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Die Abrigen Bedingungen sind aus der Preisliste Nr. 4 ersichtlich. verbunden mit der„Annener Volk szeitung“ Anzeigenblatt für Witten-Annen und die Stadtteile Stockum und Düren. voossessserresseeseeenen Für Die Aufnahne der Anzeigen an vorgeschriebenen Büäzen Adernehuen wir teine Gewähr.— Bei Konkurs oder Zwangsvergleich erlischt jeder Nachlaßanspruch Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Frisz Küching, Witten=Annen Für Anzeigen verantwortlich: Wilhelm Schneider, Witten=Annen. = Geschäftsstelle: Witten=Annen, Stockumer Straße 2. a2 Fernruf Nr. 8134 Amt Witten.— Postscheckkonto Dortmund 12335. Rotationsdruck und Verlag: Fritz Küching, Witten=Annen. Nr. 15 Samstag, den 18. Junuar 1936. 52. Jahrgang Tbrahume neosTenssrroeis " DR Berlin, 17. Januar. Die Gautagung des Gaues Groß=Berlin der NSDAP. am Freitagabend in der Deutschlandhalle, in deren Mittelpunkt eine bedeulsame Rede des Gauleiters Reichsministers Dr. Goebbels stand, gestaltete sich für die mehr als 20000 Teilnehmer aus allen Gliederungen der Partei zu einem starken, eindrucksvollen Erlebnis. Dr. Goebbels sprach einleitend über die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Reaktionären und Revolutionären. Der Reaktionär sehe nur das Schöne und Große in der Vergangenheit. Der Revolutionär blicke auf die großen Leistungen der Gegenwart und Zukunft. Es ist nicht an dem, erklärte Dr. Goebbels, als sei der große Umwälzungsprozeß zu Ende, sondern er geht fort und wird noch einige Jahrzehnte weitergehen müssen. Wir werden uns von den Sorgen des Alltags nicht gefangennehmen lassen und nicht den Blick für die Zukunft verlieren. Uns selbst werden einmal die Schwierigkeiten von heute klein erscheinen. Vor zwei bis drei Monaten hat alles nach Butter geschrien. Manche prophezeiten, daß an der Butternot die Nation scheitern müsse.(Heiterkeit.) Die Butter ist gekommen! (Starker Beifall.) Alle Schwierigkeiten kommen und vergehen. Das sind Sorgen, die nur den kleinmütigen Meuschen bedrücken. Der Nationalsozialist geht„mit einer stolzen Verachtung darüber hinweg.(Starker, anhaltender Beifalt.) Dr. Goebbels setzte sich dann mit jenen Spießern auseinander, die alle Erfolge als Selbstverständlichkeit hinnehmen, aber über die kleinen dadurch entstehenden Schwierigkeiten und Unbequemlichkeiten meckern. Der Spießer verliert kein Wort über unsere Leistung. Demgegenüber müssen wir, so rief Dr. Goebbels unter dem begeisterten Beifall der Versammlung aus, uns zur Wehr setzen. Denn wenn wir das nicht täten, so würden wir allmählich mit unserer Anständigkeit an die Wand gequetscht. Mit großer Offenheit sprach Dr. Goebbels über die Probleme der Gegenwart insbesondere über die bekannte Zunahme der Arbeitslosigkeit im Dezember, verursacht durch die Saisonverhältnisse, schlechte Witterung, Rohstoff= und Devisenschwierigkeiten. Die Tauschverträge mit dem Ausland hätten sich noch nicht voll auswirken können, man könne jedoch erwarten, daß diese Schwierigkeiten Ende Februar oder Anfang März überwunden sein werden. Da wir gezwungen waren, Devisen für nationalpolitische Zwecke zu benutzen, waren wir genötigt, für andere Zwecke Devisen einzusparen. Das deutsche Volk habe keine Kolonien und keine Rohstoffe und müsse versuchen, sich recht und schlecht durchs Leben zu schlagen, solange es nicht den nötigen: Lebens= und Wirtschaftsraum besitze. Ein so übervölkertes Land wie Deutschland brauche solchen Raum. Kein Einsichtiger in der Welt verschließe sich heute dieser Forderung. Die nationalsozialistische Regierung nehme ferner nicht nur keine Auslandskredite auf und gebe sich dafür in die Gewalt der Banken, wie das ihre Vorgänger getan hätten, sondern sie sei darüber hinaus sogar bemüht, die damals leichtsinnigerweise aufgenommenen Kredite abzudecken. Denn, so rief Dr. Grebbels unter begeisterter Zustimmung aus, wir wollen eine freie Nation sein. In Deutschland ist es nicht die Bankwelt, die regiert, sondern es ist eben die Regierung! So lebt Deutschland zwar vielleicht bescheiden, aber immerhin doch von dem, was es sich selbst erarbeitet und erkämpft. Es ist darum kein Zufall, daß gerade die ärmsten Volksgenossen, die selbst um Not und Kampf wissen und sich gleichfalls ohne fremde Hilfe durchschlagen müssen so leidenschaftlich an dieser Regierung und an diesem Regime hängen. Wenn man heute von Reisenden, die aus Rußland zurückkehren, hört, daß es dort eigentlich keinen Menschen gibt, der lacht und fröhlich ist, sondern daß die Menschen dort gedrückt und mißmutig einherlaufen, so kann man demgegenüber doch wohl feststellen, daß der deutsche Mensch, ohne deswegen vor Lebensfreude überzuschäumen, erfüllt ist von innerer Freudigkeit und Befriedigung, von einer beispiellosen Lebensbejahung. Tosende, minutenlange Heilruse löste dann die Feststellung des Ministers aus:„Wenn es auch über diese und jene innere kulturpolitische oder kirchliche Frage Meinungsverschiedenheiten und Mißverständnisse geben sollte — in außenpolitischen Dingen ist die ganze Nation einig! Eine Spekulation auf die Uneinigkeit unseres Volkes in Fragen dieser Art wäre eine schlimme Fehlspekulation. Es gibt ja heute keine vaterlandslosen Parteien mehr in Deutschland, die der Regierung in den Rücken fallen. Heute können wir uns die Neutralität gegenüber den Händeln der Welt keisten, so sehr Neutralität ohne Macht wertlos ist, so sehr ist eine Neutralität, hinter der die Macht steht, Ausdruck höchster Stärke und gesammelter Kraft. Wir haben aus der Vergangenheit gelernt, daß ein Volk ohne Macht selbst beim besten Willen den Frieden nicht erhalten kann. auf der Berliner Hautagung in der Deutschlandhalle Rudolf Heß spricht In der Deutschlandhalle zu Berlin veranstaltete das Hühnlein auch der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heute kann uns niemand mehr zwingen, etwas zu tun, was gegen die Interessen unseres Landes verstößt. Was Deutschland anlangt, so kann die Welt schon in Frieden leben. Wir bereiten ihr keine Sorge. Wir kümmern uns nur um unsere eigenen innerpolitischen Angelegenheiten und hätten den Wunsch, daß alle anderen Staaten ein gleiches tun. Deutschland ist nicht nur eine Insel des Friedens— es ist eine befestigte Insel des Friedens, die sich darum des Friedens erfreut, weil sie in der Lage ist, ihre Freiheit zu schützen. Einen Krieg anzuzetteln, wäre für die nationalsozialistische Regierung die man im Ausland so gern als eine Autokratie bezeichnet, sehr viel gefährlicher als für irgendeinen der sogenannten demokratischen Staaten, in denen eine Mehrheit den Krieg anzetteln kann, die am Schluß des Krieges gar nicht mehr da ist und darum auch nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann. Wenn aber einzelne Männer ihrem Volk gegenüber eine wirkliche, wahre Verantwortung in sich tragen, so werden sie sich hüten, dieses letzte Risiko ohne Not und für andere Zwecke als für die Verteidigung des nationalen Lebens auf sich zu nehmen. Dr. Goebbels fand die gleiche gespannteste Aufmerksamkeit, als er anschließend im Schlußteil seiner fast 2½. stündigen Rede auf das Verhältnis zwischen Führung, Partei und Volk zu sprechen kam. Das Geheimnis der sieghaften Kraft der nationalsozialistischen Bewegung liege darin, daß sie es immer aufs neue verstehe, die Menschen im harten Alltagskampf wieder aufzurichten und von den Kleinlichkeiten und Widerwärtigkeiten des Lebens auf die großen Schicksalsfragen hinzulenken. Wie einst, so solle auch jetzt von diesem Gautag ein Strom von Kraft auf unser Volk gehen. In zu Herzen gehenden Worten erinnerte Dr. Goebbels an den so stolzen, aber auch schweren Weg, den die alten Parteigenossen nun fast zehn Jahre gemeinsam gegangen sind.„Gewiß bringt das Leben des Alltags Enttäuschungen und Erbitterung mit sich, es gilt einen stetigen Kampf zu führen mit der menschlichen Unzulänglichkeit und mit den Widrigkeiten des Tages. Aber was ist das alles gegen die Enttäuschungen, die der Führer in seinem 15 jährigen Kampf durchgemacht htt, ohne deswegen an dem Ziel irre zu werden! Unter solcher Last wären die meisten von uns zusammengebrochen. Vergessen wir doch über den Widerwärtigkeiten des Alltags nicht die unendliche Fülle tiefen und herzlichen Dankes, der gerade von unseren ärmsten Volksgenossen wieder und wieder zum Ausdruck gebracht wird, von jener Masse unverdorbener, wahrhaft idealistisch eingestellter Menschen, die das Leben so nehmen, wie es ist. Aus dem Beispiel des Führers und aus der Tiefe dieses Dankes wollen wir jene Glaubensstärke und jene innere Sicherheit nehmen, damit sich unser Voik auch weiterhin nach uns innerlich ausrichten kann. Dann werden spätere Generationen in uns ein leuchtendes Beizum RSKK. einen Generalappell, auf dem neben Korpsführer Heß, sprach.(Weltbild,.) spiel sehen. Denn auch wir werden einmal sterben, bleiben aber wird ewig unser Werk.“ Während der Rede des Gauleiters setzte immer wieder lauter Beifall ein, der sich bei den vielen besonders mitreißenden Kernsätzen zu begeisterten Zustimmungskundgebungen steigerte. Die Schlußworte seiner denkwürdigen Rede gingen förmlich unter in dem anhaltenden Beifall der 20 000, die dann spontan die Nationalhymnen anstimmten. England baut 70 Kreuzer Zusätzliche Rüstungsausgaben in Höhe von vielen Millionen Pfund. Der britische Verteidigungsausschuß, der in dieser Woche bereits viermal getagt hat, hat nach den Auslassungen der Londoner Presse auch Vorschläge für die Ausfüllung der noch bestehenden Lücken im englischen Rüstungsprogramm beraten. Nach den Mitteilungen der Presse sind die Vorarbeiten für dieses Aufrüstungsprogramm, das zusätzliche Ausgaben in Höhe von vielen Millionen Pfund erfordern wird, bereits so weit gediehen, daß nähere Mitteilungen im Rahmen der Unterhausdebatte nach dem Wiederzusammentritt des Parlaments am 4. Februar erwartet werden. Wie die Londoner Zeitungen annehmen, wird die englische Regierung ähnlich wie im März 1935 die neuen Aufrüstungsvorschläge durch ein Weißbuch begründen. In diesem Weißbuch wird der„Morning Post“ zufolge auf die Entwicklungen im Mittelmeer, im Fernen Osten und auf dem europäischen Festlande hingewiesen werden, die eine beträchtliche Verstärkung des englischen Verteidigungssystem erforderlich machten. Das neue britische Aufrüstungsprogramm soll folgende Punkte umfassen: 1. weitgehende Modernisierung und Mechanisierung nebst einer zahlenmäßigen Erhöhung der Berufstruppen: 2. eine weitere große Erhöhung der Luftstreitkräfte; 3. ein großes Fünfjahrs=Ersatzprogramm für die englische Flotte, das u. ag. den Neubau von mindestens 70 Kreuzern vorsehen wird. 4. Eine„Gleichschaltung“ und engere Zusammenarbeit zwischen den gesamten Streitkräften des britischen Weltreiches unter der Leitung des Reichsverteidigungsausschusses. 5. Modernisierung und voller Ausbau strategischer Stützpunkte wie Malta und Singapore. Wie der„Daily Telegraph“ meldet, wird die britische Flotte durch das neue Programm in den Stand gesetzt werden, in allen Schiffsklassen auf die volle Vertragsstärke aufzurüsten. In der Kreuzerklasse wird Engsund sogar über die Grenzen des Ende dieses Jahres ablaufenden Londoner Vertrages, der 50 Kreuzer für England vorsah, hinausgehen. TonderSlg 3 Jüdoffensive 120 Rilomeker vorgektagen Italien seiert den von dem General Graziani an der Südfront erfochtenen Sieg, dem allgemein größte Bedeutung beigelegt wird. Die Zeitungen berichten spaltenlang über den Verlauf des Kampfes und geben übereinstimmend der Ansicht Ausdruck, daß der Durchbruch an der Somalifront die weitere militärische Entwicklung stark beeinflussen wird. Der italienische Heeresbericht teilt über den Verlauf des Kampfes noch mit: „Die von General Graziani am 12. Januar begonnene Schlacht am Ganale Doria hat mit unserem vollen Sieg geendet. Der geschlagene Feind ist überall auf der Flucht. Die letzten Widerstände der abessinischen Nachhut sind auf der ganzen Front überwunden und die Truppen des Ras Desta sind entlang den in nordwestlicher Richtung führenden Karawanenstraßen in Auflösung begriffen. An einigen Abschnitten waren unsere motorisierten Kolonnen gestern abend 120 Kilometer über ihre Ausgangsstellungen vorgerückt. Die Verfolgung geht weiter. Die abessinischen Truppen leisten keinen wirksamen Widerstand mehr. 6000 abessinische Gefallene Die vollkommene Zusammenarbeit zwischen Infanterie, Tanks, Artillerie und Luftwaffe hat die Verluste des Gegners außerordentlich schwer werden lassen. Bis gestern waren 4000 Tote festgestellt. Bereits in den ersten Tagen der Kampfhandlungen wurden viele Gefangene eingebracht. Eine große Menge an Gewehren und Maschinengewehren wie auch einige Geschütze sind in unsere Hände gefallen. Unsere Verluste bei den Verbänden der Heimarmee sind gering. Die Tapserkeit unserer Truppen aus der Heimat wie der Eingeborenen=Verbände und der Somali=Dubats ist über jedes Lob erhaben. An der Eritreafront hat die Luftwasse seindliche Abeilungen im Tembien=Abschnitt, ferner am Amba=Aradam und bei Queram mit Bomben belegt.“ Der militärische Mitarbeiter des„Piccolo“, General Bollati, weist darauf hin, daß es zum ersten Male gelungen sei, den Feind zur Schlacht zu zwingen. Die erste unmittelbare Folge der Niederlage sei, daß die Abessinier von einem Teil der für sie wichtigen Kenyagrenze vertrieben und damit die über diese Grenze kommenden reichen Zufuhren teilweise unterbunden werden konnten. Nach Ansicht des Verfassers ist es auch nicht ausgeschlossen, daß nach diesem Siege neue abessinische Truppen, die für die Tigre=Front bestimmt sind, an die Somalifront geworsen werden. Auf jeden Fall, so betont General Bollati, liege trotz der vielen im Ausland umlausenden Falschmeldungen die Initiative auf den abessinischen Kriegsschauplätzen ganz in italienischer Hand. Panzerwagen gegen Kapallerie Wie man weiter hört, sind mehrfach die abessinischen Stellungen von der Infanterie im Sturm genommen worden, da den Panzerwagen in dem Waldgelände häusig der Weg versperrt war. Erbitterte Kämpfe sollen sich vor allem am rechten User des Ganale Doria entwickelt haben, wo italienische Panzerwagen gegen abessinische Reiter eingesetzt wurden, die in breiter Front in die italienischen Linien eingefallen waren. Nach einem mörderischen Kampf brach dann der Angriff der abessinischen Reiterei im Maschinengewehrseuer der italienischen Panzerwagen zusammen. Italienisches Beschwerdetelegramm an Genl . Die stalienische Regierung hat an den Generaisekretär des Völkerbundes ein Beschwerdetelegramm gerichtet, in dem die abefsinische Regierung beschuldigt wird, die internationalen Abmachungen verletzt und das Zeichen des Roten Kreuzes mißbraucht zu haben. Außerdem hatten die abessinischen Truppen an beiden Fronten Grausamkeiten begangen und Dum=Dum=Geschosse verwendet. Lokales s Witten=Annen, 18. Januar. Dies und das... Es ist ein sehr aktueller Schlager, der berühmte Schlager von den Regentropfen, die an das Fenster klopfen. Die Spatzen pfeifen ihn von den Dächern, und die kleinsten Blagen kennen und singen ihn, wenn das Durcheinander von Schnee, Graupel, Hagel und Regen, das uns in den letzten Tagen zuweilen beglückte, sie im Zimmer bleiben läßt. Ein so verstellter Fahrplan der Jahreszeit, der zwischen Herbst und Frühling als wesenloses Etwas hängt, kann auch Dichter und Komponisten zu nichts anderem anregen als eben zu Regentropfen. Vielleicht hat Petrus aus Zerstreutheit eine Jahreszeit ausgelassen? * Die ersten Schlager, die auftauchen und von Mund zu Mund gehen, sind in der Regel die ersten Anzeichen des nahenden Karnevals, der beginnt, schon allmählich seinen Herrscherstab zu schwingen. Für viele Leute ist schon der Silvesterabend der erste Anstoß zum Fasching, die meisten lassen aber das neue Jahr erst einmal in den richtigen gewohnten Trott kommen, ehe sie sich aufs Neue in Extravaganzen stürzen. Prinz Karneval stammt aus dem Lande der Heiterkeit, aus Italien, phantastisch ist sein Kleid und feenhaft bekleidete Tänzerinnen begleiten ihn. Ueber die Lebensfreude, die sein eigentliches Element ist, hinaus ist der Karneval aber der heimliche Verbündete aller, die einmal aus den vielseitigen Bindungen und Maskierungen des Lebens in ihr tiefstes Selbst schlüpfen möchten. Ein verkappter Prinz war vieellicht auch der Schwan, der auf dem Ruhrwasser alle Tage den Spaziergängern viele Freude machte. Aber auch er war wie der Schwanenritter der Sage, Lohengrin, sehr verschwiegen in Bezug auf seine Herkunft, und wenn er auch nicht singen konnte, so machte er sein Gebot:„Nie sollst du mich befragen— woher ich kam der Fahrt——“ doch deutlich, indem er sein Geheimnis nicht enthüllte. Gefragt und gedacht hat indessen mancher, und so ist der Schwan— ebenfalls nach dem sagenhaften Vorbild— eines Tages wieder fortgezogen, ohne seine Adresse zu hinterlassen. Wir wollen ihm seine Freiheit gönnen, und für die Freude, die er uns durch sein Da=sein bereitet hat, wissen wir:„Nun sei bedankt, mein lieber Schwan!“ * Neben und über den kleinen und großen Freuden des Lebens steht aber immer noch die Sorge für das Wohlbefinden der Mitmenschen, die nicht selbst für sich sorgen können. Man hat sich eine neue Sammelart ausgedacht, durch welche man gleichzeitig zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Die Kampfansage der nächsten Woche gilt dem Alteisen, den Lumpen und sonstigen Materialresten, die für das Winterhilfswerk mobil gemacht werden. Was in den Ecken sich befindet, wird abgeholt und soll wieder in den Produktionsgang eingereiht werden durch irgendeine Verarbeitung. Das Rohmaterial gibt vielen Händen, Sortierern usw. Arbeit, und der Erlös der Dinge, die für den jetzigen Inhaber so gut wie wertlos sind, kommt den Armen zugute. Gleichzeitig werden Boden und Keller entrümpelt, alle Ecken werden frei, und die Vorschriften des Luftschutzes finden die einfachste Lösung. Selten hat eine Sammlung so wenig an persönlichem Opfer verlangt als diese. Es gehört nur ein wenig guter Wille und Nachdenken dazu, um Altmaterial in Gold, helfendes Gold, umzuwandeln. Es ließe sich unter solchem Gesichtspunkt fast das berühmte Wort von 1813 umwandetn:„Eisen gab ich für Gold“—— * Solche und andere Zitate lernt man in der Schule. Man lernt aber auch noch andere Dinge in der Schule, und wer nach jahrelangem Pauken mancherlei begriffen hat, der mochte sein Licht natürlich hinterher auch leuchten lassen. Fräulein Minna ließ ihr Licht im Kuhstall leuchten, das heißt, sie gab den Kühen ihres Vaters ganz gelehrte Namen. Da es just neun Kühe waren, gab sie ihnen die Namen der neun Musen. Das sind griechische Göttinnen, die ganz vertrackte Namen haben, und es gehört schon ein heftiges Studium dazu, um sie zu behalten. Kein Knecht und keine Magd kann solche Namen behalten. Aber zwei von diesen Musen heißen Euterpe und Melpomene, und diese beiden hatte der Schweizer doch nicht vergessen, als Fräulein Minna mal wieder auf Urlaub kam.„So, zwei Namen haben Sie behalten?“ fragte sie erfreut ob des Erfolgs ihrer erzieherischen Tätigkeit,„welche beiden sind es denn?" Da zeigte der Schweizer voll Stolz auf die dritte und sagte:„Düse is das Enterpeh und düse“— er zeigte auf die fünfte—„düse Is das Melkortemaneh.“ Der Maler Paul Simmel sprach vom„Miljöh“ man kann auch sagen, daß sich eines nicht für alle schickt, und wenn griechische Göttinnen in einen ehrlichen deutschen Kuhstall kominen, dann müssen sie sich viel gefallen lassen. Auf Wiederhören am nächsten Samstag. Hans Sperling. Sonntagsworte. „Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet, und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leven führet; und wenige sind ihrer, die ihn finden.“ Wenige Worte in der Bibel sind so erschütternd wie dieses Wort von der engen Pforte. Es gilt für alle. Aber diese Wahrheit will die Welt nicht anerkennen. Wenn man zu ihr von Verdammnis spricht, begegnet man ihrem Achselzucken und Fragezeichen. Sie macht sich einen lieden Gott zurecht, den es nicht gibt; einen Gott, der zuletzt bei allem durch die Finger sieht, der so ist wie sie selbst. Und weil sie den Ernst der Scheidung und Entscheidung nicht will, so soll auch ihr Gott die Menschen nach Glauben und Unglauben nicht scheiden, weder hier in der Zeit noch droben in der Ewigkeit. Menschlich gesprochen ist ja der breite Weg der bequemste und besuchteste; breite Straßen in der Stadt, breite Chausseen auf dem Lande hat man gern. Da sind auch so viele Menschen, da fahren so viele Wagen; nimmt man diesen Weg, so kann man eigentlich gar nicht zweiselAuch wir treiben Wintersport! Photo Lued rs(Deike 20) haft sein, daß man richtig geht. Und doch sagt der Heiland, daß der breite Weg, der, auf dem die meisten gehen, nicht der des göttlichen Willens ist. Denn Gottes Gebote sind eng und streng; sie lassen wenig Raum. Viele glauben, diese Gebote und den schmalen Weg zu ihnen und mit ihnen umgehen zu können. Ja, sein Herz nicht ändern, das ist der breite Weg. Hat jedoch ein Mensch seinen Irrweg erkannt, so zeigt ihm Gott auch den Eingang in das neue Leben. Entschließe dich nur, Gott aufrichtig zu dienen, so stehst du schon in der engen Pforte. Führe deinen Entschluß aus. und du bist schon auf dem schmalen Weg. Aber vergeß nicht: die Pforte ist eng und niedrig. Du mußt dich bücken und beugen, dein Sorgengepäck und deine Sündenlast vorher ablegen, auch deinen Hochmut mit eingebildeten guten Werken. Denn die eigene Gerechtigkeit ist das größere Hindernis beim Durchgehen durch die enge Pforte. Hast du aber alles hinter dich geworfen, das am Eintreten und Durchgehen hinderlich war, dann kannst du auf den rechten Weg treten; und auch an den schmalsten Stellen wird er nicht zu schmal, und an den steilsten Stellen nicht zu steil sein. Sind Abgründe zu beiden Seiten, der Glaube macht vorsichtig und wachsam. Rein Eingang Der Januar in diesem Jahr ist nicht so, wie er früher war. Kein Winter ist's nach rechtem Dreh; Schneeglöckchen kommen vor dem Schnee. Wer sah in unserm Annen=Witten schon heuer Schlittschuh' oder Schlitten. Der Winter kann— woran mag's liegen?— wohl nicht den rechten Eingang kriegen. Vielleicht, daß er schon wartend steht; doch ist der Wegweiser verdreht. Vielleicht zeigt auch die Eingangspforte nicht klar genug die rechten Worte wie unser Eisenbahnhofshaus. Da, wo die Leute strömen aus, steht groß„Kein Eingang“ gut und wichtig. Doch wär es nun auch folgerichtig, daß über einer andern Pforte erschienen rechte Eingangsworte. Ein Fremdling hat sich jüngst geirrt, ging links herein beim Bahnhofswirt; derweilen schnob der Zug von dannen. Am End' sucht so der Winter Annen. Kaum fang ich nörgelnd an zu schreiben, beginnt auch schon der Schnee zu treiben. Märker Merker. * § Annen, 13. Jan.