Die„Annener Zeitung" erscheint jeden Diens. tag, Donnerstag und Samstag. Anzeigegebühr für die einspaltige 1mm hohe und 36 mm breite Zeile für Platzanzeigen im Verbreitungsbezirk 30,— MK, auswärts 40 M. Reklamezeile 1 mm hoch u. 76 mm breit 90 K. Bezugspreis monatlich 2200 c.(Durch die Post bezogen vierteljährlich 6600.— M Geschäftsstelle: Bahnhofstr. 23. Telephon 334. verbunden mit der Annener„Volkszeitung“ Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. Organ des Amtes Annen u. Landkreises Hörde, sowie der Gemeinden Stockum=Düren. Inserate finden bei der großen Auflage van „Annener Zeitung“ weite u. billige Verbreitung — Bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkursen kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfas. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir Verantmortuung. Redaktion, Druck und Verlag von Fritz Küching, Annen. Nr. 30. Samstag, den 10. März 1923. 39. Jahrgang. Die Parteien zur Kanzlerrede. Aus dem Reichstage vom 7. März. Zu Beginn der heutigen Sitzung teilt Präsident Löbe mit, daß dem Reichskommissar für die besetzten Gebiete von der Interalliierten Rheinlandkommission ein Schreiben zugegangen ist, in dem mitgeteilt wird, daß Abgeordneter Korell „das Wort in einem sehr heftigen Hetzfeldzuge führe" und daß daher seine sofortige Ausweisung veranlaßt worden sei. Die Familie Korells müsse das besetzte Gebiet binnen vier Tagen verlassen. (Stürmische Pfuirufe im ganzen Hause!) Hierauf beginnd die politische Aussprache. Die sozialdemokratische Kritih. Abg. David(Soz.) erklärt als erster Redner, seit sast zwei Monaten reihe sich im friedlichen Ruhrgebiet eine einzige Kette von Zwangsmaßnahmen aneinander, von Drohungen, Barbarei, Brutalitäten, Raub an öffentlichem und Privateigentum, Schädigung von Leib und Leben der Bevölkerung. Ueber hundert Tote lägen bereits auf dem Kampffeld. Dieses Schreckensregiment müsse selbst jenseits unserer Granzen viefste Empörung auslösen.(Stürmische Zustimmung.) Das ganze Verhalten der Franzosen zeigt, daß sie nicht Reparationen und Sachleistungen, sondern dauernde Beherrschung des besetzten Gebietes wollen, ja sogar seine dauernde Absperrung vom Deutschen Reiche. Mit einem Frankreich, das nur Reparationen will und Ruhe, ist eine Verständigung jederzeit möglich, mit einem Frankreich, das den Rhein und die Ruhr annektieren will, niemals!(Lebh. Beifall!) Frankreich ist jetzt dabei, die Pläne Dariacs auszuführen, nämlich: für die Rheinlande zu bestimmten eigenes Budget, eigene Währung und Ersetzung der preußischen Beamten. Mit der Besetzung des Ruhrgebietes und der Abtrennung der Rheinlande kann sich die Sozialdemokratie nun und nimmer einverstanden erklären. Denn das würde die Lebensader Deutschlands abschnüren. Die Erfüllungspolitik ist gescheitert. Aber trotzdem war sie richtig, denn sie hat 1919 verhindert, daß das Reich zertrümmert und das linke Rheinufer französisch würde. Das wird niemand bestreiten. (Rufe rechts: Doch! doch!) Daher begrüßen wür es, daß sich der Reichskanzler gestern wieder so klar und deutlich auf den Boden der Erfüllungspolitik gestellt hat. Der Reichskanzler hat auch nicht gesagt, daß wir nicht verhandeln dürften, er hat nur eine Mahnung an die Franzosen gerichtet. Trotzdem kommt heute die Kreuz=Zeitung und schreibt:„Fort mit dem Gerede über Verhandlungen!" Der deutsche Arbeiter wird sich nicht zum Sklaven von Imperialismus und Militarismus, am wenigsten zum Sklaven eines fremden Militarismus und talismus machen lassen. Poincarés tik wird scheitern an dem Felsen der deutschen Scgfaldemotrace. Bediagte Abg. Hergt(Dnatl.) weist darauf hin, daß er noch vorgestern und gestern im Ruhrgebiet gewesen und sich an Ort und Stelle umgesehen habe, um die Stimmung der Bevölkerung kennen zu lernen. Der ganze Reichstag müßte sich einmal geschlossen dorthin begeben können, dann würde er erfahren, daß die Wahrheit doch anders aussieht, als es sich hier in manchen Köpfen darstellt. Das Herz blutet einem, daß die Weltenschmiede stilliegt. Das sind stumme Zeugen des französischen Vernichtungswillens. Gleichzeitig hört man überall die Erzählungen von den neuesten Brutalitäten, von der Grausamkeit der Die Stimmung im Volke st so, daß alls nach Vergeltung schreit. Das Durchhalten ist den Leuten dort das selbstverständlichste von der Welt, ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen, aber sie verlangen, daß wir hier sie nicht im Stich lassen. Ein einziger Schrei nach fortgesetzter Kundgebung der Reichsregierung, aber auch des Reichstages, schallt von dort herüber, doch nicht nach solchen Kundgebungen, wie wir sie hier von der Linken hören.(Großer Lärm bei den Kommun., lebhaftes Händeklatschen auf den Tribünen und stürm. Beifall bei den bürgerlichen Parteien.) Wir begnüßen es, daß der Kanzler gestern hier als Plattform den Reichstag gewählt hat, daß die Welt den Atem anhalten wird, wenn sie diesen Aufschrei eines gequälten Volkes, aber gleichzeitig dieses Bekenntnis zum geschlossenen Willen hört. Der Redner nimmt mit Genugtuung Kenntnis von den Ausführungen des Kanzlens über die passive Bilanz des französischen Ruhrunternehmens und dankt weiter dem Kanzler dafür, daß er dem französischen Imperialismus die Maske vom Gesichte gerissen habe. Das deutsche Volk dürse das Wort„Erfüllungspolitik“, überhaupt nicht mehr in den Mund nehmen.(Lärm links.) Mit Recht habe der Kanzler das Wort geprägt, daß wir allein stehem im Kampfe. Mit der Rede des Kanzlers sind nicht alle unsere Wünsche erfüllt. Wir haben den Abbruch der diplomatischen Beziehungen und Vergeltungsmaßnahmen gegen Ausländer französischer u. belgischer Nationalität verlangt. Wir treten geschlossen für die Regierung ein, wenn sie auch nach unserer Ansicht zuviel angeboten hat. Wenn das Wort„Verhandlungen" überhaupt noch in den Mund genommen wird, so kann es sich nicht mehr um Einzelheiten handeln, sondern nur noch um die große deutsche Frage, die jetzt aufgerollt ist. (Beifall rechts.) .m Standpunkt des Zentrums. Abg. Marx(Ztr.) mahnt zur Ruhe und Sachlichkeit. Den sozialdemokratischen Optimismus, als ob das französische Volk nicht hinter seiner Regierung stehe, könne er nicht teilen. Auch das französische Volk wird sich, wenn es auf seine Ehre Wert legt, zu fragen haben, ob es nicht Gefahr läuft, durch seine Raubritterpolitik von dem unerbittlichen Richterstuhl der Geschichte aus der Kultur Europas zeitweilig ausgeschlossen zu werden. Wir stehen in unserem Kampfe allein, mit dem festen Bewußtsein, daß wir im Rechte sind. Wir wissen, daß die Regierung bisher alles Mögliche getan hat, um Frankreich entgegen zu kommen. Wir wissen, daß die Regierung auch weiter ihre Pflicht tun wird. Unser Volk ist einig und gewillt, bis zum Aeußersten durchzuhalten. An Ruhr und Rhein lebt ein Volksschlag von einer ganz besonders kernigen Gesinnung, der von dem Bewußtsein durchdrungen ist, daß an der Ruhr das Herz der gesamten deutschen Wirtschaft schlägt, dessen Schutz in ihre Hand gelegt ist. Abg. Dr. Stresemann(D. Vp.) wünscht, daß sich der Spionageerlaß des Reichspräsidenten auch gegen die Verbreiter wilder Gerüchte richten möge. Wenn behauptet wird, es beständen zwischen meiner Partei und dem Reichskanzler Gegansätze über eine Verständigung mit Frankreich, so ist das auch nicht wahr. Kein vernünftiger Mensch widerstrebt der Verständigung mit Frankreich, aber Frankreich muß die Voraussetzungen dafür schaffen. Frankreich will aber, daß der militärischen und politischen Entmannung Deutschlands auch die wirtschaftliche Entmannung folgt. Frankreichs Mißerfolg ist klar. Der erste Monat des Ruhrunternehmens dürfte 132 Millionen Franken kosten. Ich glaube, daß trotz des ungleichen Kampfes Frankreich bisher stärker gelitten hat. Das„Gerede von Verhandlungen“ bringt uns nicht weiter; Frankreich muß erkennen, daß es seinen Widerstand gegen die gebotene Wiederaufnahme internationaler Verhandlungen ausgeben müsse. Abg. Dernburg(Dem.) führt aus, es sei urkundlich nachgewiesen, daß Foch und die militärisschen Autoritäten Frankreichs die Rheingrenze, die militärische Besetzung der Ruhrzentren und den größten Teil des Kohlenbeckens anstreben. Frankreich wolle ein Deutschland, das zahlen will, fürchtet aber ein Deutschland, das zahlen kann. Daher wolle es die politische und wirtschaftliche Kraft Deutschlands vernichten. Abg. v. Graefe(Deutschvölkisch) begrüßt es, daß das Gerede von Verhandlungen ein Ende finde. Das Ausland glaube aber nicht recht daran. Abg. Frau Zetkin(Komm.) wendet sich gegen die Bestrebungen des internationalen Kapitalismus, einen mitteleuropäischen Montantrust zu schaffen.