mantel Eigur für abzuzeben. bestr. 58. Freitag nachVollskleid hr Mädchen. Bettstelle Nratas Nlosie 39. 182e 9 ber er len, dneten Vervelche beide st die Beaff, P albler In, n 27. März chzigengnts tags und iftlich durch der MittelI bis OIII lschule und bestandene in die UnKnaben= ums ohne Wolter. Ikel S„Annener Zettung“ erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Anzeigegebühr für die einspaltige 1 mm hohe und 36 min breite Zeile für Platzanzeigen im Verbreitungs. bezirk 20,— M. auswärts 25.— K. Reklamezeile 1 mm hoch u. 76 mm breit 70 Kl. Bezugspreis monatlich 1000,— M.(Durch die Post bezogen vierteljährlich 3000.— Mk. Seschäftsstelle: Bahnhofstr. 29. Telephoni 334. verbunden mit der Annener„Volkszeitung“ Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. Organ des Amtes Annen u. Landkreises Hörde, sowie der Gemeinden Stockum=Düren. Inserate finden bei der großen Auflage ver „Annener Zeitung“ weite u. billige Verbreitung — Bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkursen kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfasl. Für die Aufnahme der Anzeigen an geschviebenen Plätzen übernehmen wir Verantwortuung Redaktion, Druck und Verlag von Fritz Küching, Annen. Nr. 24. Samstag, den 24.“ Februar 1923. 39. Jahrgang. Die Rahr-Garantie. Aus Paris war mitgeteilt worden, die Okkupation des Ruhrgebiets sei unvermeidlich gewesen, denn nur dieses gewähre Garantie dafür, daß Deutschland seine Reparationskosten bezahle, und außerdem biete es Frankreich Sicherheit gegen deutsche Angriffe. Damit dann die Ironie nicht fehlt, ist noch hinzugefügt worden, Frankreich strebe weder direkt noch indirekt die Annektion des besetzten Gebietes oder die Beeinträchtigung der deutschen Souveränität an. Daß Poincaré den deutschen Ministern nicht einmal Einreiseerlausnis in den Ruhrbezirk gewähren will, paßt dazu wie die Faust aufs Auge. Von den Ausweisungen, drakonischen Urteilen und sonstigen Maßnahmen soll noch gar nicht einmal gesprochen werden, obwohl sie zum Himmel schreien. Wieso kommt Frankreich zu der Behauptung, daß nur das Ruhrgebiet Garantie gegen deutsche Angriffe nach Westen hin und für die Erfüllung dev finanziellen deutschen Verpflichtungen bietet? Wahrscheinlich, weil es für die Waffenfabrikation sehr wichtig ist und die bedeutendsten Bodenschätze Deutschlands enthält. Aber was nützt uns das alles, wenn wir militärisch unter strenger Kontrolle dev Entente stehen, die dafür gesorgt hat, daß Krupp und andere große Waffenfabriken sich auf Friedensarbeit haben einstellen müssen? Von einer Garantie für die Zahlung der Reparationsgelder durch die Okkupation der Ruhrstädte und-Werke kann erst recht keine Rede sein, dafür ist ja jetzt der Beweis geliefert worden. Anderthalb Monate sind beinahe seit dem Einbruch der Franzosen und Belglier verflossen, aber erreicht ist trotz aller Verlockungen und Gewalttätigkeiten fast nichts. Wenn dies das ganze Resultat war, woher soll die Fähigkeit Deutschlands kommen, unsere Zahlungen nach Paris zu beschleunigen und pünktlich zu erledigen? Davon ist nichts zu bemerken, es wird vielmehr das Gegenteis herauskommen, denn unsere wirtschaftlichen Kräfte nehmen immer weiter ab, je längev die heutigen Zustände andauern. Es ist doch aller Welt bekannt, wie es heute in Deutschland steht, und wenn es in allerletzter Zeit durch die energischsten Anstrengungen möglich geworden ist, den Dollar herabzudrücken, so bleibt er einstweilen immer noch hoch genug, und wir wissen zudem nicht ob und wann ein neuev Marksturz eintreten wird, wenn wir dies auch nicht hoffen wollen. Jedenfalls muß betont werden, daß an eine wirkliche Besserung der Mark so lange nicht zu denken ist, als die Franzosen an der Ruhr stehen. Die schwerwiegendste Tatsache für den Trugschluß in Paris aber ist, daß Frankreich als Früchte seiner Handlungsweise nicht nur keinen Nutzen in der Kohlenversorgung erntet, sondern einen sich von Tag zu Tag mehr vertiefenden moralischen Schlag erlebt. Das ist das andauernde Sinken des Franken, während die Reichsmark steigt. Das ist ein Zeichen des wachsenden Mißtrauens gegen Frankreich. In Paris herrscht Erbitterung, und es wird behauptet, daß wir allerlei verwerfliche Mittel angewendet hätten, um zu diesem Ergebnis zu gelangen. Welche Mittel hätten wir wohl anwenden sollen, um die französische Valuta zu senken? Wenn wir solche Mittel zur Verfügung gehabt hätten, so würden wir längst davon haben Gebrauch machen können. Die Okkupation des Ruhrreviers ist in Wahrheit erfolgt, weil es den Franzosen politisch und wirtschaftlich von höchstem Werte ist und ihnen dazu dienen soll, ihr Land zur tonangebenden Industriemacht in Europa zu gestalten. Der Pariser Versicherung, daß keine direkte oder indirekte Annektion des Ruhrgebiets erfolgen soll, glaubt wohl niemand, bis ihm nicht durch den Abzug der Franzosen das Gegenteil bewiesen ist. dem Revanchekrieg(!), den Deutschland angestrebt (1) hat. Frankreichs Vereinsamung. Beginnende Selbsterkenntnis? Der Senator Dr.’Estournelle de Constant hat an Poincaré einen Brief gerichtet, in dem er mitteilt, daß er infolge eines Unwohlseins an der nächsten Sitzung des Senatsausschusses für Auswärtige Angelegenheiten nicht beiwohnenkann, daß er aber die Absicht habe, den Ministerpräsidenten über die Ergebnisse, die er von der Ruhrbesetzung erwarte, zu interpellieren. In demselben Briefe heißt es dann weiter: „Ich bleibe bei der Ansicht, daß eine Aussprache über die folgenschwere Unternehmung im Senat stattfinden kann, ohne daß dadurch die deutsche Regierung zu einer unerlaubten Verletzung ihrer Verpflichtungen(!) ermutigt wird. und ohne daß dadurch die Unterstützung durch unsere Verbündeten in Frage gestellt wird. Ich glaube ehev das Gegenteil. Die deutsche Regierung rechnet mit unserer Jolierung. rin liegt ihre Stärke. Wir haben den Krieg nur untev Mitwirkung unserer Verbündeten gewonnen und wir können auch den Frieden nicht ohne unsere Verbündeten wiederherstellen, für die er ebenso notwendig ist, wie für uns u. die ganze Welt. Eine Lüge des„Temps“ wird in nachstehendev halbamtlicher Mitteilung festgenagelt: Der„Temps“ stellt in seinem Leitartikel vom Sonntag, den 18. Februar, die Behauptung auf, daß die Alliierten es niemals abgelehnt hätten, deutsche Vorschläge gelegentlich der Pariser Konferenz zu prüfen. Sie hätten angeblich nur eine schriftliche Vorlage dieser Vorschläge verlangt, aber die deutsche Regierung sei nicht gewillt gewesen. auf dieses Verlangen einzugehen. Die Behauptung des Temps ist unrichtig Die deutsche Regierung ich weder zu einem mündlichen Vortrag noch zu schriftlicher Vorlegung ihrer Vorschläge aufgefordert worden, obwohl sie sich bereit erklärt hatte, ihre Vorschläge der Konferenz schriftlich zu unterbreiten u. mündlich eingehend zu erläutern, und obwohl Staatssekretäv a. D. Bergmann ausdrücklich zu diesem Zweck nach Paris gesandt war und während der ganzen Dauer der Konferenz zur Verfügung stand. Deutschlands bisherige Reparationsleistungen. Ueber 100 Milliavden Goldmark. Von amtlicher Stelle wird eine Uebersicht veröffentlicht über das, was Deutschland vom 11. 11. 18 bis 30. 9. 22 an Geld. und Sachwerten überlassen mußte. Nach den einzelnen Ziffernaufführungen ergibt sich folgende Zusammenstellung dev deutschen Leistungen in Goldmark: anweisungen, die von der Reichsbank garantiert werden, zuv öffentlichen Zeichnung gegen Bezahlung in Devisen oder ausländischen Noten auflegt. Das Konsortium soll die Anleihe zur Hälfte fest, zur Hälfte in Kommission übernehmen. Die Schatzanweisungen lauten auf den Inhaber. Es werden voraussichtlich Stücke bis zu einem Dollav herunter ausgegeben werden. Die Stücke sollen bei der Darlehnskasse beleihbar sein. Hierdurch erhält das Publikum die Gelegenheit einer Devisenanlage, die jederzeit zu billigen Zinssätzen beleihbar ist, während auf der anderen Seite die Mittel des Reichs und der Reichsbank zur Beeinflussung der Devisenkurse bestärkt werden. Es wird eine öffentliche Subskription stattfinden. Die Frage der Verzinsung sowie einige andere Einzelheiten werden in weiteren Besprechungen festgelegt werden. Voraussichtlich wird man sich dahin schlüssig werden, daß Zinsen während der Laufzeit der Schatzanweisungen nicht bezahlt, sondern erst bei der Einlösung der Schatzanweisungen mit verrechnet werden. Die Festigung der Mark. Nach den Angaben verschiedener Blätter, die dem Gedanken einer Goldanleihe prinzipiell und vollständig beipflichten und in dem raschen Zustandekommen dev ersten Vereinbarung einen Erfolg der Reichsregierung sehen, ist man in Bankkreisen der Ansicht, daß die auszugebenden