TTTTT* useeeneeeeeeeeeeeeeemeeneeeeeee essessseenenseemseeeeeen man Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Utäotg mit S. 1 K9# ohzgsgggasbau m ofg,.(Durch die he und 46 um breite Zeile 5 Vereinsanzeigen, die nicht gewerblichen Zwecken dienen, 7 Big. Reklamezeile 1 mm hoch und 76 mm breit 20 Pig. Fernruf Nr. 3184 Amt Witten.— Postscheckkonto Dortmund Notationsdruck und Verlag: Fritz Küching, Witten=Annen. Ksessssssssssssss * Wner Volkszeitung“ Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Blützen Adernehmen wir keine verbunden mit der„Annener Vollvzeilung##mun 9 g....: 0 hühren ir Kapkuersfällen oder bei Anzeigenblatt für Witten-Annen und die Stadtteile Stockum und Düren. Für die Aufnahme der Anzeitgen an vorgeschriebenen Bläten Aberzehmen vir. Heine Gewähr.— Bei Einziehung der Gevuhren in Konkursfällen oder bei Zwangsvergeernh wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Fritz Küching, Witten=Annen. Für Anzeigen verantwortlich: Wilh. Schneider, Witten=Annen. = Geschäftsstelle: Witten=Annen, Stockumer Straße 23. pusseessserssansssssessannnen Nr. 264. Samstag. den 10. Hovember 1934. Ssesssssssensnenn 30. Jahrgang. Fadendg nes Vomes Gedenkfeier für die roten des 9. November. In allen deutschen Dörfern und Städten wehten am 9. November die Fahnen uuf Halbmast, aus unzähligen Fenstern kündeten trauerumflorte Fahnen, daß aus dem Trauertag der nationalsozmist schen Bewegung der Totengedenktag der geeinten deutschen geworden ist! Ernit läuteten die Glocken den Tag des Gedenkens an die heroischen Kämpfer vom 9. November 1923 ein. In die en hunderten Städten und Törfern hatten die Friedhise ihre Tore weit aufgetan. An den Gräbern der gefalleten Kämrfer, die würdig ausgeschmückt waren, zogen Ehrenwachen der braunen und schwarzen Sturmkolsnnen auf. Fest und unbeweglich standen die Ehrenwachen zur Seite der toten Kameraden, die durch ihr Blutopfer den Weg in das nationalsozialistische Deutschland geouhut haben. „Das Blut, das sie vergossen haben“, so betonte der Führer und Reichskanzler in seiner Gedenkrede,„ist das Taufwasser geworden für das Reich!“ Den 16 Kämpfern, die am 9. November 1923 ihre Treue zu Volk und Führer mit ihrem Tode besiegelt haben, sind in schweren Kampfjahren Hunderte und abermals Hunderte gefolgt. Aus ihrem Blute aber ist das Werk entstanden, für das sie ihr Leben gegeben haben: das geeinte Deutsche Reich unter seinem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Als heiliges Vermächtnis der Toten ist nun uns allen die Aufgabe geworden, dieses Reich zu erhalten und zu festigen. In ununterbrochener Folge wallfahrten die Kameraden und Freunde der Toten, und mit ihnen Tausende und aber Tausende deutscher Volksgenossen, zu den Gräbern, die die sterbliche Hülle der Heroen des neuen Deutschlands bergen. An allen Gräbern wurden Kränze niedergelegt. Mit den Toten aber gedachte das deutsche Volk auch des stillen Heldentums derer, die in den Jahren des Kampfes ihre Gesundheit, ihr letztes Gut und ihre Stellung geopfert haben, und trotzdem den Kampf ungebrochen fortgeführt haben bis zum Siege. bei seiner alten Garde im Bürgerbräukeller in München. Bei der Veranstaltung im Münchener Bürgerbränkeller sprach zuerst Gauleiter und Staatsminister a. D. Wagner. Dann nahm der Führer selbst das Wort. Die Gedenkrede des Führers Der Führer sagte in seiner Ansprache an die Alten Kämpfer u..: Der Sinn des 8. und 9. November 1923 liegt für uns darin, daß damals diese Bewegung ihre unere Härte und Widerstandsfähigkeit erwies. Wenn jemals das Schicksal uns ähnliches aufbürden wird, dann können wir uns erinnern an den Tag, da wir schon glaubten. die Macht in unserer Faust zu haben, und wir überzeugt waren, in größter Schlagfertigkeit dazustehen, und am nächsten Tage nichts mehr besaßen. Wie kam es, daß wir trotzdem diese Katastrophe überwunden haben? Die Bewegung hat damals einen geschichtlichen Befehl erfüllt, und den Besserwissern von heute kann man nur eines sagen: Ihr alle habt nicht Clausewit gelesen oder, wenn Ihr ihn gelesen habt, nicht begriffen, ihn anzuwenden auf die Gegenwart. Clausewitz schreibt, daß selbst nach einem heroischen Zusammenbruch noch immer ein Wiederaufbau möglich ist. Nur die Feiglinge geben sich selbst auf, und das wirkt und pflanzt sich fort wie ein schleichender Gifttropfen. Und da wächst die Erkenntnis, daß es immer noch besser ist, wenn notwendig, ein Ende mit Schrecken auf sich zu nehmen, als einen Schrecken ohne Ende zu ertragen. Diese Erkenntnis hat unsere Bewegung im Jahre 1923 gehabt. Nicht haben sie gehabt die Parteien, die nus damals gegenüberstanden, nicht hat sie gehabt das alte System, das im Jahre 1918 ohne Kampf feige kapituliert hat. Die Nationalsozialistische Partei konnte nur zum Ziele kommen, wenn sie das beste Menschenmaterial sammelte. Mit Feiglingen kann man so etwas nicht unternehmen. Dann aber mußten wir einen Weg harter Auslese beschreiten. Man bekommt die besten Menschen nur, wenn man keinen Zweifel darüber läßt, daß hier gekämpft wird auf. Leben und Tod (stürmische Zustimmung), und dann konnte man auch gicht immer nur reden. Man mußte auch einmal handeln, denn am Ende zwingt nur die Tat die Männer in ihren Bann. Als der Kapp=Putsch zu Ende war und die damaligen Putschisten vor die republikanischen Gerichte gestellt wurden, da hob jeder den emper, er habe nichts gewußt, er habe nichts heabsichDer Führer bei seiner Ansprache im Münchener Bürgerbräukeller, wo sich die alten Kampfgenossen von 1923 zu einer Gedenkfeier versammelt hatten. tigt und nichts gewollt. Das hat die hürgerliche Welt vernichtet, daß sie nicht den Mut hatte, einzustehen für ihre Tat, daß sie nicht den Mut hatte, vor den Richterstuhl hinzutreten und zu sagen: Ja, das haben wir gewollt, wir wollten diesen Staat stürzen, wir wollten sie wegjagen, weil wir Deutschland frei machen wollten.: Dieser Mut hat ihnen gefehlt und daran sind gescheitert.(Lebhafte Zustimmung.) Man kann es mir glauben: Unsere Partei hat sich hier gut gehalten. Nicht nur die Führer, sondern auch die Kleinen haben im Prozeß selbst die nationaisozialistische Idee und Bewegung gerettet. Jeder sagte: Das habe ich getan und ich verbitte mir, daß man mie das wegnehmen will. Das hat die Idee und die Bewegung damals gerettet.(Stürmische Zustimmung.) Dieser Wille und dieser Glaube ist gleich geblieben auch in der Zeit, in der wir hinter Mauern saßen. Das kann ich meinen Gegnern sagen: Diese 13 Monate haben ihnen schweren Schaden zugefügt(Brausender Beisall), diese 13 Monate, die sie mir zum Nachdenken gaben. Was sie erlebten in diesen zwei Jahren, ist damals in Landsberg geboren worden! Lebhafter Beifall.):: Sieg ohne Kampf, das hat es in der Geschichte noch nicht gegeben. Wir haben gelämpft und sind geschlagen worden. Die anderen haben nicht gekämpft, und sie sind damals nicht geschlagen worden. Aber diese anderen, die damals nicht geschlagen worden sind, sind vergangen, und wir, die Geschlagenen, haben endlich über die anderen gesiegt. Eine denkwürdige Kundgebung. Stürmischer Beifall umbrandet den Führer, als er geendet hat. Brausend steigt das Kampflied der Bewegung, das Horst=Wessel=Lied, empor. Aus der Mitte seiner alten Kämpfer wird dem Führer ein jubelnd aufgenommenes dreisaches Siegheil dargebracht. Weihestunde vorder Feldherrnhalle Die Gedenkfeiern erreichten ihren Höhepunkt mit der Weihestunde vor der Feldherrnhalle in München. In der gleichen Stunde, da vor 11 Jahren die ersten Kämpser der Bewegung fielen, marschierten die Kolonnen der SA. und SS., der Hitlerjugend und der Jungmädchen mit ihren Sturmfahnen und Standarten auf, an der Spitze des Zuges die alten Kämpfer mit der Blutfahne der Bewegung, die von zwei SS.=Führern geleitet„wurde. Aus den 20 schwarzbehangenen Pylonen leuchteten die Feuer zum Gedächtnis der Toten. Auch in der Halle loderte auf einer Opferschale die Flamme. Lorbeerkränze schmückten das Nahnmal.,. Lum Weinust Ehern und unbeweglich standen vor dem Baynmal die Ehrenposten der SS. Vor ihnen sammelten sich die führenden Männer der Bewegung und ihrer Gliederungen, die als Ehrengäste an der Gedenkfeier teilnahmen. Um 12.45 Uhr hallten kurze Kommandos über den Platz. Die Formationen standen still. Tiefstes Schweigen löste fast augenblicklich die Bewegung in den Massen ab. Der Führer erscheint und begibt sich, geleitet von Rudolf Heß, Reichsführer Himmler, dem Chef des Stabes, Lutze, und dem Gauleiter des Traditionsgaues, Adolf Wagner, zu der Stätte vor dem Mahnmal, die vor 11 Jahren das Blutopfer der 16 Freiheitskämpfer sah. Dumpfer Trommelwirbel setzt ein, und während der erste der 16 Salutschüsse gelöst wurde, die die 16 Gesallenen von 1923 ehren, legte der Führer am Mahnmal einen riesigen Lorbeerkranz mit Schleife in den Farben der Bewegung zum Zeichen des Gedenkens an die Toten nieder. Unter dem Donner des Trauersaluts widmeten der Chef des Stabes und der Reichsführer der SS. den toten Kämpfern ihre Kränze, während, von einem plötzlichen Windstoß angesacht, die Flammen in den Pylonen hoch zum Himmel emporloderten. Kein Laut unterbrach dic weihevolle Stille, in der Tausende der Toten von 1923 gebod Vereidigung der Rekruten der Partei Einem Gelöbnis gleich klang das Horst=Wessel=Lied auf. Dann begab sich der Führer mit seinen Begleitern zum Rednerpodium vor der Halle, wo Reichsjugendführer Baldur von Schirach dem Stellvertreter des Führers die 18 jährigen Hitlerjungen und die 21 jährigen BDM.= Mäochen zum Eintritt in die Partei übergab, damit sie in Partei, SA. und SS. das Werk fortsetzen, für das die Toten der Feidherrnhalle ihr Leben gaben. Tann sprach der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, um in gleicher Weise diese Jugend, die zur gleichen Stunde in allen Städten und Dörfern des Reiches angetreten ist und durch den Rundfunk das Erlebnis dieser weihevollen Stunde teilhaftig wird, in den Orden der aufzunehmen. Eindringlich hallte seine Mahnung über den weiten Raum, sich bewußt zu bleihen, daß die RSTAP. Deutschland aus tiefstem Verfall in zähem, unerbittlichem Kampf gerettet hat. Sein Ruf an die Jugend, furchtlos und treu, in Treue zu dem Führer und zur Bewegung dieses Rettungswerk weiter zu führen, fand einen machtvollen Widerhall. Ausprache des Führers Der Platz des Todes wird damit zur Schwurstätte des Lebens. Und wir können keine schönere Erinnerungsseier an dieser Stelle abhalten, an der unsere Kameraden einst gefallen sind, als die Vereidigung derjenigen, die sich zu ihrem Werke als deutsche Jugend wiederbekennen. Ihr werdet, ich weiß es, genau so treu sein, genau so tapfer sein, wie unsere alten Kameraden. Und ihr werdet Kämpfer sein müssen. Denn noch sind viele, viele Gegner unserer Bewegung in Deutschland vorhanden. Sie wollen nicht, daß Deutschland stark sei. Sie wollen nicht, daß unser Volk einig sei. Sie wollen nicht, daß unser Voik seine Ehre vertritt. Sie wollen nicht, daß unser Volk frei sein soll. Sie wollen es nicht, aber wir wollen es, und unser Wille wird sie niederzwingen. Und Euer Wille wird mit uns sein und Ihr werdet mithelfen, den Willen von damals zu erhalten und zu verewigen. Wir werden auch diese Letzten beugen unter diesen Willen. Wir werden dafür sorgen, daß die Zeit, die diese Opfer einst forderte, in Deutschland nach menschlichem Ermessen niemals wiederkehrt! Die Partei ist heute nicht etwa am Ende ihrer Mission, sondern erst am Ansang! Sie ist erst in ihre Jugend eingetreten. Und so kommt Ihr, meine deutsche Jugend, in nichts Fremdes hinein, sondern die Jugend stößt zur Bewegung der Jugend, und diese Vewegung der Jugend begrüßt Euch daher als ihresgleichen. Ihr habt die Aufgabe, mitzuhelfen an der Erfüllung dessen, was die Alten sich einst erhofften! Ich habe die Ueberzeugung von Euch, daß Ihr, die Ihr schon im Geiste dieses neuen Deutschland gewachsen und geworden seid, diese Aufgabe erfüllen werdet, daß Ihr eingedenk sein werdet unseres alten Bekenntnisses: daß es nicht notwendig ist, daß auch nur einer von uns lebt, aber notwendig, daß Deutschland lebt!“ Erst als der Führer seine Ausführungen beendet hatte, löste sich das Schweigen. Geleitet von den Heilrufen der Tausende, verläßt der Führer die Stätte der Feier, dem Opfertod der 16 Freiheitskämpfer von 1923 die höchste Ausdeutung gab: das, was sie gesät in Treue zu der Idee, für die sie fielen, zum Segen der Nation zur höchsten Reise zu führen. Unter klingendem Spiel sammelten die Verbände sich zum Vorbeimarsch am Mahnmal, womit die Ehrung der Gefallenen ihren Ausklang fand. * Die Ehrung der Gefallenen in Berlin Ueberaus eindrucksvoll gestaltete sich die Ehrung der gefallenen Kämpfer auch in der Reichshauptstadt. Fast jeder Friedhof in Berlin beherbergt gefallene Kämpfer der Sturmsoldaten Adolf Hitlers. Insgesamt haben in Berlin 53 Kämpfer ihre Treue zum Führer mit dem Tode bestegelt. Auf dem Alten Nicolaifriedhof bildete das Grab Horst Wessels das Ziel der Wallfahrt. Zahllose Kränze, unter ihnen ein Kranz des Führers der SA.= Gruppe Berlin=Brandenburg, häuften sich am Grabhügel, an dem vier Männer des Horst=Wessel=Sturmes mit der Blutfahne Aufstellung genommen hatten. Die größte Feier sand am Ehrenmal auf dem Fehrbelliner Platz in Wilmersdorf statt, wo der Ehrensturm der Brigade 30 aufmarschierte. Neben dem Ehrenmal hatte auch eine Abordnung der PO. des Kreises II Aufstellung genommen. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden iegten Obergruppenführer von Jagow, Staatsrat Görlitzer und die änderen Fraktionsführer am Denkmal Kränze nieder. Danach folgte der Vorbeimarsch des Ehrensturms, worauf sich Obergruppenführer von Jagow zu den Gräbern Horst Wessels, Hans Maikowskis und nach dem Luisenstädtischen Friedhof in der Bergmannstraße begab. Zum Gedächtnis an die gefallenen Soldaten zog auch am Ehrenmal Unter den Linden eine Ehrenwache auf. Dann nahm der Führer und Reichskanzler das Wort zu folgenden Ausführungen: „In tieser Ergriffenheit stehen wir heute wieder an diesem Platze. Er ist die Mahnung an die ersten Toten unserer Bewegung, und es ist ein Symbol, daß auf diesem Piote die Vereidigung der Rekruten der Partei stattfindet. Ich las damals unendlich viel und zwar gründlich. In wenigen Jahren schuf ich mie damit die Grundlagen eines Wissens, von denen sch auch heute noch soher. Rüet Hog, Din demzt Lokales s Witten=Annen, 10. November. Dies und das... Der November, das läßt sich nun einmal nicht leugnen, ist nicht unser Liebling unter den Monaten. Mit einem gewissen Bangen sehen wir ihm entgegen. Jetzt zeigt der Herbst sein anderes Gesicht; das gelbe und rote Laub der Bäume, das sich zu einer großen Farbensymphonie vereinigt, ist zu Boden gesunken; dafür stehen die Bäume und Sträucher kahl und recken die blanken, nebelnassen Zweige in den trüben Tag. Nun geht das große Sterben an Die Blätter raschelnd gleiten... Und immer näher schon heran Gar harte Schritte schreiten. Der Schritt klingt hohl, der Schritt stampft schwer. Als seufzen bange Klagen. Dicht hinter jedem Schritte her... Der Nebel wallt, ein graues Meer: Wie macht die Welt ihr öd und leer Und welk: Novembertage! Gewiß hat der November seine Schattenseiten, oder sagen wir hier besser Nebelseiten. Der Regen und der Wind peitschen uns doch manchmal recht unfreundlich um die entzündete Nase. Der Regenschirm beherrscht das Straßenbild und die Sonne gibt dann und wann ein auf kurze Stunden berechnetes Gastspiel. Aber wir sollen auch die Annehmlichkeiten des November nicht vergessen. Für die fortgezogenen Singvögel hat uns die Allmutter Natur gefiederte Freunde hinterlassen, die gerade im November ihre schätzenswertesten Vorzüge entfalten. Ich meine da das mit Wachholder gefüllte, mit Speck umwickelte Rebhuhn, ferner den Fasan und schließlich die als Vogel ungemein hochgeschätzte Gans. Morgen haben wir übrigens den Martinstag; man kann über die Gans denken wie man will, sie singt gewiß nicht so schön wie eine Nachtigall in warmen Sommermonaten; aber dem Bratofen anvertraut, singt auch sie eine zarte, appetitanregende Melodie, deren Zauber sich wohl niemand zu entziehen vermag. Wie naturwahr quillt der zarte Geruch von Gänsebraten mit Apfelfüllung in dein Herz. Im November dem Martinsmonat, steht die gebratene Gans auf der vollen Höhe ihrer Entwicklung. Die Gans ist eine gute Gabe Gottes und darum ist der November ein guter Monat. * Morgen geht nun auch die Woche des deutschen Buches zu Ende. Der Buchausstellung im Märkischen Museum in Witten, die aus diesem Anlaß von der Stadtbücherei veranstaltet wurde, ist erfreulicher Weise ein starkes Interesse entgegengebracht worden. Wenn wir auch an materiellen Gütern in unserem Vaterlande arm geworden sind, so sind wir doch— und das hat die Ausstellung bewiesen— reich geblieben an den unerschöpflichen Schätzen deutschen Geistes. Da sind alle edlen Gedanken gesammelt, die gute Menschen je hatten, da ist wahrer und echter Frohsinn, der je aus Menschenherzen sprudeln durfte und aus reinen Augen gelacht hat. Jetzt ist ja doch die Zeit der langen Abende gekommen, wo wir die Bücher als stille Freunde zu uns einladen. Sie werden seltener enttäuschen als die Menschen. * Onkel Karl vom Schnee aber erlebte kürzlich eine Enttäuschung und hat mächtig über den Fortschritt geschimpft. Er war mit dem Zug bis Tortmund gejahren und wollte dann weiter nach Hamm; aber am Bahnhof in Dortmund hatte er Aufenthalt und traf einen alten Kriegskameraden im Wartesaal. Das Wiedersehen wurde in der üblichen Weise mit Steinhäger und Dortmunder Bier gefeiert, und zwar recht ausgiebig. Da der Aufenthalt nicht allzu lange dauerte, wurde gewissermaßen mit Hochdruck gearbeitet, und die beiden Krieger gerieten in einen Taumel der Begeisterung. In diesem Zustand ist der Dortmunder Bahnhof eine ideale Anlage, um in den falschen Zug zu steigen, und das tat Onkel Karl denn auch. In seinem Abteil saß er einem Herrn gegenüber, der etwa in seinem Alter war und den er neulich noch auf der Wittener Kirmes getroffen hatte. „Wollen Sie auch nach Hamm?“, fragte Onkel Karl. „Nein, ich fahre nach Bochum.“ sagte der andere Herr. Da schlug sich Onkel Karl begeistert auf's Knie und rief:„Das ist doch nun der größte Fortschritt! So'n Kino ist ja schon allerlei und das Radio ist wunderbar und der Zevpelin ist ganz herrlich, aber daß wir beide in demselben Zuge sitzen und in demselben Abteil, und Sie fahren nach Bochum und ich fahre nach Hamm— seh'n Sie mal, das ist doch wohl ein technisches Weltwunder.