un mmsssmmes mmmmmem voneeeme Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Bezugspreis 14 tägig mit Sonntagsblatt 1 RM.(einschl. Trägerlohn), ohne Sonntagsblatt 95 Pfg. Durch die Post bezogen monatlich.25 RM. einschl. 25 Pfg. Postzeitungsgebühren, zuzügl. 96 Pfg. Bestellgeld. Anzeigengebühr für die einspaltige 1 mm hohe und 46 mm breite Zeile 5 Pfg., Textzeile 1 mm hoch und 76 mm breit 20 Pfg. Ermäßigte Grundpreise: Stellengesuche 8 Pfg., Vereinsanzeigen, die nicht der Wirtschaftswerbung dienen, 4 Pfg. Die übrigen Bedingungen sind aus der Preisliste Nr. 4 ersichtlich. verbunden mit der„Annener Volk szeitung“ Anzeigenblatt für Witten-Annen und die Stadtteile Stockum und Düren. vrssseessessesenen eoenmeeeeseesem Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir keine Gewähr.— Bei Konkurs oder Zwangsvergleich erlischt jeder Nachlaßanspruch. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Fritz Küching, Witten=Annen. Für Anzeigen verantwortlich: Wilhelm Schneider, Witten=Annen. aGeschäftsstelle: Witten=Annen, Stockumer Straße 2. Fernruf Nr. 3134 Amt Witten.— Postscheckkonto Dortmund 12335. Notationsdruck und Verlag: Fritz Küching, Witten=Annen. Nr. ZEE Hontag, den 23. September 1935. 31. Jahrgang 10 Keine ausreichende Mindestgrundlage Der italienische Ministerrat hat die Vorschläge des Fünferausschusses des Völkerbundes im italienisch=abessinischen Streitfall abgelehnt. Die Sitzung nahm zwei Stunden in Anspruch. Nach ihrer Beendigung wurde eine amtliche Mitteilung ausgegeben, in der es heißt: „Der Ministerrat hat von den in dem Bericht des Fünserausschusses enthaltenen Vorschlägen Kenntnis genommen; er hat sie zum Gegenstand einer aufmerksamen Prüfung gemacht. Bei aller Achtung des von dem Fünferausschuß unternommenen Versuches ist der Ministerrat zu dem Entschluß gekommen, diese Vorschläge als unannehmbar zu betrachten, da sie keine ausreichende Mindestgrundlage für etwaige Abmachungen bieten, mit deneu endlich und in wirksamer Weise den lebenswichtigen Rechten und Interessen Italiens Rechnung getragen würde.“ Weiter wird in dieser amtlichen Mitteilung bekanntgegeben, daß am Dienstag ein neuer Ministerrat stattfindet, in dem die Entwicklung der politischen Lage weiter verfolgt und die noch auf der Tagesordnung stehenden Verwaltungsgeschäfte erledigt werden sollen. In der letzten Sitzung hat Mussolini einen ausführlichen einstündigen Bericht über die Entwicklung der politischen und militärischen Lage in den letzten Tagen erstattet und den Bericht des Fünferausschusses verlesen und erläutert. Von den italienischen Zeitungen schreibt„Gazzeta del Popolo“, wenn Italien an sich die Absicht gehabt hätte, die Vorschläge des Ausschusses anzunehmen, so sei sicher, daß es aus Gründen der Würde und des Prestiges dies nicht mehr habe tun können, nachdem England im Mittelmeer und im Roten Meer Kriegsschiffe zusammengezogen habe. Man setze nicht jemand das Messer an die Gurgel, mit dem man zu einem ehrenvollen Abkommen gelangen wolle. Bericht bauals an den kranz. Ministerrat Am gleichen Tage, an dem in Rom der italienische Ministerrat tagte, fand auch in Paris ein Ministerrat statt, in dem Laval ausführlich Bericht erstattete. Zu Beginn der Sitzung beglückwünschte der französische Staatspräsident Lebrun ihn zu seiner Tätigkeit in Genf. Der größte Teil der Sitzung war innerpolitischen gewidmet. * Kbessittien ist Herüster In dem gleichen Maße, wie sich der Konflikt mit Italien zuspitzt, nehmen auch die militärischen Vorbereitungen Abessiniens ein immer schnelleres Tempo an. Soldaten beim Ausheben von Schützengräben Belgische Instruktionsoffiziere beaufsichtigen die Arbeiten. (Weltbild,.) Hobile soll zurückkehren Moskau, 22. Septbr. Gencral Robile, der 1928 wi gen seiner verunglückten Nordpolexpedition in Rom i# Ungnade fiel und dann als Berater der russischen Regie rung für den Bau halbstarrer Luftschiffe tätig war,### von Mussolini aufgefordert worden, nach Rom zurück zukehren. General Nobile beabsichtigt, Sowjetrußlan noch in diesem Monat zu verlassen. Englands Armada im Mittelmeer Die größten Schlachtschiffe der englischen Flotte,„Valiant“,„Hood" und„Renown“ (von vorn gesehen) in Kiellinie. Alle drei Schiffe sind jetzt im Mittelmeer stationiert. Davon„Hood" und„Renown“ in Gibraltar,„Valiant“ in Alexandrien. Die„Hood“ ist übrigens mit 42000 t Wasserverdrängung und acht 38=cm Geschützen das größte Schlachtschiff der Welt.