975 Kafter en ihre wolle ilhaft zu rnen, n- und renstoffen laldecken eiten bei Inter, Leopoldstr. 34. latz. Verlangen arbeitungsliefte MNziese 101. i91. Juuen, le Hautleiden. ge. AuchVers. „***** Die„Annener Zeitung" erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Anzeigegebühr für die einspaltige 1 mm hohe u. 36 mm breite Zeile für Platzanzeigen im Verbreitungsbezirk 8 Pfg., auswärtige, amtliche und finanzielle 10 Pfg. Reklamezeile 1 mm hoch und 76 mm breit 30 Pfg. Bezugspreis wöchentlich 30 Pfg.(Durch die Post bezogen monatlich 2,00 Mk.) Geschäftsstelle: Bahnhofstraße 23. Telephon No. 334. * verbunden mit der„Annener Volkszeitung“ Anzeigenblatt für Aunen und die benachbärten Ortschaften Organ des Amtes Annen u. Landkreises Hörde, sowie der Gemeinden Stockum=Düren. Inserate finden bei der großen Auflage der„Annener Zeitung“ weite und billige Verbreitung. — Bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkursen kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion, Druck und Verlag von Fritz Küching, Annen. Nr. 55. Donnerstag, den 4. Juni 1925. 51. Jahrgang. Die Entwaffnungsnote nach bellin abgegangen. Die Entwaffnungsnote, die am Montag mit Sonderkourier nach Berlin gebracht worden ist, umfaßt ein fünf Seiten langes Schriftstück und zwei Anlagen. * Die Ueberreichung der Entwaffnungsnote an die deutsche Regierung hat sich, trotzdem die Note schon am zweiten Pfingstfeiertag in Berlin war, bis Donnerstag verzögert, da Reichskanzler Dr. Luther infolge der Abwesenheit des Reichsaußenministers Dr. Stresemann das diplomatische Korps nicht früher empfangen konnte. Nach einer weiteren Vereinbarung zwischen den beteiligten Regierungen wird die Veröffentlichung des Wortlauts der Note in den Pariser Blättern am Sonnabend früh, in den Berliner Blättern in den Morgenausgaben vom Sonntag erfolgen. Das für die deutsche Allgemeinheit Wesentliche dieser Entwaffnungsnote ist übrigens schon durch die vorzeitigen Veröffentlichungen der Londoner und Pariser Presse hinlänglich bekannt. Die Ansicht der deutschen Regierung! Daily Telegraph läßt sich aus Berlin melden, die deutsche Regierung werde die Ententenote durchaus im versöhnlichen Geiste aufnehmen und eine Reihe von Forderungen, wie die Auflösung des Generalstabes und Einstellung der Zeitfreiwilligen ohne weiteres annehmen, dagegen die Umänderungen bei der Polizei und die Umstellung der Fabriken beanstanden und neue Verhandlungen darüber anknüpfen. endlich von dem Volke eingesehen werden, das an Hand einer fünfzigjährigen Erfahrung feststellen mußte, daß das Herz Elsaß=Lothringens trotz aller heftigen Bedrückungen unveränderlich französisch geblieben ist.“ Und der französische Ministerpräsident Painlevé sagte in direktem Gegensatz hierzu: Muß die Linie, die Frankreich und Deutschland trennt, denn stets eine bedrohte Grenzlinie sein? Elsaß=Lothringen könnte durch sein Genie zu der gegenseitigen Verständigung der beiden großen Völker beitragen. Ein Tag wird anbrechen, der vielleicht näher ist als Sie glauben, wo die Völker in der Erkenntnis der bitteren Lehren des Krieges die Schranken des Egoismus und des Hasses zwischen sich fallen lassen werden, wo wieder das Genie befruchtet, nicht um des Krieges willen, sondern um zusammenzuarbeiten in der Bezwingung der widerspenstigen Materie.“ Und umrahmt war diese Zwiespältigkeit der Meinungen beider französischer Leiter mit einer großen Reihe schöner Versprechungen an das Elsaß. „Es werden keine Maßnahmen ergriffen,“ sagte Painlevé,„ohne daß die Vertreter Elsaß=Lothringens jedesmal zu Rate gezogen werden. Der Unterstaatssekretär der Ministerpräsidentschaft wird stets Ihren Anregungen und Ratschlägen ein williges Ohr leihen.“ daß jede deutsche Mutter täglich ihrem Kinde von seiner deutschen Nation erzählt. Deutsch sein, heißt hilfreich sein. Nicht Worte verlangt das Deutschtum, sondern Taten. Wir verfügen über die schärfste Waffe, und diese Waffe ist der Glaube an uns. Die deutsche Sonne, die lächelnd über uns steht, möge einst scheinen über einem einigen großen deutschen Reiche.“ Stürmische Begeisterung rief auf dieser Deutschtumstagung die Verlesung eines Begrüßungstelegramms von Hindenburg hervor. Die italienische Unterdrückungspolitik in Südtirol zieht immer weitere Kreise. Das Ziel der italienischen Politik in Südtirol ist, die mögliche Reibungsfläche zwischen Italien und Deutschland innerhalb einiger Jahre durch eine unerbittliche Italianisierungspolitik gegenüber den 250000 Deutschen zum Verschwinden zu bringen, d. h. Südtirol den deutschen Charakter zu nehmen. Hierzu dient die Förderung der Einwanderung italienischer Elemente, denen alle Erleichterungen gewährt werden, sowie die Schulpolitik, die die deutschsprechende Lehrerschaft überall aus den Schulen entfernt. Denjenigen Südtirolern, die im Auslande Schulen besuchen wollen, wurden die Pässe verweigert. Die Folge dieser Schulpolitik ist die Vernichtung von etwa 400 Volksschulen. Die deutsche Lehrer= und Lehrerinnenbildungsanstalt in Südtirol ist aufgehoben, wodurch der Nachwuchs von Lehrern, die die deutsche Sprache beherrschen, unterbunden wird. Der englische Standpunkt. Der Manchester Guardian behauptet, daß die Pariser Presse die Stellung Englands falsch wiedergebe. Die englische Regierung sei ebensowohl gegen einen Einmarsch Deutschlands in Frankreich wie gegen einen Einmarsch Frankreichs zum Schutze der Polen in Deutschland. Die französische Regierung habe jedoch auch die Ansicht Englands gebilligt, daß zunächst Verhandlungen zwischen Deutschland und der Entente über den Sicherheitsvertrag stattfinden. * Das Wolffbüro läßt in ähnlichem Sinne wie der Manchester Guardian erklären, daß die Ansicht der französischen Presse, Frankreich habe ein Durchmarschrecht durch deutsches Gebiet, sehr zu bezweifeln sei. In diesem Sinne sei jedenfalls der Sicherheitspakt von Deutschland nicht gemeint gewesen. Die Pariser Presse habe wahrscheinlich den englischen Standpunkt mißverstanden. Temps zur Entwaffnungsnote an Deutschland. Paris, 3. Juni. Unter Bezugnahme auf die Entwaffnungsnote an Deutschland wird in einem Artikel des Temps erklärt, die Deutschen würden gut daran tun, über die Rede nachzudenken, die der Präsident der Republik gestern in Straßburg gehalten hat und in der erklärt wird, daß Frankreich die letzte Vergangenheit nicht vergessen kann, und daß es, solange es die gewünschte Sicherheitsgarantie nicht erhalten hat, eine Ungerechtigkeit wäre, ihm einen Vorwurf daraus zu machen, daß es sich vorsichtig zeige. Diese Worte zeigen, sagt das Blatt, die Grenze, bis zu der Frankreich gehen kann. Den Deutschen steht es jetzt zu, die moralische Atmosphäre zu schaffen, in der das Vertrauen aufkommen und sich entwickeln kann. Die Aufnahme, die das Reichskabinett der Entwaffnungsnote der Alliierten bereitet, wird, so schließt das Blatt, über die deutsche Haltung Aufklärung geben. Aber wie sie auch ausfallen mag, sie wird an den getroffenen Entscheidungen nichts ändern. Der französische Präsident in Straßburg. Reden zur Sicherheitsfrage. : F r a n k r e i c h s h e i ß e B e m ü h u n g e n, n a c h d e r W i e d e r erlangung Elsaß=Lothringens die nicht recht zufriedenen Elsässer mit Frankreich zu versöhnen, erhielten in diesen Pfingstfeiertagen eine eigenartige Beleuchtung durch den Besuch des französischen Präsidenten Doumergue und des französischen Ministerpräsidenten Painlevé in Straßburg. Koumergee erklärte in Straßburg: „Zur Aufrechterhaltung des äußeren Friedens ist unermüdliche Wachsamkeit am Platze, solange wir nicht die absolute Gewißheit haben, daß die Urheber des letzten Weltkrieges von keinem Revanchegedanken mehr erfüllt sind, solange die feierlich unterzeichneten Verträge nicht loyal erfüllt werden. Was so viele Völker längst begriffen haben, wird jetzt Die Genfer Völkerbundstagung. Benesch auf dem Plan. Am 8. Juni wird in Genf wieder eine Tagung des Völkerbundes beginnen, in der sich als Vertreter Frankreichs und Englands die beiden Außenminister Briand und Chamberlain treffen werden. Der politische Schwerpunkt dieser Genfer Völkerbundstagung sind ohne jeden Zweifel die englischfranzösischen Auseinandersetzungen über den Garantiepakt. In dieser englisch=französischen Auseinandersetzung über eine angebliche Beschränkung des Garantiepaktes auf den Westen ist nun wieder der tschechoslowakische Staatsmann Dr. Benesch auf dem Plan erschienen. Dr. Benesch betreibt offenbar unter dem Deckmantel der österreichischen Anschlußfrage eine Art Einkreisung Deutschlands. Ueber seine„Mission“ sagt das Pariser„Petit Journal“: Benesch will die wirtschaftliche Zukunft Oesterreichs durch eine enge Verbindung mit den anderen Donauländern sichern. Er will, nachdem er in Bukarest, Wien und Paris über diesen Gedanken gesprochen hat, seine Idee bei der nächsten Beratung des Völkerbundes auseinandersetzen und beantragen, daß der Bund eine Kommission nach Wien schickt, um die Lage Oesterreichs zu studieren. Mit anderen Worten also eine Einkreisung Deutschlands. Das ist ein weiteres ernstes Kapitel zu der englischfranzösischen Garantiepakt=Unterhaltung. Amerika hat auch bereits indirekt sein Interesse an dieser kommenden Völkerbundstagung bekundet. So sagt eine Meldung des„International“ aus Londoner diplomatischen Kreisen:„Die diplomatischen Kreise Amerikas würden auch fernerhin in ihren Berichten zum Ausdruck bringen, daß Deutschland ab gerüstet sei. Amerika würde, wenn der Sicherheitspakt an Frankreich zerschelle, gewissermaßen sich auf Deutschlands Seite stellen, denn ein weiterer Druck in der Abrüstungsfrage vermehre Deutschlands ökonomische Belastung und seine innerpolitischen Schwierigkeiten.“ * Nach Pariser Meldungen empfing Briand den spanischen Botschafter in Paris, Quinones de Leon, der in der am 8. Juni beginnenden Ratssitzung des Völkerbundes den Vorsitz führen wird. In der Besprechung der beiden Staatsmänner nahmen diejenigen Probleme den breitesten Raum ein, die die nächste Völkerbundsratssitzung beschäftigen sollen. Deutschtumstagung in Kufstein. „Deutsch sein, heißt hilfreich sein.“ Am Pfingstmontag wirkte sich in Kufstein die Großdeutsche Volkstagung zu einer mächtigen, überwältigenden Deutschtumstagung aus. Exzellenz v. Hintze sagte:„Wir haben abgeschworen den ewigen Zwiespalt. Wir kennen nicht Stand noch Klasse. Wir wenden uns an den obersten Staatsmann ebenso gut wie an den Tagelöhner. Wir wünschen, Die zweite Fahrt des Kundfluges. 34 Flugzeuge abgeflogen.— Kleine Zwischenfälle. Der Wetterzettel kann für den deutschen Rundflug bis jetzt nicht als besonders vorteilhaft genannt werden. Nachdem sich die Witterung des Pfingstsonntags für die Fahrt verhältnismäßig ungünstig angelassen hat, so daß sich die Flüge zum Teil zu förmlichen Sturmflügen gestalteten, hat auch der Dienstag, an dem 34 Flugzeuge in Berlin zur zweiten Schleifenfahrt aufstiegen, ein ziemlich unfreundliches Wetter gebracht. Die zweite Schleifenfahrt geht über Hannover Darmstadt— Erfurt— Weimar— Chemnitz u. Dresden nach Berlin zurück. Sie ist mit 1130 Kilometern die längste Etappe des Wettbewerbes. Kontrollstation Hannover. Die zweite Schleife brachte die ersten Landungen und den ersten gewerteten Ueberflug über Hannover schon in den frühen Morgenstunden. Bereits 6,14 Uhr morgens passierte Plankert als Erster die Heide in schnellem Flug und flog in Richtung Paderborn weiter. In kurzen Abständen folgten aus allen drei Gruppen weitere Flugzeuge, insgesamt bis 9 Uhr morgens 40 Apparate. Die Sicht auf der Flugstrecke war nach Angaben der Flieger sehr gut, sodaß trotz des Gegenwindes gute Flugzeiten erreicht wurden. Ueber Frankfurt. In Frankfurt a. M. kam um 9,1 Uhr das erste Flugzeug in Sicht, und zwar D. 679, Ungewitter auf Albatros. Er umkreiste den Flugplatz und landete 9,2 Uhr. Ungewitter hat für die Strecke Hannover—Frankfurt über Bad Homburg genau anderthalb Stunden gebraucht. Die Teilstrecke des Fluges Berlin— Hannover— Frankfurt beträgt 252 Kilometer. Diese hat Ungewitter in 3 Stunden zurückgelegt, und zwar mit einem nur 100 pferdigen Motor. Die Schnelligkeit entspricht aber den allerbesten Leistungen ausländischer Verkehrs=Großflugzeuge. Die durchschnittliche Tagesleistung von rund 1000 Kilometern, die eine Woche lang von den Kleinflugzeugen gefordert wird, entspricht etwa der direkten Luftlinie Berlin— München— Berlin. Man darf den seitherigen Verlauf des deutschen Rundflugs als einen Triumph der deutschen Luftfahrt bezeichnen. Größtes und uneingeschränktes Lob gebührt vor allem den Teilnehmern der Klasse A. Sie haben es in diesem Rundfluge mit ihren schwachmotorigen Flugzeugen zweifelsohne am schwersten. Deutsches Reich. Deutsche Lehrertagung in Hamburg. Gegen die Politisierung der Schule. Zu der großen Pfingsttagung der Deutschen Lehrerschaft in Hamburg waren nahezu 20000 deutsche Lehrer aus allen Gauen Deutschlands herbeigeströmt. Der letzte Deutsche Lehrertag fand im Jahre 1914 in Kiel statt. Dem Deutschen Lehrerverein gehören nicht weniger als 150000 Lehrer und Lehrerinnen an. Die Vertreterversammlung nahm eine Entschließung an, wonach sie mit tiefster Entrüstung davon Kenntnis nimmt, daß die Reichsregierung die Erhoyung der Neuregelung der Gehälter der Beamten ablehnt. Ferner setzte sich die Vertreterversammlung warnend für die Junglehrerschaft ein. Der neue Ehrenvorsitzende G. Röhl rief in seiner Begrüßungsansprache zur Avwehr gegen die Politisierung der Schule auf. Die Eltern müßten die Volksschule schützen gegen politische Bestrebungen. Die Lehrerschaft habe erkannt, wie notwenoig es gerade heute sei, besonders der Arbeiterjugend in neuen Bildungsformen kulturelle Güter zuzuführen. Major von Hindenburg. Major von Hindenburg, der bisher in der Kavallerieschule in Hannover tätig war, ist in seiner Eigenschaft als persönlicher Adjutant des Reichspräsidenten in das Reichswehrministerium versetzt worden. Sein Nachfolger in der Kavallerieschule ist der Major Brenken vom Gruppenkommando 2. Die Amnestiefrage. Die Verzögerung des Amnestiegesetzes findet ihren Grund darin, daß von parteipolitischer Seite äußerst weitgehende Forderungen gestellt worden sind. Diese Forderungen sind in den Verhandlungen mit den Ländern auf sehr entschiedenen Widerstand gestoßen, der vor allem von Bayern aus erhoben wird. Die notwendigen Besprechungen mit den Ländern erleiden dadurch eine Erschwerung u. Verzögerung. Luftverkehr Deutschland—Schweden. Im schwedischen Ministerium des Aeußeren wurde ein deutsch=schwedisches Abkommen betreffend die vorläufige Regelung des Luftverkehrs zwischen Schweden und Deutschland unterzeichnet. * — Grundsteinlegung eines Schlageter=Denkmals. Am Pfingstsonntag veranstaltete in Schönau der Jungdeutsche Orden zusammen mit den Vaterländischen Verbänden ganz Deutschlands am Grabe Schlageters eine Gedenkfeier. Sie war verbunden mit der Grundsteinlegung für das Schlageter=Denkmal, das sich auf einer Höhe über der Stadt Schönau erheben soll. Abordnungen aus Ostpreußen, Oberschlesien, Schlesien, Sachsen, Brandenburg, Württemberg, Schleswig=Holstein, Hamburg, Westfalen waren erschienen. Der Reichskanzler Ehrenpräsident der Mitteldeutschen Handwerksausstellung. Die Handwerkskammer hat den Reichskanzler Dr. Luther gebeten, das Ehrenpräsidium für die Mitteldeutsche Handwerksausstellung zu übernehmen. Der Reichskanzler hat zugesagt und wird voraussichtlich zu den Eröffnungsfeierlichkeiten nach Magdeburg kommen. — Uebergabe von Eupen und Malmedy an die belgische Zivilverwaltung. Ein belgisches Dekret ordnet an, daß mit dem 1. Juni die außerordentlichen Vollmachten des Oberkommissars für Eupen und Malmedy und St. Vith ihr Ende erreichen. In der belgischen Presse wird betont; daß zunächst in den Schulen der von Deutschland abgetretenen Gebiete das Deutsche gleichberechtigt neben dem Französischen stehen werde. Eine furchtbare Katastrophe verhütet. An der Bahnstrecke Hagenow=Ratzeburg suchte der Caspar=Doppeldecker, der ebenfalls am Wettbewerb des Deutschen Rundfluges teilnimmt, eine Notlandung wegen Motordefektes vorzunehmen. Die im Gleitflug niedergehende Maschine kam gerade noch über den Bahndamm hinweg, auf dem im selben Augenblick der Lübecker D= Zug dahergerast kam. Unmittelbar hinter den Gleisen prallte das Flugzeug, während der Schnellzug vorbeisauste, auf unebenem Terrain auf und ging dabei völlig in die Brüche. Wie durch ein Wunder kamen beide Insassen ohne jeden Schaden davon. Ausland. Frankreich. Marokko=Krisis. Aus Fez wird dem„Petit Parisien“, gemeldet, daß Marschall Liautey an die Front abgereist ist. Ununterbrochen treffen französische Verstärkungen ein. Den Hafen von Casablanca haben zum erstenmal Kriegsschiffe, und zwar der Kreuzer„Metz“ sowie die Torpedoboote„Anamite" und„Bambara“, angelaufen. Allgemein bestehe der Eindruck, daß eine gemeinsame französisch=spanische Aktion unternommen werde. Schwere Kämpfe. ! Wie aus Larache gemeldet wird, nehmen die Franzosen fortlaufend vorgeschobene Posten zurück. Um Bibane ist eine schwere Schlacht im Gange. Bei Taunat gelang es Freydenberg unter beiderseitigen schweren Verlusten einen heftigen Angriff zurückzuschlagen.— In einem offiziellen Communique über die Lage in Marokko wird mitgeteilt, daß im zweiten westlichen Frontabschnitt eine spanische Verbindungspatrouille in Taatof angekommen sei. Die Patrouille habe den Auftrag, die Verbindung zwischen den spanischen und französischen Truppen aufrecht zu erhalten. Abd el Krim beabsichtigt einen Angriff auf Taza zu unternehmen, um die Verbindungslinie zwischen Algier und Marokko zu unterbrechen. Bulgarien. — Zwei frühere bulgarische Minister getötet. *„Corriere della Sera“ wird aus Sofia berichtet, daß Minister Peter Janow, der im Kabinett Stambulinski Finanzminister war, und der frühere Präsident der Sobranje, Alexander Petew, die zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt waren, beim Transport von Sofia nach einer Provinzstadt von den begleitenden Polizisten durch Revolverschüsse getötet worden sind. Die Polizisten behaupten, daß die beiden Minister einen Fluchtversuch beabsichtigt hätten. Die Nachricht hat in Bulgarien großen Eindruck hervorgerufen, weil die Minister sehr beliebt waren. China. Die Unruhen in Shanghai. Ueber Shanghai mußte wegen der ständigen Unruhen der Belagerungszustand verhängt werden. Blätter melden weiter aus Hong=Kong, daß 600 chinesische Soldaten, die seit einem Jahr keinen Sold erhalten hatten, in Heube=Cheu(SüdChina) gemeutert und ihre Offiziere ermordet haben. 