Staatsscheine mit 6 Prozent Zinsen zu einem Kurse von 100 Prozent eine gute Aufnahme finden. Die kleinsten Stücke der Goldanleihe, teilt der„Lokalanzeiger“ mit, würden etwa 20000 Papiermark betragen. Die Anleihe selber, für die auch die Unterstützung der Industrie gesichert werden soll, sei nur ein Teil der von der Reichsregierung betriebenen Aktion zur dauernden Stützung der deutschen Währung. Dem B. L. zufolge hat die Gesamtheit der deutschen Banken sich bereit erklärt, 100 Millionen Goldmark, also 50 Prozent der deutschen Goldanleihe zu übernehmen. Es wird angenommen, daß die Industrie den gleichen Betrag zeichnen wird. 5. aus. vorhandenen Beständen aus volkswirtschaftlichem Vermögen und aus laufender Produktion Barzahlungen Sonstiges 29 394 000 000 11 113000 000 2 140 000 000 3 371000 000 Dazu: innere Ausgaben und Verluste Insgesamt: 46 018 000 000 10482 000 000 Kommunistische Kritik. In der Finanzdebatte der französischen Kammer warf der kommunistische Abgeordnete Baron dem Finanzminister eine Politik der Verschwendung vor. Er fuhr dann fort: Sie sind in das Ruhrgebiet gegangen, ohne sich dabei etwas zu denken. Wie sollen 225 Werkmeister und 200 Ingenieure, die kein Wort deutsch können, die Ruhrbergwerte verwalten. Dieser kleine Scherz hat uns um die Kohlen und den Koks gebracht, die wiv nicht mehr bekommen, und die uns in diesem Jahre mehrere Milliarden kosten werden. Der Finanzminister rief dazwischen: Das ist vollständig unrichtig. Abgeordneter Baron: Die Besetzung der Orte Duisburg und Düsseldorf allein hat uns 180 Millionen gekostet. Der Finanzminister erwiderte: Sie vergessen die 200 Millionen Goldmark, die uns die Erhebung der Zollgebühren eingebracht hat. Ueberdies, so fuhr der Minister fort, schützt uns die Besetzung des Ruhrgebietes von Summa: 56 500000000 Hiervon betragen die Kosten der Reparationskommission und der sonstigen interalliierten Kommissionen 90000.000 Goldmark. Berücksichtigt man weiter den Wert ElsaßLothringens und der deutschen Kolonien sowie den rein militärischen Rücklaß in sämtlichen Räumungsgebieten, so gelangt man zu einer Gesamtleistung von mehr als 100 Milliarden Goldmark. Eine demscbe Goldasleide 200 Millionen Geldmark in breijährigen Wie von zuständiger Stelle mitgetellt wird, ist in Vorbesprechungen im Reichsfinanzministerium mit Vertretern einiger Berliner und auswärtiger Banken und Bankfirmen ein Einverständnis über die Art der Mitwirkung der deutschen Bankwelt bei der Begebung von 200 Millionen oldmark, gleich 50 Millionen Dollar, Schatzanweisungen erzielt worden. Es soll ein Konsortium gebildet werden, das diesen Betrag in dreijährigen SchatzDeutsche Rote an die Signaturmächte Die Reichsregierung hat den Regierungen der Signatarmächte des Vertrages von Versailles, außer Frankreich und Belgien, eine Denkschrift über die Rechtswidrigkeit der französisch=belgischen Sanktionsmaßnahmen mitgeteilt. In der Denkschrift werden die durch das französisch=belgische Vorgehen aufgeworfenen grundsätzlichen Rechtsfragen einer genauen Prüfung unterworfen, die in den verschiedenen deutschen Protestnoten bereits festgestellt sind. Die Vertragswidrigkeit des Vorgehens wird an Hand dev Bestimmungen des Vertrages von Versailles, des Rheinlandabkommens oder der allgemeinen Regeln des Völkerrechts im einzelnen nachgewiesen. Von besonderem Interesse ist dabei, daß sich die Denkschrift bei der Erörterung der von Frankreich und Belgien im Ruhrgebiet nach dem Einmarsch getroffenen Maßnahmen auf ein im Jahre 1913 erschienenes, grundlegendes französisches Werk, Rodin„Occupation militaire en et dehors occupation de guerre“ Paris 1916 stützt. Die Ausführungen dieses Werkes bedeuten die schärfste Vevurteilung des Verhaltens der französischen und belgischen Okkupationsbehörden. Die Denkschrift wird auch den Regierungen der Nichtsignatarstaaten des Vertrages von Versailles zur Kenntnis gebracht werden. Das deutsche Weißbuch. Das Weißbuch über den französisch-belgischen Einmarsch in das Ruhrgebiet ist dem Reichstag zur Kenntnisnahme zugegangen. Das Weißbuch enthält die Beschlüsse der Reparationskommission vom 26 Dezember 1922 in deutscher und franzö sischer Sprache sowie die Denkschrift der französischen Regierung für die Reparationskommission über die Ausführung der deutschen Sachlieferungen und die Gegenerklärung der deutschen Regierung, ferner Erklärungen und Aufrufe der Reichsregierung sowie die Notenwechsel der deutschen Regierung mit der französischen und belgischen. Reichskanzler Cuno über den End. zweck des Abwehrkaupfes. Reichskanzler Cuno erklärte einem Vertreter des„Pester Lloyd“: Die Ziele der französischen Politik seien, die Schaffung der Rheingrenze und die völlige Auflösung des deutschen Reiches herbeizuführen. Deutschland aber sei seines Sieges des passiven Widerstandes sIcher. Es wolle aber diesen Sieg nicht so gedeutet wissen, als ob es sich dann von der Mitarbeit am Wiederaufbau Europas zurückziehen werde und Verpflichtungen, die gerecht und erträglich wären, ablehnen würde. Deutschland verstehe unter diesem Siege vielmehr, daß der Militarismus u. der Imperialismus, der das heutige Frankreich verkörpere, in seine Schranken zurückgedrängt werde. In diesem Sinne glauben wir, so fuhr der Kanzler fort, daß wir für eine große Idee kämpfen, deren Sieg nicht nur dem deutschen Volke und dem deutschen Reich, sondern auch den andern Völkern zugute kommen wird, der der friedlichen und ungestörten Arbeit der Menschheit dienen soll. Deutschland und das deutsche Volk hat heute kein größeres Verlangen, als daß ihm das Recht auf ungestörte Arbeit, auf Freiheit und auf ein menschliches Dasein gewährt wird. Zur Lage im Rahrgebiet. Ein Aufruf an die Eisenbahner. Die Eisenbahndirektion Essen und der Abwehrausschuß sämtlicher Gewerkschaften haben folgenden Aufruf erlassen: Die Franzosen gehen jetzt dazu über, auf den stillgelegten Strecken und Bahnhöfen die Beamten und Arbeiter aufzufordern, ihren Dienst wiederr aufzunehmen und zwar unter französischem Besehl, widrigenfalls sie ihre Wohnung in kürzester Frist“ xäumen müßten. Der Franzose will jetzt den Einzelnen an seiner empfindlichsten Stelle treffen, er will ihm das Heim rauben. Das Opfer, das das Vaterland von euch fordert, ist groß, aber es muß bracht werden, wie schon viele eurer Brüder es gebracht haben und noch bringen. Eisenbahner! Ihr wißt, daß Verwaltung, Regierung und Volk hinter euch stehen und euch und den eurigen helfen. Ihr werdet voll entschädigt werden. Der einzelne Eisenbahner steht jetzt in der Front. Tut eure Pflicht als Deutsche! Neuer Zwischenfall in B chum. Bochum, 22. Februar. Die Fransosen sind seit Dienstag morgen mit Tanös und größeren Infanterieabteilungen an verschiedenen Stellen per Stadt Bochum tätig. Nachdem sie im Amtsgericht zwei Beamte verhafet hatten, kam es vor dem Gerichtsgebäude zu einem ernsten Zwischenfall. Ein französischer Soldat feuerte. Dabei soll ein Mann erschossen und zwei verletzt sein. Freilassung des Gelsenkirchener Oberbürgermeisters. Der Polizeipräsident und einige: Schupobeamte als Geiseln zuvückbeholten. Dienstag morgen wurden nach kurzer Verhandlung der Oberbürgermeister von Gelsenkirchen v. Wedelstaedt, Postdirektor Bollermann und Fabrikbesitzer Stern aus der Haft entlassen. Der verhaftete Bürgermeister Antoni wird vor ein Polizeigericht gestellt werden, weil ev sich geweigert hat, die Anweisung auf die 100 Millionen Geldbuße auszustellen. Poltzeipräsident Stieler und die verhafteten Schupobeamten(von denen noch weitere 4 durch Auslosung freigelassen wurden) bleiben als Geiseln in Recklinghausen für die verwundeten Gendarmerieoffiziere. Der Fabrikbesitzer Boecker, der Vorsitzende der Arbeitgebervereinigung von Gelsenkirchen, muß ebenfalls noch in Haft bleiben. Aus welchem Grunde die Verhaftung auch in diesem Falle aufrecht erhatten wird, war nicht zu ermitteln, da er ursprünglich wegen der Zahlung dev 100 Millionen Mark in Haft genommen worden war. Der Abzug der Franzosen Pelsenbirden. Gelsenkirchen, 23. Februar. Vorgestern morgen haben die letzten französischen Truppen die Stadt in Richtung Buer=Recklinghausen verlassen. Um 10 Uhr war Gelsenkirchen von Besatzungstruppen frei. Vorhev hatte der französische General Schuler den Stadtbaurat Arendt und den Kommandeur der Schutzpolizel, Kulow, zu sich gerufen, um ihnen mitzuteilen, ev freue sich, die schweren Tage dieser Woche ohne besondere ernste Zwischenfälle verlaufen seien. Ferdige Truppen. Effen, 28. Fedruar. Jetzt verwenden die Franzosen auch farbige Truppen im Ruhrgebiete. Gestern ist das Kolonial=Regiment 7 im Ruhrbeüirke eingetroffen, das auf die Orte Werden, Kupserdreh und Steeie verteilt ist. Untev den Ange Deuische Worte. „Was wir sind! Wir sind Geweihte! Jedem ward sein Ritterschlag. Wir sind Qual= und Todbereite, Wenn das Vaterland uns mag. Wir sind nicht mehr Arm und Reiche, Stand und Kaste ward zum Spott, Wir sind Kraft= und Wesensgleiche, Und wir glauben auch an Gott. Brüder sind wir, wir sind Schwestern, Eins im Geiste, eins im Fleisch, Tändelnd, buhlend wohl noch gestern, Heut im Aug und Herzen keusch. So, ihr Freunde, fiel der Plunder, Der uns Kleid und Schmuckstück war. Freunde, uns geschah ein Wunder, Und das schuf uns die Gefahr.