** O czlc mit Anenahne der Sonw und Periertage. mu gershuchar. mit dem Pusemer Rolksseitung“ Bezuzspreis I4tägig mit Sonntagsblatt 1 RM., ohne Sonntagsblatt&a5 Bfg.(Durch dio verbunden mir der„Annener Volrszeitung Pessgeige, monatlich.85 Röz Eieskengerfuche 4 Pla, Vereinanzeigen, die nicht gewerdt. Zwecken dienen,4 5k.“ Anzeigenblatt für Witten-Annen 1 Reklamezeile 1 mm hoch und 76 mm breit 20 Pfg. Gernruf Nr. 3134 Amt Witten.— Postscheckkonto Dortmund 12335. Rotationsdruck und Verlag: Fritz Küching, Witten=Annen. und die Stadtteile Stockum und Düren. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir keine Gemühr Einziehung der Gebühren durch Klage oder in Konkurssällen sowie 1 Zwangsvergleich wird der bewilligte Rabatt binfällig.. Perneeer Hauptschriftleiter: Fritz Küching, Witten=Annen. D. 4 fl. 34. 1655. .:— Geschäftsstelle: Witten=Annen, Stockumer Straße 23. issssomeeoneoonmme Nr. 63. Donnerstag, den 15. Närz 1934. 50. Jahrgang. Die-Grühung der- Nartenalen-Abeit Berlin, 15. März. Die vom Reichsarbeitsminister unter dem 10. März erlassene Zweite Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit enthält neben den Bestimmungen über die Bestellung der Vertrauensmänner auch die näheren Vorschriften über die Errichtung des Sachverständigenbeirats und der Sachverständigenausschüsse. Zur Unterrichtung und Beratung stehen den Treuhändern der Arbeit zwei Sachverständigengremien zur Verfügung. Handelt es sich um allgemeine oder grundsätzliche Fragen, so berusen die Treuhänder der Arbeit den Sachverständigenbeirat. Zu ihrer Beratung im Einzelfall können die Treuhänder der Arbeit Sachverständigenausschüsse berusen. Der Sachverständigenbeirat ist also eine ständige Organisation, während die Sachverständigenausschüsse von Fall zu Fall gebildet werden können. Der Sachverständigenbeirat setzt sich aus Angehörigen der verschiedensten Wirtschaftszweige zusammen und repräsentiert so die Gesamtwirtschaft des jeweiligen Wirtschaftsgebiets beim Treuhänder der Arbeit, während die Sachverständigenausschüsse nach vornehmlich sachlichen Gesichtspunkten zu bilden sind. Von den Mitgliedern des Beirats muß daher verlangt werden, daß sie mit allen sozialen und wirtschaftlichen Fragen der Wirtschaft des betreffenden Treuhänderbezirks vertraut sind. Vom Sachverständigenbeirgt werden daher in der Regel die Anregungen und Vorschläge in allen das Wirtschaftsieben des betreffenden Bezirks berührenden grundsätzlichen Fragen ausgehen. Der Sachverständigenbeirat ist also gewissermaßen das Sprachrohr, durch das die verschiedenen Wirtschaftszweige ihre Wünsche beim Treuhänder der Arbeit zur Geltung bringen können. Andererseits ist der Sachverständigenbeirat, weil er die Wirtschaft des gesamten Bezirks verkörpert, auch dazu berufen, dem Treuhänder der Arbeit ein ständiges Spiegelbild der wirtschaftlichen Vorgänge in seinem Bezirk zu geben und ihn in allen grundsätzlichen Fragen auf dem Gebiet der Sozialpolitik zu beraten. In dem Sachverständigenbeirat besitzt der Treuhänder der Arbeit ein Instrument, das ihm ermöglicht, sich ständig über alle sozialen und wirtschaftlichen Vorkommnisse in den verschienenen Wirtschaftszweigen zu unterrichten. Durch den Sachverständigenbeirat bleibt der Treuhänder der Arbeit stets in lebendiger Verbindung mit der Wirtschaft seines Bezirks. Dieser Zweckbestimmung des Sachverständigenbeirats entsprechen die im Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit und in der dazu ergangenen Durchführungsbestimmung enthaltenen Vorschriften über seine Errichtung. Damit die Gewähr besteht, daß sich der Sachverständigenbeirat aus einer Auslese der besten und brauchbarsten Kräfte zusammensetzt, und um andererseits den Treuhändern der Arbeit die Auswahl dieser Kräfte nach Möglichkeit zu erleichtern, ist der deutschen Arbeitsfront die Verpflichtung auferlegt worden, den Treuhändern der Arbeit eine Vorschlagsliste zu übermitteln. Zur Vorbereitung dieser Vorschlagsliste legen die Treuhänder der Arbeit der Deutschen Arbeitsfront zunächst ein Verzeichnis derjenigen Wirtschaftszweige vor, aus denen sie die Mitglieder des Sachverständigenbeirats zu berufen beabsichtigen. Diese Verzeichnisse sind bis zum 15. März der Deutschen Arbeitsfront zu übermitteln. In diesem wird allerdings diese Frist verlängert. In den von den Treuhändern der Arbeit der Deutschen Arbeitsfront einzureichenden Verzeichnissen können Wirtschaftszweige von untergeordneter Bedeutung zu einer Gruppe zusammengefaßt werden. Wirtschaftszweige, für die durch reichsgesetzliche Regelung eine ständische Gliederung durchgeführt ist, wie zum Beispiel für den Reichsnährstand, sind stets als besondere Wirtschaftszweige zu führen. Für die ihr von den Treuhändern der Arbeit bezeichneten Wirtschaftszweige hat die Deutsche Arbeitsfront ihr als Sachverständige geeignet erscheinende Persönlichkeiten vorzuschlagen, und zwar je Wirtschaftszweig je fünf Betriebsführer und Gefolgschaftsangehörige(Arbeiter und Angestellte). Die Treuhänder der Arbeit können aus besonderen Gründen für einzelne Wirtschaftszweige auch die Benennung einer größeren Anzahl von Sachverständigen vorschlagen. Als Gefolgschaftsangehörige sollen in erster Linie Vertrauensmänner in Vorschlag gebracht werden. Die Vorschlagslisten haben Gültigkeit für die Dauer eines Jahres(1. Mal dis 30. April). Aus den von der Deutschen Arbeitsfront in Vorschlag gebrachten Personen hat der Treuhänder der Arbeit drei Viertel der Mitglieder des Sachverständigenbeirats zu entnehmen; ein Viertel kann er frei, d. h. ohne Vorschlag berufen. Der Sachverständigenbeirat muß erstmal spätestens bis zum 30. Juni einberufen werden. Die Mitgliederzahl des Sachverständigenbeirats soll 16 nicht übersteigen. Ueber diese gesetzlich vorgesehene Begrenzung der Mitgliederhöchstzahl hinaus besteht für den Treuhänder der Arbeit hinsichtlich der Zusammensetzung des Beirats keinerlei Bindung. Wenn es sich auch im allgemeinen empfehlen wird, die Sachverständigen möglichst in gleicher Anzahl den Betriebsführern und Gefoigschaftsangehörigen zu entnehmen und auch bei den letzteren Arbeiter und Angestellte tunlichst in angemessener Weise zu berücksichtigen, so hat der Gesetzgeber doch bewußt darauf verzichtet, in dieser Hinsicht bindende Vorschriften für den Treuhänder der Arbeit zu erlassen. Das hat seinen guten Grund darin, daß der Sachverständigenbeirat lediglich Beratungsorgan des Treuhänders der Arbeit sein soll, dem also keine irgendwelche Abstimmungen erfordernde Entscheidungen obliegen und bei dessen Zusammensetzung daher auch keine Paritätsgrundsätze zu berücksichtigen sind. Der Treuhänder der Arbeit ist daher auf Grund der Freiheit, die ihm der Gesetzgeber gelassen hat, in der Lage, den Sachverständigenbeirat der tatsächlichen Wirtschaftsstruktur, seines Bezirks soweit wie möglich anzupassen. Er braucht daher z. B. nicht peinlich darauf zu achten, daß bei der Zusammensetzung des Sachverständigenbeirats etwa das Stärkeverhältnis der einzelnen Wirtschaftszweige untereinander rein zahlenmäßig unter allen Umständen gewahrt ist. Vielmehr kann er einzelne Wirtschaftszweige oder auch innerhalb eines Wirtschaftszweiges etwaige Großbetriebe, ihrer überragenden Bedeutung entsprechend, im Sachverständigenbeirat berücksichtigen, insbesondere für den einen oder anderen Wirtschaftszweig, wenn ihm dies gebeten erscheint, auch mehrere Sachverständige bestimmen. Die Hauptaufgabe der Sachverständigenausschüsse dagegen liegt auf dem Gebiet der Festsetzung von Lohn= und Arbeitsbedingungen. Tarifordnungen oder Richtlinien für den Inhalt von Betriebsordnungen und Einzelarbeitsverträgen kann der Treuhänder der Arbeit oder sein Beauftragter nur nach vorheriger Beratung in einem Sachverständigenausschuß sestsetzen. Darüber hinaus steht es aber im Ermessen des Treuhänders der Arbeit, sich der Mithilfe des Sachverständigenausschusses zu bedienen, wenn ihm das im Einzelfalle geboten erscheint. Abgesehen von den Fällen der Festsetzung von Tarifordnungen und Richtlinien für den Inhalt von Betriebsordnungen und Einzelarheitsverträgen, wo die Beratung in einem Sachverständigenausschuß gesetzlich vorgeschrieben ist, steht die Bildung von Sachverständigenausschüssen im freien Ermessen des Treuhänders der Arbeit. Er ist hierbei an keine Vorschlagslisten gesetzlich gebunden, sondern kann die Sachverständigen aus den ihm geeignet erscheinenden Persönlichkeiten seines Bezirks bestimmen, und zwar vornehmlich aus den Angehörigen des jeweils im Einzelfall in Betracht kommenden Wirtschaftszweiges. Die Zahl der Mitglieder eines Sachverständigenausschusses soll acht nicht übersteigen. Die Sachverständigen sollen möglichst in gleicher Zahl aus Betriebsführern und Angehörigen der Gefolgschaft entnommen werden. Die Sachverständigen erhalten eine angemessene Entschädigung für den ihnen aus der Wahrnehmung ihrer Tätigkeit erwachsenden Verdienstausfall und Aufwand sowie Ersatz der Fahrkosten. Die Bekanntmachung der von den Treuhändern der Arbeit erlassenen Richtlinien und Tarifordnungen erfolgt im Reichsarbeitsblatt. Im Reichsarbeitsministerium wird ein Register der Richtlinien und Tarifordnungen(Tarifregister) geführt und eine Sammlung der erlassenen Richtlinien und Tarifordnungen angelegt. In das Tarifregister und die Tarissammlung kann während der regelmäßigen Dienststunden Einsicht genommen werden; auch wird auf Verlangen eine schriftliche Auskunft über die Eintragungen in das Tarifregister kostenlos erteilt. Ferner haben die Treuhänder der Arbeit auf Verlangen kostenlos Auskunft über die von ihnen erlassenen Richtlinien und Tarifordnungen zu geben. Für lohnstatistische Zwecke ist den Führern von Betrieben mit in der Regel mindestens 50 Beschästigten die Verpflichtung auferlegt, zwei Abdrucke der Betriebsordnung dem Statistischen Reichsamt(Abteilung für Sozialstatistit) einzusenden, falls die Betriebsordnung die Höhe des Arbeitsentgelts regelt. Auch in sonstigen Fällen können das Statistische Reichsamt wie die Treuhänder der Arbeit die Einreichung eines Abdrucks der Betriebsordnung verlangen. In Ergänzung der Vorschrift des§ 28 des Gesetzes bestimmt die Durchführungsverordnung, daß etwa verhängte Geidbußen zum Besten der RS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu verwenden sind. Die Mitgliedersperre bleibt. DR München, 14. März. Der Reichsschatzmeister der RSDAP. erläßt folgende Bekanntgabe„Aus gegebener Veranlassung wird hiermit zur Kenntnis gebracht, daß die derzeitige Mitgliedersperre in absehbarer Zeit nicht aufgehoben wird. Gesuche von Volisgenossen um Aufnahme in die Partei sind daher zmecktos“ Trauerfeier in Beutheu Gewaltige Kundgebung auf Karsten=Centrum. Die Grenz= und Bergbaustadt Beuthen erlebte eine in ihrer Art einzig dastehende Kundgebung zu Ehren der sieben Todesopfer des Unglücks auf der Karsten=CentrumGrube. Nachdem das letzte Opfer des Unglücks beerdigt worden war, fand auf dem großen Hof der Grubenanlage eine ergreifende Trauerfeier statt, zu der der Oberpräsident von Oberschlesien, Helmut Brückner, der stellvertretende Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Schuhmann, Vertreter der Bergaussichtsbehörde und der Industie und die Belegschaft der Grube, Abordnungen anderer Bergwerke, SA, SS, Vertreter der politischen Berufs= und Jugendverbände mit ihren Fahnen erschienen waren. Dazu hatten sich Tausende Angehörige der Bevölkerung aus dem Stadt= und Landkreis eingefunden. Auf den Ehrenplätzen befanden sich die Angehörigen der toten Bergknappen, denen Oberpräsident Brückner das Beileid aussprach. Musikvorträge leiteten über zur Eröffnung der Trauerfeier. Dann bestieg Oberpräsident Brückner die Rednertribüne, die aus Grubenholz gezimmert war und die Form eines mit Kohlenblöcken umschichteten Pfeilereinganges hatte. Umflorte Grubenlichter schmückten die Zimmerung, deren schwarz ausgeschlagene Krone mit der Hakenkreuzfahne und den Symbolen des Bergbaues, Schlägel und Hammer, geziert war. Oberpräsident Brückner gebachte des Opfers der Toten und grüßte die Angehörtgen als Vertreter des Führers. Ehrende Worte richtete der Oberpräsident an die tapfere Rettungsmannschaft, die mit ihrer Opferbereitschaft und Hingabe ein leuchtendes Vorbild nationalsozialistischen Handelns gegeben habe. Der Nationalsozialismus, schon seit jeher mit der schwerringenden Vergarbeiterschaft verbunden, habe nicht die Aufgabe, an offenen Gräbern zu trauern, sondern werde der Vergarbeiterschaft auf gesetzgeberischem Wege im Rahmen der Arbeitsfront eine Sonderstellung schaffen. Nach dem Lied vom guten Kameraden nahm Staatsrat Schuhmann das Wort, der ebenfalls versprach, das schwere Los der Bergarbeiter zu erleichtern, damit auch sie wieder das Leben in Deutschland bejahen können. Mit einem letzten„Gückauf“ nahm der stellvertretende Führer der Deutschen Arbeitsfront hierauf Abschied von den toten Arbeitskameraden. Eine mchiose Tal Versicherungsverbrechen auf hoher See. Bremerhaven, 15. März. Am 26. Februar sank bei gutem Wetter in der Nähe von Island der Wesermünder Fischdampfer„Wotan“. Die Besatzung konnte gerettet werden. Da die Art des Schiffsunfalls verdächtig war, wurden bei Rückkehr der Besatzung der Reeder Kuhr sowie der erste Maschinist Skoerup verhaftet. Die ruchlose Tat konnte nunmehr aufgeklärt werden. Kuhr und Skoerup sind voll geständig. Skoerup hat den Dampfer auf ganz raffinierte Art zum Sinken gebracht. Die Vorbereitungen waren bereits getroffen worden, als das Schiff noch im Hafen von Wesermünde lag. Skoerup gab an, zu dieser Tat von dem Reeder Friedrich Kuhr angestiftet worden zu sein. Der Dampfer war von der Eigentümerin, der Firma Kohlenberg& Putz, mit 180000 Mark und 1000 Pfund Sterling versichert. Diese Versicherung war durchaus ausreichend. Trotzdem hat Kuhr den Dampfer, der ihm gar nicht gehörte, noch mit weiteren 40 000 Mark für sich persönlich versichert. Diese Versicherung trug schon die Absicht des Betruges in sich. Skoerup waren für das Versenken des Dampfers 10000 Mark und eine Anstellung auf einem in Hamburg für Rechnung Kuhrs im Bau befindlichen Fischdampfer versprochen worden. Oesterreichs Selbständigkeit. Wien, Budapest und Rom wünschen dasselbe. Rom, 15. März. Gleich nach seiner Ankunft in Rom hatte der österreichische Bundeskanzler Dollfuß eine Unterredung mit einem italienischen Pressevertreier. Er erklärte, Italien handele in der Frage der Gesundung der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse im Donauraum naturgemäß auch in seinem Intcresse, allein die Bedeutung des italienischen Plans liege eben darin, daß er mit den eigenen Interessen Italiens auch die Lebensnotwendigkeiten der anderen Bölker und Staaten berücksichtigt. Er freue sich, daß in dieser Bezeehung zwischen Italien und Oesterreich volle Uebereinstimmung bestehe. Beiderseitiger guter Wille mache die Bahn zrei für den Ausgleich der wirtschaftlichen Interessen, und so erkläre es sich auch, daß sich die Besprechungen im Verlaufe der letzten Jahre über die Gegenseitigkeit des Güteraustauschs mit Itaiien und Ungarn nicht in theoretischen Auseinandersetzungen Verloren, ondern wratrich der ohor. der Aulgobe ader Wiederbelebung der wirtschaftlichen Beziehungen im Donauraum überhaupt gedient hätten. Italien, Oesterreich und Ungarn hätten ja ein gleich starkes Interesse daran, an der Donau einen Zustand herstellen zu helfen, indem sich die wertvollen Kräfte in diesem für das ganze europäische Leben so wichtigen Gebiet nicht im Kampf miteinander aufreiben, sondern der die Zusammenfassung dieser Kräfte in neuer entsprechender Form zum Zwecke der Wiedergesundung des Wirtschaftslebens und der gemeinsamen Kulturarbeit ermögliche, ein Ziel, das niemanden von der Mitarbeit ausschließen werde, weil seine Erreichung im Interesse aller liege. „Ich darf wohl sagen,“ so fuhr der Kanzler wörtlich fort,„daß Oesterreich einen positiven Faktor in diesem Prozeß bedeutet und daß die Deutschen an der Donau der sich aus ihrer geographischen Lage ergebenden Gestimmung, auf ihre Umgebung ausreichend und verbindend zu wirken, nicht nur in der Vergangenheit stets entsprochen haben, sondern daß sie sich auch in der Gegenwart ihrer Pflicht bewußt und entschlossen sind, sie zu erfüllen. Um das tun zu können, müssen wir uns aber unsere Freiheit, Selbständigkeit und Unabhängigkeit bewahren, weil wir unter den gegebenen Verhältnissen auders nicht mehr in der Lage wären, uns unsere politische Lebenssorm nach den eigenen Bedürfnissen und damit auch in Uebereinstimmung mit unseren geschichtlichen Aufgaben zu gestalten, denen wir gerecht werden müssen, wollen wir uns nicht selbst und damit aber auch ein wertvolles Stück deutschen Volkstums ausgeben. Wie haben erst in den jüngsten Tagen wieder bewiesen, daß wir stark genug sind, Störungen der Wiedererneuerung unseres politischen und wirtschaftlichen Lebens durch gewalttätige Augriffe zu verhindern. Ebenso wie die Sicherung friedlicher Entwicklung im Innern ist uns aber auch die Sicherung des Friedens nach außen und die Pflege guter Beziehungen zu allen Staaten selbstverständliche Pflicht. In diesem Sinne wird Oesterreich innen= und außenpolitisch geführt. Dies ist europäische Politik im besten Sinne des Wortes, und ich gebe der bestimmten Hoffnung Ausdruck, daß die Besprechungen, die jetzt mit dem Führer des italienischen Volkes, Mussolini, und dem königlich ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös stattfinden werden, die gemeine samen wirtschaftlichen Ziele der drei Staaten praktisch in besonderer Weise fördern werden." Gegen Friedensstörer Abwehr eines erneuten Versuches. Die plumpen Verdächtigungsversuche gegen die dersche Regierung, die der„Petit Parisien“ vor zwei Monaten unternommen hat, haben nicht das Echo in der Welt gefunden, das das französische Blatt und seine Hintermänner sich davon versprochen hatten Einfach aus dem Grunde nicht, weil der„Petit Parisien“ die geforderten Beweise bis heute schuldig geblieben ist. Was geschieht aber nun? Anstatt sich in schamhaftes Schweigen zu hüllen, veröffentlicht das französische Blatt nunmehr in Broschürenform seine Angriffe von damals, in der Hofsnung, daß durch den inzwischen eingetretenen Zeitverlust die deutschen Erklärungen, die sich gegen diese Fälschungen wandten, in Vergessenheit geraten sind. Diese Hoffnungen täuschen. Wenn man geglaubt hatte, daß der„Petit Parisien" in der Zwischenzeit wenigstens versucht hätte, Beweise für seine Behauptungen beizubringen, so irrt man sich. Kein Beweis. Nicht der Schimmer eines Beweises— weil nichts bewiesen werden kann. Und so wiederholt sich plump der Versuch der Friedensstörung. So plump dieser Versuch ist, die Abwehr muß deutlich sein. Was damals von deutscher Seite gesagt wurde, gilt heute unverändert: Die Dokumente sind vom ersten bis zum letzten Wort gefälscht. Die Broschüre ist ebenso unmahr wie die Veröffentlichungen im„Petit Parisien" unwahr waren. Das muß, angesichts des erneuten Versuches, noch einmal in aller Klarheit und mit allem Ernst gesagt werden. Das wird hiermit noch einmal feierlich vor aller Welt festgestellt. Wirtschaft und Handel Verlängerung des deutsch=Ffranzösischen Handelsabkommens. Die französische Regierung hat bekanntlich am 10. Januar 1934 das deutsch=französische Handelsabkommen vom 17. August 1927 gekündigt. Das Handelsabkimmen wäre demnach am 20. April 1934 außer Kroft getreten. Da es aus technischen Gründen nicht möglich gewesen ist, die in Aussicht genommenen Verhandlungen über eine Neuregelung der deutsch=französischen Wirtschaftsbeziehungen so rechtzeitig aufzunehmen, daß sie vor dem 20. April abgeschlossen werden können, wurde am 10. März durch einen im Auswärtigen Amt ausgetauschten Rotenwechsel zwischen der deutschen und der französischen Regierung vereinbart, die Geltungsdauer des Handelsabkommens um einen Monat, also bis zum 20. Mai 1931 zu verlängern. Lokales § Witten=Annen, 15. März. Geduld mit den Wettermachern Die Wettermacher sind zu bedauern. Ist ihr Vorhersage richtig, dann nimmt man sie zur Kenntnis als eine Selbstverständlichkeit, die einer Erwähnung gar nicht bedarf; ist sie falsch— was auch eintrifft—, dann fährt das heilige Donnerwetter hernieder auf die Wettermacher. Und dabei sind sie doch ganz unschuldig! Der Glaube, daß man Witterungserscheinungen genau so pünktlich und zutreffend berechnen könne wie eine Mondfinsternis, ist falsch. Der Wettermacher hat es eben nicht so leicht wie der Sternengucker. Der kann rechnen, weil er die Bewegungen und Stellungen der Sterne kennt, er arbeitet mit Tatsachen, während sich der arme Wettermacher mit Wahrscheinlichkeiten und Kombinationen behelfen muß. Zwar weiß er, daß die Ursache aller Witterungsvorgänge die Sonne ist, aber diese Erkenntnis hilft ihm wenig, denn das Antlitz der Sonne ist von Tag zu Tag verschieden, und schließlich erlaubt sich auch die Atmosphäre Eigenheiten. Die Verteilung von Wasser und Land ist eine unbekannte Größe in der Rechnung des Wettermachers, vorausgegangene Witterungserscheinungen, ob es geregnet oder geschneit hat, haben Einfluß, und schließlich ist es nicht einmal gleichgültig, ob die Bäume Laub tragen oder nicht. So werden Fehlvoraussagen selbst bei der größten Gewissenhaftigkeit selbstverständlich. Deshalb sind die Wettermacher auch die Menschen mit dem ewigen Vorbehalt und sehen es ungern, daß sie so ernst genommen werden, wie wir es möchten. Aber die Wettermacher sind auch mit uns nicht zufrieden. Sie verlangen etwas mehr Interesse. Es ist nicht damit getan sagen sie, daß man den Wetterbericht dann einmal zur Kenntnis nimmt, wenn für den nächsten Tag gerade irgend etwas geplant ist, das nur schönes Wetter verträgt. Das endet sehr leicht mit einer Enttäuschung. Verfolgt die Wetterberichte regelmäßig, dann lernt ihr sie richtig lesen und verwerten. Und habt etwas Geduld mit den Wettermachern! * Keine Realsteuererhöhungen in Preußen. Der preußische Innenminister und der Finanzminister haben zum Realsteuergesetz 1934, dessen Bestimmungen im wesentlichen denen des Jahres 1933 entsprechen, den nachgeordneten Behörden Ausführungsanweisungen zugehen lassen. Darin wird festgestellt, daß von der Ermächtigung, eine Erhöhung der Realsteuersätze um höchstens ein Fünftel über den Landesdurchschnitt der Gemeinde=Realsteuersätze hinaus zuzulassen, in Preußen auch für das Rechnungsjahr 1934 kein Gebrauch gemacht wird. Dagegen werden die Regierungspräsidenten ermächtigt, eine Erhöhung der Realsteuersätze über den Landesdurchschnitt bis zur Höhe der im Rechnungsjahre 1932 zuletzt maßgebend gewesenen Steuersätze in den Fällen zuzulassen, in denen der Steuersatz für 1933 niedriger war als der für 1932, wenn sich die Senkung für die Gemeinde als untragbar herausgestellt hat. Eine Erhöhung der Realsteuern auf den Landesdurchschnitt ist im Einzelfall nach wie vor zulässig. Aber auch diese Erhöhung soll nach Möglichkeit vermieden werden. Sie kann nur dann in Betracht kommen, wenn sich trotz weitgebendster Beschränkung der Ausgaben und angemessener Ausschöpfung der übrigen Einnahmequellen, insbesondere der Bürgersteuer mit mindestens dem Fünffachen des Reichssatzes, ein Ausgleich des Haushalts nicht erreichen läßt. Hinsichtlich der Warenhaussteuer, Filialsteuer und Warenhaus=Zweigstellensteuer verbleibt es bei der bisherigen Regelung. Die Realsteuersenkung aus Hauszinssteuermitteln bleibt auch für 1934 in Kraft, ebenso werden die für die Entschädigung der durch die Realsteuersenkung betroffenen Gemeinden erforderlichen Mittel auch für 1934 bereitgestellt. * „Minna von Barnhelm“. (Inhaltsangabe.) Der in den Kriegen Friedrichs des Großen ganz zum preußischen Offizier gewordene Kurländer Tellheim hat während des Krieges den feindlichen sächsischen Ständen eine größere Summe zur Bezahlung ihrer Kriegsschulden vorgestreckt. Am Ende des Krieges wird er wegen des Wechsels, den er erhielt, verdächtigt und entlassen. In seiner Ehre gekränkt, verarmt, entlassen, verwundet, glaubt Tellheim Minna von Barnhelm, seine sächsische Verlobte, nicht mehr an sich binden zu dürfen. Das entschlossene Fräulein aber reist nach Berlin, um den Major dort ausfindig zu machen. Hier setzt das Spiel auf der Bühne ein. Ein guter Gott führt Minna in dasselbe Gasthaus, das Tellheim bis zu dem Augenblick bewohnte, wo der Wirt ihretwegen den zahlungsunfähigen Major seine Zimmer räumen läßt. Tellheim versetzt in seiner Not sein Letztes, seinen Verlobungsring, den Minna dann in der Hand des Wirtes wiederfindet. Es kommt zu einem Zusammentreffen von Minna und Tellheim. Tellheim erklärt ihr, warum er sich nicht mehr berechtigt fühlt, um sie zu werben. Vergeblich will Minna mit heiterem Gemüt seine Bedenken überwinden. Tellheim bleibt hartnäckig. Mit einem Streich beschließt Minna, ihn zu gewinnen und sich zugleich scherzhaft an ihm zu rächen. Sie erklärt, seinetwegen enterbt. geflohen und nun, da er sie im Stich läßt, vollends unglücklich zu sein. Voll List gibt sie ihm dabei seinen eigenen Ring zurück, angeblich, um ihn freizugeben. Während nun in Wirklichkeit jeder der beiden Ringe am rechten Finger ist, will der getäuschte Tellheim Minna den Ring wiedergeben und die, wie glaubt, gleich Unglückliche heiraten. Ein Handschreiben Friedrichs des Großen stellt Tellheims Ehre wieder her; aber die muntere Minna will nun ihren Streich auch zu Ende spielen und weigert sich, unter Angabe derselben edlen Gründe, die Tellheim zuvor anführte, ihm anzugehören oder besser den Ring, den Tellheim immer noch nicht als seinen erkennt. zurückzunehmen. Mittlerweile erfährt Tellheim, daß sein versetzter Ring in Minnas Hände, gelangt ist. Er durchschaut den Streich, den man ihm spielt, noch immer nicht, glaubt vielmehr, daß Minna sich auf leichte Weise des Ringes bemächtigt hat und nun, bei beiderseitiger Ringrückgabe, die Verlobung als aufgehoben betrachtet. Vor dem Erzürnten entdeckt sich Minna rasch, und der hinzukommende Vormund Minnas findet eine glückliche Braut und einen völlig verblüfften Bräutigam. * § Annen, 15. März.(Schout Hecen und Gehölz!) „Wenn der Vorfrühling lockt, geht das große Heckensterben an“, klagt der Kalendermann. Rainhecken und Gehölze werden geplündert. Es sieht aus, als ob der Unhold Mensch das Knospen und Blühen jungen Holzes fürchten müsse. Um Dorf und Weiler und Hof wird rück* Die zurunf. der Stadt Witten. § Witten=Annen, 15. März. Während einer Unterredung mit einem Mitarbeiter von uns machte Oberbürgermeister Dr. Zintgraff folgende interessante Ausführungen: Die Entwickelung der Stadt Witten ist von zwei Faktoren abhängig: einerseits von der Politik und andererseits von der Wirtschaft. Von der politischen Seite aus gesehen kann die Entwickelung natürlich nur von einer großen allgemeinen Linie betrachtet werden, da glücklicherweise alle diejenigen Momente, die einer Kommunalverwaltung in der Vergangenheit die so typische eigene Färbung gaben, im nationalsozialistischen Staate ausgeschaltet sind; denn in der Vergangenheit war es doch so, daß die Entwickelung einer Stadt nicht etwa von einem richtunggebenden Gedanken beherrscht war, sondern, alles was uns geschehen, nichts anderes war, als eine Kompromißlösung, die geboren wurde aus den verschiedenen Fraktionen eines politischen Parlamentarismus. Je nachdem, wie die politische Situation war, wurde die Politik einer Gemeinde beherrscht von der gerade örtlich herrschenden Partei oder von einer Gruppe von Parteien.. Dabei spielte die Frage der Zusammensetzung des Magistrats grundsätzlich eine untergeordnete Rolle. War der Magistrat hervorgegangen aus der herrschenden Parteigruvvierung, ging die Entwickelung umso stärker nach dieser Richtung. Waren Magistrat und herrschende Partei politisch verschieden, so konnte man immer die Beobachtung machen, daß selbst ein anderer Wille des Magistrats auf die Dauer gebrochen wurde vom Stadtparlament, da ja in den wesentlichen Gesichtspunkten nichts geschehen konnte, ohne daß die jeweiligen Vläne von der Stadtverordnetenversammlung, also in Wirklichkeit von den herrschenden Parteien, gutgeheißen wurden. Daß diese Varteien dafür sorgten, daß die Volitik nach ihrem Willen getrieben wurde, hat die Erfahrung gelehrt. Mit der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus begann auch hier eine andere Entwickelung. Schon vor dem Erscheinen des neuen GemeindeverfassungsGesetzes ging die Kommunalpolitik infolge der anderen Zusammensetzung des Stadtverordneten=Kollegiums und des Magistrats einheitlich im Sinne einer nationalsozialistischen Weltauffassung. Mit der Abschaffung des parlamentarischen Systems überhaupt in Reich und Ländern mußte zwangsläufig eine ähnliche Entwickelung in den Kommunalverbänden kommen, deren Resultat das Gemeindeverfassungs=Gesetz vom 15. 12. 1933 ist. Danach ist der Behördenleiter ausschließlich verantwortlich und hat der Regierung gegenüber dafür grade zu stehen, daß in seinem Kommunalverband eine nationalsozialistische Politik getrieben wird. Entsprechend dem ausgebauten Führergedanken ist ihm ein Führerrat, d. h. ein Gemeinderat an die Seite gegeben, der ihn in allen grundlegenden Fragen verantwortlich zu beraten hat. Da nach den Bestimmungen des Gemeindeverfassungs=Gesetzes der Gemeinderat sich aus verdienten und erfahrenen Männern zusammensetzen soll, die aus den örtlich hervorragendsten Berufsständen genommen sind und die selbstverständlich vom nationalsozialistischen Geist durchdrungen sind, ist in Zukunft die Gewähr gegeben, daß auch in den Selbstverwaltungskörpern eine mit den Ideen der Reichsregierung gleichlaufende Politik getrieben wird. Die Ernennung der Geminderäte soll bis zum 1. April durchgeführt sein. Wie fast überall, fungieren z. Zt. auch noch in Witten die ehemaligen Stadtverordneten als vorläufige Gemeinderäte. Der endgültige Gemeinderat wird von der Regierung auf Vorschlag des Gauleiters berufen. Die politische Leitung der NSDAP. und die Stadtverwaltung sind sich darüber klar, daß in diesen Gemeinderat nur solche Männer berufen werden dürfen, die Gewähr bieten für eine restlose Einstellung zum Nationalsozialismus und die hervorgegangen sind aus den maßgebenden Berufsständen der Stadt, also insbesondere aus der Arbeiterschaft, der Bauernschaft, dem Handel und Gewerbe, der kleineren, mittleren und großen Industrie. In das Gebiet der Politik und zugleich als Uebergang zur wirtschaftlichen Seite der Entwickelung der Stadt sichtslos gestutzt, gelichtet, ausgehauen und vernichtet. Man könnte meinen, es sei jetzt gerade in der Welt und in der Zeit nichts notwendiger als Heckenroden und Waldreuten.„Ach, so eine Hecke, so ein Butzenwald— zu was sind sie auch sonst nutz?— gibt doch nur Büschel zum Feuern und ein paar armselige Bohnenstangen.“ Der Unvernünftige spricht so. Der Kurzsichtige aber fügt bei: „Was, Hecken und Stecken?! Sind nichts als häßliche Schattenwerfer und Samenfresser für meinen Acker und die Wiesen. Aushauen oder anzünden muß man das Glumpzeug; das wärmt wenigstens den Ofen und düngt das Land.“— Deutscher! Schone deine Hecken und Gehölze, lichte sie aus mit Verstand und Vernunft. Eine gute Heckenwirtschaft vermehrt die deutsche Bienenweide, sichert dir reichlichen Honigertrag und gibt der Raupenund Mückenpolizei aus der Vogelwelt gute Nistgelegenheit. Auch beleben blühende Hecken und weichesduftende Wäldchen die Schönheit der heimischen Flur im Frühling und versorgen durch herbstlichen Beerenertrag die hungernden Vöglein im Winter mit Nahrung. —(Gesundheitszeugnisse für Siedlungsbewerber gebührenfrei.) Die bäuerlichen Siedlungsbewerber müssen nach den Vorschriften des Reichsernährungsministers auch ein amtsärztliches Zeugnis beibringen, aus dem hervorgeht, daß in erbbiologischer Beziehung gegen die Person des Bewerbers Bedenken nicht zu erheben sind. Der Reichsinnenminister hält es für geboten, dieses Zeugnis ebenso wie die Bescheinigungen über die Untersuchung auf Eignung zur Ehe kostenfrei auszustellen. Er hat deshalb den Landesregierungen anheimgestellt, das Untersuchungsverfähren dem bei der Untersuchung der Ehestandsdarlehensbewerber anzugleichen —(Gegen ausländisches„Rheingold“.) Verschiedene ausländische Firmen versuchen in letzter Zeit, ihren Erzeugnissen dadurch in Deutschland einen Absatzmarkt zu verschaffen, indem sie sie mit typisch deutschen Bezeichnungen versehen. Besonders beliebt ist dabei offenbar die Markenbezeichnung„Rheingold“. So werden unter dieser Bezeichnung ausländische Zinkdleche, Automobile, Rasierklingen und sogar französische Parfüms angeboten. Nunmehr nimmt auch die Deutsche Arbeitsfront gegen diese Täuschungsmanöver Stellung und erwartet von den zu. ständigen Behörden, die irreführenden Warenbezeichnungen zu unterbinden und damit dem künftigen„Rheingeld mpert ein Erche ge bereiten. gehört die Steuerfrage. Seitens der Reichsregierung sind bereits umfangreiche Maßnahmen angekündigt worden, die einerseits die Vereinheitlichung des Steuersystems und andererseits eine Entlastung der Wirtschaft von dem bisher wirtschaftshemmenden Steuerdruck bringen sollen. Die Lage der Industriestädte in unserem Gebiet ist fast durchweg die gleiche. Eine gewisse Erleichterung ist durch die Umschuldungsaktion der Regierung eingetreten, von der die Stadt Witten größtmöglichen Gebrauch gemacht hat. Von den insgesamt etwa 20 Mill. RM. betragenden Gesamtschulden der Stadt sind durch Umschuldung rd. 10 Mill. RM. kurzfristige Kredite aller Art, die eine ständige Gefahr durch die Rückzahlungsforderungen der Gläubiger bildeten, in langfristige Schulden umgewandelt worden, die darüber hinaus die Stadt durch eine Ermäßigung der durchweg 6 Prozent und mehr betragenden Zinsen auf 4 Prozent entlastet haben. Der Finanzbedarf der Stadt durch die Fürsorge für die Wohlfahrtserwerbslosen beträgt aber nach den Voranschlägen für das Rechnungsjahr 1934 außer Verwaltungskosten und Zinslasten jährlich noch 3 Mill. RM., wobei allerdings schon eine Senkung gegen das Rechnungsjahr 1933 mit einem Aufwand von etwa 4 Mill. RM., also insgesamt von rd. 1 Mill. RM. eingetreten ist. Je stärker und je rascher also die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen sinkt, umso größer wird die Entlastung der Stadt. Die größte Schwierigkeit besteht aber immer noch in der äußerst gespannten Kassenlage, da auch heute noch fast vor jedem Zahltag der Unterstützungsempfänger infolge der leeren Kassen die Sorge der Verwaltung auftritt, die nötigen Gelder zu beschaffen. Aus diesem Grunde ist es z. Zt. nicht möglich, die als durchaus wünschenswert anerkannte Steuersenkung schon im Augenblick eintreten zu lassen. Das Bestreben ist jedoch ernstlich darauf gerichtet, sobald wie möglich Erleichterungen herbeizuführen, die nicht nur der Wirtschaft zugute kommen, sondern auch vor allen Dingen dem notleidenden Alt= und Neuhaus=Besitz. Ein schwacher Ansatz ist bereits durch eine Ermäßigung der in Kürze in Kraft tretenden Vergnügungssteuer=Ordnung gemacht. Das gleiche gilt für die Tarise der städtischen Werke. Wesentlicher ist schon die ab 1. Oktober 1933 um 50 Prozent erfolgte Ermäßigung der gemeindlichen Grundvermögensteuer der Nachkriegsbauten und Freistellung der nach dem 1. April 1933 neuerstellten Wohnhäuser von jeglicher Grundvermögenssteuerbelastung. Die wirtschaftliche Entwicklung ist demgegenüber von einer Reihe von Umständen abhängig, die in unlösbarem Zusammenhang mit der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung des deutschen Volkes stehen. Der Nationalsozialismus vertritt den Standpunkt, daß im Gegensatz zu der fälschliche:. Auffassung der Vergangenheit die Wirtschaft nicht mehr Selbstzweck ist und kein Recht hat, als Eigenfaktor betrachtet und behandelt zu werden, sondern daß die Wirtschaft nur ein Mittel ist, dem Volk Arbeit und Brot zu geben, daß sich also die Wirtschaftspolitik im engeren Sinne unterzuordnen hat. Wie überall, hat das Wirtschaftsgebiet Groß=Witten unter der falschen Einstellung der Vergangenheit zur Wirtschaft unermeßlichen Schaden erlitten. Nur unter der Herrschaft des liberalen Geistes innerhalb der Wirtschaftsführung konnte es dazu kommen, daß große Betriebe einfach dem Erdboden gleichgemacht oder stillgelegt wurden. Damit sind eine Unmasse Menschen erwerbslos geworden, deren Wiedereinreihung in den Wirtschaftsvrozeß erhehliche Schwierigkeiten bereiten wird. Die Verhältnisse in Witten liegen dabei nicht anders, als in dem gesamten übrigen Industriegebiet auch. Es ist an sich undenkbar, daß die vielen Menschen, die z. Zt. der Hochkonjunktur der Wittener Industrie Arbeit hatten, nach Wegfall großer Betriebe von den noch vorbandenen Werken und Betrieben wieder ausgenommen werden können. Man muß also damit rechnen, daß ein Teil der Wittener Volksgenossen in anderen Gegenden Deutschlands, sei es im neuen Siedlungswerk oder in neu entstehenden Industriegebieten untergebracht werden müssen. § Annen, 15. März.(Der„Deutsche Gruß“ in der Schule.) Das Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen bringt in seinem Heft vom 5. Februar„Leitgedanken zur Schulordnung" des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Darin heißt es u..:„Lehrer und Schüler erweisen sich innerhalb und außerhalb der Schule den deutschen Gruß (Hitlergruß). Der Lehrer tritt zu Beginn jeder Unterrichtsstunde vor die stehende Klasse, grüßt als erster durch Erheben des rechten Armes und die Worte„Heil Hitler": die Klasse erwidert den Groß durch Erheben des rechten Armes und die Worte„Heil Hitler". Der Lehrer beendet die Schulstunde, nachdem sich die Schüler erhoben haben, durch Erheben des rechten Armes und die Worte„Heil Hitler"; die Schüler antworten in gleicher Weise. Sonst grüßen die Schüler die Mitglieder des Lehrkörpers im Schulbereich nur durch Erheben des rechten Armes in angemessener Haltung. Wo bisher der katholische Religionsunterricht mit dem Wechselspruch„Gelobt sei Jesus Christus“„In Ewigkeit, Amen" begonnen und beendet wurde, ist der deutsche Gruß zu Beginn der Stunde vor, am Ende der Stunde nach dem Wechselspruch zu erweisen. Den nichtarischen Schülern ist es freigestellt, ob sie den deutschen Gruß erweisen oder nicht. Zum Beginn der Schule nach allen Ferien und zum Schulschluß vor allen Ferien hat eine Flaggenehrung vor der gesamten Schülerschaft durch Hissen bezw. Niederholen der Reichsfahnen unter dem Singen einer Strophe des Deutschland= und des Horst=Wessel=Liedes stattzufinden.“ § Annen, 15. März.(25 Jahre Kommunalbeamter in Annen.) Auf eine 25jährige Tätigkeit in Annen kann heute der Bürodirektor, Herr Hugo Renkhoff, zu. rückblicken. Als der Jubilar am 15. März 1909 seine Tätigkeit bei der Gemeindeverwaltung in Annen aufnahm, war Annen ein blühender Industrieort mit gesunden Finanzen und einer aufstrebenden Entwicklung auf allen Gebieten. Krieg, Inflation und Nachkriegszeit haben Annen dann hart zugesetzt und eine für uns und die gesamte Wirtschaft böse Lage geschaffen. Wenn wir anläßlich des Jubiläums des Herrn Renkhoff auf diese Tatsachen hinweisen, so geschieht es deshalb, weil der Jubilar in den schweren Jahren des wirtschaftlichen Niederganges in Annen eine große Arbeitsfülle bewältigt und im Drängen und Hasten des Alltags den Hilfeund Ratsuchenden jederzeit zur Verfügung gestanden hat. Innerhalb der Verwaltung hat der Jubilar in vorbildlicher Pflichttreue wertvolle Dienste geleistet und steht heute als Leiter der Verwaltungsstelle Annen noch unermüdlich und in voller Arbeitskraft und Frische mitten im Schaffen; ein gutes kollegiales Verhältnis mit seinen Mitarbeitern lag ihm immer besonders am Herzen. In den 25 Jahren seiner Tätigkeit in Annen hat der Jubilar es auch verstanden, sich manche Freunde zu erwerben. Zu seinem Ehrentag unsere herzlichsten Glückwünsche. —(Verlängerung der Winterurlaubskarten bis zum 30. April.) Die Deutsche Reichsbahn hat die Ausgabezeit der Winterurlaubskarten bis zum 30. April verlängert. Winterurlaubskarten werden also bis zum 30. April ausgegeben und gelten wie seither zwei Monate lang. Wird z. B. die Hinreise am 30. April angetreten, dann muß die Rückreise spätestens am 29. Juni 24 Uhr beendet sein. In gleicher Weise werden die besonderen Vergünstigungen von Gesellschaftsfahrten während der Winterszeit, die in unentgeltlicher Beförderung eines weiteren Teilnehmers bestand, ebenfalls bis zum 30. April verlängert. Es werden also bis zum 30. April bei Bezahlung für 12 bis 19 Erwachsene eine Freikarte, bei Bezahlung für 20 bis 39 Erwachsene zwei Freikarten, bei Bezahlung für 40 bis 99 Erwachsene drei Freikarten gewährt. —(Uraufführung des neuen Dramas von Friedrich Forster=Burggraf in Dortmund.) Friedrich Forster=Burggraf hat der Intendanz des Dortmunder Stadttheaters zur gemeinsamen Uraufführung mit dem Alten Theater in Leipzig sein neuestes Schauspiel, ein Widukinddrama, überlassen. Das Werk kommt im Anfang der Spielzeit 1934/35 heraus. Inszenierung: Willi Hanke. * Rüdinghausen, 15. März.(Evangelische Kirchengemeinde Rüdinghausen.) Am Montag, 19. März, wird in unserer Gemeinde der neueste Bethel=Film„Ringende Menschen“ gezeigt werden. Dieser Film gibt uns einen Einblick in die verschiedensten Arbeitsstätten Bethels und in Bethels Liebesdienst an den Kranken und Schwachen. Der Film zeigt aber noch meht. Sein Untertitel heißt: „Die Tragödie einer Familie“. In eindrücklicher Handlung bringt er uns Bilder der vom Schicksal und von eigener Hand hart betroffenen Volksgenossen und gibt uns so das Anschauungsmaterial für Fragen der Rassenpflege, Vererbung und Volksgesundheit. Aus einer Filmbesprechung: Der Film liefert vortreffliches Anschauungsmaterial für die große Aufgabe des neuen nationalsozialistischen Staates, ein gesundes Volk zu erziehen. Darum muß das Volk diesen Film unbedingt sehen. damit die große Verständnislosigkeit über Rassenpflege, Erbmasse usw. aufhört und einer tiefen Einsicht Platz macht. Die Vorbereitung und Durchführung des Filmabends liegt in den Händen des Evgl. Männervereins Rüdinghausen. Eichlinghosen, 15. März.(Elternabend der evangelischen Schule.) Es waren Feierstunden, die der Elternschaft bereitet wurden. Mit klingendem Spiel zog die stattliche Zahl der Mitwirkenden in den bis zum letzten Platz besetzten Saal des Vereinshauses.„Heimat" war das Leitwort des 1. Teils der Darbietungen, Sprechchöre, Musik und Gesang umrahmten in trefflicher Weise die mit größtem Fleiß einstudierten Bühnenbilder. Ein prächtiges Bild bot das mit Geschick aufgeführte Spiel mit Gesang und Tanz„Goldtöchterchens Traum“. Dann wurden Volkstänze gezeigt. Der zweite Teil des Abends war als Werbeabend für das Jungvolk in der Hitlerjugend aufgezogen. Hauptlehrer Kühndahl sprach über die Bedeutung der Elternabende und über die Einheit der deutschen Jugend. Im Sprechchor gesobten die Kinder ihrem obersten Führer Treue. Vaterländische Lieder ertönten, überall Begeisterung und Freude. Durch ein Jugendstück„Wie Gette=Friedel Hitlerjunge wird“, wurde unterstrichen, was der Leiter der Schule ausgeführt hatte. (Schluß folgt.) Gpiblalltets! da rennen die Kinder, denn sie wissen längst, wie gut Mutters Kuchen immer schmeckt. Natürlich dürfen sie tüchtig zulangen, well ein Geiner Ncchen stets ausgezeichnet bekommt. Dr. Oetter's Rezeptbuch„Backen macht Zernde“. Preis 20 Pfe. Dr. August Oetker, Bielefeld —(Das große Los gezogen.— Glücksnummer 197.054: das Glück in Berlin und Sachsen.) Die 42. PreußischSüddeutsche Klassenlotterie kam am Mittwoch mit der Ausspielung der fünsten Klasse zum Abschluß. Mittwoch früh wurde das große Los gezogen und traf auf die Nummer 197.054. Diese Glücksnummer wird in der 1. Abteilung in Achtellosen in Berlin und in der 2. Abteilung ebensalls in Achteln in Sachsen gespielt. Auf jede Abteilung wird eine Million Reichsmark ausgeschüttet. —(Arbeitstagung des Arbeitsphysiologischen Instituts Dortmund.) Wie wir erfahren, findet am Freitag, dem 23. 3. 1934, im Kaiser=Wilhelm=Institut für Arbeitsphysiologie eine Arbeitstagung statt, bei der in einer Reihe von Vorträgen moderne Probleme der Arbeitsphysiologie erörtert werden. Zu diesen gehören unter anderem die zeitliche Regelung des Arbeitsablaufes, die Ernährung unserer Arbeiterschaft, die günstigste Gestaltung und Handhabung der Werkzeuge, Fragen der Entstehung und Verhütung der Staublungenkrankheit. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß Interessenten an dieser Tagung auf schriftliche Anfrage vom KaiserWilhelm=Institut für Arbeitsphysiologie, Dortmund, Hindenburgdamm 201, nähere Auskunft erhalten können. —(Werbepostkarte des Handwerks.) Um dem Handwerksmeister zu einer guten und billigen Werbemöglichkeit zu verhelfen, hat der Reichsstand des Deutschen Handwerks eine Werbekarte herausgebracht, die der Handwerksmeister mit seiner Firmenbezeichnung versehen und dann an seine Kundschaft weitergeben kann. Die Postkarte enthält das Plakat„Deine Hand dem Handwerk!", ein Gedicht„Deutsches Handwerk“ und einen Teil aus der Rede des Volkskanzlers Adolf Hitler am 1. Mai 1933. —(Der preußische Finanzminister und der preußische Minister des Innern) haben zugleich im Namen des preußischen Ministerpräsidenten und der übrigen Staatsminister in einem Runderlaß alle nachgeordneten Behörden darauf hingewiesen, für den innerdeutschen Schriftverkehr an Stelle der bisher am Schluß üblichen Höflichkeitsformeln die Worte„Heil Hitler“ anzuwenden. Witten, 15. März.(Fahrradmarder am Werk. Drei Räder an einem Tag gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt.) Am 13. März, in der Zeit von 16,40 bis 17,30 Uhr, wurden im Stadtgebiet Witten drei Herrentourenräder der Marke Opel, Nr. 2077434, Marke Hella, Nr. 37853 und Marke Hawe, Nummer unbekannt, gestohlen. Eins der Räder stand vor dem Geschäft Spennemann am Kornmarkt, das zweite vor dem Postgebäude in der Poststraße und das dritte mit einem Schloß gesichert unter dem Rathausbogen. Um den zunehmenden Fahrraddiebstählen wirksam zu begegnen, sind weitgehende amtliche Abwehrmaßnahmen getroffen worden. Da von diesen Diebstählen meistens der ärmere Teil der Bevölkerung getroffen und empfindlich geschädigt wird, ist damit zu rechnen, daß die Fahrradmurder für die Folge vom Gericht schärfer angefaßt werden, um ihnen die Lust am Stehlen zu nehmen. Es wird erneut darauf hingewiesen, daß durch behördliche Maßnahmen allein die Fahrraddiebe nicht unschädlich gemacht werden können. Die Besitzer selbst müssen auf ihre Räder Acht geben. Die Sorglosigkeit, mit der Fahrräder oft stundenlang unbeaufsichtigt und nicht gesichert auf die Straße und in Hausflure gestellt werden, verführt charakterschwache Elemente geradezu zum Diebstahl, weil ihnen die Arbeit so leicht gomacht wird. Die Inanspruchnahme der auf der Bahnhofstraße eingerichteten Fahrradwache kann nicht oft genug empfohlen werden. Personen, die Fahrräder aus Privathänden kaufen, werden dringend zur Vorsicht ermahnt, da sie beim Ankauf gestohlener Räder nicht nur ihr Geld einbüßen, sondern auch mit Bestrafung wegen Hehlerei zu rechnen haben. Es liegt deshalb in ihrem eigenen Interesse, sich über die Persönlichkeit des Verkäufers, sowie über die Herkunft des Rades zu vergewissern und in allen Zweifelsfällen sich vorher bei der Kriminalpolizei zu erkundigen, die ihnen bereitwilligst Auskunft erteilen wird. Feigenommen wurden eine Person ohne Wohnung wegen Betruges, eine Person aus Bochum wegen unsittlicher Belästigung von Kindern und zwei Personen aus Bochum=Linden wegen Fahrraddiebstahls. Warnung vor einem Betrüger mii Putztüchern, In den letzten Tagen tritt in Bochum ein Betrüger auf, der die sogenannten„Magnesia=Universal=Putztücher" zu hohen Preisen verkauft und behauptet, daß die mit diesem Tuche geputzten Gegenstände(Metalle, Lederwaren und Fensterscheiben) nicht anlaufen, bezw. verschießen. Diese Angaben sind bewußt salsch, da die Putztücher die ihnen zugesprochene Eigenschaft nicht besitzen. Geschädigte gesucht! In welchen Geschäften sind Werbeplakate mit der Aufschrift„Helft die Arbeitsnot lindern, kauft deutsche Erzeugnisse“ verkauft worden? Ein betrügerischer Veikäufer versprach den betreffenden Geschäftsleuten, daß bei Abnahme der Plakate sie ab 1. 4. 1934 bei Vergebung von Ehestandsdarlehen und Wohlfahrtsscheinen berücksichtigt, die Nichtkäufer jedoch in eine Fehlliste eingetragen würden. Geschädigte werden gebeten, auf Zimmer Nr. 80 des Polizeipräsidiums in Bochum vorzusprechen. Einbrüche bei Landwirten. In der Nacht zum 14. März wurden einem Landwirt auf der Schnattstraße in Bochum durch Stalleinbruch zwei Schweine, ca. 1 Zentner schwei, gestohlen. Die Täter haben die Tiere anscheinend lebend mitgenommen. In der gleichen Nacht wurden einem Landwirt auf der Nevelstraße in Bochum mehrere Zentner Getreide entwendet. Besinnungslos aufgesunden. Am 13. März, gegen 14,30 Uhr, wurde ein 10 jähriger Knabe von einer Person auf der Verbandsstraße in Wattenscheid im besinnungslosen Zustande aufgefunden. Ein hinzugezogener Arzt stellte eine Gehirnerschütterung fest und veranlaßte die Ueberführung in das evgl. Krankenhaus. Lebensgefahr besteht nicht. Verwiht wird seit dem 10. März 1934 der Bergmann Heinrich Weiskop, 12. 10. 1916 zu Röhlinghausen geboren, zuletzt Wanne=Eickel, Hannoverschestraße 4, wohnhaft gewesen. Winterhilfe trotz Frühlingsanfang „** Euer Führer spricht zu Euch am 21. März. hört die Rede des Führers in Eurem Betrieb. in Westfalen=Süd.— Aufruf an die Bauernschaft. Die Gauführung des Winterhilfswerkes WestfalenSüd veröffentlicht folgenden Aufruf: Jede Maßnahme des Winterhilfswerks hat zur Voraussetzung, nicht nur den notleidenden Volksgenossen allein zu unterstützen, sondern ihn in erster Linie wieder in die Lage zu versetzen, aus eigener Kraft den notwendigen Lebensunterhalt zu verdienen. Gerade in unseren ländlichen Gebieten im Gau Westfalen=Süd bestehen dazu weitgehende Möglichkeiten. Der erwerbslose Volksgenosse auf dem Lande, hatte bisher Gelegenheit, während des Sommers durch Landarbeit dem schwer um seine Existenz ringenden Landwirt zu helfen. In vielen Fällen habe gerade der der Landarbeit entwöhnte Erwerbslose von dieser Gelegenheit keinen Gebrauch gemacht. Durch dieses Verhalten wurde bei der Bauernschaft eine ablehnende Haltung gegenüber der Not dieser Volksgenossen hervorgerufen. Es ist aber falsch, wenn man die Schuld für die Ablehnung, Landarbeit zu übernehmen, allein den Erwerbslosen selbst suchen wollte. Eine falsche Erziehung in der Vergangenheit hat in den meisten Fällen die Schuld daran. Das Winterhilfswerk will nun im Zusammenwirken mit der Bauernschaft eine neue Erziehungsarbeit beginnen. Jeder Landwirt, der eben dazu in der Lage ist, verpflichtet sich, einen kleinen Teil seines Grundbesitzes, sei es kulturjähiges oder brachliegendes Land, dem örtlichen Führer des Winterhilfswerkes zur Versügung zu stellen. Das Winterhilfswerk teilt dann diesen Grund und Boden, wenn genügend vorhanden ist, auf einzelne Erwerbslose auf und verpflichtet sie zur Bewirtschaftung. Das Winterhilfswerk stellt auch Beträge zur Saat= und Düngerbeschaffung zur Verfügung, von der Voraussetzung ausgegangen, daß in ländlichen Gebieten Saat= und Düngerbeschaffung keine großen Schwierigkeiten mache. Am Rande der Großstädte ist häufig auch sehr viel brachliegendes Land vorhanden, das die Städte oder private Firmen zu Erweiterungsbauten angekauft haben. Dieses Gelände soll ebenfalls den Erwerbslosen zur Verfügung gestellt werden. Im Zusammenwirken mit der Bauernschaft sowie auch der Vereinigung der Schrebergartenbesitzer, kann es daher sehr bald möglich sein, den erwerbslosen Volksgenossen geeignete Wege zur Bearbeitung eines Stückchen Landes zu zeigen. Der Ankauf des erforderlichen Saatgutes soll auch hier vom Winterhilfswerk finanziert werden. Die Beschaffung von Düngemitteln macht zwar Schwierigkeiten, läßt sich unter Umständen auch recht günstig lösen. In vielen Städten wird das gesamte Müll auf bestimmte Ablegeplätze zusammengeschüttet. So gut, wie man nun in der Lage ist, das Müll durch Erwerbslose nach Altmetallen, Blech, Eisen usw. zu durchsuchen, ebensogut wird man für die Nahrung des Bodens nutzbares Müll aufschichten und als Komposthausen anlegen können. Ferner besteht die Möglichkeit, aus den Kläranlagen der städtischen Kanalisation die Ablagerungen zu gewinnen. Ein richtig verarbeitetes Müll und ebenfalls diese Ablagerungen können für die Nahrung des Bodens ebenfalls sehr gut verwandt werden. Sowohl in der Stadt als auch auf dem Lande müssen natürlich die Arbeiten und Maßnahmen der Erwerbslosen beaussichtigt und unterstützt werden. Ein Volksgenosse, der jahrelang in der Großstadt gelebt und in Industriewerken gearbeitet hat, wird nicht von heute auf morgen Interesse an der Bearbeitung von Grund und Boden haben. Aber gerade darum wird es notwendig sein, mit kleinen Maßnahmen erst einmal wieder Lust, Liebe und Interesse an der Bearbeitung und Bebauung des Bodens zu erwecken. Das Winterhilfswerk der NS.=Volkswohlfahrt will so an dem großen Neuumwälzungsprozeß der Nation zu seinem Teil mitwirken. Es wird in Zukunft auf dem Lande und erst recht in der Stadt nur derjenige Bedürftige noch unterstützt, der sich bemüht, aus eigener Kraft vorwärts zu kommen. Dieser Grundsatz, der in diesem Winter noch nicht voll zur Auswirkung gelangen konnte, wird für ein zukünftiges Hilfswerk im Vordergrund aller Erwägungen stehen. Diese Maßnahme des Winterhilfswerkes soll weiter dazu dienen, daß ein Teil der notleidenden Volksgenossen, soweit sie dazu in der Lage sind, den Bedarf an Kartoffeln in diesem Jahre zum größten Teil selbst ziehen soll. Nur durch die Anstrengungen der eigenen innewohnenden Kräfte kann ein Volk gerettet werden. Die Aufsassung, daß die Verbundenheit des Volkes mit der Not des Vaterlandes Kräfte freimachen muß, die zu Kräften der Gestaltung werden, muß auch hier Richtschnur sein, die in dem Kernpunkt der ganzen künftigen Aufbaufrage steht. Die Gauführung des Winterhilfswerkes rechnet damit, daß die Bauernschaft in Westfalen=Süd diese Maßnahmen tatkräftig unterstützen wird und hofft, daß diejenigen Bauern, die dazu in Zer Lage sind, einen kleinen Teil ihres Grundbesitzes, sei es kulturfähiges oder brachliegendes Land, dem örtlichen Führer des Winterhilfswerkes zur Verfügung stellen. Provinz=Nachrichten Herdecke, 14. März.(Ein ausgeglichener Haushaltsplan.) Die Stadt Herdecke gehört zu den wenigen Städten mit einem ausgeglichenen Haushaltsplan, der für das Jahr 1934 in Einnahme und Ausgabe mit 1 166.639 Mark abschließt. Der außerordentliche Haushaltsplan ist mit 290000 Mark balanciert. Herdecke kann ohne Staatszuschüsse auskommen. In dem Haushaltsplan 1934 sind wieder erhebliche Beträge zu einer umfangreichen Arbeitsbeschaffung eingestellt worden. Wuppertal, 14. März.(1000 Mädchen suchen Arbeit. Umzug in Berufstracht.) Eine sinnfällige Aufforderung hat der Wuppertaler B2M. an die Bewohner Wuppertals gerichtet. Mit Transvarenten und Plakaten ausgerüstet, zogen etwa 1000 Mädchen aus dem B2M. durch die Stadt, um an Unternehmer und Hausfrauen zu appellieren,, ihnen Lehr= und Anlernstellen zu geben. Um diese Werbung besonders eindrucksvoll zu gestalten, erschienen die verschiedensten Gruppen in Berufstracht. Da sah man freundliche Kinderpflegerinnen, die Babys— natürlich künstliche— mit sich trugen, sah frische Gärtnerinnen, Hausgehilfinnen mit Scheuertuch und Kochlöffel, Kontoristinnen und Friseusen, Verkäuferinnen und nicht zuletzt auch Siedlerinnen. alles junge Mädchen. die damit nicht nur den Ruf nach der Arbeitsstelle zum Ausdruck brachten, sondern gleichzeitig auch auf die verschiedensten Frauenberufe hinwiesen. Münster, 14. März.(Diözesanpräses Dr. Been gestorben.) Nach kurzer schwerer Krankheit starb der Diözesanpräses der katholischen Gesellenvereine, Dr. Johannes Veen, im Alter von 53 Jahren. Geboren zu Buer am 6. Januar 1881, wurde er am 5. Juni 1905 zum Vriester geweiht.— Vor acht Tagen hatte sich Dr. Veen ins Franziskushospital begeben, wo er sich einer Gallensteinoperation unterzog. An diesem Leiden ist er jetzt gestorben. Herscheid, 14. März.(Beim Gerüsteinsturz tödlich verletzt.) Infolge eines Gerüsteinsturzes am Haus des Pfarrers wurden drei Personen verletzt. Man brachte sie ins Plettenberger Krankenhaus, wo der 27 Jahre alte Maurer Johann Ruhwehl aus Frankenberg seinen Verletzungen erlag. Vorken, 14. März.(Junges Mädchen vom Zug überfahren.) An der Kreuzung der Kreisstraße nach Vardingholt mit dem Bahnkörper fand man die Leiche eines jungen Mädchens, das namentlich schwere Kopfverletzungen aufwies. Allem Anschein nach handelt es sich bei der Toten, die aus der Bauernschaft Hoxfeld stammt, um einen Unglücksfall. Detmold, 14. März.(Brannenbauer lebendig begraben.) In Brake bei Lemgo wollte der 37jährige Brunnenbauer Flügge einen sechs Meter tiefen Brunnen reparieren. Als der letzte Brunnenring herausgehoben worden war, stürzten die Erdmassen zusammen und begruben den Mann unter sich. Die Rettungsarbeiten führten aber erst fünf Stunden später zur Auffindung des Mannes, der inzwischen erstickt war. Herrn Sp. hier. Die Anordnung der Mobilmachung(also die„Mobilmachungsordre) erfolgte in Deutschland am 1. August 1914. In dieser Anordnung wurde der 2. August als erster Mobilmachungstag festgesetzt. Bereits am 31. Juli wurde für das Reichsgebiet mit Ausnahme von Bayern durch den Kaiser, für Bayern durch den König von Bayern, der Kriegszustand erklärt. Der erste Kugelwechsel zwischen Rußland und Deutschland erfolgte am 1. August bei Prostken durch den Angriff einer russischen Patrouille. D. Red. Neueste Nachrichten von Hoesch bei Hindenburg. Der Reichspräsident empfing heute den deutschen Botschafter in London, von Hoesch. Der Hußenhandel im Februar. Die Einfuhr betrug im Februar 378 Millionen Mark. Im Vormonat belief sie sich auf 372 Millionen Mark(die ursprünglich veröffentlichte Einfuhrzahl von 381 Millionen Mark ist in 372 Millionen Mark berichtigt worden). Es ergibt sich somit eine Steigerung der Einfuhr um 6 Millionen Mark. Die Ausfuhr betrug im Februar 343 Millionen Mark. Gegenüber dem Vormonat hat sie um 7 Millionen Mark, d. h. um rund 2 Prozent, abgenommen. Die Handelsbilanz schließt also im Februar mit einem Einfuhrüberschuß von 35 Millionen Mark ab. Im Vormonat belief sich der Einfuhrüberschuß nach Berichtigung der Einfuhrziffer auf 22 Millionen Mark. Die im Januar eingetretene Passivierung der Handelsbilanz hat sich also im Februar noch verstärkt. Wieder ein Schritt zur Verständigung. Deutsch=polnische Vereinbarung über Zeitungsverbote. In Auswirkung der in Berlin geführten deutsch=polnischen Besprechungen über die Frage der öffentlichen Meinungsbildung in beiden Ländern ist beiderseitig beschlossen worden, die gegen polnische Zeitungen Deutschland sowie gegen deutsche Zeitungen in Polen bestehenden Verbote aufzuheben und die betreffenden Zeitungen zum Postbetrieb wieder zuzulassen. Diese Regelung tritt am 15. März ds. Is. in Kraft. Es geht wieder bergauf. „Daily Expreß“ sagt in einem Leitaussatz, mit der Welt gehe es bergauf. Im letzten Monat hätten erneut 400000 Arbeitslose in Deutschland Beschäftigung gefunden. Wenn man von den Vereinigten Staaten absehe, sei dies der größte bisherige Fortschritt. Man habe den Eindruck einer allmählichen Rückkehr zur allgemeinen Wohlfahrt, die viele Leute ermutigen werde, die noch auf Beschäftigung warten. Mussolini bei Dolljuß. DRB Rom, 14. März. Am Mittwoch gegen Abend machte Mussolini bei Dollfuß seinen Gegenbesuch. Die erste Dreierbesprechung zwischen Mussolini, Dollsuß und Gömbös wird am Donnerstag stattfinden. Besuch Barthous in Warschau. Die französische Regierung hat dem polnischen Außen. minister Beck mitgeteilt, daß Außenminister Barthou im April seinen beabsichtigten Besuch in Warschau abstatten wird. In der Mitteilung wird die Hoffnung ausgesprochen, daß diese Fühlungnahme zu einer Festigung der Zusammenarbeit der beiden verbündeten Völker beitra gen werde. Oberst Beck hat in seiner Antwort der leb haften Genugtuung der polnischen Regierung über diese: Besuch Ausdruck gegeben und betont, daß er die Ansiot Borthous über die Bedeutung dieses Zusammentreffers in vollem Umfange teile. Polen hebt die Einfuhrverbotsliste für deutsche Waren auf. DRB Warschau, 15. März. Im polnischen Vesordnungsblatt Nr. 21 ist auf Grund des deutsch=polnischen Wirtschaftsabkommens eine Verfügung des Miristeramtes erschienen; der zufolge die gegen Deutschland gerichtete Einfuhrverbotsliste mit Wirkung vom 15. März anfgehaben wird. Für 1200 RM. ein japanisches Auto. Japan will auf den südafrikanischen Markt Kleinwagen moderner Konstruktion mit Zweisitzerkarosserie für 1200 Mark einschließlich Einfuhrzoll und Händlerverdienst bringen, ebenso wie es Motorräder für etwa 300 Mark anbietet. In einem Jahr hat Japan seine Automobilproduktion verdoppelt und plant schon für das laufende Jahr eine gewaltige Vergrößerung. Feuer auf einem amerikanischen Ranonenbopt. Newyork, 14. März. Die Funkstation Los Angeles hat einen Funkspruch ausgenommen, nach dem auf dem amerikanischen Kanonenboot„Fulton“ Feuer ausgebrochen sei und schnelle Hilfe benötigt werde. Der Standort des Kanonenboots wurde mit 22,81 Nordbreite und 114,52 Ostlänge angegeben. Das Kanonenboot befindet sich demnach etwa 500 Kilometer westlich der Südspitze Niederkaliforniens. London, 14. März. Wie Reuter aus Hongkong meldet, hat die Besatzung des amerikanischen Kanonenboots„Fulton" das Schiff verlassen. Der Dampfer„Tsinan“ hat 48, der britische Zerstörer„Wishart“ 60 Mitglieder der Besatzung an Bord genommen. Die Suche der„Wishart" nach den übrigen Rettungsbooten der„Fulton“ wird durch den dichten Nebel erschwert. Die ganze Besatzung des Kanonenbootes „Fulton“ gerettet. Newyork, 14. März. Wie Associated Preß aus Manila meldet, hat das amerikanische Kriegsschiff„Isabel“ einen Funkspruch aufgefangen, der besagt, daß die ganze Besatzung des Kanonenbootes„Fulton“ gerettet sei. Aus aller Welt Papageien-Krankheit in beipzig. DR Leipzig, 14. März. Das Städtische Presseamt teilt mit: Wie schon 1930, 1932 und 1933 sind auch jetzt wieder einige Fälle von Papageien=Krankheit in Leipzig aufgetreten. Es handelt sich um drei Erkrankungs= und drei Verdachtsfälle. Zwei Erkrankungsfälle sind tödlich verlaufen. Die Erkrankungen lassen sich auf die Berührung von Wellensittichen zurückführen, die von einem Leipziger Privatzüchter stammen. Diese Zucht erscheint als Ausgangsquelle der Krankheit. Es sind sofort sämtliche Maßnahmen getroffen worden, die eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern geeignet sind. 13 300 Unnungsversammlungen am 21. Mlärz. DR Berlin, 14. März. Die„Fleischer=Verbands=Zeitung" veröffentlicht eine Anordnung des Reichshandwerksführer W. G. Schmidt, wonach sämtliche deutschen Handwerkerinnungen am 21. März 1934 aus Anlaß der Eröffnung der Arbeitsschlacht 1934 Junungsversammlungen abzuhalten haben. In den Städten bis zu 10.000 Einwohnern und in ländlichen Gegenden können die Innungsversammlungen gleichzeitig mit den Veranstaltungen, die zu derselben Zeit von der NS.=Hago durchgeführt werden, zusammen abgehalten werden. In Mitteiund Großstädten halten die einzelnen Innungen besondere Innungsversammlungen, und zwar jede innung für sich ab. Insgesamt werden auf diese Weise rund 19 500 Innungsversammlungen abgehalten, an denen bei voller Beteiligung aller Standesgenossen mindestens 3 Millionen Handwerker teilnehmen werden. Zwei Rinrichtungen. DN Neu=Ruppin, 15. März. Im Hof des Strafgefängnisses Neu=Ruppin wurden am Mittwoch früh gegen 6 Uhr der Landarbeiter Otto Kuhrt und die Landwirtsehefrau Frieda Schenk aus Grüneberg(Mark) durch den Scharfrichter Gröbler aus Magdeburg hingerichtet. Kuhrt war wegen Mordes an dem Landwirt Schenk vom Schwurgericht Neu=Ruppin zum Tode verurteilt worden. Frau Schenk hatte mit dem Knecht ein Liebesverhältnis unterhalten und ihn zu der Mordtat angestiftet. Am Abend des 21. Dezember 1932 hatte Kuhrt seinen Dienstherrn aus seiner Wohnung gelockt und ihn mit einem Jagdgewehr aus dem Hinterhalt erschossen, als er in die Hoftür trat. Der Oberammergauer Petrus-Darsteller f. DR München, 14. März. Der Petrus=Darsteller der Oberammergauer Passionsspiele von 1930, der Bildhauer Peter Rendl, der auch für die Jubiläumsspiele als Petrus gewählt war, ist nach kurzer Krankheit gestorben. Er verkörperte in den Passionsspielen 1890 und 1900 den Jünger Johannes. Verheiratet war er mit einer Tochter des früheren Christus=Darstellers Joseph Mayr. Drei Todesopfer eines bawinenunglücks. DR Oberstdorf, 14. März. Am Mittwochmittag unternahmen 13 Herren und Damen im kleinen Walsertal eine Skipartie auf die etwa 1700 Meter hohe Kugernspitze. Etwa 100 Meter unter dem Gipsel brach eine Lawine los, die drei der Teilnehmer, zwei Herren und eine Dame, etwa 400 Meter in die Tiese riß. Bis zur sechsten Nachmittagsstunde gelang es, die zwei Herren zu bergen. Sie waren bereits tot. Die verunglückte Dame konnte noch nicht gesunden werden, jedoch besteht kein Zweisel, daß auch sie getötel wurde. Die Namen der Verunglückten sind noch nicht bekannt. Hauseinsturz in Beirut. Bisher 15 Tote. DR Paris, 14. März. Wie aus Beirut berichtet wird, ist dort auf dem Kanonenplatz ein altes Haus eingestürzt, in dem sich ein Hotel und ein Caféhaus besanden. Bisher hat man aus den Trümmern 15 Tote und 10 Schwerverletzte hervorgezogen. Man befürchtet, daß die Zahl der Todesopfer noch höher sein wird. Militär beteiligt sich an den Aufräumungsarbeiten. Generalinspektor wegen Haschisch=Schmuggels verhaftet. DR Paris, 14. März. Die Zollbeamten von Marseille verhafteten gestern den Generalinspektor der französischen Regie von Beirut, der im Begriff war, 100 Kilo Haschisch zu schmuggeln, die er in der eigens dazu gebauten doppelwandigen Karosserie seines Kraftwagens versteckt hatte, um sie mit nach Kleinasien zu nehmen. Ueber 100 Tote bei. einer Esplosion. OR Newyork, 14. März.„Das Büro der Allamerica Cabrl Co. erhielt eine Meldung aus Salvador, nach der bei einer Dynamit=Explosion unweit La Libertad in Salvador über 100 Personen ums Leben gekommen sind. DR Newyork, 15. März. Zu der Explosion wird noch bekannt, daß 250 Kisten Dynamit, die im Hafenamt lagerten, in die Luft geflogen sind. Der größte Teil der Hasengebäude wurde durch die Explosion und den sich daraus entwickelnden Brand zerstört. Teleson und Telegraf nach La Libertad sind unterbrochen. Außer den 100 Toten ist eine große Zahl Schwerverletzter zu beklagen. Von der Stadt San Salvador ist eine Rote=KreuzAbteilung nach La Libertad abgegangen. Sport. Handball. 1. Mannsch. VfL. Sttockum— 1. Mannsch. WV. Silschede :5(:). Im Dorneywald trafen sich zum letzten Meisterschaftsspiel obige Mannschaften. Dieses Spiel hatte ein besonderes Gepräge, mußte Silschede doch versuchen, durch einen Sieg von dem zweitletzten Tabellenplatz hinwegzukommen. Die Stockumer hatten sich durch die letzte Niederlage alle Aussichten auf den Tabellenführerplatz verscherzt, so war es gar nicht verwunderlich, daß sie von dem früheren Kampfgeist wenig zeigten. Die Stockumer übernehmen von Anfang an das Kommando. Es dauert nicht lange, da muß der vorzügliche Hüter von Silschede zweimal das Leder passieren lassen. Bei einem plötzlichen Vorstoß erzielt Silschede das 1. Tor. Eine Feldüberlegenheit der Stockumer macht sich deutlich bemerkbar. Bis zur Halbzeit können sie noch dreimal erfolgreich sein, wogegen Silschede den Stockumer Ersatzhüter noch einmal bezwingt. Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte erzielte Stockum drei weitere Tore. Im Bewußtsein eines sicheren Sieges flaut die Stockumer Mannschaft merklich ab. Silschede versucht jetzt durch Anspannung aller Kräfte, dem Spiel eine andere Wendung zu geben. Drei Tore waren die Ausbeute ihres Endspurts. Der stets reelle Schiedsrichter hatte einen fairen Kampf zu leiten. Von beiden Seiten wurde ihm das Amt leicht gemacht. „Jedes Wort sorgsam obgewogen“ Paris, 14. März. An zuständiger Stelle wird hier erklärt, es liege kein Grund zu der Annahme vor, daß die Absendung der französischen Antwort auf die englische Abrüstungsdenkschrift deshalb verzögert worden wäre, weil man erst das Eintreffen der deutschen Note habe abwarten wollen. Zwischen der deutschen Note und der in Vorbereitung befindlichen französischen bestehe kein Zusammenhang; auch soll in der französischen Note auf die deutsche nicht Bezug genommen werden. Die französische Regierung werde vielmehr lediglich versuchen, die in der englischen Denkschrift enthaltenen Argumente zu entkräften und den französischen Standpunkt darzulegen. Wenn die französische Antwort bisher nicht nach London abgegangen sei, so nur aus dem einen Grunde, weil jedes Wort sorgsam abgewogen werden soll und dem Gesamttext noch die Zustimmung des Ministerrats zuteil werden müsse, der am Freitag oder spätestens am Sonnabend zusammentreten werde. Dortmunder Dortmund, 14. März. Auftrieb: 501 Stück Großvieh, 165 Schweine, 69 Kälber. Der Handel war in guten Tieren mittel, sonst langsam. Es kosteten hochtragende und frischmelke Kühe 1. Qualität 320—355 RM., 2. Qual. 270—310 RM., 3. Qual. 210—260 RM., Rinder 140 bis 270 RM. Beste Tiere wurden über Notiz bezahlt. Sämtliches zum Markt aufgetrieben gewesenes Großvieh ist gegen Maul= und Klauenseuche geimpft worden. Am Schweinemarkt war der Handel langsam. Es kosteten Ferkel im Alter von 6 bis 8 Wochen 14—17 RM., von 8 bis 10 Wochen 18 bis 23 RM., von 10 bis 12 Wochen 25—38 RM. Der nächste Markt findet am 21. März statt. Petitas or. 1.. :madeir adender Eits Mobs! denn Ollo Miess-Lebensmitlel sind billig und gut! Unser Spezialhrot Otto Mess. täglich frisch aus eigener Bäckerei, schmackhaft und bekömmlich Otto Mess-Backwaren : S Pfund nur täglich frisch aus eigener Konditorei Rodonkuchen mit Rosinen 2 Pfd, nur 954 Rodonkuchen mit Rosinen 1 Pfd. nur 506 Bisquittorte in schöner Aufmachung 1504 Schnecken 3 Stück 106 Schöne Tellchen 2 Stück Apfelkuchen Stück 104 Biel lienenstich Stück 104 * Lisf Versuch lohn sich Oster-Fest-Kaffee 1 Edelmischung, kräftig im Geschmack in schöner dekorierter Fest-Dose! Außerdem 3% Rabatt! OTTO MESS, ANNEN Göringstraße 2 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang meines lieben Mannes und guten Vaters sagen wir allen unseren innigsten Dank. Frau Wwe. Martha irrgang geb. Brinkmann und Kind. Annener Männer-Gesang-Verein Achtung Chorprobe! Die nächste Chorpiobe für das Chorwerk„Von deutscher Not“ von Nellius findet als Gesamtprobe am kommenden Sonnabend, 17. März, 20 Uhr im Lokal„Zum Adler“ in Witten, Ruhrstraße statt. Die beteiligten Sänger werden gebeten, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen unseren innigsten Dank. Familie Ww. August Klemke. Annen, im März 1934. Getttee StereTenr-2. Fabrik Paul Hoyer, Delltzsch 40 Provlar Sachsen, Angerstraße 4 S sendet ihnen nur allerbeste Bettieders bedeutend billiger zu Fabrikpreisen Ferser prima BETT-INLETT Präfen Sie beibst und verlangen Sie Proben red Preisliete umsonst und portofrel——.— Ke Eiu. Miggererein Büdiagshausen Beihelfim:„Hingende Menschen“ wird am Montag, 19. Marz gezeigt im Saale Eckardt, nachmittags 4 Uhr für die Schulkinder, abends um 8 Uhr für die Erwachsenen Eintritt für Kinder 10 Rpf., für Erwachsene 25 Rpf., Erwerbslose zahlen an der Kasse gegen Ausweis 15 Rpf. Gracte s W olnkeilereien Witten Gut gepflegte, bekömmliche u. preiswerte Weine in großer Auswahl. Lieferung frei Haus!! Insericten Bring. Senma! *% 455,9 Langenberg: Sonntag, 18. März .35: Hamburger Hafenkonzert. Die Glocken vom Großen Michek. Choral: Näher, mein Gott. zu dir.—.15; Zeit. Wetter, Nachr. .00: Evangl. Morgenfeier.—.45: Kammermusik von Beethoven. 10.00: Katholische Morgenfeier.— 11.00: Robert Schumann am Rhein. Hörfolge von Eise Pfafs. 12.00: Blasmusik. Ausgef. vom Musikzug der SS.=Standarte 58. Köln. Ltg.: Schmidt.— 13.00: Ein Wort an alke.— 13.10: Schallplatten: Meister ihres Fachs.— 14.30: Dr. van Nüß: Schach für. Anfänger.— 15.15; Hans Bartmann: Heimat und Famille im Schritt des Jahres.— 15.40: Anton Ortkamp: Münsterländ. Bauerntum.— 16.00; Jugendstunde: Rheinsagen. 16.30: Nachmittagskonzert. Das. Westd. Kammerorchester. Ltg.: Wilh. Keiper.— 18.00: Roemryke Berge. Hörbildfolge von Friedr. Walter Dinger.„.,„. zme s.“ J0 90. Sa.n. 19.00: Flugtag in Essen. Hörverian(aufnahme.)— 19.30: Schallplatten: Heinrich Rehkemper singt!— 19.45: Sport.— 20.00: Berlin: Overnabend. Ltg.: Hildebrandt.— 21.00: Und alles ist Musik. Ein Reigen des Lebens. Zusammenstellung: Dr. Rockenbach.— 22.00: Zeit, Wetter, Nachr., Sport,— 22.20: Zwischenprogramm.— 23.00: Nachtmusik. Langenberg: Montag, 19. März .00: Morgenruf.—.05: Frühkonzert auf Schallpl.—.40: Leibesübungen.—.00: Zeit. Wetter, Nachr.—.10: WiederMeldungen.— 10.10: Wir und die Welf 11.00: Schule, bug? Wir und„In,Will.„— Andz Sgag funk: Stahi und Eisen.— 11.40: Funkwerbung m. Schallpl. 12.00: Aus Gelsenkirchen: Blasmusik. Ausgef. vom Musikzug der SS.=Standarte 19. Gelsenkirchen. Ltg.: Dunker.— 12.45. Meldungen.— 13.00: Blasmusik.— 13.45: Meldungen.— 14.00: Heitere Musik um Tiere und Blumen.(Schallpi.).— 14.45; „hlachtpiehmarktberichte.— 15.30: Wirtschaftsmeldungen.— 15.50: Stimme der Zeit, 16.00: Nachmittagskonzert. Das kleine Funkorch. Lig.: Eysoldt.— 17.00: Pickertessen und allerhand Sonstiges aus Oerlinghausen a. d. Lippe.— 17.15: Vesperkonzert.— 18.00: Jugendstunde: Jugend treibt Sport.— 18.25: Dr. Jesse: Italienisch.— 18.45: Wirtschaftsmeldungen, Sport. 19.00: München: Reichssendung: Stunde der Nation: Neues von Jos. Handn. Das Funkorch. Ltg.: Sandberger.— 20.00: Abendmeldungen.— 20.10: Italienische Oper. Das Funkorch. Lig.: Kühn.— 21.30: Westdeutsche Wochenschau.— 22.00: Zeit, Wetter Nachr.— 22.20: Zwischenprogramm.— 23.00: Nachtmusik. Das kl. Orchester. Ltg.: Eysoldt.— 23.50: Tanzmusik. Leo Eysoldt mit seinem Orchester. Langenberg: Dienstag. 20. März .00: Morgenruf.—.05: Frühkonzert a. Schallpl.—.40: Leibesübungen.—.00: Zeit. Wetter, Nachr.—.10: Wiederholung des Morgenrufs.— Anschl.: Morgenkonzert(Schallpl.). .15: Zeit Wetter. Wasserstand.—.20: Gymnastik für Frauen. .35: Für die Frau: Die Bedeutung des Kindes für Frau, Mann und Staat.— 10.00: Meldungen.— 10.10: Schulfunk: Kinderturnen mit Musik.— 10.30: Wir und die Welt.— 11.30: Funkwerbung mit Schallplatten. 19 86 am.; 12.00: Kleine Stücke großer Meister(Schallpl.).— 12.95: Meldungen, Glückwünsche— 13.00: Mittagskonzert. Das Große Funkorchester. Ltg.: Kühn.— Dazwischen(13.45): Meldungen. 15.00: Kinderstunde: Blumen und Vögel. Erzählungen und Märchen.— 15.30: Wirtschaftsmeldungen.— 15.40: Bauer Esser: Bauer erhalte die Winterfeuchtigkeit im Boden. 16.00: Nachmittagskonzert. Das kl. Funkorchester. Ltg.: Eysoldt.— 17.00: Bilder aus der deutschen Vergangenheit: Rob. Walter: Die tapferen Weiber von Oberscheden.— 17.15: Musik aus neuen Tonfilmen. Leo Eysoldt mit seinem Orchester.— 18.00 Dichter des ganzen Volkes. Börries Freiherr von Münchhausen, Zu seinem 60. Geburtstag.— 18.25: Das sterbende Bandreißergewerbe. Zwiegespräch.— 18.45: Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht.„ 19.00: Breslau: Reichssendung: Stunde der Nation: Der Arbeiter und das Reich. Ein Hörbericht von der deutschen Wandlung.— 20.00: Abendmeldungen.— 20.10: Frühlingsanfang. Nun treiben wir den Winter aus!— Baldur segnet die Erde!— Nun will der Lenz uns grüßen!— Frühlingslieder und Tänze.— 22.00: Zeit. Wetter. Nachr.— 22.20: Zwischenprogramm.— 23.00 Kammermusik.— 23.40: Nachtmusik des Funkstreichquartetts Langenberg: Mittwoch, 21. Mägz.„ .00: Morgenruf.—.05: Frühkonzert a. Schaupt.—.40 Leibesübungen.—.00: Zeit. Wetter, Nachr.—.10: Wiederholung des Morgenrufs.— Anschl.: Minden(Westf.: Blasmusik des Musikzuges der SA.=Standarte 15, Minden. Ltg.: Plöger, .15: Zeit. Wetter. Wasserstand.—.20: Gymnastik für Frauen. .35: Für die Frau: Mit vielem kommt man aus, mit wenig hält man Haus.— 10.00: Meldungen.— 10.10: Schulfunk: Hinter den Kulissen der Oper. Hörbericht aus dem Opernhaus in Köln(Aufnahme).— 11.00: Großkampftag der Arbeitsschlacht. 12.00: Unterhaltungskonzert. Das Große Funkorch. Lig.: Kühn.— 12.45: Meldungen und Glückwünsche.— 13.00: Mittagskonzert. Das Große Funkorch. Ltg.: Kühn.— Dazwischen(13.45): Meldungen.— 15.00:„Herbert Dähn: Ich helfe, die bei der lethungen— 15.00 Schularveit.— 15.30: der Zeit.— ksmeldungen.— 15.90: Stimme 16.00: Königsberg: Nachmittagskonzert. Das kl. Fünkorch. Ltg.: E. Wilcken.— 17.00: Arbeitsbeschaffungsfront.— 17.15: Beliebte Opern=Ouverturen.(Schallpl.).— 18.00: Volksgemeinschaft— Werkgemeinschaft. Hörfolge aus neuerer Dichtung der Arbeit von Dr. Stephan.— 18.30: Deutsch für Deutsche: Unterhaltsames über Mundart und Hochsprache: Krefelder Platt. 18.45: Wirtschaftsmeldungen. Sport. 19.00: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Stunde der Nation: Deutscher Frühling. Ein Funkspiel von Peter Hagen. Musik von Kirchhoff.— 20.00: Deutschlandsender: Abendmeldungen. 20.10: Großkampftag der Arbeitsschlacht.(Wiederholung.)— 21.00: Quer durch den Tag des Soldaten. Hörbericht aus der Münsterschen Garnison.— 21.30; Soldatenmustk, gesungen und geblasen. Zusammenstellung und Ltg.; G. Kneip.— 22.00; Zeit, Wetter. Nachr.— 22.20: Zwischenprogramm.— 23.00: Nachtmusik. Das U. Orchester. Lig.: Epsoldt. Langenberg: Donnerstag. 22. März .00: Morgenruf.—.05: Frühkonzert auf Schallpl.—.403 Leibesübungen.—.00: Zeit. Wetter, Nachr.—.10: Wiederholung des Morgenrufs.— Anschl.: Morgenkonzert(Schallpl.). .15: Zeit, Wetter. Wasserstand.—.20: Gymnastik für Frauen. .35: Für die Frau: Neue Wege der Volksernährung.— 10.00: Meldungen.— 10.10: Schulfunk: Kinderturnen mit Musik. 10.30: Wir und die Welt.— 11.30: Funkwerbung m. Schallpl. Orchester.=Gladbach=Rhendt. Lig.: Keitel.— Gegen(13.43): Meldungen.— 15.15: Hans Wüsthoff: Die Unterhaltungspflicht gegenüber Angehörigen.— 15.30: Wirtschaftsmeldungen.— 15.50: Stimme der Zeit. 16.00: Paul=Lincke=Stunde(Schallplatten).— 17.00: Zum Tag des Buches. Das Buch im neuen Reich.— 17.20: Virtuose Instrumentalmusik.— 18.00: Jugendstunde: Heimabend.— 18.25; Dipl.=Ing. Pantenburg: Der nordische Mensch als Staatengründer.— 18.45: Wirtschaftsmeldungen. 19.00: Berlin: Reichssendung: Stunde der Nation: Aus unvollendeten Bühnenwerken von Franz Schubert. Berl. Funkorch. Lig.: Steiner. 20.00: Abendmeldungen.— 20.10: Romantische Stunde. Das Gr. Funkorch. Lta.: Dr. Buschkötter— 20.45: Das Sviel der Sviele. Hörspiel v. J. Steck— 22.00: Zwischenprogramm.— 22.20: Deutschlandsender: K. G. Sell: Worüber man in Amerika spricht. — 23.00: Kölner Komvonisten. Haus Zum Tag des Buches. Peter Dörfler: Das feldgraue Buch. Ein wahres Märchen.— 23.50: Nachtmusik. Die fröhlichen Fünf. Langenberg: Freitag. 23. Mär, .00: Morgenruf.—.05: Frühkonzert aus Schallpl.—.40: Leibesübungen.—.00: Zeit. Wetter. Nachr.—.10: Wiederholung des Morgenrufs.— Auschl.: Morgenkonzert(Schallpl.). .15: Zeit, Wetter. Wasserstand.—.20: Gymnastik für Frauen. .35: Für die Frau: Ed. Schröder: Regina Ullmann.— 10.00: Meldungen.— 10.10: Wir und die Welt.— 11.00: SchulfunkSchon wieder Australien?— 11.30: Funkwerbung m. Schallpl. 12.00: Unterhaltungskonzert. Das Westd. Kammerorch. Lig.: Keiper. 12.45: Meldungen und Glückwünsche.— 13.00: Tanzweisen aus Opern(Schallpl.).— 13.45: Meldungen.— 14.00: Mittagskonzert. Das Westd. Kammerorch. Lig.: Keiver.— 15.15: Dr. Ullrich: Kautionsstellung und Arbeitsbeschaffung.— 15.30: Wirtschaftsmeldungen.— 15.40: Bauernfunk: Die Frau im Reichsnährstand Ein Zwiegespräch. 16.00: Nachmittagskonzert. Das kl. Funkorch. Lig.: Eysoldt.— 17.00: H. Holtermann: Neue Baukunst.— 17.15: Vesperkonzert. Das kl. Funkorch. Ltg.: Eysoldt.— 18.00: Jugendstunde: Paul Merten: Wir fahren gen Süden.— 18.25: Englische Unterhaltung. 18.45: Wirtschaftsmeldungen. 19.00: Frankfurt: Reichssendung: Stunde der Nation: Stimmen der Grenze. Land an der Saar.— 20.00: Abendmeldungen.— 20.10: Unterhaltungskonzert. Das Gr. Funkorch. Lig.: Eysoldt. 21.00: Kraft durch Freude. Hörwerk von H. A. Holtz.— 22.00: Zeit. Wetter. Nachr.— 22.20: Zwischenprogramm.— 23.00: Kammermusik. Das Prisca=Quartett. Langenberg: Samstag, 24. März .00: Morgenruf.—.05: Frühkonzert.—.40: Leibesübungen. .00: Zeit, Wetter. Nachr.—.10: Wiederholung des Morgenrufs.— Anschl.: Siegburg: Blasmusik. Ausges. vom Musikzug der SA.=Standarte 29. Siegburg. Ltg.: Farrendorf.—.15: Zeit. Wetter. Wasserstand.—.20: Gymnastik für Frauen.— .35: Für die Frau: Die Hausangestellte. Kleine Winke.— 10.00: Zeit. Wetter, Wasserstand.— 10.10: Kindergarten.— 10.30: Arbeitsschlacht im Westen.— 11.00: Schulfunkfeierstunde. Edda=Frühlingsfeier.— 11.40: Funkwerbung mit Schallplatten. 12.00: Witten: Unterhaltungskonzert des Städt. Orchesters Witten. Ltg.: Fliegner.— 12.45: Meldungen und Glückwünsche.— 13.00: Witten: Mittagskonzert des Städt. Orchesters Witten. Ltg.: Liesegang.— 13.45: Meldungen.— 14.00: Wochenendkonzert auf Schallpl.— 15.00: Singstunde für die Jugend.— 15.45: Volk erzählt: A. H. Klostermeyer: Westf. Dickköpfe, 16.00: Bunte Volksmusik. Lig.: Knetp.— 17.00: Wunder der Erde Mit dem Mitrophon durch die Dechenhöhle.(Aufnahme.)— 17.15: Tanzmusik auf Schallpl.— 18.00: Ernst und heiter? 18.30: Arbeitsbeschaffungsfront.— 18.45: Wirtschaftsmeldungen. 19.00: Köln: Reichssendung: Stunde der Nation: Rheinischen Schilda. Alte rheinische Spottgeschichten.— 20.00: Abendmeidungen.— 20.15: Osnabrück: Lustiger Abend zugunsten der NS.=Völkswohlfahrt.— 22.00: Zeit, Wetter. Nachr.— 22.20 Zuischenprogramm.— 23.00: Breslau: Nachtmusik. 5 Zweites Blatt zu Nr. 63. Der Wortlaut des Gesetzes. zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft. DN Berlin, 15. März. Das Reichsgesetzblatt Teil 1 oom 13. März 1934 veröffentlicht das Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft vom 27. Februar 1934. Das Gesetz hat folgenden Wortlaut: Die Reichsregierung hat folgendes Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird: S 1. Der Reichswirtschaftsminister wird zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft ermächtigt: 1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertretung ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen; 2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen; 8. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen; 4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abeuberufen; 5. Unternehmer und Unternehmungen ak Wirtschaftsverbände anzuschließen. Wirtschaftsverbände sind solche Verbände und Teile don Verbänden, denen die Wahrung wirtschaftlicher Belange von Unternehmern und Unternehmungen obliegt. S.2. Der Reichswirtschaftsminister kann im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern zur Durchführung dieses Gesetzes Rechtsverordnungen und allgemeine Verwaltungsvorschriften erlassen: auch kann er im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern Vorschriften ergänzenden Inhalts erlassen. S 3. Wer vorsätzlich oder fahrlässig einer Anordnung zuwiderhandelt, die der Reichswirtschaftsminister auf Grund dieses Gesetzes oder seiner Durchführungsvorschriften getroffen hat, wird mit Geldstrafe oder Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft. Die Strafverfolgung tritt nur auf Antrag des Reichswirtschaftsministers ein Der Antrag kann zurückgenommen werden. § 4. Wegen eines Schadens, der durch eine Maßnahme auf Grund dieses Gesetzes entsteht, findet eine Entschädigung nicht statt. S 5. Verbände von Angehörigen des Reichsnährstandes mit Ausnahme der Angehörigen gemäß§ 1, Ziffer 1 bis 10 unter b der dritten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes vom 6. Februar 1934 (Reichsgesetzblatt I. Seite 100) und Verbände von Angehörigen der Reichskulturkammer fallen nicht unter dieses Gesetz. Soweit es sich um Verbände von Angehörigen des Reichsnährstandes gemäß§ 1, Ziffer 1 bis 10, unter b der dritten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes und um Verbände des Verkehrs handelt, übt der Reichswirtschaftsminister die Befugnisse der §§--3 im Einnernehmen mit dem zuständigen Fachminister aus; er kann die Befugnisse an den zuständigen Fachminister übertragen. Berlin, 27. Februar 1934. Der Reichskanzler Adolf Hitler, der Reichswirtschaftsminister zugleich für den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Schmitt, der Reichsminister des Innern Frick, der Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz=Rübenach. * Ernennungen durch Rudolf DR München, 15. März. Der Stellvertreter des Führers erläßt folgende Verfügungen: Zum Beauftragten für alle Siedlungsfragen ernenne ich den zu meinem Stab gehörenden Parteigenossen Dr.