— Abg. Ledebour erklärt, es müsse alles getan werden, den verbrecherischen Einsall rückgängig zu machen. Als letzter Redner legt dann der Abg. Leicht(Bayr. Vp.) gegen den Einbruch Protest ein. Die Enttäuschung in Daris. Die französische Oeffentlichkeit, die man schon wochenlang vertröstet hatte, daß die Kapitulation Deutschlands unmittelbar bevorstehe und der man eingeredet hatte, daß der Raichskanzler in seiner Reichstagsrede die Verhandlungsbereitschaft ankündigen würde, ist heute, da sich keine dieser Erwartungen erfüllte, sichtlich enttäuscht u. verdrossen und die Blätter geben sich kaum Mühe, ihren Unmut zu verbergen, der um so größer ist, als in der englischen Unterhausrede Bonar Law klar aussprach, was auch der Reichskanzler sagte, daß der Mißerfolg der Ruhrbesetzung eine feststehende Tatsache sei. Da die Franzosen anfangen, bescheidener zu sein, so danken sie Bonar Law durch den Temps dafür, daß er versprach, keine Vermittbungsaktion unternehmen zu wollen. Die Ere Nouvelle schreibt:„Wir sind am kritischsten Augenblick der Besetzung angelangt. Die Rede des Reichskanzlens zeigt, daß Deutschland bei der negativen Politik bleiben will. Wenn Deutschland einen besseren Plan hat, weshalb gibt es ihn nicht bekannt! Wenn es sich um die Ruhe Europas handelt, dürfen die guten Absichten einer Regierung nicht bedingt sein. Das Blatt glaubt jedoch in der Rede Cunos einige Anzeichen nicht für eine demnächstige Unterwerfung, sondern für ein Schwanken im Widerstandswillen zu entdecken. Die Besetzung des Ruhrgebiets sei tatsächlich eins jener Ereignisse, die denen verhängnisvoll werden, die sie ausführen, und denen, die sie ertragen. Das einzige Mittel, ernste Ungelegenheiten zu vermeiden, sei, beiderseits keine Halsstarrigkeit zu zeigen. Die Ruhr sei für den Augenblick ein wirkliches Schlachtfeld, das aber eines Tages das Gebiet eines bevorzugten Ausgleiches zwischen Frankreich und Deutschland werden könnte. In Paris beginne man sich hinter den Kulissen mit den kommenden Verhandlungen zu beschäftigen. Es sinde ein Meinungsaustausch statt, Gerüchte liefen um, die Pariser Regierung beurteile die Expedition nach Westfalen bisher in derselben Weise. Es handle sich nicht mehr um das produktive Pfand oder Sicherheiten, sondern um ein Geschäft, bei dem gewissermaßen der deutsche gute Wille als Pfand diene. Je mehr sich dieser geltend mache, je mehr werde man sich zurückziehen. Diese Auffassung sei die einer sehr hohen Stelle. Die Aufnahme der Kanzler=Rede in Amerika und Italien. Der Frankfurter Zeitung zufolge wird die Rede Dr. Cunos in Neuyork günstig beurteilt. Die Blätter anerkennen die Konzilianz, jedoch fondert man konkrete Vorschläge Deutschlands. Halbamtlich wird konstatiert, daß der amerikanische Standpunkt unverändert bleibe auch trotz der Verhuste Deutschlands im Ruhrgebiet. Von der italienischen Presse wird die Rede des Reichskanzlers wenig kommentiert, da die erwarteten neuen Ankündigungen ausgeblie. ben sind. Der durch seine jüngste Kampagne hervorgetretene franzosenfneundliche Messaggero meint, der deutsche Widerstand dürfte in absehbarer Zeit erlahmen, denn trotz der deutschen Worte betonte Dr. Cuno seine Verhandlungsbereitschaft und rief fremde Vermittlung an. Bis hierher und nicht weiter! Erklärung Robert Cecils. Robert Cecil erklärte in einer Rede in Stevenage, für England sei die Zeit gekommen, zu Frankreich zu sagen:„Bis hierher und nicht weiter!“ Wir können Euch bis zu einem gewissen Punkte unterstützen. Wir können es uns aber nicht leisten, ganz Europa in Verwirrung zu stürzen für irgend eine Sache, mag sie gerecht sein, wie sie will. Wir und das Volk dieses Landes sind vor allem für den Frieden. Wir müssen den Frieden haben, was auch immer die Folge davon sein möge.“— Cecil gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß dies die Aktion der Regierung sein werde, wenn sich die Gelegenheit dazu biete. Die Regierung müsse es jedoch in einer Weise tun, die mit der Freundschaft und dem Wohlwollen vereinbar ist. Je früher man diese Fragen an den Völkerbund verweise, um so wahrscheinlicher werde man ein endgültiges und befriedigendes Ergebnis erzielen. ** * Die deutsche Industrie hinter der Reaierung. Auf dem zu Ehren des Reichspräsidenten veranstalteten Empfangsabend in Leipzig betonte Dr. Sorge vom Reichsverband der deutschen Industrie, daß die deutsche Industrie bereit sei, bis kum äußersten durchzuhalten. Das Gerücht, daß die deutsche Industrie den Widerstand an der Ruhr sabotiere, in dem sie ihn als hoffnungslos hinstelle, sei eine Lüge. Der Reigspräsident in Leipzig. Der deutsche Wille gegen fremde Gewei:. Reichspräsident Ebert, der Mittwoch vormittag auf einem Flugzeug, das auf dem Tempelhofer Felde aufgestiegon war, in Leipzig eintraf, unternahm mit seiner Begleitung und den Herren von der Messeleitung einen Rundgang durch die Messe. Am Abend fand eine offizielle Begrüßung statt, bei der der Reichspräsidant eine kunze Ansprache hielt. Nachdem er zunächst für die Begrüßungsworte gedankt hatte, äußerte er sich sehr befriedigt über das Gesehene. Er führte aus, daß die Frühjahrsmesse 1923 ein Beweis dafür sei, was Deutschland für die Neuregelung und die Wiederherstellung der durch den Kriag und Nachtriegszeit gostörten und unterbrochenen Weltwirtschaft beizutragen vermag, und beizuragen gewillt ist, wenn es in Ruhe und Frieden arbeiten kann. Umsomehr müßten auch die anwesenden Vertveter des ausländischen Wirtschaftslebens die Empörung verstehen, die das deutsche Volk in allen seinen Schichten erfüllt, wenn es fremdes Kriegsvolk in seinem höchstentwickelten Industriegebret sehen muß. Scharf wandte sich der Reichspräsident gegen den einzig dastehenden, leichtfertigen Ueberfall auf ein wehrloses Volk mitten im Frieden. Wörtlich sagte er: Unter dem Vorwand, Wiedergutmachungen zu erlangen, suchen unserer Gegner polttische Eroberungspläne durchzusetzen. Jahrhunderte albe Gedanken von Gebietserweiterung und Unterjochung deutscher Stämme sollen verwirklicht werden. Diese phantastischen Pläne wollen sie erreichen durch Zerreißung der wirtschaftbichen Zusammenhänge, durch Zermürbung unserer Volkswirtschaft. Mit Reitpeitsche und Bajonett wollen sie eines der hochentwickeltsten Industriegebiete der Welt, das Ruhrgebiet sich dienstbar machen. Nie und nimmer wird es unseren Gegnern gelingen, das Ruhrgebiet zu ihrer wirtschaftlichen Beute und die Männer, die seine Werte geschaffen haben und erhalten, zu ihren Sklaven zu machen. Der Reichspräsident dankte dann den Männern in Baden, Pfalz, Hesson, im Rheinland und Ruhrgebiet, die in aufopfernder Pflichttraue barbarische Gewalt abwehren. Das deutsche Volk könne der rohen Vergewaltigung nur eines entgegensetzen: seinen festen Willen und sein gutes Recht. Wir wollen nicht Skkaven sein auf der freien Erde unserer Väter! Dieser Wille ist stärker als Wassen! Dieser Wille ist unsen Weg zum Leben, zur Freiheit und zur Zukunft! Die Rede klang in ein Hoch iuf das deutsche Vaterland aus, in das die Versammelten begeistert einstimmten. Deutscher Plotest. Gegen die angedrohte Todesstrafe für die Eisenbahner durch die Verordnung der Rheinlandkommission haben die deutschen Vertreter in Paris, London und Brüssel den Regierungen, bei welchen sie beglaubigt sind, eine Protestnote übergeben, in der- u. a. gesagt wird: Die deutsche Regierung hat in ihren Protesten wiederholt das Bestreben der interalliierten Rheinlandkommission bloßgestellt, gegen Deutsche selbst in Kriegszeiten verbotenen Zwang zu Dienstleistungen gegen das Vaterland