FEF se Parse kstrasse 15. 5 98 c 8. * ner. den. tich. ter 1 onuug Herstellung usw. 139 des Gesetzes altung vom 30. 7. 6, 12 und 15 des altung vom 11. hiermit vorbehaltksausschusses für es des Regierungsgeiberondiung enuskäufe der BeLebensmittelversorBesatzungstruppen sen und Weißbrot gefahrbringender gewerbl. Herstelt, sowie von Kuen Gebäck, soweit vird, hiermit unverden gemäß den aller Strenge verna tritt mit dem raft. kar 1923. ngspräsident. Landkreises Hörde 223. r Landrat. Wimkans Bi„Annener Zeitung“ erscheint jeden DiensDonnerstag und Samstag. Anzeigegebühr für die einspaltige 1 mm hohe und 36 mm breite Zeile für Platzanzeigen im Verbreitungsbezirk 20,— M, auswärts 25.— K. Reklamezeile 1 mm hoch u. 76 mm breit 70 K. Bezugspreis monatlich 1000,— M.(Durch die Post bezogen vierteljährlich 3000.— Mk. rschäftsstelle: Bahnhofstr. 23. Telephom: 554. Nr. 17. verbunden mit der Annener„Volkszeitung“ Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. Organ des Amtes Annen u. Landkreises sowie der Gemeinden Stockum=Düren. Donnerstag, den 8. Februar 1923. Das Herz des deutschen Wirtschaftsurtpers. Der widerrechtliche Einmarsch der Franzosen in das Ruhrgebiet stellt sich als ein wohlüberlegter Vorstoß in das Zentralorgan der deutschen Wirtschaft dar. Von hier gehen die Millionen Adern und Nervenbahnen aus, die den vielfältigen Wirtschaftsorganismus mit immer neuer Lebenskraft speisen. Das Ruhrgebiet, das eine genau feststehende geographische Abgrenzung nicht hat, umfaßt ungefähr 2500 Quadratkilometer. Auf dieser Fläche wohnen dichtgedrängt, rund vier Millionen Menschen, also etwa so viel, als in der ganzen Schweiz. Im Ruhrgebiet kommen auf 1 Quadratkilometer Fläche runnd 1600 Menschen, in der Schweiz nur 94. Ueber eine Million industrielle Arbeiter sind, im Ruhrgebiet beschäftigt, davon im Steinkohlenbergbau ungefähr 550 000. Das Ruhrgebiet umfaßt mit 213 Milliarden Tonnen Steinkohlenvorvat über drei Viertel der gesamten deutschen Steinkohlenvorkommen. Die Steinkohlenförderung(ohne. rheinische Zechen) betrug 1913 110,4 Millionen Tonnen, der Anteil an der Gesamtförderung im Reiche(nach dem jetzigen Gebietsstand) 78,31 Prozent. 1922 wurden rund 100 Millionen Tonnen Steinkohle im Ruhrgebiet gefördert. Die Roheisenpro duktion betrug 1913 im Ruhrgebiet 6,7 Millionen Tonnen oder 61 Prozent der gesamten deutschen Produktion, die Rohstahlproduktion 7,5 Millionen Tonnen oder 65 Prozent der gesamten deutschen Produktion. Die Kohlenlieferungen an die Entente vom Ruhrgebiet betrugen 1920: 15 631 000 Tonnen, 1921: 18 180000 Tonnen, 1922(bis November): 16 971000 Tonnen. Mehr als ein Drittel der Kokskohlenförderung im Ruhrgebiet wurde von der Entente in Anspruch genommen, also der deutschen Wirtschaft entzogen. An dem Gesamtversand deutscher Steinkohle von 1921 nach dem Inlande(91,1 Millionen Tonnen) ist das Ruhrgebiet mit 66,3 Millionen Tonnen beteiligt. In welchem Grade die inländische Versorgung mit Steinkohlen und Koks von dev Ruhnbeförderung abhängt, zeigt folgende Einzelnzahl: Im Oktober 1922 betrug der Gesamtverbrauch an Steinkohle und Koks im Deutschen Reiche rund acht Millionen Tonnen, von denen 6 Millionen Tonnen allein aus dem Ruhrrevier stammten. 1913 entfielen auf das Ruhrrevien 32,5 Proz. des Eifenbahngüterverkehrs und 25,3 Prozent des Wasserstraßengüterverkehrs im gesamten gegenwärtigen Gebietsumfang. Fast ein Drittel des gesamten deutschen Güterverkehrs entfällt auf das Ruhrrevier. Die Umstellungen infolge Friedensvertrages und die Anforderungen der Entente führten dazu, daß allein im Bergbau 150000 Arbeiter mit ihren Familien neu untergebracht weren mußten. Allein durch diesen Zuwachs ist die Wohnungsnot trotz aller Gegenmaßnahmen auf das höchste gestiegen Im Frühjahr 1922 gab es über 100000 Wohnungssuchende im Ruhrgebiet. Diese Zahlen lassen ermessen, wie unerträglich die Unterbringung von mehreren Divisionen Besatzungstruppen in diesem dichtest bevölkerten Gebiet des europäischen Kontinents werden mußte. Die geringste Unterbindung der Zirkulation zwischen diesem Hauptovgan unserer Wirtschaft und den anderen wichtigen Organen muß unbedingt in kürzester Zeit die bedenklichsten Folgeerscheinungen im gesamten Wirtschaftskörper zeitigen. Darauf hat man es augenscheinlich auch abgesehen. Wir sollen vernichtet werden auch vernichtet, wenn wir jetzt nicht mit jenem gewaltigen Willen zum Dasein, den jedes lebendige Wesen doch in der Stunde der Entscheidung über Sein oder Nichtsein aufbringt, uns durchringen zur inneren Geschlossenheit, an der die Vennichtungspläne unserer Feinde zuschanden werden. Unser Herz ist bedroht. Schon schlägt es unregelmäßig unter dem Einfluß des brutalen Eingriffes. Der ganze Organismus genät in Verwirrung. Nutzen wir die Zeit, denn sie ist nur kurz, und allzubald könnte die Agonie eintreten. Noch zehren wir von der alten Kraft. Der Zustrom aber hört jetzt auf. Wir müssen elend verkommen. Darum fest und einig sein— jetzt oder nie— es geht ums Ganze! schäftigt Tag und Nacht, der noch deutsches Blut in seinen Adern hat, das ist unsere gegenwärtige ernste Lage, das ist der frevelhafte Rechtsbruch der Franzosen und Belgiev, der Westfalen niedertritt, um Kohle und Koks, diese Schätze der Roten Erde, sich widerrechtlich anzueignen. Da ist es am Platze, daß man sich Rechenschaft darüber gibt, ob dieser Rechtsbruch hätte vermieden werden können. Der direkte Weg den Verständigung ist nicht einmak, sondern mehrere Male angeboten worden. Er wurde von Poincaré abge lehnt. Nicht finanzielle Sicherung, nicht wirtschaftliche Sicherungen Frankreichs, nicht einmal ein Interessenausgleich der beiderseitigen Industrien und auch nicht politische Sicherungen, die der Rheinlandpakt gegeben hätte, war das Ziel der französischen Politik, sondern die Hand auszustrecken nach fremdem Eigentum, nach Kohle und Koks, die Hand auszustrecken nach weiterem Besitz. Darüber muß man sich klar sein, wenn man die kritische Sonde an die Ruhraktion legt. Man muß sich klar sein, daß alles nichts genutzt hätte, sondern nur das eine, daß man dem Feind gesagt hätte: Nehmt! Dazu ist aber der Deutsche doch noch nicht schwach genug. Jetzt, wo alles geschehen ist, jeden Erfolg der französischen Politik zu vermeiden, müssen wir uns auch einmütig zusammenfinden zur restlosen Abwehr der französischen Gelüste. Nuv das hilft uns noch. Wenn wir uns jetzt nicht zusammenfinden, ist das deutsche Volk, ist die deutsche Wirtschaft und das Deutsche Reich verloren. Es gibt in diesem Augenblick keine Sonderpolitik, die die Reichsregierung treiben will. Das einzige Sonderinteresse, das ich kenne, ist das deutsche Interesse für arm und reich, für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. So stehen wir Schutter an Schutter in notwendiger Arbeitsgemeinschaft. Es gibt keine Frage, in der nicht sämtliche Mitglieder des Kabinetts einmütig zusammengestanden haben. Der Eindruck des Karzlers aus dem Dr. Cuno hat sich einem Ausgewiesenen gegenüber über seine Eindrücke im Ruhrgebiet außevordentlich befriedigend ausgesprochen. Sein Gesamteindruck geht dahin, daß überall die gleiche Entschlossenheit zum Widerstand vorhanden ist, nicht nur bei den leitenden Persönlichkeiten, sondern auch aus der Bevölkerung sei ihm diese Entschlußkraft vorgetragen worden. Der Reichskanzler hat seinerseits versucht, der Bevölkerung des Ruhrgebiets eine ausreichende Anschauung zu geben über die Auffassung und Absichten der Reichsregierung. Auf der anderen Seite hatte er Gelegenheit, die Richtigkeit und Tendenz seiner Politik zu prüfen und festzustellen, daß seine Politik richtig und von einer starken Volksmeinung getragen sei. Dev Eisenbahnunfall, der oem Zuge des Kanzlers zustieß und die Verspatung des Eintreffens veranlaßte, wan nur geringfügiger Art. Eise Kauzlerrede in Münster. Von Barmnen kommend, nahm Reichskanzler Cuno am Dienstag in Münster an einem Bierabend aus Anlaß des westsälischen Provinziallandtages teil. Im Sitzungssaal ergriff der Reichskanzler das Wort zu einer improvisierten Ansprache. Er führte u. a. aus: Meine Herren und Damen! Was Sie hier heute beschäftigt und was jeden Menschen bekehr des Kanzlers der Oeffentlichkeit unterbreitet werden. Zunächst kann das eine festgestellt werden, daß es diesmal bei einem Protest sein Bewenden nicht haben wird. Dem Deutschen Reich steht noch eine Reihe von Mitteln zur Verfügung, die aus Rücksicht auf gewicse Auffassungen im anderen Ausland bis heute nicht angewandt worden sind. Die Vertragsverletzung im Falle von Offenburg