Te R Saraet Die lc ie Kaeiue schasecenselele sech sesie anmelies euns Aecg en sais lslen, Bilderine. un gueuneneuneeeegegeneuneneneee. Nr. 236. Hontag, den 9. Oktober 1933. 69. Jahrgang. Die Weitere-Verhoinlung der Bulguren Dimitroff wieder anwesend. Wo war Poposf in der Reichslagsbrandnacht? Dienstag Lokaltermin in Berlin. Dimitroff entschuldigt sich. er Leipzig, 7. Oktober. Der bulgarische Angeklagte im Reichstagsbrandstifterprozeß, Dimitroff, der gestern wegen seines vor deutschen Gerichten unerhörten und ungebührlichen Benehmens aus dem Sitzungssaal entfernt werden mußte, wurde bei der Sonnabendverhandlung wieder zugelassen. Es wäre aber im Interesse der geordneten Abwicklung dieses umfangreichen Prozesses, wenn der Senat in Zukunft beim geringsten Rückfall Dimitroffs in sein bisheriges unflätiges Benehmen rücksichtslos von den disziplinarischen Mitteln Gebrauch machen würde, die ihm die Strafprozeßordnung an die Hand gibt. Dimitroff soll dabei nicht im geringsten in seiner sachlichen Verteidigung beschränkt sein. Auch seine gestrige Ausweisung erfoigte ja nicht, weil er die Polizei scharf angriff; der Senat mußte vielmehr eingreifen, weil die Vorwürfe gegen die deutschen Untersuchungsbehörden in einer unsachlichen, höhnischen und herabsetzenden Form erfolgten, die in ihrer Wirkung auf einen bestimmten Teil der Auslandsöffentlichteit berechnet waren und die der Senat nicht länger dulden kann, wenn er nicht das Ansehen des höchsten deutschen Gerichts auf Spiel setzen will. Der Senatspräsident gibt zunächst eine Mitteilung des Verteidigers des Angeklagten Dimitroff bekannt, wonach Dimitroff zu den gestrigen Vorfällen eine entschuldigende Erklärung abgeben will. Dimitroff führt aus: Es sind vielleicht gestern meine Worte mißverstanden worden. Für mich ist es nicht so leicht, bei einer Fremdsprache für alles richtige und trefsende Ausdrücke zu finden. Ich erkläre aber, daß es nicht meine Absicht gewesen ist, weder gestern noch früher, jemand persönlich oder das Gericht und andere Behörden zu beleidigen. Ich brauche weder Sympathie noch brauche ich Gnade; ich brauche mich nur als Kommunist verteidigen zu können. Vorsitzender: Das ist bisher in vollem Maße gewährt worden. Ich nehme davon Kenntnis, daß Sie durch ihre gestrige Erklärung niemand beleidigen wollten und daß, wenn es zu Beleidigungen gekommen ist, dies auf Ihre mangelhafte Kenntnis der deutschen Sprache zurückzuführen ist.— Damit ist der Zwischenfall mit Dimitroff erledigt. Oberreichsanwalt Werner weist dann auf eine Unstimmigkeit in der Aussage Torglers hin. Torgler hat in der Sitzung vom 4. Oktober erklärt, es hätte ihn am 27. Februar Abg. Florin im Reichstag aufgesucht, weil er sich mit ihm über eine Ladung vor das Reichsgericht unterhalten wolle. Der Oberreichsanwalt hat aus den Akten festgestellt, daß die Mitteilung Florins, wegen der Reichstagswahl nicht erscheinen können, bereits am 25. Februar durch den Verteidiger Rechtsanwalt Obuch beim Reichsgericht eingelaufen ist. Daraufhin ist am 27. Februar der Termin bereits aufgehoben gewesen und am gleichen Tage wurde Florin telegraphisch von der Aufhebung dieses Termins benachrichtigt. Der Oberreichsanwalt kommt dann zu dem Schluß, daß also am 27. Februar ein Gespräch dieser Art zwischen Torgler und Florin garnicht hat stattfinden können.— Demgegenüber bleibt Torgler bei seiner Darstellung, daß Florin ihn an diesem Tage im Reichstage aufgesucht hätte. F. Die Zusammenkünfte bei Münzenberg. Der Vorsitzende gibt dann einen zusammenfassenden Bericht des am Vortage in Abwesenheit Dimitroffs durchgeführten Teils der Beweisaufnahme. Landgerichtsdirektor Parisius erinnert daran, daß Dimitroff zugegeben hat, mit Münzenberg, dem bekannten kommunistischen Zeitungsverleger, zweimal zusammengekommen zu sein. Münzenberg selbst hält sich jetzt im Ausland auf und ist einer der Mitwisser des berüchtigten„Braunbuchs“. Er hat zuletzt in der früheren Wohnung Dr. Magnus Hirschfelds, In den Zelten 9a, gewohnt. In dieser Wohnung haben wiederholt Verhandlungen von Kommunisten stattgefunden. Die letzte war am 30. Januar. Die Wirtschafterin des Münzenberg, ein Frl. Krüger, hat sich nun gemeldet und hat folgendes Damalsz, am 30. Januar, Lüten sch eins Personen in der Wohnung Münzenbergs eingesunden. Als die Uebertragung der politischen Macht an Adolf Hitli bekannt wurde, hätten alle Besucher fluchtartig die WohVrlt. Vrüger hod be erllier boet de Hen Fraslagten legt worden, und sie hat erciarr, vaß sie den Angeklagten Dimitroff mit aller Bestimmtheit als einen der Gäste wiedererkannte. Die Wirtschafterin glaubt auch, daß der Angeklagte Popoff bei den Besprechungen mitgewirkt hat. Es wird von dem Angeklagten Dimitroff die Frage vorgelegt, ob er jemals in der Wohnung Münzenbergs an den Sitzungen teilgenommen habe. Dimitroff gibt zu, Münzenberg im Jahre 1931 kennen gelernt zu haben. In dessen Wohnung sei er aber nie gewesen. Popoff behauptet, Münzenberg niemals gesehen zu haben und niemals in seiner Wohnung gewesen zu sein. Die Hauptbelastungszeugin in dieser Frage, Frl. Krüger, wird im Rahmen des Berliner Verhandlungsabschnitts der Beweisaufnahme gehört werden. Es wird dann noch einmal festgestellt, daß die Geldvorräte der Bulgaren recht erheblich waren. Es hatte Dimitroff 350 Mark und eine Zehndollarnote bei sich, Taneff 70 Dollar und 20 Mark. Taneff will das Geld in Sofia von dem Kassierer des Zentralkomitees der bulgarischen Kommunistischen Partei erhalten haben. Wie es zur Verhaftung der Bulgaren kam. Der nun folgende Verhandlungsabschnitt bringt eine Schilderung der Umstände, unter denen es zur Verhaftung der drei Bulgaren kam. Der Oberkellner aus dem „Bayernhof“ in der Potsdamerstraße teilte am 7. März der Polizei mit, daß im„Bayernhof“ verdächtig erscheinende Personen verkehrten. Am 9. März erfuhr die Polizei, daß die Verdächtigen zur Zeit im Lokal anwesend seien. Darauf sind nach geraumer Prüfung der Anzeige diese Persönlichkeiten festgenommen worden. Es waren Dimitroff, Popoff und Taneff. Dimitroff versuchte bei der Verhaftung einen Aufruf des Kommunistischen Exekutivkomitees zu verstecken. Aus den vorgelegten Photographien“ erkannte der Oberkellner die des van der Lubbe als das Bild eines der Männer, die ebenfalls im„Bayernhof“ gelegentlich mit den Bulgaren zusammentrafen. Er hat daun bei der Gegenüberstellung van der Lubbe mit absoluter Gewißheit als einen der gelegentlichen Gäste wiedererkannt. Van der Lubbe bestreitet, im„Bayernhof“ mit den bulgarischen Angeklagten zusammengetroffen zu sein. Dimitroff versichert, daß im„Bayernhof“ an seinem Tische niemals ein deutscher Kommunist gewesen sei, und erklärt:„Und daß ich mit van der Lubbe dort gewesen sei, behauptet nur dieser Lieblingszeuge von Parisius“. Der Vorsitzende unterbricht Dimitroff und erinnert daran, daß er beim geringsten Rückfall in seine früheren Ungezogenheiten wieder aus dem Saal verwiesen werden müsse. Popoff gibt auf Befragen keine direkte Antwort, sondern möchte sich ausführlich äußern. Er bezeichnet die Aussage des Oberkellners Helmer als Lüge und will van der Lubbe niemals in seinem Leben gesehen haben. Taueff behauptet, in diesem Lokal bei seinem 14stägigen Aufenthalt in Berlin nur einmal gewesen zu sein und zwar am Tage seiner Verhaftung, zusammen mit den beiden Bulgaren. Senatspräsident Dr. Bünger hält Dimitroff dann die Aussage eines Zeugen vor, der zusammen mit Dimitroff im Untersuchungsgefängnis in Moabit untergebracht war. Dieser Zeuge hat Dimitroff darauf hingewiesen, daß sein Bild in der Zeitung steht. Dimitroff soll darauf gefragt haben, ob er die Zeitung da hätte und ob auch ein Mann verhaftet worden ist, dessen Name der Zeuge nicht verstand. Der Zeuge hat erklärt, es sind nur noch Popoff und Taneff verhaftet worden, worauf Dimitroff sichtlich beruhigt gesagt hat:„Na, die sind ja mit mir verhaftet worden.“ Popoff widerspricht sich. Weiter kann der Vorsitzende dem Angeklagten Popoff die sehr bestimmte Aussage eines Zeugen Buguhn entgegenhalten, wonach kurz nach 9 Uhr abends jemand eilig aus dem Reichstagsportal ll in Richtung Siegessäule herausgelaufen ist. Nach Ansicht dieses Zeugen hat es sich um Popoff gehandelt.— Popoff: Das ist absolut unwahr! Der Vorsitzende möchte darauf wissen, wo sich denn eigentlich Popoff um diese Zeit befunden hat. Popoff erklärt darauf, daß er zunächst mit Taneff in ein Restaurant, später in ein Kaffeehaus und schließlich um 21 Uhr in den Ufa=Palast am Nonnendorfplatz gegangen sei, wo sie der Vorstellung bis gegen 23 Uhr beigewohnt hätten. Da er seine Handschuhe vergessen hatte, sei er noch einmal in den Saal zurückgekehrt. Darauf hätten sich beide getrennt, um nach Hause zu gehen.— Taneff, der die Schilderung aufmerksam verfolgt hat, erklärt es zunächst für überflüssig, das zu wiederholen, was Popoff richtig dargestellt hätte. Er tut es aber auf Verlangen doch und erzählt im wesentlichen dasselbe mit einigen zusätzlichen Angaben. Vorsitzender: Es hat sich bei den kriminalpolizeilichen Nachsorschungen zu dem Alibibeweis kein Aufenthaltspunkt für die Richtigkeit der Angaben der Angeklagten ergeben.— Oberreichsanwalt Werner: Poposs hat später angegeben, er sei vielleicht über den Tag im Irrtum, und er könnte unter Umständen am 27. Februar auch zu Hause gewesen sein. Popoff redet drum herum. Er meint, wenn Taness bei den Lokal= und Kinobesuchen am Montag nicht zugegen war, dann müßte er an diesem Tage in seiner Wohnung gewesen sei. Er sei aber jetzt der festen Meinung, daß er am 27. Februar mit Taneff zusammen war. Auf die Frage des Oberreichsanwalts, was Dimitroff am 26. und 27. Februar in München getan habe, antwortet Dimitroff, er habe dort mit einem Freund gesprochen, der aus Paris über München nach Bulgarien zurückfuhr. Das Gespräch habe der bulgarischen Sache gegolten. Auf die Frage des Oberreichsanwalts, wie der Freund heißt, erklärt Dimitroff, daß er das nicht sage. Wenn er den Namen nennen würde, würde das für seinen Freund die schwersten Folgen haben. Im weiteren Verlauf der Verhandlung muß der Vorsitzende Dimitroff erneut wegen ungebührlichen Tones einen Verweis erteilen. Oberreichsanwalt: Vor der Kommission in London ist ein gewisser Schijik vernommen worden. Er hat erklärt, daß er mit Dimitroff am 26. und 27. Februar auf einer Versammlung südslawischer Kommunisten in München gewesen sei. Dieser Zeuge erklärte, daß er mit Dimitroff auch am 6. und 8. Februar schon an einer Konferenz südslawischer und italienischer kommunistischer Abgeordneter teilgenommen habe. Ist das richtig? Dimitroff erwidert, daß das, was er gesagt habe, wahr sei. Oberreichsanwalt Dr. Werner: Nun, nach dem hier vorliegenden Material scheint es doch so, als ob sie sich auch um italienische und südslawische Angelegenheiten gekümmert haben, nicht nur um bulgarische. Landgerichtsdirektor Parisius fragt Dimitroff, unter welchem Namen er sich auf der Fahrt nach Berlin einer jungen Dame vorgestellt habe. Dimitroff antwortet, als Dr. Rudolf Hediger, schweizerischer Schriftsteller. Parisius antwortet, daß die Dame bei ihrer Zeugenvernehmung bekunden werde, daß Dimitroff sich ihr als Professor Dr. Jahn vorgestellt habe. Dimitroff will dann weiter folgendes festgestellt sehen, bis Ende März sei es nur eine einzige Zeugin gewesen, die behauptet habe, daß sie ihn am 28. Februar mit van der Lubbe gesehen habe. Diese Zeugin sei plötzlich verschwunden, als festgestellt wurde, daß er in München war. Der erste Leipziger Verhandlungsabschnitt wird dann geschlossen. Die Beweisaufnahme wird am Dienstag vormittag in Berlin wieder eröffnet, wo eine Reihe von Lokalterminen stattfinden und zahlreiche Berliner Zeugen vernommen werden sollen. Nach etwa 14 Tagen wird der Senat zu den Schlußverhandlungen nach Leipzig zurückkehren. * „Das ist die Nache für van der Lubbe“. enb. Stuttgart, 7. Oktober. Wie der„NS.=Courier" berichtet, wurde Freitag abend der Hitlerjunge Marquardt aus Stuttgart=Wangen auf dem Nachhausewege von rückwärts von einem Kommunisten überfallen. Mit dem Rufe„Das ist die Rache für van der Lubbe“ versetzte der Verbrecher dem Hitlerjungen einen derartigen Stoß in die Nierengegend, daß der Junge zusammenbrach und bewußtlos liegen blieb. Er mußte sofort in irztliche Behandlung gebracht werden. Vereinigung der beiden Mecklenburg Einberufung des Landtages zum 13. Oktober nach Rostock. Der Mecklenburgische Landtag ist zu einer Vollsitzung auf den 13. Oktober, vormittags, ins Rostocker Rathaus einberufen worden. Als einziger Punkt steht auf der Tagesordnung die Verabschiedung eines Gesetzes über die Vereinigung von Mecklenburg=Strelitz mit MecklenburgSchwerin, die am 1. Januar 1934 in Kraft treten soll. Nach dem Gesetzentwurf treten sämtliche Verordnungen und Verwaltungsvorschriften von MecklenburgSchwerin nach der Vereinigung auch in MecklenburgStrelitz in Kraft, soweit nicht im gegenseitigen Einvernehmen der beiden Länder etwas anderes bestimmt wird. Ferner werden die Staatsbeamten von MecklenburgStrelitz sowie die im Staatsdienst stehenden Angestellten und Arbeiter übernommen. Ebenso gehen das Mecklenburg=strelitzsche Staatsvermögen und sämtliche Verpflichtungen auf Mecklenburg=Schwerin über. Polnischer Ueberfall auf Deutsche Verhaftungen deutscher Schriftleiter in Ostoberschlesien. Der Heimwart des deutschen Volksbund=Heimes in AltBerun, der Invalide Franz Sichniowski, und seine Frau wurden abends von polnischen Aufständischen überfallen und mißhandelt, weil sie die Herausgabe deutscher Bücher verweigerten. Die Aufständischen brachen dann den Schrank auf, rissen die Bücher heraus und warfen sie in mitgebrachte Säcke. Während der ganzen Zeit wurden die Ueberfallenen durch Revolver in Schach gehalten. Von dem Ueberfall ist dem Volksbunde in Kattewitz sofort Mitteilung gemacht worden. Auf Veranlassung der Kattowitzer Staatsanwaltschaft wurden der Berichterstatter der„Kattowitzer Zeitung“ in Friedenshütte, Dr. Gorzawski, Vorstandsmitglied der Friedenshütter Ortsgruppe der Deutschen Partei, sowie der verantwortliche Schriftleiter Dziura der„Deutschen Volksgemeinschaft", des Verbindungsorgans der Deutschen Partei zur Jungdeutschen Partei, verhaftet. Geuf und die Emigranten Wirtschaftsausschuß bis auf weiteres vertagt. Genf, 8. Oktober. Der Wirtschaftsausschuß der Völkerbundsversammlung hat die Debatte über die internationale Organisation zur Betreuung der aus Deutschland Ausgewanderten fortgesetzt. Der deutsche Delegierte hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß nach seiner Ansicht der Völkerbund als solcher sich nicht mit dieser Frage zu beschäftigen habe. Aus dem Wortlaut der Resolution geht, so führte der deutsche Vertreter aus, ganz klar hervor, daß die Organe des Völkerbundes in weitgehendem Maße an der Behandlung der Angelegenheit beteiligt werden sollen. Die deutsche Delegation kann sich hiermit nicht einverstanden erklären und in der Vollversammlung die Annahme und Inkraftsetzung dieser Resolution ermöglichen. Da die deutsche Regierung aber kein Interesse daran hat, das Werk als solches zu verhindern, so möchte ich mir die Frage erlauben, ob es nicht andere Wege gibt, das Ziel zu verwirklichen. Vor dem deutschen Vertreter hatten die Delegierten Englands, Frankreichs und Norwegens erklärt, daß sie mit der vorliegenden Resolution einverstanden seien. Der deutsche Delegierte erklärte, die deutsche Regierung habe die Situation sehr sorgfältig geprüft und sich in voller Kenntnis der Sachlage zu einem negativen Votum entschlossen. Die deutsche Delegation werde aber den heutigen Appell selbstverständlich an ihre Regierung weitergeben. Angesichts dieser Erklärungen beschloß der Ausschuß auf Vorschlag des Vorsitzenden, sich bis auf weiteres zu vertagen. * Geuf für Judenschutz Bei Ablehnung eines wirksamen Minderheitenschutzes. Der Unterausschuß der Politischen Kommission des Völkerbundes hat die Prüfung der Resolutionsentwürfe über die Minderheitenfrage abgeschlossen. Bei den Verhandlungen zeigte sich, daß keines der maßgebenden Länder mit den theoretisch so stark begrüßten Anträgen auf Verbesserung und Verallgemeinerung des Minderheitenschutzes Ernst machen will. So stand schließlich noch der französische Antrag zur Diskussion, der in Absatz 1 eine Wiederholung der Völkerbundsentschließung vom September 1922 enthält und der in seinem zweiten Absatz in unverkennbarer Tendenz gegen Deutschland die Zurücksetzung von einzelnen Staatsbürger=Kategorien verbieten will. Der erste Absatz wurde von dem deutschen Vertreter angenommen mit der Maßgabe, daß er auf die eigentlichen Minderheiten Anwendung finden müsse. Bei der Diskussion über Absatz 2 wurde die französische Absicht deutlich, Deutschland zu isolieren. Der deutsche Vertreter wies, teilweise unter dem Beifall der Ausschußmitglieder, auf die zwiespältige Haltung des französischen Vertreters hin, der die Verallgemeinerung des Minderheitenschutzes erst heute wieder abgelehnt hat und trotzdem diese Verallgemeinerung in einer auf die deutschen Verhältnisse zugespitzten Form befürwortete. Ohne auf die deutschen Argumente einzugehen, verlangte der französische Vertreter die Abstimmung, bei der sämtliche Mitglieder des Ausschusses für den Absatz 2 stimmten. Italien und Ungarn hatten ihre Zustimmung mit dem Vorbehalt versehen, daß sie nicht den Willen zur Einmischung in die inneren Verhältnisse eines Landes bedeute. Der deutsche Vertreter wird sowohl im Politischen Ausschuß als auch in der Vollversammlung selbst gegen diese Entschließung stimmen, so daß die nach der Geschäftsordnung zur Annahme erforderliche Einstimmigkeit nicht erzielt werden wird. Jeder hilft mit! Aufruf des Reichsjugendführers. Berlin, 7. Oktober. Der Reichsjugendführer erläßt, wie die RSK. meldet, folgenden Aufruf: Der Führer hat für kommenden Winter den Kampf gegen Hunger und Kälte dem deutschen Volk zur Pflicht gemacht. Es gilt gerade für die Hitlerjugend, dieses große Werk mit allen ihren Kräften und Mitteln wirksam zu fördern. Der Bund Deutscher Mädel, das Jungvolk und die Hitlerjugend haben sich bereits in allen Teilen unseres Reiches dieser großen Aufgabe selbstlos zur Verfügung gestellt. Ich erwarte, daß auch weiterhin jedes Mädel und jeder Hitlerjunge die ihnen für das Winterhilfswerk auferlegten Pflichten vorbildlich und mit Freude erfüllen, zum Besten dieser wahrhaft sozialistischen Aktion. Lokales s Witten=Annen, 9. Oktober. Witterungsbericht vom September 1933. Der Monat begann sehr trüb und regnerisch, aber er „entwickelte“ sich sehr gut, so daß das Gesamtergebnis ein ganz befriedigendes ist. Das dürfte denn auch für die Vorhersage zutreffen.