(Weltbild,.) Rückkehr der englischen Minister Kabinettssitzung am Dienstag. Wie aus London berichtet wird, kehren sämtliche englischen Minister nach der britischen Hauptstadt zurück. Voraussichtlich wird am Dienstag eine neue Vollsitzung des englischen Kabinetts stattfinden. Ministerpräsident Baldwin beabsichtigt, nach seiner Rückkehr bis zu der am 4. Oktober in Bournemouth stattfindenden Tagung der Konservativen Partei in London zu bleiben. Innenminister Sir John Simon kam im Verlauf einer Kundgebung der Nationalregierung in Cleckheaton (Yorkshire) auf Englands Stellungnahme zum italienischabessinischen Konflikt zu sprechen. Er erklärte u..: „Die Frage einer Anwendung von Sühnemaßnahmen ist zur Zeit nicht akut. Sollte es der Fall sein, dann wäre es eine Sache des Völkerbundes als Ganzes, sich damit zu befassen.“ Selbst„wirtschaftliche Sühnemaßnahmen“ seien keine bestimmte und festgelegte Methode, sondern könnten mehrere Formen annehmen, wie z. B. die Verweigerung von Einfuhren aus einem Lande oder Ausfuhren nach einem Lande oder eine Verweigerung von Anleihen usw. Ein überraschender Besuch Mit großen Feierlichkeiten begann in Addis Abeba das aus Anlaß der Beendigung der Regenzeit alljährlich geseierte Erntefest, an dem das gesamte Diplomatische Korps teilnahm. Entgegen aller Erwartungen war auch der italienische Gesandte, Graf Vinci, mit dem gesamten Personal der Gesandtschaft und zwar als erster, zu der Feier erschienen. Der Kaiser von Abessinien hatte mit dem britischen Gesandten Barton eine längere Besprechung, die der politischen Lage, vor allem aber dem Fremdenschutz, galt. Die militärischen Vorkehrungsmaßnahmen gehen im übrigen weiter. 1000 englische Flugzeuge in Hegupten? Die Zahl der gegenwärtig in Aegypten liegenden englischen Flugzeuge wird von den ägyptischen Zeitungen mit rund 1000 Apparaten, darunter 890 Wasserflugzeuge, angegeben. In den ägyptischen Gewässern sollen sich zur Zeit 28 Einheiten der britischen Flotte aushalten. Von der Besatzung dieser Schisse abgesehen, beträgt, diesen Meldungen zufolge, die Zahl der gelandeten Truppen 15 000 Mann, wozu noch 3000 Mann Marine=Insanterie kommen. Weiter ist von einem Verteidigungsplan die Rede, der die Räumung der Wüste bis Amerieh, 300 Kilometer vor Alexandria, unter gleichzeitiger Zerstörung der darüber hinausführenden Eisenbahnstrecke vorsieht. In Amerieh seien kriegsmäßige Vorbereitungen und die Aufstapelung von Material im Gange. Ein aus der Richtung von Solloum kommender Feind müßte dann eine 500 Kilometer lange trockene Wüstenstrecke durchqueren. Parade in Hüdis Abeba Addis Abeba, 22. Septbr. Fünftausend ausgesuchte Truppen hielten vor dem kaiserlichen Palast eine Parade ab und führten dabei voller Stolz ihre soeben erhaltenen modernen Waffen vor. Die Infanterie war mit Mauserrepetiergewehren ausgerüstet, während die Kavallerie berittene Maschinengewehrabteilungen mit sich führte. Weiter sah man zweizöllige Flugzeugabwehrkanonen, die von Maultieren befördert wurden und funkelnagelneue amerikanische Lastwagen mit leichten Gebirgsgeschützen. Die Parade ist eine letzte Generalprobe der Truppen vor dem großen Mascal=Fest am 27. September, durch das das Ende der Regensaison gefeiert wird. Die Truppen schworen ihrem Kaiser mit begeisterten Rufen Treue und gelobten unerschütterlich und tapfer für das Vaterland zu kämpfen. Mittelmeerreisen umgeleitet DN London, 22. Septbr. Nach dem„Daily Expreß“ wird infolge der internationalen Lage die Jungfernfahrt des neuen englischen Dampfers„Strathmore“ nicht, wie ursprünglich vorgesehen, nach dem Mittelmeer und nach italienischen Häfen, sondern nach den Kanarischen Inseln unternommen werden. Vier weitere britische Schiffahrtsgesellschaften hätten Vorbereitungen getroffen, das Reiseprogramm der Schiffe, die Vergnügungsreisen nach dem Mittelmeer unternehmen sollten, gegebenenfalls zu ändern. EF** 4 Italiens Einzschnerzahl Rom, 29. Septhr. Laut einer heute veröffentlichten Statistik betrug die Zahl der Bevölkerung des Königreichs Italien am 31. August 43 345 000 Personen, gegenüber 42 870 000 am gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Huris ist bestemder „Die Tür ist zu— aber nicht fest verschlossen“. Paris, 23. September. Die Nachricht von der Ablehnung der Vorschläge des Fünferausschusses durch den italienischen Ministerrat wurde