ist jedoch so kraß, daß diese Rücksicht größtenteils entfällt. Schon seit 2 Jahren bemüht sich die französische Regierung auf eine Erweiterung des Brückenkopfes Kehl aus rein militärischen Gründen und benutzt die allgemeine Verwirrung zur Erreichung ihrer Pläne, die weder mit Reparationen, noch mit Sicherheiten oder Pfändern das geringste zu tun haben. Diesem Umstand wird die deutsche Regierung Rechnung tragen. ** Der Einbruch in Baden. Die Bedeutung her besetzten Orte. Die beiden Städte Appenweier und Offenburg, die von den Franzosen besetzt worden sind, sind beide Stationen der badischen Hauptbahnstrecke, die von Mannheim über Karlsruhe—Rastatt—Baden—Oos, Appenweier—Offenburg nach Freiburg und Basel führt und das Rückgrat des südwestdeutschen Eisenbahnnetzes darstellt. Auf dieser Strecke verkehren alle internationalen Züge von Berlin—Frankfurt und Hamburg—Frankfurt nah der Schweiz und nach Italien. In Appenweier zweigt von dieser Strecke die internat. Linie München—Stuttgart— Karlsruhe—Straßburg—Paris ab, auf der der Orientexpreßzug verkehrt. In Offenburg zweigt von der badischen Hauptlinie die ebenfalls sehr wichtige Schwarzwaldbahn ab, die durch das Kinzigtal aufwärts auf der einen Seite nach Freudenstadt und auf der anderen Seite nach Triberg—Donaueschingen und Konstanz führt. Die ebenfalls besetzte kleine Gemeinde Ortenberg ist die erste Station auf dieser Schwarzwaldbahn. Die Franzosen haben also mit dem Griff nach diesen badischen Ortschaften gleichzeitig die drei wichtigsten badischen Hauptbahnstrecken unter ihre Kontrolle gebracht. Ein wohlvorbereiteter Plan. Die für die Besetzung von Offenburg und Appenweier verwandten Truppen sind bereits am Donnerstag und Freitag aus der Pfalz von Landau her nach dem Brückenkopf Kehl geleitet worden. Es handelt sich also bei der Besetzung weiteren badischen Gebiets um einen wohlvorbereiteten französischen Plan. Die„Begründung" Die Mitteilung von dem französischen Vormarsch erfolgte durch zwei Noten, deren eine von der Interalliierten Rheinlandkommission an den Reichskommissar in Koblenz genichtet ist, während die andere dem deutschen Geschäftsträger in Paris von der französischen Regierung übergeben wurde. In beiden Noten wird als Vondand sum Einbruch in Süddeutschland. Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Frankreich? In Berliner politischen Kreisen vertritt man bei Beurteilung des französischen Einbruchs in Offenburg und Appenweier den Standpunkt, daß Frankreich dadurch das Rheinlandabkommen gebrochen hat, in dem es für diese Handlung, die es allein auf eigen'e Faust begangen hat, die Rheinlandkommission vorschob. Ferner wird darauf hingewiesen, daß von französischer Seite schon seit längerer Zeit eine Erweiterung des Brückenkopfes Kehl in dem jetzt erreichten Maße angestrebt wurde, ohne daß sich bisher Vorwände für eine solche Maßnahme finden ließen. Allseitig wird gesordert, daß Deutschland nunmehr endlich die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich abbrechen solle. Es scheint auch, als ob sich die Reichsregierung diesmal nicht nur mit einem Protest begnügen wird, sondern scharfe Gegenmaßnahmen ergreisen will. Man betrachtet die Lage im besetzten Gebiet als äußerst ernst, namentlich nach dem Eintreffen der Nachricht, daß im ganzen besetzten Gebiet der Eisenbahnverkehr stillgelegt worden ist. Der Reichskanzler ist gestern mittag in Berlin wieder eingetroffen und es heißt, daß sich das Kabinett mit den Gegenmaßnahmen gegen das französische Vorgehen besassen will. Dazu meldet noch das Telegr.=Büro„Union": Das Reichskabinett hat sich während der Abwesenheit des Reichskanzlers unter dem Vorsitz des Vizekanzlerz zu einer besonderen Sitzung versammelt, um die Maßnahmen zu beraten, die durch den Einsall der französischen Truppen in das badische Land notwendig werden Der endgllltige Beschluß wird erst nach der Rückfür die Besetzung die Einstellung der internationalen Züge Paris—Bukarest und Paris—München—Prag angegeben. In der zweiten Note glaubt die französische Regierung außerdem noch neue„Verfehlungen“, Deutschlands feststellen zu sollen. Es heißt darüber: Uebrigens ist die französiösche Regierung verpflichtet, jeden Tag eine neue Verfehlung Deutschlands und eine neue Verletzung des Friedensvertrages festzustellen. So ist der Präsident der Interalliierten Schiffahrtskommission durch den Reichskommissar offiziell in Kenntnis gesetzt worden, daß alle Lieferungen für Frankreich und Belgien eingestellt sind, einschließlich derer, die zur Ausführung des Protokolls von Scapa Flow gehören. Dieser Akt stellt eine formelle Verletzung des von Deutschland am 10. Januar 1920 gezeichneten Protokolls dar. Die französische Regierung protestiert gegen diese Verletzungen und Versäumnisse, von denen sie für alle Fälle Kenntnis nimmt und hat beschlossen, die Grenze des Brückenkopses von Kehl als Sanktionen bis zu den Bahnhösen von Appenweier und Offenburg auszudehnen. Ein Aufruf der badischen Regierung Die Stadt Offenburg ist insgesamt mit 1700 Mann und 1000 Pferden belegt worden. In einem Dorf unweit Offenburgs sind außerdem 3 Batterien französischer Feldartillerie untergebracht. Die badische Regierung hat an das badische Volk einen Aufruf erlassen, der die Sachlage im ganzen kennzeichnet. Ez heißt barte:„„„—— In der Nacht vom Samttag zum Sonmag Inserate finden bei der großen Auflage der „Annener Zeitung“ weite u. billige Verbreitung — Bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkursen kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall. Für die Aufnahme der Anzeigen an geschviebenen Plätzen übernehmen wir Verandwortuung Redaktion, Druck und Verlag von Fritz Küching, Annen. 39. Jahrgang. haben starke französische Truppen aller Waffengattungen das besetzte Gebiet des Brückenkopses Kehl überschritten. In der Zeit von 7 bis 9 Uhr am vergangenen Sonntag wurden Offenburg, Appenweier, Windschlaeg und Ortenberg besetzt. Auf den Rathäusern dieser Gemeinden versammelten die französischen Befehlshaber sämtliche Behörden und erklärten, daß die Operation als Strafmaßnahme für die durch die Reichsbahnverwaltung verfügte Stillegung der internationalen Züge Paris—Prag und Paris—Warschau anzusehen sei. Von heute, Montag, abends 7 Uhr an wird der Personen= und Güterverkehr zwischen Appenweier und Offenburg vollständig eingestellt werden Durchgelassen werden nur noch die in ternationalen Züge von Holland nach der Schweiz. Die badische Regierung hat dem französischen Kommandanten in Offenburg durch den Vorstand des Bezirksamtes einen entschiedenen Protest überreichen lassen. Das badische Volk steht— dessen ist sich die Regierung sicher— in dieser Schicksalsstunde geschlossen hinter der Reichs- und Landesregierung. Die badische Regierung vertraut darauf, daß alle Staatsbürger die Würde bewahren und sich ihrer Pflicht bewußt sind, daß jeder zu seinem Teil hilft, die jetzt eintretenden Schicksalsschläge zu überwinden. Ernst und Besonnenheit ist in der schweren Lage, in der sich nun auch unser Heimatland befindet, das höchste Gebot der Suucke. Die Aoffossung in Die deutsche Regierung erblickt in dem französischen Vorgehen einen erneuten Rechtsbruch gröbster Art, gegen den sie in energischster Weise zunächst Protest erheben wird. In unterrichteten Kreisen hält man die schlecht motivierte Besetzung der genannten Orte lediglich für einen Vorwand. Den wahren Grund sieht man darin, daß die Franzosen versuchen wollen, gewissermaßen durch Errichtung einer neuen Kontrollstelle sich die für das Ausland, besonders die Schweiz, bestimmten Kohlensendungen zu sichern. In politischen Kreisen glaubt man überdies den Gewaltakt für einen Versuch halten zu müssen, einen Keil zwischen Nord- und Süddeutschland zu treiben. Man ist in diesen Kreisen jedoch der festen Ueberzeugung, daß dieser Trennungsversuch für Deutschland nicht nur eine Stärbung seinev innerpolitischen Lage, sondern auch eine Stärkung seiner Lage dem Auslande gogenüber bedeuten dürfte. Zer Lage im Nahrzebiet. Wirksamer Boykott der Wittener Kaufleute. Witten, 7. Januar. Um den unliebsamen Auftritten, die sich bei der Weigerung der Ladengeschäfte, Waren an die Besatzungstruppen zu verkaufen, ergeben, zu begegnen, ist die hiesige Kaufmannschaft zur Selbsthilfe geschritten. Sämtliche Geschäfte sind schon seitz einigen Tagen nachmittags von—5einhalb Uhr geschlossen. Nach dieser Zeit sind die Truppen wieder in ihren Quartieren. Drehung ar die Wittener Kanimannschaft. Da sich die Kaufmannschaft in Witten entschlossen weigerte, an