“ Auf Wiederhören am nächsten Samstag. Hans Sper! n g. Sonnta#swor“e. Wenn die Geschichte in ihren gefährlichsten Brennpunkten nicht mehr Menschenkraft, sondern Uebermenschenleistung erfordert, damit die Wende des Lebens Wirklichkeit werde, muß der Träger der Leitwende scheinbar immer aus den Wurzelgegenden des Volkslebens aufsteigen, weil wohl nur hier die Riesenkräfte geboren werden, mit denen das Tor in neue Zeiten aufgestoßen werden kann. Nicht Fürsten und Könige, nicht Gelehrsamkeit und Erdenbesitz vollbringen das gewaltigste Werk, sondern der Sohn des Bergmannes und Bauern. Das mögen alle die wissen, die an das Außergewöhnliche immer die kleinen Maßstäbe der Alltäglichkeit anlegen. Das ganz Große bleibt ein ewiges Gebeimnis, dem man nur mit gläubiger Seele näberkommt. Wenn der Lebensbaum eines Volkes vom Tode bedroht ist, läßt Gott immer aus den tiefsten Wurzelgründen das neue Leben aufsteigen. Und dann bricht es hervor mit der Kraft, die keinen Widerstand kennt. „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Dieses Bekenntnis Luthers in Worms steht über jedem geschrieben, der an der Stelle steht, wo Untergang und neues Leben ineinandergreifen, und in dessen Seele die erste Entscheidung zwischen Sterben und Geborenwerden fiel. Und vies Bekenntnis muß in die Brust aller derer gebrannt sein, die im Gefolge der Lebensfeldherrn als Soldaten dienen und kämpfen wollen. Denn in entscheidenden Leiten der Geschichte stellt das Leben an Führer und Gefolgschaften immer nur diese eine gültige Frage: Gebörst du zu denen, die bis zum Sterben nicht mehr anders können, weil eine höhere Gewalt von ihnen restlos Besitz ergreift? Das ist die Waage, mit der Menschen und Völker auf ihr wahres Jo. Annen, 10. November. Gestern gedachte an den geschmückten Gräbern ein ganzes Volk seiner Söhne, die aus Liebe zur heimatlichen Scholle ihr Leben ließen, auf daß ein Volk endlich geeint, auf daß es ein Volk von Brüdern werde. Kaum aus dem 4jährigen Weltringen in die vom Marxismus und Liberalismus verseuchte Heimat zurückgekehrt, kaum aus den Schützengräben der feindlichen Erde herausgekommen, geht es wieder hinein in die des heimatlichen Bodens, um sie von Schutt und Schmutz zu reinigen. Doch mitten im Reinigungsprozeß lassen sie ihr Leben, das neue Werden durften sie nicht mehr erleben, das neue Reich nicht mehr sehen. Daß sie für eines Volkes Auferitehen ihr Leben gaben, das macht uns ihr Opfer umso kostbarer und teurer. In der Kampfzeit jedoch war uns ihr Opfer die Gewißheit des Sieges des Nationalsozialismus; denn eine Bewegung, die auf dem Leben so vieler Menschen aufgebaut ist, muß endlich zum Siege führen. Jene Menschen, die aus innerem Drängen, aus heiligem Impuls heraus, der gerade im deutschen Menschen so tief verankert liegt, auf die Straße getrieben wurden, wo sie für ihre Heimat bluteten, hinterlassen uns eine tiefe Erkenntnis: Ein Volk ist soviel wert, wie es bereit ist, für seine Existenz zu opfern. Auch Annen gedachte im Saale Förster in eindrucksvoller Form der Toten. Die Bühne mit den Blutfahnen und Hoheitszeichen gab dem Saal ein feierliches Gepräge. Nach Einmarsch der Fahnen, einem dem Gedenken der Toten würdigen Musikvortrag, ausgeführt von den Herren Ludwig und Willi Neuhaus, und einem vom Annener Männer=Gesangverein vorgetragenen Lied ergriff der Ortsgruppenleiter Pg. Dr. Flake das Wort: Meine Parteigenossen und Parteigenossinnen! Kameraden! In den Schlachten des Weltkrieges erwuchs aus germanischem Geiste der Widerstandswille des Deutschen gegen eine Welt von Feinden zu jener Größe, die wir in dem schicksalsschweren Ringen erleben durften. Damals umschloß die Deutschen das Band der Blutsbrüderschaft aus dem heiligen Willen, Deutschland, die Heimat und den Herd zu schützen, auf daß die Ewigkeitswerte unserer Nation, getragen und verkörpert in den Geschlechterfolgen, für alle Zukunft nicht verloren gingen und ausgelöscht werden. In den Materialschlachten des Weltkrieges haben wir gezeigt, was die seelische Kraft eines Volkes vermag. Deutschland stand auf und warf sich gegen eine Welt von Feinden und hielt ihr Stand. Das Leid des einen war das Leid des anderen und erhabene Augenblicke Gewicht geprüft werden.„Die Freiheit wie das Himmelreich gewinnen keine Halben.“ Wenn irgend etwas dann ist seit den Tagen von Worms das Lutherbekenntnis mit Flammenschrift in unser deutsches Land eingebrannt: Hier stehe ich, ich kann nicht anders! An ihm scheiden sich Geister und Menschen in das Lager der Ganzen und das Lager der Bruchstücke. Sedenken. Die feuchten Nebel der Novembertage ermahnen uns zu ernstestem Gedenken; doch ist der Ernst entkleidet aller Klage; er will uns starke, stolze Hoffnung schenken. Wo einst in München Freiheitskämpfer litten, da ragt ein Mal, das leuchtet in die Lande. Geworden ist, was sie mit Blut erstritten zu deutscher Einheit segensreichem Pfande. Des Dichters Wort, den heut' wir rühmend ehren, vom freien Volk auf eigner freier Scholle muß ein Jahrhundert später sich bewähren. Ein Samenkorn trug Aehren, reise, volle. Doch dieser weiten Runde der Gedanken sei auch die kleine heut' einmal verbunden; ein frohes Grüßen mög' zu denen ranken, die Krankheit zwingt zu stillen Kammerstunden. Zwar trägt euch Zeitung, Rundfunk auch das Leben ins Krantenheim; doch unser Wunsch und Meinen soll euerm Leid trostreich Beziehung geben: Bald wird das Licht euch wieder heller scheinen! Märker Merker. § Annen, 10. November.(Welkes Laub auf dem Weg.— Raschelndes Laub.) Auf allen Wegen liegt das welte Laub. Das rote und gelbe Gold der Blätter verfing sich in den weißen Herbstnebeln. Dann hat der Wind es von den Bäumen herabgeweht. Sturm hat es heruntergerissen, Regenschauer haben es herabgepeitscht. Drunten auf den Wegen hat der Wind es zusammengeweht, dort, wo der Rasen den Weg einfaßt. Das Gras hielt das Land fest, als der Wind die Backen aufblies, um es weiterzujagen, und gab es nicht mehr her. Und nun liegt es dort in langer, brauner Reihe und raschelt im Sande. Seine Farben verglühen, und sein Leuchten erlischt ganz still und müde. Menschen wandern auf den Wegen. Kinder tollen umher, sehen das Laub so schön zusammengekehrt am Wege liegen und laufen hinein in die braune Fülle. Hin und her jagen sie im trocknen Laub und schlürfen mit den Füßen darin umher, daß es laut raschelt und rauscht. Durch das letzte, dünne Blattwerk der Bäume weht der Herbstwind. Bei jedem leisen Luftzug raschelt es auch da droben in den letzten braunen, toten Blättern. Ein trauriges Lied ist es im klagenden Herbstwind. Des Nachts, in der großen Stille, wühlt der Wind im Laub der Wege.— Und es klingt, als ginge da drunten jemand vorbei... Vielleicht war es der Herbst, denkt man in stillem Sinnen. Denn schon wandert er traurig und abschiednehmend übers Land und wandert wohl bald von dannen,— bald, wie bald! —(Wir erwarten die Wittenen Volksgenossen aller Stände.) Unsere Einladung ergeht nicht nur an bestimmte Stände, sondern wir wünschen, daß der Besitzer neben seinem Arbeiter, der Gewerbetreibende neben seinem Gesellen, der Kaufmann neben seinem Handlungsgehilfen, der Arbeiter der Stirn neben dem Arbeiter der Faust sitzt und so ein Bild echter Volksverbundenheit bietet. Die Aufführung des historischen Schauspiels„Friderieus Rex“ soll ein Festtag für alle werden, eine Ausspannung und Erholung. Wir hoffen auch, daß jeder seine Frau mitbringt und seine Kinder in die Schülervorstellung des gleichen Tages schickt. Nur, wenn wir allseitige freudige Unterstützung finden, können wir dem Winter=Hilfswerk des deutschen Volkes 1934/35 neue Mittel zuführen und das Wagnis weiterer Veranstaltungen auf uns nehmen. Eintrittskarten werden allenthalben durch unsere Helfer und Helferinnen in den Häusern anwaren es, wenn man dem Kameraden den letzten Dienst erweisen durfte. Und diesen Heldengeist, den trug der Führer in die Heimat, er trug ihn in sein Volk. In der Persönlichkeit des Führers, da offenbart sich am klarsten und reinsten dieser Geist, aus dem heraus auch unsere Bewegung, unsere Fahne wurde, das herrliche Symbol des Kampfes um Deutschland. Und wahrlich, das Häuflein unserer deutschen Männer in den Anfängen der Bewegung war klein, ursprünglich sehr klein. Meine Kameraden! Ich durchfuhr heute das rheinischwestfälische Industriegebiet und sah von allen Industrieanlagen das Hakenkreuzbanner auf Halbmast wehen. Und da gedenken wir heute gerade des unbekannten SAMannes, der hier im Ruhrgebiet den schwersten Kampf gegen Kommunismus und Marxismus zu bestehen hatte. Gerade des Volkes ärmster Sohn war Deutschlands bester Sohn. Und dieser SA=Mann, dieser unbekannte Soldat und alle anderen, mögen sie an der Feldherrnhalle oder sonstwo gefallen sein, sie sind es ja, denen wir den Beginn des Wiederaufstiegs des Vaterlandes zu verdanken haben. Ihnen ist es zu verdanken, daß heute die Fabrikschornsteine wieder rauchen und die Seilscheiben sich wieder schneller drehen. Ihr Heldenmut wurde zu erhabener Größe, sie gaben ihr Leben für Deutschland; und in ihnen offenbarte sich die ganze Größe des Heldentums, die sittlich nationalsozialistisch höchste Forderung: Mein Leben gilt nichts, aber das Leben des deutschen Volkes gilt alles. Und so steigt aus den Gräbern der 400 für Deutschland Gefallenen die mahnende Verpflichtung, mit derselben Einsatzbereitschaft für Deutschland alles zu tun, ja unser Letztes zu geben. Die Versammelten erheben sich still von den Plätzen, erheben grüßend ihre Arme, während der Männergesangverein leise und verhalten das Lied vom guten Kameraden singt. Die PO. zeigte dann eine Szene aus dem Schützengraben des Krieges. Wenn auch einfach aufgemacht, so bewirkten doch die Art der Darstellung, die Sprache der Handlung, nicht zuletzt die Musik(Klavier und Geige), die das düstere Geschehen hier in feinem, dort in aufpeitschendem Rhythmus aufs vortrefflichste untermalten, eine Stimmung, die den Toten in weihevollster Weise gerecht wurde. Die Nationalhymnen beschlossen die würdige Gedenkfeier, für die auch die Schutzpolizei eine Abteilung unter Führung des Polizeioberleutnants Müller entsandt hatte. geboten. Weitere Karten sind zu haben an unserer Kasse, Rathaus, Nebeneingang 1, Markstraße, bei unsern Ortsgruppen Witten=West, Rathaus, Zimmer 2, Witten=Ost, Lutherstraße 1, Eingang Kirchstraße, Witten=Heven, Kleff 45, bei den Ortsgruppen der VO. der NSDAP., bei der Deutschen Arbeitsfront, Reinhold=Muchow=Haus, und bei der HJ. und beim BdM., Soedingstiftung, Nordstraße. Eintrittspreis 0,20 Mark zu den Nachmittagsvorstellungen für Schüler, HJ. und BdM.,.50 Mark zu den Abendvorstellungen. Vorstellungen in Witten am Samstag, dem 17. November 1934, im Evangel. Gemeindehaus, in Witten=Heven am Sonntag, dem 18. November 1934, bei Speckenheuer. Beginn der Vorstellungen: Schülervorstellung 16 Uhr, Abendvorstellung 20 Uhr. Amt für Volkswohlfahrt, Kreisamtsleitung Witten. —(Mitarbeit der Bäuerinnen und Jungbäuerinnen.) Im großen Saale des Parkhauses zu Bochum hatten sich die Bäuerinnen und Jungbäuerinnen der Kreisbauernschaft Bochum(Bochum, Witten, Stockum, Ardey, Bommern, Heven, Herne, Wanne=Eickel, Wattenscheid) zu einer stark besuchten Versammlung zusammengefunden. Die Vorsitzende Frau Sudhof wies auf die Besserung der bäuerlichen Lage hin. Die Frauenbewegung der Kreisbauernschaft verfechte das Ziel, Bäuerinnen und Jungbäuerinnen im Weltanschauungsgeist des Nationalsozialismus zu erziehen. Wenn Nationalsozialismus weltanschauliches Denken, Fühlen und Opfern bedeute, so habe das Frauentum der Bauernbewegung mitzuarbeiten, die Ziele des Nationalsozialismus zu verwirklichen und damit mitzuhelfen, das Aufbauwerk des Führers durchzuführen. Hier werde es an der Bereitwilligkeit der Frauen des Bauerntums nicht fehlen. Auch hierin ein gut Stück Pflege des bäuerlichen Heimatgefühls, das besonders den Frauen der Bauern und den Jungbäuerinnen eigen sein müsse. Dieses verbinde eng Blut und Boden. Die Vorsitzende machte sodann nähere Mitteilungen über die Winterarbeit der Frauenbewegung in der Kreisbauernschaft. Der 11. Dezember werde Bäuerinnen und Jungbäuerinnen zu einer Jahresversammlung mit Adventsfeier vereinigen. Die Kreisversammlung gehe Ende Januar 1935 vor sich. Nebenher laufe die Kleinarbeit in den einzelnen Ortsgruppen und monatliche Versammlungen der Arbeitsgemeinschaft. Der nächste Vortrag sei am 22. November. Der Leiter der Bauern=Werkschule Dr. Schulte=Baukloh behandelte in einem instruktiven Vortrag den Weg vom Odalgesetz bis zum Erbhof. Rechtsanwalt Sprick von der Landesbauernschaft Münster würdigte in einem Vortrage die Vorteile des Erbhofgesetzes für ein seßhaftes Bauerntum. Mit einer Filmwiedergabe aus dem Leben des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg wurde die anregend verlaufene Versammlung geschlossen. —(November— Gefahrenmonat im Verkehr.) Tempo! Tempo! Das Hasten und Jagen liegt in der Luft. Sich auf Schusters Rappen fortzubewegen, ist unmodern geworden. Aber Eile mit Weile, bitte. Der November weicht den Boden auf, und er zeigt, daß wir nicht nur gute Straßen in unserem Ort besitzen. Für den Radler gibts im zerweichten Boden mit Fahrrinnen und Pfützen und schlüpfriger Glätte erhöhte Gefahren. Ein Wort an die Motorradfahrer. Haltet genügenden Abstand beim Ueberholen von Fußgängern und Radfahrern. Man muß nicht auf den Millimeter abzirkeln, gerade noch vorbeizukommen. Das ist im Sommer schon unangenehm, aber da gibts harte Wege. Auf glattem schlüpfrigen Grund sind Zufallsbewegungen nach rechts und links häufiger. Kurze Kurven beim schnellen Ueberholen sind aber für den Fahrer selbst gefährlich. Und Stürze durch Ebrutschen des Hinterrades geh'ren zu den unangenehmsten. Darum: In erhöhter Gefahr erhöhte Vorsicht! —(Wer ist ein„Fachmann"?) Nach einem Gutachten des Einigungsamtes für Wettbewerbsstreitigkeiten der Industrie= und Handelskammer Berlin darf sich der Inhaber eines Geschäfts, wenn er nicht in eigener Person durch entsprechende Lehrzeit und Ablegung von Prüfungen fachlich geschult ist, nicht der Kundschaft gegenüber als„Fachmann" bezeichnen. Es genügt also nicht, daß sein Personal fachlich geschult ist. Es liegt daher auch unlauterer Wettbewerb vor, wenn ein Geschäftsmann, oer nicht selbst fachlich ausgebildet ist, die Formel ver wendet:„Hier kaufen Sie beim X Annen, 10. Novbr.(Das Gelände der Wittener Freilichtbühne.) Vor einigen Jahren hatte die Stadt Witten auf dem Gebiet der Freilichtbühnen eine führende Stellung eingenommen. Die Gesamtzahl der Besucher hatte beinahe eine halbe Million erreicht. Und was ist von alledem übrig geblieben! Nur das nackte Gelände. Sämtliche Gebäulichkeiten im Spielfelde und in nächster Nähe desselben sind verschwunden, so daß nur die Eingeweihten über die frühere Oertlichkeit im Bilde sind. Auch der Wald soll als Teil des Hohensteinwaldes sein früheres Gesicht wieder erhalten. Als die Flreilichtbühne ins Leben trat, hatte der Ruhrverband Essen die Erlaubnis zum Fällen der Bäume an die Bedingung geknüpft, daß die Stadt Witten sich verpflichtete, für die gefällten Bäume eine neue Schonung anzulegen. Dies ist denn auch auf dem Silberberg in der Nähe der Wittener Jugendherberge geschehen. Das Gelände der früheren Freilichtbühne hat nun einer Eichen= und Buchenschonung Platz gemacht. Nach einigen Jahren dürfte die Anpassung an das benachbarte Gelände vollzogen sein. Ob die Freilichtbühne später einmal wieder in Betrieb genommen werden wird? Wir glauben es kaum, schon deswegen, weil auch die meisten benachbarten Freilichttheater in den letzten Jahren mit Unterbilanz haben arbeiten müssen. Aber etwas Nutzen hat die Stadt Witten doch der Freilichtbühne zu verdanken: Die Hebung des Fremdenverkehrs: denn die landschaftlichen Vorzüge unseres Städtchens sind unbestritten. Auch einige Verkehrsadern, z. B. die Straße durch das Kohlensieven, verdanken der Freilichtbühne ihren Ausbau bezw. ihre Entsehuung. —(Achtung! Der Reichssender Köln kommt nach, Witten.) Endlich ist es den Bemühungen der Kreisfunkstelle der RSDAP. gelungen, bedeutende Kräfte des Reichssenders Köin zu einem lustigen Abend im Rahmen des Winterhilfswerks nach Witten zu bekommen. Es ist das erstemal, daß der Reichssender Körn zu uns kommt. Wittener, haltet euch den 19. November frei. Der Abend wird das große Erlebnis werden, von dem man noch lange in Witten sprechen wird. Der Vorverkauf beginnt am Montag, 12. Nov., in den bekannten Vorverkaufsstellen. —(Der Farbenzüchterklub Crengeldanz=Witten) hat die diesjährige Kreisgruppen=Ausstellung der Kaninchenzüchiervereine des Kreises Witten übernommen. Die Ausstellung findet vom 10. bis 11. Nov. in der Wirtschaft Zeller, Hörderstraße 26, statt. Die Kleintierzucht ist ohne Zweifel von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung. Die Bestrebungen der Farbenzüchtervereine verdienen daher volle Anerkennung. Der Ausstellung wird von allen Seiten ein besonderes Interesse entgegengebracht. Die Stadt Witten hat für die Veranstaltung einen geschmackvollen Preis zur Verfügung gestellt. —(Mitteilungen der Stadtverwaltung.) Im Monat Oktober d. Is. sind 14 Baugesuche genehmigt worden. Darunter befinden sich folgende Bauvorhaben: Kraftwagenraum=Neubau, Horst Wesselstraße, Wohnhaus=Neubau, Hüllbergweg, Wohnhaus=Anbau, Sundernstraße, Aufenthalts= und Umkleideraum=Neubau, Kermelberg, Wohnhaus=Neubau, Oberkrone, Dachhäuschen=Neuanlage, Feldstraße, Arbeitsraum und Kohlenbunkeranlage, Nuhrstraße, Wohnhaus=Anbau, Schmiedestraße. § Annen, 10. November.(Unterstützt den heimischen Handel!— Keine Verpflichtung zur Rücksendung unbe. stellter Waren.) Schon früher haben wir wiederholt auf die Unsitte der Uebersendung von nichtbestellten Waren durch Versandhäuser und Großfirmen hingewiesen. tritt erneut dieser Uebelstand in Erscheinung, weshalb die Reichsbetriebsgemeinschaft 17„Handel“ unsere Leser darauf aufmerksam macht, daß derartige Waren in den meisten Fällen als minderwertig angesehen werden müssen. Augenblicklich versendet die Firma Falgowski, Berlin, unter Beifügung einer Rechnung Krawatten zu 1,75 RM. bzw. 2,75 RM., die in jedem Fachgeschäft billiger erstanden werden können. Es handelt sich in den meisten Fällen um Dummenfang, weshalb wir darauf hinweisen, daß eine Rücksendung derartiger unbestellter Gegenstände nicht verlangt werden kann, selbst wenn die betreffenden Firmen Porto und Packmaterial beilegen. Im Interesse des reellen Handels und der steuerzahlenden Geschäftsleute werden unsere Volksgenossen darauf aufmerksam gemacht, möglichst am Orte zu kaufen, da dies ja auch ihr eigener Vorteil ist. —(Martinstag.) Eigentlich sind es zwei Martinstage, denn die in verschiedenen Gegenden unseres Vaterlandes heute noch erhaltenen Gebräuche, die unter den Begriff „Martini“ fallen, verteilen sich auf den 10. und 11. November. Die Martinsgans ist in den mehr östlich gelegenen Teilen Deutschlands einer der geschätztesten Vögel des Jahres. Ein Martinstrunk wird selten dabei fehlen, auch das Martinshorn, ein Gebäck, ist bekannt. Im Westen, vorzugsweise am Niederrhein, ziehen die Kinder am Vorabend bei einbrechender Dämmerung mit brennenden bunten Papierlaternen in den Straßen herum, suchen Bekannte und Verwandte auf, um mit allerliebsten althergebrachten Liedchen Gaben an Nüssen, Aepfeln oder auch Kupferpfennigen zu erringen. „Hier wohnt ein reicher Mann, Der uns vieles geben kann“ behaupten die Jungen und Mädchen, und wenn sie sich lange genug vergeblich bemüht haben, bekommt der Hartherzige etwas zu hören vom Geizhals, dessen Haus auf einem„Penn“(Pfosten) steht. Draußen vor den Dörfern aber brennen die von jungen Burschen entzündeten Martinsfeuer, und in den Häusern ißt man Buchweizenkuchen, in den Wurst= und Speckstückchen eingebacken sind. Die fromme Legende führt alle diese Sitten auf den Bischof Martin von Tours zurück. Er ist der erste nicht zu den Märtyrern gehörige Heilige, der für die katholische Kirche eine öffentliche Verehrung anordnete: sein Begräbnistag am 11. November wurde zum Martinsfest mit dem sich Ueberbleibsel des dem altgermanischen Wodan zu Ehren gefeierten Herbstfestes verbanden. Martin von Tours wurde 316 in Niederungarn geboren, war seit seiner Kindheit Christ. wurde aber nach dem Willen seines Vaters Soldat und hielt sich in Gallien auf. Nach der Sage soll er bei bitterer Winterkälte seinen Mantel mit dem Schwert durchgeschnitten und einem frierenden Armen die Hälfte gegeben haben, worauf Christus dem barmherzigen Kriegsmann erschien, bekleidet mit dem Mantelstück. Martin wurde später Mönch und starb im Jahre 400 als Bischof von Tours, geschätzt als Vorbisd aller Tugenden. Dür Gner D. A. K. 24 Genautwortlich: Wilk. Schss1s33. Witrn= Uns 7m Drud und Erigg.###, Gnnen.