60 Meuterer, die mit Hilfe portugiesischen Militärs aus Macao gefangen genommen wurden, sind standrechtlich erschossen worden. Nach Londo= Tage vorher eingesandt und noch Eyrenpreise ner Meldungen ist der Herd dieser Unruhen der1 beten zur Forderung„der guten Sache". In bolschewistische Einfluß unter den chinesischen Stu=lerer Zeit mehren sich auch die sogenannten p# denten. In Shanghai sind englische, amerikanische und italienische Truppen gelandet worden. An verschiedenen Stellen sind neue Unruhen ausgebrochen, bei denen einige Amerikaner verwundet worden sind. Die Landungstruppen haben verschiedentlich Maschinengewehrfeuer auf die Angreifer eröffnet. Auch amerikanische Kavallerie ist eingesetzt worden. Verschärfung der Lage. Nach Nachrichten aus Shanghai hat sich die Lage noch keineswegs gebessert. 200 französische und italienische Marinesoldaten sind gelandet worden; japanische und englische Truppen werden für heute erwartet. 30000 Arbeiter sind im Streik. Der Telephon= und Telegraphenverkehr ist gestört. Vor Shanghai liegen amerikanische, japanische, französische und englische Kriegsschiffe. Das Ausländerviertel ist für Eingeborene gesperrt worden. Den Behörden sind Beweise in die Hände gefallen, daß die Streikbewegung von den Sowjetvertretungen weitgehend unterstützt wird. 21 Tote, 65 Verwundete. Shanghai, 3. Juni. Die Unruhen in der Stadt dauern an. In den Außenvierteln wurde eine Reihe von Ausländern von Chinesen überfallen, in der Mehrzahl aber von Militärpatrouillen vor weiterem Schaden bewahrt. Im Zentrum der Stadt wird noch gekämpft. Viele Chinesen kamen bei den Kämpfen ums Leben oder wurden verletzt. Nach den letzten Feststellungen sind 21 der streikenden Arbeiter getötet und 65 verwunde t worden. Eine Ausländerin wurde durch einen Steinwurf getötet. Inzwischen sind Panzerwagen in die westlichen Viertel, wo sich der Hauptherd der Unruhen befindet, gelangt. Die Schwankenden werden von Studententrupps zum Ausharren im Kampfe aufgefordert. Der Standpunkt der japanischen Regierung. Das japanische Auswärtige Amt nimmt gegenüber der Lage in Shanghai eine abwartende Haltung ein. Es erwartet, daß die übrigen in betracht kommenden Mächte nötigenfalls eine gemeinsame Aktion unternehmen werden. Lokales. § Annen, 4. Juni. Gegen das Ueberhandnehmen der Festlichkeiten. Der Oberpräsident von Westsalen veröffentlicht folgende ernste Mahnung: In den letzten Wochen häufen sich bei den staatlichen Provinzialbehörden(Oberpräsidium, Regierungspräsidenten) die Einladungen zu Festlichkeiten und Kundgebungen aller Art in einem Umfange, daß allein ihre Beantwortung eine wesentliche Geschäftserschwernis bedeutet und es vollends unmöglich ist, allen Einladungen Folge zu leisten. Es ist selbstverständlich, daß die Vertreter der genannten Behörden nach Möglichkeit solchen Kundgebungen oder Veranstaltungen gern beiwohnen, die für die Provinz oder einenRegierungsbezirk von besonderer Bedeutung und auch geeignet sind, das Band zwischen Bevölkerung und Behörden enger zu knüpfen. Es ist ihnen aber unmöglich, Einladungen zu solchen Veranstaltungen Folge zu leisten, die einen ausgesprochen örtlichen Charakter haben, z. B. Berufsversammlungen von Ortsgruppen, Sportfeste, Wettstreite, Fahnenweihen u. ähnliche Kundgebungen. Oft werden diese Einladungen zwei bis drei Tage vorher eingesandt und noch Ehrenpreise erstrebten Ziele ohne die üblen Begleiterscheinungen von Eingemeindungen auf andern Wegen erreichen lassen. Veränderung der Lohnsteuer. Die vom Reichstag und Reichsrat genehmigten Aenderungen der Lohnsteuer sind mit dem 1. Juni dieses Jahres in Kraft getreten. Als wesendliche Abänderungen sind bemerkenswert: Es ist der steuerfreie Lohnbetrag, der seither 60 RM. monatlich(15 RM. wöchentlich usw.) betrug, auf 80 RM. im Monat(18,60 RM. wöchentlich, 3,10 RM. täglich, 0,80 RM. zweistündlich) hinaufgesetzt worden. Außerdem beträgt nunmehr die Ermäßigung des zehnprozentigen Steuersatzes, die seither für jeden zu berücksichtigenden Familienangehörigen auf 1 Prozent festgesetzt war, vom dritten Kinde ab je 2 Prozent, wenn jedoch der Arbeitslohn 250 RM. im Monat, 60 RM. in der Woche, 10 RM. am Tag nicht übersteigt, schon vom zweiten Kinde ab 2 Proz. Diese Bestimmungen gelten für alle Lohnzahlungen, die für eine nach dem 31. Mai 1925 erfolgte Dienstleistung bewirkt werden. neunuch die sogenannten Partamentarischen Abende, zu denen außer den Abgeordneten auch die Spitzen der Behörden eingeladen werden. Es steht außer Zweifel, daß ein persönlicher Gedankenaustausch auch bei festlichen Gelegenheiten zwischen den Behördenvertretern und den Führern großer Organisationen für das amtliche, wirtschaftliche und soziale Leben unentbehrlich und nützlich ist; aber dringend gewarnt muß werden bei allen Veranstaltungen vor Ueberspannung der Kräfte. Die grone Zahl und die oft ungebührlich lange Dauer der Feierlichkeiten könnten leicht über die tatsächliche Lage unseres Volkes hinwegtäuschen. Das deutsche Volk wird von allen Seiten beobachtet und bewacht und es könnte im In= und Auslande bei der Flut von Festlichkeiten der Glaube aufkommen, als wenn wir ein wohlhabendes Volk wären. Wir werden nicht durch geräuschvolle und langandauernde Festlichkeiten, sondern durch Selbstbeherrschung das wirtschaftliche und soziale Leben heben zum Wiederaufstieg unseres Vaterlandes! Der Deutsche Landkreistag gegen Eingemeindungen. Auf der Tagung des Deutschen Landkreistags, die in Stuttgart stattfand, bildeten die Eingemeindungsfragen den Mittelpunkt der Erörterungen. Die allgemeine Stimmung war durchweg gegen die Eingemeindungen gerichtet. Es wurde schließlich eine Entschließung angenommen, die sich in der Hauptsache in folgender Weise gegen die Eingemeindungen wendet: Der Deutsche Landkreistag nimmt mit Bedauern Kenntnis von den wieder stark anwachsenden Bestrebungen einer Reihe Großstädte, sich durch Eingemeindungen zu vergrößern, hierdurch das Eigenleben ihrer Nachbargemeinden zu vernichten und die Landkreise in ihrem Bestande zu verkümmern. Aus Gründen der körperlichen und seelischen Gesundheit unseres Volkes darf die rein mechanische Ausdehnung der Großstädte nicht fortgesetzt werden. Die weiträumige Verteilung der Industrie und Bevölkerung über ausgedehnte Strecken, das Schaffen einer engern Beziehung zwischen der Stadt und dem Lande und die Zusammenfassung des Lebens in kleinere Zentren, in denen Arbeit u. Wohnung nahe zusammengerückt sind, wird von anerkannten Sachverständigen aller Länder als das erstrebenswerte Ziel bezeichnet. Der Gedanke muß sich Bahn brechen, daß die Eingemeindungen in den großen Städten ein vermeidbares Uebel sind und daß sich die erVolks=, Berufs= und Betriebszählung. Durch reichsgesetzliche Bestimmung ist das Zähleramt für die am 16. Juni ds. Is. stattfindende Volks=, Berufs= und Betriebszählung als„Ehrenamt“ im Sinne der Reichsverfassung erklärt worden. Jeder Wahlberechtigte, d. h. jeder, der am 16. Juni d. Is. das 20. Lebensjahr vollendet hat, ist verpflichtet, das Zähleramt zu übernehmen. Zur Ablehnung oder Niederlegung des Zähleramtes berechtigen: Krankheit oder Gebrechen, die eine ordnungsmäßige Ausübung des Amtes hindern; dringende Geschäfte, die eine Abwesenheit vom Wohnorte zur Zeit der Zählung erfordern; ein Alter über 60 Jahre, die Berufstätigkeit als Arzt oder Apotheker; das Amt eines unmittelbaren Reichsoder Staatsbeamten, sofern die Zählertätigkeit mit den dienstlichen Aufgaben nicht vereinbar ist, worüber im Zweifelsfalle die Dienststelle des Beamten oder, falls er Leiter der Dienststelle ist, die übergeordnete Dienststelle entscheidet; bei Frauen die Erziehung von mehr als zwei Kindern oder die Führung eines größeren Haushalts, besondere Umstände, die im Einzelfalle die Ablehnung oder Niederlegung rechtfertigen. Wer ohne berechtigten Entschuldigungsgrund die Annahme des Zähleramtes verweigert oder das Amt niederlegt oder sich der Wahrnehmung des ihm übertragenen Amtes tatsächlich entzieht, kann in eine Geldstrafe von 10 bis 200.=Mk. genommen werden. Die Geldstrafen unterliegen der Beitreibung im Verwaltungszwangsverfahren. Die Zähler werden durch den Gemeindevorstand ernannt. Er beschließt über die Berechtigung zur Ablehnung oder Niederlegung des Zähleramtes, sowie über die Festsetzung der verwirkten Geldstrafe. Gegen den Beschluß des Gemeindevorstandes findet nur die Beschwerde an die Kommunalaussichtsbehörde statt. Die Haushaltungsvorstände sind verpflichtet, die nach den Zählpapieren zu machenden Angaben in die Haushaltungslisten einzutragen. ein Haushaltungsvorstand während der Zählung abwesend und hat er bis zum 19. Juni 1925 die ausgefüllten Fragebogen seinem Hauswirt nicht zugesandt, so ist dieser oder sein Stellvertreter in der Hausverwaltung, falls ein Vertreter des Haushaltungsvorstandes die Ausfüllung nicht vornimmt, verpflichtet, an Hand der polizeilichen Anmeldungen und mit Hilfe sonst vorhandener Unterlagen nach bestem Wissen die Ausfüllung der Zählpapiere für den fraglichen Haushalt vorzunehmen. Wer die Zählpapiere nicht oder nicht ordnungsgemäß ausfüllt, kann ebenfalls mit einer Geldstrafe belegt werden. § Annen, 4. Juni.(Postkreditbriefe für die Reisezeit.) Wer eine längere Reise innerhalb Deutschlands antritt, sollte nicht versäumen, sich vorher ein Postkreditbriefheft ausstellen zu lassen. Er ist dann nicht gezwungen, größere Barmittel mit sich zu führen, die gestohlen oder verloren werden können, sondern hat den Vorteil, seine Barschaft in jedem, auch dem kleinsten deutschen Postort durch Abhebungen aus seinem Postkreditbriefguthaben leicht wieder ergänzen zu können. Die Postkreditbriefe müssen auf volle 100.=Mk. lauten und werden bis zu 5000.=Mk. ausgestellt. Sie werden im ganzen deutschen Reichspostgebiet eingelöst und gelten ein halbes Jahr lang. Täglich können bis zu 500.=Mk. abgehoben werden. Die Auszahlungen können auch nachmittags und Sonntags verlangt werden, solange die Schalter der betreffenden Postanstalt geöffnet sind. Als Ausweis genügt jeder behördliche Ausweis mit Lichtbild und eigenhändiger Unterschrift des Inhabers. Für die Abhebungen werden keinerlei Gebühren erhoben. Der Betrag, auf den der Postkreditbrief lauten soll, ist vor der Ausstellung des Postkreditbriefhefts mit Zahlkarte oder— von Postscheckkunden— durch Postüberweisung an ein Postscheckamt einzusenden. Gebühren sind nur bei der Bestellung des Postkreditbriefes zu entrichten. Sie betragen 10 Pfg. für je 100.=Mk., mindestens 1.=Mk. Außerdem sind für das Postkreditbriefheft 30 Pfg. zu zahlen. Dafür wird das Heft dann vom Postscheckamt unter„Einschreiben“ an die gewünschte Anschrift kostenlos zugesandt. Wer einen Postkreditbrief mit auf die eise nimmt, reist ruhiger und sorgloser, als wenn er seinen Geldbedarf für die ganze Reisezeit bei sich führen oder sich auf die Nachsendung von Geldbeträgen verlassen muß, die oft nicht zur gewünschten Zeit eintreffen. Anträge auf Ausstellung von Postkreditbriefen nehmen alle Postanstalten entgegen, die auch bereitwillig jede gewünschte weitere Auskunft über den Postkreditbriefverkehr erteilen. 5 Annen, essch § Annen, 4. Juni.(Der Sommer=Fahrplan.) Der neue, zahlreiche Zugvermehrungen und Verbesserungen bringende Fahrplan tritt am Freitag, 5. Juni, in Kraft. Zur Ueberleitung in-den neuen Fahrplan werden manche Züge bereits in der Nacht vom 4. zum 5. Juni nach den in Aussicht genommenen neuen Verkehrszeiten befördert. Hierauf sei hingewiesen. Im übrigen bringt der Sommerfahrplan mancherlei Neuerungen und Verbesserungen. —(Eingemeindungsfragen im Ruhrgebiet.) Die Großstädte Essen, Gelsenkirchen, Bochum und Dortmund beabsichtigen die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft. § Annen, 4. Juni.(Nochmals die aufgerufenen Reichsbanknoten.) Mit Ablauf des 5. Juni ds. Is. verlieren die Reichsbanknoten, die ein vor dem 11. Oktober 1924 liegendes Datum tragen, ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel. Es braucht dann niemand mehr derartige Noten in Zahlung zu nehmen. Bis zum 5. Juli lösen die Reichsbankstellen die Noten indes noch ein. Es sei bei dieser Gelegenheit auch noch darauf hingewiesen, daß die aufgerufenen Rentenbankscheine zu 50 Mark von der Reichsbank bis zum 30. September dieses Jahres eingelöst werden. Alle anderen Rentenbankscheine sind nach wie vor volle gesetzliche Zahlungshitel..: Jahlungs .) Die glühende Gasse. Roman von Paul Rosenhayn. (Nachdruck verboten.) —(Der drohende Straßenbahnerstreik) in Rheinland und Westfalen vor Pfingsten ist noch glücklich dadurch vermieden worden, daß der Arbeitgeberverband der Straßenbahnen den gefällten Schiedsspruch angenommen hat. Das Personal der Straßenbahnen in Rheinland und Westfalen befand sich seit dem 1. April in einer Lohnbewegung. Der Schiedsspruch hatte dem Personal eine Erhöhung des Spitzenlohnes von 71 auf 75 Pfennig zuerkannt. Die Löhne des Fahrpersonals wurden von 5,60 auf 5,97 Mark erhöht. Ich möchte Ihnen in aller Bescheidenheit damit zu verstehen geben, daß Sie Ihre Gnade nicht an einen Unwürdigen verschwenden.“ „Hoheit,“ sagte Ninon,„ich muß Ihnen das Geständnis machen, daß der Tanz, den wir aufführen werden, ein Tanz im Trikot ist. „Es würde mich nicht stören", entschied der Prinz. Und indem er sich zu Mr. Pym herumwandte, sagte er: „Stellen Sie auf alle Fälle zwölf Flaschen Sekt kalt.“ „Glauben Sie wirklich...“ meinte Ninon unentschlossen. „Ich stelle es mir entzückend vor; dazu die Intimität des Raums— ein Anblick, den ich nicht mit tausend anderen Zuschauern zu teilen brauche" „Ha ha ha“, lachte der Wirt von der Schenke aus. Ninon warf einen längeren Blick auf ihn. Der Prinz sagte:„Aber Sie werden Ihre Trikots vermutlich im Auto haben, das jetzt beim Reparateur ist?“ Ein wenig zögernd antwortete Ninon: „Nein... wir tragen die Trikots— wie Badeanzüge— unter dem Kleid. Wir brauchen nur das Ueberkleid abzustreifen— und sind in derjenigen vorschriftsmäßigen Kleidung, von der ich Ihnen, mein Prinz, bereits Andeutungen gemacht habe.“ „Ich denke, wir stellen auf alle Fälle mal zwei Dutzend Flaschen kalt“, meinte der Prinz mit unruhigem Lächeln,„und schließen dann die Tür ab.“ Mr. Pym wollte sich ausschütteln vor Lachen; den Prinzen zu der Entgegnung: „Wissen Sie was? Sie können auch gleich mitverschwinden!“ „Dann ist aber doch niemand zur Bedienung „Stellen Sie auf alle Fälle noch eine kleine Rerserve bereit— kühlen tun wir sie uns schon gerbst. Aver wo nehmen wir Musik her?“ „Ich habe Radio. Und indem der Prinz die blonde und braune Mädchenschar mit einem wonneschauernden Blick umfaßte, sagte er:„Daß diese verwünschte Panne so enden würde, hatte ich nicht erwartet.“ Der Wirt stocherte und planschte in Wasser und Eis, klirrte mit den Gläsern und klapperte mit den Flaschen; es klirrte durch den Raum, klingend prallten die Gläser aneinander; dann mit einem Ruck, erhob sich Ninon und gab ein Zeichen. Die sieben jungen Damen stellten sich auf. Der Tanz hieß:„Nixenreigen", und es verschlug weiter nichts, daß der Radioapparat dazu eine Rede des Landwirtschaftsministers über die Kultur der echten Pfefferminze spendete. Der Prinz amüsierte sich großartig; der Sekt kreiste. Man machte sich am Kondensator des Empfängers zu schaffen.„Hier kommt Paris,“ sagte der Prinz,„das ist großartig.“ Und schon erscholl ein Shimmy. „Wie geschaffen für den Tanz der jungen Amazonen“, sagte Ninon. Sie nahm auf einem Piedestal Aufstellung, ganz in der Nähe des Prinzen, der sie verliebt ansah, und die sechs jungen Elevinnen wirbelten um sie herum. Als der Tanz zu Ende war, sagte Ninon: „Ich fürchte, wir ermüden Sie, Durchlaucht.“ „Mich? Wenn es nach mir ginge, würde ich die ganzeNacht nichts anderes tun, als Ihre Tänze ansehen.“ „Hm. Solange unsere Autos nicht da sind „Ich hoffe, die Reparatur wird noch ein paar Stunden dauern.“ Ninon lächelte.„Ich hatte den Eindruck, als hätten Sie dringende Geschäfte in London.“ „Habe ich!“ lachte der Prinz, schon ein wenig unsicher in der Stimme,„habe ich! Sehr dringende sogar. Es geht um viele Millionen.“ Und indem er die Gläser von neuem füllte, sagte er: „Sollen warten. Der Prinz Arsene Rohan kommt, wann es ihm beliebt. Habe ich recht, Fräulein Ninon?“ „Vollkommen.“ „Also, sehen Sie wohl. Wann es ihm beliebt!“ Und indem er die Tür aufriß, schrie er hinunter: „Wo stecken Sie eigentlich, Wirt? Sekt her!“— Während dieser Zeit sauste das Auto des Prinzen nach Norden, dem Zentrum von London zu. Auf dem Chauffeursitz saß Jean Coupot; im Fond, nachlässig in die Polster gelehnt: Gustav Raymund. Dagegen lag auf dem Sofa im Wohnzimmer des Automobilschlossers Palmer der Chauffeur des Prinzen. Lag und schlief, und vor ihm stand eine geleerte Ginflasche. Das Grand Hotel Teianon liegt abseits von der Heerstraße, an der die großen Hotels Londons paradieren. Der Verkehr von Piccadilly, das Wagengerassel vom Strand, der Korso von Rotten Row verebbt in ohnmächtigen Spritzern zu den Füßen seiner Mauern, die, schlank und frei, umsäumt vom Grün des St. James=Park, auf die Lichter von London blicken. Ein Hotel. der Hochzeitsreisenden, der Ausländer, aller derer, die nicht mit der Zeit zu rechnen haben(was gleichzeitig bedeutet: auch nicht mit dem Gelde.) Der breitschultrige Holländer ging seit einer Stunde in dem Chippendalezimmer auf und ab; die Augen seines Sekretärs wanderten mit ihm durch den Raum, hin und her, mit der Geduld eines kleinen Hundes. „Er wird schon kommen,“ sagte er. „Es ist das erstemal in meinem Leben, Spruit, daß man mich warten läßt.“ Er schlug auf den Tisch, daß es krachte.„Das erstemal— und noch dazu ein Mensch, der von mir etwas haben will.“ - Herr Spruit erlaubte sich, sanft den Kopf zu schütteln.„Schließlich: Sie wollen auch etwas von ihm haben, Herr van der Meulen.“ „Seine lumpigen Petroleumquellen? Die kann er behalten!“ „So. so! Ich hatte bisher gedacht, Sie wollten ein Geschäft machen.“ Van der Meulen mußte lachen, worüber er sich gleichzeitig ärgerte.„Natürlich will ich ein Geschäft machen, Spruit. Aber das bleibt unter uns. Außerdem geht es doch diesen Trottel von Prinzen nichts an, daß ich ein Geschäft machen will. Er soll sich eine Viertelmillion Pfund holen ind kommt nicht. Das ist noch nicht dagewesen. Das ist eine Beleidigung. Das ist eine Frechheit!“ „Vielleicht hat er es sich anders überlegt.“ „Spruit!!!" „Ich meine man bloß.“ „Ach, Sie meinen man bloß!“ „Na ja, kann man es denn wissen? Vielleicht hat er irgendeinem von Ihrem Angebot erzählt, und der hat ihm das Doppelte geboten.