Franzosen Waren zu verkausen, teilte der französische Kommandant dem deutschen Polizeichef offiziell mit, daß bei weiterer Weigerung die Läden gewaltsam geschlossen würden. Neue Verhaftungen und Ausweisungen. Witten, 7. Februar. In der vorvergangenen Nacht wurde der staatliche Polizeibeamte Letzas von Posten der Besatzungstruppen festgenommen und fortgeführt, weil er ein Plakat, das Verordnungen der Besatzungsbehörde enthielt, von einer öffentlichen Anschlagssäule algevissen haben soll. Essen, 7. Februar. Gegen die Verhaftung und Ausweisung des Polizeipräsidenten Melcher und gegen die Mißhandlung des Polizeiwachtmeisters Klein durch drei französische Offiziere hat der stellvertretende Polizeipräsident beim kommandierenden General der 128. Division Versoahrung eingeiegt. Hattingen, 7. Februar. Der ausgewiesenLandrat teilt laut Köln. Vollkszig mit, daß er bei der Abführung durch die französischen Truppenmit Handsesseln gefesselt worden sei und daß vor und hinter ihm ein Lastkraftwagen mit Franzosen fuhr. Recklinghausen, 7. Februar. Hier wurde der Polizeipräsident Dr. Wiesner und einige Stunden darauf sein Stellvertreter, Regierungsrat Kretzschmar, verhastet und ausgewiesen. Beide wurden nach Halterr inz unbesetzte Gebiet abge* en. Abends haben dann die Mitglieder des enausschusses des Polizeipräsidiums Reck. linghausen(6 Beamte der Schupo und des Verwaltungsinnendienstes) unter Führung des Hauptmanns Lauer Protest gegen diese Ausweifungen persönlich beim General eingelegt. Sie sind daraushin alle sechs verhaftet, ausgewieen und mit Kraftwagen nach Haltern geschafft worden. Eesolglose Bemühungen um Oberbürger meister Jarres. Duisburg, 7. Februar. Die gestern durch den ersten Beigeordneten Dr. Maiweg und die Mitglieder des Verwaltungsausschusses beim belgischen Oberkommandierenden in Aachen wegen zufhebung des Ausweisungsbefehls gegen den Oberbürgermeister Dr. Jarres persönlich erhobe. nen Vorstellungen sind erfolglos geblieben. Die beiderseitigen Erklärungen endeten mit der Fest. stellung des Generals, in die Befehlsgewalt des kommandierenden Generals in Duisburg nicht eingreifen zu können. Französische Flugblattpropaganda. Die Franzosen haben in den letzten Tagen Flugblätter verbreitet, in denen neben einer Verdrehung der wirklichen Sachlage allerlei lockende Bilder vorgegaukelt werden. Wir glauben, daß es gar nicht nötig ist, viel dagegen zu sagen. Man sieht dem lächelnden Gesichtsausdruck der Leser genügend an, wie sie darüber denken. Der Fuchs sagte bekanntlich auch zum Huhn, dem er wegen der guten Umzäunung nicht beikommen konnte:„Komm ein wenig zu mir, wir wollen dann schön miteinander spielen". Das Huhn kam, aber es büßte die Dummheit mit dem Leben. Kein absichtlicher Schutz, sondern ein Unglücksfall. Wie aus Düsseldorf gemeldet wird soll der französische Korporal, wie einige Blätter anscheinend aus zuverlässiger Quelle berichten, nicht absichtlich auf die Kinder geschossen haben, sondern er stolperte, wobei ihm das Gewehr zu Boden stürzte und sich entlud. Es war ein verhängnisvoller Unglücksfall. Der Korporal war selbst tief bestürzt, so daß er sich aus Verzweiflung das Leben nehmen wollte. Seine Kameraden verhinderten ihn daran. Wir halten uns für verpflichtet, diese Darstellung zu veröfsentlichen. Cordes und den Zollrat Patt, beide aus Aachen, den Zollrat Buchholz aus Hainsberg, den Oberzollinspektor Sprank aus Aachen, den Oberzollinspektor Baumann aus Jülich zu je acht Tagen Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde angerechnet. Die Ausweisung dieser Herren wird bald ertelgen Frankreich am Ziel. Die Zeitschrift Outlook fragt, ob ernste Leute wirklich noch glaubten, daß Frankreich nur um der Reparationen willen ins Ruhrgebiet gegangen sei. Die französische Politik verfolge nur ein Ziel, die Sicherung der militärischen Hegemonie Frankreichs. Frankreich habe endlich einen Teil seiner wirklichen Kriegsziele verwirklicht, die in der geheimen Korrespondenz mit der zaristischen Regierung im Jahre 1917 enthüllt werden. Weiterer Vormarsch. Elberfeld, 8. Februar. Die Franzosen sind von Lennep auf Radevormwald weiter marschiert und haben Hausen und Voßberghausen besetzt. Der Güterbahahof Hengstey wieder freigegeden. Hagen, 8. Februar. Der für die Lebensmit telzufuhr aus Mitteldeutschland wichtige Bahnhof Hengstey nördlich von Hagen, ist auf mehrfaches Ersuchen des Düsseldorfer Regierungspräsidenten hin von der Besatzungsbehörde für den gesamten Güterverkehr wieder freigegeben worden. Der Bahnhof war seit 8 Tagen gesperrt. Generalstreikdrohung der französischen Vergarbeiter. Paris, 8. Februar. Der Ausschuß dev französischen Bergarbeiter beschloß, an die Bergwerksbesitzer mit neuen Lohnforderungen heranzutreten. Ferner wird in einem besonderen Schreiben verlangt: Steuerfreiheit, Pensionsregelung, Einrichtung von Arbeiterräumen usw. Das an die Bergwerksbesitzer gerichtete Schreiben schließt mit olgenden Sätzen: Wenn die Bergarbeiter bis zum 15. Februar nicht volle Genugtuung erlangt haben, wird der Generalstreik am 16. Februar ausbrechen. Französische Justiz. Aachen, 7. Februar. Das belgische Kriegsin Aachen verurteilte den Zolldirektor Entschließung des sozialdemokratischen Darteiausschusses. Der Parteiausschuß der sozialdemokratischen Partei hat sich am Dienstag mit der Ruhrbesetzung beschäftigt und einstimmig eine Entschläeßung angenommen, in der es heißt: Der Parteiausschuß wiederholt, daß die gegenwäntige gefahrdrohende Situation ein geschlossenes Zusammengehen der gesamten Arbeiterbewegung erfordert, da es ihre Aufgabe ist, alles zu tun, um die Abwehr des gewalttätigen französisch=belgischen Einmarsches in friedliches Gebiet durch zweckdienliche Maßnahmen zu unterstützen und alles zu unterlassen, was geeignet ist, diese Abwehr zu stören und den Plänen des französischen Imperialismus zum Erfolge zu verhelsen. Zugleich erklärt er, einen scharfen Trennungsstrich gegen die nationalistische Verhetzung zu ziehen und den Kampf gegen die politische Reakti. on gachdrücklich fortzusetzen. Der Parteiausschuß widerspricht mit Entschiedenheit der von der französischen Regierungspropaganda aufgestellten Behauptung, daß der Widerstand der Arbeitev, Angestellten und Beamten gegen die militärische Invasion auf eine Anweisung der Reichsregierung zurückzuführen ist. Die Arbeiter, Angestellten und Beamten führen diesen Kampf aus eigenem Antrieb zur Verteidigung ihrer Menschenwürde und ihrer Freiheit gegen die militärische Gewalt, die durch die ständig steigende Brutalität den Protest der ganzen Welt herausfordert. Der Parteiausschuß erinnert schließlich die Reichsregierung an den verantwortungsvollen und wirkungsvollen Verlauf dieses Kampfes, der vor allem durch ausreichende Versorgung der arbeitenden Bevölkerung mit den notwendigen Lebensmitteln gesichert werden müsse. Protestnote über die Zwischenfälle in Brechten und Bogham. Der deutsche Geschäftsträger in Paris ist angewiesen worden, der französischen Regierung folgende Note zu überreichen: Der deutschen Regierung sind Nachrichten über neue Bluttaten zugegangen, die von französischen Heeresangehörigen im Ruhrgebiet verübt worden sind. Am 1. Februar, abends 10 Uhr 20 Minuten, ist in Brechten der Bergmann und Schuldiener Haumann von einem französischen Posten grundlos erschossen worden. Die von ranzösischer Seite gegebene Darstellung, wonach sich Haumann in betrunkenem Zustande dem Posten genähert und dieser erst nach zweimaligem vergeblichem Anruf von der Waffe Gebrauch gemacht haben soll, ist unzutveffend. Vielmehr ist durch Aussagen mehrerer Zeugen festgestellt, daß Haumann wenige Minuten zuvor eine Wohnung in völlig nüchternem Zustande verlassen hat, und daß er von dem Posten nicht angerufen worden ist.