“ Hermann Sudermann. örigen des Regiments befinden sich auch zahlreide Farbige, sowohl schwarze wie braune. Ein Beutezug nach Bochum. Bei ihrem Vorstoß nach Bochum drangen starke französische Truppenabteilungen, wie der B. L. berichtet in ein Warenhaus und in die umliegenden Geschäfte und requirierten alles, was ihnen in die Hände fiel. Im Anschluß daran drangen die Franzosen in das Landgerichtsgebäude ein und beschlagnahmten die Akten der Staatsanwaltschaft. Sie verhafteten den Oberstaatsanwalt Eiteldinger. Dem„B..“ zufolge wird in den ersten Abendstunden über Bochum der Belagerungszustand verhängt. Niemand darf von abends 8 Uhr bis morgens 6 Uhr die Straße betreten. Die Truppen sind nachmittags wieder abgerückt und haben nur einige Wachen zurückgelassen. 4 ½4 Den Franzosen sind bei ihrer vorgestrigen Umschnürung 28 Lokomotiven, 20 Packwagen, 167 beladene Kohlenwagen, 75 leere offene Wagen und zwei Schlafwagen in die Hände gefallen, die über eitmar nach Recklinghausen abtransportiert wurden. Beerdigungsfeier. Bochum, 23. Februar. Vorgestern nachmittag fand unter starker Beteiligung allev Bevölkerungskreise die Beerdigung des von den Franzosen am 17. Februar erschossenen 15 jährigen Bergarbeiters Sieghard statt. Auf den Wegen, die der Leichenzug passierte, hatten große Menschenmengen Spalier gebildet. Nach dev Beerdigung kam es zu Ansammlungen, die aber zerstreut wurden. Neue Verarteilungen. Herne 23. Februar. Der Bürgermeister Sudkampf und der Stadtinspektor Honnert sind gestern vor dem Kriegsgericht in Recklinghausen abgeurteillt worden und zwar beide zu je 6 Monaten Gefängnis und 200000 Mark Geldstrafe, weil sie sich weigerten, die französischen Befehle zu befolgen. Duisburg, 23. Februar. Vor dem belgischen Polizeigericht sollte sich der Bergrat Paul Brandt aus Dutsburg verantworten. Die Anklage legte ihm feindselige Handlungen gegen die Besatzungsarmee zur Last. Durch seinen Verteidiger ließ Brandt, der nicht erschienen war, erklären, daß er als preußischev Beamter ein belgisches Ge„richt nicht anerkenne und sich nicht unterordnen könne. Das Gericht verhandelte in Abwesenheit gegen ihn und erkannte auf zwei Monate Gefängnis und 50000 Mark Geldstrafe bei sofortiger Verhaftung. Außerdem soll nach Verbüßung der Strafe die Ausweisung gegen ihn beantragt werden Die Tannmüller Ironi. Hochlands-Roman von Fritz Daum. (Nachdruck verboten.) Wesel, 26. Februar. Forstmeister Schmitz aus Xanten, der ausgewiesen worden war und auf seinen Posten zurückkehrte, ist vom belgischen Kriegsgericht zu 21 Tagen Gesängnis verurteilt worden. Man hat ihn abermals ausgewiesen und zwangsweise im unbesetzten Teil von Wesel ausgeseht. Neue Verhandlungen im Prozeß gegen Dr Jarres. Der Oberbürgermeister Dv. Jarres, der bekanntlich vom belgischen Kriegsgericht in Aachen zu einem Monat Gefängnis verurteilt ist, hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Die neue Verhandlung vor dem Obersten Kriegsgericht findet am 28. Februar in Aachen statt. Seit der Besetzung 467 Personen ausgewiesen. Wie aus Koblenz gemeldet wird, hat die Rheinlandkommission vom 19. Februar ab 123 neue Ausweisungen gegen deutsche Staatsbeamte ausgesprochen, darunter 9 Polizeipräsidenten, 5 Bürgermeister, 5 richterliche Beamte, 9 Lehrer, 12 Zollbeamte, 8 Postbeamte und 13 Forstbeamte. Seit der Besetzung des Ruhrgebiets wurden aus dem besetzten Gebiet 467 Personen ausgewiesen. Die Stimmung der Bergarbeiter. Die„Rheinische Zeitung“ meldet aus Bochum über die Stimmung in Bergarbeiterkreisen, daß jetzt eine stille, aber umso bestimmtere Festigkeit bei der Durchführung des Abwehrkampfes Platz gegriffen habe. Sogar Arbeiter, die an sich auf ihre internationale Gesinnung Wert legen, fühlen in ihren Herzen tiefen Groll über die Vorfälle der letzten Wochen, wie sie bei der Eintreibung der Geldbuße dev Stadt Gelsenkirchen besonders kraß zutage traten. Verschärster Belagerungszustand in Bechum. Bochum, 24. Februar. In den gestrigen Abendstunden wurde in Bochum der verschärfte Belagerungszustand verhängt. Kein Mensch darf sich in der Zeit von Abends 8 Uhr bis morgens 6 Uhr auf der Straße zeigen. Die Bochumer Stadtverordnetensitzung aufgehoben. Oberbürgermeister, 4 Stadträte und 18 Stadiverordnete verhaftet. Bochum, 23. Februar. Heute abend 6 Uhr wurde von den Franzosen die Stadtverordnetenversammlung aufgehoben Festgenommen wurden der Oberbürgermeister, 4 besoldete Stadträte und 18 Stadtverordnete. Bei den Stadtverordneten handelt es sich nur um solche, die nicht Vertreter dev Arbeitnehmer sind. Ein Offizier trat an die anwesenden Herren mit der Frage heran, ob sie sich verpflichten wollten, alles das zu liefern, was die Franzosen nicht durch Requisitionen erreichen könnten. Einen der Herren hat man hinausgeworfen. Die Gewerkschaften beraten augenblicklich über einen etwaigen 24 stündigen Generalstreik, der am 24. Februar mittags 12 Uhr beginnen soll. Deutscher Reichstag. Sitzung vom 21. Februar. „Und in Jeue lebt sich's beue.“ Verstärkter Widerstand. Kein Gas, Wasser und Licht an die Franzosen. Der Reichsverkehrsminister hat die Reichsbahndirektionen beauftragt, die Lieferung von. Gas, Wasser und Elektrizität an alle die Dienststellen einstellen zu lassen, welche in den gegnerischen Militärbetrieb übergegangen sind. Zugleich werden die Lieferer angwiesen, die Zuleitungen von Gas usw. nach diesen Dienststellen zu unterbrechen. Der Besehl des Ministers ist eine selbstverständliche Maßregel, da es Deutschland nicht zugemutet werden kann, Eisenbahnstationen, die sich im Betriebe, also im tatsächlichen Besitze einer fremden Macht befinden, die Mittel zu diesem Betriebe zu liefern. Namentlich bei der nunmehr zu offenem Terror übergegangenen Haltung dev Besatzungsarmee muß jede, auch nur die geringste Unterstützung dieser Armee verhindert werden. 100 Milliones beschlagnahmt In Duisburg wurde die Stationskasse des Hauptbahnhofes mit 100 Millionen Mark Inhalt von den Besatzungstruppen beschlagnahmt. Vier Eisenbahnbeamte wurden bei dieser Gelegenheit verhaftet. Der Negierungspräsident von Münster verhaftet. Münster, 24. Februar. Der Regierungspräsident Dr. Haßlinde ist gestern an der Zollgrenze von den Franzosen im Zuge verhaftet worden. Nach einer späteren Meldung ist der Regierungspräsident wieder freigelassen worden. Die heutige Sitzung wird vom Präsident Löbe mit der Mitteilung eröffnet, daß auf dem Rednerpult ein Fernsprechapparat, ein sogen. Telegraphon, aufgestellt sei, der die Reden selbsttätig auf eine Walze aufnimmt, von der sie beliebig oft wiedergegeben werden können.(Heiterkeit u. Zurufe: Einmal ist wirklich genug!) Am Schluß der Sitzung können die Abgeordneten ihre Reden im stenographischen Büro abhören. In einer Anfrage des Abg. Dr. Cremer (D. Vp.) wird darauf hingewiesen, daß nach einer Veröffentlichung dev Jenaischen Burschenschaft der Tod, die wahrscheinliche Ermordung des Burgkeller=Arminen Freidank bisher unaufgeklärt geblieben sei. Die thüringischen Behörden haben bisher in keiner Weise dazu Stellung genommen, daß Verbindungsstudenten in Jena keinen polizeilichen Schutz finden. Schwarz=weiß=rote und ähnliche Abzeichen dürfen nicht getragen werden, während das Tragen des Sowjetsternes nicht verboten ist. Dr. Cremer fragt an, ob die bürgerliche Gleichberechtigung nicht auch den Jenaer Verbindungsstundenten zuteil werden soll.