“ „Meinen Sie wirklich, Spruit— halten Sie das für möglich?“ „Warum nicht? Wie sie hier sagen: There is many a slip between the cup and the lip!“ „Wo er weiß, daß nicht nur ich auf ihn warte daß auch.... also es ist geradezu eine Flegelei!“. „Sie dürfen nicht vergessen, Herr van der Meulen, Prinzen haben nicht jene Begriffe vom Wert der Zeit, die wir Kaufleute haben.“ Van der Meulen wandte sich herum.„Was heißt das? Wir? Haben wir ein Kompagniegeschäft?“ „Verzeihung... wie die Kaufleute und wir Privatsekretäre sagen.“ „Meinen Sie, Spruit?“ „Verzeihung, ich heiße Herr Spruit.“ „Seien Sie nicht komisch.“ „Ich bin nicht komisch; ich stelle mich nur auf den korrekten Standpunkt wie Sie, Herr van der Meulen: Jedem das Seine. Das gilt für Kaufleute und für Privatsekretäre.“ Van der Meulen warf einen Blick auf seinen zürnenden Angestellten und ging an den Schrank. Dann, mit einem Gesicht, ols ob ihm eine Erleuchtung käme, ging er auf jenen zu, legte ihm den Arm um den Nacken und flüsterte ihm ins Ohr: „Wollen Sie eine Zigarre haben?“ Ebenso geheimnisvoll antwortete Spruit: Ja.“* rinn ep „Na also!“ In diesem Augenblick ging die Tür auf, und ein junger Mann in einer Livree, die ebenso gut die des Hotels wie die des Hauses van der Meulen sein konnte, meldete: „Fräulein Diane van der Meulen läßt fragen, ob der Herr Vater einige Minuten Zeit hätte.“ Die beiden Männer wandten sich mit völlig verändertem Gesichtsausdruck der Tür zu; in aller Eile sagte van der Meulen:„Sie kriegen die Zigarre später", als auch schon die Angemeldete eintrat. Sie entließ den Melder mit einem dankenden Nikken und schloß die Tür hinter sich, wie jemand, der gewohnt ist, der Hauptinhalt des Raumes zu sein. Der Vater ging ihr lächelnd entgegen und strich ihr über das dunkelblonde Haar. Herr Spruit machte eine höfliche Verbeugung und zugleich Anstalten, das Zimmer zu verlassen. „Sie können ruhig bleiben, Herr Spruit. Ich möchte euch nur sagen, daß eben die Apéritifs gereicht werden. Und ihr sitzt natürlich noch urgemütlich und qualmt!“ „Wir qualmen ja gar nicht, Fräulein van der Neulen“, sagte Spruit,„wenigstens was mich betrifft. Ich sollte zwar eine Zigarre haben, aber gekriegt habe ich sie nicht.“ „Ist das wahr, Vater?“ wandte sich Diane streng herum. „Wahr ist es schon.“ „Sofort gibst du ihm eine.— Warum gibst du ihm keine große?“ „Ich bin zufrieden, wenn ich überhaupt eine kriege“, sagte Spruit. „Und nun die Hauptfrage: Wo ist der Prinz?“ „Diese Frage ist nicht unberechtigt, mein liebes Kind,“ sagte Herr van der Meulen.„Also meine arme Tochter: der Prinz ist nicht gekommen.“ „Und ich habe mir extra bei Worth ein Abendkleid für ihn machen lassen.“ „Um so größer ist die Unhöflichkeit“, knurrte ihr Vater. Herr Spruit erlaubte sich darauf zu erwidern: „Das kann ich nicht einsehen. Denn der Prinz weiß ja nichts von dem Abendkleid.“ (Fortsetzung folgt.) (eder Abfülbrreitter Ansicht?)„ es noch ne, der Eiche, gib man diesem ben schenken d Sommer b manen, die E belaubt als di ter Pluvius n seine diessomn Grenzen bleib wirken. Mit möge er güti glücken! )=( Rüding wurden nachts Kaninchen aus F Rüding „Deutsche Eich fest in Lückler Fest in Masser Verein den He den 1. Ehrenp rangen Paul! Schollas den Dreikampf. A Preis im Flac Paul Wölke d Emil Schollas Otto Wölke de Den Turnern Rüdinghau Ausflügler=Auf sich, wie bereit Pfingsttage ere befindlichen Ge ten wußten, gl hat das Unglüc fordert, wi nen verletzt wi fuhr der Bergi sen mit einen hinter ihm kan per aus Dortm Konditorei Sai Begriff stand,d Augenblick bog hier nach Rüdi ße. 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Is. n vor dem 11. en, ihre Eigen" Es braucht n in Zahlung die Reichsbanks sei bei dieser wiesen, daß die 50 Mark von ber dieses Jahin Rentenbankliche Zahlungsreit) in Rheint noch glücklich er Arbeitgeberillten Schiedsnal der Stralen befand sich vegung. Der ne Erhöhung Pfennig zuerIs wurden von 7 Spruit: ir auf, und ein nso gut die des Meulen sein n läßt fragen, Zeit hätte.“ mit völlig veri; in aller Eile in die Zigarre ldete eintrat. sankenden Nikie jemand, der uumes zu sein. und strich ihr Spruit machte eich Anstalten, Spruit. Ich Apéritifs genoch urgemütllein van der was mich bee haben, aber Diane streng arum gibst du verhaupt eine der Prinz?“ , m e i n l i e b e s „Also meine ekommen.“ th ein Abendkeit“, knurrte zu erwidern: der Prinz ung folgt.) errnittes BRANNS Hn UR-4350 ressunen 5 Annen, 2. Juni.(Regnerischer Aussicht?)„Kommt die Eiche vor der es noch ne„große Wäsche“; kommt vir suyr vor der Eiche, gibt es noch ne große Bleiche!“ Wenn man diesem altniedersächsischen BauernspruchGlauben schenken darf, so steht uns ein regenreicher Sommer bevor; denn der Wahrbaum der Germanen, die Eiche, hat sich in diesem Frühjahr eher belaubt als die Esche.— Hoffentlich hält sich Jupiter Pluvius nicht an das obige Sprüchlein und läßt seine diessommerlichen Niederschläge in erträglichen Grenzen bleiben und eitel segen= u. fruchtspendend wirken. Mit einer sogenannten großen Wäsche möge er gütigst andere, regenarme Zonen beglücken! ).( Rüdinghausen, 4. Juni.(Einbruch.) Hier wurden nachts einem Hausbewohner mehrere große Kaninchen aus dem Stalle gestohlen. F Rüdinghausen, 4. Juni.(Der Turnverein „Deutsche Eiche") besuchte am 24. Mai das Turnfest in Lücklemberg, sowie am 2. Pfingsttag das Fest in Massen. Auf dem ersten Fest errang der Verein den Hauptehren= und auf dem zweiten Fest den 1. Ehrenpreis im Festzug. In Lücklemberg errangen Paul Wölke den., Otto Wölke den., E. Schollas den 7. und Hans Wölke den 8. Preis im Dreikampf. Außerdem erhielt Paul Wölke den 2. Preis im Flachbrettspringen. In Massen errangen Paul Wölke den 1. Preis, Hans Wölke den 4. und Emil Schollas den 5. Preis, im 800 Meter=Lauf Otto Wölke den 1. und Hans Wölke den 2. Preis. Den Turnern ein kräftiges Gut Heil! Rüdinghausen, 4. Juni.(Zu dem Unfall des Ausflügler=Automobils.) Ein Automobilunfall hat sich, wie bereits gemeldet, in Kirchhörde am ersten Pfingsttage ereignet. Wenn die darüber in Umlauf befindlichen Gerüchte, welche von 6 Toten zu berichten wußten, glücklicherweise auch nicht zutreffen, so hat das Unglück doch ein Menschenleben gefordert, während eine Anzahl weiterer Personen verletzt wurde. Auf der abschüssigen Straße fuhr der Bergmann Jäger aus Rüdinghausen mit einem Dogcart. In einiger Entfernung hinter ihm kam ein Lastautomobil der Firma Pieper aus Dortmund mit Ausflüglern, welches bei der Konditorei Sauerländer so nahe war, daß es im Begriff stand, den Wagen zu überholen. In diesem Sommer in in der Ruhr vorgestern nachmittag bei Mülheim der Esche, gibt der 16 Jahre alte Sohn des Gasthausbesitzers Felut die Esche vor ler. Der junge Mann versank plötzlich in einem der Baggerlöcher und konnte nur als Leiche geborgen werden. Ickern, 2. Juni.(Die Leiche eines neugeborenen Kindes) männlichen Geschlechts wurde am vorgestrigen Tage in einem Kornfelde hier aufgefunden. Der kleine Körper war in Papier eingewickelt und in einen Pappkarton gelegt worden; er wurde von der Polizei beschlagnahmt und in der hiesigen Leichenhalle untergebracht. Auskunft über den noch vollkommen ungeklärten Leichenfund erbittet die Polizeibehörde in Heeren, 3. Juni.(Die Braut erschossen.) Die Nichtbeachtung der allgemeinen Regeln und der ständigen Warnungen, nicht mit einer Schußwaffe zu spielen, wurde dem Arbeiter H. Sch. von hier zum Verhängnis. Sch. spielte Samstag mittag in der Wohnung seiner Braut, der Kriegswitwe Schmitz, mit der er demnächst die Ehe eingehen wollte, mit einem Revolver. Bei der Frage:„Soll ich Dich mal totschießen?“ richtete Sch. im Scherze und im Glauben, daß die Waffe nicht geladen sei, den Revolver auf seine Braut und drückte ab. Blutüberströmt stürzte Frau Sch. zusammen u. verstarb nach kurzer Zeit. Münster, 3. Juni.(Einen Herzschlag im Zuge erlitten.) Der erste Schriftführer des hier tagenden Schutzbundes, ein Amtmann der Kommunalverwaltung in Gelsenkirchen, erlitt, als er eben den Zug nach Wanne bestiegen hatte, einen Herzschlag. Von dem herbeigeholten Arzt konnte nur noch der Tod des Beamten festgestellt werden. Hamborn, 3. Juni.(Massenentlassungen auf den Zechen des Niederrheins.) Infolge der anhaltenden Absatzkrise sehen sich die Gewerkschaften Friedrich Thyssen, Loberg und Rhein 1 gezwungen, zum 15. Juni 3000 Beamte und Arbeiter zu entlassen, weil die Förderung bedeutend eingeschränkt werden muß. Augenblick bog der Fuhrwerkslenker links ab in die hier nach Rüdinghausen abzweige nde StraAus aller Welt. Schwere Autounfälle. In dem Dorfe Müß am Schweriner See überfuhr ein Auto, das von dem Kaufmann Peterse. Der Chauffeur des Autos erkannte die dadurch sen, einem Bruder des Hamburger Ersten Bürgerunvermeidliche und große Gefahr eines Zusammen= meisters, gelenkt wurde, eine alte Frau, die sofort getötet wurde. Der Lenker des Autos verlor dabei die Herrschaft über den Wagen. Das Auto raste gegen einen Baum, wobei durch den wuchtigen Anprall dem Lenker durch das Steuerrad der Brustkasten eingedrückt wurde, auch er war sofort tot. Zwei im Wagen sitzende Damen wurden schwer verletzt. In dem Orte Zinnewitz überfuhr ein Berliner Kraftwagen einen Radfahrer und tötete ihn sofort. Auch hier raste dabei der Wagen gegen einen Baum. Die Insassen wurden herausgeschleudert. Ein Major Lünninghof aus Berlin brach das Genick und war sofort tot, zwei weitere Insassen des Autos kamen mit leichten Verletzungen davon. Bei einem Bahnübergang in der Nähe von Wangen a. d. Aar fuhr ein mit 7 Personen besetztes Auto aus Basel durch die geschlossene Schranke auf das Gleis, auf dem der Nachmittags=Schnellzug Zürich—Genf fällig war. Als das Auto das Gleis überqueren wollte, blieb es auf den [Schienen stehen. Im gleichen Moment kam der Schnellzug herangebraust. Drei Personen wurden getötet und eine Person schwer verletzt. Das„Bamberger Volksblatt“ meldet aus Mellrichstadt: Als das Auto des Fabrikanten Vollrath, in dem sich die Familien Vollrath und Wolf befanden, am Pfingstsonntag auf der Fahrt nach Rothenburg sich einem unbewachten Bahnübergang der Kleinbahn in der Nähe von Mellrichstadt näherte, kam plötzlich ein Zug hinter einer Häusergruppe hervor. Dem Chauffeur gelang es im letzten Augenblick noch zu bremsen. Infolge des scharfen Bremsens wurden Frau Vollrath und Frau Wolf aus dem Wagen geschleudert. Frau Vollrath wurSashe Aesces e. Sesien Aer a ie Elberfelder Wirtschaftsbank sei. Meyer habe jestoßes und bremste. Leider war der Wagen aber durch sein Tempo und die Abschüssigkeit der Straße, zu welchem als weiter erschwerender Umstand noch die stark gewölbte Straßendecke kam, in einer Geschwindigkeit, daß er sich durch das plötzliche Anziehen der Bremse überschlug. Die Insassen des Autos wurden herausgeschleudert. Ein Ausflügler aber, Alfred Propst aus Dortmund, der nach den Angaben der übrigen Mitfahrer auf dem Trittbrett gestanden hatte, kam unter den sich überstürzenden schweren Lastwagen und erlitt derartige Verletzungen, daß er denselben drei Stunden später erlag. Von den auf dem Boden liegenden Ausflüglern schien zunächst ein großer Teil erhebliche Verletzungen erlitten zu haben. Von allen Seiten eisten Anwohner der Unglücksstelle herbei, um den Verunglückten helfend zur Seite zu stehen. Bald kam auch von Dortmund ein Auto mit Rettungsmannschaften und sorgte für den Forttransport nach dem Dortmunder Luisenhospital. Dort wurde den Verletzten sofort ärztliche Hilfe zuteil und dabei festgestellt, daß die Mehrzahl der Verletzungen nicht schwer wiegender Natur war. Bis auf drei konnten alle nach Anlegung von Verbänden entlassen werden. Aber auch für die noch in Krankenhausbehandlung Verbleibenden besteht keine Gefahr. Sie dürften alle drei schon in kürzester Zeit wiederhergestellt werden. d. Stockum, 4. Juni.(Zahltermine.) Am Freitag, 5. ds. Mts. in der Zeit von—5 Uhr nachm. findet auf der hiesigen Amtsstelle die Auszahlung für Kriegshinterbliebene, Sozial= und Kleinrentner statt.— Um dieselbe Zeit findet in der evgl. Volksschule ein Steuerhebetermin statt. zwei Flugzeugen nach Spitzbergen entsenden, die sich an der Suche nach Amundsen beteiligen sollen. — Eine 83 jährige Frau von Rindern getötet. In einem im Kreise Leer(Ostfriesland) gelegenen Dorfe wurde eine 83 Jahre alte Frau tot aufgefunden. Sie war bei einem Spaziergang von Rindern durch Stöße mit den Hörnern in Hals und Schläfe so übel zugerichtet worden, daß sie bald danach starb. „Tee“ mit Todesfolge. Die Frau eines Arbeiters in Neu=Descherin(Ostpreußen) bereitete ihrem Manne einen„Tee“ aus Stechapfel und Tollkirschen. Der Mann starb unter schweren Vergiftungserscheinungen, während die Frau gemeinschaftlich mit der Wirtin verhaftet wurde. — Radio in englischen Krankenhäusern. Es ist in London eine Bewegung im Gange, in allen Krankenhäusern Radio=Unterhaltungen zu geben, zu welchem Zwecke die Summe von ungefähr 50 000 Pfund angefordert werden soll. Man beabsichtigt, an jedem Bett einen Empfangsapparat anzubringen. — Ein neuer Wirbelsturm in Amerika. Ein heftiger Tornado wütete im Staate Nebraska und im westlichen Teil des Staates Jowa. Es sind verschiedene Ortschaften schwer beschädigt worden. Der Sachschaden ist sehr groß. Die Zahl der Toten und Verwundeten ist noch nicht festgestellt. Die Drahtverbindung mit den heimgesuchten Gebieten ist unterbrochen. Provinzielle Nachrichten. Hagen, 3. Juni.(Freispruch im Hasper SparEsssenprogeß.)„Im Prozeß wegen der eigenartigen Millionengeschäfte bei der Hasper Sparkasse lautete das Urteil gegen beide Angeklagten auf echung. Die sehr eingehende und inFreisprechung. Ein Reichswehrsoldat von Einbrechern erschossen. Verschjedenen Der Dichter der Idylle. Zu Eduard Mörikes 50. Todestage am 4. Juni. Eduard Mörike wurde am 8. September 1804 zu Ludwigsburg in Württemberg geboren, studierte später protcstantische Theologie im Seminar zu Urach und im Stift zu Tübingen und wurde mit 30 Jahren Pfarrer zu Kleversulzbach im Unterland. Diesen Beruf gab er indes nach 9 Jahren wieder auf, um eine Zeitlang als Privatgelehrter zu leben. 1851 übernahm er dann eine Professur am Katharinenstift zu Stuttgart. Hier schloß er auch den Bund fürs Leben mit Margarete von Spacth. Mit 62 Jahren trat er in den Ruhestand, und nach weiteren 9 Jahren ruhigsten Lebens starb er am 4. Juni 1857. Treffend sagt einer seiner Biographen von ihm: So war sein Dasein arm an äußeren Ereignissen, arm auch an leidenschaftlichem Erleben, zu dem er wohl veranlagt war, das er aber in seiner Neigung zu idyllischer, echt schwäbischer Gemütlichkeit gern vermied. Dem deutschen Volke ist Mörike, der uns Menschen von heute als Lyriker von allen deutschen Dichtern wohl am nächsten steht, besonders der Dichter der Idylle geworden. In seinen Liedern erzählt er von der Liebe, von Lust und Leid, und sie sind besonders durch die glücklichen Vertonungen von Hugo Wolff in alle Schichten des Volkes gedrungen.— Mit seinen Prosawerken hatte er im allgemeinen weniger Glück. Geflügelte Worte von Eduard Mörike. „Schweig' stille, mein Herze!“ ein Wort, welches so häufig verwendet wird, stammt aus Mörikes„Schön Rohtraut". Aus demselben Gedicht verwenden moderne junge Mädchen wohl die Aufforderung: „Wenn du das Herz hast, küsse mich!“ Aus„Rat einer Alten“ stammt das Wort: „Bin jung gewesen, Kann auch mit reden, Und alt geworden: Drum gilt mein Wort!" Die Anrede„Treuloser Knabe“ entnehmen wir dem Gedicht„Die Verlassene“. Am meisten zitiert wird wohl der Mörike=Spruch „In Demut“: „Wollest mit Freuden Und wollest mit Leiden Mich nicht überschütten! Doch in der Mitten Liegt holdes Bescheiden!" * Mörike=Gedenkseiern in den Schulen. Der Preußische Unterrichtsminister hat die Provinzialschulkollegien und Regierungen beauftragt, in einer der ersten deutschen Stunden nach den Pfingstferien in den höheren Schulen sowie in den Oberklassen der mittleren und Volksschulen durch die Lehrer des Dichters gedenken zu lassen. Königliche Gehälter. Der König von England bezieht jährlich 11,0 Millionen Goldmark, der König von Italien 12,8, der spanische König 7,1, der dänische 1,2, der norwegische 986 000, der schwedische 1,8, der belgische 4,3, die holländische Königin 1,5, der serbische, 2,6, der rumänische 2, der bulgarische 1,6 und die Großherzogin von Luxemburg 160000 Mk. jährlich. Der König von Siam erhält 14 Millionen und der Kaiser von Japan 9 Millionen Mark jährlich. es„ange=(wurden gestern morgen 4 Einbrecher von einem) Der Frauenschreck von Neumünster. und diese habe ihm die Sparkasse schrift= Reichswehrsoldaten der ersten Kompagnie des Regi=] In der holsteinischen Stadt Neuwünste Betrug der Sparkasse Haspe lag mnents 17 und einem Zivilisten bei der Arbeit über= seit Jahr und Tag in Parterrewohr hofe guch icht vor. Die Beweisaufnahme habe ergeben, frascht. Es entstand ein Handgemenge, in dessen ders wenn männliche Personen abwesend waren oaß Hocke seinem Amte nicht gewachsen sei. Er habe Verlauf der Soldat durch drei Revolverschüsse ge= heimnisvolle Ueberfäl Geldgeschäfte gemacht, die nur mit In= tötet wurde. Die Einbrecher flüchteten in ein Ge Mädchen erfolgt. Ein Mann, der Tür oder Fenklationstaumel zu erklären seien. Damals habe hände, das von alarmierten Reichswehrsoldaten um= ster, wenn auch gewaltsam, bo dor Gu gelgenefn eine durchaus unzgzäsige Vetäti=ssteit wurde. derien teichopehy„ränschlas gaisfnet hoite“, ie vch midicht. ge gung der Sparkassen in Geld= und Bankgeschäften Schwersa Kausassanaumasig e.