres Westfalens ein Katholik gestellt würde. Jeder andere mag Oberpräsident werden, nur bei Leibe kein Katholik. Witten, 7. Sept. Die Gefangenentrausporte den preußischen Staatsbahnen sind jetzt endlich durch Ministerialerlaß vom 14. d. M. einheitlich geregelt. Danach soll die Beförderung von Gefangenen mit Fernzügen nur an den Freitagen jeder Woche stattfinden, eventuell am vorhergehenden Werktage, falls der Freitag ein Festtag ist. Für derartige Transporte sind bestimmte Züge festgesetzt worden, die Benutzung von Dund Schnellzügen„im Allgemeinen“ ausgeschlossen. Auf Anschlußstationen soll der nächstgeeignete Zug benntzt und die Gesangenen bei nothwendigem Aufenthalt nicht in den dem Publikum zugänglichen Räumen untergebracht werden. Die Beförderung hat in geschlossenen Abtheilen dritter Klasse zu erfolgen, an deren Feuster sich rothe Plakate mit dem Vermerk„Geschlossen“ befinden. L Witten, 7. Sept. Ein Ringkampf wird heute Abend im Kückenhöner'schen Lokale stattfinden, zwischen dem Meisterschaftsringer Restaurateur Fr. Kling sowie dem Rie en Moko, welcher momentau bei Herrn Becker am Markt weilt. Die beiden Gegner haben je 200 M. deponirt für den eventuellen Sieger. L Witten, 7. Sept. Der Zuzug von Buden zur diesjährigen Zwiebelkirmeß ist unerwartet groß; so B. ist der Markt und der Humboldplatz ganz besetzt. Auf letzterem ist u. A. ein Eirkus aufgebaut, in welchem am Samstag Abend ein Kampf zwischen einem Stier und einem Wittener Herrn stattfinden; was ja alles möglich ist.— Wir glauben nur im Interesse der Kirmeßbesucher zu handeln, wenn wir vor den Taschendieben bei Gelegenheit der Kirmeß warnen, bekanntlich wird die Wittener Kirmeß stets von solchen besucht. L Witten, 7. Sept. Das Hotel Kraul ging durch Kauf in den Besitz des Herrn Georg Schütte über. Der Kaufpreis beträgt 130,000 M. Aus Nah und * Die reichsten Juwelenkästchen. Von den fabelhaften Summen, die von Millionären in New=Yock, London und Paris in Juwelen angelegt worden sind, macht eine englische Zeitschrift auf Grund sorgfältiger Berechnungen erstaunliche Angaben. Man hat Schätzungen aufgestellt, nach denen die Juwelen, mit denen die Schönen in New=York, London und Paris sich schmücken, eine Geldsumme repräsentiren, die mehr als genügen würde, den gesammten englischen Staatshaushalt für sechs Jahre zu bestreiten. Die Millionärinnen in New=York befinden sich allein im Besitze von Juwelen im Werthe von etwa vier Milliarden Mark, und zehn der reichsten von ihnen haben Schätze, die über 25 Millionen Mark werth sind; in Gold würde diese Summe 18 Mal ihr eigenes Gewicht ausmachen. Wenn man bedenkt, daß eine Tonne ausgewählter Diamanten einen Werth von etwa 120 Mill. Mark hat, so ergibt sich von selbst, daß diese Kästchen einige Juwelen von ganz besonderem Werthe enthalten müssen. Der Hauptschatz von Mrs. George Goulds Inwelen, deren Gesammtwerth zwei Millionen M. beträgt, — eine Summe, die ausreichen würde, um von ihren Zinsen das Gehalt eines englischen Premierministers zu bezahlen— ist ein Perlenhalsband, das allein 320,000 M. kostet; eine Perlenbroche aus demselben Schatz kostet 40,000 M. Mrs. Marshall O. Roberts, die sich rühmt, die schönste Perlensammlung in Amerika zu besitzen, hat ein Halsband, für das sie 600,000 M. bezahlt hat, und ein Paar Ohrringe mit ungeheuren birnenförmigen Perlen, die 160000 M. kosten. Unter den Juwelen don Mrs. Calvin Brice, die auf 2 Millionen M. geschätzt werden, befindet sich ein Diamantstern von bleudender Schönheit, der genau nach einem gearbeitet ist, der von der Kaiserin Katharina von Rußland getragen würde. Mrs. George Vanderbilt ist die glückliche Besitzerin der schönsten Rubinen in der Welt, für die sie die erstaunliche Summe von 1 180000 M. bezahlt hat; daß Gewicht der Goldstücke, die diesen Werth erreichen würden, würde dem einer Familie von 9 Personen gleichkommen. Mrs. Hicks Low trägt ein Halsband von Diamanten und Perlen in vollkommener Ausführung, das 500000 M. werth ist, te Kunstwerk ist verhälnißmäßig nicht einmal teuer 100000 M. Die junge Herzogin von Marlborough hat Juwelen im Werthe 1400000 M., unter denen die erste Stelle eine wurdervolle Perlenschnur, die 700000 M. gekostet hat, einnimmt. Zwei Stücke ihres Haarschmuckes haben allein einen Werth von 300000 M.; eins von diesen enthält einen einzigen Smaragd, der auf 60000 M. geschätzt wird, während der andere ein Stern von Smaragden und Diamanten ist, die 40000 M. kosten. Mrs. William Astor's Juwelen=Sammlung ist 2600000 M. werth und enthält viele Edelsteine von historischem Interesse. So besitzt sie ein Bruststück aus 13 Reihen in den verschiedenen Farben des Regenbogens, das einst von der Königin Maria Autoinette getragen wurde, ein anderes Stück ist ein Diamantschmuck, der vor 2½ Jahrhunderten von Ludwig XIII. Richelien geschenkt wurde. Eine