uc uit Kuene Beungopreis L4täigig mit Sgngtagsblat 1 Kyd, ohne Conntagsblat G lsgo.(Dura ai, Hot bezogen, monaitch.5 Kbs.)“—— ie(Durch bie Anzeigengebühr für die einspaltige 1 mm hohe und 46 mm breite Zeile# ese Piekengesad.3 We mm dren H og. Sei“ Pia. S een Res e ecschcte verbunden mit der„Annener Volk szeitung“ Anzeigenblatt für witten-Annen; N. 11 und die Stadtteile Stockum und Düren. Hontag, den 25. Härz 1935. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir keine Dewähr.— Bei Konkurs oder Zwangevergleich erlischt jeder Nachlasanspruch Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Fritz Küching, Witten=Annen. Für Anzeigen verantwortlich: Wilhelm Schneider, Witten=Annen. Geschäftostelle: Witten=Annen, Stockumer Straße 23. Fernruf Nr. 3134 Amt Witten.— Postscheckonto Dortmund 19335. — 31. Jahrgang Simon und Luch-Im Derin Cingetroffen Hiller wieder in Berlin Beginn der deutsch-englischen Besprechungen Berlin, 25. März. Der Führer und Reichskanzler traf Sonnabendmittag nach Beendigung seines Wiesbadener Aufenthaltes wieder auf dem Berliner Flughafen Tempelhof ein und begab sich sofort in die Reichskanzlei. Bei seiner Abfahrt aus Wiesbaden hatte ihm die Bevölkerung stürmische Huldigungen dargebracht. Am heutigen Montag beginnen die Besprechungen zwischen dem Führer und dem englischen Außenminister Sir John Simon. Selten standen diplomatische Unterhandlungen so stark im Mittelpunkt des europäischen Interesses wie der Besuch der englischen Minister. Selten aber auch ist eine so klare politische Situation geschaffen, wie es diesmal der Fall ist. Es ist tatsächlich so, wie Reichsaußenminister von Neurath kürzlich in seinem Interview erklärte, daß man in Berlin sich über Realitäten und nicht über Phrasen unterhalten werde. Der Wunsch, in dem Europa von heute eine klare Friedensorganisation auf dem Boden der Gleichheit zu besprechen, ist beiden Verhandlungsteilen gleich wichtige. Der Besuch, den Unterstaatssekretär und Großsiegelbewahrer Eden unmittelbar vorher in Paris gemacht hat, um dann gemeinsam mir dem Außenminister Simon nachBerlin zu kommen, hat zweifellos dazu beigetragen, die Atmosphäre noch weiter zu klären und für beide Teile wichtige Informationsmöglichkeiten zu sichern. Wenn wir einen Wunsch für die Verhandlungen aussprechen dürfen, dann ist es der, daß in ihnen die englischen Herren von dem ehrlichen Willen zum Frieden überzeugt werden, den das neue Deutschland aus seiner geistigen Basis, der nationalsozialistischen Idee schöpft. Simon über seine Aufgabe Der englische Außenminister hat vor Antritt seiner Berliner Reise noch zweimal öffentlich gesprochen, und zwar zunächst in Gildersome, wo er sich für die Einigkeit des Unterhauses in der letzten außenpolitischen Debatte bedankte. In Birstall kam Sir John Simon sodann auf seine Berliner Reise zu sprechen. Niemand wisse besser als die Regierung, wie ernst und wie schwierig ihre Aufgabe sei. Aber es sei richtig, daß England diese Aufgabe auf sich nehme. Was immer der Ersolg des Berliner Besuchs sein möge, er werde nichts Plötzliches oder Ueberraschendes zustande bringen, denn er sei nur der Ansang eines Prozesses, dessen Weiterentwicklung im großen Umsange von der Klugheit und Beharrlichkeit abhänge, mit der England diese Angelegenheit behandele. „Ein neuer und entscheidender Abschnitt in den gegenwärtigen europäischen Verhandlungen beginnt während des Wochenendes“, schreibt der diplomatische Mitarbeiter der„Morning=Post“ und gibt damit die Ansicht der gesamten englischen Presse wieder, die dem bevorstehenden englischen Ministerbesuch in Berlin mit größter Spannung und Erwartung entgegensieht. Der diplomatische Mitarbeiter der„Daily Mail“ meldet, daß die englische Regierung die Einberufung einer europäischen MächteKonserenz einschließlich Deutschlands nach London plane, falls die Berliner Besprechungen erfoigreich ausfallen. Die britischen Minister sehen dem Ergebnis des Berliner Besuches hoffnungsvoll entgegen. Man sei der Ansicht, daß ein direkter und offener Meinungsaustausch zwischen dem Führer und dem englischen Außenminister viele Fragen lösen könne. England wünscht erst Como, dann Geni In politischen Londoner Kreisen ist man der Auffassung, es wäre besser, wenn der Völkerbundsrat sich erst nach der Zusammenkunft in Norditalien mit der französischen Beschwerde beschäftigen würde, denn dann wäre der Völkerbundsrat in der Lage, alle bei dieser Zusammenkunft bereits vorgebrachten Gesichtspunkte und Möglichkeiten bei der Behandlung des französischen Antrags zu erörtern. Warum antwortet Paris nicht? In. Sasis un ie Brcie frntnte. Reichsminister Dr. Goebbels begab sich von Wiesbaden im Sonderflugzeug nach Hannover, um dort in einer gewaltigen Kundgebung in der Stadthalle zu sprechen. Außer dem riesigen Kuppelsaal der Stadthalle waren noch fünf große Säle überfüllt. Mit großem Ju(del begrüßt, wandte sich Dr. Goebbels zunächst innenpoLitischen Problemen zu und ging anschließend auf die anßenpolitische Lage ein. Auf absehbare Zeit— so führte der Minister aus— werde es in Deutschland keinen Staatsmann mehr geben, der auf die Lebensrechte seines eigenen Volkes verzichte, nur um damit die Welt zu beruhigen. Deutschland wolle nichts als die volle Gleichberechtigung mit den andeven großen Nationen. Als uns die Welt diese verweigerte, haben wir ihre Konferenzen verlassen. Wir haben am 16. März die Maßnahmen getrossen, um die Sicherheit unseres Volkes wieder der eigenen Kraft der Ration zu überantworten. Wir bauen keine Armee auf, um Krieg zu führen, sondern um den Frieden zu bewahren; denn nicht das bewaffnete, sondern das unbewaffnete Deutschland habe Europa beunruhigt. Die Welt sei durch das Wehrgesetz vom 16. März nicht überrascht worden. Sie habe längst gewußt, was vor sich ging, ja sogar mehr, als tatsächlich der Fall war. Dr. Goebbels führte zum Beweis die kürzlich schon von ihm zitierten Reden Baldwins und anderer ausländischer Staatsmänner an, in denen sie schon längst die deutschen Rüstungen als Tatsache hingestellt hatten. Der Minister kam dann auf die Klage Frankreichs beim Völkerbund zu sprechen und fragte, ob Frankreich dort auch gleichzeitig über seine eigene Nichtabrüstung verhandeln lassen wolle, durch die es selbst den Versailler Vertrag verletzt habe. Warum antworte Frankreich nicht auf die Friedensangebote, die ihm von Deutschland gemacht worden seien? Es werde erkennen müssen, daß Deutschland ehrlich den Frieden wolle. Allerdings wolle Deutschland als gleichberechtigte Großmacht behandelt werden. Von dieser Entschlossenheit sei es nicht mehr abzubringen, mit dieser Tatsache müsse die Welt sich abfinden. Die Völker hätten längst erkannt, daß es nichts gebe, was den Frieden gesährden müsse, niemand wolle den Krieg; warum also rede man immer vom Krieg? Niemand wolle ein wirtschaftliches Chaos, warum spiele man damite Deutschland wolle nichts anderes, als das, was die anderen Völker als ihr selbstverständliches Recht beanspruchen: Die Ehre und die nationale Souveränität. Es lei andererseits gewillt, dieses Recht auch allen anderen Völlern zuzuerkennen. Es habe keinen Ehrgeiz, kriegerische Lorbeeren zu suchen, denn es habe große innere Aufgaben vor sich; die konsequente Fortführung der Arbeitsschlacht, die Erzeugungsschlacht und die große Reichsreform. Wenn man heute eine Jugend auf den Straßen in den nationalsozialistischen Formationen, im Arbeitsdienst und in der Wehrmacht marschieren sehe, eine Jugend, die unter dem vergangenen Regime auf den Stempeistellen hätte verwahrlosen müssen, so wisse man, daß hinter dem nationalsozialistischen Aufbau ein ganzes Volk stehe, gewillt, das Regime Adolf Hitlers gegen seine Feinde zu schützen, gewillt aber auch, nach besten Kräften am Neubau einer besseren Weltordnung mitzuarbeiten. : Die Rede wurde immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochen und endete unter minutenlangem Händeklatschen der vielen Tausende Zuhörer. Dr. Goebbels flog gleich nach Beendigung der Massenkundgebung nach Berlin zurück. * Mussolinis starke Worte „Kein Ereignis findet Italien unvorbereitet.“ Anläßlich des 16. Gründungstages der faschistischen Kampfbünde hat Mussolini vom Balkon des Palazzo Benezia aus an die faschistische Jugend eine kurze, aber ganz auf die politische Gegenwart zugeschnittene Rede gehalten, in der er u. a. ausführte: „In der undurchsichtigen und unsicheren politischen Gegenwart bietet Italien der Welt das Schauspiel wunderbarer Ruhe. Heute ist Italien nach Geist und Rüstungen erstarkt. Kein Ereignis wird uns unvorbereitet finden. Diese Tatsache ermöglicht uns, trotzig der nächsten Aufgabe einer nicht gerade fernliegenden Zukunft ins Auge zu schauen. Wir sind zu jeder Aufgabe bereit, die uns das Schicksal stellt, auch, wenn es nötig sein muß, über alle Hindernisse hinweg, die sich uns in den Weg stellen sollten. Unser Wille zum Frieden und zur Zusammenarbeit in Europa verfügt auch über etliche Millionen Stahlbajonette. Morgen schon sind wir bereit, zu zeigen, welcher Geist und welcher Mut das herrliche Italien des Faschismus unter dem Zeichen des Liktorenbündels beseeien.“ Am gleichen Tage hat der italienische Regierungschef in seiner Eigenschaft als Minister der italienischen Wehrmacht die schriftliche Einberufung der ganzen Jahresklasse 1911 angeordnet. Die Einberufung wird in der amtlichen Mitteilung als Vorsichtsmaßregel bezeichnet. Die Jahresklasse 1911 beträgt rund 160000 Mann. Zusammen mit den weiterhin unter den Fahnen zurückbehaltenen Jahresklassen von 1913 und 1914 verfügt Italien zur Zeit über eine unter den Fahnen befindliche Heeresstärke von rund 600.000 Mann. Simons Ankunft in Berlin Die Begrüßung der englischen Gäste auf dem Tempelhoser Flugplatz. Berlin, 25. März. Der englische Außenminister Sir John Simon und Lordsiegelbewahrer Eden sind in einem Sonderflugzeug der Imperial Airways auf dem Berliner Zentralflughasen Tempelhof zu dem Besuch bei der Reichsregierung in Berlin eingetrossen. In der Umgebung des Flughafens hatte sich eine nach vielen Tausenden zählende Menge angesammelt. Das Flughafengelände selbst war fast bis auf den letzten Platz von Zuschauern gefüllt. Von amtlichen Persönlichkeiten waren anwesend der englische Botschafter Sir Erie Phipps mit den Herren der Botschaft, Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, der Staatssekretär in der Präsidialkanzlei Dr. Meißner als persönlicher Vertreter des Führers u. Reichskanzlers, der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, von Bülow, der Chef des Protokolls, Graf Bassewitz, Ministerialdirektor Dyckhoff vom Auswärtigen Amt, der Berliner Polizeipräsident von Levetzow, Ministerialrat Dahlmann aus dem Reichsluftfahrtministerium sowie der Flughafenkommandant Major Carganico. Als Ehrenbereitschaft war auf dem Rollfeld der erste Sturm der Leibstandarte Adolf Hitler angetreten, die bei der Ankunft des Flugzeugs unter Gewehr trat. Als erster vertieß Minister Sir John Simon das Flugzeug. Er begrüßte den Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath, mit dem er sich eine Zeitlang unterhielt, und anschließend den englischen Botschafter, die Staatssekretäre und die übrigen zum Empfang erschienenen Persönlichkeiten. Nach Simon verließ Lordsiegelbewahrer Eden das Flugzeug. Auch er tauschte Grüße mit den offiziellen Persönlichkeiten aus. Der Kommandant des Ehrensturms der Leibstandarte Adolf Hitler meldete dem englischen Außenminister die für die englischen Staatsmänner angetretene Ehrenbereitschaft. Während der Begrüßung auf dem Flughafen traten die Pressephotographen und Kinooperateure lebhaft in Tätigkeit. Die Minister bestiegen darauf die bereitstehenden Kraftwagen. Im ersten Wagen nahm Reichsaußenminister Freiherr von Neurath neben dem englischen Außenminister Sir John Simon Platz. Die englischen Gäste wurden von dem vieltausendköpfigen Publikum lebhaft und freudig begrüßt. Die Fahrt ging vom Flughafen zum Hotel Adlon, wo die englischen Minister Wohnung nahmen. Baldwins gute Wünsche Der stellvertretende englische Ministerpräsident Baldwin erklärte in einer Rede in der Albert Hall in London:„Wir alle senden unsere wärmsten Wünsche unseren Delegierten. Sie begeben sich auf eine Friedensmission, um aus erster Hand„von den einzigen Männern, die die Macht haben“, zu hören, ob wir uns darauf verlassen dürfen, daß Deutschland und Sowjetrußland ihre Rolle in Europa in dieser großen Aufgabe des Friedens spielen werden, oder ob wir uns nicht darauf verlassen können, daß sie dies tun werden. Aber ich weiß, daß alle ohne Rücksicht auf die Partei heute in England von ganzem Herzen wünschen, daß Simon und Eden aus den Ländern, die sie besuchen, Nachrichten mitbringen, die uns eine neue Hoffnung und einen neuen Fortschritt in der riesigen Aufgabe zeigen, die vor uns liegt.“ Weiter stellte Baldwin fest, daß eine„Abrüstung, wie viele sie nach dem Kriege erträumt hatten“, nicht in der nahen Zukunft zustande kommen werde. Englands Vorrecht bestehe darin,„der Fackelträger geordneter Freiheit in Europa“ zu sein. Simon über seine Berliner Mission DR. London, 24. März. Außenminister Sir John Simon, der am Sonntagvormittag von Croydon aus im Flugzeug seine Reise nach Berlin angetreten hat, erklärte auf dem Flugplatz in einer Unterredung: Ich erwarte keine plötzlichen Ergebnisse: dazu sind die Probleme zu umsangreich und zu schwierig. Wir werden aber mit dem Einsatz aller Kräfte um unser Ziel kämpfen. Unser aller Ziel ist: Friede auf Erden und guter Wille unter den Meuschen. Besprechung über das Berliner Programm DR Berlin, 24. März. In einer gemeinschaftlichen Unterhaltung auf der englischen Botschaft nach Ankunft der engiischen Regierungsvertreter wurde zwischen ihnen und dem Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath das für Montag vorgesehene Programm besprochen. Abends fand auf der englischen Botschaft ein Abendessen statt, zu dem die englischen Regierungsvertreter und die Mitglieder der englischen Botschaft erschienen waren. Drei=Mächte-Konferenz in Stresa Am 11. April. Paris, 25. März. Nach Abschluß der französisch=engbisch=italienischen Besprechungen in Paris ist folgende Verlautbarung ausgegeben warden: „Außenminister Laval, Lordsiegelbewahrer Eden und Unterstaatssekretär Suvich sind am Sonnabend am Quai 'Orsay zusammengetroffen und haben einen Meinungsaustausch über die allgemeine Lage vorgenommen. Im Lause der Aussprache ist daran erinnert worden, daß der Besuch der englischen Minister in Berlin einen Informationscharakter hat, und daß der Rahmen und der Gegenstand ihrer Besprechungen dem entspricht, was in der Londoner Verlautbarung vom 3. Februar ausgemacht worden ist, auf der sich die Einheit der Ansichten der Regierungen in London, Paris und Rom begründet. Es ist beschlossen worden, daß die Außenminister Englands, Frankreichs und Italiens sich nach dem Berliner Besuch und den anderen englischen Besuchen in Moskau, Warschau und Prag(bei denen die französische und italienische Regierung die Engländer mit ihren Wünschen begleiten) am 11. April in Stresa zusammentreffen werden. Außenminister Laval, Lordsiegelbewahrer Eden und Unterstaatssekretär Suvich haben mit Befriedigung die völlige Solidarität ihrer Regierungen festgestellt.“ Im Gegensatz zu dieser von französischer Seite ausgegebenen Mitteilung vermeidet- das britische Communigué in dem Schlußsatz den Ausdruck„Solidarität“. Statt dessen ist in dem englischen Communiqué von einer „Gemeinsamkeit der Ziele“ die Rede, was aber, da über die Ziele nirgends ein Zweisel bestanden hat, sondern immer nur über die Wege zu den erstrebten Zielen, unverkennbar eine Abschwächung bedeutet. Außer den drei Hauptvertretern wohnten den Pariser Besprechungen noch der englische Botschafter, der erste Botschaftsrat, der Leiter der englischen Völkerbundsabteilung, der Privatsekretär Edens, ferner der italienische Botschafter, der stellvertretende Direktor für politische Angelegenheiten im Palazzo Chigi, der Leiter des Privatsekretariats von Suvich, der Generalsckretär am Quai d' Orsay. Léger, nebst den politischen Direktoren Bargeton und Massigli sowie der Generalsekretär der französischen Abrüstungsabordnung und der Kabinettschef Lavals bei. Völkerbundsrat am 15. Mpril DR Ankara, 24. März. Laut Mitteilung der Anatolischen Telegrafenagentur hat der derzeitige Ratspräsident Tewsik Rüschtü Aras dem Genser Generalsekretariat seine Entscheidung mitgeteilt, den Völkerbundsrat auf den 15. April einzuberufen, also nach der Konferenz von Stresa und den anderen geplanten Besprechungen. Kleine Entente droht mit Mobilisierung Nach einer Reutermeldung aus Bukarest ist Außenminister Tituleseu nach Belgrad zu einer Zusammenkunft der Vertreter der Kleinen Entente und des Baikanbundes gereist. In Londoner diplomatischen Kreisen verlautet, daß bei dieser Besprechung die Mobilisierung der Armeen der beteiligten Länder für den Fall beschlossen werden soll, daß die alten feindlichen Länder— Oesterreich, Ungarn und Bulgarien— entsprechend dem deutschen Beschluß, ebenfalls die allgemeine Wehrpflicht einführen würden. * Neue Rüstungsforderungen in Frankreich Der französtsche Kriegsminister Maurin hat einen Gesetzesvorschlag eingebracht, der es den Reserveossizieren erlaubt, erneut in den aktiven Dienst einzutreten. Die Mindestverpflichtung beträgt sechs Monate und die Höchstgrenze acht Jahre. Außerdem soll die Zahl der Berufssoldaten und sogenannten Spezialisten, die bisher auf 117000 Mann festgesetzt war, erhöht werden. Giuawunsch-Telegramm Hillers an Zurst Berlin, 25. März. Der Führer und Reichskanzier hat dem Obermusikmeister Georg Fürst=München, dem bekannten Komponisten des Badenweiler Marsches, zu seinem 65. Geburtstage telegraphisch seine aufrichtigen Glückwünsche ausgesprochen. Obermusikmeister Fürst nahm am 12. August 1914 am Sturm des bayerischen Infanterieleibregiments auf das französische Grenzdorf Badonville(Badenweiler) teil. Am Abend dieses Tages schrieb Fürst unter dem Eindruck der slegreichen Schlacht auf einem zerschossenen Gefährt den Marsch, der wenig später auf dem Marktplatz von Peronne erstmalig gespielt wurde und eine begeisterte Aufnahme sand. Lotoles § Witten=Annen, 25. März. Das Schuhmacherhandwerkkämpft um seinen Bestand Kreishandwerkerschaft Witten. Das von altersher mit der Volksseele und Kultur eng verbundene Schuhmacherhandwerk kämpft heute aufs schwerste um die Erhaltung seines Bestandes. Gehen wir nur 20 bis 30 Jahre zurück, so war damals noch jeder Volksgenosse mit seinem Schuhmacher innerlich verbunden. Man schätzte die unverwüstliche Meisterarbeit, man kannte sie gar nicht anders: es mußte eben ein handgearbeiteter Schuh nach Maß sein. Infolgedessen kannze man damals nicht den verhängnisvoll großen Hundertsatz an Fußkranken, wie ihn die heutige Zeit zum Schaden der allgemeinen Volksgesundheit aufweist. Gerade der erschreckende Umfang der Fußleiden sollte ein Mahnzeichen sein, sich der ehrlichen, tüchtigen Handwerksarbeit zu besinnen und ganz besonders der individuellen Maßschuharbeit. Stehen doch die handwerksgearbeiteten Stiefeln in Bezug auf Güte der Arbeit und des Materials an der Spitze und sind als Qualitätserzeugnisse von größter Dauer und Haltbarkeit. Trotz der grundsoliden Arbeit haben aber viele Volksgenossen scheinbar vergessen, daß der Schuhmachermeister eine Daseinsberechtigung hat. Sie lassen nicht einmal die Reparaturen von Meisterhand anfertigen, sondern greifen zur sogenannten Selbstschusterei, obwohl sie es gar nicht nötig hätten. Nach dem Grundsatz der Volksgemeinschaft muß jeder es sich zur Pflicht machen, die anfallenden handwerklichen Arbeiten auch restlos dem Handwerk zuzuführen. Die Auftragsnot im Schuhmacherhandwerk ist unendlich groß. Manche Not könnte hier gelindert werden, wenn alle Volksgenossen ihre Aufträge dem Schuhmacher erteilten. Die jetzige Zeit erfordert schon im gesundheitlichen Interesse, daß reparaturbedürftige Schuhe instandgesetzt werden. Das Schuhmacherhandwerk führt die Arbeiten fachgerecht und preiswert aus. Möge deshalb jeder Volksgenosse den Grundsatz verwirklichen: Deine Hand dem Handwerk. Ein Jahr„Ruhrgartenstadt Witten“(Ratten-Insetts 5 Witten=Annen, 25. März,f wenigen Pioniere glaubten zuwersichtlich an das regie Sei10n TPOTTS Der letzte und der erste Schultag Nun kommt bald die Zeit, da die Schule ihren ältesten Jahrgang hinaus ins Leben entläßt. Hinaus ins Leben! Das ist ein ernstes Wort und man kann den Schritt, der nun getan wird, gar nicht so leicht nehmen, wie man das vielleicht gerne möchte. Denn das Leben ist zwar verlockend, aber doch nicht immer so lockend, wie jugendliches Ungestüm das glaubt. Bisher war man behütet in einer Gemeinschaft, in der Gemeinschaft des Elternhauses und in der Gemeinschaft der Schule. Manchmal schien die Sorge, die einen umhegte, eine Last zu sein, die man abstreifen wollte, wenn man erst„hinaus“ sei. Nun fängt es an mit dem„hinaus", und manchem mag doch dabei ein wenig bange werden. Aber dann wird der Kopf hochgenommen, der Schritt muß getan werden, und so wird man ihn tun, und es bleibt nur der Wunsch, daß es der erste Schritt zu einem guten Leben sein möge. Die Jugend kann heute hoffnungsfroher vorausblicken, als es die Jugend der vergangenen Jahre tun konnte. Das Leben hat einen neuen Inhalt und es gibt wieder ein Ziel. Lehrzeit und Lernzeit des jungen Menschen werden nicht mehr vergebens aufgewandte Mühe bedeuten, sie sind die Vorbereitung zu einem wieder tätigen Leben. Und die neue Jugend ist gewillt, dieses Leben zu meistern, nicht in müder Resignation beiseite zu stehen und fatalistisch über sich ergehen lassen, was das Schicksal bestimmt zu haben scheint; nein, sie formt sich ihr Schicksal selbst! Und dabei wird sie sich doch auch mit Dankbarkeit des Rüstzeuges erinnern, das die Schule ihr mitgegeben hat. Was für die einen der letzte Schultag ist, das ist für die anderen der erste Schultag. Aus der allerengsten Hut der Mutter wird das Kind entlassen, um in eine größere Gemeinschaft einzurücken. Der erste Schultag ist ein lebenswichtiger Tag. Seine Eindrücke können entscheidend sein für die ganze fernere Zukunft des Kindes. Es wird wohl heute nirgends mehr so sein, daß dem Kind die Schule als Zwang dargestellt wird, und es wird wohl hoffentlich auch keine Eltern mehr geben, die von der Schule erwarten, daß sie kindliches Selbstbewußtsein, das Unverständnis für„Trotz“ hält, nun„zerbricht". Die Schule soll und will nichts zerbrechen; sie will aus dem kindlich ungeformten Material, das man ihr anvertraut, wertvolles Gut bilden. Elternhaus und Schule müssen dabei zusammenarbeiten. Sie müssen es tun in dem Bewußtsein, daß die Generation, die jetzt ihren Schulgang antritt, einmal berufen sein wird, die Arbeit in und an unserem deutschen Vaterlande weiterzuführen und auszubauen. § Annen, 25. März.(Wie schütze ich mich vor der Frühjahrsmüdigkeit?) Wir kennen alle die bleierne Schwere, die uns eines Tages überfällt, wenn der Frühling ins Land zieht. Wir wissen heute, daß die sogenannte „Frühjahrsmüdigkeit“ mit dem Mangel an Vitaminen zusammenhängt. Es kommt also lediglich darauf an, unsere Nahrung möglichst vitaminhaltig zu gestalten. Die wichtigsten Helfer, die auch für jede Hausfrau erschwinglich sind, bleiben den Winter über Weißkraut, Rotkohl, Winterkohl und Mohrrüben. Wenn die in ihnen enthaltenen reichlichen Vitamine uns zugute kommen sollen, so muß man diese Gemüse nur dämpfen oder Salate aus ihnen bereiten. Oder versuchen Sie einmal zum Abendessen ein Butterbrot mit rohem Sauerkraut! Das schmeckt vorzüglich und ist so sehr gesund. Wer eine solche Lebensweise den Winter über durchführt, braucht sich vor der Frühjahrsmüdigkeit nicht zu fürchten. Besonders wertvolle Stoffe enthält auch die Kresse, die man feingehackt ebenfalls zum Butterbrot genießen kann. Auch der Schnittlauch soll nicht vergessen werden. Wem es bekommt, der greise des öfteren zur Zwiebel. Sie ist tatsächlich ein bewährtes Heilmittel. Die Zwiebel wirkt ausscheidend und nervenberuhigend. Darum ist sie ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel für geistige Arbeiter. Von dem scharfen Geruch der Zwiebel kann man sich befreien, wenn man nach ihrem Genuß einen rohen Apfel oder etwas Petersilie kaut. Erwähnt sei noch, daß gebräunte Zwiebeln nur hellgelb sein dürfen, da sie sonst schwer verdaulich sind. Außerdem können wir vielen Süßspeisen, manchen Tunken und Genüssen durch Zugabe von Zitronensaft nach dem Kochen die nötigen Vitamine und außerdem noch einen seinen Geschmack verleihen. Eine aufmerksame Hausfrau kann durch solche scheinbaren Kleinigkeiten ihren Küchenzettel bereichern und außerdem noch die gesamte Familie vor der lästigen Frühjahrsmüdigkeit schützen. § Witten=Annen. 25. März. Die vor einigen Tagen unter dem Vorsitz des Reichsrats für die deutsche Wirtschaft in Essen stattgefundene Besprechung mit dem Staatskommissar des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk sowie mit Industrieführern, Parteidienststellen und Leitern von Siedlungsunternehmungen führte zu der Erkenntnis, daß zur Behebung der dringendsten Wohnungsnot mit größter Beschleunigung Durchgreifendes geschehen muß. Es sollen noch in dieser Bausaison wenigstens 15 000 Wohnungen im Ruhrbezirk geschaffen werden. Die Industrieführer erklärten sich grundsätzlich bereit, für einen wesentlichen Teil des Programms zur Erleichterung der Restfinanzierung Hilfe zu leisten. Diese Maßnahmen geben erneut Veranlassung, auf die einzigartigen Wohngebiete in Witten und Umgebung, insbesondere im südlichen Stadtteil Bommern hinzuweisen. Dort verdient vor allem die vor etwa einem Jahr begonnene Ruhrgartenstadt Beachtung, weil sich gerade hier der Bau von Eigenheimen auch für die großstädtische Bevölkerung besonders wegen der zentralen Lage mit günstigen Verkehrsverbindungen und den landschaftlich durch das Ruhrtal und die unnmittelbar angrenzenden herrlichen Wälder gegebenen Verhältnissen empfiehlt. Als sich im Herbst 1933 nach Eileitung der ersten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung nur wenige Baulustige entschlossen, ihr Bauvorhaben auf dem für die Ruhrgartenstadt in Aussicht genommenen Gelände an der Nachtigallstraße in Bommern zu verwirklichen, fehlte es nicht an Kleinmütigen und Miesmachern, die nicht an das Gelingen der Sache glaubten und so unbewußt und bewußt zunächst hemmend wirkten. Aber die Jo. Annen, 25. März.(Werbeabend des Turnvereins „Jahn“.) Wenn auch die Veranstaltung des Turnvereins„Jahn“ am Samstagabend im„Westfälischen Hof“. zunächst eine örtliche Werbung darstellte, so ging doch aus der Art der Veranstaltung, aus dem fröhlichen Turnergeist und der mannigfachen Breitenarbeit hervor, daß man bestrebt ist, für die hohen und hehren Ziele des Mannes, dessen Namen der Verein trägt, zu arbeiten und damit für die Erziehung der jungen Menschen in einer gesunden, volksverbundenen deutschen Turnerei Sorge zu tragen.— Das außerordentlich abwechselungsreiche Programm war außer den musikalischen Vorträgen der Städt. Kapelle, Fliegner, Sache des Vereins. Der Städt. Kapelle muß das Lob zuteil werden, daß sie dem Geist der Veranstaltung Rechnung trug und durch leichte, tänzelnde Musik die Gemüter auflockerte. Die stattliche Besucherzahl, so sagte Vereinsführer Turnbruder Schulte, ist mir der Beweis, daß die wohlgelungenen Veranstaltungen aus früheren Jahren in guter Erinnerung stehen und das Interesse für die deutsche Turnerei noch nicht erlahmt ist. Leider haben die Not und die schweren Verhältnisse der letzten Jahre uns abgehalten, derartige Veranstaltungen zu unternehmen. Aber heute, wo wir wieder hoffnungsfreudiger in die Zukunft sehen, hielten wir die Zeit für gekommen, durch eine Werbeveranstaltung die Verbindung zwischen Turnerei und Volksgenossen herzustellen, zu zeigen, daß wir Arbeit leisten an der deutschen Jugend. Große Aufgaben werden verlangt. Daß die Leibesübungen zur Lebensnotwendigkeit werden müssen, diesen Gedanken haben wir hinauszutragen ins Volk. Wenn der Führer die allgemeine Wehrpflicht eingeführt hat, so ergibt sich für uns die Aufgabe, die Jungen auf ihre militärische Dienstzeit vorzubilden, ihnen somit ihre Dienstzeit leichter zu machen. In welcher Weise die deutsche Turnerschaft und auch Jahn diese Aufgaben zu erfüllen suchen, das soll Ihnen der heutige Abend zeigen. Ich hoffe, daß es uns gelingen möge, Sie von dem Wert unserer guten Sache zu überzeugen. Was nun folgte, geht aus dem Gesagten bereits hervor, nämlich: äußerste Durchbildung von den Kleinen bis zu den Großen. Daß auch rhythmisch=humoristische Bewegungsspiele zur Turnerei gehören, zeigten die Tanzund Singspiele der Schülerinnen=Abteilung, die gut gefielen. Gute Freiübungen als Ausgleich des Geräteturnens, Keulenübungen der Turnerinnen und Barventurnen folgten in rascher Folge. So bot der erste Teil des Programms einen Ausschnitt aus dem Können der Kleinen und des guten Durchschnittsturners. Der zweite Teil war vorwiegend dem Kürturnen am Barren, Pferd und Reck vorbehalten. Hier kamen körperliche Kraft, Schönheit der Bewegung, Energie und erstaunliche Körperbeherrschung als die Eigenschaften eines vollendeten Turners zum Ausdruck. Sehr schön waren auch die Kürfreiübungen, die zeigten, daß auch ohne Gerät eine durchgreifende Ausbildung des Körpers möglich ist. Auch die Damen bewiesen, daß ihnen das schwere Gerät handlich sein kann und Korpulenz durchaus kein Hemmnis ist, die schwersten Hindernisse mit Leichtigkeit zu nehmen.— Das Recht des Tanzbeins wurde nicht übersehen, ein ausgedehntes Tanzvergnügen begann, das sich bis in die frühen Morgenstunden erstreckt haben soll. I Annen, 25. März.(Hauszinssteuer.) Nach Art. 1 § 5b der Hauszinssteuer=Verordnung vom 9. 3. 1932 werden die z. Zt. geltenden Hauszinssteuersätze vom 1. 4. 1935 ab um 25 v. H. gesenkt. Die Senkung der Hauszinssteuersätze hat zur Folge, daß auch die nach den bisherigen Bestimmungen gewährten Steuerstundungen einschl. der Stundungen für die Mieter entsprechend der Senkung des Steuersolls zu kürzen sind. Sämtliche mit dem Endziel der Niederschlagung gewährten Hauszinssteuerstundungen lausen am 31. 3. 1935 ab. Soweit die Stundungen wegen der wirtschaftlichen Notlage der Mieter ausgesprochen worden waren, erfolgt die Erneuerung ohne besonderen Antrag. Den Mietern und Hausbesitzern gehen die neuen Stundungsmitteilungen im Laufe der Monate April und Mai d. J. zu. Wenn die neuen Stundungsmitteilungen bei der Hauszinssteuer= und Miet=Zahlung für April und Mai 1935 noch nicht vorliegen, kann vorkäufig der für März gestundet gewesene Betrag, gekürzt um ein Viertel, abgezogen werden. Die zugunsten der Hausbesitzer gewährten Steuererleichterungen(wirtschaftliche Notlage, Ertragsmindetung usw.) werden nur auf besonderen Antrag erneuert. —(Organisationsverbot bis zum zehnten Lebensjahr.) Reichserziehungsminister Rust führt in einem Erlaß aus, es sei ihm zur Kenntnis gekommen, daß Schulkinder unter 10 Jahren Vereinen außerhalb der Schule angehören. Kinder in diesem frühen Alter würden durch die Pflichten, die ihnen von der Schule auferlegt werden, bereits stark in Anspruch genommen. Ihre schulfreie Zeit selle der Famisie gehören. Der Minister ordnet daher an, daß Schulkindern unter 10 Jahren die Beteiligung an Vereinen odor Verbänden außerhalb der Schule zu verNenn wenigen Pioniere glaubten zuversichtlich an das regie. rungsseitig für das Jahr 1934 geplante Arbeitsbeschaffungsprogramm und sind nicht fehlgegangen. Die Ende 1933 in der Presse erschienene Bekanntmachung des Bebauungsplanes brachte eine ganze Reihe Baulustiger, die aber leider wegen nicht genügender Finanzierung zum größten Teil ihren Bauplan aufgeben oder für spätere Zeiten verschieben mußten. Schließlich gelang es aber doch, soviel finanzierte Bauherrn nachzuweisen, daß sich die Stadtverwaltung Witten verpflichten konnte, den Straßen= und Kanalbau für den ersten Bauabschnitt von etwa 20 Häusern zu finanzieren. Durch das tatkräftige Gingreifen der Stadtverwaltung Witten war es möglich, die für den Kanalbau notwendigen Mittel durch das sog. Reinhardt=Programm zu sichern. Damit war die Grundlage für die weitere Entwickelung der Ruhrgartenstadt und für die Arbeitsbeschaffung auf Jahre hinaus gegeben. In den ersten Märztagen jährte sich die Grundsteinlegung für die ersten 12 Häuser. Im Lause des Jahres entschlossen sich vier weitere Bauherrn, deren Häuser teils noch im Bau begriffen sind. Nach den s. Zt. vorliegenden Anfragen finanzierter Bauvorhaben steht zu erwarten, daß noch im Laufe dieser Bausaison sämtliche für den ersten Bauabschnitt parzellierten Grundstücke bebaut werden. Die eingangs erwähnten Maßnahmen zur Behebung der dringendsten Wohnungsnot lassen es jedenfalls wünschenswert erscheinen, daß nicht nur der erste Bauabschnitt im Laufe dieses Jahres vollendet wird, sondern auch in den übrigen Teilen Bomerns möglichst viel Wohnstätten errichtet werden. —(Behandlung der Inneren Mission im Religionsunterricht.) Der Reichserziehungsminister hat in einem Erlaß an die Ober= und Regierungspräsidenten Preußens angeordnet, daß in der Woche vor den Osterferien im evangelischen Religionsunterricht auf die Arbeit der Inneren Mission hingewiesen werden soll. Der Zentralausschuß für die Inneve Mission führt bekanntlich im April Haus= und Straßensammlungen und eine AufklärungsAktion über das Arbeiten und das Wirken der Inneren Mission durch. —(Unerträgliche Blumen.) Beobachtungen haben ergeben, daß verschiedene Blumenarten andere in ihrer Nähe nicht dulden und schnell verwelken, wenn man sie mit diesen zusammen in eine Vase stellt. So verlieren Rosen und Nelken schnell in einem gemeinsamen Gefäß ihre Schönheit, und sie halten sich weit länger, wenn sie getrennt ins Wasser gestellt werden. Dieselbe Gefahr ergibt sich bei Winden, die so mimosenhaft sind, daß jede andere Blume in ihrer Gesellschaft ihren Tod hervorruft. Es ist allgemein zu beobachten, daß jede Blume, die selbständig in einer Vase steht, viel längere Zeit frisch bleibt, als wenn Vertreter einer anderen Art im gleichen Gefäß aufbewahrt werden. * Annen, 25. März.(Einen schönen Ersolg) auch in finanzieller Hinsicht hatte, wie schon berichtet, die von sämtlichen Schulen-Annens veranstaltete und so überaus schön verlaufene Frühlingsfeier; konnten doch dem WHW. 241,95 RM. überwiesen werden. In dem ausführlichen Bericht in der Freitagnummer unserer Zeitung über die Veranstaltung ist unserm Berichterstatter leider ein Irrtum unterlaufen. Herr Musikdirektor D. h. c. August Knabe, dessen von ihm eigens für Schülerchor komponierter jugendfrischer„Wanderreigen" durch die Erlenschule in der„Frühlingsfeier“ seine Uraufführung erlebte, ist nicht Annener Kind, wie in dem Bericht gesagt wird. Annen ist auch nicht sein Heimatort, wie andere Zeitungen berichteten. Herr Musikdirektor D. Knabe hat nur insofern Verbindung mit Annen, daß mehrere ältere an den Annener Schulen tätige Lehrer sich freuen, ihrem in der alten Seminarstadt Soest noch lebenden, geistig und körperlich frischen, 88 jährigen treuen und geliebten Lehrer alljährlich einmal bei ihren Seminarklassen=Zusammenkünften dankbar die Hand drücken zu können. + Stockum, 25. März.(Arbeiten im„Dorney“.) Durch umfangreiche Arbeiten wurde der„Dorney“ in den letzten Jahren mehr und mehr zu der Erholungsstätte des Dortmunder Westens aufgeschlossen. Kreuz und quer sind durch die großen Waldungen neue Wege an den schönsten Punkten geschafsen worden, wo auch Ruhebänke Aufstellung gefunden haben. Herrichtungsarbeiten wurden auch jetzt wieder ausgenommen, damit der„Dorney“ den Erholungsuchenden beim Einsetzen des wärmeren Wetters wieder angenehmen Aufenthalt bietet. + Witten, 25. März.(Deutscher Abend des RSDFB. „Stahlhelm“ der Ortsgruppen Witten I und II.) Die Feier am Samstagabend im großen Saale des Hotels Voß erfreute sich eines sehr guten Besuches. Fleißige Vorarbeit war geleistet worden, um den Abend recht schön auszugestalten, davon zeugten die Dekoration des Saales und die vielen Darbietungen des Abends. Die ganze rechte Längswand war oben mit schwarz=weiß=rotem Tuch geziert, während die Wand nach der Gartenseite auf ihrer ganzen Länge die Fahne der nationalsozialistischen Bewegung zeigte. Eine Reihe ernster und launiger Bilder fesselten das Auge(Hindenburg, Hitler, Seldte, Artillerie in Feuerstellung, Infanterie tritt aus dem Graben zum Sturm an, Haubitzbatterie, Fuhrpark=Kolonne, langsamer Schritt, Essenholer und die beiden Kompagnietypen) und eine Reihe von Drapierungen schuf ein farbenfrohes Bild. Vom Balkon herunter hing die alte Kriegsflagge. Eine Kantine und ein Vater Philipp waren auch vorhanden. Die Musik des Stadt=Orchesters(Fliegner) unter der Leitung des Herrn Liesegang war wieder einmal ganz vorzüglich. Meister Oehler hatte für den Abend eine neue Bühnendekoration geschaffen, so daß man sich in den Argonner=Wald versetzt glauben konnte. Nach einem kurzen Vorspruch„Der Frontsoldat“, gesprochen vom Kameraden Carl Theo Rittinghaus, sprach der OG.