(Eine großartige Idee.) Wer an dem Tage des großen Wunschkonzertes den Deutschlandsender im Rundfunk gehört hat, wird es nie bereut haben, am allerwenigsten diejenigen, die sich an dem Wünschen beteiligten. Der Rundfunksender hat sein Herz entdeckt, hat eine großartige Idee zur Tat werden lassen. Eine Idee, die dem Eintopf kaum nachsteht. Wie oft mag nicht schon in diesem oder jenem am Radio der Wunsch nach einem bestimmten Stück aufgetaucht sein. In zahllosen Zuschriften an die Reichsrundsunkgesellschaft ist dies zum Ausdruck gekommen, ja die Zahl der täglichen Sonderwünsche war so groß, daß sie in der Praxis nur für wenige erfüllt werden konnten. Da machte man die Radiowünsche mobil für die Winterhilfe, ein Gedanke, der ja zum Erfolg führen mußte. Es herrschte eine Begeisterung für die Veranstaltung, die allen Freude bereitete. Das Wunschkonzert für die Winterhilfe wird wiederholt, und es wird sicherlich zu den immer wiederkehrenden Veranstaltungen zu Gunsten der Winterhilfe gebören, ein schöner Sieg einer guten Idee! —(Sonntagsrückfahrkarten zur Obympiade.) Für die Zuschauer der Olympischen Spiele werden bei Einzelfahrten von allen Bahnhösen der Deutschen Reichsbahn nach Garmisch=Partenkirchen, Berlin und Kiel Sonntagsrückfahrkarten mit 33½ Prozent Fahrpreisermäßigung ausgegeben. Sie gelten nach Garmisch=Partenkirchen ab 1. Februar 0 Uhr bis 18. Februar, nach Berlin und Kiel vom 30. Juli 0 Uhr bis 18. August. Zur Rückfahrt, die jeweils am letzten Geltungstage um 24 Uhr beendet sein muß, gelten die Karten nur, wenn sie beim Besuch einer Olympia=Veranstaltung abgestempelt worden sind. § Annen, 18. Jan.(Postschecknummern) groß und deutlich lesbar angeben! Wie oft ist dieser Wunsch schon geäußert worden, doch wie oft noch ist das Lesen solcher wichtigen Ziffern das reine Augenpulver, schlecht sehenden Leuten gleich gar nicht erkennbar! Die Folge sind Fehlleitungen von Geldsendungen, wenn nicht Geldverluste. § Annen, 18. Jan.(Schützt die Kinder vor Erkältung.) Kinder, die zu Erkältungen neigen, soll man eine Nahrung geben, die reich an Kalorien ist. Sie sollen also viel Milch, Obst, Gemüse bekommen; auch regelmäßig etwas Lebertran zu geben, ist von Vorteil. Ist ein Kind schwächlich und unruhig, so suche man einen Arzt auf. Man soll die Kinder auch in der Winterszeit so viel wie möglich im Freien spielen lassen, natürlich angemessen gekleidet. Hände, Füße und Hals müssen gut geschützt sein. Man soll die Kinder jedoch auch nicht übermäßig dick anziehen, damit die Haut richtig arbeiten und die Feuchtigkeit entweichen kann. Die Haut muß richtig atmen können. Das ist aber nicht möglich, wenn sie durch die Kleidung völlig von der Luftzufuhr abgeschlossen ist. Das Gurgeln mit Salzwasser sollte nicht versäumt werden. Auch Tiefatmungen sind vorteilhaft. Hat sich trotz aller Vorsicht eine Erkältung eingestellt, so soll man den Erkrankten in ein warmes Bad stecken und ihn dann, in Decken gewickelt, ins Bett bringen. Er soll dann einen Tag lang möglichst nichts essen, sondern nur viel trinken, und zwar heißes Wasser mit Zitronen= oder Orangesaft, ungesüßt. Am Morgen ist der ganze Körper mit einem Schwamm abzureiben, den man in kaltem Wasser auswringt, in dem man eine Handvoll Kochsalz ausgelöst hat. Der Körper wird dann mit einem Frottiertuch trocken gerieben. In den meisten Fällen wird auf diese Weise die Erkältung bald vertrieben sein. (2) Annen, 18. Jan.(Also doch noch Schnee.) Böse Zungen haben ja in den letzten Wochen, auch an dieser Stelle, behauptet, Schnee ist in diesem Jahr ein Luxusartikel. Nun ist er aber schon gleich zur Massenware geworden. Der Ausdruck Schnee scheint allerdings bis jetzt etwas zu stark sein, denn nur in der Luft ist es Schnee. Auf der Straße verwandelt er sich in diesen bekannien „Matsch“, mißmutig stapft man hindurch, und was man vorher versäumt hat an Schimpfen, wird jetzt nachgeholt. Das Wetter ist nun einmal der Schuttabladeplatz fur den vielen Aerger, der sich im Laufe eines Tages ansammelt. So war es ungefähr gestern abend. Dann hat sich der Wettergott eines anderen besonnen und etwas kälter gepustet. Nun wird ja wohl auch der Schnee liegen bleiben, und so manche Hoffnung erfüllt sich doch noch zur Freude der Jugend. KE S Mr. Annen, 18. Jan.(Mit Al Capone durch dick und dünn.—„Ein Mädel aus guter Familie.“) Es ist nicht leicht, Al Capone in dem Film„Der Kampf um den Piratenschatz“, der gegenwärtig im Central=Theater läuft, zu begleiten. Man könnte da in Situationen kommen, denen man sich nicht wie Al Capone mit einem Hechtsprung ins fahrende Auto oder mit solchen Kinnhaken entledigen könnte. Kaum sitzt man mit ihm am Steuerrad des Wagens, so schwimmt man auch schon im Wasser, wird Fassadenkketterer, springt durch acht Sonnendächer durch, läßt den Wagen ein paar Saltos dauen und kriecht dann seelenvergnügt unter den rauchenden Trümmern hervor. Nirgends reißt diese Spannung ab, einmal haben die Gauner den geheimnisvollen Plan, dann kann ihn Capone wieder an sich reißen, bis er schließlich doch die Oberhand behält. Eine Kritik zu üben, wäre schwer; wer für Sensationen zu haben ist, wird in allen Teilen befriedigt nach Hause gehen, während der andere.. es ist eben Geschmackssache! Ueber den Inhalt des Hauptfilms„Ein Mädel aus guter Familie“ brauchen wir ja keine Worte mehr zu verlieren. Die im Anfang düster erscheinende Handlung wird durch die einzelnen Typen stark gemildert. Wir sind im ersten Augenblick alle von der Schuld dieser kleinen jungen Dame überzeugt, nur das„happy end“ belehrt uns eines Besseren. Reich an Situationskomik ist das Ganze, ein guter Unterhaltungsfilm. Größere Rechte beansprucht er ja auch nicht. —(An alle ehemaligen Arbeitsdienstmaiden!) In Zusammenarbeit mit der Reichsführerin des deutschen Frauenwerkes, Frau Scholtz=Klink und der Reichsleitung des Arbeitsdankes unter Vorsitz des Reichsarbeitsdienstführers Oberst a. D. Hierl sind im ganzen deutschen Reich die Arbeitsdankmaidengruppen ins Leben gerufen worden. Auch hier in Witten besteht seit dem 15. Januar 1936 eine solche Gruppe. Mit der Führung dieser Gruppe ist auf Anordnung des Obmannes des Arbeitsdank Witten, Pg. Richard Hubert, Witten, die Kameradin Gisela Vogel, Witten, Humboldtstr. 12 beauftragt worden. Es ergeht nun an alle ehemaligen Arbeitsdienstmädel die Bitte, sich dieser Gruppe anzuschließen. Steht nicht abseits, kommt zu uns. Hier findet ihr dieselbe Kameradschaft, wie sie im Lager auch war. Zeigt, daß ihr bereit seid mitzuhelfen am Wiederaufbau des Vaterlandes. Also, reiht euch ein in unsere Gemeinschaft.— Meldungen werden entacgengenommen beim Arbeitsdank Witten, Reinhold Muchowhaus, Witten, Gerichtsstraße 38a. Arbeitsdank, Witten. Witten, 18. Januar.(Einbruch in ein Hitlerjugendheim.) In der Nacht zum 15. Januar wurde in das Hitlerjugendheim in der Heilenstraße gewaltsam eingebrochen. Mehrere Behältnisse wurden gewaltsam geöffnet und 9,60 Mark, ein Voltmesser und ein Kuauers Lexikon entwendet. —(Verkehrsunsall.) Am 16. Januar, vormittags, erfolgte in der Wideystraße ein Zusammenstoß zwischen einem Personenkraftwagen und einem Radfahrer. Zum Glück entstand nur Sachschaden. —(73 200 Einwohner.) Die Einwohnerzahl Wittens betrug am 1. 1. 1936= 72 300. haus= und Grundbesitzerverein von Witten und Amgegend Am 14. Januar fand im Saale des Restaurants Borgmann eine glänzend verlausene Versammlung des Haus= und Grundbesitzervereins statt. Herr Dr. DüppeEssen(Verbandsgeschäftsführer des Verbandes der Hausund Grundbesitzervereine im Ruhrkohlenbezirk) hielt einen interessanten Vortrag über Tagesfragen des Hausbesitzes. Er ging zunächst in großen Umrissen auf die Einheitsbewertung ein. Während die letzte Einheitsbewertung vom Jahre 1931 für die meisten Hausbesitzer nicht in Betracht kam, bekommt sie dieses Mal eine erhebliche Bedeutung. Eine ganze Reihe wichtiger Steuern wird sich auf ihr aufbauen. Die Grundvermügenssteuer z. B. soll ab 1. 4. 1937 einheitlich als Reichssteuer nach dem Einheitswert 1935 berechnet werden. Weitere wichtige Bestimmungen der Einheitswerte wurden anhand von Beispielen erörtert. Die verschiedenen Grundstücksgruppen mit den verschiedenen„Vervielfältigern“ wurden dabei eingehend besprochen. Während die Nachprüfung der Einheitswerte bei den Mietwohngrundstücken verhältnismäßig einfach ist, da die Mieterträge die Grundlage bilden, ist die Bewertung bei den Einfamilienhäusern verwickelter. Hier wird ein„gemeiner“ Wert, d. h. der mutmaßliche Verkaufswert ermittelt. Zum Schluß seiner Ausführungen über den Einheitswert ging Herr Dr. Düppe noch auf die Einspruchskosten ein. Sodann wurde die Hauszinssteueranleihe, oder, wie sie eigentlich heißt,„Gemeindeumschuldungsanleihe", besprochen. Kurz vor dem 1. 4. 1935 wurde die seit langem versprochene Senkung der Hauszinssteuer um 25 Prozent zu Gunsten eines vermehrten Wohnungsbaues abgeändert. Es entsteht zunächst die Befürchtung, daß die Senkung überhaupt aufgehoben sei. Das war ein Irrtum. Jeder bekommt vom Finanzamt ohne Antrag in Höhe von ein Viertel der eingezahlten Hauszinssteuer, wenn der Betrag 100 Mark erreicht hat, ein Stück der Gemeindeumschuldungsanleihe. Da nun manche Zahlungen erst nach langer Zeit einen Betrag von 100 Mark erreichen, so ist eine Erleichterung vorgesehen. Es kann durch Antrag beim Finanzamt die Ueberweisung von Guthabenbescheinigungen über je 10 Mark an eine Bank oder Sparkasse erreicht werden. Bei der nicht vorausgesehenen komplizierten Verwaltungsarbeit durch die vielen Instanzen geht diese Ausgabe nur langsam vor sich. Der Redner warnte vor allgemeinem Verkauf der Stücke und Guthaben, weil sonst der Kurs stark beeinflußt würde. Zum Schluß seines eineinhalbstündigen Vortrags ging Dr. Düppé auf die Fragen des Neuhausbesitzes ein. Heute schon bildet der Neuhausbesitz 20 Prozent des gesamten Wohnungsbaues. Er erwähnte die Auflösung des Verbandes der Neuhausbesitzer und die organisatorische Einfügung des Neuhausbesitzes in den Zentralverband deutscher Haus= und Grundbesitzervereine als allein rechtlich anerkannte Vertretung des Hausbesitzes. Die Lage des Neuhausbesitzes, der in den Jahren 1924 bis 1930 gebaut hat, ist besonders schwierig, da während dieser Zeit der Bauindex bis 180 Prozent betrug. Die Hypothekenfrage ist daher gerade beim Neuhausbesitz eine der dringlichsten. Eine Aenderung der sich für den Schuldner schwer auswirkenden Bestimmungen ist die nächste Hauptaufgabe des Verbandes. Reicher Beifall lohnte den ais guten Sachkenner bekannten Redner. Eine rege Aussprache u. a. über Bergschäden und die erhöhten Schornsteinsegegebühren schloß sich an. Mit einem Heil auf den Führer schloß der 1. Vorsitzende, Rechtsanwalt und Notar Allendorff, die Mitgliederversammlung. Vorhersage für Sonnabend: Lebhafte, zeitweise auffrischende Winde zwischen Nord und West schwankend, wechselnd bewölkt mit Schnee= und RegenEerieserngus. der dens Provinz=Nachrichten Lütgendortmund, 18. Jan.(Großer Brand.) In den Abendstunden des Donnerstag brach gegen.30 Uhr in einem Lagerschuppen der Firma Huhn und Witz, Fabcik für bewegliche Federpackung, an der Lütgendortmunder Straße ein größerer Lagerschuppenbrand aus. Der an die Fabrik angebaute Raum, in dem sich trockenes Holz in größeren Mengen befand, fing Feuer, das in kurzer Zeit das Dach und den ganzen Anbau, der aus Holz bestand, erfoßte. Die hellaufschlagenden Flammen, die an dem trockenen, lagernden Material reichliche Nahrung fanden, erleuchteten die gane Umgebung taghell. Kurze Zeit nach dem Ausbruch des Feuers kam die Dortmunder Berufswehr mit vier Wagen an der Brandstelle an. Etwa zwei Stunden arbeitete sie in Gemeinschaft mit der ebenfalls herbeigeeilten Lütgendortmunder Freiwilligen Feuerwehrkolonne, dann war der Brand gelöscht und weitere Gefahr beseitigt. Der Schaden ist groß. Ahlen, 17. Jan.(Ein zweiter Bürgermeister für Ahlen.) In der Hauptsatzung der Stadt Ahlen sind ein Bürgermeister, ein hauptamtlicher Beigeordneter und zwei ehrenamtliche Beigeordnete vorgesehen. Die Stelle des zweiten Bürgermeisters war nur vorübergehend und seit 1926 nicht mehr besetzt. Nunmehr hat der Bürgermeister der Stadt Ahlen die Stelle des zweiten Bürgermeisters neu ausgeschrieben. Gütersloh, 17. Jan. Die letzte vom Geschlecht der Glockengießer Lohmeyer gestorben.) In Gütersloh starb Frau Luise Lohmeyer im Alter von 86 Jahren. Mit ihr ist die letzte Angehörige des alten Gütersloher Glockengießergeschlechts Lohmeyer dahingegangen. Wuppertal, 17. Jan.(Jeder 18. Wuppertaler im Besitz eines Führersscheins.) Wie die Pressestelle beim Polizeipräsidium Wuppertal mitteilt, sind bis zum 31. Dezember 1935 innerhalb des Stadtbezirks Wuppertal insgesamt 22096 Führerscheine erteilt worden. Davon entfallen 1437 auf weibliche Personen. Im Jahre 1935 wurden 2746 Führerscheine, davon 341 an weibliche Personen, erteilt. Jeder 18. Einwohner Wuppertals ist somit im Besitz eines Führerscheins. Düsseldorf, 17. Januar.(Schadenfeuer in einer Maschinenfabrik.) In einem Modell=Lager der Düsseldorfer Maschinenfabrik.=G. Losenhausenwerk in Grafenberg brach am Donnerstagabend ein Schadenfeuer aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr, die mit zwei Löschzügen erschienen war, stand das 60 m lange und 30 m breite Modell=Lager in Flammen, so daß die Wehr sich darauf beschränken mußte, die anschließenden übrigen ModellLager vor den Flammen zu retten. Das in Brand geratene Modell=Lager brannte völlig aus. Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest. Nach dreistündiger Tätigkeit konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Ibbenbüren, 17. Januar.(Zwei Arbeiter vom Wagenkasten erschlagen.) Beim Abladen eines mit Kohlen beladenen Anhängers, der vor einer Bäckerei in Ibbenbüren stand, schlug der Wagenkasten zurück und begrub die beiden mit dieser Arbeit beschäftigten 18 und 22 Jahre alten Arbeiter unter sich. Die beiden Verunglückten erlitten so schwere Brustquetschungen, daß der Tod alsbald eintrat. Bonn, 17. Jan.(Der Landrat von Vonn ist in den Ruhestand getreten.) Der Landrat des Landkreises Bonn, Dr. Haarmann, ist zum 1. Februar 1936 auf seinen Antrag in den Ruhestand versetzt worden. Osnabrück, 17. Jan.(Beim Krankenbesuch vom Tode ereilt.) Einer der geachtetsten Osnabrücker Aerzte, Dr. Karl Westerkamp, wurde in nächtlicher Stunde während eines Krankenbesuchs vom Tode ereilt. In der Nähe der Haster=Schleuse, als er sich zu einem Kranken begeben wollte, überfiel ihn ein Unwohlsein, das ihn veranlaßte, den Sanitätswagen kommen zu lassen. Als der Krankenwagen eintraf, sank Dr. W. den Helfern tot in die Arme; ein Schlaganfall hatte seinem Leben ein Ziel gesetzt. Der Verstorbene stand im 66. Lebensjahr; er hatte über drei Jahrzehnte lang in Osnabrück eine große Praxis betreut. Früher war er längere Zeit Oberarzt des Städtischen Krankenhauses. Fahndung nach 3 jüdischen Großbetrügern Iusgesamt 80 000 RM. ergannert. Berlin, 18. Jan. Die Berliner Kriminalpolizei hat zur Zeit eine umfangreiche Fahndungsaktion nach drei Großbetrügern eingeleitet, die im Laufe weniger Monate in der Reichshauptstadt, und zwar unabhängig voneinander, insgesamt für rund 80 000 RM. Ware sowie Bargeld durch die verschiedensten raffinierten Schwindelmanöver und Schiebungen erbeutet haben und seitdem flüchtig sind. Nach den bisherigen Ermittlungen liegt die Vermutung nahe, daß sich die drei jüdischen Gauner inzwischen ins Ausland begeben haben. Andererseits ist aber die Möglichkeit keineswegs von der Hand zu weisen, daß sich der eine oder andere noch in Berlin aushält. Es handelt sich um den 31 Jahre alten Ostjuden Mordcha Sztern, genannt Max Stern, einen 32jährigen Juden Hellmuth Pseisel und einen 27jährigen Max Rosendorff aus Charlottenburg. Mordcha Sztern hat von Oktober bis Dezember 1935 von mehreren Schuhfabriken für rund 30000 RM. Schuhe auf Kredit gekauft und nicht bezahlt. Nachdem er die Ware bis auf einen kleinen Rest verschleudert hatte, suchte er mit dem ganzen Erlös aus dem verkauften Schuhwerk das Weite. Einen ähnlichen Kreditschwindel beging Hellmuth Pfeisel. Er bezog von Mühlenbesitzern auf Kredit für 40000 Reichsmark Mehl, das er weiterverkaufte. Kaum hatte er sämtliche Gelder eingezogen, als er ebenfalls verschwand. Max Rosendorff betrieb einen Verkaufsladen für Damenröcke. Er ließ sich für 5000 RM. Stoffe liefern, die er zum Teil verarbeiten, zum anderen Teil weiterverkaufen ließ, um das Geld in seine eigene Tasche zu stecken. Die Bezahlung der Ware „vergaß“ er. Darüber hinaus brachte er es sogar fertig, einen Rassegenossen um 5000 RM. zu betrügen. Festnahme eines Mörders Aufklärung der Gelsenkirchener Bluttat. Essen, 17. Jan. Wie bereits berichtet, wurde in Gelsenkirchen in einer einsamen Straße der Arbeiter Wilhelm Koslowski durch einen Messerstich in den Hinterkopf getötet und beraubt. Aus dem Befund am Tatort war zu ersehen, daß der Täter die Lage der Leiche noch verändert hatte. Der Kopf des Toten war auf den Hut gebettet worden. Erst nach längerer Zeit gelang es, die Persönlichkeit des Toten festzustellen. Im Lause des gestrigen Tages wurde durch die örtliche Mordkommission Gelsenkirchen und durch die zentrale Mordkommission Essen der 21jährige Rudolf Kluth aus Wattenscheid als Täter festgenommen. Er legte im Laufe der vergangenen Nacht ein umfassendes Geständnis ab. Kluth lernte den Ermordeten in einer Wirtschaft kennen, trank mehrere Stunden mit ihm und lockte ihn dann in eine einsame Gegend. Hier ließ er sein Opfer einen Schritt vorgehen und stach es von hinten nieder. Der Stich ging unter dem Hinterhaupt her in die Wirbelsäule, so daß der Getroffene sofort zusammenbrach. Dann raubte Kluth den Toten aus, wobei ihm etwa acht Mark Bargeld und eine silberne Taschenuhr mit Kette in die Hände fielen. Nach etwa zehn Minuten kehrte Kluth zu seinem Opfer zurück und legte den Toten zurecht. Das Ziel der soldatischen Erziehung Ueberräschend viel Freiwillige bei der neuen Wehrmacht. Der Reserent des Reichskriegsministeriums, Major Walther Jost, betonte in einer Unterredung mit einem Pressevertreter, man sei überzeugt, daß in der einjährigen Dienstzeit das Ziel der Ausbildung erreicht und der Rekrut zu einem vollwertigen Kämpfer ausgebildet werden könne. Die Mehrzahl der Soldaten, die am 1. 11. 1935 in die Wehrmacht eintraten, kamen aus dem Arbeitsdienst, viele auch aus der HI, und hätten in beiden Organisationen eine sehr wertvolle Vorschulung für den Wehrdienst durchlaufen. „Sie kennen gründlich das Gemeinschaftsleben,“ so betonte Major Jost,„und besitzen das, was wir Soldaten die innere Disziplin nennen. In der alten Armee brauchte man Wochen und Monate, um den Rekruten diese Grundbegriffe der Einordnung in das Kasernenleben beizubringen. Heute kann und soll diese Zeit der Waffenausbildung zugute kommen. Selbstverständlich ist auch die Ausbildungsmethode auf die einjährige Dienstzeit abgestellt und unterscheidet sich grundlegend von der Ausbildung der früheren Reichswehr mit ihrer zwölfjährigen Dienstzeit.“ Heute erfolge die Beschränkung auf das Wesentliche, was der Einzelkämpfer im Rahmen seiner Waffe zum Handeln brauche. Den ausschließlichen Drill aus den Zeiten Friedrich Wilbelms I. gebe es selbstverständlich heute nicht mehr. Ziel der soldatischen Erziehung sei der harte und willensstarke Kämpfer, der Herr der Waffe, aber gleichzeitig auch der mit der neuen Volksgemeinschaft unlöslich verwachsene und seinem Führer durch persönlichen Treueid zu unbedingtem Gehorsam verpflichtete Mann. Major Jost bezeichnet es als erfreulich, daß die Zahl der Freiwilligen überraschend groß war und ist, ein Zeichen dafür, daß die Mehrpflicht als Wehrrecht aufgefaßt werde. Auf die freiwilligen Meldungen werde groher Wert gelegt. Die größte Freiwilligenzahl habe verhältnismäßig Kriegsmarine und Luftwasse. Grundsätzlich hätten biejenigen Waffengattungen die meisten Freiwilligen, in denen die neuzeitliche Technik eine ausschlaggebende Rolle sviele, die Kampfwagentruppen, Funker, Flunzeugführer usw. Der wehrpflichtige deutsche Mann solle nicht nur während seiner aktiven Dienstreit und Reserveübungen Soldat sein, sondern er solle es auch bleihen in seinem Berufsleben. Dieser Aufgabe diene in erster Linie der Soldatenbund. Londeskirchenausschuß auch in Hessen Umbildung des Landeskirchenrates. Auf Grund der günstigen Erfahrungen mit der Bildung von Landeskirchenausschüssen in anderen Landeskirchen hat der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten den seinerzeit gebildeten Landeskirchenrat der Evangelischen Landeskirche Nassau=Hessen nunmehr auf Grund einer 6. Durchführungsverordnung auch durch einen Landeskirchenausschuß ersetzt. Während der Landeskirchenrat aus neun Mitgliedern bestand, besteht der nunmehr gebildete Landeskirchenausschuß nur aus drei Mitgliedern, nämlich dem Vorsitzenden des bisherigen Laudeskirchenrats, Oberkirchenrat i. R. Pfarrer Zentgraf, dem bisherigen Mitglied Dekan Schäser und dem Oberlandeskirchenrat Dr. Fischer als Juristen. Eine Ergänzung dieses Landeskirchenausschusses aus den kirchlichen Gruppen auf fünf Personen ist vorbehalten. Urteil im Stavisty=Prozeß Elf Freisprüche. Paris, 18. Jan. In dem größten Skandalprozeß der Nachkriegszeit in Frankreich, im sogenannten Stavisky=Prozeß, in dem 21 Abgeordnete, Journalisten und ehemalige Rechtsanwälte auf der Anklagebank saßen, ist das Urteil gesprochen worden. Die Geschworenen schlossen sich hinsichtlich der Angeklagten Levy, Aymard und Departon dem Standpunkt des Generalstaatsanwalts an, der die Anklage gegen sie fallen gelassen hatte. Sie beantworeten sämtliche Schuldfragen mit Nein. Freigesprochen wurden serner die Frau Staviskys, Arlette Stavisky, der ehemalige Herausgeber der„Volonté", Dubarry, der ehemalige Rechtsanwalt Staviskys, Gui aud Ribaud, und weiter Darius, Farault, Romagnio, Gaulier und Digoin. Die übrigen Angeklagten wurden wegen Unterschlagung, Urkundenfälschung oder Hehlerei verurteilt. Ihnen wurden mit Ausnahme des ehemaligen Direktors des Bayonner Leihhauses mildernde Umstände zugebilligt. Geplanter Anschlaggegen Stalin? Gerüchte um ein Flugzeugunglück. DR Charbin, 17. Januar. Am 29. Januar vor. Is. stürzte über dem Moskauer Flugplatz ein eben in den Dienst gestelltes sowjetrussisches Spezialflugzeug ab, wobei die amtliche Abnahmekommission und die gesamte Besatzung den Tod fanden. Zu diesem schweren Unfall, über den seinerzeit die gesamte Presse eingehend berichtete, will die in Charbin erscheinende Zeitung„Charbinskoje Wremja“ aus sowjetrussischen Kreisen erfahren haben, daß es sich in Wahrheit um einen gegen Stalin geplanten Anschlag gehandelt habe, der durch ein technisches Versehen 48 Stunden zu früh ins Werk gesetzt worden sel. Das Blatt weiß zu melden, daß das abgestürzte Flugzeug für Stalin persönlich und die höchsten Spitzen der Sowjetunion hätte in den Dienst gestellt werden sollen. Einzelheiten über die Ursache des Unglücks seien nicht bekannt geworden, doch dürfte es sich um einen besonders gefährlichen Explosivstoff gehandelt haben. Im Verlauf der von der GPU durchgeführten Untersuchung seien Massenverhaftungen und angeblich auch bereits zahlreiche Erschießungen vorgenommen worden. Wilsons Doppelspiel Verletzung der amerikanischen Neutralitätspolitik. Die Verhandlungen vor dem Untersuchungsausschuß des amerikanischen Senats bringen täglich neue Ueberraschungen. Durch die neuesten Feststellungen erscheint das Verhalten des Präsidenten Wilson im Kriegsjahre 1916 in einem höchst eigenartigen Licht. Der Vorsitzende des Ausschusses, Senator Nye, stellte die schwerwiegende Behauptung aus, daß Präsident Wilson einige Umstände des Kriegseintritts Amerikas salsch berichtet habe. Nye erklärte zunächst, daß Wilson behauptet habe, von Geheimverträgen der Alliierten bezüglich einer Neuverteilung Europas bei Kriegseintritt Amerikas nichts gewußt zu haben. Demgegenüber betonte Nye und das Ausschußmitglied Clark, daß gewisse Schriftstücke des Staatsdepartements, die sie eingesehen hätten, die aber nicht veröffentlicht werden könnten, den Beweis lieferten, daß Wilson und sein Staatssekretär Lansing von den Verträgen gewußt hätten. Clark behauptete weiterhin, daß Wilsons Geheimberater, Oberst House, sich bereit erklärt habe, die Vereinigten Staaten ohne Kenntnis des Kongresses in den Weltkrieg hineinzuziehen. Clark stützte seine aussehenerregende Behauptung mit dem Hinweis auf eine zwischen House und Sir Edward Grey bezüglich der Abhaltung einer Friedenskouferenz getroffene Vereinbarung. House habe diesen Vorschlag mit der Drohung unterstützt, daß, falls Deutschland nicht zustimme, die Vereinigten Staaten sich wahrscheinlich den Alliierten anschließen würden. Die Verhandlungen des Untersuchungsausschusses ergaben weiter, daß England die Beziehungen mit den Vereinigten Staaten dadurch gefährdet habe, daß es eine schwarze Liste von„unfreundlichen" amerikanischen Industriefirmen veröffentlicht habe. Clark verlas schließlich verschiedene Schriftstücke, um zu beweisen, daß die Vereinigten Staaten die Neutralität wiederholt zugunsten der Alliierten verletzt hätten. Neueste Nachrichten Kriegsopferfragen Oberlindober vom Führer empfangen. Berlin, 17. Januar. Der Führer und Reichskanzler hat heute den Hauptamtsleiter für Kriegsopferfragen, Reichskriegsopserführer Oberlindober, zu einem eingehenden Vortrag über Frontsoldaten- und Kriegerhinterbliebenenfragen empfangen. Ueberreste einer Schiffstragsdie. Während des heftigen Sturmes, der in den letzten Tagen auf der Nordsee tobte, hat sich wahrscheinlich in der Nähe der Küste Jütlands ein Schiffsunglück ereignet. Ein nach dem Abflauen des Sturmes ausgefahrener Fischkutter aus Westjütland entdeckte unweit der Küste den Achtersteven eines Fahrzeuges, der die Inschrift „Oceanic=Boulogne“ trug. Man glaubt, daß das Wrackstück von einem französischen Fischdampfer stammt. Das 16. Kind geboren. In Wittlohe bei Verden wurde in der Familie des Arbeiters Fritz Huxoll das 16. Kind geboren. Dreizehn Kinder sind am Leben und wachsen in bester Gesundheit heran. Der englische Finanzmann Kay gestorben. London, 16. Januar. Der bekannte englische mann Robert Kay brach am Mittwoch auf dem Wege zur Bank von England tot zusammen. Kay, 63 Jahre alt, war Leiter der Devisenabteilung der Bank von England. Als solcher war er für die Handhabung des englischen Währungsausgleichsfonds verantwortlich. Nach dem Kriege war Kay von der Bank von England als Finauz= berater nach Oesterreich gesandt worden. 