in Paris ohne Ueberraschung, immerhin mit einigem Befremden ausgenommen. Man läßt durchblicken, daß die höfliche Form der Absage und die amtliche italienische Erläuterung einer weiteren Verhandlung vielleicht keinen endgültigen Abschluß setzten. Die Erklärungen des Ministerpräsidenten und Außenministers Laval in Genf über die Stellung Frankreichs, namentlich die unerschütterliche Treue zu den Bestimmungen des Bölkerbundspaktes, behielten unter den gegenwärtigen Umständen ihren vollen Wert. Auf dem Ministerrat in Rambouillet am Sonnabendvormittag ist übrigens über diesen Punkt nicht gesprochen worden, nachdem Laval seinen außenpolitischen Vortrag gehalten hat. Enttäuschung in London In England hat die Ablehnung der Genfer Vorschläge durch Mussolini und sein Kabinett um so größere Enttäuschung hervorgerufen, als ein Teil der Presse noch vor wenigen Stunden einen Lichtblick sehen zu können glaubte. Während die Abendblätter das„Unannehm= bar“ der italienischen Regierung in fetten Schlagzeiten verkünden, übt man in amtlichen englischen Kreisen bei der Beurteilung der neuen Lage noch starke Zurückhaltung. Es wird darauf hingewiesen, daß die Abgabe eines durchdachten Urteils erst nach dem Bekanntwerden der italienischen Antwort an den Fünserausschuß des Völkerbundes möglich sei. Nicht eine kahle amtliche Verlautbarung, sondern der Gesamteindruck der Antworten sowohl Italiens als auch Abessiniens werde das weitere Vorgehen des Völkerbundes in dieser Frage bestimmen. Der Reuter=Vertreter in Rom saßt seine ersten Eindrücke in dem Satz zusammen, daß die Entscheidung des italienischen Kabinetts die Tür, die zu einer Regelung des Problems führe, zwar zugemacht, aber nicht fest verschlossen habe. Die Ablehnung der Vorschläge in ihrer gegenwärtigen Ferm sei allgemein erwartet worden. Immerhin werde die Möglichkeit einer Lösung auf dem Wege unmittelbarer Verhandlungen nicht ohne weiteres von der Hand gewiesen. Bemerkenswert sei auch der versöhne liche Ton der amtlichen italienischen Verlautbarung, der sich gut in den Rahmen der Tonart füge, den die italienische Presse jetzt anschlage. Gleichzeitig veröffentlichen die engiischen Blätter jedoch einen Auszug aus dem„Tevere“, der einen neuen heftigen Angriff gegen England im allgemeinen und den Völkerbundsminister Eden im besonderen enthält. London für Verhandlungen durch den Ausschuß Nach englischen Erklärungen vor der Presse ist man im Fünferausschuß mit der nur offiziös bekanntgegebenen Verhandlungsbereitschaft Italieus nicht zufrieden, sondern erwartet eine offizielle italienische Mitteilung an den Fünferausschuß. Derartige Verhandlungen will man auf britischer Seite nur auf dem Wege über den Fünferausschuß führen, dessen Auftrag Italien immer noch nicht sormell anerkannt hat. In englischen Kreisen wird die Hoffnung ausgesprochen„daß Verhandlungen auf diesem Wege zu einem Erfolge führen, zumal die Vorschläge des Ausschusses den italienischen Interessen sehr weit entgegenkamen. Sollten diese Verhandlungen in Gang kommen, so rechnet man auf englischer Seite mit einer ziemlich langen Dauer. Andernfall müßte der Rat alsbald zusammentreten. ... Frankreich bleibt völkerbundstreu Zu der neuesten Entwicklung des italienisch=abessinischen Streitfalles weist man in französischen politischen Kreisen darauf hin, daß es sich nicht um einen Streit zwischen England und Italien, sondern nur zwischen Italien und dem Völkerbund handele. Es sei anzunehmen, daß Frankreich gemäß der letzten Rede des französischen Ministerpräsidenten in Gen sich den in den Bölkerbundssatzungen enthaltenen Verpflichtungen nicht entziehen werde. Zwischen den verschiedenen Richtungen der französtschen Politik habe, so hört man weiter, in den letzten Wochen eine grundlegende Auseinandersetzung über die Folgen etwaiger Sühnemaßnahmen stattgesunden. Es scheine aber, daß die Verfechter der bedingungslosen Völkerbundstreue sich durchgesetzt haben, so daß Frankreich nichts anders übrig bleiben werde, als einen Angriff Sehtmat Behkh Jo. Annen, 23. September. Italiens gegen Abessinien als Verstoß gegen die Völkerbundssatzungen anzusehen. Die Hofsnung, daß sich noch irgendeine Möglichkeit einer friedlichen Verständigung bieten möge, wie es auch in den ersten französischen Pressestimmen zu dem ablehnenden Beschluß der italienischen Regierung zum Ausdruck kam, beweise andererseits, daß man in