der wunderbarsten Inwelensammlungen der Welt gehört Mrs. Leland Stanford; diese wird sogar auf acht Millionen geschätzt. Die Sammlung schließt Juwelen ein, die einst der Königin Isabella gehörten; ein Halsband von blauen Steinen ist allein 1,100,000 M. werth. Historische Berühmtheit haben die kostbaren Juwelen der Baronin Burdett=Coutts. Bei der Krönung der Königin vor mehr als 60 Jahren trug sie schon Edelsteine im Werthe von 2 Millionen Mark, und in der Folgezeit hat sich ihre Sammlung noch bedeutend vergrößert. Aber auch diese Pracht verblaßt oder vielmehr— diese Geldsumme ist gering im Vergleich mit dem Aufwand, den Mrs. Arthur Paget beim letzten Kostümball bei der Herzogin von Devonshire gemacht hat. Diese erschien als Kleopatra, und sie erstrahlte buchstäblich vom Kopf bis zu den Füßen in Diamantfeuer; die Edelsteine hatten ja nur einen Werth von fünf Millionen Mark. Eine der interessantesten Juwelenarbeiten ist die der Mrs. Celia Wallace, ein Halsband von schwarzen Diamanten, dessen Steine 18 Jahre hindurch in allen Ecken der Welt gesammelt sind. Das Halsband ist aus 14 Gehängen zusammengesetzt, und jeder Diamant ist mit einer Reihe von weißen Diamanten besetzt. Der Werth dieses berümten Halsbandes beträgt denn auch eine Million Mark. #.-Aebein Wie wir seinerzeit meldeten, erhielt der Magistrat von Spandau ein Schreiben aus Santa Cruz in Kalifornien, worin ein vor 40 Jahren in Spandau ausgewandertes Mitglied einer alten Spandauer Familie der Stadt Spandau einen Theil seines Vermögens als Erbe versprach. „damit das schlechte Spandauer Straßenpflaster verbessert werden könnte“. An den„Wohlthäter“, der sich Charles Wagner nannte und dessen nähere Angaben über seine Herkunft auch mit den Eintragungen in den Büchern übereinstimmten, schrieb der Magistrat darauf zurück, es wäre besser, wenn das Geld schon bei Lebzeiten des Erblassers nach Spandau geschickt würden, weil bei der Erbschaftsregulirung später vielleicht Schwierigkeiten entstehen könnten. Dieses Schreiben des Magistrats ist jetzt als unbestellbar wieder nach Spandau zurückgekommen. Es muß sich also in Amerika ein Mann, der mit den Spandauer Verhältnissen wohl vertraut ist, einen schlechten Scherz erlaubt haben. * Verlorene Schiffe. Nach den vom„Bureau Veritas“ veröffentlichten statistischen Listen sind im Monat Juli d. J.(so weit es sich hat ermitteln lassen) achtzig Schiffe verloren gegangen, und zwar 54 Segelschiffe mit 23,500 Registertons und 26 Dampfschiffe mit 34,724 Registertons. Darunter befinden sich vier deutsche (drei Segelschiffe und ein Dampfschiff). Außerdem weist die Liste noch 367 Schiffe auf, die durch Havarien usw. Beschädigungen erlitten haben, darunter befinden sich 28 deutsche. * Eigenthümliche Folgen eines Blitzschlages haben sich bei einer Ziegeleiarbeiterin Wollina aus Nauen eingestellt, die sich in Fürstenwalde seit zwei Wochen in ärztlicher Behandlung befindet. Das Mädchen stand bei einem schweren Gewitter am 16. Aug. mit einer Freundin in der offen Thür. Beim Niederfahren eines starken Blitzes, der in der Nähe einschlug, erschrak die Wollina dermaßen, daß sie sofort umsiel und besinnungslos fortgetragen wurde. Bei der ärztlichen Behandlung ergab sich, daß die Unglückliche sowohl die Sprache wie auch Gehör verloren hatte, auch nicht im Stande war, sind aber noch geschlossen, auch kann flüssige Nahrung zu sich nehmen. * Vom Mädchenhandel. Der internationale MädchenAus dem Kreise Gelsenkirchen. Wattenscheid, 7. Sept. Gestern Vormittag wurden auf der Bochumer Straße drei Personen, welche dem Patientin nur häudler J. Banda, 1862 in Galizien geboren, wurde in M 98 9p: Zwangsarbeit verurtheilt was Wien zu sechs Monaten Zwungburden Grürcheite, woas in Aubetracht des scheußlichen Gewerbes gewiß wenig ist. Banda war 1890 ziemlich mittellos aus Galizien ausgewandert und hat in den letzten zehn Jahren eingestandenermaßen einen sehr ausgedehnten Mädchenhandel zwischen Buenos Ayres und Galizien betrieben; er ist jetzt im Besitze eines Vermögens von über 100,000 Gulden. Während seines vorübergehenden Aufenthaltes in Galizien wohnte Banda in Jaroslaw, wo er die Mädchen engagirte und nach Argentinien expedirte. Er reiste jährlich zwischen Gatizien und Argentinien mindestens zwei bis drei Mal. Ergriffen wurde er in März in Montevideo, als er mit drei Mädchen aus Jaroslaw, darunter der erst neunjährigen Laura R., laundete. Mit Banda zusammen„arbeitete“ ein Ehepaar Fränkel in Wien, gegen das gleichfalls das Strafverfahren eingeleitet worden ist. Banda wird sich übrigens noch wegen weiterer Strafthaten zu verantworten haben. * Die Königin der Banditinnen. Im Zuchlhause von Maryland in Balumore starb unlängst im Alter von 74 Jahren eine Frau Namens Luise Meyer alias Miller, welche die charakteristische Bezeichnung „Königin der Banditinnen“ von