vossesereseeegeessemeeee Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Vezagspreis 14tägig mit Sonntagsblat 1 RM, ohne Sonntagsblatt 95 Big.(Durch die Post bezogen monatlich.25 RM.) Anzeigengebühr für die einspaltige 1 mm hohe und 46 mm breite Zeile 5 Pfg., Stellengesuche 8 Pfg., Vereinsanzeigen, die nicht gewerbl. Zwecken dienen, 4 Pfg. Reklamezeile 1 mm hoch und 76 mm breit 20 Pfg. Feruruf Nr. 3134 Amt Witten.— Postscheckkonto Dortmund 12335, Rotationsdruck und Verlag: Fritz Küching, Witten=Annen. verbunden mit der„Annener Volkszeitung“ „„„„ Anzeigenblatt für Witten-Annen und die Stadtteile Stockum und Düren. Mrusensesbsssessennenn Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir keine Gewähr.— Bei Einziehung der Gebühren durch Klage oder in Konh#ersfällen sowie durch Zwangsvergleich wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Verantwortlicher Schriftleiter: Fritz Küching, Witten=Annen. Für Anzeigen verantwortl.: Karl Küching, Witten=Annen. D. A. XII. 98. 1700. Geschäftsstelle: Witten=Annen, Stockumer Straße 23. S Nr. 9. Donnerside, den 11. Januur 1934. Die Giedlungepfar Tür feFT Persönliche Eignung ausschlaggebend. 50. Jahrgang. Heimkehr der„Mopelia“ DRB Berlin, 10. Januar. Wie man nicht anders erwartet hatte, sind die Siedtungspläne für 1934 umfangreich. Ihre Verwirklichung wird gegenwärtig, wie der„Völkische Beobachter“ meldet, sorgfältig vorbereitet. Geeignete Siedler stehen in genügend großer Zahl zur Verfügung, doch haben viele, vielleicht die meisten, von ihnen so gut wie gar kein bares Geld oder sonstige Vermögenswerte, die sie für den Ankauf einer Siedlungsstelle verwenden könnten. Indessen scheint es gelungen zu sein, Mittel und Wege zur Ueberwindung auch dieser Schwierigkeiten zu finden. Der einzelne Siedler wird wahrscheinlich nur 10 bis 20 Prozent der Errichtungskosten seiner Siedlungsstelle sogleich zu bezahlen brauchen, wobei noch die Möglichkeit der Zahlung in Arbeitsleistung offen stehen soll. Unter Umständen würden einige hundert Mark genügen, um in den Besitz einer Siedlungsstelle zu gelangen. Den Hauptwert legt die Regierung auf Eignung, nicht auf den Geldbeutel des Siedleranwärters, während in früheren Jahren die Eignung meist überhaupt nicht ernsthaft geprüft, sondern fast nur auf die Zahlungsfähigkeit des Siedlers gesehen wurde. Späterhin ergab sich im Verlaufe der Landwirtschaftskrise die katastrophale Notlage auch der Siedler, der jahrelang nur mit Behelfsmitteln begegnet wurde. Von den Neusiedlern wird verlangt, daß sie verheiratet sind, weil die neuen Siedtungsstellen Heimstätten nicht für Junggesellen, sondern für Familien werden sollen. Es ist hier gerade umgekehrt wie noch immer in andern Wirtschaftszweigen, wo es in vielen Stellenangeboten nach wir vor heißt:„Ledige bevorzugt“. Handwerker will man in den neuen Siedlungen nur in dem notwendigen Maße, also in einem gesunden Verhältnis zur Einwohnerzahl überhaupt, ansetzen. Die Durchführung der neuen Siedlungspläne beginnt im Frühjahr. Soweit als möglich sollen die in diesem Jahre anzusetzenden Siedler noch in den Genuß der eigenen Ernte kommen, sie müssen also spätestens bis zum Mai etwa angesetzt sein. * Die Arbeitsmarktlage. Der Bericht für den Monat Dezember. Berlin, 11. Januar. Wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung berichtet, stand der Arbeitsmarkt im Dezember unter dem Einfluß des außergewöhnlichen Kälteeinsalls in der ersten Hälfte des Monats, der sich— Tiefenwirkung des Frostes— in der ganzen Berichtszeit hemmend bemerkbar machte. Die Außenarbeiten mußten daher in erheblichem Umfange eingestellt werden, und eine starke Belastung des Arbeitsmarktes blieb unvermeidbar. 343 000 bisher beschäftigte Arbeitnehmer wurden wieder in die Betreuung der Arbeitsämter übernommen. In den vorhergehenden Jahren waren die Steigerungen im Dezember erheblich höher(1930 plus 685 000, 1931 plus 608 000, 1932 plus 418 000). In Anbetracht des Umstandes, daß gegenüber dem November 1932 rund eine Million Arbeitslose mehr in den Außenberufen Arbeit gefunden hat und dadurch eine höhere Gefährdung des Arbeitsmarktes bestand, ist die Zunahme in diesem Jahre gering. Von dem Gesamtzugang sind rund 300000 Angehörige der Außenberufe. Da aber gerade in den Außenberufen auch für die Folgezeit durch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen Arbeitsmöglichkeiten in außerordentlich starkem Umfange zur Verfügung stehen, so wird es im wesentlichen von der Witterung abhängen, wann die entlassenen Arbeitskräfte wieder zur Einstellung kommen. Bei den Arbeitsämtern wurden Ende Dezember rund 4 058000 gegen 3715000 Arbeitslose Ende Nouember gezühlt. Der Zugang entfiel in erster Linie auf die Arbeitslosenversicherung(Stand rund 554000) und Krisenfürsorge(Stand rund 1 175000). Durch die Reichsanstalt wurden, somit insgesamt 1729000 Hauptunterstützungsempfänger betreut neben 1410000 anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen. Die Zahl der von der Reichsanstalt geförderten Notstandsarbeiter ist infolge des Frostes um 123000 auf 278000 gesallen. * Französisch-russisches Handelsabkommen. Paris, 10. Januar. Das französisch=russische Handelsabkommen, das am Mittwoch im Handelsministerium paraphiert worden ist und am Donnerstag im Außenministerium unterzeichnet wird, stellt ein Provisorium dar. Die französische Regierung gewährt allen russischen Erzeugnissen, die keine Konkurrenz für französische Erzeugnisse darstellen, Zollbehandlung nach dem Mindesttarif. Wenn eine Konkurrenz eintritt, soll sie durch Einführung von Kontingenten aufgehoben werden. Die Sowjetunion verpflichtet sich, im Laufe eines Jahres Aufträge im Werte von 250 Millionen Frank zu geben. Frankreich hat sich bereit gefunden. der Sowjetunion Kredite zu gewähren hinsichtlich der Diskontierung der sich aus den Austrägen ergebenden Wechsel. Die französische Regierung gewährt der Sowjetunion ferner das Recht, eine offizielle Handelsvertretung in Paris zu unterhalten. Die französische Regierung wird einen Handelstattaché in Moskau ernennen. Das Abkommen enthält eine Reihe von Klauseln über die Schiffahrt. Die Frage der Schuiden wird in dem Abkommen nicht berührt. * Staatssekretär Pfundtner über die Begrenzung des Zugangs zu den Hochschulen. Der Staatssekretär im Reichsministerium des Innern, Dr. Pfundtner, sprach Mittwochnachmittag vor dem Mikrophon des Deutschlandsenders über die von der Reichsregierung zu Begrenzung des Zugangs zu den Hochschulen ergriffenen Maßnahmen. Er erinnerte daran, daß der Nationalsozialismus auch auf dem Gebiete der Bildungspolitik eine schlimme Erbschaft vorgefunden habe. Das Zeitalter des Liberalismus habe den Zugang zu den Hochschulen einer sogenannten„liberalen“ Entwicklung überlassen und dadurch eine ungesunde und unwillkürlich hohe Anzahl von Studenten hervorgerufen. Der Staatssekretär kam dann auf die nunmehr getroffene Regelung zu sprechen und betonte, daß gewisse Härten mit dem Gesetz verbunden seien, doch habe niemand die Härte des Eingriffs in den Hochschulzwang schwerer empfunden als der Reichsinnenminister selbst. Diese Härte sei eine unbedingte Notwendigkeit. Sie werde aber zu der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit der deutschen Hochschulen führen. Der Redner schätzte die Zahl der voraussichtlichen Abiturienten des laufenden Jahrgangs auf 27600 männliche und 10 400 weibliche, von denen insgesamt 15000 zum Hochschulstudium zugelassen werden sollen. Abschließend legte der Redner dar, daß der Erfolg der ganzen Maßnahmen entscheidend davon abhänge, daß die Eingliederung der Nichtberechtigten in die praktischen Berufe gelinge. Eine Anordnung Görings DR Berlin, 10. Januar. Wie der Amtl. Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Ministerpräsident Göring durch Funkspruch an den Inspekteur der Geheimen Staatspolizei, die Ober= und Regierungspräsidenten und den Polizeipräsidenten in Berlin folgendes angeeordnet: Mehrere Sondersälle zwingen mich, darauf hinzuweisen, daß die Polizei nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet ist, nach den bekannten polizeilichen Vorschriften jede Person, gleichgültig ob in Zivil oder in Unisorm, mithin auch Angehörige der SA., SS., St. oder dergl. einer Polizeiwache zuzuführen, um die Personalien festzustellen, soweit die Feststellung an Ort und Stelle nicht möglich ist. Der polizeilichen Aussorderung, zu diesem Zwecke zur Polizeiwache mitzugehen, ist unbedingt Folge zu leisten. Jede Widersetzlichkeit hiergegen wird unnachsichtlich als Widerstand gegen die Staatsgemalt verfolgt. Diese polizeiliche Maßnahme stellt keine Verhastung, Festnahme oder Vorführung im Sinne der Sondervorschriften bezüglich der SA., SS. usw.(vergl. Erlaß des Obersten SA.=Führers vom 7. Oktober 1933) dar. Papen besucht Oberschlesien. DN Gleiwitz, 10. Jannar. Zum Besuch des Vizekanzkers von Papen in Oberschlesien hört man, daß von Papen am Sonnabend auf Schloß Plawniowitz im Landkreis Gleiwitz eintressen wird, wo er als Gast des Grafen Ballestrem die Nacht zum Sonntag veröringen wird. Am Sonntagvormittag beginnt um 11 Uhr im Gleiwitzer Stadttheater eine Kundgebung des Katholischen Akademiterbundes des oberschlesischen Industriegebiets, auf der Vizekanzler von Papen sprechen wird. Als zweiter Redner für diese Veranstaltung ist Pater Marianus VetterBerlin vorgesehen. Am Sonntag, 16 Uhr, wird Vizekanzler von Papen in einer öffentlichen Kundgebung im Schützenhaus„Neue Welt“, die von der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Deutscher veranstaltet wird, eine Rede halten. Förderung der Hebammen. Der preußische Minister des Innern hat an die Regierungspräsidenten und Kreisärzte einen Runderlaß zur Förderung der Hebammen gerichtet. Der Minister ersucht, den Hebammen im Hinbüick auf die bevölkerungspolitisch außerordentlich große Bedeutung ihres Berufes jede mögliche Förderung zuteil werden zu lassen, bis die von ihm, dem Minister, erstrebte gesetzliche Neuregelung die sichere Grundlage schaffe. Reichsgründungsteier des Rufthäuserbundes. DN Berlin, 10. Jan. Zu der Deutschen Weihestunde des Kyffhäuserbundes anläßlich der 63. Wiederkehr des Reichsgründungstages am 14. Januar im Berliner Svortpalast haben der Reichspräsident und eine große Zahl führender Persönlichkeiten von Reichs= und Staatsbehörden sowie der SA. und SS. ihr Erscheinen zugesagt. Ansprachen werden halten Reichsminister Stabschef Röhm und der Bundesführer des Kyffhäuserbundes, General der Artillerie a. D. von Horn. „Kraft durch Freude“ marschiert Tagung der Amtsleiter. Berlin, 11. Januar. Wie das Propagandaamt der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ mitteilt, fand in den Räumen der Deutschen Arbeitsfront eine Tagung aller Amtsleiter von „Kraft durch Freude“ statt, wobei nochmals in ausgiebiger Aussprache die zu lösenden Aufgaben umrissen wurden. Nach der am 13. Januar in Weimar stattfindenden großen Tagung soll am 20. Januar in Berlin eine Gemeinschaftstagung sämtlicher Amtsleiter von „Kraft durch Freude“ stattfinden, an der auch sämtliche Gauwarte teilnehmen. Die Gauwarte der neuen Organisationen sind mittlerweile ernannt worden. Die Liste der Gauwarte umfaßt 32 Namen. Zur Hinrichtung ban der Lüddes Die Mitteilung von der bevorstehenden Enthauptung wurde dem Delinquenten durch den obersten Anklagevertreter, Oberreichsanwalt Dr. Werner, in der Gefängniszelle gemacht. Ban der Lubbe nahm die Mitteilung unbewegt entgegen und lehnte auf Besragen geistlichen Zuspruch ab. Auch machte er keinen Gebrauch von dem Anerbieten, Briese an seine Angehörigen zu schreiben und äußerte keinen weiteren Wunsch. Die Vollstreckung des Urteils wurde Mittwochmorgen.30 Uhr im umschlossenen Lichthof des Landgerichts in der Harkort=Straße in Leipzig in Anwesenheit des Oberreichsanwalts Dr. Werner und des Sachbearbeiters, Landgerichtsdirektor Parrisius, vollzogen. Vom Reichsgericht waren Senatspräsident Dr. Bünger sowie drei weitere Mitglieder des erkennenden 4. Strassenats anwesend. Ferner wohnten zwölf vom Rat der Stadt Leipzig abgeordnete Gemeindemitglieder der Hinrichtung bei sowie der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Seuffert, der holländische Dolmetscher Meyer=Collings, Kreishauptmann Dönicke, der Gesängnis= direktor, der Gefängnisgeistliche und zwei Gerichtsärzte. Pressevertreter waren nicht anwesend. Oberreichsanwalt Dr. Werner verlas den Urteilstenor und gab dann die Entschließung des Herrn Reichspräsidenten bekannt, wonach er sich dafür entschieden habe, von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch zu machen. Darauf übergab der Anklagevertreter van der Lubbe dem Scharfrichter. Der Reichstagsbrandstifter gab keine Erklärung vor seinem Ende ab. Die Hinrichtung wurde von dem Scharfrichter Engelhardt=Schmölln durch Fallbeil vollzogen und verlief ohne jeden Zwischeufall. Nach vollzogener Hinrichtung stellte der Gerichtsarzt den Tod jest. * Zu der Hinrichtung van der Lubbes erfahren wir noch von maßgebender Stelle der RSDAP., daß an sich der wegen Hochverrats in Tateinheit mit vorsätzlicher Brandstiftung verurteilte van der Lubbe den Tod durch den Strang verwirkt hatte. Bei den maßgebenden Stellen der Partei steht man jedoch auf dem Standpunkt, daß diese besonders schimpfliche Strafart gemeinen Verbrechern, insbesondere Landes= und Volksverrätern, vorbehalten ist. Bei van der Lubbe handelte es sich trotz seiner gemeinen Tat immerhin um Ueberzeugungstäterschaft. Selbstverständlich ist, daß es sich bei der Auswahl der Todesart um keinerlei Strafmilderung gehandelt hat. * Vollstreckung eines Todesurteils. DR Hamburg, 19. Januar. Der Mörder des Polizeimeisters Perske, Rudolf Ernst Lindau, der durch Urteil des hanseatischen Sondergerichts vom 30. Dezemder v. Is. zum Tode verurteilt worden war, ist am Mittwochmorgen durch Enthauptung hingerichtet worden. Lindau hatte am 27. August 1931 dem auf dem Wege zum Dienst besindlichen Polizeimeister Perske in der Nähe des Hammerparks aufgelauert und ihn hinterlistig niedergeschossen, um ihn seiner Wasse zu berauben. Festlicher Empfang in der alten Weserstadt. Bremerhaven, 11. Januar Nach mehr als vierjähriger Auskandsreise ist die „Mopelia“, Graf Luckners Segelschiff, unter Führung des Kapitäns Lauterbach in die Heimat zurückgekehrt. Die alte Weserstadt stand ganz im Zeichen des festlichen Empfangs für die Besatzung des Schiffes. Tausende hatten sich in der Strandhalle eingefunden, um den Lucknerschen Viermastschoner zu begrüßen. SA und SS, Marinesturm und Hitlerjugend waren aufmarschiert, um die ruhmreichen Kriegshelden Graf Luckner und Kapitän Lauterbach, die im Weltkrieg mit dem„Seeadler“ so viele erfolgreiche Kaperfahrten durchgeführt haben, willkommen zu heißen. Nachdem zwei Schlepper den Segler langsam an den Pier bugsiert hatten, traten Graf Luckner, Kapitän und Besatzung an die Reeling, und Oberbürgermeister Lorenzen begrüßte als Vertreter des ersten deutschen Hafens, den die„Mopelia“ angelaufen hat, die Besatzung mit herzlichen Worten. Graf Luckner dankte sichtlich gerührt für den herzlichen Empfang und richtete wieder Worte des Dankes an Kapitän Lauterbach und seine Besatzung. die die„Mopelia“ so sicher durch die Atlantikstürme geführt hätten. Oberbürgermeister Lorenzen brachte dann ein Heil auf den Grafen Luckner, Kapitän Lauterbach und seine Mannschaft aus. S Die Hochzeit im Hause Toerring München, 11. Januar. Der standesamtlichen Trauung des Grafen Karl zu Toerring=Jettenbach mit der Prinzessin Elisabeth von Griechenland folgte diee kirchliche Trauung in der Schloßkapelle des uralten Herrensitzes Seefeld in Oberbavern. Als Zeugen nahmen von seiten des Bräutigams der Bruder des Bräutigams und der Erbprinz Albrecht von Bayern, von seiten der Prinzessin die griechischen Prinzen Paul und Petros teil. Der Trauung wohnten ferner bei Kronprinz Rupprecht mit Gemahlin, der Kronprinz von Italien, der König von Griechenland, Kronprinzessin Cecilie und die Herzogin Karl Theodor zu Bayern sowie der Reichsstatthalter Ritter von'pp. Ossega vor dem Parlament Bericht des Arbeitsministers. Prag, 11. Januar. Der tschechische Arbeitsminister erstattete den Ausschüssen des Abgeordnetenhauses Bericht über die Grubenkatastrophe in Ossegg. Danach ist durch Zeugenaussagen festgestellt, daß die Nelsongrube unter häufigen Feuersbrünsten gelitten hat, wie auch die Nelsonkohle Neigung zu starker Kohlenstaubbildung zeige. Wie der Minister weiter mitteilte, ist sichergestellt, daß diejenigen, die bei der Katastrophe um ihre Arbeit gekommen sind, anderweitig beschäftigt werden. Im übrigen nehme die Untersuchung ihren Fortgang; ein abschließender Bericht soll später erstattet werden. Der Skandal von Banonne Untersuchung in der Angelegenheit Stavisky. Paris, 11. Januar. Die Untersuchung in der Angelegenheit Stavisky geht mit Hochdruck weiter. Vor dem Innenministerium und vor dem Gebäude, in dem die Leitung der Sicherheitspolizei untergebracht ist, sind verstärkte Polizeiposten aufgeboten, um etwaige Straßenkundgebungen zu verhindern. Der Abgeordnete Ybarnegarey hat bekanntgegeben, daß er in der Kammer die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses über den Fall Stavisky verlangen werde. In Chamonix erfolgte die Obduktion der Leiche Staviskys, bei der die Gerichtsärzte auf Selbstmord schlossen. Vor der Leichenöffnung wurden zur einwandfreien Personalfeststellung Fingerabdrücke von dem Toten genommen. Am späten Nachmittag fand in der Villa, in die sich Stavisky zuletzt geflüchtet hatte, in Anwesenheit seiner nach Chamonix gerufenen Frau, die ihre Tränen beim Betreten des Zimmers, in dem sich ihr Mann das Leben nahm, nicht zurückhalten konnte, eine Haussuchung statt. In Paris ist festgestellt worden, daß Stavisky fünf Autos besaß, von denen zwei belgische Kennummern trugen. * Vergittung durch Rohlenosudgase. Drei Todesopfer. DR Königsberg i. Pr., 10. Januar. In dem Dor Thurowken im Kreis Osterode ereignete sich ein furchtbares Unglück. Die Frau des Besitzers Golombiewoki hatte den Ofen im Schlafzimmer ihrer Kinder geheizt und die Osenklappe zu früh geschlossen. Im Laufe der Nacht bildeten sich Kohlenoxydgase, wodurch die drei im Alter von 5, 14 und 16 Jahren stehenden Kinder vergiftet murden. Als die Mutter am Morgen die Kinder wecken wollte, waren diese bereits tot. 1— S Lokales § Witten=Annen, 11. Januar. Fliegerortsgruppe Witten des Deutschen Lustsport=Verbandes e. V. Um eine durchgreisende Bearbeitung der für die Deutsche Luftsahrt interessierten Kreise innerhalb der Stadtgemeinde Witten zu gewährleisten, wurde die Fliegerortsgruppe Witten des Deutschen Luftsportverbandes gegründet. Die Geschäftsstelle der Fliegerortsgruppe Witten befindet sich im neuen Rathaus Zimmer 215. Von dieser Geschäftsstelle aus werden sämtliche Fragen der Luftfahrt gektärt, soweit dieselben die Stadtgemeinde Witten betreffen. Tarnuter sind als Stadtgemelnde Witten die neuen Grenzen nach der Cingemeindung zu verstehen. Es gehören demnach Stockum, Annen einerseits und Heven, Bommern andererseits zu dem Bereich, der von der Geschäftsstelle der Fliegcrortsgrupxe bearbeitet wird. Da jedoch eine möglichst große Erfassung der die Luftfahrt interessierenden Kreise erfolgen soll, wurde seitens der Ortsgruppenführung eine Unterabteilung der Ortsgruppe Witten, die Fliegerhorste Heven, einschließlich Ost= und Westherbede und Annen und Annen, Stockum neu aufgestellt. Als Ortsgruppenführer für den Fliegerhorst Heven, Herbede wurde eingesetzt der ehem. Kriegsflieger Wilh. Hippert, Hevenstr. 57. Pg. Hippert ist Träger des E. K. I. und II., sowie der bronzenen Tapferkeitsmedaille und erzielte bei seinen Feindflügen während des Krieges 15 Abschüsse. Für das Gebiet Heven, Ost= und West-Herbede werden alle Luftjahrt interessierenden Fragen zuerst durch den Ortsgruppenführer Hippert des Fliegerhorstes Henen=Herbede gektärt. Für das Gebiet Annen, Stockum wurde seitens der Ortsgruppenführung der ehem. Kriegsslugzeugführer A. Elges als Ortsgruppenführer des Fliegerhorstes AnnenStockum eingesetzt. Bei irgendwelchen die Luftfahrt betr. Fragen für das Gebiet Annen=Stockum werden die Interessenten gebeten, sich mit dem Ortsgruppenführer A. Elges, Witten=Annen, Flurstraße 18, Tel. 1682 in Verbindung zu setzen. Durch diese Unterteilung wird erreicht, daß eine schnelle Weiterleitung an die zuständige Stelle geschieht, um etwaige Verzögerungen möglichst zu vermeiden. Darüber hinaus erteilen die Mitglieder der Fliegerortsgruppe Witten, die an dem Abzeichen des Deutschen LuftsportVerbandes kenntlich sind, jederzeit bereitwilligst Auskunft, von welcher Stelle aus am schnellsten Mitteilung über irgendwelche Fragen des deutschen Luftsportes einzuholen ist. In den Wochentagen ist die Geschäftsstelle der Fliegerortsgruppe Witten von 9— 12 Uhr und von 15—18 Uhr zu jeder Auskunft bereit. Ausgenommen sind Mittwochund Samstagnachmittag. Die Geschäftsstelle befindet sich im Dach=Geschoß des neuen Rathauses Zimmer 215. Eingang von der Ortskrankenkasse aus, oder mit Auszug bis zum 2. Obergenhog 2 Treppen hoch. Fernmündlich zu erreichen unter Nr. 2210 Witten. Reichsbahn=Sonderfahrt am 14. Januar Wie wir von der Reichsbahn hören, wird am Sonntag, dem 14. Januar, zahlreichen Anregungen des Publikums entsprechend, eine Wiederholung der am 2. Weihnachtstage erfolgten Fahrt ins Blaue stattfinden. Die Reichsbahn will mit dieser Fahrt allen, die am 2. Festtage zurückbleiben mußten, Gelegenheit bieten, die Stadt an der Wupper und ihren sehenswerten Zool. Garten unter den gleichen Vergünstigungen zu besuchen, wie sie bei der ersten Veranstaltung geboten wurden. Die Fahrt führt also nicht ins Blaue, sondern, da der Zielpunkt festgelegt, ins Schwarze. Neben den Besichtigungen wird musikalische Unterhaltung und Tanz weitere Abwechslung bringen. Der Zug fährt ab Bochum Hbf. um 13.27 Uhr, ab Dortmund Hbf. um 13.01 Uhr, ab Duisburg Höf. um 13.08 Uhr, ab Essen Hbf. um 13.34 Uhr. Rückkunft erfolgt zwischen 22 und 22.30 Uhr. Die Fahrpreise für Hin= und Rückfahrt betragen je nach Abgangsbahnhof 1,80 bis 2,50 RM. Mit der Sonderzugkarte kann man von allen Bahnhöfen, auf denen eine Ankündigung dieser Fahrt aushängt, Anschlußrückfahrkarten mit 50 Prozent Ermäßigung erhalten. Bei den Fahrkartenausgaben und Mer=Büros in Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen sind Fahrkarten schon jetzt zu haben. ** Verkehrsaufklärung verhütet Unfälle Weitaus die Mehrzahl aller Verkehrsunfälle, die sich auf den Straßen unserer Städte oder auf den Landstraßen ereignen, ist auf mangelnde Verkehrsdisziplin zurückzuführen. Nur daraus erklärt es sich auch, daß Deutschland im Verhältnis viermal so viele Unfälle hat wie Amerika. Der unbeschränkte Haftpflichtbegriff hat sich sogar als ein Hindernis für eine straffere Selbstzucht der Wegebenutzer erwiesen. Eins muß sich vor allem der Fußgänger merken, nämlich, daß es für ihn kein Recht auf die Straße außerhalb des Bürgersteigs gibt. Für Kinder gilt als Hauptregel, die ihnen immer wieder eingeschärft werden muß, daß die Straße kein Spielplatz ist. Sie müssen, um sich auf der Straße sicher und ungefährsegen zu können, vor allem lernen zu sehen und zu Seobachten. Wie gering im allgemeinen bei ihnen die Fühigreit zu scharfer Beobachtung ausgebildet ist, dafür kann man verblüffende Beweise erhalten, wenn man Kinder auffordert, einen häufig gesehenen Raum eingehend zu beschreiben. Die meisten werden in diesem Falle versagen. Das zweite Erfordernis, um eine Verringerung der Verkehrsunfälle herbeizuführen, ist Schärfung des Verantwortungsbewußtseins. Daß hiermit ebenfalls schon in der Schule der Anfang gemacht werden muß, steht außer allem Zweifel, denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Daher widmet auch die Wanderausstellung„Schiene und Straße“ einen sehr wirksamen Teil der Verkehrsaufklärung und Verkehrserziehung der Jugend, und ein schlagender Beweis dafür, was durch sachgemäße Unterweisung erzielt werden kann, zeigte sich beispielsweise in Halle, wo während der Zeit, in der die Ausstellung dort stattfand, die monatliche Verkehrsunfallziffer von 80 auf 55 herabsank, wobei dieser erstaunliche Rückgang ausschließlich der Schuljugend zugete 1851 § Aunen, 11. Januar.(Für Autobesitzer. Erleichterte Iulassung abgemeldeter Wagen.) Erfahrungsgemäß werden im Frühjahr in erheblichem Umfang Kraftfahrzeuge wieder in Betrieb genommen, die haus tsächlich aus Ersparnisgründen zeitweilig nicht verwendet und bei der Zulassungsstelle abgemeldet worden sind. Bisher war die erneute Inbetriebnahme dann verhältnismäßig einfach, wenn das Fahrzeug nicht mehr als acht Monate stillgelegen hatte. War dieser Zeitraum überschritten, so bedurfte es einer Wiederholung des Zulassungsverfahrens mit all seinen Umständlichkeiten und Kosten; ja sogar über die Kosten der ersten Zulassung hinaus war in der Regel das Gutachten eines Sachverständigen über die Vorschriftsmäßigkeit des Fahrzeuges erforderlich, während bei der ersten Julassung eine entsprechende Bescheinigung der Fabrik genügte. Das soll nun geändert werden, und zwar so rechtzeitig, daß die demnächst wieder in Betrieb kommenden Fahrzeuge schon ohne Rücksicht auf den Zeitraum ihrer zurückliegende Ruhe im vereinjachten Verfahren wieder benutzt werden können. Eine endgältige Regelung wird allerdings erst im Zuge der grundiegenden Umgestaltung der Vorschriften vorgenommen werden. —(Auf Dich, auf Dich und auf Dich. auf Euch alle kommt es an!) Bist Du noch nicht Mitglied der NSVolkswohlfahrt? So melde sofort Deinen Eintritt bei der zuständigen Ortsgruppe! Witten=Annen Pg. Frau Maria Raven, Witten=Annen, Amtshaus; WittenRüdinghausen=Schnee Pg. Schulte=Munkenbeck jr., katholische Schule; Witten=Stockum=Düren Pg. Bergmann, Hörderstraße 323. Helft nach Kräften, das Werk unseres großen Führers Adolf Hitler erfolgreich durchzuführen. Keiner darf hungern, keiner darf frieren! Nur wenn jeder mithilft, geht es weiter„aufwärts mit eigener Kraft!“ Eine Reunziajährige. Am heutigen Tage kann Frau Wwe. Mathilde Große in körperlicher und geistiger Frische ihren 91. Geburtstag im Kreise ihrer Lieben begehen. Auf Zeche Julius Philipp bei Bochum wurde die Jubilarin geboren, dort lernte sie später auch ihren Ehegatten kennen, der auf der Zeche als Expedient tätig war. Im Jahre 1924 ist ihr Mann gestorben. Frau Große schenkte zehn Kindern das Leben, von denen heute noch drei leben. Bei ihrem jüngsten Kinde, Frau Grete Vaupel, Am Hang 8, wohnt Frau Große seit 1928. Es dürfte wohl zu einer Seltenheit gehören, daß die hiesige NS=Frauenschaft als Gründerin und Mitglied eine 91 Jahre alte Frau hat. Frau Große liest täglich mit großem Interesse die Zeitung und geht jeden Tag noch eine Stunde spazieren. Wir wünschen der Jubilarin einen gesegneten Lebensabend und entbieten ihr die herzlichsten Glückwünsche. * + Annen, 11. Januar.(Bunter Abend.) Der bunte Abend mit Tanz, den die NS=Volkswohlfahrt WittenAnnen am kommenden Sonntag, 14. Januar, abends 8 Uhr bei Radtke veranstaltet, wird für jeden Teilnehmer ein paar frohe Stunden bringen. Auf den verschiedensten Gebieten tätige Vereine haben sich in den Dienst der guten Sache gestellt, so daß die zu erwartenden mannigfaltigen Darbietungen für jeden Geschmack etwas bringen werden. Sichern Sie sich beizeiten eine Eintrittskarte. Die gestaffelten Eintrittspreise ermöglichen jedem die Teilnahme und geben darüber hinaus die Möglichkeit, nach Kräften zum Gelingen des Winterhilfswerkes beiNutragen. —(Aenderung des Lotterieplanes.— Vermehrung der Mittelgewinne.) Die Generaldirektion der PreußischSüddeutschen Klassenlotterie gibt jetzt den Gewinnplan zur 43. Preußisch=Süddeutschen Klassenlotterie bekannt, der eine erhebliche Vermehrung der Mittelgewinne bringt. Während die Lahl der Gewinne in den ersten vier Klassen die gleiche bleibt, enthält die 5. Klasse 50 Gewinne zu 10.000 Mark(bisher 40), 1000 Gewinne zu 2000 Mark (bisher 600). 2000 Gewinne zu 1000 Mark((bisher 1000) und 5000 Geewinne zu 500 Mark(bisher 3000). Diese Gewinne sind zusätzlich in den Gewinnplan eingestellt worden, ohne daß andererseits etwa eine Verringerung der hohen Gewinne erfolgt ist. Das Spielkapital ist infolge der Vermehrung der Mittelgewinne um über 3 Millionen Mark auf rund 66,4 Millionen Mark erhöht worden. Kp. Annen, 11. Januar.(Leichtfertiges Geschwätz.) Vom Schöffengericht in Witten war die Ehefrau des Arbeiters M. aus Witten=Annen wegen wissentlich falscher Anschuldigung zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Sie legte gegen dieses Urteil Berufung bei der Großen Strafkammer des Landgerichtes Bochum ein. Die Verhandlung fand wegen Gefährdung der öffentlichen Sittlichkeit hinter verschlossenen Türen statt. Die Angeklagte hatte ein müßiges Gerede aufgegriffen und in blinder Rachsucht gegen ihren früheren Geliebten, der sie verlassen hatte, eine anonyme Anzeige an die Staatsanwaltschaft gerichtet, in welcher die Haushälterin ihres früheren Geliebten der Abtreibung bezichtigt wurde. Diese Beschuldigung war eine durchaus falsche. In der erneuten Verhandlung stellte sich heraus, daß die Angeklagte leichtfertig ein Geschwätz zum Anlaß ihres Vorgehens genommen hat. Die Strafkammer berücksichtigte das bisher straflose Vorleben der Angeklagten und verurteilte sie wegen leichtfertiger Verbreitung des Geschwätzes und falscher Anzeige zu der herabgesetzten Strafe von drei Wochen Gesängnis. § Annen, 11. Januar.(Landwirtschaftliche Siedlungen und Instandsetzungszuschüsse.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft teilt mit, daß die Reichszuschüsse für Instandsetzungs=, Ergänzungs= und Umbauarbeiten bei landwirtschaftlichen Siedlungen nur dann gewährt werden können, wenn die Stellen bereits im Eigentum oder Besitz des Siedlers sind. Den durch die Reichszuschüsse nicht gedeckten Teil der Kosten müssen die Siedler selbst aufbringen. Bei Verfahren, die zur Neubildung deutschen Bauerntums neu eingeleitet oder noch in Durchführung begriffen sind, können dagegen die vorerwähnten Reichszuschüsse nicht gewährt werden. Die Grundlagen der Finanzierung dieser Verfahren sind nach wie vor die Siedlungskredite. —(Ablieferung von Tierkadavern an die Tierverwertungsanstalt.) Nach der Regierungspolizeiverordnung vom 1. Juni 1930 sind die Körper verendeter oder nicht zu Schlachtzwecken getöteter Tiere an die Tierkörperverwertungsanstalt abzuliefern. Ablieferungspflichtig sind die Körper folgender Tiere: Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel einschl. Kälber jeden Alters, Schweine, Schafe und Ziegen. Ausgenommen sind sämtliche vorgenannten Kadaver, soweit ihr Gewicht 15 kg nicht übersteigt. Die Tierkörper sind der Tierkörperverwertungsanstalt mit allen ihren Teilen einschließlich der Haut, Haare, Borsten, Hörner und Klauen zu überlassen(abzuliefern). Zuwiderhandlungen werden bestraft. —(Führerschulungslager für das„Landjahr“.) In den verschiedensten Landesteilen Preußens beginnen jetzt Schulungslager für das ab 1. April 1934 beginnende Landjahr. An alle nachgeordneten Dienststellen hat der preußische Kultusminister Rust in einem Erlaß das Ersuchen gerichtet, daß die vorhandenen Lager auf jede Weise gefördert werden. Insbesondere bringt in diesem Erlaß der Minister die Erwartung zum Ausdruck, daß die Dozenten der Universitäten. Technischen Hochschulen, Landwirtschaftlichen Hochschulen, Tierärztlichen Hochschulen, Hochschulen für Lehrerbildung und die Lehrkräfte in sämtlichen Schulen Preußens sich bereit erklären, auf Anruf Vorträge in den Lagern zu übernehmen. Dem Erlaß liegt eine Liste der vorgesehenen Lager bei, 21 an der Zahl, und zwar sollen solche Führerschulungslager eröffnet werden in: Steinhude=Hannover, Colborn, Angerburg. Storkow, Freusburg, Möhnetal, Behle(Grenzmark), Osterode, Leba, Wuhrberg(Kreis Neustettin), Harrisleefeld, Eutin(zwei Lager), Bad Schwarzbach, Hassitz, Templin(Mark), Steinbude, Wernigerode(zwei Lager), Rüdesheim a. Rh. und Laacher Seehaus. (Der elektrische Betrieb bei der Reichsbahn.) Im vergangenen Jahr ist die Streckenlänge der elektrisch betriebenen Reichsbahnlinien auf über 3,5 v. H. der gesamten Betriebslänge der Reichsbahn angewachsen; sie hat sich von 1638 auf 1901 Klm. zwei= oder eingleisiger Strecke erhöht. —(Das Kulturamt wird organisiert.) In etwa acht Tagen wird die organisatorische Arbeit im Lande zum Aufbau des Kulturamtes der Arbeitsfront im wesentlichen beendet sein. Der Leiter des Kulturamtes, Weidemann, arbeitet seit vierzehn Tagen persönlich in allen Provinzen des Reiches an einer mustergültigen Organisation der Landesstellen des Kulturamtes. Nur durch eine solche Einrichtung, die die Arbeit der nationalsozialistischen Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ in alle Teile des Reiches gleichmäßig weiterleiten kann, die an allen Orten die persönlich und sachlich für die kulturelle Arbeit befähigten Menschen in ihren Dienst stellt, ist die Dauerhaftigkeit und die gerechte Verteilung der künlerischen Unternehmungen der Feierabend=Bewegung verbürgt. + Annen, 11. Januar.(Schöffengericht Witten.) Wegen Rückfalldiebstahles wurde der Arbeiter A. K. aus Annen zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte mit einem Mädchen ein Kino besucht und seiner Begleiterin später die Handtasche, in der ein Geldbetrag war, gestohlen; später das Gestohlene aber zurückerstattet. B. Annen, 11. Januar.(Die Märkische SeifenIndustrie) konnte bekanntlich im Laufe des vergangenen Jahres ihre Umsätze fortgesetzt steigern und die Zahl ihrer Arbeiter und Angestellten ständig vermehren. Nachdem, wie wir bereits berichteten, vor einiger Zeit eine Vergrößerung der Werksanlagen vogenommen wurde, erweist sich jetzt das Bürogebäude als zu klein. Ein Erweiterungsbau wurde deshalb vor einigen Tagen in Angriff genommen. 1 Annen, 11. Januar.(Holzdiebstahl.) In der Nacht zum 9. Januar wurden von einem Holzplatz in WittenAnnen mehrere Holzbalken und Bretter gestohlen. Der Täter wurde ermitteit und das entwendete Holz wieder herbeigeschafft. * Rüdinghausen, 11. Januar.(Winterhilfswerk.) Das Eintopfessen fand, wie wir schon kurz mitteilten, am vergangenen Sonntag im Saale Krüger statt. 1000 Personen haben an dem Essen teilgenommen. Leider muß festgestellt werden, daß einige Personen sich nicht beteiligten, obwohl es von ihnen zu erwarten wäre. Am Nachmittag veranstaltete der Turnverein Rüdinghausen ein Handballspiel zu Gunsten der Winterhilfe. Die Zuschauerzahl war leider gering. Es wird erwartet, daß sich auch im neuen Jahre jeder nach seinen Kräften und nach seinem Können in den Dienst des Volkes stellt: B. Witten, 11. Januar.