Frankreich sich nur schweren Herzens dazu bereit finden würde, die praktische Schlußfolgerung aus der Völkerbundstreue zu ziehen. * Runige Auflassung der italienischen Presse Die ersten Kommentare der römischen Presse zu der ablehnenden Stellungnahme des italienischen Ministerrats gegenüber den Vorschlägen des Fünferausschusses sind ruhig und ohne polemische Schärse gehalten. Das halbamtliche „Mornole dZhalte“ untersucht sachlich und kritisch den in der römischen Presse auszugsweise veröffentlichten Bericht des Fünserausschusses und spricht dabei zum Schluß von einem „grandiosen Kontrast“ zwischen den italienischen Rechten und Bedürfnissen und den Anregungen des Fünferausschusses. Die Unannehmbarkeit dieses Planes und die Rechtmäßigkeit der italienischen Zurückweisung seien müheios zu erkennen. Fast möchte man annehmen, Genf habe die größte Sorgfalt darauf gelegt, Abessinien entgegenzukommen und es„für seine Missetaten und seine Barbarei“ noch auszuzeichnen, Italien dagegen solle wegen Langmut bestraft und als zivilisierter Staat ungeschützt bleiben. Das sei eine unbegreifliche Umkehrung des gesamten Problems. Wesentlch weiter geht der Leiter der „ribuua“,. der in seinem Kommentar die Ansicht vertritt, die Stellungnahme des italienischen Ministerrats solle eine zweideutige Lage beseitigen. Die Entscheidung des Ministerrats müsse neben die Vorschläge des Fünferausschusses gestellt werden, da für eine Diskussion wenigstens eine Mindestgrundlage vorhanden sei, die gerade aber den Vorschlägen fehlt. Die Vorschläge des Fünserausschusses seien eine offenkundige Abschwächung der von Italien berechtigterweise abgelehnten früheren Vorschläge. Statt Italien einen Auftrag zu erteilen, fasse der Ausschuß mit der klaren Absicht, Itaiien auszuschalten, eine europäische Intervention ins Auge. Diese tatsächlich geschaffene Lage sei aber durchaus nicht durch verfassungsmäßige Gründe des Völkerbundes etwa notwendig geworden. Die vom italienischen Ministerrat erklärte„Unannehmbar= keit“ schaffe daher eine Klärung, die, abgesehen von den üblichen Uebelgesinnten, niemand als alarmierend betrachten könne. Gerade das Gegenteil sei der Fall. Vereidigung der ersten Né=Schwestern Dresden, 23. September. Die ersten 500 braunen NS=Schwestern aus dem ganzen Reich wurden in Dresden durch den Gauleiter Reichsstatthalter Mutschmann in Anwesenheit von Innenminister Dr. Frick, Oberbürgermeister Zörner, von Vertretern der Reichsleitung der NSV, der Reichsärzteschaft, der Gauamtsleiter, sämtlicher NSV=Aemier und anderer Ehrengäste seierlich vereidigt. Reichsstatthalter Mutschmann betonte, die NSSchwestern hätten nicht nur die Pflichten der Krankenpflege zu erfüllen, sondern seien auch Helferinnen im Kampf um die Seele des kranken Volksgenossen. Der Reichsstatthalter nahm hierauf die Vereidigung der NS. Schwesternschaft auf den Führer und Reichskanzler vor. Im Anschluß daran legten die Schwestern die Brosche der NS=Schwesternschaft an. Mit dem gemeinsam gesungenen Horst=Wessel=Lied und einem Schlußwort des Hauptamtsleiters Büttner fand der feierliche Akt seinen Abschluß. Kinder=Sonderzug verunglückt Von einem Leerzug in die Flanke gefahren. Dresden, 22. Sept. Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Dresden=Neustadt fuhr ein Leerzug der Reichsbahn einem Kinder=Sonderzug, der nach Bautzen unterwegs war, in die Flanke. Dabei entgleisten sieben Wagen, von denen vier Wagen umstürzten. Außer einem Kind, das bereits tot aus dem Wagen geborgen wurde, ist ein zweites Kind, ein Mädchen, auf dem Transport nach dem Krankenhaus gestorben. In das Friedrichstädter Krankenhaus wurden ein Lehrer und sechs Kinder eingeliefert. Drei von den Kindern werden voraussichtlich sofort wieder entlassen werden können. Elf leichtverletzte Kinder sind nach der Anlegung von Notverbänden bereits in ihre Wohnungen entlassen worden. Die Feuerwehr und der Gerätezug der Reichsbahn waren schnellstens zur Stelle. Infolge des Unfalles waren verschiedene Ausfahrtsgleise auf Bahnhof Dresden=Neustadt zeitweise gesperrt. Bald nach Bekanntwerden des Unglücks begab sich Reichsstatthalter Mutschmann an die Unfallstelle. Neuer Saarlandsender Berlin, 23. September. Die Rückgliederung des Saarlandes macht es Deutschland zur Pflicht, die bessere Versorgung des nunmehr endgültig deutschen Gebietes mit deutschem Rundfunk beschleunigt in die Wege zu