— Ein Regierungsvertreter erwidert, daß ein Bericht der thüringischen Regierung noch nicht vorliege. In der dann fortgestzeten zweiten Lesung des Reichshaushalts entspinnt sich beim Reichsgesundheitsamt eine Aussprache über die Volksgesundheit. Abg. Streiter(D. Vp.) hebt dabei hervor, daß bei einer Untersuchung in München 63 Prog dev Schulkinder verlaust waren. Abg. Thomas(Komm.) wirft dem Präsidenten Bumm vor, er habe im Kriege immer erklärt, unsere Volksgesundheit sei so, daß wir noch 10 Jahre Krieg führen könnten. Präsident des Reichsgesundheitsamts Bumm bestreitet, eine solche Aeußerung getan zu haben. Die Herstellung und Verpackung des Salvarsans sei außerordentlich umständlich und kostspielig. Der Bevölkerungsausschuß des Reichstages werde nächstens die Höchster Farbwerke besuchen und die Produktion kontrollieren. Geheimrat Hange teilt mit, daß das Tuberkulose=Gesetz fertig sei, man warte nur noch eine Einigung der Länder über die KoDie Glockentöne vibrierten— fröhliche Menen jauchzten einander zu, wenn sie sich trafen, nn ein vielversprechender Sommer=Sonntag lag vor ihnen. Auf dem Kirchplatz war die männliche Jungmannschaft des Dorfes fast vollzählig beisammen, man sprach und scherzte, betrachtete die Mädchen, welche zur Kirche gingen und doch immer noch Zeit fanden, irgend einem Auserwählten einen liebevollen Blick zuzuwerfen. Der Jäger hatte an einem Kastanienbaum Posto gefaßt und seine fiebrig glänzenden Augen pähten die Straße herunter. Ein Zucken„geht durch seinen Körper. Sie kommt——! Es ist Vroni!—— Hochaufgerichtet in ihrer schlanken Größe, schreitet sie vor Vater und Mutter einher. Auch sie hat den Jäger schon von weitem erkannt, doch keine Musbel ihres Gesichtes zuckt, als sie sich jetzt seinem Standort nähert. Franzl bohrte seine Augen in ihr Antlitz— er möchte sie zwingen, ihn anzusehen— damit er ihr grrusen Lömme:„Du Treulose, Falschel, aber er al sich nicht— da ist etwas in den starren Züpen, das ihm Zwang auflegt.— Schritt um Schritt geht sie an ihm vorbei— den Blick geradeaus gerichtet,— sie kennt ihn nicht.—— Vorbei!—— Franz gewahrt nicht den halb scheuen, halb zornigen Blick, den der Müller ihm zuwirft— steht auch nicht, wie für einen Augenblick die Aupen der Müllerin mitleidsvoll auf ihm ruhen, er muß nur ihr nachsehen, wie sie voll steinerner Ruhe und Unnahbarkeit dahingeht. Die Glocken schweigen, man strömt in das Gotbeshaus, nur Franzl steht und faßt sich an die Stirn. Armes Herz— nun mußt du dein Hoffen wohl begraben. Ein paar Buben, Spätlinge im Kirchgang, rufen ihm zu, mitzukommen. Mechanisch folgt er. Sbenso willenlos verläßt er die Kirche und sieht— wie durch einen verworrenen-Nebel— der HirSchenkonrad mit der Vronz lustig plaudernd zum geechcden geben. Endlich liegt der Platz still und verlassen. „Wahr ist'?“, stöhnt der Arme, dann geht er in die Dorfschenke, wo er seine Sachen liegen hat und auch essen will. Ein Chaos von Gedanken wirbelt durch sein Hirn. Was taucht da nicht alles empor aus dem Grund einer gepeinigten Seele? Zuletzt will er fort— gleich fort, auf seine Berge— dann aber brennet was in ihm, dasVerlangen—— noch einmal vor die Treulose zu treten, und ihr die Schande vorzuhalten. Ein unfaßbarer Drang treibt ihn, sie noch einmal zu sehen, in schmerzhafter Lust. Leise Abendnebel umwallen die Tannmühle. Dort, wo eine dichte Stachelbeerheike den Obstgarten von der wildfließenden Reutach trennt, ist Vronis Lieblingsaufenthalt. Schon als kleines Kind hat sie hier Stunden um Stunden gesessen und den hüpfenden Wassern zugeschaut. Auch heute Abend sucht sie das Fleckchen auf, doch nicht, wie einst,— um sich in duftige Träume einzuwiegen,— sondern um in der tiefsten Abgeschiedenheit das brennende Weh ihres Herzens durch Tränen zu lindern. Regungslos sitzt sie hier u. blickt in das Wasser. Plötzlich knirschen schwere Schritte auf dem schmalen Pfade, der dicht am Ufer der Reutach sich hinzieht und ehe die Einsame recht zur Besinnung kommt, steht Franz vor ihr. Wie trunken taumelt der Bursch. Vroni, welche sich hastig aufrichten will, sinkt mit einem leisen Wehlaut auf ihren lattengezimmerten Sitz zurück. Eine bange Pause entsteht, bis endlich der Jäger die Lippen öffnet. „Vroni!“—— Was zittert und bangt nicht alles in diesem einen Ausruf. Stürmender Zorn, herztieses Weh, bittendes Verlangen und leise, ganz leise ein zages Hoffen. Wenn das Mädchen die Arme öffnete und mit einer einzigen Gebärde ihn zu sich rief,— er würde ihr zu Füßen stürzen und all der Jammer, all die Verzweiflung würde schwinden, sein Herz aber, aufgerichtet und befreit von der Last des dumpfen Kummers, neuem Glück entgegenschlagen.— Stumm bleibt der Mund, von welchem er erlösenden Spruch erhofft. Vronis Herz krampft sich zusammen vor Bit19 terkeit“ Sie erkennt, all das Ringen und schmerzhafte Bezwingen der eigenen Sehnsucht, das sie in diesen Tagen durchgemacht, ist nichts gegen die Pein dieser Stunde. Einen Augenblick durchzuckt sie übermächtig der Wunsch, alles fahren zu lassen, und an die treue Brust dort zu flüchten, aber nein, sie will, sie muß stark sein, auch vor dem dork, dem lieben, guten Buben, wenn's auch tausten ab. Auch ein Apothekengesetz stehe in Aussicht. Reichskommissar Künzer erklärt einen weiteren Abbau der Schutzpolizei für unmöglich und spricht der Schutzpolizei im Ruhrgebiet den Dank des deutschen Volkes aus. Dann vertagt sich das Haus. Sitzung vom 22. Februar. Lärmizenen im Reichstag. Den Auftakt der heutigen Sitzung bildete eine von kommunistischer Seite provozierte Lärmszene. Vor Eintritt in die Tagesordnung weist Abg. Bartz(Komm.) auf Veröffentlichungen in der „Roten Fahne“ hin. Dort wird behauptet, daß im Wehrministerium im Beisein des Reichskanzlers, des Wehrmnisters und der preußischen sozialdemokratischen Minister eine Sitzung stattgefunden habe,in der beschlossen wurde, die Orgeschverbände auf breitere Grundlage zu stellen. General v. Seeckt habe gefordert, daß die Zivilbehörden sich auf eine Mobilmachung vorbereiten.(Lachen rechts. Großer Lärm bei den Kommunisten.) Wenn diese ungeheuerlichen Mitteilungen auch nur zum Teil wahr sind(Zuruf b. d. Bayer. Vp.: Hoffentlich! Tobender Lärm bei den Kommunisten, die erregt mit geballten Fäusten nach der Mitte zu vordringen), dann muß die Regierung sofort erklären, daß sie von diesen Dingen abrückt.(Große allgemeine Unruhe.— Rufe rechts: Hochverräter.— Großer Lärm bei den Kommunisten.— Schlußrufe im ganzen Hause.) Das Haus stimmt einer Anregung des Abgeordneten Müller=Franken(Soz.) zu, diese Frage beim Reichswehrministerium, dessen Haushalt ebenfalls auf der Tagesordnung steht, zu behandeln. In der dann fortgesetzten Einzelberatung des Haushalts des Ministeriums des Innern wenden sich die Abgg. Breunig(Soz.) u. Höllein (Kom.) gegen die technische Nothilfe. Minister Oeser tritt für die Technische Nothilfe ein, die sich bereit erklärt habe, für die Lebensmittelversorgung des Ruhrgebiets Sorge zu tragen. Sie könne erst aufgelöst werden, wenn die Gewerkschaften sind imstande sind, den Schutz lebenswichtiger Einrichtungen zu gewährleisten. Die Mittel für die Technische Nothilfe werden gegen die Stimmen der Linken bewilligt. Zu Beginn der zweiten Lesung des Haushalts des Reichswehrministeriumes erklärt Reichswehrminister Dr. Geßler die Mitteilungen der„Roten Fahne“ über die Orgesch und angebliche Rüstungen der Reichswehr für glatt erfunden. Abg. Schöpflin(Soz.) spricht dann über angebliche Soldatenmißhandlungen und monarchistische Umtriebe der Offiziere. Reichswehrminister Dr Geßler erklärt, für die Reichswehr sei nur die Politik der Regierung maßgebend. Er wendet sich dann gegen illegale Organisationen und bespricht Einzelheiten des Haushalts. Dann vertagt sich das Haus auf morgen. Preußischer Landtag. Sitzung vom 21. Februar. Französische und deutsche Justiz. Präsident Leinert eröffnet die Sitzung 12,20 Uhr und macht Mitteilung von dev Inhaftierung des Polizeipräsidenten von Gelsenkirchen Stieler, der als preußischer Abgeordneter der Zentrumspartei angehört, sowie des Abgeordneten Kanisch, der als politischer Beauftragter des Staatsministeriums in Wiesbaden weilte. Nach Erledigung einiger kleiner Vorlagen wird dann die zweite Beratung des Justizhaushalts fortgesetzt. Justizminister Am Zehnhoff weist die Angriffe des Abgeordneten Heilmann gegen die Jusendmal mehr schmerzt wie vor Tagen, angesichts der Eltern. Ja, noch weiter muß sie gehen, sichselbst, ihre heiße Liebe verleugnen, um dem Braven dort über das Schwere hinwegzuhelfen. So tobt es in der Brust der Starken und sie geht den Weg, — entschlossen,— aber blutenden Herzens. Leise, — in abweisendem Tone redet sie zu Franzl. „Schau Franzl,— warum hast jetzt,— wo Du wissens willst, wie es steht,— nit ein Frieden geben,— hätt'st uns allen zwei das Arge sparen können“ Wild fährt der Bursche auf. „Alleweil— muß ich's glauben,— wo Dein Mund mir's verkündet. Hab's nit glaubt, wie sie's mir droben auf der Alm verzählt haben. Konnt's nit glauben, wie ich Dich heut nach der Kirch hab mit dem Hirschenkonrad einkehren gesehen,— aber jetzt,— jetzt,— da les ich's von Deinem Gesicht,— daß Du gelogen hast— wie Du vov ein paar Tag drüben im Krautgarten 'sagt hast,—„Franzl, verlaß Dich auf mich— ich halt zu Dir!“ Vronis Antlitz wird weiß, sie muß alle Gewalt zu Hilfe nehmen. „Is doch amal nicht anders— was nutzt nachher alles Reden. Weißt ja eh nix devon, wie ein'n 's Leben druckt und zwingt. Hätt' doch niemalen was Rechts geben mit uns zwei!“ „No freili,— wennst halt gleich so denkst, nachher gewiß nit. Is wohl nit arg gewesen mit Deiner standhaften Treu. Wird Dir auch nicht gar schwer worden sein, einen armen Jagersbug auszulassen, wenn ein reicher Hirschenkonrad aufspielt! Gelt?“ „Franz, sei stad, überleg Dir's recht,— wird wohl amal eine Zeit kommen,— wo Du's mir Dank weist. Find'st leicht amal Eine, die wo Du noch lieber zur Jägerin möchtst, wie mich. Der Brauch herin in der Königsau is halt doch, daß ein Jedes bei seiner Art bleibt. Ein Bauernmadl und ein Jagersbua— es taugt nit auf'. Läng gewiß nit'sammen!“ „Pfui Deixel!“ Schama sollst Dich über eine solche Red. Ein Sünd is es, wie Du so was sagen magst.'spielst hast mit mir, mit meiner redlichen Lieb, daß's grad eine Schand is! Wie ich auf meine Berg gestiegen bin, hab ich ein großes, heiliges Vertrauen gehabt in Deine Worte— mein ganzes Herz hat sich da heruntergelassen,— die Hand ins Feuer hätt' ich legen mögen auf Deine Treu. Alles, alles hast hingeworsen, wie an Plunder, sobald der Herr Hirschenwirt mit seine Roß ang'fahren is. Daß er so ein Schlechtigkeit gibt auf dera Welt— hätt's nit glauben können. Jetzt trifft's mich selber. Mag i arm sein, mag i zu Grund gehen, droben in meine Berg— aber eins hab i, das kannst nicht aufweisen— Du falsche, flittrige Dirn,— ein reines, ehrliches Gewissen!" Vronis Gesicht ist wie eine verzerrte Maske. „Bub, hör auf— Du weißt nit, was Du red'st!“ „Herunter muß der Zorn von meinem Herzen, obschon Du nit wert bist, daß ein braver Bub Dich anschaut. Geh zu Dein'm Hirschenkonrad— is grad so ein sauberer Patron. Ihr gebt ein recht's Paar. Eins möcht ich noch wissen— leicht haben's Dich breitgeschlagen und Dir in die Ohren gelegen, der reiche Herr Tannmüller und seine Sippen, daß den Konrad nimmst. So sag mir auf Ehr und Gewissssen, ob Du den Hirschenkonrad freiwillig und gern heuerst— oder ob Du mich doch ein bissel gern hast mögen?" Die Augen des Mädchens blickten starr in den strudelnden Wellengang der Reutach, als müsse es aus diesen hastenden, schwankenden Gebilden die Antwort lesen. Krampfhaft schlangen sich ihre Hände ineinander. Vroni fühlte die glühenden Blicke des Jägers. Ihr Wille wird schwach, sie droht zu unterliegen— da glaubt sie urplötzlich das Kreischen der Säge zu vernehmen.— Die Heimat wacht— ruft,— es muß sein! Sich fest aufrichtend, erwiderte sie dem Burschen:„Ich mein, es wär jetzt grad genug gered — aber eine Antwort sollst haben, wenn Dich gar so danach verlangt. Wie ich vordem an Div gehängt hab,— da bin ich Dir gut gewesen— wie so die Madeln halt sich alleweil einen zum Schatz wünschen, der ihnen grad in die Augen sticht,— aber da hab ich's Leben doch noch nit auskennt. Ich weiß alleweil— es is ein ander Ding um's Heiraten, wo man Jahr um Jahr mit einem zusammenleben soll.— Da muß Gleich auf Gleich sein, sonst reißt der Unfried pit ab. So wär's bei uns zwei worden. Da hab' ich einen Strich unter das andere gemacht und mich dem Hirschenkonrad versprochen. Ob gern oder nit, sell mein ich, kümmert Dich nit. So, jetzt weißt's, nun gib ein Bbh? Franzl ist es, als oo die Trettachspiße sich auf seine Brust legte. Sein Atem geht schwer, er müht sich ab, eine Antwort zu finden. Das hatte er nicht erwartet. Wie eine feurige Lohe bricht mit einem Male der ehrliche Zorn in ihm los. Vronis Arm fassend, schleudert er diese auf die Bank. stiz als unberech sonders der Vor sche nicht genüg Minister schließt amten im Ruhr ner in dieser s# Beifall.) Abg. Göbe trumsfraktion P geblichen Rechtsp gerichte, die nick munität respektiweiterung der a Zivilprozessen, se ordnung dev St passung der Gese den gesunkenen Abg. Seelr die Vorwürfe ul verlangt Beseitig Laienrichter als politischen Tend Forderung schlie Vp.) an, der sich sche Justizschand die anerkennend dev Justizbeamte dem dann der: Heilmann vorge tei mit der Kla polemisierte Abg gegen die vom? litischen Einstell fassung. Nachdem dan (Wirtschaftsparte das Haus auf T Die Eisen In parlament die K. Ztg. aus starkem Befremt Eisenbahnministe wieder ein: verweist darauf, gewissen Ressortf gen der Reichsb Devisenkontrolle der Bevölkerung gegenarbeitet. tarife werde die Preise, die b Reichsbank auf vollständig wied verkehren. Soc Eisenbahn an d beitet, so notwei bei wirtschaftliErwägungen mi Reichsbank Opfe der Bevölkerung Lebensmittelwuch Eisenbahn Unter den politi um, gemeinschaf nett und insbes rium auszullben rückgängig zu m Im Reichsvei verlautet, zurzeit 1. März fällign folge der Senku teilweise unterbl eerster Linie dar der Reichsbahn Notwendigkeit gr Finanzministeriu trag im Reichsb 50 In einer ein ßung verpflichtet bund, bis zu 50 biet aufzunehme — Reichst mer j. Der 6 tagsabgeordnete ner Krankenhau operation gestorl — 380000 für? Wie die? auch die Diäten Monat dem gesut schrittenen Teuen ten der Reichs. tragen jetzt 380 2 6 Ein Der tschechis ist den Folgen d# verübten Revolve hörte zu den füh kriege entstanden slowakei und hat der wirtschaftlich außerordentlichen Jugend ein fana hat er im Weltkr an der politische Donau=Mon bei der Gründun Haß gegen das zi Volk auch durch des Deutschtums Dev frühere gelegenheiten Del storben. 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Zu fordern sei schnellste Erweiterung der amtsgerichtlichen Zuständigkeit in Zivilprozessen, schleunige Verabschiedung der Neuordnung dev Strafgerichte, sowie schnellste Anpassung der Gesetze über Kosten und Gebühren an den gesunkenen Geldwert. Abg. Seelmann(Dutl.) wendet sich gegen die Vorwürfe über Klassenjustiz der Richter und verlangt Beseitigung des Staatsgerichtes, dessen Laienrichter als Mitglieder bestimmter Parteien politischen Tendenzen unterworfen sind. Dieser Forderung schließt sich dev Abg. Eichhoff(D. Vp.) an, der sich im übrigen gegen die französische Justizschande wendet und dem Minister für die anerkennenden Worte über das Verhalten der Justizbeamten im besetzten Gebiet dankt. Nachdem dann der Kommunist Kilian dem Abg. Heilmann vorgeworfen hatte, daß sich seine Partei mit der Klassenjustiz nahezu ausgesöhnt hatte, polemisierte Abg. Dr. Höpker=Aschoff(Dem.) gegen die vom Abg. Seelmann hinsichtlich der politischen Einstellung der Richter vertretene Ausfassung. Nachdem dann noch der Abg. Dr. Bredt (Wirtschaftspartei) gesprochen hatte, vertagt sich das Haus auf Donnerstag 12 Uhr. Deutsches Keich. Die Eisenbahn als Preistreiber. In parlamentarischen Kreisen spricht man, wie die K. Ztg. aus Berlin sich melden läßt, mit starkem Befremden von der Ankündigung des Eisenbahnministeriums, die Gütertarise wieder einmal zu verdoppeln. Man verweist darauf, daß die Eisenbahn aus einem gewissen Ressortfanatismus heraus den Bemühungen der Reichsbank, auf dem Umwege über die Devisenkontrolle die Preise für die Lebenshaltung der Bevölkerung niedrig zu halten, erfolgreich entgegenarbeitet. Die Verdoppelung der Gütertarife werde die geringe Senkung der Preise, die bisher durch das Einschreiten der Reichsbank auf dem Devisenmarkt eingetreten ist, vollständig wieder aufheben und in ihr Gegenteil verkehren. So anerkennenswert es sei, wenn die Eisenbahn an der Beseitigung ihrer Defizits arbeitet, so notwendig sei es in diesen Zeiten, auch bei wirtschaftlichen Unternehmungen politische Erwägungen mitsprechen zu lassen. Wenn die Reichsbank Opfer bringe, um die Einheitsfront der Bevölkerung vor der Bedrohung durch den Lebensmittelwucher zu schützen, so solle auch die Eisenbahn ihverseits das gleiche tun. Unter den politischen Parteien gehen Erwägungen um, gemeinschaftlich einen Druck auf das Kabinett und insbesondere auf das Eisenbahnministerium auszullben, um die geplante Tariserhöhung rückgängig zu machen. Reichsverkehrsministerium schweben, wie verlautet, zurzeit Erwägungen darüber, ob die am 11. März fällig werdende Gütertariferhöhung infolge der Senkung der Devisenkurse ganz oder teilweise unterbleiben soll. Allerdings wird in erster Linie darauf zu achten sein, daß der Etat der Reichsbahn auch weiterhin balanciert. Diese Notwendigkeit gründet sich auf die Weigerung des Finanzministeriums, für einen etwaigen Fehlbetrag im Reichsbahnetat aufzukommen. 