auszuüben. In der vorliegenden Verordnung erreichen diese Bestrebungen ihren Gipfel. Jetzt werden die Deutschen, die ihre gesetzliche Pflicht gegen das Vaterland erfüllen, mit dem Tode bedroht. Die Leichtfertigkeit, mit der die interalliierte Rheinlandskommission über Tod und Leben befindot, geht soweit, daß sie die Todesstrafe an Tatbestände knüpft, deren Dehnbarkeit der Willkür Tür und Tor öffnet.. Absicht, Ursache, Ersolg und hypothetische Unmöglichkeit des Erfolges werden miternander vermengt. Was der Beamte auch tut oder läßt, er schwebt ständig in Gefahr, sich in den Maschen dieser Gesetzgebung zu fangen. Der gleiche Geist tritt in der Verordnung 145, die die interalliierte Rheinlandkommission am gleichen Tage erlassen hat, zu Tage. Sie gibt jedem Armreoberbefehlshaber das Recht, zu bestimmen, daß die von den alliierten Militärgerichten verhängten Strafen, soweit sie 5 Jahre überschreiten, nicht in Deutschland, sondern in dem Heimatsstaat des betreffenden Militärgerichts abzubüßen sind. Ferner gewährt sie jedem Armeeoberbefehlshaber die volle Freiheit über Zeit, Ort und Art der Vollstreckung der Todesstrafe. Durch diese Bestimmung wird die Strafvollstreckung im besetzten Gebiet jeder gesetzlichen und gerichtlichen Sicherung entzogen und der Willkür der militärischen Beschlshaber überliefert. Den Generalen steht es künftig frei, verurteilte Deutsche in die Gefängnisse fremder Länder zu verschicken, wodurch die Strafe den Charakter einer regelrechten Depordation erhält. Daß in die Hand der militärischen Oberbefehlshaber auch die Bestimmung über die Art der Vollstrekkung der Todesstvafe gelegt wird, kann nur dohin ausgrlegt werden, daß die Exekutionen von allen den Rücksichten befreit sein sollen, die die humanität und das Gerechtigkeitsgefühl der modernen Zeit auch den schwersten Verbrechern in ihrer letzden Stunde gewährt. Die deutsche Regienuung legt gegen diese jeder Menschlichkeit hohnsprechenden Verordnungen feierlich Verwahrung ein. Der deutsche Eisenbahnerverband an General Begoutte. Aus Essen wird gemeldet, daß vorgestern folgendes Schreiben an General Degoutte vom Deutschen Eisenbahnerverband abgegangen ist: An das Oberkommando der Besatzungsbehörden, Herm General Degoutte, abschriftlich an den kommandierenden General des Bezirks Essen. Herr General! Am Samstag, den 3. März, nachmittags ist das Mitglied unserer Organisation, der Aushilfsstreckenwärter Franz Herold, von einem Trupp französischer Soldaten getötet worden. Nach unseren eingehenden Informationen und nach Anhörung von drei einwandfreien Zeugen hat sich der Vorgang folgendermaßen abgespielt: Samstag früh wurden Bahnhofsanlagen und Hauptbahnhof militärisch besetzt. Herold war als Schrankenwärter auf dem Wärterposten Nr. 5, Strecke Essen Hauptbahnhof=Stoppenberg beschäftigt und mußte, ohne Zeit zum Umziehen zu haben, den Posten verlassen. Am Nachmittag ging Herold zurück, um seine Sachen aus der Wärterbude zu holen. Auf dem Wege wunde er von 5 bis 7 Soldaten verhaftet, die ihn unter den Schlakkenberg der Zeche Elise abführten. Es wurde dann beobachtet, daß er beim Abtransport seinen Gummimantel ausziehen mußte, den ein Soldat an sich nahm. Einen Augenblick später fielen hinter dem Schlackenberg mehrere Schüsse(sechs bis sieben). Wir haben später festgestellt, daß die Leiche in der Baracke der Schutzpolizei in der Hammerstraße untergebracht ist. Der ganze Vorgang stellt sich als ein ganz unerhörter Akt von überlegtem Mord dar. Wir fragen Sie, Herr General, ob jeder französische Soldat das Reht hat, einen wehrlosen Menschen zum Tode zu verurteilen und dieses Urteil zu vollstrecken. Wir protestieren gegen diesen unerhörten Fall, der unsere innerste Menschenwürde verletzt hat, und verlangen, daß vor allen Welt dieser Vorgang gerächt und untersucht wird. Wir erwarten weiter, daß der Familie des Ermordeten(Frau und drei. kleine Kinder) soweit geholsen wird, als menschliche Hilfe in solchem Fall überhaupt möglich ist. Wir ersuchen Sie um Mitteilung, was Sie in diesem Fall zu tun gedenken. Unterschrift: Deutscher Eisenbahnerverband, Bezirk Essen. Zur Lage. Die Kölner Zoue isoliert. Das geschlossene Zoüsystem. Aus Düsseldorf wird berichtet: Die Franzosen haben im Laufe der letzten Tage eine Anzahl von Zollposten eingerichtet, durch die das System der Abschließung der Ruhr mit dem der Abschließung der Rheinlande verbunden werden soll. Es wurden vor der englischen Zone deshalb Zollposten eingerichtet in Lennep, Remscheid, Wipperfürth und Gummersbach. Es besteht nunwrehe ein ununterbrochener Zollkardon von Emmerich an der holländischen Grenze bis nach der Schweizer Grenze. Nach dem Newyork Herald hat man schon gestern in Düsseldorf einen englischen Protest erwartet, da durch diese Maßnahme die englische Besatzungszone völlig vom nichtbesetzten Deutschland abgeriegelt wurde. Durch diese Abriegelung, so sollte man meinen, müßte doch der englischen Regierung klar werden, worauf Frankreich und Belgien Hinaus Die Tannmüller Vroni. Hochlands=Roman von Fritz Daum. (Nachdruck verboten.) Zur selben Zeit, als das saubere Paar seine Pläne schmiedete, trat Vroni in eine Stube im Oberstock, wo ihr Mann sich eben in Wichs warf. Das Gesicht der jungen Frau zeigte einen Ausdruck herber Entschlossenheit, das mädchenhaft Weiche war verschwunden. Seit sie an jenem Herbsttage der verlassenen Zenzl ein Heim in der Tannmühle verschafft hatte, war mehr als ein halbes Jahr verflossen. Tage und Wochen waren vergangen, stets hatte es neuen Kummer, — neues Leid gegeben, und doch war es immer die gleiche Sorge um ihre unglückliche Ehe, die sie drückte. Mm dart Wie oft schon hatte sie den Mann vort vergeblich gewarnt und gebeten, seine wilde Lebensweise aufzugeben. Sie wagte nicht, an das Ende zu denken, und doch mußte einmal der Zusammenbruch kommen. Konrad warf einen scheuen, flüchtigen Blick auf die Eintretende, dann sah er angelegentlich in den Spiegel und knotete sein Kragentuch recht sesch unter dem Hemdkragen... „Fort willst?— Ich hätt“ mit Dir zu reden!“ wandte sich Vroni an ihren Mann, der sogleich antwortete:„Jo,— i muß auf Draufelden,— hab eine Verabredung mitm Gorgenheimer wegen dem Haser, wo bei uns liegt. Da darf i nit schlen. Was willst denn?" „So——! Auf Draufelden willst! Wegen den paar Zentner Hafer. Na, ich misch mi mit in Dein Handel. Wegen unsere Gäst muß ich mit Dir seden!. 489146 „Und was wär mit dene?“ Gefallen tun's mir schon lang nit, anspruchsvoll seins— und zahlt haben auch noch nix, als das in der ersten Woche. Das kann nit so weihergeben! !„Hab Dich nit wegen so einer Bagatell. Sie wer'n schon zahl'n,—i— kann doch mit hen und sagen, die sollen ein Geld hergeben!“ „Warum nit?— Wannst Du es nit magst, nachher sag ichs schon. Es ist halt der Brauch so uund gehürt zuer Ordnuungs „Mein Gott— das sein hält feine Leut“, die sein anders gtwohnt!! wollen. Die englische Besatzung ist jetzt eine Enklave im französisch=belgischen Operationsgebiel. Wer das Land bewacht, diktiert der Enklave die Gesetze. Das ist eine alte Regel. Es fragt sich nun, was der Beherrscher der Enklave dazu sagen wrd. Besorgnisse der englischen Presse. Die Times drückt die sich immer weiter verbreitende Verärgerung über die völlige Blockade der brivischen Zone im Leitartikel aus und betont die zweideutige Stellung Englands. Köln sei symbolisch wegen seiner allgemeinen zweideutigen Stellung in der europäischen Krise. Wenn die Abberufung der Truppen nicht notwendig das Ende der Entente bedeuten würde, so wäre das Verbleiben nicht notwendig. Die Fortdauer der Besetzung bleibe so lange als sie möglich sei, wünschenswert, aber noch wünschenswerter sei es, daß die Regierung der Nation in dieser brennenden Frage endlich klare Führung gebe. Die Westminster Gazette weist mit Erstaunen darauf hin, wie die englische Zone durch das Vorgehen Frankreichs im Wuppertal immer mehr eingeschlossen wird und fragt, ob der englische Vertreter in der Rheinlandkommission sich schon mit dieser Frage beschäftigt hat. Das englische Volk begreife nicht, aus welchen Gründen Frankreich und Belgien einen eisernen Zaun um Köln herumlegen wollen. Es sei wohl an der Zeit, in Erfahrung zu bringen, welches die Absichten Frankreichs und Belgiens seien. Vortmund—Bochum—Essen blockiert Mittwoch vormittag sind die Franzosen mit militärischem Aufgebot in Langendreer eingerückt. Die Truppen haben sich um den Hauptbahnhof konzentriert. Die Stadt war auf den Einbruch der Franzosen vorbereitet und die Eisenbahndirektion hatte sämtliche hochwertigen Fahrzeuge und Lokomotiven in Sicherheit bringen können. Das ganze Eisenbahnpersonal wurde mit Kolbenstößen vom Bahnhof vertrieben. Zur Zeit sind die Franzosen damit beschäftigt, das noch vorgefundene Material abzurollen. Das Telegraphenamt von Langendreer ist besetzt. Die Telephonverbindung mit der Stadt ist unterbrochen. Der Bahnhof Langendreer ist mit seinen 25—30 Schienensträngen einer der größten Verschiebebahnhöfe des Ruhrgebietes. Durch die Besetzung der Bahnhöfe Langendreer und Wattenscheid ist die Linie Dortmund—Bochum—Essen blockiert. Essen und Duisburg sind gänzlich isoliert. Das Vorgehen der Franzosen deutet auf eine baldige Besetzung des Dortmunder Bahnhoses, die dann auch vovgestern zur Tatsache wurde. Der Bahnhof Langendreer ist im Laufe des gestrigen Abends von den Franzosen wieder freigegeben worden. 4 Lokomotiven, 160 Kohlenund Kokswagen und 40 bis 50 Leerwagen wurden während des Ueberfalls als Beute in Richtung Dahlhausen abgefahren. Auch der Bahnhof Bochum=Nord ist wieder freigegeben worden. Zwecks Anschluß an die im unbesetzten Gebiet nur bis Hamm fahrenden -Züge ist ein Pendelverkehr zwischen Mülheim über Essen=Nord eingerichtet worden. Die Vortmunder Schupo ausgehoben. Mit großer Militärmacht abtransportiert. Dortmund 9. März. Gestern früh rückten starke Truppenmassen aus Richtung Herten und Dorstfeld in die Stadt ein, umstellten die Schule, in der die Schutzpolizei untergebracht ist u. ent waffneten die Beamten. Die Bamten durf„Gilt mir gleich! Jetzt wo s’ hier sind, müssen sie sich in unsere Bräuch schicken! Gar so was Feines können sie doch mit sein, sonst täten sie mehr auf sich halten". „Was nit gar! Die schaun's Leben halt anders an wie mir. Weißt nit, was Du mit jene Leut hast“....„ f.. G. Smn.a Gar nix hab ich mirn, aver wie die Frau sich anstellt, das is schon nit mehr sein und gehört sich nit,— freilich,— Dir gefallt so was,— aber das merk Dir,— wenns mir zu bunt wird, nachher weiss ich sie ausm Hirschen". „Was Dir nit einfallt,— do hätt i doch-wiß auch noch ein Wörtl mitzureden". „Nit allein die Frau, auch der Mann stellt sich an, daß man sich schamen muß. Ueber alles hat er zu spotten.“ „Laß'n spotten,— geht uns als Geschäftsleut nix an, oder meinst, weil's net von unserm Glauben sein, dürften sie nit da hausen". „Wenn sie auch nit zu uns gehören, deswegen brauchen sie unsere Gebräuch nit zu verunglimpfen. Schau, daß die Zwei alsobald aus'm Haus kommen, sonst mach ich kurzen Prozeß und schaff sie naus. Ich hab grad so viel Recht da herinnen, wie Du— ich will mein Haus rein habent. Mit zwei hastigen Schritten stand Konrad vor seinem Weibe und starrte ihr mit zornigen Blicken in das kalte, unbewegte Gesicht. „Kreuzteufel, nochamal,— die Courage sollt'st haben, nachher könn'st was verspüren. Die Zwei merk Dir's, daß Du's bleiben so lang mies mir ansteht, — da hast gar nix dreinzureden!“ „So?— Alsdann geh halt i— weißt!“ Scharf schnitt das Wort durch Vroni drehte sich kurz um und schlug die Tür zu. Konrad, als er sich allein sah, sing zu fluchen den Raum. an.— „Wärst blieben auf Deiner Mühl,— mir wär besser. Sternsakra, was für ein grantiger Teufel das Weib worden is. Und das soll so furtgehen? Kreuztürken umanand, das halt i nit aus.— Na, — überhaupt, das ganze verfluchte Leben dahier, nix wie Aerger und Kampeln mit die Leut“, mit'm Weib,— da soll doch gleich———“ Seine Worte erstarben in einem knirschenden Fluch. Den Hut auf den Kopf stülpend, sprang er hinab und tobte gleich darauf mit dem Jackel, weil er noch nicht angespannt hatte. Dieser blieb ten ihr Gepäck mitnehmen, die Offiziere ihre Degen behalten. Sie wurden dann mit unbekanntem Ziel abtransportiert. Stadhaus und Polizeiwache in der Steinstraße sind besetzt worden. Dortmund, eine Stadt von etwa 330 000 Einwohnern, ist jetzt von polizeilichemSchutz entblößt. Nur vereinzelt sieht man noch einen blauen Polizeiposten an den Hauptstraßenkreuzungen stehen. Das lichtscheue Gesindel hat Oberwasser und die Folgen werden sich bald bemerkbar machen. Die Polizeimajore Horn und Lutz, Polizeihauptmann Hobusch und Oberleutnant Glas sind ausgewiesen worden, außerdem werden noch drei Polizeioffiziere festgehalten. Der Hauptteil der französischen Truppen ist gegen Abend wieder in Richtung Dorstfeld abgerückt, andere Teile halten noch die Schupounterkünfte in der Kreuzschule u. im Gymnasium besetzt. W einin bis der Hörder Schupo. Donnerstag morgen wurden die hier diensttuenden Beamten der Schupo von einer französischn Soldatenabteilung festgenommen u. mittels Auto abtransportiert. Auch im Wachtlokal der blauen Polizei, wo man anscheinend eine größere Zahl Beamte vermutete, erschienen 15 Mann der Besatzung mit aufgepflanztem Seitengewehr und dem Rufe„Hände hoch". Es waren jedoch nur zwei Beamte anwesend. Die Franzosen beschlagnahmten darauf einen vorhandenen Revolver und zogen wieder ab. Auch die Wittener Schuvo verhaftet. Unter starkem Aufgebot mit Tanks usw. wurde gestern auch die Wittener Schupo verhaftet und abgeführt. Diejenigen, die den Aufenthalt ihrer Kameraden nicht verraten wollten, sollen schwer mißhandelt worden sein. Ksebelung der Die„Westfälische Allemein: Volkszeitung" (Dortmunder Arbeiter=Zeitung) ist von dem satzungs=General Vidalon in Castrop bis schließlich 13. März verboten worden. Die kommunistische„Arbeiter=Zeitung“ Duisburg wurde von den Franzosen vom 5. 12. März verboten. Die volksparteiliche„Düsseldorfer Zeitung" u. das Düsseldorfer Zentrumsblatt, das„Düsseldorfer Tageblatt" sind auf je acht Tage verboten worden. Neue Verhoftungen. In Brackel wurde gestern morgen der Lehrer Schürhoff von den Franzosen verhaftet. Der Obertelegraphensekretär Roth in Hattingen=Ruhr ist gestern abend von den Franzosen verhaftet und abgeführt worden. In Bochum wurde am 6. März der Leiter eines christlichen Hospizes, in Recklinghausen am 7. ds. Mts. Regierungsrat Isenrath, Mitglied des Staatsrates und Polizeiamtsleiter in Buer, verhaftet. * In Vorhalle sind 57 Eisenbahner zur sofortigen Räumung ihrer Wohnung aufgefondert bezw. aus ihrer Wohnung ausgewiesen worden. 935 Ausweisungen im altbesetzten Gebiet. Die Rheinlandkommission hat in den beiden letzten Tagen im altbesetzten Gebiet 250 Personen, vor allem Post- und Zollbeamte, ausgewiesen. Die Zahl der Ausgewiesenen stellt sich nach den vorliegenden Nachrichten im altbesetzten Gebiet auf 935. Die Kohlensteuer. Essen 9. März. Der größte Teil der hiesigen Zechenverwaltungen hat ein Schreiben des Generals Degoutte erhalten, in welcham sie aufgefordert werden, die für die Reichsihm nichts schuldig, und so hallte Stall und Hof von groben Zornesworten wider. Der Unfriede grinste aus allen Ecken. Die Rosse stampften ungeduldig und warfen die Köpfe hoch. Konrad putzte mit einem Tuch an den Geschirrbeschlägen herum. „Guten Morgen, Herr Wirt! Nun, wo soll die Reise hingehen? Ach, es muß herrlich sein in den schönen Sommertag hineinzufahren!“ Wie wenn ihn ein Schlag ger##fen, zuckte Konrad zurück. Seine Augen umfaßten förmlich die schlanke, zierliche Gestalt im hellen, duftigen Kleide und blieben auf dem lächelnden, vom roten Sonnenschirm überschatteten Gesichtchen hängen. „Grüß Gott, Frau Pallin! Fahren Sie halt mit, wenns Ihne Freud macht". „Ach, das wäre wundervoll!" jubelte das Dämchen,„wo gehts denn hin?“ Uebers Joch, nach Draufelden zu,— nachher wohl noch weiter" „Wenn Sie mich bis zur Kreuzhöhe mitnehmen wollten, dort, wo die schönen Buchen stehen, dann könnte ich von da zu Fuß zurückgehen, es wäre zugleich ein schöner Spaziergang. Ach ja,— nicht wahr, ich darf?