leiten. Zu diesem Zweck wird im Saarland von der Deutschen Reichspost an einer noch zu bestimmenden Stelle ein Rundsunksender mit einer Telephonieleistung von 17 Kilowatt aufgestellt werden. Für diesen Sender wird unter Einhaltung der Bestimmungen des. Luzerner Rundfunkvertrages die Welle 1249 Kiloherz(240,2 Meter) verwendet. Da der Sender erst im Jahre 1936 fertiggestellt sein kann, wird auf der genannten Welle vom 23. September an ein behelfsmäßiger Rundfunksender mit einer Telephonieleistung von 0,7 Kilowatt mit einem Teil des regelmäßigen Programms in den Dienst gestellt. In etwa 4 Monaten wird dieser Sender mit einer Telephonieleistung von 1,5 Kilowatt ersetzt werden, der in der Lage sein wird, das volle Programm zu senden. Brussmmüichm Heutentatm geetchist. Aachemtunnh Fris Küchlug, Witten=Aunen. Für Anzeigen verantwortlich: Wilhelm Schneider, Witten=Rauen D. A. VIII. 26 1678. Druck und Verlag: Frit Küching, WittenAnnen.— Geschäftsstelle: Witten=Annen, Stockumer Straße 23. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 gültig. Annen seierte am Samstag und Sonntag seinen „Tag des deutschen Soldaten". Die frohe Bereitschaft der alten und jungen Soldaten, zu opfern für die armen, unverschuldet in Not geratenen Volksgenossen, gab diesem Feste, das von dem Amt für Volkswohlfahrt in Verbindung mit den militärischen Kameradschaften veranstaltet war, die rechte Weihe. Schon in den frühen Nachmittagsstunden zog sich Annen sein nunmehr einheitlich gewordenes Flaggenkleid über. Am Abend sammelten sich auf dem Zechenplatz die militärischen Kameradschaften, zogen unter Marschmusik zum Marktplatz und legten am Kriegerehrenmal einen Kranz nieder. Kamerad Lange fügte der Niederlegung eine kurze Ansprache an, in der etwa gesagt wurde: Es gehört zu den Vereinstugenden, seine toten Kameraden zu ehren. Deshalb haben wir auch heute unsere Schritte nach dieser Stätte gelenkt, um diejenigen zu grüßen, die ihr Leben hingaben für Deutschland und die nicht mehr unter uns weilen können. Wir grüßen Euch, Ihr Toten des Weltkrieges, Ihr braven Toten des neuen Reiches. Ob Ihr in den Stahlwettern des Weltkrieges fielet oder in den Straßen deutscher Städte von heimtückischen Kugeln durchbohrt wurdet, Ihr starbt im Glauben an ein freies, einiges Deutsches Reich. Eure Blutsaat ist aufgegangen. Deutschland ist einig und frei, stark und fest, um den Frieden zu sichern. Deshalb wollen wir die Trauer ablegen und mit dankerfüllten Herzen an die Mahnmale unserer großen Toten treten. In geschlossenem Zuge ging's dann zum Radtkeschen Festsaal. Der Saal selbst sowie auch das im Garten errichtete Festzelt waren festlich geschmückt. Ausgezeichnete musikalische Darbietungen des städt. Orchesters und ein Vorspruch leiteten über zur Begrüßungsansorache des Kameraden Lange. Nach herzlichen Grußworten an die Volksgenossen, Turn=, Gesang= und Theatervereine, Vertreter der politischen Partei, Vertreter sämtlicher SAFormationen, Kreisleiter der NS=Volkswohlfahrt in Annen und Witten fuhr Kamerad Lange fort: Es ist mir eine Herzenssache, schlicht der Parteigliederung und NSVolkswohlfahrt im Namen meiner Kameradschaften meinen Dank abzustatten, daß wir zum erstenmale in Annen an einem Ziele arbeiten. Bisher stand der alte Soldat mit dem Gewehr in Reserve, aber heute steht er zum erstenmal in der ersten Frontreihe. Und der Soldat, der früher in dem Granathagel der Schlachten den Feinden trotzte und sie in unzähligen Siegen niedergerungen hat, ist würdig, die Nation mit aufbauen zu helfen, den Kampf aufzunehmen gegen die Not. Und so haben wir die Veranstaltung unter das Leitwort gestellt, dem Hilfswerk„Mutter und Kind“ zu dienen und auch fernerhin mit der Partei zusammenzugehen, um Schritt für Schritt die Not niederzuringen. Im folgenden schilderte der Redner den entsetzlichen materiellen und moralischen Niederbruch der deutschen Nation seit 1918, aber auch den Kampf und den Sieg des Führers. Darum, fuhr Kamerad Lange fort, soll dieser Tag auchein Tagdes Dankesanden Führer sein. Wir alten Kameraden haben gehofft und gebetet, es möge uns ein gütiges Schicksal die deutsche Wehrmacht wiedergeben. Wir haben geredet und geredet, es sehlte uns die einheitliche Führung in dieser Linie. Und der Siegfried erstand uns im Führer, der das zerbrochene Schwert wieder zusammenschweißte, und wahrlich— dieses neue Schwert ist noch besser als das