ihren„Kolleginnen“ erhalten hatte. Ihre Spezialität waren Lade diebstähle, und sie galt als die Führerin der amerikanischen Ladendiebinnen. Die Zahl ihrer Diebstähle und Einbrüche ist sabelhaft. In den letzten Jahren hatte sie sich hauptsächlich auf Einbruch und Schleichdiebstahl verlegt. In New=York, Philadelphia und anderen großen Städten Amerikas war sie ständiger Gast in den Gefäugnissen und Zuchthäusern. Stets war bei ihrer Verurtheilung ihr hohes Alter in Betracht gezogen worden, und sie kam immer mit einer gelinden Strafe davon. Ihr hohes Alter und ihr harmloses Aussehen kamen ihr auch bei ihrer gesetzwidrigen Manipulation sehr zu statten. Am hellen Tage pflegte sie die kühnsten Diebstähle auszuführen, ohne daß sie jemand im geringsten verdächtigt :„.#. hai Dis alte Diebin ein ihres Lebens Nr. 205 Kriegerverein angehörte rückkehrten von einem wagen überfahren schwer, der Coalser Mic der Führer M. wurde *, Wattenscheid, Straße wurde gestern! fahrer überfahren. da das Kind auf die? war, lauschte und rück Kind trug zum Glücke Kopfe davon. *, Wattenscheid, 3 Uhr findet eine öffer ordneten statt. ** Wattenscheid, Biehmarkt, welcher über 100 Pferde und Handel war flau. ** Wattenscheid, ganzen Umgegend starl die für den 17. und 1 Kirmeß nebst Vieh ** Günnigfeld, Eine Frau schüttete ge im Ofen gehörig zu en Gesäß explodirte und Sie wurde ins Kranke kommen wird gezweifel * Wanne, 7. Sep malbad„Wilhelmsquel noch in diesem Jahr werden sollen. Die W Zellen, darunter eine lation. Es wurden! Bäder genommen un schon annähernd 24,0 Kurgarten ist erweitert gatte. Fruumey: gus die * Münster, 5. Se die Jünger Nimro Beute nur spärlich. E es nur wenig Hühl ersten Jagdtage anderth diesmal mit 4 bis 6 h Morgens 6 Uhr bis 9 angetroffen. Dagegen vor ihm auf. Hasen g Menge. Das hat mar durch zu beoachten Ge werden sich nächstens Das geringe Vorkomme leuten auf die schweren Juli zurückgeführt, wod vernichtet wurden. * Münster, 6. Sep nannte Herr Oberpräsid Berlin über. Die Bür morgen Abend einen Fa * Dortmund, 4. Hoffmann zu erschreck ein schweres Rundeisenst den erstgenannten mit Bruch des Fußknoch * Hamm, 4. Sept. Abend auf dem hiesi Karl C. überrascht, hieß, nach Münster„üb vieler Zuschauer wurde wo er mit seiner Famil Unterschlagung dur genommen und in Unter = Hagen, 7. Sept. Uhr entstand auf der E Firma D. van Perlst tiger Brand, welcher lich werden können. Ka# dem Dache ein dichter schon die Flammen al kammer emporschlugen. ganze Dachstuhl des zie so daß auch die N schienen. Unsere Freiwi Brandstelle und griff Schläuchen ganz energist Stunde die eigentliche G stuhl sowie die Dachkam ebenso ein größerer Vor ungehenern Wassermasse wendiger Weise auf das ist der Schaden indessen, Bränden der Fall ist, Jedenfalls wird von der unter kaum etwas ganz das Feuer schon ziemlich drei Schornsteine, welch hoch emporragten, ein. beiden anderen, welche nieder, was ohne gröf Wie uns mitgetheilt u Boden durch einen Kam e Hagen, 7. Sept. glücksfall ereignete sie der Gartenstraße hierselbst bedienstetes Mädchen sch! Zimmer an dem Tische ein. Als das Mädchene Tische, der Petroteumbehl Oel entzündete im Nu d das Bett fin Feuer und das Geschrei des Mädch es so schreckliche Brand Ausicht des herbeigerufene davonkommen wird. spital überwiesen. k Herdecke, 5. Sep wurde heute Nachmittag durch Feuer zerstört. es erst der Feuerwehr, d Brand ist, wie man hört worden; der Schaden ist * Wetter, 5. Sept. brücke dei Wetter neb theiligten Gemeinden We Grundschöttel haben durc schlossen, der Brücke zum mann Overweg den Nam Der Name soll zu bei goldenen Lettern angebre * Haßlinghausen, hat die rothe Ruhr ub dreck gebracht. Drei seit den letzten Tagen erlegen Frau schweben in Leben ep Letmathe, 6. S. versuchte eine sich hier 5 Hagen mehrere Male,### ch aberfahren parf, Nr. 205 Westdeutsche Volrszeitung 7. Griegerverein angehörten und von einem Begräbniß zu von einem elektrischen Straßenbahn überfahren. Alle drei Personen wurden schwer, der Coalser Michels sogar lebensgefährlich verletzt. der Führer M. wurde sofort verhaftet. *, Wattenscheid, 7. Sept. Auf der Bochumer Straße wurde gestern Morgen ein Kind von einem Radfahrer überfahren. Den Radfahrer trifft keine Schuld, da das Kind auf die Musik, welche bei einer Beerdigung war, lauschte und rückwärts vor das Rad lief. Das Kind trug zum Glücke nur einige Hautabschürfungen am Kopfe davon. Wattenscheid, 7. Sept. Freitag Nachmittag um 5 Uhr findet eine öffentliche Sitzung der Stadtverordneten statt. ** Wattenscheid, 7. Sept. Auf dem gestrigen Blehmarkt, welcher nicht sehr gut besucht war, waren über 100 Pferde und 500 Schweine aufgetrieben. Der Handel war flau. ** Wattenscheid, 7. Sept. Wegen der hier in der ganzen Umgegend stark herrschende Ruhrkrankheit ist die für den 17. und 18. d. M. für Gelsenkirchen angesetzt Kirmeß nebst Viehmarkt aufgehoben worden. ** Günnigfeld, 7. Sept. Schon wieder eine Eine Frau schüttete gestern Nachmittag, um das Feuer im Ofen gehörig zu entfachen, Petroleum hinein. Das Gesäß explodirte und die Frau stand in hellen Flammen. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt. * Wanne, 7. Sept. Das hiesige Sool= und Thermalbad„Wilhelmsquelle,“ wird so stark besucht, daß noch in diesem Jahre Erweiterungsbauten aufgeführt werden sollen. Die Männerbadeabtheilung hat dreizehn Zellen, darunter eine für die Dampfbäder und Inha lation. Es wurden hier schon an einem Tage 200 Bäder genommen und es sind in dieser Badesaison schon annähernd 24,000 Bäder verabfolgt. Auch der Kurgarten ist erweitert worden. Provinzielles und Vermi * Münster, 5. Sept. Jünger Nimrods jetzt ihre daß am sind von Allabendlich sieht man die Jünger Nimrods heimkehren. Leider ist Beute nur spärlich. Es ist nämlich eine Thatsache, es nur wenig Hühner gibt. Jäger, die sonst ersten Jagdtage anderthalb Dutzend Hühner schossen, diesmal mit 4 bis 6 heimgekehrt. Ein Jäger hat Morgens 6 Uhr bis Nachmittags 2 Uhr ein Hühnchen angetroffen. Dagegen ginzen in derselben Zeit 15 Hasen vor ihm auf. Hasen gibt es in der That eine große Menge. Das hat man schon den ganzen Sommer hin durch zu beoachten Gelegenheit gehabt. Unsere Jäger werden sich nächstens an diesen entschädigen müssen. Das geringe Vorkommen des Feldhuhns wird von Fachleuten auf die schweren Platzregen zu Anfang und Mitte Juli zurückgeführt, wodurch viele noch sehr junge Hühner vernichtet wurden. * Münster, 6. Sept. Der zum Kultusminister ernannte Herr Oberpräsident Studt siedelt am Freitag nach Berlin über. Die Bürgerschaft von Münster bringt ihm morgen Abend einen Fackelzug. * Dortmund, 4. Sept. Um seinen Nebeuarbeiter Hoffmann zu erschrecken, rollte der Arbeiter Kloppmann ein schweres Rundeisenstück über den Boden. Dieses traf den erstgenannten mit solcher Heftigkeit, daß er einen Bruch des Fußknochens erlitt. * Hamm, 4. Sept. Ganz unliebsam wurde heute Abend auf dem hiesigen Bahnhofe der Handelsmann Karl C. überrascht, als er im Begriffe war, wie es hieß, nach Münster„überzusiedeln". Vor den Augen vieler Zuschauer wurde er in einem Abtheil 4. Klasse, wo er mit seiner Familie Platz genommen hatte, wegen Unterschlagung durch den Polizeisergeanten D. festgenommen und in Untersuchungshaft abgeführt. = Hagen, 7. Sept. Gestern Morgen gegen 10.30 Uhr entstand auf der Elberselderstraße in dem Hause der Firma D. van Perlstein Nachfolger ein ziemlich heftiger Brand, welcher zur Nachtzeit hätte sehr gefährlich werden können. Kaum hatte man bemerkt, daß unter dem Dache ein dichter Qualm herausdrang, als auch schon die Flammen aus dem Dache und einer Dachkammer emporschlugen. In ganz kurzer Zeit stand der ganze Dachstuhl des ziemlich alten Hauses in Flammen, so daß auch die Nachbarhänser ernstlich gefährdet schienen. Unsere Freiwillige Feuerwehr war rasch an der Brandstelle und griff das entfesselte Element mit drei Schläuchen ganz energisch an, so daß nach Verlauf einer Stunde die eigentliche Gefahr beseitigt war. Der Dachstuhl sowie die Dachkammer sind vollständig verbrannt, ebenso ein größerer Vorrath von Waaren. Durch die ungehenern Wassermassen, welche die Feuerwehr nothwendiger Weise auf das Innere niedergehen lassen mußte, ist der Schaden indessen, wie das ja meist bei derartigen Bränden der Fall ist, ganz bedeutend erhöht worden. Jedenfalls wird von den Waaren bis in den Laden hinunter kaum etwas ganz unbeschädigt geblieben sein. Als das Feuer schon ziemlich bewältigt war, stürzte einer der drei Schornsteine, welche aus den rauchenden Trümmern hoch emporragten, ein. Später zog die Feuerwehr die beiden anderen, welche ebenfalls einzustürzen drohten, nieder, was ohne größere Schwierigkeit glatt gelang. Wie uns mitgetheilt wird, soll das Feuer auf dem Boden durch einen Kaminbrand entstanden sein. s Hagen, 7. Sept. Ein höchst trauriger Unglücksfall ereignete sich gestern Nacht in einem Hause der Gartenstraße hierselbst. Ein bei einem Bauunternehmer bedienstetes Mädchen schlief allem Anschein nach in seinem Zimmer an dem Tische bei brennender Petroleumlampe ein. Als das Mädchen erwachte, stieß es die Lampe vom Tische, der Petroleumbehätter explodirte und das breunende Oel entzündete im Nu die Kleider des Mädchens. Auch das Bett fini Feuer und verbrannte theilweise. Ehe auf das Geschrei des Mädchens Hülfe zur Stelle war, trug es so schreckliche Brandwunden davon, daß es nach Ausicht des herbeigerufenen Arztes kaum mit dem Leben davonkommen wird. Das Mädchen wurde dem Hospital überwiesen. k Herdecke, 5. Sept. Im benachbarten Rehberge wurde heute Nachmittag eine größere Tannenschonung durch Feuer zerstört. Nach mehrstündiger Arbeit gelang es erst der Feuerwehr, des Feuers Herr zu