50 990 Nuhrbi- der. In einer einstimmig angenommenen Entschließung verpflichtet sich der Brandenburgische Landbund, bis zu 50000 Kinder aus dem besetzten Gebiet aufzunehmen. * — Reichstagsabgeordneter Hammer j. Der 68 jährige deutschncktionale Reichstagsabgeordnete Friedrich Hammev ist im Berliner Krankenhaus an den Folgen einer Magenoperation gestorben. — 380000 Mark monatlich— wofür? Wie die Bezüge der Reichsbeamten, so sind auch die Diäten dev Parlamentarier für diesen Monat dem gesunkenen Geldwert und der fortgeschrittenen Teuerung angepaßt worden. Die Diäten der Reichs. und Landtagsabgeordneten betragen jetzt 380 250 Mark monatlich. Ausland. Oesterreich. Minister Naschin F. Der tschechische Finanzministev Dr. Raschin ist den Folgen des vor einigen Wochen auf ihn verübten Revolverattentates erlegen. Raschin gehörte zu den führenden Politikern des im Weltkriege entstandenen neuen Staates der Tschechoslowakei und hat namentlich auf die Gestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse dieses Staates außerordentlichen Einfluß ausgeübt. Seit seiner Jugend ein fanatischer Feind des Deutschtums, hat er im Weltkriege in hervorragendem Maße an der politischen Zersetzung der alten Donau=Monarchie mitgearbeitet und hat bei der Gründung des neuen Staates den alten Haß gegen das zweitgrößte in Böhmen wohnende Volk auch durch die wirtschaftliche Schädigung des Deutschtums zu beweisen verstanden. Kr Deleassee 1 Dev frühere Minister der auswärtigen Angelegenheiten Delcassé ist in Nizza plötzlich gestorben. Theophile Delcassé wurde am 1. März 1852 in Pamiers gevoren. Er studierte Philosophie und Literatur und erregte schon Ende der 70 er Jahre Aufsehen durch bemerkenswerte Artikel über die auswärtige Politik. Im Jahre 1884 wurde er in die Deputiertenkammer gewählt, Amerika. Amerika fordert 275 Millionen Dollar Besetzungsgelder. Eliot Wadsworth ist auf dem Wege nach Paris, um den Alliierten ins Gedächtmis zu rufen, daß Amerika einen Anspruch auf 275 Millionen Dollar für die Besetzung in Deutschland hat. Lokales. 8 Annen, 24. Februar. Schach dem Wucher! Der Rechtsausschuß des Reichstages hat, wie wir in unserer vorigen Nummer unter der Spitzmarke„Zuchthaus für Wucherer" bereits meldeten, Beschlüsse von erfreulicher Schärfe gegen den Wucher gefaßt. Zuchthaus bis zu fünfzehn Jahren, Geldstrafe in unbegrenzter Höhe und öffentliche Anprangerung auf Kosten des Verurteilten in seinem Wohnort und falls er sich dem durch Wohnungswechsel entziehen will, im neuen Wohnort, sind allen denen angedroht, die die Not ihres Volkes wucherisch ausnutzen und am Elend ihrer Landsleute sich bereichern wollen. Die Todesstrafe für besonders schwere Fälle wurde abgelehnt. Immerhin dürften die Strafen ausreichen, um, wenn auch nicht bessernd, so doch abschreckend zu wirken. Der Reichsregierung aber werden durch die neuen gesetzlichen Bestimmungen Mittel in die Hand gegeben, dem Wucher mit aller Energie zu Leibe zu rücken. Die ehrbare Kaufmannschaft wird die Verschärfung der Strafen gegen Wuchev sicher mit der gleichen Freude begrüßen, wie die weiten Schichten der Verbraucher. Nur zu leicht worden vereinzelt auftretende Auswüchse verallgemeinert und gleich einem ganzen Stande zum Vorwurf gemacht, was einige wenige seiner Angehörigen verschuldet haben. Die Grenze zwischen berechtigter Preissteigerung und wucherischer Ausbeutung ist vielfach verwischt und muß klar und eindeutig wiederhergestellt werden. Nichts wirkt verbitternder als das Gefühl, in einer Notlage ausgenutzt zu werden und in einer Notlage befindet sich heute das ganze deutsche Volk. Das Durchhalten in dem gewaltigen Ringen, welches jetzt am Rhein und Ruhr um die deutsche Selbständigkeit entbrannt ist, hängt nicht zuletzt davon ab, daß in allen Kreisen der Bevölkerung das Gefühl vorherrschend ist, daß alle Leiden gemeinsam getragen werden. Wer Wucher treibt, erschüttert die deutsche Einheitsfront und begeht damit Landesverrat, der mit Zuchthaus nicht zu schwer bestraft ist. Unter diesem Gesichtswinkel gesehen, erscheinen die neuen Gesetzesbestim. mungen gegen den Wucher als Maßnahmen der Kriegsführung, von deren entschlossener Ausführung der Ausgang des Kampfes abhängt. Riedeigere Peeise bei tieferem Dollar. nand Anläßlich einer Besprechung in der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels über die gegenwärtige Lage im Einzelhandel kam einhellig der Wille zum Ausdruck, der gegenwärtigen politischen Sachlage auch weiterhin möglichst Rechnung zu tragen. In diesem Sinne ergeht ein Aufruf an den deutschen Einzelhandel von dem Gedanken getragen, daß in Augenblicken nationaler Not wirtschaftliche Erwägungen zurücktreten müßten. Dabei wurde festgestellt, daß bei einer Reihe von Artikeln des täglichen Bedarfs bereits eine Senkung der Verkaufspreise erfolgt sei, vor allen Dingen bei denjenigen Waren, die bei der Markverschlechterung im Preise gestiegen waren, zum Beispiel bei Fetten, Oelen, Reis und sonstigen Importartikeln, ferner Nähgarn, Sternseide usw. Ein Teil der anderen Bedarfsartikel könne nicht im gleichen Umfange der Markentwertung folgen, weil bei ihnen bei sinkendem Geldwerte die Spitze der Markbewegung nicht erreicht war. Die Opfer des Einzelhandels sind um so größer, als er auch in diesem Augenblick noch bei manchen Waren steigenden Lieferantenforderungen gegenübersteht. —(Die Zahlung dev Militär=Renten u. Hinterbliebenenbezüge) findet am Montag, den 26. Februar im Evangelischen Vereinshause statt; (—12 Uhr vorm.,—6 Uhr nachm.) Die amtlichen Jahresbescheinigungen sind mitzubringen. —(Der evangel. Frauenverein Annen-Borbach) begeht morgen nachmittag im Borbachschlößchen seinen Jahrestag. Siehe Inserat. —(Das Postamt Annen) teilt uns mit: Vom 1. März ab müssen die Beträge auf Postanweisungen, Zahlkarten. Nachnahmen und Postaufträgen auf volle Mark lauten, Pfennigbeträge sind nicht mehr zulässig. Die Gebühren für Postanweisungen und Zahlkarten sind vom gleichen Tage ab nicht mehr durch Aufkleben von Freimarken, sondern in bar zu entrichten. § Stockum, 24. Februar.(Protest der Stockumer Lehrerschaft.) Die Lehrerschaft Stockums mit Unterstützung der Gemeindebehörde überreichte dem General der 13. Division hierselbst folgendes Protestschreiben: An den Herrn General der 18. Division, Stockum. Wir unterbreiten folgenden Vorfall: Am 20. ds. Mts. rodelten mehrere Klassen der hiesigen ev. Volksschule unter Aufsicht ihrer Lehrer auf der Hauptstraße. Als um die Mittagszeit mehrere französische Offiziere zur Wirtschaft Gröpper zum Essen gingen, wurde einer derselben von einem Rodelschlitten leicht angefahren. Trotzdem der den Schlitten lenkende Knabe keine böswillige Absicht hatte, sich vielmehr durch Warnungsrufe bemerkbar machte, wurde derselbe von zwei Offizieren heftig geschlagen. Als der hinzukommende Klassenlehrer B. den am Boden liegenden Knaben nach der Ursache seines Weinens befragte, wurde er von einem der Offiziere angefaßt. Es wurden ihm dann in erregter Weise in französischer Sprache Vorhaltungen gemacht. Darauf suchte der Lehrer das Kind zu entschuldigen. Als er aber die Zwecklosigkeit seines Redens einsah und sich umwandte, erhielt er rücklings einen Fußtritt. Nur der Selbstbeherrschung des Lehrers ist es zu verdanken, daß dieser bedauerliche Vorfall keine weiteren Folgen hatte. Die Gesamtlehrerschaft der Gemeinde Stockum erhebt gegen dieses unwürdige Benehmen gegen einen Lehrer in Gegenwart der Kinder schärfsten Protest u. ersucht den Herrn General, Maßregeln zu trefsen, daß solche ungehörigen Vorkommnisse in Zukunft verhindert werden. Die Lehrerschaft der Gemeinde Stockum: J.: gez. Schäfer, Lehrer. Vorstehendem Protest schließt sich die Gemein. debehörde an. Der Gemeindevorsteher: J. V. gez. Retzlaff. f Stockum, 19. Februar.(Der hiesige Arbeiter=Gesanverein„Einigkeit") war am Samstag zu einem gemütlichen Abend in dem Lokale Lohr vereinigt. Im Verlauf der Feier wurde armer Konfirmanden gedacht; eine Sammlung erbrachte die stattliche Summe von 21 594 K. Provinzielle Nachrichten. Hombruch, 23. Februar.(Blech=Beschlagnahme.) Die Franzosen haben auf dem Bahnhof Barop beladene Kohlenwagen beschlagnahmt und zwischen diesen Kohlenwagen zwei Wagen mit Eisenblech gefunden, das dem Baroper Walzwerk gehörte und nach dem Schwelmer Walzwerk transportiert werden sollte. Die Soldaten vom 149. Infanterie-Regiment nahmen einen Teil des Eisenblechs weg, wovon sie Dächer für ihre Feldküchen herstellen. Der Wert der requirierten Bleche beträgt rund 50 Millionen Mark. Dortmund, 23. Februar.