15 Häuser von einem Erdrutsch fortgerissen Paris, 18. Januar. Nördlich vom See Bourget in den Savoyer Alpen hat ein Erdrutsch 15 Häuser des Dorses Serrières=en=Chautagne fortgerissen. Weitere Häuser mußten geräumt werden. Bisher hat man zwei Tote aus den Trümmern geborgen. Pioniere sind zur Hilfeleistung aufgesordert worden. Ernste Erkrankung des englischen Königs DN London, 17. Januar. Eine am späten Abend des Freitag ausgegebene Meldung besagt, daß der König von England an Bronchiatkatarrh und Anfällen von Herzschwäche leidet. Sein Zustand gibt zu einer gewissen Besorgnis Anlaß. Schuschnigg nach Wien zurückgereist DR Prag, 18. Januar. Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg ist am Freitag um 22,50 Uhr nach Wien zurückgekehrt. Zu seiner Verabschiedung hatte sich u. a. Ministerpräsident und Minister für auswärtige Angelegenheiten Dr. Hodza eingefunden. Tlicht sehr bedeutend? Abessinien zu der Offensive Grazianis. Addis Abeba, 17. Januar. Verantwortliche Regierungsstellen bestreiten, daß die gegenwärtigen militärischen Operationen im Dolo=Sektor strategisch so bedeutend seien, wie von den Italienern behauptet wird. Das gehe schon daraus hervor, daß die abessinischen Truppen, die in diesem Gebiet den Italienern gegenüberstehen, verhältnismäßig gering an Zahl seien. Die im Ausland verbreitete Zahl von 100000 sei erheblich übertrieben. Hinsichtlich der weiteren Entwicklung an der Südfront ist man in Regierungskreisen keineswegs pessimistisch. Es sei mit Sicherheit anzunehmen, daß der italienische Vormarsch schon sehr bald auf erhebliche Schwierigkeiten stohen würde. Der nördliche Teil der Provinz Baie sei von der abessinischen Heeresleitung erst als eigentliches Widerstandsgebiet in Aussicht genommen worden. Hier seien die Hauptstücke der abessinischen Sädarmee konzentriert. Verantwertlicher Hauptschriftleiter(einschließt. Materndienst): 8110 Pig. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 gältig. Für Anzeigen beraufwertiich: wpilbelm Schneiber, Mittenb. A. XII. 2 1738. Druck und Verlag: Dri# Rucing. Annen.— Geschäftsstelle: Witten=Annen, Stockumer Stra Das Wunschkonzert im Rundfunk Ueber 6000 Mark eingegangen. DR Berlin, 17. Jan. Das fünfstündige Wunschkonzert, das der Deutschlandsender zugunsten des Winterhilfswerks veranstaltete, hat einschließlich der Sachspenden einen Betrag von weit über 6000 RM. ergeben. Diese Summe setzt sich, was besonders bemerkenswert ist, zum überwiegenden Teil aus kleinsten Beträgen zusammen. Da wegen der überaus zahlreichen Eingänge leider nicht alle Wünsche im Lause der Sendung berücksichtigt werden konnten und darüber hinaus täglich weitere Wunschzettel und Spendengutttungen eingehen, hat sich der Deutschlandsender entschlossen, das Wunschkonzert am Sonntag, 26. Januar, von 18.30 bis 24 Uhr, in einem noch größeren Rahmen mit bekannten Solisten und 7 Kapellen fortzusetzen. Deichbrüche am Hoangho 500 Dörfer überschwemmt. D Schanghai, 17. Jan. Nach Meldungen chinesischer Blätter hat die reißende Strömung des Hoangho, des durch seine verheerenden Hochwasser gefürchteten Gelben Flusses, an der Grenze von Honan und Hopei erneut an zahlreichen Stellen die Deiche durchbrochen. 500 Dörfer sind bereits überschwemmt. Zahlreiche Menschen fielen den Fluten zum Opfer. Tausende mußten Haus und Hof verlassen. Das Elend der Flüchtlinge wird durch eine schwere Kältewelle vergrößert, welche die Temperaturen bis auf 27 Grad Kälte herabsinken ließ. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Kirche Annen Sonntagmorgen 9,30 Uhr Gottesdienst, Pfr. Müller. 11 Uhr Kindergottesdienst, anschließend Taufen nach vorheriger Anmeldung.— Sonntagmorgen 10 Uhr Gottesdienst im Borbachheim, anschließend Kindergottesdienst, Pfr. Bartelworth.— Sonntagabend 6 Uhr Monatsversammlung des Evang. kirchl. Männerdienstes mit Vor trag von Herrn Pfr. Müller über das Thema:„Deutsche Glaubensbewegung und evangelische Kirche.“— Montag abend 7 Uhr Jugendbibelstunde für die männliche gend. 8 Uhr Bibelstunde für die Mädchen über 18 Jahre, Pfr. Bartelworth. Montagabend 8,15 Uhr Uebungsstunde des Kirchenchors.— Dienstagabend 8 Uhr Singekreis.— Mittwochabend 8 Uhr Bibelstunde im Männer. und Jünglingsverein.— Donnerstagabend 8 Uhr Jugendbibelstunde für die weibliche Jugend, Pfr. Bartelworth. Donnerstagnachmittag 3 Uhr Versammlung der Frauenhilse mit Vortrag einer Baltin über ihre persönlichen Reiseeindrücke„Der Kampf im Baitikum für Kirche und Volkstum“. 7,30 Uhr Posaunenstunde.— Freitagabend 8 Uhr Gesangstunde des Frauenchors.— Samstag= und Sonntagabend 8 Uhr Gemeinschaftsstunde. Bezirk Vorbach: Dienstagabend 8 Uhr Versammlung des Jungmännervereins.— Donnerstagabend 7,30 Uhr Bibelarbeit und evangelische Schulungsarbeit im Jungmädchenverein. Evangelische Kirche Rüdinghausen Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, 11.15 Uhr Kindergattesdienst, 12 Uhr Kirchentaufen.— Dienstag 19.30 Uhr Frauenchor der Frauenhilfe Rüdinghausen. Dienstag 20 Uhr Vorbereitung des Kindergottesdienstes.— Mittwoch 20 Uhr Kirchenchor.— Donnerstag 20 Uhr Bibelabend der weibl. Jugend.— Freitag 20 Uhr Gemeindebibelstunde im Gemeindehaus. Evangelische Kirche Stockum Sonntag 10 Uhr Hauptgottesdienst, Pastor Harney; 11.15 Uhr Kindergottesdienst; 12.15 Uhr Tausen; 20 Uhr Christliche Gemeinschaft.— Montag und Freitag 19.30 Uhr Posaunenblasen.— Dienstag 20 Uhr Männerabend im Gvangelischen Männerwerk in der alten Schule. Alle Männer sind herzlich willkommen. Dienstag 20 Uhr Singen.— Donnerstag 16 Uhr Frauenhilfe; 20 Uhr Gemeinschaftsbibelstunde; 21 Uhr Vorbereitung des Kindergatteihtenstes. St. Josefskirche Witten-Annen .30 Uhr Gemeinschaftsmesse mit hl. Kommunion der Jungfrauen, 8 Uhr hl. Messe mit Predigt und hl. Kommunion der Klassen 2a und 25 der Freiligrathschule, 10 Uhr Hochamt mit Predigt, 14.30 Uhr Andacht und Vortrag. Nach den hl. Messen kollektiert der Elisabelhverein. Nach dem Hochamte ist Vinzenzkonferenz. Von Samstag, den 18. d. Mts., bis Samstag, den 25. d. Mis., ist um 18 Uhr die Andacht der Gebetsoktav. Vorbach(Waldstraße 6) 10 Uhr hl. Messe mit Ansprache. Katholische Kirche Stockum Sonntags sind die hl. Messen wie gewöhnlich:.30 Uhr Frühmesse mit Predigt, 10.15 Uhr Hochamt mit Predigt, 14.30 Uhr Andacht mit Segen. Alt-katholische Pfarrei Witten Christuskirche, Körnerstraße. 10,30 Uhr Hochamt in deutscher Sprache mit Predigt. Sport. Sternlauf nach Winterberg verlegt. Der vom Gau=Tourenwart für Sonntag, 19. Januar, ausgeschriebene Sternlauf nach Winterberg, der einen neuartigen Wettbewerb für die westdeutschen Skuäufer darstellt, muß wegen Schneemangels verschoben worden. Er wird erst nach Austragung der Westdeutschen Meisterschaften stattfinden können. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben. Die Durchführung des gleichfalls für das Wochenende vorgesehenen Bezirksläuse ist kaum zu erwarten. Nur in den hohen Lagen des Sauerlandes dürften bereits an diesem Wochenende Wintersportmöglichkeiten gegeben sein. Böglein im Winter Ihr lieben kleinen Vögelein, Fliegt alle schnell herbei, Die Mutter sagt, ihr fändet nichts, Weil's draußen Winter sei. Drum hab ich Krümchen euch gebracht, Von meinem Abendbrot, Kommt schnell herbei, ihr Bögelein, Dann habt ihr keine Not. Jahrmärkte Montag, 20. Januar: Dortmund, Hagen, Bochum, Gelsenkirchen Schlachtv., Soest Rdv. Pf. Schw. 2 Die Schwiegertochter erschossen Zwölf Jahre Zuchthaus für den Täter 10 Sa Uhso Kur nett? Essen, 18. Januar. Nach dreitägiger Verhandlung verurteilte das Essener Schwurgericht den 56 Jahre alten Wilhelm Albrecht aus Hervest=Dorsten wegen Totschlags, Totschlagsversuchs und Waffenvergehens zu zwölf Jahren und drei Wochen Zuchthaus. Außerdem wurden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt. Der Angeklagte hatte mit seiner 25 jährigen Schwiegertochter ein Verhältnis unterhalten, das ihm schließlich unbequem geworden war. Am 9. Oktober kam es auf dem Kartoffelfeld zwischen dem Angeklagten und der Schwiegertochter zu einer Auseinandersetzung. Plötzlich zog der Angeklagte die Pistole und streckte die Schwiegertochter durch einen tödlichen Schuß aus nächster Entfernung nieder. Ein zweiter Schuß, den der Angeklagte auf seinen Sohn richtete, durchbohrte nur dessen Mütze. Der Täter wurde alsbald nach der Tat verhaftet. Vor Gericht erklärte der Angeklagte, daß er nicht die Absicht gehabt habe, seine Schwiegertochter zu erschiezen. Er habe lediglich im Beisein seines Sohnes das ihm unbequem gewordene Verhältnis lösen wollen. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten aufgrund der Beweisaufnahme im Sinne der Mordanklage für überführt. Er beantragte wegen Mordes die Todesstrafe, wegen. Mordversuchs fünf Jahre Zuchthaus, außerdem Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit und wegen Waffenvergehens eine Gefängnisstrafe von drei Wochen. Das Gericht erkannte auf 12 Jahre und drei Wochen Zuchthaus. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß das Gericht schwerwiegende Bedenken gehabt habe, die Ueberlegung zu verneinen. Immerhin sei denkbar, daß der Angeklagte in einem Erregungszustand gehandelt habe. Der Verdacht der Ueberlegung sei zwar vorhanden, aber er reiche nicht aus, den Angeklagten wegen Mordes zu verurteilen. Von mildernden Umtänden könne keine Rede sein. Der Angeklagte sei moK ralisch und auch nach dem Gesetz als der Alleinschuldige zu betrachten. Vergiftetes Zahnpulver Bukarest, 17. Januar. In der rumänischen Hauptstadt hat ein schweres Verbrechen großes Aufsehen erregt. Eine der bekanntesten rumänischen Schauspielerinnen, Tita Christesco, erkrankte plötzlich unter geheimnisvollen Umständen und starb nach furchtbaren Qualen. Die Obduktion der Leiche ergab einwandfrei das Vorliegen einer Vergiftung. Es stellte sich schließlich heraus, daß das Zahnpulver, das Tita benutzte, vergiftet war. Am Abend vor ihrer tödlichen Erkrankung hatte sie das Pulver zum letzten Male verwendet. Bisher sehlt jede Spur für eine Aufklärung des grausigen Verbrechens. Ein Selbstmord kommt nach den Umständen nicht in Frage. Die Fahne aus Frauenhaar -Tokio, 16. Januar. In der Hauptstadt Japaus ist dieser Tage eine merkwürdige Fahne zur Ausstellung gelangt. Diese Fahne ist ganz aus den Haaren hergestellt worden, die 800 japanische Frauen und Mädchen in patriotischem Eifer geopfert haben. Sie ist teils weiß, teils rot gefärbt und zeigt im übrigen in der Mitte das Symbol Japans, die aufgehende Sonne. Dem Wunsch und dem Willen der Stifterinnen gemäß soll diese Fahne aus Frauenhaar der Armee geweiht werden. Die japanischen Soldaten sollen sie in der Schlacht vorantragen. Sie soll stets an die Frauen und das Land gemahnen, das zu verteidigen ihre Pflicht ist. Der Mikado, dem diese Bitte bereits vorgetragen wurde, soll seine Einwilligung gegeben haben. Wahrscheinlich wird diese von japanischen Frauen gestiftete Fahne sogar einem seiner Eliteregimenter übergeben werden. Das gibts Wir meinen natürlich den Lustigen Abend am Sonnabend, 18. Januar, 20 Uhr, welcher vom WHW im Städtischen Saalbau veranstaltet wird. In abwechselungsreichem Reigen folgen die Künstler und Künstlerinnen. Die verbindenden Worte spricht Max Knopp, ein amüsanter Plauderer, der auch noch Zeit findet, zwischendurch mal selbst auf die Bretter zu gehen, um seine von echtem Humor funkelnden Vorträge, die von„Mady“ durch erstaunliche Ballett=Tänze ergänzt werden, darzubieten. Die beiden Schwestern Giese werden sich als Tänzerinnen vorstellen und vor allem mit dem„Walzer“ die Herzen der Zuschauer im Sturm erobern. Zur Abwechselung wird ein 13jähriger Geiger meisterlich spielen. Ein Feuerwerk von Ueberraschungen wird der Clown To=To auf die Zuschauer loslassen. Aus seinem Musikkasten wird er Dinge hervorzaubern, die uns schier verblüffen. Atemversetzende Spannung lösen die einzigartigen Leistungen der zwei Kopfantipoden Stött and Wie aus. Will et Will werden auf der rotierenden Platte Proben ihres Könnens zeigen, die nahezu unübertrefflich sind. Zum Schluß wird Heinrich Kohlbrandt die Lachmuskeln der Besucher in Tätigkeit setzen. Die Darbietungen, von denen je ein freudenspendender Volltreffer ist, werden musikalisch untermalt durch das städtische Orchester unter Liesegangs Leitung. Nun, lieber Wittener Volksgenosse, gefällt es dir, dann besuche uns. Karten im Vorverkauf zum Preise von .— RM.(numeriert), 75 und 50 Pfg. sind in den Buchnur einmal handlungen Brockers, Dupré, Koetzold, Krüger sowie im Hotel Voß und auf der Kreisamtsleitung der NS.=Volkswohlfahrt, Rathaus, zu haben. Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1935/36 Kreisführung Witten. Ueberreichung der Olympiaflagge Feierlicher Akt in Garmisch. In einer kurzen, aber feierlichen Zeremonie überreichte der Amerikaner H. J. Stevens, der Sieger beim Zweierbobrennen der 3. Olympischen Winterspiele in Lake Placid, zusammen mit einem Landsmann dem Präsidenten des Organisationskomitees der 4. Olympischen Winterspiele, Dr. Karl Ritter von Halt, die Flagge der Olympischen Winterspiele, die berits in St. Moritz und Lake Placid geweht hatte. Gleichzeitig überreichte Stevens ein Schreiben von Goodfrey Dewey, dem Präsidenten des Organisationskomitees der 3. Olympischen Winterspiele, worin dieser bedauerte, nicht selbst die Flagge überreichen zu können und den 4. Olympischen Winterspielen recht guten Erfolg wünschte. Die Flagge wird nunmehr vom 6. bis 16. Februar in Garmisch wehen. Nach Beendigung der Spielewird sie dort aufbewahrt, um dann kurz vor Beginn der 5. Olympischen Winterspiele im Jahre 1940 dem zuständigen Organisationskomitee überreicht zu werden. Neute Nachmittag8 Uin Beginne der P 8 Tca! Airind-Samint& Co., O. M. D. H. Witten BahnneistrugeI Alleeiraren sind im Preise bedeutend herabgesetzt. Statt besonderer Anzeige. Nach kurzer schweter Krankheit verschied heute morgen 2½ Uhr meine liebe, herzensgute Schwester, unsere gute Tante, Nichte und Cousine Sörfenie Neese im Alter von 60 Jahren. In tiefer Trauer: Emmi lleese und Angehörige. Witten-Annen, den 17. Januar 1936. De daundon ate Kene uedenen i. u. un. Se. hause, Stockumer Straße 29, aus statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Die Verstorbene war Mitglied der evang, Frauenhilfe. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hlinscheiden unseres lieben Sohnes Willi sagen wir allen, besonders Herrn Pfarrer Bartelworth, Herrn Rektor Pleuger, dem Lehrerkollegium und den Kindern der Hüllbergschule, sowie der Hitler-Jugend underen herzlichsten Dank. Familie Wilh. Engelbach. Witten-Annen, den 18. Januar 1936. RPR 0i0 Pealesond Möbeltransport Dens Witten-Ruhr. s Was früher transSormnen is Talien Foten, kann Rosenkranz heute instunden wagen. Für Gesellschaftsfahrten moderae Autobusee KOMLEN K 0 K S BRIKETTS Sricht boch= dschtel Witten-Annen, Holzkampstraße 1 Mitglied des Fachverbandes für Baukunst in der Reichskammer der bildenden Künste, und des Reichsverbandes Deutscher Baumeister. Anfertigung von Hochbauprojekten für Wohn-, Geschäftsund Industriebauten, Statischen Berechnungen für Holz-, Eisen- u. Eisenbeton, Kostenanschlägen, Konzessions- Zeichnungen, in neuzeitlicher Baugesinnung. Vermittlung bei An- und Verkauf von Baugrundstücken. Bauberatung— Architektur— Bauleitung. Ruf 2470 Emil Grunewald KOHLENHANDLUNG euntsschihrintichen! Zweiglager: Stockumer Straße Ab Montag, den 20. Januar 1936 befinde sich die Diensträume Polizeipräsident Bochum Abt. Untere Ersatzbehörde sowie die Zweigstellen Bochum—4 und das Meldeamt für den Reichs=Arbeitsdienf Zochum, Freiligrathur. 30, Erdgeschoß(Verwaltungs. gebäude der Vereinigten Elektrizitätswerke„Westfalen“) Fernsprecher: Sammel=Nr. 60161 Polizei=Präsident Bochum. Kcch Ceneral-Vortretung und Spezial-Werkstätte August Baltes Hichesz. 112 Dortmund. Rui 27911 Vertrauen wilerwerbenfeint Aur Futterhalb in Orig.=Pachungen mit obiger Schutzmache ist echter Brochmannscher, die gewürzte Futterhaltmischung Zwerg=Mache DieBertrauensmarhe beuticher Tierhalter und Büchter. Stärkt die Knochen, eehöht Die Breßlus, verhücgt die Masdaner und steigert die Leistungen. Erprobte Jutterzusammenstedlaugen enthält M. Brochmanns „Ratgeber“. Neue(.) Ausgabe bokenl. in den Borhanssstellen oder von M. Brochmann Ehem. Tabe,=Leipzig=Outripsch Neue Deutsche EinhellsIneiberkrape mlt Mausordnung und Qulttungen Fritz Hüchlng, Buchhandlung Wir erinnern hiermit an die Zahlung der bis heute fällig gewordenen Steuern, Beiträge und Gebühren(Grundvermögen= und Hauszinssteuern, Bier=, Getränke=, Vergnügungs= und Bürgersteuern, Schulgelder, Gemeindeabgaben, Hauszinssteuerhypothekenzinsen. Instandsetzungsdarlehen, Unterhaltsbeiträge, Kanal= und Straßenbaubeiträge, Kanal= anschlußkosten und Gebühren für bauamtliche Leistungen.) Ab Fälligkeit sind die gesetzlichen Steuer=Säumniszuschläge bezw. Verzugszinsen zu zahlen. Die kostenpflichtige Zwangsvollstreckung beginnt nach Ablauf einer Woche. Witten, den 17. Januar 1936. Siecanbrücke als Vollstreckungsbehörde. Annener Zeitung Samstag, den 18. Januar 1936 Zweites Blatt zu Nr. 15 Im Rahmen des Reichsparteitages 1936 Ein Ehrentag des deutschen Beamtentums. DN Berlin, 18. Januar. Der„Völkische Beobachter“ meldet: Der Stellvertreter des Führers Pg. Heß empfing den Reichsbeamtenführer Pg. Neef zu einer längeren Besprechung, um von ihm den Bericht über die Tätigkeit des Hauptamtes für Beamte und des von diesem geführten Reichsbundes der deutschen Beamten im vergangenen Jahr sowie über den Arbeitsplan des Jahres 1936 entgegenzunehmen. Dabei kam auch zur Sprache, daß nach dem Willen des Führers der deutschen Beamtenschaft in diesem Jahr eine besondere Auszeichnung dadurch zuteil werden wird, daß der Führer im Rahmen des Parteitages 1936 einen besonderen Beamtentag augeordnet hat, auf dem der Führer in Anwesenheit der führenden Männer von Partei und Staat zu den deutschen Beamten sprechen wird. Es soll nach dem Willen des Stellvertreters des Führers möglichst allen deutschen Beamten Gelegenheit gegeben werden, sich im ganzen Reich vor den Lautsprechern zu versammeln, um diesen Ehrentag des deutschen Beamtentums am Rundfunk miterleben zu können. Zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Beamtentums erlebt damit die deutsche Beamtenschaft einen Generalappell vor ihrem Staatsoberhaupt, der ihre gesinnungsmäßige Geschlossenheit und ihre tiefinnerliche Verbundenheit mit dem Willensträger des deutschen Volkes, unserem Führer und Reichskanzler, vor aller Welt bekunden wird. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg über„Weg und Ziele des wirtschaftlichen Aufbaues in Mitteleuropa“. DN Prag, 17. Januar. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hielt am Donnerstag auf Einladung des Prager Industriellenklubs in Prag einen Vortrag über„Weg und Ziele des wirtschaftlichen Aufbaues in Mitteleuropa“. In seinen Ausführungen ging Dr. Schuschnigg von der grundlegenden kulturellen Einstellung der Tschechoslowakei und Oesterreich und von den langjährigen Bindungen auf gemeinsamem Lebensraum aus und versuchte, die Wege aufzuzeigen, die nach seiner Ansicht zu einer Lösung der brennenden Wirtschaftsfragen Mitteleuropas führen könnten. Deutsch=französische Künstlerkamridscheft Großer Erfolg der„Klugen Frauen“. In Berlin wurde der in deutsch=französischer Gemeinschaftsarbeit in Paris entstandene Feyder=Film„Die klugen Frauen“ uraufgeführt. Die reizvolle Geschichte von den klugen Frauen der flandrischen Stadt Boom, die im Jahre 1616 ihre Stadt vor den spanischen Eroberern retteten und ihre feigen Männer beschämten, rief durch die vielen lustigen Einfälle immer wieder Heiterkeit hervor. Zum Schluß wurde herzlichster Beifall gespendet. Der Vorstellung wohnten bei die Reichsminister Dr. Goebbels und Dr. Frank, der französische Botschafter Francois=Poncet, die Staatssekretäre Lammers, Grauert, Funk, Milch, der Reichsarbeitsführer Staatssekretär Hierl, Oberführer v. Arnim, der Präsident der Deutschfranzösischen Gesellschaft, der Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant Daluege, der Präsident der Reichsfilmkammer, Prof. Lehnich, der stellvertretende Gauleiter Görlitzer, der Auslandspressechef der NSDAP, Dr. Hanfstaengl, Oberst Reinhard vom Kyfshäuserbund, der Polizeipräsident Graf Helldorf, die Reichsfrauenführerin Scholtz=Klink. Nach der Festaufführung fand im Kameradschaftsheim der deutschen Künstler eine Zusammenkunft der deutschen und französischen Künstler statt. Japan ehrt Wolf Hirth Tokio, 17. Januar. Dem deutschen Segelflieger Wolf Hirth, der seit einiger Ziet in Japan weilt, um dort für seinen schönen Sport Propaganda zu machen, wurde jetzt in Anerkennung seiner Verdienste um den Segelflug in Japan vom Japanischen Luftsport=Verband in feierlicher Sitzung eine besondere Ehrenmedaille überreicht. Bei einem daran anschließenden Tee=Empfang hielt Hirth einen Vortrag über den Segelflug. Bei seinen Vorführungen auf dem Tatetsu=Flugplatz bei Osaka wurden dem deutschen Flieger von den 30000 Zuschauern begeisterte Huldigungen dargebracht. In der großen Industriestadt Osaka selbst ist ein Verein gegründet worden, der zu Ehren des deutschen Besuchers und Pioniers des Segelflugs den Namen Hirth=Segelflug=Klub angenommen hat. Zwanzig Flugzeugführer der Luftverkehrsgesellschaft sind dem Klub sofort beigetreten. Hauptmanns Antrag abgelehnt Trenton, 17. Januar Der Gefängnisgeistliche des Trentoner Staatsgefängnisses, Referent John Matthison, hat jetzt Hauptmann Mitteilung davon gemacht, daß der Bundesgerichtshof von Newark seinem Antrag um neue mündliche Aussage vor Gericht auf Grund der„Habeas Corpus“=Akte nicht stattgegeben habe. Hauptmann soll darauf nur lakonisch erwidert haben:„Ich habe auch nichts anderes erwartet.“ Wie der Geistliche weiterhin erklärte, habe er während seines Gesprächs mit dem Häftling in der Todeszelle den Eindruck gewonnen, daß Hauptmann trotz seines einjährigen vergeblichen Kampes um Wiederaufrollung des Lindberghfalles auch in setzter Stunde noch ein Fünkchen Hoffnung„aus Rettung von irgendeiner Seite und durch irgendwelche außergewöhnliche Umstände hege“. Ein Beamter des Gefängnisses unterrichtete Hauptmann gestern abend davon, daß er seine Frau am Donnerstag noch einmal für eine halbe Stunde sehen könne. Bekanntlich enthält die Gefängnisordnung der amerikanischen Strafanstalten die Bestimmung, daß die nächsten Angehörigen eines zum Tode verurteilten Häftlings diesen am Vortage der Hiarichtung das letztemal besuchen dürsen. S. an die nationalsorialistischen Kraftfahret Aus Anlaß des Generalappells der Motorbrigade Berlin in der Deutschlandhalle in Berlin richtete der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, an das RSKK. eine Ansprache, in der er betonte, daß das neue Jahr wieder Arbeit und wieder Sorgen bringen werde wie das vergangene, aber auch wieder neue Erfolge. „Heute,“ so führte der Stellvertreter des Führers aus,„brauchen wir nicht mehr wie vor der Machtergreifung einem kommenden Jahr mit der Ueberzeugung entgegenzusehen, daß doch alles Mühen vergeblich sei. Was damals jeder„der sein Volk liebte, gelitten hat, wissen nur wir selbst. Und jeder Ausländer, der dem heutigen Deutschland verständnislos gegenübersteht, möge sich vor Augen führen, was wir durchgemacht haben und wohin es in Deutschland unter der Herrschaft früherer Systeme gekommen ist,— er würde uns besser verstehen. Vielleicht wächst nach dem Anschauungsunterricht, den der Bolschewismus neuerdings in Südamerika der Welt gegeben hat„das Verständnis für Deutschlands Maßnahmen. Wenn aber das Ausland trotz alledem uns kein Verständnis entgegenbringen will, so können wir es auch nicht ändern! Das Ausland mag auf seine Weise glücklich werden, wir nehmen uns die Freiheit, auf unsere Weise glücklich zu sein. „Mit Freude sehen wir aber“, sagte der Stellvertreter des Führers,„daß die Verständigung zwischen den An ständigen ihren Fortgang nimmt— allen Interessenten an der Völkerverhetzung zum Trotz. Vertreter der Froutkämpfer Englands und Frankreichs haben Besuche mit denen Deutschlands ausgetauscht. Nächster Tage wieder begibt sich eine deutsche Frontkämpferabordnung nach England, einer Einladung der englischen Frontkämpfer folgend. Sie nehmen unsere aufrichtigsten Wünsche mit, daß auch ihr Besuch beitragen möge, das Band zu festigen, daß die Leidensgefährten aller Nationen der Fronten des großen Krieges miteinander verbindet und mithilft, ene neue Völkerkatastrophe zu verhindern. Aus der gleichen Hoffnung heraus begrüßen wir die„Anglo=German Fellowship“ in England und die„Deutsch=Englische Vereinigung“, die vor kurzem in Anwesenheit namhafter Engländer aus der Taufe gehoben wurde. Auch diese beiden Vereinigungen sind getragen vom Geiste besten Frontkämpfertums.“ Die Leistungen, die Deutschland unter der Herrschaft des Nationalsozialismus vollbracht habe, wären unter dem vergangenenem System nicht möglich gewesen. Alle bisherigen Erfolge der deutschen Wiederaufbauarbeit wären nicht möglich gewesen ohne die freudige Mitarbeit des Volkes und der Einordnung des einzelnen unter die höheren Interessen. Der RSKK.=Mann müsse Nationalsozialist durch und durch sein. Als Nationarsozialist solle er sogar ein besonderes Opfer bringen, ein Opfer, das gerade der gute Automobilist empfinde: Er habe in einem Erlaß verlangt, daß der kraftfahrende Parteigenosse im allgemeinen seine Höchstgeschwindigkeit beschränkt, damit Reifen und Material gespart werden, solange, bis wir darin wieder Ueberfluß haben. Sicher sei, daß nur 10 v. H. geringere Höchstgeschwindigkeit im gesamten deutschen Kraftfahrwesen im Jahre Millionen an ersparten Devisen bedeuten. Es sei nationalsozialistisch, in Erkenntnis dessen, das Opfer eines Vergnügens zu bringen! Mit dem Hinweis, daß Korpsführer Hühnlein die Sonderaufgaben des RSKK. kennzeichnen werde, betonte Rudolf Heß, daß das Korps ebenso wie es den anderen Formationen der nationalsozialistischen Bewegung kameradschaftlich verbunden sei, auch zur Wehrmacht in enger Kameradschaft stände. Die verschiedenartigen Aufgaben, die die Motorisierung dem deutschen Kraftfahrer stelle, habe die Kameradschaft der Führung und der einzelnen zur Grundlage und zur Voraussetzung. Der Stellvertreter des Führers schloß mit den Worten:„Weltanschaulich im Nationalsozialismus geeint stehen die deutschen Kraftfahrer im kommenden Jahre vor Aufgaben, zu deren Bewältigung ich ihnen von dieser Stelle Kraft und Energie und die daraus sich ergebenden Erfolge wünsche! Ich weiß, und das erfüllt uns alle mit stolzem Bewußtsein, daß auch die nationalsozialistischen Kraftfahrer gemeinsum mit der ganzen Gefolgschaft des Führers am Ablauf des Jahres 1936 dem Führer wieder melden können: Wir haben unsere Pflicht getan!“ Im Anschluß an die Ansprache des Stellvertreters des Führers, Reichsministers Heß, ergriff Korpsführer Hühnlein das Wort. a Er dankte zunächst dem Stellvertreter des Führers für seine anerkennenden und mahnenden Worte. Zum Reichskriegsminister gewandt fuhr der Korpsführer fort:„Ich bin stolz darauf, mit meinem Korps in Aufgabengebieten tätig zu sein, die an der Peripherie Ihrer Arbeit liegen. Wenn wir dank einer Vereinbarung mit dem Reichsjugendführer die 16= bis 17=jährigen Hitler=Jungen nach ihrer Motorbegabung und Motorfreudigkeit auslesen, um ihnen nach Erreichung des 18. Lebensjahres auf den über das ganze Reich verteilten Motorsportschulen des RSKK. eine vormotorische Grundausbildung zu vermitteln und ihnen die Grundsätze der Verkehrsdisziplin einzuimpfen, so leistet das Korps hier eine Arbeit, der Sie, Herr Reichskriegsminister, in dankenswerter Weise stets ein Höchstmaß ideeller Unterstützung angedeihen lassen.“ Nach Worten der Begrüßung an den Reichsverkehrsminister, Friherr von Eltz=Rübenach, als dem tatkräftigen Förderer des deutschen Kraftfahrsports, gab der Korpsführer sodann seiner Freude daüber Ausdruck, daß sämtliche Gliederungen der Partei und des Reichsarbeitsdienstes bei diesem Generalappell vertreten seien und so die Geschlossenheit und Einheit der Partei, den Willen des Führers und seines Stellvertreters auf das nachdrücklichste unterstreichend, dokumentierten. SA., SS. und RSKK. seien und blieben der eherne Dreiklang der Freiwilligen der Nation. Der Korpsführer erinnerte sodann an seinen Neujahrsbefehl, mit dem er seinen Führern zur Pflicht gemacht habe, sich in diesem Jahre besonders der Arbeit im kleinen anzunehmen, und den Dienst der Stürme nicht allein zu besichtigen, sondern lebendigen Anteil an ihm zu nehmen. Nur organisch, Stein an Stein fügend, könne die Gemeinschaft wachsen. Das gelte auch für die Jugend, die von unten heranwachsen müsse. Es sei ein Grundsatz des Korps, von dem es auch niemals abweichen werde, daß in einem Raum immer nur eine Einheit stehen könne, die jung und alt gemeinsam umfasse. Zum Abschluß seiner Rede gab der Korpsführer einen Ueberblick über die von dem Korps geleistete Arbeit und über die kommenden Groß=Veranstaltungen des Kraftfahrsports. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer schloß der Korpsführer seine Rede. An dem Generalappell des RSKK. nahmen mehrere Mitglieder der Reichsregierung, des Führerkorps des RSKK. aus dem ganzen Reich und zahlreiche Ehrengäste in der festlich ausgeschmückten Deutschlandhalle teil. * Der Abschluß des Generalappells des RöKK. DN Berlin, 17. Januar. Nach dem gemeinsamen Gesang aller Strophen des Horst=Wessel=Liedes folgte der Fahnenaufmarsch. Während der Korpsführer mit den Ehrengästen und dem Führerkorps die mit den Hoheitszeichen des RSKK. ausgeschmückte Halle verließ, erschallte das Lied des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps: Das Panzerwagen=Lied. Ein Vorbeimarsch des Ehrensturms und der Motorstandarte 31 vor dem Korpsführer und dem Führerkorps des RSKK. in unmittelbarer Nähe des Funkhauses beschloß den großen Generalappell des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps, an dem Abordnungen der Motorbrigaden Hansa, Leipzig, Mitte, Ostmark, Pommern, Sachsen und Thüringen sowie der selbständigen Motorgruppe Schlesien in Stärke von je 200 Mann teilgenommen hatten. er dem Verderben entgehen will, muß treue Freunde oder erbitterte Feinde haben; jene belehren, diese schelten ihn. Der Aufmarsch an der ägyptisch=libyschen Grenze Die gegenwärtige gespannte Lage im Mitteländischen Meer hat sowohl auf italienischer Seite in Libyen als in Aegypten zu umfangreichen Verkehrsmaßnahmen geführt. Die Umgebung der libyschsich allmählich in ein Heerlager zu verwandeln. Das Bild zeigt ägyptische Truppen auf einem Uebungsmarsch in der Wüste.(Scherl Bilderdienst,.) Geschworene werden eingesperrt Feldbetten im Gerichtssaal.— Gerichtsdiener als Kellner. DR Paris, 17. Januar. Der Stavisti=Prozeß, dessen monatelangen Verhandlungen selbst den eisrigsten Zeitungsleser zu ermüden begannen, ist in seinen letzten. Abschnitt eingetreten, der mancherlei unterhaltende Begleitumstände aufweist. Deu vielgeprüften Geschworenen werden, wenigstens der Form halber, seit Donnerstagvormittag vom Gericht nicht weniger als 1956 Fragen vorgelegt. Während der Beratung über die Schuldfragen und über das Urteil dürsen die Geschworenen nicht mit der Außenwelt in Verbindung treten. Da das Ende der Beratungen nicht vor Freitagnachmittag zu erwarten ist, hat man im feierlichen Geschworeuensaal mit vieler Mühe 18 Feldbetten aufgestellt und in einem Nachbarzimmer 6 Feldbetten für die Ersatzgeschworenen. Auch die Verpflegung der Geschworenen läßt beseudere Fragen auftauchen. Die Geschworenen wünschen, sich nicht von Butterbroten zu ernähren, sondern haben beantragt„in ihrer unfreiwilligen Haft auf Staatskosten ernährt zu werden. Das Gericht hat diesen Antrag=bewilligt und 15 Franken pro Mann und Mahlzeit ausge: worsen. Den Kellnern, die aus einem benachbarten Restaurant das Essen herbeischaffen, ist aber der Einlritt in den Geschworenensaal, der nur dem Gerichtshof freisteht. nicht gestattet. Die Richter haben sich entschieden geweigert, Kellner zu spielen. So ist man schließlich auf den Ausweg verfallen, die Speisen durch Gerichtsdiener in seierlicher Gewandung auftragen zu lassen. Der Oeffentlichkeit wird auch die Speisenfolge der ersten Donnerstag=Mahlzeit nicht vorenthalten: Frischei Hering, Rührei mit Schinken, gesalzene Hammelkenie, Bohnen, Nachtisch, Rotwein oder Weißwein nach Wahl. In einem weiteren Zimmer des Gerichtsgebäudes wartet die in Haft befindlichen Angeklagten mit ihren Verteidigern, um jederzeit für Rückfragen zur Verfügung zu ste hen. Auch sie dürfen sich auf eigene Kosten aus dem Restaurant verpflegen, wobei die begüterten Angeklagten ihre weniger glücklichen Leidensgefährten zu Gaste laden. Bestaligung in Aodis Abeva Reuter erklärt in einer Meldung aus Addis Abeba, daß dort die italienischen Berichte über einen Aufstand in der Provinz Godscham teilweise bestätigt wurden. Man glaube aber, daß die Schwiertgkeiten jetzt behoben seien. Infolge der abessinischen Zenfur seien weitere Mitteilungen nicht erhältlich. Militärischer Straßenbau Port Said=Alexandria Libysche Eingeborenentruppe für Eritrea. DN London, 17. Januar. Wie Reuter aus Port Said meldet, haben die Militärbehörden den im vorigen Jahre von der ägyptischen Regierung begonnenen Bau der Straße, die die Häfen Port Said und Alexandria miteinander verbinden soll, selbst übernommen. Weiter wird berichtet, daß die italienischen Truppendampfer„Lombardia“ und„Piemonte“, die den SuezKanal in Richtung Norden passieren, nach Tripolis gehen, umf, dort 10.000 Mann ltbyscher Eingeborenentruppen zur Dienstleistung in Erktrea einzuschiffen. Das zweite Geschwader der französischen Flotte zu den Manövern ausgelaufen DN Paris, 17. Januar. Das zweite Geschwader der französischen Flotte hat Donnerstagvormittag Brest zu den vorgesehenen Manövern an der Westküste Afrikas verlassen. Die Rückkehr ist für den 26. Februar vorgesehen. Parisien“ über die Unterredung Lavals mit dem sowjetrussischen Botschafter DN Paris, 17. Januar. Der„Petit Parisien“ glaubt zu wissen, daß die Unterredung, die Ministerpräsident Laval am Mittwoch mit dem sowjetrussischen Botschafter in Paris hatte, vornehmlich der Ratifizierung des französisch=sowjetrussischen Beistandspaktes gegolten habe. Die Leiter des Kreml seien der Ansicht, daß man in Frankreich allzulange zögere, dem von Laval unterzeichneten Beistandspakt Gesetzeskraft zu geben. Auch der sowjetrussisch=uruguayische Streitfall, der vor den Völlerbund komme, sei in der Unterredung behandelt worden. Der Kluge lacht am schnelsten Daß Lachen gesund macht, ist eine bekannte Tatsache, obgleich es andererseits wieder heißt, am vielen Lachen erkenne man den Narren. Die Amerikauer wissen es besser. Sie haben herausbekommen, daß man die Länge der„Leitung“, über die ein Mensch verfügt, berechnen könne nach der Schnelligkeit, mit der er lacht, d. h. auf einen Witz reagiert. Praktisch, wie sie sind, haben sie aus dieser Erkenntnis auch gleich die nötigen Schlußfolgerungen gezogen. Man weiß, daß drüben die Geeignetheit eines Menschen für einen bestimmten Beruf schon lange durch Versuche sestgestellt wird. In diese Berufsprüfung ist jetzt die Lachprüfung einbezogen worden. er zunächst in eine ganz harmlose Unterhaltung verwickel die sich natürlich auf perföntiche Dinge bezieht. Ei Gehilfe des Personalchefs befindet sich, scheinbar mi ganz anderen Sachen beschäftigt, in demselben Zimme Da erzählt der Personalchef plötzlich einen Witz Ir haarscharf au passende Gehilfe eine Stoppuhr ein, um mit ihr di Zahl der Sekunden zu messen, die vergehen, bis der Be werber in das fällige Gelächter ausbricht. Je schnelle er sein Verständnis für den Witz durch Lachen kundgzib desto größere Aussicht hat er, angestellt zu werden. Leut mit„langer Leitung“ scheiden von vornherein aus. Es wird berichtet, diese Prüfungsart hätte sich glän zend bewährt. Wir wollen das nicht in Zweisel ziehen scheint uns allerdings zu sein, da diese Witze auch gut sind. Es gibt auch„Witze“, bei dener ein verständiger Mensch keine Miene zu verziehen vermag wuhreno such der Hohlkopf vor Lachen ausschütten will selbst so inteltigent sein, nur gute Witze zu erzählen. Die Schwiegertochter erschossen Jahre Zuchthaus für den Täter das WHI Kür nitt! Essen, 18. Januar. Nach dreitägiger Verhandlung verurteilte das Essener Schwurgericht den 56 Jahre alten Wilhelm Albrecht aus Hervest=Dorsten wegen Totschlags, Totschlagsversuchs und Waffenvergehens zu zwölf Jahren und drei Wochen Zuchthaus. Außerdem wurden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt. Der Angeklagte hatte mit seiner 25 jährigen Schwiegertochter ein Verhältnis unterhalten, das ihm schließlich unbequem geworden war. Am 9. Oktober kam es auf dem Kartoffelfeld zwischen dem Angeklagten und der Schwiegertochter zu einer Auseinandersetzung. Plötzlich zog der Angeklagte die Pistole und streckte die Schwiegertochter durch einen tödlichen Schuß aus nächster Entfernung nieder. Ein zweiter Schuß, den der Angeklagte auf seinen Sohn richlete, durchbohrte nur dessen Mütze. Der Täter wurde alsbald nach der Tat verhaftet. Vor Gericht erklärte der Angeklagte, daß er nicht die Absicht gehabt habe, seine Schwiegertochter zu erschiezen. Er habe lediglich im Beisein seines Sohnes das ihm unbequem gewordene Verhältnis lösen wollen. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten aufgrund der Beweisaufnahme im Sinne der Mordanklage für überführt. Er beantragte wegen Mordes die Todesstrafe, wegen. Mordversuchs fünf Jahre Zuchthaus, außerdem Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit und wegen Waffenvergehens eine Gefängnisstrafe von drei Wochen. Das Gericht erkannte auf 12 Jahre und drei Wochen Zuchthaus. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß das Gericht schwerwiegende Bedenken gehabt habe, die Ueberlegung zu verneinen. Immerhin sei denkbar, daß der Angeklagte in einem Erregungszustand gehandelt habe. Der Verdacht der Ueberlegung sei zwar vorhanden, aber er reiche nicht aus, den Angeklagten wegen Mordes zu verurteilen. Von mildernden Uminden könne keine Rede sein. Der Angeklagte sei moralisch und auch nach dem Gesetz als der Alleinschuldige zu betrachten. Verotieter Zohunsiner Bukarest, 17. Januar. In der rumänischen Hauptstadt hat ein schweres Verbrechen großes Aufsehen erregt. Eine der bekanntesten rumänischen Schauspielerinnen, Tita Christesco, erkrankte plötzlich unter geheimnissollen Umständen und starb nach furchtbaren Qualen. Die Obduktion der Leiche ergab einwandfrei das Vorliegen einer Vergiftung. Es stellte sich schließlich heraus, daß das Zahnpulver, das Tita benutzte, vergiftet war. Am Abend vor ihrer tödlichen Erkrankung hatte sie das Pulver zum letzten Male verwendet. Bisher fehlt jede Spur für eine Aufklärung des grausigen Verbrechens. Ein Selbstmord kommt nach den Umständen nicht in Frage. Die Fahne aus Frauenhaar Tokio, 16. Januar. In der Hauptstadt Japans ist dieser Tage eine merkwürdige Fahne zur Ausstellung gelangt. Diese Fahne ist ganz aus den Haaren hergestellt worden, die 800 japanische Frauen und Mädchen in patriotischem Eifer geopfert haben. Sie ist teils weiß, teils rot gefärbt und zeigt im übrigen in der Mitte das Symbol Japans, die aufgehende Sonne. Dem Wunsch und dem Willen der Stifterinnen gemäß soll diese Fahne aus Frauenhaar der Armee geweiht werden. Die japanischen Soldaten sollen sie in der Schlacht vorantragen. Sie soll stets an die Frauen und das Land gemahnen, das zu verteidigen ihre Pflicht ist. Der Mikado, dem diese Bitte bereits vorgetragen wurde, soll seine Einwilligung gegeben haben. Wahrscheinlich wird diese von japanischen Frauen gestiftete Fahne sogar einem seiner Eliteregimenter übergeben werden. Das gibts Wir meinen natürlich den Lustigen Abend am Sonnabend, 18. Januar, 20 Uhr, welcher vom WHW im Städtischen Saalbau veranstaltet wird. In abwechselungsreichem Reigen folgen die Künstler und Künstlerinnen. Die verbindenden Worte spricht Max Knopp, ein amüsanter Plauderer, der auch noch Zeit findet, zwischendurch mal selbst auf die Bretter zu gehen, um seine von echtem Humor funkelnden Vorträge, die von„Mady“ durch erstaunliche Ballett=Tänze ergänzt werden, darzubieten. Die beiden Schwestern Giese werden sich als Tänzerinnen vorstellen und vor allem mit dem„Walzer“ die Herzen der Zuschauer im Sturm erobern. Zur Abwechselung wird ein 13jähriger Geiger meisterlich spielen. Ein Feuerwerk von Ueberraschungen wird der Clown To=To auf die Zuschauer loslassen. Aus seinem Musikkasten wird er Dinge hervorzaubern, die uns schier verblüffen. Atemversetzende Spannung lösen die einzigartigen Leistungen der zwei Kopfantipoden Stött and Wie aus. Will et Will werden auf der rotierenden Platte Proben ihres Könnens zeigen, die nahezu unübertrefflich sind. Zum Schluß wird Heinrich Kohlbrandt die Lachmuskeln der Besucher in Tätigkeit setzen. Die Darbietungen, von denen je ein freudenspendender Volltreffer ist, werden musikalisch untermalt durch das städtische Orchester unter Liesegangs Leitung. Nun, lieber Wittener Volksgenosse, gefällt es dir, dann besuche uns. Karten im Vorverkauf zum Preise von .— RM.(numeriert), 75 und 50 Pfg. sind in den Buchnur einmal handlungen Brockers, Dupré, Koetzold, Krüger sowie im Hotel Voß und auf der Kreisamtsleitung der NS.=Vollswohlfahrt, Rathaus, zu haben. Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1935/36 Kreisführung Witten. Ueberreichung derOipmpiaslage Feierlicher Akt in Garmisch. In einer kurzen, aber feierlichen Zeremonie überreichte der Amerikaner H. J. Stevens, der Sieger beim Zweierbobrennen der 3. Olympischen Winterspiele in Lake Placid, zusammen mit einem Landsmann dem Präsidenten des Organisationskomitees der 4. Olympischen Winterspiele, Dr. Karl Ritter von Halt, die Flagge der Olympischen Winterspiele, die berits in St. Moritz und Lake Placid geweht hatte. Gleichzeitig überreichte Stevens ein Schreiben von Goodfrey Dewey, dem Präsidenten des Organisationskomitees der 3. Olympischen Winterspiele, worin dieser bedauerte, nicht selbst die Flagge überreichen zu können und den 4. Olympischen Winterspielen recht guten Erfolg wünschte. Die Flagge wird nunmehr vom 6. bis 16. Februar in Garmisch wehen. Nach Beendigung der Spiele wird sie dort aufbewahrt, um dann kurz vor Beginn der 5. Olympischen Winterspiele im Jahre 1940 dem zuständigen Organisationskomitee überreicht zu werden. Neute Nachmttag 3 Uin beginnt der P OTwrrPrero PoFFrauuP „ der Pirind-Samint& Co., C. M. D. H. Wittell Bamimeistrage FI Alleetraren sind im Preise bedeutend herabgesetzt. Statt besonderer Anzeige. Nach kurzer schwerer Krankheit verschied heute morgen Uhr meine liebe, herzensgute Schwester, unsere gute Tante, Nichte und Cousine Sörfenle Neese im Alter von 60 Jahren. In tiefer Trauer: Emmi fleese und Angehörge. Witten-Annen, den 17. Januar 1936. De hansdene ae hante uesen. i, lb. un. Ser. hause, Stockumer Straße 29, aus statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Die Verstorbene war Mitglied der evang, Frauenhilfe. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hlinscheiden unseres lieben Sohnes Willi sagen wir allen, besonders Herrn Pfarrer Bartelworth, Herrn Rektor Pleuser, dem Lehrerkollegium und den Kindern der Hüllbergschule, sowie der Hitler-Jugend underen herzlichsten Dank. Familie Wilh. Engelbach. Witten-Annen, den 18. Januar 1936. 1 FF! Greicenl ealosnsiond Möbeltransport Dens Witten-Ruhr. 8 Nes früber tranaPrisei ie Saln. Teten, kann Rosenkranz heutelnstanden wogen. Für Gesellschaftsfährten moderae Putobroce KOMLEN K 0 K S BRIKETTS G Ceneral-Vortretung und Spezial-Werkstätte August Baltes Hichesz. 112 Dortmund Rei 2on Sriecit tochl= dschthelt Witten-Annen, Holzkampstraße 1 Mitglied des Fachverbandes für Baukunst in der Reichskammer der büldenden Künste. und des Reichsrerbandes Deuscher Baumeister. Anfertigung von Hochbauprojekten für Wohn-, Geschäftsund Industriebauten, Statischen Berechnungen für Holz., Eisen- u. Eisenbeton, Kostenanschlägen, Konzessions- Zeichnungen, in neuzeitlicher Baugesinnung. Vermittlung bei An- und Verkauf von Baugrundstücken. Bauberatung— Architektur— Bauleitung. Ruf 2470 F Emil Grunewald KOHLENHANDLUNG Hauptgeschäft: Im Wullen 12 Zweiglager: Stockumer Straße 28 Ab Montag, den 20. Januar 1936 befinden sich die Diensträume Polizeipräsident Bochum Abt. A Untere Ersatzbehörde sowie die Zweigstellen Bochum—4 und das Meldeamt für den Reichs=Arbeitsdienst Bochum, Freiligrathur. 30, Erdgeschoß(Verwaltungs= gebäude der Vereinigten Elektrizitätswerke„Westfalen"). Fernsprecher: Sammel=Nr. 60 161 Polizei=Präsident Bochum. Lef Vertrauen willerwerbenfein! Aur Futterhalb in Deig.=Pachkungen mit obiger Schutzmacke ist echter Brochmannscher, die gewürzte Futterhalhmischung Zwerg=Marke Die Verteauensmeche beutscher Tierhalter und Jüchter. Stäckt die Knochen, echößt die Preslust, verkürgt die Mastdauer und ktelaert die Leistungen. Gegrodte Jutterzusammenstellangen enthält M. Brochmanns Ratgeber“. Naue(.) Ausden VerhaufsM. Brochmann „Leipzig=Outrizsch „Ratgeber“. n gabe bostenl. in be stellen ader von M. Edem. Fabe., Leip; Neue Deuische EinhellsIneibertrape mit Hausordnung und Qulttungen Fritz Küching, Buchhandlung Galeche maebern Am Sonntag üindet in meinem Lokal Kunstiet Konreit statt. =Die beliebte Hauskapeller fl. gepflegte Weine und Getränke. 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Annener Zeitung Bessenliiche Mahaung Wir erinnern hiermit an die Zahlung der bis heute fällig gewordenen Steuern, Beiträge und Gebühren(Grundvermögen= und Hauszinssteuern, Bier=, Getränke=, Vergnügungs= und Bürgersteuern, Schulgelder, Gemeindeabgaben, Hauszinssteuerhypothekenzinsen. Instandsetzungsdarlehen, Unterhaltsbeiträge, Kanal= und Straßenbaubeiträge, Kanal= anschlußkosten und Gebühren für bauamtliche Leistungen.) Ab Fälligkeit sind die gesetzlichen Steuer=Säumniszuschläge bezw. Verzugszinsen zu zahlen. Die kostenpflichtige Zwangsvollstreckung beginnt nach Ablauf einer Woche. Witten, den 17. Januar 1936. Die Stadthauptkasse als Vollstreckungsbehörde. Zweites Blatt zu Nr. 15 Samstag, den 18. Jannar Im Nahmen des Reichsparteitages 1936 Ein Ehrentag des deutschen Beamtentums. DR Berlin, 18. Januar. Der„Völkische Beobachter“ meldet: Der Stellvertreter des Führers Pg. Heß empfing den Reichsbeamtenführer Pg. Neef zu einer längeren Besprechung, um von ihm den Bericht über die Tätigkeit des Hauptamtes für Beamte und des von diesem geführten Reichsbundes der deutschen Beamten im vergangenen Jahr sowie über den Arbeitsplan des Jahres 1936 entgegenzunehmen. Dabei kam auch zur Sprache, daß nach dem Willen des Führers der deutschen Beamtenschaft in diesem Jahr eine besondere Auszelchnung dadurch zuteil werden wird, daß der Führer im Rahmen des Parteitages 1936 einen besonderen Beamtentag augeordnet hat, auf dem der Führer in Anwesenheit der führenden Männer von Partei und Staat zu den deutschen Beamten sprechen wird. Es soll nach dem Willen des Stellvertreters des Führers möglichst allen deutschen Beamten Gelegenheit gegeben werden, sich im ganzen Reich vor den Lautsprechern zu versammeln, um diesen Ehrentag des deutschen Beamtentums am Rundfunk miterleben zu können. Zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Beamtentums erlebt damit die deutsche Beamtenschaft einen Generalappell vor ihrem Staatsoberhaupt, der ihre gesinnungsmäßige Geschlossenheit und ihre tiefinnerliche Verbundenheit mit dem Willensträger des deutschen Volkes, unserem Führer und Reichskanzler, vor aller Welt bekunden wird. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg über„Weg und Ziele des wirtschaftlichen Aufbaues in Mitteleuropa“. DN Prag, 17. Januar. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hielt am Donnerstag auf Einladung des Prager Industriellenklubs in Prag einen Vortrag über„Weg und Ziele des wirtschaftlichen Aufbaues in Mitteleuropa“. In seinen Ausführungen ging Dr. Schuschnigg von der grundlegenden kulturellen Einstellung der Tschechoslowakei und Oesterreich und von den langjährigen Bindungen auf gemeinsamem Lebensraum aus und versuchte, die Wege aufzuzeigen, die nach seiner Ansicht zu einer Lösung der brennenden Wirtschaftsfragen Mitteleuropas führen könnten. Deutsch=französische Künstlerkam ridschaft Großer Erfolg der„Klugen Frauen“. In Berlin wurde der in deutsch=französischer Gemeinschaftsarbeit in Paris entstandene Feyder=Film„Die klugen Frauen“ uraufgeführt. Die reizvolle Geschichte von den klugen Frauen der flandrischen Stadt Boom, die im Jahre 1616 ihre Stadt vor den spanischen Eroberern retteten und ihre seigen Männer beschämten, rief durch die vielen lustigen Einfälle immer wieder Heiterkeit hervor. Zum Schluß wurde herzlichster Beifall gespendet. Der Vorstellung wohnten bei die Reichsminister Dr. Goebbels und Dr. Frank, der französische Botschafter Francois=Poncet, die Staatssekretäre Lammers, Grauert, Funk, Milch, der Reichsarbeitsführer Staatssekretär Hierl, Oberführer v. Arnim, der Präsident der Deutschfranzösischen Gesellschaft, der Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant Daluege, der Präsident der Reichsfilmkammer, Prof. Lehnich, der stellvertretende Gauleiter Görlitzer, der Auslandspressechef der NSDAP, Dr. Hanfstgengl, Oberst Reinhard vom Kyfshäuserbund, der Polizeipräsident Graf Helldorf, die Reichsfrauenführerin Scholtz=Klink. Nach der Festaufführung fand im Kameradschaftsheim der deutschen Künstler eine Zusammenkunft der deutschen und französischen Künstler statt. Japan ehrt Wolf Hirth Tokio, 17. Januar. Dem deutschen Segelflieger Wolf Hirth, der seit einiger Ziet in Japan weilt, um dort für seinen schönen Sport Propaganda zu machen, wurde jetzt in Anerkennung seiner Verdienste um den Segelflug in Japan vom Japanischen Luftsport=Verband in feierlicher Sitzung eine besondere Ehrenmedaille überreicht. Bei einem daran anschließenden Tee=Empfang hielt Hirth einen Vortrag über den Segelflug. Bei seinen Vorführungen auf dem Tatetsu=Flugplatz bei Osaka wurden dem deutschen Flieger von den 30000 Zuschauern begeisterte Huldigungen dargebracht. In der großen Industriestadt Osaka selbst ist ein Verein gegründet worden, der zu Ehren des deutschen Besuchers und Pioniers des Segelflugs den Namen Hirth=Segelflug=Klub angenommen hat. Zwanzig Flugzeugführer der Luftverkehrsgesellschaft sind dem Klub sofort beigetreten. Hauptmanns Antrag abgelehnt Trenton, 17. Januar Der Gefängnisgeistliche des Trentoner Staatsgefängnisses, Referent John Matthison, hat jetzt Hauptmann Mitteilung davon gemacht, daß der Bundesgerichtshof von Newark seinem Antrag um neue mündliche Aussage vor Gericht auf Grund der„Habeas Corpus“=Akte nicht stattgegeben habe. Hauptmann soll darauf nur lakonisch erwidert haben:„Ich habe auch nichts anderes erwartet.“ Wie der Geistliche weiterhin erklärte, habe er während seines Gesprächs mit dem Häftling in der Todeszelle den Eindruck gewonnen, daß Hauptmann trotz seines einjährigen vergeblichen Kampes um Wiederaufrollung des Lindberghfalles auch in etzter Stunde noch ein Fünkchen Hoffnung„aus Rettung von irgendeiner Seite und durch irgendwelche außergewöhnliche Umstände hege“. Ein Beamter des Gefängnisses unterrichtete Hauptmann gestern abend davon, daß er seine Frau am Donnerstag noch einmal für eine halbe Stunde sehen könne. Bekanntlich enthält die Gefängnisordnung der amerikanischen Strafanstalten die Bestimmung, daß die nächsten Angehörigen eines zum Tode verurtellten Häftlings diesen am Vortage der Hinrichtung das letztemal besuchen dürsen. Annener Zeitung „„ aw Ertr“ Rudolf Reß an als nationatsozialistischen Kraftfahrer Aus Anlaß des Generalappells der Motorbrigade Berlin in der Deutschlandhalle in Berlin richtete der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, an das RSKK. eine Ansprache, in der er betonte, daß das neue Jahr wieder Arbeit und wieder Sorgen bringen werde wie das vergangene, aber auch wieder neue Erfolge. „Heute,“ so führte der Stellvertreter des Führers aus,„brauchen wir nicht mehr wie vor der Machtergreifung einem kommenden Jahr mit der Ueberzeugung entgegenzusehen, daß doch alles Mühen vergeblich sei. Was damals jeder„der sein Volk liebte, gelitten hat, wissen nur wir selbst. Und jeder Ausländer, der dem heutigen Deutschland verständnislos gegenübersteht, möge sich vor Augen führen, was wir durchgemacht haben und wohin es in Deutschland unter der Herrschaft früherer Systeme gekommen ist,— er würde uns besser verstehen. Vielleicht wächst nach dem Anschauungsunterricht, den der Bolschewismus neuerdings in Südamerika der Welt gegeben hat das Verständnis für Deutschlands Maßnahmen. Wenn aber das Ausland trotz alledem uns kein Verständnis entgegenbringen will, so können wir es auch nicht ändern! Das Ausland mag auf seine Weise glücklich werden, wir nehmen uns die Freiheit, auf unsere Weise glücklich zu sein. „Mit Freude sehen wir aber“, sagte der Stellvertreter des Führers,„daß die Verständigung zwischen den Anständigen ihren Fortgang nimmt— allen Interessenten an der Völkerverhetzung zum Trotz. Vertreter der Frontkämpfer Englands und Frankreichs haben Besuche mit denen Deutschlands ausgetauscht. Nächster Tage wieder begibt sich eine deutsche Frontkämpferabordnung nach England, einer Einladung der englischen Frontkämpfer folgend. Sie nehmen unsere aufrichtigsten Wünsche mit, daß auch ihr Besuch beitragen möge, das Band zu festigen, daß die Leidensgefährten aller Nationen der Fronlen des großen Krieges miteinander verbindet und mithilft, ene neue Völkerkatastrophe zu verhindern. Aus der gleichen Hoffnung heraus begrüßen wir die„Anglo=German Fellowship“ in England und die„Deutsch=Englische Vereinigung“, die vor kurzem in Anwesenheit namhafter Engländer aus der Taufe gehoben wurde. Auch diese beiden Vereinigungen sind getragen vom Geiste besten Frontkämpfertums.“ Die Leistungen, die Deutschland unter der Herrschaft des Nationalsozialismus vollbracht habe, wären unter dem vergangenenem System nicht möglich gewesen. Alle bisherigen Erfolge der deutschen Wiederaufbauarbeit wären nicht möglich gewesen ohne die freudige Mitarbeit des Volkes und der Einordnung des einzelnen unter die höheren Interessen. Der RSKK.=Mann müsse Nationalsozialist durch und durch sein. Als Nationaisozialist solle er sogar ein besonderes Opfer bringen, ein Opfer, das gerade der gute Automobilist empfinde: Er habe in einem Erlaß verlangt, daß der kraftfahrende Parteigenosse im allgemeinen seine Höchstgeschwindigkeit beschränkt, damit Reifen und Material gespart werden, solange, bis wir darin wieder Ueberfluß haben. Sicher sei, daß nur 10 v. H. geringere Höchstgeschwindigkeit im gesamten deutschen Kraftfahrwesen im Jahre Millionen an ersparten Devisen bedeuten. Es sei nationalsozialistisch, in Erkenntnis dessen, das Opfer eines Vergnügens zu bringen! Mit dem Hinweis, daß Korpsführer Hühnlein die Sonderaufgaben des RSKK. kennzeichnen werde, betonte Rudolf Heß, daß das Korps ebenso wie es den anderen Formationen der nationalsozialistischen Bewegung kameradschaftlich verbunden sei, auch zur Wehrmacht in enger Kameradschaft stände. Die verschiedenartigen Aufgaben, die die Motorisierung dem deutschen Kraftfahrer stelle, habe die Kameradschaft der Führung und der einzelnen zur Grundlage und zur Voraussetzung. Der Stellvertreter des Führers schloß mit den Worten:„Weltanschaulich im Nationalsozialismus geeint stehen die deutschen Kraftfahrer im kommenden Jahre vor Aufgaben, zu deren Bewältigung ich ihnen von dieser Stelle Kraft und Energie und die daraus sich ergebenden Erfolge wünsche! Ich weiß, und das erfüllt uns alle mit stolzem Bewußtsein, daß auch die nationalsozialistischen Kraftfahrer gemeinsam mit der ganzen Gefolgschaft des Führers am Ablauf des Jahres 1936 dem Führer wieder melden können: Wir haben unsere Pflicht getan!“ Im Anschluß an die Ansprache des Stellvertreters des Führers, Reichsministers Heß, ergriff Korpsführer Kühnlein das Wort.a Er dankte zunächst dem Stellvertreter des Führers für seine anerkennenden und mahnenden Worte. Zum Reichskriegsminister gewandt fuhr der Korpsführer fort:„Ich bin stolz darauf, mit meinem Korps in Aufgabengebieten tätig zu sein, die an der Peripherie Ihrer Arbeit liegen. Wenn wir dank einer Vereinbarung mit dem Reichsjugendführer die 16= bis 17=jährigen Hitler=Jungen nach ihrer Motorbegabung und Motorfreudigkeit auslesen, um ihnen nach Erreichung des 18. Lebensjahres auf den über das ganze Reich verteilten Motorsportschulen des RSKK. eine vormotorische Grundausbildung zu vermitteln und ihnen die Grundsätze der Verkehrsdisziplin einzuimpfen, so leistet das Korps hier eine Arbeit, der Sie, Herr Reichskriegsminister, in dankenswerter Weise stets ein Höchstmaß ideeller Unterstützung angedeihen lassen.“ Nach Worten der Begrüßung an den Reichsverkehrsminister, Friherr von Eltz=Rübenach, als dem tatkräftigen Förderer des deutschen Kraftfahrsports, gab der Korpsführer sodann seiner Freude daüber Ausdruck, daß sämtliche Gliederungen der Partei und des Reichsarbeitsdienstes bei diesem Generalappell vertreten seien und so die Geschlossenheit und Einheit der Partei, den Willen des Führers und seines Stellvertreters auf das nachdrücklichste unterstreichend, dokumentierten. SA., SS. und RSKK. seien und blieben der eherne Dreiklang der Freiwilligen der Nation. Der Korpsführer erinnerte sodann an seinen Neujahrsbefehl, mit dem er seinen Führern zur Pflicht gemacht habe, sich in diesem Jahre besonders der Arbeit im kleinen anzunehmen, und den Dienst der Stürme nicht allein zu besichtigen, sondern lebendigen Anteil an ihm zu nehmen. Nur organisch, Stein an Stein fügend, könne die Gemeinschaft wachsen. Das gelte auch für die Jugend, die von unten heranwachsen müsse. Es sei ein Grundsatz des Korps, von dem es auch niemals abweichen werde, daß in einem Raum immer nur eine Einheit stehen könne, die jung und alt gemeinsam umfasse. Zum Abschluß seiner Rede gab der Korpsführer einen Ueberblick über die von dem Korps geleistete Arbeit und über die kommenden Groß=Veranstaltungen des Kraftfahrsports. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer schloß der Korpsführer seine Rede. An dem Generalappell des RSKK. nahmen mehrere Mitglieder der Reichsregierung, des Führerkorps des RSKK. aus dem ganzen Reich und zahlreiche Ehrengäste in der festlich ausgeschmückten Deutschlandhalle teil. * Der Abschluß des Generalappells des RöKK. DN Berlin, 17. Januar. Nach dem gemeinsamen Gesang aller Strophen des Horst=Wessel=Liedes folgte der Fahnenaufmarsch. Während der Korpsführer mit den Ehrengästen und dem Führerkorps die mit den Hoheitszeichen des RSKK. ausgeschmückte Halle verließ, erschallte das Lied des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps: Das Panzerwagen=Lied. Ein Vorbeimarsch des Ehrensturms und der Motorstandarte 31 vor dem Korpsführer und dem Führerkorps des RSKK. in unmittelbarer Nähe des Funkhauses beschloß den großen Generalappell des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps, an dem Abordnungen der Motorbrigaden Hansa, Leipzig, Mitte, Ostmark, Pommern, Sachsen und Thüringen sowie der selbständigen Motorgruppe Schlesien in Stärke von je 200 Mann teilgenommen hatten. Der Aufmarsch an der ägyptisch=libyschen Grenze Die gegenwärtige gespannte Lage im Mitteländischen Meer hat sowohl auf italienischer Seite in Libyen als auch auf englischer Seite in Aegypten zu umfangreichen Verkehrsmaßnahmen geführt. Die Umgebung der libyschägyptischen Grenze beginnt sich allmählich in ein Heerlager zu verwandeln. Das Bild zeigt ägyptische Truppen auf einem Uebungsmarsch in der Wüste.(Scherl Bilderdienst,.) Geschworene werden einge speret Feldbetten im Gerichtssaal.— Gerichtsdiener als Kellner. DN Parie, 17. Januar. Der Stanisti=Prozeß, dessen monatelangen Verhandlungen selbst den eisrigsten Zeitungsleser zu ermüden begannen, ist in seinen letzten. Abschnitt eingetreten, der mancherlei unterhaltende Begleitumstände aufweist. Deu vielgeprüften Geschworenen werden, wenigstens der Form halber, seit Donnerstagvormittag vom Gericht nicht weniger als 1956 Fragen vorgelegt. Während der Beratung über die Schuldfragen und über das Urteil dürsen die Geschworenen nicht mit der Außenwelt in Verbindung treten. Da das Ende der Beratungen nicht vor Freitagnachmittag zu erwarten ist, hat man im feierlichen Geschworeuensaal mit vieler Mühe 18 Feldbetten aufgestellt und in einem Nachbarzimmer 6 Feldbetten für die Ersatzgeschworenen. Auch die Verpflegung der Geschworenen läßt beseudere Fragen auftauchen. Die Geschworenen wänschen, sich nicht von Butterbroten zu ernähren, sondern haben beantragt„in ihrer unfreiwilligen Haft auf Staatstosten ernährt zu werden. Das=Gericht hat diesen Antrag bewilligt und 15 Franken pro Mann und Mahlzeit ausgeworsen. Den Kellnern, die aus einem benachbarten Restaurant das Essen herbeischaffen, ist aber der Eintritt in den Geschworenensaal, der nur dem Gerichtshof freisteht. nicht gestattet. Die Richter haben sich entschieden geweigert, Kellner zu spielen. So ist man schließlich auf den Ausweg verfallen, die Speisen durch Gerichtsdiener in seierlicher Gewandung auftragen zu lassen. Der Oeffentlichkeit wird auch die Speisenfolge der ersten Donnerstag=Mahlzeit nicht vorenthalten: Frischei Hering, Rührei mit Schinten, gesalzene Hammelkenie, Bohnen, Nachtisch, Rotwein oder Weißwein nach Wahl. In einem weiteren Zimmer des Gerichtsgebäudes wartet die in Haft befindlichen Angeklagten mit ihren Verteidigern, um jederzeit für Rückfragen zur Verfügung zu stehen. Auch sie dürfen sich auf eigene Kosten aus dem Restaurant verpflegen, wobei die begüterten Angeklagten ihre weniger glücklichen Leidensgefährten zu Gaste ladeu. Bestätigung in Addis Abeba Reuter erklärt in einer Meldung aus Addis Abeba, daß dort die italienischen Berichte über einen Aufstand in der Provinz Godscham teilweise bestätigt wurden. Man glaube aber, daß die Schwiertgkeiten jetzt behoben seien. Infolge der abessinischen Zenfur seien weitere Mitteilungen nicht erhältlich. Militärischer Straßenbau Port Said=Alexandria Libysche Eingeborenentruppe für Eritrea. DR London, 17. Januar. Wie Reuter aus Port Said meldet, haben die Militärbehörden den im vorigen Jahre von der ägyptischen Regierung begonnenen Bau der Straße, die die Häfen Port Said und Alexandria miteinander verbinden soll, selbst übernommen. Weiter wird berichtet, daß die italienischen Truppendampfer„Lombardia“ und„Piemonte“, die den SuezKaual in Richtung Norden passieren, nach Tripolis gehen, umf, dort 10000 Mann ltbyscher Eingeborenentruppen zur Dienstleistung in Eritrea einzuschiffen. Das zweite Geschwader der französischen Flotte zu den Manövern ausgelausen DN Paris, 17. Januar. Das zweite Geschwader der französischen Flotte hat Donnerstagvormittag Brest zu den vorgesehenen Manövern an der Westküste Afrikas verlassen. Die Rückkehr ist für den 26. Februar vorgesehen. „Petit Parisien“ über die Unterredung Lavals mit dem sowjetrussischen Botschafter DN Paris, 17. Januar. Der„Petit Parisien“ glaubt zu wissen, daß die Unterredung, die Ministerpräsident Laval am Mittwoch mit dem sowjetrussischen Votschafter in Paris hatte, vornehmlich der Ratifizierung des französisch=sowjetrussischen Beistandspaktes gegolten habe. Die Leiter des Kreml seien der Ansicht, daß man in Frankreich allzulange zögere, dem von Laval unterzeichneten Beistandspakt Gesetzeskraft zu geben. Auch der sowjetrussisch=uruguayische Streitfall, der vor den Völkerbund komme, sei in der Unterredung behandelt worden. Der Kluge lacht am schnellsten Daß Lachen gesund macht, ist eine bekannte Tatsache, obgleich es andererseits wieder heißt, am vielen Lachen erkenne man den Narren. Die Amerikauer wissen es besser. Sie haben herausbekommen, daß man die Länge der„Leitung", über die ein Mensch verfügt, berechnen könne nach der Schnelligkeit, mit der er lacht, d. h. auf einen Witz reagiert. Praktisch, wie sie sind, haben sie aus dieser Erkenntnis auch gleich die nötigen Schlußfolgerungen gezogen. Man weiß, daß drüben die Geeignetheit eines Menschen für einen bestimmten Beruf schon lange durch Versuche sestgestellt wird. In diese Berufsprüfung ist jetzt die Lachprüfung einbezogen worden. er zunächst in eine ganz harmlose Unterhaltung verwickelt, die sich natürlich auf persöntiche Dinze bezieht. Ein Gehilse des Personalchefs befindet sich, scheinbar mit ganz anderen Sachen beschäftigt, in demselben Zimmer. Da erzählt der Personalchef plötzlich einen Witz Im Augenblick, da die Pointe fällt, stellt der haarscharf aufpassende Gehilfe eine Stoppuhr ein, um mit ihr die Zahl der Sekunden zu messen, die vergehen, bis der Bewerber in das fällige Gelächter ausbricht. Je schneller er sein Verständnis für den Witz durch Lachen kundgibt, desto größere Aussicht hat er, angestellt zu werden. Leute mit„langer Leitung“ scheiden von vornherein aus. Ee wich berichtet, diese Prüungsart hätte sich glänzend bewayrt. Wir wollen das nicht in Zweisel ziehen. Voraussetzung dafür scheint uns allerdings zu sein, daß diese Witze auch gut sind. Es gibt auch„Witze“, bei denen ein verständiger Mensch keine Miene zu verziehen vermag, während sich der Hohlkopf vor Lachen ausschütten will. aher wpie ersagt, ii# amerskanischen Personalchefs werden so indiungemt veun, nur gute Witze zu erzählen. * „Schönheit der Arbeit“ Beispielgebend für England. Londen, 17. Januar. Durch das Gesundheitsamt in Liverpool wurde für die englische Seefahrt eine Einrichtung getroffen, die sich eng an das Vorbild der„Schönheit der Arbeit“ anschließt. Der Zweck ist auch hier, den Seeleuten würdige und angenehme Unterkunfts= und Aufenthaltsräume zu schaffen.