=Ing. Wilhelm Ludovici, München, Braunes Haus. Alle Fragen der Siedlung, die von Dienststellen der Vartei oder den sämtlich angeschlossenen Verbänden bearbeitet werden oder bearbeitet werden sollen, dürsen nur im Einvernehmen mit meinem Beauftragten, Dr. Ludovici, behandelt werden. Pg. Herbert Stenger wird zum Stabsleiter des Verbindungsstabes der NSDAP. ernannt. Der Verbindungsstab ist die Vermittlungs= und Verbindungsstelle zwischen den Berliner Ministerien und den Dienststellen der NSDAP. Pg. Hermann von Detten, Berlin, wird bei gleichzeitigem Ausscheiden aus der„Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher“ zum Leiter der Abteilung für kultureklen Frieden bei der Reichsleitung der NSDAP. berufen. Annener Zeitung. München, 12. März 1934 (gez.) Rudolf Heß. Memel profestiert Der Landtag gegen die Litauischen Gewaltmaßnahmen. Memel, 14. März. Der Memelländische Landtag beschäftigte sich mit den neuen litauischen Maßnahmen, die sich gegen die autonome Selbständigkeit des Memeigebiets richten. Einstimmig wurde von den Rednern der Mehrheitsparteien das Ungesetzmäßige dieser Politik gekennzeichnet, und mit Einmütigkeit erneuerten die Redner das Gelöbnis, daß die memelländische Bevölkerung auch in Zukunft mit allen Rechtsmitteln für die Autonomie, die ihr mit dem Memelstatut von den Signatarmächten anvertraut worden ist, eintreten wird. Die Landtagssitzung wurde mit der Verlesung eines Dringlichkeitsantrages eingeleitet, in dem die Schaffung eines Sonderschutzgesetzes für das Memelgebiet gesordert wird, gewissermaßen ein Parallelgesetz zu dem vor kurzem von der Kownoer Regierung erlassenen Gesetz„zum Schutz von Volk und Staat“, das bekanntlich in seiner Ausführung praktisch nichts anderes darstellt, als die völlige Beseitigung der Autonomie. Durch das Memelländer Sondergesetz soll nun die autonome Selbständigkeit des Memelgebiets geschützt werden. Von zahlreichen Rednern der Mehrheitsparteien wurde zum Gesetz der litauischen Regierung„zum Schutze von Volk und Staat“ Stellung genommen und in unmißverKändlicher Deutlichkeit der wahre Charakter dieses Gesetzes gekennzeichnet. Der Präsident des Memeldirektoriums, Dr. Schreiber, wies nach, daß das Gesetz mit der Grundlage des Memelstatuts unvereinbar sei. Erster Spatenstich zur Umgestaltung des Berliner Horst-Wessel-Platzes.: Oben: Die Feier vor der Volksbühne am Horst=Wessel=Platz während der Ansprache des Oberbürgermeisters Dr. Sahm. Unten: Der Vorbeimarsch der Fahnenabirdnungen vor Dr. Goebbels(Mitte, im hellen Mantel). Die Reichshauptstadt hat die großzügige Ausgestaltung des Horst=Wessel=Platzes in Angriff genommen. Auf dem Platz, der früher ein Sammelpunkt des roten Berüins war, wird ein Ehrenhain angelegt, der mit einem Gruppen=Ehrenmal für alle Gefallenen der nationalsozia=tistischen Erhebung geschmückt werden wird. Der sunisoriur. Anndedinh Venetalskab illt das Reet verskarken. DRB Paris, 13. März. In dem Ministerrat am Dienstag wurde die Einsetzung eines interministeriellen Ausschusses beschlossen, der sich mit allen Kontingentierungsmaßnahmen beschäftigen soll. Diesem Ausschuß gehören an: Der Außenminister, der Finanzminister, der Handelsminister, der Landwirtschaftsminister, der Kolonialminister und der Minister für öffentliche Arbeiten. Aus dem Ministerrat selbst bringt die Abendpresse keine besonderen neuen Entschlüsse. Einheitlich wird berichtet, daß eine Beratung des obersten Rates für die Landesverteidigung zur Abfassung der französischen Antwortnote an England in der Abrüstungsfrage nicht mehr erforderlich sei. Das Gutachten des Ausschusses des Obersten Rates der Landesverteidigung, der kürzlich unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Doumergue und unter Teilnahme des Kriegsministers, des Marineministers, des Luftfahrtministers und des Außenministers. tagte, soll für die Ausarbeitung der Antwortnote, die nicht eine eigentlich technische Note sein werde, ausreichen. Neben den Berechnungen der Effektivbestände und des Kriegsmaterials gebe es nämlich, so schreibt der„Paris Soir“, ernstere Fragen. Vom französischen Standpunkt aus beherrschten die Bürgschaften für die Durchführung des geplanten Abrüstungsabkommens alle anderen Fragen. Die„Liberté faßt drei Punkte der französischen Außenpolitik als wesentlich zusammen: 1. Jede Abrüstung sei für Frankreich unmöglich, solange die Aufrüstung Deutschlands andauere, also keine Abrüstung Frankreichs, jedoch Kontrolle des gegenwärtigen Rüstungsstandes Deutschlands. 2. Endgültiges Einvernehmen über die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit Oesterreichs. 3. Einvernehmen über die Verteidigung des Goldstandards. Ueber diese drei Punkte seien sich, so sagt das Biatt, die Regierungen in Paris und in Rom einig. Die sinksstehende Abendzeitung„Notre Temps“ bemerkt zu der Befragung des obersten Rates der Landesverteidigung bezw. seines Ausschusses in der Abrüstungsfrage, der französische Generalstab wolle die Streitkräfte Frankreichs heraufsetzen. Er wolle selbst für den Fall eines Abrüstungsabkommens Handlungsfreiheit zur Verstärkung der französischen Heeresorganisation. Sollte kein Abkommen zustande kommen und jeder Macht Rüstungsfreiheit nach Belieben belassen werden, so wolle der französische Generalstab die Verstärkung der französischen Heeresorganisation unverzüglich beginnen. ** Falschmeldung eines Bukarester Blattes über Wassenlieferungen nach Ungarn. DRB Budapest, 14. März. Der Bukarester„Universul" meldet, daß große Mengen Kriegsmaterial über Klagenfurth nach Ungarn geliefert worden seien. Das ungarische Telegraphen= und Korrespondenzbüro ist von zuständiger Stelle angewiesen, diese Unterstellung im vollen Umfange zurückzuweisen. Vor der Auflösung des estländischen Parlaments An 300 Verhaftungen. DNB Reval, 14. März. Die Haussuchungen bei den estnischen Freiheitskämpfern wurden auch am Dienstag fortgesetzt, bis jetzt sollen etwa 300 Verhaftungen erfolgt sein. Der Aeltestenrat des Parlaments beschloß, das Parlament am Freitag nach Annahme des Staatshaushaltes, die in einer Sitzung in drei Lesungen erfolgen soll, aufzulösen, Da es kaum anzunehmen ist, daß die für den April angesetzten Präsidenten= und Parlamentswahlen bei der gegenwärtigen Lage stattfinden, so ist mit einer längeren parlamentslosen Zeit zu rechnen Kardinal-Erzbischof Bertcam 75Jahre DRB Berlin, 15. März. Der Oberhirte der Erzdiözese Breslau, Kardinal=Erzbischof Dr. Bertram, vollendet sein 75. Lebensjahr.— Als Sohn eines Kaufmanns in Hildesheim geboren, studierte Johannes Adolf Bertram in Würzburg Theologie und empfing 1881 die Priesterweihe. Nach Studienjahren in Innsbruck und Rom, die mit der Erlangung des theologischen und juristischen Doktorgrades endeten, kehrte Bertram in seine Heimat zurück und wurde in Hildesheim zunächst Domvikar, später Domkapitular und 1905 Generalvikar. 1906 wurde Bertram zum Bischof von Hildesheim gewählt. 1914 wählte das Breslauer Domkapitel Vertram als Nachfolger des verstorbenen Kardinals Kopp zum Fürstbischof von Breslau. 1919 ernannte ihn der Papst zum Kardinal. Die besonders schwere Zeit der Besetzung Oberschlesiens Donnerstag, den 15. März 1934 und der Abstimmungskämpfe verstand Bertram in kirchlicher Hinsicht mit großer Umsicht zu meistern, die von Polen beeinflußte Ententekommission ging soweit, ihm die Einreise in das Abstimmungsgebiet zu verbieten. Durch das 1929 zwischen dem Vatikan und Preußen abgeschlossene Konkordat wurde das Fürstbistum Breslau zur Erzdiözese erhoben, wodurch Kordinal Bertram als Erzbischof auch noch die Sorge für die neugegründeten Bistümer Berlin und Ermland und die Administratur Schneidemühl übertragen wurde. 1931 feierte Bertram unter großen Ehrungen sein goldenes Priesterjubiläum. Die Aufaaben der Reichsbank Gelegentlich eines Besuches in Karlsruhe sprach Reichsbankpräsident Dr. Schacht vor führenden Persön lichkeiten der badischen Wirtschaft im Hotel„Germania“ Auch Reichsstatthalter Robert Wagner und die Minister waren erschienen, ebenso die Vertreter der Behörden und öffentlichen Körperschaften. Der Reichsbankpräsident führte u. a. aus: Trotz der 1 stannenswerten Erfolge der nationalen Regierung, die innerhalb eines Jahres die Zahl der Arbeitslosen um 2,7 Millionen herabdrücken konnte, gehe es einer Reihe von Leuten noch nicht schnell genug. Allein, man dürfe keine Wunder erwarten. Das Ziel könne man nur durch Tüchtigkeit und Fleiß erreichen. Dr. Schacht erinnerte dann an die marxistische Pumpwirtschaft der 14 Nachkriegsjahre und erklärte unter großem Beifall: Eine solche Wirtschaft wollen wir nicht mehr haben! Dr. Schacht verbreitete sich hierauf über die Struktur der Reichsbank, die eine Reichsbehörde und kein Erwerbsinstitut sei. Oberster Zweck der Reichsbank sei die Aufrechterhaltung der Stabilität der Währung und die Regelung des Geldumlaufs. Damit sielen alle Ansprüche an die Reichsbank, die darauf hinauslausen, die Notenpresse für den Kredit in Bewegung zu setzen. Dr. Schacht behandelte in seinen weiteren Darlegungen ausführlich alle mit der Politik der Reichsbank zusammenhängenden Fragen, wobei er unterstrich, daß sich die Reichsbank mit der Wirtschaft aufs engste verbunden fühle und in ihren Maßnahmen keineswegs ängstlich sei, weil sie an die deutsche Zukunft glaube, und weil die neue Zeit in der Tat zu größtem Optimismus berechtige. * Das neue Handwerksgesetz. Reichshandwerksführer Schmid gab auf dem ersten thüringischen Obermeistertag Einzelheiten des kommenden Handwerksgesetzes bekannt. Der Träger des Binnenmarktes, sei neben Handel und Landwirtschaft der deutsche Mittelstand, dessen Kernstück das Handwerk sei. Dem trage auch das in Kürze zu erwartende Handwerksgesetz Rechnung. Es führe die Pflichtorganisation ein, deren Träger der Meister und der Geselle seien. Die kleinste Zelle werde die einem Obermeister unterstellte Innung sein, in deren Beirat auch der Altgeselle sitze. Die Innungen würden zusammengesaßt in Kreishandwerkerschaften, deren Führer der Handwerkskammer unterstellt seien. Zwischen dem Handwerkskammerpräsidenten und dem Reichshandwerksführer stehe der Landeshandwerksführer, von denen es in Deutschland 13 geben werde. Dem Obermeister werde im übrigen das Strafrecht wieder übertragen werden. Beschwerden gegen seine Maßnahmen gingen nur bis zur Handwerkskammer. Die Berechtigung der Beschwerde werde auf einem besonderen Gerichtstag durch den Handwerkskammerpräsidenten nachgeprüft werden. Jede Entwicklung brauche Zeit. Der Handwerksstand, der in seiner Zusammensetzung aus Lehrlingen, Gesellen und Meistern die wahre Volksgemeinschaft verkörpere, solle Einkehr bei sich selbst halten und dafür sorgen, daß jener Krämergeist verschwinde, der dem einzelnen nichts nutze, wohl aber der Gesamtheit schade. Die Bezeichnung„Meister“ müsse als Ebrentitel hochgehalten werden und könne nicht durch hochtrabende Firmenbezeichnungen, hinter denen sich oft nur Mangel an Leistung und Qualität verberge, ersetzt werden. Der Löwe im Kinderzimmer Paris, 13. März. Eine schreckliche Ueberraschung erlebte ein junges Ehepaar in Poitiers, als es am Morgen ins Kinderzimmer trat, wo die beiden Zwillingstöchterchen schliefen. Mitten im Zimmer lag auf dem Teppich ausgestreckt ein ausgewachsener Löwe und begann sich beim Eintritt des Ehepaares gemächlich zu recken und zu dehnen. Das Tier war offenbar durch das nur angelehnte Fenster in das im Erdgeschoß gelegene Zimmer eingedrungen. Jetzt erwachten auch die Kinder, aber während die Eltern schreckensbleich an der Tür standen, unfähig, eine Bewegung zu machen, zeigten sie nicht die geringste Angst. Eins der beiden kleinen Mädchen kletterte aus dem Bettchen und ging unerschrocken auf die große Katze zu, um sie zu streicheln. Der Löwe, ein altes, gemütliches Tier, ließ sich die Liebkosungen durch die kleinen Hände ruhig gefallen, und das Kind forderte, vor Freude kreischend, die Eltern auf, auch mit der schönen „Miezekatze" zu spielen. Mit angsterstickter Stimme bat die Mutter die beiden Kinder sofort das Zimmer zu verlassen, und als die beiden Mädchen etwas erstaunt diesen Befehl befolgt hatten, schloß man rasch die Tür ab. Der Vater eilte zur Polizei und alarmierte das Ueberfallkommando. Durch die Polizeibeamten erfuhr er, daß der Löwe bereits von einem Zirkusbesitzer gesucht werde. Das Tier war schon am Abend vorher ausgerissen und hatte einen Erkundigungsspaziergang durch die Stadt unternommen. Der Zirkusbesitzer wurde benachrichtigt und erschien rechtzeitig genug auf dem Plan, um die Erschießung des Löwen durch die Polizeibeamten, die nicht wußten, wie sie das Tier auf andere Art überwältigen konnten, zu verhindern. Mit einem Revolver bewaffnet, einen Stuhl zum Schutze vor sich herschiebend, drang er in das Zimmer ein und trieb den Löwen, der verdrießlich knurrte, in eine Ecke. Dann eilten auch die Helfer herbei, und es gelang ohne große Mühe, das phlegmatische Tier in den bereitgehaltenen Käfig zu treiben. Damit fand das aufregende Abenteuer einen für alle Teile befriedigenden Abschluß. Gibst Du auch ost und vielerlei, ein aules Buch sei stels dabei! Kriegszustand über Estland. Blick auf Tallin(Reval), die Hauptstadt von Estland. Im Vordergrund: Der Bahnhof. Unten links: Rechtsanwalt Sirk, der Führer der Freiheitskämpfer. Unten rechts: General Laidoner, der zum Oberbefehlshaber der estnischen Truppen mit unbeschränkten Vollmachten ernannt wurde. Der estländische Ministerrat hat für die Dauer von sechs Monaten den Kriegszustand über das ganze Land verhängt. Der Kampf der Regierung wendet sich gegen die Freiheitskämpfer, die faschistisch eingestellt sind. Auf der ganzen Linie vorwärts! Der westfälische Arbeitsmarkt im Februar 1934 Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen teilt mit: Der Kampf gegen die winterliche Arbeitslosigkeit wird siegreich beendet werden. Nachdem im Monat Februar kein Rückschlag mehr eingetreten ist, ist eine: Gefährdung des Arbeitsmarktes aus jahreszeitlichen Gründen nicht mehr zu befürchten. Die Gefahr einer Steigerung der Arbeitslosigkeit im Winter kann damit endgültig als überwunden angesehen werden. Einen geringfügigen Rückschlag infolge Frostwetters brachte nur der Dezember; seit diesem Zeitpunkt gehen die Arbeitslosenzahlen wieder ununterbrochen zurück. Bereits im Januar war eine Abnahme um rund 28000 festzustellen. Im Februar ist eine Verminderung in gleicher Höhe, also wiederum um rund 28000 oder 10,4 Prozent, eingetreten, so daß z. Zt. noch 242 000 Arbeitslose vorhanden sind. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen beläuft sich auf 221 499. Davon entfallen 14 582 auf die Arbeitslosenversicherung(Abnahme: 7279), 75 150 aus die Krisenfürsorge(Abnahme: 6796) und 131 767 auf die Wohlfahrt(Abnahme: 12 923). Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen haben auch im Februar wieder eine große Rolle gespielt. Die Zahl der Notstandsarbeiter erhöhte sich um 6758 auf 45 352. Diese Arbeiten kommen in erster Linie den älteren Arbeitslosen zugute, während Landhilfe, Arbeitsdienst und Landjahr den Jugendlichen bis zu 25 Jahren vorbehalten sind. Landhelfer und Landhelferinnen wurden laufend angefordert. Der günstige Stand dieser Vermittlungen geht deutlich daraus hervor, daß z. B. im Arbeitsamtsbezirk Bochum kaum arbeitsfähige Unterstützungsempfänger unter 25 Jahren mehr vorhanden sind. Am 15. April nimmt das erste Landjahr für die diesjährigen schulentlassenen Volksschüler seinen Anfang. Nach einem Erlaß des preußischen Ministers für Volksbildung werden aus Westfalen 6500 Kinder einberufen und für die Dauer eines Jahres in Heimen, die in rein ländlichen Bezirken liegen, untergebracht, wo sie neben einer nationalsozialistischen Erziehung mit dem Landleben und der Landarbeit vertraut gemacht werden sollen. Auf den Regierungsbezirk Arnsberg entfallen von den 6500 Kindern 4280, auf den Regierungsbezirk Münster 1860 und auf den Regierungsbezirk Minden 360. In erster Linie werden die Kinder aus industriellen Bezirken Arnsberg beweist, dem der Hauptteil des Ruhrgebietes Arnsberg beweist, dem der Haupteil des Ruhrgebietes angehört. Einen kräftigen Auftrieb erhielt der Arbeitsmarkt ferner durch die aus öffentlichen Mitteln bezuschußten Instandsetzungs= und Umbauarbeiten. Die Zahl der arbeitslosen Baufach= und=hilfsarbeiter ging allein im Februar um rund 9000 zurück. In vielen Bezirken besteht bereits ein gewisser Mangel an Maurern und Anstreichern. Im Bergbau hat die günstige Lage angehalten. Etwa 1000 Leute wurden neu angelegt, so daß sich der Belegschaftsstand jetzt auf rund 219500 Mann beläuft. Auch die Hütten= und Walzwerksindustrie sowie die metallverarbeitende Industrie nahmen in größerem Umfang Kräfte auf. Ein gewisser Auftragsrückgang ist z. Zt. in der Möbelindustrie zu verzeichnen, der auf die vorübergehende Sverre der Ehestandsdarlehen bis zum 1. April zurückgeführt wird. Zu Entlassungen ist es jedoch einstweilen nicht gekommen. In den übrigen Zweigen der Konsumgüterindustrie ist der Beschäftigungsgrad gut. In den Angestelltenberufen tritt allmählich eine Besserung ein, an der auch die technischen Angestellten stärker als bisher teilnehmen. Stavisty-Psychose in Paris Beschuldigungen gegen Dalimier. Gegen den früheren Ministerpräsidenten Dalimier ist bei dem Pariser Untersuchungsrichter Beschwerde wegen Unregelmäßigkeiten in Verbindung mit Stavisky eingereicht worden. Der Beschwerdeführer vertritt die Ansicht, es sei der Beweis erbracht, daß es sich hier um ein Vertuschungsmanöver handele, und der Untersuchungsrichter wird aufgesordert, die Anklage gegen den früheren Ministerpräsidenten zu erheben. Ergebnislose Suche nach den Mördern von Prince. Die Suche nach den Mördern des Gerichtsrats Prince hat noch kein Resultat gezeitigt. Die wiederausgegrabene und nach Paris übergeführte Leiche des Gerichtsrates Prince wird dort von Spezialärzten nochmals eingehend untersucht werden. Ein Zwischenfall bei einem Verhör. Der Untersuchungsrichter hat die früheren Minister Durand und Dalimier, Frau Stavisky und den Privatsekretär Staviskys, Romagnino, verhört. Im Arbeitszimmer des Untersuchungsrichters kam es zu einem Zwischenfall, als ein junger Rechtsanwalt in der Amtsrobe unangemeldet eintrat, das Verhör unterbrach und auf den Untersuchungsrichter einzureden begann. Er soll sich beleidigender Ausdrücke bedient haben und, wie man behauptet, sogar handgreiflich geworden sein. Er mußte gewaltsam aus dem Zimmer entfernt und zur Polizeiwache gebracht werden, wo er nur mühsam daran verhindert werden konnte, sich völlig zu entkleiden. Allem Anschein nach hat der junge Anwalt in einem Anfall von geistiger Verwirrung gehandelt. Insgesamt 23 Anklagen und 17 Verhaftungen. Im Zusammenhang mit dem Stavisky=Skandal sind bisher insgesamt 23 Anklagen erhoben worden, die in 17 Fällen zur Verhaftung geführt haben. Der Pariser Gerichtspolizeidirektor amtsenthoben. DRB. Paris, 14. März. Der langjährige Direktor der Pariser Gerichtspolizei, Guichard, eine stadtbekannte Persönlichkeit„ist vom Ministerrat seines Amtes enthoben worden. Guichard, der am 1. April die Altersgrenze erreicht hätte, wird vorgeworfen, er habe die Vorladungen des Bayonner Untersuchungsrichters an die früheren Minister Dalimier und Durand verzögert. Stavisky und die Gebrüder Barmat. DNB. Paris, 14. März. Der Rechtsanwalt und frühere Attaché im Finanzministerium, Guiboud=Ribaud, wurde am Dienstag vom parlamentarischen StaviskyAusschuß verhört. Er sagte u. a. aus, daß der Name des setzigen Landwirtschaftsministers Queuille des öfteren in der Umgebung Staviskys gefallen sei und daß dieser auch vom früheren Luftfahrtminister Cot gesprochen habe. Cot habe in direkter Verbindung mit Stavisky gestanden. Es habe sich um den Ankauf von Flugzeugen der Firma Weymann gehandelt und so viel er wisse, seien auch Ankäufe getätigt worden. Auf die Frage, ob Stavisky die Gebrüder Barmat gekannt habe, antwortete der Zeuge: Nein, aber ich habe sie gekannt. Ich habe im Jahre 1929 die Bekanntschaft Julius Barmats gemacht und bin sein Berater in Banksachen gewesen. Der Präsident des neuen sozialistisch. Londoner Stadtrats. Lord Snell, der frühere Unterstaatssekretär für Indien, wurde zum Präsidenten des neuen Londoner Stadtrates gewählt, der zum erstenmal in der Geschichte dieser volkreichsten Stadt der Welt eine sozialistische Mehrheit aufweist. ——— und mit Gift... Düsseldorf, 14. März. Am 15. März beginnt vor dem 4. Strafsenat des Reichsgerichts ein Prozeß gegen sechs Kommunisten aus Düsseldorf. Unter der Anklage der Vorbereitung zum Hochverrat haben sich zu verantworten der Schleifer August Hillgraf, der Schlosser Heinrich Weinzieher, der Kraftfahrer Hans Wienke, der Sattler Ernst Saalwächter, der Arbeiter Wilhelm Ludwig und der Bäcker Artur Schmide. Für die Durchführung dieses Prozesses sind drei Tage vorgesehen. Am zweiten Verhandlungstage wird die Vernehmung von 20 Zeugen erfolgen.— Tieser Prozeß wird sich außerordentlich interessant und aufschlußreich gestalten. Wie noch in Erinnerung sein dürfte, wurde bereits vom preußischen Ministerpräsidenten Göring in seiner Eigenschaft als Zeuge im Reichstagsbrandstifter=Prozeß auf die großen Gefahren hingewiesen, die unserem Volke von Seiten der Kommunisten gedroht hatten. Die Umsturzpartei hatte nicht nur Waffen, Munition und Sprengstoff in ihrem Besitz, sondern ihre„Führer" wären im Falle des von ihnen vorbereiteten Bürgerkrieges auch mit Gift gegen die wehrlose Bevölkerung vorgegangen. Erst durch die nationale Erhebung und die Uebernahme der staatlichen Machtmittel durch die Hitler=Regierung wurde diese kaum aus. zudenkende Gefahr im letzten Augenblick endgültig abgewendet.— Den vorstehend genannten Kommunisten wird zum Vorwurf gemacht, daß sie versucht haben sollten, SA=Männern Gift beizubringen. Auflösung der Denksportausgabe. Allerlei kniffliche Fragen. Zwei Füße gingen in die Stadt hinein. Die andern lamen alle heraus, da sie dem Mann„begegneten“. Der eine Junge bekam zehn Aepfel und einen halben, der andere neun Aepfel und einen halben. Axel ist der Sohn von Frau Bertha, die natürlich nicht sein Vater sein kann. Provinz=Nachrichten Dortmund, 13. März.(Obermeistertag des Konditorengewerbes.) Am Dienstagnachmittag tagten im Reinoldus die Obermeister der Innungen des Konditorenverbandes Westfalen=Lippe. Nach der Begrüßung durch Obermeister Tormehr sprach der Präsident der Handwerkskammer Dortmund, Schmidt, über die Zukunftaufgaben der Obermeister. Es wird nicht mehr so sehr ihre Aufgabe sein, Preis= und Marktfragen zu regeln, sondern sie werden die Erziehungsaufgabe zum Nationalsozialismus in die Tat umsetzen müssen und zwar auf dem Gebiete des Handwerks. Auch im Handwerk wird das Führerprinzip durchgeführt werden. Als erster Punkt der Tagesordnung stand die Beratung wirtschaftlicher Fragen zur Debatte. Geschäftsführer Kopp erstattete Bericht über Sahnepreis=, Milchwirtschaftsverband, Deklarationspflicht, Backkurse und Gaspreise. Zu diesen internen Angelegenheiten ergriffen mehrere Redner das Wort. Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf das Verhältnis der Konditoren zum Reichsnährstand und zum Reichseinheitsverband des deutschen Gaststättengewerbes. Drotmund, 14. März.(Tagung des Wäschereiverbandes Westfalen=Lippe in Dortmund.) In Dortmund tagte der Bezirks=Wäscherei=Fachverband für Westfalen und Lippe, eröffnet von dem Bezirksvorsitzenden Pg. MeyerBielefeld mit Begrüßung der Vertreter der Handwerkskammer, der Behörden und der Deutschen Arbeitsfront und mit allsemeinen Ausführungen über die Berufsorganisation im Rahmen des allgemeinen ständischen Aufbaues. Namens des Textilarbeiterverbandes in der Deutschen Arbeitsfront sprach Pg. Schwarz von der Verbandskreisleitung Dortmund, der zum Ausdruck brachte, daß die gegenwärtigen Löhne infolge des gegenseitigen Sichunterbietens der Wäschereien nicht ausreichend waren. Die Lohnregelung sei jetzt für alle Wäschereien einheitlich erfolgt. Nach der Erklärung des Handwerkskammervertreters Dr. Sackmann ist auch die Waschfrau eine, wenn auch nur die einfachste Form, eines handwerklichen Betriebes. Die Wäschereibetriebe werden jetzt alle auf handwerksmäßige Grundlage gestellt. Aufgabe der Pflichtinnung werde es sein, die einzelnen Betriebe zur Ordnung anzuhalten. Der Reichsverbandsleiter für Wäschereien und Plättereien, Pg. Kloob=München. führte u. a. aus, in keinem anderen Handwerkszweig treibe die Preisunterbietung so üppige Blüten wie hier. Solches Verhalten sei ein Hohn auf die Volksgemeinschaft. Am 1. Oktober 1933 wurde die Organisation des Reichsverbandes der Wäscherei= und Plättereibetriebe Deutschlands auf Anordnung des Reichsstandes des deutschen Handwerks geschaffen. Die Mehrzahl, 60 Prozent der Wäschereibesitzer Deutschlands, stehe noch abseits, doch jetzt müsse sich jeder der Organisation anschließen, denn es gehe um die Existenz des Berufsstandes. Die 68 Handwerkskammern in Deutschland werden die Wäscherei als Handwerk anerkennen, 46 von ihnen haben es bereits getan. Der Wäschereibesitzer wird Handwerksmeister werden und mithelfen am ständischen Aufbau in Deutschland und am Aufbau der deutschen Wirtschaft. Bocholt, 14. März.(Der Tod auf dem Schulweg.) Heute morgen kurz vor 8 Uhr verunglückte der 12 jährige Volksschüler Karl Matschke, der sich auf dem Wege zur Schule befand, tödlich. Der Junge setzte sich auf der Braunschweigstraße auf die Verbindungsstange zwischen einem Trecker und dessen Anhänger. Auf der Kaiser=Wilhelm=Straße verließ er seinen Sitz, stolperte und geriet unter die Räder des mit Ziegelsteinen beladenen Auhängers. Man brachte den Schwerverietzten zum Krankenhaus, wo er nach kurzer Zeit starb. Bottrop, 14. März.(Aus der alt=katholischen Gemeinde.) Oberbürgermeister Irrgang und die Regierung in Münster haben der Errichtung einer altkatholischen Volksschule zugestimmt. Es werden vier Schulklassen eingerichtet. Das Gebäude der bisherigen Lutherschule wird samt Inventar und Lehrmittel der alt=katholischen Schule zur Verfügung gestellt. Die Schule wird den Namen„Döllingerschule“ führen.(Döllinger war der größte Kirchengeschichtler des 19. Jahrhundert und der geistige Vater des Alt=Katholizismus.) Zwei Schulklassen werden nach Eigen in eine neu zu errichtende Schulbaracke auf dem Gelände der ehemaligen freien Schule verlegt werden. Aus dem Gerichtssaal Unter Ausschluß der Oefsentlichkeit. Wengern, 14. März. Die Strafkammer Hagen ver handelte gegen den 18 jährigen Formerlehrling August ., der sich an drei Mädchen unter 14 Jahren verganger. hat. Teilgenommen an dem Verbrechen haben noch zwei andere junge Leute, darunter der Bruder eines der Mädchen. Weshalb gegen diese nicht verhandelt wurde, bliel ungeklärt. D. erhielt eine Gesamtstrafe von 10 Monaten Gefängnis unter Annahme mildernder Umstände. Hagen, 14. März. Der 55 jährige Arbeiter Augus Hartwich, ein unbestrafter Mann, hat mit zwei Schwestern im Alter von 8 bis 11 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen. Urteil: 10 Monate Gefängnis. Ein zweiter Hagener Fall betraf den Buchdrucker Jos. Bertmann, der mehrfach auch einschlägig vorbestraft ist. Dieser Angeklagte ist ein Psychopath mit angeborenem Schwachsinn. Die Voraussetzung des Paragr. 51 lag aber nicht vor. Er hat sich an zwei Knaben unter 14 Jahren schamlos vergangen. Die Beweisaufnahme gestaltete sich sehr schwierig. Das Gericht beschloß, den Angeklagten auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Altena, 14. März. Der Härter Gustav Haupt von hier ist im Jahre 1931 der Verführung unterlegen. Ein Mädchen, das noch nicht 14 Jahre ist, war der Schrecken aller verheirateter Frauen in jener Gegend. Der Verteidiger des Angeklagten konnte soviel Milderungsgründe für den unbestraften Mann anführen, daß dieser mit 6 Mon. Gefängnis, also der Mindeststrafe, davonkam. * Beginn eines Riesendiebstahlsprozesses. 53 Angeklagte, 138 Diebstähle. Wuppertal, 14. März. Ein Diebstahls=Prozeß, der nicht nur durch die außerordentlich große Zahl der zur Aburteilung stehenden Straftaten, sondern auch durch die große Zahl der Beschuldigten weit über den gewöhnlichen Rahmen hinausgeht, begann vor der Großen Strafkammer des Wuppertaler Landgerichts. Angeklagt sind insgesamt 53 Personen, an der Svitze der 29 jährige Arbeiter Anton Westermeyer aus Unterdüssel, die beschuldigt werden, insgesamt 138 Diebstähle im Niederbergischen Lande begangen zu haben. Die Spezialität der Angeklagten waren Viehdiebstähle. Nicht nur wertvolles Vieh wie Rindvieh, Schweine und Schafe, sondern auch Kleinvieh aller Art waren eine vielbegehrte Beute dieser Bande, die lange Zeit das Land unsicher machte. Meist gingen drei bis vier Mitglieder auf Diebesfahrt. Am ersten Verhandlungstag wurden 15 Angeklagte vernommen. Es wird mit einer Prozeßdauer von vier bis fünf Tagen gerechnet. * KPD.=Funktionäre als Diebe und Einbrecher. Duisburg=Hamborn, 14. März. Die Duisburger Große Strafkammer verurteilte am Dienstag 13 Mütheimer Kommunisten, die aus dem früher berüchtigten StöckerViertel stammen, wegen zahlloser schmerer Diebstähle und Einbrüche sowie eines versuchten schweren Raubes zu insgesamt 29 Jahren und drei Monaten Gefängnis. Es handelte sich bei den Verurteilten durchweg um ebemalige Funktionäre der KPD., von denen ein Teil bei Ausbruch der nationalen Revolution ins Konzentrationslager gebracht wurde. Die Aufklärung der Verbrechen geschah zum größten Teil durch die Nachrichtenabteilung der Standarte 159 in Mülheim. * Fünf Jahre Zuchthaus für eine grenzenlose Gemeinheit. Köln, 14. März. Das Kölner Schwurgericht verurteilte den 33 jährigen Schlosser Willi Walther aus Hürth wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung, wegen Meineids und wegen Anstiftung zum Meineid zu einer Gesamtstrafe von fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte hatte sich im Frühjahr 1932 mit einer jungen Hausangestellten unter der Angabe, er sei ein Ingenieur Wallerstein und habe 320 Mark Monatsgehalt, verlobt und er verkehrte auch Schwiegersohn im Kreise der Eltern der Braut. Bei seinen verschiedenen Besuchen erfuhr er, daß die ältere Schwester seiner Braut, eine jungverheiratete Frau, in Scheidung lebe und daß deren Mann für die Klage das Armenrecht beantragt hatte, was ihm abgelehnt worden sei. Er suchte daraufhin den Ehemann auf und erzählte ihm, auch er habe Beziehungen zu seiner jungen Frau unterhalten, ohne aber etwas davon zu wissen, daß sie verheiratet sei. Jetzt habe sie ihn aber bestohlen, und er wolle dafür sorgen, daß sie ihre gerechte Strafe empfange. Dabei ließ er durchblicken, daß er sich in Not befinde und forderte 25 Mark, für die er dann dem Ehemann eine eidesstattliche Versicherung des Inhalts abgab, daß er mit dessen Frau Beziehungen unterhalten habe. Nun kam der Scheidungsprozeß in Schwung. In dem entscheidenden Termin wiederholte Walther unter Eid seine Beschuldigungen gegen die junge Frau, die als Alleinschuldige geschieden wurde. Es ergaben sich dann aber Zweifel über die Richtigkeit des geleisteten Eides von Walther, der in Untersuchungshaft genommen wurde. In einer Gemeinschaftszelle bearbeitete er einen jungen Mitgefangenen solange, bis er vor der Polizei und dem Untersuchungsrichter aussagte, auch er habe Beziehungen zu der jungen Frau gehabt. Vor dem Eid legte der junge Mensch ein offenes Geständnis ab und gab zu, zu seiner Aussage nur von Walther angestiftet worden zu sein. Es sei ja kein Wort wahr von der ganzen Geschichte. Der junge Mann kam wegen Begünstigung mit sechs Monaten Gefängnis davon. In der Urteilsbegründung geißelte der Vorsitzende die Tat aufs schärfste und nannte sie das niederträchtigste, was sich auf diesem Gebiete überhaupt vorstellen ließe. Shneenlschlein. Schneeglöcklein meldet Frühling an! Freund Winter kommt in Acht und Bann. Es naht der Lenz in schönster Pracht Mit ausgesuchter Blütenfracht. Und als das erste Blümlein hold Strahlt Schneeglöcklein im Sonnengold. Aus zartem Grün sein Krönchen lugt, Und groß und klein es draußen sucht. Ein jedes Blümlein, das wir seh'n, Will uns wie Lenzesgruß umweh'n. Ade nun, Winter, ziehe aus Mit Schnee und Eis und Sturmgebraus! Willkommen aber Schneeglöcklein, Du läutest uns den Frühling ein! M. 2. „„ Sowbaten werden zu Sieblern, Handwerkern und Beamten Besuch in einer Heeresfachschule kehr" beim Verkauf der Erzeugnisse zu regeln und wird einmal ohne Zweifel dank leiner neuzeitlichen Vorbilvung seinen Siedlerkameraden selbst ein Vorbild und Lehrmeister sein können! Heeresfachschulen! Viel zu wenig bekannt sind diese ausgezeichneten Institute, die Schulen der deutschen Wehrmacht. Zwölf Jahre freiwilliger Dienstzeit sind eine lange Spanne— da kann man mancherlei vergessen, da wird man auch ein gutes Stück älter und Von R. von Engelhardt Tochuis und Haarzsfachschulaen für Dandminte, wian aoßen, modernen Setzmaschinen kommt Technir und Heeresfachschuten für Landwirtschaft und Forstwirtschaft. An jedem militärischen Standort gibt es mindestens eine der drei Schulgattungen; der Unterricht erstreckt sich fast über die gesamte Dienstzeit. Zivillehrer akademischer und seminaristischer Vorbildung, auch Fachlehrer der einzelnen Unterrichtsgebiete, leiten die Ausbildung. Die Abschlußprüfungen sind vom Reich anerkannt. Und was kann der ehemalige Soldat also werden? Die landwirtschaftlichen Heeresfachschulen bilden, wie bereits erwähnt, zukünftige Siedler, Landwirte, landwirtschaftliche Beamte und Förster heran. Aus den Heeresfachschulen für Verwaltung und Wirtman erst später, wenn man die handwerkliche Technik vollkommen beherrscht. Tischler hobeln und leimen an Gebrauchsgeräten und Möbeln herum, SchuhDie Kunst, mit Kühen umzugehen... Soldaten werden als zukünftige Siedler geschult ein, nein“, lacht der Verwalter der ½ Zentralfachschule,„da müssen unsere 5 Jungens schon eine ganze Weile am * Gummi=Euter trainieren, bis sie auf die lebendige Kuh losgelassen werden!