=Führer Witten II Kamerad Fr. W. Moll Worte der Begrüßung. Der Abend solle das Gemeinschaftsgefühl stärken durch Stunden deutscher, fröhlicher Geselligkeit in deutsch=völkischer Eigenart und dem Kameradschaftsgefühl, das den Männern der Front in Fleisch und Blut übergegangen ist. Die alten Frontsoldaten seien bescelt vom Kameradschaftsgefühl und heißer Liebe zum deutschen Vaterlande. Ein gemeinsames Schicksal habe sie zusammengeschweißt. Sie wüßten sich eins mit den Opfern des Krieges und den gefallenen Helden. Ihrer zu gedenken und der Toten des letzten Jahres sei Ehrenpflicht. Zu diesen Toten gehöre auch das ehemalige Ehrenmitglicd des Bundes, Generalseldmarschall von Hindenburg. Weiterhin nannte Redner die Namen der verstovbenen Kameraden Herbert Schwartzkopff, Kurt Schnitzler, Hans Blank und Emil Wagner. Die Anwesenden erhoben sich S und Preiswürdigkeit. BettiedernReinigung täglich. Abholen u. Zustellen an einem Tage Kostenles K witten zu Ehren der Toten. Der Vorhang öffnete sich, ein Kriegergrab wurde sichtbar. Während die drei Strophen des Liedes vom guten Kameraden erklangen, feuerte eine Gruppe Feldgrauer eine dreifache Salve über dieses Grab. Redner fuhr alsdann fort, Männer, die durch das Fronterlebnis eine innige Verbundenheit mit ihren Volksgenossen im Herzen fühlen, seien der starke Quell, aus dem Hitler seine Reserven holen konnte zum Aufbau des Dritten Reiches. Der Frontgeist möge an diesem Abend seinen Einfluß ausüben, und wir müssen alle zusammenstehen wie deutsche Brüder und Schwestern in Not und Gefahr zum Wohl und Wehe unseres Vaterlandes und durch Unterstützung unseres großen Führers, dessen Arbeit wir hierdurch wesentlich erleichtern.. Die Festrede über das Thema„Was ist Führertum?“ hielt der Kulturreferent des NSDFB. Stahlhelm, Dr. Funke, Hagen i. W. Weiter wurde der Abend verschönt durch die Darbietungen der Sängergruppe des NSDFB. unter der Leitung des Kameraden Otto Dickel sowie eine Reihe von lebenden Bildern, die sehr realistisch waren, Biwakfeuer, Weihnacht im Schützengraben und Volksgemeinschaft, sowie einen Militärschwank„Schrupke kommt“. Als das Programm erschöpft war, ging bei Tanz und kameradschaftlichen Gesprächen die Zeit bis zur Scheidestunde nur allzu schnell dahin. Witten, 25. März.(Arbeitsjubiläen im ReichsbahnAusbesserungswerk Witten.) Am 15. März konnte der Förderarbeiter Heinrich Friedrichs und am 21. 3. ds. Is. der Vorschlosser Emil Umbach auf eine 40jährige Arbeitsdienstzeit zurückblicken. An diesen Tagen hatten sich die Werkleitung und die engeren Arbeitskameraden zu schlichten Feiern zusammengefunden. Nachdem der Werkdirektor die Verdienste der Jubilare in einer Ansprache gewürdigt hatte, erhielten beide von Mitgliedern der Roichsbahndirektion Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers, sowie Anerkennungsschreiben des Generaldirektors der deutschen Reichsbahn und des Präsidenten der Reichsbahndirektion Köln ausgehändigt. Der Betriebszellenobmann überreichte beiden einen Frühstückskorb des Eisenbahn=Vereins und sprach hierbei einige passende Worte. Von den engeren Kameraden erhielten sie hübsche Geschenke. Der Werksgesangverein trug durch Liedervorträge zur Verschönerung der Feier bei. Ferner konnten bezw. können im Monat März ds. Is. die Gefolgschaftsmitglieder Gustav Müller(30 Jahre), Konrad Craß(25 Jahre) und August Willberg(25 Jahre) ihr Arbeitsjubiläum feiern. Sämtliche Jubilare erhielten bezw. erhalten Treueprämien ausgehändigt und außerdem bei 25 jähriger Dienstzeit das Buch des Führers „Mein Kampf“. Witten, 25. März.(Festnahmen.) In der Nacht zum 23. März wurden von einem Schutzpolizeibeamten im Papenholz drei verdächtige Personen gestellt, die sich, wie sich später herausstellte, auf nächtlicher Diebesfahrt befanden. —(Hinter Schloß und Riegel gebracht) wurde weiter ein 39jähriger Familienvater, der sich seit längerer Zeit an seiner 8jährigen Tochter unsittlich vergangen hat. Er ist wegen Sittlichkeitsverbrechens bereits vorbestraft. —(Festgenommen) wurde schließlich noch ein erheblich vorbestrafter wohnungsloser junger Mensch wegen verbotswidrigen Musizierens und ein landwirtschaftlicher Arbeiter wegen Diebstahls einer Geldbörse mit 22 RM. Witten, 25. März.(Landhelfer heraus!) Die Landwirtschaft hat wieder starken Bedarf an Landhelfern. Von Witten aus sind im vorigen Jahr 1500 Landhelfer losgezogen. Mancher von ihnen hat es so gut getroffen, daß er auf seiner Arbeitsstelle geblieben ist. In den letzten zwei Wochen sind von hier aus wieder 100 Landhelfer ins Sauerland und nach Hannover gefahren. Für die Unterbringung in Ostpreußen sind Erkundigungen eingezogen und Besichtigungen vorgenommen worden. Marten, 25. März.(Zum Rektor ernannt.) Lehrer Otto Niederstebruch aus Kirchlinde, der die kommissarische Leitung der evangelischen Germaniaschule in Marten übernommen hat, ist mit rückwirkender Kraft vom 1. November 1934 zum Rektor dieser Schule ernannt. Woiestalten E. D. Annen. Wenn Sie den Bestellschein unterschrieben haben, sind Sie verpflichtet, den Gegenstand abzunehmen, und zwar zu den Bedingungen, die in dem Bestellschein vermerkt sind. Wenn Sie augenblicklich nicht in der Lage sind, den für die Anschaffung bestimmten Betrag zu zahlen, empfehlen wir Ihnen, sich mit der Firma in Verbindung zu setzen und Ratenzahlung norzuschlagen. Irgendwie werden Sie dann doch eine Klärung der Angelegenheit herbeiführen. D. R. — Die Grabinschrift des selbstbewußten Juristen. Einer der scharfsinnigsten Juristen der jüngsten Zeit war der berühmte Kommentator des Handelsgesetzbuches, Staub. Er hatte sich als Grabinschrift gewünscht:„Hier liegt Staub. Es bedarf keines Kommentars.“ Provinz=Nachrichten Herdecke, 24. März.(Waldbrand.) Auf dem Altenberg brannte gestern eine Schonung der Witwe Grave ab. Etwa 4 Morgen Eichen= und Buchenbestand wurden vernichtet. Verursacht wurde der Brand durch Unvorsichtigkeit eines Mannes. Schwerte, 24. März.(Vom Zuge überfahren.— Zwei Verletzte.) Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Wupvertal meldet: Freitag morgen kurz nach 10.30 Uhr wurde im Bahnhof Schwerte ein Rottenmeister und ein Eisenbahnunterhaltungsarbeiter beim Ueberschreiten der Gleise von einer nach dem Lokomotivschuppen fahrenden Lokomotive erfaßt und überfahren. Der Rottenmeister wurde schwer, der Bahnunterhaltungsarbeiter leicht verletzt. Die beiden Verunglückten wurden dem Krankenhaus zugeführt. Iserlohn, 25. März.(100 Morgen Wald in Flammen.) Durch die Unachtsamkeit einiger Kinder, die in der Nähe des Waldes, oberhalb der Iserlohner Brauerei in der Obergrüne mit Streichhölzern spielten, sind über 100 Morgen junger Wald vernichtet worden. Der sogenannte Brandkopf(vor etwa 20 Jahren ist diese Vergeshöhe ebenfalls vollständig niedergebrannt, wodurch der Name Brandkopf entstanden ist), war durch den für das Feuer günstigen Wind bald ein einziges Flammenmeer, und dichte Rauchwolken verdunkelten den Himmel im Westen der Stadt. Die Feuerwehren von Obergrüne und Iserlohn waren schnell zur Stelle, doch konnten sie allein kaum etwas gegen das wütende Element ausrichten. Wie eine höhere Fügung muß es deshalb angesehen werden, daß Wehrangehörige, die mit Waldarbeiten beschäftigt waren, in der Nähe des Waldes Rast gemacht hatten und wohl als erste die auflodernden Flammen bemerkten. Mit viel Schneid und Eifer gingen sie gegen das Feuer vor. Es gelang den vereinten Kräften, Herr des Brandes zu werden. Unter Zurücklassung einer Wache konnten die müden Kämpfer abrücken. Die Uebeltäter, drei Kinder aus Iserlohn, die in der Obergrüne zu Besuch weilten, wurden zwar ermittelt, doch kann der Schaden dadurch nicht wieder gutgemacht werden. Münster, 23. März.(Münsters älteste Bürgerin gestorben.) Noch am 20. März war es der ältesten Einwohnerin Münsters, der Witwe Emons, vergönnt, ihren 96. Geburtstag zu feiern, und schon heute müssen wir berichten, daß sie das Zeitliche gesegnet hat. Bis in die letzten Tage hinein war die alte Dame, die aus Bonn stammte, bei bester körperlicher und geistiger Frische und machte auch noch allein ihre täglichen Spaziergänge. Gütersloh, 24. März.(In einer Regentonne ertrunken.) Im Nachbarort Sende fiel der vierjährige Sohn des Kaufmanns Lückeville in eine Regentonne, als er sich dort mit Spielkameraden zu schaffen machte. Der Knabe stürzte kopfüber in die mit Wasser gefüllte Tonne und ertrank. Seine Spielkameraden konnten ihm nicht helfen. Sie liefen in das Nachbarhaus und holten Erwachsene. Als der Knabe aus der Tonne gezogen wurde, war er bereits tot. Linnich, 25. März.(Auto rast gegen Baum.) Auf der Landstraße Linnich=Jülich fuhr ein Lastkraftwagen, der mit Frucht beladen war, gegen einen Baum. Dabei geriet der Benzintant in Brand, und bald glich der Wagen einer großen Feuersäule. Während sich der Kraftwagenführer noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, verbrannte der Wagen mit der Frucht vollständig. Der Schaden ist erheblich. Gladbeck, 25. März.(Ende eines Sittlichkeitsverbrechers.) Ein an der Bismarckstraße wohnender 39jähriger Mann, der soeben eine Zuchthausstrafe von 1½ Jahren wegen Sittlichkeitsverbrechens verbüßt hatte, wurde in einem Wäldchen hinter der Kolonie Zweckel erhängt aufgefunden. Gladbeck, 24. März.(Geschiedene Frau wollte sich und ihre beiden Kinder vergiften.) Die Bewohner eines an der Hermannstraße gelegenen Hauses bemerkten, daß aus der Wohnung einer dort wohnenden geschiedenen Frau Gasgeruch kam. Mit Hilfe der Kriminalpolizei wurde die Wohnungstür geöffnet, und man fand die Frau mit ihren zehn= und achtjährigen Kindern bewußtlos und den Gashahn geöffnet vor. Man brachte die drei ins Barbarahospital und hofft, sie am Leben erhalten zu können. Duisburg=Hamborn, 25. März.(Englischer Besuch) weilt in der Zeit von Montag bis Mittwoch in Duisburg=Hamborns Mauern. Es sind 17 Studenten der Universität Cambridge, welche die industriellen und sportlichen Anlagen der Stadt besichtigen wollen. Dienstag nachmittag findet ein Hockey=Wettspiel gegen den Club Raffelberg statt. Duisburg=Hamborn, 24. März.(Vom Spiel in den Tod.) Auf der Düsseldorfer Straße lief ein dreijähriger Junge plötzlich auf den Fahrdamm, um seinen Ball wiederzuholen. In seinem Eifer bemerkte er nicht die herankommende Straßenbahn. Er wurde vom Motorwagen erfaßt und beiseite geschleudert. An den erlittenen schweren Verletzungen starb das Kind noch am gleichen Abend. Kürten, 25. März.(Zwei Scheunen niedergebrannt.) In der vorletzten Nacht brannte auf dem Anwesen des Landwirts H. L. in Breibach die Scheune nieder. Das ist auf diesem Anwesen seit 1929 schon der 5. Brand. Fast die Hälfte der vorjährigen Ernte, noch große Mengen ungedroschenen Getreides sowie die landwirtschaftlichen Maschinen sielen dem Feuer zum Opfer.— In dem nicht weit entfernten Ort Körschsiefen brannte in der gleichen Nacht auf dem Anwesen des Bauern W. M. ebenfalls die Scheune nieder. Die Ursachen und die Frage, ob zwischen diesen Bränden ein Zusammenhang besteht, sind noch nicht geklärt. Cloppenburg, 25. März.(500 Jahre Stadt Cloppenburg.) Die Stadt Cloppenburg begeht dieses Jahr ihr 600jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß werden in der Woche vom 23. Juni bis 1. Juli Festveranstaltungen stattfinden, deren Vorbereitungen schon in vollem Gange sind. Trier, 25. März.(Vermißter als Leiche aus der Mosel geborgen.) Am Mittwochabend wurde aus der Mosel bei Trier die Leiche eines 36jährigen Telegraphenarbeiters aus Ehrgang gelandet. Der Mann war seit etwa zehn Tagen vermißt und hat anscheinend in einem Anfall von Schwermut seinem Leben durch einen Sprung von der Trierer Römerbrücke ein Ende gesetzt. Er war verheiratet und hinterläßt drei unmündige Kinder. Aachen, 23. März.(Katholische Kirchenzeitung für das Bistum Aachen beschlagnahmt.) Die Staatspolizeistelle teilt mit: Die katholische Kirchenzeitung für das Bistum Aachen, Nr. 12 vom 24. März d. Is., ist wegen Verstoßes gegen den Paragraphen 7 der Verordnung vom 2. Februar 1933 beschlagnahmt worden. Die„Miosse Anssont J, Ounns Englands Inkeresse an den Berliner Besprrechungen. DRB London, 24. März. Ganz England richtet heute die Augen nach Berlin und sieht der historischen Zusammenkunft zwischen dem Führer Deutschlands und dem englischen Außenminister voll Spannung und-Hoffnung entgegen. Die Sonntagspresse spricht in fettgedruckten Schlagzeilen von der„großen Mission“ Sir John Simons und gibt dem Außenminister in langen Leitartikeln die besten Glückwünsche mit auf den Weg. Unter der Ueberschrift„Gute Aussichten für die Berliner Besprechungen“, schreibt die bekannte Sonntagszeitung „Sunday Times“: Die Hoffnung wächst, daß die deutschenglische Konferenz in Berlin Ergebnisse von beträchtlichem Wert zeitigen wird. Die Reise Simons und Edens nach Berlin ist einer der bedeutendsten Besuche, die von irgend einem Staatsmanne in unserer Geschichte durchgeführt wurden. Die Besprechungen werden von allergrößter Bedeutung für die Zukunft Europas und für die Friedenshoffnungen sein. Wir stehen buchstäblich am Scheidewege. Wenn die Berliner Besprechungen vorüber sind, dann werden wir endgültig wissen, ob die Sicherheit Europas in Zukunft auf einem kollektiven Sicherheitssystem, oder auf dem alten System der Mächtegruppen und Kombinationen begründet wird. Es kann kein Kollektivsystem für Europa geben ohne Deutschland mit seiner zentralen Lage, seiner großen Bevölkerung und seiner potentiellen Militärstärke. Wenn Hitler, so fährt das Blatt fort, seinen Friedensäußerungen jetzt einen greifbaren Ausdruck gebe, sein Land„bei vollen Sicherungen und auf der Grundlage einenr echten Gleichberechtigung" zur Teilnahme an einem Pakt zur Sicherung des Ostens und des Westens und zu einer baldigen Rückkehr nach Genf zu verpflichten, dann werde er die gesamten internationalen Aussichten verbessern. England selbst habe die Aufgabe, in kühler und nüchterner Weise das Gleichgewicht zwischen den widerstrebenden Forderungen und Ansprüchen der verschiedenen Parteien zu halten und selbst einen angemessenen Teil der Verantwortung zu übernehmen. Der„Observer“ meldet aus Berlin:„Deutschland hat jetzt zwischen„Isolierung" und„kollektiver Sicherheit“ zu wählen. Es ist klar, daß Deutschland vorzieht, der Meister seiner eigenen Außenpolitik zu sein. Man darf nicht vergessen, daß Deutschland jetzt nimmt und verlangt. Es bettelt nicht um Zugeständnisse. Deutschland fühlt sich stark. Sein Vorgehen vom vergangenen Sonnabend hat jede Gefahr eines diplomatischen Kuhhandels, der von Hitler verabscheut wird, beseitigt.“ Deutschland werde in den Besprechungen der„sowjetrussischen Gefahr“ einen großen Platz einräumen, denn es sei der Ansicht, daß England die deutschen Befürchtungen in Bezug auf RäteRußland nicht völlig erfaßt hat. Garvin schreibt im selben Blatt, Hitler habe im voraus den Samthandschuh ausgezogen und strecke dem Handschlag eines britischen Staatsmannes den Panzerhandschuh entgegen. Diese Methode habe zum mindesten den Vorteil, daß sie Ueberschwenglichkeiten verbietet und sie letzten Endes zu jenen greifbaren Friedensinteressen führen könne, die von englischer Seite ins Auge gefaßt seien. Garvin weist dann seine Landsleute darauf hin, daß der Begriff der nationalen Wehrpflicht tief im nationalen Leben Deutschlands verwurzelt ist und daß ein Aufgeben dieser jetzt wiederhergestellten stolzen Ueberlieferung nicht in Frage komme.„Es kann kein gesünderes System eines vereinbarten Friedens in Europa geben ohne die Anerkennung der absoluten Gleichberechtigung Deutschlands unter den Großmächten. Daraus folgt, daß die allgemeine Wehrpflicht ebenso berechtigt und unvermeidlich im Dritten Reich ist wie in Frankreich, Italien, Rußland oder Japan, um nicht noch ein Dutzend anderer Länder zu erwähnen.“ „Sunday Dispatch“ schreibt: Dieses Wochenende wird vielleicht das Schicksal aller uner, Frauen und Kinder in Europa entscheiden. Durch sein Vorgehen in der letzten Woche hat Hitler einen neuen Zeitabschnitt in den internationalen Beziehungen eröffnet. Durch ihre Besprechungen werden Hitler und der englische Außenminister in weitgehendem Ausmaße bestimmen, wie dieser Zeitabschnitt gestaltet werden soll. Simon muß es völlig klar sein, daß die Zivilisation nach Ansicht des englischen Volkes nur auf der Grundlage der Gerechtigkeit und Verständigung aufrechterhalten werden kann. Der Flug der englischen Mlinister nach Berlin. Kurze Zwischenlandungen in Amsterdam und Hannover. DR Berlin 24. März. Zum Flug der englischen Minister nach Berlin ist ergänzend zu melden, daß Sir John Simon mit seiner Begleitung auf der Durchreise der Reichshauptstadt um 12,20 Uhr Amsterdamer Zeit(13,00 Uhr MEZ.) auf dem Amsterdamer Flughasen Schiphol gelandet war. Eine Minute später tras Eden aus Paris ein. Nach der Einnahme des Frühstücks wurde der Flug fortgesetzt. Um 16 Uhr erfolgte eine kurze Zwischenlandung zur Brennstofsaufnahme in Hannover. Zur Begrüßung der englischen Staatsmänner hatten sich Oberbürgermeister Dr. Menge, der englische Konsul Aue und Oberpräsident Staatsrat Lutze eingesunden. Auf dem Flughafen wurde die englische Flagge gehißt. Die englischen Minister begaben sich in die Gaststätte des Flughafens und unterhielten sich dort bei einer Tasse Tee eine Viertelstunde mit den Hannoverschen Herren in angeregter Weise. Dann wurde der Flug nach Berlin fortgesetzt. Die englischen Minister im Hotel Adlon DR Berlin, 24. März. Wenige Minuten nach 20 Uhr begaben sich die englischen Minister mit ihrer Begleitung, nachdem Reichsaußenminister Freiherr von Neurath und die übrigen deutschen Herren bereits vorher die englische Botschaft verlassen hatten, zum Hotel Adlon, wo sie zunächt von dem Chef des Hauses, Herrn Lonis Adlon willkommen geheißen wurden. In der Halle bereiteten die hier anwesenden zahlreichen Angehörigen der englischen Kolonie ihren Ministern einen herzlichen Empsang. Rutzland will dabei sein Laval hat am Freitagabend den russischen Botschafter Potemkin empfangen. Potemlin hat Laval mitgeteilt, die russische Regierung lege Wert darauf, an der Konferenz in Stresa teilzunehmen für den Fall, daß entsprechend dem Wunsch der englischen Regierung Deutschland zur Teilnahme eingeladen werden sollte. Potemkin ist Laval gegenüber recht deutlich geworden und hat ihm gesagt, daß die russische Beteiligung an der Konferenz in dem gedachten Fall die Bedingung für die Aufrechterhaltung des russisch=französischen Einvernehmens sei. Oesterreich fordert volle Gleichberechtigung DR Wien, 25. März. Außenminister Berger=Waldenegg sagte in einer Rede in der steirischen Stadt Schladming u.., er habe auf seinen Auslandsreisen in jeder Beziehung Gleichberechtigung für Oesterreich verlangt und werde sich nicht eher zufrieden geben, bis die volle Gleichberechtigung erlangt sei. Die Gleichberechtigung sei unterwegs und werde sehr bald kommen. Zur Frage der Jugenderziehung erklärte der Außenminister, daß Oesterreich das italienische Ballila=System wählen werde, das den österreichischen Verhältnissen angepaßt werden solle. Neueste Nachrichten Dr. beu in Berlin eingetrotfen DR Berlin, 24. März. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley ist heute nachmittag um 17,30 Uhr in einem Sonderflugzeug von München kommend auf dem Flughasen Tempelhof wieder eingetrossen, wo ihm ein überaus herzlicher Empfang bereitet wurde. Iaßznahmen gegen eine Zeitung Karlsruhe, 25. März. Wie das Geheime Staatspolizeiamt heute mitteilt, mußte das„Hochrheinische Volksblatt“ in Säckingen wiederholt beschlagnahmt werden, weil es in den letzten Tagen mehrfach Artikel mit versteckten Angriffen gegen den Nationalsozialismus enthielt, die geeignet erschienen, die Bevölkerung zu beunruhigen. Der verantwortliche Redakteur Dr. Stratz wurde in Schutzhaft genommen. Göring ehrt einen verdienten alten Beamten dub Berlin, 25. März. In Treptow an der Tollense seierte der Ruhestandsbeamte August Käding am Sonnabend seinen 95. Geburtstag. Der Jubilar hat über 50 Jahre dem Preußischen Staat treue Dienste geleistet. Als Veteran hat er die drei deutschen Einigungskriege mitgemacht. In Anerkennung der treuen Dienste des Jubilars bereitete Ministerpräsident Göring dem verdienten Veteran eine ganz besondere Freude. Vollkommen überraschend besuchte der Adjutant des Ministerpräsident Göring, Major Conrath, den Jubilar und überreichte ihm ein Bild des Ministerpräsidenten mit Widmung sowie als persönliches Geschenk einige Flaschen Wein, Zigarren und Blumen. Vor einer Friedensbotschaft des Papstes DR Rom, 24. März. In katholischen journalistischen Kreisen werden immer bestimmter auftretende Gerüchte verzeichnet, wonach Pius XI. bei dem zum 1. Aprit einberufenen geheimen Konsistorium auch auf die internationale Lage eingehen und dabei die Vörker zum gegenseitigen Vertrauen und Verständnis und zur wirksamen Arbeit für die Sache des Friedens ermahnen werde. Andere wollen wissen, daß der Papst auch Ostern eine besondere Enzyklika zum Friedensthema erlassen wolle. Bei den zuständigen vatikanischen Stellen wird vorerst gegenüber diesen Gerüchten noch größte Zurückhaltung gezeigt. Großes Brandunglück in Chikago DR Chikago, 25. März. Ein Feuer, das in einem mit billigen Papierverzierungen behangenen Nachtklub ausbrach, verursachte eine Panik unter den 80 Gästen, als brennende Papiergirlanden auf sie herabsielen und die Flammen den Ausgang versperrten. Die Gäste zerkratzten einander, zerrissen ihre Kleider bei ihren verzweiselten Fluchtversuchen, bei denen eine große Zahl mehr oder weniger schwer verletzt wurde. Sechs starben an ihren Brandwunden. Hauptmanns Zellengenosse hingerichtet Trenton(New Jersey), 23. März. Der wegen Entführung und Ermordung des Lindberghschen Kindes zum Tode verurteilte Bruno Richard Hauptmann hat wieder einen Zellengenossen durch den Tod auf dem elektrischen Stuhl verloren. Ein aus Deutschland stammender 22= jähriger junger Mann namens Kurt Barth war vor einigen Tagen in die Todeszelle des Trentoner Gefäugnisses, in der Hauptmann bis zum Beginn der Berufungsverhandlung bieibt, eingeliefert worden, nachdem er wegen Raubmordes an einem Ladeninhaber zum Tode verurteilt worden war. Heute nacht wurde er aus der Todeszelle in die unmittelbar daneben liegende Hinrichtungszelle gebracht, wo er auf dem elektrischen Stuhl starb. We F W Verbot der„Danziger Volksstimme“ Das Zentrumsorgan verwarnt. . Danzig, 25. März. Der Danziger Polizeipräsident hat die sozialdemokratische„Danziger Volksstimme“ auf die Dauer von fünf Tagen verboten, weil das Blatt, ungeachtet der bisherigen Verwarnungen und Verbote, nach wie vor durch fortgesetzte falsche und tendenziöse Berichterstattung die Oeffentlichkeit auf das schwerste beunruhigt und die Interessen des Staates gefährdet hat. Gleichzeitig hat der Polizeipräsident sich veranlaßt gesehen, das Zentrumsorgan, die„Danziger Volkszeitung", zum wiederholten Male zu verwarnen. * Hitlerjungen singen in Warschau Warschau, 24. März. Am Samstagabend musizierten und sangen über sechzig Hitlerjungen, Jungvolk=Jungen und BdM=Mädels im Akademischen Heim in Warschau vor der polnischen Jugend. Die deutschen Volkslieder sowie die Kampflieder der nationalsozialistischen Bewegung fanden den stärksten Beifall der jungen Polen, meist Studenten, die zahlreich erschienen waren, und unter denen man auch viele Uniformen des Schützenverbandes und der Legion der Jungen bemerkte. Immer wieder ertönten die Rufe„Bis, bis“(noch einmal). Zum Abschluß der Darbietungen brachte der Führer der deutschen Spielschar, Obergebietsführer Cerff, ein dreifaches Sieg=Heil auf den polnischen Staat und die polnische Jugend aus. Die Kapelle der Spielschar intonierte die polnische Nationalhymne und im Anschluß daran das Horst=Wessel=Lied. Die polnischen Gastgeber antworteten mit einem dreifachen Hoch auf das deutsche Volk und seinen Führer Adolf Hitler. Die Spielschar wird heute abend um 19.10 bis 19.45 Uhr im polnischen Radio(der Deutschlandsender ist angeschlossen) singen und anschließend Gast des Deutschen Klubs in Warschau sein. (Expreß=Bildmatern=Dienst., Schlageters Vater 80 Jahre alt. Der Vater des unvergeßlichen Freiheitskämpfers Albert Leo Schlageter konnte jetzt in körperlicher und geistiger Frische in Wiesenthal(Baden) seinen 80. Geburtstag seiekn. Im Namen der badischen Regierung und des badischen Volkes beglückwünschte Ministerpräsident Köhler den greisen Jubilar. Stadltheater Dortmund Montag, 25. März, Anfang 20 Uhr: 8. Sinfonie=Konzert. Dirigent: Wilhelm Sieben. Dienstag, 26. März, Anfang 20 Uhr:„Agnes Vernauer“. Trauerspiel von Eduard Reinacher. Mittwoch, 27. März, Anfang 20 Uhr:„Schwarzwaldmädel". Operette von Jessel. Donnerstag, 28. März, Anfang 20 Uhr:„Was ihr wollt“. Lustspiel von William Shakespeare. Freitag, 20. März, Anfang 18.30 Uhr:„Götterdämmerung"(Richard Wagner). Eine Fahrt ins Bunte für 30 Pfennige, wöchentlich einmal. Jeden Moment eine andere sonnige fröhliche Haltestelle. Ständig Aussicht in das Reich des Humors, der Lustigkeit und der unbeschwerten Lebensauffassung. Immer wieder ein neues erfreuliches Bild, jede Minute eine neue lustige Erfahrung. Jede Woche eine nem Fahrt mit neuen Zielen und Ueberraschungen. Und das alles vermitteln die Fliegenden Blätter, die wöchentlich ein reich illustriertes Heft herausgeben, dessen Lektüre Geist und Gemüt die oben beschriebene köstliche Reise machen läßt. Humoresken und Witze, Aneldoten und Glossen, aktuelle Betrachtungen in Reim und Prosa umrahmen die Zeichnungen, Karikaturen und Bilder bewährter Witzblattillustratoren und führen von Satz zu Satz in erfreuliche fröhliche Gefilde. Rätsel und Preisaufgaben mit schönen Geld= und Bücherpreisen machen die Reise noch besonders auregend und lohnend. Also— auf zur wöchentlichen Fahrt ins Bunte— die lustigste und billigste Reise für jedermann. Aus aller Welt Das neue Dienstgebäude des Reichsluttfahrtministeriums Berlin, 25. März. Auf dem Gelände des früheren dreußischen Kriegsministeriums in der Leipziger= und Wilhelmstraße sind zur Zeit Bauarbeiten im Gange. Hier entsteht durch einen Um= und Erweiterungsbau das neue Dienstgebäude des Reichsluftfahrtministeriums. Im Inleresse der Vereinfachung und Beschleunigung des Geschäftsbetriebes werden in diesem Gebäude auch andere Dienststellen der Luftfahrt untergebracht werden. Mit einer Fertigstellung des Baues ist noch im Laufe dieses Jahres zu rechnen. Das Urteil im Uebelen-Prozetz DR Hannover, 24. März. In der Verhandlung gegen den früheren Generaldirektor der Mechanischen Weberei Linden, Kommerzienrat Uebelen, wurde am Sonnabend das Urteil gefällt. Das Gericht erkannte gegen den Angeklagten wegen fortgesetzter handelsrechtlicher Untreue auf ein Jahr drei Monate Gefängnis und eine Geldstrafe von 50000 Mark. Die Untersuchungshaft wurde auf die Strafe angerechnet. Raubmord bei lDismar Der Mörder verhaftet. DR Wismar, 23. März. In der Nähe von Maßlow wurde der Händler Johann Ciszewski in der vergangenen Nacht von zwei Verbrechern namens Saß und Pankow mit einer Eisenstange erschlagen und seiner Barschaft beraubt. Die Räuber legten die Leiche neben den Kraftwagen des Ermordeten, wo sie heute früh ein Gutsbesitzer entdeckte. Die Wismarer Polizei konnte die Mörder bereits verhaften. Sie sand auch das geraubte Geld auf. Gräßlicher Miord Limburg, 24. März. In der Nähe des Bahnhofs Limburg wurde die Leiche einer Frau gesunden. Kopf und Arme waren vom Rumpf getrennt. Wie die Ermittlungen ergaben, handelt es sich um eine im Alter von 31 Jahren stehende Frau, die in dem Westerwaldstädtchen Westerburg beschäftigt war. Deutsche Firma baut Sotioter Sender DN Sosia, 24. März. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, hat der Ministerrat in seiner Sitzung am Freitagabend beschlossen, die Lieferung und den Bau des neuen Sofioter Groß=Senders mit einer Stärke von 100 kw der deutschen Firma Telefunken zu übertragen. Die Fertigstellung und Uebernahme der Sendestation soll bis zum Frühjahr 1936 erfolgen. In Moskau zum Tode verurteilt DR Moskau, 23. März. In einem Prozeß gegen vier Jugendliche und eine Frau wurden drei Neunzehnjährige und ein Siebzehnjähriger wegen eines Feuerüberfalls zum Tode verurteilt. Die Frau erhielt sechs Jahre Gefängnis. Es handelt sich um eine Bande, die zahlreiche Ueberfälle in Moskau verübt hatte. Ueberfall auf den Zug Peking-Kalgan Acht Räuber erschossen. DR Peking, 24. März. Nach einer Meldung aus Kalgan versuchten als Fahrgäste verkleidete Räuber, 40 Kilometer vor der Stadt den Zug Peking—Kalgan zu beraubten. Sie wurden von der chinesischen Wache festgenommen und nach Kalgan gebracht. Acht von ihnen wurden zum Tode verurteilt. Die Urteile wurden sofort vollstreckt. Ein Automobilrennen über 13000 km wird gegenwärtig von dem bekannten englischen Rennfahrer Captain John Duff vorbereitet. Es handelt sich um eine Wettfahrt quer durch Afrika, die anläßlich des 50jährigen Bestehens der Stadt Johannesburg im Dezember zur Durchführung kommen soll. Der Preis, der für den Sieger ausgesetzt wird, beträgt 10000 englische Pfund. Er ist die höchste Prämie, mit der je eine Automobilwettfahrt dotiert wurde. Die hier gezeigte Karte gibt die geplante Streckenführung, die einzelnen Kontrollabschnitte und die Größe der einzelnen Abschnitte wieder. (Expreß=Bildmatern=Dienst) Aus dem Gerichtssaal Zuchthaus für einen Fahrraddieb. Duisburg=Hamborn, 23. März. Um den in letzter Zeit wieder überhandnehmenden Fahrraddiebstählen einen Damm entgegenzusetzen, verkündete das Duisburger Schöffengericht am Mittwoch ein drakonisches Urteil. Der bereits siebenmal vorbestrafte Otto Felscher, der beim Diebstahl eines Fahrrades auf frischer Tat ertappt werden konnte, wurde zu einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt.— Am gleichen Tage wurden zwei junge Burschen aus Großenbaum, die gleichfalls wegen Fahrrad= und Autodiebstahls angeklagt waren, zu fünf bzw. vier Monaten Gefängnis verurteilt. * Invalidenmarken unterschlagen. Münster, 23. März. Die Große Strafkammer in Münster verurteilte den ehemaligen städtischen Angestellten Wilhelm Brock vom Stadtbauamt in Ahlen zu einem Jahr, drei Monaten Gefängnis und zu 100 Mark Geldstrafe. Br. hatte für die Notstandsarbeiter die Invalidenmarken zu kleben und unterschlug dabei einige Beträge. Für die unterschlagenen Beträge klebte er dann entweder niedrigere Werte, oder er ließ die leeren Invalidenkarten überhaupt verschwinden. Verschiedenes Einbrecher schreibt aus Finanzamt. Karlsbad, 23. März. Dieser Tage stattete ein Einbrecher in der Nähe von Karlsbad einem Kaufmann einen nächtlichen Besuch ab. Er hatte es auf bares Geld abgesehen, nahm jedoch statt dessen in der Eile das Schuldbuch mit, in dem der Kaufmann seine Außenstände verzeichnet hatte. Mit Mühe und Not brochte der Geschäftsmann im Einvernehmen mit seinen Kunden eine Einigung über die Schuldsumme zustande. Wer beschreibt jedoch sein Erstaunen, als am nächsten Tage Beamte vom Finanzamt bei ihm erschienen, die das gestohlene Schuldbuch mitbrachten. Gleichzeitig mit diesem Buch überreichten sie ihm einen Zahlungsbesehl. Sie erklärten dem erstaunten Mann, daß er sich strafbar gemacht habe, weil die Eintragungen in das Schuldbuch vorschriftsmäßig hätten gestempelt werden müssen. Sie teilten ihm ferner mit, daß der Einbrecher, der mit dem Schuldbuch nichts anfangen konnte, dieses dem Finanzamt mit der lakonischen Bemerkung:„Ungestempelt, strafbar!“ zugesandt hätte. In seinem gerechten Zorn hat der Bestohlene die Belohnung, die er für die Ergreifung des Einbrechers ausgesetzt hat, nun verdoppelt. * „Wie würdest du sterben?“ Sechzehnjähriger Selbstmörder fragt seinen Bruder um Rat. London, 23. März. Vor einigen Wochen fragte ein 16 jähriger Schüler in Norwich seinen Bruder auf dem Wege nach Hause:„Wie würdest du Selbstmond begehen?“ Die Antwort lautete:„Sicherlich durch Ertrinken.“ Er hatte der Frage keine Bedeutung beigelegt. Am nächsten Morgen fand er einen Brief von seinem Bruder:„Es tut mir leid, daß ich dich so plötzlich verlassen muß, aber ich sehe keinen Ausweg. Ich habe Ertrinken gewählt. Es wird spät. Ich muß jetzt gehen und dann sterben.“ Vierzehn Tage lang suchte man vergeblich nach dem Sechzehnjährigen. Jetzt hat man seine Leiche in einem Fluß bei Norwich gefunden. „ * Statt Fallschirm—„menschlicher Vogel“? Montgomery(Alabama), 23. März. Der„menschliche Vogel“ hat mit seiner leichten Flügelkonstruktion einen neuen erfolgreichen Flug ausgeführt. Aus einem Flugzeug sprang der Erfinder, Clem Sohn, aus etwa 3500 m Höhe ab. Nach etwa drei Sekunden breiteten sich seine Flügel aus. Ruhig und elegant glitt er zur Erde, wo ihm eine glatte und einwandfreie Landung gelang. Diese zweite und erfolgreiche Demonstration des„menschlichen Vogel“ hat große Beachtung gefunden. Sohn erklärte, daß seine Flügelkonstruktion große Vorteile gegenüber dem bisherigen Fallschirmsystem habe, auch für den Kriegsfall bedeutend sei. Die Flieger könnten ihr Flugzeug wesentlich schneller verlassen, im Gefühl größerer Sicherheit abspringen, als dies augenblicklich möglich sei. uch Gott spricht. Von der Sprache des Ewigen erblickt das Auge mehr wie das Ohr von ihr hört. Klopstock. Toufilmübertragung ins Heim Deutschland eröffnet den ersten Fernseh=Sendedienst. Berlin, 25. März. In Anwesenheit von Vertretern des Reichspropagandaministeriums, der Reichspost und anderer Behörden eröffnete der Kurzwellensender Berlin=Witzleben den ersten Fernseh=Sendebetrieb der Welt. Der am Erscheinen verhinderte technische Direktor der Reichsrundfunkgesellschaft, Dr. Hubmann, grüßte die bei der historischen Eröffnungsfeier Anwesenden durch den Fernsehsender und dankte der Reichspost und der Industrie für die gute technische Vorbereitung. Empfänger waren bei der Eröffnung insgesamt sieben aufgestellt. Oberingenieur Dr. Hoffmann erklärte u.., dem„Echo des Tages“ werde im Fernsehdienst ein„Spiegel des Tages“ zur Seite treten. Vorerst müsse man sich darauf beschränken, einfache Tonbilder zu übertragen. Größere aktuelle Sendungen sollten zum ersten Mal am 1. Mai vom Tempelhoser Feld aus erfolgen. Im Sommer würden dann aus dem Brocken weitere Versuche durchgeführt werden. Aus Mitteilungen des Reichssendeleiters Hadamovsky war zu entnehmen, daß die Reichspost vorerst für die Fernsehempfänger keine Gebühr erhebt, außer den üblichen Rundfunkgebühren. Unter dem Beifall der geladenen Gäste wies der Reichssendeleiter dann darauf hin, daß sich jetzt auf deutschem Boden ein Kulturfortschritt vollziehe, der einmal als Krönung vieler technischer Einzelentwicklungen der Vergangenheit angesehen werden würde. In dieser Stunde sei der Rundfunk berufen, die größte und heiligste Mission zu erfüllen: Das Bild des Führers unauslöschlich in alle deutschen Herzen zu pflanzen. Es sei jetzt Aufgabe der Industrie, auf der nächsten Funkausstellung einen in beliebigen Mengen lieferbaren Fernsehapparat auf den Markt zu bringen. Hiermit würde auch ein führender Exportartikel geschaffen werden. Hadamovsky verlas sodann zwei an den Führer und Reichsminister Dr. Goebbels gerichtete Telegramme und eröffnete damit das regelmäßige Fernsehprogramm des Fernsehsenders. Im Anschluß hieran wurde das aus 16 Nummern bestehende erste Fernsehprogramm unter dem starken Beifall der Gäste vorgeführt. Im einzelnen enthielt das Programm neben Bildern aus politischen Veranstaltungen der letzten beiden Jahre die Uebertragung des Ufa=Tonfilms„Mit dem Kreuzer Königsberg' in See“ und einen Trickfilm der Ufa. Die aufgestellten Fernseher arbeiteten so ausgezeichnet, daß man sich davon überzeugen konnte, daß die Technik heute schon den Fernsehempfang eines Tonfilms zu Hause ermöglicht. Bund der Saarvereine und Pfälzer Befreiungstagung in Saarbrücken. Saarbrücken, 25. März. Nach 16jähriger Arbeit für die Befreiung des Saargebiets von der Fremdherrschaft konnte der Bund der Saarvereine zum erstenmal seine Vertreter zu seiner Jahrestagung in das Saarland führen. Es war die 15. Tagung, die in den Mauern der Stadt Saarbrücken als ein Siegesakt abgehalten wurde. Unter allseitiger Zustimmung wurde beschlossen, den Bund nach der Lösung seiner vaterländischen Aufgabe nicht aufzulösen, sondern ihn in Gemeinschaft mit den Pfälzer Vereinen im Reich als Bund der Saarvereine und Pfälzer im Reich weiter bestehen zu lassen. Der Vorsitz dieses neuen Bundes wurde einstimmig dem bisherigen Leiter des Bundes der Saarvereine, Mittelschulrektor Debusmann, übertragen. Von der Vertreterversammlung wurde an den Führer und Reichskanzler ein Huldigungstelegramm gesandt. Ein weiteres Telegramm wurde dem Reichsinnenminister Dr. Frick übersandt. 8 8 # Zrungensche Sesungbucher ZUR KONFIRMATION: M in einfachen, Leinen- und LederMmmmmmmmm Einbänden in großer Auswahl vorrätig #.# Fritz Hüching, Buchhandlung 8 Bes Erholungswerk des Beutschen Bolkes bwücht Jamilien- Freistellen in Stadl u. Lond AA Bhochökchen für die Geschäftswelt fertigt schnell u. preiswert an Fritz Küching, „Annener Zeitung“ zur Konfirmation in reicher Auswahl Zeitz Küching, Witten=Annen Ko Der fänfte. Jali Wör unsre Tonte Minna nicht, Wär' längst zu Ende dies Gedicht. Peie HTe aht mundritcht“ Längst lag am Hergen ihr ihr Schwein, Das Asthma hat und Ziegenpips. Bei Schwefelbläte, Juttergips, nem Seilbeiberren=Zittertrank Die Qual des Tieres nicht versans.“ And Tante Minna schwankte sehr: Ein feuchter Umschlag? Oder Teer? Ein guter Kaffee oder Tee? Jseh taf's dem Schwein, herrsemine! So tat sie, was sie niemals tot, Versäumte guten Zeitungsrat“) Sie wusch das Schwein samt allem Feit Und legt's kein säuberlich ins Beit And heizt ihm noch die Stube ein Dor Oibe zichte foll des Schpent! Nur, weil ein Schwein vom Bett nichts kennt.— Zuletzt'ne„Schweinerel“ entbrennt. 14 „Ver se'ne Tante sommemn sah, Der soh die Tonte Minna da! ##Pin sie sich in einer Kleinen Anzeige für wenig Geid sonst doch steis zu holen pflegte, M Jcch der Annener Zeitung Montag, den 25. März 1935 .n Hruttehen=Den Selbst in Berlin waren die Brandenburger nicht stark genug— 28000 Zuschauer im Poststadion Brandenburg...0(.0) liner Hüter ngrhat eineblich. streckenhen, Ver Kritisch betrachtel gegen munse 2. o(Log ent uim en buch den wrag an Setig betatet Das Ueberraschungsmoment ist den Spielen um den Fußball=Bundespokal bis zum Schluß reu geblieben, denn vor 28000 Zuschauern und bei kaltem, wenn auch sonnigem aber sehr windigem Wetter brachte es der Gau Mitte auch im Poststadion der Reichshauptstadt fertig, Brandenburgs Auswahl glatt und verdient mit:0(:0) zu schlagen. . Die beiden Mannschaften stellten sich dem umsichtigen Nürnberger Schiedsrichter Maul wie vorgesehen. Vorweg ist zu sagen, daß der Gau Mitte mit seiner Kampfmannschaft, die zu einer wirklichen Einheit zusammengeschweißt ist, das Spiel verdient gewann. Zahlenmäßig hätte der Erfolg zoch häher ausfallen können, denn die Vertreter Brandenburg, die sich in den letzten Kämpfen noch recht gut gehalten hatten, zeigten diesmal rein garnichts. Weder das Zusammenspiel noch die Einzelleistungen waren befriedigend. In dieser Beziehung konnten die Reichshauptstädter vieles von den Mitteldeutschen lernen, die hingehungsvoll und mit einer Einsatzbereitschaft kämpften, die fast beispiellos ist. Der Gau Mitte hat mit seiner Mannschaft einen großartigen Erfolg nicht nur vor den Augen der tausenden von Zuschauern, sondern auch der geladenen Gäste, unter denen man hohe Persönlichkeiten, wie Staatsrat Jordan, General=Leutnant Daluege, Exzellenz Lewald usw. bemerkte. 2 mal 45 Minuten Mitte begann mit dem starken Wind, aber Brandenburg hatte vorerst etwas mehr vom Spiel. Es,, muxden sogar einige aute Gelegenbeiten nerpaßt. Aber schon nach kurzer Zeit zeigte sich, daß es diesmal bei den Brandenburgern nicht klappen wollte. Sehr schwach spielte vor allem der Angriff und besonders der Halbrechte Hallex fiel vollkommen aus. Viel lebendiger und schneller waren die Aktionen der Mitte=Elf. Brandenkam oft in Gefahr, aber Riehl war meist Retter in letzter Sekunde. Mitte lag in der Folge ständig im Angriff. Staudinger schoß einmal mit voller Wucht gegen den Pfosten. Die Gäste drängten energisch und kamen denn auch in der 27. Minute zum längst verdienten Führungstor. Der Mittelläufer Böttger schoß aus Italien Europa=Pokalsieger Oesterreich in Wien:0(:0) geschlagen Im vollbesetzten Wiener Stadion fand am Sonntag das entscheidende Spiel um den FußballEuropa=Pokal zwischen Oesterreich und Italien statt. Die Italiener und blieben vor 60000 Zuschauern verdient mit:0(:0) siegreich und belegen damit in diesem Wettbewerb, an dem ferner noch Ungarn, die Tschechoslowakei und die Schweiz teilnahmen, den ersten Platz. Oesterreich war dem Weltmeister nur in den ersten 30 Minuten ein gleichwertiger Gegner, dann aber kamen die Gäste gewaltig auf und nur mit viel Glück konnte Oesterreich in der ersten Halbzeit den Kampf torlos gestalten. Nach dem Wechsel wurde die Ueberlegenheit der Italiener immer größer. Das erste Tor fiel bereits nach sechs Minuten durch den jungen Halblinken Fedullo(Bologna), der auch in der 37. Minute den entscheidenden zweiten Treffer anbringen konnte. Oesterreich hat von seinem früheren großen Können viel eingebüßt. Die alten Spieler sind nicht mehr in der Lage, ein temporeiches Spiel ganz durchzustehen. Italiens verjüngte Mannschaft ließ dagegen einen ausgezeichneten Eindruck, besonders die neuen Spieler, Maschironi von Ambrosiana Mailand als Verteidiger und der Torschütze als Halblinker verrieten große Klasse. Das Spiel wurde von dem Engländer Levingstone äußerst korrekt geleitet. 25 Meter an dem sich vergeblich streckenden Berliner Huter vorvei ein. Durch diesen Erfolg angespornt, kämpften die Mitteldeutschen noch eifriger und energischer. Brandenburg hatte bis zum Schluß der Halbzeit noch bange Minuten zu überstehen. Berliner Hoffnungen auf einen Umschwung nach der Pause wurden von Mitte schon bald zunichte gemacht. Schon nach drei Minuten erhöhten die Gäste ihren Vorsprung auf:0. Ein Deckungsfehler von Bien, der für einen Moment den gefährlichen Mittelstürmer Staudinger außer Acht gelassen hatte, gab Reinmann Gelegenheit aus nur drei Meter Entfernung unhaltbar einzusenden. Dieser Erfolg verwirrte die Berliner noch mehr, so daß sie erst einige Zeit benötigten um wieder Zusammenhang zu finden. Später spielten die Berliner teilweise sogar leicht überlegen, aber der Sturm, in dem die linke Flanke vollkommen ausfiel, war vor dem Mitte=Tor zu unbeholfen und rannte sich immer wieder fest. Alle Anstrengungen, wenigstens das Ehrentor zu schießen, waren vergebens. Die Mitte=Elf hatte wiederum keinen überragenden Punkt, aber auch keinen Versager in ihren Reihen. Jeder von den elf Spielern gab sein Bestes. Der Torwart Tschach machte keinen Fehler. Von den Verteidigern war Riechert etwas besser, während in der Läuferreihe Böttcher in der Mitte produktive Auflauarbeit verrichtete. Der Angriff harmonierte vorzüglich und war vor allem durch seine entime Schnelligkeit gefährlich. Ideenreich war das Spiel von Staubinger, der die flinken Außenstürmer immer wieder glänzend setzte. Die Berliner verloren in erster Linie durch ihre unkluge taktische Einstellung. Verteidigung und Läuferreihe gingen noch an, dafür aber fiel der Angriff gänzlich aus. Er verlor noch mehr! an Kampfkraft als Elsholz verletzt wurde und nur noch als Statist mitwirken konnte. Sienholz war zu unbeweglich um dem Kampf nach der Pause eine Wendung geben zu können. Die linke Seite war nie richtig im Bilde. Da kam Nordmark nicht mit Westfalen— Nordmark:0(:0) Das Freundschaftsspiel zwischen den Repräsentativ= mannschaften von Westfalen und Nordmark ging am Sonntag vor 15000 Zuschauern im Dortmunder Stadion„Rote Erde“ vor sich. Ein leichter Regen, der während der ersten halben Stunde des Spiels andauerte, hatte den Rasenboden sehr glatt gemacht, wodurch in erster Linie die körperlich schwerere Nordmark=Elf in Mitleidenschaft gezogen wurde. Aber trotzdem hatte man sich von den Norddeutschen mehr vorgestellt, die bis auf Noack, für den Panse Halblinks spiekte, in der zuletzt angekündigten Aufstellung antreten. Westfalen war, wie vorgesehen, zur Stelle. Die Westdeutschen waren in beiden Spielabschnitten mehr oder weniger klar überlegen und zeigten vor allen Dingen in der ersten Halbzeit sehr gute Leistungen. Gegen ihr flaches und engmaschiges Kombinationsspiel vermochten die Gäste mit ihrem hohen Spiel nichts auszurichten. Und da Stührck in der norddeutschen Verteidigung ein großer Versager war und auch Schwartz bei weitem nicht seine beste Leistung erreichte, konnten auf die Dauer Erfolge der Westfalen nicht ausbleiben. Bereits in der sechsten brachte Gellesch auf Vorlage von Arban die Westfalen in Führung. Auch im weiteren Verlauf blieben die Einheimischen tonangebend, und so mußten schließlich weitere Tore heranreifen. Die 25. Minute brachte die Gäste mit:2 ins Hintertreffen. Kuzorra schickte Urban auf die Reise, seine Flanke kam zu Gellesch, der aus 3 Meter Entfernung den zweiten Treffer anbrachte. Sofort danach hatte Das Herner Verteidigerpaar kordmark eine Chance, aber Engel konnte den zeigte repräsentatives Format. scharfen Schuß von Ludwig noch soeben zur Ecke abwehren. In der 30. Minute wäre beinahe das dritte Tor für Westfalen fällig gewesen, aber Schwartz konnte den von Pörtgen geschossenen Ball noch auf der Torlinie abwehren. Fünf Minuten später spielte sich der gleiche Vorfall am Westfalentor ab, wo von Haaren Retter in höchster Not war. Sechs Minuten vor der Pause konnte dann Urban auf Vorlage von Pörtgen doch den dritten Treffer für Westfalen erzielen. In der zweiten Halbzeit ergab sich im großen und ganzen das gleiche Bild. Die Nordmark=Elf war auf dem schweren Boden stark abgekämpft, während Westfalen keine Spur von Ermüdung zeigte und weiterhin das Spiel überlegen gestaltete. Schon nach zehn Minuten hieß es durch Pörtgen:0, der eine Vorlage von Gellesch unhaltbar verwandelte. Fünf Minuten später unternahm Pörtgen einen Alleingang, gab dann, bedrängt, den Ball an Gellesch, der mit seinem Schuß wiederum Erfolg hatte und das Schlußergebnis von:0 herstellte. Die Nordmark=Mannschaft bot insgesamt eine große Enttäuschung. Vor allen Dingen der Internationale Stührck war ein krasser Versager. Auch Schwartz wußte nicht recht zu gefallen. In der Läuferreihe zeichnete sich eigentlich noch Thiele aus, während im Angriff nur Politz ein zufriedenstellendes Spiel bot. Panse und Henneberg fielen vollkommen aus.— Westfalen lieferte ein ausgezeichnetes Spiel und hatte keinen schwachen Punkt in der Mannschaft aufzuweisen. Im Sturm war Kuzorra der Dirigent. igarngar Krüger= von Haaren den zu Zehnter Länderkampf Keunter franzbsischer Sieg Frankreich schlägt Deutschland im Rugby in Paris 18:3(:3) Martha Genenger schwimmt Weltrekord Die Europameisterin im Brustschwimmen, Martha Benenger=Krefeld, griff im Rahmen der Winterhilfsveranstaltung der Krefelder Schwimmer den Welttekord über 200 Yards Brust mit Erfolg an. Unter offizieller Kontrolle erzielte sie die fabelhafte Zeit von:44,9 Minuten, die um 3,1 Sekunden unter der Weltbestleistung von Hanny Hölzner=Plauen liegt. Die von den einzelnen Zeitnehmern gestoppten Zeiten waren::44,8;:45;:44,9;:44,8 und:44,9 Minuten. Alice Bridge schwimmt neuen Weltekors Die Amerikanerin Alice Bridge stellte in Worcester im Staate Massachusetts(USA.) über 300 Meter Rücken mit:32 Minuten eine neue Weltbestleistung auf. Sie unterbot den alten Weltrekord von Frau Hele=Jassets um genau 1 Minute. Offiziell wird allerdings über diese Strecke kein Weltrekord geführt. Bei ausgezeichnetem Wetter hatten sich am Sonntag im Pariser Prinzenparkstadion über 30000 Zuschauer eingefunden, um dem zehnten Rugby=Länderkampf zwischen Frankreich und Deutschland beizuwohnen. In der Ehrenloge bemerkte man u. a. auch den deutschen Botschafter Koester, den französischen Marineminister und den deutschen Verbandsführer Meister. Die deutsche Mannschaft wurde bei ihrem Erscheinen überaus herzlich begrüßt, doch steigerte sich der Beifall zum Orkan, als die französische Fünfzehn ins Spielfeld lief. Nach Abspielen der beiden Nationalhymnen stellten sich die Mannschaften in den angekügpigten Austellungen.0 Die deutsche Mannschaft hatte einen glänzenden Start und gestaltete das Spiel zunächst klar überlegen. Vor allen Dingen fielen unsere Spieler durch überraschend große Schnelligkeit auf, so daß die Franzosen ob des glänzenden Spiels der Deutschen anfangs. iherbgupt nicht in Schwung kommen konnten. Die Ueberlegenheit der Gäste drückte sich schließlich auch ein mmshis aus, denn in der zehnten Rinute brachte murnde#n Thor, der allerdings nicht erhöht wuwe, Deutschland mit:0 in Führung. Auch im Sie meisenen uu die Deutschen tonangebend, Die Frane“. 6ogen des, öfteren recht nahe waren. sich aber Janh ac überrannt, retteten ihrer großen Routine vor weiteren Gegenerfolgen. Die Deutschen steigerten das Tempo immer mehr, doch waren alle ihre Bemühungen. den der ersten Half..... Versuch anbringen, den Chaud unter großem Beifall der Zuschauer abermals erhöhte, so daß Frankreich nunmehr mit 15:3 Punkten in Front lag. Allgemein glaubte man, daß es bei diesem Ergebnis bleiben würde, als in den allerletzten Minuten der französische Linksaußen Blond abermals einen Versuch legte, den der Schlußmann Chaud wiederum erhöhen konnte. dieses schöne und temporeiche Spiel mit 18:3 Punkten zugunsten der Franzosen entschieden, die in den insgesamt zehn Länderkämpfen neun gewinnen konnten. Obwohl Deutschland abermals eine Niederlage einstecken mußte hinterließ es in Paris einen sehr guten Vor allen Dingen zeigten die deutschen Spieler in der ersten Halbzeit eine vorzügliche Leistung. Technisch waren die Franzosen unserer Fünfaber Deutschland dürfte gefunden habeng. iusemnatoenate Sptelstäche hab Sigmund Rund Feloberg= Hokalseger Zuschauern wurden die„Feldberg= Pokalwettkämpfe am Sonntag mit dem großen 55· Mgterr einen.. Birger, Rund schuf mit 53 Merer einen neuen Schanzenrekord und gewann vrsprung weiter auszubauen, ergehmielos. Grst. 8as Springen mit Rote 3402 sicher vor Hans Marr, vor Schluß, der ersten Haozeit gelang den Franzosen aation u. Peg, und Lollt Kraber, In der Kombtbei einem Durchbruch durch Celhay ein Versuch, den nehmeru der ersolgreichse TeltEhaud erhöhte, so daß die Seiten mit.3 für Frank= gaarig vor Birger Rund und Rudt Cranz. rech gewchselt wurden.. Nr Frandsich ein vollkommen verändertes Bild. Bei den Deutschen machten sich starke Ermüdungserscheinungen bemerkbar, während die Franzosen jetzt ihre Reserven aufboten und den Kampf mehr und mehr an sich rissen. Vor dem deutschen Mal gab es verschiedene kritische Augenblicke. Frankreichs Druck wurde immer stärker und zehn Minuten vor Schluß konnten sie durch Vigneau einen zweiten gebnisse: Sprunglauf: 1. Birger Rund=Norwegen Note. 340.2(49,53,31 Meter); 2. Hand Marr=Oberhof Note 337.3(50,51,51 Meter); 3. Sigmund RundRorweggn,„Rote 336.5(18.58,52 Meter): 4. Loist Kratzer=Rottach=Egern Noic 299.5(41.49.47 Meter); Fr. Reymond=St. Croix Note 229,7. Rund Gesamtnote i10o, 5 Mid Trantzstrisberg 13g, I. Siauole, Frankreich 1241,03; 5. Beckert=Frankreich 1220,6. Neuer Europa=Rekord von Karsen=Aorwegen Bei einer Veranstaltung in Oslo konnte der Norweger William Karlsen, der in den letzten Jahren schon mit guten Zeiten im Rückenschwimmen aufwartete, im 200 Meter Rückenschwimmen einen neuen europäischen Rekord aufstellen. Mit einer Zeit von:37,1 Minuten verbesserte er die bisherige Bestzeit des Deutschen, Erwin SimonGladbeck, der sie im November vorigen Jahres mit:38,3 Minuten in Düsseldorf aufgestellt hatte, um 1,2 Sekunden. Deutschland— Schweden:0 Der Name Sonja Henie hatte genügt, um Berliner Sportpalast am Samstagabend restles füllen. Zunächst brachte die norwegische Weltmeisterin ihre bewährte Kür und anschließend daran die Mazurka. Das sportliche Schwergewicht lag bei dem Eishockeyländerkampf Deutschland— Schweden, den die deutsche Nationalmannschaft sicher mit:0 (:0,:0,:0) gewann. Die beiden Tore schossen die Bayern Kuhn und Wiedemann. und Möller siegen in Antwerpen Auf der Winterbahn in Antwerpen wurde am Wochenende ein Drei=Länderkampf der Steher zwischen Deutschland, Belgien und Frankreich zum Austrag gebracht. Jede Nation war durch zwei Fahrer vertreten, Deutschland durch Weltmeister Metze und Erich Möller. Die Deutschen konnten mit ausgezeichneten Leistungen aufwarten und gewannen in spannenden Rennen je einen Lauf. so daß ihnen damit auch der Gesamtsieg sicher war. Die Ergebnisse: 1. Lauf 40 km: 1. Erich Möller 36:27. Min.: Metze 20 Meter; 3. Paillard 40 Meter; 4. MeuleMeter; 5. Ronsse 140 Meter; 6. A. Wambst 490 Meter zurück. a5 2 Lauf 60 kgi:, 1. Metze 56240 Min.: 2. Ronsse 30 Meter; 5. Paruard 210 Meter; 4. Meulemens 375 Meter: 5. Möller 450 Meter; 6. A. Wambst 1750 Meter zurück. Gesamt: 1. Deutschland 9 Punkte; 2. Belgien 15 Punkte; 3. Frankreich 18 Punkte. Hornfischer unerreicht Die besten deutschen Schwergewichtsringer trafen in Stuttgart=Untertürkheim in einem Aussheidungsringen für die Europameisterschaften in Kopenhagen zusammen. Europameister Hornsischer war auch hier wieder eine ganze Klasse überlegen. und besiegte seine sämtlichen Gegner mit Ausnahme von Lägeler=Untertürkheim und VogedesDortmund, die sich nur nach Punkten geschlagen gaben, vor Ablauf der Zeit. Lägeler lieferte einen großen Kampf, war jedoch in der Bodenlage dem Nürnberger nicht ganz gewachsen. Im Kampf um den zweiten Platz gegen Muß=Hörde kam der Südeinem leichten Siege, da Muß einer Armverletzung halber nach zwei Minuten zur Aufgabe gezwungen wurde. Vogedes wurde im Gesamtklassement Vierter vor Garbe=Hamburg. Im Rahmen der Veranstaltung unternahm der bekannte Gewichtheber Wahl=Möhringen einen beidarmigen Stoßen, der jedoch bei 320 Pfund mißglückte. Erster Geländelauf in München wurde am Sonntag durch den TV etshofen aus Anlaß seines 30jähriein=Kilometer=Geländelauf durchPclupkti, nunter 50 Teilnehmern setzte sich in der Hauptrlasse Wiedemann=Tschft.München in 27:24,6 Tichtt#por Lt. Kopp(SB 00) und SchanerTschfr. München. Die Münchener Turnerschaft Witchen vor dem Polizei SB Leipzig vor Hamburg und Berlin Verletzungen beim Kunstturn=Dreistädtekampf Jsinziger Kristallpalast konnte am Sonntag die Kunstturner=Stadtemannschaft von Leipzia im gegen Hamburg und. Berlin ihren zehnten Sieg davontragen und damit zu den bisher führenden Hamburgern aufrücken. Der Sieg denn die Mannschaft zeigte an allen Können und war ihren beiden Gegnern klar überlegen. Die Hamburger batten viel Bech. dsun ihr bester Mann, Schöser, mußte wegen siner Beinverletzung noch der vierten Uebung ausAber auch die Leipziger mußten auf Mügge verzichten, der sich bei der dritten Uebung einen Armbruch zugezogen hatte. Die Gesamtleistungen aun sein als bisder. doch saun p zu sein als bisher, ooch kann man von einem Rückgang der Leistungen nicht sprechen, da die Wertung den olympischen Bestimmungen entsprach und weit schärfer als sonst war. So konnte die Höchstpunktzahl nur einmal, und zwar an den Leipziger Hauwerden, Ergebnis: 1. Leipzig 2386 Kunsis; 2. Hamburg 235 Bunkte; 3. Berlin 2935 Einzelturner war Haustein=Leipzig mit 329 Punkten vor Pfeisser=Hamburg mit 326 Punkten und Kräker=Leipzig mit 312 Bunkten. Deutsches Fußball=Panorama sehlen nur noch zwei Meisler von sechzehn— In Würkkemberg hat es BfB Stuttgart geschafft Schalke und Benrath durften die letzten sein Der Endkampf setzt ein 022(:1) Gundespokal=Cendspiel: Gau Brandenburg— Gau Mitte Freundschafts=Repräsentativkämpfe: Gau Westsalen— Gau Nordmark 520(:0) West— Ostoberschlesien 323(:1) Ostpreutzen: Preuten Danzig— Prussia Samland Königsberg:8 Sachsen: Guts Muts Dresden— Vorw.=RSB Gleivitz 320 Volizei Chemnitz— SV Waldhof:5 Witte:. 2 Mnu E. 8 Wacker Halle— SS Waldhof(Sa) Stadt Arnstadt— Stadt Erfurt •3 :3 •4 •2 :3 931 :0 Nordmark: Viktorta Hamburg— Holstein Kiel Altona 98— Polizei Hamburg Hamburger SB— Sperber Hamburg Niedersachsen: Komet Bremen— Hannover 97:0 Vikt. Wilhelmsburg— Hildesheim 06:1 Bremer SB 06— Werder Bremen(Ges.):6 Hannover 96— Hertha=BSC Berlin(Ges.):3 Arminia Hannover— Dresdner SC(Ges.):3 Eintracht Braunschweig— SB Höntrop(Ges.):2 Nordhessen: SpV Kassel—. Germania Fulda Ges.=Sp.: Borusia Fulda— Bonner B Südwest: Saar 05 Saarbrücken— FK Pirmasens Eintracht Frankf.— Borussia Neunkirchen Spir. Saarbrücken— Wormatia Worms Phönix Karlsruhe— 1. FC Nürnberg(Ges.) SpVg Menzia— Kickers Offenbach(Ges.) Baden: BsL Neckarau— Freiburger FE 1. FC Pforzheim— 1. FC Nürnb.