— Nach dem Urteil des Hafendienstes von Blyth sind die deutschen Schiffe in bezug auf die Zweckmäßigkeit und Schönheit der Einrichtung für die Schiffsmannschaften an die erste Stelle sämtlicher Schifse der Welt aufgerückt. Gelsenkirchen, 17. Jan.(Raubmord in Gelsenkirchen?) Der Kriminalpolizei ist es gelungen, die Personalien des in Gelsenkirchen Ueckendorf tot aufgefundenen Mannes, vorüber bereits berichtet wurde, festzustellen. Es handelt sich um den 27jährigen verheirateten Hilfsarbeiter Willi Koslowski aus der Ottostraße in Gelsenkirchen. Koslowsti hatte am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr seine Wohnung verlassen, um seinen in Ueckendorf wohnenden Schwager zu besuchen, ist aber von da nicht mehr zurückgekehrt Bei dem Toten fehlt eine silberne Tulauhr mit Kette, die an der Weste befestigt war, sowie eine Geldbörse mit enva 11 RM. Inhalt. Die weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei sind im Gange. Recklinghausen, 17. Jan.(Das Glück am Stammtisch.) In einer Wirtschaft saßen fünf Männer am Stammtisch in regem Gespräch beisammen, als auch zu ihnen der graue Glücksmann kam. Die Stammtischgäste legien jeder einen Groschen für ein Los zusammen. Das erste Los war eine Niete. Maan muß es eben noch einmal probieren. Nochmals wurden fünf Groschen zusammengelegt, und diesmal war das Glück den Stammtischlern hold. 500 Mark hatten sie gewonnen. Es kommt ja nicht oft vor, daß der Mann, vom Stammtisch heimkommend, seiner Frau 100 Mark auf den Tisch logen kann. Aber diesmal hat sich die holde Gattin doch gefreut, daß ihr Mann auch am Stammtisch war. Recklinghausen, 17. Jan.(Mit dem Motorrad gegen ein Holzfuhrwerk.) Gegen Abend fuhr der 29 Jahre alte Motorradfahrer Josef Kahlert aus Münster auf der Halterner Straße von hinten gegen ein in gleicher Richtung fahrendes Langholzfuhrwerk. Kahlert trug bei dem Anprall schwere Verletzungen davon, die seinen sofortigen Tod zur Folge hatten. Das Motorrad wurde vollständig zertrümmert. Ueber die Schuldfrage kann vorläufig noch nichts gesagt werden. Minden, 17. Jan.(Neue Jugendherberge in Porta.) Am Südhange des Wittekindsberges in Porta soll eine neue Jugendherberge errichtet werden. Obwohl im letzten Jahre über 15000 Wanderer in der Jugendherberge in der Hausberger Schweiz übernachteten, mußten fast jeden Tag etwa 40 Jugendliche wegen Ueberfüllung abgewiesen werden. Nun hat die Spielgemeinschaft des Freilichttheaters beschlossen, alle Ueberschüsse in den kommenden Jahren für die neue Herbenge fneizumachen. Duisburg, 17. Jan.(Provianthoot gefunken.) Als der Besitzer eines Proviantbootes nach dem Duisburger Innenhafen kam, um zur gewohnten Stunde sein Geschäft aufzunehmen, mußte er zu seinem Schrecken feststellen, daß das Boat verschwunden war. Es war über Nacht let gwotden und gesunten. Blücklicherweise war ein großer Teil der Lebensmittel am Abend vorher von Bord genommen worden; aber trotzdem ist der Schaden noch beträchtlich. Zur Hebung des Bootes wurde ein Taucher eingesetzt. Am Nachmittag kam das Boot an die Oberfläche und wurde leergepumpt. Köln, 17. Jan.(Mit gestohlenem Kraftwagen zwei Frauen überrannt.) An der Straßenbahnhaltestelle Ecke Eckewart= und Neußer Straße wurden zwei Frauen von einem mit hoher Geschwindigkeit herankommenden Personenkraftwagen angefahren und schwer verletzt. Eine der verunglückten Frauen ist kurz darauf gestorben. Der Fahrer des Wagens kümmerte sich nicht im geringsten um die Verletzten, sondern raste mit seinem Wagen mit erhöhter Geschwindigkeit weiter. Nach den bisherigen Ermittlungen handelt es sich um einen gestohlenen Kraftwagen aus Düsseldorf, der am Mittwoch auch wieder in Düsseldorf aufgefunden wurde. Die Polizei hat eingehende Fahndungen nach dem verbrecherischen Kraftwagenführer ausgenommen. Aus dem Gerichtssaal Rückfällige Diebin erneut bestraft. Düsseldorf, 17. Januar. Die Ehefrau Therese St. aus Stuttgart hatte ihren Mann verlassen und war mit dem Oskar S. auf dem Rad nach Nordedutschland gefahren. wo sie ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Dieskähle fristeten. Im Oktober waren sie nach Westdeutschland gekommen, brachen in Wittlaer bei Düsseldorf ein Wochenendhaus auf und ließen sich hier häuslich nieder. In zwei Tagen tranken sie 20 Fraschen Wein, die sich im Keller befanden. Auf einem Bauerngut stohl S. ein 80pfündiges Schwein. Als sie schließlich von der Polizei entdeckt wurden, zog S. es vor, die Flucht zu ergreisen. Die St. war nicht wenig erstannt, als die Polizei sie festnehmen konnte. Vor dem Düsseldorfer Schöffengericht war sie geständig. Obwohl sie bereits 19mal vorbestraft ist, wurden der Angeklagten nochmals mildernde Umstände zugebilligt und eine 19monatige Befüngnisstrafe verhängt. * Verorteilte Böbeferscher. Aus der Kochstube des 70jährigen Wilhelm P. in Trattendorf(Niederlausitz) drang eines Tages ein verdächtiges Singen. Angeblich sollte dort eine Kirmesseier stattfinden, doch paßten die getragenen Gesänge recht wenig zu diesem heitern Zwck. Die Gendarmerie sah nach dem Rechten und stellte fest, daß sich 21 Mitglieder der verbotenen Internationalen Bibelsorscher=Vereinigung aus Trattendorf und Spremberg= zu einer Versammlung zusammengefunden hatten, in der sie sich in altgewohnter Weise trotz Verbots mit dem Verlesen und Auslegen von Bibelstellen beschäftigten. Die Teilnehmer trafen sich am Mittwoch vor dem Berliner Sondergericht wieder. Der 70jährige Versammlungsleiter erhielt wogen Vergehens gegen die Verordnung zum Schutze von Volk und Staat vier Monate Gesängnis, eine gleichnamige sehr rährige Mitarbeiterin fünf Monate und die Abrigen Engeklagten je drei Monate Gesängnis. Mangfall=Brücke dem Verkehr übergeben. Eins der imposantesten Bauwerke der Reichsautobahnen ist die Brücke über das Mangfalltal, die nunmehr mit der Teikstrecke München—Schliersee dem Verkehr übergeben werden konnte.. Die Brücke bedeutet namentlich im Winter eine große Verkehrserleichterung, da sie die beschwerliche Durchquerung des Mangfalltales erspart. (Atlantik,.) Zuchthaus wagen Hochverrats. Der Strafsenat des hanseatischen Oberlandesgerichts verhandelte in Rostock gegen den kaum 20jährigen Hermann Janicke, seinen 24 jährigen Bruder Paul und den 34jährigen Ernst Naumann. Paul Janicke hat kommunistische Schriften, die sein Bruder aus einem ausländischen Hasen aus Emigrantenkreisen mitbrachte, u. a. an Naumann weitergegeben. Raumann hat die Schriftstücke jedoch, nachdem er sie gelesen hatte, zurückgegeben. Das Urteil lautete gegen Janicke auf drei Jahre Gefängnis und gegen Paul Janiche auf fünf Jahre Zuchthaus und Stellung unter Polizeiaussicht. Naumann wurde wegen Mangels an Beweisen freigsprochen.— In einem zweiten Prozeß wurde der 45 jährige Ernst Koch, der in einem früheren Prozeß die Vergrabung einer Schreibmaschine der KPD. verheimlicht hatte, zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt, von denen sechs durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt gelten. * Wahnsinniger erstach seine Frau. Ehedrama vor Gericht. Berlin, 17. Januar. Ein grauenhaftes Verbrechen entrollte sich heute in einer Verhandlung vor der 6. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts. Der Angeklagte, ein 27 Jahre elter Ernst., lebte in einsachen, aber geordneten Verhältnissen mit seiner Ehefrau in einer Wohnlaube in Friedrichsfeld=Ost. Anfang vorigen Jahres kam eine in ihm schlummernde Krankheit zum Durchbruch. Er litt an Verfolgungswahn, hatte Zwangsvorstellungen und glaubte sich von seiner Ehefrau betrogen. Diese Zustände steigerten sich immer mehr und schließlich kam er zu der Wahnidee, der Liebhaber seiner Frau würde ihn aus dem Hinterhalt erschießen. Er quälte und mißhandelte seine Frau, um den Namen des angeblichen Liebhabers und Mörders zu erfahren, sesselte sie, warf sie zu Boden und erstach sie mit einem Taschenmesser. Alle diese Vorgänge schilderte G. heute vor Gericht durchaus klar. Seine Sprechweise war äußerst gewandt, besonders verblüffend wirkte die Anwendung zahlreicher medizinischer Fachausdrücke. Nur an der seltsamen Unbewegtheit, der Gefühlskälte, die er an den Tag legte, merkte auch der Laie, daß hier ein Kranker vor Gericht hand. Der medizinische Sachverständige stellte fest, daß G. aus einer erblich sehr stark belasteten Familie stammt und an Schizophrenie leidet. Seine strafrechtliche Verantwortlichkeit sei daher ausgeschlossen. Die öffentliche Sicherheit erfordere seine Unterbringung in einer Heilund Pflegeanstalt. Entsprechend diesem Gutachten ordnete das Gericht die Unterbringung an, wobei der Vorsitzende betonte, daß es sich hier nicht um eine Strafmaßnahme gegen den Angeklagten, sondern um eine Schutzmaßregel im Interesse der Volksgesamtheit handle. Svor“ 1. Monusch. Jahn Annen 98— 1. Mannsch. Tbd. Bommern. Am Sonntag haben die Jahner im letzten Freundschaftsspiel den Tabellenführer der Gruppe Witten=Hattingen zu Gast. Die Bommeraner, welche in den Meisterschaftsspielen eine große Formverbesserung zeigten werden verfuchen, die letzte Niederlage gegen Annen wieder auszugleichen. Kämpfen die Jahner aber wie vergangenen Sonntag in Altenhagen, so wird ein Sieg wohl kaum in Frage gestellt sein. Anwurf 8 Uhr, Platz Zeche Hamburg. 1. Jugd. John Annen— 1. Jugd. Töd. Bommern. Die 1. Jugend, welche am vergangenen Sonntag den Turnverein Bommern hoch mit:2 abfertigen konnte, wird gegen den Turnerbund wohl wenig Aussichten haben, das Spiel zu gewinnen. Anwurf 2 Uhr. 2. Jugd. Jahn Aunen— 2. Jugd. Töd. Bommern. Verlor auch die 2. Jugend der Annener im ersten Spiel, so dürfte ein jetziger Sieg wohl zu enwarten sein. Anwurf 1 Uhr. * 1. Manusch. Tus Deutsche Eiche Rüdinghausen— 1. Mannsch. Wittener Turnverein. Die letzte Begegnung in Witten konnte der Zus nur knapp für sich entscheiden. Die Wittener, welche über eine schnelle Elf verfügen, werden auch morgen den Platz= besitzern stark zu schafsen machen. Somit ist die Gewähr für ein flottes Spiel gegeben, dessen Ausgang wir offen lassen. Anwurf: 3 Uhr, Sportplatz: Alb. Gronemanan. Das Spiel der 2. Mannschaften findet im Anschluß an das Spiel der ersten Mannschaften statt. 1. Jugd. Tus Deutsche Eiche Rüdinghausen— 1. Jugi. Wittener Turnverein. Zum fälligen Pflichtspiel empfängt die Tus=Jugend die 1. Jugend des Wittener Turnvereins. Dieses Spiel, welches seinerzeit beim.=Stande für Tus wegen Regen ehgebrochen wurde, findet hiermit seine Wiederholung. Damals wurde es schon erbittert durchgeführt und wird auch morgen bis zum Schlußpfiff spannend sein, geht es doch um die Führung der Tabelle, die beide Mannschaften augenblicklich mit je einem Verlustpunkt halten. Anwurf:.45 Uhr. * Die Veiträge der Handballvereine. Der Reichshandballfachamtsleiter Brigadeführer Herrmann hat soeben die erste wichtige Bekanntmachung des neuen Jahres erlassen. Sie erstreckt sich auf die Beiträge, die von den Vereinen an das Fachamt Handball entrichtet werden müssen. Es haben zu zahlen: Gauliga 25 RM., Bezirksklasse 12,50 RM. und Kreisklasse 5 RM. Für die Zuteilung zu einer dieser drei Klassen ist die Einteilung der ersten Mannschaft zu Beginn des Spieljahres 1935/36 maßgebend. Alle Handballgemeinschaften, die nicht an den Pflichtspielen teilnehmen, zahlen den Beitrag der Kreisklassenvereine. Die genannten Beiträge sind bis Montag, den 3. Februar 1936. auf das scheckkonto München Nr. 42386 betr. Reichsbund für Leibesübungen, Fachamt Handball, Berlin, zu zahlen. Vereine, die sich dieser Verpflichtung entziehen, sind ab 3. Februar gesperrt. Das Fachamt erhebt damit zum erstenmal einen Beitrag, nachdem die alten Verbände (DT, D SB, DFB) nicht mehr berechtigt sind, nach Gründung des neuen Reichsbundes die Vereine mit Beiträgen zu belasten. Die Gelder sind dazu bestimmt, den gesamten Svielbetrieb, Lehrbetrieb und die geordnete Geschäftsführung aller Lellen im Handball sicherzustellen. Die Vereine haben also die Pflicht, hier umgehend das weitere zu veranlassen. Zeitgemäße Betrachtungen. veboten! Vorwärts mit frobem Miut! Seitdem die Freiheitsglocken klangen Im schwergeprüften Saargebiet Ist nun bereits ein Jahr vergangen, Wie doch so schnell die Zeit entflieht! Gesegnet war des Jahres Walten, Wir konnten dankbar Rückschau haiten Ein Festtag bleibt uns immerdar Der dreizehnte des Jannar.— Für immer ist zurückgegliedert In's Mutterland das Land der Saar, Was wir dem Gegner oft erwidert: „Deutsch ist die Saar“, bleibt ewig wahr Nun werden wir in künft'gen Tagen Statt Saarlouis Saarlautern sagen, Vor aller Welt sei offenbart, Deutsch ist die Saar nach Nam' und Ark!— Die Treue ist der Kräfte Bronnen. Was sie beginnt das wird auch gut, So hat die Woche gut begonnen Und vorwärts geht's mit frohem Mut, Nur unbestimmt war dieser Tage Die sogenannte Wetterlage, Da selbst der Monat Janvar So regnerisch und stürmisch war.— Dies hat viel Unheil angerichtet, Nun droht auch noch die Wasserflut Auch sie verheert oft und vernichtet, Denn gar zu viel tut niemals gut Doch hoffentlich wird's anders setzt, Schon hat der Schneefall eingesetzt Und das ist schließlich auch das Beste Für die Okympia=Wintergäste.— In Garmisch=Partenkirchen findet Schon der Empfang der Gäste statt, Die Sorge und das Wetter schwindet, Weil wieder es gefroren hat, Auch kam als Helferin im Bunde Frau Holle noch zur rechten Stunde, Sie machte das Versäumte gut, Nun gehl's zum Ziel mit frohem Mat.— Stets steckt der Mensch sich Höhre Ziele Und bricht aufs neue den Rekord, Er treibt mit Eiser Sport und Spiele, Und schreitet immer weiter sort Und immer schneller, immer schneller Lausen Motore und Propelker Schon steht bereit zu neuer Tat Der Jängste Heinsel=Apparat.— Im Fluge eilt man schnell von hiunen, Das Fliegen ist ja nicht mehr schwer Heut' heißt die Losung: Zeit gewinnen Und die gewinnt man immer mehr, Man kann jetzt sicher und gediegen, Schnell von Berkin nach Danzig fliegen, Ein Stündchen Fahrzeit und nicht mehr Schon is man dai Jpanz Heifele# Druaseyler. Seine einzige Leidenschaft war ein gutes Glas Bier und eine saftige braune Hexe dazu. — Zartfühlend. Der alte Förster des Grasen bekam seit Jahren sein Ruhegehalt. Und da er schlecht euf den Beinen war und in der abgelegenen ehemaligen Fasanerie wohnte, kam an jedem Ersten seit vielen Jahren die treue Therese, um das Geld zu holen. Als sie diesmal wieder im Schloß erschien, ließ sie der Graf auf sein Zimmer bitten. „Ich habe gestern erfahren, daß mein alter Förster schon seit zwei Jahren tot ist.“ „Freili— zwei Jahre mögens schon sein—“ „Und da holen Sie bei mir immer noch das Geld für ihn?“ sprach der Graf mit hohem Zorn. Die alte Therese wischte sich mit der Schürze übers Gessicht. „Ja mei— 1 hab mir halt denkt— der Herr Graf hatten doch den Förster sehr gern— i wollt Ihnen halt den Schmerz ersparen—“ Die Schifsbrüchigen. „Wenn wir nur wüßten, ob Flut oder Ebbe ist:“ Schachecke der Annener Bearbeitet von Herbert Kehler. Gespielt in der 9. Runde der Kreismeisterschaft in Langendmer, Gruppe 8. Noch ist nicht alle Gefahr für Weiß gebannt, da greift Paklabis selbst an und bringt Jost in eine Druckstellung, weil er seine ganzen Figuren auf den Küntgsssüget zusommengenogen het. 997—63 27. 55—56 Ein interessanter Zug. 27.——— 28. dsNer 29. Se3—55 30. Sb5—36-431. Sd6X es32. g1Xh5 33. 93—04? 34. Ss2—03 35. De3X e5--1 36. Te1——+-! und Schwanz gab auf, da er die Dame verkiert. 8/8—37 56—55 S07—65 Le40 Ke7—57 307X63 Th7Xh5 Sehfei? 206——7 Zacher 1— Hörig:0, Patlabis— Rettlenbusch Zacher II— Rechitz Stand nach der 12. Runde: Probst 7½6; ReZacher 1 7; Rettlenbusch 6½; Reßler 6; Patlab Scholz 4; Zacher II 3½; Fischer, Specht 3: Hörig. A meier, Seeliger 3½: Kadereit 1: Schmidt 0 Pkt. Boigshengemeche Bttten=Gunen. Erlenschule. Seantogeuniies 11 Uhr. Seomtestichete Dienstagabend, 8 Uhr, Geberstunde. **„ Sndoger Der Weltflugverkehr verdichtet sich— Eine neue Brücke zwischen den Kontinenten— Deutschlands wichtiger Anteil Ein lehrreiches Buch ist das Reichsluftkursbuch. Nicht nur, daß es eine Übersicht über Stand, Organisation und Betrieb des deutschen Luftverkehrs gestattet, es zeigt auch, daß der Flugverkehr längst alle Grenzen von Ländern und Kontinenten gesprengt hat und, nachdem vor Monaten der regelmäßige Flugdienst von Nordamerika nach Chile aufgenommen wurde, zum Weltflugverkehr im wahrsten Sinne des Wortes geworden ist. Von allen Hauptstädten des Kontinents und Nordamerikas fliegen teils täglich, teils in längeren Zwischenräumen Großflugzeuge in alle Richtungen der Welt. über Land und Meer, über Gebirge und Wüsten und tückische Seen und schlagen neben der völkerverbindenden Brücke, die Eisenbahn und Schiff im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte festgefügt haben, eine neue, schnellere und sicherlich nicht weniger feste. Die Erschließung der Welt durch den tigung, daß der Anteil Englands am WeltFlugverkehr geht von Europa und Amerika luftverkehr dominiert. Aus wirtschaftlichen, aus, der Anteil Europas ist sicherlich politischen und auch militärischen Gründen In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag startet in Berlin das Flugzeug mit der Südamerikapost. größer. Der erste wirkliche Transozeauflugverkehr ist der der Deutschen Lufthansa nach Südamerika. Diese Pioniertat ist um so höher zu bewerten, als das Versailler Diktat Deutschland die Kolonien und somit die Stützpunkte im Weltflugverkehr nahm. Der Vorgänger des Südamerikadienstes von heute ist der kombinierte Dienst von Flugzeug und Schnelldampfer. Schon im Jahre 1929 brachten die Flugzeuge der Deutschen Lufthansa die Post nach den Kanarischen Inseln, wo sie von Schnelldampfern der Hamburg=Süd übernommen wurden, um bei der Insel Fernando Noronha an Flugzeuge des Condor=Syndikats zur Weiterbeförderung nach dem Süden Brasiliens abgegeben zu werden. Drei Jahre später wurde der erste schwimmende Flugstützpunkt, der Dampfer„Westfalen", im Südatlantik stationiert, und die Versuchsflüge über den Südatlantik begannen. Aber erst dank der Energie der nationalsozialistischen Regierung, insbesondere des Reichsministers der Luftfahrt, Hermann Göring, führten die Pionierarbeiten der Deutschen Lufthansa zu dem regelmäßigen Flugdienst über den Atlantik. Die deutsche Fluglinie nach Südamerika nahm im Jahre 1934 ihren regelmäßigen wöchentlichen Flugdienst auf. Berlin—Buenos Aires in 3½ Tagen, und mit deutschen Flugzeugen! Seit der Eröffnung der Linie sind bis heute 150 Ozeanflüge in beiden Richtungen ausgeführt, ein Beweis dafür, daß technisch und organisatorisch Deutschland seinen Platz auch im Weltluftverkehr beanspruchen darf. Es hat seine Begründung und Berechgon=Hanoi die der französischen Air France. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, daß von Saigon aus Anschluß an das chinesische Flugnetz in Kanton und von Batavia Anschluß auf den Philippinen geschafsen wird Wenn die Japaner heute noch aus strategischen Gründen das Netz zwischen den Philippinen und Formosa offentassen, so wird auch hier einst der Anschluß an den japanischen Lufwerkehr China=Clipper, das geschaffen werden. Immerbin würde die regelmäßige Befliegung der Strerke von Batavia nach den Philippinen— Versuchsflüge wurden bereits von den Holländern unternommen— Anschluß an den„ChinaClipper“ schaffen und damit den Ring um den Erdvall schließen. Im vergangenen Jahre verlängerte die Imperial Airways ihre Indienlinie von Singapore nach Auftralien Nach überfliegen der Timorsee erreichen die englischen Flugzeuge den australischen Kontinent bei Darwin Die Reise von London nach Sidney dauert heute 12 Tage gegen fast 40 mit dem Schiff. und es ist beabsichtigt, statt des wöchentlich einmal verkehrenden Flugzeuges zwei oder drei Mit Unterstützung der Deutschen Lufthansa versieht die Eurasia=Flugzeuggesellschaft in China einen regelmäßigen Flugdienst. Photos: Scherls Bilderdienst(), Weltbild(1) Vom Flugzeugstützpunkt„Schwabenland“ starten die deutschen Südamerikaflugzeuge mit dem Katapultstart. mußte das Mutterland das neue Verkehrsmittel dem Verkehr mit seinen Kolonien und Dominien nutzbar machen. Dabei ist es bezeichnend, daß der Ausvau des Flugverkehrsnetzes in England selbst vernachlässigt und privaten Gesellschaften überlassen wurde, während die staatlich kontrollierte Imperial Airways, die den Dienst mit einer Linie London— Paris begonnen hat, das englische Weltflugnetz schuf, das heute von London nach Südafrika, nach Hinterindien und Australien reicht. Verkehrspolitisch am wichtigsten ist heute noch die Linie von London nach Indien. Ehe allerdings die Flugzeuge der Imperial Airways über Athen— Bagdad— Bombay den britischen Besitz in Asien mit dem Mutterlande verbanden, flogen die Flugzeuge der holländischen KLM. schon nach Batavia. Damals brauchten sie noch 15 Tage für die fast 15.000 Kilometer lange Strecke, heute dauert die Reise nur 8 Tage, und aus den unregelmäßigen Versuchsflügen im Jahre 1927 sind regelmäßige Wochenflüge geworden. Heute endet in Singapore die englische Indienflugstrecke, in Batavia die holländische und in Saigrößte amerikanische Flugzeug, das den Trauspazifildienst versieht. ständen beflogen. Wenn die geplanten Abzweigungen nach den britischen Besitzungen in Westafrika hergestellt sind, wird sie zu den wichtigsten Linien der Welt gehören. Afrika wird von Norden nach Süden und von Westen nach Osten von einer anderen Luftverbindung erschlossen der Kongo=Madagaskar=Linie der französischen Air France, die teilweise in Gemeinschaft mit belgischen Flugzeugen arbeitet. Die Air France, ebenfalls ein staatlich beeinflußter Zusammenschluß großer französischer Fluggesellschaften, vetreibt die 13 000 Kilometer lange Linie Marseille—Saigon in Indochina sie läßt seit Februar vorigen Jahres ihre Flugzeuge bis Hanoi in Indochina fliegen. Von dort bestehr Eisenbahnverbindung nach Yümanfu, dem Endpunkt einer der vier, von Schanghai nach Westen gehenden Flugzeuglinien. Man kann heute, obwohl bisher das wichtigste Verbindungsstück im Weltluftnetz fehlt— die Strecke über den Nordatlantik— im planmäßig verkehrenden Flugzeug um die Erde fliegen Ob in westlicher oder öftlicher Richtung, ist gleichgültig, denn in Wirklichkett besteht eine Verbindung zwischen Europa und Amerika Die Südamerikaflugzeuge der Deutschen Lufthansa haben schon in Natal Anschluß an die Flugzeuge der Pan=American=Airwaus, die die beiden amerikanischen Kontinente der Länge von Norden nach Süden und sogar in mehreren Linien defliegen. In wenigen Tagen ist das Flugzeug über Mittelamerika und die Antillen in Miami. Von dort dauert der Flug nach Chikago, dem Ausgangspunkt der großen transkontinentalen Amerikalinien zwei Tage, nach weiteren zwei Tagen ist San Franzisko erreicht, wo der China=Clipper über Honolulu, die Midway=Inseln und Guam Manila und — vorläufig noch nicht regelmäßig— Hongkong erreicht Vorausgesetzt, daß der französische Dienst Saigon—Kanion Wirklichkeit wäre, könnte hier der Anschluß an die Europalinie gefunden werden. Schon heute sind Flugzeiten der großen transozeanischen und transkontinentalen Linien aufeinander abgestimmt. Ein Brief Das Südafrilaflugzeug der Imperial Biuans. fliegen zu lassen. Von London nach Sidney wird die längste direkte Flugverbindung beflogen, sie erforderte viele Jahre der Vorbereitung, ebenso wie der 12 000 Kilometer lange Strecke London—Kapstadt. Erst im Jahre 1934 wurde die Kap=Kairolinie vom Flugzeug regelmäßig in wöchentlichen Abvon Berlin auf der erwähnten Strecke rund um den Erdball nach Berlin könnte bereits in weniger als 30 Tagen befördert werden. Diese Zeit verringer sich erheblich, wenn die kleine Lücke im Weltflugnetz über dem Atlantik geschlossen wird. Daß sie geschlossen wird, steht außer Frage. K. Winkler. URHEBER-RECHTSSCHUTZ DURCH VERLAC OSKAR MEISTER, WERDAU 10. Fortsetzung. Anio sah auf und gewahrte den Blick, der faßte.