(Opfer des Rodelsports.) Am Dienstag nachmittag fuhr die 7 jährige Tochter eines in der Kochstraße wohnenden Lokomotivführers mit einem Schlitten die abschüssige v. d. Goltzstraße herunter und wurde mit großer Wucht gegen das linke Hinterrad eines vorüberfahrenden Lastkraftwagens geschleudert. Ein Passant brachte das bewußtlose Kind, das schwere innere Verletzungen erlitten hatte, in die elterliche Wohnung. Ein sofort hinzugezogener Arzt konnte nur noch den eingetretenen Tod feststellen. —(Ein Opfer seines Leichtsinnes.) Am Mittwoch morgen mußte der aus der Richtung Hamm gekommene Eilgüterzug in der Nähe der Straße Am Westheck zwischen Scharnhorst und Brackel auf Anordnung der französischen Besatzungsbehörde halten, um revidiert zu werden. Der außergewöhnlich lange Zug sperrte die Straße Am Westheck, so daß die Schranken geschlossen blieben. Der in Dortmund=Brackel, Reichshofstr. wohnende frühere Dachdeckermeister und jetzige Bergmann Jäger kletterte durch die Schranken und den Zug, um an die andere Straßenseite zu gelangen. In diesem Augenblick zog der Zug an. Jäger vermochte nicht schnell genug der Gefahr zu entrinnen. Er wurde überfahren und getötet. Schwerte, 23. Februar.(Aussetzung eines Schwerkranken.) Zum Tode des Geheimrats Fleitmann wird von hier gemeldet: Wie erst jetzt bekannt wird, unternahm der Generaldirektor der Deutschen Nickelwerke, Geheimrat Fleitmann, am vergangenen Freitag eine Reise im Kraftwagen nach Dortmund, um sich dort einer Operation zu unterziehen. Kurz vor Dortmund wurde das Automobil von französischen Posten zum Halten. gebracht. Der schwerkranke Generaldirektor wurde herausgeholt und auf offener Landstraße ausgesetzt, der Kraftwagen beschlagnahmt und hinweggeführt. Geheimrat Fleitmann ist an den Folgen dieser Brutalität gestorben. Hagen, 23. Februar.(Herzlose Mutter.) Eine unbekannte Frauensperson bat im Wartesaal des hiesigen Hauptbahnhofs eine Frau für einen Augenblick auf ihr Kind zu achten, bis sie ihr Gepäck eingelöst hätte. Sie entfernte sich und kam nicht wieder. Das—6 Monate alte Kind wurde der Bahnhofsmission übergeben. Essen, 23. Febr.(Ein frecher Raub) wurde gestern abend bei dem Bankhaus Nathan u. Co. ausgeführt. Zwei Zivilisten erklärten den 77 jährigen Inhaber für verhaftet, weil er angeblich Schupobeamten Vorschüsse gezahlt habe. Sie zwangen ihn, die Bücher vorzulegen und die Schränke zu öffnen. Die Diebe raubten die gesamten Valuten und mehrere Millionen deutsche Mark. Buer 23. Februar.(Schweres Schachtunglück.) Das Preußische Oberbergamt Dortmund teilt mit: Vorgestern nachmittag leinhalb Uhr ist bei der Ausfahrt der Belegschaft auf der Zeche„Bergmannsglück" bei Buer im Schacht 1 infolge Uebertreibens der mit 30 Personen besetzte aufgehende Förderkorb gegen die Seilscheibe gezogen worden. Dabei ist das Förderseil gerissen der Korb aber in den Fangstützen unter der Seilscheibe aufgefangen worden. Von den auf dem Förderkorb befindlichen Personen sind 29 verletzt worden, darunter nach den hisherigen Ermittelungen zwei schwer. Die Verletzten befinden sich im Krankenhause. Der niedergehende Förderkorb wav nicht besetzt. Die Ursache des Uebertreibens ist noch nicht geklärt, die bergbehördliche Untersuchung ist im Gange. Köln=Mülheim, 16. Februar.(Das Goldstück im Ochsenmagen.) Eine nette Geschichte wird aus dem Dorfe Overath im Kreise Mülheim berichtet. Im Herbst 1913 hatte ein Bauersmann dort mit einem Hausierer einen Kauf in Stoffen abgeschlossen und von einem Hundertmarkschein ein Zwanzigmarkstück zurückerhalten. Der Zufall wollte es, daß das Goldstück zwischen die Kartofselschalen fiel und einem Zugochsen in die Krippe geriet. Und als man das Goldstück vermißte. hatte es der Ochse schon längst im Magen. Den Besitzer des Tieres stellte natürlich in den folgenden Tagen eifrige Nachforschungen nach dem Wiedererscheinen des Goldsuchses an, freilich ohne Erfolg. Alz nun der Goldträger dieser Tage schlachtet wurde, da fand sich in dem Magen des Tieres auch das Zwanzigmarkstück vor. Da nun Gold Gold bleibt, so hatte der glückliche Finder seine 140000 Mark Papiermark. Aachen, 17. Februar.(Nochein Kriegsgerichtsurteil.) Die Bürgermeister Dr. Baak und Dr. Wulff, sowie der Beigeordnete und Kaufmann Brohl, sämtlich aus Cleve, standen heute vov dem belgischen Kriegsgericht wegen Dienstverweigerung. Sie hatten es abgelehnt, in Cleve belgischen Zollbeamten Quartiere zu gewähren, da diese weder zur Besatzung noch zur Rheinlandkommission gehören. Der Militärrichter führte aus, daß nach dem Londoner Ultimatum vom 1921 Zollbeamte als Mitglieder in die Oberkommission ausgenommen worden seien. Dem schloß sich das Gericht an und verurteilte die Herren zu 14 Tagen Gefängnis, auf die die Untersuchungshaft angerechnet wurde. Aus aller Welt. Mit Maeke und Revolver. Eine sechsköpfige Berliner Räuberbande überfiel nachts das einsam liegende Anwesen des Mühlenbesitzers bei Trebbin. Als das Ehepaar im Schlafe lag, drangen die Räuber, die Masken trugen und mit Revolvern und Blendlaternen ausgerüstet waren, in das Schlafzimmer ein, setzten den Eheleuten die Wafsen auf die Brust und zwangen sie ihr Geld, Schmuck. und Wertsachen herauszugeben. Nur mit dem Hemd bekleidet, mußten die Eheleute die Räuber in der Wohnung umherführen, wo sie alle Koffer, Schränke und Behältnisse durchwühlten. Für 15 Millionen Mk. Werte fielen den Verbrechern in die Hände. Zuletzt zogen sie noch dem Ehepaar die Trauringe von den Fingern und zwangen sie, sich vorläufig ruhig zu verhalten, während sie die Räder der Eheleute und des Dienstpersonals bestiegen und damit davonfuhren. Die Räder haben sie dann in Annaburg verkauft und dort Fahrkarten nach Berlin gelöst. Pepuspesde für deutsche Studenten. Der Papst hat auf Ansuchen des Deutschen Fürsorgebüros Leipzig durch Vermittlung des Kardinal=Erzbischofs von München, Dr. Faulhaber, wiederum 40000 Lire(zurzeit gleich 30 bis 40 Millionen Mark) zur Verfügung gestellt, um bedürftigen lungenkranken Studierenden der deutschen Hochschulen einen Kuraufenthalt zu ermöglichen. Die neue Spende ist für bedürstige Studierende aller Bekenntnisse bestimmt, Jerenasbelt in Flammen. Bei einem Brande in der staatlichen Irrenaustalt von Manhattan(Newyork) sind 22 Patienten und 3 Krankenschwestern verbrannt. Es herrschte große Kälte. Viele von den Patienten haben in ihren Isolierzellen den Tod gefunden. Andere entkamen in das schnerbedeckte Land, wurden aber schließlich wieder ergristen. „„„ — Was alles gestohlen wird. der Jenaer Straße in Naumburg sind die Herbst gepflanzten Kirschbäume bis auf wenige. die nicht aufgewachsen waren, vorsichtig ausgegraben und gestohlen worden. — Gefährliche Karbidexplosion. In dem Arbeitsschuppen der Schlosserei von Vogel in Hermsdorf, explodierte ein Karbidschweißapparat. Dabei wurden drei Arbeiter durch umherfliegende Sprengstücke schwer am Kopf verletzt. Nach Anlegung von Notverbänden schaffte man sie nach ihren Wohnungen. Die Explosion ist auf die Fahrlässigkeit eines der Arbeiter bei Bodienung des Apparates zurückzuführen. — Ein Dampfer auf der Elbe gesunken. Der auf der Elbe vor Anker liegende Dampfer„Neinburg“(in Halle beheimatet), der mit Stückgut nach Halle unterwegs war, ist aus unbekannter Ursache gesunken. Die Mannschaft konnte nur knapp das Leben retten. Der Schaden ist groß. Es konnte nur ein Teil des Stückgutes geborgen werden. — Todesflug. Auf dem Flugplatz am Krakauer Anger war der Kaufmann Ernst Schulze, ein bewährter Kriegs= und Sportflieger, mit einem neuen. Flugzeug auf einem Probeflug begriffen. Das Flugzeug überschlug sich und fing Feuer. Der Flieger konnte sich nicht mehr retten und verbrannte unter seinem Flugzeug. Aus dem Gerichtssaal. Von der Acklage des Wuchers freigesprochen. Vor dev Paderborner Strafkammer fand gu 16. und 17. Februar die Verhandlung gegen die Firma Steinberg u. Grünebaum Paderborn statt. Wie bekannt, waren Herr Grünebaum und Herr Schubach der Preistreiberei beschuldigt. insbesondere sollten auch die für die Reichswaren festgesetzten Preise überschritten sein. Auf Grund der übereinstimmenden Gutachten sowohl der Sachverständigen, der Staatsanwaltschaft, als auch der von dev Verteidigung zugezogenen Gutachter und der Zeugenaussagen sah sich der Staatsanwalt veranlaßt, die Freisprechung zu beantragen. Demgemäß lautete auch das Urteil dahin, daß die beiden Herren wegen vollständig erwiesenev Unschuld freigesprochen wurden und die gesamten Kosten der Staatskasse zur Last fielen. So endete dieser Prozeß mit einer vollen Rechtfertigung und Ehrenrettung der alten angesehenen Firma. Dollar Frühnotterund: 24 500 Die Deutschen sollen ihre Sache * verloren geben! ie Degoutte sich die Lösung de nkt. Ueber die Stimmung, die in leitenden Kreisen der französischen Militärs über das Vorgehen Frankreichs und die Lage im Ruhrgebiet herrscht, gibt eine Unterredung Aufschluß, die dieser Tage der Vertreter des Telegraaf in Amsterdam mit General Degoutte in Essen gehabt hat. Degoutte sagte, er glaube nicht, daß die Deutschen— Degoutte sagte les boches!