alte. Wir besitzen wieder das härteste Schwert der Welt. Heute siedet und kocht es in Europa. Nur ein ruhiger Pol: das ist Deutschland. Und wenn wir heute ohne Wehr wären, ich glaube, sie wären schon längst über unsere Hütten hergefallen. Daß das nicht geschehen ist, das verdanken wir alle dem Führer durch seine große Tat vom 16. März. Nun sind die Tore der größten deutschen Erziehungsschule wieder weit aufgetan. Die deutschen Jungen werden wieder lernen, Disziplin zu halten. Von dieser Veranstaltung aber sollen sie das Bewußtsein mit in ihre Garnisonstadt nehmen, daß Volk und Heer eins sind. Ihr, deutsche Jungen, seid dazu berusen, den Frieden für Deutschland zu wahren und zu erhalten und, wenn das Schicksal es will, die Grenzen zu verteidigen. Ich wünsche der Veranstaltung einen recht guten und freudigen Verlauf und schließe meine Begrüßung mit den Worten: Mag auch die Welt zerreißen, Ich spür die Treu, Ich kenn ein Wort wie Eisen, Soldatentreu! Nach den Musikstücken„Blühe deutsches Vaterland“ von Erichs und Wotans Abschied und Feuerzauber aus „Die Walküre“ von Richard Wagner hielt der Ortsgruppenleiter der NSDAP, Lewer, eine Ansprache, in der er etwa ausführte: Mit Freude und Dank habe ich davon Kenntnis genommen, daß die Kriegervereine für die Folge mit der politischen Leitung Hand in Hand arbeiten wollen. Bisher ist es leider nicht immer der Fall gewesen, obwohl es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Der Soldat des Krieges hat den Ehrenplatz bekommen. Vier Jahre lang hat er in der stolzesten Armee der Welt dem Ansturm der Bevölkerung Europas, Asiens und Amerikas standgehalten und ist von Sieg zu Sieg geeilt. Den Glauben an Deutschland hat er auch in den heftigsten Schlachten nicht verloren. Wir jungen Soldaten sollen das immer bedenken und den alten mit Hochachtung begegnen. Wir als Kämpfer des neuen Deutschland fordern Die Ausgabe der Verbilligungsscheine für die Monate Oktober bis Dezember 1935 wird im Laufe der nächsten Woche beginnen. Die Scheine werden an die Bezieher von Wohlfahrtsunterstützung, Kleinrentnerunterstützung und Kleinrentnerhilfe bei der nächsten Unterstützungszahlung ausgegeben. Alle anderen Bezugsberechtigten müssen zunächst den bekannten Antragsvordruck ausfüllen. Vordrucke sind vom 23. 9. 1935 ab vormittags in allen Abteilungen des Fürsorgeamts und in den Verwaltungsstellen Annen und Stockum zu haben. Die auf dem Vordruck befindliche Belehrung ist vor Ausfüllung genau durchzulesen und zu beachten. Die Antragsteller werden gebeten, die Vordrucke möglichst zu Hause auszufüllen, da das Ausfüllen im Rathaus erhebliche Verzögerungen bei der Ausgabe der Verbilligungsscheine verursacht. Die Richtigkeit der Angaaber auch die Achtung der alten Soldaten. Denn wo wäre die alte Armee hingekommen, wenn Adolf Hitler mit seinen Truppen nicht gesiegt hätte. Im Sturme des Bolschewismus wäre die Vaterlandsliebe untergegangen. Pg. Lewer kommt im folgenden auf die Gesetze von Nümberg zu sprechen und würdigt besonders das Reichsflaggengesetz, das Klarheit geschaffen und der Bewegung eine alte Dankesschuld abgetragen habe. Der Redner sprach dann von der Erziehung der deutschen und betonte, daß der ein Volksverräter sei, der sein Kind bewußt von der Hitlerjugend sernhalte. Der Führer stütze sich auf die Liebe seines Volkes und nicht wie andere Regierungen auf die Armee. Das Schicksal füge es, daß der Führer uns noch recht lange erhalten bleibt. Die Ansprache schloß mit der Führerehrung und den Nationalhymnen. Und wieder reihte sich eine bunte Folge von Konzertstücken, Gesangvorträgen des Männer=Gesangvereins „Westfalia“ und Turnvorführungen der Männerriege der Turnvereine an. Anerkennung und Beifall löste die Militärhumoreske des Theatervereins Fidelio aus. In das Reich der Tänze und des goldigen Humors führten dann der große Rekrutenball und als Abschluß der große Zapfenstreich, der aber„nicht amtlich“ bis zum Morgen verlängert wurde. * Den Auftakt des Soldatentages am Sonntag bildete der Festzug durch die flaggengeschmückten Straßen. Der Zug vereinigte alte und junge Soldaten und die braunen Kämpfer der Bewegung in treuer Marschgemeinschaft. Das Festzelt zeigte bald wieder das gewohnte Bild. Die Begrüßung erfolgte durch den Amtsleiter der NSV, Pg. Lindemann, der u. a. noch ausführte: Dem Pflichtbewußtsein und der grundsätzlichen Bereitwilligkeit des Deutschen zum Opfern habe der Führer ein neues Betätigungsfeld erschlossen, nämlich die nationalsozialistische NS=Volkswohlfahrt. Denn wenn der deutsche Mann und Jüngling, die deutsche Frau und das deutsche Mädchen bereit gewesen seien, im Zeichen der äußeren Not für das Vaterland das Leben in die Schanze zu schlagen, dann würde es auch sicherlich unter einer starken Staatsführung möglich sein, dem inneren Feind, der Not, heftig zu Leibe zu rücken. Hier wird nicht, so fuhr Pg. Lindemann fort, der Einsatz des Lebens verlangt, hier heißt es nur, sich einzusetzen— ich muß es leider sagen— mit dem Geldbeutel. 