— Am 2. Februar haben in Bochum Soldaten eines französischen Tankgeschwaders, als ihnen in einer Gastwirtschaft die Verabraichung von Getränken venweigert wurde, mit gezogenem Seitengewehr und geladenem Revolver die deutschen Gäste auf die Straße hinausgedrängt und dort mehrere Schüsse abgegeben. Dadurch fügten sie dem Knappschaftsbeamten Nakowicz aus Bochum und Freund aus Grumme schwere Verletzungen bei. Nokowicz wurde durch einen Schuß in den Oberarm, der den Knochen zersplitterte, Freund durch einen Schuß in den Oberschenkel getroffen. Die deutsche Regierung erhebt wegen dieser Bluttaten Protest und behält sich vor, volle Genug tuung zu fovdern. Die Lausanner Konferenz gescheitert Die Türken abgereist. Die Lausanner Friedenskonferenz ist nach monatelangen Verhandlungen am Sonntag ergebnislos abgebrochen worden. Die türkische Delegation hat die Unterzeichnung des Vertrages verweigert und ist sofort auf Anweisung von Angora abgereist, auch die englische Delegation ist abggerecht. Wie aus Lausanne gemeldet wird, hat Ismed Pascha noch die Vertreter der internationalen Presse empfangen und ihnen erklärt, daß die Verhandlungen nur wegen der intransigenten Haltung der Alliierten über die wirtschaftlichen Fragen des Friedensvertrages gescheitert seien, die seitens der Türkei unmöglich angenommen werden könnten. Die Türkei, erklärte Ismed Pascha weiter, könne mit ruhigem Gewissen sagen, daß sie die denkbar größten Opfer wegen des Friedens gebracht habe. Er erklärte, daß er hoffe, von den Alliierten noch eine offizielle Mitteilung von dem Ende der Konferenz zu evhalten. Bis zum Empfang dieser Mitteilung, so schloß er, werden die Beziehungen der Türken zu den Mächten nach den Regeln des Abkommens von Mudania fortdauern, aber nach der Bekanntgabe des Scheitenns dev Besprechungen von Lausanne kann jeder seine Handlungsfreiheit wieder aufnehmen. Nach einer anderen Darstellung ist die Konserenz wegen der Frage der Zuziehung ausländischer Richter zu den türkischen Gerichten gescheitert, in der die Alliierten unter keinen Umständen nachgeben wollten Obwohl man diese Frage auf türkischer Seite bereits als erledigt angesehen hatte, wollten sich die Türken nicht zum Nachgeben verstehen, weil sie die Forderung der Alliierten, ausländische Richter in die türkischen Gerichte aufzunehmen, als einen unerhörten Eingriff in die türktsche Staatshoheit ansehen. Die wirklichen Gründe dürften weder in der einen noch in der anderen Frage zu suchen sein. Neue# Als Ergebi Garonis mit eine Aenderun Delegation. 1 2 de e u es nicht au dieser Woche DDer Tolgear: sch In. der 6 schen Jounali srhddent, mei vorragende P Poincavé land. Er# Nuhrgebdet u sere Ruinen: sein. Weder wir mehr, abe erhalten. Wi muß, wirtscha darnach noch auf keinen Fo Deutschsande finden läßt, I zu prüfen, we Wir werden stellen zu lasst zugeben. Au Pfänder ausg giscchtet ware Gegen die Nach halb London. Rom note überre teralliierten Abergeben von die Evricht tees seiten Verwaltung? Komitees seie Vermaltuunge die Massenau bedeuten der Rheinlande v Kushäihr zesysten die die Tren des besetzten lands bezweck Die Tannmüller Ironi. Hochlands-Roman von Frätz Daum. (Nachdruuck verboten.) „Grüß Gott, Broni!“ Der laute Gruß des Jägerfranzl ließ die Müllervroni jäh herumfahren. Ein rosiger Schein färbte ihre Wangen, während sie, einen Dank stammelnd, ihre Rechte in die Hand des Burschen legte, die er ihr über den Zaun herüberreichte. Die Blicke der jungen Leute tauchten ineinander, sie redeten die uralte, doch ewig neue Sprache vom Liebhaben. Eine Welt voll Verheibuns tut sich vor den Beiden auf, ihre Hände und ein gewaltiges Verlangen ließ ihre Herzen schneller schlagen. Franzl, ein derber Bub in kurzen, abgeschabden Lederhosen und verblichener Lodenjoppe, ließ Aötzlich Vronis Hand fahren und rückte seinen edergeschmückten, alten Filz in den Nachen „"#um A W s0 daß die krausen, blonden Haare etwas wirr über seine braune Stirn fielen. Seine blauen Augen hingen mit dem Ausdruck höchster Freude an der schlanken, doch kräftigen Gestalt Vronis, deren nußbraune Flechten im Lenzsonnenschein schimwnendei. „Broneli“— der bärenstarke Jägersmann dämpfte seine Stimme zu weichem Flüstern— „hast alleweil an mich denkt, die Zeit her? Und an das Oberdorfer Schiaß'!" „No ja, du weißt schon, an die Heimfahrt mein' t. Kannst es glauben, i bring's nit aus'n Gedanken. Wo t geh und steh, was i denk' und ku, alleweil hab' i dein frisches Gesichtel vor mir mit dem Geschau, dem lieben. Und wenni am Abend rechtschaffen müd vor meiner Hütten droben am Jochkogel gesessen bin, da hab' i die Aupen zugemacht und das is mir's gewesen, als ob die Busseln noch verspüren tät, die du mir am selbigen Abend geben hast!“ Vront lachte laut auf, um ihre Verlegenheit gei verbengen. „Aber geh'! Du fangst am hellichten Tage solchene Spassetteln an!“ „Schau, Bromi,“ redete der Jäger eifrig auf sie ein,„mir is sein nit'spassig zu Mut. Die ganze Sach ist die Tag her in meinem Kopf um und um gangen. Es ist schier nit zum glauben, daß D' mich gern haben sollt'st, und der Tannmüller dem armen Jägerfranzl sein einziges Madel geben möcht. Vroneli, i bitt’ dich, sag's du mir noch amal, daß 1 wieder frei Atem holen kann, sonstin derdruckt's mi— so viel gern hab' 61! Vronis Auge blickte ernst, als sie dem Burschen antwortet:„A so gar leicht wird's halt nit geh'n, mei' Bua! Der Tannmüller hat an harten Kopf, er wird leicht net glei Ja sag'n. Aber, bin sei“ Einzig's, sei Liebstes, mir schlagt er so leicht bei' Bitten ab— wenn er mirkt, daß es mei Glück is— was i hab'n möcht. Müßin, mer halt klug und stad sein, Franzl die richtig Zeit abwarten, nachher wird's mit Gottes Hilf' schon werdo. * Franzl viß an seinem Filz und nur mit Mühe #lang es dem Mädchen, den gewaltigen Juhschrei guvückzuhalten, den der Beglückte eben loslassen wollte. „Franzl, sei doch'scheit, sonst verdirbst alles!“ „Madel— aber a— da soll eins stad sein, sich die ganze Erd'n um ein draht— vor gut sein. Broni, du weißt ja nit, wie's wiir is, da drinn im Herzkammerl. Die ganze Pracht von di Berg da heroben möcht i abitragen und dir hinlegen. Alles, was schön is, möcht i haben, daß i dir's schenken könnt. O mein, o mein!— Red’ nur grad no a Wörtel— k hör's so gern, dei' liebe Stimm, so viel sein klingt's wie a silberns Glöckl!“ „Was so ein verliebter Bua net all's daherschwatzt! Aber wahr is's, Franzl— ich bin dir gut. Weißt, dazumalen an dem Schiaß'n, da is es über mich kommen, ich weiß net wie— ich hab’ halt net anders können. Aber nachher, wie ich's Denken angefangen hab, da is mir klar worden, wie gern i dich hab' und daß ich eben keinen anderen mögen tät. Wenn es nit sein sollt, nachher wär' ich das ärmst' Geschöpf unter der Sonnen!“ Vronis Worte rissen alle guten Ansätze und Bedenken über den Hausen. Mit gewaltigem Schwunge setzte er über den niederen Zaun, in den Krautgarten des Tannmüllers und umhalste dessen Tochter, ohne auf ihr warnendes„Jessas, Bua, bist narrisch wor’!“ viel zu achten. Schließlich gelang es ihr doch, den allzu Stürmischen in gesittetere Bahnen zu lenken. „Jetzt bist aber sei' brav, du Wilder! Da stellst dich her, rührst di net vom Fleck! Du verwilderst dengerst ganz da oben in deine Berge wo du niemand siehgst wie Pecher, Holzknechte u. Wildschützen. Bist du a Loder!“ „Dirndl, sei net harb, i kann nix dafür. Was du da'sagt hast, das hat mir die ganzen Gedanken umzwirbelt. Das ist mit der Liab, wie wenn im Auswärts(Frühling) a Lahn(Lawine) abigeht— aufhalten kannst es nimmer.“ „Gelt, Bua, jetzt nimmst di sein'sammen, zuvörderst braucht niemand was'wissen von unserer Liab!“ „Vroni, schau, ich möcht' jedem Menschen ins Gesicht einschreiin, wie groß mei' Glück is, daß 'mi grad gern hast. Wenn i wieder in meine Berg' bin, nachher juchez i hinaus in die freie Bergluft, was miv schier die Brust zerdrückt. Aber, Dirndl, sag' mir nur, wie i di amol treffen kann Ich hab' dir doch so viel zu verzählen— weißt, es is gar viel, daß i jetzt gleich gar nix mehr weiß davon. Bloß' daß i di anschau'n kann und dei Stimmerl hör. Dei' liabs.“ „Akkurat so is es mir! Das und dies mußt'n Franzel sagen, wenn er amol kimmtt, hab' i denkt,— aber verflogen is in alle Wind. „An mi denkt hast, du liabs Dirndl? Wie mi das freut! Seit mei guat's Mutterl unter der Erden liegt, hat's kein Menschen geben, wo viel nach mir gffragt hat. Aber dafür will i dich auch durch's Leben tragen. „Das magst sei bleiben lassen, du, so gar leicht bin ich doch nicht! Alleweil derfst dich schon 'sammenrichten, daß’' gehst. Leicht könnt' uns wer seh'n vom Holzplatz drüben.“ Proni warf einen Blick hinüber, wo der lahme Veitel, der fast sein ganzes Leben lang als Knecht auf der Tannmühle zugebracht hatte, zwischen den Holzstappeln einherhinkte. Das Kreischen der Sägen klang schrill herüber. Beruhigt, da sie eben nichts Verdächtiges wahrgenommen hatte, wandte sich die Dirn ihrem Schatz wieder zu. Sie haben sich so viel zu sagen— wie alle Verliebten — und wurden doch nie fertig. In ihrem Eifev überhörten die Verliebten das Nahen einer Person. So kam es, daß der Tannmüller bis dicht an das Paar gelangte, ohne daß dieses ihn gewahrte. Mit einem leisen Angstruf fuhr Vroni zurück, während Franzl ein wenig verlegen in das Gesicht des Ankommenden blickte. Was er sah, ließ ihn allerdings nichts Gutes hofsen. Dev Tannmüller, eine hohe, sehnige Gestalt, strich sich mit vor Aergev zuckenden Fingern den langen Bart, während seine dunklen Augen, zornig und spöttisch im Ausdruck auf dem Jäger franzl hafteten. „Sternsachsen!