werden. Der Brand ist, wie man hört, durch Schulkinder verursacht worden; der Schaden ist nicht unbeträchtlich. * Wetter, 5. Sept. Die beim Neuban der Ruhrbrücke dei Wetter neben dem Provinzialverbande betheiligten Gemeinden Wetter, Wengern, Volmarstein und Grundschöttel haben durch ihre Gemeindevertretungen beschlossen, der Brücke zum Andenken an den Landeshauptmann Overweg den Namen„Overweg=Brücke“ beizulegen Der Name soll zu beiden Seiten des Bauwerkes mit zoldenen Lettern angebracht werden. * Haßlinghausen, 4. Sept. Großes Unglück hat die rothe Ruhr über den Heizer Nagel in Nächstereck gebracht. Drei seiner Kinder sind der Krankheit in den letzten Tagen erlegen und das vierte Kind und seine Frau schweben in Lebensgefahr. ep Letmathe, 6. Sept. Auf dem hiesigen Bahnhofe versuchte eine sich hier besuchsweise aufhaltende Frau aus Hagen mehrere Male, indem sie sich auf die Schienen park, sich überfahren zu lassen. Gie wurde von der Polizei festgenommen; man glaubt, daß sie sich in anormalem Geisteszustand befindet. sch. Menden, 5. Sept. Ein trauriger Unglücks. fall ereignete sich auf der hiesigen Ringofenziegelei, in dem ein Arbeiter derart von Lehmmassen verschüttet wurde, daß er unter denselben erstickte. Als man ihn herausgearbeitet hutte, war er eine Leiche. * Von der Möhne, 3. Sept. Ausflügler wurden bei Drüggelte Zeugen eines heiteren Schauspieles. Bemerkte da ein Radler, ein etwa zwanzigjähriger junger Mann, zwei Mädchen, die an einem Nebenwasser der Möhne wuschen. Flugs stieg er ab, um den beiden Dorfschönen ja nicht die Bekanntschaft mit seiner interessanten Persönlichkeit entgehen zu lassen. Diese nahmen indessen von den Galanterien des Zudringlichen wenig oder gar keine Notiz. Als er seine Liebenswürdigkeit so weit trieb, daß er das eine der Mädchen in die runde Backe kuiff, da zog die resolute Schöne den entsetzt dreinschauenden Jüngling einfach vor sich her und warf ihn in's Wasser. Leider plumpste sie selbst mik hinein, da das erschreckte Herrchen sich im letzten Augenblicke verzweiflungsvoll an ihr Kleid klammerte. Doch vermochte das kühle Bad in dem nicht gerade tiefen Wasser die Freude, die das junge Mädchen ob seiner erfolgreichen Selbsthilfe empfand, nicht herabzustimmen. Der Attentäter aber stelzte verdrossen und in sich gekehrt durch die Wiesen zu seinem Rade und jagte, begleitet vom Gelächter der beiden Schönen, davon, so rasch es seine vom Schrecken und vom Bade noch zitternden Gliederchen nur erlaubten. * Borken i. W., 4· Sept. Durch einen Wirbel wind wurden am Samstag Abend auf 20 Meter Breite die Häuser theils abgedeckt, theils zerstört und Bäume entwurzelt. Auf dem Güte Döring wurden durch den Einsturz des Stallgebäudes eine Person und 25 Kühe getödtet. Lünen, 4 Sept. Unsere Polizei traf in gestriger Nacht bei strömendem Regen auf der Straße eine Familie, bestehend aus Mann, Frau und drei kleinen Kindern, wovon eins im Kinderwagen gefahren wurde, weinend und jammernd an, weil sie kein Unterkommen für die Nacht hatte finden können. Die Frau war näm lich aus der Ferne mit den Kindern zu ihrem hier seit einiger Zeit arbeitenden Manne gekommen. Dieser wohnte hier als Kostgänger und vermochte nicht, für die Familie für die Nacht Obdach zu verschaffen, da die Herberge keinen Platz hatte. Die Polizei erbarmte sich der Obdachlosen und brachte sie im Rathhause unter. * Osnabrück, 3. Sept. Der dreimal zum Tode verurtheilte Mörder Möllenkamp ist dieser Tage nach Aurich geschafft worden, woselbst die Hinrichtung stattfinden wird. Möllenkamp hatte in der Nähe von Bremen ein Mädchen ermordet, war zum Tode verurtheilt worden und hatte gegen dieses Urtheil immer wieder mit Erfolg Revision eingelegt. Es handelte sich immer um Formfehler. Jetzt, zum dritten Male, wurde die Revision verworfen. * Osnabrück, 4. Sept. Die feierliche Inthron ation und Konsekration des hochwst. Herrn Bischofes Dr. Voß findet am 18. Oktober statt )( Solingen, 4. Sept. Auf sonderbare Weise ist ein hiesiger Arbeiter ums Leben gekommen. Es fiel ihm ein Sack Hafer auf den Nacken und zerbrach ihm das Rückgrat. Nach dreitägigem Krankenlager ist er gestorben. Eine Wilwe und drei unmündige Kinder haben mit ihm ihren Ernährer verloren. Vohwinkel, 3. Sept. Eine aufregende Scene spielte sich gestern Abend aus dem hiesigen Bahnhofe ab. Als ein dort eingelausener Personenzug schon wieder in der Abfahrt begriffen war, kam athemlos noch ein etwa zwanzig Jahre altes Mädchen herangelaufen und versuchte, auf das Trittbett eines Wagens zu springen. Dabei trat die Unvorsichtige sehl, blieb aber mit einem Korbe, den sie auf dem Nacken trug, an einem Wagengriff häugen und wurde nun eine Strecke weit mitgeschleift. Ein Schaffuer gab mit seiner Pfeise sofort das Zeichen zum Halten. Dasselbe scheint aber auf der Lokomotive nicht gehört oder verstanden worden zu sein, denn der Zug fuhr weiter, bis der Schaffner schließlich die Nothbremse zog. In demselben Augenblick brach auch schon der Henkel des Korbes ab. Das Mädchen siel zwischen zwei Wagen und hätte seinen Leichtsinn sicher mit dem Leben bezahlen müssen, wenn die Bremse nicht sofort gewirkt hätte. So kam es mit einer Zerguetschung des Armes davon. Krefeld, 5. Sept. Sämmtliche Färber circa 600, der Großfärberei G. Büschgens u. Sohn, Aktiengesellschaft und Krefelder Seivenfärbereien Akt.