1 RM. oder auch nur 50 Rpfg. im Monat; das sind die Waffe, mit der Hunger und Kälte im Winter 1935/36 besiegt werden können. Diesem Feind, deutsche Männer, dürft Ihr nicht kampflos das Feld überlassen. Aber ich weiß es! Ihr werdet unseren Führer nicht verlassen. Mit Euch werden wir das WHW. durchführen und wir werden gewinnen. Der Redner schloß seine Ausführungen mit dem Wunsche, daß sämtliche Kriegerkameradschaften und sonstige Organisationen den Weg finden möchten in die große Wehrgemeinschaft, in die NS=Volkswohlfahrt. Die Festansprache hielt Kamerad O. Scholz; ihr entnehmen wir folgendes: Unter den Bildern des Reichsparteitages scheint mir eines von besonderer Bedeutung zu sein. Es zeigt uns, wie der Reichskriegsminister mit den Oberbefehlshabern der Luftflotte, des Heeres und der Marine vor dem Führer vorbeimarschiert. Dieses Bild ist ein Sinnbild für die Zeit, in der wir leben. Da stehen die Generale und ehren den unbekanten Gefreiten des Weltkrieges. Welch eine Wendung! Alt und jung ehren den Führer. Welches Rätsel um unseren Führer! Wahrlich an ihm hat sich das bekannte Wort erfüllt, daß der Soldat den Marschallstab im Tornister trägt. Aber auch das Wort des Kaisers:„Ich keune keine Parteien, ich kenne nur noch Deutsche" ist heute erfüllt. Ja, es ist wahr geworden; es gibt nur noch Deutsche. Im folgenden spricht Kamerad Scholz ausführlich über die Militärzeit. Sie sei eine Erziehungsschule, die die jungen Menschen zu harten, stolzen Männern erziehe, die die Jungen lehre, sich der Gemeinschaft unterzuordnen. Schöne Beispiele von Gemeinschaft und Kameradschaft gab Herr Scholz aus selbst erlebter Kriegsdienstzeit, die klar umrissen, was Gemeinschaft und was Kameradschaft ist. Wichtig sei aber auch die innere Einstellung des Soldaten. Alles könne zur Not wechseln und sich ändern, aber eins müsse bleiben: die Ueberzeugung, für Weib und Kind, fürs Vaterland zu kämpfen, und die Verbundenheit mit der Scholle. Zusammengefaßt nenne man das am besten die deutsche Treue. Daß das Soldatentum auch die deutsche Literalur reichlich befruchtet hat, das zeigen Musik Bilder, Steinbildwerke und schließlich auch das Wörterbuch des Soldaten. Kamerad Scholz schließt mit den Worten: Wenn die alten Soldaten sich mit den jungen vereinen, dann kann Deutschland niemals ausgewischt werden, wie es die anderen Völker gerne möchten. Geschähe dies aber einmal, dann könnte die Zeit kommen, wo die Welt uns mit den Fingernägeln wieder aus dem Boden kratzen würde. Es folgten Führerehrung und Nationalhymnen. Die Vortragsfolge brachte noch viel Abwechselung und Unterhaltung. Reichlichen Beifall fand immer wieder der Annener Männergesangverein. Im übrigen verlief auch dieser Festabend so, wie wir ihn von unsern alten und jungen Soldaten zu feiern gewohnt sind. Heute findet die Abschlußfeier mit Reservistenball statt. Noch einmal gibt es ein fröhliches Zusammensein und einen Appell, der in würdiger Weise die glänzend gelungene Veranstaltung beschließen wird. 1 ben über Personenstand, Einkommen u. Vermögen muß nachgewiesen werden. Die Fettverbilligungsscheine werden gegen Abgabe des ausgesüllten Antragsvordrucks ausgegeben, und zwar für die Stadtteile Annen und Rüdinghausen in der Verwaltungsstelle Witten=Annen, für die Stadtteile Stockum und Düren in der Verwaltungsstelle Witten=Stockum. Die Ausgabetage sind für Alt=Witten, Heven, Bommern, Stockum und Düren Donnerstag, 26. Sept. 1935, von—12 Uhr, Freitag,. 27. Sept. 1935, von—12 Uhr, Samstag 28. Sept. 1935, von—12 Uhr, für Annen und Rüdinghausen Mittwoch,.. 25. Sept. 1935, von-12 Uhr, Donnerstag. 