“ Konrad schoß das Blut in den Kopf. Dies liebliche Geschöpf neben ihm sitzen? Er würde ihre Nähe fühlen! Der Gedanke berauschte ihn. Stotternd antwortete er:„Aber gewiß,— das dürfens,— es is mir selber eine Freud". „Ich eile, um meinen Hut—— bin gleich wieder da“. Wie der Wind flog sie davon. Ein kokettes Hütchen auf dem Blondhaar kam sie zurück. Stolz fuhr Konrad zum Tor hinaus, neben ihm saß die lustig plaudernde Lila, welche sich mit gemacht kindlicher Ausgelassenheit an ihn schmiegte. Vroni stand am Fenster und biß sich die Lippen blutig. Hans Sahr sandte ein paar grimmige Segenswünsche hinter dem Paare drein, dann trat er seufzend in das Haus, um zu versuchen, die reizende Wirtin aus ihrer starven Sprödigkeit zu locken. Die Abfuhr, welche ihm hier zuteil wurde, benahm ihm jedoch gänzlich die Lust zu weiteren Vorstößen und fluchend warf er sich auf das Ledersofa des Herrenstülbchens. Sonnige, wonnig weiche Sommerlust. Hellblinkender Sonnenglast umwogte das Paar in dem kleinen, rasch bergan rollenden Kutschwagen. regierung zu entrichtende Kohlensteuer an die französische Besatzungsbehörde bis zum 10. März abzuliefern. Falls der Aufforderung nicht nachgekommen wird, werden laut Köln. Zig. Verhaftungen und andere Strafmaßnahmen in Aussicht gestellt. Neue Verurteilungen. Herner Kommunalbeamte vor dem Kriegsgericht. Das Kriegsgericht in Recklinghausen verurteilte den Herner Stadtbaurat Kroell wegen Weigerung der Ausführung französischer Befehle zu 2 Monaten und 200000 Mark Geldstvafe, den Beigeordneten Hoelkeskamp wegen Nichterscheinens vor der französischen Behörde nach Einladung zu 2 Monaten und 200 000 Mark Geldstrafe, den Beigeordneten Dr. Geyer aus dem gleichen Grunde zu 2 Wochen Gefängnis und 200000 Mk. Geldstrafe. Bürgermeister Dr. Udkamp=Herne wurde vom französischen Berufungsgericht in Düsseldorf zu 6 Monaten Gefängnis und 200 000 Mark Geldstrafe und Stadtinspektor Bonnert zu vier Monaten Gefängnis und 200000 Mk. Geldstrafe verurteilt. Aufhebung des Urteils gegen Bürgermeister Schäfer. Die vom Militärgericht in Bredeney gegen den Bürgermeister von Essen, Schäfer, und den Syndikus des Verbandes des Einzelhandels, Dr. Guylenz, ergangenen Urteile auf zwei Jahre Gefängnis und mehrere MillionenMark Geldstrafe sind vom Kriegsgericht in Mainz als Revisionsinstanz aufgehoben worden. Es handelt sich um einen Formfehler, den die zweite Instanz als genügenden Revisionsgrund anerkannt hat. Die Sachen sind an das Kriegsgericht in Recklinghausen verwiesen worden, wo in der kommenden Woche erneut die Verhandlungen stattfinden werden. Deutsches Reich. Keine Herabsetzung der Gütertarife. Einem Mitarbeiter der Voss. Ztg. wurde von einer Persönlichkeit des Reichsverkehrsministeriums eine Erklärung zur Frage der Gütertarife gegeben. Es heißt darin: Die Warenpreise müssen ungefähr noch um ein volles Drittel heruntergehen, ehe sie mit der Durchschnittsfracht in Parität stehen. Es kann an eine Herabsetzung der Gütertarife nicht gedacht werden. Wir können wohl den einen oder den anderen Spezialtarif ermäßigen, aber eine Generalherabsetzung ist unmöglich. Entrichtung der Kohlensteuer. Das Rheinisch=Westfälische Kohlensyndikat in Hamburg hat als alleiniger Schuldner sämtliche bis jetzt fällig gewordene Kohlensteuerbeträge an die Reichskasse gezahlt. Das Syndikat hält bei Bezahlung der Kohlenlieferungen die entsprechenden Beträge zurück. Der neue schwedische Gesandte in Berlin. Der schwedische Gesandte in Christiania, Freiherr v. Ramel, ist zum Nachfolger des verstorbenen Berliner Gesandten Freiherrn von Essen ausersehen. Freiherr vom Ramel ist in deutschen diplomatischen Kreisen gut bekannt und hat auch während des Krieges mit offiziellen und privaten ddeutschen Kreisen beste Beziehungen unterhalten. Die Bergspitzen flimmerten in tausend glänzenden, bunten Lichtern aus dem matten Dunkel der Tannenwälder empor. Das blumige Gras der Wiesen, das Silbergrau der Aehrenfelder, das Dunkelblau des Himmels, die weißflimmernden Häusergiebel mit den roten Dächern, das alles bot einen Anblick dar, der Freude in die Seele des Menschen zaubert. Laut klapperten die Hufschläge, hell das Rollen des Wagens auf der Landstraße. Die zwei Menschen unter dem Halbverdeck merkten von all dem nichts. Ein Taumel schlug über ihnen zusammen. Konrad lag im Banne des jungen Weibes, das ihn mit allen raffinierten Künsten einer Kokette umgarnte. ——— Hirschenwirt, gib acht,— der Teufel hockt auf Deinem Wagen,— er wird Dich—. verderben!——— Wie im Fieber zuckten Konrads Augen über das lockende, gleißende Weib an seiner Seite, dessen weißer Busen durch den dünnen Tüll schwellend hervorleuchtete. Ihre Blicke tauchten sengend in die seinen. Glutvoll durchströmte ihn ein wildes Verlangen, wenn ihre Hand auf seinem Arm ruhte. Auch das Weib glühte im Gefühl seines Triumphes, seiner zwingenden Gewalt u. Schönheit. Ungezügelt trabten die Rosse dahin. Auf einmal ein Stoß,— das linde Vorderrad geriet an einen Prellstein. Lila schrie auf, schlang ihre Arme um Konrads Hals und warf sich an seine Brust. Die schnaubanden Pferde standen bei dem gewaltigen Zügelruck Konrads sül. g Sum(Ma Doch da fiel auch die Leine schon schlußt herab, die Tiere grasten am Grabenrain,—— ihr Herr aber preßte das Weib an sich und—— küßte ——— küßte! Wie wesen= und willenlos hing Lila an dem Bauernwirt und kostete das Siegesgefühl katzenartiger Wollust aus.— Ein Zucken ging plötzlich durch ihren Körper. Die Schlaffheit fiel ab und sie ward sich ihrer Rolle bewußt. Sich rasch freimachend, schlug sie die Hände vor das Gesicht. „Mein Gott,— Sie denken jetzt schlecht von — ach, wenn es nun jemand gesehen hat! Sie weinte.— Mit heiserer Stimme tröstete, bak und flehte der Mann, dann griff er die Zügel auf und das Gefährt rollte weiter. mir, 2 Eine offiziö dem in der Pr Preisabbau we Nachdruck, daß beschrittenen W befürchtete Bro ten. Von der weiteren Erhöh Reichsbahnen sind im Gange, tigsten industri Die bisherigen eine weitere E folgen wird. zeugung notwe phosphat und gen um 10 Pr Verbilligung n Für den durch nungsbau ist durchgesetzt. 1 sen, daß der n tretene Preisrü nach auch zur im übrigen ge reicht und fest auch dringend durch Lohn wegung gesetzt § Annen Nun stehen vie bevor, die Stu hause, hier in möchten nicht diese Stunden den Treuschwi tes, durch wel seiner Geschöp von den Folg kraft göttlichen Erlösung des Herzens und g lichkeit der Ve ist dies das ei glückung des schon mancher onstag war d wurde ich me Das wünschen den von Herze Kinder und § Annen diger Kaufleu Generalversam schäftsberichtes rührigen Mite jr. durch aner Die Anwesend Verstorbenen hiernach ersta Richtigkeit gep erteilt. Der 9 entsprechend a höht. Bei der standswahl w der, die Herre sitzender, Alb sitzender und Schriftführere Mitglieder wu Zu Punkt GewerbesteuerDefizit unseres durch die Mar de Steigerung Höhe angewad werbesteuer un chen wird. Es abend 8 Uhr? schaft zusamme lung zu nehme noch einige in kamen, wurde vom VorsitzenAuf die Veteressengemeins im evangel. B aufmerksam ge —(Zun gr Veteran Herr Wittenerstr., sollte es ihm unmittelbar bi der Seite sein ruhe in Friede 1 Rüding prüfung im stand Frl. Ton werkskammer Provin Barop, sekretär Kanl sein 25 jährigeAmtes Barop ihm aus Freu dargebracht. Dortmu sho.) Am 2 Lebensjahre i Pfarrer Jucho Oktober 1895, Johanneskirche geführt, nachd Pfarrer tätig ehrten Seelsormeinde und be neskirche einen rer Zeit. Hördo. uer an die um 10. März ng nicht nachZtg. Verhafen in Aussicht 19. vor dem ssen verurteilte wegen Weier Befehle zu stvafe, den Beiin Nichterscheinach Einlatark Geldstrafe, s dem gleichen 1d 200000 Mk. Herne wuricht in Düssel200 000 Mark nert zu vier Rk. 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Die für die landwirtschaftliche Erzeugung notwendigen Düngemittel, wie Superphosphat und Natronsalpeter, sind in diesen Tagen um 10 Proz. herabgesetzt worden. Mit der Verbilligung weiterer Düngemittel ist zu rechnen. Für den durch öffentliche Mittel geförderten Wohnungsbau ist eine Senkung der Baustofspreise durchgesetzt. Unter diesen Umständen ist zu hofsen, daß der mit der Festigung der Mark eingetretene Preisrückgang der Einfuhrwaren nach und nach auch zur Auswirkung auf den Warenmarkt im übrigen gelangen wird. Soll dieses Ziel erreicht und festgehalten werden, dann ist freilich auch dringend nötig, daß die Preiswelle nicht durch Lohnerhöhungen von neuem in Bewegung gesetzt wird. ** § Annen, 10. März.