“ In einem der Schulräume der landwirtschaftlichen Heeresfachschule ist„praktische Tierzucht=Stunde". Modelle von Kühen und Schweinen, zerlegbar und aufklappbar, unterstützen den Vortrag des Lehrers. Daneben sind eifrige Zöglinge mit dem obenerwähnten„Training der Milchproduktion“ hingegeben beschäftigt, und die zahllosen Karten und Tabellen, die vielen Modelle und Tierskelette beweisen, daß der theoretische Unterricht äußerst vielseitig ist. Draußen herrscht die Prazis. Mustergültige Ställe, sauber und nach den neuesten landwirtschaftlichen Grundsätzen angelegt, Schweinekoben mit„Stammbaum“ und„Speisezettel“ über jeder Boz, Pferdeställe mit Zuchttafeln und weißgekachelte Kuhställe. Immer wieder gilt es, ein vergnügtes Lächeln zu unterdrücken, wenn man dieses fleißige und geschickte Stallpersonal in— Uniform herumlaufen sieht! Selbst der Vormelker mit dem angeschnallten, wackelnden Sitzpilz hat die Kavalleriemütze keck aufs Ohr geschoben—— Man durchquert den stolzen Hühnerhof mit Puten, Gänsen und Enten reich besetzt, bevor man den Nutzgarten erreicht, wo gerade Unterricht in der Frühbeetbestellung erteilt wird und wo kräftige Männerhände äußerst behutsam mit winzigen, zarten Setzlingen hantieren. Ganz entlegen ist die Imkerei, deren Pfleger unter der weißen Schutzhaube und den ellbogenlangen Handschuhen verschwinden. Landwirtschaftliche Lehrlinge in Uniform! Vor zwölf Jahren hat die Reichswehr die landwirtschaftliche Zentralschule Jüterbog gegründet. Zweitgeborene Bauernsöhne, die alter Sitte gemäß meist den Heeresdienst nahmen, sollten in ihrer Dienstzeit für einen späteren, praktischen Beruf vorgebildet werden. Der Soldat sollte, wenn er den grauen Rock auszog, nicht„lebensfremd“ im Werktag stehen. Die landwirtschaftliche Heeresfachschule, die, ihrer Entstehung getreu, nur Söhne von Landwirten aufnimmt, hat mit einigen Morgen Land, einer Ziege und einer Gans begonnen und ist heute schon ein ausgedehnter Landwirtschaftsbetrieb, ein bäuerliches Mustergut mit 85 ##### Land und einem Kleider machen Leute und Leute machen Kleider, aber letzteres erscheint den jungen Heeresfachschülern schwieriger für die Aufnahme eines neuen Lehrgegenstandes unbeweglicher. Darum sorgt der Staat dafür— gemäß dem Wehrgesetz vom 29. März 1921—, daß jeder deutsche Junge etwas Richtiges, Tüchtiges gelernt hat, neben seiner militärischen Ausbildung und körperlichen Ertüchtigung. Der Soldat, der nach zwölfjähriger Dienstzeit die Kaserne verläßt, ist besser als mancher spätere „Kollege“ auf einen praktischen, bürgerlichen Beruf vorbereitet. Man unterscheidet drei Bildungszweige: Heeresfachschulen für Verwaltung und WirtWas ein tüchtiger Schuhmacher werden will, lernt schon fleißig während der Dienstzeit macher haben derbe, stark mitgenommene Soldatenstiefel in Arbeit, daneben hört man das Hämmern der fleißigen Schmiede, das Kreischen der Eisenfeile und Stahlschneide, das Nattern von Maschinen. Ueber jedem Arbeitsraum prangt das Innungszeichen mit altdeutschen Sprüchen. Für alle Lehrstätten ist die militärische Grußpflicht aufgehoben— es wäre auch schwierig für den jungen Schmied, das glühende Eisen fortzuwerfen, um vor einem inspizierenden Schreibmaschine— ein ungewohntes Instrument! In der höheren Marinefachschule zu Swinemünde werden zukünftige Kaufleute und Beamte herangebildet Morgen Lai stattlichen„Viehpark". Der angehende junge Landwirt, der zukünftige Siedler, wird nicht nur theoretisch und praktisch geschult, er hat auch den„Geschäftsverschaft gehen einfache und mittlere Beamte hervor; eine Sonderabteilung bereitet für den kaufmännischen Beruf aus. Die Heeresfachschulen für Gewerbe und Technik öffnen den Versorgungsanwärtern die Karrieren der mittleren technischen Beamten und alle Handwerkszweige. Denn den letzten Fachschulen sind auch die Heereshandwerkerschulen angegliedert, und hier lernt man eine neue Art von„Lehrlingen in Uniform“ kennen. In den Werkstätten, die unter Leitung bewährter, tüchtiger Handwerksmeister stehen, arbeiten kameradschaftlich Unteroffiziere, Feldwebel und einfache Soldaten nebeneinander und miteinander. Es verVorgesetzten die anzunehmen! vorschriftmäßige Haltung Heute Soldat— nach der Dienstzeit einmal Tischler Heereshandwerksschüler an der Holzschneidemaschine steht sich von selbst, daß nutzbringende Arbeit zu sehen. Sie wissen genau, daß alles, was selbst in dieser„Schülerarbeit“ geleistet sie hier in praktischer und natürlich auch wird. In der Polsterei werden Möbel be= niel tbeoretischer Arbeit leisten, nicht„für zogen, gepolstert, kunstgerecht verarbeitet. den Lehrer" geschieht, sondern für ihr Wenige Räume davon entfernt stehen Soldaten vor dem Setzkasten und erlernen die schwarze Kunst“ von der Pike auf. An Die Disziplin, die außerordentliche Korrektheit, die Pflichttreue und der Gehorsam — kurz, die straffe Erziehung der Dienstzeit bildet eine erfolgreiche Grundlage der Lehrzeit für den künftigen praktischen Beruf. Aber nichts von übertriebenem Drill, von krampfhafter Unterordnung— Rein— hier sind alle Kameraden, Arbeitskameraden, von gleichen Lerneifer, von gleicher Schaffensfreudigkeit erfüllt. Es ist eine Freude, die jungen, kraftvollen Gestalten, durch Sport und Körvertraining gestählt, mit Eifer handwerken dier theblelischer aroen wssen, den Lehle:„geschlge, sondern für ihre eigene, glückliche und schaffensfrohe Zukunft! Und jeder von ihnen ist mit echter Begeisterung„Lehrling in Uniform“! Roman von l Hain. 1 19. Fortsetzung Nachdruck vervoten „Ich hätte ihn auch mal gerne aufgesucht, den Millöcker“ sagte er so nebenbei,„wissen Sie nicht, wo er wohnt?“ „Nee— der wird sich hüten, fremden Leuten seine Wohnung zu sagen. Wer weiß, ob er überhaupt jetzt in Berlin ist. Aber wenn Sie was über ihn erfahren wollen, gehen Sie man zu Athletenkarl—“„„ Auf Zuschkes Frage, wo der denn wohne, kiarte sie ion Er war zufrieden mit dem Ergebnis dieser Unterhaltung gewesen. Weniger erfolgreich war der Besuch bei der Polizei. Die hinterlassenen Sachen Mandls repräsentierten nur einen geringen Wert. Schmucksachen oder Geld und sonstige Dinge von Wert waren nicht vorhanden. Noch am gleichen Abend begab sich Zuschke zum„strammen Hund.“ Er hatte sich vorgenommen gehabt, erst eine Weile zu warten und die Ohren offen zu halten. Dann erst wollte er unauffällig den Wirt nach„Max“ fragen. Nun war ihm das Glück besonders hold gewesen. Millöcker saß in greifbarer Nähe im Lokal! Wenn er wollte, konnte er auf ihn zuspringen und ihm ins Gesicht sagen: „Du hast Mandl auf dem Gewissen!“ Freilich— das wäre eine Riesendummheit! Noch war es nicht so weit! Beweise? Es gab keine Beweise! Eben hörte er Millöckers Stimme, die ihm ja wohl be„Aber ja— natürlich, es tat mir sehr leid, daß du um die Ecke gehen mußtest, Paul— ich helfe dir natürlich aus. Ist doch selbstverständlich. Wieviel brauchst du? Kunststück— zwei Mille? Kommst nachher mit zu mir—“ In diesem Augenblick geschah etwas Unerwartetes und für Zuschke gänzlich Neues. Aber auch Athletenkarl und seine Gäste schienen völlig überrascht zu sein und standen und saßen einige Augenblicke wie leblose Puppen.— 24. Laptel. F57 Die Tür flog auf. Klirrend fiel sie wieder ins Schloß. Ein Schrei in die Stube hinein: Es war einer der Spanner, die Athletenkarl ausgestellt hatte— sicherheitshalber. Gleich hinter ihm stürmte schon gndene Der schnell— Kommissar Werner mit seinen cher! Bielleicht hat. ten doch verschiedene unter seinen Gästen noch eine alte, unbeglichene Rechnung zu fürchten. Im Lokal war es mit einem Schlage still geworden. Einige der Leute im Saal waren aufgesprungen und wie Schatten verschwunden. Es gab Hintertüren. Zuschke. obachtete scharf.„Monokelpaul“ bewahrte natürlich im Vougefühl seiner„momentanen Unbescholtenheit“ eine ironische und großartige Ruhe. Millöcker tat einen Griff nach der Westentasche— sprang mit einigen anderen halb auf. Einige Gegenstände— Brilantringe, Krgpatenggdeln, Broschen, Armbander— fielen zu Boden. ihren Trägern und Trägerinnen hingeworfen. Fuß darauf! Unmöglich, zu erkennen, wer die Sachen hinwarf. Es ging Schon wurde die Tür aufgerissen, bevor der Wirt noch hier den Rolladen hatte herablassen können— eine scharfe Stimme kommandierte: „Im Namen des Gesetzes— sitzen bleiben! Kommissar Werner, ein junger, breitschultriger Mann mit einem Geiergesicht, aus dem zwei blitzten, stand mit drei, vier Beamten im Schankraum. Im selben Augenblick fühlte Zuschke irgendeinen Gegenstand in seine Tasche gleiten— eine flüchtige Berührung— er merkte, daß Millöcker dicht neben ihm stand, an den Türrahmen zum Saal gelehnt. Er mußte in dem Augenblick, v# die Beamten eintraten, von seinem Stuhl aufgesprungen Zumn lehnte er mit verschränkten Arnen läsig an der Die andern hockten wie Tiere da. Mit vorgeschobenen der dommifsghgraite Guchte er semanden? Wer konnte Sein Blick war urrkan. Güchle rr Der konnte Vor„Monokelpaul“ blieb er stehen, der sich nonchalant „Jak Wohl große Feier heutes Lauter bekannte Ge„Erinken Sie einen Cognac mit?“ fragte Schlieben mit freundlicher Gelassenheit und klemmte das Monokel wieder ein. Werner dankte lächelnd. „Sehr liebenswürdig. Ein anvernal. Sein Blick flog von Gesicht zu Gesicht. Stechend, durchdringend. Mit einem Ruck sah er zu Athletenkarl hinüber. „Den ich suche— der ist natürlich schon weg, he? Sie haben tüchtige Spanner, Karl. Mein Kompliment. Er drehte sich um. Stand auf der Schwelle von Saal und Schankzimmer. Die Lippen zusammengekniffen. der Mädchen lächelten ihn schadenfroh an. Die rot gefärbten Lippen leuchteten wie Blut. Da sah er Millöcker. Stand dicht vor ihm. Ihn fest fixierend. „Sie wieder hier?“ Der stieß lässig eine Rauchwolke aus der Zigarette. LäOeite doniscy.. hoch.. umal sachen lassen hm—.3= „Man muß sich doch wieder einmit sehen lassen, 9m—? Des Kommissars Blick glitt über den Ringschmuck an Millöckers Hand. „Hübsche Steine—“. Mim 675 „Haben Sie Interesse dafür?“ fragte Millocker frech, „Sie können sie preiswert haben. „Danke. Aber das eine wünsche ich mir, mein Lieber: Sie einmal auf frischer Tat zu fassen.“ „Unerfüllbar, Herr Kommissar. „Sie haben mehr auf dem Kerbholz, als wir denken. Leider sind Sie bisher immer klüger gewesen—“ Millöcker lächelte stärker. „Was auch in Zukunft der Fall sein wird.“ „Nur nicht zu kühn, Verehrtester. Der zuckte die Achseln. Drehte sich brüsk.um. Der Kommissar ging weiter, den Beamten einen Wink gebend. Die „Visite" hier war beendet. Zuschke stand vom Stuhl auf. Blitzschnell erkannte er die gute Gelegenheit, den„Strammen Hund“ ungefährdet zu verlassen und das, was ihm Millöcker zugesteckt hatte, zu entführen. Er war voll mühsam verhaltener Erregung. Es war kein Zweifel, Millöcker hatte etwas verbergen wollen, was ihm vielleicht etwas verhängnisvoll hätte werden können. Sicher hielt er ihn für einen Zünftigen, von dem es nachher ein leichtes sein würde, sein„Eigentum“ wieder zurückzuerhalten. Was mochte es sein? Ah— er sollte sich täuschen. gorliss Und ruhig, den Hut tief ins Gesicht gezogen, verließ er hinter den Beamten das Lokal. Millöcker gewahrte es erst, als die Tür zuklappte und Stimmen der Gäste wieder aufschwirrten und Athletenkarl lachend schrie: „Reine Luft! Trinkt, Kinder!“ Bo ist—...6 ua uchaund Millöcker zuckte zusammen und sah sich füchend um. „Wo ist— der Kerl, der eben hier—— Er packte den Wirt am Arm und zeigte auf den leeren Stuhl, auf dem kurz vorher Zuschke unerkannt gesessen hatte. Sein Gesicht war voll Wut. „Der? Ist eben rausgegangen—“. „Ein Zinker!“ schrie zemand.„Ich hao es mir gleich gedacht. Ist mit den Beamten auf und davon. Wer weiß, wen er verpfiffen hat—“.. g6 Millöcker stand einen Augeno##lang grimmig überrascht.„ 8 „Verdammt—!“..„ Er stürzte zur Tür und riß sie auf. Stockdunkle Nacht draußen. Die Schritte der Beamten verhallten in der Ferne. Millöcker lief auf die Straße hinaus, sah scharf nach links und rechts. Nichts zu sehen, keine Gestalt. Wütend lachte er kurz auf und lief in das Lokal zurück, mit Hallo von seinen Freunden empfangen. „Was ist denn los?“ Er grub die Zähne in die Lippen.„ „Verdammt— kennt keiner den Keri"=“——.# „Ja— was denn?“ Er lächelte verkrampft,„„ Ah— na, ist ja egal. Richt der Reve wert. Kurt, was zum trinken, zum Teufel. Aber schnell!“ War ja Dummheit, sich zu ärgern. Ein kleiner Reinfall, was weiter. War überhaupt dumm von eihm gewesen, sich bei der Ankunft des Kommissars zu ängstigen. Was hätte ihm der schon tun können? Gewissensbisse? Unsinn! Eine Unüberlegtheit, nichts weiter. Nun gut— der kleine Verlust war ja ganz unerheblich, gar nicht eines Gedankens wert. Mochte der andere damit selig werden, haha. Nun war er das— Ding wenigstens los, basta! Laut auf plärrte das Klavier von neuem, als wüßte es auch, daß die Luft„wieder rein war!“ Die Mädchen stürzten sich voll Leidenschaft in den Tanz. Einige der Kavaliere machten mit. Millöcker tanzte mit der roten Paula, die wie besessen war. Sie war früher einmal Chansonette von Rang gewesen, nicht ohne künstlerischen Namen, aber die ungebändigte, gefährliche Kraft ihrer Triebe hatte sie auf die schiefe Bahn getrieben. Eine wilde Lust schien alle nun ergriffen zu haben. Die Tollheit und Verwegenheit der Außenseiter der menschlichen Gesellschaft drängte nach Ent„Max deine Einnahmen möchte ich haben“, schrie einer Millöcker zu, der eine neue„Lage“ anfahren ließ Er lachte. Ein anderer schrie: „Bist der reine„Alleingänger“ geworben. „Ra sa. Stimmt schgn. Trotzdem— der Verner hat ein e b. Mann kann mir— im Mond begegnen. 3ch bin mit Berlin nicht verheiratet. Die Welt ist groß. Einen Augenblick lang wurde sein Gesicht ernst. Dann stürzte er sich wieder in die Lust der Stunde und dachte diabolisch: Ja, wenn die wüßten, wer mein— stiller Compagnon ist— haha! Einer hat es mal gewußt— aber der kann nichts mehr verplaudern. Er trank sein Glas mit einem Zuge aus. Und er hörte nicht das feine, spöttische, geheimnisvolle Gelächter im qualmverhängten und lärmdurchtobten Raume, das leise zu raunen und kichern schien:„Wirklich nicht? Können Tote wirklich nicht mehr plaudern, monsieur Max? Man soll auch den Toten nicht immer trauen. Manchmal sind sie noch über das Grab hinaus boshaft und plaudern— und plaudern— und plaudern— hahaha! Es ist etwas Seltsames um die Stimme eines— Ermordeten, Monsieur Max! Aber trink nur, trink! Es dauert alles seine Zeit— seine Zeit! Und wer kann wissen, ob die Menschen die Stimme eines Toten hören und verstehen werden? Trink, Monsieur Max, trink! Und Max Millöcker trank und dachte in der irren Ekstase dieser Stunde:„Florence— ich werde dich vielleicht doch eher wiedersehen, als wir glaubten. Berlin ist klein. Aber die Welt ist groß. Hier verfolgen mich viele, heimliche Augen. Aber da draußen ist man versteckt. Ich grüße dich, Florence!".... Jaufen 62 Fritz Zuschke war eitig vavongelaufen, an den Beamten vorüber. Es war gut, daß es so dunkel war. Er ahnte, daß Millöcker ihm vielleicht folgen würde. Schnell bog er in die nächste Querstraße ein und hörte in der Ferne das Gerassel und Geläute einer elektrischen Bahn. Wenige Minuten später fuhr er der City entgegen. Vorerst mußte er in das kleine Hotelzimmer zurück, das er gemietet hatte. Dort auch wollte er erst nachsehen, was Millöcker ihm— offenbar aus einer plötzlichen Aufregung heraus— zugesteckt hatte. Er fühlte etwas Rundliches in der Tasche— Flaches— er zweifelte nicht daran, daß es eine Uhr war.„#m folgon mall. Eigentlich hatte er ja Millocker nachher jbigen wöllen, wenn er das Lokal verließ. Aber das lange Warten hätte verhängnisvoll werden können, das hatte er bald gespürt gehabt. Und— Millöcker war ja offenbar der Polizei als dunkle Existenz bekannt. Das hatte das Verhalten des Kommissars deutlich bewiesen. Man würde ihn also gegebenenfalls schon zu finden wissen. Wenn es nötig war!—. Meinan 8 Eine halbe Stunde später war er in seinem keinen Hotelzimmer. Drehte den Schlüssel im Schloß um. Hielt die Uhr in der Hand— eine goldene, flache Herrenuhr mit kurzem Anhänger, der die Form einer brillantenbesetzten goldenen Pyramide hatte. Eine wertvolle Uhr, ohne Zweifel. Zuschke kniff die Lippen ein wenig ein. Das war immerhin eine Ueberraschung! Wenn er auch die Uhr nicht erkannt hätte als Eigentum eines anderen— den Anhänger erkannte er!. Mestantssa. 9 gm Er hatte ihn oft genug aus der Westenlusche eines Mannes heraushängen sehen, der in dem kleinen Hotel„Refuge“ in Pontresina als„Schlepper“ und Freund Millöckers wochenlang gewirkt hatte. Friedrich Mand!!.. gn.67.1 Nuu e Ja— es war die Uhr Friedrich Mandis: Der originelle, wertvolle Anhänger an dem kurzen Goldband verriet es! Zuschle lächelte spöttisch,., Lam Hiafe, vür k. WilAber was bewies dies alles: Wie tam diese Uhr in löckers Besitz, nachdem am Tage vor Mandls„Unglücksfall“ dieser sie noch besessen hatte? Zuschke konnte einen Eid darauf leisten, daß es so war. Ja— was bewies dies alles nun? Ihm bestätigte es wohl, was er selbst ja schon ahnungsvoll wußte: daß Friedrich Mandl nicht einem Unglücksfall zum Opfer gefallen, sondern daß dieser zumindest von Millöcker herbeigeführt worden war. Aber, wer hätte ihm das geglaubt? Und— ja— wer würde ihm glauben, daß Mandl die Uhr nicht vorher seinem Freunde Millöcker„verpfändet“ hatte, sondern—..„„ 46 I5m am an teneh Immerhin— die Uhr konnke ihm unungenehm werden!„ Mit einemmal horte sie zu eiclen auf. Zuschke spürte fast körperlich deutlich die plötzliche Stille, nachdem das feine Ticken noch eben so dicht vor ihm geEr betrachtete sie genauer. Zog sie auf. Aber sie ging nicht. Ein Defekt an der Feder? Eine Laune des Werks? Er drehte sie um, um die hintere Kapsel zu öffnen. Mit Mühe gelang es ihm. Aber es war eine Doppelkapsel— er mußte noch ven zweiten Golddeckel öffnen, was geraume Weile dauerte, um an das Werk heranzukommen. Nun ging es. Die Kapsel drehte sich. Und Zuschke hielt einige Augenblicke inne, als hätte ihn ein elektrischer Schlag getroffen. Sein Gesicht erstarrte förmlich zu einer Maske der UeberEin kleines, zusammengefaltetes Papierblatt lag in der flachen, inneren Höhlung des Deckels. Offenbar hatte ein zu sester Druck dieses Papiers gegen das Werk plötzlich die Zeiger stille stehen lassen, die sich nun wieder bewegten. Leise tickte die Uhr von neuem, hell und fröhlich, als wolle sie sagen:„Gottseidank— gottseidank——!“ Als wäre wirklich ein beklemmender Druck von ihr genommen. (Fortsetzung folgt.)