— Seichäftshelle: Mitten=uhurn. Oteckumer Zweites Blatt zu Nr. 264 Aiinener Zeitung Samstag, 10. November 1934 Die Besprechungen in Kom Nach Gömbös besucht Schuschnigg Mussolini. Der ungarische Ministerpräsident Gömbös hat seine Verhandlungen mit dem italienischen Regierungschef Mussolini beendet. Nach der amtlichen Mitteilung, die in Rom ausgegeben worden ist, haben die beiden Staatsmänner in zwei langen Unterredungen Fragen der allgemeinen Politik sowie Probleme, die insbesondere Italien und Ungarn angehen, geprüft und dabei ihre vollkommene Einmütigkeit festgestellt. Die Richtlinien beider Regierungen, so heißt es in der amtlichen Mitteilung dann weiter, seien unverändert geblieben, ebenso die Absicht, die Zusammenarbeit mit Oesterreich weiter zu fördern. Für die künftige reibungslose Entwickiung der Wirtschaftsbeziehungen sorgten zahlreiche Zusammenkünfte von Sachverständigen. Die kulturellen Beziehungen zwischen Italien und Ungarn sollen noch enger gestaltet werden. Diesem Zweck soll auch eine bevorstehende Zusammenkunft des italienischen und des ungarischen Unterrichtsministers dienen, die ein Abkommen abschließen sollen. Die ungarische Presse erblickt das Hauptergebnis der Besprechungen in dem unverrückbaren Festhalten Italiens an den Revisionsforderungen Ungarns und in einer neuen entscheidenden Festigung der italienisch=ungarischen Freundschaft. Nach Ansicht der ungarischen Presse hat die Unterredung des Ministerpräsidenten Gömbös mit Mussolini darüber Klarheit gebracht, daß Italien nicht daran denkt, Ungarn zu Gunsten einer Verständigung mit Frankreich oder Jugsslawien zu opfern. Im übrigen berichten die Budapester Zeitungen noch, daß Mussolini und Gömbös auch die Beziehungen Italiens zu Deutschland sowie die österreichische Frage eingehend erörtert haben. Beachtung schenkt man weiter einer etwa dreiviertelstündigen Unterredung, die Ministerpräsident Gömbös während seines Aufenthaltes in Rom mit dem deutschen Botschafter von Hassel gehabt hat. Im Gegensatz zu den ergänzenden Mittellungen der ungarischen Zeitungen halten sich die italienischen Blätter streng an die amtliche Mitteilung. Im allgemeinen legen aber auch die italienischen Zeitungen Wert auf die Feststellung, daß die italienische Politik durchaus die einmal eingeschlagene Linie einhalte und auf die Erzielung eines vernüftigen politischen Gleichgewichts, des wirtschaftlichen Aufbaues und des Friedens gerichtet bleibe. Iu Paris ist man über den Erfolg des ungarischen Ministerpräsidenten in Rom geteilter Meinung. Der cömische Berichterstatter des„Matin“ will aus der amtlichen Mitteilung folgern, daß das revisionistische Ungarn durch die Umstände gezwungen wäre, den militärischen Status quo feierlich zu unterschreiben,„was Deutschland zu denken geben sollte". Der„Petit Parisien" erklärt, der Verlauf der Unterredung Mussolinis mit Gömbös zeige, daß von der angeblichen Abkühlung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Italien und Ungarn nicht die Rede sein könne. Besonders wichtig sei noch, daß Deutschland nicht Gegenstand von Meinungsverschiedenheiten zwischen Rom und Budapest sei. Aehnlich verzeichnet auch das„Echo de Paris“ mit„Bedauern“ das Fortbestehen der italienisch=ungarischen Bindung; wie angesichts dieser Situation Frankreich mit Italien zusammenkommen könne, sei nicht abzusehen. Dem Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten in Rom wird, wie aus Wien gemeldet wird, Mitte November ein Empfang des österreichschen Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg und des Bundesministers für äußere Angelegenheiten, Berger=Waldenegg, durch Mussolini folgen. Gömbös auf dem Semmering Besprechung mit Schuschnigg. DRB. Wien, 9. Nov. Ministerpräsident Gömbös wird seinen Aufenthalt auf dem Semmering mindestens bis zum Freitagabend ausdehnen. Er wird an einer Gemsjagd in den Staatsforsten von Neuberg im Gebiet der steirischen Alpen teilnehmen. Hierbei wird sich auch Gelegenheit zu politischen Aussprachen ergeben. Wie von eingeweihter Seite verlautet, hat Bundeskanzler Dr. Schuschnigg den ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös gestern abend im Kraftwagen am Semmering aufgesucht und eine lange Unterredung mit ihm gehabt. Auf dieser Fahrt war Dr. Schuschnigg von dem ungarischen Ackerbauminister Kallay, der seit Mittwoch in Wien weilt, begleitet. Ackerbauminister Kallay nahm ebenfalls an den Unterredungen teil. Keißende Fluten Herbstunwetter über Mittel= und Süditalien. Rom, 9. November. Seit mehreren Tagen gehen über weite Gebiete Mittelund Süditaliens schwere Herbstunwetter nieder, die vielsach Erdrutsche, Ueberschwemmungen und Brückeneinstürze. verursachen. In der Provinz Toscana sind die Flüsse über die Ufer getreten und haben mehrere Dörfer unter Wasser gesetzt. Die reißenden Fluten führen Möbel und Hausgeräte mit sich. In der Nähe von Rom riß der über die Ufer getretene Tiber zwei Brücken einer Provinzialstraße nieder, so daß der Kraftwagenverkehr nach dem Süden für längere Zeit lahmgelegt wurde. Auch die Bahnlinie Rom—Neapel wurde teilweise unterbrochen. Die an der Bahnstrecke liegende Stadt Cassino steht vollständig unter Wasser. Ebenso ein großer Teil der trockengelegten vonfinischen Sümpfe. Bei der Stadt Litoria entgleiste infolge Unterspülung der Gleise ein Güterzug, wobei die Lokomotive und der erste Wagen umstürzten. * Cherbourg teilweise überschwemmt. Wolkenbruchartige Regenfälle haben dazu geführt, daß gar Zeit der Flut die niedrig gelegenen Stadtviertel des französischen Kriegshafens Cherbourg überschwemmt wurden. An zahlreichen Punkten mußte der Verkehr onterbrochen werden. Eine Schule hat schließen müssen. Baptistengemeinde Witten=Annen. Erlenschule. Sonntagvormittag, 11 Uhr, Sonntagsschule. Dienstagabend, 8 Uhr, Gebetstunde. Neun Jahre auf der Hochzeilsreise Man kann es einem jungen Paare, das in die Flitterwochen fährt, nicht verdenken, wenn es diese schöne Zeit so lange wie möglich auszudehnen sucht, aber man darf dabei auch des Guten nicht zuviel tun. Darum wird es auch immer zu den Seltenheiten gehören, daß ein frischvermähltes Paar seine Hochzeitsreise durch neun Jahre ausdehnt, ohne sie aber schon zum Abschluß zu bringen. Es war im August des Jahres 1925, als Herr Hecker aus München die Braut heimführte. Das heißt„heimführen“ ist eigentlich nicht der rechte Ausdruck, denn bislang hat die junge Frau ihr künftiges Heim noch nicht zu Gesicht bekommen. Sie befindet sich mit ihrem Eheliebsten nämlich noch immer auf der Hochzeitsreise. Beide sind offenbar begeisterte Wandersleute, und so beschlossen sie, ihre Hochzeitsreise zu Fuß zu machen. Da es ihnen anscheinend am nötigen Kleingeld nicht fehlte, wurde gleich ein gehöriger Marsch ins Auge gefaßt: Der Ferne Osten war das Ziel. Man wanderte zunächst nach Belgien, dann weiter durch Frankreich und Spanien, über Italien, Oesterreich und dem Balkan nach Kleinasien. Nach einigen Jahren traf das Paar in Bagdad ein, wo es das Glück hatte, zwei Fahrräder geschenkt zu bekommen. Jetzt ging die Reise schneller, so daß man shon im Jahre 1930 in Kalkutta anlangte. Seither wurden Hinterindien, China und Japan„erledigt“, dann ging es zurück nach Kalkutta. Bis hier waren nicht weniger als 30 000 Kilometer von den begeisterten Wanderern zurückgelegt. In weiteren drei Jahren hofft das Paar endlich das eigene Rest 2# gründen. nung an eines jeden Nationalgefühl! Das große Freiheitsdrama eines Volkes„Wilhelm Tell“ ist lebendigster Besitz unserer Seelen, ist ganz unser Schiller. Könnten wir es je vergessen, daß in geheimer Zusammenkunft mit seinen Kameraden Schlageter seinen Schiller aus der Tasche zog und vorlas?: „So müssen wir auf unserm eigenen Erb' Und väterlichen Boden uns verstohlen Zusammenschleichen, wie die Mörder tun, Und bei der Nacht, die ihren schwarzen Mantel Nur dem Verbrechen und der sonnenscheuen Verschwörung leihet, unser gutes Recht Uns holen, das doch lauter ist und klar, Gleichwie der glanzvoll off'ne Schoß des Tages.“ Wir können es nie und nimmer! Immer mehr und mehr wird Schiller der nationale Mahner. Ais Goethe in Weimar den Mahomet Voltaires auf die Bühne brachte, nennt Schiller dies in einem an Goethe gerichteten Gedicht ein Opfer auf den zertrümmerten Altären der Aftermuse, ein Opser, das der Deutsche nicht mehr nötig hat, und Schiller stellt die Forderung nach deutscher Kunst: „Einheim'scher Kunst ist dieser Schauplatz eigen, Hier wird nicht fremden Götzen mehr gedient; Wir können mutig einen Lorbeer zeigen, Der auf dem deutschen Pindus selbst gegrünt. Selbst in der Künste Heiligtum zu steigen, Hat sich der deutsche Genius erkühnt, Und auf der Spur des Griechen und des Briten Ist er dem bessern Ruhme nachgeschritten.“ Diese nationalen Bekenntnisse sind bei Schiller sehr verstreut. Sie sind bei ihm niemals aufdringliche Tendenz, sondern tragen den Stempel edler Selbstverständlichkeit. Auch in seinen Briefen begegnen wir nur einmal in einem Schreiben an den Vater Theodor Körners einem solchen klaren Bekenntnis, indem er bemerkt:„Frau von Stael hat mich bei ihrer Anwesenheit in Weimar auf's neue in meiner Deutschheit bestärkt, so lebhaft sie mir auch die Vorzüge ihrer Nation vor der unsrigen fühlbar machte.“ Vergangene Zeiten waren sehr geschäftig darin, das Weltbürgertum Schillers mit einseitiger Hartnäckigkeit besonders zu betonen. Wir wissen, daß es nicht der alleinige Wesenskern des großen deutschen Dichters gewesen ist. Um dies zu bekräftigen, brauchen wir nicht die so oft zitierten Schillerworte aus Wilhelm Tell zu wiederholen, die zu Schwurworten vaterländischer Gesinnung geworden sind. Schiller hat seinem Tell einige Stanzen als Geleit mitgegeben, in denen er sich über den Wert eines dramatischen Stoffes ausspricht. Diese Stanzen sind zeitlose Wahrheit und darum so gegenwartsnah, daß sie zum 175. Geburtstag in unserer Seele das gleiche Echo finden, als ob sie erst gestern gesprochen worden wären: „Wenn rohe Kräfte seindlich sich entzweien, Und blinde Wut die Kriegsflamme schürt; Wenn sich im Kampfe tobender Parteien Die Stimme der Gerechtigkeit verliert; Wenn alle Laster schamlos sich befreien, Wenn freche Willkür an das Heil'ge rührt, Den Anker löst, an dem die Staaten hängen: Das ist kein Stoff zu freudigen Gesängen. Doch wenn ein Volk, das fromm die Herden weidet, Sich selbst genug, nicht fremden Guts begehrt, Den Zwang abwirft, den es unwürdig leidet, Doch selbst im Zorn die Menschlichkeit noch ehrt Im Glücke selbst, im Siege sich bescheidet: Das ist unsterblich und des Liedes wert.“ Schillerehrung in Weimar. Die Thüringer Jugend an der Gruft des Dichters. Die Thüringer Schuljugend hat in der Landeshauptstadt den 175. Geburtstag Friedrich Schillers in neuer vorbildlicher Form begangen. Alle Thüringer Schulen in Stadt und Land hatten eine Abordnung nach Weimar geschickt. 1200 Jungen und Mädel füllten das große Rund des Deutschen Nationaltheaters. Die eindrucksstarke Feier begann mit dem Vortrag des Reiterliedes „Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd“, aus „Wallensteins Lager" durch 600 Weimarer Jungen und Mädel. Dann standen 200 auf der Bühne, aufgeteilt in acht Gruppen. Und nun folgte das Lied von der Glocke als Sprechchor. Einzelne Sprecher wechselten mit chorischen Zusammenballungen ab. Nach einer Pause gelangte „Wallensteins Lager“ zur Aufführung, nach deren Schluß sich die 1200 Thüringer Abgesandten vor dem Theater versammelten. Volksbildungsminister Wächtler hielt an sie eine kurze Ansprache. Dann zogen sie, der Minister voran, in langem Fakkelzug zum Friedhof, wo in der Fürstengrust auch SchilVölter schaffev Kulluren Alfred Rosenberg über die Freiheit der Wissenschaft. Reichsleiter Alfred Rosenberg sprach im Rahmen der Semester=Eröffnungskundgebung in der Technischen Hochschule in Berlin über die Freiheit der Wissenschaft. Der Redner stellte zunächst klar, daß es eine absolute Lehrfreiheit auch in den letzten 80 Jahren in Deutschland nicht gegeben hat. Gedankengänge, die auf den Nationalsozialismus schon hinwiesen, hätten kaum irgendeine Vertretung an den deutschen Hochschulen gefunden.„Wir erklären uns nicht als Gegner einer freien Forschung,“ so erklärte Alfred Rosenberg,„sondern als Brüder all derer, die einmal im Mittelalter die Fahne der freien Forschung erhoben haben.“ Die Wissenschaft, die wir meinen, sei in Europa entstanden, und sonst nirgends in der Welt. Diese Wissenschaft sei diktiert von einem Antrieb zur inneren Wahrhaftigkeit. Das, was man Kulturkreis nenne, komme nicht irgendwo aus unbekannten Fernen und sinke auf bestimmte Gegenden nieder. Die Kulturen der Welt seien immer von unten gewachsen. Nicht die Kulturkreise hätten Völker erzeugt, sondern bestimmte Rassen und Völker hätten Kulturen geschaffen. Die Entdeckung der Rassenseele stelle eine Revolution dar, wie die Entdeckung des Kopernikus vor vier Jahrhunderten. Darin liege der Kampf der alten Welt gegen den Nationalsozialismus, weil sie fühle, daß hier eine neue Welt geboren werde. Die nationalsozialistische Bewegung sei nicht etwas, was man„ablehnen“ könne, sondern sie sei eine Naturerscheinung, wie sie in der Geschichte der Völker nur sehr vereinzelt vorkomme. Sie sei vielleicht vergleichbar mit den gewaltigen Eruptionen, die einst die Gebirge entstehen ließen, und die man nicht „ablehnen“ oder„annehmen“ könne; sie seien einfach da, und man hat sich mit ihnen abzufinden. Genau so sei es mit der nationalsozialistischen Bewegung. Es ist an der Zeit, auch eine deutsche Geschichtsbetrachtung anzumelden. Der Sinn des menschlichen Lebens bestehe nicht darin, Geschäfte zu machen, sondern Kämpfer zu sein. Mit einem überwältigenden Bekenntnis der jungen Akademiker zu den Ideen und Energien des neuen Deutschland fand die Kundgebung ihren Abschluß. 11der edel lebt, hat doch— stürb er auch früh— Jahrhunderte gelebt. Klopstock. Eine Gedenkleier an Gustav Adolls Todessätte. Am 6. November, dem Jahrestage der Schlacht bei Lützen, wurde auf dem Schlachtfeide an der Stätte, wo der Schwedenkönig fiel, eine Gedenkfeier veranstaltet Wendurgeriam und Ralionalgedanke Zum 175. Geburtstag Schillers. lers Sarg steht. Während der Minister das Innere der Gruft betrat, zeg Thüringens Jugend vorüber an dem geöffneten Gruftportal, Thüringer Jungen und Mädel, eine Abordnung aller deutschen Mädel und Jungen. Auf dem Markt marschierten dann alle Kinder an ihrem Minister vorbei. Eine Porzellanmedaille zu Schillers 175. Geburtstage ist von der Staatlichen Porzellanmanufaktur Berlin herausgegeben worden. Man hat hierfür ein altes Modell benutzt, das erst vor kurzem wieder aufgefunden wurde. Den Meister, der es einst geschaffen hat, kennt man nicht mehr. * Deutschland huldigt Schiller. Das Schillerjahr des deutschen Rundfunks findet am 10. November, dem 175. Geburtstag des Dichters, mit einer feierlichen Huldigung seinen Abschluß. Der Stuttgarter Reichssender bringt in organischer Geschlossenheit und in fugischem Aufbau erlesene Stücke aus Schillers Gesamtwerk. An der Sendung wirken mit: ein 150 Mann starkes Orchester, ein Chor von 500 Sängern, eine Sprechschar von 200 Köpfen und ein Sprechchor von 100 ausgewählten Knabenstimmen. Wenn heute ganz Deutschland Schillers Geburtstag feiert, trägt jeder einzelne noch seinen Schiller im Herzen, der ihm heilig ist wie eine Jugenderinnerung. Der idealistische Schwung dieses Dichters in all seinen Wandlungen vom überschäumenden Stürmer und Dränger bis zum Klasiker des deutschen Volkes überwältigt uns immer wieder, bietet uns Zuflucht aus den engen Bezirken des Alltags. Was in Schillers Feuerseele brannte und durch seine Dichterkraft mit bisher noch nie gekannter Wortgewalt und edlem Pathos dramatischen Ausdruck erhielt, spiegelt unsere eigenen Seelenkämpfe wider, unser eigenes Ringen von schwärmerischem Weltbürgertum zum erhabendsten Nationalgedanken. Gerade wir Deutschen der Gegenwart, die wir die ungeheuerlichsten und aufrüttelndsten Erlebnisse hinter uns haben, verstehen diesen Schiller, der aus Not und Enge sich zum Lichte sehnte und wider die verlotterten Zustände seiner Zeit sich empörte und, mit den Worten Karl Moors seine eigene Meinung hinausschrie:„Das Gesetz hat zum Schneckengang verdorben, was zum Adlerflug geworden wäre. Das Gesetz hat noch keinen großen Mann gebildet, aber die Freiheit brütet Kolosse und Extremitäten aus... Stelle mich vor ein Heer Kerls wie ich, und aus Deutschland soll eine Republik werden, gegen die Rom und Sparta Nonnenklöster sein sollen.“ Kommunistisch=anarchistische Gedanken quellen in diesem Moor=Schiller auf, als Abwehr gegen die Bestie Mensch. Aber die ohnmächtige Wut gegen das„tintenklecksende Säculum" vermag nicht die Stimme eines höheren Lewissens abzutöten. Das Räuberleben bringt keine Erlösung und endet mit der Selbstanklage:„O, über mich Narren, der ich wähnte, die Welt durch Grenel zu verschönern und die Gesetze durch Gesetzlosigkeit aufrecht zu erhalten! Friedrich von Schiller. Schiller sieht die französische Revolution, die große Menschheitsideale hinausposaunte, daran scheitern, neue bessere Menschen zu bilden, und glaubt nicht Politik, sondern die Kunst allein sei dazu berufen, die Menschheit emporzuziehen und dieser Appell des Dichters an die Menschheit ergreift uns immer wieder, weil er auch in uns lebt. Dieses„Seid umschlungen Millionen!“ ist ein Ruf, der nie verhallen wird.„Unser Schuldbuch sei vernichtet! Ausgesöhnt die ganze Welt!“ ist der Wunschtraum aller Idealgesinnten. Ehe er jedoch erfüllt werden kann, müssen wir uns als Nation seibst erfüllen, als Deutsche zur Gemeinschaft empordringen. Schillers Weltbürgertum ist nicht die letzte Seite seines Wesens. Je tiefer wir in ihn eindringen, um so stärker empfinden wir ihn als Vorbereiter jener Zeit, die nach dem Tode Schillers in den Freiheitskriegen zur Wiedergeburt des nationalen Gedankens führen sollte. In Schillers Werken begegnen wir dem nationalen Gedanken in seiner hinreißenden Kraft in der„Jungfrau von Orleaus“ und in dem Vermächtnis des Dichters an die deutsche Nation:„Wilhelm Tell". Die Worte„Dunois':„Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr alles setzt an ihre Ehre“ bleiben die unsterbliche Mah Frelwillige Opjer der Wissenschaft Ein Mensch bietet sich an.— Von Ablehnungen nicht entmutigt. Man spricht in diesen Tagen viel von den Sträflingen, die sich in Amerika einem Dr. Cornish für Wiedererweckungsversuche nach erfolgtem Tode anbieten. Es handelt sich hier freilich meist um Sträflinge, die zum Tode verurteilt sind, die also mit einer Wiedererwectung nicht nur nichts wagen, sondern sogar noch dadurch gewinnen könnten. Das Leben nämlich. Daneben melden sich freilich immer einige Lebensmüde, ein paar auf Sensationen lüsterne Menschen, ein paar überspannte Frauen, deren Angebote allerdings mit sehr viel Vorsicht aufgenommen werden müssen. Sie erfolgen meist, um damit großzutun. Denn so leicht opfert sich der Mensch eben doch nicht. Allerdings steht der Welt ein ganz ernstes Angebot eines lebenden Menschen offen, der aus der Erkenntnis heraus, daß er nur so der Menschheit dienen könne, mit allem abgeschlossen hat. Das ist ein alter Messionar H. E. Gibbin, der aus Llanilar in England stammt und sein Angebot, über seinen lebenden Körper zu verfügen, allen maßgebenden Stellen mitgeteilt hat. Ein tragisches Leben liegt hinter ihm. Er war Misstonar in China, lebte dort zwei Jahre unter bittersten Verhältnissen, zog sich eine Krankheit zu, deren Charakter kein Mediziner der Welt kennt oder heilen kann. Krank. selbst von den Chinesen gemieden, kam er heim. 10 Jahre arbeitete er dann nur für das tägliche Brot in der Epileptiker=Kolonie in Lingfield in Surey. Und immer wieder machte er der Wissenschaft das Angebot, mit seinem Körper irgend einen gewagten Versuch zu machen, eben jenen Uebergang vom theoretischen zum praktischen Menschenversuch. Die englischen Wissenschaftler haben mit Rücksicht auf die Oeffentlichkeit das Angebot abgelehnt. Nunmehr hat Gibbin sein Angebot auf alle Länder der Erde ausgedehnt, also auch auf Amerika, wo derartige Opferwillige offenbar im Augenblick gesucht sind Freilich ist möglich, ja, wahrscheinlich, daß die amerikanische Regierung und die Stimmung der Oeffentlichkeit dort genau so ein Hindernis für die Durchführung non Versuchen an lebenden Menschen sein wird, wie in England auch, wo Gibbin seinen Körper zuerst anbot. Allerdings hat man sich mehr als einmal gesunder menschlicher Opfer bedient, aber sie kamen meist aus den Kreisen der Wissenschaftler selbst. Ueberhaupt steht die Forschung auf dem Standpunkt, daß der Versuchskörper, der dem Entdecker für die Praxis am nächsten ist, der eigene sei. Das hat man auch schon dem Amerikaner Cornish geraten, der sich, wie oben erwähnt, bemüht, tote Lebewesen durch Injektionen wieder zum Leben zurückzurufen. Rücktritt des ägyptischen Kabinetts. Ministerpräsident Yehia Pascha, der mit Rücksicht auf die Verschärfung der innerpolitischen Krise mit der gesamten Regierung zurückgetreten ist. Aus dem Gerichtssaal Märchenmann erhält 8 Monate. Dortmund, 9. Novbr. Das Dortmunder Sondergericht verurteilte in seiner heutigen Sitzung den 31 jährigen Heinrich Günther aus Herford, der seit dem 6. September in Untersuchungshaft sitz, zu 8 Monaten Gefängnis, nachdem der Vertreter der Staatsanwaltschaft 10 Monate beantragt hatte. Am 28. August ds. Is. hatte Günther, der von 1932 bis zur Auflösung der KPD. angehört hatte, auf dem Wege von Herford nach Bielefeld einige junge Männer getroffen, die er zunächst vorsichtig ausfragte, ob sie der Hitlerjugend angehörten. Er begann dann ein politisches Gespräch mit ihnen, in dem er zunächst erwähnte, die Wahl sei frisiert worden. In einem Dorfe bei Herford hätten von 80 SA.