=Ges. haben heute Vormittag die Kündigung eingereicht. Der Grund hierzu ist folgender: Die Firma Büschgens u. Sohn atte aus betriebstechnischen Gründen verschiedentlich Montags seiern lassen. Da die Färbereien im übrigen gut beschäftigt waren, so protestirten eine Anzahl Arbeiter gegen derartige Feierschichten. Darauf wurden 14 Färber, welche das Wort geführt hatten, entlassen. Die übrigen Arbeiter erblickten darin eine ungerechtfertigte Maßregelung und beschlossen, mit den Entlassenen sich solidarisch zu erklären. Da die Entlassenen nicht wieder eingestellt wurden, beschlossen die übrigen, in den Ausstand zu Wird wird morgen früh in den Ausstand eingetreten. treten. Die Kündigung ist nur eine eintägige. im Laufe des Tages keine Einigung erzielt, so ür die Zeitung, Redaction und Expedition " bestimmte Correspondenzen, Briefe u. s. w. bitten wir einfach an die „Redaction“ oder„Expedition“ unserer Zeitung zu adressiren, damit in der Erledigung keine Verzögerungen eintreten. Gerichtssaal. * Trier, 4. Sept. Eine Verh: dlung vor der hiesigen Strafkammer nahm gestern einen ganz unerwarteten Ausgang. Der Ackerer Kasel aus Kammerforst(Eisel) war vom Schöffengerichte zu einer Gesängnißstrafe verurtheilt worden, weil er unberechtigt die Jagd ausgeübt hade. Die Verurtheilung erfolgte auf Grund der eidlichen Aussage des Steindrechers A Engel aus Kammerforst, welcher bekundete, er habe am Morgen des 21. Oktoder vorigen Jahres im Kammerforst medrere Schaffe gehört, und gleich darauf sei Kasel aus dem Walde getreten und habe in jeder Hand einen Hasen getragen. Gegen das erstinstanzliche Urtheil erhob Kasel Berufung und bekundet, Zeuge Engel sei sein Todfeind und habe nun aus Rache eine falsche Anzeige erstattet. Das Gericht beschloß setzt die Ortsbesichtigung und die Vernehmung aller Zeugen an Ort und Stelle. Engel, welcher den Boden unter sich wanken fühlte, gab nunmehr auch seine erwachsene Tochter Angela als Belastungszeugin an. Bei der Ortsbesichtigung und auch bei der gestrigen Verhandlung verwickelten sich Bater und Tochter, sowohl gegenseitig, wie auch einer Reihe von Entlastungszeugen gegenuber derart in Widersprüche, daß die Staatsanwaltschaft am Schlusse der Beweisaufnahme nicht nur die Freisprechung des Angeklagten, sondern auch die sofortige Verhaftung der beiden Belastungszeugen A. Engel und Angela Engel wegen driugenden Meineidsverdachtes veantragte. Nach kur er Berathung erkannte das Gericht dem Antrage Boschungageianauss aba=Jau eset in das Unter. Aus Nah und Fern. * Anf einem Vulkau tanzen die guten Neustädter in Oberschlesien. Die Polizeiverwaltung erläßt folgende Bekanntmachung:„In letzter Zeit haben mehrfach Zwistigkeiten zwischen Kanoniren der hiesigen Garnison und Civilpersonen stattgefunden, welche geeignet sind, zu einem gespannten, unfriedlichen Verhältniß zwischen Militär und Civil zu führen. Seitens der Militärbehörde sind Befehle ergangen, welche ein herausforderndes Verhalten der Militärpersonen dem Civil gegenüber verbieten, wir aber richten an die Civilbevölkerung die Aufforderung, auch ihrerseits alles zu unterlassen, was geeignet ist, die Militärpersonen zu kränken und zu reizen. Sollten sich jedoch die erwähnten Zwistigkeiten wiederholen, so werden wir uns zunächst veranlaßt sehen, die Abhaltung der öffentlichen Tanzlustbarkeiten für die Dauer von drei Monaten zu untersagen.“ * Ueber einen Raubaufall im Kurgarten zu Badenweiler wird aus Karlsruhe berichtet: Sonntag, Abend 8 Uhr wurden zwei Damen, die Geschwister S. aus Stettin, die auf dem Rundgange des Kurgartens spazirten, von einem Strolch angefallen. Auf dessen Verlangen nach Geld gab die eine Dame ihre Uhr heraus; die andere weigerte sich, worauf der Angreifer aus der nächsten Nähe zwei Schüsse abgab, von denen einer eine schwere Verwundung durch Wange und Hals verursachte; der zweite Schuß streifte nur die Wange unterhalb des Auges. Glücklicher Weise ist die Verwundung nicht lebensgefährlich. Der Thäter ist entkommen und noch nicht gefaßt. Sein Schirm wurde ihm von der Dame entrissen und kann auf die Spur leiten. Briefkasten der Redaktion. J. H. Das Kind muß die Schule auch da noch so lange besuchen, bis es ordnungsmäßig entlassen ist. I. C. Hofstede. Dazu hat die Herrschaft gar kein Recht, wenn der Lohn nicht bezahlt wird, bringen Sie die Sache