(Das Ergebnis der Eintopfspende) am vergangenen Sonntag war, wie wir erfahren, ein recht gutes. Der gesammelte Betrag erreichte annähernd die Gesamtsumme von 7500 RM., die restlos dem Winterhilfswerk zugeführt werden konnten. Das Ergebnis des Vormonats wurde damit um mehr als 1000 RM. überschritten, ein erfreuliches Zeichen für das wachsende Verständnis, das dies gute Werk in fast allen Kreisen unserer Bevölkerung findet, und für die immer enger werdende Volksgemeinschaft im Sinne unseres Führers Adolf Hitler. Witten, 11. Januar.(Fahrraddiebstahl.) Aus dem Hausflur einer Wirtschaft auf der Hauptstraße wurde am 9. Januar, in der Zeit von 20 bis 22 Uhr, ein Herrenfahrrad,— Halbrenner— Marke„Opel=Flitzer“, gestohlen. Witten, 11. Januar.(Umbau des Wittener Hauptbahnhofs.) Die mit dem Sommerfahrplan der Reichsbahn in Betrieb kommende Neubaustrecke Witten— Schweim bedingt einen grundlegenden Umbau der technischen Anlagen des Hauptbahnhofs(West). Neben den Gleisanlagen zwischen dem Bahnhof und Abzweig Wetter Straße, werden auch die Signal= und Sicherheitsanlagen und die beiden Bahnsteige umgebaut. Um eine neue Einfahrt für die neue Bahn zu schaffen, wird der Gleiskomplex entsprechend gestaltet. Verschiedene Anlagen(Stellwerle, Signale usw.) stehen vor der Umänderung. Die Bahnsteige I und II werden um ein beträchtliches(bis 300 Meter) verlängert, da die Schaffung eines weiteren X. Bahnsteiges in einer anderen Form nicht möglich ist. Mi: den Arbeiten wird mit Hochdruck in den nächsten Wochen bezonnen, so daß bis zum Eröffnungstermin der neuen Strecke am 15. Mai keine Behinderungen bestehen. Im Auschluß an diese Inbetriebnahme lehnt sich die Begradigung der Eisenbahnstrecke Witten=West—Witten=Nord(Annen) an der Ueberführung der Rheinischen Bahn Löttringhausen—Witten=Ost —Langendreer, womit die Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit gewährleistet ist. Zu erwähnen sei, daß im Eröffnungsjahre dieser 19,7 Kilometer langen„Neubau"strecke Witten--Schweim die Bauperiode von 22 Jahren ihren Abschluß findet. Witten, 11. Januar.(Das Testament.) Eine lustige Geschichte hat sich, so wird uns berichtet, kürzlich in Witten zugetragen. Sie beweist, daß die EulenspiegelNaturen auch heute bei uns noch nicht ausgestorben sind. Um wen es sich dabei gehandelt hat, konnte unser Gewährsmann allerdings leider nicht feststellen: Ein alter Junggeselle, nennen wir ihn Heinrich, war all sein Leben ein fideles Haus, hatte viele Freunde, brachte es aber nie sonderlich zu etwas. Kürzlich war sein letztes Stündlein gekommen. Einige seiner Freunde hatten sich an seinem Sterbebette eingefunden.„Ja, Heinrich, das ist nun mal so. Du bist immer ein feiner Kerl gewesen. Können wir Dir nicht noch einen letzten Wunsch erfüllen?"„Ja, schickt mal nach dem Notar.“ Dieser kommt.„Na, Heinrich, was hast Du denn?"„Setz Dich da mal hin und schreib: Für meinen Bruder Fritz bestimme ich RM. 1000.—, meine Schwester Anna soll RM. 3000.— haben und mein Freund Emil RM. 6000.—.“„Ist das alles?“ „Ja.“„Hast Du sie denn auch?“„Nein, das nicht, aber ich will gern meinen guten Willen zeigen.“ Und mit einem Schalkslächeln auf den Lippen verschied er. Eichlinghosen, 11. Januar.(Radlerpech.) In der Nähe des Kriegerdenkmals geriet der 21 jährige Hans D. aus Witten mit seinem Fahrrad auf der abschüssigen Strecke der Stockumerstraße ins Schleudern und kam zu Fall. Bei dem Sturz erlitt er einen Bruch des rechten Oberarms. Der Führer eines des Wegs kommenden Lieferwagens nahm sich des Verunglückten an und brachte ihn in die elterliche Wohnung. Eichlinghosen, 11. Januar.(Unglücksjall.) Auf der Stockumerstraße stürzte der 28 jährige Willy H. beim Besteigen des Heubodens von der Leiter und fiel aus etwa drei Meter Höhe auf den Steinboden. H. zog sich ernste Kopfverletzung zu. eine Herdgele Firma Polizeibericht Auf der Arbeitsstelle gestohlen. In einem größeren Bochumer Möbel= und schätt wurden in den letzten Tagen fortwährend Diebstähl ausgeführ:. Die Täter, zwei von einer anderen Firm dort beschäftigten Arbeiter, konnten jetzt ermittelt und festgenommen werden. Sie haben aus einem Mansardenzimmer der betrefsenden Firma für ca. 600 RM. Sachen entwendet. Die gestohlenen Sachen wurden in den Wohnungen der Täter vorgefunden. Beim Tiebstahl von Eisen ertappt. In der Nacht zum 10. Januar wurden in BochumGerthe drei Arbeiter dabei betroffen, als sie ca. 2 Zeutner Eisen nach Hause bringen wollten. Zwei der Betroffenen ergriffen sofort die Flucht, konnten jedoch später ermittelt werden. Das Eisen hatten die Täter von einer Zechenbahn gestohlen. Erhängt ausgefunden. Am 9. Januar, gegen 11 Uhr, wurde ein älterer Mann in seinem Zimmer in seiner Wehnung in der Ludwigstraße in Herne erhängt aufgefunden. Es liegt Freitod vor. Das Motiv ist noch nicht bekannt. Opferstock erbrochen. Am 5. Januar wurde in der katholischen Kirche im Ortsteil Frohlinde ein Opferstock erbrochen. Wer kann hinsichtlich des Täters Angaben machen? Mit Oltfgen inFuust Uebel verursacht Verkehrsstörungen Drei Tote bei Verkehrsunfällen. In West= und Nordholland hat ein außerordentlich starker Nebel schwere Verkehrsstörungen zur Folge gehabt. Der Rotterdamer und der Amsterdamer Hafenverkehr war so gut wie lahmgelegt und kein Schiff konnte die Häfen erreichen oder verlassen. Der Eisenbahn= und Automobilverkehr erlitt starke Verzögerungen und Unterbrechungen. Der Zugverkehr mußte gänzlich eingestellt werden. Auch London ist wieder in dichten Nebel gehüllt. Bei mehreren Verkehrsunfällen wurden drei Personen getötet und über 15 verletzt. In einem Falle stießen zwei Omnibusse zusammen, wobei 7 Personen Verwundungen erlitten. An vielen Stellen Londons war der Nebel so dicht, daß Pechfackeln zur Regelung des Verkehrs benutzt werden mußten. Auch die Schiffahrt auf dem englischen Kanal wurde stark behindert. Mord oder Selbstmord? DR Günzburg(Schwaben), 10. Januar. In Langenau wurden ein Fabrikarbeiterssohn und die Gastwirtswitwe Braun, deren Mann vor drei Jahren bei Weißenhorn mit dem Motorrad verunglückt war, in deren Wirtschaft tot aufgefunden. Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht festgestellt. Provinz=Nachrichten DNB. Hagen, 10. Januar.(Motorrad fährt in eine SA=Kolonne.— Fünf Verletzte.) Am Dienstagabend gegen 11 Uhr ereignete sich auf der Fleyerstraße ein folgenschwerer Unfall. Ein Motorradfahrer fuhr von der Seite her in eine marschierende SA=Kolonne. Hierbei wurden drei SA=Männer, der Motorradfahrer und seine Soziusfahrerin zum Teil erheblich verletzt. Die Verletzten mußten dem Krankenhaus zugeführt werden, jedoch besteht bei keinem Lebensgefahr. Ein SA=Mann konnte inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Menden, 10. Januar.(Die älteste Einwohner gestorben.) Am Silvestertag wurde die älteste Einwohnerin der Stadt Menden, Frau Witwe König=Weischede, geb. Schäfer, Turmstraße, 93 Jahre alt. Das neue Jahr hat sie schnell wieder beendigen müssen. Der Tod hat ihr das Jenseits nun eröffnet. Gevelsberg, 10. Januar.(Mit einem Stocheisen lebensgefährlich verletzt.) Bei einer schweren Schlägerei in einer Wohnung der Lindengerberstraße benutzte einer der Beteiligten ein schweres Stocheisen. Sein Gegner wurde damit niedergeschlagen und lebensgefährlich verletzt. Wuppertal, 10. Januar.(Zwei Kinder von der Straßenbahn getötet.) Heute kurz nach 12 Uhr trug sich in der Schwarzbachstraße im Stadtteil Barmen ein erschütternder Unglücksfall zu. Zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen im Alter von 4 Jahren, deren Eltern im gleichen Hause in der Schwarzbachstraße wohnen, wollten die Straße überqueren. In ihrer Sorglosigkeit marschierten sie über die Straße und übersahen dabei einen heranbrausenden Straßenbahnzug. Der Führer versuchte mit aller Gewalt, den Wagen zum Stehen zu bringen, was ihm aber nicht gelang. Entsetzt schrien die Passanten auf, aber das Unglück war geschehen. Die unglücklichen Kinder wurden von dem Triebwagen erfaßt und auf der Stelle getötet. Bielefeld, 10. Januar.(Eine Frau verschleppt und ausgeraubt.) In der Nacht zum Montag wurde hier eine 31jährige Frau aus Hamm, die in Bielefeld zu Besuch weilte und am Sonntag in Begleitung einer anderen Frau sich bis gegen Mitternacht in einem Lokal aufgehalten hatte, nach dem Verlassen des Lokals von zwei Personen betäubt und in ein Auto gebracht, mit dem sie nach Isselhorst geschleppt wurde. Dort wurde die Frau am Montag in halberfrorenem Zustande aufgefunden. Die Entführer hatten ihr Opfer bis auf die Unterwäsche ausgeraubt. Die Polizei vermutet, daß es sich bei dem von den Entführern benutzten Wagen um ein Auto aus Gütersloh handelt. Verl(Kr. Wiedenbrück), 10. Januar.(Eine 70jährige tödlich überfahren.) Auf der Straße nach Kaunitz wurde gestern die 70 Jahre alte Witwe Gertrud Meyer, geb. Leinkenjost, von einem Personenwagen überfahren. Sie erlitt dadurch schwere Verletzungen, an denen sie kurz nach ihrer Einlieferung in das St. Anna=Hospital starb. Gütersloh, 10. Januar.(Selbstmordversuch in der Arrestzelle.) Ein 45 Jahre alter Mann, der nach einem Fahrraddiebstahl gefaßt und in einer Arrestzelle untergebracht worden war, wurde bei der Revision in einer Blutlache bewußtlos aufgefunden. Er hatte sich in selbstmörderischer Absicht mit einer Rasierklinge Schnitte am linken Unterarm beigebracht. Dabringhausen(Rhein=Wupper=Kreis), 10. Januar. (Ein sauberes Pärchen gefaßt.) Der hiesigen Polizei war bekannt geworden, daß sich seit mehreren Wochen bei einem Landwirt in der Gemeinde ein Ehepaar unangemeldet aufhielt. Die Nachforschungen ergaben, daß es sich überhaupt nicht um ein Ehepaar handelte. Der Arbeiter Berg hatte im September vorigen Jahres seine Familie mit sechs Kindern in einem Dorfe an der Mosel verlassen. Ihm hatte sich eine 35jährige Ehefrau aus dem gleichen Dorfe angeschlossen, die neun Kinder im Stich ließ. Die Kinder mußten zum größten Teil in öffentlichen Anstalten untergebracht werden. Die Frau hatte in Leverkusen einen Sohn geboren, den der Arbeiter standesamtlich als sein Kind ausgab. Beide wurden nunmehr in Haft genommen. Der Arbeiter wird sich weiterhin wegen unberechtigten Tragens eines nationalen Abzeichens zu verantworten haben. Die Reue, die beide bei der Festnahme zeigten, kam zu spät. DRB. Mülheim, 10. Januar.(Tödlicher Sturz von der Treppe.) Die 86jährige Witwe Silberkuhl aus der Schorndorfstraße in Broich fiel so unglücklich die Treppe hinunter, daß sie einen schweren Schädelbruch davontrug. Sie mußte dem Krankenhaus zugeführt werden, starb aber in der folgenden Nacht. DNB. Buer=Scholven, 10. Januar.(Kind im Wasserbottich erstickt.) Am Mittwochvormittag stürzte in dem Hause Feldhauserstraße 137 ein einhalbjähriger Knabe kopfüber in einen mit Wasser gefüllten Waschbottich, der in der Küche stand. Auf die Hilferufe eines anderen Knaben eilte die Mutter, die für einige Minuten die Küche verlassen hatte, herbei und zog den Knaben aus dem Wasser. Sie kam aber schon zu spät, denn der herbeigerufen: Arzt konnte nur noch den Tod durch Ersticken feststellen Essen, 10. Januar.(Außerordentlich dichter Nebel über dem Ruhrgebiet.) Im Ruhrgebiet trat in den Abendstunden des Dienstag plötzlich dichter Nebel auf, der die Sicht stark behinderte, was sich naturgemäß auf den Verkehr hemmend auswirkte. Im Straßenbahnverkehr waren verschiedentlich erhebliche Verspätungen verzeichnen, da die geringe Sicht nur ein äußerst vorsichtiges Fahren erlaubte. So gab es auf der Strecke Gelsenkirchen—Essen eine Verspätung von 15 Minuten. Auch in den übrigen Bezirken waren Verzögerungen im fahrplanmäßigen Verkehr festzustellen. Duisburg, 10. Januar.(Der Ertrag der Eintopfspende in Duisburg.) Die vierte Sammlung der Eintopfspende brachte in Duisburg wieder die ansehnliche Summe von fast 28000 Mark, um ein Weniges mehr als das letzte Mal. Mit Rücksicht auf das Weeihnachtsfest, das an jeden Volksgenossen größere geldliche Forderungen gestellt hat, darf man mit diesem Ergebnis zufrieden sein. Opladen, 10. Januar.(Die beiden bergischen Landräte Krummacher und Mißmahl ernannt.) Unter den durch den preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring ernannten Landräten befinden sich der bisherige stellvertretende Landrat in Gummersbach(oberbergischer Kreis), Landrat Dr. Krummacher, der gleichzeitig Leiter des deutschen Frauenwerks ist, sowie der bisherige kommissarische Landrat des Rhein=Wupper=Kreises, Gerichtsassessor Mißmahl in Opladen. Köln, 10. Januar.(Die Unregelmäßigkeiten beim Wohlfabrisamt.) Die von Bürgermeister Schaller an geordnete Nachprüfung beim Wohlfahrtsamt hat zur Aufdeckung weiterer Unregelmäßigkeiten geführt. Ein Oberstadtsekretär, ein Angestellter und ein ehrenamtlicher Pfleger wurden, wie das städtische Presseamt mitteilt, wegen Verdunkelungsgefahr festgenommen. Camp a. Rh., 10. Januar.(Zwei Krankenpflegerinnen tot im Weinberg aufgefunden.) Ein Winzer aus Kesterl machte in seinem Weinberg unweit der Burg Sternberg einen grauenhaften Fund. Er stieß auf die Leichen zweier Frauen, die dort schon einige Tage gelegen haben müssen. Der Winzer benachrichtigte sofort die Volizei, die die Ermittlungen aufnahm. Soweit bisher feststeht, handelt es sich bei der einen der Toten um eine 39jährige Krankenpflegerin, gebürtig aus Nürnberg. Die andere Tote dürfte etwa 31 Jahre alt und ebenfalls Krankenpflegerin gewesen sein. Die genaue Todesursache steht noch nicht fest, doch vermutet man, daß Selbstmord durch Einnehmen von Gift vorliegt. Aachen, 10. Januar.(Generalversammlung der Internationalen Gesellschaft für neue katholische Kirchenmusik.) Unter starker in= und ausländischer Beteiligung fand anläßlich der Tagung der Internationalen Gesellschaft für neue katholische Kirchenmusik die Generalversammlung der Gesellschaft statt. Der 1. Vorsitzende, Prof. Josef Haas=München, erstattete den Tätigkeitsbericht, in dem er besonders hervorhob, daß nach dem neuen geistigen und wirtschaftlichen Umbruch in Deutschland jetzt wieder der Boden für eine fruchtbringende Arbeit auch auf dem Gebiete der Kirchenmusik geschaffen worden sei. Der Kassenbericht wurde einstimmig gebilligt und dem Vorstand Entlastung erteilt. Als Tagungsort für das nächste Jahr ist Rom in Aussicht genommen. Bei der Aussprache, die sehr angeregt verlief, wurde der Vorschlag geäußert, in verschiedenen Ländern Landessektionen zu bilden, die in ständiger Verbindung mit dem Hauptvorstand ihre Angelegenheiten, die sich besonders bei ausländischen Taanngen ergeben, selbständig erledigen sollen. Der Vorschlag wurde dankend angenommen und wird auf seine Durchführbarkeit geprüft. DRB. Aachen, 10. Januar.(Der Arbeitgeberverband für den Steinkohlenbergbau aufgelöst.) Der Arbeitgeberverband für den Aachener Steinkohlenberabau beschloß heute einstimmig seine Auflösung mit sofortiger Wirkung. Hamborn, 10. Januar.(Werkmeister unterschlägt einkassierte Gelder.) Die Polizei fahndet nach einem Werkmeister aus der Bruchstraße von hier, der als Kassierer des Werkmeisterverbandes 1300 Mark einkassierte Gelder unterschlagen hat. Detmold, 10. Januar.(Der Westdeutsche Rundfunk fährt durch das Lipper Land.) Nach der großen Emslandfahrt wird der Westdeutsche Rundfunk nunmehr unter der Führung seines Intendanten Dr. Glasmeier mit den Wagen des Westfunks in das Lipper Land fahren. Wiederum gilt es, die arteigenen Stimmen der Landwirtschaft in Gesprächen mit Bauern und Bürgern, in Unterhaltungen mit den besten Vertretern dieses Volkstums das ganze Eigenleben des Lipper Landes zu erfassen. Die Fahrt beginnt bereits in der zweiten Januarhälfte. Wahnsinnskat einer Mulier Zwei Kinder erdrosselt, sich selbst aus dem Fenster gestürzt. Ofsenbach, 10. Januar. In der Offenburger Altstadt trug sich Dienstag um die Mittagszeit im Hause Ziegelstraße 27 eine grausige Tat zu. Die etwa 35 jährige Ehefrau Auguste Braun, die sich mit ihren beiden jüngsten Kindern, dem einjährigen Robert und der vierjährigen Karoline allein in der Wohnung befand, fiel plötzlich über die Kinder her und erwürgte sie. Ein drittes Kind, die zwölfjährige Johanna, betrat gerade in dem Augenblick die eiterliche Wohnung, als die Mutter völlig verstört vom Kinderbettchen zurückkam, in das sie die beiden Leichen gelegt hatte. Als die Frau des Kindes ansichtig wurde, fiel sie auch gleich über Johanna her und legte ihr ebenfalls ein Handtuch um den Hals. Die Zwölfjährige konnte sich aber energisch zur Wehr setzen. Es gelang dem Mädchen noch, die Hände zwischen Handtuch und Hals zu bringen, so daß die Mutter trotz aller Anstrengungen das Kind nicht überwältigen konnte. Das Mädchen machte sich schließlich los und lief, laut um Hilfe schreiend, auf den Vorplatz der Wohnung, der noch von Nachbarn mitbenutzt wird. Als ein Nachbar auf die Hilferufe hin in die Wohnung Braun eilte, stürzte sich Frau Braun aus dem zweiten Stock auf die Straße. Mit schweren inneren Verletzungen und Knochenbrüchen blieb die Frau auf dem Pflaster liegen. Sie wurde von der Rettungswache ins Krankenhaus gebracht, wo sie in hoffnungslosem Zustand darniederliegt. Die ersten Feststellungen der Mordkommission, die alsbald am Tatort erschien, bestärkten die Annahme, daß Frau Braun die Tat in einem plötzlichen Ausbruch von Wahnsinn begangen hat. Im vergangenen Jahre hatte Frau Brann schon einmal versucht, sich gemeinsam mit ihren beiden jüngsten Kindern ums Leben zu bringen. Sie wurde damals aber im letzten Augenblick daran gehindert. Während der Tat am Dienstag befanden sich der Ehemann und zwei weitere Kinder der Frau nicht in der Wohnung. Wirtschaft und Handel Die rheinisch=westfälische Brauindustrie im letzten Viertel 1933.