— Am Anfang des Monats zogen verschiedene Wirbel von Island her über die Nordsee nach der Ostsee ab und veranlaßten dabei am 1. und 2. teilweise sogar stärkere Regenfälle. Durch starken Druckanstieg über dem Ozean veranlaßt, dehnte sich das westlich von England liegende Hoch nach Osten aus und erlangte so entscheidenden Einfluß auf unser Wetter. Es nahm dann weiter an Umfang zu und verlagerte sich dabei nach Norden. Seine Kammlinie verlief schließlich zur Zeit der größten Entwicklung von Spitzbergen über Skandinavien durch Mitteldeutschland über die Alpen bis nach Sizilien. Es erwies sich als sehr stabil, so daß die vom Ozean heranrückenden Störungen kaum etwas dagegen ausrichten konnten. Daher blieb auch das schöne Wetter am 5. und 8. trotz der ungünstigen Vorhersage erhalten. Nur vorübergehend herrschte mit hohen Wolken bedeckter Himmel, und es sah regendrohend aus. Doch blieb es dabei. Dies wurde durch einen Wirbel veranlaßt, der„mit konstanter Bosheit" über Frankreich lag und von dort nicht wegzubringen war. Nur für die Zeit vom 9. bis 12. gelang es, ihn auf den Ozean abzudrängen. Aber schon am 13. war er wieder da und brachte dabei auch unserm Bezirk starken Regen. Er vereinigte sich mit im Norden vorüberziehenden Störungen zu einem umfangreichen Störungssystem. Dieses aber wurde schnell nach Osten abgedrängt, denn ein neues Hochdruckgebiet rückte vom Ozean heran. Es war bis zum 17. wetterbestimmend. Dann aber erlangten die Islandwirbel mit ihren weit nach Süden vorgeschobenen Ausläufern wieder die Oberherrschaft, und es war fast bis zum 27., nur mit wenigen Ausnahmen, trüb. Doch war die Bewölkung nicht ständig so groß; es waren mehrere Aufheiterungsperioden eingeschaltet. Erst gegen Ende des Monats gelang es einem starken Drucksteiggebiet, die Wirbel nach Osten und zum Teil auch nach Südwesten abzudrängen. Das Wetter war daher wieder warm und angenehm. Man konnte schon bald das Wort„Hitze“ dafür gebrauchen. Die Luft war dabei aber sehr feucht und in den Abendstunden schon bildete sich starker Nebel. In diesem Monat wurden in Annen folgende Wetterbeobachtungen gemacht(die Vorhersagen wie immer in Klammern hinter den Beobachtungen): Kälterückfälle am: ./5., 10., 15./17., 21./23. und 28.(., 11./13., 16./17., 21./22. und 26./27.). Niederschläge:./2., 13./14., 18./20., 22./25., 25./26(.,./9., 12./15., 18./21., 23./25. und 27.) Es war, wie vorhergesagt, sehr wenig bewölkt, nur 44 (44) Prozent. Die mittlere Monatstemperatur war daher höher als normal, wie erwartet 14,5 Grad. Die höchste Temperatur betrug 24,3 Grad und wurde am 12., die tiefste mit 6,6 Grad am 10. gemessen. Regen fiel insgesamt 60,4 mm. Die höchste Tagesmenge fiel am 14. und berrug 32,4 mm, also über die Hälfte der Monatssumme. Der mittlere Luftdruck war 763,1 mm. auf Meereshöhe umgerechnet 753,5 mm Quecksilber. Tabelle: heitere Tage 12(übernormal über), trübe Tage 7(4/5). Niederschlagstage 9, Nebel 9, Gewitter 2(). Aussichten für Oktober. Im ersten Drittel des Monats wird es wenig Sonne geben. Das Wetter ist überwiegend unbeständig, jedoch fallen keine starken und keine häufigen Niederschläge; es bleibt also meist trocken. Im zweiten Drittel scheint im allgemeinen mehr Sonne, doch gehen am 14./15. Regenfälle nieder, ebenfalls noch etwas Regen vom 17./19. Im letzten Teil des Monats wird es wieder meist aufgeheitert sein, Regen ist am 21./23. und vom 28./30. zu erwarten. Tage mit Sonne sind u. a..,./10., 15./19. und 21./25. dazu gegen Ende des Monats; dagegen sind unter den sonnelosen Tagen der./6.,./9., 14./15. und 26./29. Die mittlere Monatstemperatur liegt zwischen 10,4 und 11,4 Grad. Die höchste wird etwa 21—22 Grad betragen. Die tiefste Temperatur liegt wahrscheinlich schon unter 0 Gr. (—1 Gr.). Termine für diese ausgezeichneten Werte der 43./14. und der 24./25. Die Kälterückfälle sind an folgenden Tagen(besser sagte man, die Rückfälle der Wärme liegen zwischen folgenden Terminen; denn es wird jetzt immer kälter und das Wärmerwerden ist das unnormale): 4/6., 11./13., 15./16., 20./22. und 24./26. Für die Frosttage kommen auch nur diese Termine in Frage. Die Bewölkung wird vermutlich gering sein, besonders in den Abendstunden, wo sich meist die Tagesbewölkung, die sich infolge der Erwärmung der sehr feuchten Luft bildet, auflöst Sie wird 35—40 Prozent betragen, doch wird die Zahl der vollkommen wolkenlosen Tage nicht sehr groß sein(—). Die Zahl der trüben Tage ist ungefähr 10. Tage mit Frost sind—2 zu erwarten, Tage mit Niederschlag 10—13. Im allgemeinen wohl ein freundlicher, jedoch nicht ausgesprochen trockener Monat. Er wird nicht sehr einheitlich im Gepräge sein, sondern wechselnd im Charakter, wie es sich meist für einen Herbstmonat schickt. Dr. Hans Müller=Annen. Zeit haben Die meisten Menschen werden sich energisch dagegen sträuben, sobald man ihnen erklärt, daß auch sie Zeit hätten, und noch stärker wird der Widerspruch werden, wenn gesagt wird, daß es ganz allein an ihnen läge, wenn es nicht der Fall wäre. Sie werden auch sofort eine Menge von Gründen anzuführen wissen, um ihre Behauptung zu beweisen, die aber alle um den Kernpunkt der Sache herumgehen und daher nicht stichhaltig sind, daß es eben nur von ihnen abhängig ist, sich Zeit zu verschaffen. Man hat keine Zeit, das und das zu tun, olgleich man selbst angeblich wohl einsieht, daß es eigentlich notwendig wäre. Einen ausführlichen Brief zu schreiben, ist viel zu zeitraubend; man schreibt am liebsten überhaupt nicht mehr oder allenfalls ein paar flüchtige Worte. Ein Buch zu lesen, das gewisse Anforderungen stellt, ist ganz ausgeschlossen, man kommt kaum dazu, scinell nur die Zeitung zu überfliegen. Und einmal zar nichts zu tun, einfach nur auszuspannen, Rückschau und Umschau zu halten in aller Ruhe und sich seinen Gedanken zu überlassen, ja, das ist doch ganz unmöglich, das wäre ja kostbare verlorene Zeit. So geht das weiter fort. Gewiß, wir leben nicht mehr im Zeitalter der Postkutsche, sondern des Motors, der Blitzzüge und des Flugzeugs. Der Rhythmus unseres Lebens ist ein ganz anderer geworden. Tempo ist das Schlagwort unserer Zeit, und es liegt etwas Berauschendes, Fortreißendes in dieser Beschwingtheit. Jeder muß sich dem anpassen, wenn er seinen Platz behaupten will. Nur in unserem Leben außerhalb des Berufs darf das Tempo nicht zu einer Geißel werden, die uns rastlos in besinnungslosem Jagen vorwärtstreibt, wir dürfen nicht zum Sklaven einer Hast werden, die das Beste in unserem Dasein raubt, die Stunden ruhiger Besinnung, die so nötig sind wie das tägliche Brot für den Körper, wenn wir nicht geistig verarmen und zu Maschinen werden sollen. Diese Stunden aber kann sich jeder verschaffen, der nur dazu den festen Willen aufbringt, ohne daß seine Arbeit und seine Leistung dadurch verliert. Im Gegenteil, sie wird dadurch gesteigert, denn dieses Selbstbesinnen und Selbsterkennen klärt den Blick und läßt neue Kraft schöpfen. So werden die stillen Stunden„verlorener“ Zeit zu einem Segen und bringen hundertfältigen Gewinn. * § Annen, 7. Oktober.(Das neue Reichskursbuch ist erschienen.) Das von der Reichspost und der Reichsbahn gemeinsam herausgegebene Reichskursbuch mit den am 8. Oktober in Kraft tretenden Winterfahrplänen ist soeben erschienen. Das Buch gibt in bekannter Zuverlässigkeit erschöpfende Auskunft über die Verkehrsmöglichkeiten in Deutschland, über die bedeutenderen Verbindungen der übrigen Teile Europas und die Dampfschiffverbindungen mit den außereuropäischen Ländern. Die mit Bahnposten besetzten Züge des Inlandverkehrs sind besonders gekennzeichnet. Als Anlage ist ein Zug= und Wagenverzeichnis beigegeben, in dem die durchlaufenden Züge und Wagen zusammengestellt sind. Die Große Ausgabe des Reichskursbuchs kostet 6 RM., die etwas gekürzte Kleine Ausgabe 3,25 RM. Die Reichskursbuchbezieher erhalten das gleichzeitig erscheinende Kraftpostkursbuch zum Vorzugspreis von 50 Rpf. Bezugsstellen für das Reichskursbuch sind die Postanstalten, Bahnhöfe der Reichsbahn, Buchhandlungen und Reisebüros; den Vertrieb ins Ausland vermittelt die Verlagsbuchhandlung Julius Springer, Berlin W 9. —(Weniger Autofahrten bei der Polizei.) Wie das BDZ.=Büro meldet, zwingt die ernste Finanzlage des Staates den preußischen Innenminister dazu, erneut und mit allem Ernst darauf hinzuweisen, daß eine sparsame Wirtschaftsführung mehr als bisher besonders auf dem Gebiete des Kraftfahrwesens der staatlichen Polizei möglich und geboten ist. In einem Runderlaß ordnet er an, daß zu Fahrten, die ohne Schädigung des Dienstbetriebes mit öffentlichen Verkehrsmitteln unternommen werden können, grundsätzlich polizeiliche Fahrzeuge nicht gestellt werden. Statt des Transportes von Polizeibeamten zur Ausbildung in der näheren Umgebung des Standortes ist fortan grundsätzlich Fußmarsch anzusetzen oder die Benutzung von Dienstfahrrädern anzuordnen. Die Gestellung von Kraftfahrzeugen der staatlichen Polizei und Landjägerei für andere Verwaltungen, Verbände jeder Art usw. und zu sportlichen Veranstaltungen ohne Kostenerstattung ist verboten. —(Berufsständische Versicherungen.) In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in denen Versicherungsunternehmungen oder Versicherungsagenten bei der Werbung sich auf die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei berufen und angebliche Verbindung der Unternehmung mit der Partei besonders hervorheben. Diese Verquikkung von Partei und Geschäft muß, wie vom Reichswirtschaftsministerium mitgeteilt wird, auf das schärfste mißbilligt werden. Niemand ist berechtigt, unter Berufung auf die Partei oder angebliche Wünsche des Führers denn Versuch zu machen, Versicherungsinteressenten zum Abschluß von Verträgen mit bestimmten Versicherungsunternehmungen zu bewegen. Jedem Versicherungsinteressenten muß vielmehr völlig freie Wahl bei der Auswahl des Versicherers im Rahmen der bestehenden Gesetze gewährleistet bleiben. Im Zusammenhang damit muß auch klargestellt werden, daß es nicht der von der Reichsregierung betriebenen Wirtschaftspolitik entspricht, wenn ohne Rücksicht auf ein Bedürfnis neue Versicherungsunternehmungen, namentlich solche mit berufsständischem Charakter aufgezogen und nunmehr unter Nutzbarmachung politischer Zusammenhänge den bestehenden Versicherungsunternehmungen die Versicherten ausgespannnt und den neuen Unternehmungen zugeführt werden. + Annen, 9. Oktober.(RS=Hago und GHG. Ortsgruppe Annen.) Die Vermietungen der Schilder„Deutsches Geschäft“ müssen bis spätestens 20. d. Mts. getätigt sein. Alle Schreiben an obige Organisationen sind in Zukunft nur an den Unterzeichneten, Horst=WesselStraße 93, zu senden. Zur Aufklärung teile ich mit, daß die Aufnahmesperre für die NS=Hago nach wie vor besteht. Dagegen können Aufnahmen in den Gesamt verband deutscher Handwerker, Kaufleute und Gewerbetreibender(GHG.) getätigt werden. Die Aufnahmegebühr beträgt für den GHG. 1 RM., die Mitgliedsbeiträge sind monatlich auf 1,25 RM. einschl. Zeitschrift und Selbsthilfe festgesetzt. Ueber die Selbsthilfeorganisation ist folgendes zu sagen: Der Name deutet bereits darauf hin, daß die notwendigen Mittel für diese soziale Selbsthilfe von den Verbandsmitgliedern selbst aufgebracht werden müssen. Die Selbsthilfe=Aktion wird mit der Zeit ganz beträchtliche Auswirkungen zeitigen. Es sind keine Almosen, die in Fällen gegeben werden, wo zur Weiterführung eines Betriebes ein Ueberbrückungskredit erforderlich ist. Vorerst wird die Leistungsfähigkeit der Selbsthilfeorganisation allerdings verhältnismäßig gering sein. Es ist jedoch zu hoffen, daß bereits nach einigen Monaten in allen Fällen krasser Notlage ausreichende Unterstützung gewährt werden kann. Die Zinsen sind mit 3 Prozent denkbar niedrig und decken nur die Verwaltungsunkosten. Formal können notleidende Mitglieder der NS=Hago und des GHG., die eine 1jährige Mitgliedschaft— Zugehörigkeit zum früheren Kampfbund wird mitgerechnet— aufzuweisen haben, Unterstützungsgesuche einreichen. Voraussetzung hierfür ist jedoch die bis dato geleistete persönliche Mitarbeit und Opferbereitschaft der Organisation und der Bewegung gegenüber. Wir werden ferner prüfen, ob das Mitglied seinen Angestellten gegenüber in jeder Hinsicht seinen sozialen Verpflichtungen nachzekommen ist. Sicherheiten werden von den Kreditnehmern nicht verlangt. Die im Gesamtverband stattsindende Erziehung zu einer gesunden Geschäftsmoral, die es dem Geschäftsmann zur vornehmsten Pflicht macht, seinen Verpflichtungen nachzukommen, erübrigt die Gestellung einer materiellen Sicherheit. Die Selbsthilfe erscheint hier als ein Mittel der praktischen Erziehung, des weiteren ist sie ein Baustein im Wiederaufbau des deutschen mittelständischen Gewerbes. In den Reichsständen des Handwerks und Handels sind neben obiger noch sehr viele und wichtigere Aufgaben zu erfüllen. Der Stabsleiter und Schulungsleiter Pg. Sohns in der GHG.=Reichsführung hat die Selbsthilfe=Organisation geschaffen, um obigen Volkskreisen zur wirtschaftlichen Freiheit und Unabhängigkeit, welche dieselben zu beanspruchen haben, zu verhelfen. D. W. Koch, Ortsgruppenwalter der NS=Hago und 656. + Annen, 9. Oktober.(Kampf gegen die Schwarz= arbeit!) Der Kampf gegen die Schwarzarbeit hat bislang recht erfreuliche Ergebnisse gezeitigt. In zahlreichen Fällen konnte festgestellt werden, daß Unterstützungsempfänger sich nicht gescheut haben, jahrelang neben ihrer Unterstützung sich noch sonstige Einnahmen zu verschaffen und damit der ehrlichen Arbeit und der Allgemeinheit großen Schaden zugefügt haben. Trotz wiederholter Warnungen zeigt sich leider, insbesondere im Gaststättengewerbe, noch immer, daß diese nicht in allen Fällen gewirkt haben. Heben die im Beruf stehenden Kellner und Facharbeiter im Gaststättengewerbe ohnehin schwer um ihr tägliches Brot zu ringen, so ist es doppelt verwerflich, wenn ihre kärglichen Einnahmen durch Schwarzarbeiter und Doppelverdiener geschmälert werden. Es wird deshalb noch einmal nachdrücklichst darauf hingewiesen, daß alle Aushilfsstellen für Kellner etc. nur auf dem Wege über das Arbeitsamt besetzt werden dürfen. In Zukunft müssen die Gaststätten=Inhaber dafür verantwortlich gemacht werden, wenn in ihren Betrieben bei einer zu erwartender Kontrolle nach Schwarzarbeiter angetroffen werden. Die Gaststätten=Inhaber tun deshalb im eigensten Interesse gut daran, in Zukunft ihren Bedarf an Hilfskräften beim Arbeitsamt anzumelden und Einstellungen nur unter Vorzeigung der Zuweisungskarte des Arbeitsamtes vorzunehmen. Wer in Zukunft wissentlich oder leichtfertig Schwarzarbeiter und Doppelverdiener in seinem Betriebe beschäftigt, macht sich damit der Sabotage am nationalen Aufbau schuldig und setzt sich dadurch unter Umständen erheblichen Schwierigkeiten aus. —(Aus der Kirchenprovinz Westsalen.) Der Kirchensenat der evangelischen Kirche bestätigte die Wahlen des Pfarrers Müller(Blankenstein a. d. Ruhr) zum Superintendenten der Kreisgemeinde Hattingen und des Schulund Propagandaleiters der Deutschen Christen in Westfalen, Pfarrer Krahn(Wanne=Eickel=Röhlinghausen) zum Suverintendenten der Kreisgemeinde Herne. Witten, 9. Oktober.(Im Rahmen der Handwerkerwoche) veranstaltet der Wittener Innungsausschuß im Verein mit der Kreis= und Ortsleitung der NS.=Hago eine Handwerkerausstellung im Gemeindehaus, Augustastraße. Mit der Durchführung der Handwerkerwoche in Witten sind Schuhmachermeister W. Hartmann, Bäckerobermeister W. Thormann, Innenarchitekt Prieser und Geschäftsführer Krüper beauftragt. Das Programm der Wittener Handwerkerwoche sieht folgendes vor: Am 15. d. Mts.,.30 Uhr, Eröffnung der Ausstellung durch den Oberbürgermeister Dr. Zintgraff, 10.15 Uhr Feldgattesdienst beider Konfessionen auf dem Humboldplatz, 11 Uhr Propagandamarsch, 12 Uhr große öffentliche Kundgebung auf dem Adolf=Hitler=Platz. Am 18. d..: Tag des Junghandwerks. Am 22. d. M. Teilnahme an der Schlußkundgebung in der Westfalenhalle. Hagen, 9. Oktober.(Hakenkreuzfahne gestohlen.) Von dem Arbeitsamtsgebäude, Nebenstelle Altena; wurde von unbekannten Tätern eine Hakenkreuzfahne heruntergeholt und zerrissen. Da die Ermittlungen nach den Tätern bisher erfolglos waren, wurden als Gegenmaßnahme vorläufig vier Personen, die eine staatsfeindliche Einstellung haben, in Schutzhaft genommen. Bochum, 9. Oktober.(Gutes Ergebnis für die Winterhilfe.) Nach dem bisherigen Ergebnis der Sammel= tätigkeit am Erntedankfest in Bochum beziffern sich die Einnahmen aus dem Eintopfgericht auf 22000 Markwährend die Straßensammlung die Summe von 1100 Mark ergab. Datteln, 9. Oktober.(Sparmaßnahmen bei der Verwaltung des Amtes Datteln) sind jetzt insofern in die Wege geleitet worden, daß sich die Beamten ihren persönlichen Schreibbedarf im Amtshaus und die Lehrer den Schreibbedarf in den Schulen selber stellen müssen. Bleistifte und Federn werden also künftig nicht mehr gestellt. Essen, 7. Oktober.(Belegschaftsvermehrung im Ruhrbergbau.) Nach den nunmehr vorliegenden Zahlen ist die Belegschaft des Ruhrbergbaues im Monat September um weitere 2241 Arbeiter gestiegen, so daß sich Ende September eine Belegschaftsziffer von 212321 Arbeitern ergeben hat. Gegenüber dem Tiefstand dieses Jahres, im Mai, mit 206057 beträgt die Vermehrung 6264 Arbeiter. Die Zahlen zeigen die weitere Auswirkung der vom Ruhrbergbau vorgenommenen weitgehenden Arbeitsstreckung. Essen, 8. Oktober.(Einbrecher auf der Flucht erschossen.) Als sich gestern morgen ein Polizeihauptwachtmeister auf der Streife in der Innenstadt befand, beobachtete er, wie ein junger Mann seine Hand durch die zertrümmerte Fensterscheibe eines Juweliergeschäftes steckte und mehrere Uhren hervorholte. Auf den Anruf des Beamten warf der Täter ihm mehrere Uhren gegen den Kopf und ergriff die Flucht. Der Beamte nahm die Verfolgung auf und schoß nach zwei Schreckschüssen scharf, wobei der Einbrecher tödlich verletzt wurde. Essen, 9. Oktober.(25 Jahre Essener Höhere Technische Staatslehranstalten.) In den Tagen vom., 8. und 9. Oktober feiern die Essener Höheren technischen Staatslehranstalten ihr 25jähriges Bestehen durch eine Reihe von Veranstaltungen im Essener Saalbau. Soest, 8. Oktober.(Frau wegen Trunksucht entmürdigt.) Eine Frau von hier, die schon wiederholt die Polizei beschäftigt hatte, wurde nach Entmündigung einer Anstalt zugeführt. Minden, 7. Oktober.(Margarethe Schulte legt Revision ein.) Die vom Schwurgericht nach mehrtägiger Verhandlung wegen Beibringung von Gift zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilte Schulamtsbewerberin Margarethe Schulte wurde von ihrem Verteidiger zur Rechtsbelehrung aufgesucht. Auf ihren Antrag hin ist Revision gegen das Urteil eingelegt worden, sodaß sich das Reichsgericht mit diesem Kriminalfall beschäftigen wird. Herford, 9. Oktober.