(Konfirmation.) Nun stehen vielen Kindern wieder ernste Stunden bevor, die Stunden der Einsegnung im Gotteshause, hier in Annen am 18. und 25. März. Wir möchten nicht verfehlen, daran zu erinnern, daß diese Stunden ein Gelöbnis erfordern, gleichsam den Treuschwur zu der gewaltigen Liebestat Gottes, durch welche der Schöpfergott die Erlösung seiner Geschöpfe von der Gewalt des Bösen und von den Folgen der Sünde erwirkt hat. Geisteskraft göttlichen Ursprungs vermittelt uns diese Erlösung des Heilandes, sie macht uns frohen Herzens und gibt uns seliges Hoffen für eine Herrlichkeit der Vollendung. In aller Vergänglichkeit ist dies das einzig Bleibende: die Rettung und Beglückung des inwendigen Menschen. So konnte schon mancher später bekennen:„Der Konfirmationstag war der schönste Tag meines Lebens. Da wurde ich meines Glaubens froh und gewiß." Das wünschen wir allen diesjährigen Konfirmanden von Herzen und grüßen im Voraus Eltern u. Kinder und Paten. § Annen, 10. März.(Der Verein selbständiger Kaufleute) gedachte in seiner diesjährigen Generalversammlung nach Erstattung des Geschäftsberichtes des kürzlich heimgegangenen stets rührigen Mitgliedes Herrn Fritz Grimberg jr. durch anerkennende Worte des Vorsitzenden. Die Anwesenden ehrten das Andenken an den Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Der hiernach erstattete Kassenbericht wurde auf seine Richtigkeit geprüft und dem Kassierer Entlastung erteilt. Der Beitrag wurde der Geldentwertung entsprechend auf 450,— Mark vierteljährlich erhöht. Bei der nunmehr vorgenommenen Vorstandswahl wurden die ausscheidenden Mitglieder, die Herren Fritz Küching als erster Vorsitzender, Albert Schreiber als zweiter Vorsitzender und Hermann Krampen als Schriftführer einstimmig wiedergewählt; vier neue Mitglieder wurden ausgenommen.— Zu Punkt 5 der Tagesordnung wurde die Gewerbesteuer=Angelegenheit angeschnitten. Das Defizit unseres Gemeindehaushaltes ist nämlich durch die Markentwertung u. die dadurch folgernde Steigerung aller Verwaltungsunkosten auf eine Höhe angewachsen, die eine Nachzahlung der Gewerbesteuer um fast das 10 fache erforderlich machen wird. Es wurde beschlossen, auf Dienstag abend 8 Uhr die Wirtschaftliche Interessengemeinschaft zusammenzurufen, um zu dieser Sache Stellung zu nehmen. Nachdem unter Verschiedenes noch einige interne Angelegenheiten zur Sprache kamen, wurde die sehr anregende Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen. Auf die Versammlung der Wirtschaftlichen Interessengemeinschaft am Dienstag Abend 8 Uhr im evangel. Vereinshause wird hiermit besonders aufmerksam gemacht. Siehe Annonce. —(Zur großen Armee abberufen) wurde der Veteran Herr Friedrich Zippmann, wohnhaft Wittenerstr., im Alter von 73 Jahren. Leider sollte es ihm nicht vergönnt sein, den Tag der unmittelbar bevorstehenden goldenen Hochzeit an der Seite seiner Lebensgefährtin zu erleben. Er ruhe in Frieden! 1 Rüdinghausen, 10. März.(Die Meisterprüfung im Damenschneiderinnenhandwerk) bestand Frl. Toni Renkel von hier an der Handwerkskammer zu Dortmund. Provinzielle Nachrichten. Barop 9. März.(Jubiläum.) Oberamtssekretär Karl Stümpel konnte vor einigen Tagen lein 25 jähriges Jubiläum als 1. Amtssekretär des imtes Barop feiern. Aus diesem Anlaß wurden ihm aus Freundeskreisen herzliche Glückwünsche dargebracht. Dortmund, 9. März.(Pfarrer Jusho.) Am Mittwoch, den 7. März, starb im 61. Lebensjahre nach kurzer heftiger Krankheit Herr Pfarrer Jucho von der Johanneskirche. Am 17. Oktober 1895, dem Tage der Einweihung der Johanneskirche, wurde er in sein Pfarramt eingeführt, nachdem er vorher in Hombruch als Pfarver tätig war. Das Hinscheiden des allverehrten Seelsorgers bedeutet für die Reinoldigemeinde und besonders für den Bezirk der Johannesktrche einen überaus schweren Verlust in schwedev Zeit. Hörds, 9. März.(Die Beerdigung des Ingenieurs Dirks) fand gestern hier unter großer Beteiligung statt. Gegen 4 Uhr bewegte sich ein schier unübersehbarer Leichenzug unter Vorantritt von zwei Kapellen nach dem Friedhof, wo Dechant Halbsaß dem so jäh Verblichenen einen warm empfundenen Nachruf widmete. Um 6 Uhr abends sand eine außerordentliche Sitzung des Magistrats und der Stadtverordneten statt. Bürgermeister Reimann widmete dem soeben zu Grabe getragenen Dirks Worte ehrenden Gedenkens und bevonte, daß er keine Ursache gegeben habe zu dem traurigen Vorkommnis. Die Untersuchung müsse abgewartet werden. Nach einigen erläuternden Worten des Stadtverordnetenvorstehers Ritter wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Ein Sohn unserer Stadt, der Ingenieur Ewald Dirks, ist als Opfer einer französischen Kugel dahingerafft worden. Die bis jetzt von der staatlichen Poltzeiverwaltung und der Gerichtsbehörde vorgenommenen Vernehmungen, besonders aber die auf dem Sterbebette durch Eid erhärtete Aussage des Ingenieurs Dirks selbst haben ergeben, daß der Verstorbene Anlaß zu einem Waffengebrauch nicht gegeben hat. Magistrat u. Stadtverordnetenversammlung erheben einmütigen und nachdrücklichen Protest gegen jeden rechtund grundlosen Waffengebrauch gegenüber einer friedlichen Bevölkerung und fordern von der Besatzungsbehörde, den Schuldigen einer strengen Bestrafung zuzuführen und Maßnahmen zu treffen, daß alle Leib und Leben der friedlichen Bürgerschaft gefährdende Handhabungen militärischer Machtmittel unterbleiben.“ Kabel, 9. März.(Fabrikbrand.) Am Samstag nachmittag gegen 5 Uhr wurden die Bewohner der Lennedöufer Kabel, Boele und Halden durch grellen Feuerschein und stürmische Brandsignale aus der beginnenden Abendruhe geschreckt. Bald erkannte man, daß umfangreiche Anlagen des Stahlwerks Kabel in Flammen standen. Der Feuerschein war weithin zu sehen und lenkte bei der beginnenden Dunkelheit die Aufmerksamkeit zahlreicher Spaziergänger auf sich. Die Wehren von Kabel, Boele und Halden waren bald zur Stelle und griffen das Feuer energisch an. Auch die Berufsfeuerwehr aus Hagen wurde alarmiert und traf in ganz kurzer Zeit an der Brandstelle ein. Dort hatte inzwischen der Brand bereits einen großen Umfang angenommen. Essen 9. März.(Jubilarfeier bei Krupp.) In der Friedrich=Halle auf der Kaupenhöhe fand vergangenen Sonntag die übliche Feier zu Ehren der Kruppschen Jubilare statt, deren Zahl sich in diesem Jahre auf 1044 beläuft. In seiner Ansprache wies Herr Krupp von BohlenHalbach auf den Einmarsch der Franzosen hin, der erfolgt sei trotz der Bereitwilligkeit Deutschlands zu Verhandlungen und trotz des guten Willens Deutschlands, an dem Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Frankreichs und Belgiens mitzuarbeiten. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die beiden eingedrungenen Mächte bald zu der Einsicht kommen, daß die Ruhraktion sowohl Deutschland als auch Frankreich und Belgien nur schwächen würde, und daß sie dementsprechend handeln würden. Auf deutscher Seite müßte kühlste Ueberlegung, feste Haltung und Besonnenheit bewahrt bleiben. Die Weltgeschichte habe gezeigt, daß Gottes Mühlen, wenn auch manchmal langsam, so doch am mahlen sind. Recht müsse und werde Recht bleiben. Mit den Worten Fichtes, an Deutschlands Zukunft zu glauben und verantwortungsvoll gegen das Vaterland zu handeln und mit einem Hoch auf das deutsche Volk und das deutsche Land schloß Herr Krupp von Bohlen=Halbach. —(Eine Erklärung der Firma Kvupp.) Die Firma Fried. Krupp bittet um Veröffentlichung folgender Erklärung: Wiederholt haben die Daily Mail und andere ausländische Zeitungen, neuerdings wieder Newyork Tribune die Meldung gebracht, die Firma Krupp befasse sich mit der Herstellung von Kriegsmaterial in Rußland. Insonderheit ist berichtet worden, die Firma Krupp habe die Putilow=Werke übemommen. Demgegenüber stellen wir fest, daß die Firma Krupp weder mittelbar noch unmittelbar in irgend einer Weise, oder zu irgend einer Zeit nach dem Kriege sich mit der Herstellung von Kriegsmaterial in Rußland befaßt hat. Keinerlei Verhandlungen haben mit der Sowjetregierung, dem Besitzer der Putilow=Werke oder sonst jemand stattgefunden. Die Behauptung von der Uebernahme dieser Werke durch die Firma Fried Krupp sind von Anfang bis zu Ende ersunden. Oelde, 9. März.