(ggios Peosiurt gutte, versectte die weiblichen in einem solchen Umfange eingesetzt, daß im Mai dei Gens. tastatg zund fggrßte Bestürzung, indem er sie beMinisters erforderlich wurde. Durch die Verpflichtung Hockes nach Haspe zur nahme des Bankverkehrs nach modernen Grundsätzen sei schon der Keim gelegt für die nachfolgenden beliebter Ausslugsort der Genfer war mit Fremden der 9a. des Andeimicgen orperstert, Schädgungen. Es habe sich ergeben, daß die Lei. Pherfült, als eine ungeheure Detonation auf demi der Velang es hm, uu entommen. Er wurde, betung der Sparkase volkommen versagt habe. Jusiz.) Bahnhof erfolgte. Ein Chlorgaszplinder von 12001londers weil er in verschedenen Stadteilen unrat Schultz und Rummel waren vom besten Willen! Kg. Inhalt war geplatzt. Eine gewaltige Wolke er-sing, zum Frauenschreck, und die Frauen in den beselt, hatten aber nicht die Kraft, sich durchzuset= hab sich über dem Bahnhof und breitete sich mit Mznrgx„Hrpesenz“ wolten sich abends, wenn ihre Höb. Kich, öcher. derz. Bohnhof und. breitete ßch mit pranner avwegeno waren, kaum mehr glein zu Bette legen. Dieser Tage nun ereilte den Frauenschreck sein Schicksal. Einem Manne siel es auf, wie von außen her mit einer Laterne in sein Ehegemach gereuchtet wurde. Das Licht erlöschte, und im nächder Schattenriß eines ManS5. Lekhung, des. Fensters sichtbar. Nur mit dem Nachthemo berleidet, stürzte sich der Wohnungsinhaber auf den Eindringling, der aber zunächst seinen Händen entschlüpfte. Der Mann im Nachthemd jedoch schwang sich ebenso wie der Verfolgte aus dem Fenster zur Straße, und nun ging die wilde Jagd auf der Straße los. Die äußerst luftige Bekleidung scheint dem Verfolger zustatten es glückte ihm, den Unbeseelt, hatten aber nicht die Kraft, sich durchzuset= Hgh. ich über, derz. Bahnhof und breitete sich mit zen. Der Bürgermeister war dazu nicht imstande.ieseite über den Platz und die in der Nähe geSo ist die Sparkasse in den Abgrund hineingeschlit legenen Straßen aus. Durch die Gasausströmuntert durch Geschäfte, die die Hauptbeteiligten in ih#8 s670 50 Personen vergiftet worden, von denen rer Einfalt noch für günstig hielten. Zweifelsfrei###.12 in bedenklichem Zustand befinden. Eine Un= geleuchtet worde Hstehe fest, daß Hocke nicht in die eigene Tasche gear(rerszchung, die unmittelbar nach dem Unglück statt=st.: Rug wurde. Das beitet hat. Da auch Untreue nicht in Fra, sano, ergab, daß der Zylinder anscheinend nicht ge zuugenblic wurde ge kommt, mußte die Freisprechung der Angeklag gügend widerstandsfähig war und dem erhöhten?!““ ten erfolgen. Hohenlimburg, Angetlag3. 6.(Ein Polizeibeamter beim Festnehmen von Einbrechern erschossen.) In der letzten Nacht gegen 4 Uhr wurde der Po ##en Nacht gegen 4 Uhr wurde der Polizeiheamte Heorg Schussel, aus Iserlohn gebürtig und im Dienste der Stadt Hohenlimburg, bei der gsfate Einbrechern durch Schuß am 5 sentomnen. drecder und Mörder find Juni.(In der Ruhr ertrunken.) Sasssstern ertrank der Schneiderlehrling Willy beim Baden in der Ruhr. Die Leiche ist abgetrieben worden und konnte bisher noch nicht geborgen werden.— Ferner ertrank beim Baden Druck des Gases unter den sengenden Sonnenstrahlen nicht länger Widerstand leisten konnte. Mißglückte Versuchs=Luftfahrt eines Chefarztes. Budapest, 3. Juni. In Szegedin“ unternahm gestern der Chefarzt des dortigen Spitals, Dr. Boder Festnah= ros auf einem Flugzeug einen Versuchsflug, um die lunuige vekleidung scheint Hinterkopfe Einflüsse des Fliegens auf die menschliche Konstitu=(gekommen zu sein, denn es d unerkannttion zu studieren. Das Flugzeug stürzte aus einer heimlichen festzunehmen iu Höhe von 200 Merer av. Der Pilot blieb., der übergeben. Die Frauen, Stelle tot. heimlichen festzunehmen und ihn der Polizei zu übergeben. Die Frauen Neumünsters aber atmen Meter ab. Der Pilot blieb auf Dr. Boros wurde schwer verletzt. Norwegische Hilfsaktion für Amundsen. Berlin, 3. Juni. Einer Blättermeldung aus auf über die Festnahme des Frauenschrecks, der sich als ein 32jähriger Schlosser namens Albert Voß herausstellte, der unverheiratet ist, in krankhafter Leidenschaft gehandelt haben will und bereits in 30 Neueste Nachrichten. Der Reichsfinanzminister in München. München, 4. Juni. Reichsfinanzminister von Schlieben ist gestern zu einem kurzen Besuch in München eingetroffen. Er beabsichtigt, dem Finanzminister Krausneck, dem Reichsfinanzhof und dem Landesfinanzamt einen Besuch abzustatten. Autounglück nach der Tranung. Stuttgart, 4. Juni. Nach einer Blättermeldung überschlug sich ein von einer Kirchentrauung in Möhringen kommendes Auto, als der Chauffeur einem Radfahrer ausweichen wollte. Die Insassen des Autos wurden herausgeschleudert. Eine Frau war sofört tot, während eine andere und ein Kind schwer verletzt wurden. Frankensturz. Paris, 3. Juni. Die Devisenkurse unterliegen seit einiger Zeit sehr heftigen Schwankungen. Gestern stieg das Pfund bis auf 98,25, der Dollar auf 20,20, während am letzten Börsentage vor dem Pfingstfeste die höchsten Kurse 96,90 bezw. 19,93 gewesen waren. Die gestrigen Kurse sind seit langer Zeit nicht erreicht worden. Marschall Foch in London. London, 3. Juni. Morgen findet aus Arlaß des 60. Geburtstages des Königs die übliche Parade statt, zu der auch der heute hier eingetroffene Marschall Foch geladen ist. Nach der Parade wird Foch beim König im Buckinghampalast das Frühstück einnehmen. Nach einer Meldung der„Preß Association“ werden heute abend hervorragende Mitglieder der britischen Regierung mit Marschall Foch auf der französischen Botschaft speisen. 100 Häuser eingeäschert. Warschau, 3. Juni. Das im Wilnaer Land gelegene Städtchen Kuschenietz ist von einem furchtbaren Feuer heimgesucht worden. 100 Häuser und die Kirche wurden ein Raub der Flammen. Man vermutet Brandstiftung. Amerikanische Hitzekatastrophe. Washington, 5. Juni. Eine außergewöhnliche Hitzewelle an der ganzen Ostküste und im Westen der Vereinigten Staaten fordert zahlreiche Opfer an Menschenleben und verursacht erheblichen Materialschaden. Die Meldungen aus verschiedenen staaten ergeben, daß insgesamt 27 Personen Hitzschlägen erlegen sind. Die Temperatur stieg allenthalben über 90, teil eise bis über 100 Grad Fahrenheit mit folgenden heftigen Gemitterstürmen. Allein in Sioux City wurde ein Ernteschaden von 100000 Dollars angerichtet. BGewaltigen Schaden richtete ferner ein Wirbelsturm an, der über die Staaten Jowa und Nebraska dahinbrauste. Die Zahl der Opfer ist unbekannt. Eingesandt. Anfrage. Vor einiger Zeit hörte man von Unregelmäßigkeiten bei der Reichspräsidentenwahl am 26. Aprik ds. Is. auf dem Schnee. Darüber gehen allerlei Gerüchte in der Gemeinde um, die auf ihre Richtigkeit hin schwer zu prüfen sind. Was hat die Polizei, bezw. der Wahlvorsteher des Amtes Annen in der Angelegenheit getan? Oder wird die Sache im Papierkorb verschwinden? Der Gemeindevertretung kann empfohlen werden, der Sache einmal nachzugehen, damit man keine voreiligen Schritte bezüglich Anstellung von Beamten zu bereuen braucht. Ein Bürger. Bauernregeln auf den Monat Juni. Der Juni macht Heu. Juniregen bringt reichen Segen. * Wenn naß und kalt der Juni war, Verdirbt er meist das ganze Jahr. * Brachmond machet uns bekannt, Was die Schaf für Wolle hannt. Gibt's im Wird auch Juni Donnerwetter, das Getreide fetter. Juni trocken mehr als naß, Füllt mit gutem Wein das Faß. Springende Fische Bringen Gewitterfrische. Wenn im Juni Nordwind weht, Kommt Gewitter oft recht spät. * Heller Medärdustag Stillet der Bauern Klag. * Juni kalt und naß, Bringet keinem was. * Menschen und Juniwind Beide ändern sich geschwind. * Bläst der Juni ins Donnerhorn, Bläst er ins Land das liebe Korn. * Juni hat die furchtbarsten und lieblichsten Taue. 8TELEN- Am Stitonleuti wedsiid roder prrntbtacher DAntlits u. ein rein. narter Teint. Alles dies erzengt die echte Rachemobent-Seie die beste Lillenmfichseile v. Bergmann& Co., Rodebent. Oberall zu bes Cermania-Dregerte Otte Blumb Du hatt'st zu rasten keine Zeit im Leben, so möge Gott Dir nun die ew'ge Ruhe geben. Stalt Jeder besonderen Anzeige. Gestern abend 7 Uhr entschlief sanft infolge Herzschlages meine treusorgende Pflegemutter, unsere liebe, unvergeßliche Schwester, Schwägerin und Tante Daulinc Korfmann im Alter von beinahe 53 Jahren. Die trauernden Histerbliebenen. ANNEN, den 4. Juni 1925. berübans Hohensicin Jeden Mittwoch Kohfert. Donnerstag, 4. Juni I. FrühjahrsAbend-Konzert. Cafe-Hestaurani zum Waldschlösseben eüldinghausen Jeden Sonntag, nachm von 4 Uhr ab großes Künstler-Konzert Friedr. Franko Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 6. Juni nachm. 4 Uhr vom Trauerhause, Untere Rüdinghauserstr. 15, aus statt, Trauerfeier ½ Stunde vorher. Café Brennecken, Annen Samstag und Sonntag KünstlerKonzert. Sächsische Bettiedern- u. Betten-Fabrik Pauillover, Delitzsch Provinz Sachsen— Anderstraße 4 sendet Ihnen wieder genau so gut wie früher, auch Mädehen äußerst billig 1 Maechen Federn und Inletts. Prüfen Sie selbst u. verlangen Sie Proben u. Preisliste umsonst und portotrei. 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Ur 3773 4500 3775 Die Pfalz im Rhein Originalzeichnung für Wort und Bild von Joachim Grieben SCHCCTCHESICEEORCFOFSSEEE##ecececeer 1 4975 täute tungen: Schi-Auegen) Belel-udgen) schsene leiden Teint, Schorf, soch das richtige 47. erprobten cilscife on Krankheiten eilseife gleichzeitig * Meschäue andert an den Afern des Rheins entlang, besteigt seine soxnigeg Höhen, auf denen gebrochene Burgen aich die en vergangenheit erzählen, überall zeigen .# Spureg aus versunkenen Jahrhunderten, bört „ ank## von Kampf und Streit. Selbst S Lausend Jahre Deutscher Rhein 925 bis 1925 Sumummmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmüüser. ihr fingen und sagen die neue Zeit weist und, daß ver jahrtausendlange Kampf noch nicht zu Ende. Sagenumwobenes, heißumstrittenes Land! Angelockt von seinem Reichtum und seinen herrlichen Schönheiten haben Eroberer aller Zeiten verhurzigam Rheine Fuß zu fassen. Sohlengmsben schon bekannt, reiche riesige Erzlager finden wir in seinem Bereich; rheinische deutsche Selbstbewutzsein auszulschen. Das heilige römische Reich deutscher Nation wählte seine durch die Kurfürsten. Als König Konrad l. fühlte, daß er sterben ellen- gerzögenPssen und verfeindet mit sent genannt Heinrich der Vooler. Zu Frizar zu Duedlinbur Jahre 910 gewählt, setzen. Aun kam für Deutschland heit ward eine Ende gemacht, Heinrich wurde zum Begründer gefestigter deutscher Macht. Während König Heinrich im Osten gegen die Angarn Ordnung schaffte, zersiel der Bonner Friede mit dem westfränkischen Könige dadurch, daß König Karl von seinen Großen gestürzt wurde. Die Lothringer Fürsten, an ihrer Spitze der Erzbischof von Trier, riefen Heinrich zu Hilfe. Er kam, warf die westfränkische Partei in Lothringen zu Boden und verband das Rheinland, zugleich mit dem Mosel= und Niederland, mit dem Deutschen Reiche. In wenigen Jahren stieg dieses Reich aus größter Tiefe zu stolzer Höhe empor. Man schrieb zur Zeit der Länderverbindung das Jahr des Heils 925. Diese staatsrechtliche Verbindung Di Ruine Godesberg mit Godesberg und dem Siebengebirg Press-Photo Setstnsterg Pr ece geoesen m Gaute der tausendl tsder Schicsale blieben die Rheinlande im Laufe der kaufend Fahre deutsch und haben immer das Bewußtsein ihrer germanischen Abstammung bewahrt. Wenn die Rheinlande auch schon im Reiche Karls des Großen mit den übrigen deutschen Stämmen politisch vereinigt gewesen waren, so liegt doch die größte Bedeutung darin, daß Reiches am Abei Gedentung wurden 1 d; Sesamte Abendland von allergröbter großer Geister und bedeutender Männer Welch deutschen Heldenmut, geben Rheinland in allen Kriegen! Blickt bis in die neue Zeit, und gepaart mit deuscher Treue. Bud eheinscher Kraft, Geflde vorgesehen hat, aber eines sebt fest, der Ehein nußz Keontenhee. Lasst darum im ganzen Reiche die JahrSbein werden, Treus zum deutschen Burgen ohne Zahl, Weinterrassen, blühende Gärten und alte verträumte Städtlein, dazu manch verträumte Städtlein, dazu manch domgeschmückte große Stadt, so liegt der Rhein vor euch in herrlichem Sonnenschein, ein deutscher, mächtiger Strom. Möchte der Spruch des Dichters in Erfüllung gehen und deutscher Sang am Rheine bald wieder erschallen, möchte jeder Deutsche sich in diesem Jubeljahre unseres herrlichsten und stolzesten Besitzes recht bewußt werden: In deiner Schönheit Kraft, des Weines Gluten, Bei Frauenminne, Rosenduft und Sang, In Frieden, Rhein, führ deine grünen Fluten Durch deutsches Land in Ewigkeit entlang. Paul Grote In einer Junggeselle d Wirtschafterin in dessen Wo jungen Frem! angenommen zählung erare Er findet ein Kopf eine lei Da der Bau menschenfreun trifft dieser sei nach der Art daß er gebroc erstaunt und eines heftigen ihm der Unfa begründeten A und sie verabr partei, mit ge fällt verständn mir je üb brochen hät Meine blieben inzy stehen. Es chen“ da un holfenen Gr mit einem eine gemein armen Jun Aus die fangenen Lä spann meine farbenreiche daß Mädche ich bisher ste schien mir, klar und ver schimmernde damals, und herzbrechend war gerade Gerade alles Maß h Aufbietung neues Mitgl junger Nord gerückten Sei den„Freiher Vom er es mir mit! lichkeit zog m Enthusiasmu vermag, wie Hier sal alles war, w gern— gen darf, wo es sagen: er wo Ohne im la man darunte stehen will,f Beherrschung 2 RORRT -ToCA-TS Meschäus auptsache heute noch ir des nationalen ben die Rheinlande haben immer das rer germanischen Abpahrt. Wenn die uch schon im Reiche ßen mit den übrigen umen politisch verwaren, so liegt doch deutung darin, daß htliche Verbindung seburt des Deutschen id von allergrößter deutender Männer iterlande gegeben! Treue zeigte das die neue Zeit, und rheinischer Kraft, für die rheinischen der Rhein muß Reiche die Jahre zum deutschen Gärten und alte idtlein, dazu manch große Stadt, so vor euch in herrchein, ein deutscher, om. Möchte der hters in Erfüllung itscher Sang am wieder erschallen, Deutsche sich in hre unseres herrtolzesten Besitzes erden: nheit Kraft, des en, inne, Rosenduft hein, führ deine N Land in Ewigaul Grote * aut Erzählung von Hans Arnold 4 Fortsetzung In einer alten Mühle am Rande eines Schwarzwalddorfes lebt als alter Junggeselle der angesehene Arzt und Helfer des kleinen Ortes mit seiner Wirtschafterin und einem Hund. Eines Abends wird er von einem Bauern in dessen Wohnung gebeten. Durchgehende Pferde haben den Wagen eines jungen Fremden im Dorf zertrümmert. Der Bauer hat sich des Bewußtlosen angenommen und ihn bei sich auf ein Ruhebett gelegt. Auf seine Erzählung ergreift der Arzt seine Instrumente und begibt sich zu dem Kranken. Er findet einen jungen Menschen von edlem Gesicht und Wuchs vor, der am Kopf eine leichte Wunde davongetragen und den rechten Arm gebrochen hat. Da der Bauer den Fremden nicht länger beherbergen kann, nimmt der menschenfreundliche Arzt ihn in seine Wohnung mit. Am nächsten Morgen trifft dieser seinen Patienten im Begriff, hastig aufzustehen. Er fragt den Arzt nach der Art der Verletzung seines Armes und erfährt zu seinem Schrecken, daß er gebrochen ist. Der Doktor ist über das Entsetzen des jungen Mannes erstaunt und erfährt von ihm, daß er Student in Heidelberg ist und wegen eines heftigen politischen Wortwechsels auf dem Wege zu einem Duell war, als ihm der Unfall zustieß. Er glaubt, daß ihm sein Gegner einen auch noch so begründeten Aufschub als Feigheit auslegen würde. Der Arzt beruhigt ihn— und sie verabreden schließlich die Absendung eines Telegramms an die Gegenpartei, mit genauer Darlegung des Sachverhalts. Die Antwort des Gegners fällt verständnisvoll aus und befördert eine schnelle Genesung. Der Student (Nachdruck verboten.) will noch einige Tage vor dem Duell zu Hause bei den Seinen verbringen, und so schlägt für ihn die Abschiedsstunde. Am Abend vor der Abreise erzählt der Arzt, mit seinem Gast vor dem Hause sitzend eine Geschichte seiner Jugendzeit aus Heidelberg. Er war ohne Eltern in der kinderreichen Familie eines Ontels ausgewachsen, in der es poesielos und nüchtern genug zuging. Nach Besuch einiger kleiner deutschen Hochschulen, trat er eines Tages vor seinen Onkel mit der Mitteilung hin, nun auf die schönste deutsche Untversität, nämlich Heidelberg, zu gehen. Im Gegensatz zu einer Brust voll schönster Hoffnungen und Tatendrang stand sein wenig anziehendes Aeußere, das beinahe häßlich zu nennen war. Vierschrötig und ungelenk, waren ihm Triumphe in Gesellschaft und Ballsaal verschlossen. Seine Verlegenheit äußerte sich schließlich in barschem, unhöflichem Wesen. Bei diesen mangelhaften Anlagen war er zwar in dem feinen Korps ein beliebter Kamerad, aber er hatte der holden Weiblichkeit für ewige Zeiten abgeschworen. Und plötzlich wurde das anders. Auf einem Spaziergang vor der Stadt bat ihn ein stolzes, schlankes Mädchen, aus einer sich in der Nähe prügelnden Jungenschar einen kleinen, arg mitgenommenen Buben zu retten, was er, von dem Anblick ihrer Schönheit völlig überrumpelt, sofort tat. Ein etwas hochmütiges Kopfnicken war sein Lohn. Aus seinen sehnsüchtigen Augen einige Wochen verschwunden, begegnet ihm die Schöne, als er mit seinen sidelen Komilitonen durch Heidelberg zieht. Sein Gruß wird von seinen Freunden zu weidlichem Spott ausgenutzt. aß aber keiner irgendwelche Gelegenheit gehabt habe, sich ihr bekannt machen zu lassen, da sie wohl kaum den Kinderschuhen entwachsen und in der Gesellschaft noch nicht erschienen sei. Mir fiel jetzt ein, daß ich die Kommilitonen schon öfter mit Entzucken und Bewunderung vom„Prinzeßchen“ hatte sprechen hören, ohne daß ich, bei meiner beschworenen Weiberscheu, je über die Bedeutung dieses Namens den Kopf zerbrochen hätte. Meine eigenen Beziehungen zu dem reizenden Mädchen blieben inzwischen bei dem ersten, vielversprechenden Anfang stehen. Es gelang mir alle paar Tage einmal, das„Prinzeßchen“ da und dort zu treffen und meinen schüchternen, unbeholfenen Gruß anzubringen, der stets freundlich und manchmal mit einem schelmisch anmutigen Lächeln erwidert wurde, das eine gemeinsame Erinnerung anzudeuten schien,— und für mich armen Jungen war das ja schon mehr als genug! Aus diesem flüchtigen Kopfneigen, diesem jeweiligen unbefangenen Lächeln, das mir gerade jeden Mut hätte rauben sollen, spann meine Phantasie die goldensten Fäden, die sich zu einem farbenreichen Gewande verbanden; die weitverbreitete Phrase, daß Mädchen das Aeußere nicht beachten, deren Wiederholung ich bisher stets mit ungläubigem Achselzucken beantwortet hatte, schien mir, mit meinen Träumen harmonierend, plötzlich sehr klar und verständig! Ich fing an, mir selbst unbewußt, ein schimmerndes Luftschloß zu erbauen. Es war eine gefährliche Zeit damals, und die Nachtigallen hätten gar nicht nötig gehabt, so herzbrechend in meine wachen Träume hineinzufloten— ich war gerade sentimental genug! Gerade zu jener Zeit, in der meine Empfindungen so über alles Maß hinausgingen, daß ich die Rolle des„Bären“ nur mit Aufbietung aller Krafte nach außen durchführte, erschien ein neues Mitglied unsrer Verbindung in Heidelberg. Es war ein junger Norddeutscher aus vornehmer Familie, der schon in vorgerückten Semestern stand und Jura studierte; wir nannten ihn den„Freiherrn“. Vom ersten Augenblick, da er unserm Kreise angehörte, ging es mir mit diesem Menschen eigentümlich. Seine ganze Persönlichkeit zog mich einerseits ebenso unwiderstehlich an mit all dem Enthusiasmus, den die Jugend für ihresgleichen zu empfinden vermag, wie sie mich anderseits mit dumpfem Ingrimm erfüllte. Hier sah ich den Menschen vor mir, der alles hatte und alles war, was mir fehlte und was ich gern— jetzt mehr als je gern— gewesen wäre! Wenn man den Ausdruck gebrauchen darf, wo es sich um einen jungen Mann handelt, so muß ich sagen: er war der anmutigste Mensch, der mir je begegnet ist! Ohne im landläufigen Sinne des Wortes schön zu sein, wenn man darunter regelmäßige Züge und rote und weiße Farbe verstehen will, fiel er auf, wo er sich zeigte, durch die sichere, leichte Beherrschung der äußeren Form, und die liebenswürdige Weise, in der er jeden zu nehmen und zu behandeln wußte, wobei für den Menschenkenner freilich gerade in dieser Liebenswürdigkeit eine ganze Portion Hochmut— aber nicht unedler Sorte— durchzufühlen war. Er stürzte sich Hals über Kopf in all unsere studentischen Unternehmungen und Freuden hinein, war der ausgelassenste unter den Ausgelassenen; aber er besaß eine eigene Gabe, auch in der tollsten Laune nie über ein gewisses Maß hinauszugehen, und wie oft habe ich mir zähneknirschend zugestanden, daß er tausend Dinge tun konnte, die bei jedem andern roh und wild gewesen wären, bei ihm aber im äußersten Fall nur das Gepräge graziösen Uebermuts trugen. Es dauerte gar nicht lange, so ubte er eine unumschränkte Herrschaft über uns alle aus, der sich die andern willig— ich mich sehr unwillig fügten. Seine. Erscheinung, seine Art, sich zu kleiden, zu bewegen und auszudrücken, wurden zum Vorbild, dem man mit mehr oder weniger Geschick nachahmte.