zur Anzeige. Nach Rönkhausen. Nein, er war vorher Stadthalter von Elsaß=Lothringen. Handelsnachrichten. * Neuß, 6. Sept Fruchtmarkt Weizen la. 16,00, lla. 15,50, do. IIla. 15,00 Mk. Roggen la. 14,40, do. lla. 13,60, Illa. 12,90 M. Hafer 14,60 Mk., Rüböl 50,75, do faßweise 52,25, gereinigtes Oel 53,75 Mk. für 100 Kg. Heu neues 2,70—3,20, Luzerner Heu 3.50 Mk. die 50 Kg. Preßkuchen 103 Mk. für 1000 Kg. Kleien 5,20 Mk. für 50 Kg. Raps la. 22,50, lla. 21,00 Mk. die 100 Kg. Köln, 6. Sept. Fruchtmirkt. Weizen 00,00, Roggen 00,00 Haser 00,00 M Zufuhr 00 Sack Weizen,00 Sack Raggen, 00 Sack Hafer zu kostete 5,30—7,80, Richtstroh 2,90, Krummstroy 2,00, die 100 Kg. Rüböl(in Posten von 5000 Kg.) 52,00 B; Oct. 50,20 B. * Berlin. Preise der Cursmakler: Spiritus 70er vorr. ohne 43.80. Umsatz 5000 Liter. 50er vorr. ohne Faß 00,00 Mk. Umsatz 0000 Liter. Prachtvolles Wetter und matte Depeschen aus Nordamerika haben auch heute den Bekehr in Getreide hier bei äußerst schwacher Betheiligung nicht zur Entwicklung gelangen lassen; es war jedoch Weizen auf spätere Lieserfristen wohl 25—50 Pfg. billiger als gestern käuflich. Roggen hat sich behauptet, wenigstens war von en gegenkommendem Angebot nichts wabrnehmbar. Hafer ist still. Etwas regerer Begehr nach 70er Spiritus ohne Faß mußte 43,80 M. nlegen; gleichwohl ist der September=Lieferungspreis unverändert geblieben. + G. Las Schuh 06 We7: ——KOWSKI =chuhmachermeister #v. Gitten. Tieferweg 96. Schnell=Schuh=Sohlerei. Herren- und H-wan Elj Balen-Stietel Maast 1#ren- und in feiner, eleganter Ausführung nach fast zu Ladenpreis. Herren=Stiefel, Sohlen und Fleck Mk. 2.25 Damen=Schnhe, Sohlen und Fleck„ 1.60 2 Kinder=Schuhe„„„ 1.00 und höher Reparaturen schnell und billig.# Die Hauptsache ist, daß nur Kernleder verarbeitet#####, wird. 48 Ich mache ferner darauf aufmerksam, daß ich die so# genannte rationelle Schuhmacherarbeit ohne Gypsadguß# nach Maß und doch passend unter persönlicher Aussicht# ansertige. Spezialität: ## Anfertigung absolut passender Schuhwaaren F. für Krüppel=Füße. #K be Auf Wunsch komme in's Haus. Herren-Wäsche Normal- und Macco-Unterzeuge Faltenhemde Vorhemde, Kragen, Manchetten Cravatten, Handschuhe empfehle zu billigsten Preisen. 5. Koch, Bochum Rottstrasse 55. Letzte Posten und Telegramme. * Berlin, 6. Sept. Der Direktor des Reichsages, Geheimer Regierungsrath Knaack, will, wie die„Volksztg.“ hört, demnächst in den Ruhestand treten. * Oporto, 6. Sept. Gestern ist weder eine neue Erkrankung noch ein Todesfall an der Pest vorgekommen. Die Läden bleiben geschlossen. Die Truppen ind in den Kasernen zusammengezogen. Radent OLSERNSTT mit den Eichhörnchen. Der Prozeß Dreyfus. * Paris, 6. Sept. Dem„Figaro“ zufolge tele graphirte Panizzardi an seinen gegenwärtig in Rennes weilenden Arzt, daß er, falls seine Vorgesetzten es ihm gestatten würden, als Zeuge in Rennes erscheinen werde. * Paris, 6. Sept.„Gaulois“ schreibt betr. des gestrigen Telegramms des Anwalts Labori an Kaiser Wilhelm und König Humbert, daß dieses Telegramm von Labori allein unterzeichnet war, da der Anwalt Demange die Verantwortlichkeit für diesen Schritt nicht habe mit übernehmen wollen. * Paris, 6. Sept. Der Major Cnignet kam gestern nach Paris, kehrte aber bald nach Rennes zurück, und zwar mit einem bedeutenden Aktenmaterial, das vermuthlich eines der neuengeheimen Dossiers darstellt. * Paris, 6. Sept. Aus Rennes wird gemeldet: Die Zeugenvorladungen an Oberst v. Schwartzkoppen und Panizzardi sind gestern Nachmittag auf diplomatischem Wege abgesandt worden. * Renies, 6. Sept. In seinen Telegrammen an Kaiser Wilhelm und König Humbert hat Labori gebeten, entweder zu gestatten, daß die genannten Officiere als Zeugen persönlich vor dem Kriegsgericht erscheinen, oder daß sie auf dem Reqnisitionswege befragt werden, erner, daß die im Bordereau erwähnten Schriftstücke dem Kriegsgericht übermittelt würden. * R e n n e s, 6. S e p t. A l l g e m e i n e s A u f s e h e n e r r e g t die Nichtbeachtung des ministeriellen Befehls, keinen Zeugen unter Ausschluß der Oeffentlicheit zu verhören. Diese übertriebene Geheimnißthnerei wird als ein schlechtes Vorzeichen für Dreyfus betrachtet. Rennes, 6. Sept. Die Sitzung wird um 6,30 Uhr eröffnet. Die Oeffentlichkeit ist ausgeschlossen. In der nicht öffentlichen Sitzung, welche um 8.30 Uhr schließt, wurde Cernuschl verommen. Gewisse Stücke der Geheimakten wurden nochmals gepräft. Sodann wird die öffentliche Sitzung bei dichtgefülltem Saale eröfsnet. Demange verlangt, daß die Note vom August 1894 über die zeitweilig zum Generalstab kommandirten Officiere den Akten beigefügt werde. General Roget und der Präsident äußern sich dazu worauf dieser Gegenstand verlassen wird. Penschrnecker rauchet! Portorico Tabak S. H. T. R. Varinas CC. BB. AA. Canaster roth O. V. M. P. L. Z. A. C. von 60 Plg. bis Mk. 2.