— Wider Erwarten noch keine Absatzbesserung. Die Absatzentwicklung des rheinisch=westfälischen Braugewerbes hat im letzten Kalendervierteljahr 1933 wider Erwarten eine Verschlechterung erfahren. Die vorjährigen Absatzzahlen wurden im ganzen nicht erreicht. Die Hoffnung, daß der Absatzrückgang endgültig aufgefangen sei, hat sich somit nicht erfüllt. Die Ursache liegt nach dem Bericht des Verbandes Rhein.=Westf. Brauereien zum Teil in der ungünstigen Witterung, zum andern Teil in der überhöhten Biersteuer, die an den übersetzten Preisen Schuld trägt. Das Braugewerbe hofft auf eine Herabsetzung der Reichsbiersteuer und gleichzeitig Beseiti: gung der Gemeindebiersteuer im Zuge der bevorstehenden allgemeinen Reform. Innerhalb des Verbandes ist der wirtschaftliche Vertrag zur Regelung der Preise, Geschäftsbedingungen, Darlehnsgewährungen usw. für das Jahr 1934 verlängert worden. Der bisherige Kundenschutz wurde gestrichen. Der Verband hat seine Funktionen als Arbeitgeberverband in Ausführung des Beschlusses der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände eingestellt. Er ist nunmehr ausschließlich wirtschaftlicher Berufsverband des Braugewerdes. Ein Berliner Detektiv verhaftet eine Hochstapierin. 36 000 Mark ergaunert; das Opfer ein holländischer Plantagenbesitzer. Berlin, 10. Januar. Einer Wiener Meldung zufolge ist dort die 36 Jahre alte Frau Marie Rosental, die bisher mit ihrem Manne in der Weimarischen Straße 2 in Berlin=Wilmersdorf wohnte, wegen Betrugs und Heiratsschwindels von einem Detektiv verhaftet und der Polzei übergeben worden. Die Frau hatte vor einiger Zeit in Berlin einen holländischen Plantagenbesitzer kennengelernt, der sich Hals über Kopf in sie verliebte. Die Frau war schließlich bereit, sich von ihrem Mann scheiden zu lassen, es war ihr aber nicht möglich, an ihr Geld heranzukommen. Außerdem wollte sie in Deutschland große Besitzungen haben. Die Hochstavlerin verstand es nun, dem Holländer nach und nach nicht weniger als 36000 Mark aus der Tasche zu ziehen. Als sie jetzt geung hatte, flüchtete sie nach Wien. Das ergaunerte Geld sollte angeblich auch dazu dienen, den bisherigen Ehemann abzufinden, der aber gar nicht an eine Scheidung dachte. Der betrogene Holländer beauftragte nun einen Berliner Detektiv mit Nachforschungen, die jetzt von Erfolg waren. Inzwischen ist auch in Berlin der Ehemann der Betrügerin festgenommen worden. Huf der Flucht erschossen. Kassel, 10. Januar. Der frühere Schriftletter der sozialdemokratischen„Volksstimme“ in Schmalkalden, Ludwig Pappenheim, der sich seit dem Frühjahr 1933 im Konzentrationslager Papenburg im Börger Moor an der holländischen Grenze befand, wurde jetzt, wie von der Polizei gemeldet wird, bei einem Fluchtversuch erschossen. Pappenheim ist früher durch seine Tätigkeit im kurhessischen Kommunallandtag und im Provinziallandtag bekannt geworden. Ratholikentag in Gleiwitz. DR Gleiwitz, 10. Januar. Als Feststadt für den diesjährigen Katholikentag ist endgültig Gleiwitz bestimmt worden. Der genaue Zeitpunkt der Tagung wird im Februar auf einer in Berlin stattfindenden Besprechung festgelegt werden. Rit dem Katholikentag wird eine Ausstellung christlicher Kunst verbunden werden. Dollfuß oberster Führer der Sturmscharen. DRB Wien, 19. Januar. Bundeskanzler Dollfuß hat die oberste Führung der ostmärkischen Sturmscharen übernommen und Minister Dr. Schuschnigg mit seiner Vertretung betraut. Schwere Zwischenfälle in Oesterreich. Zwei Tote. DNB. Wien, 11. Januar. Ueber den Verlauf des gestrigen Mittwochs wurde gegen Mitternacht eine amtliche Darstellung veröffentlicht, in der behauptet wird, daß es infolge einer von nationalsozialistischer Seite ausgegebenen einheitlichen Weisung zu teilweise schweren Ausschreitungen seitens der Insassen mehrerer Arbeitslager der Vereine österreichischer Arbeitsdienst und studentischer Arbeitsdienst gekommen sei. Zu besonders schweren Zwischenfällen sei es in Klagenfurt gekommen, wo 70 bis 80 Personen aus dem Lager Hollenburg vor dem Gebäude der Druckerei des christlichsozialen„Kärntener Tageblattes“ Kundgebungen veranstaltet hätten. Es seien mehrere Fensterscheiben eingeschlagen und ein Sprengkörper in den Hof des Gebäudes geworfen worden. Nach der amtlichen Darstellung sollen die Kundgeber einen vor dem Gebäude postenstehenden Hilfspolizisten angegriffen haben. Dieser habe in Notwehr drei Schüsse abgegeben, wodurch zwei Kundgeber getötet und einer verletzt worden sei. Zahlreeiche Kundgeber seien verhaftet worden. Ein weiterer Selbstmordkandidat. Der in den Stavisty=Skandal verwickelte Direktor des Pariser Operettentheaters„Empire“, Hayotte, gegen den Haftbefehl erlassen worden ist, soll, wie„Journal“ berichtet, einem Freunde erklärt haben, auch er wolle seinem Leben ein Ende machen. Der Selbstmord Staviskys habe ihn völlig niedergeschlagen und unfähig gemacht, den Kampf fortzusetzen. Hayotte ist seit Dienstagmittag spurios verschwunden. Abrüstungskonferenz am 12. Februar? DN Paris, 10. Januar. Nach einer Meldung der Agentur Radio aus Geuf hat zwischen Henderson und dem Vizepräsidenten sowie dem Berichterstatter der Abrüstungskonserenz ein Meinungsaustausch stattgefunden. Man soll zu dem Ergebnis gelangt sein, die Sitzung des Hauptausschusses der Abrüstungskonferenz bis zum 12. Februar zu vertagen. Dieser Termin soll jedoch erst in der nächsten Woche endgültig bestätigt werden, wenn Heuderson in Geuf noch weitere Beratungen gehabt hat. Eine neue=Boot=Erfindung? Paris, 10 Januar. Im Hafen von Cherbourg fanden am Sonntag sehr interessante Versuche mit einem neuen Unterseebotsmodell statt, das nach der Erklärung des Erfinders niemals der Gefahr ausgesetzt sein soll, nicht wieder an die Wasseroberfläche zu gelangen. Nach den bisherigen Erfahrungen gab es für den Aufstieg eines =Bootes nur zwei Möglichkeiten, entweder das Wasser aus den Ballastbehältern zu pumpen oder den Bleiballast vom Rumpf zu lösen. Die neue Erfindung soll sich jedoch weder auf die eine noch auf die andere Möglichkeit stützen, sondern es soll dem Erfinder gelungen sein, sein Modell, das 1250 Kilo wiegt, mit gefüllten Ballastbehältern wieder flott zu machen. Die Einzelheiten dieser neuen Erfindung werden streng geheim gehalten. Im kommenden Monat sollen die Versuche mit einem außer Dienst gestellten.Bott wiederholt werden. Sitzung des Abrüstungsausschusses des englischen Kabinetts. DR London, 10. Januar. Der Abrüstungsausschuß des Kabinetts trat heute nachmittag in Downingstreet 10 zu einer zweistündigen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung standen die Probleme der Abrüstung. Bei der heutigen Besprechung handelt es sich um die erste Ministerzusammenkunft nach der Rückkehr Sir John Stmons aus Paris und Rom, bis zu der die Erörterung des Abrüstungsrrobsems aufgeschoben werden war. Studentenschaft und Arbeitsdienst. Die Deutsche Studentenschaft und die Reichsleitung des Arbeitsdienstes veranstalten am 24. Januar in der Aula der Berliner Universität eine große gemeinsame Kundgebung, auf der u. a. der Staatssekretär für den Arbeitsdienst, Reichsarbeitsführer Hierl, Vertreter der Studentenschaft und der Inspektor der Reichsführerschule sprechen werden. Am Abend desselben Tages werden gleichartige Kundgebungen in allen Städten stattfinden, in denen sich eine Universität oder Hochschule befindet. Ein Kurgast wird vermißt. Der Oberstadtsekretär Maximilian Pache aus Breslau, der in Bad Reichenhall zur Kur weilte, wird seit dem 4. Januar vermißt. Pache, der taub ist, leidet an hochgradiger Schwermut. Er zeigte in letzter Zeit ein auffallend verstörtes Wesen. Man befürchtet, daß er Selbstmord begangen hat. Der Begründer der Karlsbader Oblaten begeht Selbstmord. Karl Bayer, der Begründer weltbekannten Karlsbader Oblaten, hat infolge eines schweren Nervenleidens Selbst. mord durch Erschießen begangen. Vom Tode ereilt. Der schwedische Generalkriegszahlmeister I. L. Widell wurde vom Herzschlag getroffen, als er sich zu einer Audienz im königlichen Schloß in Stockholm eingefunden hatte. Er wollte dem König, der zur Jahreswende außerhalb der Residenz geweilt hatte, nachträglich die übliche Neujahrsaufwartung abstatten. Der Verstorbene war ein bekannter Würdenträger am schwedischen Hofe. Er vertrat Schweden auch im Bölkerbund. Sport. 1. Mannsch. VfL. Stockum— 1. Mannsch. DIK. Laugendreer. Am vergangenen Sonntag hatte der BfL. den eine Klasse höher spielenden Verein DJK. Langendreer zu Gast. Die DIK.=Mannschaft hat schon manchen achtbaren Erfolg zu verzeichnen gehabt. In diesem letzten Spiel waren die Langendreerer jedoch eine große Enttäuschung. Der Sturm spielte ohne jeglichen Zusammenhang. Läuferreihe war nicht ganz so schlecht, dagegen konnten die Verteidiger schon eher gefallen, während der Torwart sein möglichstes getan hat. Die Stockumer Stürmerreih. befand sich wieder in ausgezeichneter Form. Die Hinier reihe arbeitete verteidigend und unterstützend ganz famos Die beiden Verteidiger lieferten sich wieder ihre bekannte Abwehr— Gemeinschaftsarbeit. Der Torwart füllt: seinen Posten ganz gut aus. Durch eine schöne Flanke des Linksaußen konnte der Halbrechte den Führungstreffer einschießen. Nach kurzer Zeit wurde aus dem Gewühl heraus der Ball zum zweiten Mal über die Torlinie be fördert. Ein vrhängter Elfmeter brachte den Stockumern das 3. Tor ein. Endlich kurz vor der Pause wurde der Ball von dem Halbrechten aus nicht gerade kurzer Ent fernung famos eingeflankt. Es war das schönste Tor des Spieles. Nach der Pause hatte die DJK. etwas mehr vom Spiel; jedoch konnten sie zu keinem Gegentreffer ge langen, da alle Vorstöße an der Stockumer Hintermann schaft scheiterten. Dagegen waren die Stockumer noch zweimal kurz hintereinander erfolgreich, so daß es beim Schlußpfiff:0 für Stockum hieß. Fußballrundenspiele der Volksschulen am 9. Jan. 1934 * Oeffentliche Herausforderung. Die Beamten und Angestellten des Arbeitsamts Wi. ten fordern hierdurch die Fußballmannschaft der Stadtverwaltung Witten öffentlich zu einem Fußballkampf auf, der am Sonntag, 21. Januar, 15 Uhr, auf dem Hindenburgplatz stattfinden kann. Dortmunder Zuchtviehmarkt“ Dortmund, 10. Januar. Auftrieb: 473 Stück Groß vieh, 207 Schweine, 70 Kälber. Der Handel war in guten Tieren rege, sonst langsam. Es kosteten hochtragende und frischmelke Kühe 1. Qualität 370—400 RM., 2. Qualität 320—360 RM., 3. Qualität 260—310 RM., Rinder 160 bis 300 RM. Beste Tiere wurden über Notiz bezahlt. Sämtliches zum Markt aufgetrieben gewesenes Großvieh ist gegen Maul= und Klauenseuche geimpft worden. Am Schweinemarkt war der Handel flott. Es kosteten Ferkel im Alter von—8 Wochen 14 bis 17 RM., von—10 Wochen 18 bis 24 RM., von 10—12 Wochen 29 bis 38 RM. Der nächste Markt findet am 17. Januar statt. Der Verband Evangelischer Volksvereine Westdeutschlands als Glied des Edangelischen Mannerwdertes Deuischlands. Zu einer bedeutungsvollen Tagung waren am Sonntag der Verbandsvorstand und die Vereinsführer des Verbandes Evgl. Volksvereine Westdeutschlands im Bodelschwinghhaus in Dortmund vereint, um nicht nur umfassende Berichte aus dem nun erstandenen Evangelischen Männerwerk entgegen zu nehmen, sondern auch sich im Rahmen dieser Neuordnung die notwendigen Richtlinien zu schaffen. Das dieser Tagung entgegengebrachte große Interesse dokumentierte sich schon allein dadurch, daß von 88 Vereinen die Führer zur Stelle waren, während nur 5, meist aus Dortmunds Umgebung, durch Abwesenheit glänzten. Choralgesang, Schriftlesung des 46. Psalms und Gebet leitete die Tagung ein. Nach herzlichster Begrüßung durch den Verbandsführer Pfarrer Hochdahl(Dortmund=Kirchhörde) hielt dieser das grundlegende Referat: Der evangelische Mann im deutschen evangelischen Männerwerk. Der einleitende geschichtliche Rückblick auf das Werden des EMW. begann mit einer Würdigung der großen Verdienste des Herrn General= superintendenten i. R. D. Zöllner um evangelische Männerarbeit und Männerdienst, der schon frühzeitig die Notwendigkeit dieser Arbeit erkannt und sich rast= und restlos dafür eingesetzt hat. Das Aufgabengebiet, Organisation, Leitung. Führung und Gliederung, insonderheit auch für unsere Heimatprovinz Westfalen, wurden eingehend behandelt und daraus nun die Stellungnahme des einzelnen Mannes herausgestellt. Nun gilt es, den äußeren Rahmen mit lebendigem Inhalt zu füllen, die Männer zu zäher, unentwegter Arbeit für Kirche und Gemeinde zu begeistern und Kirchen= und Gemeindebau auf dem Boden des Evangeliums volksmissionarisch zu treiben.— Die überaus lebendige Aussprache, in der nach dem Wunsche des Verbandsführers nicht mit sachlichberechtigter Kritik zurückgehalten wurde, ergab die grundsätzliche Zustimmung der Vereinsführer zu der zielbewußten Vertretung ihres Verbandsführers. Für die Führung des EMW. wurde unbedingte Neutralität gegenüber allen angeschlossenen Verbänden gefordert. Gegen das neue Organ Mann und Kirche wurden mancherlei Bedenken geäußert und durch einmütigen Beschluß eine Entschließung angenommen, die gegen die uns unbefriedigende Zusammenstellung dieses Monatsblattes Einspruch erhebt und entsprechende Aenderung verlangt. Vor der Schaffung neuer Vereinssatzungen sollen erst die Richtlinien des EMW. abgewartet werden. Die Frage der Hilfe am Grabe wird demnächst durch das zuständige Landesamt entschieden werden. Dienstliche Anweisungen werden nur noch durch das Landesamt Westfalen entgegengenommen. Alle von unberufener Seite erfolgten Versuche, in unsere Vereinsarbeit in irgend einer Form einzugreifen oder Forderungen zu stellen, sind unverzüglich abzuweisen und dem Verbandsführer telefonisch zu melden. Jeder Verein hat bei einem Schriftwechsel mit Behörden oder Organisationen ausdrücklich zu betonen, daß er Glied einer kirchlichen Organisation, des EMW., ist. Bis zum 15. Februar d. Is. hat jeder Verein seinen Führer beim Verbandsführer behufs Bestätigung durch diesen zu melden. Ueber die volksmissionarische Arbeit innerhalb des Verbandes konnte recht Günstiges berichtet werden. Im Ruhrlandheim bei Querenburg hält der Verband allein 6 Schulungskurse mit je 25 Teilnehmern ab, die innerhalb der Unterverbände ihre Fortsetzung finden sollen. Infolge der ständigen Zunahme der dem Verbande angeschlossenen Vereine muß eine Neuordnung der Unterbezirke vorgenommen werden. Diese soll im Rahmen der Kirchenkreise erfolgen. Der Kreisverband Dortmund bleibt bestehen, ebenso Kreisverband Iserlohn. Kreisverband Gelsenkirchen erfährt die größte Aenderung. Er gibt Hordel an den neuen Kreisverband Bochum, die Vereine aus Wanne=Eickel an den neuen Kreisverband Herne und den Verein Herten an den neugebildeten Kreisverband Vest Recklinghausen ab, erhält aber dafür die neu beigetretenen ost= und westvreußischen Brudervereine, so daß er fortan 22 statt bisher 23 Vereine umfaßt. Zu Unterstützungsfragen und Theateraufführungen wurden genaue Anweisungen gegeben. Ein Dankeswort des Kreisführers Pfarrer Veter(Bismarck) an den Verbandsführer Pfr Hochdahl als Anerkennung für seine rastlose Arbeit im und für den Verband, gemeinsamer Choralgesang und der Segen des Herrn beendeten nach über vierstündiger Dauer die wegweisende Tagung. Das neue Gesicht der Sechstagerennen. Welche Möglichkeiten bieten sich. Die neuen Sechstagebestimmungen in Deutschland bringen eine völlige Umwälzung in dem Betrieb der Sechstagerennen. Während man früher den Rennen teilweise das sportliche Moment abzusprechen versuchte, wird man jetzt in der Beurteilung der Sechstagerennen zu einer anderen Meinung kommen, denn sie sind tatsächlich durch die Aenderung der Bestimmungen zu einer ernsten Sportveranstaltung geworden. Dies war aber auch nötig, um die Existenz der Rennen zu erhalten, damit die Sporthallen ihrer zugkräftigen Veranstaltung nicht beraubt wurden. Den Gegnern der Sechstagerennen dürfte durch die sorgfältig durchgearbeiteten Bestimmungen das Wasser abgegraben sein, da nun alle Möglichkeiten nach der finanziellen und sportlichen Seite hin erschöpft sind, um gegen jeden Angriff gewappnet zu sein. Das veränderte Gesicht zeigt sich zunächst darin, daß das Rennen nicht mehr über 145 Stunden geht, sondern in sechs Tagesabschnitten zerlegt ist. Aus der ununterbrochenen 145=Stundenfahrt ist nun eine 6mal 18=Stundenfahrt geworden. Die Fahrer haben anstelle der Neutralisation am Morgen eine sechsstündige Ruhepause, in der sie sich erholen und die nötige Körperpflege treiben können. Bei Beginn des nächsten Tagesabschnittes ist das Fahrerfeld dann frisch und ausgeruht. Auf den Verlauf des Rennens dürfte sich dies besonders