=Männern nur 40 mit Ja gestimmt. Im weiteren Verlauf erzählte dann der Angeklagte, die KPD. stelle heute in Deutschland noch eine große Macht dar und er würde im entscheidenden Augenblick nur für Thälmann sein Blut geben. Das Sondergericht führte in der Urteilsbegründung aus, daß das Verhalten des Angeklagten hart en Vorbereitung zum Hochverrat gegrenzt habe. * Dortmund, 9. Novbr. Einen Strafbesehl in Höhe von 2 Monaten Gefängnis erhielt der 27 Jahre alte heinrich Lohmann von hier, der in Wirtschaften gegen die neue Regierung gehetzt hatte. Dieser Strafbefehl wurde durch die Amnestie erledigt. Am 10. Oktober hielt Lohmann erneut in einer Wirtschaft in Unna seine grammreden und beschimpfte die Regierung, indem er Ebert, Scheidemann und Severing als Vorbilder hinstellte. Alle mit Stehkragen, sagte er, seien Lumpen.— Das Schöffengericht verurteilte ihn heute wegen Beleidigung in Tateinheit mit grobem Unfug zu 6 Monaten Gefängnis. Dabei hob der Vorsitzende heroor, daß man dem Angeklagten durch empfindliche Bestrafung beibringen müsse, daß das Nörgeln endlich aufhöre. Die heutige Regierung Hitler setze sich besonders für die armen Volksgenossen ein und sei bestrebt, jede Not zu lindern. * Woldemaras zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. DRB. Knowuo, 9. Nov. In dem politischen Prozeß gegen Woldemaras wurde am Donnerstagabend das Urleil verkündet. Es lautete auf sechs Monate Gefängnis. Der Mitangeklagte Redakteur Karutis wurde freigesprochen. Eine praktische Auswirkung hat das Urteil für Woldemaras nicht, da er vom Feldgericht bereits zu zwölf Johren Kerker verurtellt worden ist. Die Verurteilung erfolgte auf Grund der Pressebestimmungen des Gesetzes zum Schute von Volk und Staat. Eine Warnung an Preistreiber In den letzten Tagen wurden an verschiedenen Stellen des Reiches Läden geschlossen, deren Inhaber gegen die gesetzlichen Preisbestimmungen verstoßen haben. U. a. verfiel auch dieser Fleischerladen in Berlin=Steglitz der Schließung. Der Anschlag mit den Siegeln des Polizeivrösidenten besagt: Wegen Zuwiderbandlung gegen die gesetzlichen Preisbestimmungen polizeilich geschlassen: Ein Tieb, dus das Leben tostel Drei Tote, weil die Sängerin nicht schweigen wollte. Ein kleines Café von Paris, ein„Bistro“, wie es die Pariser nennen; war dieser Tage der Schauplatz einer ebenso grauenhaften wie unsinnigen Mordtat. Mehr aus Mitleid, um der Sängerin Mariette Cheminat einen kleinen Verdienst zu schaffen, hatte der Wirt des bescheidenen Lokals ihr gestattet, allabendlich einige Lieder zu singen. Sie durfte dann mit dem Teller herumgehen und sammeln. Stets waren es nur einige Sousstücke, die sie von den Gästen erhielt, denn diese waren auch nicht gerade reich mit Gütern gesegnet. Aber Mariette war schon glücklich darüber, daß sie wenigstens eine Kleinigkeit verdienen konnte. Sie ahnte nicht, daß ihr einfaches Liedchen ihr den Tod bringen sollte. Der verhängnisvolle Abend. Eines Abends sang Mariette wieder. Sie war gerade bei ihrem letzten Liedchen angelangt und freute sich, daß es nun bald ans Sammeln gehen sollte. Aber sie sollte ihren bescheidenen Vortrag nicht mehr beenden. Als sie gerade die letzte Strophe anstimmte, stürmte der zweiunddreißigjährige Camuset, ein Stammgast des Lokals, in die Kneipe. Er war sonst ein ganz friedlicher Mensch. An diesem Abend aber war er sinnlos betrunken.„Aufhören! Aufhören!“ so brüllte er, als er das Lokal betrat. Die kleine Sängerin wollte gar zu gern noch ihre letzte Strophe beenden, zumal sie die Gäste dazu ermunterten. So begann sie denn wieder zu singen. Da brüllte Camuset:„Wenn du nicht sofort aufhörst, kommst du hier nicht lebend heraus!“ Drei Schüsse krachen... Das tapfere Mädchen wollte mit zitternder Stimme ihr Lied beenden. Kaum aber hatte sie wieder zu singen begonnen, als der Betrunkene seinen Revolver aus der Tasche zog und drei Schüsse abgab. Mit dem ersten tötete er Mariette, die beiden anderen trafen zwei Gäste und verwundeten sie so schwer, daß sie wenige Minuten später starben. Unter den Gästen brach eine Panik aus. Einige Minuten später gelang es beherzten Leuten, den Mörder zu überwältigen und der Polizei zu überliefern. Beim Verhör sagte er aus, daß er sich auf nichts besinnen könne, da er sinnlos betrunken gewesen sei. Er wollte es nicht glauben, daß er die kleine Sängerin getötet hätte. Da das arme Mädchen überaus bescheiden und freundlich gewesen war, und da es mit dem geringen Betrag, den es sich durch seinen Gesang verdient hatte, noch seine Eltern hatte unterstützen müssen, herrscht in dem Stadtviertel, in dem der Mord geschah, eine begreifliche Erregung gegen den Mörder.. Mitleidige Nachbarn haben bereits begonnen, für die Eltern des Mädchens zu sammeln, damit sie wenigstens in den ersten Tagen vor der größten Not geschützt sind. Bei der Verhaftung des Mörders hatte die Polizei größte Mühe, ihn vor der Wut der Menge zu schützen, die ihn hatte lynchen wollen. Es war nicht zu verhindern, daß der betrunkene Mörder erheblich mißhandelt wurde, bevor er in den Schutz der Polizei gelangte. 75. Geburtstag von Paul Lindenberg. Am 11. November kann der Senior der deutschen Journalisten, Geheimrat Professor Paul Lindenberg, dessen von dem Bildhauer Professor Limburg geschaffene Büste hier gezeigt wird, in völliger Rüstigkeit und Frische seinen 75. Geburtstag feiern. Provinz=Nachrichten Bieleseld, 8. Novbr.(Gräßlicher Tod einer Bäuerin. — In der Jauchegrube ertrunken.) Am Mittwoch fand in der benachbarten, am Teutoburger Wald gelegenen Gemeinde Bokel die Ehefrau des Bauern Baumhüter einen fürchterlichen Tod. Als sie die mit Brettern belegte Jauchegrube überschreiten wollte, stürzte sie in die bis zum Rande gefüllte Grube. Obwohl auf ihre Hilserufe sofort die übrigen Hofbewohner herbeieilten, gelang es nicht mehr, die Bäuerin lebend zu bergen. Die Unglückliche ertrank in der Jauche. Als man sie nach halbstündigen Bemühungen geborgen hatte, konnte der Arzt nur noch den Tod feststellen. Düren, 10. Novbr.(Verlorener Trauring nach 15 Jahren wiedergefunden.) In der Ortschaft Steinstraß verlor vor 15 Jahren eine Frau bei Feldarbeiten ihren Trauring. Vor wenigen Tagen fand nun der Schwager der inzwischen verzogenen Frau beim Ausmachen von Rüben den Ring zufällig wieder. Die Freude der Verliererin über den wiedergefundenen Ring war, wie man sich denken kann, sehr groß, zumal auch noch der Ring gerade auf ihrem Geburtstag bei ihr eintraf. Eschweiler, 10. Novhr.(Sparstrumpf eine schlechte Sparkasse.) Ein Familienvater in Eschweiler=Röhe mußte jetzt auch wieder einmal eine sehr böse, aber heilsame Lehre hinnehmen. Im Verlause vieler Jahre hatte er sich einen Betrag von 1200 Mark mühsam zusammengespart. Er glaubte, daß dieses Geld nirgendwo sicherer lei, als in seinem Hause, schloß es in eine Kiste ein und stellte diese auf den Speicher. Als er setzt einen kleinen Betrag entnehmen wollte, mußte er zu seinem Schrecken feststellen, daß sich inzwischen ein Dieb des Spargeldes bemächtigt hatte. Zeitgemäße Betrachtungen. (Nachdruck verboten. Treues Gedenken! Novembertag! Er hüllt in graue Schleier Das blätterlose landschaftliche Bild Und dennoch ruft er uns zu würd'ger Feier, Die einer ehrenden Erinn'rung gilt, An jene Tapf'ren, die ihr junges Leben Im Kampf für Deutschlands Freiheit hingegeben, Die freudig kamen, als der Führer rief, Da unser Notstand war so abgrundtief.— Sein Weckruf ging durchs Land mit hellem Schalle Und rief zur ersten, großen Freiheitstat, Die dann zu München vor der Feldherrnhalle Behindert ward durch schmählichen Verrat, Blutopfer schlugen der Bewegung Lücken, Doch sie zu lähmen und zu unterdrücken, Das haben ihre Feinde nicht gekonnt, Sie wuchs empor zur mächt'gen Einheitsfront.— Und wenn wir heut' die Blicke rückwärts lenken Sei jenen Kämpfern unser Dank gebracht, Wir wollen der Gefall'nen treu gedenken, Ihr Geist lebt fort und hat uns stark gemacht, Das deutsche Volk ist einig und geschiossen, Ein Geist, ein Sinn beherrscht die Volksgenossen Und manche große Tat ist schon gescheh'n, Auf die wir heut' mit stolzer Freude seh'n.— Erfolgreich ist die Arbeitsschlacht geschlagen, Biel' Stellungslosen hat sie Brot gebracht, Und manchem, der schon wollte schier verzagen, Ist wieder neu der Lebensmut erwacht, Beseelt von einem starken Ausbauwillen Sucht jeder seine Pflichten zu erfüllen, Und einer hilft dem andern in der Not, Das ist des Dritten Reiches erst' Gebot.— Wir wollen opfern lautet die Parole, Zumal jetzt zur gestrengen Winterzeit, Man dient zugleich dem allgemeinen Wohle Wenn man ein Herz hat für des andern Leid, Mag auch der Winter noch so streng rezieren, Kein Deutscher soll mehr hungern oder frieren, Mag es im Winter frieren und auch schnei'n, Mög er erträglich nur und friedlich sein.— Und wenn im vielgeprüften Saargebiete Sich wieder Wolken dicht zusammenzieh'n, Dann lastet dies uns schwer auf dem Gemüte, Doch wahrt die Deutsche Front die Disziplin, wir woll'n ja nur, daß unser Recht uns bleibe, Was man auf andrer Seit' auch in und treibe, Wie Donnerhall braust es vom Fels zum Meer: Deutsch ist und bleibt die Saar! Franz Heifelet. Curnen, Spiel und Sport. VfB. Annen 19— Haßlinghausen 07. Nach dem sonntäglichen Sieg in Altendorf(:3, empfängt der VfB. Annen morgen auf dem Platz am Erlenweg die Spielvereinigung Haßlinghausen 97 zum fälligen Meisterschaftsspiel. Die Haßlinghausener halten einen guten Mittelplatz. Die Annener Mannschaft wird sich des guten Tabellenplatzes bewußt sein und alles daransetzen, um auch dieses Spiel siegreich zu gestalten. Das Spiel findet bereits um.30 Uhr statt. Auf den Plakaten ist irtümlicherweise 3 Uhr angegeben worden. Vorher kämpfen die zweiten Einheiten um die Punkte. Anstoß 12.45 Uhr. Die 3. Mannschaft macht in Heven ein Gesellschaftsspiel. Anstoß 10.30 Uhr in Heven. 1. Jugendmannsch.— Langendreer 07. Anstoß 10 Uhr in Annen. 1. Schülermannsch.— Witten 07. Anstoß 10 Uhr auf dem Platz von Witten 07. * 1. Jugd. Annen=Ardey— 1. Jugd. Rüdinghausen:4. Zum Rückspiel trafen sich obige Mannschaften in Annen. Das Spiel war von Anfang bis Ende flott. Beide Mannschaften waren in der ersten Halbzeit ziemlich gleichwertig. Kurz vor der Pause gelang dem Halbrechten von RSC. der Führungstreffer. Nach der Halbzeit bekam RSC. mehr und mehr die Oberhand, und wieder war es der Halbrechte, der zum:0 einschoß. Durch den Halblinken fällt das 3. und 4. Tor. Kurz vor Schluß erzielt Ardey durch Elfmeter das Ehrentor. Handball=Meisterschaftsspiel(Vorschau). VfL. Stockum 1— Turngemeinde Wetter I. Nachdem der VfL. und der Tus Rüdinghausen in den letzten Meisterschaftsspielen die ersten Punkte lassen mußten, steht nunmehr die Turngemeinde Harkort Wetter in der Gruppe Lenne=Ruhr ungeschlagen an der Spitze. Am Sonntag trifft nun die Turngemeinde in Stockum auf den VfL. Die Turngemeinde ist durch Spieler von Grundschöttel und Wetter 10 sehr verstärkt worden und dürfte wohl auch als Günstling in die Gruppe anzusehen sein. Wenn auch der VfL. durch Krankheit zweier Spieler stark geschwächt ist, so haben sie dennoch für Sonntag eine spielstarke Mannschaft dem Gegner gegenüber zu stellen. Zudem haben sie den Vorteil, auf eigenem Gelände zu spielen. Dieses jedoch dürfte alles nicht genügen, um nach den gezeigten Leistungen vom Vorsonntag die Turngemeinde Harkort Wetter zu schlagen. Die Turngemeinde wird immerhin voll aus sich herausgehen müssen, wenn sie die Punkte mit nach Wetter nehmen will. Jedenfalls verspricht das Spiel sehr spannend zu werden, zumal es sich um die Spitze der Tabelle handelt. Verliert die Turngemeinde, stehen 3 Vereine an der Spitze, gewinnt die Turngemeinde, so steht sie ungeschlagen allein an der Spitze. Handball=Meisterschaftsspiel. Tus Deutsche Eiche Rüdinghausen 1— TV. Germania Bölerheide 1. Morgen trifft der Tus auf die Germanen aus Bölerheide. Auch in diesem Spiel sollte es heiß hergehen; denn die Germanen, die aus der Handball=Hochburg Hagen kommen, werden über gutes Können verfügen und mit allen Mitteln versuchen, das Sviel siegreich zu gestalten. Sie haben genau wie der Tus erst ein Sviel verloren. Der Tus wird daher auf der Hut sein müssen, sonst kann sich die Niederlage des Vorsonntages wiederholen. Wir lassen den Ausgang des Spieles offen. Anwurf: 3 Uhr. Tus Rüdingh. 1. Jugd.— Turngem. Wetter 1. Jugd. Die Tusjugend bestreitet am Sonntag ihren ersten Punktekampf. Wir sind gespannt, wie sie abschneiden werden. Anwurf:.45 Uhr. Beide Spiele finden in Rüdinghausen auf dem Sportplatz Albert Gronemann statt. Handball=Vorschau. 1. Mannsch. Eintracht Annen— 1. Msch. Ruhrtal Witten Morgen treffen sich obige Gegner zum fälligen Meisterschaftsspiel in Annen. Schon im vorigen Jahre waren es gerade die beiden Mannschaften, die immer wieder versuchten, sich die Punkte streitig zu machen. 2 mal trennten sie sich unentschieden, bis schließlich im 3. Treffen die Ruhrtaler mit einem Tor Vorsprung als Sieger den Platz verlassen konnten. Die Wittener Mannschaft, die im vorigen Jahre schon durch ihre Vollkommenheit auffiel, wird in derselben Aufstellung wieder den Platz betreten. Auch die Annener scheinen sich von Spiel zu Spiel zu bessern, und man kann ganz gewiß mit einem Kampf rechnen, der so erbittert ist wie der vom vorigen Jahre. Es wird den Eintrachtlern ein ganz besonderer Ansporn sein, einmal über Ruhrtal Witten zu triumphieren; zudem hat Annen die Punkte bitter nötig, um sich langsam nach vorn zu schieben. Wir wollen hoffen, daß beide Mannschaften mit all ihren Kräften und all ihrem Können das Spiel aufnehmen. Man kann dann bestimmt auf ein recht interessantes Spiel rechnen und gespannt sein, wer von den beiden Mannschaften den Platz als Sieger verlassen wird. Anwurf: 3 Uhr auf dem Zechenplatz. Sport=Club 1929 Rüdinghausen. 1. Mannsch. Sport=Club Rahm— 1. Mannsch. RSC..0 Wie wir bereits voraussagten, war der Sport=Club Rahm auf eigenem Platz mit Vorsicht zu genießen. Dieses bekamen die Blau=Weißen aus Rüdinghausen am letzten Sonntag zu spüren. Während der ersten Halbzeit, welche torlos verlief, erreichten die Rüdinghausener:1 Ecken. Dieses Eckenverhältnis erhöhte sich in der zweiten Hälfte auf 14:3, ohne wiederum Erfolge zu zeitigen. In der 10. Minute nach Halbzeit erzielten die Rahmer aus einem Durchbruch ein Tor, welches ihnen 2 wertvolle Punkte einbrachte. Die Rüdinghausener belagern das Rahmer Tor bis zum Schluß, können aber infolge der schlechten Platzverhältnisse kein Tor erzielen. Vorschau. 2. Mannsch. Arminins Marten— 2. Mannsch. RSS. Die erste Elf ist spielfrei, wogegen die 2. Mannschaft zum Gesellschaftsspiel nach Marten fährt. Abfahrt 12 Uhr im Kraftwagen. 1. Jugend Kirchlinde— 1. Jugend RSC. Abjahrt 12 Uhr im Kraftwagen ab Gronemann. 2. Jugend Eichlinghofen— 2. Jugend RSC. Abfahrt 9 Uhr mit dem Rad ab Gronemann. * Achtung! Wintersportler! Damit in Witten eine Ortsgruppe zur Zusammenfassung aller Wintersportler gegründet werden kann, bitte ich alle Wintersportler, zu einer am Dienstag, 13. Nov. 1934, abends 8 Uhr im Lokal Borgmann, Witten, Ruhrstraße 11, stattfindenden Besprechung zu erscheinen. Der Vertrauensmann des Beauftragten des Reichssportführers: Bandke. Toueent Leotee ulb Todet Die„Ordnungstruppe“ des Herrn Knox— Verelendung der Arbeiterschaft— Das verbotene Winterhilfswerk - Und dennoch Disziplin! Di ist nicht das eigentliche Grenzland##oschicksal, das den deutschen Menschen .9, an der Saar so stark bedrückt. Was — ihn viel mehr quält, ist die völlige Verkennung seines Willens, der klarer als durch die äußere und seelische Haltung der Saardeutschen nicht ausgesprochen werden könnte. Die Saar will heim— will zurück ins Reich— will keinen„status quo“— keine Völkerbundsregierung— will nicht zu Frankreich und will kein Pufferstaat sein. Heim will sie, nichts anderes! Daß aber dieser unmißverständliche Wille oft überhört und absichtlich in sein Gegenteil verkehrt wird, das muß dies deutsche Saarvolk erbittern. Und die Behandlung, die ihm die„unparteiische" Völkerbundsregierung angedeihen läßt, ist nicht dazu angetan, diese Erbitterung zu mildern oder gar warme Gefühle für den derzeitigen Zustand zu erwecken. Der Saardeutsche darf kein Abzeichen tragen, das irgendwie seine Sympathie für die große Volksbewegung jenseits der deutschen Grenze erkennen läßt. Die Saarpolizei, jene mit oft recht merkwürdigen Leuten, ja, mit Vorbestraften, durchsetzte Ordnungstruppe des Herrn Knox, schreitet mit größter Genugtuung gegen jeden ein, der es sich etwa einfallen ließe, ein Hoheitsabzeichen der NSDAP. offen am Rock zu zeigen. Und die Separatisten, verlogene, verräterische Gesellen ohne Vaterland, denunzieren im Verein mit Emigranten und aus Deutschland geflüchteten Verbrechern jeden, der im Geruch deutscher Gesinnung steht. (Rechts) Das deutsche Saarland kämpft gegen den fremden Einfluß Inschrift an einem Haus in St. Wendel Sie warten nur auf das Kommando zum Einmarsch! Französische Truppen nahe der Saargrenze Ueberfälle auf friedliche Arbeiter sind an der Tagesordnung. Die Saarpolizei tut nichts, um sie zu verhindern. Sollte aber je einmal— bisher ist es noch nicht vorgekommen— einem Separatisten ein Härchen gekrümmt werden: das Geschrei nach Nache und Sanktionen möchten wir nicht hören! Systematisch wird Unruhe in das Volk getragen. Immer neue Hetzblätter entstehen, von Leuten, die bis gestern noch gar nicht wußren, wo das Saargebiet überhaupt liegt. Verräter, die sich dreist„Führer“ nennen, reisen im Ausland umher und Lügen über Lügen aus über die angeblichen deutschen Greuel an der Saar. „Sie selbst und ihre Anhänger sind die einzige Ursache der Unruhe, die nun allmähuich die Bevölkerung ergriffen hat. Keine Unruhe, die sich in Tumulten und Zusammenstößen Luft schaffen will. Eine tief innere Unruhe— der Verlust des Glaubens nämlich an die versprochene und beschworene unparteiische Haltung der fremden Regierungskammission, die sich das Saarvolk nicht gewunscht hat. Leute, die nicht wert sind, den Namen „Deutsche“ zu führen, wollen der Welt weismachen, nur der derzeitige Zustand könne die Saar und ihre Menschen glückmachen. Sie faseln und reden von Ausschreitungen und Uebergriffen— und wenn man dann näher zuschaut, dann ist nichts, das durchführen, ganzen Volkes ist. Und doch läßt dies deutsche Volk an der Saar sich nicht unterkriegen. Es schickt seine Kinder nicht in die französischen Schulen, obwohl den Eltern dadurch manche Vorteile erwachsen würden. Glänzend eingerichtet sind diese Schulen: nur haben ihre Lehrer das ganze Jahr hindurch Ferien, denn es Kommissar Machts(rechts im Wagenfond) rast mit seinem Polizeikommando durch Saarbrücken Es ist vor allem dieser berüchtigte Emigrant und Kommissar, der durch seine gesetzwidrigen Haussuchungen und Beschlagnahmen die Disziplin der Saarbevölkerung auf eine harte Probe stellt aber auch rein nichts davon wahr, und Ausschreitungen haben nur ihre eigenen spärlichen unhänger zu verantworten. Und all dies und dazu die Unterdrückung und Knechtung der überwältigenden deutschen Mehrheit geschieht unter dem Schutz der vom Völkerbund eingesetzten Regierungskommission! Wachsende Verelendung der Arbeiterschaft: Frankreich ist als Besitzer der Saargruben der größte Arbeitgeber. Wer sich offen zu Deutschland, seinem Vaterland, bekennt, fliegt! Wird mit Frau und Kindern arbeitslos... Gruben werden stillgelegt, weil man mit ihren technischen Einrichtungen schlecht umzugehen weiß, und ein Bergwerk muß sogar dem Eigentumsvergehen dienen: von einem Stollen aus holt man sich unter der Grenze hindurch die Kohle! Winterhilfswerk— wie im Reich— verboten! Das Saarvolk