„Der Freiherr erzieht uns,“ sagte der lange Klemens einmal lachend zu mir, und es war ctwas daran! Er hatte eine Art, wenn ihm etwas mißfiel, die Augen halb zuzukneifen mit einem unbezwinglichen Ausdruck des etwas geringschätzigen Widerwillens— ich weiß noch, wie oft ich einen Kraftausdruck, den ich noch vor ganz kurzer Zeit gedankenlos oder gar mit einem gewissen Wohlbehagen gebraucht hatte, plötzlich in ein salonfähiges Wort verwandelte, nur, um dieses Gesicht nicht zu sehen! Ich knirschte gegen seine Bande in ohnmächtiger Wut, und als mir erst selbst zum Bewußtsein gekommen war, wie sehr ich mich von seinem Uebergewicht beherrschen ließ, begann ich ihm leidenschaftlich Opposition zu machen. So gut wie ich mich bisher mit allen andern vertragen hatte— ich besaß nicht einen Gegner im Korps, trotz meiner Fecht= und Rauflust— so beständig kam es zu kleinen Reibereien mit dem„Freiherrn“. Ohne jede Schuld von seiner Seite, das muß ich vorausschicken! Daß ich ihm in seinem Feinsinn, seiner angeborenen und anerzogenen Abneigung gegen alles Derbe und Achtlose nicht sympathisch war, lag zu tief in seiner und meiner Persönlichkeit begründet, als daß ich ihm daraus auch nur mit einem Schein von Recht einen Vorwurf hätte machen können, aber er wahrte auch mir gegenüber stets die Form. Ja, es schien mir, und das reizte mich noch viel mehr, als wenn er den tiefsten Grund meiner Abneigung durchschaute, die eigentlich nur eine andere Form blinder Bewunderung war, und darum mit kühl lächelnder Nachsicht meine gelinderen und gröberen Ausfälle gegen alles hinnahm, was er hochhielt. In dieser schwülen, mit Zundstoff angefüllten Atmosphäre gingen ein paar Wochen hin. Da war eines Abends ein Feuerwerk auf der Schloßruine angesagt, und die Musik des in Heidelberg garnisonierenden Bataillons sollte oben spielen. Bei solchen Gelegenheiten galt es als Ehrensache, daß wir vollzählig erschienen; wir hatten unsern bestimmten Tisch und wurden von der Bedienung mit all der Ehrfurcht behandelt, die uns zukam, und deren leiseste Verletzung wir bitter geahndet hätten.(Fortsetzung folgt.) 3 Rheinweinlied. Gedicht von Aloys Schreiber.(1816) Mel von Friedrich Silcher.(1822) Gesang. Klavier( Rasch. Einzeln. J 0 Dar. um ist er Laßt die frommen De. nen, die die Schwerter ha ben deutsche Sprach und mö + f 1. klar und stil. le, 2. Klausner le. ben, 3. Bur.gen bausten 1. wir ge.tragen, 5. deutsche Sit.te, F dar-um hat er die zu erst die die von ihren Ketten ha.ben von dem Thro.ne Kraft in frem den Sit zen wir zer bis zur Fül le, Re ben schauten, schlagen, Hüt. te dar" um schenkt ihn pflanz sten auf den Frei"e in ein Deut„ sche blei ben Brü. der, schenkt noch Chor.— 1. fröh 2. Ber 3. frei 4. deutsch 5. ein lich ein! gen hier! es Land! und frei! mal ein! Brü Al Voll— Al Deutsch H der, das ist ste Sit te die Be-cher te Zei ten der Strom und deut eh bis wur deutsch Wein! wir. Rand! neu! Wein! GT-Sc-Sacn Der gesegnete Schwips Von Walter Bloem.(Nachdruck verboten.) Wie ich meine Frau kennengelernt habe, soll ich euch erzählen? Du, Käthe, sie wollen wissen, wie wir zwei uns kennengelernt haben! Hm.., das ist eigentlich— eine dolle Zumutung..., denn da sie selber in unserer Mitte sitzt, so muß ich entweder schwindeln— oder aber... oder aber euch etwas erzählen, was ich ihr selber... bis heute... noch nicht zu erzählen gewagt habe — ja! Während eines halbjährigen Braut= und fast zweijahrigen Ehestandes hab' ich mich nicht getraut, ihr zu beichten... daß ich mich mit ihr verlobt habe— ohne eine blasse Ahnung davon zu haben, wer sie eigentlich war... wie sie hieß... ja, wahrhaftig, Käthe, du kannst es mir glauben— keinen Schimmer hab' ich gehabt. Und das Merkwürdigste und Ulkigste ist, Herrschaften, sie ihrerseits hat nicht gewußt— daß ich nicht wußte, wer sie sei; vielmehr hat sie geglaubt— und hat glauben— ja, hat glauben müssen— ich wußte ganz genau, wer sie wäre— da sie es mir doch selber gesagt hatte— und doch wußte ich es nicht— wenigstens nicht in dem Augenblick, als ich mich mit ihr verlobte... Aber entschuldigt, Kinder, ihr macht alle entsetzlich dumme Gesichter— du auch, Käthe..., also es ist wohl am besten, wenn ich erzähle... Schwager Gustav kommt ja heut abend von Köln her uns nach—, der soll mir dann alles bestätigen. Außerdem kann ich mir keine schönere Stelle und keine köstlichere Stimmung für meine längst fällige Beichte wünschen— denn hier, im Bannkreis der sieben Berge.. hier hat's ja doch angefangen, unser junges Glück... nicht wahr, Käthchen? Und diese famose Groyensche Terrasse hier, dies Rolandseck, dies goldige— das hat auch seine bedeutsame Rolle gespielt in unserer kurzen Verlobungsgeschichte... und auch die Bowle— viel Bowle sogar... kurz... ein Schwips... und was für einer! Ach so, ich soll endlich mal anfangen? Na, also los. Also vor zwei Jahren, da wurde das weitberühmte Godesberger Fest zum vierzigsten Male begangen. Ich naturlich wie immer dabei, in der geliebten roten Mütze meiner alten Rhenania... ohne eine Ahnung, daß dies Fest mich vor den großen Zusammenbruch meines Lebens stellen sollte— au, Käthe, hau' mich doch nicht— ich meine ja natürlich meines Junggesellenlebens— na, ist denn das vielleicht nicht zusammengebrochen? Also das vierzigste Jubiläum des Godesberger Festes! Ich war damals ein funkelnagelnen gebackener Rechtsanwalt in Düsseldorf. Am ersten Tage war das ubliche große Festfuttern im Saal des Kurparks... ich trank Pommery, wie immer... ich trank viel Pommery, wie immer— damals wenigstens— heute erlaubt sie es nicht mehr— seht nur, was für boshafte Augen sie macht, wo ich bloß von Pommery rede... Das war der erste Tag: Festessen, zahllose alte Korps= und Kartellbrüder, tolle Jubelstimmung, glänzendes Essen, sehr viel Pommery Und andern Morgen um zwölfe fuhren die Hunderte von Festteilnehmern auf einem eigens angeheuerten Dampfer den Rhein hinauf.. bis Linz... dort wurde gewendet, und dann gab’s Diner und Bowle— hier, grad wo wir sitzen, hier bei Groyen auf der Terrasse. Na... und an dem Tage hat also das große Malheur seinen Anfang genommen— und andern Morgen früh war mein Schicksal besiegelt... Also stellt euch mal erst vor: ein ganzes großes Rheinschiff gespickt voll alter und junger Korpsstudenten— und dazwischen— ach, liebe Leute, wat jibb’ et doch für en' Masse lecker Mädercher auf der Welt— die Anwesenden diesmal zum Glück nicht ausgenommen— prost, ihr lieben Kusinen, ihr sollt leben. Na, nun gebt acht: also, wie ich so über das Schiff schlendere— es war so gegen ein Uhr mittags, und wir mochten auf der Höhe von Remagen sein, und über der ganzen Welt war euch ein Glanz, Zur Jahrtausend=Ausstellung der Rheinlande in Köln Der Prachtbau der Ausstellung gewährt mit seiner gediegenen Fassade und seinen riesigen Dimensionen einen dußerst imposanten Anblick Atlantie ein Frühlingsglanz, eine Weltumarmungsstimmung, eine Versöhnung, eine Paradieshelle, eine elysische Heiterkeit, kurz, ein— ein— na, also es war wust, einfach. Ich hatte ein Gefühl in den Knochen wie— jetzt fängt das neue, eigentliche Leben an— jetzt kommt— kommt— na, sozusagen... das Glück. Also wie ich nun so über das Schiff schlendere, auf einmal seh' ich... seh' ich zwei... zwei junge Damen— in grauen Seidenkleidern,— so ganz zart silbergrau— wißt ihr—, und alle zwei hatten sie auch so ganz zart silbergraue Augen— wißt ihr— Herrschaften—, so ungefähr... wie da die zwei Schwestern— meine Käthe da... und meine hochverehrte Schwägerin Therese. Also die zwei Engelcher in silbergrauer Seide mit silbergrauen Aeugskes, die sitzen am Tisch,— sie gucken mich an, ich guck' sie an, und ich denk': Nu schlag' einer lang hin! So was Schones gibt's überhaupt auf der Welt??? Also ich die zwei so lang angeguckt, als es sich irgendwie schicken tat, und dann bin ich weitergebummelt und hatt' nur den einzigen Gedanken im Kopf: das is sie!!—— die Jüngere von den zwei— die mit den flachsblonden Löckelcher... das ist diejenige, welche—! Und nun hat es gar nicht mehr lang gedauert, da sind wir in Rolandseck gewesen, und wie die Schiffsjungen das Tau nach der Landungsbrück' herüberwerfen, und die Brückenwärter schnappen es auf— ach,— da hab ich mir gedacht: so, heut' wird nun auch dein Lebensschiffchen festgemacht. Und nun strömt die ganze glänzende Gesellschaft, die strömt nun nach Rolandseck hinein und flutet nach Groyen zur Terrasse hinauf. Und ich seh' von weitem immer die zwei Grauseidenen, und seh' auch, daß eine rote Mütze neben ihnen ist— es könnt' am Ende gar eine Hannoveranermütze sein—, Himmel, das wär' ein Dusel!— Dann kämen die drei ja wohl gar als Zugehörige eines Kartellkorps an unsern Tisch!!—— Aber wie sich droben bei Groyen nun alles an den langen Tafeln gruppiert— wer danicht an den Westphalentisch kommt, das sind meine Grauseidenen... Zwar, mehrere Hannoveranermützen gesellen sich zu uns..., wie###.... einer kommt sogar neben mich zu sitzen— steul sich mir vor, naturlich ohne daß ich den Namen verstehe—, wir kommen auch ganz nett ins Gespräch zusammen..., aber die zwei Grauseidenen, die süßen Grauaugskes— die waren verschwunden... Da bin ich aufgestanden——, hab' alle Tafeln abgesucht, einmal, zweimal, dreimal, alle Tafeln—, umsonst—, weg... verschwunden. Also mir war einfach hundsgemein zumut. Ich wußte ganz genau: Siehste, Junge, das war nu das Glück—— an dir vorüber ist es geflogen, und du hast mit offenem Maul gestanden und hast es voruberfliegen lassen. und nun stehst du da und guckst hinterdrein in die blaue Luft. Aus Schmerz und Wut hab' ich mir natürlich.. ganz entetlic..;„ die Nase begossen so arg..., daß ich so ungefähr een funf uhr nachmittags an... auch nicht die Spur von einer Erinnerung hab', was eigentlich mit mir passiert ist. Also wie ich mich wiederfinde— eben war es doch noch Rolandseck, und Groyen, und die Bowle, und.. mein Schmerz, daß die Grauseidenen weg waren.. und nun— nun liege ich plotzlich in einem Bett... in einem sehr guten, molligen Bett. Nun seh ich mich in dem Zimmer um... und merk' sofort: ein Hotelzimmer ist das nicht... ich bin also in einem Privathaus... in einem sehr netten, feinen und behaglichen—— nur... in welchem, um Gotteswillen? Ich springe aus dem Bett— stürze zum Fenster: drüben nur eine Häuserreihe, wie sie überall stehen kann. Na also, nachdem ich meinen äußeren Menschen, soweit tunlich, instand gesetzt, da hab' ich mich denn auf den Korridor hinausgetraut— mit einem ganz aasigen Angstgefühl, das könnt ihr mir glauben— dacht ich doch nicht anders, als so: irgendein gebildeter Samariter müsse mich in der Straßenrinne irgendwo aufgelesen Gc Gh Aus der Kölner Jahrtausend=Ausstellung Alter Leinen=Handwebstuhl aus dem Jahre 1794.— Unten rechts: Weinbaugerdte von 1706. Photos Sennecke haben und zu sich nach Hause geschleift aus Gnad und Barmherzigkeit—— Ja, Käthe, da wunderst du dich! Ich weiß ja jetzt freilich— aber nein, ich will nicht vorgreifen... Also ich geh’ auf den Korridor..., und alsbald kommt auch ein ganz stattliches Dienstmädchen und sagt: eine Empfehlung von den Herrschaften, und der Herr Doktor hätte bereits zum Gericht gemußt, und die Frau Doktor, die hätte bereits in die Stadt gemußt, aber das Fräulein, das wär' im Eßzimmer und wartete auf den Herrn mit dem Frühstück. Aha! Immerhin ein Anfang! Also ich bin bei einem verheirateten Doktor, der zum Gericht muß— offenbar also bei einem Rechtsanwalt... einem Kollegen... und ein Fräulein wartet mit dem Frühstück auf mich... ein Fräulein— aber— Gouvernante oder Verwandte?! Und— wer waren meine Wirte? Und — wo war ich? In Rolandseck? In Köln?! Ja, Käthe..., du kannst mir's glauben!— keinen Schimmer hab' ich gehabt! Also das Hausmädchen geht voran, und da stößt sie eine Tür auf und läßt mich hinein, und... am Fenster aus einem Sessel erhebt sich... wer?! Das grauseidene Fräulein vom Dampfschiff— von— na, von gestern— vermutlich—, denn ich werde doch nicht einen ganzen Tag und zwei Nächte verschlafen haben——— Das grauseidene Fräulein... mit den silbergrauen Aeugskes... sie.. die Erfüllung... der süße Lebenslohn... das Glück... Sie kommt auf mich zu... mit einem so entzückenden gemischten Lächeln, halb liebenswürdig, halb boshaft:„Guten Morgen, Herr Rechtsanwalt— nun— gut bekommen? Und ausgeschlafen?!“ Heiliger Bimbam! Sie kennt mich... sie hat bereits mit mir gesprochen... und ich... ich habe keinen Dunst— wann, wo, wie. Nur nichts merken lassen... nur eingehen auf die Komödie ... ja, Käthe, ich hab' dir damals eine ganz raffinierte Komödie vorgespielt— denn, um's kurz zu machen, Sie haben's ja auch längst erraten, das Fräulein von gestern war... meine Frau von heute. Wie's nun zu unserer Verlobung gekommen ist? Ja, Herrschaften, da müßt ihr Käthe fragen, ich weiß es nicht mehr genau. Ich weiß nur, daß ich mit vieler List, Schläue und Kombinations= gabe herausbekam, daß der Herr des Hauses mich am Abend spät von Rolandseck mitgenommen und wegen meines etwas... hm... hilfsbedürftigen Zustandes barmherzigerweise aus kartellbrüderlicher Liebe in seinen Wigwam geschleift hatte. Mein Beschützer hatte offenbar keinen Anstand genommen, mich trotz später Abendstunde und zweifellos starker Verunnüchterung noch mit seinen Damen bekannt zu machen...; nun sag mal ehrlich, Käthe— habt ihr mir denn gar nichts angemerkt?!— So? Also doch?! Was— die reine Haubitze soll ich gewesen sein? Hör mal, Kind, dann verstehe ich aber nicht, daß du am andern Morgen so nett zu mir gewesen bist! Ach so— weil ich selbst so nett gewesen bin? Na, du kennst doch nun allmählich meine fabelhaft widerstandsfähige alkoholische Erziehung: Direktion um jeden Preis!! Auch wenn Verstand und Gedächtnis bereits außer Funktion gesetzt sind—!! Und am andern Morgen ein unwiderstehlich fideler Katzenjammer—! Wollen Sie's glauben, meine Herrschaften? Meine Frau behauptet, ich sei nie so nett, als morgens mit so'nem ganz kleinen Katerchen—— Weib, dir kann mal wieder geholfen werden! Also wahrhaftig, Käthe, so nett bin ich gewesen? Ja, wenn du selber es zugibst— dann muß es wohl wahr gewesen sein. Jedenfalls— als nach einer Stunde die andere Grauseidene, die Frau Rechtsanwalt, vom Markte zurückkam—, da hat sie ein Brautpaar vorgefunden—, is nich wahr, Th'res? Und als noch eine Stunde später mein Retter vom Gericht kam, da erkannte ich in ihm zu meiner Verblüffung meinen Zechnachbar von Groyen, den Göttinger Hannoveraner—, Schmollis hatten wir offenbar auch schon gestern getrunken, denn er duzte mich ohne weiteres—— und nun wurde es einfach unheimlich— blödsinnig nett..., und wollen Sie's glauben, daß ich noch immer keine Ahnung hatte, wie meine Braut, meine Schwägerin und mein Schwager eigentlich hießen?! Und wo ich eigentlich steckte in der Welt?! Nicht mal deinen Vornamen hab' ich gewußt, Käthe—, die wei nannten dich ja immer Putty, und daß das nicht dein eigentlicher Vorname war... Also wir aßen zusammen zu Mittag, tranken wiederum den geliebten Pommery; dann, nach dem Kaffee, gönnte man uns zweien ein erstes Alleinsein— na, und das haben wir ausgenutzt, aber gründlich, was, Kathe—?! Ja, warum haut sie nun bloß schon wieder?! Ich nannte sie Putty, denn einen anderen Namen wußte ich leider noch immer nicht... Aber später beim Tee, da wurde die Sache auf einmal kritisch. Schwager Gustav— mir einstweilen nur unter dem Namen Männe bekannt— machte mir den Vorschlag, meinen Eltern telegraphisch meine Verlobung anzuzeigen; er reichte mir einen Briefbogen und Bleistift. Ich fing auch ganz munter an:„Herrn und Frau Sanitätsrat Kersting in Düsseldorf. Habe mich soeben mit Fräulein...“, weiter ging's beim besten Willen nicht...,„mit Fräulein Putty“, mehr hatte ich nicht schreiben können, und das hätte meine Eltern doch vielleicht auf falsche Vorstellungen gebracht— au— Käthe! Jetzt kneift sie zur Abwechslung..., und die Frau hab' ich mal fur„das Gluck“ gehalten——— In meiner Verzweiflung hab' ich'nen Lachkrampf markiert—, wißt ihr noch, ihr zwei, wie wir daraufhin alle viere fast vor Lachen gestorben sind?! Alles Mache von mir! Bloß um meine schauerliche Verlegenheit zu maskieren—, und dann bat ich meinen Schwager „Männe“, den Text zu Ende zu schreiben; dabei sah ich ihm mit atemloser Spannung über die Schulter, und sieh' da, er vollendete: mit Fräulein Käthe Wirminghaus verlobt, mündlich mehr. Glückwünsche erreichen uns bei meinem Schwager, Rechtsanwalt Gustav Ackermann, Köln, Mauritiussteinweg 28. Hans.“ Hurra!!! Nun wußte ich doch endlich, wie meine Braut hieß ... und wo ich eigentlich war in der Welt—!! — das glaubt ihr alles nicht? Na, dann laßt's bleiben. Aber wahr ist's doch. Prost! Donnerwetter— die Bowle wird immer besser!— Ja, seht ihr wohl— das alles kommt von dem Bowlenschwips bei Groyen. Nur— Direktion, ja, Direktion— die muß man freilich haben!! Also, pereat die Abstinenz— hoch Rhein und Wein, hoch Bowle und vor allem— hahahaha— hoch die Liebe—! Warum haust du denn schon wieder, Käthe—?! der Sohn des n stellers vollendete Am 6. J jahr, neben heutigen den familie entsto hohe Kultur exotisches Bli * ist, in seinen besonderer Ve Norddeutsch i lichen Sehnsu nach dem Tot Er war urspr gewisser Zug her, sein Wese Frühzeitig fre versitat und erstes großes sollte, den im brooks“. Es " glänzenden Ko vier Generati Johann Budde bei den Geschäft nur solche mac ruhig. schlafen Urenkel Hann Körperchen un vensystem dem gewachsen sind, trieb des Künstl ausdruck fieberis sem Roman fir Vorzüge Manns müde lächelnden die nur zuweiler spielt, zeichnete schreibt er ihre lebnisse, malt er bis ins Letzte, einer spielerischer gleichsam sich hi tiefung erfuhr Lebensbeobachtu Roman„Kön einem moderne leise Tragik eine Situation hineir gestaltet ist, der 1 sondern stets et SACTSO 6 neine Herrschaften? torgens mit so'nem nal wieder geholfen ewesen? Ja, wenn ewesen sein. Jedenauseidene, die Frau t s i e e i n B r a u t p a a r s noch eine Stunde inte ich in ihm zu ohen, den Göttinger auch schon gestern — und nun wurde und wollen Sie's itte, wie meine ein Schwager gentlich steckte ußt, Käthe—. die nicht dein eigentken wiederum den gönnte man uns en wir ausgenutzt, haut sie nun bloß en anderen Namen auf einmal kritisch. em Namen Männe eltern telegraphisch en Briefbogen und n und Frau Sanimit Fräulein...“, Fräulein Putty“, sätte meine Eltern — au— Käthe! Frau hab' ich mal ampf markiert—, ere fast vor Lachen meine schauerliche meinen Schwager sah ich ihm mit da, er vollendete: mündlich mehr. ger, Rechtsanwalt Hans.“ meine Braut hieß an laßt's bleiben. die Bowle wird s kommt von dem ja, Direktion— Abstinenz— hoch hahahaha— hoch *, Käthe—?! SS Klaus Mann. der Sohn des nebenstebenden bedeutenden Romanschriftstellers vollendete sein erstes Bühnenwerk Atlantie Thomas Mann wurde 30 Jahre alt Kester& Co. Roald Amundsen, der berühmte Forscher flog zum Nordpol Sennecke Thomas Mann Am 6. Juni vollendete Thomas Mann sein fünfzigstes Lebensjahr, neben Gerhart Hauptmann die reprasentativste Gestalt der heutigen deutschen Literatur. Einer alten Lübecker Patrizierfamilie entstammend, vertritt er als Schriftsteller und Mensch die hohe Kultur besten deutschen Bürgertums. Gleichzeitig jedoch fließt exotisches Blut von seiner Mutter her, die kreolischer Abstammung ist, in seinen Adern. Dadurch ergibt sich eine Artmischung von besonderer Verfeinerung, die auch in seiner Kunst sich widerspiegelt. Norddeutsch ist der Grundzug seines Wesens, doch mit aller heimlichen Sehnsucht nach dem Süden, wo er schon in jungen Jahren, nach dem Tode des Vaters, seine zweite Heimat in Munchen fand. Er war ursprünglich Volontär in einer Versicherungsbank, und ein gewisser Zug beamtenhafter Korrektheit ist von dieser Tätigkeit her, sein Wesen unterstutzend, auch in seine Schriften übergegangen. Frühzeitig freilich sattelte er um, besuchte Vorlesungen an der Universitat und wurde freier Schriftsteller. In Rom schrieb er sein erstes großes Werk, das seinen Ruhm mit einem Schlage begründen sollte, den im heimatlichen Lübeck spielenden Roman„Die Buddenbrooks“. Es gelang ihm hier, den allmählichen Verfall einer glänzenden Kaufmannsfamilie darzustellen, deren Geschicke er durch vier Generationen verfolgt— von dem alten, seelisch=schlichten Johann Buddenbrook, der„mit Lust bei den Geschäften bei Tage ist, aber nur solche macht, daß er bei Nacht ruhig. schlafen kann“, bis zu seinem Urenkel Hanno, dessen morbides Körperchen und überseinertes Nervensystem dem Dasein nicht mehr gewachsen sind, und in dem der Spieltrieb des Künstlers als letzter Lebensausdruck fieberisch aufflackert. In diesem Roman finden wir bereits alle Vorzüge Mannscher Kunst. Mit einer müde lächelnden, überlegenen Ironie, die nur zuweilen in Humor hinüberspielt, zeichnet er seine Gestalten, beschreibt er ihre Stimmungen und Erlebnisse, malt er gern alle Einzelheiten bis ins Letzte, fast pedantisch, aus einer spielerischen Beobachtungsfreude gleichsam sich hingebend. Eine Vertiefung erfuhr sein Humor und seine Lebensbeobachtung in dem zweiten Roman„Königliche Hoheit“ einem modernen Märchen, wo die leise Tragik eines in eine bestimmte Das Jnner der He#erskirch Situation hineingeborenen Menschen#r JInnere der Petersi###, gestaltet ist, der nie er selbst sein kann, Anläßlich einer Heiligsprechung erstrahle „,„“ der mie erselest sem tnn, Glanze von Tausenden von Kerzen. Der sonoern stets etwas„darzustellen ge- heit gewesen sein zwungen ist. Dies ist das Schicksal seines Prinzen Klaus Heinrich, das Mann schließlich mit wahrhaft märchenhafter Leichtigkeit auflöst— in die eheliche Verbindung mit einer amerikanischen Milliardärstochter, durch die auch die Finanzen seines Ländchens gleichzeitig glückhaft aufgefrischt werden. Ein modernes Märchen ist auch sein letzter großer, zweibändiger Roman„Der Zauberberg", der ihm den zweiten bedeutenden Erfolg von allgemeiner Gultigkeit eintrug. Hier gibt er die innere Entwicklung eines jungen Hamburgers, der, in einem Buddenbrookmilieu aufgewachsen, durch Zufall in ein Lungensanatorium zu Davos verschlagen und dort durch die bannende Zauberkraft der Oertlichkeit sieben Jahre lang festgehalten wird. Er kommt mit den verschiedenartigsten Menschen in Berührung, die irgendein mehr oder weniger lebensgefährliches Gebrechen dorthin führte, und gelangt durch Selbstbeobachtung und Anregungen von außen nicht minder wie durch ein seltsames Liebeserlebnis mit einer abenteuernden Russin zu einer seelischen Vertiefung in sich selbst, die ihm das Leben in der gewohnten Welt sicherlich versagt hätte. In diesem großzügig angelegten Romanwerk umschreitet Thomas Mann den ganzen Umkreis seinen eigenen Erlebens. Aus ihm ergibt sich daher das klar umrissene Selbstbildnis des fünfzigjährigen Dichters. Er ist, neben diesen seinen großen Romanen, gerade auch ein Meister in der Kleinkunst der Novelle. „Tonio Kröger“, sein frühestes Bekenntnis zu sichselbst,„Tristan“, wie eine Vorstudie zum Zauberberg anmutend,„Der kleine Herr Friedemann“ oder„Das Wunderkind“ gehören zum Besten, was er hier geschaffen hat. Seine reifste Erzählung ist „Der Tod in Venedig", in dem er die tiefste Tragik des Künstlers in der Gestalt des Dichters Aschenbach verkörpert hat. Einmal versuchte er sich auch dramatisch, in seinem Renaissancestück„Fiorenza“ das, gipfelnd in der großen geistigen Auseinandersetzung zwischen dem sterbenden Lorenzo de Medici und dem düstergewaltigen Bußprediger Girolamo Savonarola den Zusammenstoß zweier Lebensprinzipe im Kampf um die Macht zum Inhalte hat. Daß man von dem Fünfzigjährigen noch manche bedeutende Gabe zu erwarten hat, zeigt der erste Teil seiner„Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“, den er vor kurzem veröffentlichte und der den Dichter auf der Höhe seines Könnens offenbart. Möge ihm das e in Rom im Kerzenschmuck nächste Jahrzehnt in diesem Werke kürzlich das weltberühmte Gotteshaus im eine weitere Vertiefung und AusAnblick soll von unbeschreiblicher Schön= prägung seiner Eigenart bescheren. Delius C. F. W. Behl. 7 K ebe .9 9 9 Humoristische Ecke. 9..9. Gleim wohnte in einer kleinen Stadt einer Gesellschaft bei. Natürlich bemuhte sich jedermann, den seltenen Gast, der zudem noch eine große Berühmtheit war, nach Möglichkeit zu ehren. Der Bürgermeister zermarterte sich das Gehirn, seinerseits Dichter Fchter etwas Angenehmes sen. Zu gleicher Zeit ab dem zu sag... In.eichte Hen über mußte oas, was er sagen wollte, derart beschaffen sein, daß er auch auf diesem Gebiet seine Ueberlegenheit über die Mitbürger bewies. Endlich erhob er sich und ergriff sein Glas. Alles hing am Munde des verehrten Bürgermeisters. Er rief kräftig und selbstbewußt über die Versammlung hin: „Hoch lebe der Vater Gleim, Er ist der Freundschaft Leim!“ Ein Beifallssturm erhob sich, ——— nachdem diese poetische Leistung bekanntgeworden, und der Bürgermeister ließ stolz sein Auge über die Anwesenden hinschweifen. Aber schon hatte sich der Dichter erhoben. Sofort legte sich der Lärm. Gleim sagte: „Und der Herr Bürgermeister, Er ist der Freundschaft Kleister!“ Mark? Ja, warum hast du das nicht gleich gesagt, da müssen wir uns auf die Suche machen.“ Eine Rarität.„Sie haben ja einen so wunderbaren, neuen Regenschirm!“—„Ja, aber neu ist der nicht, der ist schon vier Jahre alt!“—„Was, vier Jahre, kaum glaublich!“—„Ja, einmal habe ich ihn neu überziehen lassen, dreimal tauschte ich ihn im Restaurant und einmal auf dem Fundbüro um!“ Tief gesunken: Gnädige:„Nun, Marie, was macht denn Ihr Schatz?“— Marie:„O. der ist tief gesunken!“— Gnädige:„So, warum denn?“— Marie:„Na. früher trug ich ihn im Herzen und jetzt liegt er mir im Magen.“ Schauspieler:„Das macht nichts, komm nur, wir haben keine Zeit zu verlieren.“— Schauspielerin:„Ja, aber in dem Täschchen waren außerdem noch zwei Mark drinnen.“— Schauspieler:„Zwei dicht: hervor!“ Geschaftsleute. In einer kleinen Stadt in Texas hatten sich drei Geschäftsleute neu etabliert. Das Unglück wollte es, daß sie alle drei Kleidergeschäfte hatten und daß diese Kleidergeschäfte in der Straße nebeneinander lagen. Mr. Johnson, der Nordamerikaner, ließ sich daraushin ein großes Schild malen: „Hier finden Sie die billigsten Kleider und Stoffe von Nordamerika!“— Als Mr. Nogushi, der Japaner, das Schild las, ging er tiessinnig zum Maler. Am nächsten Morgen stand über seinem Geschäft:„Hier sind die billigsten Stoffe und Anzüge der ganzen Welt zu kaufen!“— Als am dritten Tag Mr. Nogushi und Mr. Johnson vor ihre Türe traten, wurden sie sehr blaß. Mr. Samuel Löwenstein, in der Mitte, hatte ein großes farbiges Plakat ausgehängt:„Haupteingang!“ Im Bilde geblieben. Sie:„Ist mein Kleid nicht wie ein Ge2“— Er:„Wohl! Nur die Versfüße gucken etwas zu weit Nr. 66. Die 0 Roman .) Diagnose. Frau:„Mein Mann kommt jede Nacht so spät nach Hause!'s ist ein Leiden!“— Nachbarin:„Und sogar ein schleichendes!“ Unsere Rätselecke Silbenrätsel Aus folgenden 44 Silben: anar—auch—dedi—du——gallgarn— ge—9o—hel—hon—il—is—ka—ken—lam—land ———mak—menmen—nach—ne—nef—pe —sesensen—ttenturtrom —Um—Un—un—anwe sind 16 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen(ch ein Buchstabe) ein Zitat aus„Wilhelm Tell“ ergeben. Die Wörter bedeuten: 1. Widerruf, 2. Religionsart, 3. biblische Botschaft, 4. Oper, 5. Singvogel, 6. landwirtschaftliches Gerät, 7. italien. Wein, 8. Land in Europa, 9. Raubtier. 10. Münze, 11. Stadt in der Rheinprovinz, 12. männlichen Vornamen, 13. Musikinstrument, 14. Nebenfluß der Elbe, 15. Feldmarschall. 16. Insel in der Nordsee. Kln. Verschieberätsel Storm, Ecuador, Gewehr, Diana, Hameln, Waldhorn, Leopard, Lortzing. Nebenstehende Wörter sind seitlich so zu verschieben, daß zwei benachbarte senkrechte Buchstabenreihen einen deutschen Dichter und eins seiner Werke nennen. Selisame M“. Vervindung (Dreisilbig) Die Kinder holder Phantasie, Die meine ersten nennen— Ein Sterblicher sah sie noch nie, Das Märchen darf sie kennen. Bei Mensch und Tier die dritte ist Wertvoll zum Vorwärtskommen. Das Ganze wird mit vieler List Dem Riesentier genommen.—— Der verlegte Schmuck „Ichfinde den Schmuck nicht! Wo mag er bloß sein? Ich schloß ihn ins Wort, in das alte, doch ein!“ Beim Suchen kann kopfloses Wort es nur machen— Und richtig! Da liegt er inmitten der Sachen. Wilres. Rätsel Gar mancher Herr besitzt es mit„“, Ein Fluß wird es mit„A“ im Nu. Dr. Schätzenswert Die G— schützt dich vor greller Sonne Im Zimmer und im Kämmerlein. Die S— verzehrest du mit Wonne Bei Weißbrot, Hummer, Frühstückswein. alles Wann die Sonne früh aufgeht, Wann der Mond am Himmel steht, Wie das Wetter morgen wird, Wie der Mensch sich hierbei irrt, Wie der Landmann Weizen sät, Wann er seinen Roggen mäht, Was Poeten einst gedichtet, Wie man junge Schweinchen züchtet, Wann wird wieder Jahrmarkt sein, Wie richt ich mir Radio ein— Alles dieses und so fort Findest du im Rätselwort. C. F. Kreuzworträtsel — Auflösungen aus voriger Nummer: 13 Die Wörter bedeuten: Von oben nach unten 1. Oper, 3. Name, 4. zusammenhängende Wassermasse, 7. Flächenmaß, 8. franzosisches Beiwort, 10. Tierlaut, 11. persönliches Fürwort. Von links nach rechts: 2. Vogel, 5. Lichtspender, 6. Fisch, 9. feierliche Beteuerung, 12. arabischer Stamm, 18. strafbare Tat. Dr. Rösselsprung: Wer nicht den tiefen Sinn des Lebens Im Herzen sucht, der sucht vergebens; Kein Geist, und sei er noch so reich, Kommt einem edlen Herzen aleich.(Bodenstedt.) Silbenrdesel: 1. Wermut, 2. Esther, 3. Ranke, 4. Diwenow, s. Eitelkeit, 6 Neckarsteinach, 7. Panillac, 8. Försterei. 9. Engadin, 10. Nußknacker, 11. Niobe, 12. Israel, 13. Gehenna, 14. Rimmersatt, 18. Istrien, 16, Circe, 17. Hermandad, 18. Tilsit, 19. Eleusis. 20. Halali, 21. Rembrandt= Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert. Bilderrätfel:„Erst wäg's, dann wag'.“ Wandlung: Oberst, Obst. Ost. Silbenkreuz:—2 Laube,—4 Hera,—6 Nobel, —4 Laura,—6 Bebel,—2 Hebe,—6 Hebel,—2 Rabe,—4 Nora. Kreuzwortrdesel: Von links nach rechts: 1. Fuge. 3. Eber, 3. Gas, 6. Iglau, 8. Nase, 10. Urne, 12. Ulan, 14. Lauf, 16. Meran, 17. Rom, 18. Ebro. 19. Mehl. Von oben nach unten: 1. Föhn, 2. Egge. 3. Esau. 4. Rabe 6. Islam, 7. Urban. 9. Aal. 11. Neu, 12. Unke, 13. Nero. 14. Lamm, 13. Fell. „Das Geschö worden.“ „Der Teufel schäft anbetrifft: Petroleumquelle wirklich unendli „Dann begr. drum hast,“ sag denen Schachtel „Weil ich al liebes Kind. Es schien, a rot wurde. „Du glaubst heiraten will?“ „Mein liebel haupt noch nich „Er ist ein Prinzen, die ich aus wie Pavia „Vielleicht n dann überhaup hören. Die r reißen sich um „Du solltest sprechen hören, Daisy Rockefelle chen von ihren Zoologischer G spricht: sie sehe sition, aber sie! und im Grunde einen armselige Karriere macher nicht kann.“ Herr Spruit Diana empor, anzüdete. „Du kennst! Kind, um nicht deines Gatten ansehen kannst „Warum n kann ich ihn m überhaupt komm „Ich kann: höflichkeit haben einfach auszubli „Zum mind reits gehabt, sic Es klopfte. Grand Hotels „Seine H Druck und Verlag der Gutenberg=Druckerei und Verlag G. m. b.., Berlin S 42, Oranienstr. 142 Verantwortl. Redakteur: I..: Freiherr von Rechenberg, Berlin=Friedenau 1925—23 „Merkwürdig eine Banane präsentierte,„ gestellt. Ich he Bild von Ihne Da sehen Sie „Das ist ke „Wieso?" „Weil durch etwas anderes wollt hat. Se nach einer Pho phie wird dan Manche arbeite „Riesig inte „Na, und n sieht, dann ist aus wie der al man so selten in der Zeitung „Sie haben tun?" erkundig „Leider", al „Ich hörte, präsidium atta „So?“ „Wissen Sie „Ich? Nat Sie es wissen. auf ein gewisst Diane lacht gleich auf ein sich in Wirklick schung handelt. „Nanu?“ „Nehmen S für genealogise „Um Gottes „Nun, und? „Nein, mein Sie nicht aus. Studien ruhig Sie mit mir st durch den Hyde „Vielleicht. herüber, mit „Um Gotl Augen. Es n geben?“ „Iwo. 6 memoriert der Schon klop In der waren alle Ge sprachen beiei in Erinnerung schwelgen dur die Schlußwoi mit mir das unseres illustr. anzustoßen", genau das geh Die Gläser Gäste war der han einer der * „ 5•.Ptbeider Peltbir, .) Nr. 56. Die glühende Gasse. Roman von Paul Rosenhayn. (Nachdruck verboten.) Samstag, den 6. Juni 1923. 11. Jahrgang. (Fortsetzung folgt.) „Das Geschäft ist ihm wahrscheinlich leid geworden.“ „Der Teufel soll ihn holen. Und was das Geschäft anbetrifft: ob mir der Prinz seine dämlichen Petroleumquellen in Baku verkauft oder nicht, ist wirklich unendlich gleichgültig.“ „Dann begreife ich nicht, warum du dich so drum hast,“ sagte Diane, indem sie aus einem goldenen Schächtelchen eine Zigarette nahm. „Weil ich an etwas ganz anderes denke, mein liebes Kind.“ Es schien, als ob Diane ein ganz klein wenig rot wurde. „Du glaubst im Ernst, daß ich diesen Pavian heiraten will?" „Mein liebesKind— du hast ihn doch überhaupt noch nicht gesehen?" „Er ist ein Prinz— das genügt mir. Die Prinzen, die ich bisher gesehen habe, sahen alle aus wie Paviane. Gelinde gesagt.“ „Vielleicht macht dieser eine Ausnahme. Und dann überhaupt: Prinzessin Rohan, das läßt sich hören. Die reichsten amerikanischen Erbinnen reißen sich um so was.“ „Du solltest sie einmal von ihren Ehemännern sprechen hören, wenn sie unter sich sind. Frage Daisy Rockefeller oder Victoria Gould. Sie sprechen von ihren kostbaren Gatten so, wie etwa ein Zoologischer Garten von seinem Prachtgorilla spricht: sie sehen in ihm eine kostspielige Akquisition, aber sie haben keinerleiBeziehungen zu ihm, und im Grunde des Herzens verachten sie ihn als einen armseligen Nichtstuer, der auf solche Weise Karriere machen muß, weil er aus eigener Kraft nicht kann.“ Herr Spruit sah mit leuchtenden Augen zu Diana empor, indem er sich heimlich die Zigarre anzüdete. „Du kennst deinen Vater zu genau, mein liebes Kind, um nicht zu wissen, daß er dir in der Wahl deines Gatten freie Hand läßt. Aber ich meine, ansehen kannst du ihn dir ja.“ „Warum nicht?“ nickte Diana.„Natürlich kann ich ihn mir ansehen. Vorausgesetzt, daß er überhaupt kommt.“ „Ich kann mir nicht denken, daß er die Unhöflichkeit haben könnte, ohne eine Entschuldigung einfach auszubleiben.“ „Zum mindesten hat er die Unhöflichkeit bereits gehabt, sich unentschuldigt zu verspäten.“ Es klopfte. Und der Herr Oberkellner des Grand Hotels Trianon persönlich meldete: „Seine Hoheit der Prinz Rohan.“ * „Merkwürdig,“ sagte Diana, indem sie geschickt eine Banane zerlegte und sie ihrem Tischherrn präsentierte,„ich hatte Sie mir ganz anders vorgestellt. Ich habe doch sogar vor einiger Zeit ein Bild von Ihnen gesehen, in der„Illustrierten". Da sehen Sie ganz anders aus.“ „Das ist kein Wunder“, sagte der Prinz. „Wieso?“ „Weil durch dieses Bilddruckverfahren immer etwas anderes herauskommt, als der Zeichner gewollt hat. Sehen Sie, so was wird gewöhnlich nach einer Photographie gemacht: diese Photographie wird dann auf einer Zinkplatte klischiert. Manche arbeiten auch mit Raster.“ „Riesig interessant“, sagt Diane. „Na, und wenn man nachher das fertige Bild sieht, dann ist es eben ein Klischee, und einer sieht aus wie der andere. Daher kommt es auch, daß man so selten einen erwischt, dessen Steckbrief in der Zeitung steht.“ „Sie haben wohl viel mit den Behörden zu tun?“ erkundigte sich Diane. „Leider", antwortete der Prinz. „Ich hörte, daß Sie irgendeinem Polizeipräsidium attachiert gewesen sind.“ „So?“ „Wissen Sie das nicht mehr?" „Ich? Natürlich. Ich freue mich nur,, daß Sie es wissen. Ich nehme mir die Freiheit, daraus auf ein gewisses Interesse zu schließen.“ Diane lachte.„Die Herren schließen immer gleich auf ein persönliches Interesse, während es sich in Wirklichkeit nur um ganz sachliche Forschung handelt.“ „Nanu?“ „Nehmen Sie einmal an, ich hätte Interesse für genealogische Studien." „Um Gottes willen!" „Nun, und?“ „Nein, mein liebes gnädiges Fräulein, so sehen Sie nicht aus. Ueberlassen Sie die genealogischen Studien ruhig den alten Geheimräten und machen Sie mit mir statt dessen morgen früh einen Ritt durch den Hyde Park.“ „Vielleicht.— Mein Vater sieht in einem fort herüber, mit zuckenden Lippen.“ „Um Gottes willen! Und mit drohenden Augen. Es wird doch keinen Zornesausbruch geben!“ „I wo. Er will einen Toast ausbringen und memoriert den Text. Schon klopfte Herr van der Meulen ans Glas. In der wohlgesetzten Rede, die er jetzt hielt, waren alle Gemeinplätze der europäischen Kultursprachen beieinander, so daß jeder der Zuhörenden in Erinnerungen an liebe ähnliche Gelegenheiten schwelgen durfte: Auch als Herr van der Meulen die Schlußworte sprach:„Und so bitte ich Sie, mit mir das Glas zu erheben und auf das Wohl unseres illustren Gastes, des Prinzen Arsene Rohan, anzustoßen“, war jeder zufrieden; denn er hatte genau das gehört, was er zu hören erwartete. Gläser klangen aneinander, und jeder der Gäste war der Meinung, daß der Prinz Arsene Rohan einer der angenehmsten jungen Herren sei, denen er jemals auf dem Parkett eines Luxushotels begegnet war. Dieser Prinz hatte nicht nur die vollkommene Vorurteilslosigkeit des Mannes, der lächelnd über den Dingen steht— er hatte auch die für einen Prinzen erstaunliche Gabe, alles zu kennen, was einen bürgerlichen Geschäftsmann angeht. Er wußte über industrielle Dinge Bescheid, wie nur einer— und als zufällig die Rede auf elektrische Meßinstrumente kam, entwickelte er eine geradezu verblüffende Sachkenntnis. Dann wieder schweifte das Gespräch hinüber zu den leichteren Dingen. Da sprach er von Fakiren mit ihren Wundern mit der Geläufigkeit eines Mannes, der in seinem Leben nichts weiter getrieben hat als solche okkulten Dinge; und über eircensische Dinge konnte er reden! Er erzählte von einer großen Ausstattungspantomime, die er in Rio de Janeiro gesehen hatte, mit einer so fabelhaften internen Sachkenntnis, daß die Zuhörer beinahe applaudiert hätten. Diese Zirkusnummer, die man in allen Einzelheiten dank seiner vortrefflichen Schilderung vor seinen leibhaftigen Augen sich abspielen sah, hieß „Die glühende Gasse“, wie der Prinz erzählte. Dann bat der Prinz Fräulein van der Meulen um den ersten Tanz. * Um diese Zeit war es, als der Chauffeur, der schweren Kopfes mit dem Blick auf eine geleerte Ginflasche erwacht war, sein Auto suchte wie eine Katzenmutter ihr entlaufenes Junges. Langsam näherten sich seine Klagetöne dem„Eagle“. Drinnen saß der Prinz verzückten Auges, um ihn herum sieben junge Damen mit Sektgläsern in den Händen, und die Luft war erfüllt einesteils von Zigarettendampf, anderenteils von den Klängen des herrlichen Liedes: „Wenn du wiederkommst, wenn du wiederkommst, Bringst du Würstchen mit, bringst du Würstchen mit!“ So standen die Dinge, als der Chauffeur klopfenden Herzens die Tür öffnete, um zu sehen, ob sein Auto sich vielleicht in eine dieser Ecken geflüchtet hatte. Der verglaste Blick seines hohen Herrn bewillkommnete ihn, und die Begrüßungsworte:„Wenn du wiederkommst, wenn du wiederkommst, bringst du Würstchen mit, bringst du Würstchen mit!“ ließen ihn einen Augenblick den ungetreuen Motorwagen vergessen. Seine runden Augen hefteten sich verzückt auf die sieben Tänzerinnen, und er fand die unglaubliche Hitze, die in diesem Gastzimmer herrschte, durchaus berechtigt: denn diese Damen hätten sich sonst erkältet. Dann aber fiel ihm doch ein, daß der Gesundheitszustand dieser Damen nicht in seine eigentlichen Obliegenheiten fiel, und er sagte nur, indem er einen tiefen Atemzug tat: „Das Auto ist weg.“ Da aber fiel sein Blick auf zwei Ginflaschen, die dort drüben auf dem Büffett schimmerten, und er mußte sich abwenden, denn sonst wäre es aus mit ihm gewesen. Der Prinz verstand ihn zunächst nicht, und auch die sieben Damen protestierten gegen das feindselige Thema. Aber dann, nur Gutt weiß, aus welcher Ideenassoziation heraus, kam dem Prinzen doch irgendein Argwohn zugeflogen. Ihm fiel ein Mann ein, der sich vorhin in der Gesellschaft des Wirtes befunden hatte und der seit längerer Zeit unsichtbar wak. Dieser Mann hatte irgendetwas im Blick gehabt, was ihm nicht gefallen hatte. Und er wußte aus Erfahrung: wenn ihm schon mal einer nicht gefiel, dann war es gewöhnlich eine faustdicke Sache. Denn im allgemeinen gefiel ihm jeder. Und mit der Hellsichtigkeit eines Mannes, der vier Flaschen Sekt getrunken hat, erhob er sich und sprach die Worte: „Ich will mein Auto wiederhaben!" Die jungen Damen lachten und fanden diese Aeußerung niedlich.„Es hört sich an,“ sagte die eine, die sich Kity nannte,„als wenn ein kleiner Junge sage: Ich will meinen Ball wiederhaben!“ Aber der Prinz war, eigensinnig. Er lehnte sogar das Glas Sekt ab, das ihm Ninon Coupot soeben von neuem gefüllt hatte, und wiederholte nur die bereits bekannten Worte. Dann, als er das Achselzucken ringsum, wenn auch nur halbwachen Sinnes, bemerkte, sagte er: „Hier liegt eine Gemeinheit vor.“ Wieder protestierte alles. Aber der Prinz war nicht mehr zu halten. Er liebte es im allgemeinen nicht, zu denken. Wenn er aber einmal angefangen hatte, zu denken, dann hielt er so leicht nicht wieder damit auf. So sagte er, und dies war das letzte Glied einer Reihe sprunghafter Erwägungen: „Fünfzig Pund für ein Motorrad“ Der Chauffeur sagte:„Der Mechaniker Palmer hat eins. Er muß es uns borgen. Das wäre noch schöner; er ist überhaupt verantwortlich.“ „Wieso kommen Sie erst jetzt, Pinchie?“ erkundigte sich der Prinz. „Weil ich eben erst aufgewacht bin“, knurrte der Chauffeur.„Das muß mit der Ginflasche zusammenhängen, die vor meinem Sofa stand.“ Da sagte der Prinz:„Wenn ich nicht in fünf Minuten das Motorrad habe, gehe ich zur Polizei.“ „ * ImKonferenzzimmer des Trianon=Hotels saßen Herr van der Meulen und der Prinz Rohan. Herr Spruit hatte ein sauber geschriebenes Vertragsformular gebracht: Herr van der Meulen hatte den goldenen Füllfederhalter schreibfertig gemacht und ihn neben die erlauchte Rechte seines Besuchers gelegt. Aber dieser zögerte. Es war kein Wunder, daßHerr van der Meulen dieses Zögern falsch deutete. Er hielt es für das überlegende Bedenken eines Vertragsgegners: denn daß der Prinz Rohan zu unterschreiben zögerte, weil er gar nicht der Prinz Rohan war, das konnte Herr van der Meulen nicht ahnen. Etwas anderes wußte Herr van der Meulen: daß der Anblick eines Millionenschecks in vielen Fällen geeignet ist, die Bedenken eines ZögernBewoendaraer akur dessen Zurückhaltung sie sich geenete, Es sauste durch die Pfützen des Londoner Bewunderer, über bessen Zurückhallung sie sich ärgert, ein aufmunterndes Stückchen ihres seidenbestrumpften Beins zeigt, so zeigte Herr van der Meulen ein raschelndes kleines Scheckformular. das er schließlich mit nonchalantem Lächeln neven den Füllfederhalter gleiten ließ. Denn er konnte nicht ahnen, daß der Anblick dieses Schecks die Bedenken seines Gegenübers vielleicht in gewissem Sinne schwächen, sie anderseits indessen bis zur Ungeheuerlichkeit steigern mußte. Herr van der Meulen war an Unterhaltungen dieser Art gewöhnt, und er wußte darum nur zu gut, daß jedes Wort des Zuredens eine Dummheit gewesen wäre. Jeder Blick, jedes unruhige Flimmern des Auges konnte dem Schachpartner jenseits des Tisches die Stärke oder die Schwäche der gegenseitigen Position verraten. Und außerdem ist s eine alte Erfahrung, daß das Bewußtsein der Nachfrage die Dispositionen eines Verkäufers im allgemeinen in preiserhöhendem Sinne beeinflußt. So tat Herr van Meulen das einzige, was er tun konnte: nämlich nichts. Er machte ein unbefangenes Gesicht, stand auf, ging ans Fenster und schaute in den Garten hinaus, in dem es übrigens nichts zu sehen gab, weil es stockfinster war. Als er sich umdrehte und den Prinzen noch immer mit dem undurchdringlichen Gesicht vor sich sitzen sah, sagte er: „Lieber Prinz, Sie haben ganz recht.“ Jener sah ihn ein wenig verwundert an. „So was will überlegt sein. Wissen Sie was: ich werde Sie ein bißchen allein lassen. Ueberlegen Sie— es muß ja nicht sein, nicht wahr? Wenn wir nicht zusammenkommen, so habe ich das Vergnügen gehabt, einen scharmanten AriWestends, es hüllte seinen Fahrer in eine Woge von Spritzern. In Zwischenräumen, die sich verkleinerten, je mehr das Rad in belebte Gegenden kam, donnerte ein Hagel von Verwünschungen hinter dem Fahrenden her. Er war nicht ganz schuldlos an ihnen, aber man muß anerkennen, daß der Genuß von vier Flaschen Sekt nicht zu den Dingen gehört, die das Auge und die Nerven sicherer machen. Eben sauste er in elegantem Finish auf die halbmondförmige Empfangsterrasse des Grand Hotels Trianon herauf, wo man ihn für einen Telegraphenboten hielt. Der Portier trat heraus und streckte die Hand aus. Aber statt der erwarteten Depesche erhielt er die Antwort: „Ichbinder Prinz Rohan.“ Der Portier trat einen Schritt zurück und faßte den Ankömmling ins Auge. Er war baumlang und ganz englische Respektabilität. Er konstatierte zunächst, daß dieser Mann keinen Hut hatte(der war dem Prinzen auf den Feldern von Croydon vom Winde abgerissen worden), ferner bemerkte er, daß der Ankömmling von oben bis unten mit Dreck bespritzt war, und es war ihm in Erinnerung, daß sein ganzer Habitus sich von den Prinzen, mit denen dieses Hotel zu tun hatte, wesentlich unterschied. Und endlich war es ihm bekannt, daß der Prinz Rohan bereits drinnen war. Der Ankömmling trotz alledem war nicht gesonnen, lange Debatten zu führen. Er lehnte das Motorrad an eine gar nicht vorhandene Wand, und während es krachend zu Boden fiel, war er schon durch die Drehtür hindurch in dem langgestreckten Korridor. Hotelbedienstete erschienen und musterten den stokraten kennenzulernen, und ich werde so und so jungen Mann mit den zusammengeklammerten Hodieses Tages mit angenehmenGefühlen gedenken.“ Aber indem Herr van der Meulen dies sagte. stieg doch ein gewisser Aerger in ihm auf, und er fügte, wenn auch in verbindlichem Ton, hinzu: „Andererseits sind wir natürlich beide erwachsene Menschen und keine Kinder und wissen schließlich, warum wir hier zusammengekommen sind. Aber das brauche ich Ihnen nicht zu sagen, denn Sie wissen das so gut wie ich. Also inzwischen: Auf Wiedersehen! Ich gehe ein wenig in die Bar.“ Damit machte Herr van der Meulen die Tür hinter sich zu, nicht ohne noch einen letzten zärtsen: eben rief der Portier irgend etwas, was er nicht verstand, in das Hotel hinein und wie ein Schutzwall wuchs ein Heer von Hütern der Schwelle vor ihm auf. „Ich bin der Prinz Rohan und will zu Herrn van der Meulen.“ Der Oberkellner sah ihn strafend ins Gesicht. „Ich denke, Sie sollten Ihren Rausch ausschlafen, junger Mann!“ In dem Prinzen erwachte der Prinz. „Erstens bin ich kein junger Mann, sondern ein Prinz. Zweitens habe ich keinen Rausch, und dritlichen und vertrauensvollen Blick auf seinen Scheck tens haben Sie keine Meinung zu haben, und mich zu werfen. Der Prinz Rohan(oder. da wir ohne Zeugen sind: Gustav Raymund) saß mit verschränkten Armen und blickte auf den Vertrag, der ihm die Summe von einer Viertelmillion Pfund verhieß, und er blickte auf den Scheck, der diese Summe darstellte. Ein einziger Federzug, und alles war erledigt. Er konnte unter irgendeinem Vorwand die Gesellschaft verlassen— nicht einmal den kommenden Morgen brauchte er abzuwarten. Jeder Wucherer Londons würde auf den Namen Pieter van der Meulen das Geschäft„in sich“ machen. Aber die Hand, die sich schon nach dem goldenen Federhalter ausstreckte— wie vertrauensvoll Herr van der Meulen war!— diese Hand zögerte. Er hatte in dieser kurzen Spanne Zeit, von den kundigen Händen Jean Coupots geführt, mancherlei Sumpf durchwatet. Seine Ansichten von den Menschen und von den Dingen hatten einen Ruck erfahren, und viele Begriffe von Gut und Schlecht hatten sich verschoben, weil sich der Gesichtswinkel verschoben hatte aus dem er ihnen gegenüberstand. Er hatte die Wahrheit an sich erfahren, daß es in allen Dingen weder ein Ja noch ein Nein gibt, daß Gut und Böse relative Begriffe sind, die jenseits des geschriebenen Rechts zu neuen Horizonten führen. Aber er konnte trotz allen Suchens keine Einstellung finden, die die Tat, vor der er stand, anders als verabscheuenswürdig erscheinen ließ. Er fand keine, so sehr er dies bedauerte. Denn es muß gesagt werden: es ist keine Kleinigkeit, eine Virtelmillion Pfund neben sich liegen zu sehen, nach der man nur die Hand auszustrecken braucht, und sie aus irgendwelchen Bedenken zurückzuweisen, die man vielleicht drei Tage später als blöde Pedanterie erkennen würde. Da ging die Tür auf; herein trat Coupot. Er machte ein Gesicht, als handle es sich um das Arrangement einer Polonäse. „Warum unterschreibst du nicht?“ fragte er in einem Ton, als habe er gesagt:„Warum trinkst du deine Bouillon nicht?“ : Dann mit einem Blick auf den goldenen Füllfederhalter, sagte er: „Ach sol“ Und zwei Sekunden später stand unter dem Vertrag: Arsene Prinz Rohan. „Bist du nun zufrieden?“ fragte Coupot. Er streckte die Hand nach dem Scheck aus— aber er kam nicht dazu, diese Bewegung zu vollenden, denn eben trat Herr van der Meulen wieder ins Zimmer. Er sah mit einem einzigen Blick den unterschriebenen Vertrag, nickte lächelnd, faltete ihn zusammen und steckte ihn befriedigt in die Fracktasche. Dann nahm er mit aufmunterndem Lächeln den Scheck vom Tisch und händigte ihn dem Prinzen aus, der ihn mechanisch einsteckte. „Sie haben Ihren Chauffeur gerufen, Prinz; hoffentlich bedeutet das nicht, daß Sie uns verlassen wollen?“ Der Prinz schüttelte geistesabwesend den Kopf. und Herr van der Meulen sagte, indem er den goldnen Füllfederhalter, der wieder einmal seine Schuldigkeit getan hatte, gewissenhaft zusammenschraubte: „Meine Tochter hat mir die heftigsten Vorwürfe gemacht, daß ich Sie heute abend mit Geschäften drangsaliere. Dies ist der Grund, warum ich so unvermittelt wieder hereinplatze: ich soll Sie holen.“ Das Motorrad knatterte durch den Abend, der dadurch nicht schöner wurde, daß es in Strömen zu Herrn van der Meulen zu führen!“ Worauf ihn der Oberkellner am Kragen faßte. Aber der Prinz war nicht nur Motorradfahrer, sondern auch geübter Boxer und er landete dem Oberkellner einen sanften Undercut. Worauf ihm der Oberkellner, dessen Beruf derartige Zwischenfälle vorsah, einen Kinnhaken versetzte Zwanzig brave englische junge Leute schlossen in diesem Augenblick Wetten ab. Aber es erwies sich wieder, daß der Alkohol der Feind des Sportsmannes ist. Denn zwei Minuten später flog der Prinz unter der Einwirkung eines sanften Knockouts durch die Drehtür auf die Terrasse, wo er zum zweitenmal sein Motorrad umrib Während er sich schmollend erhob, klangen drinnen die Takte eines Wiener Walzers. Eben kam Diane van der Meulen an der Seite ihres charmanten Tänzers an den Tisch zurück, an dem ihr Vater stolz und zufrieden thronte. „Er ist ein kluger Mensch“, dachte sie. Eine Frau betrachtet es immer als ein Zeichen von Klugheit, wenn man sie schön findet. „Sie würden jeder bürgerlichen Gesellschaft Ehre machen“, sagte Diane lachend.„Ich glaube, Prinz, Sie haben viel mit Bürgerlichen verkehrt.“ Was den Prinzen veranlaßte, auch seinerseits Diane van der Meulen für ein kluges Mädchen zu halten. „Was ist das!“ erkundigte sich ihr Vater. Man hörte unten im Garten lautes Sprechen, das sich fast!— es muß offen gesagt werden— wie das Schimpfen eines Mannes anhörte, der nicht völlig nüchtern ist. Der bedienende Kellner lächelte und warf einen Blick auf den Prinzen.„Verzeihung, Herr van der Meulen, es ist ein Betrunkner, vielleicht ein Irrer. Er verlangte Einlaß; er behauptet, er wäre der Prinz Rohan!“ „Der Prinz Rohan?“ lachte van der Meulen, und alles stimmte fröhlich ein.„Der Prinz Rohan — das ist ja zum Schreien!“ „Jawohl, Herr van der Meulen“, sagte der Kellner. „Warum habt ihr ihn nicht hereingelassen, das hätte doch einen Heidenspaß gegeben!“ „Jawohl, Herr van der Meulen,“ sagte der Kellner, und man sah ihm aufrichtiges Bedauern an;„ich habe es auch gesagt: warum habt ihr ihn nicht hereingelassen? Aber der Mann war be.. Verzeihung, war alkoholisch so stark infiziert, daß es mit dem besten Willen nicht ging. Drei Kollegen von mir behandeln sich augenblicklich gegenseitig mit essigsaurer Tonerde.“ „Wie sieht er denn aus?“ erkundigte sich der Prinz. Der Kellner erlaubte sich zu lächeln.„Nicht wie ein Prinz, Eure Hoheit. Man sieht auf den ersten Blick, daß es Schwindel ist.“ Der Lärm unten wurde stärker; er übertönte sogar die Musik, die eben wieder einsetzte. „Wollen wir ihn uns einmal ansehen!“ fragte Diane. Und indem sie den Blick dem Prinzen zuwandte, wiederholte sie:„Es muß Sie doch interessieren, einen Mann kennenzulernen, der behauptet, Sie zu sein.“ Ipurlasverschwunden sind alle tiautsnreinighelten u. Hautausschläge, wie Mitesser, Ficheln, Blütchen usw. durch tügl. Gebrauch d. allein echten Rechenoferd- beeischwefel Jeith von Borgmann& Co., Rndebenl. Obetell an haben. Cermania-Dregerte Otte Blumberg. Der Fall Hösle. Ein Beschluß der deutschen Aerzteschaft. Der unglückliche Fall des früheren Postministers Dr. Höfle zieht immer noch seine Kreise. Eine öffentliche Versammlung der deutschen Aerzteschaft in Berlin nahm zum Fall Höfle folgende Entschließung an: „Die versammelten Aerzte und Nichtärzte protestieren aufs schärfste gegen den sogenanten Geheimerlaß des preußischen Wohlfahrtsministeriums vom 24. August 1924. Dieser Erlaß versucht, die Freiheit der ärztlichen Wissenschaft rücksichtslos einzuengen, um die Aerzte, insbesondere die Gerichtsund Gefängnis=Medizinalbeamten, die schon an sich im beamteten Abhängigkeitsverhältnis stehen, nunmehr gänzlich zu willenlosen Gehilfen der Richter und Staatsanwälte machen. Gerichtsärztliche Gutachten, die im Sinne obigen Erlasses abgefaßt wurden, sind nicht als Ergebnisse wissenschaftlicher Erkenntnis, sondern als Dokumente geistiger Knebelung anzusprechen und entsprechend zu bewerten. Die Versammlung fordert im Namen der Menschlichkeit eine Aufhebung dieser eine offene Kulturschmach darstellenden Verordnung und eine Nachprüfung aller auf Grund dieser Verordnung erstatteten gerichtsärztlichen Gutachten durch frei praktizierende, wissenschaftlich nicht eingeengte sachverständige Aerzte.“ 25 Jahre Nährmittelfabrik Dr. A. Oetker in Bielefeld. OIRLAPRLS Blutige Kämpfe in Shanghai. Sturm auf das Europäerviertel. Die chinesischen Wirren wachsen sich immer mehr und mehr zu einem neuen Boxeraufstand aus. Der gefährliche, fremdenfeindliche Streit in Shanghai ist in weiterer Ausdehnung begriffen. Es streiken bereits über 100000chinesische Arbeiter, denen sich Tausende von Studenten angeschlossen haben. In Shanghai werden jetzt Panzerwagen bei den Kämpfen zwischen der europäischen Polizei des Fremdenviertels und den Aufständischen benutzt. Es sind bis jetzt in den Reihen der Aufständischen 61 getötet und 65 schwer verletzt. In Peking und in Kanton kam es gleichfalls zu fremdenfeindlichen Demonstrationen. Moskau finanziert den Aufruhr. Auf das Europäerviertel in Peking wurde ein Sturm versucht, der jedoch vereitelt werden konnte. Bei der Landung von Verstärkungsmannschaften kam es ebenfalls zu heftigen Zusammenstößen und Schießereien. Deutschland war an dieser gesamten Aktion weder aktiv noch passiv beteiligt und ist erst durch die Ausrufung des Generalstreis durch die chinesische Handelskammer von nachteiligen wirtschaftlichen Folgen bedroht worden. Man wird die Entwicklung der chinesischen Verhältnisse in den nächsten Wochen mit Spannung verfolgen müssen, da Deutschland durch seine besondere Stellung auf Grund des Friedensvertrages sowohl ehina wie den fremden Mächten in China gegenüber eine Stellung einnimmt, die nach allen Seiten hin die größte Vorsicht erfordert. Nach den neuesten Meldungen besteht kein Zweifel mehr, daß die Aufstandsbewegung in China durch Moskauer Gelder finanziert wird. Belagerungszustand in Shanghai. Die Handelskammer in Shanghai richtete an den Ostasiatischen Verein in Hamburg=Bremen folgenden Situationsbericht: Die Studentenkrawalle tragen ausgesprochen fremdenfeindlichen Charakter. Belagerungszustand über Niederlassung Shanghais erklärt. Das Leben Deutscher ist dabei nicht bedroht. Der Generalstreik ist gepredigt und teils in ihn eingetreten worden. Deutsche werden teilnehmen nötigenfalls an der technischen und wirtschaftlichen Nothilfe. Handel vollkommen unterbunden. Shanghai, 5. Juni. Der Streik dehnt sich noch weiter aus, doch ist ein Umschwung in der Haltung vieler Arbeiter offensichtlich. Die Polizei hat verschiedene Streifen unternommen und eine Menge bolschewistischer Schriftstücke gefunden. Es wurden einige Verhaftungen vorgenommen. Heute herrscht Der Einfluß der Studenten. Der Daily Telegraph meldet aus Tokio, die Lagr. H. S hanzhai werde dort mit ernster Sorge bedenten in Thinadet; daß die Stellung der StuAm 15. Mai ds. Is. konnte die Nährmittelfabrik Dr. A. Oetker in Bielefeld auf ein 25 jähriges Bestehen zurückblicken. Der älteste Artikel, das bei den Hausfrauen bestens bekannte Backpulver„Backin", ist zwar schon 10.Jahre früher, also vor 35 Jahren, in den Handel gebracht worden, doch begann die fabrikmäßige Herstellung im großen erst im 1900 Von anfänglich 1800 Quadratmeter Gehs1900. Von unsunglich 1800 Quabratmeter Gevaudenutzfläche hat sich die Firma heute auf 24000 Quadratmeter ausgedehnt. Da auch diese noch nicht genügt, sind weitere 5000 Quadratmeter im Bau. Eine Zweigfabrik befindet sich in Altona und Oliva(Freistaat Danzig). Die Fabriken sind mit den modernsten Abfüllmaschinen ausgerüstet, so daß auch in hygienischer Hinsicht vorbildlich fabriziert wird. Die Tagesproduktion beträgt täglich etwa 2 Millionen Päckchen. Dieser riesige Verbrauch stellt gewissermaßen ein Bindeglied zwischen weiten Volksschichten u. dem Oetkerschen Werk dar. Neben der Güte des Fabrikates hat die Leitung erkannt, daß der beste und billigste Weg, den Umsatz zu steigern, die Reklame ist. Vor allem ist es die deutsche Presse, die durch das Inserat in seiner mannigfaltigsten Gestaltungsmöglichkeit die Entwicklung der Firma förderte. So hat sich die Firma in diesen 25 Jahren nicht nur bei den deutschen Hausfrauen, sondern auch über Deutschlands Grenzen hinaus, durch ihre vorzüglichen Fabrikate einen guten und dauernden Ruf erworben. den sei, nicht an. Der Ausschuß empfahl der Regierung, die Frage einer Herabsetzung der Weinsielt eine Wie steuer zu prüfen, und hiel eine Wiedereinführung der vor der Inflationszeit bestehenden Fälligkeitstermine für angemessen. Bei der Zuckersteuer empfahl der Ausschuß der Regierung, eine Herabsetzung der Steuern auf 16 Reichsmark für 100 Kilogramm. Ferner wurde beschlossen, die Fälligkeitstermine für Verbrauchssteuern auf den zwanzigsten Tag des Monats zu legen, der auf den Monat folgt, in dem die Steuerschuld entstanden ist. — Der neugewählte oldenburgische Landtag tritt am 16. Juni zusammen. Das Landtagspräsidium wird wahrscheinlich der frühere Präsident Abg. Schröder=Nordermoor übernehmen, da der Landesblock sich als Partei konstituieren wird und dann die stärkste Partei des Landtages darstellt. In Sachen der notwendigen Regierungsumbildung rechnet man damit, daß das Ministerium von Finckh dem neu zusammengetretenen Landtag seine Aemter zur Verfügung stellen wird. — Gegen die Radikalisierung der Jugend. In einem wichtigen Erlaß tritt der preußische Innenminister der politischen Radikalisierung der Jugend entgegen. Der Minister ersucht alle Polizeibehörden und Organe, gegen derartige Erscheinungen mit aller Entschiedenheit vorzugehen und bei Verstößen gegen Gesetz und Ordnung mit Nachdruck einzuschreiten. Aus aller Welt. Die dritte Rundflugschleife. Am Start zur dritten Schleife des Deutschen Rundflugs 1925, die von Berlin aus die Städte Dessau— Erfurt— Würzburg— Karlsruhe— Stuttgart— Bamberg und Halle berührte und wieder in Berlin endete und sich auf 1140 Kilometer erstreckte, waren 36 Flugzeuge erschienen. Ueber dem Thüringer Wald lag ein dichter Nebel, der nicht ganz ungefährlich schien, doch trat bald eine Aufklärung ein. Der bisher erfolgreiche Flieger Ungewitter kehrte kurz nach dem Aufstieg zum Startplatz zurück, da eine Auswechselung an seinem Motor sich als notwendig erwies. Den Zeitverlust von einer halben Stunde hatte der kühne Flieger bald wieder wettgemacht, denn schon nach kaum dreistündiger Fahrt war er über Würzburg und näherte sich seinem schärfsten Konkurrenten Polte auf „Udet" bedenklich. eine, wirliche Nacht, Seit vielen Monaten sei unrer den Studenten die rehre„China den Chinesen“ -neu verbreitet worden, und die Feindseligkeit gegenüber jeder Art fremder Einmischung, besonders Heuslagps undg iher zue, etoagusgesprochener geworven. Man glaube in Jupan, die Niederschießung von Studenten in ganz China werde wirkungsvoll ausgebeutet werden, und die Lage erfordere große Die Suche nach Amundsen. Britische Kriegsschiffe von Shanghai. eriezäscze, Presse=Association verlautet, daß zwei uud das Friedsschiffe in Shanghai eingetroffen sind hart#### em weiteres Kriegsschiff heute nachmittag in Shanghassen De dr itische Generalkonsul hat um Landung von 2000 Mann ersucht, was auch erfolgen werde. Dr. Deutches Feich, Aufwertungsvortrag beim Reichspräsidenten. Die deutsch=französischen Wirtschaftsverhandlungen. schostehestede retende Leiter der deutschen schuftsorlegation in Paris, Ministerialdirektor Posse, ist in Begleitung des Delegationssekretärs Dr. Wormann zur Berichterstattung für die deutsche Regierung nach Berlin zurückgekehrt. Reichswirtschaftsrat und Verbrauchssteuern. Nach einem Funkspruch von Bord der„Fram“ wird heute früh die Suche an der Packeisgrenze beginnen, da man damit rechnet, daß Amundsen und seine Begleiter zu Fuß nach Spitzbergen zurückkehren werden. Die Hoffnung, daß Amundsen aus dem Luftwege zurückkehren wird, muß nach einem Telegramm aus Oslo endgültig aufgegeben werden, da die 14 Tage, die Amundsen selbst als äußersten Termin für seine Rückkehr mit dem Flugzeug bezeichnet hat, verstrichen sind. Entweder wird die Expedition im Herbst d. Is. oder erst nach der Ueberwinterung im nächsten Jahre. In Oslo nimmt niemand an, daß die Forscher verunglückt sein könnten. Man glaubt nur„daß die Flugzeuge beim Landen so beschädigt gurden, daß sie für den Weiterflug unbrauchbar 80 Personen ertrunken. „Nach einer Radiomeldung aus Stockholm ist die schwedische Küste von schweren Stürmen heimgesucht worden. 80 Personen sindertrunken. .. Der finanzpolitische Ausschuß des ReichswirtSsitsauzschuses füir 10 mit dem Vericht seines Gesetzentwurf zur Rende erm Der Auschuß n: ung der Verbrauchssteuern. Dir ausschuß erkannte die in der —— Schweres Autounglück infolge Versagens der Bremse. Auf der Gabelstraße, die von KarlsbrunnWürbental über den Paß des Altvatergebirges nach Freiwaldau führt, überschlug sich ein Automobil aus mativor bei der letzten steilen Kurve infolge plötzlichen starken Bremsens. Die Insassen wurden mit Gewalt gegen ein eisernes Geländer geschleudert. Ein Ehepaar war sofort tot. Die Frau eines Apothekers aus Ratibor wurde noch lebend mit schwerem Schädelbruch in das Freienwalder Krankenhaus eingeliefert, wo sie indes auch nach kurzer Zeit verstarb. Die beiden mitgefahrenen Töchter des Ehepaares im Alter von etwa 11 Jahren, erlitten schwere Kopfverletzungen und wurden ebenfalls in das Krankenhaus übergeführt. Beim Retten mit dem Sohn in die Tiese. 5 ein Beshen Reten mit dem Sohn in die Tiese. Ein Besigzer aus Salimmen(Ostpreußen) begav sich mit einem Fuhrwerk unter Mitnahme seiner fünf Kinder an den Löwentinsee, um seine Pferde zu schwemmen. Sein 13jähriger Sohn geriet mit einem Pferd, das blind war, in eine tiefe Stelle und ging unter. Auf die Hilferufe schwamm der Vater hinaus, jedoch klammerte sich der Sohn in seiner Todesangst so an den Vater, daß dieser sich nicht bewegen konnte und schließlich mit dem Sohn in die Tiefe sank. Die am Ufer wartenden kleinen Kinder alarmierten die Nachbarschaft, jedoch kam die Rettung zu spät. — Die verhängnisvolle selbstgemachte Wurst. Nach dem Genuß von selbstgemachter Wurst erkrankte die Familie eines Eigentümers aus Zarnekow in Pommern. Die fünfköpfige Familie mußte ins Krankenhaus gebracht werden, wo die Mutter starb, während der Vater und eine Tochter ebenfalls kurz darauf der Vergiftung anheimfielen, so daß insgesamt drei Todesopfer zu beklagen sind. Auch die letzten beiden Kinder der Familie schweben in Lebensgefahr. Ein großes Altmärkisches Heimatfest findet vom 18. bis 21. Juni in Stendal, der Hauptstadt der Altmark, statt. Ein Festzug bringt Bilder aus der Stendaler Geschichte. Weiter ist die Aufführung eines Festspiels geplant und sind eine Blumenkorso und sportliche Vorführungen neben einer heimatkundlichen Ausstellung vorgesehen. Als Schluß des Festes findet am Sonntag, 21. Juni, auf den Höhen der Stadt eine Sonnwendfeier statt. — Das erste Bundesfest der Deutschen Sängerschaft seit dem Kriege wurde jetzt in Weimar eröffnet. Sämtliche deutsche Sängerschaften, die österreichischen Sängerschaften mit Vertretern und zahlreiche alte Herren waren zum Fest erschienen. In der Eröffnungssitzung hielt Prof. Dr. Fink die Begrüßungsansprache. An den Reichspräsidenten von Hindenburg wurde ein Begrüßungstelegramm gerichtet. Die Festrede hielt der Hof= und Domprediger Dr. Doering über das Thema:„Der deutsche Student und das deutsche Lied". Die Versammlung schloß mit dem Deutschlandlied. — Französischer Kolonialsoldat verhaftet. In der Frühe des 29. Mai wurde in Kaiserslautern in der Nähe einer Kaserne die 23 jährige Fabrikarbeiterin Amanda Theisinge aus Kaiserslautern erchossen aufgefunden. Als der Tat verdächtigt, wurde der französische Kolonialsoldat erster Klasse Delcassene festgenommen, der nunmehr laut„Pfälzischen Volksboten“ vor der zuständigen Besatzungsbehörde ein umfassendes Geständnis abgelegt hat. Der Grund zur Tat ist Eifersucht. Delcassene hat mit der Eymordeten ein Liebesverhältnis unterhalten, das die Theisinger abzubrechen beabsichtigte. — Oberösterreich durch schwere Gewitter heimgesucht. In Oberösterreich sind neuerdings schwere Gewitter niedergegangen. Durch Blitzschlag wurden einige Bauerngüter mit dem Viehbestande und mit der gesamten Ernte eingeäschert. Der Brandschaden dürfte sich insgesamt auf ungefähr 1 Milliarde Kronen belaufen. Es ist dies innerhalb kurzer Zeit das dritte schwere Unwetter in Oberösterreich, das in einer ganzen Reihe von Gegenden die gesamte Ernte ganz oder doch zum größten Teil vernichtet hat. Wald= und Heidebrände. Die Arsachen und die Verhütung. (Nachdruck verboten.) Kaum hat die warme Jahreszeit begonnen, da lodern schon an allen Ecken und Enden die gefürchteten Waldbrände auf. Ungeheure Werte fallen in wenigen Stunden dem Feuer zum Opfer. Dörfer und Menschenleben kommen in Gefahr. Majestätisch ist der Anblick eines Waldbrandes. Wer die jüngsten Brände in Mecklenburg und Pommern sah, dem werden die Bilder des vorwärtsdrängenden Feuermeeres und der gewitterhaft schweren Rauchlawinen unvergeßlich bleiben. Ueber aller Romantik eines Waldbrandes aber steht der volkswirtschaftliche Schaden, der durch jedes Abbrennen unseres ohnehin in den letzten Jahren stark beraubten Holzbestandes entsteht. Staatliche und private Stellen haben daher ihr Augenmerk mit Ernst auf die Verhütung und Bekämpfung der Brände gerichtet. Wie entstehen Wald= und Heidebrände? Die Ursachen sind mannigfacher Art. Ein Blitzschlag kann zünden. Brände aus solcher Ursache sind jedoch äußerst selten, da der Gewitterregen meist löschend wirkt. Häufiger schon sind Brandstiftungen durch Funkenflug der Eisenbahnlokomotiven. Windstöße haben die Funken oft viele Meter weit in trokkenes Gras oder trockenen Mull(noch nicht verweste Humusschicht) geführt. Die Forstbehörden haben zur Abwehr an gefährdeten Stellen Schutzstreifen saftigen Laubwaldes angepflanzt. Besonders eignen sich Birkenbarrikaden, die sich wie ein Damm vor trockenem Nadelwald oder trockener Heide legen. Die meisten Brände verursacht— der Mensch. Zum wenigsten aus Bosheit oder verbrecherischem Trieb. Wohl aber aus Unkenntnis, Gedankenlosigkeit oder erschreckender Fahrlässigkeit. Wer im Zimmer oder auf bebauter Straße seinen brennenden Tabak nicht missen will, der hüte sich, trockenen Wald mit Rauchwerk zu betreten. Nur zu oft hat ein achtlos weggeworfener Zigarren= oder Zigarettenstummel oder ein glimmendes Streichholz Forsten in Brand gesetzt und Millionen Mark an Werten vernichtet. Das ist keine Flaumacherei oder Schulmeisterei. Die amtlichen Feststellungen der Forstbehörden haben erwiesen, daß die meisten Wald= und Heidebrände durch Raucher entstanden sind. Aus dem Gerichtssaal. Kohlendiebe. K. Annen, 4. Juni. Die Bergleute Neuhaus, Dietrich, Wilhelm und August Stuhlmann und Augustin waren vom Schöffengerichte wegen Kohlendiebstahles angeklagt gewesen, jedoch hatte das Gericht das Verfahren eingestellt, weil es Mundraub angenommen. Die Staatsanwaltschaft legte gegen diese Entscheidung des Gerichtes Berufung ein, mit der sich die kleine Strafkammer des Landgerichtes Bochum zu befassen hatte. Mit Ausnahme des Angeklagten Dietrich waren die Angeklagten mehrfach beim oder nach dem im Bahnhof der Bergisch=Märkischen Bahn ausgeübten Kohlendiebstahl abgefaßt worden. Zum Teil wurden die Kohlenmengen wieder verbessert. Trotzdem sie durch die erste Gerichtsverhandlung hätten gewarnt sein sollen, wurden sie in der vorigen Woche abermals von der Polizei beim Kohlendiebstahl im Bahnhof abgefaßt. Am meisten betrieb diesen einkömmlichen Kohlenhandel der Angeklagte Neuhaus. Das Gericht kam zur Aufhebung der ersten Entscheidung des Vordergerichtes. Es verurteilte Neuhaus wegen mehrfachen bandenmäßigen Kohlendiebstahles zu 3 Monaten Gefängnis, die übrigen Angeklagten, Dietrich ausgenommen, dem gegenüber das frühere Urteil bestehen blieb, zu je 4 Wochen Gefängnis. Etwas nachgelassen gegen frühere Jahre hat das abrochen im Walde. So schön und für die Jugend begeisternd das Abkochen in der Natur immer gewesen ist, so bedenkliche Folgen hat es doch oft gehabt, da ungeschickte Hände das Umsichgreifen des Feuers nicht immer verhüten konnten. Der Manöversoldat alten Schlages grub sich ein Loch im Erdboden und schützte die Feuerstelle. Der Amateurwanderer dagegen raffte trockenes Holz und Gras im Walde zusammen und feuerte dann munter darauf los. Die piel Jai ap.: Arr #### die vielertei Folgen des Abrochens im Walbe haben besonders die zünftigen, sachkundigen Wanderer veranlaßt, auf die Einschränkung desAbkochens an gefährdeten Stellen hinzuwirken. Besonders praktische und erfolgreiche Maßnahmen hat die Abteilung„Heidewacht“, der Vereinigung„Naturschutzpark“ in der Lüneburger Heide getroffen. Sie erzieht ehrenamtliche Heidewachtleute, die hinausziehen und durch Aufsicht und Belehrung der Ausflügler Wald und Heide vor Schaden zu behüten versuchen. Diese Heidewachtleute und Abkochende. Wie nötig diese Arbeit ist, beweist der Umstand, daß die Heidewacht an einem einzigen Sonntag am Totengrund im Lüneburger Naturschutzpark in den Mittagsstunden von 12 bis 3 Uhr etwa 70 rauchende Personen antraf. Bemerkenswert ist, daß die meisten Betroffenen, dem Rauchverbot sofort Beachtung schenkten. Also ist zumeist Unwissenheit die Veranlassung zu Folgen, die unabsehbaren Schaden mit sich bringen. Neuerdings arbeitet diese Heidewacht Hand in Hand mit den Forstbehörden. Die„Annener Zeitu Honnerstag un Ar die einspaltige 1 Hr Platzanzeigen auswärtige, amtl Reklamezeile 1 mm Bezugspreis wöchen! bezogen Beschäftsstelle: Bahn Nr. 66. Übergabe Unverzügliche Prü Fünf Vertreter schienen am Donn in der Reichskanzl über die Entwaf übergeben. Kutz der Ententestaaten Eine Zur Uebergabe lich mitgeteilt: 2 reichs, Italiens u Gesandte haben de übergeben, in der Reichsregierung di nen sie die Rä Rheinlandzo Der englisc bei:„Entsprechend folgten Verfahren, im Namen meiner eine gemeinsame die Voraussetzung Zone auszuhändig Der Reichsk folgender Antwort der alliierten Note die Ew. Exzellenz hat die Reichsregi tung jener Noten ## wiederholt Anlaß der Frage der Rät zone darzulegen. Bezug. Die mir Reichsregierung werden. Die Re scheidungen über treffen.“ Die Note und i abend veröffent Engsand Eine hal In Sachen dersetzung über englische Büro entgegen der „Die Disku reicht, wo man was in bestimr abgesehen von land betreffen. noch mit den englische Regie ßerungen, die hat, wonach Ei über die westlic land mitzuarbe tungen darauf den zu garanti zerhindern. T technischen Sin Rote annehmer von England, genehmigt wor Nach einer Lond Außenminister Che Benfer Völkerbund antritt, sie von Pe benid in. Beide „bend in Genf erw Der