„Vater,“ sagte er und strich, noch auf über dessen Hand herab,„Hast du Sorgen?“ der ihn umden Knien, über dessen Hand herab.„Hast du Sorgen!“ Ein kleines, dünnes Lachen zitterte durch den Raum. „Wer hat die heutzutage nicht, mein Bub? Nun liegt es mir schwer auf der Seele, daß dich dein Studium nicht esrteco ot.—. Was macht die Mutters Zumer viel Arbeit, wie?—— Noch einmal Matura machen, noch einmal wählen können, gu, Puiges Schattes „Was würdest du dann wühlen, Anlbe- Schulles Hand strich über das dunkle Haar seines Einzigen. Es war eine scheue, beinahe verschämte Liebkosung und löste, weil so selten gewährt, etwas wie Verlegenheit in beiden Anto faßte sich zuerst wieder.„Maschinenbau, Vater,“ päre Has Fichztef=u einer elektrischen Lok sein, das „Dazu ist es nun allerdings zu spät,“ unterbrach ihn Schütte und hielt seine Hände gegen das schwarze Rohr des Ofens. „Danke, Anio.— In Paßfurt kostet jetzt eine Dreizimmerwohnung fünfundsechzig Mark." „Da können wir froh sein um die große Wienstwohnung, nicht?“ meinte Anio, legte seinen Silberlöffel in das Glas und goß langsam Wein darüber. „Bleibst du bei mir zur Nacht, Vater?“ Der Amtmann sah unentschlossen nach dem Glas, aus dem sich seiner, süßer Duft zu heben begann.„Wenn ich auf dem Sofa schlafen darf?“ „Warum nicht in meinem Bekt, Vater?“ „Du hast soviel zu lernen jetzt, Anio, da muß man Run war Anios Lachen wieder so hell und knabenhaft, wie es der Amtmann gewöhnt war.„Ach, deswegen?“ meinte er fröhlich.„Ich Bretterboden genau so gut wie in einem Bett. Trink' jetzt, Vater! Ist er süß genug?“ Komisch, daß heute jedes„Lachen so jäh verflog. Irgend etwas Dunkles, Rätselhaftes hing im Unterbewußtsein, machte Anto Schütte unsicher und kähmte Er sah von der Seite nach dem Vater, der das Glas am Rande des Tisches vor sich stehen hatte, um von Zeit zu Zeit daran zu nippen und fühlte, wie ihm das Hers bis zum Halse herauf pochte. Ich hab' ja Angst, buchte er erschrocken. Warum denn nur und wovor?— Die Mutter war gesund, der Vater bei ihm—— er bog sich langsam vorneüber und neigte sich zur Hälfte über den Tisch. Amtmann Schütte erwachte aus seinem Dösen, sah den angstvoll fragenden Blick des Sohnes auf sich gerichtet und nickte. Ein Arm schob sich ihm entgegen, eine Hand tastete nach der seinen und yielt sie plötzlich umklammert.„Ich habe solche Angst— um dich, Vater!“ „Ich bin doch bei dir, mein Bub,“ lächelte Schütte, machte plötzlich seine Hand frei und griff nach dem Glas. Als er es wieder zurückstellte, waren seine Augen gerötet und eine Träne, die einzige, die sich nicht hatte zurückdrängen lassen, rieselte ihm langsam das gelbe Gesicht herab. Schütte zog erst sein Taschentuch und tupfte sich die Augen trocken.„Nichts, mein Bub. Dein Wein ist stark. Mutters Tee zu Hause ist weniger aufregend. Und das mit deinem Beruf, mein Junge—— das mußt du nicht so tragisch nehmen. Ich wollte für mein Leben gern Jurist werden und muß Steuern eintreiben. Immer kommt alles anders. Immer gehen unsere Wunschträume nach unerreichbar fremden Ländern. Aber das verschmerzt man mit den Jahren. Nur immer seine Pflicht tun. Dann geht es schon.— Prost, mein Bub!“ Anio hatte sich ein Glas vom Waschtisch geholt, goß den Rest des Weines darein und trank dem Vater zu. „Wie geht es auf dem Kießlinghof?“ „Stehst du nicht mehr in Korrespondenz mit dem Doridl?“ fragte Schütte und horchte auf das leise Knistern, das aus dem Ofen kam. Er hörte den Sohn „doch, doch“ sagen und neigte das Gesicht etwas tiefer. „Es geht eigentlich gegen mein Gewissen, was ich dir jetzt verrate, aber du trägst es ja nicht weiter: Das Gut wird kaum zu halten sein.“ Anios Mund stand halb geöffnet.„Der Kießling= hof?!“ „Ja. Das hättest du wohl nicht für möglich gehalten. Niemand weiß davon, nur ich.“ „Aber Vater—— das ist ja— das wäre ja—“ „Schrecklich, mein Anto. Ich bewundere Doridls Mutter. Sie ist wie ein Fels und steht und fällt mit dem Gut.“ Es blieb totenstill im Raum. Antos Taschenuhr tickte so laut, daß man sie durch den Rock hören konnte. Der natmann betrachtete den gesenkten Kopf des Sohnes und seufzte:„Alles fallt der Zeit zum Opfer. Vielleicht helfen die Merkts. Aber heutzutage hat jedes für sich selbst genug zu sorgen.— Wenn du nichts dagegen hast, möchte ich jetzt schlafen gehen. Ich habe morgen einen schweren Tag: „Dienst?“ fragte Anio und legte schon die gewürfelte Decke zusammen, die über das Bett gebreitet war. Er bekam keine Antwort. Aber was wäre es sonst gewesen als eine dienstliche Angelegenheit, die dem Vater wieder einmal böse Stunden brachte. Er schüttelte die Kissen auf und begann gewohnheitsmäßig den zisch abzuAls er die Lampe abdrehte, kam ein schwacher Schimmer durch die Scheiben. Eine Tram klingelte vorüber, und der Ton einer Hupe keuchte rasch und bellend durch das angelehnte Fenster.„Soll ich schließen?“ fragte dankel Es stört mich nicht, gab der Vater zurück.— Wie wird es morgen sein? dachte er und sah nach dem Sofa hinüber, auf dem sich sein Sohn ausgestreckt hatte. Wenn er seinen Referendar gemacht hatte, war er noch soviel wie nichts. Aber er konnte wenigstens nebenbei verdienen, bei einem Anwalt oder so. Und die Pension berrug immerhin beinahe Hreihundert Mark, da würden sie zu zweit schon aupeommen. Anio war ja so sparsam. „Schläfst du noch nicht, Vater?“ fragte der Junge vom Sofa herüber.„Willst du noch ein Kissen haben? Ich kann meines gut entbehren.“ „Danke, nein. Ich brauche nur immer etwas lange, bis ich mich zurechtgerekelt habe. Du weißt es ja.“ — Von jetzt ab rührte sich der Amtmann nicht mehr. Der Bub sollte schlafen. Vielleicht folgten dieser Nacht noch viele, viele andere, die ihn wach sahen... Aber es war alles geordnet: Die Lebensversicherung, die Summe, die für ein Begräbnis nötig war, sogar wegen einer Wohnung hatte er noch Umschau gehalten unter dem Vorwand, er brauche sie für einen Bekannten. Fünfundsechzig Mark war allerdings viel Geld. Aber ein bißchen Sonne mußte Malwine doch haben und der Junge auch. Mit Präsident Steinheil hatte er ebenfalls noch Rücksprache genommen. Anio würde sich jederzeit Rat und Auskunft bei ihm holen dürfen. Der förderte seinen Jungen schon und half ihm, wo er konnte. Freilich sie würden alle wie aus den Wolken gefallen sein. Aber es konnte ja auch gut ausgehen. Vielleicht lebte er noch ein paar Jahre, bis Anio sein Staatsexamen gemacht hatte. Wie notwendig ein Sohn doch seinen Vater zrauchte— fünfundzwanzig Juhre und länger. Anio kam auf bloßen Füßen zum Bett geschlichen und neigte sich über das fahle Gesicht, das jetzt in der milchigen Helle mager und greisenhaft erschien.—„Vater,“ flüsterte er und fühlte wieder jene unheimliche, rätselhafte Angst, die ihn am Abend schon einmal gepackt Der Amtmann rührte sich nicht, hatte die Lider geschlossen und atmete gleichmäßig. Armer Bub, ob er ahnte, daß sie wahrscheinlich zum letzten Male ein Zimmer miteinander teilten?... gen 3. Grust Anio zog ihm die Decke etwas weiter gegen die Brust herauf und drückte einen Kuß auf seine Stirn, dann tastete er wieder nach dem Sofa zurück. Wenn der Vater wüßte, wie ihn die Nachricht über den Kießlinghof getroffen hatte! Es war nicht auszudenken, wenn das Gut unter den Hammer kam. Vergantet der Wald, die Wiesen, die Felder, der schöne Besitz, an dem das Doridl und ihre Mutter mit ganzer Seele hingen und den die Kießlings seit Jahrhunderten ihr Eigen genannt hatten. Er war so müde. Aber wie konnte er jetzt schlafen, wenn dem Doridl so Entsetzliches drohte? Und er noch immer ohne Verdienst, daß er hätte vor sie hintreten und sagen können:„Was liegt daran, mein Mädchen, ich verdiene zwar nicht viel, aber so weit reicht es, daß du nicht hungern brauchst.“ Selbst wenn er sein Referendar=Examen gemacht hatte, war er noch nichts. — Ein Mensch, der mit fünfundzwanzig Jahren noch vom Gelde des Vaters lebte. Durch die Dunkelheit sah er das Bett herüberleuchten. Aber das Gesicht des Amtmanns war gegen die Wand geneigt. Es war nichts zu unterscheiden. Diese entsetzliche Müdigkeit! Nun wurden ihm auch schon die Hände schlaff und dösig... man mußte dem Doridl natürlich zur Seite stehen, soviel es ging. Vielleicht sah der Vater doch zu schwarz. Und die Merkts waren ja auch noch da. Die würden sicher nicht zugeben, Als Amtmann Schütte gegen sechs Uhr früh erwachte — er erwachte immer um diese Zeit— hob er leise den Kopf und sah nach dem Sohn hinüber. Das Gesicht auf die gefalteten Hände gelegt, schlief Anio und hatte ein Lächeln um den Mund: Das Doridl feierte wieder sechzehnten Geburtstag und es gab Vanille=Eis mit Schlagrahm und selbstgebackenen Waffeln dazu. Und morgen wird er weinen, dachte der Amtmann und setzte behutsam den Fuß auf den Boden. Rasieren, Waschen, Anziehen, alles ging so lautlos vor sich, daß Anio erst erwachte, als der Vater schon angekleidet vor dem Sofa stand.„Ich möchte keine Störung verAbend, wo du mich treffen kannst.“ „Ja, bitte, Vater.“ Anio war noch so schlaftrunken, daß er gar keine Einwände machte. Erst als die Tür ins Schloß klappte, fiel es ihm schwer auf die Seele, daß er seinem alten Herrn nicht einmal einen Morgenkuß geEin Expreßbote brachte gegen fünf Uhr abends einen Brief für Anio. „Ich wäre Dir für Dein Kommen sehr dankbar, Dein Vater. Nymphenburger Krankenhaus, Zimmer Nr. 68.“ Eine Welle lähmenden Schreckens, dumpfer Wirbel in den Schläfen, ein dunkles Schwindelgefühl, das ihn einen Halt suchen ließ.— Nymphenburger Krankenhaus!—— Gestürzt? Von einem Auto überrannt? Von einer Tram erfaßt worden? Drei Möglichkeiten, von denen die eine so grauenhaft war wie die andere. Er riß seinen Mantel aus dem Schrank, die Tür flog ins Schloß,, daß die Professorin erschrocken aus der Küche gesprungen kam. Da war Anio schon die Treppe „Rymphenburger Krankenhaus!“ Selbst der Chauffeur hatte Erbarmen mit so viel offensichtlicher Not. Der Wagen flitzte nur so die Straße hinab, bog um die Ecke, wartete mit surrendem Motor auf den Lichterwechfel und sauste dann wieder die glatte, spiegelnde Fläche des Asphalts hinunter. Kinos spien glitzernde Reklame in die Finsternis, leise begannen die ersten Flocken herabzutanzen... ggihnach In fünf Wochen feierte man Weihnacht. „Sie haben mir zuviel gegeben!“ rief der Chauffeur Anio nach, aber der lief bereits durch den großen Bogen, der den Eingang zum Krankenhaus überdachte. Das Fünfmarkstück zwischen den Fingern, schüttelte der EChauffeur den Kopf. 94. Mu. dr „Zimmer Nr. 68, Schwester.“ Die weiße Haude warf einen Schatten über das schmale, blasse Frauengesicht der Krankenschwester, die ihn erst eine Treppe hinauf, dann einen langen Korridor hinunter führte. Behntsam fiel ihr Knöchel gegen das weiße Holz. „Bitte,“ sagte drinnen eine Stimme. Vater, dachte Anio. Er lebte noch! Alles drehte sich im Kreise. Der kleine, warm erhellte Raum, das weiße, an die Wand gerückte Bett, der Diwan neben dem Feuster, alles schaukelte durcheinander. „Nun habe ich dich aber richtig erschreckt, nicht wahr, Anto sah nur wie durch einen Nebel und ging der Stimme nach, die aus den Kissen klang, fühlte eine Hand, die nach der seinen griff, und hielt sich daran fest. „Setz dich, Anio.— Danke, Schwester,“ sagte Schütte, als diese einen Stuhl ans Bett schob.„So. Was hast du für kalte Hände. Kann mein Sohn vielleicht ein Glas Wein bekommen, Schwester?" Die Pflegerin nickte und verließ das Zimmer.„Komm, setz dich endlich, Anio. Ich hab nur—— ich wollte—— eigentlich hat mir's Sanitätsrat Fuhl schon vor Wochen gesagt, daß meine Leber nicht in Ordnung ist. Nun wollte ich doch Gewißheit haben und konsultierte hier eine Kapazität. Du mußt mich nicht so erstarrt ansehen, mein Kind,“ sagte er und wich dem Blicke des Sohnes aus.„Einmal darf dein alter Vater doch auch ein bißchen krank sein, nicht?“ „Was sagt der Professor?"„ „Ich soll morgen operiert werden.“ Der Nebel, der sich etwas gelichtet hatte, stand urplötzlich wieder dicht wie eine Mauer vor Anio. Glocken riefen. Ein Hupensignal irrte draußen vorüber und ließ ihn zusammenfahren.„Na, na, na, mein Bub,“ mahnte Schütte, nun selbst aus der künstlich suggerierten Ruhe aufgestört.„Zwanzig werden hier täglich operiert, manchmal sogar noch mehr, sagt die Schwester. Daran stirbt man nicht gleich. Ich habe dich rufen lassen, daß du die Mutter verständigst. Aber erst, wenn es vorüber ist. Vor übermorgen darf mich auch niemand besuchen.“ „Ich möchte am liebsten tot sein,“ stöhnte Anio und drückte die Hände über das Gesicht. Der Amtmann brauchte Sekunden, bis er zu sprechen vermochte.„Ach— und ich habe geglaubt, daß du mir Trost und Hilfe bringen würdest.“ Jäh fielen Anios Hände nach der weiß eingeschlagenen Decke herab. Fünfundzwanzig Jahre lang war er von seinem Vater betreut worden, hatte immer Hilfe, Zuflucht, Rat und Trost von ihm erwartet und bekommen, und immer hatte der alte Herr ohne Murren gegeben. und er hatte nichts als genommen und genommen, wieder und immer wieder. Und heute, das erstemal, da der Vater in Not und Angst ein Wort des Trostes und der Ermunterung von ihm erwartete, kam er mit leeren Händen und benahm sich wie ein Kind, von dem man nichts anderes erhoffen konnte als Tränen. Seine Finger glitten nach den kühlen Händen des Vaters und streichelten darüber hin.„Du hast gar kein Nein, Anio. Ich bin ja eigentlich nicht krank. Nicht kränker wenigstens, als ich sonst gewesen bin. Der Professor meint nur, ich sollte etwas tun, solange es noch Zeit ist. Ich möchte nichts versäumen.“ Anto war jetzt vollkommen gefaßt.„Natürlich nicht,“ sagte er und nahm der eintretenden Schwester das Glas Rotwein ab.„Bekommt mein Vater nichts zum Anstoßen?“ Er konnte schon wieder lachen. Sie schüttelte den Kopf und lächelte dann nach dem Bett hinüber.„Aber, weil der Herr Vater so brav ist, being so hm ein Glas Te.—.,(Gortisetzung folgt) Rechts: Der Filmaufnahme=Apparat im Operationssaal! Im Operationssaal der Berliner Universitäts=Klinik befindet sich ein Filmaufnahme=Gerät, mit welchem chirurgische Operationen berühmter Aerzte für den Unterricht der angehenden Aerzte festgehalten werden. Dicht über dem Operationstisch hängt der verstellbare, selbständig arbeitende =Aufnahme=Apparat und photographiert die Hände des Chirurgen während der Operation Aufn.: Aktnelle=Bilder=Zentrale Die aus dem Rleserse geholten auadratschen Eisstücke werden in der 3 kurve„eingemauert" Aufn. des Faschings. Der zweite Teil der Schatzkammer in Historischen Museum zeigt künstlerisch kulturell wertvolles Faschings material.— Zwei überlebensgroße Faschingsfiguren, eine Leihgabe au Nizza, in dem Münchner Faschingsmuseum Aufn.: Presse=Phot Amerika in Schnee und Eis. Seit den Weihnachtstagen wurde Amerika von einer furchtbaren Kältewelle heimgesucht. Die Temperaturen gingen bis unter 30 Grad. Dazu schneite es ununterbrochen und Orkane brausten über das Land. Unsere Aufnahme zeigt die vollständig vereisten Bridal=Veil=Wasserfälle Prsse-sheiRechts: Die Ausfahrt. Der Affe lätzt sich mit Begeisterung von seinem Freunde, dem Windhund, ausfahren Aufn.: Presse=Phote (Ds ist ein stil Rehrung, öffnet. Ein har in die braune Nehrunger ihr Ja, auch im# große Notzeit wohl über das tragfähig genu Fischer. Bis en alle Sehrungs! winden geht er aufs Eis. Löch Das große Führungsstang Bogen unter langes Brett. d geschoben und Das merkwürd an, die sich i Holzwinden w wachsender Sp tag. Es wimn Brassen und 9 Augen der 8 immer, oft ist And die„K dann vergebei zu verhandeln hilfe der Winde ins Wasser gelassen. ser ein zweites Loch in das Eis, um langen Spieß im Wasser auszubreiten 8 1g S 85 Darüber: Auf das in ein gehauenes Eisloch eingeschobene „Bullerbrett“ wird mit Holzklöppeln geschlagen Aufrahmer: Gpster Alter Fischer beim Netzeslicken Links: Die Fischer winden aus dem größten Eisloch, der„Hauptwuhne", den Netzsack mit reicher Beute Veraus Rechts: Das Netz wird nach dem Fang auf dem Eise ausgebreitet (Es ist ein stiller Winkel unseres Vaterlandes, wenig bekannt, die Kurische Rehrung, eine schmale Landzunge, die sich nur bei Memel dem Haff öffnet. Ein hartes Volk wohnt dort, Wind und Wetter haben tiefe Furchen in die braunen Gesichter gegraben, und wortkarg und still gehen die Nehrunger ihrem Tagewerk, der Fischerei, nach. Sommers und winters. Ja, auch im Winter, wenn„das Haff steht". Oft bedeutet das aber auch große Notzeit und unfreiwilliges Feiern. Eine dünne Gisschicht legt sich wohl über das Wasser, zu fest, um Durchfahrt zu gewähren, aber nicht tragfähig genug für Mensch, Pferd und Schlitten. Eine schlimme Zeit für die Fischer. Bis endlich die Nachricht:„Das Haff trägt!“ wie ein Lauffeuer durch alle Rehrungsdörfer sich verbreitet. Trotz scharfer Kälte und Ost= oder Nord. winden geht es mit Pferdeschlitten, Netzen, Gisaxt und Schutzzelten hinaus aufs Eis. Löcher werden in das Eis geschlagen, sogenannte„Wuhnen". Das große Retz wird eingeschoben und mit Führungsstangen an den kleineren Löchern in weitem Bogen unter dem Eise herumgeholt. Ein schmales, langes Brett, das„Bullerbrett“, wird in die„Wuhne" geschoben und mit Holzklöppeln darauf geschlagen. Das merkwürdig singende Geräusch lockt die Fische die sich in dem großen Netz verstricken. Mit Holzwinden wird der Retzsack herausgezogen unter wachsender Spannung. Manchmal ist es ein Glückstag. Es wimmelt von Fischen: Zander und Hechte, Brassen und Barsche, Kaulbarsche und Plötzen. Die Augen der Fischer strahlen. Aber so ist es nicht immer, oft ist nichts, so gut wie nichts im Retz! And die„Kupscheller", die Fischhändler, warten dann vergebens, um über den Preis des Fanges zu verhandeln. MANV HERMAN EIZTEGLER 7. Fortsetzung Aber plötzlich wird das lachende Gesicht des Franzosen ernst, seine Augen blicken sekundenlang auf einen jungen Mann neben seiner Maschine, der am Arm eine der grünen Binden Den hat er doch schon in Berlin gesehen, das ist doch derselbe, der in Tempelhof seinen Apparat so gründlich geprüft hat. Nein, es ist kein Zweifel möglich. muß irgend etwas nicht in Ordnung sein. Aber Suhl hatte ihn ja schon gewarnt. Mit heruntergezogenen Mundwinkeln und dem gleichgültigsten Gesicht der Welt steigt er aus seinem Sitz und schlendert, im Vorbeigehen von bekannten Piloten begrüßt, zur Um„Monsieur Fenard?“. Sepp tritt in diesem Augenblick an den Flieger heran, will weitersprechen, aber Fenard nimmt ihn sofort am Arm und zieht ihn mit sich fort. „Nicht hier", flüstert er ihm nach einigen Schritten zu. „Können wir uns nachher möglichst harmlos irgendwo treffen? Ich glaube, wir werden hier beobachtet.“ „Ich bin im Eibsee=Hotel mit einem jungen Mädchen verabrede:, Dort können wir uns dann später treffen. Ich warte „Gut!“ —. Sepp ist ein wenig verblüfft denn er hat sich auf eine große Vorstellerei gefaßt gemacht. Dieser Fenard kennt ihn doch gar nicht. Nachdenklich, in Gedanken ein wenig durcheinander, geht er zurück zum Hotel, wo Thy an einem Tisch in einer Ecke auf ihn wartet. „Na, ist dein Freund gekommen?“ fragt sie und rückt mit dem Fuß Sepps Stuhl zur Seite.„Setz dich und trink endlich deinen Kaffee, sonst wird er eiskalt." „Er wird gleich kommen, muß sich nur noch um die Unterbringung seiner Maschine kümmern.— Ist dir wieder warm?“ „Ja, danke, wundervoll!“ Sie haben vorher fast zwei Stunden miteinander auf dem Eise gestanden und ein Flugzeug nach dem anderen kommen sehen, bis es Thy so kalt geworden war, daß ihre Füße schmerzten. „Woher kennst du eigentlich Fenard, Sepp?“ Sepp kommt diese Frage sehr überraschend, und er weiß einen Augenblick nicht, was er antworten soll. „Wir haben uns in Berlin auf einer Gesellschaft kennengelernt“, sagt er dann.„Später waren wir häufiger zusammen und sind auch einige Male miteinander geflogen. Fenard ist ein sehr netter Kerl, er wird dir sicher gut gefallen.“ Mehr fällt Sepp im Augenblia nicht ein. Zehn Minuten später kommt der Franzose. Thy ist angenehm uverrascht, als ein hübscher, sehr gepflegter Mann mit jungen, glänzenden Augen ihr die Hand reicht. „Charmé de faire votre connaissance, mademoiselle! — Bon jour!“ Seine Augen lächeln das Mädchen mit einer solchen Glut an, daß es ihr kalt über den Rücken läuft. „Bon jour, monsieur Fenard!“ „Ah, vous parlez français?“ „Nein, nein!“ wehrt Thy heftig ab und bereut ihr von jour“ schon sehr. Sie wird sich ja mit ihrem Schulfranzösisch Schnelt hearte. Se v. e sost sie noch einmal, und fährt iche ort:„isch kann nur.bon jour und au revoir, sonst „Oh, das ist genug“, erwidert Fenard jetzt lachend auf tsch.„Damit und mit Ihren schönen Augen kammen Sie Aber Fenard versteht sie nicht. „Wen, bitte?“ fragt er ziemlich dumm. „Nun, Sepp.“ „Ach so, verzeihen Sie, aber ich war nicht ganz bei der Sache. Nein, wir haben uns vorhin auf dem Flugplatz zum ersten Male gesehen. Ein Berliner Freund von mir hat mich ihm empfohlen. „Aha.“ Thy muß innerlich ein wenig lachen. Wahrscheinlich wollte ihr der Sepp vorhin nur imponieren, aber dann faut ihr ein, daß er dazu ja gar keinen Grund hat. Die Sache kommt ihr plötzlich sehr ratselhaft vor— aber schließlich kann der Sepp ja auch einmal schwindeln. Warum soll er nicht. Sie bleiben noch lange zusammen, bis Thy gehen muß, um die letzte Bahn zu erreichen. Da Fenard sich nicht bescheiden läßt, begleiten die beiden Männer sie zum Bahnhof. * Kriminalassistent Koch denkt mit nicht gerade sehr freundlichen Gedanken an seinen Chef Freigeldt, dessen Wahnvorstellung ihn auf die Fährte dieses harmlosen Fliegers gesetzt hat. sich ja gleich gedacht, daß Fenard mit der ganzen Geldgeschichte nichts zu tun hat. Das hat dieser flotte Kerl ja auch gar nicht nötig. Wenn der Geld braucht, dann fliegt er, verdient buchstäblich im Fluge so viel er will. Krumme Sachen hat der nicht nötig. Koch ist ehrlich wütend. Wahrscheinlich wird Hampel, dieser begnadete Depp, jetzt wieder den Vogel abschießen und beim Hauptfang in Berlin zum mindesten dabei sein, und ihm wird Freigeldt einen Vortrag halten und ihm sagen, die wahre Spürnase für einen tüchtigen Kriminalbeamten fehle ihm noch gründlich. Fixe Idee, diesen Fenard zu verdächtigen. Kommt vergnügt und munter mit dem Flugzeug an, trifft einen Freund, setzt sich mit dem und einem hübschen Mädchen in ein Hotel, trinkt Kafsee, plaudert, flirtet, lacht und bringt sie zum Zuge... Koch hat genau aufgepaßt, ob Fenard der Kleinen nicht etwa ein Paket oder so was mitgab, denn es hätte ja immerhin sein können, daß..., aber nein, die Kleine sah wirklich zu harmlos aus. Er, Koch, hat schließlich einige Praxis und weiß, wie diese zweifelhaften Weiber aussehen... die Kleine von vornhin... die Kleine von vorhin... Kriminalassistent Koch merkt plötzlich, daß seine Gedanken ein wenig ausgerutscht sind. Es bedarf eines kräftigen Entschlusses, um sie wieder auf die beiden Männer zu konzentrieren, die eben den Bahnhof verlassen und eine Taxe besteigen. Schnell nimmt auch Koch sich ein Auto und fährt hinterher. Fenard ist mit seinen Gedanken noch bei der kleinen Thy mit den heuen Augen und den glänzenden, lachenden Zähnen. Sepp, der neben ihm in der geschlossenen Taxe sitzt. bringt ihn wieder in die Wirklichkeit zurück, als er fragt:„Weshalb bringen Sie eigentlich nicht selbst das Geld über die Grenze, eichen: Fenand? Das ist für Sie im Flugzeug doch viel „Natürlich ist es viel leichter, aber es geht nicht, Sepp. Ich werde keobachtet, man hat bereits Verdacht auf mich.