— per ¼ Pld. Packet. Henrics Oldenkoft sen.& Comp., Rees a. Rbein. Vertreter Ernst Erner, Hagen I. W. Künsie Perb8 Sehals zu Düsseldorf. Die Aufnahmen für das Winter-Halbjahr finden am 2. und 3. Oktober, Vormittags von 10 bis 1 Uhr, Abends von 7 bis 9 Uhr statt. Der Unterricht beginnt am 4. Oktober. 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Ich bin daher gezwungen, mich nochmals an die Wohlthätigkeit aller Verehrer des heiligsten Herzens Josu, welchem die neue Kirche geweiht ist, um Hilfe zu wenden. Ich befinde mich in grosser Noth. Maurer und Zimmerleute wollen ihr Geld haben, und ich weiss nicht, woher ich sie bezahlen soll. Darum bitfe loh dringend, mir ein Almosen zu schicken. Für alle unsere Wohlthäter sind für ewige Zeiten zwei hl. Hessen gestiftet, so dass ihrer in Tempel hof nicht vergessen wird. Als Quittung schicke ich Jedem eine von mir selbst vor vier Jahren auf meiner Pilgerreise in's hl. Land an Ort und Stelle aufgenommene Photopraphie, je nach Wunsch entweder vom bl. Grabe in Jerusalem, vom Grabe der hi. Jungfrau, vom Oelberg, vom Thale Josaphat, vom Grabmal des Absalon oder vom Abendmahlssaale sammt dem daneben llegenden Platse, auf welchem einst das Haus der hl. Jungfrau stand, in welchem sle starb und welcher von Seiner Najestät Kalser Wilhelm II. gekauft und den deutschen Katholiken geschenkt wurde. 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Pocivalnik, Hiltrop. Aufgebote. Bam. Friedr. Krüger und Ida Plätz, beide Bankau. Bgm. Simon Sendrowiak, Braubauerschaft und Franziska Lustoz, Baukau. Eheschließungen. Bam. Joh. Köller, Pöpving= hausen und Anna Ganteför, Börnig, Bam. Friedr. Wierbitzki, Beutnerdorf und Caroline Bütter, Hiltrop. Sterbefälle. Elfriede Kleine, 11 T., Baukau. Cäcilia Fiedel, 2 J., Bankau. Ed. Nowak, 1 J., Horsthausen. Alwine Bültmann geb. Bentmann, Horsthausen. Bam Peter Staskiewicz 29 J., Hiltrop. Ehefrau Bremer geb. Blömer, 42 J An den Rirmeßtagen Freitag, Samstag und Sonntag im Lokale des Herrn W. Peters, am Markt Grosses Gastspiel des Theater Varietée International •* Nur Kunstkapacitäten 1. Ranges. Aus dem reichhaltigen Programm sind besonders hervorzuheben Frl. Ida Zimmermann, jugendliche Chansonette, Frl. Mizt Röder Excentric=Chausonette. Neu! Sensationell! Mstr. Alfonio. Neu! Unerreicht! Handakrobaten und Stuhlvyramiden. Frl. Emmy Krallemann, Kostüm=Soubrette. Mstr. 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In einem Privathaus, kleine Familie, wird ein 13477 Mädchen gesucht ohne gegenseitige oder geringe Vergütung bei Familien= Anschluß. Frau Meulmann Elberfeld, Haubahnstr. 1. Gewandtes Zweitmädchen nach Köln gesucht. Haush. 3 Pers. Meldungen nach 13476 Villa Ueslar, Bad Pyrmont. Der Mittoner 5. Unterhaltun „Obsel und De Innouten-Zunahme: Mitj kann auf die„Westdeut Die„Westdeutsche B beilagen„Heimchen an Stadt und Land“ bei der Post für das Ou gebühr, bei unseren Agen einschließlich Bestellgeld. Woch □ Die letzte Woche mal wieder einen Min minister Dr. Bosse Freiherr von der Re nommen. Dadurch ist aktiven Staatsminister Minister sieht man alle scheiden. Wir Kathol Anlaß, das Scheiden d Bosse zu betrauern. 9 präsident Studt von von Rheinbaben, de in Düsseldorf, hat die Recke angetreten. Beil „unbeschriebene Blätter wir sie in Amt und A Neben diesem Ereign große Aufregung hervo wechsel sind bei uns je die Maßregelung d die gegen den Kanal größtes Interesse, zume weiß, wie viele Bean troffen worden sind. B# gebracht, man glaubt a 20 beträgt. Die hochgehende 8 über die Kanalvorl verlaufen, wird aber wieder beginnen. Inzt der steis wachsende Amerikas wieder dur lichen Betrachtungen Staatsbahnverwaltung Lokomotiven ausschgesch Angebot aus Philadelp niedrigste Gebot eines während die anderen in forderten als der Amer sächsischen Verwaltung hat. Zu gleicher Zeit Bochumer Handelskamm mit dem gefahrdrohend beschäftigt. Es wird Einfuhr von Roheisen im Jahre 1898 um 16, eisenwaaren um 28, vo von gußeisernen Mast Dem Finster Originale nacherzäh B 27) „Hat Hauptmann Wa „Nein, gar nichts.“ „Was hattet Ihr für „Ich wollte mein bringen.“ „Was ist aus Eurem Gilbert Arnold schw dann mürrisch: „Todt.“ „Todt? Und das Kl Sohnes gescheitert?“ „Was hat Euch zuers „Eh?“ „Wer hat Euch's zue Sohn für Sir Rupert Li „Das Volk schwatzte Buben, und daß der mei andere. Da dachte ich, alles haben und der And und beschloß, bei Gelegenl Schuhe zu stecken undz einen Baron vorstellen kö „Und die Gelegenheit „Ja, an dem Tage, u durchging und ihn aufe warf. Ich kam gerade n Markte heim, und fand d Boden liegen. Ich habe bracht und mehrere Tage diese Zeit ganz wirr im Endlich brachte ich ihn m in ein Spital; nach ein p gesund und ich bin dann London gegangen.“ „Was wolltet Ihr un „Nun, ich wollte der die Buben älter und größ Aussehen des ihrigen ein