gut auswirken. Einkommen nach dem Leistungsprinzip und die gesicherte soziale Grundlage für alle Teilnehmer sind weiter zwei der hervorstechendsten Merkmale. Dadurch, daß alle Fahrer einheitliche Tagesspesen bekommen und jeder seinen Mehrverdienst durch eine gute Fahrweise erreichen kann, stempelt man die Betufsfahrer teilweise wieder zu Amateuren, bei denen es kein Zusammenfahren oder gar eine Combine geben wird. Die Leute mit den hohen Tagesgagen, die sich das Rennen nach ihrem Gutdünken einteilen konnten und erst in den letzten Tagen, nachdem sich die fleißigen Fahrer abgerackert hatten, ihr wahres Können zeigten, haben keinen Platz mehr in den heutigen deutschen Sechstagerennen. Wir haben mit einem Male 14 oder 15 Mannschaften, die sich so gleichwertig sind, daß jede Mannschaft gewinnen kann. Es werden einmal neue Siegespaare auftauchen, nachdem sich in den letzten Jahren die Siegerlisten einander immer wieder ähnelten. Der Verlauf des Rennens wird vom Startschuß ab spannend sein, da die täglich ausgesetzten Preise genügend hoch sind. Für jede Mannschaft heißt es vom ersten Tage an täglich unter den Placierten zu sein, sonst fällt nicht nur der Lohn weg, sondern auch die Chancen für eine Placierung im Endergebnis. Den jungen Fahrern ist hier Gelegenheit gegeben, besonders in den ersten Tagen nicht nur Punkte, sondern auch Preise zu erringen. Schwer wird es allerdings den Debutanten=Mannschaften werden, sich in dem Drunter und Drüber der Jagden in den ersten Tagen zurechtzufinden. Dafür aber haben wir die Gewähr, daß sich neue Talente und wahre Könner herausschälen. Auch der Rundenspielerei dürfte ein Ende gesetzt sein. Es wird keiner Mannschaft in Zukunft mehr einfallen, Runden zu verschenken, die später recht schwer oder gar nicht mehr aufgeholt werden können. Die Jagden werden also wieder mit besonderer Erbitterung durchgeführt werden, wobei nur die Besten der Besten die Oberhand behalten können. Die Bedingungen sind also ungemein schwerer geworden. Nur Rennfahrer von guter Klasse, die bestens trainiert sind, werden hier durchstehen können. Ein Vergleich mit der„Tour de France“ liegt nahe. Eine Etappe entspricht hier einem Tagesabschnitt mit regulärer Fahrzeit von 18 Stunden. Die täglich ausgesetzten Preise— ein Drittel der Mannschaften wird leer ausgehen— müssen mit ihren nicht unerheblichen Abstufungen bewirken, daß es an jedem Tage zu einem unerhörten Kampf um die Spitze kommt. Hierbei wird noch jede Mannschaft bemüht bleiben müssen, nicht mit großem Rundenrückstand einen Tagesabschnitt zu beenden, denn sie kann sich dadurch schnell aus dem Wettbewerb um den Endsieg ausschalten. Sieger bleibt die Mannschaft, die die meisten Kilometer zurückgelegt und die höchste Punktzahl erreicht hat. Es kann daher sogar vorkommen, daß die Siegermannschaft keinen einzigen Sieg in einem Tagesabschnitt davongetragen hat, und trotzdem durch eine gute Placierung an allen Tagen die zum Endsieg maßgebende beste Gesamtleistung aller sechs Tage erzielt hat. In diesem Zusammenhang darf auch verraten werden, daß das gesamte Ausland mit Interesse die Auswirkungen der neuen deutschen Bestimmungen verfolgt. Bewähren sie sich, woran kaum ein Zweifel besteht, dann werden die neuen deutschen Sechstagebestimmungen sicherlich auch im Ausland ihre Anwendung finden. Auch die Besucher werden sich etwas umstellen müssen. Durch die Zerlegung in sechs Tagesabschnitte— von 23 bis 23 Uhr— werden die Kämpfe und entscheidenden Schlachten nicht mehr nach der 22=Uhr=Wertung einsetzen, sondern die Jaaden werden am frühen Morgen, nachmittags und frühen Abend toben und sich sogar zu einer Zeit, wo die Halle geräumt ist, fortsetzen. 2 krühere Rechtsanwälte festgenommen. Große Veruntreuungen. DR Berkin, 10. Januar. Nach einer Mitteilung der Justizrressestelle Berlin ist der frühere Berliner Rechtsanwalt und Notar Max Goldstücker auf Grund eines richterlichen Haftbesehls festgenommen und ins„Untersuchungsgefängnis übergeführt worden. Goldstücker hat nach eigenem Geständnis von einem ihm zur Verwaltung anvertrauten Nachlaß mindestens 30000 RM. widerrechtlich für persönliche Zwecke verwandt. Ferner ist auch gegen den früheren Rechtsanwalt und Notar Dr. Friedrich Bieber ein Ermittlungsverfahren wegen Veruntreuung von Mandantengeldern in Höhe von 35000 RM. eingeleitet worden. Dr. Bieber wurde ebenfalls festgenommen. Am Freitag, 12. ds. Mis., abends 8½ Uhr, findet im Wösthoff'schen Saale in Annen, Westseldstraße 87, eine große Aufklärungs=Versammlung der Ortsgruppe Annen von N. S. Hago und G. H. G. statt Es sprechen: Reichstagsabgeordneter Pg Trumpetter aus Hagen Oberbürgermeister Pg. Dr. Zintgraff. Für Mitglieder ist das Erscheinen Pflicht, aber auch für jeden anderen deutschen Volksgenossen sind die zu erwartenden Ausklärungen über Zweck und Ziel der deutschen Arbeitsfront von größtem Interesse. Die Ortsgruppenamtsleitung der N. S. Hago und des G H. G. Glaubensbewegung„Deutsche Christen“ Große Pssenliche Versammtung Am Donnerstag, 11. Januar, abends 8¼ Uhr findet in Witten, im Hotel„Adler“, Ruhrstr. 20(großer Saal) eine große öfseutliche Versammlung der„Deutschen statt.— Stellungnahme zur kirchenpolitischen Lage, zum Verfassungsentwurf des Provinzialkirchenrats, zur nordischen Glaubensbewegung,— Herr Bischof Adler wird anwesend sein. Hauptredner: Pfarrer Eixtus=Gelsenkirchen und Pfarrer Möller= Spockhövel. chen Die Reichszahnärzeekammer Vertrauen zur Kassenbehandlung. Dortmund, 10. Januar. In einer Versammlung der Zahnärzte kündigte der Reichsführer Dr. Stuck das Gesetz über die Reichszahnärztekammer an. Die Akademie für zahnörztliche Fortbildung ist bereits eingerichtet. Die Schaffung der Kammer ist zum Teil verwirklicht. Sie bildet den Garanten einer ordentlichen, zahnärztlichen Versorgung der Bevölkerung und ist weder Kampforganisation noch Interessengemeinschaft. Durch die Schaffung der kassenärztlichen Vereinigung ist die Rechtsunsicherheit des deutschen Zahnarztes und die Willkürherrschaft der alten Krankenkassen beseitigt. Das stark erschütterte Vertrauen in die Kassenbehandlung wieder herzustellen, ist das Hauptziel der Männer, die der Nationalsozialismus an die Spitze der Verbände gestellt hat. Der Einblick der Zahnärzteschaft in die Finanzgestaltung der Krankenversicherungsanstalten wird es der ärztlichen Organisation gestatten, sich von der Notwendigkeit etwaiger Honorarkürzungen zu überzeugen. Der Reichsführer berührte sodann das Zahnärzte=Dentisten=Problem. Regierungs= und Parteioertreter, die Führer des zahnärztlichen und des Dentistenstandes sind von der Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit eines einheitlichen Standes überzeugt, der auf medizinisch=wissenschaftlicher Grundlage auf deutschen Universitäten vorgebildet, eine glückliche Synthese von Wissenschaft, Kunst und Handwerk bilden wird. Das kommende Heilpraktikergesetz bedeutet einen ungcheuren Fortschritt, gemessen an den Zuständen auf dem Gebiete der Kurpfuscherei der vergangenen Jahre. Die Reichsleitung der deutschen Zahnärzteschaft wird bemüht sein, das Problem des Nachwuchses zu meistern. Wenn der Staat der zahnärztlichen frühen Behandlung des menschlichen Gebisses gesetzlich gesicherte Möglichkeiten erschließe, werden die Bemühungen von Erfolg sein. Der Redner unterstrich noch die Notwendigkeit eines Reichsschulzahnpflegegesetzes an Hand der Erfahrungen unzulänglicher Spätbehandlung bei Jugendlichen. Um keinen ungerechtfertigten Zwang Kindern und Erziehern gegenüber durchzuführen, werden künftig die Kinder den sog. Gesundheitspaß erhalten, der den Vertretern der Schulzahnpflege jederzeit ermöglicht, sich über den Zustand der Zähne des Kindes zu unterrichten. Glanzpapier. Durchschreibpapiere, Hektographentinte, Briesklammern. Rechnungsformulare. Servietten. Krevpapiere, Kreide. Lutttungen, Notenhefte. Butterbrotpapier, Radieraummt, Ausziehtusche, Frachtbriefe, Notenpapier. Paketadressen, Löschpapiere, Briefordner Aufgabenhefte, Etiketten, Nammissionsbücher, Anhänger. Bestellzettelbücher. Eintrittskartenblocks, Durchschlagpapier, Kostenanschläge, Heitzwecken. Geldbriesumschläge, Prozeßvollmachten. Garderobennummern. Bonbücher Mietkontrakte, Rotizblocs, Notizbücher, Reißzeuge, Briefkörbe Hektoaranhenblätter, Kontobücher, Aktendeckel, Mitteilungsformulere, Schnelhefter. Fritz Küching, Bachhanblung. Ich nehme meine " FAATS am 10. Januar in vollem Umfang wieder auf Sprechstunden 8½-11 Uhr.— Telefon 2789 Witten, Gartenstr. 21 prakt. Aerzin Dr. Sunkel-Spude KNAURS Kosburoutionstokthon ### in einem Band gebunden! Völlig neue Ausgabe 37000 Stichwörter 2600 Textillustrationen 75 vielfarbige und einfarbige Tafeln 1934 Preis Mk..85 Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen, besonders Herrn Pfarrer Bartelworth für seine trostreichen Worte im Hause und am Grabe unsern herzlichen Dank. Familie Emil Westerhaus. Aunn=Antrnort 1934 „Schau um dich— Schau in dich“ Jahrweiser mit 24 Kunstpostkarten 1 30 und 1 Kunstblatt.... Mk..90 Wochenkalender mit 12 Original= 1 50 Plischke=Postkarten.... 2k..90 Taschen=Kalender .. Vorrätig in der Buchhandlung FRITZ KUCHING Dule Joucctet Fritr Rücking Stuichhandblung .10 Vorrätig in der Bachhandlung Trih Rüching. halten Die sich den Freilag. Abend frei! für die 59!) Versammlung Blatt zu Nr. 9. Annener Zeitung. Donnerstag, den 11. Jaunar 1934. Gaurderatung Ihne Deutschraut Die 9A Bezeichnung und Gliederung. Ueber die Bezeichnung der SA und ihrer Untergliederungen heißt es in einem Runderlaß des Obersten SAFührers u..: Die gesamte SA, d. h. alle der Obersten SA=Führung unterstellten Gliederungen, werden in dem Begriff Die SA zusammengefaßt. Zur SA gehören daher: Die eigentliche oder aktive SA(sie setzt sich aus SA und SS zusammen), die SA=Reserve I und II, das NSKK. SA, SS, SAR I, SAR II und RSKK bezeichne! man als Gliederungen der SA. Der SA=Mann ist die Bezeichnung für alle Angehörigen der der Obersten SA=Führung unterstellten Gliederungen. Die Mehrzahl von SA=Mann heißt SA=Männer, nicht SA Leute. Der SA Mann kann daneben noch bezeichnet werden als SA=Mann, SAR=Mann, NSKKMann. Der SA=Mann kann sein: SA=Führer(vom Sturmführer einschließlich aufwärts). SA=Unterführer(vom Scharführer einschließlich bis Obertruppführer einschließlich) und SA=Mann(Rottenführer, Sturmmann, SA=Mann). Daneben kann auch die Bezeichnung SS=(SAR=, NSKK=) Führer und=Unterführer verwendet werden. Alle noch nicht endgültig eingereihten oder übergeführten Angehörigen der SA, SS, SAR und NSKK tragen die Bezeichnung SA=Anwärter(SS=, SAR=, NSKK=Anwärter). Alle Gliederungen der SA(SA. SS, SAR und RSKK) bestehen aus Einheiten. Die niedrigste Einheit ist der Sturm: Sturmbann, Standarte usw. bis zur Obergruppe(Oberstlandesverband) werden ebenfalls als Einheiten bezeichnet. Bei Trupps und Scharen spricht man von Untereinheiten. Die Zahlen der deutschen Arbeitslosenstalistik. Zurückweisung von Auslandsverdächtigungen durch Dr. Syrup. DNB Berlin, 10. Januar. In einem Aufsatz im„Wirtschaftsring“ weist der Präident der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung, Dr. Syrup, die immer wieder im Ausland auftauchenden Verdächtigungen gegen die Arbeitslosenstatistik entschieden zurück. Syrup sagt: Die Reichsanstalt kann die volle Gewähr für die gemeldeten Zahlen übernehmen. Sie kann dies umsomehr, als die gemeldeten Zahlen nach verschiedenen Methoden als fahrlässige Unstimmigkeiten kontrolliert werden. Unter den Millionen im Laufe des Sommers ausgeschiedenen Arbeitslosen befanden sich mehr als zwei Millionen unterstützte Arbeitslose, und nur ½ Millionen Arbeitslose, die nicht unterstützt wurden. Dr. Syrup weist ferner darauf hin, daß die von der Arbeitslosenstatistik völlig unabhängige Zahl der Krankenkassen ergibt, daß die Zahl der in der Wirtschaft beschäftigten Arbeitnehmer im ersten Kampfabschnitt nicht nur um 2¼ Millionen, sondern darüber hinaus um 300000 Arbeitnehmer mehr gestiegen ist. Die Reichsanstalt würde sich nie dazu verstehen können, unrichtige Zahlen über die Lage des Arbeitsmarktes zu geben. Der Kampf des nächsten Sommers, schreibt Dr. Syrup weiter, wird sich in erster Linie gegen die Hochburgen der Arbeitslosigkeit richten müssen, die Großstädte und Industriebezirke. * Abteilung Presse in der Obersten SA.=Führung. Im Stabe der Obersten SA.=Führung ist eine neue Abteilung Presse eingerichtet worden. Zum Abteilungschef ist mit Wirkung vom 15. Januar 1934 vom Chef des Stabes der Brigadeführer Wilhelm Weiß, Chef vom Dienst des„Völkischen Beobachters“, ernannt worden. Ein Sonderreferat Insormation übernimmt als Reserent der Oberführer Gerhard Ludwig Binz, der damit vom Stabe der Gruppe Berlin=Brandenburg in den Stab der Obersten SA.=Führung versetzt wird. Der Pressereferent Obersturmführer Josef Bosch übernimmt in der neuen Abteilung das Reserat Pressestelle. Die Voraussetzung für Rentengewährung an ehemalige Beamte. BD3. Berlin, 10. Januar. Nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums kann entlassenen Beamten eine Rente bewilligt werden. Wie das V03.= Büro meldet, weist der preußische Innenminister in einem Runderlaß über die Anwendung dieser Bestimmungen gegenüber früheren Beamten, Angestellten und Arbeitern der Gemeinden und Gemeindeverbände darauf hin, daß es in der Hauptsache darauf ankomme, ob das dienstliche und außerdienstliche Verhalten des Antragstellers ihn der Gewährung einer Rente würdig erscheinen lasse. In den Berichten sei daher auf die Tätigkeit des Antragstellers in seinem bisherigen Amt unter Würdigung seiner persönlichen Verhältnisse besonders einzugehen. Bei der politischen Einstellung und Betätigung sei serner zu berücksichtigen, daß es nicht von Bedeutung sei, ob der Antragsteller von seinen bisherigen Bezügen hätte Ersparnisse machen können, sondern ob er solche wirklich gemacht hat. Weiter weist der Minister darauf hin, daß bei der Bewilligung der Rente bezw. bei der Gewährung des Härteausgleiches ein strenger Maßstab angelegt werde, so daß der Höchstsatz nur An ganz besonderen Ausnahmefällen in Betracht komme. auf Postscheckkonto Berlin Nr. 77100 NS=Volkswohlfahrt Reichsführung, Kouto Winterhilfswerk oder auf das gleichlautende Konto bei der Reichsbank. Die französische Propaganda. „Festlegung der Maßnahmen zur Vorbereitung der Volksavstimmung im Saargebiet“— Punkt 24 der Tagesordnung für die 78. Tagung des Völkerbundsrates lautet so. Am 15. Januar tritt in Genf der Völterbundsrat zusammen, der diese Tagesordnung erledigen soll. Diese Ratstagung wird ohne Deutschland stattfinden, das aus der Genfer Institution ausgeschieden ist, weil sie nur das Recht des Stärkeren anerkannte, weil sie auch in der Minderheitenfrage sich nicht auf den Grundsatz des Rechtes sondern nur auf den Grundsatz der Macht verließ. Trotzdem ist es selbstverständlich, daß Deutschland der Anwalt des Deutschtums an der Saar ist, auch wenn es an dieser Ratsverhandlung über die Saarfrage nicht teilnehmen wird. Die Aufgaben des Völkerbundes im jetzigen Augenblick ergeben sich für das Saargebiet aus dem Versailler Vertrag. Am 10. nuar 1920 ist das Versailler Diktat in Kraft getreten. Es bestimmte, daß 15 Jahre lang eine vom Völkerbund zu bildende Regierung die Angelegenheiten des Saargebiets verwalten soll, daß nach Ablaus dieser Frist eine Abstimmung über das künftige Schicksal des Saargebiets stattfinden sollte. Die 15 jährige Frist hat mit dem Inkrafttreten des Versailler Dittats begonnen. Am 10. Januar 1935 wäre sie also abgelausen, d. h. genau in einem Jahre. Es ist also allmählich Zeit, die Volksabstimmung im Saargebiet vorzubereiten. Das soll nach dem Versailler Vertrag der Völkerbund tun. Im Versailler Diktat selbst besagen die Abstimmungsvorschirften, daß die Abstimmung gemeinde= oder bezirksweise über die Fragen: Beibehaltung des jetzigen Zustandes, Vereinigung mit Frankreich oder Vereinigung mit Deutschland? stattfinden soll. Dabei sollen alle mehr als 20 jährigen Personen stimmberechtigt sein, die bei Unterzeichnung des Vertrages im Saargebiet gewohnt haben. „Die übrigen Vorschriften, die näheren Einzelheiten und der Zeitpunkt der Abstimmung werden von dem Rat des Völkerbundes so festgesetzt, daß eine freie, geheime und unbeeinflußte Stimmabgabe gesichert ist.