“ In turgen Zugen erzählt er von der Durchsuchung seiner Maschine in Tempelhof und von seiner Ankunft auf dem Eibsee, bei der Leutsa.—.—.— iue outen gonen uugen dmmen eie müsen sehr vorsichig sein lich u uu tr durch, ganz Frankreich.“ auch verfolgen“ fahr er 8 witd man uns sett tiefstem Herzen Zimmer in meinem Hotel und warten dort, bis ich Sie hole. Es kann unter Umständen mitten in der Nacht sein. Oder parten Si. 4 F. lchut sich ganz mrück in.. Peinund wundert sich deshalb sehr über sich selbst, daß sie trotzdem diesen Fenard nett findet. Vielleicht kommt es daher, weil er ein Franzose ist und diese ja stets eine überschwengliche Art haben, wenn sie sich unterhalten. Nachdem sie sich mehr und immer mehr in eine liebenswürdige leichte Plauderei vertieft haben, fällt es Thy gar nicht mehr auf, und auch nicht, daß Sepp von Minute zu Minute ungeduldiger wird und dauernd auf die Uhr sieht. Und als er einmal hinausgeht— Fenard hat gerade mit ihr von Berlin gesprochen— da sagt Thy: „Sie haben Ihren Freund auch in Berlin kennengelernt?“ warten Sie... Er kehnt sich ganz zurüg in das Polster und überlegt einen Augenblick...„es wird besser sein, Sie fahren mit diesem Wagen wieder zurück und übernachten in einem Hotel in der Nähe des Bahnhofs Nehmen Sie ein Zimmer mit Telephon und rufen Sie mich in einer Stunde in meinem Hotel an, damit ich weiß, wo Sie wohnen und Sie immer erreichen kann. Im übrigen, vermeiden Sie alles Ungewöhnliche und Auffällige. Kriminalassistent Koch ist ziemlich verzweifelt, als er Feuard zwar aussteigen und in sein Hotel gehen, den andern Der hilfreiche Budöha Von Gill stand mit der Arbeit auf keinem guten Fuß. Wir wissen nicht den Anlaß zum Zwist, wissen nicht, ob sie oder er die Schuld trugen— es ist eben nur die Tatsache überliefert, daß zwischen den beiden schärfster Kriegszustand herrschte. Nun hat aber mit einigen Ausnahmen das alte Wort, in dem Richtarbeiten mit Nichtessen in Verbindung gebracht wird, auch heute noch immer Gültigkeit. So kam es denn, daß Bill noch immer auf eine Gelegenheit zum Frühstück wartete. Da er ein Mensch war, der etwas auf sich gab, steckte er in einer guten Schale(es ist nicht unsere Sache zu untersuchen, in welchem Rest er sie gefunden). Doch das änderte vorläufig an seiner leeren Geldtasche nichts. Es war, wie gesagt, Lunchzeit. Eine Magenrevolution hatte Bill auf die Straße getrieben. Das Studium verschiedener Speisezettel mußte er bald aufgeben, denn es war nicht dazu angetan, sein Inneres zu beruhigen. In Rettungsgedanken vertieft, blieb er auf einmal vor dem Schaufenster einer großen Kunsthandlung stehen. Sein suchender Blick heftete sich auf eine Bronzestatue, die Buddha darstellte und die halb versteckt in einer Ecke stand.(Das Alleinstehende erregte stets Bill's Interesse.) „Der Gott muß helfen“, ging es ihm durch den Sinn. Er neigte den Kopf, kniff das kinke Auge zu und überlegte. Plötzlich macht er rechtsum, preßte ein well durch die Zähne und stand im Laden.„Was kostet der Buddha da hinten im Fenster?“ Nach einigem Suchen stellte die Verkäuferin die Figur auf den Tisch. „100 Dollar!“ las sie. „Ist zuviel!— Biete 75!“ „Es tut mir leid, aber ich muß mich..“ „Schon gut“, winkte Bill.„Möchte das Ding jedoch kaufen. Rufen Sie den Chef.“ (Er wußte, daß das Mädchen den Laden nicht verlassen durfte.) „Der Herr muß sich schon selber bemühen. Dort die Tür." „Ves!“ Damit nahm Bill das Handelsobjekt unter den Arm und wandte sich nach der bezeichneten Richtung.— Nach kurzer Zeit kam er wieder, mit leeren Händen.„Der Chef will's nicht machen, die Statue hab' ich drin gelassen. Good bye!“ Auf der Straße winkte er ein Auto heran, rief dem Fahrer den Namen eines Weinhauses zu und fuhr davon. Der Gott hatte geholfen. ** * Nach Geschäftsschluß ließ der Chef die Verkäuferin rufen.„Stellen Sie den Kopf da morgen ins Fenster. Ist mit 100 Dollar auszuzeichnen.“ „Ganz recht, wie vorher!“ „Wie— was?“ „Run das Preisschildchen liegt ja noch auf dem Ladentisch.“ „Wer— wo?“ „Aber das ist doch die Figur, die der Herr heute nachmittag kaufen wollte, der mit Ihnen wegen des Preisnachlasses——“ „Was reden Sie für Ansinn von kaufen und so weiter?“ Wütend fuhr der Chef auf.„Ich habe doch für die Bronze 75 Dollar bezahlt.“ „Aber das kann ja nicht sein!“ rief entsetzt die Verkäuferin. „Zum Teufel, es ist doch so!“ Kräftig sauste eine Faust auf den Tisch. Der Gott wankte. Er sah aus, als schüttle er sein weises Haupt. aber wieder zurückfahren sieht. Teilen kann er sich schließlich nicht. Aber Fenard ist wichtiger als der andere. Während der Franzose beim Abendessen sitzt, durchsucht er dessen Zimmer, findet aber nichts anderes als ein kleines Köfferchen mit dem Notwendigsten und einigen Fliegerutensilien. Freigeldt hat keine Ahnung, denkt er immer wieder und verflucht aufs neue die Nutzlosigkeit seines Hierseins. Dann läßt er sich mit seinem Chef verbinden und erstattet kurzen Bericht. Freigeldt scheint ausgezeichneter Laune zu sein, denn er sagt wortlich: „Gut so, Koch, beobachten Sie weiter.— Lassen Sie Fenards Flugzeug nicht aus dem Auge und rufen Sie mich morgen früh wieder an.“ Daraufhin ist Koch wieder etwas versöhnt mit seinem Chef, bleibt so lange in Fenards Nähe, bis dieser zu Bett geht. Dann begibt er sich hinüber zum Flugzeugzelt, um Fenards Maschine noch einmal einer eingehenden Durchsuchung zu unterziehen. Aber trotzdem er in der Maschine das Unterste zu oberst kehrt, findet er nichts. Morgen früh wird der Franzose starten, dann ist es aus mit dem Beobachten. Koch ist dem Zustande einer völligen Resignation nahe, als er sich mit dem letzten Rest seines Willens und Pflichtbewußtseins entschließt, die Nacht über beim Flugzeug zu bleiben. Er überlegt ein paar Sekunden, dann sucht er sich in der Nähe der Maschine ein Versteck und macht es sich so bequem wie möglich, um bis zum Morgen zu warten. Aber Kriminalassistent Koch hat drei Nächte hintereinander nicht geschlafen und träumt von eigenartigen Dingen, während im Zelt— einige Schritte von ihm entfernt— seltsame Dinge vor sich gehen und am Bahnhof in Garmisch später eine Begegnung stattfindet, für die sich Koch und ganz besonders Freigeldt interessiert hätten. Aber er wacht erst auf, als es im Zelt lebendig zu werden anfängt, Monteure sich an den Maschinen zu schaffen machen und Funktionäre hin und her rennen. Die Wache am Zelteingang hat auch nichts bemerkt. Nur der Franzose Fenard sei in den frühen Morgenstunden dagewesen, um nach seiner Maschine zu sehen. Mit hängenden Ohren schleicht Koch zum Telepbhon, um mit Freigeldt zu sprechen... Tengrög finden„... sehen Sie zu, wie Sie den Begleiter Fenart„nen donnert der ihn an,„oder wenigstens das Mädchen, das mit den beiden zusammen war. Um Fenard brauchen Sie sich vorläufig nicht zu kümmern. Den anderen müssen Sie noch heute finden — unter allen Umständen, verstehen Sie— auf jeden Fall. Fragen Sie den Kellner, der die drei bedient hat. Vielleicht kann der Ihnen Auskunft geben. Ich will heute abend einen positiven Bescheid von Ihnen haben, sonst können Sie sich nach einem anderen Beruf umsehen.“ Der Kellner muß ziemlich lange überlegen. Er hat Dutzende von Gästen bedient besinnt sich aber dann doch auf Sepp und kann Koch die gewünschte Auskunft geben. Flugzeuge kreisen am verschleierten Morgenhimmel, als Koch eine halbe Stunde später vor dem Haus der Talstation der Kreuzeckbahn steht. In einem davon wird Fenard sitzen, weitab vom Schuß, denkt Koch und wartet ungeduldig auf die Bahn. Er hat keinen Blick für die Schönheit dieser gewaltigen Natur, für die prächtigen tiefverschneiten Tannen, die wie verzauberte Königinnen dastehen und auf den lebenbringenden Frühling warten. Er kümmert sich auch oben nicht um die gigantische Mauer der Berge, die über dem Tal langsam die Wolken abEr sieht nur die paar Menschen, die sich geschickt oder ungeschickt auf ihren Skiern bewegen, fragt einen, der ihm einheimisch genug aussieht, nach der Hütte, die ihm der Kellner beschrieben hat, und stapft dann hinunter durch den tiefen Schnee, der ihn oft bis zu den Hüften einsinken läßt. Unten bei den Uebungswiesen muß er noch einmal fragen, dann steigt er hinauf, dem Waldrand entgegen und beschließt, sich bei der nächsten Gelegenheit ein Paar Skier zu kaufen und laufen zu lernen. Keuchend in der Höhenluft, die ihm die Brust zusammenschnürt und ihm den Atem nimmt, ersteigt er Schritt für Schritt den steilen, immer steiler werdenden Hang, muß ein paarmal stehenbleiben, um wie ein treppensteigender alter Herr in Ruhe Luft zu holen— da weiten sich mit einem Male seine Augen Dort steht ja das Mädchen, die nette Kleine— die Kleine Koch freut sich ein paar Sekunden lang, daß ihm der Zufal schon am frühen Morgen so bereitwillig die Hand entgegenstreckt, aber dann legt er seine Stirn in Falten, und er fühlt plötzlich ein peinliches Unbehagen. Sicher wird ihm dieses Mädel manche Auskunft geben, ja, ihm vielleicht sogar sein Ziel in allernächste Nähe rücken können., aber, sicher hat dieses sorglose Kind, das eben lachend mit ein paar Freundinnen den Hang hinunterfährt, keine Ahnung, wer dieser Kerl. mit dem sie gestern im Eibseehotel saß, in Wirklichkeit ist Soll er dieses Kind in eine Verbrecheraffäre mit hineinziehen? Dann hat Koch einen Gedanken, gegen den sich aber alles in ihm widersetzt: diese Kleine könnte ja auch mit zu der Bande gehören?!— Aber das scheint ihm unsinnig, trotzdem er schon Fälle erlebt hat. Nein, das kann nicht stimmen.— Er weiß, daß er bald etwas unternehmen muß, jede Stunde ist jetzt kostbar, in Berlin wartet ein ungeduldiger Freigeldt auf das Ergebnis seiner Tätigkeit Es ist höchste Zeit. Nach kurzem Ueberlegen ist er entschlossen, einfach zu warten, bis er das Mädchen allein sprechen kann. Es dauert lange. Die Gruppe, zu der sie anscheinend gehört, übt immer wieder zusammen, bald auf dem, bald auf jenem Hang der Uebungswiese. Koch arbeitet sich, stets in gemessenem Abstand, um nicht frühzeitig aufzufallen, hinterher. Endlich scheint sein Augenblick gekommen. Die Kleine hat sich von den anderen verabschiedet, die in eiliger Fahrt über die Hänge hinab verschwinden, und kommt mit langsamen Schritten und gesenktem Kopf aus der Mulde herauf, fast unmittelbar auf den Platz zu, wo Koch steht. Je näher sie kommt, um so unan genehmer fühlt er eine beinahe jungenhafte Befangenheit, wird schüchtern wie ein Pennäler vor seiner ersten Liebeserklärung und hat plötzlich keine Ahnung mehr, was er sagen, wie er überhaupt dieses Gespräch anfangen soll. Wahrhaftig. er würde tausendmal lieber eine Liebeserklärung machen, als jetzt wie ein Polizist vor dieses Mädchen zu treten, seinen Ausweis zu zeigen und ein Verhör zu beginnen.(Fortsetzung folgt) * ae 1. Die Snobs:„Zritsches zwei Reihen — Daß ich das noch erleben #n— Daßz ich das noch erleden mußre, hatte ich von dir nicht erwartet, Arthur!“ Großes Panorama-Gemälde von der großen Pause 6. Dez, ausligdische Diplomat:„Ohh — fähr undoogesseichnett— wwunderr2. Das Liebespaar über das Drama: —— ganz unser Schicksal.“ schönn——!“ onnderr. 3. Der Premieren=Tiger:„Jezt lasse PRaute unstpfelfer ausbilben!“— 9.— 8%„##len Sie denn PTADSG 6a. Kein Diplomat, sondern nur der Logenschlicßer. austrien r.— a Velen Sie dbenn —„ou Parkett natürlich, uf Feauf“ „Ontel Peldi aus Neustetin— findet sriost in den dramatischen Höhepunkten emoes Zülkiget“. nich geseh'n, die schamlose Tlerson angemalt wie n Sionre Indlaner!“ geschlel. ier: 2sha:„Diesesz burchBeistige- Vwvergierende schmerzvolle Lippenzucken der Morelli muß sa das ganze Parkett erschüttern!“ Aue * üiee#4 Or 8. Die lieben Kolleginnen vom Fach: —— nathrlich hat die Erna im emeiten wieder geklecht per leuter Tenperatur!“ Die restlos Begeisterten: Sa nichts— haben nichts zu sagen Freikorten=Inhaber) Bethrungene Hiahache entragportrüchet e sse rt 1. Wohlriechender Strauch Hevalter. Hestalt.: Uetner Glülsigkets. der griechischen Sage, 7. Rassenangenbriger, 9. Msat, 10. Künsler, Bovenschätzen, 16. Ansiedluing, 18 Stade in U. Vogel, 12. Gefät, 14. Gewinn Persien, 19. 9 buig Verzeichms.— Genkrecht: in altertanm. T. Lgpptischer Gaut. einer antiken Liebestragödie, 6. Dasein, 8. Angehörioer einer Bülfg-famnilig 9 8. n des iken Liebestragödie, 6. Dasein, friger einer Volterfamitie, v. Gipfel de Gemiche 13 Rame eines ves Thüringer Waldes, 12. Name eines Sonntags, 10. Erwult, 16. Bautechniker, 16. Buch des Islams, 17. Körperorgan. 119 Wie bei Muttern dia Wochenlang dlled seine Rechnung schulherein, Mutter Umlaufl“—„Verzeihen Sie. sahlt—. Der Pernsionsgast niche: We Scbher Bcten bie bei weiher Bhter „Und?“—„Zahle ich bei meiner Mutter?“ 237 Ziemlich voll sehr müde und reichlich mit bahn vor dem Vnag-agst gene der VorortEndlich n aurnugstokal Prinzenhaus. Enolich commt der letzte Straßenbahnwagen voll, daß Pinne nur mit Unterwers umbändlich duzesgaste und des Schaffeschgeedlich auf die hintere Plattform geschöben werden kann. Dort steht er eng Nach einer Weise seusge Leuten.— sunger Mann, der neben ihm seht, lächelt Allerhichste Lebenüge treppe können Sie sich noch re treppe?—... ntemals!!!“ raz. Direktor!— über die4 18E Einichung un bede feit Endepetbreiter. Drumkomm mein Freund, recht bald gamte Da wollen auf das Mittelpaar Und was sonst eins uns ist und war, Wir fröhlich trinken; denn mit Vier, Die, wie ich weiß, am liebsten dir, Kann keinen Toast man bringen, Kein Glas kann damit klingen.“ —„O. bitte! Über die Hinter„ Zethuungg: Oue Druhus 208 Verplappert Gurke ging zum Fundbüro.—„Ist vielleicht alie iel e dem unichete n Wrdbnt „Ach— hauptsächlich muß er gut erhalten sein!" 253 aen Tar- rte e--######l. A— en— oln— l— igoh ene scha—sche—schier Sübenrüchet Sie den Bagen— Nak u oder weinen Sie Die Zigarre mitr anboten, ist anucgezesch. Ju Si che e mich in der Liste getrn. 00 weit 36 a6 see 140 Defsachskortenrüset Das ist dieser Herr von Beruf? (Gheleich ein Buchtobe), Bedentungderg water, 8. Srmtengedas.d Kanton, I. berühmter Klrchenvurrr, v. grauengestene aus Goethes Leben, L. Parteigruppe, Auflösungen aus voriger Nummer: 5. Hös. 3. Toria,“: Waagerecht: 1. Seal. 15. Rai 1c. Jim; Iuer. 12 Jena, 20. Ade, 21.Lob, 24. Reis, 26. Jrade, 28. Lade, 29. Kabel, 30. Lee, 31. Ader.— I. Felre 1 cemat, 3 g.. Lurlak, i. 8i. 17 Gark is 9peal. 19. Geiz.).!“ Amerih, An Bel 2d beg ul. sheh id er. 218 1 Prse S u, U. Lrthuntenr eien Frieunigs bd Groden, ue. Vl. Sechmn i eriech becbenrchier i etsenteu Auns Ser bcen Perner-täbenr. Oben: Die Einschm werden mit einem die Vierkantleisten der Mitte der Vierke der Bohrleter ein 1 kantleisten gebohrt ##pfchen eingelteckt Rollen und Zapfer verhindet man bet ander. Rechts: Das Kohne Decke. Die Beinem„Labaret“# , sondern nur der leher. :„Dieses durchschmerzvolle Lipmuß sa das ganze sürkern!“ innen vom Fach: et die Erna im feicht per leuter wur!e eisterten: Sa sagen Nabache tern Rechnung schulzusmutter klopfte sie—“.—„Nur „Verzeihen Sie, onaten nichts beickte:„Sie haben g, ich würde mich ner Mutter?“— er Mutter! 287 u nd reichlich mit telle der VorortIl Prinzenhaus. aßenbahnwagen zur mit Unternd des Schaffitere Plattform st steht er eng den Leuten.— tief auf. Ein n steht, lächelt voll heute.“— ugenlider auf, irtet:„Meinen er meinen Sie 220 igarre, die Sie * veiß. Ich habe 250 Nummer: recht: 1. Seal, ler, 12. Lena, 17. Eismeer, rade, 28. Lade, — Gentrecht: prelei, ö. Hel, 14. Amerika, abe, 22. Oder. ätfel: 26 tagdel Heu: ebuung. Oben: Die Einschnitte für die Rollen werden mit einem Fuchschwanz in die Vierkantleilten gelägt. Mitte: In der Mitte der Vierkantleilten wird mit der Bohrleter ein Loch in die Vierkantleisten gebohrt und das Holzzäplchen eingelteckt. Unten: Wenn Kollen und Zapfen eingehaut And, ander. kechts: Das int die Drehscheibe ohne Decke. Die Glasschüffein aus ciem„Cabaret“ werden ausprobtert „Ohh saak— onnnderr—* Naun KAAAFr An Or P9 Die fertis angerichtete Drehplatte für den Abendbrottisch. Ste wird in die Mitte des T iches gestellt. Da man jeclem das Gewünichte zudrehen kann, erlpart man lich bei Tisch das ständige Herumreichen. Wie man lich diese Platte selber machen kann, belchreiben Text und Bilder eine gute Hausfrau wird ihren Haushalt so vollkommen wie möglich einrichten wollen. Erwartet sie ein paar Gäste zum Abendbrot, so soll sich die Mahlzeit harmonisch und möglichst geräuschlos abwickeln, auch wenn ihr keine geschulte Hausgehilfin zur Verfügung steht. Große, raffiniert ausgetüftelte Menüs erwartet heute kaum jemand mehr. Man ladet meistens zu einem kalten Abendbrot ein. Für eine solche Gelegenheit— aber auch für den täglichen Gebrauch— bietet der Hausfrau eine drehbare Platte, auf der in der Mitte des Tisches in kleinen Schüsseln Aufschnitt, Salate und andere pikante Kleinigkeiten angerichtet sind, willkommene Dienste. Daß man diesen praktischen Gegenstand auch selbst herstellen kann, klingt im ersten Moment etwas erstaunlich. Wenn man aber unsere Bilder betrachtet, wird man sich davon überzeugen, daß es für leidenschaftliche Bastler— und in welcher Familie gäbe es die nicht— beinahe ein Kinderspiel ist. Kinderspiel im wahren Sinne des Wortes. Eine Mutter könnte vielleicht ihren Sohn dazu anregen, ihr eine solche Platte aus sauberen Kübeldeckeln, Vierkantleisten und ein paar anderen hölzernen Zutaten zu basteln. Zur Drehplatte gehören zwei Holzscheiben im Durchmesser von 40 Zentimeter, vier Bierkantleisten, die nur 39 Zentimeter lang sind, vier runde Holzknöpfe und ein kleiner runder Zapfen. Die Vierkantleisten werden kreuzweise zu zwei und zwei ineinander gelassen und unter die Holzscheiben geleimt. Die Enden des Holzkreuzes der oberen Scheibe sind mit Einschnitten versehen, in denen die Holzknöpfe als Räderchen laufen. Außerdem wird in der Mitte des Kreuzes der kleine Holzzapfen eingeleimt. In der Mitte der unteren Scheibe ist ein Loch eingebohrt, in das der Zapfen genau hineinpaßt. Auf die Enden des Holzkreuzes unter der unteren Scheibe kann man kleine Holzfüße anbringen. Stülpt man dann beide Scheiben aufeinander, so daß der Zapfen als Drehpunkt beiden Scheiben Halt gibt, ist die Drehplatte fertig. Eine hübsche Decke oder ein Tortenpapier wird daraufgelegt. Einsätze aus sogen.„Cabarets“ oder bunte Bauerntöpfereien können als Schüsseln auf der Platte verwendet werden. Entwurf: Ursale Scherz— Aufnahmen: Dr. Peter Weller Als Gast auf einer Arwamdnschserr Links: Mit Johlenund Freudengeschrei wird die junge Braut herbeigeschleppt e Pesiegn-brcihe, auie en Kahetse eschlcsle er heute feierlich ihrem Auserwählten zugeführt. Das heißt, der„Auserkorene" hat sie von ihren Eltern für eine Kuh, vier Hühner und zwei Lappen erkauft. Die Mutter der Braut wird noch mit einem Schwein und einem Gürtel beschenkt. die Hochzeit steigt... wie die Sonne... in den Zentth. Monotoner Trommelklang dringt zu mir nach dem Pflanzerhaus herunter. Die Taschen mit Zigaretten gefüllt, damit ich als Weißer nicht mit leeren Händen zum Hochzeitsfest der Schwarzen komme, begebe ich mich zur Werft, zu den Tanzplätzen der Schwarzen. Orglastischer Lärm rückt näher. Hohe Lager= und Freudenfeuer leuchten flackernd hell zum sternenklaren Tropenhimmel. In ihrem Schein erscheinen die Schwarzen noch schwärzer. Die Frauen haben heute die Lappen, die sonst ihre Blößen verdecken, durch Ketten von Kaurimuscheln und Straußenelerschalen ersetzt. Ihr bis zur Unkenntlichkeit mit Rotholzpuder übermalter Körper läßt die Konturen ihrer Leiber noch gespensterhafter erscheinen, und die Bewegungen ihrer ekstatischen Tänze vervollkommnen das exotische Bild. Schon lange hat man den erwarteten Bräutigam, so wie ihn Gott einst erschuf, herbeigeholt und ihn mit Gemsdockriemen an den Stamm eines verknöcherten Leberwurstbaums, der als Opferpfahl dient, gebunden. Der Medizinmann, der Zauberer und einige der Altesten umtanzen ihn, und unter wüsten Schlägen, Stechen und Freudengeheulen wird die Prüfung der Manndarkeit vollzogen. Dabei darf der Bedauernswerte keine Miene verziehen, wenn die Bambusrohre, Speere oder Antllopenwedel auf seinen mit Ol eingeriebenen Körper herunterschlagen, und ostmals wird der Gefesselte dabei bis aufs Blut gepeinigt. Dann tragen ihn einige Kramme Stammesgenossen in einen Kreis sohlender und kreischender Frauen. Dier aus diesem lebenden Frauengarten muß ihn seine Auserkorene befreien. Der Schwarze sieht sein Glück aus verschiedenen Zeichen der Natur.... Links die alte Aumama in vollem Hochzeitsschmuck, auf ihrem Schoß der Antilopenwedel, deutet die Zukunft Links: Von weit her kommen die Hochzeitsgäste nach der Werft des Chiefs. Ihre Babys werden, fest auf den Rücken gebanden, witgebracht Die sunge Braut, die oftmals mitunter dreißig und noch mehr Jahre fünger ist, bekommt einen Stock in die Hand gedrückt, und nun beginnt erst die eigentliche Zeremonie. Eine wüste Schlägerei entsteht, denn die durch Tanz, Musik und durch den Genuß von Daschlschzigaretten und alkoholischen Getränken dis zur Ekstafe getriebenen Frauen bereiten dem Bräutigam oftmals einen harten Kampf, bevor er seine Auserkorene zu fassen bekommt und sie dann auf seinen Armen in seine Hütte tragen kann. Doch das Fest beginnt erst jegzt seinen Höhepunkt zu erreichen. Zuckerdier, Trommelmustk und Tanz bringt Rhpthmus in die kreischende Menge. Loxt und Aufnahmen: Walter Diedig, Pflanzer(Wostafrkte) Rechts: Zwei große Trommeln, mit Schlangenhaut überzogen und einem starken Bambusrohr, spielen zum Tanz Hauptschriftleiterin: Gleonore Elsner, Neubabelsberg.— Verantwortlich für die Schriftleitung: Hans E. Seidat, Berlin NOö5 1996—3 Druck: Gutenberg=Druckerei und Verlag G. m. b.., Berlin S43. ßür unverlangt eingufanbte Mahnfhripte und Büder übernimmt Die Schriftiettung bein: