i, der hat in senommen,— as wären ja rkungen der menstellungen nt das in der “. Die Baudas Gebäude * Die Verzeit in Annen bin zu dumm aber Du bist viele nicht an auch hier das Beste supp, da hast o die richtige Sache. Aber er zur Unzeit man Gefahr, t: Schuster, st recht. ich Köster. T T 9#„Kanener Zeitung“ erscheint jeden Dienstag, Kounerstag und Samstag. Anzeigegebühr #### die einspaltige 1 mm hohe u. 36 mm breite Zeile # P l a t z a n z e i g e n i m V e r b r e i t u n g s b e z i r k 8 P f g., auswärtige, amtliche und finanzielle 10 Pfg. Beklamezeile 1 mm hoch und 76 mm breit 30 Pfg. Bozugspreis wöchentlich 30 Pfg.(Durch die Pos bezogen monatlich 2,00 Mk.) Beschiftsstelle: Bahnhofstraße 23. Telephon Ro. 984. verbunden mit der„Annener Volkszeitung“ Anzeigenblätt für Aunen und die benachbarten Ortschaften Organ des Amtes Annen u. Landkreises Hörde, sowie der Gemeinden Stockum=Düren. Inserate finden bei der großen Auflage der„Annenen Leitung“ weite und billige Verbreitung. — Bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkursen kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion, Druck und Verlag von Fritz Küching, Annen. Nr. 125 Donnerstag, den Tx. Oktober 1923. 41. Jahrgang. his nd) 21. Okt. eim Kameer. Gäste men. Unr inen bittet orstand. tiecher itt. 75. Die deutsche Presse zu dem Abkommen von Locarno. In der deutschen Presse findet das Abkommen von Locarno eine scharfe Kritik. So schreibt die„Kölnische Zeitung": Wenn man sich mit dem Vertrag von Locarno, soweit er niedergeschrieben ist, notdürftig abfinden # könnte, so vermißt man jede Gegengabe fü Deutschland, auf die es angesichts der eingegangenen Verpflichtungen um so mehr einen An# spruch hätte, als es seinerzeit unter Verhältnissen zu leben gezwungen ist, die nicht dem Zustand eines normalen Friedens entsprechen. Das deutsche Volk es e e enr anr eue uns uze. sandte, ihnen die Hoffnung mitgegeben, daß sie Verbegerungen in der Lage der besetzten Ge biete mitbringen würden. Es hat aber erleben müssen, daß, während in Locarno über den wahren Frieden verhandelt wurde, das alte System der Willkür in Verhaftungen und Urteilen in contumaciam weiter fortgesetzt wurde, und daß sich dic Bevollmächtigten der Weststaaten den billigen deutschen Anforderungen auf Schaffung besserer oder doch nur rein vertragsmäßiger Zustände im Reeinland ablehnend verhielten. Es sind allerdings am Schlusse der Konferenz von Locarno dem deutichen Volk einige Wechsel auf die Zukunft ausgestellt worden, aber über ihre Höhe, den Zeitpunkt und die Art ihrer Einlösung verlautet nichts. Es erscheint aber unmöglich, daß der Vertrag von Locarno ratifiziert wird, ehc daß ein Teil dieser Wechsel honoriert und ein andere. mit bestimmten Fälligkeitsterminen vorgesehen ist. In der Zeitspanne zwischen der Paraphierung und der Ratifizierung des Vertrages muß das deutsche Volk die Gewißheit bekommen, daß der sogenannte Geist von Locarno wirklich lebt und zu wirken beginnt. Erst nach dieser Feststellung wir? es ein abschließendes Urteil über die Arbeit der Diplomaten abgeben und den endgültigen Entschluß der Unterzeichnung fassen können. Versprechungen hat das deutsche Volk sehr viel gehört, die meisten sind nicht gehalten worden, es will endlich Taten sehen. Wie man versichert, sind Briand und Chamberlain guten Wil lens, den deutschen Forderungen entgegenzulommen. Der Aufenthalt Chamberlains in Paris soll dem Zwecke dienen, das französische Kabinett zur Nachgiebigkeit Deutschland gegenüber zu stimmen. Es verlautet auch, daß nach bestimmten Richlungen hin die Verhandlungen von Locarno alsbald günstige Rückwirkungen äußern sollen. Die Räu mung Kölns soll zu einem nahen Termine bevorstehen, nachdem die deutsche Regierung die Entwaffnungsnote des Verbandes beantwortet hat. Wie wir hören, soll die deutsche Antwort in den nächsten vierzehn Tagen hinausgehen, und im Anschluß daran soll die Räumung der nördlichen Rheinlandzone erfolgen. Nun stellt ja bekanntlich diese Räumung kein Entgezenkommen an Deutschland dar, ihre Verzögerung war widerrechtlich, und ihr Vollzug ist lediglich die Wiedergutmachung eines begangenen Unrechts. Die Verringerung der Besatzung, die Verkürzung der Räumungsfristen, eine frühere Abstimmung im Saargebiet, das Aufhören der Arteile in conlumaciam, das alles sind Fragen, über die man sich in Locarno unterhalten hat, und in denen den deutschen Vertretern eine Berücksichtigung ihrer Wunsche in Aussicht gestellt worden ist. Die Vertreter * der Westmächte haben bei dieser Gelegenheit be# tont, daß sie in diesen Fragen nicht unter irgendei* nem Druck oder irgend einer Bindung handeln woll“ ten. Sie wollten aus eigener Inia#tive Deutschland Zugeständnisse n machen. Dieses Recht wird man ihnen nur dann zubilligen können, wenn sie von ihm schnellen und gründlichen Gebrauch machen. Ueber den Termin der Ratifizierung des Vertrages hinaus wicd man darauf kaum warten können, da die Erfahrungen, die Deutschland bisher gemacht hat, zu einer allzugroßen Vertrauensseligkeit nicht anreizen. Man darf den Unterhändlern in Locarno in weitem Made persönliches Vertrauen entgegen brinzen, riuß sich aber vergegenwärtigen, daß sie ihre Nationen nicht repräsentieren, sondern sich in: Gegenteil dazu für inkompetent erklärt haben. Man kann also abschließend zu der Veröffentlichung des Vertrages von Locarno sagen, daß seine Bedeutung sich erst dann kritisch erfassen läßt, wenn Deutschland von der Gegenseite den Beweis erhält, daß es sich in dem Vertragswerk nicht nur im Interesse der andern bindet, sondern daß hinter dem Paragraphen der allseitige Wille steckt, nunmehr unter die Vergangenheit einen Strich zu ziehen und an Stelle des Krieges den Frieden, der seit dem Vertrag von Versailles geherrscht hat, nunmehr einen wirklichen europäischen Frieden zu setzen. Der„Berliner Lokalanzeiger“ schreibt: Wenn alle Rückwirkungen erfüllt werden, dann wäre immerhin auch die Möglichkeit vorhanden, über die schweren Bedenken hinwegzukommen, die sich gegen den Abschluß des Sicherheitspaltes von Anfang an erhoben haben und die durch die Pargraphenform, die für ihn gefunden wurde, nur zum Teil behoben worden sind. Der„Tag“ weist darauf hin, daß noch eine Reihe von Fragen der Klärung bedürfe und daß alle Zweifel, allesMißtrauen nur behoben werden könnlen, wenn die deutschen Forderungen durch die Entente vollzogene Tatsachen geworden sind. Die„Tägliche Rundschau“ meint: Wenn die Erwartungen erfüllt werden, die Deutschland an die Abmachungen in Locarno knüpft, so muß man anerkennen, daß in Locarno gute Arbeit geleistet worden ist, und daß wir dank dieser Arbeit um ein beträchtliches Stück vorwärts gekommen sind. Aber auch nur dann! Das„Berliner Tageblatt“ vertritt die Anschauung: Gegenüber dem Vertrag von Vasailles bedeute das Werk von Locarno ein Musterstück klarer Form, bei dem alle Auslegungsmöglichkeiten von vornherein sorgfältig erledigt seien. Die„Deutsche Zeitung" stellt fest, daß in den drei Fragen, die in den Verhandlungen in Locarno am heftigsten umstritten waren— der französischen Garantie der Ostverträge, des Artikels 16 der Völkerbundssatzungen und der Anerkennungen der territorialen Grenzen im Osten Deutschlands— die deutsche Delegation ihren Standpunkt mit Erfolg vertreten hat. Die„Börsenzeitung“ meint, daß schon die Durchsicht des Wortlauts das Risiko und die Nachteile des Paktes größer erscheinen lasse als seine Vorteile. Es fehle das Vertrauen zu unseren alten Feinden. Der„Vorwärts“ meint, mit dem Locarnoer Vertrag höre die Zweispaltung Europas in Sieger und Besiegte auf. * Die Pariser Presse. Paris, 21. Oktober. Die Blätter veröffentlichen zum großen Teil kommentarlos Auszüge aus dem Rheinpakt, den Schiedsgerichtsverträgen und den Abmachungen mit den Oststaaten. „Petit Parisien“ sagt, das Dokument sei ein Meisterwerk juristischen Scharfsinns und politischer Klugheit.„Echo de Paris“ weist darauf hin, daß in allen Fällen, wo eine Differenz nicht sofort zun bewaffneten Konflikt ausarte, die Wirksamkeit des Sicherheitssystems letzten Endes vom Fölkerbund abhänge, dessen Macht jedoch so gut wie nicht existiere. Dritte Länder hätten das Recht, zwischen den Parteien vermittelnd aufzutreten, ohne daß sie ihren Warnungen Zwangsmußnahmen folgen zu lassen brauchten. In. übrigen sei die Tatsache festzuhalten, daß die englisch=französischen Defensiv=Abmachungen jetzt unnötig geworden seien. Der„Gaulois“ schreibt, der Paki sei ein Experiment, das je nach dem Verhalten Deutschlands gelingen oder scheitern werde(?). * Englische Pressestimmen. London, 21. Oktober.„Morning Post“ sagt in einem Leitarkkkel, die Vereinbarungen von Locarno seien umso hoffnungsvoller, als sie sich auf die soliden Grundlagen der Vergangenheit stützten, vor allem auf die Freundschaft zwischen Frankreich und England und außerdem auf die Beziehungen dieser Mächte zu Italien und Belgien. Das Blatt betont, daß Großoritannien sich nicht außerhalb einer neuen europäischen Streitigkeit würde halten können. Der Westpakt sei die beste Garantie, die bisher zur Sicherung des europäischen Friedens erdacht wurde. Was den Ostpakt betreffe, so gründe er sich, wie der westliche, auf die im Vertrag von Versailles festgelegten Grenzen. Die Tatsache, daß Deutschland sich zu dem Vertrag verpflichte, der diese Grenze außerhalb des Bereiches der schwebenden Fragen rücke, sei etwas sehr verheißungsvolles. Weiter spricht das Blatt von dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Man dürfe die Gefahr nicht außer Betracht lassen, daß Deutschland innerhalb des Bundes möglicherweise einen mächtigen Einfluß für Ziele geltend machen werde, die von den Begründern des Völkerbundes nicht beabsichtigt waren. „Daily Chronicle“ hat bei erster Prüfung des Paktes keinen günstigen Eindruck davon. Lloyd Georges Blatt sagt, die Verträge seien in verschiedener Hinsicht nicht ideal und in mancher Hinsicht nicht klar, aber sie verkörperten weentliche Fortschritte in der Richtung der Wiederherstellung des europäischen Friedens. Die„Times“ meldet aus Genf, dort werde geglaubt, daß eine außerordentliche Session der Völkerbundsversammlung für Mitte Januar einberufen werden wird, um das Aufnahmegesuch Deutschlands zu behandeln. * Bemerkenswerte Einwendungen. London, 21. Oktober. Der„Eevning Standard“ schreibt, man könne noch nicht sehen, welche Ergebnisse sich zeitigen würden, wenn z. B. Deursch= land Polen angreifen und Frankreich dann soferl in Deutschland eindringen würde, oder wenn Rußland Polen angriffe und Frankreich daraus das Recht ableiten würde, seine Truppen durch deutsches Gebiet zu führen. Ferner müsse man sich fragen, ob denn Belgien jetzt besser geschützt sei als durch die Neutralitätsverträge von 1839, die 1914 nicht mehr beobachtet worden seien. Es sei lächerlich anzunehmen, daß England z. B. im Jahre 1950 an Frankreich den Krieg erklären könnte, meil dieses die entmilitarisierte Rheinlandzone verletzt hätte, denn man habe noch gar keine Idee davon, welche Interessen England im Jahre 1950 zu vertreten haben wird. Die Schiedsverträge mit Belgien, Frankreich, Polen und der Tschechoslowakei. Neben dem Rheinpakt nehmen in dem Vertragswerk von Locarno die einzelnen Schiedsverträge mit Belgien, Frankreich, Polen und der Tschechoslowakei noch einen breiten Raum ein. Die Entwürfe eines Schiedsvertrages mit Belgien und Frankreich haben den gleichen Wortlaut. In den grundlegenden Artikeln dieser Schiedsverträge heißt es u..: Alle Streitfragen jeglicher Art zwischen Deutschland und Belgien(bezw. Frankreich), bei denen die Parteien über ihre beiderseitigen Rechte im Streite sind und die nicht auf dem Wege des gewöhnlichen diplomatischen Verfahrens gütlich geregelt werden können, sollen entweder einem Schiedsspruch oder dem Ständigen Internationalen Gerichtshof zur Entscheidung unterbreitet werden. Diese Bestimmung findet keine Anwendung auf Streitfragen, die aus Tatsachen entsprungen sind, die zeitlich vor diesem Abkommen liegen und der Vergangenheit angehören. Vor jedem Schiedsverfahren und vor jedem Verfahren bei dem Ständigen Internationalen Gerichtshof kann die Streitfrage durch Vereinbarung der Parteien zur Herbeiführung eines Vergleichs einer ständigen internationalen Kommission genannt„Ständige Vergleichskommission", unterbreitet werden. In allen Fällen und namentlich dann, wenn die zwischen den Parteien streitige Frage aus bereits vollzogenen oder unmittelbar bevorstehenden Handlungen hervorgeht, wird die Ständige Ver gleichskommission, oder, falls diese nicht mit der Angelegenheit befaßt ist, das Schiedsgericht oder der Ständige Internationale Gerichtshof so schnell wie möglich anordnen, welche vorläufigen Maßnahmen zu treffen sind. Es ist Sache des Völkerbundsrats, wenn er mit der Frage befaßt wird, gleichfalls vorläufige Maßnahmen anzuordnen. Die Regierungen verpflichten sich, diese Anordnungen zu befolgen, sich jeder Maßnahme zu enthalten, die eine nachteilige Rückwirkung auf die Ausführung der Entscheidung oder der von der Ständigen Vergleichskommission oder dem Völkerbundsrat vorgeschlagenen Regelung haben könnte, und allgemein jegliche Handlung zu vermeiden, die geeignet wäre, die Streitigkeit zu verschärfen oder auszudehnen. Die Schiedsvertragsentwürfe mit Polen und der Tschechoslowakei haben in ihren grundlegenden Artikeln ebenfalls denselben Wortlaut. Nur in einem besonderen Schlußartikel wird noch darauf hingewiesen, daß der Vertrag in keiner Weise die Aufgaben des Völkerbundes beschränken solle. Auch bei diesen Schiedsverträgen liegt der Schwerpunkt in der Unverletzlichkeit des Versailler Diktates, in der Bestimmung, daß der Schiedsvertrag keine Anwendung finde auf Streitfragen,„die zeitlich vor diesem Abkommen liegen“ oder wie es so schön heißt,„der Vergangenheit angehören.“ * Frankreichs Gegenzug. Französische Ostverträge für Polen und die Tschechoslowakei. Im Gegensatz zu den mit Deutschland getätigten Schiedsverträgen hat Frankreich nun mit Polen und der Tschechoslowakei besondere Verträge getätigt, in denen es unter anderem heißt: Für den Fall, daß Polen oder Frankreich durch einen Vorstoß der heute von ihnen und Deutschland zur Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens übernommenen Verpflichtungen berührt werden, verpflichten sich Frankreich und umgekehrt Polen, in Anwendung des Artikels 16 der Völkerbundspakte, sich unverzüglich Hilfe und Beistand zu leisten, wenn ein solcher Vorstoß von einer unprovozierten Ergreifung der Waffen begleitet wird. Für den Fall, daß der Völkerbundsrat bei Beurteilung einer Frage, die auf Grund der erwähnten Verpflichtungen zu seiner Begutachtung unterbreitet wird, es nicht durchsetzen kann, daß ein Bericht von seinen sämtlichen Mitgliedern und den Vertretern der beteiligten Parteien angenommen wird, und daß Polen oder Frankreich ohne Herausforderung angegriffen wird, werden sich Frankreich und umgekehrt Polen auf Grund des Artikels 16, Absatz 7, der Völkerbundspakte unverzüglich Beistand und Hilfe leisten. Die Wünsche des besetzten Gebietes. Auf Einladung der Reichsregierung fand sich Dienstag nachmittag in der Reichskanzlei eine große Anzahl Vertreter des besetzten Gebietes ein. Außer Reichs= und Landtagsabgeordneten waren Vertreter der Stadt= und Kommunalverwaltungen, der Wirtschaft und der Gewerkschaften erschienen, u. a. waren anwesend Adenauer, Hagen, Mönning (aus Köln), von Steegmann, Horion, ein Vertreter des Regierungspräsidenten in Düsseldorf u. Jarres. Der Reichskanzler und der Reichsminister des Aeußern gaben eine Darstellung der Vertragsentwürfe von Locarno unter besonderer Berücksichtigung ihrer Rückwirkungen auf die Rheinlandfragen. Hieran schloß sich ein längerer, eingehender Gedankenaustausch über die Forderungen der Bevölkerung des besetzten Gebietes. Von den Vertretern des besetzten Gebietes wurde erneut zum Ausdruck gebracht, daß das Rheinland keinerlei Vorteile auf Kosten allgemeiner deutscher Interessen anstrebe. Das Rheinland erhebe jedoch mit Nachdruck die Forderung, daß alsbald Maßnahmen der Besatzungsmächte in allen Zonen in Erscheinung treten, welche die in Locarno feierlichst abgegebenen Erklärungen der Außenminister von Frankreich, England und Belgien folgerichtig in die Tat umsetzen. * Am Mittwoch Mittag empfing der Reichspräsident die Vertreter der besetzten Gebiete. Die Anregung zu diesem Empfang ist von Hindenburg selbst ausgegangen, der sich über die Verhältnisse im Rheinland und über die Wünsche der Rheinländer unmittelbar zu orientieren wünschte. Infolgedessen wählten die Rheinländer eine Abordnung, der angehörten: Geheimrat Louis Hagen, Justizrat Mönnig, Prälat Kaas, Gewerkschaftssekretär Dr. Mayer, Geheimrat Zapf und Justizrat Falk. Oberbürgermeister Adenauer, der gleichfalls zur Teilnahme an der Abordnung ausersehen war, hat sich entschuldigen lassen, da er sofort zurückreisen mußte. Die Ministerpräsidenten der Länder traten ebenfalls am Mittwoch vormittag zu einer Sitzung über das Locarnoer Vertragswerk zusammen. Die Berichterstattung hatten hier der Reichskanzler, der Reichsaußenminister und Ministerial= direktor Dr. Gaus übernommen. Die Deutschnationale Reichstagsfraktion hielt am Dienstag abend bereits eine Vorstandssitzung ab, in der das Ergebnis von Locarno eingehend erörtert wurde. Graf Westarp hielt ein Referat über die politische Lage. Der Sitzung wohnte auch Reichsminister Schiele bei. Wie verlautet, wurden von verschiedenen Rednern Auslegungen mehrerer Stellen des Sicherheitspaktes verlangt. Ferner wurde eingehend die Frage der sogenannten„Rückwirkungen“ erörtert. Endgültige Beschlüsse sind frühestens nach Abschluß der Sitzung der Gesamtfraktion zu erwarten. Wit sicht auf die Ungeklärtheit der Rücwirkunge“ damit zu rechnen, daß die Deutschnctionalen, so wie die übrigen Regierungsparteien, von sofortigen Feststellung auf irgendeine endgültige Stellungnahme absehen. Belgien bereits einverstanden. Wie Pariser Blätter aus Brüssel melden, hat ein belgischer Kabinettsrat bereits die Abmachungen von Locarno gutgeheißen. Räumung Kölns zu Weihnachten? Der diplomatische Berichterstatter des Londoner „Star“ will erfahren haben, daß die 9000 Mann starke englische Besatzung Köln bereits Weihnachten, bestimmt aber zu Beginn des neuen Jahres verlassen würde. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund werde wohl auch um die Jahreswende erfolgen. Ankunft Chamberlains in London. London, 20. Oktober. Chamberlain wurde bei seiner Ankunft in London, die kurz vor 6 Uhr abends erfolgte, begeistert begrüßt. Zu seinem Empfang hatten sich u. g. eingefunden die Botschafter Deutschlands, Belgiens, Frankreichs und Italiens, sowie zahlreiche weitere Vertreter des diplomatischen Korps, als Vertreter des Königs Lord Cromer, alle in London anwesende Mitglieder des Kabinetts und fast der gesamte Stab des Foreign Office. Als Chamberlain den Bahrhef verließ, wurde er von der Menge mit stürmischen Hochrufen empfangen. Die teuren Gemüsepreise. Eine amtliche Nachprüfung. Wie aus Berlin gemeldet wird, haben sich die zuständigen amtlichen Stellen in den letzten Tagen mit der Nachprüfung der Preise für eine Reihe der wichtigsten Lebensmittel befaßt. Die bisherigen Feststellungen haben ergeben, daß viele Verbraucherpreise weder der guten Ernte, noch den übrigen derzeitigen Verhältnissen angepaßt sind. So liegen die Erzeugerpreise für Kartoffeln noch zu einem großen Teile unter den Friedenspreisen, während die Kleinhandelspreise sich im Durchschnitt um 100 Prozent über den Erzeugerpreisen bewegen. Noch uner freulicher liegen die Verhältnisse bei Gemüse und Obst. Die zuständigen Regierungsstellen sind entschlossen, hier mit aller Energie durchzugreifen, um wieder halbwegs geordnete Verhältnisse zu schaffen und die Preissenkungsaktion rücksichtslos durchzuführen. Bei den letzten Besprechungen der Preisprüfungsstellen wurde ziemlich einstimmig die Ansicht vertreten, daß es der Belieferung des Marktes nichts schaden und der Preisregulierung nur nützen könnte, wenn der eine oder andere Wucherer zur Strecke gebracht und der Laden geschlossen würde. Es wäre nur dringend zu wünschen, daß dig ärtlichen Behörden angesichts der für eing die brklichen Behorden ungesichts der für eine Preisabbauaktion günstigen Jahreszeit und Ernteverhältnisse sich der Sache baldmöglichst und nachdrücklichst annehmen. Mit gutem Willen auf der einen und entschiedenem Vorgehen auf der anderen Seite wäre jedenfalls hier mit einer erheblichen Ermäßigung der Preise zu rechnen. wurden große Sendungen abgefaßt, wobei ein reichhaltiges Adressenmaterial den Deutschen Hände fiel, an die die Sendungen u. a. auch an den Sohn des früheren Paasche, der diese Flugschriften weiter Ein zweites schändliches Land war Ho sich eine Verbindung von Deserteuren te, die, von den Feinden unterstützt, eine starke Agitation ausübte. Starke Unterstützung für die Propaganda in Deutschland war auch namentlich. in der damals zur Ausschmückung von Gärten etc. benutzradikalen Sozialdemokratie. Die Beeinflussung ergab sich auch aus Briefen, die von Angehörigen an die Front geschrieben wurden. Wirksamer kam die Propaganda und Wühlarbeit in den verschiedenen Streiks zum Ausdruck. Eine wesentliche Zunahme war dann nach dem große Rolle in der Umsturzpropaganda spielte. Der gen ein froher Jahrhundertseiter in diesen TaZusammenhang des feindlichen Auslandes mit den Werksgemeinschaft dieser Fabrik deutschen Streiks ging auch daraus hervor, daß blick auf die zähe, drei Tage vor dem deutschen Munitionsarbeiter= bensarbeit dreiar Waestfalengenerationen erfüllte In den vierziger Jahren ist eine Konkurrenzhütt in Bochum gegründet worden, die aber bald wieder einging. 1852 entstand ein weiteres Konkurrenzwerk in Bielefeld, 1854 eine besonders gefährliche Konkurrenz in Witten selbst. Später(1866) sind auch noch zwei Glashütten in [Annen errichtet worden. Da aber diese Neuerrichtung weiterer westfälischer Glashütten in die Zeit der außerordentlich schnellen Entwicklung der westfälischen Industrie fiel, so blieb die erste westfälische Glasfabrik in Crengeladnz nicht nur am Leben, sondern sie konnte sich immer weiter entKalbfleisch erster Sorte 1,30 Mark, ein Pfund Schweinefleisch ebenfalls 1,30 Mark. Die Preise für Wurst sind gleichfalls an die neuen Fleischpreise angepaßt. streik in Stoaholm waren. schon Plakate angeschlagen oreier Westfalengenetalionen“ ersuule nicht nur die Glieder der Familie Müllensiefen, die die Fabrik vom Anfang an bis heute mit großem Erfolg geleitet hat, sondern auch alle Werksangehö§ Annen, 22. Oktober.(Hier ersaufen lassen— dort entsumpfen.) Während man die in unserem Bezirk liegenden Zechen„Wiendahlsbank",„Kaiser Friedrich“,„Glückauftiefbau" und„Hamburg" nach Ausbau der Maschinen und Pumpen ersaufen läßt, will man die vor Jahren außer Betrieb gekommenen Dortmunder Zechen„Friedrich Wilhelm“ an der Hohen Straße und„Lucas“ an der Zinkhütte in Dortmund wieder betriebsfähig machen. Von der Zeche„Tremonia“, aus soll ein Durchschlag mit „Friedrich Wilhelm“ herbeigeführt werden, wähnisch mist. Das gleiche ist v Bearbeitungen zu sag mit Umsicht und guter larten unserer alten M die als Altistin mitwi auch nicht große, so schöne und— satte St Karl Schweinsberg sit dieser schönen Feier f ankbar. Marten, 21. Oktob S c h i e ß m e i s t e r H e i n r i c k Rahrz, Haferkampstra unteze###schen Betriebplötzlich hereinbrechent An den Folgen der so darauf gestorben. Der Müuchener„Dolchsoßprozeh“. Professor Coßmann über die Schuldfrage. Vor dem Münchener Amtsgericht begann bekanntlich am Montag ein Beleidigungsprozeß, dem unter dem Stichwort des„Münchener Dolchstoßprozesses“ eine weitgehendste politische Bedeutung beizumessen ist. Kläger ist der bekannte Herausgeber der„Süddeutschen Monatshefte", Professor Coßmann, Beklagter der verantwortliche Schreiftleiter der sozialdemokratischen„Münchener Post“, Martin Gruber. Der Prozeß soll endlich einmal die Gelegenheit geben, die so vielfach in der politischen Debatte aufgetauchte Frage des Dolchstoßer in den Rücken des kämpfenden deutschen Heeres zur gerichtlichen Klärung zu bringen. Den äußeren Anlaß bieten verschiedene in der„Münchener Post“ nacheinander veröffentlichte Artikel, die als Erwiderungen auf dieVeröffentlichungen der„Süddeutschen Monatshefte“ über den Dolchstoß erschienen waren und in denen Herr Professor Coßmann persönlich beleidigende Vorwürfe gemacht wurden. Nach der Verlesung der Zeitungsartikel der „Münchener Post“ erklärte der Angeklagte, Redakteur Gruber, daß er sich sachlich vollständig auf den Boden seiner Artikel stelle, er habe sie nur zur Abwehr verleumderischer Angriffe geschrieben. Professor Coßmann ging in seiner Entgegnung auf die Haltung des deutschen Volkes während der Kriegszeit ein. Er führte folgendes aus: „Nach unserer Anschauung ist das Entscheidende nicht die Niederlage, sondern die Art der Niederlage. Für uns ist der Zusammenbruch etwas, was“ nicht im militärischen Zusammenbruch gelegen ist. In unseren Dolchstoßheften haben wir deutlich ausgesprochen, daß wir die Schuldlüge für den Kern des Dolchstoßes halten. Ich möchte dabei gleich sagen, es handelt sich bei unserer Auffassung nicht in erster Linie um das, was man Landesverrat heißt, sondern um das, was man Volksverrat nennen muß. Für uns war also die Art des Verlustes des Krieges maßgebend. Ich bin der Ueberzeugung, daß gerade in Zeiten der Niederlage, in Zeiten der Not und Schmach nur der Glaube an das eigene Volk wieder in die Höhe führen kann. Das, was damals vor sich gegangen ist, ist vom Volke selbst gekommen. Während der Gegner das Gefühl hatte, für ein hohes, geistiges Ziel zu kämpfen, hatte das deutsche Volk dieses Gefühl wohl in den ersten Zeiten des Krieges gehabt. Später hat es den Glauben verloren. Das ist auch der Grund, weshalb die Erforschung dieser Dinge eine besondere Bedeutung für die Zukunft hat. Dieser Prozeß kann für die Zukunft von Wert in. Ich wünschte, daß das Material unserer Parschlechter wäre. Ich wünschte, aus diesem Proß mit der Erkenntnis herausgehen zu können, daß ir in unseren Veröffentlichungen maßlos übertrieben haben. Wir haben aber über diese Dinge ider ein Material, wie es wohl sonst nicht leicht isammen gekommen ist. Wir werden das Mateal einem parlamentarischen Untersuchungsausschuß zur Verfügung stellen. Wir können an dieser Stelle keinen vollständigen Gebrauch davon machen, weil wir sonst monatelang hier tagen müßten und Hunderte von Zeugen vorzuführen hätten. Wir können uns nur auf wichtige Beispiele beschränken. Ich gehöre nicht zu denen, die befürchten, daß durch diesen Prozeß die Zerklüftung des Volkes weitergeführt werden würde. Wir werden uns nicht abbringen lassen, daß wir jeden Deutschfühlenden als Angehörigen des deutschen Volkes betrachten.“ In der Zeugenvernehmung wurde als erster Zeuge Major a. D. v. Roeder der § Annen, 22. Oktober. Die erste westfälische Glasfabrik. Das agrarische Deutschland hat sich in überraschend schneller Zeit zu einem überwiegend industriellen Deutschland entwickelt, sodaß wir auf dem Gebiete der Technik heute ohne Zweifel mit an der Spitze der Völker marschieren. Wie ist das gekommen? War die Entdeckung der Bodenschätze daran schuld? War es die Not? War es kühner Wagemut? Die Landwirtschaft allein konnte die Bewohner Deutschlands nicht mehr ernähren. So mußten andere Hilfsquellen gesucht werden. In den letzten hundert Jahren sind eine große Reihe neuer Industriezweige auf deutschem Boden seßhaft geworden, rend von der Zeche„Kaiserstuhl?“ eine Verbindung rigen mit großer Freude und dem stolzen Gefühl, mit der Zeche„Lucas" beabsichtigt sein soll.„Friedeiner großen Sache gemeinsam gedient zu, haben,„ rich Wilhelm“ und„Lucas“ müssen natürlich erst wieder entsumpft werden, bevor in ihnen an Förderung gedacht werden kann. Stegerwald über das Ergebnis von Locarno und]§ Annen, 22. Oktober.(Teuerungszulgae über die Lage der Arbeiter an der Ruhr. Kriegsbeschädigte.) Der Reichsfinanzminister erst eine Provinziell te und mund über das Ergebnis von Locarno für die deutsche Wirtschaft und Arbeiterschaft sowie über die Lage der Bergarbeiter an der Ruhr äußert. In dem Schreiben heißt es: „Sie tagen in einer für die Arbeiterschaft des rheinisch=westfälischen Industrierevieres sehr bedeutsamen Stunde. Die Verhandlungen in Lound die neuen Techniken sind von den Nachbarlän-#ung sind.. udat sia fins§.“ A F. 4. dern in unsere Heimat herübergeführt worden. Es“! sino veendet, sie sind der Anfang einer Neuwäre interessant, genauer festzustellen, wie die ver=einstellung in Europa und müssen eine alsbaldige schiedenen neuen Industriezweige auch in der Provinz Westfalen herüber gewandert sind, sodaß heute Westfalen als Industriegebiet mit an der ersten Stelle der Industriegebiete der Welt steht. Die Führung bei dieser Umwandlung lag in den Händen unternehmungslustiger und tatenfroher Menschen, die selbst keine Mühe scheuten und große Reisen unternahmen, um erst genau selbst das kennen zu lernen, was sie in ihre Heimat herüberführen wollten. Es ist reizvoll, etwa einem Harkort nachzugehen und festzustellen, wie er ein Pionier des Bergbaues uns des Eisenbahnwesens etc. geworden Neben diesen führenden Köpfen waren selbstverständlich noch sachkundige und tatenfrohe Ingenieure und Techniker, treue Meister und hochbegabte Arbeiter nötig. Auch an diesen hat es in Deutschland nicht gefehlt. Gelegentlich der Hundertjahrfeier der Fa. Gebr. Müllensiefen, Glasfabrik in Crengeldanz bei Witten(Ruhr), ist ein vornehm ausgestattetes umswerk herausgekommen, aus dem wir Wirtschaftskonferenz, die Stabilisierung der Währung in Italien, Belgien, Frankreich usw. und den Abschluß privater und handelspolitischer Vereinbarungen zwischen Deutschland und den westeuropäischen Staaten und ihren Hauptindustrien zur Fol—(Sitzung der Schuldeputation.) Die Westfl. Aug. Volksztg.“ schreibt: In der letzten Sitzung der Schuldeputation wurde dem Antrage auf Einrichtung der beiden weltlichen Klassen in der Borbamschule als selbständiges System nicht stattgegeben, da die Regierung hierfür die Zustimmung versagt hat. Der Lehrer Waldschmidt soll aber in Zukunft auch an den Schulleiterkonferenzen teilnehmen. Auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion wurde einstimmig beschlossen, in den freigewordenen Räumen der Schule Schnee eine Vierzimmerwohnung einzurichten, wenn die Regierung keine Einwendungen erhebt. Kostenpunkt 2100 Mark. Dem Antrage des Bommern, 21. Ot neue Wirtschaftsgebäu nen Ausbau bis an d demnächst anderweitig bedeutende bauliche E soll das Verbindungs krönte Kaffeeveranda man einen freien Bli und Helenenburg gen komplex soll mit einer den, welcher Raum fü Terasse einschließt. T tene Konzertsaal soll v im Rokokostil gemalt Lokal bei richtiger Le ner exponierten Lage Ausflügler und Nati hofft, die Eröffnung i zunehmen. Citernbeirats Ardeyschule, woge haben. Sobald dieses geschehen ist, steht die nach öffentliche Schulfestlichkeiten im Anschluß an rheinisch=westfälische Wirtschaft vor einer bedeutend die Verfassungsfeiern steuerfrei bleiben sollen, wird veränderten und verbesserten Gesamtlage. Schon zugestimmt und der Gemeindevertretung zur endjetzt aber gilt es, einer überspannten Schwarzmale= gültigen Erledigung überwiesen. Desgleichen wird rei über den gegenwärtigen Zustand der deutschen der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion auf daram zmahlyarstand..* Einrichtung einer Aufbauschule in Annen dem Kreisausschuß überwiesen, der aber bereits die Ortschaft Hombruch als Mittelpunkt des Kreises ausersehen hat.(Die baldige Einrichtung wäre zu vegrüßen, weil sie für die Gemeinden des Kreises eine große Erleichterung darstellen wird. Zweidrittel der Kosten trägt der Staat und eindrittel tragen Kreis und Gemeinden. D..) Die Einführung von orthopädischem Turnunterricht wird zutotes Jubilä= handeln, auf autokratische und unpsychologische Art rückgestellt und die Bewilligung der Kosten für eivir klar er die Schwierigkeit der Stunde meistern zu können.##nen Kursus zur Erlernung der Reichskurzschrift aus Westfalen Gegenwärtsh stehen die Ruhrbergleute in einer frägagiegnf Fetänden abgelehnt, Mehreren AnWirtschaft in veren wohlverstandenem Interesse und im Interesse der deutschen Arbeiterschaft entgegenzutreten. Die Arbeiterschaft des rheinisch=westfälischen Industriebezirkes, insbesondere auch die Bergarbeiter, haben während des Krieges u. des passiven Widerstandes ihre volle Pflicht und Schuldigkeit getan. Nachher glaubten die dortigen Unternehmer, die— von einzelnen Ausnahmen abgesehen— noch nicht gelernt haben, Menschen zu beBarop, 21. Oktob den Schacht gefallen.) der Zeche Glückauf=Ti triebsführer Brinkhof #er plötzlich in einen Tiefe fiel, sodaß der Dortmund, 21. Ol den.) Vorgestern aber Kasska erwürgt auf ei ne aufgefunden. Wa ben Abend vorher auf lichen Wohnung zur des Landwirtes Schu auf die Weide geschlep nend Lustmord vor. sei tei zeh wil lei zusa rial vernommen, der während des Krieges Leiter Spionageabwehr im Generalstab war. Er gab an, daß in der Wühlarbeit hinter der Front zwei verschiedene Tätigkeiten zu unterscheiden waren; einmal die Tätigkeit des Feindbundes, die sehr gut organisiert war, und ferner die Tätigkeit der Deutschen im Ausland, die ein Interesse daran hatten, daß die deutsche Armee nicht den Sieg davontrug. Der Zeuge ließ sich dann zunächst eingehend über die Tätigkeit des Feindbundes aus, die mit eine mEinschmuggeln von Flugschriften aller Art eingesetzt habe. Zur Abwehr seien besondere Stellen an der Grenze errichtet worden. Dort habe festgestellt werden können, daß bei der Einschmuggelung der Flugschriften die Feinde tatkräftige Hilfe von Deutschen im Ausland gefunden hätten. Eine besondere Rolle spielten die französischen und englischen Konsulate in Zürich. Von unseren Kontrollstellen kennen, wie die Glasfabrikation nach Vrstsutrt Lohnhaug,.F. wusß Masverstgtet, überführt worden ist. Die Gründer der ersten west=#99#bchegung. Es muß alles aufgeboten werden, sälischen Glasfabrik waren die beiden ältesten Söh s0cgßleich, aggeren Arbeitern eine Annäherung ne des Iserlohner Müllensiefen, der im rat geworden und vorvem unoenger einer Nadet= mrizeareim ei. geren, Kinderreichtug. fabrik in Iserlohn gewesen war. Die beiden Söh=meisten anderen Industriebezirken Deutschlands anDortmund, 21. Okt wurden von der Krin Johann Wujek, geb. 9 Cramer, geb. 10. 3. Vohestung resberlaslung von Klassenräumen zur# 98 Bleichmärschstraße waren die beiden ältesten Söh pamit gleich anderen Arbeitern eine Annäherung Fabrikanten Peter Eberhard der##hne ver Ruhrbergleute an den Friedenslohn m Jahre 1816 preußischer Land= erreicht wird, und so die dortigen Arbeiterfamilien vordem Mitbesitzer einer Nadel= mit ihrem gi. geren Kinderreichtum, wie er in den ne Gustav und Theodor mußten sich einen neuen Lebensberuf wählen. Im Jahre 1822 wurde im Verein mit dem Vater von diesen beiden jungen Leuten nach langen Beratungen der Beschluß gefaßt, eine Glashütte zu gründen. Das war wirklich keine leichte Sache, denn in Westfalen kannte man eine derartige Industrie noch nicht. Es standen auch keine Fachleute und kundige Arbeiter zur Verfügung. Es mußten also, ehe man zu dieser Gründung schreiten konnte, eine große Reihe von Vorarbeiten geleistet werden. Es mußten die notwendigen technischen Kenntnisse erworben, die Konstruktion der Oefen, die in Betracht kommenden Rohmaterialien, Arbeitsmethoden und viele andere wichtigen Fragen gründlich studiert werden. Man nahm zu diesem Zwecke Arbeitseinteilung vor. Der ältere Bruder Gustav sollte die kaufmännische, der jüngere Bruder Theodor die technische Seite des neuen Werkes übernehmen. Gustav Müllensiefen trat infolgedessen 1822 in die Fa. J. C. Post in Eilpe bei Hagen(Westf.) auf mehrere Jahre ein, während der jüngere Bruder den Entschluß faßte, durch ganz Europa zu wandern, um durch Besichtigung der vorhandenen Glasfabriken, möglichst auch durch Mitarbeit in denselben alle Einzelheiten der Glasfabrikation kennen zu lernen. Das war für die dazutreffen ist, durch Taten in den Stand versetzt werden, wieder hoffnungsvoller in die Zukunft zu sehen. Persönlich werde ich nachdrücklichst an der Verwirklichung dieses Zieles mitarbeiten.“ § Anen, 22. Oktober.(Vorsicht bei Bahnübergängen!) Vom Landratsamt wird geschrieben: Den Führern von Fuhrwerken aller Art wird erneut die größte Vorsicht bei Benutzung von Bahnübergängen zur Pflicht gemacht. Es wird darauf hingewiesen, daß sie im Falle der Unachtsamkeit Aohaltung von Kursen wurde stattgegeben, dagegen ein Beihilfegesuch der Arbeitsgemeinschaft AnnenBarop abgelehnt. Gegen die Versetzung der Lehrerin Sieberg von der evgl. Schule Rüdinghausen fand sich nichts zu erinnern. Die Stelle wird aus Sparsamkeitsgründen nicht wieder besetzt. Eine längere Aussprache entspann sich über die vom Gemeindevorstand eingeleiteten Sparmaßnahmen auf dem Gebiete der Volksschule. Von den 65 Lehrer= stellen sind bereits 7 Stellen durch Pensionierung bezw. Versetzung zum Ruhen gebracht. Bei Zugrundelegung von einerKlassendurchschnittsfrequenz von 45 Kindern müssen noch 15 Kräfte abgebaut werden, was eine Ersparnis von 107000 Mark jährlich für die Gemeinde darstellen würde. Daß auch auf diesem Gebiete gespart werden müsse, erkannten alle Vertreter an. Nur gegen die beabsichtigte unsoziale Form des Sparens, wie sie der 90, Breichmarschstraße Personen festgenomme vorgeführt. Müller ha jek des Nachts falsche gestellt. Die übrigen Mittäterschaft überfüh einer Falschmünzerbai reren Wochen durch E schädlich gemacht wur chisumtenl, nicht nur ihr eigenes Leben gefährden, sonoern sich au Paristensgigzinte, Fhorrg# gss Sparens, wie sie der ßerdem auch noch einer erheblichen Bestrafung auf######eispe Amtmann Boettcher vorschlug, wandte Grund des Paragraphen 316 des Strafgesetzbuches sich die sozialdemokratische Fraktion sehr scharf. Es aussetzen. —(Die höchste Strafe für Tierquälereien) betrug bisher 150 Mark. Nach dem neuen Strafgesetzentwurf werden die Strafen indes wesentlich verschärft. Wer ein Tier absichtlich quält oder roh mißhandelt, hat eine entsprechende Geldstrafe zu gewärtigen. Und wer einer zum Zwecke des Tierschutzes erlassenen Vorschrift entgegen handelt, wird mit Gefängnis bis zu drei Monaten oder mit Geldstrafe bestraft. Für Tierquälerei können die Strafen gar nicht streng genug ausfallen! wurde von ihr Vertagung beantragt, da solche hochwichtigen Maßnahmen im Handumdrehen nicht zu erledigen seien. Man beschloß demgemäß Unter Hinzuziehung von Regierungsvertretern der Arnsberger Regierung sollen diese Verhandlungen demnächst zu Ende geführt werden. Inwieweit dann mehrere abgebaute Lehrkräfte als hauptamtliche Lehrer von der Fortbildungsschule übernommen werden können, hängt auch von der Entscheidung der Regierung ab. —(Auszeichnung.) Der Verein für deutsche Schäferhunde(S..) Ortsgruppe Witten u. Um—(Eine ruchlose Schlage betroffen wu Hände, die Familie de straße 13 wohnhaft. Lebensunterhalt keine te, um sich ein besseres zwei Schweine, sowie Dieses ist ihnen aber gönnt worden; denn ne, sowie einige Hül Hühner, die noch her und auch zum Teil ve Genuß des Fleisches Köpfe) schwer erk eine Vergiftung ernswerte Familie mi wagen wegen schwere isenhospital überführt bedenklichem Zustande lich gelingt es der P zuklären. malige Zeit eine schwierigere Sache, als sie es heute]—(„Hausgehilfin“—„Hausangestellte“.) Bei gegend piete(S. 3) Ortsgruppe Witten u. Um„Hausgehilfen“ fallen. Zur Vermeidung von Irrtümern über die Versicherungszugehörigkeit besimmt der Wohlfahrtsminister in einem Erlaß an Siten, Hausmälschen, Kiadermäschen uw. alsPiP, Aichslchtendte Hude wunrden bewerte eche dies Gcacer lche eli e Klche seiner Firma große und interessante Reisen in die nordischen Länder, wobei er auch jede Gelegenheit gingen die beiden Brü= denversicherung nur die Bezeichnungn„Hausgehilhjahr 1825 daran, den nach allen Seiten fin“, für die Versicherungskarten der AngestelltenGustav Müllensiefen wollte harsangestellte“ gewählt werden § Annen, 22. Oktober.(Ausfall des Schulunterrichts am Resormationstage.) In evangelischen Kreisen ist der Wunsch nach einer einheitlichen Regelung der Frage des Unterrichtsausfalles am Rehof Besitzer Piwecki in Annen; mit S. G. Berolina von der Ardeyerhöh, Bes. L. Heinemann, Annen; Horst zur Schachthöhe Bes. P. Küpers, Annen; Ada v. d. Irpfel Bes. A. Lauterbach, Witten und Alona v. d. Ardeyerhöh der im Frühjahr hin durchdachten führung zu bringen. Gustav Müllensiefen wollte anfänglich die Glashütte in den Wäldern bei Iserlohn anlegen. Doch der Landrat von Iserlohn war mit seinem jüngeren Sohn Theodor anderer Meinung. Er trat dafür ein, daß die neue Glashütte in der Nähe des in den ersten Anfängen stekkenden westfälischen Steinkohlenbaus angelegt würde. So wurde der Crengeldanz Rittersitz, käuflich erworben. Bau und alle die andern Vor bild für den Bau und die Einrichtung der Crengeldanzer Fabrik diente die Anlage der Wwe. Greseler in der Schweiz, mit deren Söhnen Theodor Müllensiefen noch lange Jahre in Freundschaft verbunden blieb. Nun wurden Schmelzversuche gemacht, Oefen gebaut, Arbeiter gesucht, Rohmaterialien herbeigeschafft, Absatzgebiete erschlossen. Wenn auch das erste so hergestellte Glas noch manches zu wünschen übrig ließ, so wurden immer weitere Verbesserungen herbeigeführt, sodaß bald das Crengeldanzer Glas Namen und Geltung über die Grenzen Deutschlands hinaus bekam. Zunächst hatte nur an die Herstellung dann aber wurde eine Krgrherhoh Bes. Führer, Witten; mit G. Ador v. d. Ardeyerhöh, Bes. Schreiner Witten. Möge es den Besitzern gelingen, daß ihre Tiere bei der nächsten Prüfung mit dem gleichen Erfolge die Polizeihundeprüfung bestehen. Dortmund, 20. O handlungen zur Beil Hohenlimburger Mete ter für Westfalen, Rei Oktober angesetzten Beilegung des Lohnk ger Metallindustrie sit geber sich geweigert lungen teilzunehmen. hat für Mittwoch, 21. anberaumt. formationsfeste, hervorgetreten. Der geldanz, ein adliger, freier Kezinister, für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung tugn A. Rieks, Annen) ben. Nun ging es an den zzih zur dieses Jahr damit einverstanden er= der Orgel eröffneten Vorbereitungen. AlsVor=u, daß in allen ihm unterstehenden Schulen für ture“ von Händel, die A. Rieks mit viel Liebe der Unterricht ausfallen darf. Für die Feier in Händes danch des Ave vorume mi Stockum, 22. Oktober.(2. Bachfeier in der evgl. Kirche.) Man schreibt uns: Feierstunden, in denen wir den Alltag mit seinen vielen Sorgen vergessen wollen, brauchen wir mehr denn je. So sollte denn auch diese Feierstunde ein Spazierweg sein zu unsern alten Meistern und vor allem zu Bach, dessen 175. Todestag wir in diesem Jahre beDas Wittener Städtische Orchester(LeiAnnen) mit H. Meier=Bochum an ihn mit der„Messias=Ouverture“ von Händel, die A. Rieks mit viel Liebe und as Dortmund, 18. Ot Unter Leitung des Dr. Duske hat sich ir chester gebildet mit Orchester des Ruhrgel wohin die bestehende Mangel an Zeit Für kleinere Städte dürfte die Neugründu auch die größeren St legentlich, etwa zu L gleichen, in Anspruch te sich mit einem Kor vor: Das Konzert n such, eine derartige 2 munder Sender zu ül der Schule aus Anlaß des Gedenktages der Reformation verbleibt es bei den bisherigen Bestimmungen. —(Zur Nachahmung empfohlen.) Die Bäckermeister von Kassel haben beschlossen, den Preis für das Vierpfundbrot auf 50 Pfennige herabzusetzen. In Breslau kostet ein Vierpfundbrot 56 Pfennige, in Franisurt a. O. nur 52 Pfennige. In München Hunder, bunuch bus„Abc verum“ v. Mozart als Duett für Sopran und Alt, Streichquartett, Orgel und obl. Violine von A. Rieks bearbeitet, das Violin=Konzert=dur mit Orchester von Haydn und dann gings zu J. S. Bach. Leider war die vorgesehene Solistin, E. Scholle Dortmund, erkrankt, sodaß die Kantate„Jauchzet Gott in ällen Landen“ gestrichen werden mußte. Frl. Enkhardt, Witten, sang dafür„Er weidet seine Herde“ a. d.„Messias“ sva., Zantschite hatte man it vor kurzem der Preits für ein Bfund Brot um p. Händel mit seinem Empfinden.„Die folgende Schi sttr ascher, gedacht, einen Pfennig also für das Vierpfundbrot um vier Sinsonie aus Bachs Weihnachts=Oratorium zeigte Speziatilat der Fabrik, die Pfennige herabgesetzt worden. In Frankfurt(.) nach anfänglicher Unklarheit im Orchester ihre vollhsten, 21. Okte gemeinde.) Am 15. de Stelle eine Besprechu genen evangel. Kirch waren das Konsistori Presbyterien der Kir Wellinghofen 2 und die Angelegenheit a wurde namentlich die chengemeinde. Die den sich in Bälde mit haben. it ein ein rot um vier en um einen ergischen Fleintlage der Bese erheblich erPf P P Die Preise für Fleischpreise isen lassen— ie in unserem bank",„Kaiser amburg" nach ersaufen läßt, cieb gekommeWilhelm“ an r Z i n k h ü t t e i n en. Von der rchschlag mit serden, wähie Verbindung 1 soll.„Friediatürlich erst inen an eine mndeten Klangschönheiten und zum Schluß improvisierte H. Meier im Bach'schen Stil über„Unsern Ausgang segne Gott".— Der Abend war ein Erllebnis. Karl Hoeper und H. Osthaus sind uns als seiger mit großen Fähigkeiten keine Unbekannten nehr. Heinz Meier=Bochum zeigte sich als techsisch und mit feinem Empfinden begabter Orgaist. Das gleiche ist von A. Rieks=Annen in seinen Bearbeitungen zu sagen. Das Orchester leitete er nit Umsicht und gutem Verständnis für die Eigenirten unserer alten Meister. Grete Albert Witten, sie als Altistin mitwirkte, verfügt über eine wenn auch nicht große, so aber doch tragfähige, klangschöne und— satte Stimme.— Unserm Organisten zarl Schweinsberg sind wir als dem Veranstalter ieser schönen Feier für seine Mühewaltung recht sankbar. Marten, 21. Oktober.(Tödlicher Unfall.) Der Schießmeister Heinrich Wehmeier aus dem nahen Rahm, Haferkampstraße 32, wurde vorgestern im unterirdischen Betriebe der Zeche Germania durch plötzlich hereinbrechende Steinmassen schwer verletzt. An den Folgen der schweren Verletzung ist er bald darauf gestorben. für hat gezzlgge minister igszulage von gsteilnehmerlich) für das Die Westfl. etzten Sitzung age auf Einin der Boricht stattgegetimmung veraber in Zuzen teilnehschen Fraktien freigeworVierzimmererung keine 2100 Mark. eyschule, woAnschluß an sollen, wird ng zur endgleichen wird fraktion auf Annen dem bereits die des Kreises ung wäre zu des Kreises sird. Zweiid eindrittel Die Einfühcht wird zulosten für eiurzschrift aus hreren An= räumen zur Provinzielle Nachrichten. Bommern, 21. Oktober.(Das Schwittay'sche neue Wirtschaftsgebäude) in Bommern hat durch seinen Ausbau bis an das Wachholderhäuschen, das demnächst anderweitig verpachtet werden soll, eine bedeutende bauliche Erweiterung erfahren u. zwar soll das Verbindungsstück eine mit Glasdach gekrönte Kaffeeveranda vorstellen, von welcher aus man einen freien Blick auf die Ruhr nebst Brücke und Helenenburg genießt. Der ganze Gebäudekomplex soll mit einer großen Mauer umgeben werden, welcher Raum für sechs Autos und absteigende Terasse einschließt. Der im Hauptgebäude enthaltene Konzertsaal soll von einem erfahrenen Künstler im Rokokostil gemalt werden. Zweifellos wird das Lokal bei richtiger Leitung im Hotelstil schon seiner exponierten Lage wegen viel dazu beitragen, Ausflügler und Naturfreunde zu fesseln. Man hofft, die Eröffnung im kommenden Frühjahr vorzunehmen. Barop, 21. Oktober.(Ein Betriebsführer in #den Schacht gefallen.) Im unterirdischen Betriebe der Zeche Glückauf=Tiefbau. kontrollierte der Betriebsführer Brinkhoff von hier die Arbeiten, als #er plötzlich in einen Schacht von etwa 30 Meter Tiefe fiel, sodaß der Tod sofort eintrat. Dortmund, 21. Oktober.(Erwürgt aufgefunden.) Vorgestern abend wurde die 19 jährige Grete Kasska erwurgt auf einer Weide in Kump bei Derne aufgefunden. Wahrscheinlich ist sie an demselben Abend vorher auf dem Rückweg von ihrer elterlichen Wohnung zur Besitzung ihres Arbeitgebers, des Landwirtes Schulte=Uebbing, überfallen und auf die Weide geschleppt worden. Es liegt anscheinend Lustmord vor. Dortmund, 21. Oktober.(Wegen Falschmünzerei) wurden von der Kriminalpolizei der Bergmann * Johann Wujek, geb. 9. 8. 88; der Pürschner Friedr. Cramer, geb. 10. 3. 92, beide Kirchenstraße 21a wohnhaft, der Kaufmann Josef Müller, geb. 31. 8. dagegen# 98, Bleichmärschstraße 52 wohnhaft, sowie 2 weibl. Lenen### Personen festgenommen und der Staatsanwaltschaft " der gab-# vorgeführt. Müller hatte in der Wohnung des Wujek des Nachts falsche Ein= und Dreimarkstücke hergestellt. Die übrigen Festgenommenen sind der Mittäterschaft überführt. Die Genannten gehörten einer Falschmünzerbande an, die bereits vor mehreren Wochen durch Ermittlung und Festnahme unschädlich gemacht wurde. —(Eine ruchlose Tat.) Von einem schweren Schlage betroffen wurde, angeblich durch fremde Hände, die Familie des Maurers Stolz, Lagerhausstraße 13 wohnhaft. Die Familie, die für ihren Lebensunterhalt keine Mühe und Arbeit scheut, hatte, um sich ein besseres Fortkommen zu ermöglichen, zwei Schweine, sowie einiges Federvieh gefüttert. ing der Lehküdinghausen le wird aus setzt. Eine die vom Genahmen auf 65 Lehrer= sensionierung st. Bei Zunittsfrequenz te abgebaut 7000 Mark ürde. Daß müsse, eri die beabwie sie der lug, wandte ir scharf. Es da solche indumdrehen z demgemäß rtretern der rhandlungen dieweit dann auptamtliche übernommen Entscheidung Dieses ist ihnen aber von fremden Leuten nicht gegönnt worden; denn am Montag lagen die Schweine, sowie einige Hühner tot im Stall. Einige Hühner, die noch herumliefen, wurden geschlachtet und auch zum Teil verzehrt. Als abends nach dem Genuß des Fleisches die ganze Familie(3 Köpfe) schwer erkrankte, verfiel man auf eine Vergiftung der Tiere. Die bedauernswerte Familie mußte sofort mit dem Krankenwagen wegen schwerer Fleischvergiftung dem Luisenhospital überführt werden, wo sie alle drei in bedenklichem Zustande darnieder liegen. Hoffentlich gelingt es der Polizei, diese ruchlose Tat aufzuklären. ür deutsche ten u. Umsundprüfung hölker Dortwertet mit Piwecki in Ardeyerhöh, Schachthöhe pfel Bes. A. Ardeyerhöh d. Ardeyeren Besitzern en Prüfung indeprüfung eier in der stunden, in Sorgen vern je. So Spazierweg allem zu n Jahre bechester(Leisochum an sias=OuverLiebe und erklang das Orchester v. kozart als ttett, Orgel t, das Vioaydn und die vorgeseankt, sodaß anden“ ge, Witten, „Messias“ folgende um zeigte r ihre vollDortmund, 20. Oktober.(Ergebnislose Verhandlungen zur Beilegung des Konfliktes in der Hohenlimburger Metallindustrie.) Die vom Schlichter für Westfalen, Reichskommissar Mehlich, am 20. Oktober angesetzten Einigungsverhandlungen zur Beilegung des Lohnkonfliktes in der Hohenlimburger Metallindustrie sind gescheitert, da die Arbeitgeber sich geweigert haben, an den Lohnverhandlungen teilzunehmen. Der Schlichter für Westfalen hat für Mittwoch, 21. Oktober neue Verhandlungen anberaumt. Dortmund, 18. Oktober.(Ein neues Orchester.) Unter Leitung des früheren Thaeterkapellmeisters Dr. Duske hat sich in Dortmund ein neues Orchester gebildet mit dem Ziele, als freistehendes Orchester des Ruhrgebietes überall dahin zu gehen, wohin die bestehenden städtischen Orchester aus Mangel an Zeit nicht hingeholt werden können. Für kleinere Städte ohne eigene Sinfonieorchester dürfte die Neugründung begrüßenswert sein, aber auch die größeren Städte werden diese Musiker gelegentlich, etwa zu Oratorienaufführungen u. dergleichen, in Anspruch nehmen. Das Orchester stellte sich mit einem Konzertabend der Oeffentlichkeit vor. Das Konzert war gleichzeitig der erste Versuch, eine derartige Veranstaltung durch den Dortmunder Sender zu übertragen. Höchlten, 21. Oktober.(Um die neue Kirchen.) Am 15. ds. Mts. fand hier an Ort und Stelle eine Besprechung über Einrichtung einer eigenen evangel. Kirchengemeinde statt. Vertreten waren das Konsistorium, die Geistlichen und die Presbyterien der Kirchengemeinden Wellinghofen 1, Wellinghofen 2 und Schwerte, ferner Personen, die die Angelegenheit angeregt haben. Besprochen wurde namentlich die Abgrenzung der neuen Kirchengemeinde. Die beteiligten Vertretungen werden sich in Bälde mit der Angelegenheit zu befassen haben. Castrop, 21. Oktober.(Ein Kind überfahren.) Vorgestern nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr kam der 3 Jahre alte Walter Petzel von der Bochumerstraße 69 von der Verwahrschule zurück und lief auf der Bochumerstraße in der Nähe der Viktoriastraße hinter einem Wagen her. Nach dem Fußweg zustrebend, gériet er unter den rasch ankommenden Straßenbahnwagen der Bochumer Linie und wurde beim Fortschleifen schrecklich verstümmelt und sofort getötet. Den Fahrer trifft nach dem Bericht von Augenzeugen keine Schuld. Herne, 21. Oktober.(Selbstmord.) Ein wiederholt in einer Heilanstalt interniert gewesenes junges Mädchen machte vorgestern morgen seinem Leben dadurch ein Ende, daß es die Kleider mit Petroleum begoß und dann anzündete. Hamborn, 21. Oktober.(Weitere Arbeiterentlassungen bei Thyssen.) Am 1. November wird auf den Thyssenschächten weiteren 1000 Bergleuten zum 15. November gekündigt werden. Die Einschränkungen werden zum größten Teil auf der Zeche Wehhofen in Walsum und Lohberg in Dinslaken vorgenommen werden. Düsseldorf, 21. Oktober.(Verhaftung eines langgesuchten Mörders.). Wie die Düsseld. Nachr. melden, wurde der am 24. Juni 1899 geborene Joh. Heerdt. der wegen des am 14. Mai 1925 an dem Oberlandjäger Weickert in Albertsloh bei Münster begangenen Mordes durch den Untersuchungsrichter steckbrieflich verfolgt wird, festgenommen. Die Festnahme erfolgte vorgestern abend vor dem Hauptbahnhof durch zwei Kriminalbeamte aus.=Gladbach. Heerdt führte falsche Ausweispapiere auf den Namen Brakonier bei sich. Köln, 21. Oktober.(Ein Vatermörder vor Gericht.) In einer Arbeiterfamilie in Mülheim waren schon seit einiger Zeit schwere Streitigkeiten ausgebrochen, da die Frau es nach der Aussage ihres Mannes mit der Treue nicht allzu ernst nahm. Nach einer Festlichkeit hatte der Mann seine Frau wieder mißhandelt, da er annahm, daß sie ihn hintergangen habe. In der Erregung über die Vorgänge nahm der Sohn ein Beil und brachte in der Nacht seinem schlafenden Vater so schwere Verletzungen bei, daß der Tod sofort eintrat. Das Gericht nahm Totschlag an und verurteilte den jungen Menschen zu der geringst zulässigen Strafe von 10 Jahren Zuchthaus. Köln, 21. Oktober.(Das Recht auf den Kuß) wurde in einer Gerichtsverhandlung in Köln einer jungen Dame zuerkannt. Diese, eine Kellnerin, war in einem Kaffechause angestellt, von ihrem Arbeitgeber aber eiges Tages fristlos entlassen worden, weil sie einen Gast geküßt hatte. Die Dame erhob Klage auf Schadenersatz und der Arbeitgeber wurde, zumal er mit den Leistungen der Dimne durchaus zufrieden war, dem Klageantrage gechäß verurteilt. Aus aller Welt.“ Wieder eine Riesenunterschlagung. 335000 Mark Steuerschulden verschoben. Der Kassierer des Finanzamts in Mörs(Niederrhein), der im Interesse eines ihm befreundeten Bankiers 335000 Mark unterschlug, wurde verhaftet. Eine Nachprüfung der Kasse ergab, daß er Steuerschulden in der genannten Höhe durch falsche Buchungen unterdrückte. Die Veruntreuungen wären vielleicht nie ansTageslicht gekommen, wenn nicht die Ehefrau des Bankiers, die mit ihrem Manne in Scheidung lebt, mit deren Aufdeckung gedroht hätte. * — 160000 Mark Geldstrafe und 80 000 Mark Schadensersatzleistung. Diese hohe Strafe neben 6 und 3 Monaten Gefängnis verhängte das Gericht in Hirschberg(Schlesien) gegen zwei Spritschieber. Diese hatten durch ihre Schiebungen die Reichsmonopolverwaltung um 30000 Mark geschädigt. Die Höhe der Geldstrafe und des Schadensersatzes ist das achtfache des der Reichsmonopolverwaltung zugefügten Schadens. — Frau und mutter als Giftmörderinnen. In Dopönen bei Stallupönen in Ostpreußen wurde die Ehefrau eines Besitzers und deren Mutter wegen Giftmordverdacht verhaftet. Die beiden Frauen sollen den Besitzer mit Arsenik ums Leben gebracht haben. — Eine Komödie des alten Fritz. Im Stadttheater zu Danzig wurde eine Komödie von Friedrich dem Großen„Der Modeaffe" zur Aufführung gebracht. Der König hat das Stück aus Anlaß einer Hoffestlichkeit im Jahre 1742 geschrieben. Er glossiert darin die Lächerlic##eiten eines Modefex in außerst wichtiger Form und mit einer Treffsicherheit, die auch heute noch ihre Wirkung nicht verfehlt. Das Haus war ausverkauft und starker Beifall wurde den Spielern zuteil. — Fräulein Vikar. Als Pfarrvikar wurde in Meiningen jetzt ein Fräulein Fischer angestellt. Meiningen und vordem Jena sind die beiden ersten Orte in Thuringen, in denen Frauen als Geistliche wirken. Die Leiche auf dem Dache eines Eisenbahnwagens. Beamte des Bahnhofs von Nancy(Frankreich) entdeckten auf dem Dache eines Eisenbahnwagens eine Leiche. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, daß es sich um einen Hausierer handelte, der sich den Fahrgästen gegenüber als Polizeiinspektor ausgegeben und von ihnen die Ausweispapiere verlangt hatte. Einer der Reisenden, dem der Polizeiinspektor verdächtig erschien, forderte dessen Legitimation. Bald darauf war der Polizeiinspektor verschwunden. Wahrscheinlich ist dieser, um nicht entlarvt zu werden, auf das Dach des Wagens gestiegen und dann beim Durchfahren eines Tunnels mit dem Kopf gegen diesen gestoßen. Die Schädeldecke war dem Toten eingeschlagen, Arme und Beine waren gebrochen. — Vom Tanzteusel besessen. Die Tochter des verstorbenen amerikanisch. Multimillionärs Gould, Frau Gloria Gould=Bishop, hat, während ihr Gatte sich auf der Jagd befand, ihn heimlich verlassen und ist nach Paris abgedampft. In Newyork hat diese Nachricht große Sensation erregt. Zwischen den beiden Eheleuten war es in der letzten Zeit wiederholt zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen, da Frau Bishop, die sehr gut tanzte, vielfach ihre Künste in der Oeffentlichkeit, zeigte, womit ihr Gatte indes nicht einverstanden war. Es verlautet, daß Frau Bishop auf einer der großen RevueBühnen von Paris öffentlich aufzutreten beabsichtigt. — 85000 Morde wurden während der letzten 882r. Jahre in den Vereinigten Staaten verübt. n weniger denn 80 vom Hundert wurden von Jugendlichen im Alter von 18 bis 22 Jahren begangen. Diese Angaben stützen sich auf einen Bericht der Methodisten=Episkopalkirche. Eingesandt. Liest man in Annen die Eingesandts der Deutschen Volkspartei gegen den soziald. Landrat Hansmann, so sollte man zu der Ueberzeugung kommen, daß die Partei, die Wahrheit und Recht in Erbpacht genommen hat, aus lauter reinen Engeln bestände. Leider ist aber getade der Ort Annen schlecht gewählt, wo doch jedermann weiß, daß es in der Deutschen Volkspartei wenig Engel gibt, und die Enigesandts mit ihren vielen unwahren Behauptungen und Verdächtigungen gegen den roten Landrat— wir sind stolz darauf, daß ein Gärtner es soweit gebracht hat— scheinen zu zeigen, daß es in dieser Partei sogar an Engeln fehlt. Es gibt ein Sprichwort, das heißt: Die schlechtesten Früchte sind es nicht, woran die Wespen nagen. Und wir brauchen es den Lesern der„Annener Zeitung“ nicht erst zu sagen, daß mit den Wespen die Schreiber der Deutschen Volkspartei, die ja alle Welt von den„roten Ketten" befreien will, gemeint sind. Wir kennen aber auch ein Wort von unserm alten Bebel, das er einst auf dem Parteitage in Essen sagte: „Ein Verräter an seinen Klassengenossen ist der Führer, der von seinen politischen Gegnern geliebt wird.“ Und daß der Verwaltungsbeamte Hansmann von den Kettensprengern nicht geliebt wird, das beweisen die Eingesandts der Deutschen Volkspartei. So hätten wir es eigentlich gar nicht nötig, auf die Schreibereien der Deutschen Volkspartei einzugehen, wenn uns nicht die„schäbige“ Kampfesweise der Gebildeten dazu zwänge. Der Bevölkerung von Annen und Umgegend ist bekannt, daß die Volkspartei groß ist im Artikel= und Flugblattschreiben, daß sie aber jedesmäl kneift, sobald sie dem Gegner Aug' in Auge in öffentlichen Wahlversammlungen entgegentreten soll. In solchen Fällen„führen“ sie sich körperlich und geistig nicht sicher, dann macht man lieber„taktische Rückzüge“. Man greift dem Landrat an. Warum? Weil man weiß, daß er sich gegen derartige Presseangriffe auf Grund eines Erlasses des preußischen Innenministers, der für alle Landcäte gilt, nicht wehren kann und darf. Dafür ist das„Auto“ ein typischer Beweis. Zuerst erzählt man nur, daß ein Auto für 26000 Mark angeschafft wurde. Man verschweigt aver, daß zwei alte Autos in Rechnung gestellt wurden. Man verschweigt auch, daß der hetr. Beschluß im Kreisausschuß auf Antrag des volksparteilichen Bürgermeisters RohrmannSchwerte mit den Stimmen des Zentrums gefaßt wurde. Man verschweigt auch, daß das Auto des früheren Landrats Dr. Luckhaus sogar 32000 Mark kostete. Schon dies zeigt die schäbige Kampfesweise zur Genüge. Alle Frauen sollten sich durch das letzte„Eingesandt“ beleidigt fühlen. Geht doch daraus einwandfrei hervor, wie man die Frau zum Stimmfang benutzen will; sonst könnten sich doch die Gegner des Frauenwahlrechts nicht gerade an die Frauen wenden, um mit deren Urteilslosigkeit im Wahlkampf zu rechnen. Dahin gehört vor allen Dingen die wahnwitzige Behauptung, an die sie selbst nicht glauben, daß der Landrat mit seiner Steuerpolitik Schuld habe an den Betriebs= und Zechenstillegungen. Dabei ist eine Feststellung interessant: Im Landkreise Hattingen raucht auch kein Schornstein einer Zeche. Und der Landkreis wird doch von dem volksparteilichen Landrat Friedrichs verwaltet. Wer hat denn da Schuld? Vielleicht bringt es die Volkspartei fertig, auch für Hattingen den roten Landrat von Hörde haftbar zu machen. Mit solchen Mitteln will man Frauenstimmen fangen. Die Frauen mögen einmal Herrn Paul Knapmann aus Annen nach den wahren Gründen der Stillegungen fragen, und er wird die Antwort geben:„Der Sinn der Wirtschaft ist der Profit“. Aus reiner Profitgier wird stillgelegt. Vielleicht hat an dieser Profitgier auch der soz. Landrat Hansmann Schuld. Noch auf eines möchten wir aufmerksam machen: Warum spielt man auf die Herkunft des Landrats an? Warum versucht man ihn lächerlich zu machen? Vielleicht gibt uns die Deutsche Volkspartei einmal Auskunft über das Wort„Freie Bahn dem Tüchtigen!“ Warum bekämpft man überhaupt den Landrat? Antwort: Weil er ihnen zu tüchtig ist, weil er ihnen auf die Finger klopft, wenn es sein muß. Und das muß öfter mal sein. Wenn es eine Null wäre, der nur nach ihrer privatkapitalistischen Pfeife tanzt, dann könnte er ewig Landrat bleiben, dann würde auch die ganze Volkspartei mit ihrem Anhang jeden Abend beten:„Herr erhalte uns unsern Herrn Landrat Hansmann!" So aber?! Nun noch einige Aufklärungen über die Stillegungen. Zeche Hamburg: Am 13. August 24 teilte das Handelsministerium mit, daß die Gelder für die Micumlasten, Steuern, Lohnsicherungen usw. für die Zeche Hamburg überwiesen seien unter der Voraussetzung, daß nicht stillgelegt wird. Am gleichen Tage wurde der Zeche eine tägliche Lieferung von 300Tonnen Kohlen übertragen, wodurch 350 bis 400 Arbeiter Beschäftigung erhalten hätten. Was geschah nun? Das Geld wurde eingestrichen, und zwei Tage später wurde die Zeche endgültig stillgelegt und ist heute ersoffen. Die 300 Tonnen wurden auf eine andere Grube(„Minister Stein“) übernommen, weil man statt 1—1,25 A pro Tonne lieber 4 A verdienen wollte. Dies Beispiel zeigt mit aller Deutlichkeit„daß die Zeche Hamburg aus reiner Profitgier stillgelegt wurde. Das hindert aber die Herren von der Volkspartei durchaus nicht, zu behaupten, der Landrat Hansmann habe Schuld. Aber die Sache ist noch schlimmer. Die Zeche schuldete der Gemeinde Annen für das Etatsjahr 1924 noch die Lohnsummensteuer, trotzdem sie den Vorschuß vom Staat längst eingesteckt hatte. Die letzte Summe wurde exst vor kurzem nach mehrmaligen Drohungen mit dem Gerichtsvollzieher gezahlt. Bei den Stillegungsverhandlungen im Wittener Rathause richtete der Landrat Hansmann an den Bevollmächtigten der Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft, Herrn Assessor Müller die direkte Anfrage, ob die Kreis= oder Gemeindesteuern die Ursache der Stillegungen seien, und die Antwort lautete: „Meine Herrn, Kreis= und Gemeindesteuern spielen bei solchem Betriebsobjekt eine völlig untergeordnete Rolle.“ Wenn man angesichts solcher Tatsachen die„Eingesandt“ der Deutschen Volkspartei liest, da fragt man sich doch: Hat es die Deutsche Volkspartei wirklich nötig, mit Schwindelmanövern, Verdrehungen und persönlichen Angriffen Wählerstimmen zu fangen? Allem Anschein nach: Ja. Stahlwerk Krupp: Am 22. August 1925 fanden im Direktionsgebäude Stillegungsverhandlungen statt. Auf die betr. Frage auch hier die gleiche Antwort seitens des Direktors Rys und des Geheimrats Kunze. Bei der Stillegung spielt die steuerliche Belastung keine Rolle. Die Abteilung Annen ist deshalb stillgelegt worden, weil sie gegenüber dem Hauptwerk Essen eine Konkurrenzfirma darstellt. Also auch hier: Warum Stillegung? Aus Profitrücksichten. Und diese Tatsache wird seitens der Deutschen Volkspartei verschleiert, um Wahlvorteile zu erringen. Wie dumm schätzt sie doch die Wähler ein! Interessant ist auch, daß auch die Firma Krupp Entschädigung durch den Staat erhalten hat. Trotzdem schuldet sie heute noch der Gemeinde Annen die Summe von 32000 Mark an Steuern. Aus obigen Tatsachen dürfte einwandfrei hervorgehen, daß die Steuerpolitik des Landrats wirklich nichts mit den Stillegungen zutun hat und daß der„Sinn der Wirtschaft nur der Profit ist.“ Nur die Deutsche Volkspartei hat Anekdötchen, Erzählungen und Märchen nötig, um auf Stimmenfang ausgehen zu können. Das mögen sich besonders die Frauen merken. Die„Ehre“ der Deutschen Volkspartei erfordert folgende Feststellungen: Seitdem die Deutsche Volkspartei mit den Deutschnationalen am Ruder sitzen, hat sich in der deutschen Wirtschaftslage nichts geändert. Im Gegenteil: Die Zahl der Erwerbslosen stieg immer weiter, und eine Werksstillegung erfolgte nach der anderen. Die Bevölkerung wird täglich ärmer, kaum kann der Geschäftsmann seinen steuerlichen Verpflichtungen nachkommen. Wer trägt aber an alledem die Schuld? Die Deutsche Volkspartei gibt im„Namen von Recht und Wahrheit" Antwort: Die privatkapitalistische Prositwirtschaft. Die Bezirksleitung der sozialdemokratischen Partei Annen=Rüdinghausen. Pferdesport. Dortmund. Der Dortmunder Rennverein, der für sein Herbst=Rennen am 25. und 28. Oktober einen ausgezeichneten Nennungsschluß hatte, wird trotz der geringeren Preise, die er, entgegen seiner Gewohnheit, ausgeworfen hat, mit ganz vorzüglichem Sport aufwarten können. Gilt es doch für die meisten und namentlich für die kleineren Rennstallbesitzer noch vor Toresschluß den Winterhafer für ihre teuren Vollblütler zu verdienen; da wird eben alles, was gesund ist und Beine hat, am Start erscheinen. Auffallend stark sind unter den Neunungen Berliner und süddeutsche Ställe vertreten. So nannten u. a. die Ställe Gestüt Weil, D. Ehrenfried, O. Traun, L. und W. Sklarek, Stall Charlottenhof, die Trainer W. Blume, R. Johnson, Cocter, W. Scheffer, M. Streit; aus Süddeutschland die Trainer F. Hecker, München, F. Seidensticker, R. Mätzig, P. Seiffert und R. Trollsen. Aber auch der Rennverein, der gerade in diesem Jahre an seinen Renntagen vom Pech verfolgt war, muß sehen, daß er sich im Winter über Wasser hält. Und so hoffen wir, daß der Wettergott ein Einsehen hat und gutes Wetter beschert, dann werden sicherlich die treuen Freunde und. Besucher der Dortmunder Rennen recht zahlreich erscheinen und das um so mehr, als auch sie auf lange Zeit den schönen Sport entbehren müssen. Das ehemalige Reserve=Infant.=Regt. 239 hält seinen diesjährigen Regimentstag am 7. und 8. November 1925 in Mannheim ab; alle Kameraden werden gebeten, möglichst vollzählig zu erscheinen und Anmeldungen für Teilnahme an den Veranstaltungen kameradschaftlichen Beisammenseins an Kamerad Wilhelm Müller, Mannheim, Rheinaustraße 10, zu richten. FTaczn verleibt roslges ingentisecher Antlitz u. ein rein. zarter Teint. Alles dies erzeugt die echte die beste Lillenmiichseife v. Bergmann& Co., Radebeul. Oberall zu haben Otte Blumberg. Cermania-Drogerle. Okasa für Männer! Neue Kraft durch das neue Sexualkräftigungsmittel„Okasa“ moch Geheimrat Dr. med. Lahusen. Hervorragend begutachtet ist die prompte und nachhaltige Wirkung. 50 Portionen Mk..—, 100 Portionen Mk. .50. Das echte Präparat erhalten Sie nur durch Radlauer's KronenApotheke. 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Die Musik wird ausgefäbrt von der Sehn'scben Kapelle. Karten sind zu haben bei sämtlichen aktiven Mitgliedern und beim Festwirt. Der Vorstand. Schterdingen! Schiff in Not! And in lohen Flammen: Bricht ein stolzes-Menschenwerk säh in sich zusammen. Aus der Asche, phönixgleich, ward es neu geboren: Heidengraf vom Bodensee, du warft nicht verloren! Nord und Süd und Oft und Weft, Stade und Land und Stände Reichten dir im Opfersinn hilfebereit die Hände. Ee erschienen auf dem Dlan alle guten Geister, And ein einig' deutsches Dolk half dem großen Meister. Doch das letzte Meisterstück ging in fremde Hände. Deutschee Dolk! Besinne dich! Ist das nun das Ende? Wae hier deutsche Kraft vollbracht, soll das nun zerfallen, Soll nun Grabesruhe sein in den weiten Hallen?! All die Kunst und al! den Geist und den starken Glauben— Loll der Rat der Feinde une das nun wirklich rauben? Deutsches Dolk! Dao darf nicht sein, rühre Herz und Hände, Gib aus deiner Armut her für die Sckener=Spende. Manche Last bedrücket uns hart mir ihrer Schwere, „3. R. z“ als Kriegstribut brachte uns nur Shrel So wird auch das neue Schiff Deutschlande Ruhm verkünden, Sckener wird im sichern Flug seinen Dol schon finden. Aeber Land und über Meer werden Schiffe fliegen, Deutschland wird im Friedenowerk eine Welt besiegen. Arbeit gibt'o für kopf und Hand! In den weiten Hallen Werden Niet= und Hammerschlag fröhlich wieder schallen! Deutsches Dolk! So soll es sein! Rühre Herz und Hände, Gib aus deiner Armut her zu der Sckener=Spende! Junges Dolk! Gib doch Derzicht auf die Zigarette Ein paar Tage— und ee wird ein Erfolg, ich wetté! Deutsches Mädel, schmücke dich einmal etwas minder, Greift in euren Spartopf tief, all ihr deutschen Kinder! And wer gern den Schoppen sticht, steche mal daneben— Wer im Spiel Gewinner ist, soll's zur Spende geben! Hausfrau, richt' das Sonntagemahl einmal nur geringer, Was du einsparst, due gehört unserm Luftbezwinger. Jeder, auch der Aermste, soll hier sein Scherflein bringen, And wenn so ein jeder hilft, muß das Werk gelingen! „Deutschland“ soll sein Name sein, das ist Dolksbegehren! Deutschland über Land und Meer, Deutschland hoch in Ehren! Beiträge werden auf Dostscheckkonto Stuttgart Nr. 5845 erbeten und auch von allen Reichsbankstellen, Sparkassen und Banken entgegengenommen 83 35 00 Mununungunueuue ungugugn iimmmmm Die Freie Volksrähle Freindschaft Annan veranstaltet Sonntag, den 23. Oktober s in den Sälen des Herrn Radtke einen großen Operettenabend. E a— Sx ese Zur Aufführung gelangt: Die Ratsmädels. Operette in 3 Akten. #x Kassenöffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Nach dem Theater Tanz. Preise der Einlaßkarten 70 Pfennig und Steuern. Erwerbslose zahlen die Haltte. Karten sind zu haben bei sämtlichen Mitgliedern und im Theatersaal Radtke. Kinder unter 14 Jahren haben keinen Zutritt. Um zahlreichen Besuch bittet: Der Vorstand. 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Die war still und ernst gewor Mutter schalt au meinte, das mache si Aber Ellen hielt aufs Konservatorium „Nur Arbeit und chen ,Mutter," hatte ist jetzt die Musik.“ Mutter hatte den gesprochen. „Sage mir nur, von euch aus König ders. Hat sie eine 1 sagt sie doch sonst in Lies war nachder Ich weiß auch ni mir gegenüber viel etwas Ernstes wäre, sprochen. Aber ich greift sie zu sehr an. Einmal, als Lies durch den dämmerig ein Herz. „Du, Ellen, sag' was? Du bist so ar du's mir nicht anvei Lies legte den A „Was quält dich, b endoch kein Gehei Schmerz ist halber Ellen schluckte. 1 und wandte den Ko wie gern hätte sie d ihr tiefes, einsames scheute sich so sehr de Ellen ihr Herz noch zu weh— zu weh. Aber die Schweste deren erraten. Leise Pan. g4 INr Velleilter-Piint.. Nr. 125. DORTMUND OSTENHELLWEC Donnerstag, den 22. Oktober 1925. 2r. 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Im stillen aber sorgte sie sich um Ellen. Die war ja nicht wiederzuerkennen, so still und ernst geworden. Mutter schalt auf das viele Geigenspielen und meinte, das mache sie nur bleichsüchtig. Aber Ellen hielt fest an ihrem Plan, im Herbst aufs Konservatorium zu gehen. „Nur Arbeit und Pflicht kann mich gesund machen,Mutter,“ hatte sie gesagt—„und meine Pflicht ist jetzt die Musik.“ Mutter hatte den Kopf geschüttelt und mit Lies gesprochen. „Sage mir nur, was Ellen hat, Kind. Seit sie von euch aus Königsberg zurück ist, ist sie so anders. Hat sie eine unglückliche Liebe gehabt? Dir sagt sie doch sonst immer alles.“ Lies war nachdenklich geworden. Ich weiß auch nichts, Mutter. Sie ist jetzt auch mir gegenüber viel verschlossener. Wenn's wirklich etwas Ernstes wäre, hätte sie mit mir darüber gesprochen. Aber ich glaube auch, dieses ewige Ueben greift sie zu sehr an.“ Einmal, als Lies des Abends allein mit Ellen durch den dämmerigen Garten ging, faßte sie sich ein Herz. „Du. Ellen, sag' mal, bedrückt dich irgend etwas? Du bist so anders— sie sagen's alle, kannst du's mir nicht anvertrauen?“ Lies legte den Arm um sie. „Was quält dich, Liebling, sag' mirs. Wir hab endoch kein Geheimnis voreinander. Geteilter Schmerz ist halber Schmerz.“ Ellen schluckte. Dann biß sie sich auf die Lippe und wandte den Kopf zur Seite. Ach, wie gern, wie gern hätte sie der Schwester alles erzählt, all ihr tiefes, einsames Leid um Römer. Aber sie scheute sich so sehr davor,— so sehr. Heute konnte Ellen ihr Herz noch nicht öffnen, dazu tat es noch zu weh— zu weh. Aber die Schwester mochte die Gedanken der anderen erraten. Leise, fast schüchtern fragte sie: ee eit it ite une e wegen Römer?“ Ein Zittern ging durch Ellens Körper. Nein, sie durften es nicht wissen— keiner, keiner! Auch Lies nicht.„Frage mich nicht, Lies, bitte. Das macht mir Qual. Wie kommst du übrigens auf Römer? Da bist du im Irrtum. Ich sage das vielleicht später einmal— später. Es ist auch gar nichts Besonderes. Großmutters Tod ist mir sehr nahe gegangen, und dann der Abschied nächsten Monat von Nilmer. Man sagt ja auch, daß Musik auf die Nerven geht, vielleicht ist es so. Das kommt wohl alles zusammen. Aber bitte, frage nicht mehr.“ Lies war still geworden und traurig. Sie kannte ihre Schwester zu genau, um nicht zu wissen, daß sie etwas verbarg vor ihr. Aber was? Sie hätte ihr so gerne geholfen. Eine Zeitlang hatte sie gedacht, Ellen hätte Römer gern gemocht, sein jäher Tod wäre ihr zu Herzen gegangen. Aber, wenn Ellen das so kurz abwies, fast beleidigt, daß man überhaupt den Gedanken hegen konnte,— was konnte es dann sein? Lies mußte noch lange darüber grübeln und fand die Lösung nicht.—— Immer noch lag Gisela träumend in der Hängematte. Sie hatte auch Ellens verändertes Wesen bemerkt und mit Lies darüber gesprochen. Zum Schluß hatte sie gemeint: „Wenn es Römer nicht war, so, war es eben ein anderer. Ein Mädchen wie Ellen kann nur durch ein gewaltiges, inneres Erlebnis so umgewandelt werden.“ Wie ein Schreck fuhr es ihr dann durchs Herz. Und der kalten, spöttischen Gisela wurde es plötzlich angst. „Um Gott— wenn ich nun doch recht habe? Wenn es nun doch Knut ist? Ich sah es schon lange kommen.“ Das sagte sie aber nicht laut, sondern behielt es für sich. In ihren verschleierten Augen aber stand etwas, was sonst nie darin zu lesen war— das hieß: Mitleid mit Lies. Da klangen vom Haus her leichte frohe Schritte. Die Treppe herab kam Lies, ihren lachenden Jungen auf der Schulter. Mit der Linken hielt sie ihn fest, in der Rechten schwenkte sie einen Brief, der trug den Stempel: Innsbruck. „Von Knut", jubelte sie und trat zu Gisela in den Buchenschatten,—„er schreibt so froh aus der herrlichen Bergwelt, gerade nach einer großenFußtour über den Fernpaß. Aber er kann es doch nicht mehr vor Sehnsucht nach uns aushalten. Was, Bubi?“ Sie küßte ihren Jungen und setzte ihn auf den Rasen. „Er kommt in acht Tagen und bleibt dann bis zum Schluß der Ferien bei uns in Nilmer." 22, Kapitel. Knut war gekommen. Gebräunt und gestählt durch Alpenföhn und Firnenlicht. Lies hatte ihn abends spät von der Bahn abgeholt und kaum wiedererkannt, als er da mit Kniehosen und Rucksack ihr entgegen kam. Sie konnte sich nicht genug freuen über sein Aussehen. Was hatte er alles zu erzählen? Und diese Menge von Photographien und Lostkarten, die er mitbrachte! „Aber nächstes Jahr, Lies, kommst du mit. So illein ist es doch nur eine halbe Freude. Weißt du, ich mußte immer an die Worte denken: Wo immer die Welt am schönsten war, Da war sie öd' und leer.“ So hatte er ihr am andern Morgen gesagt, als je Arm in Arm zur alten Steinbank auf die Düne gingen. „Ja, aber Knut, wo lassen wir dann unseren bungen““ „Bei Mutter in Nilmer. Aber das ist ja noch ange hin. Himmel, ist die See heute schön, ordentliche Brandung!“ Abends kam dann auch ein Gewitter herauf und strömender Regen go, vom Himmel. Da musizierten Knut und Ellen in der Gartenübe. so wie in alten Leiten. Gisela lag auf der Chaiselongue und lauschte, obgleich sie früher immer behuaptete, daß Musik sie nervös mache. Hoch und schlank in ihrem schwarzen Trauerkleid stand Ellen mitten im Zimmer, die Geige un term Kinn. Wie sie spielte! Wie ihre ganze Seele in dem Spiel lag! Gisela hatte sie noch nie so spielen hören. Weit offen stand die Tür zum Garten, der Regen hatte allmählich nachgelassen. Die anderen saßen alle auf der Veranda. Da kam Lies herein und setzte sich still zu Gisela in einen Sessel, auch zu lauschen. Sie spielten dieselben Sachen wie im Winter. Nur das Cello fehlte. In einer Pause sagte Gisela: „O Ellen, du hast kolossal gelernt. In deinem Spiel liegt jetzt mehr als früher,— viel mehr. Findest du nicht auch, Knut?“ Knut nickte. Aber er sagte nichts. Weiter spielten sie Beethoven,— nichts als Beethoven. Ellen wollte nichts anderes. Endlich kam der Vater von der Veranda herein. „Kinder, es ist spät, wir müssen ins Bett. Morgen heißt es wieder früh heraus für uns Erntenden.— Da trennte man sich und ging nach oben. Knut half Ellen noch, die Noten zu ordnen, die anderen waren schon alle gegangen. Er hatte seit damals, als er sie im Winter in Römers Hausflur traf, nie mit ihr von den Dingen geredet, die nur er und sie wußten. Er wußte nicht, daß ex und Ellen beobachtet wurden. Daß Gisela täglich, stündlich ihnen nachsah und auflauerte, wenn sie einmal irgendwo allein zusammen waren oder harmlos mit nicht so lauter Stimme plauderten als sonst. Hinter Giselas verschleierten Augen, die nichts zu sehen schienen, die scheinbar nur träumend in weite Fernen sahen, lag noch etwas anderes,— fiebernd,— zitternd— wie ein zum Sprung geduckter Tiger,— das Mißtrauen. Knut und Ellen hatten etwas miteinander. Da war es ihre Pflicht, zu ergründen, was das war. Gisela hatte sich sonst nie viel um Pflicht gekümmert, aber wenn die Pflicht interessant wurde,— hochinteressant,— prickelnd,— dann gab sie sich ihr hin. Und dies zu beobachten, war wirklich sehr interessant. Dieser biedere, rechtschaffene Knut auf den alle schwörten, und Ellen, die nur der Musik zu leben schien. Vor dem Notenpult kniete Ellen. Neben ihr stand Knut, die Lampe in der Hand. „Hier ist noch ein einzelnes Blatt, das sie verloren haben muß.“ Er hab es ihr. Sie sah flüchtig darauf hin. Dann wechselte sie jäh die Farbe. Er sah sie erschrocken an und dann auf das Blatt. „Es ist bestimmt in Gottes Rat.“ Richtig, hatten sie das nicht jenen letzten Abend nit Römer zusammen gesungen? Ein tiefes Mitleid überkam ihn. Das arme, arme Mädel! Er reugte sich herab zu ihr, die noch immer am Boden kniete, das kleine, unscheinbare Blatt in den zitternden Händen.— „Du mußt stark sein, Ellen,— armes Kind, hörst du? Sonst merken es ja die anderen.“ Da hörten sie ein Geräusch. In der Verandatür stand Gisela. „Verzeiht! Ihr dachtet wohl, daß ich schon zu Bett wäre? Gute Nacht.“—“ Ohne ihnen die Hand zu geben, rauschte sie hinaus. Kopfschüttelnd sah ihr Knut nach. „Rätselhafte Frau, warum ist die nur wieder so komisch jetzt? Aber gute Nacht, Ellen, Lies wird schon warten auf mich. Und sei stark. Es gibt ein Wiedersehen.“ Damit ging er nach oben.——— Gisela hatte Lies am anderen Morgen alles wiedererzählt,— haarklein,— Wort für Wort, was Knut gesprochen. Lies hatte erstaunt zugehört. „Gisela, ich glaube, du bist noch krank. Laß doch bitet diese Kindereien jetzt. Warum willst du uns diese wunderschönen Tage hier trüben durch so häßliche Dinge? Du weißt, daß ich an Knut glaube wie an Gott. Bitte, mische dich nicht immer in unsere Angelegenheiten.“ Preußischer Landtag. Sitzung vom 20. Oktober. Die Höfle=Aussprache. Der Preußische Landtag setzte bei der zweiten Lesung des Justizhaushalts die Höfle=Aussprache fort. Als erster Redner kam der Sozialdemokrat Kuttner zum Wort. Dr. Thiele und Medizinalrat Störmer hätten nicht pflichtgemäß gehandelt und das Justizministerium hätte nicht rechtzeitig eingegriffen. Ungeheuerlich sei das Meineidsverfahren im Anschluß an den Offenbarungseid gewesen. Der Selbstmord Höfles sei den Medizinern durch Druck von außen suggeriert worden. In Wahrheit sei Dr. Höfle ein Opfer der Hetze und Verleumdung geworden. Seitens der Deutschen Volkspartei äußerte sich der Abg. Dr. Boehm. Nachgewiesen sei nur, daß der Tod Höfles durch Einnahme in großen Dosen von Schlafmitteln herbeigeführt sei, nicht nachgewiesen sei eine Selbstvergiftung. Nachgewiesen sei auch die Mißwirtschaft mit Schlafmitteln im Gefängnislazarett: Ob Höfle durch die Ueberführung in ein Krankenhaus noch zu retten gewesen wäre, stehe dahin. Abg. Wester(Ztr.): Der Fall Höfle sei kein Ruhmesblatt in der Geschichte der preußischen Jufer„Deutschland“ in Newyork eingetroffen. Er erklärte bei seiner Ankunft, er habe nicht die Absicht, über irgendwelche Anleihen zu verhandeln oder gar Anleihen abzuschleßen, er sei lediglich gekommen, um dem Gouverneur Strong von der Federal Reservebank of Newyork einen Gegenbesuch abzustatten und den amerikanischen Finanzsachverständigen die Versicherung abzugeben, daß Deutschland der Wunsch habe, seine Industrie auf gesunden finanziellen und wirtschaftlichen Grundlagen aufzubauen. Ausland. Frankreich. Eine grose Enttäuschung. Paris, 20. Oktober. Die französische Anleihe wurde heute geschlossen. Es verlautet, daß der Er trag der Anleihe sich auf 6 Milliarden Franken be äuft. Die Regierung hatte mit einem Ergebni on 15 Milliarden gerechnet. Die Fälligkeiten, die noch vor Ende dieses Jahres zu decken sind, betragen über 55 Milliarden. Abd el Krim für Fortsetzung des Kampfes. Die Agence Havas meldet aus Tanger: In ei ner Versammlung in Targtist erklärte Abd el Krim stizverwaltung. Jeder Bürger des Staates sei ge,n Abiommen mit Frankreich und Spanien töume Zustände, die in der Justizverwal=werden. Infolgedessen sei es besser, den Kamp tung bestanden haben und teilweise noch bestehen. Sitzung vom 21. Oktober. Der Finanzausgleich im Landtag. Der Preußische Landtag beschäftigte sich mit der ersten Beratung der Novelle zum preußischen Ausführungsgesetz zum Finanzausgleich. Hierbei gab Finanzminister Dr. Höpker=Aschoff einen Ueberblick über Preußens Finanzen. Das Reich habe das Aufkommen der Einkommen= und Körperschaftssteuer für 1925 mit zwei Milliarden in den Voranschlag eingestellt, die preußische Finanzverwaltung sei über diesen Voranschlag hinausgegangen und rechne mit einem Aufkommen von 2250 Millionen. Die Finanzverwaltung werde gezwungen, die Ueberschüsse des Vorjahres in diesem Jahre zu verbrauchen, und komme in Gefahr, am 1. April 1926 ohne jeden Betriebsfonds zu sein. Der vorliegende Entwurf schlage vor, das Land und den Gemeinden auch bei der Umsatzsteuer je mit der Hälfte zu beteiligen. Der Staat verzichte dafür aber zugunsten der Gemeinden auf die Gebühren der Auftragsverwaltung. Die Vorlage wird darauf dem Hauptausschuß überwiesen. Das Haus setzt nun die Ichelgebessen sei es besser, den Kamp fortzusetzen. „ Havas meldet aus Rabat: Nach Abschluß de Sicherheitsoperationen haben die französischen und spanischen Truppen ihre Winterquartiere bezogen Die in diesem Jahre verfrüht einsetzende Regenzei hat alle Offensivaktionen, die sich unter den bester Bedingungen entwickelten, unterbrochen. Man erwartet, daß Abd el Krim versuchen wird unter Benutzung des schlechten Wetters gegen die französischen Stellungen vorzugehen. Es scheint aber, daf seine Propaganda für den Krieg gegen die Franzosen immer weniger Anklang findet. Neue schwere Unruhen in Damaskus. Paris, 21. Oktober. Im französischen Kriegsministerium wurde heute abend erklärt, daß General Sarrail ein Telegramm abgesandt habe, aus den hervorgehe, daß tatsächlich in Damaskus schwere Unruhen ausgebrochen seien. Nähere Einzelheiter enthält das Telegramm nicht. Dagege nberichtet Havas aus Beirut: Der Auf stand, der in dem Vororte von Damaskus ausge brochen war, ist beendet. Der Führer der Aufstän vischen haben sich unterworfen. Sie haben eine hohe Summe zu bezahlen und mehrere tausend Gewehre zu übergeben. Gegen die Eisenbahnlinie Da maskus=Beirut ist ein Sabotageakt versucht wor zur Verfügung. Nach Anschaffung vollständig neuer Garderobe wurde die Fahrt in Begleitung ihrer 18 jährigen Tochter Auguste, sowie des Kaufmanns Otto Krause und des Studenten Walter Klawitter teils im Auto, teils mit der Bahn über Berlin nach Bochum unternommen. Hier jedoch entschwand die Hochstaplerin plötzlich und konnte bisher nicht ermittelt werden. Nachforschungen ergaben, daß auf dem Gericht von einer Erbschaft Gawe nichts bekannt war und der Rechtsanwalt Heynemann nicht xistiere. Jetzt erst sahen sich die Begleiter einer großen Schwindlerin gegenüber und benachrichtigen sofort die Polizei. Auch die Schneidemühler Staatsanwaltschaft ist bereits in Kenntnis gesetz ind ihre hinterlassenen Sachen in Kegelsmühl sin! durch den Landjäger sichergestellt. Frau Bert Bawe, eine geborene Malischewski, wurde am 12 Nai 1890 in Bochum geboren, wo sie in spätere: fahren ihren Mann kennen lernte, der dort bi 924 als Bergmann war und in diesem Jahre al andwirtschaftlicher Arbeiter nach Kegelsmühl kam Bei der Feststellung der Personalien auf der Poli eei in Bochum stellte es sich heraus, daß es sich um ine Person namens Berta Gawe handle, die schon ängst wegen Diebstahls gesucht wurde. Man vernutet, daß in diese Schwindelaffäre noch mehrere Personen verwickelt sein müssen. Ne#h Aussagen ihes Mannes hält die Schwindlerin sich bestimmt ir Bochum auf. Verschiedenes. Die Tragödie im Forsthaus. Mörder Babys das Ueberschreiten der Straßen mit Kinderwagen lebensgefährlich macht. Andererseits ist der Rückgang der Kinderwagennachfrage auch auf das Ueberhandnehmen der Kinderbewahranstalten zurückzuführen, deren Obhut die erwerbstätigen Mütter— und das sind in Amerika sehr viele— ihre Kinder tagsüber anvertrauen. Vielleicht wird die nächste Neuheit von drüben der„Motor=Kinderwagen“ sein. Eine Königin als Jounalistin. Die Königin von Rumänien besitzt eine gute Feder. Als sie kürzlich in England zu Besuch weile, versuchten amerikanische Zeitungsreporter, sie u bestimmen, ein Buch zu schreiben zugunsten eines Lohlfahrtszweckes für Rumänien. Die Königin ar einverstanden... Jedoch war sie sehr überischt, als sie das von ihr Geschriebene in englischen ageszeitungen veröffentlicht fand. Der amerikaische Herausgeber hatte, bevor er das Werk in Zuchform veröffentlichte, dasselbe an englische Taseszeitungen verkauft. Und so ist die Königin von kumänien gegen ihren Willen auch Journalistin jeworden. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht Bochum. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde die Ehefrau des Arbeiters Meister wegen Beihülfe zur ersuchten Abtreibung in 2 Fällen von dem erweiterten Schöffengerichte in Bochum zu einem Jahre Gefängnis verurteilt, ferner die Ehefrauen der Arbeiter Schwiersch, Hansch und Katzmarek wegen versuchter Abtreibung zu Gefängnisstrafen von 3, 4 und 5 Monaten sowie der Arbeiter Krein wegen Beihülfe zu versuchter Abtreibung zu 4 Monaten Gefängnis. Die Ehefrauen Katzmarek, Schwiersch und Hansch erhielten Bewährungsfrist und Strafaussetzung bei Zahlung entsprechender Geldbußen. In der Urteilsbegründung bemerkte der Vorsitzende, daß die Straffälle der Abtreibung in der letzten Zeit einen geradezu erschreckenden Umfang angeInfolgedessen sehe sich das zweite Beratung des Justizetats fort. In der allgemeinen Aussprache forderte der den, der jedoch rechtzeitig entdeckt worden ist. Abg. Brückner(Soz.) dringend die Durchfüh=] Paris, 21. Oktober. Alle Berichte, die in der rung der kleinen Justizreform.(letzten Zeit über die Lage in Syrien eintrafen, wa Abg. Küdicke(Dutl.) kritisierte die Verord=ren zweifellos unrichtig. Heute besteht vollkomeen nung über die Abänderung des Gerichtsverfahrens Klarheit darüber, daß die Drusen neuerlich eine vom 4. Januar 1924 und forderte Einwirkung aufsschweren Schlag gegen die Franzo die Reichsregierung, eine anderweitige Regelungssen durchgeführt haben und sogar in die herbeizuführen. Ehesachen müssen nachgeprüft wer= übrigen Vorstädte von Damaskus gedrungen den können. Die Beschränkung der Revisionsgrün=sren. de ist zu beseitigen. Zum Schluß beschäftigte sich der Redner mi tder Affäre Kußmann und Caspari. Er verkenne nicht, daß Kußmann und Caspari schwere Fehler gemacht haben; ihre Initiative zu Land und zu Wasser ist häufig nicht zu billigen. Man hätte aber vorher überlegen sollen, ob sie geeignet seien. Staatssekretär Fritze vom preußischen Justizministerium betonte, daß das Barmatverfahren nunmehr mit allem Ernst und aller Gründlichkeit an###i“„neen„ntichau bearbeitet werde. Abg. Eichhoff(D. Vp.) trats#in, der bisyer die Stadt besetzt hatte, zog sie für die endliche Beilegung der für die Rechtspflege kampflos auf die Linie Nanking—Tientsin zurüc Die Daily Mail meldet aus Jaffa, daß diFranzosen in Syrien nach Paris um 15000 Mani Verstärkungstruppen telegraphierten. China. Neue Kämnfe um Schanghai. Die Truppen des Militärgouverneurs der Sche kiangprovinz, des General Suntschuanfang, haber ohne Wen Kampf die bekannte mnesitne Hafen und Handelsstadt Schanghai besetzt. Der Militär gouverneur der Mandschurei, Marschall Tschangt so schädlichen Konflikte zwischen Preußischem Richterverein und Verband preußischer Justizamtmänner ein. wo er eine Verteidigungsstellung bezogen hat. Beseinem Abzug aus Schanahai mußte er 300 Gefan gene in den Händen der Tschekiangtrupnen zurück lassen. Es ist damit zu rechnen, daß es im Lauf der nächsten Wochen zu ernsten Kämpfen kommer wird. Nanking in Händen der Revolutionäre. Der Bürgerkrieg in China greift immer weiter um sich. Nanking hat sich den Tschekiang=Truppei ergeben müssen. Sun Fuang Schang und die Trup pen Tschang Tso Lins zogen sich über den Jangtse in Richtung auf Pukalu zurück. Wu Pei Fu hat Der russische Botschafter in Berlin, Krestinski,s sich nunmehr offen gegen Peking wie gegen Tschang ist, wie das Berl. Tagebl. meldet, Dienstag nach=Tso Lin erklärt. Er wird sich voraussichtlich al mittag vom Reichsaußenminister Dr. Stresemann Höchstkommandierende empfangen worden, mit dem er eine längere Aussprache über den Vertrag von Locarno hatte. Die Wahlen in Memel. Deutsches Reich. Besuch des Reichspräsidenten. Reichspräsident von Hindenburg wird seinen bereits angekündigten Besuch bei der württembergischen Regierung gegen Mitte November abstatten. Krestinski bei Stresemann. kein Mörder, Giftmörder— kein Giftmörder, Selbstmörder—? Von unserem Berliner Mitarbeiter. Das ist einer der sonderbarsten Mordprozesse, der je in Berlin geführt wurde. Auf Neuhaus saß Förster Gädke mit seiner Frau. Der Förster nicht mehr jung, aber stark und brutal. Die Frau auch nicht aus Wachs, aber hübsch und egehrlich. Ein Knecht kommt auf den Hof, Gra= Jeit einen geradezu erschreckenden Umfang detzty heißt er, ein strammer Bengel. Bald ist er nommen haben. Inseigeressen sehe sich das Gericht der Geliebte der etwas älteren Frau. Der Förster gezwungen, das Strafmaß für solche Fälle schärfer ihnt es, weiß es, sinnt auf Rache.1 Die Frau möchte den Mann beseitigen, schickt den Knecht in die Stadt, Gift zu holen. Der besommt aber keins. Als er zurückkehrt, nimmt der Förster ein Gewehr, legt auf ihn an. Gradetzky fällt vor Schreck auf den Rücken, der Schuß geht fehl. Der Alte aber, in der Meinung, ihn ermordet zu haben, legt Hand an sich und stirbt. Geschehen ist also ein Mordversuch des Försters und sein Selbstmord. Angeklagt aber werden die Frau und der Knecht. Wegen versuchten Giftmordes. Und erhalten beide mehrjährige Zuchthaustrafe. Ein zum Tode verurteilter Raubmörder vird dabei vorgeführt und vereidigt, ein seltener fall in der Rechtsgeschichte. Dieser Mörder sagt us, Frau Gädke habe ihm erzählt, es sei niemals Hift im Hause gewesen. Das stimmt ohne Zweifel. Aber der Wille war da, und wenn Gradetzky Gift bekommen hätte, wer veiß, ob der alte Gädke nicht daran gestorben wäre. dagegen kann niemand beweisen, ob die beiden von dem Gift Gebrauch gemacht hätten. Es ist also zweifelhaft, ob überhaupt versuchter Giftmord voriegt, denn wenn ich mir einen Dolch kaufe, ist och lange nicht gesagt, daß ich auch jemand ermorden will. Jetzt wird die Leiche des Försters ausgegraben. denn man hat Zweifel genommen an der Aussage, saß er sich selbst erschoß. Vielleicht hat Gradetzky hm die Waffe entrissen und den tödlichen Schuß bgegeben. Vielleicht ist die Frau die Mörderin? Ler weiß? Jedenfalls gingen alle am Prozeß Beeiligten mit dem Gefühl nach Hause, daß in dieser lffäre das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, ondern daß in Bälde eine erneute Verhandlung— vahrscheinlich auf anderer Grundlage— stattinden wird. U. E. Die Memelländischen Wahlen zeitigten einen überwältigenden Sieg der deutschen Einheitsfront. Nach dem vorliegenden Ergebnis wurden in der Stadt Memel 14000 Stimmen für die Einheitsfront gezählt. * ## Goldene Hochzeit des Großadmirals von noster. Großadmiral von Köster, der Lehrmeister und Erzieher der deutschen Flotte, feierte in Kiel seine goldene Hochzeit. Die aktiven Marineoffiziere und Zahlmeister hatten dem Großadmiral eine Erinnerungsgabe durch den Chef der Ostseeflotte überreichen lassen. — Vertagung des Kabinettsrates. Der für Dienstag vormittag angesagte Kabinettsrat unter Vorsitz des Reichspräsidenten ist plötzlich abgesagt worden, weil Ministerpräsident Dr. Gaus durch anderweite Inanspruchnahme an einer Berichterstattung im Kabinettsrat verhindert war. Der Vorstand der deutsch=nationalen Reichstagsfraktion trat am Dienstag abend zur Besprechung über Locarno zusammen. Die Gesamtfraktion tagte am Mittwoch. — Für die neue Optantenausweisung, die seitens Polens Anfang November zu erwarten steht, hat die Regierung bereits eine Reihe von Vorbeugungsmaßnahmen getroffen. Es handelt sich aller Voraussicht nach um etwa 500 Bauernfamilien, die am 1. November von Deutschland zu übernehmen sind. Im Schneidemühler Lager, das indessen ausgebaut worden ist, hofft man noch 1500 Personen unterbringen zu können. Ein Teil der zur Ausweisung kommenden Optanten dürfte als selbständige Landwirte in der Vermögenslage sein, für seine erste Unterkunft selbst Sorge tragen zu können Den Optanten wird, soweit sie sich nicht selbst an kaufen, Gelegenheit geboten werden, sich an Siede lungsunternehmunden zu beteiligen. Staatskredi te sind zu diesem Zwecke bereitgestellt. — Reichsbankpräsident Dr. Schacht in Newyork. Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist mit dem Dampechstkommandierenver der zentralen Provinzer ausrufen lassen, deren Bündnis Kuang Tschu, Tsche kiang, Anhwei, Kiangsi, Hupeh und Fukien ein schließt. Der Bund beabsichtigt, eine unabhängig Verwaltung in Hankau einzurichten und das soge nannte konstitutionelle Parlament, das von Tuar Sehi Ini aufgelöst wurde, wiederherzustellen. Die Dollarprinzessin von Bochum Als eine Hochstaplerin, wie man sie sonst nu in Großstädten findet, entpuppte sich in diesen Ta gen die Arbeiterfrau Berta Gawe aus Kegels mühl, die erst seit kurzer Zeit in Graudenz wohn haft ist. Unter Vorweis gestempelter Papiere hatt und ihre Mutter 25,000 Dollar geerbt. Auf Grund dieser Papiere gelang es ihr, bei dem Gutsbesitze Paul Klawitter=Glückauf 1350 Mark in bar uni bei verschiedenen Kaufleuten in Schneidemühl un Umgegend Waren, Stoffe und Geld in beträchtli chen Höhen zu ergattern, um als vornehme Dam auftreten und feudal leben zu können. Die Ge schäftswelt, die bald auf ihre große Erbschaft auf merksam wurde, eilte ihr förmlich nach. So wur den ihr verschiedentlich Schneidemühler Villen an geboten, auf deren Kauf sie sich jedoch nicht ein jieß:„Auch veranstaltete sie in Krumfließ zwe vuspielige Dollarfeste, auf denen Clausenmusike konzertierten und die Arbeiter von Kegelsmühl un Bäste aus Krumfließ frei bewirtet wurden. Si elbst leistete sich für Hin= und Rückfahrt stets ei Auto. So kostete schon das erste Fest 3000 Mar' Jedoch wurde nichts bezahlt, sondern alles auf di große Erbschaft hin gutgeschrieben. Letzthin wollt je aus der Raiffeisenkasse Krumfließ 5000 Mk. lei hen. Der Rechnungsführer Klawitter=Glückauf je doch wollte zuvor volle Gewißheit haben und be auftragte zu diesem Zwecke seinen Bruder, den Stu denten Walter Klawitter, mit ihr gemeinsam nach Bochum zu fahren, wo angeblich auf dem Gericht die eigentlichen Erbschaftspapiere vorliegen und der lechtsanwalt Heynemann wohnen sollte, den sie heauftragt haben wollte, für eine Entschädigung Ein seltenes Jubiläum. Die Familie des Rektors Küster in Düsseldorf kan, wie wir in der„Voss. Ztg.“ lesen, ein eltenes, wenn nicht sagen, einzig dastehendes Iniläum begehen. Laut Stammbaum des Küsters hat sich in ihrer Familie in den letzten 250 Jahder Lehrerberuf lückenlos vom Vater auf den Sohn vererbt, und immer war der Niederrhein die Stätte, wo dieser alte Lehreradel seßhaft war. In der Chronik von Schermbeck bei Wesel tauchte zurst im Jahre 1675 ein Lehrer und Kantor mit dieem Namen auf. Vielleicht ist der Stamm noch lter, aber weitere Aufzeichnungen fehlen, sie sind vohl ein Opfer des dreißigjährigen Krieges geworden. Melken mit Musik. Durch Melken mit Musik erzielt man sowohl bei kühen wie bei Ziegen einen Mehrertrag von 6½ rozent. Die Versuche wurden mit Geige und Brammophon und mit Drehorgelbegleitung durcheführt. Neuere Forschungen haben auch ergeben, aß die Gesamtmenge der gewonnenen Milch dopelt so groß sein kann, wie der Gesamthohlraum des Euters. Ein größerer Teil der Milch muß ich demnach erst während des Melkens bilden. Was Schmugglerinnen am Leibe tragen. Schmugglerinnen sind bekanntlich stets erfolgeicher als Schmuggler. Sie können erstens mehr unterbringen“ und zweitens— nun ja, eine„Daie“ wird stets mehr von oben visitiert. Dieser Tae aber nahm ein Zollbeamter in der Nähe von sleve eine etwas rundliche Dame, die sich auf die Brenze zu bewegte, dennoch aufs Korn und führte e zur Zollwache. Und als man die Leibesfülle sann näher untersuchte, da fand man unter der leidern nicht weniegr als 39 verschiedene Pakete ie mit Schmugglerwaren aller Art, besonders mi“ ebranntem Kaffee und Pfeifentabak gefüllt waren dem Gewicht nach hatte die korpulente Dame 20 'fund netto am Leibe. Als man sie dieser 20 Pfd eraubt hatte, erwies sie sich als ein schlankesMäd sen von 20 Jahren.„Fräulein, wie konnten Siich nur so verunstalten?“ bemerkte kopfschüttelnt er Zollbeamte darauf. Der ausrangierte Kinderwagen. Daß die Nachfrage nach Kinderwagen in Frankeich immer geringer wird, wird man verstehen iber daß dies auch in Amerika der Fall, sollte mar richt annehmen, da die Geburtenhäufigkeit hie her zu= denn abnimmt. Und dennoch. Der Grund hierfür liegt nach der Erklärung des Sekretärs anzuziehen. Die Ehetragödie des Dr. Schreiber. Der ehemalige Studienreferendar Dr. Schreiber wurde vom Schwurgericht 3 in Berlin wegen Totschlags an seiner Ehefrau zu Zeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hat Philologie studiert, war dann als Offizier im Felde und schließlich schriftstellerisch tätig. Seine Ehe war nicht glücklich. Schimpfworte waren an der Tagesordnung. Auch Prügeleien haben eine Rolle gespielt, doch habe, wie der Angeklagte behauptet, nicht er seine Frau, sondern diese ihn geschlagen. Der Angeklagte war im ferneren stellungslos und hatte sich infolge der Beschäftigungslosigkeit dem Trünke ergeben. Als ihn am Mordtage seine Frau wiederum reizte und ihn mit einem Revolver bedrohte, versetzte er ihr mit einem Hammer sechs Schläge auf den Kopf, wodurch ihr die Schädeldecke zertrümmert wurde. Der Angeklagte behauptete, aus Notwehr gehandelt zu haben, das Gericht verneinte indes die Notwehr. Nach eingehender Zeugenvernehmung, die teils zugunsten, teils zuungunsten des Angeklagten ausfiel, kam das Gericht zu dem eingangs mitgeteilten Urteil. Unter der Anklage des Raubmordes, dem die Witwe Johanna Zmuda zum Opfer fiel, hatte sich vor dem Schöffengericht 1 in Berlin der Schmied Anton Griebl zu verantworten. Das Gericht nahm nur eine Affekthandlung an und verurteilte den Angeklagten wegen Totschlas und Unterschlagung zu 10 Jahren und 3 Monaten Zuchthaus. Bestrafter Rohling. Ein wiederholt wegen Gewalttätigkeit vorbestrafter Kaufmann in Plauen i. Vogtl. und sein Sohn, ein Schlosser, waren beschuldigt, einen Weber in ihrer Wohnung aufs ärgste mißhandelt zu haben. Letzterer hatte in einer Gerichtsverhandlung gegen den Kaufmann ausgesagt, und dieser war daraufhin zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Beweisaufnahme ergab unglaubliche Einzelheiten von Roheitsakten. Der Vater wurde denn auch wegen Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung mit 2 Jahren Gefängnis belegt, der Sohn kam etwas glimpflicher davon, er erhielt 5 Monate Gefängnis zudiktiert. Der erstere wurde wegen Fluchtverdachts sofort in Haft genommen. ten. Er stellte zu dieser Reise wiederum 1000 Mark Anwachsen des Autoverkehrs, der für Bonnen und Jede Woche reife Früchte können die Leser der Meggendorfer=Blätter ohne Anstrengung und ohne große Kosten von den Bäumen des Humors und der Satire schütteln, wenn sie ein Abonnement auf dieses wöchentlich erscheinende, für alle Kreise passende u. jeden erheiternde Familienwitzblatt eingehen. Die Meggendorfer=Blätter bringen in jeder Nummer eine Menge neuer Witze, Anekdoten, Satiren und aktuelle Glossen, sie enthalten Humoresken, Gedichte lyrischen und satirischen Charakters und sind reich ausgestattet mit ausgezeichneten Reproduktionen künstlerisch wertvoller Gemälde, Zeichnungen und Karikaturen. Da irgend eine politische Stellungnahme vermieden wird, sind diese Blätter, die nur den Humor an sich und der Satire ohne politische Spitze dienen, das jeden erheiternde und erfreuende Witzblatt. Das Abonnement auf die Meggendorfer=Blätter sann jederzeit begonnen werden. Bestellungen immt jede Buchhandlung und jedes Postamt entjegen, ebenso auch der Verlag in München, Residenzstraße 10. Die seit Beginn eines Vierteljahres bereits erschienenen Nummern werden neuen Abonnenten auf Wunsch nachgeliefert. „In den Krallen der welschen Tiger“ nennt ich das im Verlage von Hch. Pöppinghaus, langendreer(Ruhrgebiet), erschienene Buch über die Leiden der Zeitungsverleger und Redakteure Dr. jur. Jos. Pöppinghaus und Heinr. Pöppingaus, Langendreer, während ihrer Gefängniszeit ei den französischen Ruhrbanditen 1923=24.— jeder Deutsche muß dieses Buch gelesen haben, danit er weiß, wie die Franzosen ihre Opfer an der kuhr und am Rhein unmenschlich behandelten. Wer das Büchelchen liest, das sehr flott und ineressant geschrieben ist und viele Abildungen des Befängnislebens enthält, wird die Scheußlichkeit des Verbrechens am deutschen Volke durch den kuhreinbruch und die Franzosenzeit im Lande der Bestfalen und Rheinländer klar erkennen. Das Buch ist in den Buchhandlungen zum Preise von Mk. 1,20 zu haben. billiger Preise. Wir führen keine sogenannte Ramschware, die nur den Anschein der Billigkeit erweckt, sondern auch bei unseren billigsten Preislagen ist Kachhtert die Grundbedingung. 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Verf Schlußstein in dieser schließung im Deutso Zusammentritt nach Mitte November zu zwischen erfolgte Ver entwürfe von Locarn stimmung in Deutschl ausgelöst hätte, kann im Gegenteil, der die Fuße folgende franz kanntgabe besonderer mit Polen und der T für sich schon abwa ee ibe ue ue Im großen und g werden, daß Reichsto auf den Standpunkt gung für eine Beteili tiepakt, die Gutheißu carnoer Vertragswer lung der von Frank Versprechungen über sein. Erst, wenn Fra sprechungen, die auf tragswerkes von Loc wird, wird sich Deuts hen, dem eigentlichen von Locarno näher auch noch mit der gel gen Vorsicht und Ueb Neben den Rhein re Vorbedingung für am Garantiepakt und nannte Kriegsschuldft durch eine Art Notifi gierungserklärungen teilweise Erledigung Kriegsschuldfrage und Krieges in der Seele les aufzuwühlen verr die überaus rege An kes in allen seinen E einem Münchener Sa genannten„Dolchst nerdeutschen Interesse bösen Wunden des de der aufzureißen, nach sind, das ist eine Fra Meinung sein kann. aber dieser Münchene lösen, er wird in die sich so siegestoll und Franzosen wieder ein klarlegen, auf wie so der„glorreiche Sieg“ land eigentlich stand. Im Preußischen schen Parlament, das Arbeiten gestürzt hat, che das Ergebnis des ausschusses zur wohl sagen, daß die dieser in mehrfacher gelegenheit wenigsten ging, sie vermied pat schlagen, die das allg mehr verletzt hätten, selbst schon verletzt w Feststellung und Bra den im Moabiter Un lerdings eine Selbstv geräuschvolle Arbeit suchungsausschusses n dem Ge Zu seinen Am 26. Oktober Tag, an dem dem Feldherr Graf Hellm de. Ein ernster Ged aber auch ein Tag de sche Größe, eine lebe nationaten Kräfte an Nacht zum Licht zu Das eharakterbil des„großen Schweig noch aus den Tagen deutschen Volke eben rakterbild des andere Otto v. Bismarcks. che Generalfeloma Ie Schlachtenlenker