(Eine gemeine Tat) wurde hier in der vorvergangenen Nacht verübt. Aus der Lindenallee, die Amtmann Johenning vor 3 Jahren am Benningloher Weg angelegt hat, sind 34 junge Bäume(Wert etwa 280 000 c) in der Mitte des Stammes abgebrochen worden. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um junge Burschen, die vorher in der Unterführung im Zuge des Benningloher Weges angebrachte städtische Gaslaterne zertrümmert hatten. Die Polizeibehörde hat auf die Ermittelung der Baumfrevler eine Belohnung von 200 000 A ausgesetzt. Köln, 9. März.(Raubmord.) In der Nacht zum Sonntag drangen drei Einbrecher in der Nähe des Stadtgartens in die Wohnung der Witwe Erpelt ein, ermordeten die 60 jährige Dame und verletzten ihre 40 jährige Tochter durch Hammerschläge auf den Kopf. Die Wohnung wurde ausgeraubt und Gegenstände und Bargeld im Werte von 20 Millionen mitgenommen. Die Täter, drei junge Burschen, wurden festgenommen. Zu dem Raubmord in der Herwarthstraße verlautet noch, daß inzwischen ein dritter Täter ermittelt und festgenommen wurde. Unter dem Druck der gesammelten Beweisunterlagen haben alle Beteiligten ein volles Geständnis abgelegt. Das Dienstmädchen der Ermordeten hatte die Tat mit verabredet und den drei Burschen die Schlüfsel ausgeliefert. Ferner wurde noch eine Frau festgenommen, die die geraubten Sachen in Verwahr genommen und hierfür im voraus 20 000 4 versprochen erhalten hatte. Das geraubte Gut ist wieder zur Stelle geschafft u. den Geschädigten. nidher gridgertn. Aus aller Welt. Geubenunglück. Aus Brüssel, 8. März wird gewledet: Gestern abend ereignete sich in der Grube 8 vom Courvelles=Nord ein Grubenunglück, indem ein Teil der Grube plötzlich von Wassermassen überschwemmt wurde. Bisher sind 6 Tote und 18 Verletzte geborgen worden. Kinder aus dem Nuhrgebiet in In diesem Monat sollen noch etwa 15000 Kinder aus dem Ruhrgebiet nach Braunschweig kommen. Die Flüchtlingsfürsorgestelle vom Roten Kreuz wird die Unterbringung der Kinder auf dem Lande übernehmen. In den Ortschaften des Kreises Gandersheim sind schon seit einiger Zeit Kinder aus dem Ruhrgebiet in Pflege. — Ermordung eines Nachtwächters. Am Dienstag vormittag wurde in den Lagerräumen einer Beamten=Waren=Versorgungs=Gesellschaft in Berlin ein 71 jähriger Nachtwächter ermordet aufgefunden. Anscheinend hat er die Diebe beim Verpacken der Beute überrascht. Spielplan der Vortmander Stedribeaten. Samstag, 10. März. 7 bis 10 Uhr.(Einmalige Aufführung)„Vor Sonnenaufgang“. Soziales Drama von Gerhart Hauptmann. Sonntag, 11. März.—6 Uhr.„Der Wafsenschmied".?einhalb bis 10 einhalb Uhr:„Cavalleria rusticana". Oper in 1 Aufzug von Tazotti und Monasci, Musik von Pietri Mascagni. Hierauf:„Der Bajazzo". Drama in 2 Akten und 1 Prolog. Dichtung und Musik vom R. Leoncavallo. Sonntag vormittag 8 Uhr Frühgottesdienst Pfr. Müller. 9einhalb Uhr Gottesdienst Pfr. Brasse. 11 Uhr Kindergottesdienst. 12 Uhr Taufen. Nachmittags 3 Uhr Prüfung der Konfirmanden des 1. Pfarrbezirks, Pfr. Brasse. Mittwoch abend 8 Uhr Bibelstunde im VereinsFreitag abend 6 Uhr Passionsgottesdienst. Pfr. Müller. Allen denen, welche an " den drs Brutschen am[5. April 1926 mit(20) rückzahlbar. Auf Grund des Gesetzes vom 2. März 1923(N. G. Bl Teil I, S. 155) werden hiermit Dollar=Schayz= anweisungen des Deutschen Reiches, rückzahlbar nach 3 Jahren zu 120% ohne jeden Abzug, zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Für diese Schatzanweisungen hat die Reichsbauk die selbstschuldnerische Bürgschaft übernommen: Die aufkommenden Devisen fließen der Reichsbank zu; diese hat unmittelbar das Recht, die Leistung der Devisen von den Zeichnern zu fordern. Die Schatzanweisungen sind durch die Dahrlehnskassen des Reiches beleihbar. Die Zulassung zum Börsenhandel wird schnellsteus in die Wege geleitet werden. Bedingungen Zeichnungsstellen. Zeichnungen werden vom 12. bis 24. März bei der Zeichnungsabteilung des Kontors der Reichshauptbank für Wertpapiere in Berlin C2, Breite Straße 8/9, bei allen Zweiganstalten der Reichsbank mit Kasseneinrichtung und bei den untenstehenden Mitgliedern des Uebernahmekonsortiums und deren Zweigniederlassungen entgegengenommen. Die Zeichnungen können auch bei den noch besonders bekanntzugebenden Zeichnungsstellen und ihren sämtlichen Zweigniederlassungen erfolgen. Früherer Schluß der Zeichnung bleibt vorbehalten. Einteilung, Einlösung der Schatzanweisungen Die Schatzanweisungen sind ausgefertigt in Stücken zu 5,110, 20, 50 und 100 Dollar. Die Rückzahlung der Schatzanweisungen erfolgt am 15. April 1926 zu 120% ohne jeden Abzug nach Wahl des Reiches in Scheck auf New York oder in Gold, den Dollar zu 1,5046 g Feingold gerechnet. Zeichnungspreis. Einzahlung. Der Zeichnungspreis beträgt 100%. Die Einzahlung kann nur in Devisen(Noten, Schecks, Auszahlungen) erfolgen, und zwar in amerikanischen Dollar, Pfund Sterling, holländischen Gulden, schweizerischen Franken, nordischen Kronen, spanischen Peseten, argentinischen Pesos, japanischen Den. Die Kosten der Einziehung der Schecks sind von den Zeichnern zu tragen. Sofern andere Währungen als Dollar in Zahlung gegeben werden, werden zur Zeit berechnet: Engl. Pfund..7, Holländ. fl. 25,3166, Schweiz. Frs. 53,3606, MNorw. Kr. 54,6402, Schwed. Kr. 37,7860, Dänische Kr. 52,0800, Spanische) Pes. 64,2736, Argentin. Pes. 26,3849, Japan. Den 21,9936= 10 Dollar Sollten im Wertverhältnis der verschiedenen Währungen untereinander größere Verschiebungen eintreten, bleibt Aenderung der Umrechnungssätze vorbehalten. Spitzen werden zum Tagesmittelkurse für„Auszahlung“ der eingereichten Devisen in Mark bar vergütet. Die Einzahlung hat bei der Zeichnungsstelle, die die Zeichnung entgegengenommen hat, für Rechnung der Reichsbank zu erfolgen. Von den gezeichneten Beträgen sind mindestens 40% bei der Zeichnung, der Rest spätestens bis 14. April d. J. zu zahlen. Für vor dem 14. April d. J. in Noten oder telegraphischen Auszahlungen gezahlte Beträge wird eine Vergütung von 1% in Mark für jede volle Woche der Vorauszahlung gewährt; bei Schecks und brieflichen Auszahlungen auf europäische Plätze wird bei der Berechnung der Vergütung eine volle Woche in Abzug gebracht. Bei Bezahlung mit Schecks und brieflichen Auszahlungen auf überseeische Länder kommt die Vergütung für Vorauszahlungen nicht in Betracht. Die Berechnung der Vergütung erfolgt unter Zugrundelegung des Mittelkurses für Auszahlung New York vom 10. März d. J. Der Zeichner erhält eine Mitteilung, in welcher Höhe seine Zeichnung angenommen worden ist. Zur Abnahme der zugeteilten Beträge ist er verpflichtet. Vor der Zuteilung vollbezahlte Zeichnungen werden voll berücksichtigt. Wünsche wegen der Stückelung sind in dem dafür vorgesehenen Raum auf der Vorderseite des Zeichnungsscheins anzugeben. Werden derartige Wünsche nicht zum Ausdruck gebracht, so wird die Stückelung von den Zeichnungsstellen nach ihrem Ermessen vorgenommen. Späteren Anträgen auf Abänderung der Stückelung kann nicht stattgegeben werden. Ausgabe der Stücke. Die Ausgabe der Schatzanweisungen erfolgt mit möglichster Beschleunigung, voraussichtlich bis Ende April. Ist die Zahlung mit Scheck oder Auszahlung erfolgt, so werden die Stücke erst nach Werteingang geliefert. Reichsbank=Direktorium. Berliner Handels=Gesellschaft. S. Bleichröder. Commerz= und Privatbank. Darmstädter und Nationalbank, K. a. A. Delbrück; Schickler& Co. Deutsche Bank. Direetion der Diseonto=Gesellschaft. Dresdner Bank. J. Dreysus& Co. Hardy& Co. C. m. d. H. Mendelssohn & Co. Mitteldeutsche Creditbank. Gebrüder Arnhold. Bayerische Vereinsbank. L. Behrens& Söhne. Simon Hirschland. A. Levy. Lineoln Meuny Oppenheimer. Gal. Oppenheimer fr.