“ rief er dröhnend,„was is'n nachher das? A Jager mitten im Krautgarten, wie a Fuchs im Gänsestall? Wannst a Geschäft hast in der Mühl', Jager, na kimmst in d' Stub'n oder auf'n Holzplatz,— aber grad vorne nein, nit auf krumme Wege durch's Hintertürl. Und— daß du's weißt— Hand von der Butten, mei Madel ist mer'schad, um's von an jeden Hallodri numziehen zu lassen. Merk's dir!" Franzl richtete sich starr auf, sein Gesicht zeigte einen gewichtigen Ernst, aber in seinen Augen sprang ein stahlharter Glanz auf. „Hör' mich an, Tannmüller! Auf a ehrlich's Wort—.—“ „I dank schön, für die Ehr“, unterbrach ihn der Müller,„treib' deine Späß wo du magst— mir bleibst aus'm Haus! Das tät dir sein passen, dem Mädel's Köpferl verdreh'n und sich nachher ins gemachte Nest setzen. Da kommst an den Unrechten bei mir; mußt halt anderswo an Unterschlupf suchen, san ja noch viel schwere Bauern mit dummen Madeln in der Königsau. Ob d’ viel Glück haben wirst, weiß i freilich mit.“ Franz erblaßte. Ein großer Zorn tobte in ihm, doch er zwang ihn mit Gewalt nieder, als er mit schwerer Stimme antwörtete: „Bin 1 a bloß a armer Jaeger, so laß i mi doch mit beschimpfen und i hätt' mi a nit mit der Vroni eing’lassen, wenn: nit gemerkt hätt', daß's Deandl mi gern hat. So aber, Müller, will i das Madel, und pfeif auf dei Mühl' mit samt'm Geldsack!" Der Tannmüller schlug eine grelle Lache auf. „Weil du weißt, daß die Mühl' am Madel hangt, willst bloß das eine.— Aber genug geredt — auf d’ Mühl' gehört ein Müller, kei' hungriger Jagerknecht, daß's weißt!" „I bin bei' Knecht! Mei' Handwerk is so ehrlich wie deins! Wenn's Unglück nit war, saß i leicht heut a no auf ei'm Bauernhof.“ „Jo freili— wann dei'm Vater die Büx und die Gambs nit lieber'wen wären, wie sei' Hof — na freili!“ „Red' nix Unrechtes auf mei Vater selig, auf den laß i nix sagen, sei' Passion war eben sei' Unglück— was weißt du dervon!" „Bin auch nit verinteressiert,'halt's für dich und schau, daß d' weiten kommst. Hast was ausz'richten, nachher sag's dem Veitel— mi laß aus! Möcht'st leicht die Tannmühl' auch verpulvern und verknall'n, wie dein Alter'n Schwarzeggerhef! Eine jähe Röte schoß dem Burschen ins Gesicht. Er riß die Büchse herunter und umklammente den Schaft derselben, daß es aussah, als wolle er den Beleidiger niederschießen. Vroni, welche bisher stumm, doch in hochgradiger Erregung der Auseinandersetzung zugehört hatte, sprang herzu und umklammerte Franzhs Arme. „Um aller Heiligen willen, Bua, laß ab, du bringst dich um die ewige Seligkeit und uns ins Angück! Der Jägen ließ schwer aufatmend die Büchse sinken. Der Müller stieß einen Fluch aus und riß eine Tochter von dem Burschen fort. „Weg gehst, von dem Haderlump, dem elendigen! Mit die Hund laß' i den aus der Mühl' heten!“ Mit einem Ruck machte sich Broni frei. Hoch aufgerichtet stand sie vor dem Vater. Den Franzl hab' ich gern, Vater! Jetzt muß ich dir's sagen, sonst hätt'st dus in einer guten Stund erfahren Wenn du verlangst, ich soll von dem Buben lassen, machher machst mich unglücklich und mich freut nix mehr auf dera Welt. Kannst du's vor dei'm Gewissen verantworten, na magst es tun. Ich kann nit aufhörn, den Franzl zliab'n. Ihn trifft kei' Schuld, daß er arm ist und ihm unser Herrgott die Lieb zu mir ins Herz gebn hat. Wie a rechter Bua hat er geredt, und du hast ihn gehöhnt, Vater. Ueberleg' dir's, du weißt, daß mei Glück auf'm Spiel steht!“ Mit trotzig herrischer Gebärde steckte der Tannmüller seine Hände in den breiten Ledergurt, der seine Hüften umschloß. „Wann glaubst, daß i auf dei' Gewäsch von dera Liab was gäb, na bist falsch'stimmt. Und unsev Herrgott kümmert sich a nit an Deut um an Jager seine Liebesgespunseln. Eini gehst, auf der Stell', mit din red i nachher noch a paar Wörteln! Hast verstanden?" „Vaterl, i bitt' di mit aufgehobene Händ, sei nit so harb zu mir, wo i grad so glücklich war in meiner Lieb.— Du bist doch sonst zu gut zu deiner Vroni!“ In den Zügen des Müllers arbeitete es gewaltig, doch ein böser Zorn behielt die Oberhand; mit starkev Stimme rief er:„Wannst an guten Vater an mir haben willst, nachhen folg' und geh' in d' Mühl'! Kei Wörtel mehr von dem Lodri dort, hörst es?“ Vroni sah den Vater an— eine rasende Furcht packte sie— ängstlich und verwirrt wollte sie gehorchen, da fiel ihr irrenden Blick auf den Jäger. Dev Mut und die Sicherheit kehrten wieder und mit trotzigerGebärde trat sie zu dem Burschen hin, ihm die Hand bietend. „Mag's ausgeh'n wie's will, auf mein Lieb kannst bauen, Franzl! Behüt di Gott, lieber Bua!“ Nach diesen Worten schritt sie aufrecht durch den Garten der Mühle zu. Beide Männer schauten ihr nach, doch mit sehr verschiedenen Gedanken. Kurz wandte sich der Tannmüller zu Franzl. Es war ein unheimlich Drohen in seinem Blick, als er redete: „Jetzt noch a paar Wörtele zu dir. Wiea Räuber bist eing'fallen in mein Haus und Frieden. Fortjagen sollt' man dich, wie an solchen. Laß dir nit ankommen, mit dem Madel anzubändeln, sonsten kannst mi kennen lernen. Es kann in alle Ewigkeit nix wer'n mit euch. Eher oll die wilde Reutach, dieTannmühl' fortreißen, eh' ichts zugeb’, daß's Madel dein gehört!“ „Spar dei Wörtle, Tannmüller! Zum Berteln bin i viel zistolz! Aber wenn'8 Madel will, nacha wird's mei, und wenn zehn Tannmüller dagegen aufbegehren! Merk' dir's sein!" Der Müller schlug eine grelle Lache auf. „Han, hast leicht a'schoß stehen, droben in deine Berg, wo dev Hunger und die Armetei tägliche Gäst' sein? Du Lump, nu notiger!“ Franz hatte sofort nach seinen Worten den Garten verlassen. Bei den höhnenden Worten des Alten zuckte und wetterte es in seinem vor Zorn fahlen Gesicht, doch bezwang er sich knirschend und ging seines Weges weiter. Lange stand der Müller noch an demselben Fleck und schwere Gedanken mochten ihn peinigen, denn es entrangen ihm schwere Seuszen. Endlich raffte er sich auf und ging langsam, schleppenden Schrittes zum Wohnhaus, das wie ein ragender Wächter auf einem Wiesenhang seitwärte der Straße am Taleingang gelegen war und mit seinen blinkenden Fenstern in die fruchtbare Königsen himagsleuchtete. (Fortsetzung folgt.) gen diese Rec In bezüglich der mner unserer Ortäckoonunans „daß der Art besonders üde Frau Schmid wurde, weil sich beklagt h vor das Kvie so eine Ange Tochter der Dolmetichers rchen. Der Schlu tig und kann anrichten. Es wurde elhzzngeben 113 Fall außerden Zeitung richt Redakt 8 Anne: Angelegembeit hiesige Kaufm sige Besatzung diesen heute 1 danten unter nächst die bei Laden der Fr schildert. Da folgt: Dieser hat dem Kon am Laden der gen mit den französischen militaires fra dieses Schilde welt beleidigt ste getroffen f. satzungs=Kom Hause der Fr tag abend 5 hiesige Geschä als groteit Nachmittag triebe ges warten zucher! Schildes, an dueil entssehe gbichgen. Die Gewt vertreten di gemen A n eines franzöfischen in einer Gastwirt1 Getränken venweiSeitengewehr und chen Gäste auf die sort mehrere Schüsse dem Knappschaftschum und Freund rletzungen bei. Schuß in den Oberterte, Freund durch nkel getroffen. Die zen dieser Bluttaten volle Genugenz gescheitert gereist. iferenz ist nach mon Sonntag ergebDie türkische Deledes Vertrages verwweisung von Ansche Delegation ist #t wird, hat Ismed er internationalen erklärt, daß die der intransigenten die wirtschaftlichen gescheitert seien, zlich angenommen „ e r k l ä r t e I s m e d em Gewissen sagen, Opfer wegen des klärte, daß er hoffe, offizielle Mitteilung zu evhalten. Bis ng, so schloß er, irken zu den Mächnmens von MudaBekanntgabe des von Lausanne kann wieder aufnehmen. lung ist die Konseziehung ausländiGerichten gescheier keinen Umstänl man diese Frage erledigt angesehen icht zum Nachgeben na der Alliierten, ürkischen Gerichte örten Eingriff in 660 on weder in der ige zu suchen sein. langst, ich soll von ichst mich unglückauf dera Welt. en verantworten, it aufhörn, den Schuld, daß er t die Lieb zu mir ster Bua hat er gehöhnt, Vater. mei Glück auf'm esteckte der Tannen Ledergurt, der dei' Gewäsch von lsch gstimmt. Und nit an Deut um I. Eini gehst, auf her noch a paar ehobene Händ, sei so glücklich war sonst zu gut zu arbeitete es geielt die Oberhand; Lannst an guten her folg' und geh' von dem Lodri ne rasende Furcht irrt wollte sie geck auf den Jäger. #rten wieder und dem Burschen hin, auf mein" Lieb Hott, lieber Bua!“ ufrecht durch den Nänner schauten edenen Gedanken. zu Franzl. Es einem Blick, als zu dir. Wie a Haus und Frie, w i e a n s o l c h e n m Madel anzuien lernen. Es mit euch. Eher mühl' fortreißen, n gebört!“ lev! Zum Betm°8 Madel will, zehn Tannmüller 's sein!“ Lache auf. ehen, droben in die Armetei tägwotiger!! en Worten den nden Worten des seinem vor Zorn i inirschend und an demselben ten ihn peinigen, Seuszen. Endlich am, schleppenden ie ein ragender seitwärts der var und mit seiuchbore Aönigtsetzung feigt.) Neus Hoffnungen auf Einigung. Als Ergebnis der vorgestrigen Unterredung Baronis mit Ismed Pascha verzeichnet man hier eine Aenderung in der Haltung der türkischen Delegation. Da man auch ein teilweises Nachgenn, den hamstichen Rogterung emwartet, se u es nicht ausgeschlossen, daß der Friede noch in dieser Woche unterzeichnet werden könnte. Deutsches Reich. Poinearee über die loyalen Vorschläge Deutschlands. In der Generalversammlung der republikanischen Jounalisten, in der Poincaré, der Kammerpräsident, mehrere Minister und zahlreiche hervorragende Politiker anwesend waren, hielt Poincavé eine Rede gegen Deutschland. Er führte u. a. aus: Wir wollen im Ruhrgebiet zweierlei; entschädigt werden für unsere Ruinen und vor weiteren Angriffen geschützt sein. Weder im Ruhrgebiet noch am Rhein suchen wir mehr, aber was wir suchen, werden wir auch erhalten. Wir werden murgen, wenn es sein muß, wirtschaftliche Maßnahmen ergreifen und darnach noch weitere. Zurückweichen werden wir auf keinen Fall. Es wird der Tag kommen, der Deutschland endlich die Augen öffnet und es bereit finden läßt, loyale(!) Vorschläge zu machen. Sie zu prüfen, werden wir uns dann nicht weigern. Wir werden sie prüfen, ohne uns Bedingungen stellen zu lassen und uns vagen Hoffnungen hinzugeben. Auf keinen Fall werden wir die Pfänder aufgeben, die wir zu ergreifen vergisichfet waren. Gegen die Rechtsbrüche im Rhein= und Ruhraebtet. Nach halbamtlichev Mitteilung ist in Paris, London. Rom und Brüssel eine deutsche Protestnote überreicht worden, die gleichzeitig der Interalliierten Rheinlandkommission in Koblenz übergeben worden ist. Die Note protestiert gegen die Evrichtung fünf leitender Komitees seitens der Rheinlandkommission zwecks Verwaltung der beschlagnahmten Einnahmen. Die Komitees seien in Wahrheit eigene interalliierte Verwaltungsbehörden. Ihre Errichtung, sowie die Massenausweisungen von deutschen Beamten bedeuten den Anfang einer Lostrennung der Rheinlande vom übrigen Deutschland. Die Note pratessien irmer gegen den Nushau dei Ein= und Asfuhrsystems, sowie gegen die Verordnungen, die die Trennung der gesamten Kohlenwirtschaft des besetzten Gebietes von der des übrigen Deutschlands bezwecken. Die deutsche Regierung legt gegen diese Rechtsbrüche Verwahrung ein. Tokales. 1 is!§ Annen, 8. Februar. In der Angelegenheit der Feau Schmidt bezüglich des Artikels in der vorigen Nummer unserer Zeitung wurden wir vor den Ortskommandanten geladen, dev uns erklärte: „daß der Artikel nicht der Wahrheit entspreche, besonders die Mitteilung, daß das Geschäft der Frau Schmidt dem französischen Militäv verboten wurde, weil Frau Schmidt bei dem Bürgermeister beklagt hatte, daß der Ortskommandant sie vor das Kriegsgericht stellen wollte. Niemals war so eine Angelegenheit in Frage gestellt und die Tochter der Frau Schmidt, die den Besuch eines Dolmetschers bekam, hat selbst die Sache widerrchen. Der Schluß des Artikels ist also ganz unrichtig und kann nur Unruhen in der Bevölkerung anrichten. Es wurde uns aufgegeben, diese Erklärung abzugeben und zum Aushang zu bringen, den Fall außerdem in der nächsten Nummer unserer Zeitung richtig zu stellen. Redaktion der„Annener Zeitung“: Fritz Küching. § Annen, 8. Februar.(Protest.) In der Angelegenheit der Frau Witwe Schmidt hat die hiesige Kaufmannschaft einen Protest an die hiesige Besatzungs=Kommandantur beschlossen und diesen heute morgen dem hiesigen Ortskommandanten unterbreitet. In dem Protest werden zunächst die bekannten Vorgänge, die sich in dem Laden der Frau Schmidt abgespielt haben, geschildert. Dann heißt es in demselben weiter wie folgt: Diesev durch Zeugen bewiesene Vorgang hat dem Kommandanten Veranlassung gegeben, am Laden der Frau Schmidt ein Schild anzubringen mit dem Wortlaut: Geschäft verboten dem französischen Militär.(Maison consignee aux militaires francats). Da durch die Anbringung dieses Schildes sich die gesamte hiesige Geschäftswelt beleidigt und in ihrer Ehre sich aufs schwerste getroffen fühlt, ersucht dieselbe die hiesige Besatzungs=Kommandantur, das Schild an dem Hause der Frau bis spätestens heute, Donnerstag abend 5 Uhr zu entfernen, andernfalls die hiesige Geschäftswelt sich veranlaßt sehen würde, als Protest gegen diese Maßnahme am Freitag Nachmittag sämtliche gewerblichen Betriebe geschlossen zu halten. Wiv erwarten zuversichtlich die Entfernung des besagten Schildes, andernfalls wir für die hieraus eventuell entstehenden Folgen jede Verantwortung nbichgen. Die Gewerbetreibenden Annens, vertreten durch die Wirtschaftliche Interessengemeinschaft Annen=Rüdinghausen. § Annen, 8. Februar.(80&## Lohnerhöhung für die Bergarbeiter.) In der gestrigen Verhandlung zwischen Vertretern der Arbeitgever= und Arbeitnehmerverbände des Ruhrbergvaues ist eine Erhöhung um 80 Proz. sowohl auf den Leistungswie den Soziallohn vereinbart worden. In der Erhöhung ist eine Abwehrzulage zur Abwälzung der zurzeit im Ruhrgebiet herrschenden besonderen Teuerungsverhältnisse in Höhe von durchschnittlich 1600 Mark pro Schicht enthalten. Außerdem ist eine Aenderung der Lohn= und Abschlagszahlungen vereinbart worden.„ —(Briefmarken zu 2000 und 1000 Mark.) Briefmarken zu 2000, 1000 und 25 Mark verschickt die Reichsdruckerei jetzt an die Postanstalten. Die Marken zu 1000 und 2000 Mark sind Zifsermarken in Bogen zu 50 Stück, grau und blau, in Offsetdruck. Die Briefmarken zu 25 Mark haben die Landarbeiterzeichnung. Sie sind in Bogen zu 100 Stück braun in Buchdruck hergestellt. Für sämtliche Marken ist weißes Waffelmusterpapier verwendet worden.„erdresise 8 Annem, 8. Februan.(Verbleifstuhung der Steuerermäßigung?) Im Reichsfinanzministerium hat eine Besprechung mit den Gewerkschaften über die Neuregelung des Steueravzugs stattgefunden. Man kam allgemein zu der Ansicht, daß vom 1. März an eine Verdreifachung der Steuer ermäßigung einzutreten habe, vorbehaltlich der durch etwaige außergewöhnliche Preissteigerungen bedingten Revisionen. Um auch die Preissteigerung im Febvuar zu berücksichtigen, ist vorgesehen, daß in der letzten Woche des Februar kein Steuerabzug erhoven wird und eine entsprechende Regelung für die Gehaltsempfänger eintritt. 1 Annen, 7. Februar.(Kammerkonzert.) Man schreibt uns: Am vergangenen Sonntag hatte das musikliebende Publitum Gelegenheit, in der Aula der Mittelschule ein Kammerkonzert zu hören, dessen Zustandekommen dem Wirken des Herrn U. Faulhaber, von der Fa. Fried. Krupp, zuzuschreiben ist. Wir wissen ihm hierfür Dank zu zollen, sowie dem Herrn Rektor Wolter der Mittelschule, der den Saal freundlicherweise zur Verfügung stellte. Es ist sehr zu begrüßen, daß zum ersten Male seit undenklichen Zeiten der Bürgerschaft aus ihren Reihen heraus ein Konzert gegeben werden konnte, das man als durchaus gelungen bezeichnen kann Jeder Zuhörer sollte sich befleißigen, über den Wert der dargebotenen Kunst sich klar zu werden; er soll mit demKünstler, der sicherlich auf dem Podium sein Bestes hergibt, die Kunst verstehen und erleben. Dazu gehört nicht nur das reine gefühlsmäßige Empfinden, sondern auch eine verstandesmäßige Arbeit. Es braucht dabei wohl nicht besonders dahin verwiesen werden, daß die geringste Unruhe im Saale, wie das Knistern mit den Programmen, die Leistungen eines Künstlers erheblich kann.— In diesem Sinne möchte ich das Publikum dazu anregen, in Gemeinschaft mit der Künstlerschaft zu beiderseitigem gedeihlichem Zusammenwirken zu schaffen.— Dieses ist umsomehr notwendig, als wir es ja in der Mehrzahl nicht mit Berufskünstlern zu tun haben, sondern mit wahren Kunstfreunden, die ihr Können, das sie mehr oder weniger bisher sorgsam hüteten, nun vov einem größeren Auditorium zur vollen Entfaltung brachten. Der Umstand drückte sich sogleich im Anfang des Konzerts in der Fantasie in=moll aus, wo Frl. Martha Dittmar ihre Besangenheit durcht taktfestes Abspielen zu überwinden suchte, während Herr K. Schweinsberg, der sich um das Gelingen des Abends sehr verdient gemacht hat, sogleich mit der nötigen Hingabe und durch ausdrucksvolles Spiel hervortrat. Infolgedessen waren die Einsätze nicht exakt und es spielte jeder der beiden Partner mehr oder weniger, seine eigene Partitur. Herr K. Schweinsberg hätte allerdings für den Anfang des Konzerts besser getan, dem vorsichtigen Spiel von Frl. Dittmar mehr Rechnung zu tragen. Ein ungünstiger Umstand bestand mit in dem zu tief stehenden Flügel, der in der unteren Lage noch klangvoll war, jedoch in der oberen Lage nicht entsprach. Schon wesentlich flüssiger wurden die Walzer op. 39 von Brahms vorgetragen. Es schien, daß der Rythmus des Walzertaktes die beiden Mitwirkenden mehr verband. Herr K. Schweinsberg verstand sich sonderlich in der Begleitung bei den folgenden Vortragsstücken anzupassen, wodurch die Gesangs vorträge wesentlich gehoben wurden. Fräulein Dittmar konnte Herrn K. Hoeper in seinem ausgezeichneten Spiel nicht die Wage halten und Herr K. Hoeper hätte dem Publikum Besseres bieten können, wenn er einen geschmeidigen Pianisten im Gefolge gehabt hätte, der sich nicht zu ängstlich an die Noten klammerte. Für dieses erste Mal wird es wohl daran gelegen haben, daß durch Zeitmangel das harmonische Zusammenspiel noch nicht erreicht werden konnte. Frl. Dittmars Stärke liegt im Solospiel, wo sie sehr gute Leistungen zu verzeichnen hat; wir möchten hoffen, daß sie uns hierin einmal Gelegenheit gibt, sie zu hören. Herrn Hoeper sind wir für seine Darbietungen sehr dankbar. Er verfügt über ein ausgezeichnetes Instrument, aber auch über eine gute Technik, über eine prachtvolle Auffassung; aus seiner Violine hätte er noch manche Feinheiten herausholen können. Der plötzlich=Abbruch desAllegretto(Brock herini) war sehr geschickt bewerkstelligt, aber konnte wahre Musikfreunde doch sehr bekümmern. Frl Hedwig Fleischhut hat durch ihre Ruhe und durch ihre klare und klangreiche Stimme sich im Publikum sicher viele Freunde erworbene sie kann den Anspruch auf eine nahezu vollendete Konzertsängerin machen. Herv Max Graf verfügt über ein ausgezeichnetes Material an Stimme. Man möchte ihm wünschen, daß ihm noch einmal eine gute Schule beschieden sei. Viel zu arbeiten gibe es für ihn noch an der Aussprache und Atemtechnik. Er muß damach trachten, seine klangvolle Stimme voller zur Geltung bringen zu können.— In Anbetracht des doch soweit gelungenen Konzerts möchten wir unseren Künstlern herzl. Dank sagen und möchten hofsen, daß wir bei den augenblicklichen unersprießlichen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen mit froher Hoffnung auf serneres Gelingen den zukünftigen Kammerkonzerten entgegensehen können. Eichlinghofen, 8. Februar.(Eine grauenvolle Tat.) In der Hövel wurde vorgestern die Frau des Vergarbeiters Sch aus Eichlinghosen mit ihrem Kinde tot ausgefunden. Der Tod war durch Erhängen herbei geführt worden. Als Moiv zu dieser grauenvollen Tat vermutet man Nahrungs- und Familiensorgen. Provinzielle Nachrichten. Bochum, 7. Februar.(Zentrumsabgeordneter Fuchs.) Der frühere Zentrumsabgeordnete Eduard Fuchs, der in der Periode 1893—98 den Reichstagswahlkreis Bochum—Gelsenkirchen— Hattingen—Witten vertrat, ist in völliger Erblindung in seiner Heimatstadt Köln gestorben. Brechten, 7. Februar.(Kommentar überflüssig.) Der Gemeindevorstehen Dietrich Hausberg hat, wie berichtet wird, Gutscheine von einem hier einquartierten Kapitän der französischen Feldartillerie angenommen, worauf an arme Leute Mittagessen aus der Batteriefeldküche abgegeben werden wird. Die Opferwilligkeit unserer deutschen Brüder wird groß genug sein, um solche„Wohltaten“ unserer Bedrücker großmütigst agzilehnen. Hengsen, 7. Februar.(Leiche gelandet.) Unweit der von der Wasserwerksgesellschaft Dortmund=Hörde gebauten Turbinenanlage wurde eine männliche Leiche aus dem Wasser gezogen. Bei näherer Untersuchung wurde festgestellt, daß es sich um den Wasserwerksarbeiter Pampus aus der Branckstraße hierselbst handelt, der im Herbste vorigen Jahres bei einer Ruhr=Uferreparatur in der Nähe der Eisernen Brücke in Hengsen durch einen Fehltritt verunglückte. Trotz damaligen eifrigen Suchens nach dem Verunglückten war es nicht möglich, die Leiche aufzufinden. Jedenfalls ist diese durch das jetzige Hochwasser losgerissen und weiter getrieben worden. Vorhalle, 7. Februav.(Ein gräßlicher Unfall) ereignete sich am Donnerstag mittag in dem Stahlwerk Brüninghaus. Vier Arbeiter waren damit beschäftigt, die Streckbank zu verlängern, zu welchem Zwecke sie kleinere Stahlblöcke forträumen mußten. Dadurch kamen die dahinter aufgestapelten gewaltigen Stahlblöcke ins Wanken und begruben die Arbeiter Kirchhoff und Weber unter sich. Ihre Leichen konnten nur als eine unförmliche Masse geborgen werden. Die beiden anderen Arbeiter erlitten nur leichtere Verletzungen. Kirchhoff hinterläßt Frau und mehrere Kinder, während Weber unverheiratet ist.— Gelsenkivchen, 7. Februar.(Ein französischer Soldat im Kanal ertrunken.) Bekanntlich ist die Schleuse in Heßler von einem französischen Kommando besetzt. Tag und Nacht stehen Posten an den Anlagen. In einer der letzten Nächte fiel ein Posten in den Kanal und ertrank. Die Leiche wurde später geborgen. Wie die Untersuchung ergab, machte der Verunglückte in der Dunkelheit einen Fehltritt und ertrank, bevor Hilfe gebracht werden konnte. Nordkirchen, 7. Februar.(Von einem Baume erschlagen.) Beim Baumfällen wurde der Arbeiter Heinrich Möller von einem herabstürzenden Aste so schwer getroffen, daß er au dem Transport nach seiner Wohnung gestorben ist. Knoffschacht gelangten die Wassermassen in die Stollen der angrenzenden Fannygrube und setztem diese wie den Britinusschacht unter Wasser. Hunderte eilten zu Hilfe und versuchten in rastloser Arbeit, die Durchbruchsstelle zu schließen, aber Sonntag nachmittag brachen auch in den Richterschächten die Wasser in einer Breite von 4 Metern und einer Höhe von eineinhalb Metern durch Weiterhin sind die Mapgrube, die Gräfin=LauvaGrube, die Eminenzgrube und die Georggrube gefährdet. Der Schaden beläuft sich auf Milliarden. 4000 Arbeiter sind brotlos geworden. — Im=Zug ausgeraubt. Der Frankfurter Pianist Alfred Hoehn, der sich augenblickich auf einer Konzertreise befindet, wurde im DZug Warschau=Krakau vollständig ausgeraubt. Gegenwärtig hält sich der Künstler in Spanien auf. — Der Geizteufel. In München tst die 56 jährige Witwe des anfangs Januar verstorbenen Generaloberarztes a. D. Baudrexl vom Untersuchungsrichter unter dem Verdacht verhaftet worden, aus Geiz den Erschöpfungstod ihres unterernährten und überdies mißhandelten siebzigjährigen Gatten herbeigeführt zu haben. Sie wird, wie die„Deutsche Allgem. Ztg. meldet, der Körperverletzung mit nachgefolgtem Tod beschuldigt. 6 Eingesandt. Schnee, ö. 2. Der Wirt W. B. scheint das 4. Gebot vergessen zu haben, indem er seinen kranken und gebrechlichen Vater fortgesetzt mißhandelt und sein Leben bedroht, so auch am heutigen Tage, wo sich der Vater in ärztliche Behandlung begeben mußte. Derselbe hat Strafautrag gestellt. Briefkasten. Herrn Sch hier. Die höchste militärische Charge war früher Generalseldmarschall, nicht Generalfeldzeugmeister. Ein neuer Roman In der heutigen Nummer beginnen wir mit dem Abdruck eines eigenartig schönen und spannenden Hochlandromanes von Fv. Daum unter dem Titel: „Die Cannmüller Dieser Roman behandelt das Schicksal einer Müllerstochter, die wegen schlechten Geschäftsganges der letzten Jahre gezwungen wird, einem ungeliebten Manne die Hand zum Ehebunde zu reichen, die aber nach so manchen harten Schlägen endlich dennoch mit dem einzig Geliebten vereint wird. Der Roman wird, davon sind wir fest überzeugt, den vollen Beifall unserer werten Leser finden. Verlag der„Annener Zeitung. Spieiginn des Vertmssem Stad rhesten. Aus aller Welt. Die Beisetzung der Beutheuer Grubenopfer sand am Sonntag nachmittag in Beuthen unter ungeheurer Beteiligung statt. 121 von den 144 am Sonntag in der Heinitzgrube tödlich verunglückten Bergarbeitern wurden zu Grabe gebracht. Zur Trauerfeier waren außer den Vertretern der einzelnen Gruben Verteter der Regierung und der Verwaltung sowie der städtischen Behörden erschienen. Die Särge waren auf dem Grubenho aufgestellt worden, wo vor einem Altar durch die Geistlichkeit die Zeremonien erfolgten. Dann wurden die Särge auf Lastkraftwagen gebracht, und der Zug setzte sich unter Vorantritt der Musikkapelle dev Heinitzgrube, der die Beamten der Heinitzgrube, die Fahnensektion mit 64 Fahnen der einzelnen Gruben und Hütten folgten, in Bewegung Es schlossen sich die mit Tannengrün bedeckten Lastautos an, auf denen sich je 5 Särge befanden, hinter denen die Leidtragenden schritten. Die Straßen, die der Zug passierte, waren von einer nach Zehntausenden zählenden Menschenmenge gefüllt, die den Zug mit entblößtem Haupte vorbeiziehen ließ. Fast volle zwei Stunden dauerte es, bis in das große Massengrab Sarg um Sarg von den Kameraden gebracht worden war. Im Laufe der Rettungsarbeiten wurden drei weitere Opfer der Katastrophe auf der Heinitzgrube geborgen. Außerdem sind zwei im Krankenhaus Eingelieferte gestorben. Die Heiniggrade wieder in Betrieb. Die Untersuchungskommission, die den Ursachen des Unglücks in der Heinitzgrube in Beuthen nachforschte, hat festgestellt, daß der Ausgangspunkt des Unglücks wahrscheinlich im MarieValeska=Flötz(620=Meter=Sohle) zu suchen ist. Die Ursache der Katastrophe war aller Wahrscheinlichkett nach eine Kohlenstaubexplosion, hervorgerufen durch die bergmännische Schießarbeit. Da die Aufwältigung der Brüche in diesem Teile des Valeska-Flötzes, in dem die Vermißten zu suchen sind, und die Wiederherstellung der durch die Explosion gestörten normalen Wetterführung natungemäß eine geraume Zeit erfordert, ist leider kaum anzunehmen, daß die Verunglückten noch lebend geborgen werden können. Im Einverständnis mit der Bergaussichtsbehlrde wurde die Förderung Sonnabend wieder ausgenommen. Dammbruc batanrepbe. Aus Beuthen wird gemeldet: Infolge des in den letzten Tagen anhaltenden Regenz und der Tauschmelze war die Brinitza über die Ufer getreten. Einige Kilometer vom Czakai=Schacht brachen die Wassermassen durch und rissen das Schachtgerüst weg. Wenige Minuten später erfolgte der Durchbruch beim Knoffschacht. Vom Mittwoch, 7. Februar. 7 bis 10 Uhr: Geschlossen Vorstellung. Donnerstag, 8. Februar. 7 bis 10 Uhr:„Wilhelm Tell“. Schauspiel in 5 Alten von Friedr. von Schiller. Freitag, 9. Febvuar. 7 bis 10 Uhr„Emilia Gelotti“. Ein Trauerspiel in 5 Aufzügen von S. E. Lessing. Sonnabend, 10. Februar. keinhalb bis 10 Uhn, „Der ferne Klang“. Oper in 3 Akten von Franz Schreker. Sonntag, 11. Februar. 11 bis 12 einhalb Uhr. Tanzmatinee. 12 Tanzbildev. Entworfen und einstudiert von Erna Abendroth, getanzt von der Ballettmeisterin Erna Abendroth, dem gesamten Ballettpersonal und der Ballettschule. leinhalb bis Leinviertel Uhr: Geschlossene Voostellung.— 7 bis 9dreiviertel Uhr:„Der Troubadour“. Oper mit Ballett in 4 Aufzügen von Gutseppe Verdi. Wissen Sie, ws. Nerven einem zusetzen 55 nen? Ja!— Dann brauche ich es Ihnen nicht zu sogen!— Nein!— Dann fragen Sie, bitte, die ungezählten Nervösen, Blutarmen, Bleichsüchtigen, alle die Sonnenlosen, denen das Dasein zur Last wird, weil sie nicht mehr die Kraft ausbringen. die auf sie einstürmenden Verhältnisse zu mer stern! Aber, bitte, denken Sie nicht, daß Ihre Nerven Stricke sind, an denen Sie ungestraft zerren und reißen können! Nerven wollen gepflegt und ernährt sein! Ihre wichtigste Nahrung in vollwertiges, gutes Blut. Ein hervorragendes. tausendfach erprobtes und ärztlich empfohlenes Mittel zur Nervenkräftigung und=Pflege ist das von der Chemischen Fabrik J. F. Neuhaus, Ottwetler an dev Saar, hergestellte, gesetzlich geschätzte Neoferrol, das in allen Apotheken und Drogerien in flüssiger Form oder in Pillenform erhältlich. Es hilft in den verzweiseltsten Fällen und wird selbst bei Magengeschwüren ohne Störung genommen. Kiederlagen: Germania=Drogeria. Otto Blumberg, Busmarckstr. 15, ZentralDrogerie, Hermann Wilke, Roonstr. 7. Genanuinlachlag. Der Kreisausschuß in Hörde hat am 19. Ponuar 1923 beschlossen, die Schornsteinfegergebühren mit Wirkung vom 1. Januar 1923 ab auf das 49 fache der in der Einheitsmetergebühr vorgeschriebenen Gebührensätze zu erhöhen. Angen, don 4. Fedruar 1923. Die Polizeiverwaltung. Schlischo Beigeordnet#### u. Sschch t escceng Peue ar Baing Ar Pacauraarr. Meine Preise sind im Verhältnis zum heutigen Kursstand der Mark s0 billig, „„„„„„ dass jeder Verkauf für mich einen Verlust bedeutet, denn ich kann für den Erlös aus der verkauften Ware nur eine verhältnismässig kleine Warenmenge wieder anschaffen. Trotzdem halte ich aber, mit Rücksicht auf die schwierige wirtschaftliche Lage des überwiegenden Teiles der Konsumenten, den Verkauf aufrecht, obgleich meine Verkaufspreise ständig weit hinter den Preisen zurückbleiben, die ich heute anlegen muss. Ich gebe dieses meiner Kundschaft bekannt, um dieselbe über die tatsächlichen Verhältnisse aufzuklären, und mache gleichzeitig darauf aufmerksam, dass die Preise für Textilwaren in Kürze eine unerschwingliche Höhe erreichen werden. Ein Bestimmungerecht über die abzugebenden Mungen behalte ich mir vor. „ Miasgen. i a. Ghtner; Wohitert Kiabzen!io Spezialhaus für Kleiderstoffe und Baumwollwaren. Statt besonderer Anzeige. Am Dienstag, den 6. Februar abends 8½ Uhr entschlief sanft und gottergeben nach langer schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit, wohlvorbereitet durch den Empfang der D. Sterbesakramente, unser lieber herzensguter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Druder, Schwager, Onbel u. Meffe, der Kaulmant Zadte döchste Preise für Mein neues Preisverzeichals für alle Sämereien Zeiss Prismengläser ebense hause Brillautring. R. West, Dortmund, Valkenstr 16. Eingang Laden. ist erschienen. Infolge der schwierigen Zeitverhältoisse und teilweiser Mißernte ist alles sehr knapp und Preise sind freibleibend. Ein Teil der Staten ist noch unterwegs und beginnt deshalb der Turnvereis Eintracht Annen. Verkauf am Montag, den 12. Februar. Die stag abend verschied unserlang. jähriges Mitzlied, der Turngenosse Fritz Grimberg jan. im Alter von 46 Jahren. Wir bitten, des lieben Verstorbenen im Gebets zu gedenken. Re ehmnte Keichen Annen, New-Vork, Bonn, Dälmen, den 8. Febr. 1923 Die Besrügung Hndet atut an Pretag, den 9. Februr nachm. 4 Uhr vom Trauerhause Bismarckstr. 3. Das feierliche Seelenamt am gleichen Tage morgens 7¼ Uhr in der Pfarrkirche zu Annen. Der Verstorbene war Mitglied des Concordia-Vereins. Zur Zeit ist lieferber: Röhmlecher Rothlen Schwedenkles Gelbklee Wiesengrasmischung Ital. Raygras 22 pfündig Runkein, gelbe u. rote Eckendorfer I. Absaal v. Orginal Großebohnen, holländische do. grüne Erfurter Erbsen, frühe Mai, Vorbote, Schnabel, Folger Ma kerbsen, hohe u. niedrige Zuckererbsen,„„ Buschbohnen, weiße Schwert, Flageolet, Hinr. Rleseufl. Hundert f. eine Stangenbehnen, rheinische Speck, Phänomen Fritz Grimberg st. Kathelischer När ver-GesangVerein Ansen. per Pid. 10000.„ 6000.5000.2000.4 400.2200.2000.1200.— 1350. 1600.— 1500.Das Andenken des Verstorbenen Verde: wir in Ehren haltenZur Beerd gung versammeln sich die Mitglieder Preitag Am Dienstag abend starb unser Mitglied Herr Fritz Grimberg nacem. 3½ Uhr im Vereinslokal Zippert. Der Verstand. im Alter von 46 Jahren. 1600 9250.— 1 Suche für sofort ein Halbtagse oder Tagesmädchen aus ordentl. Familie bei hohem Lohn. Jotanstostr. 31 Eietersehstzrereln Sonntag, 11. Febr. nachm 4 Uhr im Lokale Annen. Sonntag, d. 11. Febr. morgens 9½ Uhr im Lokal Gickmeyer ArdeyEickelkamp Roonstr. Der Vorsta. d Da Preise steigend, empfehle ich baldigen Einkauf. Annen-Rüdinghausen Witten, Ardeystr. 117. Fernruf 1134 Bee T St Der Versterbene war Mitbegründer unsres Vereine und werden wir sein Andenkensteis in Ehren halten. Die passiven Mitglieder versammeln sich zur Tellnahme en der Beerdigung 3¼ Uhr im Lokale Heinr. Prünte. Die Sänger erscheinen um 3 Uhr. Um ege Antelinahme binet Der Verstand Kadähche „Barbara Basos dun Ausonnn Randauntelt ist mein bis auf weiteres von .3 Uhr bis.7 Uhr geöfnet. Schwein zum Nachmästen gesucht. Gefl Angedete u. I. 100 4 die Gesgättost Anzeigen Witt's Cabakhaus Wittenerstraße 34. Für sofort ein aller Art inseriert man erfolgreich in der Annener Toltucg. Dn„Annen tag, Donner für die eins brette Zeile bezirk Reklamezeile Post bezo esctacell Ne Cun Die Abrec Iu einer Cuno dem Preß gewähl eine Rede# ciation des führte er au „Wenn“9 freudigen gegen Deutst die französis Waffen nied Hnanges, o schaftlichen schöpftes Vo wieder herzu verlorenen Meilenstein stehen die A ter Zwang losgerissen,1 vilderuung ge losen Nachbe rung wiede Grenzen des politik baute nov Ruhrakt Welt nichtt Krieges als Vergeblich v deutschen Ve bruch in da Hohn klingt den Einbruc strie als frie Werk, das e Bochum zieh durch Verha ruf und Wo Millionen in nochende betroffen da und Westfal rungen eine lassen. 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