soll hungern und fehlen die Schüler! Die deutschen Schulen aber läßt man verfallen... Herliche Reisen werden den Saarländern geboten— nach Frankreich natürlich, zu enorm billigen Preisen. Man will ihnen all die Schönheiten vorführen, die ihrer harren, wenn sie sich doch entschließen sollten... Sie entschließen sich nicht. Sie reisen nicht, sie bleiben in der Heimat. Und tun ihre Pflicht. Still und unbekannt, Helden des Schweigens. Man soll nicht glauben, daß es immer so ganz einfach wäre, den Versucher von sich zu weisen. Billige Lebensmittel bringt er. Wenn dann die Kinder hungern, weil den Arbeitsplatz in der Grube oder am Schmelzofen ein Lothringer oder ein Pole besetzt hat, dann gehört schon eine Portion Vertrauen in die eigene Sache dazu, ihm die Tür zu weisen. Weil das Saarvolk aber solches tut, wollen wir seinen Heldenkampf um so höher achten. Da muß jeder seinen Mann stehen, muß kämpfen, als stünde er allein für das ganze deutsche Volk. Und wie sie kämpfen! Die Hände in den Taschen geballt, die Zunge gehütet, das Gesicht eisern im Zaum gehalten. So leben sie in heroischer Zurückhaltung dem Tag entgegen, der sie heimführen soll, zu den Brüdern im großen, geeinten Reich. Sie fürchten sich nicht vor Bedrohungen, vor Schikanen und Provokationen— sie lachen ihrer in der heimlichen Gewißheit ihres Sieges. Und das Saarvolk ängstigt sich nicht vor den Drohungen, die von jenseits der Grenze zu ihm schallen. Es weiß, daß Herr Knox und sein Saarbrücker Polizeipräsident, der Herr Heimburger, und Matz Braun, der Führer der letzten Marxisten auf deutschem Boden(er ist weder Saarländer noch abstimmungsberechtigt) und der EmigrantenPolizeikommissar Machts und wie sie alle heißen— daß sie nur auf den Vorwand lauern, die französischen Motorbrigaden und Negertruppen zu rufen, die drüben auf das Signal zum Einmarsch warten. Aber sie sollen vergeblich warten! Die Saarhevölkerung wird ihnen keinen Anlaß geben. Sie läßt sich auch nicht durch die Drohungen einschüchtern, die von weit her, aus Paris, an ihr Ohr dringen: Drohungen. die von Putsch und Aufruhr und Einmarsch und Sanktionen und sehr viel von der Heiligkeit von Verträgen und noch mehr von Ruhe und Ordnung reden... Mit unerhörter Disziplin hat das Saardeutschtum alle Provokationen hingenommen. Es hält still, weil es weiß, daß größte Ruhe und Besonnenheit den Sieg sichern werden, der ein Sieg dees Glaubens und der Treue, nicht aber der Waffen sein wird, daß aber Unbesonnenheit, die täglich herausgefordert wird, nur die Leidenszeit verlängern kann. Schweigend und gefaßt erwartet es den Tag der Abstimmung. Es will den Frieden — mehr noch die Heimkehr. Bis dahin aber verschließt es seine Erregung und seine Qual tief in sein Herz, hofft und wartet in gläubiger Zuversicht auf den 13. Januar als den Tag seines Bekenntnisses zum ewigen Deutschland. Die Raubbaugrube Neumean Hart hinter der Grenze errichtet, wurden von dieser Grube aus Stollen über Stollen ins Saargebiet vorgetrieben, um die kostbare Kohle zu gewinnen Zerstörte deutsche Bildungs. Mütten.... Die ehemals deutsche Schule in Schnannach Grrr Gir mngestr Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verboten. 16. Fortsetzung. Ein Gefühl von Bangigkeit ergriff Inge. Sie kam sich auf einmal so hilflos und schutzbedürftig vor. Was wollte dieser Mensch nur immer von ihr? Sie erriet die dumpfe Erregung, die hinter seiner glatten Maske flackerte und wurde plötzlich von unerklärlichem Mitleid überwältigt. Das gab ihr wieder ein Gefühl der Sicherheit.„Was haben Sie, Doktor?“ fragte sie sanft und zuredend, wie sie zu Sepp Brandl zu sprechen pflegte, wenn er mit irgend einem Herzenskummer zu ihr kam.„Ich verstehe nicht, was Sie meinen. Wollen Sie nicht ein bißchen deutlicher werden?“ Fabienke legte die Hand über die Augen und sah auf das Tal hinunter, das— vom Glanz der sich neigenden Sonne überschüttet— goldfunkelnd dalag, wie ein kleines Paradies.„Ja!“ erwiderte er, und es war nicht ganz klar, ob er zu sich selbst oder der Frau neben sich sprach.„Sie sollen es wissen.— Ich wollte Abschied nehmen von Ihnen, Frau Ingeborg!".... Inge Hardegger war nun doch überrascht. Darauf war sie nicht vorbereitet.„Oh,“ sagte sie herzlich, in dem Bestreben, dem irgend wie verstörten Mann etwas Gutes zu kun.„Sie wollen fortgehen?" Fabienke nickte stumm.— „Weit?“ forschte Inge vorsichtig weiter. Sie war sich noch immer nicht ganz im Klaren über diesen Fall. Abermals nickte Fabienke.„Ja!“ antwortete er nicht ohne Feierlichkeit.„Sehr weit sogar! Wahrscheinlich nach Australien. „Und für lange Zeit vermutlich?“ „Ja,— für immer!"... Nun erschrak sie doch ein wenig. Das Bewußtsein, Fabienke viel Dank zu schulden, beherrschte sie wieder.„Das tut mir aber leid!“, sagte sie langsam und gedehnt.„Ich werde Sie recht vermissen.“ Fabienke hatte sich zu ihr umgewendet. Sein Gesicht war ernst.„Ist das wahr?“ fragte er verhalten.„Werde ich Ihnen wirklich ein wenig,— ein klein wenig fehlen, oder ist das nur eine Phrase der Höflichkeit?“ Er war blaß geworden, während seine dunklen Augen die Frau zwangen, ihn anzusehen. Inge schüttelte den Kopf. In dieser Minute fühlte sie, daß irgend eine geheime Bindung zwischen ihnen bestand, die nicht mit Worten zu erfassen war. Vielleicht war es auch nur das blitzartige Begreifen eines ihr entgegengebrachten Gefühls, an dessen Stärke sie sich schuldlos fühlte. Sie wich seinem Blick nicht aus.„Nein,“ entgegnete sie, während auch ihr Gesicht ein wenig die Farbe verlor. „Warum sollte ich lügen, Doktor? Sie haben sich immer als mein Freund erwiesen. Ich werde Sie nicht vergessen.“ Fabienke atmete tief, seine Augen glänzten. Er neigte sich stumm über Inges Hand. Dann strich er sich mit einer verlorenen Bewegung über die Stirn.„Danke!“ sagte er frei und wieder fast fröhlich.„Nun wird mir der Abschied leichter. Ich konnte nicht fortgehen, ohne Sie noch einmal gesehen zu haben.“ Mehr wurde nicht zwischen ihnen gesprochen.— Das war alles.... Als sie die Annahütte erreicht hatten, verabschiedete sich Fabienke von Inge. Er wollte den Abstieg nach der anderen Seite vornehmen, während die junge Frau Hardegger denselben Weg wieder zurückging. Am Scheidewege gaben sie sich noch einmal die Hand. Fabienkes Erregtheit war völlig ins Gegenteil umgeschlagen. Er schien ganz ruhig und heiter.„Leben Sie wohl, Frau Inge!“ sagte er herzlich, und es war jetzt, als sei auch die letzte Fremdheit von ihm gewichen.„Es steht einem Abenteurer schlecht an, sentimental zu werden. Darum will ich auch nicht mehr Worte machen. Wenn Sie hin und wieder einmal an mich denken wie an einen Freund, so wird mich dieses Bewußtsein über manches andere hinwegbringen.— Und jetzt nur noch eins: was Sie auch einmal von mir hören sollten,— seien Sie gewiß, daß ich es mit Ihnen immer gut gemeint habe. Wie gut, das brauchen Sie nicht einmal zu wissen!" Er neigte sich nochmals über ihre Hand, ließ sie dann wieder los und wandte sich fast hastig um. Mit schnellen, weit ausholenden Schritten verschwand er um die Wegbiegung..... „Warst Du heute auf der Annahütte?“ fragte abends Hardegger, der müde und erschöpft von seiner Bergtour zurückgekehrt war.„Oben auf dem Gamskogel hatten wir nichts Besonderes erleht?“.....s, 6acet Inge, die gerade frische Blumen in die Vase steckte, schüttelte den Kopf.„Nein, ich habe nichts Besonderes erlebt,“ erwiderte sie. Aber sie sagte es sehr leise.— Auf der Rückreise fuhren Hardegger und Inge über Friedeburg.— Es war ihr Plan, dort noch für einige Tage Station zu machen. Friedeburg war Job Hardeggers Heimat. In dem hübschen Haus in der Oberwallgasse, das dem nunmehr schon längst verstorbenen Amtsgerichtsrat Hardegger und seiner Frau gehört hatte, war der Direktor der Bromu.=G. aufgewachsen. Hier, in der kleinen thüringischen Stadt von knapp zehntausend Einwohnern war er zur Schule gegangen, hatte er seine wilden Jungenspiele gespielt und die Bäume des väterlichen großen Gartens erklettert. Von hier aus hatte er als junger Mensch seine erfolgreiche Laufbahn angetreten.„ 54 Win..8, Ain un Friedeburg war eine friedliche, kleine Staot, die noch nicht vom Fieber des Verkehrs überwältigt war. Sie hatte krumme, winklige Straßen, ein altes Tor in zerbröckelnder Stadtmauer, eine anspruchslose Feldsteinkirche und einen von hohen Linden beschatteten Marktplatz, auf dem ein Marienbrunnen stillvergnügt vor sich hin plätscherte. Die Höhenzüge des Thüringer Waldes schlossen die Stadt chützend ein..„ Wasfe N. 1221 alt.# Das Haus in der Oberwallgasse, das setzt Job Harbegzer gehörte, und das zu verkaufen oder zu vermieten er sich aus begreiflicher Sentimentalität nicht entschließen konnte, war hübscher, als Inge es sich vorgestellt hatte. Wohl wußte sie von dieser Besitzung ihres Mannes, aber kennengelernt hatte sie dieselbe bis jetzt noch nicht. Das Haus, das etwas zurückgebaut in einem großen Garten lag, wurde von den alten Behrends betreut, die schon zu Lebzeiten des seligen Amtsgerichtsrats hier Hauswartspflichten geübt hatten. Die Zimmer wiesen noch fast durchRoman von Brigitte von Arnim. weg die alte Einrichtung auf. Hardegger hatte sich auch hier zu keiner Aenderung entschließen können und Geschwister, die auf die Sachen hätten Anspruch erheben können, besaß er nicht.— Von Zeit zu Zeit, jedoch in großen Abständen, kam er einmal nach Friedeburg herüber, um hier nach dem Rechten zu sehen. Er liebte das Städtchen und das alte Haus in seinem großen Garten sehr.— Einmal war er auch mit Wanja hier gewesen in der Hoffnung, daß auch sie sich in seiner Heimat wohl fühlen würde. Aber diese Hoffnung hatte sich als trügerisch erwiesen. Nach noch nicht acht Tagen hatte die elegante Frau Hardegger den Staub dieser fürchterlichen Kleinstadt wieder von ihren Sohlen geschüttelt. Für solche„Romantik“ hatte sie kein Verständnis. Inge fühlte sich schon am ersten Tage in dem Besitztum ihres Mannes so wohl, als hätte sie schon Jahre hier bracht. Sie ließ sich geduldig überall herumführen und nahm an all seinen starken Erinnerungen warmen Anteil. Es schien, daß sie sich hier erst wieder richtig näher kamen. Ueber Hardegger war, seit er in seiner alten Heimat weilte, eine merkwürdige Ruhe gekommen. Die nervöse Gespanntheit, die er während des ganzen Süßenbacher Aufenthaltes an den Tag gelegt hatte, machte hier einer gewissen Entspannung Platz. Er wurde ganz glücklich und fröhlich.„Hier ist es doch eigentlich am allerschönsten!" stellte er heiter fest.„Ich begreife jetzt gar nicht mehr, was mich in den Bergen immerzu umher trieb. Wenn es Dir recht ist, wollen wir im nächsten Jahr wieder herfahren. Die Friedeburger Luft tut meinen Nerven gut,— vielleicht hauptsächlich darum, weil es Heimatluft ist!" Inge widersprach nicht. Sie war einverstanden. Mit starker Beglückung empfand sie nach langer Zeit wieder die tiefe Verbundenheit mit ihrem Manne, die an die Tage von Biarritz erinnerte und der Hoffnung Raum gab, daß alle Besorgnisse grundlos waren. In diesem beseligenden Miteinandergehen fand Inge Hardegger ihren alten Mut und ihre Zuversicht zurück. Ehe sie wieder abreisten, gingen sie dann noch einmal zusammen auf den Kirchhof zum Grabe der alten Hardeggers, um Abschied zu nehmen. Job hatte seiner Frau so viel von seinen Eltern erzählt, daß es ihr war, als hätte sie die beiden alten Leute genau gekannt.— 6442 5 Es war ein stiller, klarer Herbstnachmitrag, den sie zu ihrem Friedhofsbesuch wählten. Einer von jenen Tagen, da sich die Sonne schon etwas mühsam durch morgendlichen Nebelschleier kämpfen muß. Der Himmel hatte seine sommerliche dunkelblaue Färbung verloren und war jetzt unbeschreiblich hoch und blaß getönt. In allen Gärten und auf den vielen, oft schon zerfallenden Gräbern des alten Kirchhofes wucherten die Herbstblumen: Astern, Dahlien und Georginen. Die Kastanienbäume trugen grüne, stachliche Früchte, die beim Aufschlagen auf der Erde zerplatzten, daß einem die mahagonifarbenen Kugeln vor die Füße rollten. Das Laub der Bäume färbte sich gelb und rot. Die nur noch lose haftenden Blätter lösten sich beim kleinsten Windhauch und schwebten, sich langsam drehend, zu Boden. Auf den Telegraphendrähten sammelten sich die Schwalben zum Südenflug..4.., Lar marschen Golshans Inge und Hardegger saßen auf der morschen Holzbank, die der Grabstätte gegenüber am Wege stand. Die Birke, die ihre hängenden Zweige über den schlichten, grauen Obelisk neigte, hatte sich mit hellgelben Blättern wie mit einem Kleide aus Gold geschmückt. Durch die dichten Baumwipfel tasteten sich letzte, matte Sonnenstrahlen und spielten verloren um die vielen Gedenktafeln und Kreuze. Die hier zahlreich nistenden Vögel zwitscherten leise. Ganz selten einmal kam ein Mensch vorüber,— ein alter Mann, eine Frau in Schwarz, ein Kind mit einer Gießkanne. Es war so. still, daß das ferne Lachen spielender Kinder der führende Klang in dieser Herbstsymphonie wurde. Hardegger hatte den Hut neben sich auf die Bank gelegt. Seine Hände hingen schlaff zwischen seinen Knien herunter. Er saß ein wenig vorgeneigt und lauschte versunken. Sein Gesicht trug einen abwesenden Ausdruck. Inge betrachtete ihn schweigend von der Seite. Ein starkes Gefühl weitete ihr Herz fast schmerzhaft. Aber sie hütete sich davor, es zu verraten. Der Ausdruck im Gesicht ihres Mannes veranlaßte sie, still zu warten. Nach einer kleinen Weile hob Hardegger den Kopf. Seine Augen träumten noch.„Hier ist es so schön!“ sagte er leise aus seiner tiefen Versunkenheit heraus, mit einem Ton, der Inge die Kehle zuschnürte.„Hier möchte ich auch einmal schlafen!...“.....„ Es war dabei eine so maßlose Sehnsucht nach Ruhe und Geborgenheit in seinen Augen, daß Inge erschrack, als hätte sie selbst der Tod angerührt.„Das Glück läßt sich nicht zwingen!“ sagte„eine unsichtbare Stimme aus der Dämmerung.— Nahezu seit dem Tage, da Hardegger und Inge nach Berlin zurückgekehrt waren, schlug das Wetter um. Es wurde jetzt rasch und endgültig Herbst. Der Himmel überzog sich mit einer dicken, grauen Wolkendecke, die die Sonne verhüllte, die Tageshelligkeit nahm immer mehr ab und ein unangenehmer, kalter Wind pfiff über die Straßen und Plätze dahin, das letzte dürre Laub von den Bäumen schüttelnd. Die Läden, Kaffees und Büros waren schon am frühen Nachmittage erleuchtet, man kramte fröstelnd die Wintersachen hervor und begann zu heizen. Die- gehobene Stimmung, die Hardegger eigentlich während seines ganzen Friedeburger Aufenthaltes belebt hatte, begann mit seiner Rückkehr zu verblassen. Kaum daheim angelangt, stürzte er sich auch schon wieder mit geradezu wilder Hast in die Arbeit, die über ihm zusammenschlug und ihn verschlang.„Es gab wieder soviel neue Pläne und Besprechungen; der größte Teil seiner Tage war damit ausgefüllt. Inge, die diese Arbeitsgier mit einiger Sorge ansah, war namentlich mit dem Gesundheitszustand Jobs höchst unzufrieden. In letzter Zeit klagte er häufig über bisher unbekannte Beschwerden. Er litt offenbar an erhöhtem Blutdruck, hatte viel Kopfschmerzen, Herzklopfen und leichte Schwindelzustände; nebenbei verminderte sich auch mit der Abnahme seines Appetits sein Gewicht. Sein Gesicht bekam eine graue, ungesunde Blässe und seine Nervosität steigerte sich täglich. Die Arbeit strengte ihn an, ohne daß er es wahr haben wollte. Von einem Arzt wollte er nichts wissen. Wenn Inge in ihn drang, doch einmal den Hausarzt zu“ konsultieren, winkte er fast gereizt ab:„Was kann schon weiter mit mir los sein? Es wird sich von allein wieder geben. Der Arzt lacht mich ja aus, wenn ich mit solch lächerlichen Beschwerden komme!" Aber ganz so belanglos, wie er sich selbst vorredete, waren seine Beschwerden denn doch nicht, und Job Hardegger irrte sich auch in der Annahme, daß seine Gesundheit sich von selbst wieder festigen würde. Im Gegenteil,— es wurde sogar schlimmer.— Und an einem grauen, ungewöhnlich unfreundlichen Herbsttage, da ein dünner, trauriger Regen in wechselvollen Schauern herniederging, vollendete sich dann auch' die Bestimmung im Schicksal Job Hardeggers. Sie hatten morgens noch zusammen gefrühstückt: Hardegger, wie es seine Art war, eilig die Spalten der Zeitungen überfliegend,— Inge mit der Herrichtung seiner Frühstücksbrötchen beschäftigt. Dann war es Zeit zum Aufbruch, und Job verließ wie immer mit seiner Aktentasche unterm Arm die Wohnung.„Warte heute nicht mit dem Essen auf mich,“ sagte er noch auf dem Korridor.„Für Nachmittag ist noch eine Direktionssitzung angesetzt. Es kann sein, daß sie sich länger, als geplant, hinzieht.“ Ingeborg nickte.„Gut!“ erwiderte sie freundlich,„dann werde ich vielleicht heute einmal zu Mama fahren.“ Er griff nach seinem Hut, wandte sich dann noch einmal zu ihr und küßte sie— ein wenig gewohnheitsmäßig— auf den Mund.„Tue das und grüße Mama schön! Ich schaue vielleicht Sonntag einmal nach ihr. Jetzt muß ich mich aber sputen. Auf Wiedersehen dann also!" „Auf Wiedersehen, Job!“ Die Korridortür fiel hinter ihm ins Schloß und seine Schritte verhallten auf der Treppe. Inge kehrte in die Wohnung und an den verlassenen Frühstückstisch zurück, den sie wie immer abräumte. In Gedanken malte sie sich die freudige Ueberraschung der Mutter sowie der Schwestern Emmerichs aus, wenn sie am Nachmittag unvermutet ankommen würde. Hoffentlich waren sie dann auch zu Hause!—„„ 4 Mle#eh. Die kleinen, häuslichen Verrichtungen des Autags nahmen sie dann weiterhin in Anspruch, während die„Perle“ draußen in den Küchenregionen herumwirtschaftete. Inge war gerade dabei, das Staubtuch aus dem Fenster zu schütteln, als das Telefon anschlug. Es mochten inzwischen wohl zwei Stunden vergangen sein. Inge, die solche Anrufe, die meist ihrem Mann galten, gewöhnt war, hat später niemals angeben können, warum sie diesmal so rätselhaft erschrak. Sie legte das Staubtuch beiseite und ging zögernd bis zum Schreibtisch ihres Mannes, auf dem der kleine Apparat stand. Sie empfand dabei eine merkwürdige Bangigkeit, eine unklare Angst vor den nächsten Minuten. Vielleicht war es das Schicksal selbst, dessen dunkte Flügel sie in dieser Sekunde über sich rauschen hörte. Sie nahm den Hörer ab und nannte ihre Teilnehmer=Nummer. Sie mußte sie zweimal wiederholen, weil sie so leise und undeutlich sprach. Ja, und was nun folgte, ist bald berichtet.., Ju2 g2: westuckIn der Fernsprechleitung war eine fremde, weivliche Stimme vernehmbar, die Inge zu sprechen wünschte.„Aber bitte: Frau Hardegger persönlich!" „Ich bin am Apparat!“ antwortete Inge heiser und verhalten.„Bitte, um was handelt es sich?“ Ja, und dann wurde die fremde Stimme plötzlich sehr liebenswürdig und übereifrig und redete lange, schwer verständliche Sätze, deren Sinn Inge anfänglich überhaupt nicht begriff.„Ihr Herr Gemahl—— ein plötzliches Uebelbefinden—— Sie brauchen aber nicht zu erschrecken! Er befindet sich jetzt hier im Krankenhaus...“ Inge, deren Gesicht in einer Maske des Entsetzens zu erstarren begann, riß sich auf eine bewunderungswürdige Weise zusammen. Ihre Muskeln spannten sich dabei wie zu einer gewaltigen Anstrengung.„Bitte,“ sagte sie laut, wenn auch mit einer merkwürdig fremden Stimme.„Was ist geschehen? Ist meinem Mann ein Unglück zugestoßen?“ Die Oberschwester am anderen Ende der Leitung schien krampshaft zu lächeln.„Sie brauchen sich wirklich nicht so zu ängstigen, gnädige Frau! Ihr Herr Gemahl ist hier in den besten Händen. Aber immerhin,— wenn Sie vielleicht doch einmal herkommen könnten...“ „Ich komme sofort!“ antwortete Inge Hardegger mit gefrorenen Lippen.„Ich danke Ihnen.".. Danach stand sie noch eine ganze Weile, den Hörer wie ein fremdes Instrument ratlos in der Hand haltend. Das Zimmer bewegte sich in sanften Kreisen um sie her.— „Man kann das Glück nicht zwingen!“ dachte sie dabei sinnlos. Aber dann nahm sich Inge Hardegger wieder an die Kandare, und es war wirklich bewunderungswürdig, wie ruhig und beherrscht sie nach außen schien. Während sie sich auf dem Flur mit fliegenden Händen den Mantel anzog und die kleine Filzkappe aufstülpte, gab sie der „Perle“ klug durchdachte Anweisungen.