“ Dieser Aufgabe soll sich nun die 78. Ratstagung unterziehen. Es ist inzwischen jedermann klar, daß von den drei Fragen, die das Versailler Diktat an die Saarbevölkerung richtet, nur die Frage: Rückkehr zu Deutschland? von der Saarbevölkerung mit Ja beantwortet werden wird. Die Formalitäten der Abstimmung könnten unter diesem Gesichtspunkt unwichtig erscheinen. Aber ganz so ist es doch nicht, denn im Versailler Diktat selbst ist nicht klar ausgesprochen, wann nach Ablauf der 15 Jahre die Abstimmung stattfinden muß und nach welcher Methode sie vor sich gehen soll. Das aber kann natürlich für das Schicksal des Saargebiets von Bedeutung werden. Diese Einzelheiten sind gerade deshalb um so wichtiger, als die Politik der Saarregierung in der letzten Zeit gezeigt hat, daß mit allen Mitteln der Propaganda und des Terrors gegen das Deutschtum im Saargebiet gearbeitet wird. Die Saarregierung, die unter der Leitung ihres Präsidenten Knox soeben erst Personen, die in Deutschland vom Staatsanwalt gesucht werden, mit der Leitung wichtiger Aemter der Politischen Polizei betraut hat, kann selbstverständlich nicht das Vertrauen der Saarbevölkerung genießen. In einem Bericht, den sie soeben dem Völkerbundsrat vorgelegt hat, zeigt sich am deutlichsten, wie weit sie von einer Erkenntnis der Strömungen und Stimmungen in der Saarbevölkerung entfernt ist. Diese Denkschrift soll die Beschwerde der Deutschen Front über die Politik der Saarregierung beantworten. Die Saar— Bericht der Saarregierung * regierung sucht sich bei dem Völkerbundsrat damit zu verteidigen, daß sie die Behauptung aufstellt, die Nationalsozialisten im Saargebiet hätten umstürzlerische Bestrebungen. Sie stellt Nationalsozialisten und Kommunisten auf die gleiche Stuse und begründet damit, daß sie Versammlungen beider Parteien verboten habe. Diesem tendenziösen Bericht der Saarregierung hat bezeichnenderweise das Mitglied der Regierungskommission, Koßmann, seine Zustimmung nicht gegeben, denn der Inhalt des Berichts widerspricht den Tatsachen. Der Führer der NSDAP. im Saargebiet, Staatsrat Spaniol, hat schon Anfang Dezember eine Verordnung erlassen, die auf das schärfste allen Parteiangehörigen untersagt, irgendwelche Gruppen, Vereinigungen usw. für Ordnungsdienste oder andere Zwecke zu bilden. Sie brauchen auch keine illegalen Mittel anzuwenden, da das DRB. Paris, 10. Januar. Anläßlich der Wiedereröffnung der Parlamentssession waren am Dienstagnachmittag um das Kammer= und Senatsgebäude verstärkte polizeiliche Absperrungsmaßnahmen getrossen worden, da man befürchtete, daß es wegen der StaviskyAffäre zu Kundgebungen kommen könnte. Extremistische Gruppen hatten nämlich ihre Anhänger aufgesordert, vor dem Kammergebäude zu demonstrieren. Die Zufahrtsstraßen wurden in großem Umkreise abgesperrt und der Fußgängerverkehr in den zum Kammergebäude führenden Hauptstraßen genau kontrolliert. Während die Rede des Alterspräsidenten der Kammer keinen politischen Charakter trug, streifte der Alterspräsident des Senats, Senator Damecour(Republikanische Vereinigung), einige außenpolitische Fragen und kam auch in demagogischen Wendungen auf Deutschland zu sprechen. Deutschland habe sich— so erklärte er— von der Abrüstungskonferenz in dem Augenblick zurückgezogen, wo man gehofft habe, das gesteckte Ziel zu erreichen. Da England von der deutschen Aufrüstung sichere Kenntnis erhalten hätte, habe Deutschland seine Taktik geändert und möchte jetzt mit Frankreich verhandeln. Wenn man dem Einbruch in Belgien beigewohnt und wenn man die Erinnerungen Stresemanns vor Augen habe, könne man gar nicht anders, als diesem Hin und Her zwischen Krieg und Frieden zu mißtrauen. Aber die französische Regierung scheine entschlossen zu sein, sich an die Bestimmungen des Versailler Vertrages in engster Zusammenarbeit mit dem Völkerbund zu halten. Der Redner forderte von England eine eindeutige Erklärung in dem gleichen Sinne. In der Kammer wurde bei der Wahl des Präsidiums der bisherige Kammerpräsident der sozialistische Abgeordnete Fernand Bouisson, mit 332 von 350 abgegebenen Stimmen wiedergewählt. ee ehr uen von vornherein feststeht. Die französische Propaganda sucht zwar dieses Er„ronis noch zu beeinflussen. Aber sie wird damit naturgemäß keinen Erfolg haben. Die verschiedensten französischen Kommissionen beschäftigen sich zur Zeit mit der saarländischen Propaganda für Frankreich. Dazu gehört der schon Anfang des Krieges eingesetzte Ausschuß für das linke Rheinufer und die Vereinigung der großen französischen Verbände für den nationalen Umschwung. Es gehört ferner dazu die französische Saargesellschaft, der ein französischer Saarverein angegliedert worden ist. Alle diese Verbände, Vereinigungen und Kommissionen haben das Ziel, den französischen Einfluß im Saargebiet auf die Dauer zu erhalten. Der Völterbund, dem jetzt die Aufgabe zufällt, einen Ausschuß zur Vorbereitung der Saarabstimmung einzusetzen, hat sich in den letzten Jahren durch seine Unfähigkeit bei der Behandlung internationaler Fragen so oft bloßgestellt, daß er eine neue Bloßstellung in der Saarfrage eigentlich scheuen sollte. Auch wenn Deutschland seine Gesamtpolitik nicht mehr in einem Instrument vertreten konnte, das nur den Interessen der Stärkeren diente, verschwindet für den Völkerbund damit nicht die Pflicht, die Saarabstimmung so . sande ier ud Manthelt über De uch ausehen. den Pun##e geschaffen wird und daß die Saarbevölkerung iyrem Willen wirklich frei Ausdruck geben kann. Die kranzösische Regierung im Kreuzieuer von rechts und links. DNB. Paris, 9. Januar. Der Fall Stavisty ist auch in den Wandelgängen der Kammer das Gesprächsthema des Tages. Für Donnerstag macht man sich auf eine stürmische Sitzung gefaßt. Die Lage der Regierung wird als nicht beneidenswert bezeichnet, weil sich nicht nur von rechts, sondern auch von links eine scharfe Oppesition fühlbar macht. Während die Rechte zweifellos auf den Sturz der Regierung hinarbeitet, richtet sich der Vorstoß der Sozialisten gegen die Polizei, und zwar insbesondere gegen den Pariser Polizeipräsident Chiappe. Wenn man berücksichtigt, daß die Regierung nur noch eineinhalb Tage Zeit hat, um die Wogen der Aufregung zu glätten, so scheint die Skepsis verständlich, die in parlamentarischen Kreisen hinsichtlich der Gesamtlage der Regierung besteht. Die Untersuchung in der Angelegenheit Stavisky DRB Paris, 10. Zanuar. Die Untersuchung in der Angelegenheit Stavisky geht mit Hochdruck weiter. In Chamonix erfolgte am Dienstag die Obduktion der Leiche Stiviskys, bei der die Gerichtsärzte auf Selbstmord schlossen. Vor der Leichenöffnung wurden zur einwandfreien Personalfeststellung Fingerabdrücke von dem Toten genommen. Zusammenstöhe vor der kranzösischen Rammer. DRB. Paris, 10. Januar. Kurz vor Beendigung der Kammersitzung kam es vor dem Palais Bourbon zu Zusammenstößen zwischen Camelots du Roi und Polizei, die die Camelots an Kundgebungen verhindern wollte. Zu den Zusammenstößen vor der französischen Kammer. DRB. Paris, 10. Januar. Mitglieder, der Action Francaise hatten in die Straßenbahnschienen Kuallpatro= nen versteckt, die beim Vorüberfahren der Straßenbahnen explodierten und einige Aufregung hervorriefen. Diese Verwirrung benutzten die Camelots du Roi, um sich zu sammeln. Berittene Polizei schritt ein und konnte die Camelots du Roi zwischen zwei Sperrketten abdrängen. Bei den Zusammenstößen wurden einige Personen leicht verletzt. Anhänger der Action Francaise flüchteten sich darauf in die nächstgelegenen Hausflure. Während die Polizei schätzungsweise 250 Manifestanten verhaftete, veranstalteten die anderen Camelots du Roi ein Pfeif=Konzert. Die ganze Szene war für den Film wie geschaffen und wurde von den Film=Cperateuren, die in Erwartung solcher Szenen erschienen waren, eifrig gekurbelt. Am Abend war am Kammergebäude die Ruhe wiederhergestellt. * Rückgang des Geburtenüberschulles in Frankreich. Paris, 10. Januar. Die vor kurzem veröffentlicht Geburten und Sterbestatistik Frankreichs weist gegenüber dem Jahre 1932 einen Rückgang des Geburtenüberschusses um 33 135 Geburten auf. Da der Geburtenrückgang in Frankreich zur Zeit ein beliebtes Argument zur Stützung der außenpolitischen Unnachgiebigkeit ist, wird besenders betont, daß seit den letzten zehn Jahren noch niemals ein so starker Rückgang in so kurzer Zeit festgestellt worden sei. Zum ersten Male in Friedenszeiten sei die Jahl der Geburten, die im Jahre 1932 noch 722 246 betragen habe, unter 700000 gesunken. Es sei zu befürch. ten, daß der Rückgang sich in den kommenden vier Jahrer infolge des durch den Krieg hervorgerusenen Geburtenausfalles und des damit verbundenen Rückganges der Eheschließungen noch stärker auswirken werde. In den kommenden sogenannten vier mageren Jahren werde man zum erstenmal mehr Sterbefälle als Geburten zu verzeichnen haben. Der Nationalverband für Bevölkerungszuwachs hat sich bereits veraniaßt gesehen, nach dem Beispiel Deutschlands und Italiens den Bevölkerungszuwachs durch Sonderbegünstigungen für kinderreiche Familien zu sürhenn Die Beisehung der Todesopler von Ossegg. Oben: Kameraden der ums Leben gekommenen Bergleute bei der Beisetzung. Unten: Die Särge der dreizehn geborgenen Opfer. In Ossegg wurden unter ungeheurer Bereiligung die geborgenen Leichen der bei der Explosions=Katastrophe ums Leben gekommenen Bergleute beigesetzt. Die Trauerfeier galt aber nicht nur den Is Särgen, die auf den Friedhof kamen, sondern ebento den 129 Orsern, die tief unter Tag im Innern des Berges ihr Grab sanden. Eilir bemagögische Großnungsrror des Kilrrs Prusidenten drs frünsonischen Pennts. end nan noeh einmar: Die Srrchiung? Verwechslung mit Thunfischen, Seetang, Bandfischen bis zum Glauben an das Ueberleben urgeschichtlicher Tiere, an Ichlhhofaurier und Plestesaurier. Noch keine ErNärung war aber aubreichend. Und die volle Wahrheit wird sich erst ergründen lassen, wenn die Ritroglyzerinharpune, das Seziermesser des Anatomen und die Fiimkamera ein paar Wörtchen mit der Seeschlange gesprochen haben. Seeschtungeleien Romentan herrscht eine große: Hoch= und Tiesseeschlangen=Hausse. Kaum ist das„Jo=Jo“ verschwunden abgetan, und überwunden, wird zum Brennpunkt des Interesses dieses Untier des„Loch Nesses“, das erschien, verschwand, entwetzte und die Welt in Staunen setzte.— Schottlans Raritätenspeicher, ward um eine Neuheit reicher; Schottland war seit dieser Stunde überhaupt in aller Munde.— Dies nun kieß den Neid der braven andern Länder nicht mehr schlafen, denn sie fühlten sich anjetzt ziemlich stark zurückgesetzt.— Mit erheblichem Getöse wurde Norderney erst böse, Denn dort habe man schon lange eine solche Wasserschlange, welche mit Motorbootsschnelle, eingehüllt in eine Welle mitten durch die wunderbare, grüne klare Nordsee fahre.— Fehlte nur zum Schluß daran daß noch der Klabautermann auf der Schlange Rückenseite grinsend durch die Wogen reite!— Sei die Sache, wie sie sei! Höre man erst Nummer drei!— Kanada!— Dort ist man richtig und wahrhaftig eifersüchtig. Alle fremden Schlangen seien dämliche Phantastereien; sie nur—. einzig und alleine— hätten nämlich wirklich eine zirka 20 Meter lange und ganz echte Meeresschlange, die der Volksmund„Caddy“ nenne, und die jedes Kind dort kenne. — Und nun wird die Sache heiter, Kanada ist doch schon weiter!— Denn ein Augenzeuge hat ausgesagt an Eldes Statt, daß er kürzlich, als er gerade baden wollte am Gestade, „Caddy“ dort getroffen hat.— :: Ich beton: an Eides Statt!— Sicher hat er nicht vergessen, sie per Zollstock nachzumessen, denn er neunt gieich Länge, Breite und sogar... die Taillenweite.— Hierin— find ich-— offenbart sich noch Geistesgegenwart.— Auch die Kopiform, wie beim Pferd, hält er für bemerkenswert; nur sei auf dem Kopf, das wüßt er ganz genau- nicht Ohr noch Rüster. Fehlte bloß noch, daß er schwört, wiehern hätt' er sie gehört!— So hält unsre Welt am Gängel dieses wage Seegeschlängel; woraus man ersehen kann: Wichtiges liegt— scheints- nicht an! Die Gründungsversammlung der Union nationaler Schriftsteller. Der ehemalige deutiche Vertreter im Penklub, Dr. Edgar von Schmidt=Pauly, bei seiner Rede. Neben ihm links: Staatskommissar Hinkel, Führer des Kampfbundes für deutsche Kultur. Unten rechts: Der Dichter Hauns Johst, der zum Präsidenten der Union gewählt wurde. Nachdem die deutschen Schriftsteller den Penklub wegen seiner liberalistischen Teudenzen verlassen haben, ist jetzt eine Union der nationalen Schriftsteller gegründet worden, dem sich auch die nationalen Schriftstcher anderer Länder anschließen sollen, um so einen Gedankenaustausch zu ermöglichen. die Töre noch einmat Hus neuen und alten Berichten. Mitten im Winter, und in einem ziemlich kalten noch bozu, friert die Serschlange fröhliche Urständ. Kein Stoffmanzel bei den Zeitungen, keine Kasentreibenden, hundstagsheißen Gehirne##nd diesmal für ihr Austauchen verantwortlich— dazu sind die Nachrichten auch zu zahlreich, zu übereinstimmend, zu ausführlich von zuverläisigen Zeugen wiedergegeben. Premierminister Macdonald hat mehrere Stunden hindurch des Monster im Loch Neß, dem schönsten und mit seinen 250 Meter Tiese dem unergründlichsten der langgestreckten schottischen Seen beobachtet und er ist anderer Ansicht als die oberflächlichen Aufklärer. Von dem Auftauchen einer Seeschlange im Schwarzen Meer sprechen viele glaubhafte Berichte; und das in der Annener Zeitung schon angeführte Zeugnis des Freiherrn von Forftner, einer der besten, exaktesten deutschen=Bootkommandanten, von seiner Begegnung mit einer Seeschlange darf auch nicht so ohne weiteres in den Wind geschlagen werden. Vor 400 Jahren nahm man die Berichte von Seeschlangen ebenso giäubig oder ungläubig hin wie die zählungen von Walsischen, Seelöwen und anderen„Fabelweien“. Gewöhnlich gilt das Jahr 1555 als das Geburtsjohr der Seeschlange oder vielmehr der Seeschlangenliteratur, die inzwischen in einem Meer von Papier zu ganz stattlicher Größe herangewachsen ist. Vor mir liegt indessen„Ain kurze Auslegung der neuen Mappen von den alten Goettenreiß", worin Olas Magnus, der Erzbischof von Apsaia, schon 1530„die graß meerschlange in Nornegische landen aln oder zuay hundert schuch kanck velche die schifleut schedigt wann der uindt still ist“, gar gar grausig abkonterseit: dicht vor dem Fjord von Bergen an der norwegischen Küste ringelt sich da ein scheußlicher Wurm um einen Dreimaster und langt mit gierigem Biß nach zwei, drei Matrosen. Seitdem sind rund 240 Berichte über das Auftauchen von Seeschlangen veröffentlicht worden, abgesehen von all den Verwechslungen, Lügen und— Witen, die sich über das Haupt der unschuldigen Seeschlange ergossen haben. Eine Reihe hochachtbarer Zeugen marschiert auf. Der engtische Dichter Milton, der norwegische Bischof und Forscher Pontoppidan, Sir Walter Scott und vor allem viele Kapitäne, Fischer und Reisende, kurz, respektabte Leute sind dabei. Ueberall her wird von der Seeschlange berichtet. Ihr eigentliches Heim soll der Atlantik sein, vielleicht nur deshalb, weit dort der Schiffsverkehr stark und die Beobachtungen häufig sind. Auch in Binnenseen, Flüssen und Zjorden ist sie oft gesehen worden. So berichtete Mingyi Thiri Mahazeyathn, der Staatssetretär im Außenministerium des Königreiches Burma, vor einigen Jahrzehnten, daß König Alaung=mindara=gye auf einem Kriegszug gegen Siam beim Uebergang über den Martaban=Fluß mehrere Elefanten verlor, die von einem Flußungeheuer namens Nyan gepackt und verschlungen wurden, einer riesigen Schlange von 200 Faden Länge, welche die Eiesanten in den Windungen ihres Leibes erwürgte. Schwer zu kontrollieren, wo darin das berühmte Körnchen Wahrheit steckt!— Die erste genauere Beschreibung des Ungetüms lieferte der Missionar und Bischof von Grönland Haus Egede, der die Seeschlange am 6. Juli 1734 bei Grönland wahrnahm:„Es war ein Thier von so ausnehmender Größe, daß sein Kopf, wann sich aus dem Wasser zeigete, bis an den Mastkorb des Schifses in die Höhe gieng. Sein Körper war ebenso dick, als das Schiff, und drey bis viermahl so lang. Es hatte eine lange spitzige Nase, und bließ, wie ein Walfisch. Es war mit langen und breiten Fiossen versehen. Sein Körper sahe wie mit Schuppen bedeckt, und sehr runzlich aus, mit Ungleichheiten auf der Haut. Uebrigens war es an dem Ende wie ein Wurm gestaltet.“ Diese Beschreibung ist im wesentlichen von allen ernsthaften Beobachtern der Seeschlange unabhängig voneinander wiederholt worden. Daß sie Menschen verschlingt, hat selbst der kühnste amerikanische Reporter noch nicht zu berichten gewagt. Kapitän Deland vom Schoner „Eagle“ hatte am 23. März 1830 in der Simons=Bai (Nordamerika) ein aufregendes Abenteuer: Er schoß auf eine dunkte Erhebung im Wasser, anscheinend einen Alligator, und traf gut, denn plötzlich schnellte zu seinem Schrecken ein riesiger Tierhals aus der Flut, blitzschnell setzte sich ein unendlich langer Körper dahlnter in wellensörmige Vorwärtsbewegung. Das Untier sauste auf das Schiff los wie ein Torpedo. Vor dem Bug des Schoners angelangt, versetzte es mit seinem kräftigen Schwanz dem Schiff drei Schläge, die mehrere Planken zertrümmertn, die Deckladung in das Wasser segten und das ganze Schiff in allen Fugen erzittern ließen. Dann tauchte es in die Tiefe. Nach den eidlichen Versicherungen des Kapitäns und der Matrosen soll diese Seeschlange etwa 70 Fuß iang gewesen sein. Sehr viel Aufsehen erregte seinerzeit der Bericht Kapitän Drepars von der Bark Pauline, der mit seinen Offizieren am 8. Juli 1875— zwar in den Hundstagen, aber der Bericht erschien erst am 20. November!— dicht bei Kap San Roque an der brasilischen Küste den Kampf eines Pottwals mit einer Seeschlange beobachtete. Die Schlange hatte den Wal mit zwei Windungen ihres Leibes umstrickt, wirbelte den ungefügen Körper ihres Opfers trotz seines verzweifelten Sträubens um und um, schließlich zog sie den Wal mit sich hinab in die Tiese. Kapitän Drevar schätzte die Länge der Schlange auf 50 Meter. In Schottland ist das sagenhafte Seeungeheuer schon oft aufgetaucht, so bei Loch Hourn, im Zufluß des Lochduich und an der Ostküste von Sutherland. Soweit man allen älieren und den neueren Berichten Glauben schenken darf, handelt es sich um ein Säugetier mit sehr langem Hals, sehr langem Schwanz und breitem. seeldwenähnlichem Körper, also nicht um eine„Schlange". Die Länge wird von den Erzählern auf 30 bis 230 Foß geschätzt— da ein Teil des Körpers immer unter Wasser ist, wird die größte Schätzung von 250 Fuß, rund 75 Metern, ungefähr zutreffen. Glattes Fell vier Flossen, großer Appetit auf Seelbwen, Wale, Delphine und kleinere Fische, ein Reiner, pserdeähnlicher Kopf und bei einigen Spielerten eine Mähne— das sind die wesentlichen Züge der virk verspotteten Geeschlange, des Sow mfnbes— Seisusünztchete hus Wettend Schoömoter gehumuee der Nadurmissenschaft, des Rettrcg Ledakagten Journatisten, in fröheren Hochsommerzeiten, der engie. biglten Witzenelle unserer Salonhelden. Man hot 25 verMiebene Gullärungen für bas geheimmisselle Tier gefunden, don einer Reihe Tümmier hiutereinander, einer Ja, die Lore! Das brave, nette Mädel; die schöne Försterstochter aus dem Forsthause„Immergrün“, sie lebt fort im Liede, und wenn sie inzwischen auch ihr junges Herz verloren haben sollte. Da marschieren durch die Straßen Jungen und Mädel mit Gesang, Schritt um Schritt:„Und kommt der Frühling dann ins Tal——“, und die Vorübergehenden summen mit. Der radfahrende Bäckerlehrling daneben hebt an:„Grüß mir die Lorr noch einmal———.“ Und er grient. Auch der Kutscher mit dem Schimmelgespann hat's erfaßt:„Der Förster und sein Töchterlein...“(Hü, hott, Frive!)„die schossen beide gut———.“ Und ruhig traben die Schimmel ihre Straße; ein junger Bursch pfeift sich seine Lore. Warum soll er nicht pfeisen, wenn er nicht singen kann und die Lore es ihm angetan hat In einer Vogelhandlung ruft mir ein Papagei zu:„Grrrüß mir das Lorchen moal!“ Ich hab's gegrüßt, denn die gelbstirnige Amazone war das Lorchen selbst. Ich gehe in eine Frühstücksstube. Beim ersten Happen redet's Grammophon: schon folgt ein Chorgesang von Männerstimmen:„Schön sind die Mädchen von 17, 18 Jahr———“„Lore, Lore, Lore———“. Und der Kellner dreht den Apparat noch einmal an, 21 Drehungen. Das war so schön, das machen wir noch einmal: „Schöne Mädchen gidt es überall.“ Drei Büfettbelagerer singen mit.„Et is doch'n famoses Lied,“ meinte der eine, „man kann es immerszu singen!“ Einige Schuljungen ziehen vorüder, ein Mädel in der Mitte:„Lore, Lore, Lore. Lore...“ Mittags zu Hause. Anneliese stellts Radio an.„Hier Westdeutscher Rundsunk, verbunden mit... Wir beginnen mit einem Plattenkonzert; als erstes hören Sie den Männerchor:„Lore, Lore.“ Danke schön. Schmeckt zu Kohlroulade vom Rind ausgezeichnet. Schon braust es durch den Raum:„In einem Försterhause———“ Mein Mädel in der Küche singt's mit. Platsch, da liegt ein Teller. Oh! Draußen wird es stil. Die arme Kathrein! Ha, sie lacht schon wieder:„Scherben im neuen Jahr beingen Glück!“ Vielleicht logt sie noch einen zweiten Teller dazu.„Nathrein, nedmen Die'n Hammer!“ ruse ich ihr zu. Schon singt sie wieder:„Und— kommt— der — Frühling in das Tal———“. Gewiß, bis dahin kannste noch'n Dutzend Teller zertöppern! Nachmittags sitze ich bei einer Tasse Schwarzen im Kaffee. Sehr gute Musik. Wagners„Preislied aus den Meistersingern". Schön, sehr schön! Schwacher Beifall der Kaffeekränzchenschwestern. Ouvertüre zu„Nebukad= nezar". Noch schwächerer Beifall. Strauß'„An der schönen blauen Donau". Lebhafter Beifall, selbst der Aeltesten aus dem Mittelalter und der Urgroßmütter. Ha, ha, der Kapellmeister wittert den Geschmack im Frauenlager.„Lore, Lore, Lore!“ Rasender Beifall! Hände und Füße arbeiten. Bravo! Wiederholung; noch einmal„Lore". Beifall der ältesten Küchensemester. Durch den Voglers Weg ziehen drei Dreikäsehochs, zwei mit kleinen Fähnchen, einer mit einem Säbel; sie singen:„Lore noche möäl, Lore noche möäl, schöne Mädchen. Lore noch möäl—--“ Ach ja, die Lore! O Lore! Und fegt der Wind durch Feld und Wald— und wenn es stürmet noch so kalt,— ertrage die Beschwerden;— es wird doch Frühling werden. Dann grüßen wir alle dich noch einmal. Das Lied, es hat's uns angetan, schuld daran ist——. Ein Zug junger Leute kommt die Straße herauf:„Lore, Lore, Lore, Lore———“. Abends gehe ich zum Bier. Musik. Der selige Schubert steigt:„Horch, horch, die Lerch' im Aetherblau!“ Der Zarewitsch:„Mädel, wonniges Mädel, wie hast du das gemacht———“. Da ist sie! Natürlich, die Lore! Nummer 3 des Abendprogramms:„.. mitten ins Herz hinein. Lore, Lore——“ Jubel. Bravo! Nochmals die Lore! Tralola tra—la—la. Woher haben wir nur dieses Wunschlied? Zuerst sangen es die SA, die SS, der Stahlhelm; dann pflanzte es sich fort bis zum Haustöchterchen am Klavier, das es besser sang als das„Gebei der Jungfrau“ oder den„Kalisen von Bagdad“, die Jugend von drei bis achtzig ergriff es, der Rundfunk ebensalls, in allen Warenhäusern summt's, in allen Lauben und in den Salons. Tja, wenn der Frühling kommt! Was wird des für eine Bölkerwanderung werden, wenn wir alle ausziehen nach dem grünen Tal, um den uns ausgegebenen Gruß an die Lore zu bestellen. Bis zum Frühling aber wollen wir uns den Genuß nicht stören lassen. Es lebe die Lore, ihr Dichter und ihr Komponist! Grüßen wir sie alle drei und den Vati Förster mit. S Der Tod des Afghanenlönigs— eine'ebesaffäre. Kabul, 9. Januar. Die Hinrichtung der Verschwörer, die verdächtig sind, an der Ermordung König Nadir Schahs teilgenommen zu haben, wird fortgesetzt. Der Mörder Abdul Kalik hat vor seiner Hinrichtung eine schriftliche Erklärung abgegeben, in der er ein volles Geständnis über seine Mitverschworenen abgelegt hat. Vor einigen Jahren, so erklärte Abdul Kalik, sei er mit einer hochgestellten Dame aus der Verwandtschaft des vor einem Jahre zum Tode verurteilten Generals Ghulam Nadi Khan bekannt geworden, zu der er eine heftige Leidenschaft gefaßt habe. Diese Dame und ihre Schwestern und Kusinen hätten ihn seit Monaten bereits zur Ermordung des Königs aufgefordert, sie hätten ihm erklärt, daß nach der Ermordung des Königs ganz Afghanistan sich zugunsten des vertriebenen Königs Aman Ullah erheben werde, der seinen ehemaligen Berliner Gesandten Ghulam Siddik Vascha mit den höchsten Aemtern betrauen würde. Die Frauen ließen mit ihren Bitten nicht locker, und schließlich, als er sich eines Abends von seiner Angebeteten verabschiedete, warf ihm seine Geliebte das Wort„Feigling“ an den Kovf. Er habe es nicht ertragen können, als Feigling zu gelten und wie das Bekenntnis schließt:„Ich gürtete meine Lenden, um ihrem Willen Folge zu leisten.“ Inzwischen sind noch 15 andere Versonen, darunter die beschuldigten Franen, nach afghanischer Sitte durch Bajonettstiche hingerichtet worden. W Aus aller Welt Mit einer Heugabel tödlich verletzt. Hannover, 10. Januar. In Lütgerode(Kreis Northeim) vertrieben sich ein 15jähriger Pflegejunge und ein 25jähriger junger Mann mit Schneeballwerfen die Zeit. Als der Aeltere zum Schroten auf den Futterboden gestiegen war, bewarf der Junge ihn noch weiter.-Darüber erregt, ergriff jener eine Heugabel, warf sie auf den unten stehenden Jungen und traf ihn so unglücklich, daß die Heugabel ihm durch den Hals in die Lunge drang und tödlich verletzte. Der unglückliche Werfer wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt und wird sich wegen Körperverletzung mit Todeserfolg zu verantworten haben. Selbstmord nach dem Wasserwerksunglück. DNB. Paris, 10. Januar. Wie der„Vetit Parisien“ meldet, hat Ingenieur Scherrer, der die Pläne des Wasserkraftwerkes von Urbeis entworfen hat, in Mülhausen Selbstmord begangen. Scherrer war 60 Jahre alt. Der österreiche Bildhauer Hanak gestorben. DRB. Wien, 9. Januar. Der Bildhauer Professor Anton Hanak ist im 58. Lebensjahre gestorben. Von seinen Werken ist u. a. das Heldendenkmal auf dem Wiener Zentralfriedhof bekannt. Hanak hatte kürzlich den Auftrag für ein türkisches Nationaldenkmal in Ankara erhalten. Sechs Tote bei einem Eisenbahnunglück in Südafrika. DRB. Durbau(Natal), 9. Januar. Durch ein Eisenbahnunglück bei Donnybrock sind in der Nacht zum Montag fünf Eingeborene und ein Lokomotivführer getötet worden. Der mit 200 Reisenden besetzte von Martizburg kommende Nachtpostzug war in einer Kurve entgleist. Die Lokomotive und sechs Wagen stürzten einen Hang hinunter. Hüler=Ziurm Von Karl Frhrn. v Manteuffel=Katzdangen. (Aus seinem Buch„Erlebte Lieder“ I F. Lehmanns Verlag, München. Preis 5.) Nicht mehr Herren und Knechte, Brüder eint dies Panier! Alle Pflichten und Rechte, Deutschland, danken wir dir! Arme und Reiche im Bunde tragen einerlei Kleid,— Deutschlands heilige Stunde hat sie zu Rittern geweiht. Brüder aus sämtlichen Ständen, werdet ein Held jeder Mann! Deutschlands Geschicke zu wenden, schließet zum Sturme euch an! Alle Stämme verbunden von der Narowa zum Rhein haben in uns sich gefunden: „Deutschland, Deutschland allein!“ Zum Länderkampf Deutschlans—-Angarn. Der gefürchtete Tormann der ungar. Gäste, Hada. Am 14. Januar findet in Frankfurt a. Main ein Futball=Länderspiel Deutschland—Ungarn statt. Die Magyaren haben sich bei ihren Länderspielen gegen so Ktarke Gegner wie Oesterreich und Italten hervorragend geVelggen .- Blatt der Frau Bo0 Pinvrksicht CRETTTS Funfmal dasselbe (uch im Winter werden wir auf die köstlichen Zuspeisen zu den Hauptgerichten: die Salate, nicht verzichten wolken. Zwar ist die Auswahl an grünen Salaten gering, es gibt nur Endivien, Brunnenkresse und Rapünzchen auch in der kalten Jadreszeit, aber wir werden trotzdem nicht in Verlegenheit kommen; denn fast alle frischen und eingemachten Gemüsearten können zu Salaten verarbeitet werden. Weit= und Rotkohl verwendet man roh oder gekocht, beziehungsweise nur überbrüht unter Beigabe von roten Rüben, Sellerie und Aepfeln. Blumenkohl, Schwarzwurzeln, Mohrrüben, Rettich, Grünkohl, Rosenkohl, eingemachte Pilze, gekochte Hülsenfrüchte lassen sich gleichfalls zu den verschiedenden Salaten verwenden. Auch für die winterlichen Salatmischungen eilt der gleiche Grundsatz wie für alle andern Salate: Nimm Oel wie ein Verschwender, Essig wie ein Geiziger und mische alles durcheinander wie ein Narr. Salat von Sauerkohl Es ist vorteilhaft, diesen Salat leicht gewärmt zu reichen. Das Kraut wird gehackt, zunächst mit Oel übergossen(1/ Liter auf 500 Gramm Sauerkohl), durchgerührt, dann fügt man eine Prise Kümmel, etwas geriebene Zwiebel hinzu und — falls nötig— noch etwas Salz und Essig. Eine andere Art, diesen Salat zuzubereiten, besteht darin, daß man ihn mit Tomatenmark vermischt. Rettichsalat Man schält zwei schöne Rettiche, schneidet sie in seine Scheiben, salzt sie ein und läßt sie so eine Weile stehen. Dann gießt man etwa zwei Eßlöffel voll Speiseöl darüber, schmeckt mit Pfeffer, geriebener Zwieber und Essig ab und gibt den Salat, wenn er etwas durchgezogen ist, zu Tisch. Blumenkohlsalat Der Blumenkohl wird im ganzen in Salzwasser gar, aber nicht zu weich gekocht. Dann teilt man den Kopf in einzelne Röschen, übergießt diese zunächst mit Oel, gibt dann Zitronensaft, nach Geschmack noch Pfeffer und Zucker hinzu und läßt etwas durchziehen. Gemischter Salat für Rohköstler Hierzu wird ein kleiner Rotkohl ganz sein geraspelt und nach Wunsch kurz überbrüht, auch ein kleiner Selleriekopf und ein bis zwei Aepfel werden geraspelt und in eine Tunke gegeben, die man aus zwei hartgekochten, durch ein Sieb gedrückten Eigelb, drei Eßlöfseln voll Speiseöl und der gleichen Menge Essig oder Zitrone, sowie Salz, Pfeffer, geriebener Zwiebel nach Geschmack herstellt. Den Salat garniert man mit gekochtem, klein gehacktem Eiweiß. Salat von roten Rüben Einige rote Rüben werden weichgekocht und dann geschält. Man nehme nicht zu große Knollen, da diese sehr langsam weich werden. Die Rüben Gut angezogen sein, wenn man einen großen Geldbeutel hat, ist keine Kunst. Aber gut angezogen geken bei schmaler Kasse, das will verstanden sein. Darum möchten wir heute einen Vorschlag machen: Lassen Sie Ihr neues Kleid mit verschiedenen Garnituren arbeiten. Sie können es dann der Tageszeit entsprechend jedesmal verändern. Wie gefällt Ihnen der kleine karierte Einsatz mit Schleife aus gelockter Seide? Oder der gestreifte Versegschal mit Schärpe? Diese beiden Garnituren sind für den Vormittag geeignet. schneidet man dann in Scheiben oder Schnitzel und übergießt sie mit der üblichen Salattunke aus Essig, Oel, Salz und Pfeffer. Hier kann man sehr gut eine Prise Zucker hinzufügen. Man kann diesen Salat auch mit Kartoffelscheiben vermischen. Salat von gekochten Eiern Sechs Eier werden hart gekocht, geschält und mit der gleichen Menge gekochter, geschälter und in Scheiben geschnittener Kartoffeln vermischt. Dann gibt man Salattunke aus Essia, Oel, Salz und Pfeffer darüber und fügt nach Geschmack noch geriebene Zwiebel hinzu. Zwiebelsalat Auch aus Zwiedeln kann man Salat zubereiten. Man schält nur große Knollen, schneidet sie in Scheiben, dünstet sie in Butter und macht sie dann mit Essig und Salz an. Das Oel bleibt fort, da die Zwiedeln durch das Dünsten in Burter bereits genügend Gett aufgenommen haben. Man beachte dabei, daß die Zwiedelscheiben keinesfalls bräunen dürfen. — Eine andere Art Zwiebelsalat zu bereiten, besteht darin, daß man die ganzen Knollen in Wasser weich kocht, sie dann, nachdem sie abgekühlt sind, in Scheiben schneidet, und nun mit Scheiben von sauren Gurken, entgrätetem, würflig geschnittenem Salzbering, Oel, Essig und— falls erforderlich — auch Salz vermischt. Galat von Sülsenfrüchten Hierzu nimmt man hauptsächlich gekochte Linsen oder weiße Bohnen. Man kann sehr gut auch Reste von Suppen verwenden, muß die Hülsenfrüchte dann aber mit warmem Wasser überspülen und auf einem Sieb abtropfen lassen. Verwendet man die Hülsenfrüchte frisch gekocht, so vermischt man sie noch warm mit Essig, Oel und Salz. Bei Bohnen nimmt man häufig an Stelle von Oel ausgebratene Speckwürfel. Salat von gemischtem Gemüse Hierzu verwendet man im Winter eingemachtes Gemüse. Hat man frisches Gemüse zur Hand, so muß jede Gemüseart gesondert abgekocht werden. Man kann den Salat aus einfache Art mit Essig oder Zitrone und Oel anmachen. Besser schmeckt er schon mit saurer Sahne und am besten, wenn man ihn mit Mayonnaise vermischt. Bei kleineren Mengen ist es vorteilhaft, die Mayonnaise fertig zu kaufen und zu Hause mit Essig und Oel zu verlängern. Jeder Gemüsesalat erhält einen feineren Geschmack, wenn man ihn mit gehackten grünen Kräutern, die es ja meiß auch im Winter gibt, vermischt. Diese Beigabe erhöht außerdem den Vitamingehalt. Atterlei Hausmittel (Es ist wieder Winter geworden, und mit der winterlichen Kälte machen sich auch gleichzeitig die schmerzhaften Frostbeulen wieder bemerkbar. Das beste Mittel, das wir an dieser Stelle gegen Frostbeulen empfehlen können, heißt Vorbeugen. Es ist sehr empfehlenswert, schon wenn es anfängt, kälter zu werden, sich die Hände und auch die Füße täglich mehrmals in kaltem Wasser zu waschen, sie darauf gut zu trocknen und hauptsächlich warmzureiben und schließlich die Haut mit einer Mischung von Kölnisch Wasser und Kampferspiritus zu gleichen Teilen zu massieren. Wenn auch sehr oft erst eine übertriebene Verweichlichung das Entstehen von Frostbeusen ermöglicht, so ist doch reichliche Wärme zur Behandlung bereits vorhandener Frostbeuten unerläßlich. Rascher Uebergang von Wärme zur Kälte und auch wieder von niedriger zu höherer Temperatur muß unbedingt vermieden werden. Es ist darum grundfalsch, wenn man von einem Spaziergang in die warme Stube kommt und sofort die Hände und Füße an den Ofen hält. Dieser Unvorsichtigkeit verdanken zahlreiche Frostbeulen ihr Entstehen. Vorzüglich bewährt hat sich stets ein regelmäßiges Massieren der Frostbeulen mit unverdünnter essigsaurer Tonerde. Sind aber die Frostbeulen bereits aufgeplatzt, so raten wir, die Frostbeulen in einer Eichenrindenlösung zm baden. Die Behandlung der Frostbeulen mit Eichenrinde wie auch mit essigsaurer Tonerde ist durchaus nicht kostspielg. Die Eichenrindenbäder sollen möglichst warm sein, wenn von ihnen eine nachhaltige Wirkung erwartet wird. Man badet die erfrorenen Zinger oder Füße täglich zweimal mindestens eine Viertelstunde lang, und auf das tüchtige Abtrocknen und Warmreiben folgt eine Für den Nachmittag schlagen wir Ihnen einen großen, weißen Pikeekragen mit gestreiftem Unterkragen vor, oder mögen Sie lieber die gepunktete Schlaujengarnitur aus Seide mit passendem Gürtel? Sehr elegant wirkt der große Organdikragen mit Volants verziert. Wenn Sie ihn tragen, können Sie sagar eine kleine Abendgesellschaft beauchen. Das hier gezeigte Kleid ist aus schwarzer Wolle mit hüftbetonendem Schößchen und den neuen halblangen Blusendrmeln, Wir wünschen Ihnen also viel Freude zu dem neuen Verwandlungskleid, das Ihnen manche Ausgabe erspart. Einreibung mit Kölnisch Wasser und schließlich wieder ein gründliches Warmfrottieren. Der Erfolg dieser Behandlung kann zwar nicht gleich am nächsten Tage beobachtet werden, jedoch ist das schmerzvolle Leiden einer Frostbeule nach einer Woche bestimmt schon ganz wesentlich gebessert. Zur Behandlung einer Frostbeule gehört daher stets etwas Geduld und Ausdauer. Ein wirklich ausgezeichnet wirkendes Frostpflaster stellen