—— es noch lange aushalten würden, sie würden nachgeben müssen. Der Widerstand werde noch eine Zeitlang dauern, aber sehr lange könne er nicht mehr dauern, denn das würde den Ruin der deutschen dustvie bedeuten. Ein großer Teil der Induellen beweise durch seine Abwesenheit die Ausstslosigkeit der Lage.(Wahrheit ist, daß alle hrenden Industriellen sich im Ruhrgebiet aufAten. Red.) Krupp, so fuhr Degoutte fort, sich bereits ins Ausland begeben.(Wahrheit ist, daß Krupp von Bohlen=Halbach mit seiner Familie auf Villa Hügel nach wie vor wohnt und täglich mit der Straßenbahn nach seinem Essener Werk fährt, um sein Auto nicht auf der Straße beschlagnahmen zu lassen. Red.) Es entwickelte sich nun folgendes Frage. und Antwortspiel: Telegraaf: Wie lange werden die Deutschen noch aushalten? Degoutte: Vorläufig hält die Abwehr noch ganz gut, aber es sind Anzeichen vorhanden, daß sie nicht mehr ganz fest steht. Es gibt in Deutschland schon eine Menge Leute, die der An##ccht sind, daß man mit Paris verhandeln müsse. Telegraaf: Herr General. Sie haben üben die Macht... Degoutte:... und das Recht! So glauden wir wenigstens, mag ein Teil der Welt auch anderer Meinung sein. Nachdem wir solange vergebens auf die Erfüllung der deutschen Versprechungen gewartet haben, haben wir jetzt das Recht, uns das zu holen, was der Vertrag uns gibt. Wenn wir glauben, dieses Recht zu haben, so ist das für uns dasselbe, als wenn wir dieses Recht tatsächlich besitzen. Telegraaf: Sie können natürlich nicht sagen, wie lange die Besetzung dauern wird? Degoutte: Wenn die Deutschen in 1000 Jahren noch nicht bezahlt haben, werden wir in 1000 Jahren noch hier stehen. Telegraaf: Welche Bedingungen müßten denn die Deutschen erfüllen, damit zwischen Paris und Berlin Verhandlungen eingeleitet werden Röunten! Degoutte: Das ist doch sehr einfach Deutschland muß vor allen Dingen erklären, ob es seinen Verpflichtungen nachkommen will. Telegraaf: Und was müssen die Deutschen woch tun? Degoutte: Sie müssen ihre Sache verdoren geben. Telegraaf: Wie stellen Sie sich denn das vor? Degoutte: Ich meine, daß der deutsche Beschäftsträgev in Paris in irgend einer Form zu verstehen gibt, daß die deutsche Regierung die Hoffnungslosigkeit ihres Widerstandes einsieht. Telegraaf: Wenn die deutsche Regierung Friedensvertrag einhält, werden dann die Truppen aus dem besetzten Gebiet zurückgezogen werden! Degoutte: Das ist eine Frage, die Sie Poincaré in Paris vorlegen müssen. Ich glaube, man deutschen Versprechungen nicht mehr läneer trauen kann. ##e. — Die Macht der Gewohnheit. Mein Freund, der Zahnarzt, hat sich ein reizendes kleines Auto angeschafft und lädt mich zur ersten Spazierfahrt ein. Alles geht gut, aber draußen auf der Landstraße bleibt der Wagen plötzlich steMein Freund, der Zahnarzt, stürzt sich begeistert auf den Werkzeugkasten und hantiert mit Schraubenschlüsseln und Zangen. Dann kriecht er übleibs unter den Wagen und ich sehe intereszu. Plötzlich höre ich, wie er beim Ansetzen Zange an eine Schraube geistesabwesend vor sich hinmurmelt:„Also, das wird jetzt ein bißchen weh tun!" — Fürchterliche Kälte. Ein Weinreisonder erzählte am Wirtshaustisch von der fürchverlichen Kälte, die er in Schweden erlebt hatte: „In Haparanda war ich am Tag vor meiner Abzeise im Theater. Es wurde ein Trauerspiel gesen, und jedermann weinte. Aber es war so ürchterlich kalt, daß die Tränen der in den oberen leihen Sitzenden wie Hagelkörner auf die Leute im Parkett hinabsielen. — Schneller Geschäftsbetrieb. Der Agent einer Unfallversicherungsgesellschaft wirbt einen neuen Kunden.„Zahlt Ihre Gesellschaft die Versicherung schnell aus!“ fragt ihn der Kunde. „Fabelhaft schnell. Kürzlich fiel einer von unseren Kunden vom Dach des Hauses, wo unsere Geschäftsräume sind. Als ev an unseren Fenstern im ersten Stock vorbeiflog, übergaben wir ihm den patrag. — Schlagfertig. Junger Ehemann: „Aber Trudchen, Dein Essen schmeckt heute wieder einmal so—— hm—“„Wieder einmal? Ja, lieber Fritz, haben wir uns denn etwa wegen des Essens geheiratet?“ — Die teure Zeit.„Nein, aber auch alles wird jetzt teurer! Sogar meine Kartenlegerin sagt, sie könne nur noch von 100 Mark an in die Zukunft schauen!“ — Aus dev Schule. Ein Satz, worin drei Sänse vorkommen: Unsere Köchin, die Gans, hat die Gal aus gang perbnemmen losten Sonntag vorm. Leinhalb Uhr Gottesdienst Pfr. Brasse. Im Anschluß Vorbereitung und Feier des hI. Abendmahls. 11 Uhr Kindergottesd. 12 Uhr Taufen. abend 8 Uhr Gebetsstunde im Vereinshauz. Wrr. Brasse. Die Zahl, die kein Deutscher je vergessen darf! Die Leistungen und Verluste des deutschen Staates ohne die der deutschen Volkswirtschaft auf Grund des Versailler Vertrages betragen bis 30. September 1922: 56,5 Milliarden Goldmarh = 282 500 Millierden oder 282 ½ Billionen Popierwark bei einem Dollarstand von 20000 Mark. Annozian Und-Heu hat abzugeben Julius Dabl, Wittenerstr. 14 Barkkeagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hioscheiden meines lie ber Mannes, unsers guten Vaters, sa gen wir Allen auf diesem Wege unsern herzlichsten Dank. Fran Wv. Hoftmann u. Kinder. Annon. Wittenerstr. 72, den 24. Februar 1923. Meei. Zimer mit Ponslon zum 1. März zu mieten gesucht. S fl. Angebote unter A. 500 an die Geschäftsstelle dieser Zig. Milchkarten. Die Milchkarten für den Monat März 1923 gelangen im Amtshause, Zimmer 2. in folgender Reihenfolge zur Ausgabe: Montag, den 26. Fedruar er. vormittags—12 Uhr. Nr.—2500 Dienstag, den 27. Februar er. vormittags—12 Uhr Nr. 2501 bis Schluß. Die vorstehende Reihenfolge ist genau iune zuhalten. Lebensmittelharten u. Altersnachweise sowie die amtlichen Sonderzuweisungsbenachrich tigungen sind vorzulegen. Wer die Karten in den vorstehend angegebenen Terminen nicht in Empfang eimmt, kann dieselben erst am Freitag, den 9. März 1923 erhalten. Ausbahmen werden nur in besonder: dringlichen Fällen gemacht. Annen, den 24. Febr. 1923 Der Amtmann: i. B. Schlischo, Beigeordneter. Papierabfälle als in eowte Sücher, Zeitungen, Kartons u. Pappabfälle kauft jedes Quantum zu bohen Preisen Lscharneberd Adolf Broche Anen NEUL BEYTEN Ia. Qualltät wie ver dem Kriege, grösste Auswahl, da 50 verschi-d. Prei: #slagen stete vorrätig. Preisliste frei. Ummausch oder Geld zurück. Bei LagerBesuch. Füllung im Beisein des Känfers, Zusendung mit der Post, oder gleich:m Mitnehmen tadellos verpackt, Bettfedern, Gänsehalbdaunen und Daunen in 30 verschiedenen Preislagen. Vollständige Betten, in etwa 50 verschied. Preistagen von den billigsten bis zu den besten. Bettledern-Grosebandlung W. Büttner, O. m. b.., Werl I. W. Nr 45 Smmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmer Morgen nachenittag KUNTENT Gais Treper. Du warst der Mutter Stolz, Des Vaters größte Preude Dech Gott, der Herr liebte Dich mehr Als deine. Eitern beide. Der liebe Gott nahm heute Nacht 1 Uhr unser einziges herziges Töchterchen Lr Agtru nach langem schweren mit größter Geduld ertragenem Leiden im zarten Alter von beinahe zwei Jahren zu sich in den Himmel. Um stille Teilnahme bitten: Die tiefbetrübten Eltern: Hans Wilm und Frau Prieds geb. Schlutow. Annon, 23. Februar 1923. Die Beerdigung findet Montag nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause, Bahnhofstraße 9, aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres guien Vatrs sagen wir allen, besonders Herrn Pastor Blasse für seine trostreichen Worte am Grabe, den Beamten und Arbeutskollegen des Kruppschen Stahlwerkes, sowie allen Freurden und Bekaunten unsein Hmgeten Bank. Frau Wwe. Aug. Nölle und Kinder. Cartchsunfereich empfiehlt u. Schüren, Bebueisherre 0„ solange der Dorrat reicht: Auts Amre rerttr! sehr preiswert, sowie sämtliche PUFELNMTTELL Fauf=Sreinne, Frnnen. Telephon 1588. Lager früher Paßzmann am Bahnhof Süd. 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Donnerstag für die einspalt breite Zeile für bezirk 20, Reklamezeile 1 u Bezugspreis mo Woit bezggen Oichistosteller 8 Nr. 2 5 Englische Ber bereist, haben dr Fühlung genom ren Einblick in tigen politischen des deutschen Be ihre Heimat zur dem unbeugsam beiter berichtet. die nach Englan englischen Arbeit nationalisi Bergwerke d en, Belgien und gar schon in Det von einem inte Bergwerke, von den bisherigen? Lösung des Rep reich unter alliie len Sicherheit gel seits Schutz gege würde, der es au Vereinigung des Ruhrkohle komme Diese Gedank mutet— sind gru Begründung, nic Provenienz. Die der Bergwerke is storbenen Bergar namentlich nach Arthur Henderso giert hat. 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