„Wenn Mama anrufen sollte, sagen Sie ihr, bitte, ich wäre fortgegangen und würde ihr Nachricht geben, sobald ich wieder zurück wäre. Und Sie selbst essen heute ohne mich Mittag und betreuen während meiner Abwesenheit die Wohnung. Es ist völlig ungewiß, wann ich zurückkomme.“ „Schön!“ bestätigte die Perle, während sie sich im Stillen über die ungewohnte Blässe ihrer jungen Herrin wunderte.„Was hat sie bloß?“ dachte sie erstaunt und überlegte, ob sie nach dem Ziel dieser rätselhaften Abwesenheit fragen dürfte. Aber, ehe sie mit ihren Erwägungen noch recht zu Ende gekommen war, hatte Inseborg die Wohnung bereits verlassen. 1. t sharkem v. mit Als Inge auf die Straße hinaustrat, uverram sie mit Macht ein Gefühl saugender Schwäche und einer unbeschreiblichen Feigheit vor dem Ergebnis der nächsten Minuten. Es wäre Wohltat gewesen, jetzt selber bewußtlos umzusinken. Aber Inge Hardegger sank nicht um. Sie überwand ihre Schwäche vielmehr lop sgrra gente ene, otz nachgießigen Knien bis Dur, Pöcfgeg, Vegegzerggge### winkte sie ein gerade vorbei fagrendes, leeres uuto heran und nannte dem Lenker leise den Namen des Krankenhauses. Sie tat all diese überlegten Dinge: traumwandlerischer Sicherheit.(Forts. folgt.) Sparkassendirektor Vogelbusch* Witten, 10. Nov. Sparkassendirektor Albert Vogeldusch, der langjährige Leiter der Gemeindesparkasse Heiligenhaus und seit etwa Jahresfrist Direktor der Städtischen Sparkasse Witten, ist Donnerstag im Alter von 44 Jahren einem Gehirnschlag erlegen. Ueber die Persönlichkeit des Verstorbenen gibt der vor kurzem veröffentlichte Geschäftsbericht der Gemeindesparkasse Heiligenhaus für das Jahr 1933 bemerkenswerten Aufschluß. Es heißt darin:„Sparkassendirektor Vogelbusch wurde im Juli 1933 kommissarisch und im Oktober endgültig zum Leiter der Stadtsparkasse Witten berufen. Mit ihm scheidet nach 22jähriger Tätigkeit ein Sparkassenmann aus dem Dienst der Kasse, der die Sparkasse durch alle Wirrnisse der Zeit in vorbildlicher Weise geleitet hat. Nicht nur als Leiter der hiesigen Kasse, sondern darüber hinaus hat Direktor Vogelbusch als Mitglied des Verbandsausschusses des Rheinischen Sparkassen= und Giro=Verbandes an der Neugestaltung des Verbandes erheblichen Anteil. Er war ferner in den Beirat der Deutschen Girozentrale in Köln berufen.“ —(Die Eintopssonntage dieses Winters.) Bei der Bevölkerung herrscht immer noch Unklarheit über die festgesetzten Eintopssonntage während des Winterhilfswerks. Deshalb werden von der Reichswerbestelle des Winterhilfswerks noch einmal die Termine bekannt gegeben: 18. November 1934; 16. Dezember 1934; 13. Januar 1935; 17. Februar 1935; 17. März 1935. —(Eine Warnung an die Eierverkäufer.) Der Regierungspräsident in Arnsberg teilt mit: Es ist mir bekannt geworden, daß verschiedentlich zu hohe Preise für die Eier gefordert werden. Ich habe daher Veranlassung, die von mir im Einvernehmen mit den Bezirksbeauftragten des Rheinisch=Westfälischen Eier=Verwertungs=Verbandes als zulässig erachteten Kleinverkaufspreise, von denen es jedoch erwünscht ist, daß sie unterboten werden, für deutsche und ausländische Frischeier wie folgt bekanntzugeben: =Eier bis höchstens 14 Pfg.,-Eier bis höchstens 13,5 Pfg.,=Eier bis höchstens 13 Pfg.,=Eier bis höchstens 12 Pfg.=Eier bis höchstens 11,5 Pfg Für den Kleinverkauf von inländischen und ausländischen Kühlhauseiern(Güteklasse 1) gelten folgende Preise:=Eier bis höchstens 12,5 Pfg.,=Eier bis höchstens 12 Pfg.,=Eier bis höchstens 11.5 Pfg.,=Eier bis höchstens 10,75 Pfg.,=Eier bis höchstens 10 Pfg. Gegen Händler, die höhere Kleinverkaufspreise als die vorgenannten fordern, oder gegen Großhändler, die durch überhöhte Großhandelspreise die Einhaltung der vorstehenden Kleinverkaufspreise verhindern, werde ich mit aller Schärfe einschreiten. Witten, 10. Novbr.(Diebstahl.) In der Zeit vom 20. Oktbr. bis 7. Novbr. wurde auf der Bahnhofstraße ein Mansardenzimmer nachgeschlossen und ein Koffer, in dem sich aber nur alte, wertlose Bücher besanden, erbrochen. Gestohlen wurde nichts. In einer der letzten Nächte wurde im gleichen Hause in einen Kohlenkeller eingebrochen und zwei Eimer Kohlen und eine Schausel entwendet. —(Flüchtig nach Unterschlagung) von 85 Mark, die er für seinen Arbeitgeber nach der Post bringen sollte, ist ein 20 jähriger junger Mann von hier. Seiner Mutter teilte er in einem Briefe aus Bochum mit, daß er in die Fremdenlegion gehe. Witten, 10. Nov.(Kohlenverteilung.) Vom Winterhilfswerk des Kreises Witten wird mitgeteilt, daß die Verteilung der ersten Kohlenscheine am kommenden Montag, 12. d. Mts., durch die Ortsgruppen erfolgt. Die Scheine lauten auf 3 Zentner für Alleinstehende, 5 Zentner für Familien und Personen mit eigenem Haushalt. Die Verteilung von weiteren 5 Zentnern für Familien erfolgt —4 Wochen später. Die zweite Serie der Kohlenscheine kommt im Januar 1935 zur Verteilung. Die Kohlen sind bei den ortsansässigen Kohlenhändlern zu beziehen. Für die Anfuhr sind 15 Pfg. je Zentner zu entrichten. Witten, 10. Nov.(Eine Chren=Gedenkfeier) für die Gefallenen der NSTAP. an der Feldherrnhalle in München sand heute abend im städtischen Saalbau statt. Der Saal war überfüllt, als die erhebende Feier begann. Zur Ausgestaltung der Veranstaltung wirkten das Städt. Orchester und der Quartettverein„Korfmann=Werk“ mit. Ein ausgesuchtes Programm kam zur Durchführung. Die Gedenkfeier klang mit dem Horst=Wessel=Lied aus. Gegen 12 Uhr erschien auf dem Friedhof der ev.=luth. Kirchengemeinde Herr Oberbürgermeister Dr. Zintgraff und legte im Zeichen des 9. November am Ehrenmal der gefallenen Helden des Weltkrieges einen Kranz namens der Stadt Witten nieder. Auch die Ortsgruppe Witten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gedachte der Helden. Vertreter der Ortsgruppe, Oberbürgermeister Dr. Zintgraff und Stadtoberinspektor Surmann ehrten die Gefallenen durch Niederlegung eines Kranzes an dem Ehrenmal des evgl. Friedhofes, auf dem kath. Friedhof und dem Friedhof der Kreuzgemeinde. § Kruckel, 10. Novbr.(Erdbeerernte.) Aus Kruckel wurde ein Sträußchen Erdbeeren gebracht, die zum Teil vollständig reif geworden waren. Die übrigen Pflanzen sind noch voller Blüten. Eine Seltenheit im November. Aus dem Gerichtssaal Bochum, 9. Nov.(Zuchthaus für einen Kinderschänder.) Der Großen Strafkammer wurde ein 44 Jahre alter Mann aus Recklinghausen vorgeführt, der wegen Vergehens gegen den§ 176 Abs. 3 des StGB. angeklagt worden war. Der wegen gleichen Vergehens vorbestrafte Angeklagte hat Kinder in verbrecherischer Weise geschändet. Er gab die Schandtaten reumütig zu. Das Urteil lautete auf fünf Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Mordprozeß im Düsseldorfer Schwurgericht. Düsseldorf, 9. Novhr. Vor dem Düsseldorfer Schwurgericht begann die Hauptverhandlung über einen politischen Feuerüberfall marxistischer Elemente in der Nacht vom 23. September 1931 auf einige Jungstahlhelmer, wobei einer der letzteren einen Streifschuß erhielt und der Jungstahlhelmer Kurt Schulz durch einen Koofschuß so schwer verletzt wurde, daß er am anderen Tage starb. Gegen drei Kommunisten, worunter sich der jezige Augeklagte, der 28 jährige Joseph Burgard befand, wurde Ankiage erhoben, die jedoch im März 1932 aus Mangel an Beweisgründen eingestellt werden mußte. Inzwischen haben sich jedoch neue Verdachtsmomente gegen Burgard ergeben, sodaß. im April gegen ihn Anklage wegen vorsätzlicher Tötung erhoben wurde. Der Angeklagte erklärte, daß er an der Erschießung des Schulz nicht beteiligt war und sich in der Mordnacht bei einem AntisoFahrer aufhielt und dort mit mehreren Genossen Karten gespielt habe. Er will auch keine 98=Pistoie, aus der der tödliche Schuß abgeseuert worden sei, besessen haben, sondern nur einen alten Trommelrevoloer. In der Zeugenvernehmung erklärte ein Sachverständiger, daß das tödliche Geschoß aus einer 08=Pistole abgegeben sein muß. Der bei dem Ueberfall verwundete Jungstahlhelmer erklärte, daß seiner Gruppe drei Männer entgegenkamen, von denen ihm einer ein Bein stellte und sofort schoß. Ein zweiter Schuß traf seinen Kameraden Schulz. der ihm noch kurz vorher erzählte, daß die Kommunisten ihn auf die schwarze Liste gesetzt hätten, sodaß er mit einem Ueberfall rechnen müsse. Von weiteren Stahlhelmern wurde erklärt, daß der Angeklagte der Täter sein könne, doch könnten sie dies nicht behaupten. Eine Schwägerin des Burgard erklärte, daß ihr Mann anderen Leuten erzählte, daß sein Bruder Joseph den Schulz erschossen habe. Auch andere Verwandte bezeugen, daß der Bruder des Angeklagten derartige Redereien geführt habe, doch seien diese nicht ernst zu nehmen, da er mitunter nicht wisse, was er schwätze. Die Zeugenvernehmung wird fortgesetzt. Provinz=Nachrichten Polizeipräsident Schepmann im einstweiligen Ruhestand Wie amtlich mitgeteilt wird, hat der Preußische Ministerpräsident den Polizeipräsidenten in Dortmund, Schepmann, der mit der Führung der SA=Gruppe Sachsen beauftragt worden ist und infolgedessen seinen Wohnsitz nach Dresden verlegen mußte, auf seinen Antrag hin einstweilen in den Ruhestand versetzt. Der Preußische Ministerpräsident Göring und der Reichs= und Preußische Innenminister Dr. Frick haben aus diesem Anlaß an den Polizeipräsidenten SA=Gruppenführer Wilhelm Schepmann persönliche Schreiben gerichtet, in denen sie für die dem Staate auf dem verantwortungsvollen Posten des Polizeipräsidenten in Dortmund geleisteten wertvollen Dienste Dank und Anerkennung aussprachen. Dortmund, 10. Nov.(Gruß an die südwestfälische SA.) Oberbürgermeister Banike begrüßt die südwestfälische SA zu ihrem am Sonntag stattfindenden Aufmarsch in einer öffentlichen Kundgebung, in der es heißt:„Wieder werdet ihr SA=Männer in diesen Tagen Dortmund den Stempel eines erhebenden Bekenntnisses zu Führer und Reich ausdrücken, und der markige Schritt eurer braunen Kolonnen wird wie ein Treueschwur und wie ein Mahnruf zugleich durch die Straßen der alten Reichsstadt hallen. Besondere Bedeutung erlangt der Tog durch die Anwesenheit des Stabschefs der SA, Lutze, unseres westfälischen Landsmannes, den wir mit heißem Herzen willkommen heißen, wenn er jetzt zum erstenmal unsere Stadt betritt.“ DRB. Dortmund, 19. Nov(Unbekannte weibliche Leiche im Stadtteil Lütgendortmund aufgefunden.) Auf den Bahngleisen in der Nähe der Station Lütgendortmund wurde am Freitag gegen.30 Uhr eine unbekannte weibliche Leiche aufgefunden. Der Kopf war vom Rumpf getrennt und zertrümmert. Es handelt sich um eine etwa.50 Meter große Person von kräftigem Körperbau. Bochum, 10. Nov.(Raubüberfall im Stadtpark.) Gestern gegen 16 Uhr verübte ein etwa 20 bis 23 Jahre alter Mann einen Raubüberfall im alten Stadtgarten. Er trat auf zwei Frauen zu, faßte den Arm der einen, streckte ihn und riß dann die Handtasche vom Arm herunter. Darauf ergriff er in Richtung des Ausgangs des Parks die Flucht. Der Bursche trug eine Schlägermütze und einen geknoteten Schal und einen abgetragenen blauen Anzug. Er befand sich in Begleitung von zwei weiteren Burschen im Alter von 18 bis 20 Jahren. Die leere Handtasche wurde später in der Nähe des Planschbeckens wiedergefunden. DN Bochum, 9. November.(Ein unsozialer Betriebsführer.) Bei der Firma Kuhbier u. Söhne in Dahlerbrück=Schalksmühle, dem größten Werk in dieser Gegend, waren hinsichtlich der Behandlung der Belegschaft als auch im Zustand der sanitären Anlagen derart unsoziale Verhältnisse, daß in der Bevölkerung große Erregung herrschte. Gauleiter Staatsrat Josef Wagner sah sich daher gezwungen, hier aus Gründen politischer Sicherheit einzugreifen. Mit der Durchführung dieser Aufgabe beauftragte er den Gauwalter der DAF., Pg. Stein, und den Organisationsleiter des Gaues Westfalen=Süd der PO., Hein Diehl, die sich mit zwei Beamten der Geheimen Staatspolizei zu dem Betrieb der Firma Kuhbier u. Söhne begaben. Die Aussagen der Belegschaftsmitglieder und der Tatbestand waren so erdrückend, daß die Beamten der Geheimen Staatspolizei nicht umhin konnten, den verantwortlichen technischen Betriebsleiter, Direktor Berker, in Schutzhaft zu nehmen. Duisburg=Hamborn, 10. Nov.(Neuer Kapellmeister der Duisburger Oper.) Für den kürzlich verstorbenen Ersten Kapellmeister der Duisburger Oper, Wilhelm Grümer, ist der bisher an der Kieler Oper wirkende Kapellmeister Berthold Lehmann verpflichtet worden. Lehmann, der erst 26 Jahre alt ist, gab eine vielversprechende Antritts=Vorstellung in„Butterfly“. " Duisburg=Hamborn, 10. Nov.(Dreimal Sturz in die Tiese.) Man könnte hier von einer„Triplizität der Ereignisse sprechen. Zuerst stürzte auf dem alten RheinstahlGelände in Hochfeld bei Abbruchsarbeiten ein Arbeiter durch ein Dach und zog sich schwere Verletzungen zu.— Dann verunglückte in einem Betriebe am Kaiserhasen ein Arbeiter auf die gleiche Weise und erlitt schwere Kopfverletzungen.— Der dritte Sturz in die Tiefe ereignete sich wieder in Hochfeld, wo ein Monteur aus Mannheim mit lebensgefährlichen Verletzungen geborgen wurde. Güls(Kr. Koblenz), 9. Nov.(Furchtbarer Tod eines Kindes.) Mit furchtbaren Brandwunden wurde ein vierjähriger Junge aus Güls ins Krankenhaus eingeliefert, der zu Hause in einem unbewachten Augenblick in ein Gefät mit kochender Waschlauge gefallen war. Der Tod erlöste jetzt den Kleinen von seinen gräßlichen Schmerzen. Vorbersage für Samstag: Lebhafte Winde südlicher Richtungen, meis stark bewölkt mit Niederschlägen ehne wesentliche Temperataränderung. Nachlassende nach wöodlichen Richtungen drehende Winde, noch unbeständig ud Stour, Temperatuerüägeng. Neueste Nachrichten. Deutscher Schritt ertolgt. Vorstellungen in London, Paris, Rom und Brüssel. Paris, 9. Novbr. Der deutsche Botschafter in Paris, Roland Köster, hat, wie Havas meldet, dem französischen Außenminister Laval einen Besuch abgestattet, um ihn, wie dies gleichzeitig von den deutschen Vertretern in London, Rom und Brüssel geschieht, von der Stellungnahme der deutschen Regierung zur Frage der Entsendung französischer Truppen ins Saargebiet in Kenntnis zu setzen. Ferner empfing Minister Laval den französischen Botschafter in Berlin, Francois=Poncet, und besprach mit ihm sämtliche zwischen Deutschland und Frankreich schwebenden Fragen. Botschafter Francois=Poueet hatte bisher noch keine Gelegenheit gehabt, mit Laval nach dessen Ernennung zum Außenminister persönlich Fühlung zu nehmen. In London überreichte Botschafter von Hoesch im Foreign Office die deutschen Vorstellungen zur Saarfrage. Der deutsche Gesandte in Brüssel beim belgischen Außenminister DR Brüssel, 9. Novbr. Der deutsche Gesandte in Prüssel, Graf Adelmann, hat am 8. November den belgischen Außenminister Jaspar aufgesucht, um ihn im Auftrage der deutschen Regierung über die deutsche Auffassung von der französischen Saarpolitik zu unterrichten. Der deutsche Botschafter bei Staatssekretär Suvich DR Rom, 9. November. Der deutsche Botschafter von Hassell hat am Donnerstagabend Staatssekretär Suvich die deutschen Vorstellungen in der Saarfrage übermittelt. Francois-Poncet bei Flandin DR Paris, 9. Novbr. Ministerpräsident Flandin hat am Freitagabend den französischen Botschafter in Berlin, Francois=Poncet, empfangen. Dülleldorter Tlordprozeß: 15 Jahre Zuchthaus Düsseldorf, 10. Nov. Gestern nachmittag wurde im Mordprozeß gegen den Kommunisten Joseph Burgard, der im September 1931 den 18jährigen Jungstahlhelmer Schulz erschoß, das Urteil verkündet. Gemäß dem Antrage des Staatsanwalts verurteilte das Schwurgericht den Angeklagten wegen Totschlags zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Der Führer an Kreuzer„Emnden“. DR Berlin, 9. Novbr. Der Führer und Reichskanzler hat an den am Sonnabend in Wilhelmshaven ausfahrenden Kreuzer„Emden“ folgendes Telegramm gerichtet: „Dem Kreuzer„Emden“ wünsche ich für seine Auslandsreise glückliche Fahrt und erwarte von der Besatzung treueste Pflichterfüllung zur Ehre Deutschlands und seiner Flagge. Adolf Hitler.“ Hotlandung eines belgischen Militärtlugzeugs. Berlin, 9. Novbr. Am Donnerstagnachmittag laudete auf dem Ausstellungsgelände im Rheinpark in Köln=Deut ein belgisches Militärflugzeug. Der Flugzeugführer hatte wegen besonders schlechten Wetters deutsches Gebiet aufsuchen müssen. Bei der Notlandung wurde das Fiugzeug leicht beschädigt, während der Führer unverletzt blieb. Seinem Wunsche entsprechend wird mit Unterstützung der Deutschen Lufthansa das Flugzeug abmontiert und auf dem Bahnweg nach Belgien zurückbefördert werden. Tragischer Unglückstall. Dreiköpsige Familie durch Gas vergiftet. In dem Hause Fasanenstraße 17 im Westen Berlins hat sich in der Wohnung des Hauptwachtmeisters der Schutzpolizei Froehle der Gasschlauch des Küchenherdes, der schadhaft war, von selbst gelöst. Da auch der Haupthahn nicht geschlossen war, strömte das Gas durch die ganze Wohnung. Die Frau des Hauptwachtmeisters hat anscheinend in der Nacht den starken Gasgeruch wahrgenommen und versucht, den Gashahn abzustellen; jedoch ist sie in der Küche zusammengebrochen und ebense wie ihr Mann und ihre 12 jährige Tochter unas Leben gekommen. Schließung von acht Bächereien. DR Kassel, 9. Novbr. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums teilt mit: Die gestern erfolgte Prüfung in den Bäckereien Kassels ergab bei acht Bäckereien ein so erhebliches Mindergewicht des Brots, daß die Schließung der betressenden Läden zwecks weiterer Prüsung sofort erfolgen mußte. Drei Fleischergeschäfte geschlossen. DR Beuthen, 9. Novbr. Wegen Ueberschreitung der amtlichen Richtpreise mußten erneut drei Fleischergeschäste im oberschlesischen Industriebezirk polizeilich geschlossen werden, und zwar je eins in Beuthen, Bobremnik und Miechowig. Tropenmediziner Professor Taute f. Berlin, 9. Nov. In seiner Berliner Wohnung ist heute früh der bekannte Schlafkrankheitsforscher Prof. Dr. Taute, Ministerialrat und Referent im Reichsministerium des Innern, im Alter von 57 Jahren gestorben. Als Wissenschaftler von anerkanntem Ruf hat sich Professor Taute unvergängliche Verdienste um die Bekämpfung der Tropenseuchen enworben, vor allem in der Bekämpfung der Schlafkrankheit durch seine aufopferungsvolle Tätigkeit in Deutsch=Ostafrika. Großfener beim Lehrter Bahnhof. Berkin, 9. Nov. Auf dem Gelände des Güterbahnhofs Spreeufer, in allernächster Nähe des Lehrter Bahnhoses, wütete heute mittag ein Großfeuer, durch das ein enwva 30 Meter langer und 15 Meter tiefer halbmassiver Schuppen, in dem Tausende von Zentnern Eisenbleche, Flacheisen usw. lagerten, völlig vernichtet wurde. Verstärkter Ordnungsvienst in Paris. DNV. Paris, 9. Nov. Das„Echo de Paris“ will berichten können, daß zur Verstärkung des Ordnungsdienstes 30 Abteilungen Mobilgarde nach Paris beordert worden seien, um gegebenenfalls jede Unordnung zu unterdrückhen. Im Laufe des Abends unternahm berittene Garde Streisen durch Paris, hauptsächlich auf den Boulevards. Die Truppen des Standorts Paris sollen Befehl erhalten haben, in den Kasernen zu bleiden und sich bereitzuhalten. 16 Jahre Stahlhelm Zur Erinnerung an die vor 16 Jahren erfolgte Grün. dung des Stahlhelm, BdF., veranstaltet der NS. Deutsche Frontkämpfer=Bund(Stahlhelm) am 13. Novbr. in der Gründungsstadt Magdeburg eine Traditionsseier, in deren Mittelpunkt eine Weihestunde im Dom und ein Festabend im Kristall=Palast stehen werden. Am 13. November 1918 besprach Franz Seldte im Laboratorium seiner Fabrik mit seinem Bruber Leutuant Eugen Seldte und seinem alten MG.=Feldwebel Fritz Velten sowie den Kameraden Vizewachtmeister Georg Fahlbusch und Musketier Max Oppermann seinen Plan zur Gründung des Frontsoldatenbundes„Der Stahlhelm“, und seine Gedanken fanden bei den alten Frontsoldaten volles Verständnis. Mit diesem ersten Mitarbeiterkreis begann die Arbeit, um in vertraulicher Aussprache in den folgenden Wochen die Werbung von Mund zu Mund zunächst in einem kleineren Kreise weiterzugeben. Als weitere Mitarbeiter kamen noch in den nächsten Tagen der Oberleutnant d. R. Georg Seldte (Bruder des Gründers) und der Regierungsbaumeister Johannes Fischer, Leutnant d.., hinzu. Franz Seldte an den Führer. DR Berlin, 9. Noobr. Reichsarbeitsmininer Franz Seldte hat dem Führer und Reichskanzler zum 9. November folgendes Telegramm gesandt: „Mit meinen Frontkameraden gedenke ich in Crinne rung der gemeinsamen schweren Kämpfe um Deutschlands innere und äußere Befreiung der Opfer und Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung vom 9. Novbr. 1923 zu München. Sie sollen uns allen Vorbild und Beispiel zum letzten Einsatz, zur Erreichung der hohen deutschen Ziele unseres Führers sein.“ Maluschia schider belaster Er hatte„Schadensersatzansprüche“ angemeldet. Budapest, 9. November. Im Matuschka=Prozeß wandte sich die Verhandlung jetzt dem Hauptgegenstand der Anklage, dem Eisenbahn attentat bei Bia Torbagy, zu. Matuschka schildert: die Vorbereitungen zur Sprengung der Schienen. Nach genauen Plänen habe er eine Vorrichtung getroffen, die bewirkte, daß der Druck der Räder auf die Schienen einen Kurzschluß und damit die Sprengung herbeiführte. Matuschka kam dann wie üblich auf„Leo“ zu sprechen. In der Attentatsnacht sei„Leo“ plötzlich auf einem anderen Schienenstrang in Bauernkleidung erschienen. Er habe ihn angerufen, jedoch keine Antwort erhalten.„Leo“ habe einen Revolver getragen. Auf Vorhaltungen des Präsidenten hielt Matuschka die Behauptung aufrecht, daß er der alleinige Attentäter sei. Am Morgen nach dem Anschlag sei er zum Schauplatz des Verbrechens zurückgekehrt. Der Präsident schilderte eingehend, mit welch raffinierten Mitteln Matuschka damals den Eindruck zu erwecken versuchte, daß er ein Opfer des Anschlags sei. Er habe sich mit den Fingernägeln das Gesicht zerkratzt, mit Kot besudelt und allen Menschen erzählt, daß er nur durch ein Wunder gerettet worden sei. Die weitere Verhandlung bezog sich hauptsächlich auf die Frage, ob Matuschka in Budapest mit kommunistischen Elementen zusammengetroffen sei. Der Präsident stellte fest, daß der ungarische Kommunist Darvas der intimste Vertraute von Matuschka war. Das recht verworrene Verhör nahm für Matuschka einen höchst ungünstigen Verlauf, da eine Reihe schwerer Fälschungen Matuschkas festgestellt wurden. Nach dem Anschlag von Bia Torbagy versuchte Matuschla durch das ungarische Konsulat in Wien Schadensersatzansprüche anzumelden und forderte auch an verschiedenen anderen Stellen eine Vergütung für die ihm durch den Anschlag entstandenen Schäden. Kirchliche Nachrichten. Erangelische Kirche Annen. Sonntagmorgen 9,30 Uhr Gottesdienst, Pfr. Müller. 11 Uhr Kindergottesdienst. 12 Uhr Taufen. Sonntagmorgen 9 Uhr Festgottesdienst zum Großmütterfest unter Mitwirkung des Frauenchors im Vorbachheim, Pfr. Lic. Werdermann=Witten. Nachm. 3 Uhr Nachfeier im Borbachschlößchen. Kinder haben keinen Zutritt, dafür haben die Kinder am Montagnachmittag um 5,30 Uhr eine Feier im Borbachheim.— Montagavend 7 Uhr Bibelstunde für die männliche Jugend. 8 Uhr Bibelstunde für die älteren Mädchen, Pfr. Bartelworth. Montagabend 8,30 Uhr Gesangstunde des Kirchenchors.— Dienstagabd. 8 Uhr Gemeindebibelstunde, Pfr. Bartelworth.— Mittwochabend 8 Uhr Jungmütterabend. Mittwochabend 8 Uhr Bibelstunde im Männer= und Jünglingsverein.— Donnerstagabend 8 Uhr Bibelstunde für die weibliche Jugend, Pfr. Bartelworth. Donnerstagnachmittag 3 Uhr Versammlung der Frauenhilse.— Freitagabend 8 Uhr Gesangstunde des Frauenchors.— Samstag= und Sonntagabend 8 Uhr Gemeinschaftsstunde. Bezirk Vorbach: Mittwochabend 8 Uhr Jungmännerverein. Am Donnerstagnachmittag um 3 Uhr Beichte und Abendmahisseier für die Alten nebst Angehörige im Vorbachheim. 7,30 Uhr Jungmädchenverein. Evangelische Kirche Rüdinghausen. Sonntagmorgen 10 Uhr Gottesdienst. 1X5 Uhr Kindergottesdienst.— Dienstagnachmittag 4 Uhr Monatsversammlung der Frauenhilfe Rüdinghausen. Dienstagabend Helferkreis des Kindergottesdienstes.—. Mittmochabend Kirchenchor.— Donnerstagabend 8 Uhr Bibel. abend der weibl. Jugend. Evangelische Kirche Stockum. Am Sonntag, 11. Novbr., findet der Gottesdienst um .30 Uhr, der Kindergottesdienst um 10.30 Uhr statt, Vikar Pleuger. 30 Uhr Christliche Gemeinschaft.— Rontag 90 Uhr Posaunenblasen.— Dienstag 20 Uhr Gemeinschaftsbibelstunde.— Donnerstag 16 Uhr Frauenhilfsstunde. 20 Uhr Posaunenblasen.— Freitag 16,30 Uhr Bibelstunde für die Jungmädel. 21 Uhr Vorbereitung des Kindergottesdienstes. 8— Eeschilderung und Auszeichnung von Preisen DR Berlin, 9. Novbr. Für die Beschilderung und Auszeichnung von Preisen gelten, wie vom Reichskömmissar für Preisüberwachung mitgeteilt wird, folgende Vorschriften: 1. Die Verordnung über Preisschilder und Preisverzeichnisse vom 17. Dezember 1931, Reichsgesetzblatt 1, S. 788(betreffend Brot und Kleingebäck, Frischfleisch und das Friseurgewerbe); 2. Verordnung über Preisschilder und Preisverzeichnisse vom 8. Januar 1932, Reichsgesellblatt 1, S. 18(betreffend Milch, Butter, Obst, Gemüse usw.). Diese Verordnung bezieht sich auf den Großhandel nur insoweit, als er in eigenen Verkaufsstellen und Verkaufsständen Waren an den letzten Verbraucher abgibt.(Anordnung vom 12. Februar 1923); 3. Verordnung über den Aushang von Preisverzeichnissen im Kleinhandel mit künstlichen Düngemitteln vom 20. Januar 1932, Reichsgesetzblatt 1, S. 33; 4. Verordnung vom 22. Februar 1932 über die Preisbildung im Kleinhandelt mit frischen, geräucherten und marinierten Seefischen, Reichsgesetzblatt 1, S. 01; 5. Zweite Verordnung vom 25. Februar 1933 über Preisverzeichnisse für Schuhausbesserungen und Ausschnittleder, Reichsgesetzblatt 1, S. 90; 6. Verordnung über die Preisauszeichnung im Kleinverlauf in Kaffee in vorbereiteten Packungen vom 3. Mai 1933, Reichsgesetzblatt 1, S. 259; 7. Verordnung über den Kleinverkauf von Bienenhonig vom 8. Juni 1933, Reichsgesetzblatt 1, S. 303; 8. Verordnung über Meldepflicht, Mengen= und Gewichtsangabe bei Markenware vom 29. Februar, 1. Juli, 28. Septbr. 1932, Reichsgesetzblatt 1, S. 120, 347, 492. 9. a) Anordnung vom 29. Januar 1932 betreffend Geltung der Bierpreise. Ziffer 4 dieser Anordnung ist dergestalt anzuwenden, daß bei den Preistaseln nur der jetzt geltende Preis angegeben wird; von einer Angabe des am 8. Dezember 1931 gültig gewesenen Preises kann abgesehen werden. b) Verordnung über die Preisbildung für den Mineralwasserverkauf im Kleinhandel vom 9. Februar 1932, Reichsgesetzblatt 1, S. 65; c) Anbrönung vom 26. Mai 1932 Jud 12. April 1033 bezw. Preisangabe für Spirituosenausschank. Die peinliche Duschsührunch dieser Vorschriften in für die Preisüberwachung von entscheidender Bedeutung. Sie ermöglicht dem Käufer den Vergleich der Preise in den verschiedenen Geschäften und bewahrt ihn davor, Geschäfte aufzusuchen, deren Preise offenbar seiner Kaufkraft nicht entsprechen oder gar erhöht sind. Gerade deswegen zwingt die Preisbeschilderung den Verkäufer zur sorgfältigsten Kalkulation der Preise. K Aufschlußreiche Zahlen Die Millionenausgaben für Rundsunkverwaltung und Rundfunkprogramme. Berlin, 9. November. Im Rundfunkprozeß wurde der ehemalige Reichsrundfunkkommissar Dr. Bredow über die Haushaltsgestaltung der einzelnen Sendegesellschaften vernommen. Er betonte, daß die Rundfunkleiter, die in ihrer Haushaltsgebarung völlig selbständig waren, in allererster Linie darauf achten mußten, gegenüber anderen künstlerischen Betrieben wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie konnten daher nicht etwa im Rahmen einer behördenmäßigen Besoldungsordnung die künstlerischen Mitarbeiter bezahlen, sondern mußten freie Künstler=Honorare geben. Der Angeklagte Dr. Magnus, dem die Erledigung der kaufmännischen Angelegenheiten des Rundfunks oblag, ergänzte die Ausführungen Dr. Bredows im einzelnen und führte Beispiele an für die schwierigen Honorarverhältnisse bei den Sendegesellschaften. Magnus gab dann einen interessanten Ueberblick über die gesamten Verwaltungs= und Programmkosten der Sendegesellschaften. Der Rundfunk habe sich immer mehr bemüht, die besten Künstler für seine Programme zu verpflichten. Die Verwaltungskosten betrugen im Jahre 1927 insgesamt 5,3 Millionen Mark, stiegen 1928 auf 6 Millionen und sanken dann 1929 wieder auf 5,4 und 1930 auf 5,1 Millionen. Demgegenüber zeigten die Programmkosten ständig eine aufsteigende Richtung. Während sie 1927 noch.5 Millionen betrugen, stiegen sie 1928 auf 12.2, 1929 auf 15,8 und 1930 auf 17,3 Millionen. Diese Steigerung der Kosten für die Programmgestaltung ergab sich aus dem immer größerean Ausbau der einzelnen Programme und hatte ihre Begründung auch in den auf Grund der steigenden Härerzahl erheblich vermehrten Einnahmen. Trotzdem sorgte die Reichs=Rundfunk=Gesellschaft vom Johre 1930 ab dafür, daß ein weiteres Anwachsen der Programmkosten vermieden wurde. ## Die Post bekam im Jahre 1926 12 Millionen, 1927 18 Millionen, 1928 23,7 Millionen, 1929 29,4 Millionen und 1930 38,6 Millionen Mark aus Hörergebühren. Im ganzen wurden also in diesen Jahren rund 200 Millionen Reichsmark an die Reichspost abgeführt. Die Stellung des Rundsunkkommissars. Dr. Bredow wurde dann noch einmal darüber vernommen, wie er zu seiner Stellung als„Rundfunkkommissar“ gekommen sei. Bredow hob hervor, in den ersten Besprechungen mit den Ministern Schiele und Stingl sei festgestellt worden, daß der Posten des Rundfunkkommissars ein unpolitisches Amt sein müsse. Er habe in diesem Amt also keinerlei Beamteneigenschaft gehabt, sondern es immer als eine private Stellung angesehen. Zum Schluß schildert Bredow dann, daß er am 1. Februar 1933 auf eigenen Wunsch ausgeschieden sei. Er habe damals ein Angebot der spanischen Regierung erhalten, das Rundfunkwesen in Spanien zu organisieren. Dieses Angebot habe er aber abgelehnt, als er aus den Zeitungen erfahren habe, daß gegen eine Reihe führender Persönlichkeiten des Rundfunks Untersuchungen im Gange seien. Er habe damals seine Kollegen nicht im Stich lassen wollen. Der Beurlaubung des Reichsbankrats Köppen gingen nach einem Bericht der„Germania“ folgende Ereignisse voraus: Am Sonnabendnachmittag veröffentlichte der Berliner „Angriff" die Tatsache, daß der in Pankow, Mühlenstraße 3, wohnende Reichsbankrat Emil Köppen einen Arbeitslosen wegen einer rückständigen Miete von 4,10 Mk. exmittieren wollte. Wie der„Angriff“ in seiner Montagsausgabe unter der Ueberschrift„Volkswut in Paukow“ berichtet, kam es noch am Sonnabendnachmittag vor dem Hause des Reichsbankrats Emil Köppen zu einer Meuschenansammlung. Die Menge brach vor dem Hause in laute Pfui=Ruse aus und warf die Feusterscheiben ein. Ein Teil der Volksmenge stürmte das Haus, fand jedoch die Wohnung verschioßsen. Die Polizei zerstrente nach kurzer Zeit die Menge. In einem Kommentar„„des nationalsozialistischen Abendblattes zu dieser Meldung heißt es= u. 9a.:„Wenn es selbstverständlich, nicht die Abüicht des„Augriss“ gewesen ist, diese Vorgänge herbeizuführen, so ist uns doch verständlich, daß die Empörung über das unglaublich rohe und herzlose Verhalten eines höheren Reichsbeamten sich im Volke auf diese energische Weise Luft gemacht hat. Nun sind wir allerdings nicht der Meinung, daß die Vorgänge in der Mühlenstraße Schule machen sollen. In einem ebenfalls im„Angriff“ erschienenen Aufruf des Kreisleiters Bombach wird der betreffende Reichsbankrat der allgemeinen Verachtung preisgegeben. In der Mitteilung des Kreisleiters heißt es u..: !„An diesem„Köppchen" scheint nicht nur die neue Zeit spurlos vorübergegangen zu sein, sondern hier wird bewußt gegen den Geist der Volksgemeinschaft des Dritten Reiches gearbeitet. Durch eine so gemeine Handlungsweise hat sich dieser, Herr aus der Volksgemeinschaft von selbst ausgeschlossen. Ich verbiete daher allen Parteigenossen des Kreises 8 den dienstlichen und privaten Verkehr mit Herrn Emil Köppen, und erwarte, daß auch jeder anständige Volksgenosse sich dieser Maßnahme anschließt. Heil Hitler!“ Wegen Kindesmißhandlung vor Gericht Koblenz, 9. Novbr. Ein Einwohner aus Bad Kreuznach hatte sich wegen schwerer Mißhandiung seines neunjährigen Stiefsohnes vor dem Koblenzer Gericht zu verantworten. Bereits vor geraumer Zeit war der Angeklagte wegen des gleichen Deliktes zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Zeugenaussagen ergaben, daß der unmenschliche Stiefvater nach Verbüßung seiner Strafe sich ohne jede Veranlassung zu neuen Mißhandlungen seines Stiefsohnes hatte hinreißen lassen. Er bedrohte den Jungen mit Halsabschneiden, wenn er anderen Leuten etwas von den„Züchtigungen“ mitteilen würde. Diese Mißhandlungen mit einem Lederriemen, Besenstiel und Stocheisen waren aber derart, daß das Kind anderen Leuten sein Leid klagte. Und so erhielt die Behörde Kenntnis hieroon.— Das Gericht verurteilte den entmenschten Stiefvater zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten. Naufral. Nach nur wenige Tage dauernder schwerer Krankheit verschied am 8. ds. Mts. herr Sparkassendirektor Albere Vogeibueun Erst im vorigen Jahre hatte er die Leitung der Stadtsparkasse Witten übernommen. Er widmete sich den schwierigen Aufgaben seines Amtes mit anzuerkennender Tatkraft und Umsicht. Ausgestattet mit reicher Berufserfahrung und Fachkenntnis, ließ er seine ganze Fürsorge dem seiner Führung anvertrauten Unternehmen zuteil werden. Sein Bestreben war, die Stadtsparkasse nach den ihr zugewiesenen Aufgaben dem Volkswohl dienstbar zu machen. Das plötzliche Hinscheiden aus vollem Schaffen im besten Lebensalter ist tief bedauerlich. Dem Verstorbenen wird ein ehrendes Gedenken bewahrt werden. Witten, den 9. November 1934. Der Oberbürgermeister, zugleich als vorsitzender des Sparkassenvorstandes: Dr. Zintgraff. Mitten heraus aus voller Arbeit entriß der Tod uns unsern Betriebsführer, Herrn Direktor Albert Vogewdecnn Seit 1¼ Jahren stand er an der Spitze des Betriebes. Er hat während dieser Zeit durch rastlose und unermüdliche Arbeit seine ganze Kraft der Sparkasse gewidmet. * Seine hohe Auffassung von Pflichterfüllung und Dienst am Ganzen wird als leuchtendes Vorbild steis in uns fortleben und ihm ein ehrendes Andenken bei uns allen sichern. Die Beamten und Angestellten der Stadt-Sparkasse zu Witten. Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen von allen. Seiten bewiesene reiché und liebevolle Anteilnahme, besönders für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Müller und für die rege Anteilnahme des Frauenvéreins sagen wir allen unsern aufrichtigen Dank. Anton Kosmann und Kinder. Witten-Annen. 9. November 1934. K m Erol. Bekenntaisgemeinde Rüdinghausen. Heute, Samstag abend 8 Uhr im Saale Eckardt Versammlung. Es spricht V. Busch, Witten Eintritt nur für Glieder der Bekenntnisgemeinde(tote Karten). Der Bruderrat. ios Mark kostet unser Schlager. - ein Radiogerät Sie staunen— jabelhafter Fernempfang— und eine Wiedergabe — wie bei einem Gerät zu 400 Mark. Auf Wunsch bequeme Raten. Aber urteilen Sie selbst, Anhören kostet nichts im Elektro-Haus Kulsch Witten Ruhrstr. 41 X% Hochkeppel 34 Wir empfehlen: trisches Nammellleisch Der Briettauben-Züchter-Verein „Frone Hoftnung Annen veranstaltet am Samstag, 10. und Sonntag, 11. November im Vereinslokal Wösthoff eine BrieftaubenAusstellung verbunden mit Verlasung, Kouer, an unter Mitwirk, verschiedener Vereine. Geöffnet: Samstag ab 17 Uhr und Sonntag ab 9 Uhr. Von der Reise zurück! Dr. Holm Witten, Bismarckstr. Spezialarzt für Nase, Haut- und Ohrenleiden Ein schönes leeres an alleinstehende Person zum 1. Dezember billig zu vermieten. Heideckerstr. 110. 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Hottner-Grefe Die Geschichte der kleinen Sibulle ist die Geschichte einer großen Heldin. Hottner-Grefe malt uns dieses engelzarte Geschöpf, dem niemand Schweres und Hartes zumuten möchte, so plastisch, daß wir mit ihm leben, fühlen. leiden. Das Wirken dieses kleinen Mädels ist s0 groß. ihre Liebe so treu, ihr Sinn so rein, daß schließlich alle bösen Mächte verstummen müssen— einer der packendsten Romane der letzten Zeit. Ein Werk. dessen Zauder sich nlemand entsiehen kann. Ai dem Ahomet Begingen wir i der nichsten Woche! 1I ise Claudins) und Niben) A i en een erbnt — — 5 Eeschilderung und Auszeichnung von Preisen c, Anordnung vom 26. Mai 1932 Aud 12. Aprsl 1933 bezw. Preisangabe für Spirituosenausschank. Die peinliche Duschshhruncg dieser Lorschristenin für die Preisüberwachung von entscheidender Bedeutung. Sie in den auf Grund der steigenden Hörerzahl erheblich vermehrten Einnahmen. Trotzdem sorgte die Reichs=Rundfunk:Gesellschaft vom Johre 1930 ab dafür, daß ein weikeres Anwachsen der Programmkosten vermieden wurde. die Wohnung verschioßsen. Die Ppolizei zerstrente kurzer Zeit die Menge. In einem Kommentar, des nationalsozialistischen Abendblattes zu dieser Meldung heißt es u. 2..;Wenn doch acht daß len. beung eißt Enthüllung der Emden=Gedenktafel in Emden. In Anwesenheit des erst kürzlich wieder in Dienst gestellten Kreuzers„Emden“ wurde für dessen heldenmütigen Vorgänger, den berühmten Kaper=Kreuzer„Emden", eine Gedenktafel eingeweiht, die in ihrem oberen Teil eine Nachbildung des Kreuzers zeigt und darunter ehrende Gedenkworte.— Stationschef Vizeadmiral Schulze hält die Gedenkrede vor der enthüllten Tafel K K eit des Auftretens der Wollhandkrabbe, die aus Ubersee eingeschleppt allgemein die Auffassung vertreten, daß die Wollhandkrabbe dem Fischbestand unserer Gew. sser keinerlei Schaden zufügt, sondern sich nur von Pflanzenkost In der ersten Ze. worden ist, war all bestand unserer Gewässer keinerlei Schaden zufügt, sondern sich nur von Pflanzer nährt. Diese auffassung entspricht leider nicht den Tatsachen. Inzwischen hat man nur zu oft feststellen müssen, daß die Wollhandkrabbe ein ganz gefährlicher Fischräuber ist, der mit allen Mitteln bekämpft werden muß.— Unsere Abbildung zeigt zwei Eldsische, die kürzlich in unmittelbarer Nähe Bad Schandaus an der Nachtschnur gefangen wurden und die von Wollhandkr u— Ei vuit Wollhandkrabben stark angefressen worden sind Rechts: Ein Denkstein der Gastfreundschaft. Der Kölner Bildhauer Josef Iven s Haus eines gastfreundlichen Mannes ein Bildwerk, das durch seine schuf für, das Haus vickes gastreundlichen voikstämliche Auffassung und ausfuhrung besondere Beachtung verdient us Heztsche Oltut alistischen „Wenn ges Weihe eines Dietrich=Eckart=Denkmals in2 Bichl. Das in herrlicher Umgebung der bayrischen Berge in Bichl vor Kochel am See feierlich geweihte Dietrich=Eckart=Denkmal Oben links:„* Tanz im Löwenkäsig.### Nähe der B: es Rachens der Löwen führt diese unerschrockene junge im Käfig völlig unbewaffnet Tänze vor. Die Tänzerin,## Fräulein Liest Falke, die zugleich eine her— vorragende Tierbän= digerin ist, tritt zur Zeit mit großem: Erfolg in Berlin auf Links: Triumph des deutschen Motorsports.— Rudolf Caracciola am Steuer seines###. 300 PS-Mercedes, mit dem erbei fie. gendem Start ein## Stundentempo von über320 Kilo= metern erreichte Rechts: Gedenkfeiern an den Marsch auf Rom. Alljährlich wird in Italien die Erinnerung an den Marsch In Anwesenheit des „Emden“ wurde für er=Kreuzer„Emden“, eil eine Nachbildung irie.