(Ges. Sa) Württemberg: Spir Stuttgart— Ulmer FV 94 Stuttgarter Kickers— SV Göppingen SSV Ulm— BB Stuttgart Hanau 93— BiB Mühlberg Bayern: &aC Schweinfurt— Bayern München ASB Nürnberg— Wacker München BE Augsburg— SpVa Weiden München 1860— Schwaben Augsburg 224 :1 :2 •6 139 :0 •2 :0 :0 :3 •2 130 :1 :1 :0 Westsalen: Union Recklinghausen— Hamborn 07(Ges.) Niederrhein: VsL Benrath— Rhevdter Spielverein Fortung Düsseldorf— Rot=Weiß Oberhausen Borussia Gladbach— TSV 99 Duisburg Schw.=Weiß Essen— Preuß. Münster(Ges.). Mittelrhein: Mülheimer SV— FV Duisburg 08(Ges.) Kölner SC 99— SpVg Sülz 07(Ges.) :6 531 :0 :0 624 :1 :0 Fußball im Ausland Wien: Oesterreich— Italien Livorno: Italien B— Oesterreich B Tschechoslowakei: Sparta Prag— SK Kladno DFC Prag— SK Pilsen Cechie Karolinenthal— Prostejov SK Kolin— Slavia Prag Teplitzer FK— Zidenice Ungarn: Phöbus— Ferencvaros 3. Bezirk— Somogy Hungaria— Ujpest Kispest— Soroksar Bocskai— Ofner Elf Attila— Szeged Schweiz: Chaux de Fonds— FC Basel Servette Genf— Concordia Basel Young Boys Bern— Young Fellows Zürich FC Biel— Etoile Carouge Fu Lugano— FC Bern Nordstern Basel— Fa Locarno Graßhoppers Zürich— Lausanne Sport Frankreich: RE Straßburg— FE Sochaux Red Star Olympique— Olympique Lille AS Cannes— Stade Rennes Excelsior Roubaix— FC Sete SO Montpellier— FC Mühlhausen Olympique Alesien— aC Antibes SC Fives Lille— Olympique Marseille SC Nimes— Racing Paris Holland: Endrunde um die Meisterschaft: Ajax Amsterdam— Go Ahead Deventer PSV Eindhoven— DWS Schiedam •2 :0 :0 :2 :2 :4 :0 :3 :1 :3 •2 :1 :1 •2 :1 :3 :0 :1 :2 :0 :1 :1 :0 :1 :3 :1 :3 02 :1 :0 Vorschlußrunde um den Handball=Pokal Gau Schlesien— Gau Brandenburg Gau Nordmark— Gau Bayern Pommern: Preußen Stettin— Pol. Stettin Reichsbahn Stettin— Keith Stargard Stargarder Tschft. Greif Stettin Brandenburg: Bewag— Berliner SV. 92 Sachsen: Sportfreunde Leipzig— ATV. Leipzig=Schönef. Mitte: VfL. Halle 96— Junkers Dessau Tschft. Gera=Zwötzen— Polizei Magdeburg Niedersachsen: TK. Limmer— Limmer 1910 Westsalen: Polizei Dortmund— Preußen Paderborn FC. Schalke 04— Polizei Bielefeld 8312 12:9 •7 :11 :16 •4 •7 •7 :19 •6 :5 24:5 Niederrhein: VfB. Aachen— Tura Barmen TV. Krefeld=Oppum— TV. Stoppenberg TV. Kettwig— RSV. Mülheim=Kuhr •3 •7 :6 Mittelrhein: TV. Algenrodt— Kobl.=Mülheim TV. Niederpleis— TV. Obermendig :6 •5 Nordhessen: Tad. Kassel— Gießen 1900 kampflos für K. Tura Kassel— Tuspo Bettenhausen:6 TV. Kirchbauna— Kurhessen Kassel:9 Südwest: Polizei Darmstadt— Darmstadt 98 VfR. Kaiserslautern— VfR. Schwanheim Pfalz Ludwigshafen— TV. Friesenheim :6 •4 •4 Baden: SV. Waldhof— Phönix Mannheim VfR. Mannheim— FC. 08 Mannheim Tad. Ketsch— WV. Ettlingen •3 11:9 :10 Württemberg: Ulmer FV. 94— Stuttgarter TV. Thd. Göppingen—TSV Süssen Stuttgarter Kickers— Tgd. Göppingen Tas. Stuttgart— TSV. Eßlingen :12 :2 12:10 :4 Bayern: Polizei SV. München— MTV. München 13:4 Köln siegt im Dreistädte=Turnkampf Prachtvolle Leistungen der Kölner Turner— Düsseldorf rückt auf den zweilen Platz Seligmann, Düsseldorf und Brandfaß der dse Schule des Mautes, der Krast und Schhnbeit Koln, beste Einzelturner Im überfüllten Kaisersaal der Düsseldorfer Tonhalle wurde am Sonntag zum 11. Male der Kunstkurnkampf der Städte Köln— Essen— Düsseldorf ausgetragen, der mit einem glänzenden Siege der Kölner Stadtmannschaft endete. Sie wartete mit Leistungen auf, die ganz hervorragend waren. Fast kein Versager war zu verzeichnen. Damit ist auch die hohe Punktzahl verständlich, die die Mannschaft erzielte. Im vergangenen Jahre waren es nur wenige Punkte, die Essen von Köln trennte. Heuer dagegen hat Essen und Düsseldorf etwas enttäuscht. Beachtenswert ist immerhin der zweite Platz der Düsseldorfer, die nach sieben Kämpfen sich endlich einmal wieder günstiger plazieren konnten. Von den elf Kämpfen hat Essen nun sechs gewonnen, Köln fünf, während Düsseldorf zum dritten Male den zweiten Platz im Gesamtergebnis erzielen konnte. Pferdsprung Mit dem Sprung über das Pferd wurde der Wettkampfreigen eröffnet. Schon hier zeigten die Kölner die besseren Leistungen. Schönes Hechten, das durchweg von den meisten Turnern gezeigt wurde, brachte schon ein besseres Punktverhältnis der Kölner. Ueber dem niedrig gestellten Pferd erzielte Sich durch einen Ueberschlag die höchste Punktzahl. Zweimal wurde die volle Punktzahl beim höhergestellten Pferd gegeben und zwar an Fleckhaus und Brandfaß. Stand nach dem Sprung: Köln 265.5 Punkte, Düsseldorf 248 Punkte, Essen 247 Punkte. Freiübungen Die Kunstfreiübungen waren Glanzleiftungen, die in der Form einsach bestechend waren und auch wohl kaum zu überbieten sind. Jede Mannschaft stellte hier die vier Besten. Auch hier war Köln wieder tonangebend, wobei besonders der Neuling der Kölner Stadtmannschaft Kabza angenehm auffiel. Bei Düsseldorf überragte Sich, der auch beim Sprung der Beste war. Stand: Köln 400,5 Punkte, Düsseldorf 380 Punkte, Essen 371 Punkte. Turnen am quergestellten Pferd Bei größeren Veranstaltungen hat man schon viele Versager an diesem Gerät gesehen. In Düsseldorf war dieses Turnen eigentlich etwas schwach, denn hier tat man des„Guten“ doch zu viel. Alle drei Stadtvertretungen hatten Anteil. Düsseldorf stellte aber den größten Teil der Versager. Sogar Sich mußte sich mehrere Male setzen, so daß sein Einzelsieg verloren ging. Essen schnitt am Pferd günstiger ab und konnte Düsseldorf auf den dritten Platz verdrängen. Stand: Köln 620 Punkte, Essen 590,5 Punkte, Dusseldorf 585 Punkte. Barren Am Barren kam man dann über die Enttäuschung des Pserdturnens hinweg. Hier waren die Turner wieder in ihrem Element, wo sie im kühnen Schwung aus sich herausgehen konnten. Schöne Leistungen sah man von allen drei Mannschaften. Die Kölner mußten sich in die Gesamtzahl der am Barren erzielten Punkte mit Düsseldorf teilen. Sich. Düsseldorf, bekam für seine Uebung als Einzigster eine verdient: 40. die ihm viel Beifall einbrachte. Düsseldorf hatte sich nach dem Barren wieder nach vorne geschoben. Reck Höhepunkte der Kunstturnveranstaltungen bildet ammer das Turnen am Reck. In Düsseldorf machte man keine Ausnahme. Glücklich endeten zwei unfreiwillige Abgänge von Essener Turnern. Man kam aus Trotz der großen geturnten Schwierigkeiten sah man zum Abschluß der Uebungen auch schöne Abgänge. Die genaue Wertungstabelle Köln: Pferd= Frei= PferdSprung übungen quer Barren Neck Gesamt 1785 11225 104 108.5 110 107 144,5 152 163 176,5 1065,5 Düsseldorf: Franke Erkens Gilles Schmitz Bohmann Weber Seligmann 37 Sich 38 26 27 27 30 33 30 31 29.5 35 37 25 20 31.5 23 19 28.5 33,5 24 24 30 31 29 29 29,5 36.5 40 29 25 28 31.5 30 33 36.5 32 104 102 148.5 113.5 111 150,5 178.5 171 Gesamt: 248 1325 204.5 249 245 1079 Mülheim=Duisburg eröffnet die Ctencsatson Gloricus siegk überlegen im Fulerum=Hürdenrennen Die schmucke Bahn am Raffelberg wies am Eröffnungs=Renntag trotz unfreundlichen Wetters einen recht guten Besuch auf. Mit dem gebotenen Sport konnten die Gäste durchaus zufrieden sein, da die einzelnen Prüfungen eine durchweg gute Besetzung gefunden hatten und auch einen flotten Verlauf nahmen. Einige spannende Endkämpfe sorgten dafür, daß die Stimmung bis zum Schluß anhielt. Fast auf der ganzen Linie setzten sich Außenseiter durch, da nur im abschließenden Saarner=Jagdrennen Mullingar die Favoritenehre rettete. Die Sieg=Doppelwette honorierte der Toto mit der stattlichen Quote von 1103 für 5 Mark. Im einleitenden Preis von Selbeck über 1600 Meter hatte Waffenschmied keinen Gegner zu fürchten, da der ehemalige Schlenderhaner als überlegener Sieger vor Barolea und Selim durchs Ziel ging Die erste größere Quote gab es im AltstadenJagdrennen über 3000 Meter, in dem Moira in der Geraden an dem bis dahin in Front gelegenen Strohfeuer vorbei ging und diesem zum Schluß leicht das Nachsehen gab. Den Preis vom Haarzopf über 2000 Meter holte sich Sarafan, der dank glänzender Unterstützung des tüchtigen Jockeis Varga dem viel zu früh gegangenen Liebeszauber im Ziel das Nachsehen gab. Mit großer Ueberlegenheit holte sich Gloricus die Hauptprüfung des Tages, das Fulerum=Hürdeurennen, über 2800 Meter. Nachdem Emeraude in der Geraden mit ihrem Latein zu Ende war, drang Gloricus auf die Stute ein, die sich im Endkampf mit dem undankbaren zweiten Platz begnügen mußte. Erst nach schärfstem Kampf vermochte Obersteiger den Ikten= Ausgleich über 1400 Meter auf sein Stil. Der Franzose ging bereits in der Schleife in Front und kanterte fast vor Geländeritt und Rosenrot nach Hause. 1. Rennen: 1. Waffenschmied(Großkopf); 2. Barolea; 3. Selim. Ferner: Arglist, Schloßfrau, Hagestolz, Rheinlandmädel, Baden. Sieg 30, Platz 15, 14, 20. 2. Rennen: 1. Moira(Hoffmann); 2. Strohfeuer; 3. Pollux. Ferner: Harun, Feudal. Sieg 82, Platz 32, 17 3. Rennen: 1. Sarafan(Varga); 2. Liebeszauber; 3. Lösegeld. Ferner: Greystoke, Segelflug, Sonnenzeit, Georgette, Telemaches. Sieg 72, Platz 21, 16, 17. 4. Rennen: 1. Gloricus(Ohst); 2. Emeraude; 3. Ixia. Ferner: Domfalbe, Finor, Prior. Sieg 41, Platz 10, 21. 5. Rennen: 1. Obersteiger(Helm. Schmidt); 2. Gräfin Mariza; 3. Amalgam und Sandmann. Ferner: Letzter Sioux, Siegfried, Roselki, Atman, Sintflut, Lampade, Pieta, Preisrätsel, Chiasso. Sieg 107, Platz 22, 20, 60, 10. 6. Rennen: 1. Feldscher(Loer); 2. Schatzfinder; 3. Coronell; 4. Auswahl. Ferner: Emil, Sorgefrei, Panorama, Mixer, Maharadscha, Blackberry, Good Boy, Florian Geyer, Wernigerode, Perdita, Reizjäger. Sieg 234, Platz 30, 27, 21, 36. 7. Rennen: 1. Mullingar(Vaas); 2. Geländeritt; 3. Rosentor. Ferner: Adelbert, Leutvogt, Felek, Lycomedes, Pechvogel, Fix. Sieg 22, Platz 12, 13, 10. Siegdoppolwette: 5. und 6. Rennen Obersteiger Feldscher 2206:10. Lonto zu bringen. Gräfin Mariza kam an der Sieg 40; Platz 18, 19, 32. Rennen zu Auteuil 1. Rennen: 1. Tak vor Pacha(Brillet), 2. Duchesse Blonde, 3. Violente. Ferner: Chere Bame, Green Pottle, Mongol, Tourtoirac II, Lutin II. Maunganni. Distanz zwar bedrohlich auf, mußte sich aber von Obersteiger knapp geschlagen bekennen. Die größte Ueberraschung gab es dann im Holthausen=Hürdenrennen über 2800 Meter, das der Favorit Mixer ohne seinen Sturz am letzten Sprung gewonnen hätte. Auf der Flachen stieß Feldschar zu dem nun an der Spitze liegenden Schatzfinder auf und rang diesen sicher nieder. Das abschließende Saarner Jagdrennen über 3000 Meter holte sich Mullingar in überlegenem 2. Rennen: 1. Trigonometry(Chapman), 2. Canterbury, 3. Millemont. Ferner: Durazzo,’Ethnarque, Moine Blanc, Peerleß Filly, Histoire'Or, Fontaine au Roi. Sieg 32; Platz 17, 17, 25. 3. Rennen: 1. Ski(Howes), 2. Milan, 3. Vimar. Ferner: Espoir V, Clarimus, Fleuret, Les Bossons, Bonne Histoire, Prince Oli, Le Titien II, Nador, My Lord, Dejazcomba, Boucan, Bulan, Gratitude, Rhamnl. Sieg 381; Platz 92, 124,34. 4. Rennen: 1. Mecene(Feret), 2. Elzevir, 3. ScanDer Fußball in Westdeutschland Am vorletzten März=Sonntag wurden nur am Niederrhein Meisterschaftsspiele zur Durchführung gebracht, die auf der ganzen Linie die erwarteten Ergebnisse brachten. Im Gau IX Westfalen wohnten über 15000 Zuschauer dem Repräsentativkampf der beiden Gaumannschaften von Westfalen und Nordmark im Dortmunder Stadion„Rote Erde“ bei. Die Gäfte, die in den Verteidigern Stührck und Schwartz krasse Versager hatten, mußten sich den hervorragend spielenden Westfalen mit:0 geschlagen bekennen. Im Gau X Niederrhein ging es ohne Ueberraschungen ab. Der Tabellenführer VfL. Benrath behielt über Rheydter SpV. mit:1 die Oberhand, nachdem der Kampf bis zur Pause noch torlos gestanden hatte. Fortuna Düsseldorf zeigte sich Rot=Weiß Oberhausen mit:0 überlegen, so daß also die drei Punkte Differenz zwischen Benrath und Fortuna bestehen bleiben. Borussia Gladbach gab dem sich in großer Abstiegsgefahr befindlichen TSV. Duisburg 99 mit :0 das Nachsehen. Im Freundschaftsspiel blieb Schwarz=Weiß Essen über Preußen Münster mit 624 erfolgreich. Im Gau XI Mittelrhein kamen zwei Gesellschaftsspiele zum Austrag. Der letztjährige Gaumeister, der Köln=Mülheimer SV., triumphierte über Duisburger FV. 08 mit:1, während der Kölner SC. 99 über Sülz 07 mit 110 die Oberhand behielt Brandenburg und Nordmark im Handball=Pokal=Enospiel Schlesien und Bayern ausgeschaltet Die beiden Vorschlußrunden=Spiele um den ball=Pokal nahmen den erwarteten Ausgang. In Hamburg leistete Bayern der Nordmark=Elf hartnäckigen Widerstand und unterlag mit:12(:6) Toren. Auch in Breslau gab es einen harten Kampf, den die Berliner in der zweiten Halbzeit durch einen schönen Zwischenspurt für sich entschieden. Das Endspiel steigt schon in 14 Tagen, am 7. April, auf neutralem Gelände. In Breslau wohnten dem Kampf Schlesien gegen Brandenburg über 6000 Zuschauer bei, die von dem Spiel der Berliner ziemlich überrascht waren. Die Gäste spielten wesentlich besser als am letzten Sonntag und übernahmen nach einer ausgeglichenen ersten Spielhälfte später das Kommando. In einem schönen Zwischenspurt waren sie in wenigen Minuten auf :5 davongezogen und hatten damit bereits den Sieg sicher. Vier weiteren Erfolgen vermochten die Schlesier nur drei Tore entgegenzusetzen. Brandenburg siegte schließlich noch glatt mit 12:8(:). Richter siegt in Mailand Mit einer großen internationalen Veranstaltung wurde die neu erbaute Mailänder Radrennbahn am Sonntag eröffnet. Der deutsche Fliegermeister Albert Richter feierte hier seinen ersten Sieg und gewann das Fliegertreffen gegen Gérardin und Bergamini. Ein Mannschafts=Omniium holten sich die Italiener Guerra=Olmo vor Kaers=van Nevele mit:1 Siegen. In den Dauerrennen war der am besten auf der Bahn eingefahrene Severgnini=Italien vor Lacquehay, Manera und Brossi erfolgreich. Pariser Sechstagerennen Die vorletzte Nacht des Pariser Sechstagerennens unter den Spitzenmannschaften kaum eine Veränderung. Lediglich die französischen Straßenfahrer A. Magne=Leducg rückten zur Spitzengruppe auf, während Charlier=Deneef zurücksielen. Sonntagnachmittag waren 2555,500 km gefahren. Der Stand: 1. Ignat=Diot 236 Punkte, 2. Broccardo Guimbretiere 215 Punkte, 3. Pijnenburg=Wals 182 Punkte. 4. Magne=Leducg 102 Punkte, eine Runde zurück: 5. Schön=Lohmann 217 Punkte, 6. Aertz=Falck Hansen 203 Punkte, 7. Charlier=Deneef 148 Punkte, 8. van Buggenhout=van Vlockhoven 62 Punkte, 3 Runden zurück: 9. Choury=Fabre 100 Punkte, 10. Hill=Dempsey 35 Punkte. Der Rest lag bis 13 Runden zurück. Dänemarks Amateure siegreich Der dänische Amateurboxsport kam am Sonntag zu jenem großen Erfolg, der die kürzlich in Oslo gegen Norwegen erlittene Niederlage vergessen läßt. Am Sonntag weilte die Amateurbox=Ländermannschaft von Schweden in Kopenhagen. Der Länderkampf ging vor nicht weniger als 8000 Zuschauern im Kopenhagener Forum vor sich und endete mit dem eindeutigen Siege von 14:2 Punkten der Dänen. die in allen Kämpfen bis auf den in der Federgewichtsklasse erfolgreich waren. Verschiedene Urteile wurden vom Publikum jedoch mit Mißfallen aufgenommen. dale. Ferner: Sambad, Cote Basque, Dule Log, Bashful, Cosette, Maricard. Sieg 68; Platz 23, 20 37 5. Rennen: 1. Traghetto(Bonaventure), 2. Mon Amour III, 3. Rodolphe. Ferner: Bideric, Gracchus, Petit Diable, Hetival, Prince Do.ino. Sieg 35; Platz 18, 21, 19. 6. Rennen: 1. Osman(Howes). 2. Hardol, 3. Grigri. Ferner: Ange Pitou, Pesaro, Son of Arabia, Rallye Puisaye, La Curee, Kern. Sieg 40; Platz 18, 44, 26. 7. Rennen: 1. Lehigh(La Fur), 2. Lenin, 3. Bonheur. Ferner: Archimede II, Albert, Gabel, Emprise, Satrap. Sieg 61; Platz 17, 19, 15. Trabrennen in Recklinghausen 1. Eröffnungsrennen: 1. Dalt(W. Meincke), 2. Bergstein, 3. Bello Watts Ferner: Peter Dufsy jr., Wenker, Jan Wellem, Elsbeth, Rosentau, Erna Bacon. Sieg 22 it. 89; Platz 17, 25, 17. 2. März=Preis: 1. Major Jackson(I. Middeldorfs), 2. Königsbote, 3. Dirigent. Ferner: Rheinfee, Daza, Jay Lee jr., Trudewind, Felix Guy(als 2. disqualifiziert), Tausendkünstler. Sieg 38 it. 33; Platz 19, 15, 31. 3. Frühlingspreis: 1. Reinsels(I. Middeldorf), 2. Otti Anvil, 3. Grafschafter. Ferner: Weltmeisterin, Anitas Schwester, Granit(disqualif.), Abenteurer, Export, Daiel. Sieg 347 it. 32; Platz 19. 16, 13. 4. Preis von Recklinghausen: 1. Emigrant(W. Meincke), 2. Dilla Betsey, 3. Maimädel. Ferner: Glasformer, Capitän(disqual.), Igo Symm, Ostermann, Danilo. Sieg 74 it. 51; Platz 22, 17, 18. 5. Preis von Bottrop: 1. Loni Watts(W. Teßmann), 2. Wally, 3. Bergstein. Ferner: Mieze., Grafschaft Rosentau, Hexenkind. Sieg 29 kt. 67; Platz 22, 26, 16. 6. Preis von Gladbeck: 1. Grete Molon(I. Middeldorf), 2. Phädra, 3. Export. Ferner: Alpha(disqualifiziert). Sieg 20 it. 34; Platz 10, 10. 7. Preis von Bochum: 1. Trudewind(C. Pütz), 2. Cito Watts, 3. Debut. Ferner: Doornkat, Fred. Sieg 85 it. 62; Platz 30, 14. Sieg=Doppelwette: Emigrant: 24:10— Loui Watts: 30:10. Am S hallen am „Wunder Frick sei In seit u. a. aus: jedes irdi Mensch al entziehen stellung sie Der Menst Teil der! ablegen ur schaft fühle der Erfüll nämlich de und es in rein weite selbst unste Eine so nalsozialist ten des St setzen gilt. mus nicht setzt eine zurück auf schauungen Lebensgeset liberalistisa einen Leist wert, den Hand, daß teresses stat Der na anderen A. als einen zu einem ei Volksgemei der Allgem der Staat bekennender milien und dem Staat ihm nur be titel Staatt Dr. D Hal bels traf an mit dem S einer gewa sprechen. E genossen stü ster erschien, Heilruse al Flaggenschm Gegen 2 endet. Auß waren noch der Stadthal des Feldjäg genommen. 20.30 Uhr Chef des S Gauleiter und dem Pr rium. Dr. E mationen ab Händeklatsche krenzfahnen grüßungswot Dr. Goebbel politischen P Der Nati an den katast die er schon die Aufgabe den blutende lichen Orgar heute feststell sich aber, un sozialismus der damalige sondern man wenn er nicht Der Nati Kampfzeit, so zu unpopt er dem Volk klarlegen köni hätten, sich d oder jenes no nicht sagen kör denn während Macht auf. H bauen nicht n Während alle losigkeit nicht sozialismus be lionen Mensch gliedert. Gründun Genera lin=Ree hat sein mit Lu Geschäf mäßiger beförder sellschaft schiffbau Deutsche Der Be worden. „ee under nes uebens Minister Dr. Frick eröffnet die Berliner Ausstellung Berlin, 23. März. Am Sonnabendvormittag wurde in den Ausstellungsam Kaiserdamm in Berlin die große Ausstellung „Wunder des Lebens" durch Reichsinnenminister Dr. Frick feierlich eröffnet. In seiner großen Rede führte der Reichsinnenminister u. a. aus: Der Sinn des Lebens als eine Aufgabe, die jedes irdische Wesen zu erfüllen hat, und der auch der Mensch als„Krone der Schöpfung“ sich nicht ungestraft entziehen kann und darf, das ist es, was in dieser Ausstellung sich aus dem Gesetz des Lebens entwickeln soll. Der Mensch muß wieder lernen, daß er ja auch nur ein Teil der Natur selbst ist. Er soll seine Ueberheblichkeit ablegen und sich als ein Glied der großen Volksgemeinschaft fühlen, die ihn dazu verpflichtet, verantwortlich an der Erfüllung seiner eigenen Lebensaufgabe mitzuwirken, nämlich das gesunde Erbgut der Vorfahren zu erhalten und es in der ununterbrochenen Kette der Geschlechter rein weiterzugeben, um auf diese Weise gewissermaßen selbst unsterblich zu sein! Eine solche Auffassung vom Leben ist der Kern nationalsozialistischer Weltanschauung, die es auf allen Gebieten des Staates, der Wirtschaft und des Lebens durchzusetzen gilt. So ist ja doch schließlich der Nationalsozialismus nicht eine Revolution wie viele andere, sondern er setzt eine geistige Umwälzung voraus. Er geht bewußt zurück auf die seit über tausend Jahren verschütteten Anschauungen unserer Vorfahren, die nach naturgemäßen Lebensgesetzen lebten. Wenn die frühere Regierung der liberalistisch=marxistischen Zeit den Menschen nur nach seinen Leistungen für die Wirtschaft oder nach dem Geldwert, den er einbrachte, einschätzte, so lag es auf der Hand, daß der Einzelmensch im Vordergrund des Interesses stand. Der nationalsozialistische Staat geht von grundsätzlich anderen Auffassungen aus. Er sieht den Einzelmenschen als einen unlösbaren Bestandteil der Familie und der zu einem einheitlichen Organismus zusammengeschweißten Volksgemeinschaft an, in der einer dem anderen und alle der Allgemeinheit und dem Staate dienen müssen. Denn der Staat ist die Zusammenfassung aller zu ihm sich bekennenden, ihre Arbeitskraft für ihn einsetzenden Familien und Volksgenossen. Wenn somit dem einzelnen dem Staat gegenüber erhöhte Pflichten erwachsen, wenn ihm nur bei restloser Erfüllung dieser Pflichten der Ehrentitel Staatsbürger und Volksgenosse zugebilligt werden darf, so vermag er hieraus aber auch wieder größere Rechte abzuleiten, Rechte an den Staat, der den einzelnen zu schützen und für sein menschenwürdiges Dasein zu sorgen hat. Dies ist die Auffassung vom Sozialismus des nationalsozialistischen Staates, der damit jeden einzelnen in die Volksgemeinschaft ohne Ansehen von Stand und Person eingliedert. Bemühen wir uns um die Erforschung des gesunden und naturgebundenen Lebensablaufs beim geistig und körperlich vollwertigen Menschen, so weisen wir die Wissenschaft auf ein Gebiet hin, das bisher vielfach noch Neuland war und das in seiner unerhörten Bedeutung für das Volksganze, für unsere rassische Zukunft noch nicht vollständig übersehen werden kann, das sind die Erkenntnisse der Erb= und Rassenkunde. Die Bedeutung der Vererbung und Rassenlehre für den deutschen Menschen ist weiten Kreisen der Bevölkerung durch den Kampf unseres Führers für die Erneuerung von Staat und Volk klargewanden. Es werden in jedem Stadt= oder Landkreis Beratungsstellen für Erb= und Rassenpflege erstehen und nach Möglichkeit mit wissenschaftlich und weltanschaulich geeigneten Aerzten besetzt werden, die von jedem zunächst freiwillig in Anspruch genommen werden können. Wir werden aber eine gesetzliche Regelung des Austausches von Ehezeugnissen folgen lassen, damit Personen, die an Geistesschwäche, schweren Erbleiden oder ansteclenden Krankheiten leiden, auch tatsächlich von der Heirat abgehalten werden können. Damit glauben wir, dem Leben des deutschen Menschen und dem Glück der Familie mehr zu nützen als mit der Befolgung naturseindlicher Lehren, die aus einer Zeit stammen, in der die Schäden der Zivilisation und die Ursachen des drohenden Unterganges der Kulturvölker noch nicht in Erscheinung traten. Es kann niemand bestreiten, daß wir Nationalsozialisten in der kurzen Zeit unserer Regierung die Familie als die Wurzel jedes Menschen und die Urzelle des Staates wieder zu neuem Leben gebracht und in den Mittelpunkt der Staatspolitik gerückt haben. Trotz der ungeheuer großen und das Leben der Nation bedrohenden Arbeitslosigkeit, trotz des Kampfes der Emigranten und der Hetze gegen unsere Wirtschaft ist es uns gelungen, der Familie gewisse, wenn auch bescheidene steuerliche Erleichterungen zu bringen und vor allen Dingen der Mutter ihren berechtigten Stolz und die Freude an ihren Kindern wiederzugeben. Dr. Goebbels in Hannover Große Kundgebung in der Stadthalle. Hannover, 23. März. Reichsminister Dr. Goebbels traf am Freitagnachmittag von Wiesbaden kommend mit dem Sonderflugzeug in Hannover ein, um dort in einer gewaltigen Kundgebung in der Stadthalle zu sprechen. Er wurde allenthalben von begeisterten Volksgenossen stürmisch begrüßt, die sich üverall, wo der Minister erschien, spontan ansammelten und immer wieder in Heilruse ausbrachen. Die ganze Stadt hatte reichen Flaggenschmuck angelegt. Gegen 20.15 Uhr war der Aufmarsch der Massen beendet. Außer dem riesigen Kuppelsaal der Stadthalle waren noch fünf große Säle überfüllt. Vor der Stadthalle hatten die Formationen der SA, SS, PO, des Feldjägerkorps und der Landespolizei Aufstellung genommen. Stürmischer Jubel brauste auf, als kurz nach 20.30 Uhr der Minister erschien, begleitet u. a. vom Chef des Stabes der SA, Lutze, dem stellvertretenden Gauleiter Schmalz sowie Oberregierungsrat Gutterer und dem Pressereferenten Dürr vom Propagandamimisterium. Dr. Goebbels schritt zunächst die Fronten der Formationen ab und betrat dann, umtost von Heilrufen und Händeklatschen, den Kuppelsaal, der ringsum mit Hakenkrenzfahnen festlich ausgeschmückt war. Nach kurzen Begrüßungsworten des stellvertretenden Gauleiters nahm Dr. Goebbels das Wort und wandte sich zunächst innenpolitischen Problemen zu, wobei er u. a. ausführte: Der Nationalsozialismus habe keine Schuld getragen an den katastrophalen Zuständen, die er vorgefunden und die er schon immer aufs schärfste bekämpft habe. Er habe die Aufgabe übernommen, aus einem aus tausend Wunden blutenden Volkskörper einen gesunden und einheit. lichen Organismus zu formen. Die Regierung könne heute feststellen, daß ihr das gelungen sei. Man dürfe sich aber, um die wirklichen Leistungen des Nationalsozialismus zu beurteilen, nicht nur fragen, was er aus der damaligen verzweifelten Situation gemacht habe, sondern man müsse sich auch fragen, was geworden wäre, wenn er nicht gekommen wäre. Der Nationalsozialismus habe, wie einst in der Kampfzeit, so auch in der Regierung den Mut auch zu unpopulären Maßnahmen besessen, obwohl er dem Volk oft die Gründe seines Handelns nicht habe klarlegen können. Wenn manche Kritikaster geglaubt hätten, sich darüber beschweren zu müssen, daß dieses oder jenes noch nicht geschehen sei, so habe man ihnen nicht sagen können, Ihr wißt ja gar nicht, was Ihr tut, denn während Ihr redet, bauen wir eine neue deutsche Macht auf. Heute aber können wir Ihnen sagen: Wir bauen nicht nur an der Macht, die Macht ist schon da! Während alle vorhergehenden Regierungen der Arbeitslosigkeit nicht Herr geworden seien, habe der National= sozialismus bereits in zwei Jahren mehr als 4½ Millionen Menschen wieder in den Arbeitsprozeß eingegliedert. Ihmphonte Der Uraufführung des Reichsparteitagsfilms„Triumph des Willens“ folgt am 5. April die Erstaufführung in 70 deutschen Städten. Berlin, 24. März. Der Film vom Reichsparteitag 1934„Triumph des Willens“ ist fertig. Damit ist eine filmische Aufgabe von gigantischer Größe gelöst worden. Am 28. März findet in Berlin die Uraufführung im Ufa=Palast am Zoo statt. Die gesamte Reichsregierung, das Diplomatische Korps, die Vertreter aller Behörden, die Spitzen der Partei, die in= und ausländische Presse, Vertreter aus der Welt der Kunst und Kultur, der Wissenschaft und Wirtschaft, werden dem denkwürdigen Ereignis beiwohnen. Unter 19 mächtigen Hakenkreuzfahnen, von Scheinwerfern überstrahlt, wird der Ufa=Palast am Zoo hervorleuchten. Ein riesengroßer goldener Adler wird über der Eingangspforte seine mächtigen Schwingen breiten. Berlin wird das größte Filmereignis dieses Jahres erleben. Eine Feierstunde, die vom Willen des Führers, vom Triumph der Bewegung und vom Glauben des Volkes zeugt. Am 5. April wird dann der Film in etwa 70 deutschen Städten laufen. Die Gau= und Kreisleitungen der RSDAP. sind beauftragt, den feierlichen Rahmen zu gestalten. Die Gliederungen der Partei werden die organisatorische Arbeit übernehmen. Das Volk soll diesen Film nicht nur sehen, sondern innerlich erleben. Und deswegen sind bei der Herstellung weder Mühen noch Schwierigkeiten gescheut worden, um diesen Film zu einem einzigartigen Bilddokument der Zeitgeschichte zu gestalten. In emsiger Arbeit hat Leni Riefenstahl mit ihren Mitarbeitern in den letzten Wochen und Monaten das Filmwerk vollendet. Es war wohl die schwerste filmkünstlerische Arbeit, die jemals geleistet wurde. Denn in Nürnberg wurden 128000 Meter Film gedreht. Zweiunddreißig Kameramänner waren sieben Tage und sieben Nächte lang mit ihren Assistenten und Helfern unterwegs, um das gewaltige Erlebwis auf das Filmband zu bannen. Aus Erdspalten und Laufgräben, aus Kellern und Dachluken, von Kirchtürmen und Feuerwehrleitern, aus dem fahrenden Auto, im Wagen des Führers selbst, von Filmbrücken und Fahnenmasten, von Straßenbahnwagen und Wohnungssenstern, aus Flugzeugen und einem Kleinluftschiff wurde gefilmt. Brücken, Türme und Bahnen waren errichtet worden, um neue filmische Wirkungen zu erzielen. Die Feuerwehr hatte eine 28 Meter hohe ausziehbare Leiter zur Verfügung gestellt, die Straßenbahn war mit Gerätewagen unterwegs, um den Filmleuten eine Plattform für ihre Aufnahmen zu schaffen. An einem 38 Meter hohen Eisenmast am Luitpoldhain war ein elektrischer Aufzug angebracht worden, der die Kameraleute in Sekundenschnelle emporführte. Im ersten Stockwerk eines Gebäudes am Adolf=Hitler=Platz war eine Art Balkon, eine 20 Meter lange Fahrbahn, entstanden, von der aus die fahrbare Kamera den vorbeimarschierenden Truppen folgen konnte. Die Kameraleute, an ihrer Spitze Sepp Allgeier, waren besessen von ihrer Mission. Und weil es so war, weil nicht nur berufliches Können in dieser Filmschlacht eingesetzt war, sondern die aus dem grandiosen Erleben des Augenblicks geborene heilige Begeisterung ihren Schöpferwillen bis zum äußersten steigerte, sind Filmstreifen von dramatischer Wucht und künstlerischer Größe entstanden. Aber auf den wilden Sturm in Nürnberg mit der gewaltigen Beute von 128000 Filmmetern folgte die mühselige Aufräumungsarbeit im Atelier. Aus 128000 Metern mußten 3200 werden! Wo anfangen, wo aufhören? Die Aufgabe schien schier unbezwinglich. Aber Leni Riefenstahl hat sie mit sanatischem Eiser und zähem Willen dennoch bezwungen. Ihre Arbeit will, dem Wunsche des Führers entsprechend, dem Zeitfilm Sinn und Sendung geben. Er soll über den Augenblick hinausleben, Geschichte, Volksart, Kampf und Sieg vermitteln. So ist Szene auf Szene in mühseliger Kleinarbeit aus dem Wust von Material herausgewachsen. Nicht in chronologischer Aneinanderreihung, nicht als bloße Bildreportage, sondern als filmische Symphonie, aus der die seelischen, geistigen und volklichen Werte fanalartig hervorleuchten. Drei Scheilte zur Justizeinheit Am 1. April eine einheitliche Reichsjustiz. Berlin, 24. März. Im Reichsgesetzblatt werden drei weitere Verordnungen betreffend die Ueberleitung der Rechtspflege zum Reiche veröffentlicht. Die erste Verordnung bringt ein einheitliches Dienststrafrecht für richterliche und nichtrichterliche Beamte der Justizverwaltung. Die zweite Verordnung beseitigt die noch in zahlreichen Ländern bestehenden Möglichkeiten des Dienststrafrechts und überträgt die der Justiz fremden Angelegenheiten einheitlich an die Verwaltungsbehörden. Die dritte Verordnung bringt die Beseitigung des Bayerischen Obersten Landesgerichts und der bei diesem bestehenden Staatsanwaltschaft. Aus Anlaß der am 1. April in Kraft tretenden Verreichlichung der Justiz veranstaltet die Deutsche Rechtsfront an diesem Tage in Berlin eine große Kundgebung, in der der Reichsjuristenführer, Reichsjustizkommissar Frank, der Bedeutung des Tages gedenken wird. ** Einheitliche Forstverzaltung Im Zuge der Vereinheitlichung und Vereinfachung der Verwaltung ist durch einen Erlaß des Reichsforstmeisters Göring nunmehr auch die Vereinigung des Reichsforstamts mit der höchsten preußischen forstlichen Dienststelle erfolgt. Unter der Behördenbezeichnung„Der Reichsforstmeister und preußische Landesforstmeister“ werden die Verwaltungsgeschäfte so zusammengefaßt, daß Reichsbeamte auch in preußischen Angelegenheiten tätig zu sein haben und umgekehrt. Erdgas-Ausbruch bei Wien Wien, 23. März. Auf dem Bohrgelände der Europa=Gas=Gesellschaft in Enzersdorf, südlich von Wien, ereignete sich Freitagvormittag ein großer Erdgasausbruch, der die Bohranlage zum Teil zerstörte und große Mengen Erdgas in die Höhe schleuderte. Während die Arbeiter das Gestänge auswechselten, traten plötzlich große Schlamm=Massen aus dem Abzugsrohr der Pumpanlage hervor, und plötzlich schoß ein großer Strahl dicken Schlammes aus dem Saugrohr. Im nächsten Augenblick strömte mit ungeheurer Gewalt durch die ganze Breite des Bohrturmes ein mächtiger Gasstrahl, der den in der Nähe befindlichen leitenden Ingenieur zu Boden schleuderte. Als der Ausbruch erfolgte, wurde die Bohrturmverschalung weggeschleudert und, nachdem die ersten Schlammassen, die am unteren Ende der Sauganlage etwa 650 Meter tief gelagert waren, herausgeschleudert worden waren, stieg Gründung der Zeppelin-Reederei Berlin, 24. März. Unter dem Vorsitz des Reichsministers der Luftfahrt, General der Flieger Göring, wurde die Deutsche Zeppelin=Reederei Ges. m. b. H. gegründet. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin und die Aufgabe, den Verkehr mit Luftschiffen nebst allen damit zusammenhäugenden Geschäften, insbesondere Errichtung und Betrieb regelmäßiger Luftschifflinien für Personen=, Post= und Frachtbeförderung zu betreiben. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 9 550000 RM.; hiervon haben die Luftschiffbau=Zeppelin=Ges. m. b. H. 5 700000 RM. und die Deutsche Lufthansa AG. 3850000 RM. übernommen. Der Vorsitz im Aufsichtsrat ist Dr. Eckener übertragen worden. Als Geschäftsführer sind der Polizeipräsident 822, Pagdebung, Kapitän Christiansen, und der belannte Tuftschiffrapitän, Dipl.=Ing. Lehmann, vorgesehen. hellblaues durchsichtiges reines Erdgas in die Höhe. Die Arbeiter und Ingenieure, die sich in der Nähe befanden, flüchteten in die nächstgelegenen Ortschaften, da die Gefahr bestand, daß sich das aus der Erde strömende Erdgas entzünden könnte. Der Ausbruch des Gases dauerte abends noch an. Die Erdgas=Gesellschaft bohrt in der Gegend seit etwa zwei Monaten nach Erdgas. Die Gendarmerie hat in weitem Umkreis Absperrungen vorgenommen. Die Bevölkerung mußte alle offenen Feuer löschen, um eine Explosion des Erdgases zu verhindern. Ob es überhaupt möglich sein wird, das Erdgas, nach dem eifrig gesucht wurde und das nun der Kunst der Ingenieure spottet und seinen eigenen Weg genommen hat, abzudämmen und einzufangen und so einen wirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen, erscheint zur Zeit durchaus fraglich. (Expreß=Bildmatern=Dienst.) Deutschlands jüngste Großstadt Elend in London Sechs Menschen schlasen in einem Bett. London, 24. März. Welches Elend sich hinter der äußeren Fassade von Reichtum, Glanz und Stolz in der Weltstadt London verbirgt, das wurde durch eine Verhandlung vor dem Coroner, die gestern stattfand, schlagartig beleuchtet. Es handelte sich dabei um die Ausstellung eines Totenscheines für einen kleinen Jungen, der an Gasvergiftung gestorben war. Auf die Frage des Beamten mußte die Mutter zugeben, daß sie alle, sechs Personen, in einem Bette schliefen, und zwar Vater und Mutter, eine 17 jährige Tochter, ein Junge von 6 Jahren und die beiden Kleinen mit 5 und 4 Jahren. Anders ließ sich das nicht machen, erklärte die Frau, da ihnen nur ein Bett zur Verfügung stände. Der tragische Unfall, dem der Jüngste zum Opfer gefallen ist, ist nun wahrscheinlich auf den Gaskocher zurückzuführen, der im Schlafzimmer stand, weil dieser Kocher überhaupt der einzige Ofen ist, der den Leuten etwas Wärme spendet. Es seien wohl alle Vorkehrungen getroffen worden, um die Gefahren nach Möglichkeit auszuschalten, aber das Kind habe eben eine zu empfindliche Lunge gehabt. Als man dann das Unglück bemerkte und sah, wie der Kleine an einem Erstickungsanfall würgte, war es bereits zu spät. Der Vater der unglücklichen Familie, die in den Elendsquartieren von Südlondon haust, ist seit fast drei Jahren stellungslos. Er bezieht wohl regelmäßig seine Arbeitslosenunterstützung, die aber in der Woche ganze sieben Mark beträgt, was nicht einmal dazu ausreicht, um den Hunger der Kinder zu stillen. Londoner Blätter bringen groß aufgemachte Berichte über dieses tragische Vorkommnis. Sie weisen dabei darauf hin, daß solche Verhältnisse leider keine Ausnahme bildeten, sondern daß man solchem himmelschreienden Elend in London auf Schritt und Tritt begegnen könne. * Höxter, 24. März.(Interessante Sprengung zum Besten der Winterhilfe.) Eine wahrscheinlich in Deutschland einzig dastehende Veranstaltung zum Besten der Winterhilfe wird am Sonntag, 31. März, in Höxter an der Weser durchgeführt. Ein Pionier=Bataillon sprengt an diesem Tage acht Schornsteine der ehemaligen Zementfabrik Höxter. Die Schornsteine sollen in drei Gruppen umgelegt und dabei der interessante Versuch gemacht werden, durch einen fallenden Schornstein einen in der Nähe stehenden zweiten umzuwerfen. Da dieser Schornstein die in Deutschland außerordentlich seltene Höhe von 76 Metern hat, verspricht diese Sprengung ein besonders sehenswertes Schauspiel zu werden. Da mit einer großen Zuschauermenge zu rechnen ist, wird ein Eintrittsgeld von 10 Pfg. für Kinder und 30 Pfg. für Erwachsene erhoben. Die gesamte Einnahme wird dann restlos der Winterhilfe überwiesen. Altenkirchen, 23. März.(Tod in der Transmission.) Der 21jährige Karl Lindlein aus Ziegenhain hatte beim Mahlen von Getreide das über ihm laufende Band einer Transmission nicht beachtet. Plötzlich wurde er erfaßt und eingeklemmt, wobei ihm der Brustkorb eingedrückt wurde. Erst einige Zeit später, als man den jungen Mann zum Essen rief, fand man ihn tot in der Transmission vor. Wuppertal=Barmen, 22. März.