(Mehrere hundert falsche Zweimarkstücke umgesetzt.) Durch Beamte der Landeskriminalpolizeistelle Bielefeld wurden unter Mitnahme von Landjägereibeamten und SS=Männern drei Falschmünzer hinter Schloß und Riegel gebracht, die im nahen Emmigloh ihr verbrecherisches Gewerbe trieben. Hersteller der Falschstücke war in erster Linie ein Maurer, der als Fußballsportler im Bezirk allgemein bekannt ist. Hauptverteiler war ein Maier, der sich zum Umsatz der Falschstücke teilweise eines Kindes bediente. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen sind mehrere hundert Exempiare der salschen Stücke innerhalb des letzten Jahres von den Festgenommenen umgesetzt worden. Osnabrück, 8. Oktober.(Hochherzige Spende.) Wie die Kreisleitung des Kreises Osnabrück mitteilt, hat die Familie Schoeller für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes die Summe von 10000 Mark zur Verfügung gestellt. Wipperfürth, 9. Oktober.(Von der Wagendeichsel aufgespießt.) Auf der Landstraße zwischen Weinbach und Erben fuhr ein Schlossergehilfe aus Benningrath nach Anbruch der Dunkelheit in schnellem Tempo die abschüssige Landstraße nach Erben hinunter. Vor einer Kurve rannte der junge Mann mit voller Wucht gegen ein Pferdefuhrwerk, wobei dem Unglücklichen die Wagendeichsel tief in die Brust drang. Der Tod trat auf der Stelle ein. Bei dem heftigen Zusammenprall stürzte das Pferd zu Boden. Der Fahrzeugführer wurde von seinem Sitz geschleudert. Tragisch an dem Vorfall ist noch, daß der Fahrzeugführer der Schwager des tödlich Verunglückten ist. Duisburg=Hamborn, 8. Oktober.(Ein 22jähriges Mädchen tödlich verunglückt.) In den frühen Nachmittagsstunden verunglückte auf der Autostraße in Huckingen ein 22jähriges Mädchen, dessen Personalien noch nicht feststehen. Man nimmt jedoch an, daß es aus Düsseldorf stammt. Das Mädchen hing mit seinem Rad am Anhänger eines Lastkraftwagens und wurde von einem in entgegengesetzter Richtung fahrenden Lastkraftwagen erfaßt. Die Unglückliche stürzte, fiel hierbei auf den Kopf und war sofort tot. Düsseldorf, 7. Oktober.(Kommunisten wollten das Haus eines SA=Mannes in die Luft sprengen.) Das Düsseldorfer Sondergericht verurteilte den Kommunisten Jesuschek aus Duisburg=Hamborn wegen versuchten Sprengstoffkomplotts zu zwei Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaussicht. Wegen Nichtanzeige eines ihnen bekannten Sprengstoffkomplotts erhielten drei weitere Mitangeklagte Gefängnisstrafen von je einem Jahre und zwei andere je drei Monate Gefängnis. Jesuscheck, der bis Juni d. Is. PO=Leiter der Antifa in Hamborn war und schon 1920 im Anschluß an die Niederwerfung der Roten Armee vom außerordentlichen Kriegsgericht wegen Aufruhrs zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, konnte in der Verhandlung überführt werden, daß er versuchte, ein Komplott zu schmieden, um das Haus eines SAMannes, der übrigens überfallen worden ist, in die Luft zu sprengen. Die Angeklagten Zacharias und Batok, die ebenfalls an dem versuchten Sprengstoffkomplott beteiligt gewesen sein sollen, konnten nicht überführt werden. Sie wurden wegen Nichtanzeige des ihnen bekannten Verbrechens bestraft. Köln, 8. Oktober.(Seine Frau niedergestochen.— Bluttat auf einer Wohlfahrtskreisstelle.) Eine schwere Bluttat trug sich auf dem Arbeitsnachweis am Elteburgerwall zu. Ein Mann, der seiner von ihm getrennt lebenden Frau aufgelauert hatte, überfiel die Frau und brachte ihr mit einem Messer zwei schwere Stichverletzungen bei. Ein der Ueberfallenen zu Hilfe eilender junger Arbeiter wurde ebenfalls von dem Wüterich mit dem Messer angegriffen und verletzt, so daß er und die Frau dem Krankenhaus zugeführt werden mußten. Wührend die Frau in Lebensgefahr schwebt, haben sich die Verletzungen bei dem Arbeiter als nicht schwer herausgestellt. Osterspany(Rhein), 8. Oktober.(Vater von 4 Kindern Opfer des Verkehrs.) Der Weinhändler Johann Konrad Kupp wurde von einem Personenwagen überfahren. An den dabei erlittenen schweren inneren Verletzungen verschied er kurze Zeit darauf. Er hinterläßt vier unversorgte Kinder, deren Mutter ebeenfalls nicht mehr lebt. Der Anschlag auf Dr. Dollfuß Die Persönlichkeit Dertils und Dr. Günthers. Die weiteren Nachforschungen über die Person Rudolf Dertils, der die Schüsse auf den österreichischen Bundeskanzler Dr. Dollfuß abgefeuert hat, ergeben, wie die Landesleitung der NSDAP. mitteilt, daß der Täter der Stiefsohn Dr. Raymond Günthers ist, der seinerzeit der Christlich=Sozialen Partei angehörte, sich jedoch von dieser Partei lossagte und heute im Heimwehrlager steht, wo er der Richtung Fey angehört. Dr. Günther ist der Verfasser der bekannten Broschüre „Diktatur oder Untergang“. Er ist Legitimist, Gegner des Parteistaates und tritt für den Zusammenschluß aller Deutschen unter Führung Oesterreichs ein. Vor allem lehnt er den Nationalsozialismus in Oesterreich ab. Seit vielen Monaten steht Dr. Günther in regstem Briefwechsel mit dem Sicherheitsdirektor von Tirol, Dr. Steidle, und mit dem dermaligen Vizekanzler Major Fey, Mit diesen Persönlichkeiten der Starhembergschen Heimwehr= bewegung ging Dr. Günther konform. Die Versuche der österreichischen Presse, Dertil als nationalsozialistischen Parteigänger hinzustellen, erbrachten keinerlei ernstzunehmende Anhaltspunkte. Entgegen den Behauptungen der Wiener Polizei, wonach Dertik im Besitze einer verläufigen Mitgliedskarte der NSDAP. gewesen sein soll, stellt die Landesleitung der NSDAP. fest, daß Dertil niemals auch nur vorübergehend Mitglied der NSDAP. gewesen ist. Kenner der Verhältnisse sind durchweg der Auffassung, daß Dertil durch die Gedankengänge seines Stiefvaters Dr. Günther beeinflußt wurde. * Die Eltern Dertils in Unterluchungshaft. wtb. Wien, 8. Oktober. Ueber die Eltern Dertils, der den Anschlag auf Dr. Dollfuß ausführte, das Ehepaar Günther, ist die ordentliche Untersuchungshaft verhängt worden. HELFT AUS DER NOT, GEBT WARME UND BROT! Spenden ze dus deutsche Winterhilfs burch falle Danken. Sporkaßen und Postanstekten der Beitcelben Duntsraut Duts! Die Seursa, Arustungl Besprechung Nadolnys mit Eden und Davis. Genf, 8. Oktober. Botschafter Nadolny, der Führer der deutschen Abhrdnung auf der Abrüstungskonferenz, ist am Sonntag in Begleitung von Vizeadmiral von Freyberg und General Schönheinz mit den übrigen Herren der deutschen Abordnung in Genf eingetcoffen. In den Abendstunden fand eine Zusammenkunft zwischen Nadolny, Staatssekretär Eden, der gleichfalls am Sonntag in Genf eintraf, und Norman Davis statt. Das Präsidium der Abrüstungskonferenz eröffnet seine Tagung am Montag um 15,30 Uhr. Die Sitzung soll rein formalen Charakter tragen. Henderson beabsichtigt, dem Präsidium einen kurzen Bericht über den Stand der Verhandlungen zu erstatten. Die Wiederaufnahme der sachlichen Verhandlungen wird zur Zeit noch verzögert durch die bisher fehlende Einigkeit über einige grundsätzliche Regelungen. Formell muß die zweite Lesung des Macdonalds=Plans in Angriff genommen werden. Da dieser Plan jedoch von der englischen und der französischen Regierung aufgegeben worden ist, beabsichtigt man jetzt, möglichst wenig offizielle Sitzungen abzuhalten, um zunächst das Ergebnis der privaten Besprechungen abzuwarten. Die Vollkonferenz soll am 16. Oktober beginnen; jedoch hängen die Verhandlungen der Konferenz ausschließlich von dem Ergebnis der Besprechungen der Großmächte ab. Da der deutsche Standpunkt durch die letzten diplomatischen Mitteilungen der Reichsregierung eindeutig bekanntgeworden ist, kann auf deutscher Seite in aller Ruhe die Stellungnahme der übrigen Großmächte zu den grundsätzlichen deutschen Forderungen abgewartet werden. Man nimmt hier an, daß für eine Reise des deutschen Außenministers nach Geuf vorläufig keine Veranlassung vorliegt, obwohl von englischer Seite immer wider der Wunsch nach Teilnahme Neuraths an den Besprechungen geäußert wird. Das Schicksal der Abrüstungskonferenz liegt vollständig in der Hand der englischen und französischen Regierung. Die Verantwortung für die jetzt beginnende, vermutlich letzte, Tagung der Abrüstungskonferenz liegt nicht bei Deutschland. Daladier über die Abrüstung und das Verhältnis Deutschlands zu Frackreich. Paris, 8. Oktober. Auf dem Schlußessen der radikalsozialistischen Tagung in Vichy am Sonntag hielt Ministerpräsident Daladier eine Rede, die als Auftakt für den Wiederzusammentritt des Parlaments und für die Verhandlungen in Geuf zu werten ist. Hinsichtlich der Innenpolitik betonte Daladier die Notwendigkeit, die Finanzen zu ordnen, ohne die Währung anzutasten. Bezüglich der Abrüstung faßte Daladier nochmals die bekannten französischen Forderungen zusammen: Wir denken nicht daran, so führte er aus, irgendein Volk zu bedrohen oder zu demütigen, welcher Herrschaft es sich auch gibt. Wir sind entschlossen, keine weitere Herabsetzung unserer Streitkräfte außerhalb eines aufrichtigen Abrüstungsabkommens zuzulassen, das die etappenweise Abrüstung organisiert und durch eine ständige Kontrolle eines Abkommens dessen Durchführung tatsächlich garantiert. Das ist unsere Stellungnahme, von der wir nicht abgehen. Bier Jahre, während deren die Kontrolle organisiert werden wird, während deren die verschiedenen Heeresarten sich in Armeen von kürzerer Dienstzeit umwandeln, während derer die Staaten, denen es gegenwärtig freisteht, auszurüsten, sich dem Verbot der Herstellung schweren Kriegsmaterials unterwersen werden, serner die Vernichtung des dann allen Staaten verbotenen Materials, das sind die Forderungen des Abrüstungsplanes, dem England, die Vereinigden Staaten, Italien, Rußland und noch viele andere Staaten zustimmen. Die Verhandlungen über die Garantien des Abkommens sind im Gange. Mit Freuden werden wir bald dieses Werk der Zusammenarbeit zustande kommen sehen. Wir wollen Frieden und Sicherheit für alle Völker. Daladier warf dann die Frage auf, wie eine Regierung sich einer etappenweisen Abrüstung und einer Kontrolle widersetzen könne, wenn sie tatsächlich guten Willens sei. Europa sei dem Untergang geweiht, wenn es sich auf ein Wettrüsten einlasse. Es wird vollständig zusammenbrechen, wenn es von neuem zum Kriege schreite. Dann stellte der Ministerpräsident die Frage, was Deutschland eigentlich wolle, Deutschland und Frankreich, so sagte er, haben jahrhunpertelang ihre Länder mit dem Blut ihrer Jugend gefränkt. Bisher sind alle Versuche, zu einer dauerhaften Verständigung zwischen beiden Völkern zu gelangen, gescheitert. Niemand spricht Deutschland das Recht auf die Existenz seines 65=Millionenvolkes ab. Niemand denkt daran, Deutschland zu erniedrigen. Die deutsche Regierung betont öffentlich ihren Friedenswillen und bekräftigt ihren Wunsch nach einer Annäherung beider Völker nachdrücklich. Warum dann aber die zum Kampf geschutte Jugend jenseits des Rheins? Warum diese wiederholten Massenkundgebungen? Warum die Ablehnung der ersten Etappe der Abrüstung? Warum wird heute das Recht gefordert, kostspieliges Kriegsmaterial herzustellen, das bald nach seiner Indienststellung vernichtet werden müßte, wenn das Abrüstungsabkommen unterzeichnet würde. Niemand wird Frankreich den Vorwurf machen, daß es ebenso entschlossen ist, seine Verteidigung zu organisieren. Dann ging Daladier auf die finanziene Lage Frankreichs ein. In wenigen Tagen werde die Kammer zusammentreten, und in der folgenden Woche werde die Gesundung des französischen Etats gesichert sein oder Frankreich werde eine andere Regierung haben. (Daladier versteht es also immer noch nicht, daß vier Jahre Kontrolle vier Jahre neuer Demütigung bedeuten. Deutschland hat mit den Schnüffelkommissionen die übeldten Erfahrungen gemacht. D. Red.) „* Klarer Kurs Deutschlands. Amtliche Zurückweisung salscher Gerüchte über die deutschen Abrüstungssorderungen. Zu in den Vereinigten Staaten über die deutschen Abrüstungsforderungen verbreiteten Gerüchten wird amtlich erklärt: Es ist völlig falsch, daß Deutschland nach Ablauf von fünf Jahren die Parität mit Frankreich verlangt. Deutschland verlangt nach Ablauf von fünf Jahren nur eine weitere Abrüstung der anderen. Was die Musierwaffen anlangt, so muß jede Diskriminierung schon jetzt aufhören. Aber Deutschland sordert nicht dieselbe Zahl von Waffen, die die anderen Länder besitzen. Urteil im Volkssport-Prozeß Gefängnisstrafe trotz Zusammenbruchs der Anklage. Im Volkssport=Prozeß fällte der Oberste Gerichtshof in Brünn das Urteil. Das angefochtene Urteil wird aufgehoben, insoweit es die Angeklagten Haider, Illing und Metzner schuldig erkennt, daß sie in den Jahren 1930, 1931 und 1932 in Prag, Aussig und anderen Städten Böhmens einen Anschlag gegen die Republik unternahmen und direkt oder indirekt mit ausländischen Faktoren in Beziehungen traten. In den anderen Teilen wird die Nichtigkeitsbeschwerde der Angeklagten verworfen. Die Angeklagten Rudolf Haider, Paul Illing und Adolf Metzner werden daraufhin zu je 2½ Jahren, Friedrich Palliege zu 13 Monaten und Anton Schwab zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Außerdem erhalten sie mik Ausnahme von Schwab je 3000 Kronen Geldstrafe. Die Angeklagten verlieren die bürgerlichen Ehrenrechte. Die bereits verbüßte Haft wird vollständig angerechnet. Mit diesem Urteil hat die tschechische Oberste Gerichtsbehörde nur noch mehr bestätigt, daß die angeblich „staatsgefährlichen Bestrebungen“ nur in der Zugehörigkeit zur Nationalsozialistischen Arbeiterpartei erblickt worden sind. Angesichts des ganzen Verlaufs der Verhandlung und der schrankenlosen Willkür in der Prozeßführung, so schreibt die NSK., war es von vornherein sinnlos, auf die Ungeheuerlichkeit dieser Anklage hinzuweisen. Die Tatsache schon, daß zwei tschechische Generalstabsoffiziere als Kronzeugen des Gerichts alle nur irgendwie erforderlichen Behauptungen aufstellen konnten, ohne sie beweisen zu müssen, und daß dagegen sämtliche deutschen Beweisanträge der Ablehnung verfielen, zeigte mit aller Klarheit, daß das Verfahren nur einen Ausgang haben durfte: Die Verurteilung der Angeklagten. Zieseler und Detroyat gleichwertig Die beiden besten Kunstflieger Europas im Kampf. WTB. Paris 8. Oktober. Die große Flugsportveranstaltung auf dem bei Paris gelegenen Flugplatz von Villacoublay am Sonntag mit dem Revanchekampf des deutschen Meisters Gerhard Fieseler und dem Franzosen Detroyat als Zugnummer war ein riesiger Publikums erfolg. Ueber 120000 Zuschauer waren aus der ganzen Umgebung, ja aus allen Teilen Frankreichs, auf allen möglichen Verkehrsmitteln herbeigeeilt, um dem Kampf der Meister des Kunstfluges beizuwohnen. Auch von offizieller Seite brachte man der Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft des französischen Luftfahrtministers Pierre Cot stand, größtes Interesse entgegen. Luftfahrtminister Cot wohnte den Ereignissen von Beginn an bei. In der Ehrenloge, die neben der Trikolore auch mit der schwarz=weiß=roten und der Hakenkreuzfahne geschmückt war, sah man fast alle Militärattachés der verschiedenen Nationen und zahlreiche hohe Offiziere der französischen Armee. Die deutsche Kolonie war ebenfalls recht stark vertreten. Fieseler und Detroyat führten auf ihren eigenen Maschinen ein festgelegtes Programm vor. Da der Himmel fast wolkenlos war, konnte man die in höchster Vollendung durchgeführten Uebungen der beiden Meister gut verfolgen. Die Leistungen des Franzosen wurden mit 185,5 Punkten, die des Deutschen mit nur 181 Punkten bewertet. Da aber nach den Bestimmungen ein Sieger nur dann gegeben ist, wenn die Differenz mindestens 3 Prozent beträgt, endete die Begegnung unentschieden. Fieseler konnte damit seinen Titel als Europameister mit Elfolg verreidigen. * Zum Tode verurteilt. Sühne für einen planmäßigen Uebersall auf SA.=Männer. Das Schwurgericht Braunschweig verurteilte den Arbeiter Heinrich Wolf zum Tode, den Arbeiter Erich Hagemann wegen Landfriedensbruchs zu sechs Jahren Zuchthaus und drei weitere Angeklagte zu je 5 Jahren fängnis. Der zum Tode verurteilte Wolf hatte im Februar 1933 mit der Wafse in der Hand an einem Ueberfall auf SA.=Männer teilgenommen. Eisenbahn=Maschinist ermordet. Soltau, 9. Oktober. Auf dem Wege zu seiner Arbeitsstätte wurde der Eisenbahn=Maschinist Gueckel in Soltau von einem unbekannten Täter niedergeschossen. Die Ehefrau Gueckels fand ihren Mann auf der Straße tot auf. Kraftwagenunglück beim Buckingham=Palast. Zwei Tete, 24 Verletzte. Ein Kraftwagenführer verlor in London in unnmittelbarer Nähe des Buckingham=Palastes die Gewalt über seinen Wagen und raste in die Menschenmenge hinein, die der Ablösung der Palastwache beiwohnen wollte. Zwei Personen wurden getötetz vier erlitten schwere und 20 leichte Verletzungen. Großfeuer im Swinemünder Familienbad. Swinemünde, 8. Oktober. Im Mittelbau des Swinemünder Familienbades am Westrand brach um Mitternacht ein Brand aus, der sich rasch auf die umfangreichen Zellenanlagen ausbreitete. Trotz der angestrengten Löscharbeiten ist der Mitteldau vollständig zerstört worden. Der Schaden ist bedeutend. Als Entstehungsursache wird fahrlässige Brandstiftung durch Wanderburschen, die in dem Bad nächtigten, angenommen. Horst-Wessel-Film verboten. CNB. Essen, 8. Oktober.(Eig. Meldg.) Wie die „National=Zeitung" erfährt, wird das Propagandaministerium die für Montag, den 9. Oktober, dem Geburtstag Horst Wessels, angesetzte Uraufführung des Horst=WesselFilms verhindern und dafür Sorge tragen, daß der Film in seiner gegenwärtigen Form nicht in der Oeffentlichkeit erscheint. Das Ministerium ist der Auffassung, daß das Filmwerk der„Volksdeutschen Filmgesellschaft“ nicht die künstlerischen Qualitäten besitzt, die von einer Darstellung unseres nationalsozialistischen Vorkämpfers und der gewaltigen Ereignisse des deutschen Freiheitskampfes verlangt werden müssen. Zum Verbot des Horst Wessel-Films. Ein unzulänglicher Versuch. CRB. Essen, 9. Oktober.(Eig. Meldg.) Zu dem beabsichtigten Verbot des Horst=Wessel=Films schreibt die Nationalzeitung weiter: Nachdem bereits Mitte der Woche der Film geladenen Vertretern des diplomatischen Korps und der in= und ausländischen Presse gezeigt worden war— bei den Auslandsblättern hatte er aus begreiflichen Gründen Anklang gefunden— fand am Freitagabend im Propagandaministerium eine weitere Probevorführung im Beisein des Ministers Dr. Goebbels und seiner nächsten Mitarbeiter statt. Der Eindruck, den der Film auf dieses Gremium machte, war so wenig befriedigend, daß sich Dr. Goebbels zum Einschreiten entschloß. Die überraschende Maßnahme dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, daß zwar die Massenszenen auf dem ehemaligen Bülow=Platz, am Brandenburger Tor usw. eine gute technische Leistung darstellen, daß aber die eigentliche Handlung des Films, ebenso wie die künstlerische Leistung der Hauptdarsteller absolut dürftig und unangemessen sind. Es steht zur Zeit noch nicht fest, ob der Film noch geändert und verbessert werden kann oder ob er überhaupt in der Versenkung verschwindet. So bedauerlich das Nichterscheinen des langangekündigten und von vielen Volksgenossen wohl mit Spannung erwarteten Films sein mag, so begrüßenswert ist andererseits die klare Entscheidung des Ministers, der lieber gar keine als eine mittelmäßige Darstellung des Heldenlebens Horst Wessels sehen will. Es bedarf keiner Betonung, daß dieser Entschluß gerade von den alten Nationalsozialisten und SA=Männern ohne Einschränkung gutgeheißen wird. Was nun? Die Antwort auf die Frage ergibt sich aus dem Sachverhalt, der im Endeffekt zu dem Verbot geführt hat. Der erste Horst=Wessel=Film ist die Arbeit einer ziemlich obskuren ad hoc gegründeten Filmgesellschaft, die in dem als Konjunktur erkannten Rennen um den nationalsozialistischen Stoff einen guten Platz zu belegen hoffte. Daß dabei Geldinteressen eine erhebliche Rolle gespielt haben, kann man ruhig unterstellen, wenn selbstverständlich auch den beteiligten Nationalsozialisten — das Propagandaministerium hat sich dankenswerterweise von vornherein abwartend verhalten— der gute Glaube und die gute Absicht nicht abzusprechen ist. Das jetzt vorliegende Ergebnis hat die Erwartungen enttäuscht. Der Film ist minderwertig, der mit unzureichenden Mitteln und unzureichenden Leuten— maßgebender Manuskriptverfasser war Hanns Heinz Ewers— unternommene Versuch ist fehlgeschlagen. Das heißt selbstverständlich nicht, daß nun die Arbeit an der filmischen Gestaltung des Heldenliedes der nationalsozialistischen Revolution, das in der Person des Sturmführers Horst Wessel seine glänzendste Verkörperung findet, aufgegeben werden darf. Wo der erste Angriff mißlungen ist, müssen Nationalsozialisten in die Bresche springen. Das Propagandaministerium hat eine Filmabteilung, die von hervorragenden Fachmännern geleitet wird. Was dem privaten Versuch versagt blieb, das filmische Monumentalwerk der deutschen Revolution zu schaffen, das die historischen Ereignisse der hinter uns liegenden Kämpfe und Siegesjahre für Jahrzehnte und Jahrhunderte festhält, das wäre eine Aufgabe, würdig des Ministeriums, das die kulturelle Führung des nationalsozialistischen Deutschland in die Hand zu nehmen sich anschickt. Der Film des neuen Deutschland muß geschaffen werden. Man darf hoffen, daß das Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda bei diesem gewaltigen Werk nunmehr die Führung übernimmt. Horst-Wessel-Tag in Bielefeld. Weihe eines Gedenksteins. Bieleseld, 8. Oktober. Die Stadt Bielefeld, der Geburtsort des deutschen Freiheitskämpfers Horst Wessel, stand heute im Zeichen eines Horst=Wessel=Tages. Es wurde am Geburtshaus Horst Wessels eine Gedenktufel geweiht. Zu der Feier waren auch die Mutter und die Schwester Horst Wessels erschienen. Mittags erfolgte ein Vorbeimarsch vor dem Rathaus, wo Frau Wessel und Tochter sich in das Goldene Buch der Stadt Bielefeid eintrugen. Am Nachmittag wurde auf der Horst=WesselHöhe der Gedenkstein geweiht. Der Kreisleiter Bürgermeister Budde begrüßte die Gäste, u. a. den Oberpräsidenten Lutze. Nach dem Horst=Wessel=Lied stellte Oberpräsident Lutze das Mal unter den Ehrenschutz der SA. und übergab es dem SA.=Gruppenführer von Westfalen, Polizeipräsident Schepmann. Er verlas einen SA.= Appell, in dem der SA.=Gruppe Westfalen Treue, Disziplin und Opfersinn zur Pflicht gemacht wurden. Während der Weihe des Denkmals kreiste ein Flugzeug in der Luft. * Tragischer Selbstmord eines Ehepaares. Berlin, 8. Oktober. Freitag nachmittag wurden im Hause Davoser Straße 70 in Reinickendorf der 78 Jahre alte Pensionierte Eisenbahner Balzereith und seine 42 Jahre alte Ehefrau in ihrer Wohnung vergistet tot aufgefunden. Die Untersuchung ergab, daß die alten Leute Selbstmord aus Kummer über ihren ungeratenen 22 Jahre alten Sohn begangen hatten. Dieser hatte seine Eitern mit der Pistole bedroht. Es war zu Tätlichkeiten gekommen und in wenigen Tagen sollte ein Gerichtstermin stattfinden. Aus Scham über diese Vorgänge hat Frau F. sich selbst Gift zubereitet und davon getrunken. Als in den Abendstunden der Mann von dem Gartengrundstück nach Hause kam, fand er seine Frau tot. Er nahm von dem übriggebliebenen Gist ein und stard ebenfalls kurz darauf. Der Illann gehört ins Zuchthaus. Essen, 8. Oktober. Ein angetrunkener Kraftwagenführer überfuhr mit seinem Lastwagen vor Siegenburg vier Radfahrer, die sämtlich schwere, teils lebensgefährliche Verletzungen davontrugen. Ohne sich um seine Opfer zu kümmern, setzte er die Fahrt in rasendem Tempo durch die Stadt fort. In der Nähe des Amtsgerichts in Reckenberg überfuhr er dann noch einen 51 jährigen Schneidermeister, der einen doppelten Schädelbruch erlitt und an den Folgen seiner Verletzung im Krankenhaus verstarb. Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg 60 Jahre alt. enb. Berlin, 9. Oktober.(Eig. Meldg.) Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, der frühere Gouverneur von Togo und seit dem Verlust der deutschen Kolonien ein unermüdlicher Kämpfer für den kolonialen Gedanken. vollendet am 10. Oktober sein 60. Lebensjahr. Abgesetzte Systemgrößen. Auf Grund des Paragraphen 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums sind aus dem preußischen Staatsdienst entlassen worden: Ministerial= direktor i. e. R. Dr. Badt, Ministerialdirektor i. e. R. Dr. Brecht, Ministerialrat i. e. R. Goslar. Auf Grund der Paragraphen 3 und 6 des gleichen Gesetzes sin; in den Ruhestand versetzt worden: Oberregierungsrat i. c. R. Harteck von der Pressestelle des Preußischen Staatsministeriums, Legationssekretär, Legationsrat i. e. E. von Frerichs, zuletzt bei der preußischen Gesandtschaft in Stuttgart, Regierungsrat Wilhelm Lehmann vom freiheren Staatsrat. Ein Glückwunsch des Reichspräsidenten. Anläßlich der 250 jährigen Wiederkehr des Tages, an dem die ersten deutschen Auswanderer nach den Vereinigten Staaten ausgewandert sind, findet in German=Towu, der ersten deutschen Siedlung in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, eine Jubiläumsfeier statt. Der Reichspräsident von Hindenburg hat an die Festteilnehmer einen Glückwuns chgesandt. Reichspräsident von Hindenburg übernimmt die Schirmherrschaft zur Werbeveranstaltung des deutschen Landwerks. Berlin, 8. Oktober. Reichspräsident von Hindenburg, Ehrenmeister des deutschen Handwerks, hat die Schirmherrschaft über die Werbeveranstaltung des Reichsstandes des deutschen Handwerks, die vom 15.—21. ds. Mts. im gesamten deutscheu Reichsgebiet stattfindet, übernommen. Hiermit hat der Reichspräsident erneut seine große Verbundenheit mit dem Handwerk bekundet und zum Ausdruck gebracht, weich große Bedeutung dem deutschen Handwerk im Rahmen der deutschen Gesamtwirtschaft zukommt. Handgranatenanschlag auf den rumänischen Generalstabschef. Nach Meldungen aus Bukarest ist gegen General Lazarescu, den Chef des rumänischen Generalstabs, bei den Manövern von einem Korporal ein Handgranatenanschlag verübt worden, bei dem der General schwer verletzt wurde. Die Handgranate soll von einem Offizier rasch aufgefangen und beiseite geworfen worden sein. Angeblich wurden zwei Soldaten getötet und der tapfere Offizier lebensgefährlich verletzt. Ein Freund Muliolinis wegen Spionage verhaftet. Benedig, 8. Oktober. Wegen des Verrats von Marinegeheimnissen an ausländische Mächte ist gestern hier der Freund und einstige Schuigefährte Mussolinis, Commendatore Battelli, verhaftet und in ein Gefängnis gebracht worden. Weiter wird behauptet, daß Battelli seine Freundschaft mit dem Duce dazu ausnutzte, sich in der Stahlindustrie Vorteile zu verschaffen. Ruch eine Doppelhochzeit. Newyork, 7. Oktober. Die bekannten„siamesischen“ Zwillinge Daisy und Violet Hilton gaben nach ihrer Rückkehr von einer Europareise am Freitag bekannt, daß sie sich gegen Weihnachten beide verheirater würden. Daisy ist mit einem Orchesterdirigenten in Chikago verlobt, während Violet einen englischen Doktor heiraten will. (Das nationalsozialistische Deutschland würde eine solche Scheußlichkeit zu verhindern wissen. D. Red.) Schioeres Unglück beim Automobilrennen um den Pokal der Prinzessin von Piemont. wtb. Bari, 9. Oktober. Bei dem Automobilrennen um den Pokal der Prinzessin von Piemont ereignete sich gestern ein schweres Unglück. Bei der Durchsahrt der an dem Rennen beteiligten Autos durch die Gemeinde Giovinazzo warf das von dem Deutschen Groß gesteuerte Auto mehrere Zuschauer zu Boden. Vier Personen wurden getötet und zwei schwer verletzt. Blutige Zusammenstöße in Madrid. Madrid, 8. Oktober. In Ciudad Real kam es gestern zu Zusammenstößen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern, wobei etwa 200 Schüsse abgefeuert wurden. 30 Personen wurden schwer verletzt. Chinesischer Dampfer gesunken. 28 Personen umgekommen. Peiping, 8. Oktober. Nach einer Meldung aus Tschifn sank in der Nacht zum 7. Oktober der chinesische Dampfer„Tischau“ in der Nähe von Tschifu, wobei 28 Personen ertranken. Nur 11 Personen konnten gerettet werden. Blutige Hochzeitsleier. 22 Tote. Ameitsar(Indien), 8. Oktober. Bei einer Hochzeitsfeter in der Kirche in Amritsar kam es zu einem blutigen Streit, der nicht weniger als 22 Todesopfer forderte, darunter den Vater des Bräutigams. Eine polizeiliche Untersuchung ist im Gange. Märsch in Oreskau „Fridericus Rex“ spricht Breslau, 7. Oktober. Breslau steht am Sonnabend völlig im Zeichen des Aufmarsches der schlesischen SA. Die Straßen der Stadt gleichen einem einzigen Flaggenmeer. Vizekanzler von Papen hat in der 11. Stunde Breslau bereits wieder mit dem Flugzeug verlassen. Als er zusammen mit dem Stabschef Röhm und dem Obergruppenführer Heines das Savoy=Hotel verließ, brachte Obergruppenführer Heines auf ihn ein dreifaches Sieg=Heil aus, in das die Menge einstimmte. Als erste auswärtige Formation rückte die Standarte 157 Brieg an und brachte unter den Klängen des Präsentiermarsches ihre Standarte in das BrigadeStabsquartier. Ihr folgten zehn weitere Standarten, die gleichfalls im Ehrensaal ihren Platz finden. Großer Jubel herrschte, als die Standarte 63 Oppeln, die unter Führung von Brigadeführer Ramshorn zu Fuß nach Breslau marschiert war, mit klingendem Spiel vorbeimarschierte. Kurz nach 12 Uhr besichtigte Stabschef Röhm in Begleitung von Obergruppenführer Heines, Obergruppenführer Luetgebrune und Gruppenführer Ernst das Brigadestabsquartier. Aus der Hand des Oberführers Heerde nahm der Stabschef einen Ehrentrunk aus einem ihm gewidmeten silbernen Ehrenbecher entgegen. Freitag abend hatten sich etwa 2500 SA=Männer der Standarte 7 zu einer Feierstunde vor dem Denkmal der Schlacht von Leuten eingefunden. Sturmhauptführer Prinz Ratibor gedachte in einer kurzen Ansprache der Schlacht von Leuthen und wies darauf hin, daß die SA, die heute von Neumarkt nach Lyssa marschierte, auf der gleichen Straße marschierte, wie Friedrich der Große vor 176 Jahren. In einer Rede wies Stabschef Röhm auf den stolzen Geist unserer Vorfahren hin, die einst an dieser Stätte einen großen Sieg errangen. Unser sehnlichster Wunsch sei es, auch heute wieder unser Vaterland wie damals stolz und frei zu sehen. Unsere höchste Pflicht soll es sein, stets und ständig in diesem Geist für das Vaterland zu arbeiten. Im Lichte der Scheinwerfer erschien dann die Gestalt des alten Preußenkönigs(Otto Gebühr) auf dem Schimmel vor dem Denkmal und hielt folgende Ansprache: „Niederschlesische SA! Kerls! Wir stehen auf heiligem Boden. Hier haben unsere Vorfahren ihr Blut für das Vaterland vergossen. Damals hieß die Parole Siegen oder Sterben. Mein letztes Wort vor der Schlacht von Leuthen war: Ich werde gegen alle Regeln der Kriegskunst den Feind angreifen, wo ich ihn treffe. Ich muß diesen Schritt wagen. Wir müssen den Feind schlagen oder uns von seinen Batterien begraben lassen. Deutsche Jugend! Mache dir diesen Geist zu eigen und zeige dich deiner Vorfahren wert.“ Treueschwur der alten Garde Machtvolle Kundgebung in der Breslauer Jahrhunderthalle. Die Breslauer Jahrhunderthalle war am Tage des Appells der Alten Garde der NSDAP. bis auf den letzten Platz gefüllt. Riesige Hakenkreuzfahnen und Lorbeerbäume schmückten diesen zweitgrößten Kuppelbau der Welt. Das weite Feld zwischen dem Messehof und der Ausstellungshalle war der Aufmarschplatz der„Alten Garde“. Im Hintergrund der Kolonnen standen die zwölf Standarten der schlesischen SA und rechts und links von ihnen die Sturmfahnen. Als der Stabsführer mit den Ehrengästen eintraf, wurden Böllerschüsse abgegeben; die Kapelle spielte den Präsentiermarsch. Stabschef Röhm schritt die Front ab und grüßte die Formationen mit einem„Sieg=Heil!". Der Generalappell in der Jahrhunderthalle hinterließ einen gewaltigen Eindruck. Der Stabschef betrat unter dem Jubel der Menge den Raum. Oberführer Herde führte die Feldzeichen der schlesischen SA in den Kuppelraum. Unmittelbar darauf folgten die Fahnen des Horst=Wessel=Sturmes und die Breslauer Sturmfahnen, mit Blumen reich geschmückt. Stabschef Röhm überbrachte der schlesischen Se die Grüße des Führers. Wohl selten habe er, so führte er u. a. aus, so unter dem Eindruck der Stunde gestanden, wie hier in Breslau. Er wolle den alten Kämpfern nicht Dank sagen, das sei überflüssig, denn jeder von ihnen wisse, was er für die Freiheit des neuen Deutschland getan habe, und sei stolz darauf. Nur eines wollten wir erneut geloben, daß Adolf Hitler sich jederzeit auf uns verlassen könne. Begeistert stimmte die St in das SiegHeil auf den Führer ein. Dann sprach Obergruppenführer Heines. Er erklärte u.., die hier aufmarschierte„Alte Garde“ sei diejenige, die am 1. Juli 1981 zur Perfügung stand und in Schlesien die Fahne Adolf Hitlers hoch hielt. Der Stabschef und der Führer könnten dabon überzeugt sein, daß die schlesische SA mit ihrem Führer auf Gedeih und Verderb berbunden sei. Unter dem gemeinsamen Gesang des Horst=WesselLiedes und den Klängen des Liedes„Volk aus Gewehr“. verließ die„Alte Garde“ die Halle. Draußen hatte sich ein Fackelspalier gebildet. Leuchtfontänen und Leuchtkugeln wurden zu Ehren der abmarschierenden SA abgebrannt. Deutsche Wiedergeburt Eröffnung der deutschen Kulturtage am Rhein. Die vom Kampfbund für Deutsche Kultur in Gemeinschaft mit der Gauleitung Köln=Aachen der NSDAP. und der Stadt Köln veranstalteten„Deutschen Kulturtage am Rhein" begannen mit einer festlichen Eröffnungskundgebung in der großen Kölner Messehalle. Alfred Rosenberg, der Leiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP., sprach über das Thema„Deutsche Wiedergeburt". Er führte u. a. aus, nach Ueberwindung des Marxismus und im Kampfe gegen ein schweres Schicksal sei unsere Zeit wieder heroisch geworden. Die alte Anschauung, daß Macht und Geist einander widerstreben, ist als falsch erkannt. Der starke Mensch in seinem Kampfe, in seinem Siege, oder auch in seinem heroischen Untergang, weckt unser Interesse. Die Sehnsucht nach Gesundung wird sichtbar in allgemeinen Symbolen, wie dem Heldentum der Schlageter und Horst Wessel und auch in der Wiederherstellung der Ehre des deutschen Bauern; wie wir sie im Erntefest erlebt haben. Was wir heute erflehen, ist eine Wiedergeburt all der alten germanischen Charakterwerte, die sich erhalten haben: Ehre, Treue und männliche Schicksalshaltung genügt, um das ganze Leben in Deutschland zu ändern, ein neues Staatssystem, eine neue Wirtschaftsethik, eine neue Rechtsordnung zu schaffen. Aller Reichtum aller deutschen Stämme muß in einer neuen Volkskultur zusammengesaßt werden. — Kleines Mißverständnis. Eine Getreidefirma telegraphiert ihrem Einkaufsvertreter in einer Metropole des Balkans: „Kaufet piano“. Prompt kommt die Antwort: „Auftrag ausgeführt.“ Darauf die Firma: „Kaufet täglich piano weiter.“ Ein halber Monat vergeht. Dann kommt ein Telegramm des Vertreters: „Wohin soll ich die gekauften fünfzehn Klaviere schicken?“ — Feinfühlig. Fremder:„Was war denn vorhin für ein Lärm in der Gaststube?“ „O, nichts Besonderes! Die Burschen warfen bloß den Gemeindevorsteher raus, weil sie sich in seiner Gegenwart genierten, zu raufen!“ — Der Gastwirtssohn. Die Schwester zum Bruder: „Du sollst den Drachen krunterziehen, Seppl, und sofort nach Hause kommen— der Bindfaden wird für Rouladen gebraucht!“ — Aus der Schule. Lehrer:„Könnt ihr mir etwas über den wunderbaren Instinkt der Tiere sagen?“ Max:„Die Hühner legen die Eier immer so, daß sie in unsere Eierbecher passen!“ — Oh! Ohl Die gnädige Frau will sich waschen. Die gnädige Frau findet den Waschlappen nicht. Sie ruft ihr Dienstmädchen: „Gertrud, wo ist denn mein Waschlappen?“ „Schon ins Büro gegangen!“ gibt das Mädchen zurück. — Anstand. Der biedere Klempnermeister eines kleinen norddeutschen Städtchens will seinem Lehrjungen Elementarunterricht in feiner Lebensart geben. „Weest du, wat Takt un Anstand is?" 175 „Nee „Dann will ick di mat mal vertellen: Nielich, da scholl ick bi usen Herrn Bürgermeister de Badewanne reparieren. Un as ick da in det Badezimmer rinkam, da seet use Fro Bürgermeister jüst in de Badewanne un bad sick. „Go'n Dag, Herr Bürgermeister", sä ick... Süh, un dat weer Takt! Und dann gung ick rut. Süh, un dat weer Anstand!“ — Ein bißchen viel verlangt. Das neue Dienstmäden:„Also abgemacht, fünfzig Mark Lohn, keine große säsche, jeden Sonntag und einmal in der Woche Ausgang! Uebrigens, gnädige Frau, sind Sie eifersüchtig?“ — Das Anhängsel. Stadtkind, das zum erstenmal einen Truthahn stehl:„Schau mal, Vater,'n Vogel mit nem Schlips!“ Hollands Kronprinzessin sprach im Rundfunk über den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Kronprinzessin Juliane vor dem Mikrophon. Die holländische Thronsolgerin, die sich von je her viel mit nationalökonomischen und sozialpolitischen Fragen beschäftigte, hielt kürzlich im holländischen Rundfunk einen Vortrag über die Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die verschiedenen Methoden der Staats= und Selbsthilfe. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Versammlung am Donnerstag, dem 12. Oktober 1933, 18 Uhr. 1. Einführung und Verpflichtung des Stadtverordneten Martin. 2. Ersatz=Wahlen für 4 Mitglieder des Gewerbesteuer=Ausschusses. 3. Ergänzung verschiedener Ausschüsse für den ausgeschiedenen Stadtverordneten Scheifbacken. 4. Genehmigung der Aussetzung der Tilgung eines Kommunaldarlehns. 5. Nachbewilligung von Mitteln für überplanmäßige Ausgaben. 6. Aufnahme von 2 Darlehn bei dee Oeffa für das Arbeitsbeschaffungsprogramm. 7. Aenderung der Vergnügungssteuerordnung. 8. Erhebung der Bürgersteuer für 1934. 9. Zustimmung zur Aufnahme des durch Bescheid des Verbandspräsidenten für den 3. Abschnitt der vorstädtischen Kleinsiedlung bewilligten Zusatzdarlehns von 750 RM für Kinderreiche. 10. Verkauf von Baugrundstücken. 11. Verkauf des Lagerplatzes Ledderken. Witten, den 6. Oktober 1933. Der Stadtverordneten=Vorsteher: Dr. 2. Schaub. Anstrich einer 700 m langen eisernen Einfriedigung ist zu vergeben. Angebote sind im Rathaus, Zimmer 194, erhältlich. Rückgabe derselben bis zum 14. 10. 1933, vormittags 10 Uhr im Zimmer 128 des Rathauses. Witten, den.=Oktober 1933. Der Magistrat. pmmmn vmmm Willterkinlswerk Die N. S. Volkswohlfahrt in * Annen hat im hiesigen Amtshaus, Zimmer 11 eine Verwaltungsstelle s eingerichtet. Da uns Büromöbel fehlen, s bitten wir um Stiftung bezw. leihweise# = Ueberlassung von Schränken und einer # brauchbaren Schreibmaschine. Sprechstunden sind täglich(außer Samstag) S von 15—18 Uhr. 9 Die Gruppenwalterin. Siunmmmmmmmm Hauswäsche bei Natur-Rasenbleiche fast schrankfertig 15 Pfund.75 Kragen von 10 Pfg. an Anzug reinigen.— Mit. Nelßmangel„ Std..60 Waschanstalt und Färberei H. Schiffmann Ruf 3375 Amt Witten. Trauer-Drucksachen liefert schnell und sauber Fritz Küching, Annen Für den Umbau des alten Amtsgerichts und der Oberdorsschule sollen a) Maurerarbeiten, b) Tischlerarbeiten, c) Anstreicherarbeiten und für das Fuhrparkgebäude HorstWessel=Straße d) Außeuputzarbeiten vergeben werden. Angebotsformulare sind zum Preise von.50 Mk. je Los im Stadtbauamt, Zimmer 186, zu erhalten, solange der Vorrat reicht. Rückgabe der Angebote bis Donnerstag, den 12. ds. Mts., vormittags 10 Uhr. Witten, den 7. Oktober 1933. Der Magistrat. Stadttheater Dortmund. Montag, 9. Oktober, Anfang 20 Uhr:„Der Wildschütz“, Komische Oper in 3 Aufzügen. Dienstag, 10. Oktober, Anfang 20 Uhr:„Die Räuber“, Ein Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich von Schiller. Mittwoch, 11. Oktober, Anfang 20 Uhr:„Fidelio“. Oper in 2 Aufzügen. Donnerstag, 12. Oktober, Anfang 20 Uhr: Erstaufführung!„=Boot 116“ von Heinrich Lerbs. Freitag, 13. Oktober, Anfang 20 Uhr:„Der Wildschütz“. Samstag, 14. Oktober, Anfang 20 Uhr:„Der Bettelstudent“. Sonntag, 15. Oktober, Anfang 15.30 Uhr:„Das Schweineschlachten". Bauernkomödie in 3 Akten.— Anfang 20 Uhr:„Der Wildschütz“. Vorverkauf bei Gebr. Krampen. ichiche S Eimmer Wonlnung abgeschl. 1. Etage, mit allen Bequemlichkeiten zum 1. 1. 1934 preiswert zu vermieten. 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Kurssenden deretaut- Witten Poss Preis RA 10 Buchhandlung Fritz Küchling Willen-Aanen, Stockumer Staße 23 Ein sabethaftes Spiel der Deulschen Aber Italiens Jungmannschaft gewinnt mit:3 12000 in Rom Es kam etwas plötzlich. Aber der Deutsche Fußballbund war sofort bereit, die Bitte der Italiener zu erfüllen, die als Gegner ihrer aus Jungfaschisten gebildeten Fußballelf eine entsprechende deutsche Vertretung nach Rom wünschten. Das Spiel wurde im Rahmen des Gründungstages des Jungfaschistischen Kampfbundes ausgetragen. Unter den Ehrengästen bemerkte man den italienischen Parteisekretär Starace, sowie den deutschen Botschafter von Hasselt. Die deutsche Mannschaft wurde geführt durch den brandenburgischen Gauführer Professor Glöckler und sportlich betreut durch den alten Internationalen Leinberger. Zu schmales Feld auf dem Turnierplatz Die italienische Mannschaft gewann den Kampf mit :3. Aber dieser Sieg war glücklich, wie selten einer. Das Ergebnis trügt vollkommen, denn die vier Treffer der Italiener fielen in Spielabschnitten klarster deutscher Ueberlegenheit aus Durchbrüchen heraus. Lediglich nach dem ersten Tor der Italiener kamen diese für kurze Zeit in Vorteil. Wie so manches Mal, wenn eine Mannschaft schnell auf die Beine gebracht werden muß und dann doch ein fast formvollendetes Spiel vorführt, so war es auch diesmal. Die aus allen Himmelsrichtungen zusammengestellte deutsche Vertretung trat in der vorgesehenen Besetzung an und zwar mit: Buchloh Bilek Schwarz Appel Sold Schulz Kronenbitter Lachner Friche Rasselnberg Heidemann Deutschland führt:0 Die deutsche Kolonie in Rom kam zunächst aus dem Staunen nicht heraus, denn unsere Mannschaft hatte sich sofort gefunden und führte ein glänzendes Spiel vor. Durch sofortiges Abspiel schienen unsere Leute sogar schneller als die Italiener. Man zählte die vierte Minute, als der kleine Münchner Lachner im Nachschuß das erste Tor erzielte. Deutschland blieb überlegen und nach 14 Minuten wurde ein Zusammenspiel des deutschen Angriffs durch unhaltbaren Schuß von Lachner mit dem zweiten Treffer gekrönt. Mitten hinein in die deutsche Offensive platzte dann der erste italienische Gegentreffer. Das Tor schien allerdings zweifelhaft, da der deutsche Verteidiger Bilek den Ball mit der Brust gegen den Pfosten preßte. Der italienische Schiedsrichter sah den Fall als Tor an. Nun hatten die Deutschen einen vorübergehenden Druck der Italiener auszuhalten, die jedoch niemals die klare und saubere Linie der deutschen Spielzüge erreichten. Scharfe Schüsse der deutschen Stürmer kamen nicht ins Ziel. Das Echenverhältnis bei der Pause lautete:3 für Deutschland. Blitze aus heiterem Himmel Die zweile Halbzeil brachte zunächst verteiltes Spiel. Als dann der italienische Linksaußen schlecht gedeckt war, entstand nach seinem Flankenlauf ein Gedränge vor dem deutschen Tor. Das Ende des Chores war der Pfiff des Schiedsrichters und der Ball wurde 25 Meter vom deutschen Tor hingelegt. Der Freistoß landete im deutschen Netz.:2. Noch einige Schüsse hatte Buchloh zu meistern, als wiederum die Deutschen das Feld beherrschten. Besonders Heidemann und der rechte Flügel hielten das deutsche Angriffsspiel im Fluß. 27. Minute: Italiens Mittelstürmer riß aus und flitzle durch ein Mißverständnis der deutschen Abwehr... es hieß:2 für Italien. Durch Heidemann:3 und... Als der Bonner Linksaußen nach einer knappen halben Stunde durch famose Leistung den Gleichstand holle, schien die deutsche Mannschaft in überlegener Haltung einem sicheren Siege entgegenzuspielen. Aber wieder war der Spielteufel gegen sie, als Italiens Halblinker den durch die gefährlichen, wenn auch seltenen Gegenbesuche nervös gewordenen deutschen Torwark Buchloh zum vierin Male schlug. Auch im Endspurt mit vereinken Kräften erreichten ide Deutschen nichts mehr, wobei Mittelstürmer Fricke einmal drei Meler vor dem Tor dem italienischen Hüter den Ball in die Hände drückte. Wir sind zufrieden Der deutsche Sieg wäre gewiß gerechtfertigt gewesen, obwohl die Gefährlichkeit des italienischen Spiels nicht unterschätzt wird. Aber diesmal hal die deutsche Mannschaft wirklich kein Glück gehabt. Mit der Niederlage werden wir aber versöhnt durch die glänzende spielerische Leistung unserer Mannschaft. Es sind wohl einige Abstriche zu machen, so das mangelnde Verständnis von Appel mit seinen Nebenleuten, sowie das Lampenfieber des Stuttgarter Rechtsaußen. Auch ließ Torwart Buchloh gegen Schluß seine Sicherheit vermissen. Insgesamt betrachtet zeigte die deutsche Mannschaft aber— man möchle sagen wider Erwarken—, eine ausgezeichnete spielerische Leistung. Besonderes Lob verdienen der schnellfüßige Heidemann und der kechnisch gewandte [Lachner. Die interessante Meldung Adolf Heuser auf der Heimreise Der Bonner Halbschwergewichkler Adolf Heuser hal mit dem Schnelldampfer„Bremen" die Rückfahrt nach Deutschland angetreten. Er wird für den kommenden Mittwoch in Bremerhaven erwartet. Nach seinen letzten schweren Niederlagen dürfte es für Heuser schwer sein, in UsA eine lohnende Beschäftigung zu finden, und es ist anzunehmen, daß er wieder in Deutschland startel. Auternationele Vortämpfe ie-Reiterdas.“ In Rokterdam wurden interessanfe internationale Boxkämpfe abgewickelt. Im Schwergewicht schlug der holländische Meister Paul Hoffmann den amerikanischen Neger Jack Taylor nach Punkten, die gleiche Entscheidung erhielt im Mittelgewicht der Franzose Bassin über den holländischen Meisier Beb Donners zugesprochen. Berufs=Boxkämpfe in Leipzig Die Berufsboxkämpfe in Leipzig waren am Freikagabend recht gul besucht. Der Breslauer Scholz traf wieder auf Egon Stief, Berlin. Der Kampf endete mit einem klaren Punktsiege des Schlesiers. Politer I. Leipzig, bestand sein erfolgreiches Debut als Berufsboxer gegen den Dresdener Hölzl, der nach einem spannenden Kampfe ausgepunktei wurde. Das gleiche Ergebnis erzielte der Breslauer Barineck gegen Bernhard! Leipzig. Der alte Berliner Czirson konnte über seinen Landsmann Boguhn Punktsieger werden. Neuer Sieg von Birke Der Hamburger Schwergewichtler Hans Birke eilt in ASA in letzter Zeit von Sieg zu Sieg. Nachdem er kürzlich gegen den starken Charlie Retzlaff gewonnen hatte konnte er in Baltimore gegen den gefürchteten Kalifornier Les Keunedy sicher über zehn Runden nach Punkten siegreich bleiben. Dänemark— Finnland:0 In Kopenhagen standen lich am Sonntag die Nationalmannschaften von Dänemark und Finnland im Länderkampf gegenüber. Das vor 25000 Zuschauern ausgetragene Spiel, das zur nordischen FußballmeisterDer Sihmpin=Nachwuchs Prrote Die Fußballspieler auf dem Hertha=Platz Nach achttägiger Lehrgangsdauer hatten am Wochenende die im Deutschen Stadion zusammengezogenen Nachwuchskräfte im deutschen Sport ihre Befähigung und Eignung vor der Oeffentlichkeit zu beweisen. Auf dem Hertha=BSC=Platz am Gesunddrunnen traten 22 junge Fußballtalente zum Kampf gegeneinander an. Durch die Entsendung einer Jungmannschaft nach Rom, deren Spieler größtenteils Lehrgangteilnehmer waren, wurden die bereits bekanntgegebenen Aufstellungen erheblich geändert. Im weißen Nationalhemd spielten: Karsten(Goerlitz); Keller(Mannheim), Richter(Chemnitz); Staab(Dortmund), Gahren(Stettin), Lehmann(Freiburg); Gruber(Stettin), Gellesch(Schalle), Haenel(Chemnitz), Striebinger(Mannheim), Wratzlawek(Beuthen). Im roten Jersey traten an: Vieweg(Steinach); Jantz(Danzig), Roeßnick(Königsberg); Reiter(München), Goffard(Aachen), Lange(Kiel); Berger (Frankfurt=.), Reifenhauser(Bonn), Schön(Dresden), Schädler(Ulm), Wernet(Freiburg). Vorweg ist zu bemerken, daß die rote Mannschaft knapp aber verdient mit:3(:0) gewann. Die siegreiche Elf zeigte in dem Spiele, das nur von 2000 Zuschauern besucht war, darunter auch von dem Bundesführer Linnemann und dem Geschäftsführer des Reichssportführerringes, Mildner, sowie dem zur Pause mit den übrigen Kursusteilnehmern eintreffenden Reichssportführer von Tschammer und Osten, recht gute Leistungen. Die besten Kräfte waren der rechte Münchener Läufer Reiter und der Halblinke Schädler. Besonders der Ulmer ist als einer der hoffnungsvollsten Spieler zu betrachten. Der Mittelstürmer Schön überzeugte im Feldspiel kaum, er machte dieses Minus aber durch drei Tore wett. Bei der weißen Mannschaft waren der Mittelläufer Gahren, der rechte Flügel Gruber—Gellesch und der Linksaußen Wratzlawek die nützlichsten Spieler. Der Tennisnachwuchs begann am Samstag ebenfalls mit dem Trainingsbetrieb. Es wurden sieben Gruppen zu je sechs Spieler gebildet, die jeder gegen jeden anzutreten haben. Die Sieger der einzelnen Gruppen werden dann von Hannemann trainiert. Im Mittelpunkt des Samstags stand ein Lehrspiel zwischen dem deutschen Meister Gottfried von Cramm und Roman Najuch, das von Cramm mit 11:9,:6,:3 gewann. Das Doppelspiel zwischen Göpfert=Lund und Henkel II=Wilhelmi wurde beim Stande von:2,:6,:6,:4 wegen Dunkelheit abgebrochen.— schaft zähll, wurde von den Dänen nur knapp mit :0(:0) gewonnen. Den ersten Treffer erzielte vor der Pause der Linksaußen Taarup, nach dem Wechsel schoß der Halblinke Undall das zweite Tor. Die Finnen erwiesen sich als fast gleichwertig. Sie drängten besonders im zweiten Abschnitt des Kampfes, der übrigens in strömendem Regen ausgekragen wurde. Schmeling in Rom Max Schmeling wird in Begleitung des bayerischen Gauführers Kirmaier, München, am 22. Oklober nach Rom fahren, um dem Kampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht zwischen Carnera und Paolino beigumahren. Chiron in Spanien Der bekannte französische Rennfahrer Louis Chiron ist von der spanischen Automobil-Fabrik Hispano Suiza als Leiter der kaufmännischen Abteilung angestellt worden. Nebenbei wird sich Chiron noch als Jahrer in internationalen Rennen belätigen. Nobel außer Gefecht Der famose Steepler Nobel, der im Großen Preis von Karlshorst am Eisenbahnbach zu Fall kam, ist außer Gefechl. Der Hengst zog sich neben Fleischwunden auch eine Verstauchung der Wirbelsäule zu. Cyclop, dem kurz vorher der große Bach zum Verhängnis geworden war, krug eine erhebliche Fleischwunde am Knie davon. Sensationeller Motorrad-Weltrekord Aus Italien kommt die Nachricht, daß der bekannte Jahrer Bonazzi auf der Strecke Bologna—San Giovanni auf seiner MM-Spezial(175 ccm) eine sabelhafte Welt-Bestleistung aufgestellt hätte. Bonazzi erreichte über 1 um mil fliegendem Start ein Stundenmittel von 161,622 km. Auf der Hinfahrt benötigte der Italiener 21,71 Sek.(165.3 Stdkm.) und auf der Rückfahrt 22.8 Sek.(157,89 Stdkm.). Wenn der Rekord bestätigt wird, dann hal Bonazzi die Weltbestleistung des Chemnitzers Winkler auf DKW erheblich verbesserl. Arne Borg immer noch Klasse Schwedens einstiger Schwimmweltmeister und Rekordschwimmer Arne Borg ist immer noch Klasse. Bei einer Schwimmveranstaltung erzielte er jetzt über 100 Meier Kraul die sehr gute Zeit von 59.2 Sekunden, während Sten Olaf Bolden:01,4 und Altmeister Werner:01,6 Minuten benötigten. * Frankfurt ist schlecht in Form denn der vorjährige süddeutsche Meister Fußballsportverein gewann gegen die Neunkirchener Borussia nur :2 und Eintracht Frankfurt brachte gegen Sportfreunde Saarbrücken überhaupt kein Tor zustande, doch war das:9 für die Mainstädter noch recht glücklich. Der FE Kaiserslautern ließ sich auch vom FK Pirmasens in seinem Siegeszug nicht aushalten, wenn es auch diesmal nur zu einem knappen:=Erfolg langte. Fußball Worme bezog eine doppelte Niederlage. Alemannia Olympia hatte in Offenbach gegen Kickers:1 das Nachsehen und die Wormatia verlor zu Hause:3 gegen den SV Wiesbaden. Unentschieden spielten FSV 05 Mainz und Phöniz Ludwigshafen mit:3. Zwei Regeländerungen des 933 Der DFB hat Regel 12 und 17 geändert. Nach Regel 12 darf jeder Spieler, der aus irgendeinem Grunde vorübergehend mit Erlaubnis des Schiedsrichters das Spielfeld verlassen hat, erst zurückkehren, wenn das Spiel gerade ruht.(Früher war das nach Meldung beim Schiedsrichter sofort möglich.) Bei Verstoß gibt es Freistoß. Nach Regel 17 wird statt mit Schiedsrichterball mit Freistoß bestraft: Unterlassung einer Anoder Abmeldung, zu langes Halten des Balles durch den Torwart, Spieleingriff eines vorübergehend ausgeschiedenen Spielers zu einem falschen Zeitpunkt. Deutschland=Riege kurnt im ausverkauften Berliner Wintergarten Im ausverkauften Berliner Wintergarten wurde am Sonntag im Beisein des Führers des deutschen Sports und der Deutschen Turnerschaft, von Tschammer und Osten und seines Mitarbeiterstabes zwei Stunden lang Kunstturnen in höchster Vollenduno geboten. Zwölf der besten deutschen Kunstturner zeigten sich an den Ringen, Seitenpferd, Barren, Reck und in selbstgewählten Freiübungen diesmal nicht unter den kritischen Augen der Kampfrichter, sonedrn in einem Schauturnen. Dieser Umstand gestattete den Turnern bei der Wahl ihrer Kürübungen an den einzelnen Geräten wesentlich mehr Freiheit. Das Publikum sparte nicht mit Beifall und der Applaus wollte gar nicht enden, als der Turnfestsieger Kroetzsch(Neurössen), der schon mit seiner durchtrainierten Figur überall Bewunderung erregt hatte, seine Freiübungen zeigte. Der Mitteldeutsche wußte jedoch ebenso am Reck zu begeistern, wo ihm der Bremer Steffens und Winter (Frankfurt) kaum nachstanden. Der als Ersatz für den verletzten Ock(Berlin) eingesprungene Bezler (Göppingen) entpuppte sich als eine wertvolle Bereicherung und entzückte die Zuschauer mit seinen fabelhaften Kraftübungen an den Ringen, Barren und Reck. Der Westdeutsche Sandrock. Frei(Stuttgart), Schwarzmann(Fürth), Kleine(Leipzig) und ebenso Brandenburgs vier Vertreter Johnke. Kiwatschinski, Bockenauer und Wedekind, sie alle glänzte; in ihren Spezialübungen. Gymnastische Uebungen und Tänze Berliner Turnerinnen vervollständigten das Programm dieser Werbeveranstaltung. Kölner„Kriterium der Asse“. Cocqueriaux(Belgien) erfolgreich Im Kölner Stadion kam am Sonntag das erste deutsche Kriterium der Asse zur Durchführung. Dem Starter stellten sich die bekanntesten deutschen und ausländischen Fahrer wie: de Caluwe, Clignet und Cocqueriaux sowie Sieronski, Siegel, Thierbach und Schön. Ungefähr 12.000 Zuschauer wohnten der Veranstaltung bei. Zu Beginn des Rennens lagen die deutschen Fahrer in Front, dann setzte sich in der 26. Runde die größere Routine der Ausländer durch. In der 29. Runde kam es zur endgültigen Sprengung. Zunächst lagen der Belgier Cocqueriaux, Tommies, Müller(Brüssel) und der deutsche Esser allein in Front. Zu ihnen gesellten sich nach kurzer Zeit le Drogo, de Caluwe und Siegel. Während der Fahrt schieden Linari, der nicht weniger als viermal Reifenschaden hatte, sowie Sieronski, Clignet und andere deutsche Fahrer aus. Das Rennen endete mit einem großen Erfolg der Brüsseler Fahrer, die die drei ersten Plätze belegen konnten. Ergebnis: 1. Cocqueriaux 40 Punkte:00, 2 Std., 2 Tommies 28½., 3. de Caluwe 22., 4. Le Drogo 20., 5. Müller(Brüssel 18½ 6. Esser(Aachen) 17., 7. Siegel 8 P. 50 Sek. zurück, 8. Lohmann 30., 9. Ippen(Köln) 15., 10. Schön (Wiesbaden) 9 P. Fußball im Ausland Länderspiele Rom: Italien(Jungfaschisten)—Deutschland(Jungelf):3, Kopenhagen: Dänemark—Finnland:0. FC Zürich—Urania Genf:2, Blue Stars Zürich gegen Lausanne Sports:1, Nordstern Basel—FC Biel :1, FC Basel—Concordia Basel:1, Young Boys Bern gegen FC Lugano:1, FC Locarno—Young Fellows Zürich:2, Servette Genf—Graßhoppers Zürich:1, FC Chaux de Fonde—JC Bern:1. Oesterreich Wacker Wien—Vienna Wien:3, Libertas Wien gegen Donau Wien:1, Rapid Wien—Admira Wien:2, FC Wien—Flordisdorfer AC:3, Hakoah Wien gegen Wiener AC:0, Austria Wien—Sportclub Wien:3. Ungarn Somogy—Hungaria Budapest:1, Ujpest Budapest gegen Szeged:2, Attila—Ferencvaros Budapest:2, Kispest—Phöbus:2, Budai 11—Bocskay Debreczin:3. Italien Brescia—FC Palermo:1, Livorno—Florenz:0, Pro Vercelli—Triest:1, FC Casale—AS Rom:2, FC. Bologna—FC Neapel:0, Ambrosiana Mailand gegen Alessandria:1, FC Genua 93—FBC Mailand :2, Juventus Turin—FBC Turin:0. Lazio Rom gegen Padua:0. Frankreich FE Sôte—AS Cannes:0, Antibes Olympique gegen Olympique Lille:1, Excelsior Roubaix—Racing Paris :6, FC Nimes—SC Montpeilier.0, FC. Mühlheim gegen FC Rouen:1, Hayre AC—FC Straßburg:4, IC Roubaix—Olympique Fransais:0. Stuttgarts Vormachtsstellung ist im Sau Württemberg ziemlich stark ins Wanken geraten. Der 3BB verlor daheim gegen den SB Feuerdach:3 und die Kickers ließen sich am Böckinger Soe von der glänzend auigelegten Union gar:9 einpacken. Nur die Sportsteunde gewamsen mit:1 gegen BsR Heilbronn zwei Punkte. Dao Ulmer Lokalspiel gewann 94 gegen den S6S unerwartet hech mit:5. Das gergye Gi.potn„ Das Wichtigste aus den Gauen des Deutschen Fußball=Bundes Fortung Düsseldorf geschlagen Auf Westdeutschlands Fußbalkseldern gab es am zweiten Oktobersonntag eine Reihe von überraschenden Ergebnissen. Nach einer Woche herrlichen Sommerwettere brachte die Nacht zum Sonntag einen unerwünschten Regen, der die Spielfelder zum Teil in einen nicht gerade idealen Zustand versetzte. Allein hierdurch kamen einige unvorhergesehene Spielresultate zustande. Die Sensation war Fortunas Niederlage in Duisburg gegen den FV 08. Der deutsche Fußballmeister, der bisher seine Spiele in wirklich meisterhafter Manier gewonnen hatte, scheiterte in einer taktisch klug und dabei überaus eifrig spielenden Elf. Diesmal war die Ersatzverteidigung der Düsseldorfer den stürmischen Angriffen des Gegners nicht mehr gewachsen.:2 hieß es am Schluß für die tapferen Duisburger, die schon zur Pause:2 in Frout lagen. Viel geschadet hat den Fortunen die Niederlage im Tabellenbild nicht, denn auch der BfL Benrath leistete sich auf eigenem Platz ein:2(:1) Verlustspiel gegen Hamborn 97. Der Benrather Sturm spielte eines seiner schwächsten Spiele und auf der anderen Seite rißz der brillaute Rechtsaußen Clauß mit seinen vorzüglichen Nebenleuten den Hamborner Sturm immer wieder nach vorn. Schwarz=Weiß Barmen verlor auf eigenem Platze gegen den Namensvetter aus Essen:3. Die Kruppstädter lagen zur Pause sogar:3 in Frout. Zweimal:2 gab es bei Alemannia=BfL Preußen Krefeld und BS Preuhen Essen— Rheydter Spielverein. Den zweiten Sieg seierte der SC Vornssia Gladbach gegen Duisburg 39 mit:2, den die Baumwollstädter in der Hauptsache ihrem energischen Spiel zu verdanken haben. Nur drei Spiele im Gau Westfalen Das magere Programm erlitt durch den Ausfall des Spieles Germania Bochum— DSC Hagen, das dem schlechten Wetter zum Opfer fiel, noch eine weitere Einbuße. SV Höntrop zeigte nach der Niederlage am vergangenen Sonntag in Hagen gegen Preußen Münster seine wirkliche Form, denn die Westfalen verloren hoch:2(:). Viktoria Recklinghausen vermochte sich auch zu Hause gegen Hüsten 09 nicht durchzusetzen. Die Gäste, die nach einem schwachen Start jetzt wieder ihre frühere Form erreicht haben, siegten:3(:). Westmark Trier vor Sülz 07 Im Sau Mittelrhein hat der Wettlauf Westmark Trier— Sülz 97 auch diesmal in der Reihenfolge keine Aenderung erfahren. Die Trierer behaupteten sich in Kottenheim gegen Fortuna klar mit:0 und Sülz 87 fertigte den Lokalrivalen Rhenania:2(:1) ab, obwohl die Swatoschschüler nicht die guten Leistungen wie im Spiel gegen den KSC zeigten. Vor allem Finken spielte auf dem Mittelläuferposten sehr schwach und wurde von Frütel glatt übertroffen. Fußball Trier hatte noch einen zweiten Erfolg zu verzeichnen, denn die Eintracht schlug den Kölner SC 39:1(:). Leinbergers Abgang machte sich beim KEfR doch sehr deutlich bemerkbar, denn die Kölner erzielten nach einer sehr schlechten Leistung gegen den spielschwachen FV Neuendorf einen:1(:)=Sieg. Das Lokalspiel auf der rechten Rheinseite zwischen BfR und Mülheimer SV endete vor 3000 Zuschauern:1. Die Tabelle verd hier angeführt von Westmark vor Sülz und dem Kölner CfN. * Gau 12(Nordhessen). Sport Kassel— 03 Kassel:4, Hanau 93— Kurhessen Kassel:1, Hessen Hersfeld— Hermannia Kassel:1, Vorussia Fulda— BfB Friedberg:1. Gau 13(Südwest). FSV Frankfurt—. Vorussia Neunkirchen:2, Eintracht Frankfurt— Sportfr. Saarbrücken:0, Kickers Offenbach— Alemannia Olympia Worms:1, FSV Mainz 05— Phönix Ludwigshafen :3, Wormatia Worms— SV Wiesbaden:3, FK Pirmasenz— 1. FC Kaiserslautern:1. Gau 14(Baden). Phönix Karlsruhe— Germania Brötzingen:0. BfR Mannheim—. BfL Neckarau:0, 1. FC Pforzheim— Karlsruher FV:1, Freiburger FC — SB Waldhof.2. Gau 15(Württemberg). BfB Stuttgart— SB Feuerbach:2, Union Böckingen— Stuttgarter Kickers:0, Sportfreunde Stuttgart— Bf3 Heilbronn:1, 1. SSV Ulm— Ulmer FV 94:5. Gau 16(Bayern). SV 1860 München— IC Bayreuth•0, Bayern München— Würzburger FB 04 :3, Spög. Fürth— FC München:1, Jahn Regensburg— Wacker München:1. FC 05 Schweinfurt— ASV Nürnberg:0, Schwa ben Augsburg— 1. FC Nürnberg:1, Saar Saaror“.:— Scholke 04:4. Schalke 04 auf Reisen Ein:-Sieg über FC Saabrücken Am Sonntag, als 3000 Saarländer die beiden Mannschaften Sportfreunde Saaebrücken und Bornssia Neunkirchen zu Meisterschaftsspielen nach Frankfurt begleitet hatten, wo eine gewallige Saarkundgebung den Rahmen bildete, weille der deutsche Vizemeister Schalke 04 in Saarbrücken. 3000 sahen ein wirkliches Werbespiel, das die Knappen eindeutig mit :1 über den IV Saarbrücken gewunnen. Das Spiel der Schalker hat einen recht nachhaltigen Eindruck hinterlassen, und ihr Sieg von:1(.0) wäre zweifellos höher ausgesallen, wenn das Treffen nicht über nur zweimal 35 Minuten gegangen wäre. Nattkämper und Kuzorra brachten die Westdeutschen bereits vor der Pause mit.0 in Sicherheit. Als Nattkämper in der zweiten hatbzeit auf:0 erhöhl halte, leglen es die Schaiter nar noch darauf, zu„demonFrieren". Saarbrückens bester Stürmer Conen erzielte einen Gegentresser. Dann siellte Szepon noch das:1 her. BfB Pankow ist wieder da! harte Jußbalkkämpfe in Brandenbung Von den sochs Jußbolltorssen, die am Seuniag Beundeubucge Gankiga erledigte, trug die Begegnung zwischen Hertba=BSC und dem VfB=Pankow unbedingt eine senjationelle Rote. Vor 6000 Zuschauern siegte hertha dank einer ausgezeichneten taktischen Leistung nur knapp mit 524(:). Schon der Beginn des Spiels war recht vielversprechend, denn innerhalb von zehn Minuten fielen nicht weniger als vier Tore. Nach der ersten halben Stunde schoß Ruch noch ein viertes Tor für Hertha und dabei blieb es bis zur Pause. Die Pankower waren schon zu dieser Zeit im Gegensatz zu früher kaum wiederzuerkennen und legten sich, durch reichliches Pech keineswegs entmutigt, nach der Pause noch stärker ins Zeug und stellten den Gleichstand her. Aber nun sielle die Berliner Meisterelf ihr geschicktes taktisches Können aus. Zehn Minuten vor Schluß gab der peinlich genaue Schiedsrichter den dritten Elfmeter wegen Hand in diesem Spiel. Der Spezialist Ruch schoß den Ball zum Siegestor für Hertha ein. Tennis Borussia schlug den Spandauer Sportverein hoch:2. Bis zur Pause führlen die Spandauer noch:1. Nach dem Wechsel war aber Tennis Borussia nicht mehr zu halten. Die Beilchen hiellen jetzt das Heft fest in der Hand. Viktoria 89 setzte seinen Siegeszug fort. Diesmal wurde Wacker 04:1(:0) sicher abgefertigt. Die Mariendorfer Löwen, die ein Spiel mehr ausgetragen haben, führen damit weilerhin die Tabelle vor Teunis Borussia an. Minerva 93 war über den Berliner Sporlverein 92 mit:1 (:1) erfolgreich. Blau=Weiß erzielte gegen die Jungmannschaft von Anion Oberschöneweide ein:1 (:). Der Luckenwalder Ballspielverein gewann sicherer als es das knappe Ergebnis von:0 besagl über Kollbus-Süd. Favorik Portsmouth geschlagen! Fußball-Wochenende in England 1. Lige: Asion Billa— Huddersfield Town:3, Blackburn Rovers— Arsenal:2, Derby Counky— Birningham:0. Leeds Anited— Sheffield Wednesday 031, Leicester City— Portsmoulh:1, Liverpool— Chelsea.0, Middlesbrough— Everion:0, Newcastle Aniied— Manchester City:2, Sheffield United— Stoke City:2, Tottenham Hokspur— Sunderland:1, Wolverhampion Wanderers— Westbromwich-Albion:0. 2. Liga: Blackpool— Lincoln City:0, Bolton Wanderers— Oldham Athlekic:0, Bradford City— Millwall:0, Brenkford— Burnley:2, Fulham— Hull City:1, Manchester United— Preston Northend :0, Nottingham Forest— Notts County.0, Plymouth Argyle— Bradford:1, Port Vale— Swansea Town :0, Southampion— Bury:0, Westham United— Grimsby Town:1. Scholtland: Abderdeen— Celtic Glasgow:0, Clyde— Airdrieonians:2, Jalkirk— Cowdenbeath :3, Hamilion Academicals— Dundee:2, Hearts— Partick Thiftle:0, Kilmarnock— Rothwerwell:3, Queeus Park— Ayr Uniied:5, Queen of Soulh— Hibernians:0, Glasgow Rangers— St. Mirren:0, St. Johnsione— Third Lanark:1. Der 9FB gibt bekannt Aufnahme der Firmensportvereine Der deutsche Fußball=Verband gibt die Ausführungsbestimmungen für die Aufnahme und Eingliederung von Firmensportvereinen bekannt. Nachdem der Reichssportführer, Herr von Tschammer und Osten, die Frage der Firmensportvereine grundsätzlich gelöst hat. gingen Linnemann und Dr. Tandry als Führer des DFB daran, die Ausführungsbestimmungen auszuarbeiten. Der Paragraph lautet: Die sich in nächster Zeit zur Aufnahme meldenden Firmensport=Vereine bzw. deren Fußballabteilungen sind als Mitglieder in den DFB aufzunehmen, soweit es sich um größere, lebenskräftige Gebilde handelt. Vereine, die weniger als 50 Mitglieder haben, sollen sich mit anderen zusammenschließen. Die Anmeldung muß vor dem 29. Oktober erfolgen, nur so ist es möglich, daß die betreffenden Firmensportvereine noch in dieser Saison in das Spielsystem eingegliedert werden können. Mit der Aufnahme in den 2FB ist verbunden, daß sich die betreffenden Vereine den Gesetzen der DFB unterwersen, von denen vor allem das eine zu beachten ist, daß jeder Spieler nur einem Verein wettkampfmäßig angehören kann. Die Sauführer regeln die Frage der Doppelmitgliedschaft. Soust ist für alle aufkommenden Fragen grundsätzlicher Art der Bundesführer maßgebend. Die Firmensportvereine, die sich anmelden, können in die Geuppe der Zweiten und unteren Kreisklassen eingegliedert werden, auch wenn die Zahl 12 in diesem Jahr überschritten wird. Pferdesport Köln 1. Preis von Haus Neuerburg: 1. Opels Hanseat (Narr), 2. Barolea, 3. Feuerwarte; ferner: Famasino, Martheld, Inland. Sieg 24, Platz 22, 80. Lg. 2, ½, Kopf.— Preis des Preußischen Ministeriums des Innern: 1. Seegers Bekas(Zimmermann), 2. Ritterkrone, 3. Charmante; ferner: Jahrtausend, Voltaire 2, Dennoch, Urbino, Elsaß, Die Heide. Sieg 23, Platz 12, 13, 15. Lg. 3, ¾, ½.— 3. Preis der Rheinischen Industrie: 1. Thissens Eisenkönig(Wenzel), 2. Agathon, 3. Herodias; ferner: Schwadroneur, Rudolf. Curator, Champagner, Audi, Gnom. Sieg 69, Platz 35, 18, 20. Lg. 2, 2, 4. — 4. Franz-von-Papen-Rennen: 1. Holstes Horos(Holtey), 2. Vicky, 3. Nemrod; ferner: Ilona, Perillo, Fantasia, Kamerad, Jason, Hatz. Sieg 58, Platz 20, 22, 34, Lg. ¾, 3, 3.— 5. Preis des Winkersavoriten: 1. Oppenheims Waffenschmied(Printen), 2. Athanasius, 3. Morgengabe; ferner: Hecht, Sonnenzeit. Sieg 34, Platz 14, 12. Lg. 1, 5, 3.— 6. Preis des Reichswehrministeriums: 1. Bylandts Rhenus(Moßner), 2. Oh Des(Venusta, Arlecchino, Gralsbecher gestürzt). Sieg 27, Platz 16, 18. Lg. 2.— 7.„4711“: 1. Reinickes Campo Santo(Höllein), 2. Donna Valetta, 3. Hagestolz; ferner: Wisa Gloria H, Terra, Wappenschild, Laute, Fürstin, Nofretete, Stauff, Blackberry. Sieg 115, Platz 44, 17, 24. Lg. 3,., R. Paris 1. Rennen: 1. Va Bio(Duforez), 2. Perly, 3. Oratrice. Sieg 246:10, Platz 61, 26, 23:10. Ferner: Houston, Marcelin, Saqui, Partinico. Bracelet, Favuleux, Bellovacwue, Royal Prince, Brother, Quadine, Balkan Queen.— 2. Rennen: 1. Hardiesse(Semblat), 2. Von Coeur, 3. Loup de Mer. Sieg 96:10, Platz 24, 50 19:10. Ferner A Priori, Tricotel, Dark Shield, Montreseau II, Nyanza II, Kerbela.— 3. Rennen: 1. Roxelane(Thompson), 2. Belle de Fontenai, 3. Narissimo. Sieg 95:10, Blatz 27, 56, 21:10. Ferner: Aboukir, Le Panache, souyate, Anatres, Canneloni, Grandjoux, Tertullien, Dulcigno, Lord Essex, Gladys, Mansion House, Princeß Rose, La Rochelle, Schoura, Coryanthe, Royanne, Anroscy, Trika Rama.— 4. Rennen: 1. Shining Tor(Duforez), 2. Barity, 3. Macestar. Sieg 53:10, Platz 33, 46:10. Ferner: Mary Tudor, Parthasia, P. C.., Epistole.— 5. Rennen: 1. Reliquie(A. Rabbe), 2. Angelico, 3. Tarquin. Sieg 31:10, Platz 15, 16, 72:10. Ferner: Biweh, Present, Honour Bound, Furrokh Siyar, Arabia, Manicure, Silvano, Sabine, Baviere, Evian.— 6. Rennen: 1. Dark Dew(Duforez), 2. Andromaque II, 3. Savonette. Sieg 145:10, Platz 63, 59, 43:10. Ferner: Serpolet, Reverende II, Sanguinolette, Mameluck II, Kraya, Delate, Somerville, Pompadour, Divau. Splendius, Lautaret. Scherens vor Michard Richter schwer gestürzt Die internationale Fliegerelite traf am Wochenende in Brüssel im Großen Fliegerpreis von Europa zusammen. Auf seiner Heimatbahn war Weltmeister Scherens seinen Gegnern abermals überlegen und gewann den Endlauf der Ersten in sicherer Manier gegen Michard und dem deutschen Meister Richter(Köln). Im Endlauf der Zweiten wurde der Holländer van Egmond zugunsten von Arlet und Martinetti distanziert. Steffes belegte im Endlauf der Dritten einen achtbaren zweiten Platz hinter Falck=Hansen und ließ den schnellen Franzosen Gerardin noch hinter sich. Richter war durch einen ziemlich schweren Sturz im Training noch etwas behindert und hätte sonst vielleicht besser abgeschnitten. In Antwerpen wurde der neue Sportpalast mit einem 80=Kilometer=Mannschaftsrennen eingeweiht. Gleich die Eröffnungveranstaltung war ein Riesener= folg, denn die Halle war nahezu ausverkauft. Die Holländer Jan van Kempen— Braspenning waren in den Jagden am erfolgreichsten und siegten in :41:49 mit Rundenvorsprung vor der ersten während des Rennens gebildeten Mannschaft Wals— Slaats und Haemerlinck— Debruycker. Schön— Buschenhagen büßten zwei Bahnlängen ein und belegten nur den vierten Platz. Das Neueste in Kürze Das Autounglück von Monza, bei dem bekanntlich Borzacchini, Campari und Graf Czaykowski ums Leben kamen, hatte jetzt noch ein gerichtliches Nachspiel. Die von der Staatsanwaltschaft durchgeführte Untersuchung erbrachte jedoch keinerlei Beweis für die Schuld der Angeklagten. * Bincent Richards zeigte sich im Finale der amerikanischen Meisterschaft der Berufsspieler Francis Hunter mit:3,:0,:2 überlegen. In Kopenhagen werden am 13. Oktober Berufsboxen durchgeführt. Deutscherseits sind die beiden Verliner Möhl und Bächler hieran beteiligt. Bäuhoser fahrtLiendro Erstmals wieder Marienberger Dreiecksrennen 75000 Zuschauer! Nach mehrjähriger Unterbrechung wurde am Sonntag vor 75 000 Zuschauern auf der 17,3 Kilometer laugen Dreieckestrecke mit Start und Ziel auf dem Marktplatz in Marienberg das Marienberger Dreiecksrennen für Motorräder ausgetragen. Veranstalter waren diesmal das RSRK und Sachsens bedeutendste Motorstaffel im Beziek Chemnitz. Die Besetzung des Hauptrennens für Lizenzjahrer über 193,8 Kilometer ließ leider etwas zu wünschen übrig. Das Nennen der Maschinen über 599 Kubikzentimeter mußte ganz ausfallen, da der einzige gemeldete Fahrer Krebs=Geyer auf BMW in letzter Stunde noch abgesagt hatte. Dafür entschädigte die grandiose Fahrt Toui Bauhofers, der schou vor Ablauf der ersten Runde an dem fährenden Rirchberg(Chemnitz) vorbeiging und denn seinen Vorsprung immer weiter ausdehnte. Mit einer Fahrzeit von 43.45.8 verbesserte Bauhofei seinen eigenen Stredenrekord von 120 Stundenkilometer auf 127.7 Stundenkilometer und erreichte damit genau seine schon im Teaining gestoppte Zeit. Auch das Rennan der kleinen Maschinen dio zu 259 Kubikzentimeter wurde eine reine DKW=Angelegenheit. Die beiden Fabeikfohrer Seißz und A. Müller lieferten sich über die ganze Strecke einen heftigen Kampf um die Führung, den schließlich Seiß im Ziel mit nur zwei Zehntel Sekunden mit einem Stundenmittel von 112.5 für sich entschied. Winkler(Chemnitz) hatte wegen eines Defekts an seiner Maschine auf die Teilnahme verzichten müssen. Ebenso war das Ende bei den 350er Maschinen. Loof(Godesberg) auf Imperia konnte den deutschen Straßenmeister Richnow(Verlin) erst im Ziel um wenige Meter schlagen. Schneider (Düsseldorf) hatte unter Defekten zu leiden, ebenfalls der Engländer Anderson in der Halbliterklasse. Voraufgegangen waren zwei Sonderrennen für Sel. SS und Stahlhelm, sowie für Ausweisfahrer. Ergebnisse bis 250 Kubikzentimeter: 1. Seitz(Zschopau) aus DKW 55.12.8(112.5 Stundenkilometer, 2. A. Müller(Zschopau) auf DRW 55,19,8, 3. Karbstein (Düsseldorf) auf Rugde. Bis 350 Kubikzentimeter: 1. Loof(Sodeoberg) auf Imperia 50.30.2(123.3 Stundenkilometer), 2. Richnom (Beelin) aus Rudge 59.30,5, 3. Frauke(Dreoden) auf Rudge 57.33/6. Bie 509 Rubikzentimeter: 1. Bauhoser(München) ans DKW 48.45,8(127.7 Stundenkilometer)(neuer Streckenrekord), 2. Kirchberg(Chemnitz) auf DRW 50,/47.2, 2. Steinbach(Mannheim) aus Norton 52.16.2. Länderkampf in Padua In Padua stritten am Sonntag die Leichtath= letik=Ländermannschaften Italiens und der Schweiz um den Sieg, der unerwartet hoch an die Vertreter Italiens fiel. Mit 93:65 Punkten war eine eindeutige Kraftprobe zu Gunsten der Söhne Mussolinis ausgefallen— die Schweizer konnten in nur zwei Wettbewerben die Sieger stellen. Ergebnisse: 100 Meter: 1. Castelli(Italien) 11.2; 200 Meter: 1. Gonelli(.) 22,2; 400 Meter: 1. Custoli(.) 50,8; 800 Meter: 1. Furia(.):58; 1500 Meter: 1. Boccali(.):59,8; 5000 Meter: 1. Mastroienni(.) 15,55; 110 Meter Hürden: 1. Ruckstuhl(Schweiz) 15,6; 400 Meter Hürden: 1. Bory (.) 56,2; 4mal 100 Meter: 1. Italien 43,3; 4mal 400 Meter: 1. Italien:25,8; Hochsprung: 1. Tomasi (.) 1,85 Meter; Stabhoch: 1. Mazzochi(.) 3,70 Meter; Weitsprung 1. Aeberly(Schweiz) 6,81 Meter; Kugelstoßen: 1. Rolla(.) 13,68 Meter; Diskuswerfen: 1. Oberseger(.) 42,53; Hammerwerfen: 1. Vandelli(.) 48,815 Meter; Speer: 1. Agosti(.) 60,80 Meter. Bei dem Leichtathletik=Länderkampf Ungarn— Schweden in Budapest hatte man im Kugelstoßen eine„Zauberkugel“ zur Verfügung, mit der alle Werser großartige, zuvor nie erreichte Leistungen vollbrachten. Schließlich ergab eine Untersuchung, daß die Kugel zu leicht war und daß diese„Zauberkuge!“.... eingeschmuggelt war. Jetzt wird vorgeschlagen, bei internationalen Kämpfen nur mit Plomben versehene Kugeln zu verwenden, deren Siegel erst vor dem Wettkampf von dem Kampfrichter entfernt werden soll. Schlußtag in Meran Hilde Krahwinkel schlug Cilly Außem Das Meraner Tennisturnier brachte am Sonntag die Schlußkämpfe, die großartigen Sport ergaben. Im Dameneinzel um den Lenz=Pokal war die Besetzung insofern von Bedeutung, weil hier die zwei besten deutschen Tennisdamen: Hilde Krahwinkel und Cilly Außem zusammentrafen. Das mit Spannung erwartete Treffen endete mit einem leichten:=,:=Siege von Frl. Krahwinkel, die eben die stärkeren Nerven in diesem Kampf besaß. Im Damendoppel mußten dagegen Frl. Krahwinkel Außem gegen AdamoffHenrotin eine Niederlage hinnehmen. Ergebnisse: Meisterschaft von Meran für Herren: R. Menzel gegen de Stefani:6,:7,:2 zurückgezogen. Im 3. Satz sah sich der Italiener gezwungen, wegen einer Fußverletzung aufzugeben.— Dameneinzel, Schlußrunde um den Lenz=Pokal: Frl. Kraihwinkel— Außem:3,:1; um den 3. Platz: Valerio— Jedrzejowska:2,:3 aufgegeben.— Damendoppel, Vorschlußrunde: AdamofflHenrotin— Luzzatti Paksy:4, .7,:1; Finale: Henrotin(Adamoff— Krahwinkel Außem:6,:2.— Herreneinzel, Trostrunde: Ploczynski— Artens:5,:2. Die Dameneinzel=Meisterschaft der pazifistischen Küste in San Franzisko wurde jetzt beendet. Das Einzel gewann Miß Mardle gegen Miß Round •4,:1, im Damendoppel siegte Miß Round Marbte gegen Miß Ryan[Miß Marbse:6,:2,:4. Boxen in Hamburg Boelck schlug Trollmann k. o. Die Hamburger Sonntagsboxkämpfe brachten vor gutem Besuch einige Ueberraschungen. Im Mittelpunkt stand das Nevanchetreffen zwischen dem Hamburger Mittelgewichtler Bred Boelck und Trollmann(Haunover). Boelck drehte diesmal den Spieß gegen seinen einstigen Bezwinger um und siegte in der zweiten Runde durch k. o. Voelck erwischte den Zigenner schon in der ersten Runde hart am Kopf und von diesem Treffer konnte sich Troll= mann nicht mehr ganz erholen. Auf einen kurzen Rechten gleich nach Beginn der zweiten Runde stürzte er zu Boden und mußte sich auszählen lassen. Pietsch(Dortmund) wurde durch eine schwere Augenverletzung in der vierten Runde gegen Müller(Gera) zur Aufgabe gezwungen, während sich Stegemann(Berlin) gegen den Titelanwärter Riethdorf diesmal mit einem Unentschieden über acht Runden begnügen mußte. Möhl(Berlin) schlug in einem sehr harten Gefecht seinen Gegner Offermann(Neuß) über sechs Runden nach Punkten. Mülheim 92 in der Endrunde Bad Reichenhall— Mütheim 92:7 In Bad Reichenhall sand am Samstag der zweite Gang der Vorschlußrunde um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Ringen statt. Mülheim 92 konnte gegen die Bayern ein sehr beachtliches Unentschieden von:7 herausholen und hat nach seinem Sieg im ersten Kampf mit 19:8 Punkten im Gesamtergebnis mit 17:15 Punkten das bessere Ende für sich. Die Mülheimer haben sich damit füe die Endrunde um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft qualifiziert und müssen nunmehr gegen Hörde 94 antreten. Eegebnisse:(Vom Bantamgewicht auswärts): Mehrscheidt(Köln) schlägt Ziegler(Reichenhall) nach Punkten, Mehfischer(Reichenhall) schlägt Möschel (Köln) nach Punkten, Maayen(Köln) gegen Paar (Reichenhall) unentschieden, Molitor(Köln) schlägt Berger(Reichenhall) nach Punkten, Oswald Möschel (Köln) gegen Josef Paar(Reichenhall) unentschieden, Westphal(Köln) gegen Lesch(Reichenhall) unentschieden, Böhmer(Reichenhall) schlägt Roggenbruck(Köln) nach Punkten. Rekorde um Stella Walsh Abschiedsvorstellung in Kattowitz Vor ihrer Abschiedereise nach den Vereinigten Staaten bestritt die behannte„Amerika=Polin“ Stella Walsh am Wochenende in Kattowitz noch ein Abschiedesportfest. Hier konnte sie mit zwei neuen Weltretorden eine großartige Leistung vollbringen und erreichte dazu im 50-Meter=Lauf noch die Weltbestzeit! Die 1000 Meter legte die Polin in:02,5 Minuten zurück und verbesserte damit die vor wenigen Tagen von der Russin Freiberg in Leningrad erzielte Weitbestzeit von:93,6. Die 80 Meter wurden in 98 Sekunden durchlausen— den dieherigen Weltrekord hielt die Französin Radideau mit 10,0 Sek. Und schließlich stellte fie über 50 Meter mit 6/4 den derzeitigen Weltrekord ein. Das Winterhilfswert Ausgabebeginn am 15. Oktober. Die Vorbereitungen des Winterhilfswerkes sind dank gußerordentlich starker Arbeitsleistung aller beteiligten uer ur Scechen Pnt diehen, daß mit dem Beginn der Austeilung an die davon ersaßzten Bedürstigen für den 15. Oktober zu rechten ist. Die Sammlungstätigkeit wird naturgemäß auch im weiteren Verlaufe des Winterhilfswerkes fortgesetzt. Vor allem legt man Wert darauf, die Opfergaben des deutschen Volkes nicht in die unrechten Hände kommen zu lassen. Die Erfahrungen, die bei der Hitler=Geburtstagsspende gesammelt wurden, sind da von großem Nutzen. Die zuständigen nationalsozialistischen Stellen haben daher in Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsämtern den Kreis der in Betracht kommenden Bedürftigen festgestellt. Die erfolgte Ausgabe der Zuweisungsscheine wird vom Empfänger quittiert und auf der Kartothekkarte des Unverstützten vermerkt, damit„Doppelverdiener" im Winterhilfswerk in keiner Hinsicht vorkommen können. Das Wiuterhilfswerk weiß jedoch sehr wohl, daß es viele„verschämte Arme“ gibt, Menschen, die große Not leiden, ohne sich überwinden zu können, diese Not zu offenbaren. In diesem Winter aber darf kein Volksgenosse hungern oder frieren. Deshalb werden die vom Winterhilfswerk entsandten Pfleger und Helfer, die die Bedürftigen besuchen, besonders auch die Quartiere der verschämten Armen bedenken. Der Kreis der für die Unterstützung in Frage kommenden Personen, der auf etwa sechs Millionen Menschen zu bemessen ist, dürfte durch die vier Millionen Erwerbslosen angedeutet sein, wozu noch bedürftige Sozialrentner, evtl. auch Kurzarbeiter usw. kommen. Schematisch will und kann die Winterhilfe nicht verfahren. Sie kann nicht einer Personengruppe einen Rechtsanspruch auf Beihilfe gewähren und andere völlig ausschließen. Ihr einziger Maßstab ist die nachgewiesene Not der Volksgenossen. Die Pressearbeit für das Winterhilfsweck. 1. In den einzelnen Kreisen und Ortsgruppen des Gaues Westfalen=Süd hat sich die gesamte Pressearbeit für das Winterhilfswerk örtlich zu beschränken. Jeder Kreis und jede Ortsgruppe kann nur den ihr zustehenden Teil der Presse bearbeiten. Alle über die Ortsgruppe und den Kreis hinausgehende Pressemeldungen- also Meldungen, die sich an den Gau oder das Reichsgebie# werden— sind nur über die Gaupressestelle in Hagen möglich. 2. Jeder Kreis= und Ortsgruppenwart ist dafür verantwortlich, daß über jede Pressearbeit für das Winterhilfswerk in seinem Gebiet ein ausführlicher Bericht mit allen diesbezüglichen Zeitungsausschnitten 14 täglich an die Gaupressestelle nach Hagen gesandt wird. Für die Anlage eines Archivs ist diese Zusendung besonders wichtig. 3. Alle Ergebnisse aus den Geld= und Naturalsammlungen, alle Meldungen, die für den Rundfunk usw. geeignet sind, sind sofort nach Hagen zu senden, da nur von dort aus die Verwertung dieser Meldungen möglich ist, die ihrer Bedeutung entspricht. 4. Alle in der örtlichen Presse erschienenen Versammlungsberichte sind sofort nach Hagen zu senden. Nur so läßt sich ein umfassendes Bild über die Werbetätigkeit in den Kreisen und Ortsgruppen gewinnen. Im übrigen ist die Lokalpresse täglich von einem dazu geeigneten Pressewart mit kurzen Aufsätzen, schlagzeilenartigen Hinweisen usw. regelmäßig zu versorgen, denn der Pressepropaganda liegt eine sehr große Aufgabe in der Durchführung unseres gewaltigen Werkes ,ob. In Fällen, in denen sich Redakteure oder Verleger weigern, die Winterhilfswerkartikel aufzunehmen, ist sofort nach Hagen Bericht zu geben. Die Artikel und Anordnungen über das Winterhilfswerk, die im„General=Anzeiger— Rote=Erde" als von der Gauführung stammend gekennzeichnet sind, müssen von den Kreisen und Ortsgruppen der örtlichen Presse weitergegeben werden. gez. Trumpetter, Gaupropagandawart. Appell an die Industrie Arbeitstagung der Geschäftsführer industrieller Verbände. Auf einer Arbeitstagung der Geschäftsführung der wirtschaftspolitischen Abteilung des Reichsstandes der Deutschen Industrie und der Geschäftsführer der angeschiossenen Fachgruppen und landschaftlichen Verbände richtete der Geschäftsführer der wirtschaftspolitischen Abteilung, Dr. Herle, einen Appell an die Geschäftsführer der Industrieverbände. Es sei notwendig, daß alle in der Industrie Tätigen ihre Anstrengungen verdoppelten, um im Winter die in der Ueberwindung der Rot der Arbeitslosigkeit erreichten Ersolge zu sichern und gleichzeitig schon die Vorbereitungen dafür zu trefsen, um so früh und erfolgreich wie möglich im nächsten Jahr die Angriffswelle voranzutragen. Die sachlichen Beratungen erstreckten sich u. a. auf die Reorganisation der Industrieverbände und die Durchführung des zweiten Gesetzes über die Verminderung der Arbeitslosigkeit. Zum Schluß wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, nach der für den Berufsstand der Geschäftsführer der Industrie eine Ehrengerichtsordnung geschafsen werden soll. Früherer SA.-Mann als Bischof von Köln=Nachen. Berlin, 9. Oktober. Bischof Dr. Oberheid, der, wie bereits gemeldet, zum Bischof von Köln=Aachen ernannt ist, ist gebürtiger Rheinländer. Nach dem Kriege, in dem er schwer verwundet wurde, trat er bei Stinnes ein, wo er in leitender Stellung besonderes kaufmännisches Geschick und große Tatkraft zeigte. Jahre hindurch war er Führer eines SA.=Sturmes in dem schwer umkämpften roten Hamborn. Nach Stinnes Tod wurde Dr. Oberheid selbständiger Landwirt. Dann nahm er sein theologisches Studium wieder auf, das er bereits vor dem Kriege begonnen hatte, und brachte es im Frühjahr 1933 zum Abschluß. Seitdem ist er Pfarrer in Asbach, einer Gemeinde des Westerwaldes. In der Glaubensbewegung„Deutsche Christen“ war er als Leiter des Gaues Mittel= und Oberrhein tätig. Die Einführung der neuen Bischöse durch den evangelischen Oberkirchenrat. Sitzend von links nach rechts: Oberkonsistorialrat Fürle, Bischof Peter, Reichsbischof Müller, Bischof Hossenfelder und Präses Dr. Werner. Keile Tehrlingsentlaffung im Ein Appell an das Handwerk.— Anordnung der Regierung in Arnsberg. Die Handwerkskammern in Dortmund und Arnsberg haben an die Innungen ihrer Bezirke ein Rundschreiben gerichtet, das sich mit der Schwarzarbeit im Handwerk und mit der Ausbildung des Handwerkernachwuchses beschäftigt. Der Kampf gegen die Schwarzarbeit— so heißt es in dem Schreiben— ist in ein entscheidendes Stadium getreten. Alle behördlichen Stellen bemühen sich erfolgreich, die Schwarzarbeiter, soweit sie Empfänger öffentlicher Unterstützung sind, festzustellen und ihnen die weitere Möglichkeit der Schädigung des Handwerks zu nehmen. Diese Bestrebungen verdienen die größte Unterstützung, weil dadurch dem legalen Handwerk mehr Arbeit zugeführt wird, weil sich die öffentlichen Lasten verringern und die Zahl der Arbeitsplätze in handwerklichen Betrieben zunimmt. Ebenso selbstverständlich ist es aber auch, daß in erster Linie das Handwerk selbst die Pflicht hat, keine Schwarzarbeiter, d. h. Leute, die öffentliche Unterstützung beziehen oder in einem anderen Arbeitsverhältnis stehen, zu beschäftigen. Wer das tut, verstößt gegen die Grundgesetze des Berufsstandes und muß gewärtig sein, daß ihn harte Strafen treffen. Das Handwerk kann und muß dazu beitragen, die Zahl der Arbeitslosen zu verringern. Es muß zunächst dafür Sorge getragen werden, daß die Lehrlinge, die jetzt im Herbst auslernen, nicht entlassen werden, sondern in ihren bisherigen Arbeitsstellen verbleiben. Ehrenpflicht aller Lehrmeister muß es sein, die Zahl der Arbeitslosen dadurch zu verringern, daß diese Lehrlinge weiter als Gehilfen beschäftigt werden. Leider muß immer wieder festgestellt werden, daß in einer Reihe von Betrieben stets mehr Lehrlinge gehalten werden, als nach den Bestimmungen der HandwerksBerlin, 9. Oktober, Die Reichsregierung hat in sieben Monaten schon zahlreiche und bedeutungsvolle Gesetze für den Neuaufbau des Reiches erlassen. Zu den allerwichtigsten in ihren letzten Auswirkungen und den gesamten Ausstrahlungen auf allen Gebieten des deutschen Volkslebens heute vorerst nur allgemein abzuschätzenden Gesetzen gehört zweifellos das unerwartet schnell ausgearbeitete„Reichserbhofgesetz“ vom 9. September 1933. Wer sich als Städter auch nur etwas Verständnis für das deutsche Bauerntum bewahrt hat, und wer, wenn auch nur in loser Verbindung, zur Landwirtschaft stand, fühlt, daß das, was das inhaltsreiche Gesetz bringt, als heiligster Wunsch immer im deutschen Bauerntum geschlummert hat, in manchen Gebieten sich trotz aller Hemmungen stolz und frei behauptet hat, in anderen allerdings vielfach mehr oder weniger stark verdrängt oder verschleiert wurde. Die Bestimmungen des Reichserbhofgesetzes sind weitgreisend, daß es keine Uebertreibung ist, wenn man von einer wirklichen Bauernbefreiung spricht. Zusammen mit den vorangegangenen Agrarmaßnahmen des Gesetzgebers, insbesondere dem Reichsnährstand und dem vom Reichsernährungsminister bereits mehrfach angekündigten Um= und Entschuldungsgesetz bedeutet es nicht weniger als ein völlig neues, hundertprozentig arteigenes deutschesBauernrecht, das die sichere Grundlage für die vom Reichskanzler vorgezeichnete endgültige Stabilisierung des deutschen Bauerntums schafft. Auf eine der entscheidensten Bestimmungen soll nochmals hingewiesen werden. Während nach dem preußischen Gesetz, dem unmittelbaren Vorläufer des neuen Reichsgesetzes, ein Bauernhof erst durch besondere Eintragung in die Höferolle des zuständigen Anerbengerichtes Erbhof wurde, ist jetzt schon kraft Gesetzes jeder Hof, der in sachlicher und personeller Hinsicht die Voraussetzungen erfüllt. Erbhof mit allen Rechtsfolgen. Hiermit sind in Deutschland am 1. Oktober mit einem Schlage 500 000 Erbhöfe(ermittelt auf Grund der Betriebsstatistik vom 1925) geschaffen worden. Reichsernährungsminister Darré entwickelte vor der Presse und in Anwesenheit des Reichsjustizministers Dr. Gürtner in groß aufgebauter Rede Inhalt und Geist des neuen Gesetzes. Ueberzeugendere Interpreten als den Reichsernährungsminister und Reichsbauernführer sowie den Führer der bäuerlichenlichen Selbstverwaltung, Staatsrat Meinbeig, — beide Söhne alter deutscher Bauerngeschlechter— hätte das große Agrarwerk sicherlich kaum finden können. kammer gestattet ist. Es muß mit allen Mitteln dafür Sorge getragen werden, daß die Zahl der Lehrlinge ausnahmslos der Anzahl der Gehilfen angepaßt wird, und zwar dadurch, daß entweder mehr Gehilfen eingestellt oder beim Auslernen der Lehrlinge neue nicht wieder angenommen werden. Es wird notwendig sein, unnachsichtig gegen Handwerker vorzugehen, die sich diesem Bestreben widersetzen. Leider gibt es immer noch Handwerker, die, ohne im Besitz einer Berechtigung zu sein, Lehrlinge halten und ausbilden. Gegen diese Handwerker, die den Eltern der Lehrlinge im übrigen für den entstandenen Schaden haftbar sind, werden die Handwerkskammern in aller Strenge vorgehen. Das Lehrverhältnis ist ein Erziehungs= und Ausbildungsverhältnis, und es muß Aufgabe des Meisters sein, den Lehrling in allen Zweigen des Handwerks gleichmäßig und nicht einseitig auszubilden. Läßt sich eine grobe Pflichtverletzung des Meisters in dieser Hinsicht feststellen, so wird die Befugnis zur Ausbildung von Lehrlingen dem betreffenden Meister entzogen werden. Die Regierung in Arnsberg hat an die Landräte, Oberbürgermeister und Polizeipräsidenten eine Verfügung gerichtet, in denen diese Stellen ersucht werden, die Handwerkskammern in ihrem Bestreben durch strenge Innehaltung der Vorschriften zur Regelung des Lehrlingswesens Arbeitsplätze für arbeitslose Gehilfen zu schaffen, zu unterstützen. In der Verfügung wird darauf hingewiesen, daß es nicht nur im Interesse einer ordnungsgemößen Ausbildung der Lehrlinge, sondern auch im Interesse der Arbeitsbeschaffung liegt, wenn die bestehenden Vorschriften über die Regelung des Lehrlingswesens mit aller Schärfe durchgeführt werden. In diesem Winter darf kein Volksgenosse hungern und frieren!! Der Beauftragte des Reichssportführers für den Gau Westfalen und den Regierungsbezirk Arnsberg gibt durch den Pressedienst der Regierung bekannt: 1. a) Die FDT.(Freie Deutsche Turnerschaft) wird hiermit mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Die Vereine werden aufgefordert, sich einem anerkannten Fachverbande anzuschließen, nachdem die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt und die Verbandsschulden gedeckt sind. Die Eingliederung vollzieht der bisherige Führer der FDT. Lehrer Düssel, Essen=Steele. b) Der ADT., Rheinisch=Westfälischer Turn= und Sportverband, ist ebenfalls aufgelöst; auch diese Vereine sind angewiesen, sich einem anerkannten Fachverband einzugliedern. c) Alle nichtorganisierten(sogenannten wilden) freien Turn= und Sportvereine werden hiermit aufgefordert, sich bis zum 10. Oktober 1933 bei dem zuständigen Bezirksbeauftragten des Reichssportführers zu melden zwecks Anschluß an einen anerkannten Fachverband, anderenfalls sie als aufgelöst gelten. 2. Mitglieder ehem: marxistischer Vereine können ab 1. Oktober 1933 in anerkannte Sportvereine ausgenommen werden, wenn sie folgende Bedingungen erfüllen: 1. Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung, daß sie keine Beziehungen mehr zu marxistischen Organisationen haben(Muster). 2. Beibringung eines polizeilichen Führungszeugnisses. 3. Gestellung zweier Bürger, die nicht aus einem marxistischen Verein stammen dürfen und vor dem 1. Januar 1933 einem nationalen Verband(als solche gelten alle Organisationen der RSDAP. und des Stahlhelms) angehört haben. Alle bisher ausgenommenen ehem. Marxisten haben diese Bedingungen nachträglich sofort zu erfüllen. Die Zahi der bisher ausgenommenen und noch aufzunehmenden ehem. Marxisten darf vorerst 20 Prozent der Gesamtmitgliederzahl des Vereins nicht überschreiten. Diese Bestimmungen haben für Jugendliche unter 10 Jahren keine Gültigkeit. Die vorschriftsmäßigen Vordrucke für die eidesstattliche Versicherung sind ab 1. Oktober 1933 zum Preise Lob auf„Graf Zeppelin“ Durch den brasilianischen Staatspräsidenten. Hamburg, 8. Oktober. Nach einer bei der Hamburg=Amerika=Linie eingetrossenen Beldung vom„Graf Zeppelin“ widmete der brasilianische Staatspräsident, der mit seinen Ministern an der letzten Fahrt von Pernambuco nach Rio de Janeiro teilnahm, dem Luftschifs, seinen bequemen Einrichtungen und der Ruhe und Sicherheit seiner Fahrt Worte höchster Anerkennung. Seine Begeisterung für das deutsche Luftschiss=unternehmen fand ihren Ausdruck in folgendem Telegramm an den Reichspräsidenten:„Auf der Fahrt in dem Lustschiff„Graf Zeppelin“ habe ich einen solchen Eindruck von der Bequemlichkeit und Sicherheit dieses Fahrzeuzes bekommen, daß ich Ew. Exzellenz zu diesem Transportmittel, das ein beredtes Zeugnis des deutschen Genies ist, gratulieren möchte.“ Der Präsident erklärte dem Führer des Luftschirfes, er erinnere sich mit großer Freude der einzigartigen Begrüßung, die er auf einer Dampferfahrt längs der Küste seines Landes vor einiger Zeit durch den„Graf Zeppelin" erfahren habe. Das an ihn gerichtete Handschreiben Dr. Eckeners sei nebst dem mit Flaggen und Blumen geschmückten Korb mit den Proben schönen deutschen Rheinweins zu seiner großen Freude in überraschend geschickter Weise vom Luftschiff an das Deck seines Dampfers herabgelassen worden. Damals hätten ihm die klaren und ruhigen Manöver des Luftschiffes, die absolute Sicherheit dieses neuen Verkehrsmittels vor Augen geführt und in ihm den Entschluß zu seiner jetzigen Fahrt als Passagier entstehen lassen. Seinen Glauben an die große Mission des Luftschiffes habe er dadurch bewiesen, daß er die Hallenbaufrage zu einem glücklichen Abschluß gebracht habe, so daß dem Luftschiff in Rio de Janeiro eine feste Verkehrsbasis für den Langstreckenverkehr über den Ozean geschaffen sei. Zum Schluß brachte der Präsident dem Führer des Luftschiffes die besten Wünsche für die Heimreise zum Ausdruck und für die bevorstehende Dreiecksfahrt, die bekanntlich von Deutschland über Rio de nach den Vereinigten Staaten führen wird. Nach den bei der Deutschen Seewarte in Hamburg vorliegenden Meldungen stand das Luftschiff„Graf Zeppelin“ gestern morgen.30 Uhr MEZ. 205 Kilometer südlich von Pernambuco. Die Landung in Pernambuco erfolgte gegen 10 Uhr. Zur Rückfahrt nach Friedrichshafen wurde um Mitternacht gestartet. Luftschifflinie Enropa—Nordameriko Einrichtung einer ständigen Verbindung. Auf der Rückfahrt von seiner neuntägigen Studienreise in Nordamerika traf Dr. Eckener in Amsterdam ein. Einem Vertreter des„Telegraaf“ erklärte er, daß eine ständige Luftschiffverbindung zwischen Europa und Nordamerika in Vorbereitung sei. Bis zur Verwirklichung des Planes werde allerdings noch eine gewisse Zeit vergehen. Dr. Bronsing von einer großen Amsterdamer Schiffahrtsgesellschaft, der Dr. Eckener bei seinen amerikanischen Besprechungen begleitete, fügte hinzu, daß die Grundlage für eine deutsch=holländisch=amerikanische Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Luftschiffverkehrs gelegt worden sei. Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ hat von Pernambuco aus die Rückreise nach Friedrichshafen angetreten. Auflösung der Rätselaufgabe. Waagerecht: 1. Laerm, 5. Tombola, 8. tot, 10. Eis, 12. Mus, 13. Tuer, 14. Samt, 15. Oma, 17. Ine, 18. A. E.., 20. Herbert, 21. Meere. Senkrecht: 2. Amt, 3. Ebon, 4. rot, 5. Triumph, 6. Alumnat, 7. Beton, 9. Aster, 11. sea, 12. Mai, 16. von 0,50 RM. für zehn Stück(50 Stück.— RM., 100 Stück.— RM.) beim Arbeiter=Turn= und Sport=Verlag, Leipzig, Fichtestraße 30, unter Voreinsendung der Gebühren durch Briefmarken oder Ueberweisung zu beziehen. Der Führer jedes Vereins ist für die Beachtung dieser Vorschriften verantwortlich. Prüfungen erfolgen durch die Beauftragten des Reichssportführers. Ergeben sich aus der Aufnahme solcher Mitglieder irgendwelche politische Konsequenzen, so wird der Verein sofort aufgelöst. Korporative Uebernahme ehem. marxistischer Vereine wird grundsätzlich abgelehnt. Sogenannte„gleichgeschaltete“ Vereine fallen unter dieselbe Bestimmung. 3. a) Die Verbände der Behörden=, Firmen= und Werksportvereine sind mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Die diesen Verbänden angehörenden Vereine haben sich den zuständigen anerkannten Fachverbänden anzuschließen. b) Die Vereine als Mitglied eines Fachverbandes können sich in jeder Sportart betätigen, und einzelne Mitglieder, Mannschaften und Abteilungen des Vereins sind berechtigt, an den Veranstaltungen einer jeden Fachsäule teilzunehmen. c) Nach Ausschaltung der Behörden=, Firmen= und Werksportverbände sind die Sportler nicht berechtigt, unter den Verbandsabzeichen zu starten, wohl aber unter ihren örtlichen Vereinsabzeichen. d) Diese Vereine können unter sich, das heißt innerhalb derselben Behörde, bezw. desselben Unternehmens, Gesellschaftskämpfe ausüben. *) Um die ausgedehnten Sportanlagen im Interesse der Massenertüchtigung restlos ihrer Bestimmung entgegenzuführen, haben Behörden und Industrieunternehmungen ihre Anlagen auch anderen Sportvereinen zur Verfügung zu stellen. 4. Ich ersuche nochmals die Berichterstatter der Fachverbände um pünktliche Eingabe der Berichte, und verweise dabei auf meine letzten Anordnungen. Schäser, Beaustragter des Reichssportführers für den Bezirk Arnsberg und für den Gau Westfalen. Der Erbhof Empfang bei Darré. Hebe, 18. Are, 19. Ger. für das westfälische Sportwesen.— Auflösung zahlreicher Turnund Sportverbände. BerFodaurdrolehhrIoc Roman von Kurt Martin/ Alle Rechte vorbehalten Dopryright by Verlag„Neues Leben.“ Bayr. Gmain S ““„Na jal— Ich gebe zu, ich hatte bisher wenig Glück, und Glück ist alles in unserem Fache!— Man kann schließlich noch so tüchtig sein; aber wenn man kein Glück hat, dann gützt aller Scharfsinn nichts.— Jetzt aber habe ich Glück.“ „Also da gratuliere ich Ihnen! Aber nun spannen Sie mich nicht länger auf die Folter!“ *„Das tue ich ja gar nicht. Ich will doch nur sagen—“ „Ich weiß schon, was Sie sagen wollen.— Lassen Sie doch mich endlich wissen, was Sie gefunden haben!“ „Nur eine Kleinigkeit! Aber diese Kleinigkeit wird dem Herrn Staatsanwalt sehr wertvoll sein.“ „Waren Sie schon bei Dr. Haberland?“ „Nein, ich war erst bei dem Gerichtschemiker. Ich wollte ganz sicher gehen.— Nun bin ich bei Ihnen, und von Ihnen aus fahre ich zum Staatsanwalt.“ „Sehr schmeichelhaft, daß Sie mich so bevorzugen.“ „Ja, sehen Sie, ich wollte mich damit gewissermaßen vor Ihnen rechtfertigen.“ Paul Stein wurde nervös. „Lieber Herr Jobst, was haben Sie denn nun gefunden?“ Max Jobst zog ein kleines Flakon hervor. „Das da!— Das ist alles.“ Stein griff interessant danach. Es war ein winzig kleines Flakon, in dem ein wenig wasserhelle Flüssigkeit sich befand. „Was ist das?“ „Ein unscheinbares Ding. Sie sehen jal“ „Und weiter?" „Aber nun geben Sie acht!“— Max Jobst sprach feierlich.—„Da drin ist kein Wasser! Dr. Roland hat es untersucht. Wissen Sie, was darin ist?“ „Ja, Atropin!“ „Sehr richtig! Da drin ist Atropin! Aus diesem Flakon wurde das Gift in das Wasserglas geträufelt.“ „Und wo fanden Sie dies Flakon?“ „Auf Hohenfried." „Wo da?“ „In Albert Gerdahlens Wohnzimmer.“ „Was?“— Paul Stein faßte seinen Gast an der Brust. =„Was sagen Sie?“ „Es ist so! Ich fand das Flakon in Albert Gerdahlens Wohnzimmer." „Wo da? Reden Sie doch!“ „Zwischen das Polster seines Schreibsessels hineingeschoben.“ Stein ließ Jobst los. Er sank auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch, schloß zurückgelehnt die Augen. Max Jobst sah ihn forschend an. „Was ist Ihnen?— Sind Sie so überrascht?“ Er bekam keine Antwort. Da sprach er weiter. „Ich war selbst überrascht.— Ich habe die Zimmer doch schon durchsucht gehabt. Aber an den Sessel hatte ich nicht gedacht.— Und noch mehr! Vor mir hatte ja die Kriminalpolizei in dem Zimmer gearbeitet, und nach meiner ersten Durchsuchung haben auch Sie das Zimmer durchforscht. Na, und Sie sind doch ein tüchtiger Beamter!— Da sehen Sie, es kann sich also auch der Tüchtigste eine Fahrlässigkeit zuschulden kommen lassen! Sie haben gewiß alles durchsucht; aber an dem Sessel sind auch Sie vorübergegangen. Und ich darf jetzt diesen Fund machen!— Frau Gerdahlen war verzweifelt, und erst das Mädchen, die Sigrit Sundborg. Die möchte mich wohl überhaupt am liebsten zu allen Teufeln gejagt sehen! Man ist ja nicht blind, man sieht es, daß die den Albert Gerdahlen liebt. Da ist es ihr freilich nicht angenehm, wenn ich den Mann noch mehr belasten muß.— Aber ich kann doch keine Rücksichten nehmen. Das habe ich Frau Gerdahlen auch gesagt. Ich gehe den geraden Weg des Rechts.— Der Staatsanwalt wird ja Augen machen. Jetzt ist dem Albert Gerdahlen das„Lebenslänglich“ aber sicher!— Der war natürlich der Mörder. Wenn nur aber das Mädchen nicht mit ihm unter einer Decke steckt! Sie ist manchmal so sonderbar.— Ich habe schon einmal ganz vertraulich mit Frau Gerdahlen über diese Möglichkeit gesprochen; aber sie hat mich nur ausgelacht.— Na, ich werde meine Augen überall haben. Passen Sie auf, diesmal leiste ich dem Gericht wirklich einmal große Dienste! Der Herr Staatsanwalt hat sich schon letztmals lobend ausgesprochen, als ich ihm das Taschentuch brachte. Was wird er aber erst heute sagen?!“ Jetzt kam wieder Leben in Paul Stein. Er richtete sich auf. „Was wollen Sie noch?“ „Ich?— Ja, hören Sie mal, ist das alles, was Sie mir zu sagen haben?“ :„ W a s s o l l i c h I h n e n s o n s t s a g e n?“ „Herr Kriminalinspektor, ich bin stolz, aber heute hätte ich wohl auch von Ihnen eine Anerkennung verdient!“ „Der Anerkennung!— Ja, Sie sind ein tüchtiger Mann. — Aber nun gehen Sie schon, ich habe viel zu arbeiten!“ 8. Sigrit Sundborg Hauses. Max Jobsts Fund Qual und Not drohte Augen dieser Detektiv Mord begang Alberts Verdirrte ruhelos durch die Räume des hatte sie bis ins Innerste erregt. Die sie zu zerbrechen. Und mit was für sie verfolgte! Als ob auch sie einen en hätte!— Wie er kalt und gefühllos von erben sprach, wie er sich mit dem Lob des Staatsanwalts brüstete!— Gab es denn nur Schuldbeweise für Albert hier auf Hohenfried? Gab es nicht auch Schuldbeweise für einen anderen Menschen?— Suchen, suchen!— Aber wo suchen? Wo etwas finden?— In des Onkels Zimmern! Ja, dort einmal suchen!— Aber was würden sie sagen, wenn sie sie dabei anträfen?— O, mochten sie sagen, was sie wollten! Die hielten Albert ja nun doch alle für den Mörder. Tante Marta und Egon, beide!— Es sprach ja auch alles für seine Schuld. Aber nein, Albert mußte unschuldig sein, Albert war ohne Schuld! Unbeobachtet gelangte sie in Joachim Gerdahlens Arbeitszimmer. Leis schloß sie die Tür hinter sich. Ihre Augen flogen durch den ihr so vertrauten Raum, und tausend liebe Erinnerungen an den toten Onkel wurden wach. Alles vorbei! Alles Glück tot und begraben!— Albert rettungslos dem Verderben preisgegeben.— Ja, Albert!— Langsam schritt sie in dem großen Raume hin und her, dahin und dorthin. Was wollte sie hier?— Entlastungsbeweise für Albert finden?— Wo denn?— Hatte nicht hier die Kriminalpolizei schon alles durchsucht? Hatte nicht auch der Detektiv— dieser ihr so unsympathische Max Jobst— hier gesucht?— War denn nur Belastendes für Albert zu finden?— Die roten Wollfasern, ja, die hatte der Kriminalinspektor Stein entdeckt. Das mußte doch auf eine andere Spur leiten.— Ob dieser Holler doch etwas mit dem Mord zu tun hatte?— Sie sank seufzend auf den Sessel vor dem Schreibtisch. Und wieder kam die Erinnerung zu ihr. Sie sah Joachim Gerdahlen, wie er so oft hier vor seinem Schreibtisch saß, wie er mit ihr in seiner lieben, väterlichen Weise sprach. Alles Glück schien mit ihm von Hohenfried gewichen zu sein!— Und was kam noch?— Was wurde aus Albert?— Was wurde aus ihr?— Es stieg ihr plötzlich heiß in die Augen. Sie sank mit dem Oberkörper auf den Schreibtisch nieder, krampfte die Hände um das Holz, und stöhnte qualvoll. Ein leises Knacken ließ sie aufschauen. Was war das?— Tg. J6t1 66s ein Sie sah links unten am Aufbau des Schreibtisches ein kleines Türchen offenstehgn.,., Joßh narkin vicht.s Was war das?— Das war doch vorhin nicht da!— Dieses Türchen hatte sie doch überhaupt noch nie an dem Schreibtisch gesehen!— Bebend griffen ihre Finger hinzu. Das war ja ein Geheimfach! Ganz unauffällig war das Türchen in die Verzierung des alten Möbels hineingearbeitet.— Wie hatte es sich aber plötzlich öffnen können?— Hatte sie mit der Hand eine geheime Feder berührt?— Etwas Weißes leuchtete ihr aus dem Innern des Faches Briefe?— Was mochte Joachim Gerdahlen hier verwahrt haben?— Ob sie das lesen durfte?— Ob vielleicht jetzt eine Klärung kam?— Sie griff hastig nach den Papieren. Es waren zwei Briefe in Umschlägen und eine Quittung. Die Quittung las sie zuerst:„Ich bescheinige hiermit, von Herrn Joachim Gerdahlen die ihm gestern am 22. August geliehenen 25000 Mark zurückerhalten zu haben. Da ich den mir von Herrn Joachim Gerdahlen ausgestellten Schuldschein verlegt habe, bescheinige ich hiermit den Erhalt des Geldes. Der Schuldschein ist damit gegenstandslos geworden. Hohenfried, am 23. August. August Holler.“ Also hatte Holler doch dem Onkel Geld geliehen; aber er hat es zurückerhalten!— Und verlangte es nun noch einmal.— Und die Briefe?— Sie sah auf die Umschläge. Beide waren sicherlich von der gleichen Hand geschrieben. Eine Frauenhandschrift. Der eine war in Zürich aufgegeben, und der andere in Köln. Das Schreiben aus Köln war ein Eilbrief.— Ob das der Brief war, den der Onkel bei ihrer Geburtstagsfeier in Empfang nahm?— Ein Absender stand nicht auf dem Brief. Sie zog das in Zürich zur Post gegebene Schreiben aus dem Umschlag und las:% 20 Zürich, den 20. August. Lieber Joachim! Ich danke Dir für alles! Mein größtes Glück ist es, daß Du Sigrit wie eine Tochter liebst. Mein Kind hat also eine Heimat bei Dir gefunden. Wenn ich darüber nachdenke, sage ich mir, daß Du recht hast. Ich will Sigrits Frieden nicht stören, sie soll nichts von mir erfahren. Sie soll auf Hohenfried bleiben und glücklich werden.— Aber sehen muß ich sie noch einmal auf Hohenfried. Ich komme am 22. August nachts zwölf Uhr zu Dir über die Terrasse in Dein Arbeitszimmer. Sorge dafür, daß wir ungestört sind. Nora. Des Mädchens Augen hatten sich beim Lesen geweitet. Wer schrieb da?— Nora?— Und von ihr schrieb die Frau?— Das— das war ja ihre Mutter, die da schrieb!— Ihre Mutter, von der sie so viele Jahre nichts gehört hatte. — Ihre Mutter war hier?— Hatte sich der Onkel von Holler das Geld geliehen, um es ihrer Mutter zu geben?——Wozu?— Was war das alles?— Was sollte das bedeuten? — Warum kam die Mutter nachts, ganz geheimnisvoll?— Sie griff hastig zu dem anderen Schreiben. Das war kurz und lautete: Köln, den 21. August. Lieber Joachim! Ich kann am 22. August nicht bei Dir sein. Ich muß mein Kommen um einen Tag verschieben. Erwarte mich am 23. August nach elf Uhr abends in deinem Arbeitszimmer. Laß die Terrassentür offen! Nora. Sigrit Sundborg starrte angstvoll auf diese Zeilen. Was war das?— Ihre Mutter— ja, das war ihre Mutter— die war am 23. August hier auf Hohenfried gewesen, nach elf Uhr abends?— In der Mordnacht?— Was war das für ein Rätsel?— Was wußte ihre Mutter von dem Morde?— Was war geschehen?— Eine Stimme ließ sie emporfahren. „Was treiben Sie denn da!“ Sie fuhr herum. Max Jobst stand hinter ihr. Zornesröte stieg ihr in die Wangen. „Ich verbitte mir Ihre Spioniererei! Sie sind aufdringlich!“ „Bitte sehr! Ich bin von Ihrer Frau Tante angestellt, hier Geheimnissen nachzuspüren.— Und das da ist offenbar ein Geheimnis!“ Er trat an den Schreibtisch heran und fingerte an dem Geheimfach herum. „Großartige Arbeit!— Sehr gut gemacht!— Das Fach da habe ich noch nicht entdeckt.— Von dem weiß wohl noch niemand etwag! Nachdruck verboten. Er sah sie mißtrauisch an. „Woher kannten Sie dies Fach?“ „Ich kannte es bis heute nicht. Durch Zufall stieß ich darauf.“ „Das glauben Sie ja selbst nicht!“ Sie sprang auf. „Was erlauben Sie sich?“ „Sie haben das Fach gekannt! Heute schien Ihnen die Gelegenheit günstig. Es war kein Beobachter in der Nähe. Da wollten Sie sich den Inhalt dieses Geheimfaches aneignen.— Aber Max Jobst hat seine Augen überall!“ Sie griff nach den Papieren und wandte sich zum Gehen. „Sie sind ein unverschämter Mensch! Ich werde mich bei meiner Tante über Sie beschweren. Der Ton, den Sie mir gegenüber anschlagen, ist unerhört.“ Er vertrat ihr den Weg. „Geben Sie mir diese Papiere!" „Nein, das werde ich nicht tun.“ „Sie wollen also diese Schriftstücke unterschlagen?“ „Das kann Ihnen gleich sein, was ich damit anfange.“ „Da irren Sie sich sehr. Das ist mir gar nicht gleich.“ „Geben Sie den Weg frei!“ „Sie werden das Zimmer erst verlassen, wenn ich die Papiere von Ihnen erhalten habe.“ Sie reckte sich. „Sie drohen mir also?“. P. S. ir 61. „Meine Pflicht gebietet es mir. Geben Sie mir diese Schriftstücke!“ „Ich denke nicht daran. Meiner Tante will ich Aufschluß geben, Ihnen nicht!“ „Ihrer Tante!— Gut, dann werde ich Sie zu Ihrer Sante beoiebten. e me „Sie wollen mich also überwachen?“... „Ich darf es nicht geschehen lassen, daß diese Papiere beseitigt werden.“ „Diese Papiere werden nicht beseitigt. Diese Papiere werde ich der Kriminalpolizei übergeben, ich, hören Sie, nicht Sie!“ „Das wird sich finden!“ Ohne ihm zu antworten, schritt sie, von ihm gefolgt, aus dem Zimmer. Max Jobst hielt sich dicht an ihrer Seite. Seine Augen ließen nicht von ihr.„„ 4 Smtekle Sie fragte einen Bediensteten nach Frau Gerdahlen. „Die gnädige Frau ist mit Herrn Dr. Gerdahlen im blauen Zimmer. Da schritt sie hin zur Tür und trat ein. „Tante, seit wann werde ich von Herrn Jobst beaufsichtigt?“ Frau Gerdahlen erhob sich erstaunt. „Du bist erregt, Sigrit!— Was ist denn geschehen?“ „Ich war in Onkel Joachims Arbeitszimmer, und da stand Herr Jobst plötzlich hinter mir und——— Er hat in einem Tone zu mir gesprochen, der—“ Tränen traten ihr in die Augen. Max Jobst erklärte. „Ich halte mich streng an meinen Auftrag, gnädige Frau, ich soll hier Geheimnisse klären. Also muß mir jedes Mittel und jeder Weg dazu statthaft sein.— Es fiel mir auf, daß Fräulein Sundborg ganz geheimnisvoll in dem Arbeitszimmer des ermordeten Herrn Gerdahlen verschwand. Man ist eben mißtrauisch!— Ich folgte ihr, ich trat ins Zimmer; und sie bemerkte es gar nicht. Sie saß am Schreibtisch und las. — Am Schreibtisch sah ich ein bisher wohl uns allen unbekanntes Türchen offenstehen. Ein Geheimfach!— Diesem Geheimfach hat Fräulein Sundborg Schriftstücke entnommen, und deren Inhalt erregte sie so, daß sie mich gar nicht herankommen hörte.“ Sigrit fuhr ihn zornig an. „Es ist gemein, mir nachzuspionieren! Habe ich vielleicht etwas mit dem Mord zu tun?“ Jobst lächelte kühl. „Ich habe den Verdacht noch nicht ausgesprochen. Sie sprechen ihn aber nun selbst aus!“ Frau Gerdahlen bat. „Bitte, nicht streiten!— Sigrit, willst du uns nicht erklären?" Das junge Mdächen nickte. „Ja.— Aber zunächst weise Herrn Jobst aus dem Zimmer!" Der aber sagte gelassen: „Ich bleibe hier!— Ich muß Sie bitten, gnädige Frau, mich dieser Unterredung beiwohnen zu lassen.— Kraft meines Auftrags bestehe ich darauf.“ Sigrit sah ihre Tante groß an. „Das läßt du dir bieten, Tante?“ Frau Gerdahlen zögerte. „Vielleicht gehen Sie doch zu weit, Herr Jobst.— Aber es ist der Pflichteifer, der Sie treibt.— Gut, bleiben Sie ver:.„. Pussontreten, 8. tef anf b. Egon Geroahlen war hinzugerreten. Er sah auf die Schriftstücke in Sigrits Hand. „Was hast du da, Sigrit?“ Max Jobst sprach an ihrer Stelle. „Diese Dinge da hat Fräulein Sundborg dem Geheimfach entnommen. Mir erscheint es höchst sonderbar, daß wir alle dies Geheimfach nicht kannten, daß aber Fräulein Sundborg damit Bescheid wußte.— Oder kannten Sie es, gnädige Frau?“ Frau Gerdahlen schüttelte den Kopf. „Ich weiß von keinem Geheimfach.“ „Und Sie, Herr Doktor?“ Egon Gerdahlen zuckte mit den Achseln. „Ich weiß überhaupt nicht, was hier los ist.“ „Also!— Ich dachte mir's doch!“ Egon Gerdahlen bat. „Willst du uns nicht alles erklären, Sigrit?“ Sie holte tief Atem. „Ja.— Ihr laßt mich ja aber gar nicht zu Worte kommen (Fortsetzung folgt.)