wir uns selbst her. Wir schmelzen reines weißes Wachs und reines Speiseöl zu gleichen Teilen in einem Metallgefätz und rühren diese Mischung gut durcheinander, lafsen, sie aber keinesfalls zum Sieden kommen. Dann küblt man die Mischung in einer sauberen Vorzellandose ab und man erhält eine wertvolle Frostsalde, mit der man die Beuv. Sem i#e: die man auf Leinwand vrskreicht, um sie dann in Prlasterform zu verwenden. essigsaure Tonerde=Umschläge für die Daner der Nacht außerordentlich empfehlenswert. Noch billiger und mindestens ebenso erfolgreich int das Baden der Frostbeulen in Kartoffelkochwasser. Man kocht zu diesem Zweck sauder gewaschene Kartoffelschalen und in dem noch recht war. men Wasser badet man die Hände oder Füße jeweils eine reichliche halbe Stunde. Wir raten dazu, diese Frostbäder vor dem Schlafengehen zu machen. Nach dem Baden werden die kranken Stellen mit Baseline oder irgendeinem anderen geeigneten Fett eingerieben. Doch nicht nur das Kochwasser von Kartoffelschalen dat die Kraft Frostbeulen zu heilen, sondern ebenso vermag sämiges Kartoffelkochwasser den gleichen Erfolg zu erzielen. Nach einem Frostbad muß man noch mindestens eine Stunde lang im warmen Zimmer bleiben. sonst wird die heilsame Wirkung des Prostbades wieder aufgehoben. Wir möchten auch nicht verfehlen, noch einen Brei zu nennen. der bereits in zahlreichen Fällen alte Frostbeulen, deren Heilung far unmöglich gehalten wurde, doch noch zum Verschwinden gebracht hat. Dieser aus Lebertran und Schsemmkreide bestehende Brei wird auf die kranke Stelle aufgetragen und darüber macht man einen heißen, trockenen Umschlag. Heißen Fußbädern, die die Aufgabe erfüllen sollen. Frostheulen zu beseitigen. fügt man Chlortalk zu, und zwar auf jeden Liter Wasser einen Eßlössel. Für geschwollene, gerötete und entzündete Frostbeulen ist dieses Bad dagegen nicht zu empfehlen. Zeigen sich zuerst nur Ansätze zu einer Bildung von Frostbeulen, so verwende man Alaunbäder an Stelle von Chlorkaltbädern. Das Lösungsverhältnis eines Alaunbades und eines Chlorkalkbades ist das gleiche. Zum Schluß möchten wir noch zur Vorsicht bei der Behandlung entzündeter SeigeaO Der Schleier sitzt soweit zurück, daß rechts und links die Haarsträhnen heraushängen. Was die Mode bringen mag— es wird getragen. Aber wie es getragen wird, das ist die Frage. Die Kapve verleiht ein jugendliches Aussehen. Der Schleier dazu soll nicht nur zum Schön=Aussehen sein, sondern er hat auch einen praktischen Zweck: er soll des Haar in Ordnung halten. Was muß man nun oft sehen. Da sitzt die Kappe weit nach hinten aus dem Gesicht und der Schleier ebenso weit zurück, daß rechts und sinks Ein kleiner Druckknopf als Abschluß und der Schleier sitzt. die Haarsträhnen bequem haumeln können. Oder die Kappe und der Schleier sitzen schon richtig, aber die Haarsträhnen sind vergessen worden. Der Schleier läßt sich auch gut über der Kappe tragen, nur muß er nicht geknotet oder gebunden, sondern mit einem Druckknopf geschlossen werden. Dieser Druckknopf läßt sich leicht annäben, wenn man die beiden Enden des Schleiers erwas flach zusammenrollt. Als Abschluß kann auch eine passende kleine Die Schleife hinten wird unter die Kappe gesteckt und verschwindet boilkommen. Schleife auf die Stelle genäht werden, wo der Druckknopf sitzt. Nun kann ruhig eine Haarwelle mal hervorsehen. Aber keine Strähne! Schließlich kann der Schleier auch das Gesicht so weit bedecken, daß er nur noch Mund und Kinn frei läßt. Dann muß er so angelegt werden, wie unsere Abbildung es zeigt. Hinten wird er zu einer Schleife gebunden, welche man unter die Kappe steckt. und offener Frostbeulen mahnen. Hier ist in erster Linie Zinksalbe das gegebene Heilmittel. And Iirt Tirnung!. Das schwarze Schaf der Jamitie. Mein Bruder ist dreißig Jahre alt und hat— abgesehen von einigen fehlgeschlagenen Versuchen, vornehm als Volontär irgendwo— nichts zu arbeiten—. noch nie ernstlich versucht, in einem Beruf unterzukommen. An der schweren wirtschaftlichen Lage in Deutschland allein liegt das nicht, denn mein Bruder hätte verschiedentlich Gelegenheit gehabt, auf anständige Weise Geld zu verdienen. Aber alles war ihm nicht„sein“ genug. Er sitzt den ganzen Tag zu Hause, läßt sich von meiner meutter(Beamtenwitwe) Taschengeld für Zigaretten und Alkohol geben und ist trotzdem noch zu meiner Mutter und mir frech und unverschämt, wenn er kein Geld bekommt. Wenn ich meiner Mutter Vorwürfe mache, so verteidigt immer, sagt, er wäre eben ein armer Plochovath, also ein Kranker, mit dem man Mitleid haben uin In wrnie Brende gönnen sollte. 30 selon soile frer vin, bad ich gesund wäre und Geld verdiene. Es wäre häßlich und neidisch von mir, das ich dem ermen Jungen(30 Jahre)) das bidchen Frende nicht gönne. Kunse S. 4. Urheberschutz durch Stuttgarter Romanzentrale C. Ackermann Stuttgart 21, Mit einer für einen Arzt merkwürdig sachverständigen Gründlichkeit untersuchte Schlüter die Trümmer, nachdem er sich vorher vergewissert hatte, daß kein Mensch in der Nähe war. Er schüttelte den Kopf: Ein Blitzschlag hatte dieses Flugzeug nicht getroffen. War der Führer herausgeschleudert? Auch nicht wahrscheinlich. Die Schutzdecke war sorgfältig aufgeschnallt und — jetzt nickte der Kriminalrat, wie er es tat, wenn eine seiner Vermutungen sich bestätigte. Dort war der Griff, an dem der Fallschirm gehangen haben mußte, und der war fort! Wahrscheinlich also hatte der Flieger das Flugzeug freiwillig schon vorher verlassen. Möglich, daß er im Gewittersturm eine Landung für untunlich hielt und sich retten wollte. Damit war also wieder eines der sogenannten Wunder ganz harmlos gelöst. Der Flieger konnte weit vor der Unglücksstelle abgesprungen sein. Das Fahrzeug sollte ja im Taumelflug, also ohne Lenkung, über das Gut getogen sein. Allerdings war es merkwürdig, daß der Führer sich gar nicht mehr um das Schicksal des Eindeckers gekümmert hatte! Schlüter untersuchte weiter. Es war nicht das geringste in den Taschen. Nur— eine große Büchse mit Reis und eine zweite mit vortrefflichem indischen Tee! Nach einer mühsamen Untersuchung gelang es Schlüter dann noch, die Erkennungsnummer des Flugzeuges zu finden:„Fokker 2345“ Immerhin eine ziemlich frühe Fabrikationsnummer, die, wie auch die ganze Bauart des Apparates, darauf schließen ließ, daß es schon Jahre alt war. Der Kriminalrat schien durchaus kein Interesse an den Dingen zu haben, die sich jetzt bei der polizeilichen Untersuchung in Kynau abspielten, sondern setzte sich auf einen Feldrain, holte ein Butterbrot aus der Tasche und studierte die Karte. Dann führte er das Rad einige Zeit über den Acker, erreichte einen anderen Feldweg, der weder nach Kynau zurück noch nach Daberau führte, und war bald auf einer Chaussee, derselben Chaussee, die von Daberau nach Giegnitz führt. Er setzte sich auf sein Rad und kam zu früher Nachmittagsstunde in das Städtchen Pahlewitz, wo er im ersten Hotel, das ihm brauchbar erschien, abstieg und sich als Dr. Schumacher ins Fremdenbuch einschrieb. Nach kurzer Zeit kam er wieder aus seinem Zimmer. „Wo ist hier die Post?“ „Gleich dort drüben.“ Er suchte den Postmeister auf. „Kriminalrat Schlüter aus Berlin. Hier mein Ausweis. Dieses Telegramm sofort dringend an das Polizeipräsidium Berlin. Wenn Antwort kommt, diese ins Hotel da drüben bestellen. Hören Sie, Herr Postmeister, niemand darf von dem Inhalt des Telegrammes etwas erfahren. Niemand darf wissen, daß ich hier bin und unter dem Namen Dr. Schumacher hier wohne. Ich mache Sie verantwortlich.“ „Ich werde das Telegramm selbst aufgeben.“ Der Postmeister verstand den Inhalt der Depesche wirklich nicht. „Sofort Nachricht, an wen und wann Flugzeug Fokker 2345 verkauft wurde, und was über dessen Verbleib zu erfahren. Nachricht, ob irgend etwas über einen armenischen Teppichhändler Hussein Omar bekannt ist und ob diesem ein Wandergewerbeschein für Schlesien ausgestellt wurde. Bei allen Schiffahrtsgesellschaften die Namen und möglichst die Photographien aller Inder, besonders der Brahmanen, einfordern, die im letzten halben Jahr nach Europa gekommen sind. Besonders solche aus Benares. Photos dürften in der Visumabteilung vorliegen. Sehr dringend! Nachricht erwarte ich im Hotel Grüner Baum, Pahlewitz. Wohne dort als Gesundheitsinspektor Dr. Schumacher. Schlüter.“ Dahinter noch ein völlig unverständliches Wort. Wahrscheinlich eine Chiffre, aus der das Polizeipräsidium in Berlin erkennen eonnte, daß die Depesche in der Tat von Schlüter war. Dieser saß in seinem Zimmer, hatte sich ein gutes Essen und eine Flasche Wein kommen lassen und— schrieb nieder, was er bisher gesehen. Der Inder Hurree— mit Motorrad, das in Benares gekauft war, wie aus der Aufschrift ersichtlich— auf dem Wege nach Kynau verunglückt. Das Luftschiff im Fallschirm verlassen. Das schaltete aber wahrscheinlich aus; aber der armenische Teppichhändler? Schade, daß er in europäischer Tracht war! Aber— Reis und Tee in der Tasche des Flugzeugs? Noch ganz spät am Abend kam ein Telegramm. Der Postmeister hatte es sogar selbst überbracht. „Fokker 2345 im Jahre 1923 an Engländer C. hmour verkauft und nach Benares verfrachtet. Weiteres unbekannt. Andere Fragen werden bearbeitet. Schreiber.“ Es war die Unterschrift seines Assistenten. Mit Absicht hatte man die Behörde nicht erwähnt. Schlüter ging erregt auf und ab. Das Motorrad stammte aus Benares. Und das Flugzeug war nach Benares verkauft! Er war überzeugt, daß der Teppichhändler auch ein Inder war und daß diese drei Personen, also der vermeintliche Armenier, der tote Brahmane und der verschwundene Lenker des Flugzeuges miteinander in Verbindung standen. Wollten sie zu Lahore? Soweit ihm aus den Akten bekannt war, hatte der alte Inder gar keine Korrespondenz gehabt. Wollten sie nach Kynau? Weder der sogenannte Armenier noch der Flieger waren dort gesehen worden. Im Gegenteil, der Armenier hatte den Gutshof gar nicht betreten, der Motorfahrer nach aller Aussage gar keinen Versuch gemacht, etwa dort zu halten, sondern war geradenwegs weiter gerast.——————-—— Es war einen Tag später. Im Schlosse Kynau waren die meisten Fenster verdunkelt. Der Geheimrat war am späten Nachmittag nach Breslau zurückgefahren, und nur Dr. Wendtland, der Dorfarzt und Hausfreund, war noch im Schlosse, um mit den Krankenschwestern den Todwunden zu pflegen. Gräfin Hermine und Agnes saßen zusammen im Zimmer des Vaters. Die Mutter war sehr blaß; jetzt erst kam die Reaktion ihrer Nerven, und immer noch schwebte die Todesangst über den beiden Frauen. Die Operation war gestern gelungen, aber— jeden Augenblick konnte ein Hustenanfall einen neuen Blutsturz und damit den Tod bringen. Die beiden Frauen sprachen nicht; doch ihre Gedanken gingen denselben Weg. Draußen hatte sich ein Sturm aufgemacht und rüttelte an den Fenstern. In wenigen Tagen war das Glück eines Menschenalters zerschlagen! Der Vater tot! Ueber Georg schwebte noch immer der furchtbare Verdacht. Das Gut entbehrte der Leitung. Es zeigte sich täglich mehr, daß der alte Brandtmüller ihr nicht gewachsen war, und jetzt hatte weder Mutter noch Tochter Zeit oder Kraft, sich um geschäftliche Dinge zu kümmern. Das war ja alles jetzt so gleichgültig, wenn nur— Gräfin Agnes sprang auf. „Das ist unter allen Rätseln das größte. Wer hat Viola entführt? Sie muß entführt sein! Die Arme! Was ist aus ihr geworden? In wessen Hand ist sie jetzt?“ Eine Glocke schrillte. Die Damen schraken zusammen. Wer konnte läuten im Hause, in dem der Todwunde lag? „Eine Depesche für die Frau Gräfin.“ „Lies du, Agnes, es ist ja doch nur ein neues Unglück.“ „Das Telegramm kommt aus Bremen. Wen haben wir in Bremen, der depeschieren könnte?“ Dann aber sprang Agnes auf und las vor: „Komme morgen in Begleitung der Gräfin Viola nach Kynau. Kriminalrat Schlüter.“ „Aus Bremen?“ Und wieder geschahen Dinge um sie her, die sie nicht zu begreifen vermochten. 18. Kapitel. Dr. Schlüter erwachte ziemlich früh; denn die Sonne schien hell in die Fenster, und über die holperigen Straßen der kleinen Stadt rollten schon zeitig die Ackerwagen.— Kein Zweifel, die Inder spielten eine große Rolle in diesem Drama. Erst jetzt zog er auch das Verschwinden Violas in seine Schlüsse. Wer aber konnte sie entführt haben? Graf Bernhard war gelähmt, die Grafen Herbert und Georg waren beide im Gefängnis. Wer dann? Wahrscheinlich Inder. Inder, die, ebenso wahrscheinlich, im Auftrag der Daberauer handelten. Es war inzwischen neun Uhr geworden. Um acht kam Schreiber in das Büro und fand seinen Brief, der mit Flugpost abgegangen war. Vielleicht bekam er noch eine Nachticht. Er sollte sich nicht getäuscht haben. Der Postmeister selbst brachte wieder ein dringendes Telegramm. „Luftpost erhalten. Nachforschungen im Gange. Eben benachrichtigt Lloyd Bremen, daß einzelne, junge Inderin auf Paß Moja Lahore Passage auf Dampfer Lützow belegt hat, der heute abend ausläuft. Paß und Visum in Ordnung. Lloyd bedenklich wegen unserer Anfragen nach Indern.“ Wie elektrisiert sprang Schlüter auf. Maja Lahore? Das war allerdings der Name der Mutter Violas. Sie wollte nach Indien? Allein? Hatte Paß und Visum? Vielleicht war es eine ganz andere. Angaben über ihr Aussehen waren nicht gemacht, und der Name Lahore war ebenso häufig in Indien wie der Vorname Maja. „Flugverbindungen. Ab Breslau 10 Uhr morgens, Zwischenlandung Liegnitz 10.20 Uhr. Hannover 1 Uhr. Anschluß an Postflugzeug Berlin—Bremen. Ankunft Bremen .40 Uhr.“ Schlüter war plötzlich sehr eilig und ging hinunter. „Ich behalte das Zimmer vorläufig; aber ich habe eine geschäftliche Tour heute.“ Er eilte zum Postmeister. „Behalten Sie alle ankommenden Telegramme unter dienstlicher Verwahrung. Ich komme morgen zurück.“ Gleich darauf fuhr er höchst gemächlich auf seinem Motorrad durch die Straßen, schaltete draußen auf der Chaussee höchste Geschwindigkeit ein und kam kurz nach zehn Uhr, als eben das Flugzeug niederging, in Liegnitz an. Punkt zwei Uhr betrat er das Büro des Norddeutschen Lloyd in Bremen. Er war dort bekannt und erhielt sofort Auskunft. „Der Paß lautet auf den Panditen Jram Lahore und seine Tochter Maja. Das Ausreisevisum ist ordnungsgemäß in Berlin erteilt. Die junge Dame, die ein auffallend stilles, gedrücktes Wesen zeigt, gibt an, daß ihr Vater verhindert sei, mitzureisen, und daß sie allein vorausfahre. Es fiel uns zuerst auf, daß in diesem Falle, weil ja Vater und Tochter nur einen gemeinsamen Paß haben, der erstere ohne solchen in Deutschland zurückblieb. Immerhin gab es keinen Grund, die Ausreise zu verweigern. Die junge Person reist übrigens in indischer Tracht und wird von einer alten Dienerin begleitet. Dann aber kamen Ihre Anfragen, Herr Kriminalrat, und wir hielten es für unsere Pflicht—.—.—“ „... ist bei der Gewissenhaftigkeit des Lloyd nicht anders zu erwarten. Wo befindet sich die junge Dame?“ „Wahrscheinlich noch in Goßlers Hotel in Bremerhaven, da wir noch keine Nachricht erhalten haben— die wir telephonisch anforderten— daß sie an Bord gegangen. Sie hat übrigens eine große Kabine mit Bad im=Deck belegt und scheint über Geldmittel zu verfügen.“ Schlüter fuhr mit dem bald darauf abgehenden=Zug nach Bremerhaven. Der eigentliche Extrazug für die Passagiere sollte erst eine Stunde später fahren und der Dampfer mit beginnender Ebbe in später Abendstunde auslaufen. Der Kriminalrat war im Hotel. „Wohnt hier eine Inderin mit ihrer Dienerin?“ „Sie steht anscheinend im Begriff, an Bord ihres Dampfers zu gehen, denn die alte Frau bestellte soeben den Kofferträger.“ „Sie hat viel Gepäck?“ „Drei große Koffer.“ Schlüter stutzte. Drei große Koffer hatte die entführte Viola bestimmt nicht mitgenommen! „In welchem Zimmer?“ Der Kriminalrat hatte natürlich längst seine Legitimation gezeigt. „Nummer 32.“ Schlüter ging die Treppe hinauf und pochte an die Tür. Eine alte Inderin kam heraus, erwartete wohl, den Kofferträger zu sehen, und erschrak. Schlüter schob sie beiseite und trat ein. Ihm gegenüber stand eine junge Dame. Sehr zart, sehr blaß und elend, mit auffallend vergrämten Zügen und verschleiertem Ausdruck in ihren Augen. „Guten Abend, Gräfin Viola Tarnau.“ Sie zuckte zusammen— Schlüter wußte, daß er die Rechte gefunden. „Gräfin, wie kommen Sie hierher? Warum haben Sie Tarnau verlassen?“ „Freiwillig. Ich will nach Indien. Was geht Sie das an?“ Auch diese Worte klangen unnatürlich. Etwa, wie ein Papagei Eingelerntes nachplappert. Der Kriminalrat schloß sorgfältig die Tür und sagte in seiner väterlich gemütlichen Art: „Jetzt wollen wir einmal als gute Freunde sprechen. Ich bin nämlich Ihr Freund, wie ich der Freund der ganzen Familie Tarnau auf Kynau bin. Uebrigens heiße ich Dr. Schlüter.“ Mit Absicht erschreckte er sie nicht durch die Erwähnung seiner Stellung als Kriminalbeamter. „Jetzt erzählen Sie einmal. Warum sind Sie fortgegangen?“ Sie senkte den Kopf und sagte ganz langsam: „Ich mußte. Mein Großvater Lahore hat es befohlen, und— es ist gut, wenn ich gehe.“ „Ihr Großvater ist doch tot.“ „Aber sein Bruder Gwalion Lahore lebt und hat es mir im Auftrag des Toten befohlen. Ich weiß, daß es immer dessen Wunsch war, daß wir nach Indien zurückkehren. Er kann es nun nicht mehr." (Fortsetzung folgt.)