— Stationschef enthüllten Tafel Mussolinis und seiner Schwarzhemden auf Rom festlich begangen. Mussolini während der Überreichung von Gewehren an Bali ulüg=Angebürige Deutsche Olympia=Stadion nimmt Gestalt an. Am Olympia=Stadion, in dem 1936 die Olympischen Spiele abgehalten werden, wird eifrig gebaut. Eine Gesamtansicht von der künftigen Kampfstätte Eeschilderung und Auszeichnung nan Preisen c) Anbrdnung vom 26. Mai 1932 Jud 12. Aprit 1033 bezw. Preisangabe für Spirituosenausschank.. Die peinliche Duschsährunch dieser Vorschriften in für die Mroikühermachnnn käu enticheikenler Redelttung. Sie in den auf Grund der steigenden Hörerzahl eryeblich vermehrten Einnahmen. Trotzdem sorgte die Reichs=Rundfunk Gesellschaft vom Jahre 1930 ab dafür, daß ein weideres Anwachsen der Programmkosten vermieden wurde. die Wohnung verschioßen. Die polizei zerstreute nach kurzer Zeit die Menge. In einem Kommentar„des nationalsozialistischen Abendblattes zu dieser Meldung heißt es u. 9g.:„Wenn K A M UOSHMTTSNAN von Teunsch Schalike (Nachdruck verboten) Die anderen aber drängten sich um Ziegenbein und Lolo, die selig am Arme ihres Verlobten hing, und beglückwünschten das frischgebackene Paar. Richter bestellte Sekt. Paesecke jedoch benutzte die Gelegenheit, den Platz neben Fräulein Fechner mit dem neben Loretta Larsen zu vertauschen. Lorettas Zorn war angesichts dieser soeben erlebten Vorgänge auch verraucht. Sie gratulierte ihrer Konkurrentin und wurde von der glückstrahlenden Lolo auch sogleich wieder in Gnaden und Freundschaft aufgenommen. So endete der prächtige Tag trotz des heraufbeschworenen Skandals äußerst harmonisch und fidel. Die anschließende Verlobungsfeier Hartmann=Ziegenbein brachte aber noch eine Ueberraschung, die Siegfried Ziegenbein zur großen Freude aller— mit Ausnahme des Herrn von Wynen— verkündete: Vier weitere Ostseebäder hatten an diesem Abend den Vergnügungsausschuß im allgemeinen und Ziegenbein mit seinen Mitwirkenden im besonderen zur Veranstaltung gleichartiger Strandfeste verpflichtet. Loretta Larsen machte zwar einige Umstände, sie könne nicht mehr mitmachen, als Ziegenbein aber durchblicken ließ, daß seine Braut natürlich nun nicht mehr auftreten würde, geruhte auch Loretta huldvollst, ihre weitere Mitwirkung zuzusagen. Paesecke geriet ob dieser weiteren großen Propagandamöglichkeiten für seine Multafuma=Zigaretten derart außer Rand und Band, daß er Loretta ganz öffentlich einen Kuß gab, ohne sich mit ihr zu verloben, seinem Propagandachef Richter weitere vier Wochen Urlaub bewilligte und sich letztlich dergestalt betrank, daß Richter und Buchholz den dicken Generaldirektor in sein Zimmer schleppen mußten, sonst wäre Herr von Wynen noch geplatzt vor Abscheu und Erregung. So beschloß denn der Festausschuß in dieser Nacht, noch zwei Tage in Zinnowitz der Ruhe zu pflegen, um dann nach Swinemünde überzusiedeln und das zweite Strandfest der Prominenten vorzubereiten. VII. In Berlin hatte inzwischen alles seinen gewohnten Weg genommen. Paesecke war mit seiner Sekretärin in das generaldirektoriale Büro zurückgekehrt. Die Multafuma=Werke arbeiteten mit Hochdruck an der Herstellung der„Orientperle“, die gute Propaganda Richters und Ziegenbeins begann sich bereits vorteilhaft auszuwirken. Auch bei der Venus=Trikot=Fabrik liefen in wachsendem Maße dringende Bestellungen ein auf Badetrikots„wie das von Loretta Larsen oder Lolo Hartmann“. Während sich ansonsten erfahrungsgemäß gerade bei längerer Abwesenheit über den Häuptern der Angestellten die drohenden Wolken cheflichen Unmuts zusammenzuziehen pflegen, war es bei Richter und Ziegenbein gerade umgekehrt. In den Multafuma=Werken wie bei der Venus=Fabrik stieg das Ansehen ihrer beiden Werbeleiter ins ungemessene. Der Nimbus genialer Tüchtigkeit wob sich um die beiden, weil ihre Maßnahmen von sichtbarem Erfolg gekrönt waren, und— weil sie von dem so ungemein wichtigen Glück begünstigt wurden. Freilich, wenn es anders gewesen wäre———? * Frau Else Buchholz hatte lange gebraucht, ehe sie sich mit der wochenlangen Abwesenheit ihres Mannes hatte abfinden können. Mißtrauen und Argwohn begleiteten die ihr leider so unkontrollierbaren Schritte des Mannes. Jedoch der erste Brief aus Bremen mit der Mitteilung der unmittelbar bevorstehenden Einschiffung ihres Hans hatte sie wesentlich beruhigt. So kehrte Elses seelisches Gleichgewicht langsam wieder zurück. Sie widmete sich mit Engelsgeduld ihrem täglich frecher werdenden Sprößling Ruprecht, genannt Prechtle, ging früh schlafen oder besuchte irgendeine unterhaltsame Veranstaltung. Hin und wieder war sie mit Inge Richter zusammen, um ein wenig zu plaudern oder gemeinsam auszugehen. Der Kalender zeigte den 7. Juni, ein warmer, aber trüber Frühsommertag hatte begonnen, als der Briefträger endlich einmal wieder einen Brief für Else Buchholz brachte. Sogleich an der Schrift erkannte sie die Züge ihres Mannes. Der Poststempel wies auf Lissabon als den Aufgabeort des Absenders hin. Frau Buchholz riß hastig den Umschlag auf und erfuhr, daß ihr Mann nach einer ziemlich stürmischen Nacht auf See soeben in Lissabon angekommen sei, allwo die Filmexpedition etwa zwei Tage zu Aufnahmezwecken zu verbleiben gedenke. Dann ginge es weiter nach Tanger, von wo aus er wieder von sich hören lassen würde.— Sichtlich erleichtert ob dieses Lebenszeichens, rief Else ihre Freundin Inge Richter an, um ihr von diesem Schrieb Kenntnis zu geben. Die Angerufene war zwar durchaus interessiert, konnte aber gar nicht verstehen, wie sich die Else denn immer so haben könnte. Ein Mann habe heute eben eifriger denn je seinen Geschäften nachzugehen, damit müsse sich die Frau eben abfinden. Die Buchholz stand solcher Großzügigkeit und Weltklugheit ihrer Freundin immer etwas verständnislos gegenüber, mußte aber innerlich der Inge schließlich recht geben. Als am frühen Nachmittag Elses Mutter zu Besuch kam, empfahl sie Prechtle deren Schutz und Obhut und ging selbst fort, einige Einkäufe zu machen und etwas zu bummeln.— In einer Konditorei am Potsdamer Platz hatte sie gerade eine Tasse Kaffee getrunken, als die Riesenreklame eines großen Kinos ihre Aufmerksamkeit erregte. Die Ankündigungen verhießen einen neuen Film mit Greta Garbo, die doch nun einmal die Lieblingsschauspielerin von Else Buchholz war. Einige Minuten Ueberlegung, ein flüchtiger Blick ins Portemonnaie und ein ebensolcher auf die Uhr genügten, um Elses Entschluß reifen zu lassen, diesen Garbo=Film zu erleben. Es war jetzt kurz vor 5 Uhr, in zehn Minuten würde die Vorstellung beginnen. Die junge Frau strebte dem Kino zu, erstand einen guten Mittelplatz und saß wenig später in einem bequemen Sessel des kostbar ausgestatteten Lichtspieltheaters. Der Zuschauerraum war für die frühe Stunde schon ziemlich gut besucht. Die zu ihrer Rechten noch freigebliebenen Plätze besetzten sich zusehends, ein kurzer Reklamefilm war beendet und der Raum verdunkelte sich völlig. Ein Gongschlag ertönte, ein Blasorchester schmetterte ein paar Takte, die Woschenschau eröffnete das Vorprogramm. Irgendwo hatte ein Erdbeben stattgefunden(der Film zeigte die 1 noch rauchenden Trümmerhaufen einer schwer heimgesuchten Stadt), eine japanische Flottenparade rauschte über die Leinwand, dann ein neuer Zwischentitel:„Es tut sich was in Zinnowitz— Bilder vom ersten diesjährigen Strandfest der Prominenten im Ostseebad Zinnowitz.“— Interessiert und behaglich lehnte sich Else in ihren Sessel zurück; die Kamera blendete auf, und man sah den festlich geschmückten Zinnowitzer Strand in gleißendem Sonnenlicht mit dicht sich drängenden strandfestlich geschmückten Badegästen.— Einen Augenblick dachte Else Buchholz wehmütig darüber nach, wie gern sie in diesem Sommer mit Hans und Prechtle auch so an die See gefahren wäre, doch schon lenkte der Film sie wieder ab von solcherlei Betrachtungen. Ein Else Buchholz kreischte auf.„Mein Mann!“ schrie sie paar Szenen aus Ziegenbeins großer Strandrevue liefen ab, der Tanz der Zigaretten und Badeengel wurde gezeigt, Lolo Hartmann stand als Venus auf dem Sockel und Frau Buchholz fand, daß die Kleine zwar ganz nett, aber auch reichlich keck aussah. Der Filmstreifen blendete über in das Wettkraulen für Damen um den Preis von Zinnowitz, und schließlich sah man Ausschnitte aus dem Strandkostüm=Wettbewerb. Loretta Larsen und Lolo Hartmann waren in Großaufnahme besonders herausgestellt.— Else schmunzelte, die Larsen mochte sie nächst der Garbo am liebsten, sie bedauerte es nicht im mindesten, das Kino aufgesucht zu haben. Im weiteren Verlauf dieses Teiles der Wochenschau zeigte es sich, daß in Zinnowitz bereits der Abend hereingebrochen war, ein Zwischentitel verkündete die Preisverteilung im Kostüm=Wettbewerb, wieder spazierten die Larsen und die Hartmann über die Leinwand, um—— Ja, was war denn das, das ist doch——“ Else Buchholz kreischte auf. „Mein Mann!!!“ schrie sie und deutete instinktiv mit dem Zeigefinger auf die Stelle, wo Theo Richter eingeärmelt mit Loretta Larsen und Hans Buchholz ebenso mit Lolo Hartmann als strahlende Mitglieder des Festausschusses durch die FilmKamera festgehalten standen. Else schien einem Tobsuchtsanfall nahe, unter lautem Gelächter und interessiertester Aufmerksamkeit der anderen Zuschauer brach sie kreischend durch die neben ihr sitzende Publikumsreihe hindurch und raste dem Ausgang zu, verfolgt von den spöttischen Blicken der Programmverkäuferinnen. Mit puterrotem Gesicht flog sie, wie von Furien gepeitscht, über den Potsdamer Platz zu einer öffentlichen Fernsprechstelle, von wo sie keuchend eine Verbindung mit ihrer Freundin Inge Richter herstellte. „Hier bei Richter!“ meldete sich auf der anderen Seite eine weibliche Stimme. „Inge, du?“ fauchte die Buchholz. „Nein, hier ist das Mädchen, einen Augenblick, bitte!“ kam es aus dem Hörer zurück. Einige Sekunden, für Else eine kleine Ewigkeit, vergingen, ehe sie die Stimme der Freundin vernahm: „Hier Richter!“ „Inge, ich muß dich sofort sprechen, komm doch, bitte, sofort zum Potsdamer Platz!!“ flehte völlig aufgelöst Else Buchholz. „Ist denn was passiert?“ erkundigte sich Inge, leicht befremdet,„wo bist du denn überhaupt?“ „Frage nicht!“ jammerte die Anruferin,„ich bin am Potsdamer Ringbahnhof, nimm dir eine Taxe und komm auf dem schnellsten Wege, es ist was Furchtbares passiert!!“ „Gut, ich komme!“ entgegnete Frau Richter schlicht und hängte das Telephon ab. Else überquerte wieder in rasendem Tempo den verkehrsreichen Platz, rempelte alle Leute an, kam zweimal beinahe unter die Straßenbahn und langte schließlich an dem verabredeten Bahnhofsausgang an. Ruhelos rannte sie hin und her, furchtbare Pläne wälzend, rachebrütend, zornbebend und doch immer wieder in lähmende Ratlosigkeit verfallend. Vielleicht hatte sie sich getäuscht, vielleicht war das gar nicht ihr Mann, den sie da gesehen hatte!—— Jedoch, da erstanden wieder die Filmbilder in greifbarer Deutlichkeit vor ihrem geistigen Auge: der Richter war doch auch da, stimmt ja! Nein, nein, das war weder Täuschung, noch Zufall, das waren die beiden Freunde, der Hans und der Theo, die sich da lustige Tage machten— ohne ihre Frauen! Oh, diese falschen Halunken! Tränen des Zornes und der Enttäuschung rannen ihr über die fieberroten Backen.— Wo nur die Inge so lange blieb? Na, die würde ja auch Augen machen! Irgend etwas wie Erleichterung überkam Else bei dem Gedanken, daß nicht nur sie, sondern auch ihre Freundin Opfer dieses Lügenmanövers geworden sei. Eine Autodroschke hielt wenige Schritte vor ihr, leichtfüßig sprang Inge Richter heraus und zahlte. Mit einem Sprunge war Else neben ihr. „Kind, wie siehst du aus?— Was ist geschehen?“ fragte Inge, entsetzt ob des verheulten Gesichts ihrer Freundin. Der kullerten schon wieder kirschkerndicke Tränen über das Gesicht. „Um Gotteswillen, nun erzähl' doch schon endlich!“ drängte Inge. „Denke dir nur— unsere Männer— haben uns schändlich belogen——— und betrogen!!“ schluchzte Else. Kopfschüttelnd und verständnislos sah Inge ihre aufgeregte Freundin an: „Na, du hast mir doch heute früh erst einen Brief von Hans aus Lissabon vorgelesen!— Und ich habe vorgestern von Theo einen Gruß aus London bekommen!! Wie kann denn da———?!“ Jetzt sprudelte Else aber los: „Alles Schwindel, alles ganz gemeiner Schwindel!— Weißt du, wo sie sind?— In Zinnowitz,—— im Ostseebad Zinnowitz!!— Mit Filmstars amüsieren sie sich, ich hab's eben mit eigenen Augen gesehen! Da drüben im Kintopp, in der Wochenschau sind sie, zum Festausschuß beim Strandfest der Prominenten haben sie gehört, und wir sitzen hier und denken — oh, ich armes Weib!“ Schon flennte die Buchholz von neuem los. Inge hatte alles ruhig mit angehört, mehrmals den Kopf geschüttelt und sah jetzt sehr ernst aus.(Fortsetzung folgt.) B Giocherfardi hausiad aie Phönizier haben das Glas er) funden, erzählt die Sage, die Agypter besaßen große Glashätten, die Römer, die ihr Land eroberten, erwetterten die Glasherstellung so, daß sie auch Tafelgeschirre anfertigten, die nicht nur äußerst billig waren, sondern auch das Eingleßen heißer Flüssigkeiten vertrugen. So geschehen im Jahr 1 nach Christi Geburt. 1934 steht auf der Flamme das feuerfeste Duraxglas. Die Römer haben es weder gekannt noch erfunden, das taten die Jenaer Glaswerke, um der Hausfrau einen Dienst zu erweisen, da ihre Arbeitskraft heute mehr denn je in Anspruch genommen wird. Die Glaskochgeräte haben nicht nur den Vorzug der Durchsichtigkeit vor anderen Kochgeschirren, wodurch es möglich wird, den Koch= und Backvorgang jederzeit gründlich beobachten zu können; nicht nur den der Dauerhaftigkeit, der leichten Reinigungsmöglichkeit, sondern vor allem auch den der doppelten Verwendung. Man kann sie nämlich als Dünst=, Schmor=, Brat= oder Backform, gleichzeitig aber auch als eine jedem guten Geschmack entsprechende Anrichteschüssel benutzen.— Von den länglichen, rechteckigen, runden oder ovalen Formen, den tiefen oder flachen Schalen, mit oder ohne Deckel, mit oder ohne Griff, genügt eine geringe Auswahl, um eine vollständige Kochausrüstung zubesitzen. Die Glaskochgeräte nehmen weder den Geschmack, noch den Geruch des vorher darin zubereiteten Gerichts an, so daß man sie für die schiedensten Speisen ruhig nacheinander verwenden kann. Das schlichteste Eintopfgericht gewinnt im feuerfesten Glastopf nicht nur an Ansehen, es wirkt nicht nur appetitanregend in dem formschönen Geschirr, sondern es bleibt auch lange Zeit heiß darin, da es im gleichen Gerät direkt vom Herd auf den Tisch kommt. Dem zweckmäßigen Kochen und Anrichten der Speisen in feuerfesten Glasgeräten folgt die Zubereitung der Getränke. Der Kaffee wird in einer Kaffeemaschine hergestellt, die einschließlich des Siebes ganz aus Glas ist. Das Aroma des Kaffees wird dadurch in keiner Weise durch die Berührung mit Filtern aus Stoff oder Papier beeinträchtigt.— Der Tee wird in der Glaskanne kochend überbrüht, ohne sie der Gefahr des Springens auszusetzen. Teetassen, Teeschalen, Kuchenteller, aber auch Eß= und Suppenteller aus feuerfestem Glas vervollständigen die Ausstattung einer modernen Küche. Außerdem gibt es noch eine besonders praktische Neuheit, den kleinen Elerkoch, in dem man das El ohne Schale in der gleichen Zeit zubereitet wie sonst im gewöhnlichen Kochtopf. iis Waschetbns un Verien, fruchten und anderem dienen die Durax„akochgläser. Das Kochgut wird darin, ohne erst ins Sterilisationsbad zu müssen, direkt auf dem Herd, man kann sagen: nebenbei, eingekocht.— Flammenfest ist auch die Milchflasche für den Säugling, die— um rasch temperiert werden zu können— vom Zeuer sofort ins kalte Wasser getaucht wird, ohne zu springen.— Abschließend sei festgestellt, daß all diese Glaskochgeräte nicht teuerer sind als andere solide Geschirre. Das FVIT (In seine Geiallen g Photogra ihres Ruhmes klaren darüber, denn tatsächlich unserer Vorstell mälde der jewe Pinsels oder St das Objektiv eine an unserer klein nmm 3 Unten von lint Freundes I. E. 3 Schlller nas — und es mundet züglich! Kreuzworträtsel Geist und Charakter Ist in der Krankheit es versteckt, Verrät's, wer dumm ist, wer geweckt. Wird aber er darin entdeckt, Ist's etwas, was den Bösen schreckt.! 193 Unbegreiflich 959 Professorsfrau zu einigen Studenten:„Im Vertrauen, meine Herren, es ist mir völlig unverständlich, daß die Vorlesungen meines Mannes in den letzten Jahren so wenig besucht sind! Vor fünfundzwanzig ihren, als er die akademische Laufbahn einschlug, war kein Hörsaal groß genug, undich gebe Ihnen mein Wort, mein Mann hat seither nicht ein Wort an seinen Manuskripten geändert!“ ld. Waagerecht: 1. 10. norddeutscher Höhenzug, 12. Will 18.Stadt in Argentinien, 14.#ozeichen an Dienstmützen, 15. Bergkette in Hannover, 16. Vorgebirge, 19. Name für den Storch, 20., Watvogel. Genkrecht: Silbenrätsel ———bo—bob—brö del— di———haus—hu —hu—ich—iff——land—lett —li—ment—mon——nan— ne—neu—0n— pe— pe—pr ra—ral—schen—se——st sta—stab—sti—tt —trom—ver—wa—wirts— Aus vorstehenden 47 Silben sind 15 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten, und deren Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, ein Wort von Schiller ergeben. Bedeutung der einzelnen Wörter: 1. Gaststätte, 2. Steinfrucht, 3. Dolch, 4. hohe militärische Behörde, 5. biblische Männergestalt, 6. Musikinstrument,.Märchengestalt(Grimm), .reicher Mann,.deutscher Schauspieler und Dramatiker, 10. Wettkampfbahn, 11. wistes Durcheinander, 12. Raubtier, 13.Mittagsruhe, 14. angeborene Gemütsart, 15. Erzieherin. 186 Etwas anderes Es ist beliebt und weitverbreitet Aus Wortsaft der famose Trank, Das Wortkorn aber Schmerz bereitet, Und wer es hat, der fühlt sich krank. 119 Ein Held Was eins zwei in der Jugend an *: aninen- und Härte des Schicksals, Wiatas und Das einszwei eins als Würde, und stolz! Rann, stumm, voller 195 Auflösungen aus voriger Nummer: Kreuzworträtsel: Waagerecht: 1. Pein, 4. Skala, 8. Islam, 10. Adam, 11. Ruin, 18. Ouvertuere, 20. Bueckeburg, 24. Eile, 25. Tann, 26. Inful, 27. Ernte, 28. Eden.— Senkrecht: 1. Pilot, 2. Esau, 3. Narew, 5. Kanu, 6. Laura, 7. Amme, 9. Mur, 12.Ito. 14.Vase, 15. Efeu,. 16. Husar, 17. Ski, 18. Ebene. 19. Egeln, 20. Bote, 21. Cent, 22. Eli, 28. Reue, Wer istes? Herd—er. Der Jüngling: Märchen, Mädchen. Schach: 1. S17—56+-1. 47Xh6(erzwungen wegen der Drohung OX18+- nebst Matt im nächsten Zuge). 2. Dd6—e6+, K48—58. 3. Det X15-! Durch dieses Damenopfer wird die Preisgabe der achten Linie erzwungen, und auf 3.... 718X/6 folgt 4. T41—48“ nebst S. Td8 Xes+ und 6. TeßXts und setzt matt. Eine lehrreiche Eroberung der achten Linie! Silbenbaukasten: Proben gibt es zwei, darinnen sich der Mann bewähren muß bei der Arbeit recht Beginnen, beim Genießen rechter Schluß. Emanuel Geidel Was war er? Buchhalter. 11. schwierige Aufgabe, 17. Geb 18. Insel in der Irischen See. 161 Einer der beiden siamesischen Zwillinge wurde zu sieben Jahren Zwangsarbeit verurteilt. 65 Zu Lande Das Wort ist etwas Längliches, und zu Daran sich Räder drehen. Waster Mit9“ kann man im Rheine es, —se Aluch in der Weser sehen. 938 Verantwortlicher Schriftleiter: Reinbold Scharnke, VearinKarlshorst.— Druck: Otte Eioner.=., Berlin S42 84L. Das Gesicht Feiebrich von Schitkers (In seinem 175. Geburtstag am 10. Kovember) ei allen großen Männern, die zu einer Zeit lebten, da der Photograph sich noch nicht auf die bedauernswerten Opfer ihres Ruhmes stürzen konnte, sind wir zumeist ziemlich im unklaren darüber, wie solche Persönlichkeiten unserer Verehrung denn tatsächlich ausgeschaut haben. Wir sind daher bezüglich unserer Vorstellungswelt auf die Zeichnungen, Stiche und Gemälde der jeweiligen Zeitgenossen angewiesen. Die Künstler des Pinsels oder Stiftes sind nun naturgemäß nicht so objektiv wie das Objektiv einer Kamera. Dies zeigt sich in aller Deutlichkeit bereits an unserer kleinen Auslese von Bildern des großen Dichters. Mimmennmm Im Kreis: Schiller, wie wir ihn kennen Unten von links nach rechts: Schiller in Karlsbad, Zeichnung seines Freundes J. E. Reinhart.— Schiller 1804, Zeichnung von Schadow.„ Schiller nach einem Gemälde von Joh. Friedr. Aug. Tischbein Had sacheinander vere richt gewinnt im nur an Ansehen, mnregend in dem rn es bleibt auch im gleichen Geen Tisch kommt. i u n d A n r i c h t e n Nasgeräten folgt ke. r Kaffeemaschine des Siebes ganz des Kaffees wird h die Berührung r Papier beeinn der Glaskanne der Gefahr des assen, Teeschalen, = und Suppenvervollständigen iodernen Küche. besonders prakElerkoch, in dem der gleichen Zeit inlichen Kochtopf. von Gemüsen, nen die Duraxwird darin, ohne zu müssen, direkt sagen: nebennenfest ist auch igling, die— um können— vom er getaucht wird, ließend sei festskochgeräte nicht de Geschirre. Fse Keieslel RE K Sedendu, nuhutbettt gennene en SASEEEEEE SETTE 44e 1924—10 Stangensalzstapel am Wochenmarkt zu Makala in der Provinz Tigre. Makala ist der Haupthandelsplatz für Stangensalz, welches in der Nähe gebrochen und von hier aus in alle Teile des Landes verkauft wird Links: Totenkläger in der Provinz Wolamo. Auf langen Bambusstäben sind kleine Hörner angebracht, die durch Hineinblasen verschiedene Töne erzeugen. Sie dürfen nur zur Totenklage geblasen werden Verkehrspolizist zu Addis Abeba. Er steht auf einer leeren Teertonne Frisur junger Gallamädchen mit ausrasiertem Hinterkopf. Diese Frisur belieben hauptsächlich die Gallamädchen in Addis Abeba zu tragen Frisur einer Amharin(natürliches Haar ohne Einlage). Diese Frisur ist sehr selten.(Rückansicht)