(Greisin tödlich verunglückt.) Die 72jährige Witwe Tesche aus Eschensiepen wurde, als sie nach Verlassen eines Omnibusses den Fahrdamm überqueren wollte, von einem Lieserauto erfaßt. Die Unglückliche erlitt so schwere Verletzungen, daß sie kurz nach ihrer Einlieferung in die Klinik verstarb. — Aus aller Welt Ein Film gestohlen— 100 000 RM. Schaden. Hamburg, 23. März. In Altona in der Hamburger Straze wurde aus einem dort halten Kraftwagen ein Film gestohlen. Der Film trägt den Titel„Pirates treasures" und ist in neun Paketen verpackt. Der Wert des Films beträgt 1000 RM. Da jedoch nur eine Kopie für Deutschland vorhanden ist und auch bereits Abschlüsse getätigt sind, die durch den Ausfall ersetzt werden müssen, erhöht sich der Schaden auf 100000. Der Verlierer hat für die Herbeischaffung des Films eine Belohnung von 100 RM. ausgesetzt. Feuergesecht zwischen österreichischen Zollwachen.d südslawischen Schmugglern. DN Klagenfurt, 24. März. Bei Lavamünd an der Grenze zwischen Kärnten und Südslawien entstand, wie das„Kärntner Tagblatt“ meldet, am Freitag ein Feuergefecht zwischen österreichischen Zollwachen und südslawischen Schmuggkern. Dabei sei ein südslawischer Viehhändler erschossen worden. 70 jährige Herzogin als Sportfliegerin. Die Herzogin von Bedford, eine fast siebzigjährige flugbegeisterte Dame, die vor fünf Jahren für den Flug Lon=) don—Kapstadt und zurück mit 21½ Tagen einen neuen Rekord aufstellte, hat heute mit ihrer Maschine den Flughasen Croydon verlassen, um einen ausgedehnten Kreuzflug über der Sahara, Zentralafrika und Rigeria zu unternehmen. du immer kannst, zu werden, Arbeit scheue nicht und Wachen, Aber hüte deine Seele Vor dem Karrieremachen. Storm Der Fluch des Mammons 12 Roman von Georg Okonkowski. Eine lange Pause entstand. Dann wandte sich Parisius ab und, vor sich hinblickend, jagte er kühl und geschäftsmäßig in demselben Tone, in welchem er wohl an der Börse um Geld und Geldeswert zu diskutieren gewohnt war: „Mein lieber Freund, Sie sind mir stets ein angenehmer, lieber Gast gewesen, ich habe gegen Ihre Persönlichkeit absolut nichts einzuwenden und es wäre auch gar nicht unmöglich gewesen, daß unter anderen Verhältnissen Ihre Wünsche in bezug auf meine Tochter in Erfüllung gegangen wären, aber so, wie die Sachen liegen, ist darauf nicht zu rechnen. Meine Tochter ist verlobt, ihr Bräutigam hat mein Wort und das Wort meiner Tochter, und solange er uns dasselbe nicht freiwillig zurückgibt, ist von unserer Seite nicht daran zu rütteln. Ihre Bewerbung ist daher aussichtslos.“ „Aber wenn es sich um das Glück Ihrer Tochter handelt?“ rief Edgar mit gutgespielter Leidenschaft aus. Parisius wurde plötzlich kalt und fremd. „Die Angelegenheit ist für mich überhaupt nicht diskutierbar!“ sagte er streng, und es schien, als wollte er damit den Schluß dieser Unterredung herbeiführen, aber Edgar bestürmte ihn mit Fragen nach den Gründen seiner schroffen Weigerung, und Parisius ließ sich endlich zu einer Erklärung herbei: „Ich bin ein Hamburger Kaufmann; unser Geschlecht ist nachweisbar verknüpft mit dem allerersten Aufblühen unserer Handelsempore;— Hamburg, mein Haus, der Kaufmannsstand ist groß geworden, hat alle Zeiten und alles Ungemach überdauert und steht jetzt mächtig und geachtet in der Welt da. Und dies ist nur einem Umstand zu verdanken und der ist die Zuverlässigkeit und die Treue im Reden und Tun. Nie hat einer meiner Vorfahren ein gegebenes Wort gebrochen und daran gedeutelt und gedreht, und wie sie habe ich es auch gehalten mein Leben lang und werde es weiter so halten. Alfred Kiesewetter hat mein Wort, damit ist die Angelegenheit ein= für allemal erledigt, und wenn sich deshalb die Erde aus ihren Achsen heben sollte, ich kann daran kein Jota ändern!" „Um des Wortes willen wollen Sie Ihre Tochter unglücklich werden lassen?" rief Edgar, der plötzlich alle seine Zukunftsträume wie Seifenblasen zerplatzen sah. „Ada ist meine Tochter, die Tochter aus dem Geschlecht der Parisius,“ erklärte Herr Parisius,„sie wird wissen, was sie demselben schuldig ist! Ich werde mit ihr sprechen und Ihnen dann den Bescheid zukommen lassen, den sie Ihnen geben wird.“ Edgar war im Begriff, sein Einverständnis mit Ada zu offenbaren, aber im letzten Augenblick besann er sich eines Besseren. Er fürchtete mit Recht, dadurch die letzte Chance bei Adas Vater zu verlieren. Da Parisius aufgestanden war, mußte sich Edgar notgedrungen diesem Winke fügen und sich verabschieden. Er wollte noch einmal mit gefühlvollen Worten das steinerne Herz des alten Kaufmanns bestürmen, aber der sah über ihn hinweg und reichte ihm die Hand zum Abschied, und Edgar ging, von Parisius über die Schwelle geleitet, hinaus. Auf dem Korridor, im Garten— irgendwo hoffte Edgar Ada zu treffen, aber sie war nirgends zu sehen, und so mußte er denn, ohne sie verständigt zu haben, die Villa verlassen. 13. Während Edgar unten mit ihrem Vater sprach, ging Ada in ihrem Zimmer, das im oberen Stockwerk der Villa gelegen war, unruhig auf und ab, und da sie glaubte, die Unterredung Edgars mit ihrem Vater müsse stundenlang dauern, bemerkte sie es nicht, als Edgar das Haus verließ und sich vergebens nach der Geliebten umsah. Nach einer Weile klopfte es an die Tür. Im ersten Augenblick erschreckt, dann hoffnungsfreudig, in zitternder Erregung eilte sie nach der Tür, um dem Einlaßbegehrenden entgegenzutreten, und als sie geöffnet, stand ihr Vater vor ihr. Sie konnte sein Gesicht nicht sehen, nur die Umrisse seiner Gestalt, und in dem Gefühl, daß sein Erscheinen ihr Glück bedeuten müsse, warf sie sich mit einem leisen Aufschrei an seine Brust: „Vater!“ Der stieß sie nicht zurück. Eng umschlungen führte er sie ins Zimmer, schaltete die elektrische Lampe ein, die auf einer hohen Säule zu Häupten eines weichen, wohligen Diwans stand und durch den roten Seidenschleier ein gedämpftes, geheimnisvolles Licht über das lauschige Zimmer des jungen Mädchens warf. Jetzt erst löste sich Ada aus der Umarmung ihres Vaters und sah mit halb zweifelndem, halb seligem Gesichtsausdruck zu ihm empor. Parisius wandte sich zunächst ab und ließ sich in einem Sessel nieder, der im Lichtbereich der Lampe stand. Er legte die Arme auf die Lehnen, und etwas wehmütig vielleicht, aber doch ernst und fest blickte er seine Tochter an. Diese wußte sich seine eigentümliche Ruhe nicht zu deuten und mit einem zagenden, zweifelnden, bittenden:„Vater!“ ließ sie sich vor ihm auf die Knie nieder, ihren Kopf in seinem Schoße bergend. Parisius streichelte ihr sanft das blonde, weiche Haar, ober er sprach nicht, denn er fürchtete, seine Stimme würde zittern; er hatte in ihrem Aufschrei blitzschnell erkannt, daß eine tiefe Leidenschaft das Herz seines Kindes erfüllte, und weil er die Tochter über alles liebte, sträubte sich seine Zunge dagegen, ihr den vielleicht größten Schmerz ihres Lebens anzutun. Und dennoch mußte es sein, an dieser Erklärung konnte nichts rütteln, und sein Schweigen war nur ein vorübergehendes Mitleid, keine Schwäche seines energischen Charakters. Nach einer Weile begann Ada leise:„Edgar war bei dir?" Parisius erwiderte kühl und streng, er hatte die Weicheheit zurückgedrängt:„Du glaubst ihn zu lieben?“ „Ich glaube es nicht nur, ich liebe ihn!“ Ada sagte es selig aufjauchzend, mit überströmender Empfindung. Aber ihre Worte trafen nur auf ihres Vaters gewappgetes Herz. „Er hat dir seine Liebe gestanden?“ fragte er wieder. „Ja, Vater!“ „Und wie ist diese— Liebe gekommen?" „Weiß ich es? Frage die Sonne, warum sie Blüten treibt! Es ist wohl ein Naturgesetz und es war uns bestimmt, daß wir uns lieben sollten!“ Parisius schüttelte den Kopf. „Wir nüchternen Geschäftsleute glauben nicht an derartige Bestimmungen, unser Schicksal machen wir uns selber, und bei allem, was wir tun, haben wir vernünftige Menschen unsere Gründe. Also wird jener Mann auch wohl seine Gründe gehabt haben, als er dir dein romantisches Köpfchen verdrehte.“ „Vater, deine Worte lassen mich etwas Schreckliches ahnen!“ erwiderte Ada angstvoll.„Was hast du ihm auf seine Werbung geantwortet?“ „Was ich ihm antworten mußte,— darüber kannst du doch keinen Augenblick im Unklaren sein!“ entgegnete der Patrizier fest. „Vater!“ schrie Ada auf, erschreckt und doch mit einem leisen Zweifel in der Stimme. „Oder gilt es für dich nichts,“ fuhr Parisius fort,„daß du bereits verlobt bist, daß du dein Wort schon einem Manne gegeben hast, der dich liebt und auf dich baut?“ „Vater, du hast Edgar abgewiesen— ohne jede Hoffnung, ohne die geringste Aussicht auf jemalige Erfüllung seiner Wünsche?" „Ich frage dich nochmals, ob du selbst so wankelmütigen Charakters bist, daß du mir zutraust, ich könnte ein gegebenes Wort in leichtfertiger Weise brechen?“ „Vater, ich bitte dich, lieber Vater, höre mich an!“ flehte Ada.„Du weißt selbst, wie meine Verlobung mit Alfred Kiesewetter zustande kam. Ich glaube, als Kinder waren wir schon füreinander bestimmt, und als wir aufwuchsen, da wußten wir es gar nicht anders, als daß wir uns einmal angehören sollten. Ich weiß, ich bin nicht gezwungen worden, als meine Verlobung bevorstand; man hat mich gefragt, ob ich Alfreds Frau werden wollte, und ich habe ja gesagt, freiwillig, wie es jeder, wie ich selbst damals glaubte, aber doch nicht freiwillig, denn mein Wille war dadurch eingenommen, daß man mich von frühester Jugend an den Gedanken gewöhnt hatte: du wirst einst Alfred Kiesewetters Frau. Auch war ich damals noch so jung und unerfahren; ich wußte ja nicht, daß im Menschen eine Leidenschaft schlummert, die stärker ist als die lauen Freundschaftsbande, die mich an meinen Verlobten fesselten. Wie konnte mein Wort damals die Bedeutung für mich haben, daß es über mein Leben entscheiden sollte?“ Ada holte tief Atem; ihr Vater hörte ihr ruhig zu. Dann fuhr sie fort: „Wie die Liebe zu Edgar in mir entstanden ist, ich weiß es nicht; das kann wohl niemand sagen. Ich weiß nur das eine, daß ich vom ersten Augenblick an, als er in mein Leben trat, mich zu ihm hingezogen fühlte, daß ich gern in seiner Nähe weilte und häufig an ihn dachte, wenn er mir fern war. Dann merkte ich, daß auch ihn ein geheimes Empfinden in meine Nähe zu locken schien, wie seine Nähe mich stets mit größter Seligkeit erfüllte. Und siehst du, Papa, diesem Gefühl gegenüber, das mich so ganz und gar erfüllte, das mich die Welt in ganz neuem Licht sehen ließ, das alle anderen Gedanken und Wünsche aus meiner Seele verdrängte, — diesem Gefühl gegenüber, das allein das wahre und echte in mir war, kam mir das einstmals gegebene Wort so nichtig, so unbedeutend vor, daß ich in dem Wortbruch keinen Frevel erblicken konnte, sondern eine befreiende Tat, die die Lüge von mir nahm und der Wahrheit zu ihrem Rechte verhalf. Und wenn du dich in meine Seele hineinversetzen kannst und mir glaubst, woran ich nicht zweifle, da du mich doch liebst, so wirst du mir meinen Wortbruch nicht nur verzeihen, sondern denselben auch verantworten können.“ Ada schwieg, und als sei sie nicht mehr eine Bittende, sondern eine unschuldig Angeklagte, die soeben ihre Verteidigung vorgebracht und nun ein gerechtes Urteil erwartete, setzte sie sich auf den Diwan, legte die Hände in den Schoß und blickte vor sich hin. Auch Parisius schwieg eine Weile und ein schmerzliches Zucken ging leise über sein gefurchtes Gesicht. „Ich sehe vor allen Dingen,“ begann er dann,„daß du fast hoffnungslos einer Leidenschaft verfallen bist, die ich nicht für dein Glück halten kann, denn sie hat nicht nur deine Gefühle in Banden geschlagen, sie hat auch deine Vernunft erwirrt und läßt dich nicht erkennen, was recht und unrecht ist. Denn über allem in der Welt steht die Treue und das Festhalten an seinem Wort. Die Leidenschaften wechseln und schwinden. Die Treue ist der einzig ruhende Pol, der dem Menschen und den menschlichen Dingen einen Halt in der Welt gibt. Sie ist mein Grundsatz stets gewesen und keine Deduktion— ob des Verstandes oder des Herzens— wird mich jemals davon abbringen. Darum werde ich deinen Wortbruch niemals verantworten und zu dem meinigen machen und wenn ich dich zur Erfüllung deines gegebenen Wortes zwingen oder— wenn ich mein Kind darüber verlieren sollte!“ „Vater!“ schrie Ada auf, und wie von einer furchtbaren Vision wich sie mit ausgestreckten Händen vor ihm zurück. „Niemals!“ fuhr er fort.„Das Wort steht so fest wie der Ruhm und der Name unserer alten Heimatstadt; daran ist nicht zu rütteln und zu drehen. Mit meinem Willen brichst du deinem Bräutigam nicht das Wort. Es würde dir auch nie Glück und Segen bringen, sondern dich dein Leben lang verfolgen wie ein Fluch,— glaube es mir. Mir ist in diesem Augenblick, als erfüllte meine Liebe zu dir mich mit einer prophetischen Gabe und ich sehe dich heimat= und namenlos über die Erde fliehen und an dem Verhängnis tragen, welches dein Wortbruch über dich gebracht hat!— Ich glaube auch nicht einmal, daß du selbst, nachdem du alle Konsequenzen deiner Schuld auf dich genommen hast, an der Seite jenes Mannes jemals glücklich werden kannst, denn so Dise Saie ernicen easie eieh Kaesin beishäiähene die Hand:„Ich will es annehmen und ich hätte vielleicht, wenn du frei gewesen wärest, auch seiner Werbung nichts in den Weg gelegt. Zu einem Wortbruch jedoch gebe ich meine Einwilligung nie,— das habe ich bereits betont.“ „Vater“, rief Ada unter Tränen,„gibt es denn gar keinen anderen Ausweg?“ „Es gibt keinen“, erwiderte Parisius und streichelte wieder das Haupt seiner Tochter, deren Körper von heftigem Weinen erschüttert wurde und deren Tränen seine Kleider netzten. Lange saßen sie so. Dann löste sich Parisius aus ihrer Armen. Ada machte eine Bewegung, ihn festzuhalten, abe Parisius stand auf. Er drückte einen Kuß auf ihre Stirn, sie sahen sich an und in den Augen ihres Vaters las Ada noch einmal seine ganze große Liebe, aber auch seinen eisernen Entschluß, an dem, was er gesagt hatte, unverbrüchlich festzuhalten. Aufschluchzend warf sich Ada über den Stuhl, der nin leer war, und ließ ihren Tränen und ihrer Verzweiflung freien Lauf, während mit leisen Schritten ihr Vater das lauschige Zimmer verließ, in welchem soeben über das Schicksal eines jungen Menschenlebens die harten Würfel gefallen waren. 14. Nachdem Edgar mit seiner Werbung bei Parisius so wenig Glück hatte, sah er das einzige Mittel, sein Ziel zu erreichen, in einer gemeinsamen Flucht und heimlichen Trauung im Ausland. Es kostete ihn wohl seine ganze Ueberredungskunst, auch Ada dazu zu bewegen, aber schon nach wenigen Tagen befanden sie sich auf der Fahrt nach London. Auf ihrer Reise hatten sie Glück; sie trafen weder auf der Bahnfahrt noch auf dem Dampfer, der sie von Hoek van Holland über den Kanal trug, ein bekanntes Gesicht. Endlich war die englische Hauptstadt erreicht. Das Paar stieg nicht in dem Hotel ab, in welchem Edgar bei seinem früheren Aufenthalt gewohnt hatte, sondern suchte das vornehme St. James=Hotel an der Oxford=Street auf. Edgar unternahm sofort die nötigen Schritte zu dieser außergewöhnlichen Heirat, die indessen in London nichts Außergewöhnliches ist. Jeder Sheriff traut dort zwei Menschen, die die Absicht kundgeben, sich heiraten zu wollen, und die ihm entweder persönlich bekannt sind, oder durch zwei dem Sheriff bekannte Personen legitimiert werden. Edgar suchte einen ihm bekannten Herrn der österreichischen Botschaft auf, dem er seine Bitte vortrug, ihm bei der Trauung vor dem Sheriff zu assistieren. Derselbe war sehr gern dazu bereit und versprach noch einen weiteren Bekannten zur Trauung mitzubringen. Tamit waren sämtliche Vorbereitungen erledigt. Am nächsten Tage in den Vormittagsstunden trafen die vier Personen in dem kahlen, düsteren Amtszimmer des Sheriffs von Piccadilly, dem vornehmsten Bezirk Londons, ein, und ohne weitere Schwierigkeiten fand die Trauung statt. Der Sheriff fertigte ein amtliches Dokument aus, das er dem jungen Paar überreichte, und auf diesem Dokument stand in einem vorgedruckten Formular die Urkunde über die geschlossene Ehe. Edgar bezahlte die geringe Taxe für die Trauung, und die ganze Zeremonie war vorüber. Vor dem alten grauen Amtsgebäude trennten sich beiden Herren, die als Zeugen gedient hatten, in rücksichtsvoller Weise von dem jungen Ehepaar, und Edgar fuhr mit Ada nach dem Telegraphenamt, die Nachricht der vollzogenen Ehe sofort den Verwandten mitzuteilen. Ein besonders langes, ausführliches Telegramm sandte Ada an ihren Vater, in welchem sie ihn nachträglich um seinen Segen bat und seine Verzeihung anflehte. Dann traten beide die Rückfahrt ins Hotel an. Sowohl auf der Fahrt wie auch später im Hotel bemächtigte sich der beiden jungverheirateten Leute eine seltsame, unerklärliche Befangenheit. Es war ihnen beiden nicht zu Mute wie einem Liebespaar, das endlich am Ziele seiner Wünsche stand, das sich gehörte nach Kämpfen und Leiden und das nun mühsam errungene Glück genießen wollte; es war eine Scheu über sie gekommen, die in den Gefühlen jedes Einzelnen seinen Grund hatte. Edgar, der nun erreicht zu haben glaubte, was er beabsichtigt hatte, dachte viel mehr an seine Zukunftspläne als an das Liebesglück, das er sich errungen hatte. Er wollte sofort Erkundigungen einziehen, ob man des Hoteldiebes, der ihn bei seinem ersten Londoner Aufenthalt so schnöde um all seine Hoffnungen gebracht hatte, habhaft geworden, oder ob man wenigstens seiner Spur gefolgt war. Mit seiner Ankunft in London befand sich Edgar wieder ganz und gar in dem Banne des Geldes, das ihn einst hierhergelockt hatte, das er schon so gut wie in der Hand hatte, und das ihm dann wieder in so fataler Weise entschlüpft war; er dachte an nichts anderes mehr als an die Millionen, die da nun schon über ein Jahrzehnt unnütz in einer Stahlkammer lagerten und auf den Augenblick harrten, da er sie an das Tageslicht zerren, da er sich in ihrem Glanze sonnen würde. Ueber diesen eigensüchtigen Gedanken vergaß er sogar eine sonst gewohnheitsmäßige Liebenswürdigkeit und behandelte Ada mit merkwürdiger Kühle. Ada empfand das, aber sie deutete es anders. Auch sie fühlte unwillkürlich, daß etwas zwischen ihnen stünde; sie fühlte vor allem, daß diese nüchterne, poesielose Trauung vor dem Sheriff keine richtige Trauung sein könne, die die Herzen für ewig miteinander verband; sie fühlte ferner, daß diese Ehre, so heimlich, so ohne den Segen des Vaters, ohne den Segen der Kirche geschlossen, keine richtige Ehe sei. Sie konnte sich nach der nüchternen Trauung des fremden Sheriffs nicht als Edgars Frau fühlen; ihr erschien das als ganz unmöglich, als eine Entweihung ihrer heiligsten Gefühle, und darum beschloß sie, gleich nach ihrer Rückkehr nach Hamburg die kirchliche Trauung nachzuholen und solange aufs strengste zu vermeiden, von Edgar als Frau betrachtet zu werden. Merkwürdigerweise erschien ihr auch ihre Liebe zu Edgar plötzlich in einem anderen Lichte. Sie meinte, Edgar hätte sie nicht zu dieser Flucht, zu dieser Trauung verleiten dürfen; er als der Vernünftigere hätte lieber die legalen Wege einhalten sollen, denn sie fühlte, daß sie, fern vom Vaterhaus. in seinem Besitz nie allein das Glück finden würde das sie erhofft hatte. (Fortsetzung folgt.)