& Co. Lazard Speyer=Ellissen. Straus& Co. M. M. Warburg& Co. Aaut P scheug Uareiner Hant leid., kann Obermeyer's Medizinal Herba=Seife aufs beste empfo dlen werden. I. Hocherl, Deining. Zur Nichbehand ung ist HerdoCreme besonders zu empfehl. Zu haben in all Aootzeken, progerten u. Barfüm. Ein ordentliches Mädchen und ein für landwirtschaftliche. Arbeiten gesucht. Zu erfragen in der schättsstelle d Zta Aeiteres, evangel. Mädchen, als Alleinmädchen für 2 Personenhaushalt u. Fräulein zu 2 Kindern gesucht. Meldungen Apothede Stochkum. Srüiche fandern Putzfrau für 3 Stunden morgend gesucht. Karl Zivpert, Herdackerstr. 7. Gut erhaltener preiswert abzugeben. Zu erfragen in der Sechäften de. Big. Eingesandt. * Die Not userer Zeit entlockt selbst den Kindern aus ihrer tiesen Seele Gedanken u. Empfindungen des Mitgefühls und der Vaterlandsliebe. So hat eine Schülerin der Hüllbergschule, die 12. jährige Tochter des Försters Schütze, Jahan. ue Schütze, sich zu einem Gedichtchen verstiegen, das der jugendlichen Verfasserin in der Tat alle Shre macht. Wir lassen dasselbe hier folgen: 1. O deutsches Volk, wie bitter mußt du leiden wohl unter deines Feindes Hand, doch mögest du auch fernerhin nicht meiden dein liebes, schönes Vaterland! 2. Wenn schwere Stürme auch dein Inneres erschüttern, sei fest geknüpfet durch das Band der Treu, und lasse dir das Leben nicht verbittern; dein Vaterland wird dir geschenkt aufs neu! 3. Das deutsche Vaterland bewahren! Es sei und bleibe unser höchstes Gut, wvie sich die Feinde auch gebaren; wir stellen uns in Gottes Hut. 4. Der alles treulich lenkt, Dder wird schon sehen, daß Deutschland nun und nimmermehr entro zutergehen. 5. Drum laßt uns alle danach streben und stehn fürs heil'ge deutsche Vaterland, daß es gedeihe wie die Reben an unsres schönen, deutschen Rheines Strand. (Johanne Schütze.) Die Dollarschatzanweisungen des Deutschen Reichs werden in einem Augenblick zur Zeichnung aufgelegt, der für Deutschlands Zukunft von höchster Bedeutung gilt. Es gilt darum, die in der Priattvirtschaft vorhandenen, entbehrlichen fremden Zahlungsmittel zum Besten der Gesamtheit zu konzentrieren und die Grundlagen der Aktion, mit denen einem weiteren Steigen der auswärtigen Wechselkurse Einhalt geboten und eine nachhaltige Beeinflussung der gesamten Preise ausgeübt werden kann, zu bräftigen. Entsprechend dem Verwendungszweck der AnJeihe werden als Einzahlung nur Devisen angewommen, und zwar neben amerikanischen Dollars auch Pfund Sterling, holländische Gulden, schweigerische Franken, nordische Kronen, spanische Pejeten, argentinische Pesos, japanische Yen. Der Zeichnungspreis beträgt 100 Prozent, die Rückzahlung der Anleihe erfolgt nach 3 Jahren zu 120 Prozent. Das entspricht einer Verzinsung von über 6 Prozent. Die günstige Verzinsung im Verein der Beleihbarkeit der Schatzanweisungen bei den Darlehnskassen zu einem vergleichsweise günstigen Zinssatze gibt den Schatzanweisungen eeinen erheblichen Vorzug gegenüber dem Besitz an Devisen, da diese unverzinslich und unbeleihbar sind. Die Börsengängigkeit der Schatzanweisungen bürgt dafür, daß sie jederzeit verkauft werden können. Es verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß die Schatzanweisungen in derselben Währung, auf die sie lauten, auch zur Rückzahkung gelangen, nämlich in Scheck auf Newyork oder aber nach Wahl des Reichs in Gold. Die Sicherung ist im besonderen noch bewirkt durch die selbstschuldnevische Bürgschaft der Reichsbank. Die Zeichnung kann in der Zeit vom 12. bis 24. März erfolgen, und zwar bei der Reichsbank und allen ihren Zweiganstalten sowie bei einer groden Anzahl von Banken und Bankiers, die an den einzelnen Orten noch besonders bekanntgegeben werden. Bei der Zeichnung sind mindestens 40 Proz einzuzahlen, der Rest ist spätestens bis zum 14. April zu erstatten. Für gezeichnete Beträge, die vor dem 14. April gezahlt werden, wird eine besondere Vergütung von 1 vom Tausend in Mark für jede volle Woche gewährt. Dies gilt auch für die bei der Zeichnung einzuzahlenden 40 Prozent. Alles Nähere ist aus der im Anzeigenteil enthaltewon Bekanmntmachung ersichtlich. I Achtung! Achtung! Empfehle diese Woche Kimnd-Vrtsches-Rinaweisen ohne Unterschied der Stücke, per Plund 3600 Mark. Scbweine- und Kalbfleisch, sowie sämtlicbe Wurstwaren zu billigsten Rreisen. Rind- und Schweinemetzgerei Julius Rosenbaum, Willen, Johannisstr. 16. Telefon 339 Eir udentlscher utiger Krrank Dr Sari:: Johmak gesucht. Koß und Logis Feuse. Peter Friedried Specbt, Aouen. mundummmmmmmmmummmnnnmmer KUNEERT“ Saht Ploper. Landwehr- und Kriege verein. Statt besonderer Anzeige. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, heute früh um 8½ Uhr meinen lieben unvergeßlichen Mann, unsern guten, treusorgenden Vater, Großvater und Schwiegervater Herrn Prieurien-Zippmann Donnerstag verstarb unser treuer Namerad Oeteran Herr Feldzugteilnehmer 70/71. im Alter von 73 Jahren, nach kurzem schweren Krankenlager zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. In tiefer Trauer: Frau Auguste Zippmann geb. Rothe, Alma Klee geb. Zippmann, Wilhelm Kles, Hedwig Zippmann, Fritz Zippmann, Fine Zippmann geb. Kluwig, Herta Kloe, Enkelkind. Annen, Soest, Gelsenkirchen, den 8. März 1923. Sein Andenken bleibt bei uns in Enren. Zur Beerdigung tritt der Verein am Sonntag, 11. Marz nachm. 4¼ Unr auf dem Marktplatz an. Zahlreiche Beleiligung wird erwartet Der Vorstand. Die Beerdigung findet am Sonntag nachm. 5 Uhr vom Sterbehause, Wittenerstr, 80, aus statt. Hausandacht 2½ Uhr. Krügerrefsen! eine Ladung beste PPeisenurtefern sehr billig Zeutner nur Mr. 7400 Frierrich Eraff Bismarckstraße 19. Wirtschaftliche Interessengemeinschaft Annen=Rüdin ghausen. Dienstag, den 13. März, abends 8 Uhr im evangel. Vereinshaussaale: Außerordentliche Dersammlung. Café Vos. beilthen, Nubrate. Täglich nachm. u. abend: Konsier-Konzeris Sonntag vorm. Tagesordnung: Gewerbesteuer=Angelegenheit, die Aufbringung des Fehlbetrages des Haushaltsplanes pro 1922 betreffend. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorsitzende: Küching. 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Umwandlung eines Contokorrentdarlehns in Höhe von 4000 000,— Mark in ein unkündbares Tilgungsdarlehn.(Schulbau Rüding= hausen.) 10. Erlaß eines 2. Nachtrags zur Schankkonzessionssteuer=Ordnung. 11. Anderweitige Festsetzung der Vergütung für die Müllabfuhr und Beschlußfassung wegen Aufbringung der Müllabfuhrgebühren für 1923. 12. Stergebeld=Versicherung der freiw. Feuerwehr=Mitglieder. 13. Anderweitige Feststellung des Baufluchtlinienplanes in der Verlängerung der Erzbergerstraße entlang der Rheinischen Eisenbahn. 14. Antrag der soz. Partei auf Erwerb der Mitgliedschaft der Gemeinde Annen bei der Consumgenossenschaft Dortmund=Hamm. 15. Antrag des Ortsausschusses für Arbeiterwohlfahrt auf Erhöhung des etatsmäßigen Zuschusses zur Unterstützung verschämter Armen. 16. Erhöhung der Gebühren für Anfertigung der Gruften etc. 17. Festsetzung der Schulgeldsätze für die Mittelschule für das Rechnungsjahr 1923. 18. Erlaß eines Nachtrages zur Lustbarkeitssteuerordnung. 19. Anträge von Vereinigungen auf Erhöhung der Jahresbeiträge. 20. Mitteilungen. Annen, den 9. März 1923. Der Amtmann: Boettcher. Ronteng! Rentung! Viekhalter von Annen u. Umgegend. Wo kaufen Sie am vortollhattesten Tauben“, Kander, Sehtieins-.vverdetattel Nur bei la Gersteututtermehl, Kleie Bollmehl Hater Saathafer kl. Mais Gerste Ronkeln Ctr. 40000 Ml. 35000 40000 50000 60000 99 9 9 1 10 90 Kleemischhäcksel Sack Fockenkraftlatter Tomasmehl 17% Ammoniak Prima Kartoffeln 65000 1850 28000 24000„ 48000„ Pfd. 11500 Ctr. 13250 „ 65 000 °0 99 8 9 * Preise verstehen sich ab Lager. Stelle In meinem Kolonlalwarengeschielt anfor! tüchtige, zuverlässige Verkaurerin ell. Richard Steffen, Annen, leiltdoneratr. 76. Die„Annener Ze tag, Donnerstag für die einspaltig breite Zeile für bezirk 30.— Reklamezeile 1 mi Bezugspreis mon Post bezogen Geschäftsstelle: B Nr. 31 Das B Unter den Brüsseler K gramm der fran men worden. 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