26. Sept. 1935, von—12 Uhr, Sauslag 28. Sept. 1935, von—12 Uhr, Monlag, 30. Sept. 1935, von—12 Uhr. Es wird dringend gebeten, diese Ausgabetermine unter allen Umständen einzuhalten. An späteren Tagen können Fettscheine auf keinen Fall mehr ausgegeben werden. An den Ausgabetagen sind das Fürsorgeamt und die Verwaltungsstellen für alle anderen Angelegenheiten, ausgenommen dringende Fälle, geschlossen. Bezieher von Arbeitslosen= und Krisenunterstützung erhalten— wie bisher— die Verbilligungsscheine beim Arbeitsamt. Lokales § Witten=Annen, 23. Septbr. Auf du und du Wer im Arbeitsleben mit vielen zugleich dieselbe Last trägt, wer mit ihnen den Tageskampf kämpft, um desselben Lohnes und Zieles willen, wird gern in dem andern den„Kameraden“ sehen, wird ihm gern Herz und Hand zur Freundschaft entgegenbringen, und im vertrauten Du die trennende Wand niederlegen, die zwischen sich=fremden Menschen besteht. Das ist, wie gesagt, zwischen Kameraden der Arbeit. Im sonstigen Leben, nach außen, in dem bunten Durcheinander von Vergnügungen oder feuchtfröhlichem Beisammensein, wird manchmal allzu rasch die Freundschaft verschenkt. Durch den feinen Nebel von Zigarren= und Zigarettenrauch sieht die Welt anders aus, besonders wenn in den Augen der Glanz genossenen Bieres und Weines liegt. Versprechungen zu trauen, die unter dem Gelächter der Bier= und Weinlokale gemacht wurden, ist sehr gewagt. So mancher erinnert sich am nächsten Tag mit einem unendlichen Peinlichkeitsgefühl daran, daß er sich mit jemand auf Du und Du gestellt hat, der ihm nur flüchtig bekannt war... Und ein anderer, der durch Zufall in eine„höhere Charge“ geraten war, und mit seinem Arbeitsvorgesetzten das Du tauschte, mußte es erleben, daß gewünscht wurde, die ganze Sache zu vergessen. Ein„Du“ im ernsten Sinne gegeben verpflichtet. Von Menschen mit Pflichtgefühl wird es auch selten genug angeboten oder angenommen. Weil sie frei sein wollen in ihren Entschließungen, ungehindert durch Vertraulichkeiten. Denn nicht alle Menschen vertragen das Du im Arbeitsverhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, es müssen denn beide gleich große Menschen sein. Man braucht noch lange nicht ein eingebildeter Laffe zu sein, wenn man das treunende Sie aufrechterhält. Es ist eben nicht jedem gegeben, sein Ich auf dem Präsentierbrett dem andern zur gefälligen Bedienung vorzulegen... Gibt man aber dann jemand das Recht zum Du, dann soll man auch seine Person gerade und offen für den anderen einsetzen. Ansonsten aber ist das Wort des Dichters Baumbach nicht zu verachten: „Die Freundschaft gleicht dem Wein: In Kürze ist der Trank bereit. Aber Duft und Wert und Würze, Gibt ihm erst die Zeit.“ * mit den neun Ranien Reicher Segen kommt im Spätsommer aus dem Meere. Die deutschen Fischer haben mit den Fischdampfern und Heringsloggern große Mengen Heringe gefangen. Tausende deutscher Arbeitskameraden sind in den fischverarbeitenden Betrieben damit beschäftigt, die Beute an Heringen zu schmackhaften und billigen Nahrungsmitteln zu verarbeiten. Der als Nahrungsmittel hauptsächlich in Frage kommende Fisch ist wegen seines massenhaften Vorkommens natürlich der Hering. In fvischem Zustand kennt ihn die Hausfrau als„grunen Hering“, gesalzen als„Salzhering. Der„Matjeshering“ ist ein Salzhering, der noch nicht gelaicht hat und weniger gesalzen ist. Er hat seinen Namen nach einem holländischen Maß, das soviel wie Tönnchen bedeutet. Der„Brathering“ ist ein in frischem Zustand gebratener sauer eingelegter Hering, während der„Räucherhering“ sofort nach dem Räuchern dem Verbrauch zugeführt wird.„Vollheringe“ sind erwachsene Heringe, die den Laich noch nicht abgelegt haben, „Hohlheringe“ solche, die schon gelaicht haben.„Marinierte Heringe“ sind gesalzene oder frische, essigsaure Heringe, die in eine pikante Brühe aus Essig und Gewürzen eingelegt wurden. Der„Rollmops“ ist ein der Länge nach halbierter und gerollt marinierter Hering. In allen seinen Zubereitungen ist der Hering ein schmackhaftes Volksnahrungsmittel, das infolge seines hohen Eiweiß=, Fett= und Vitamingehaltes außergewöhn. lichen Nährwert besitzt. * § Annen, 23. Sept.(Das Ende des„Vierers“.)„Der letzte Einlösungstermin für die vor längerer Zeit außer Kurs gesetzten Vierpfennigstücke ist auf den 30. September festgesetzt“, so heißt es in einer Notiz. Da werden Erinnerungen wach an die eigenartigste Münzschöpfung, die es wohl je gegeben hat. Unbeliebter ist wohl noch keine Münze gewesen, als dieser„Vierer“. Aber auch keiner Münze war ein trauriger und kürzerer Ruhm beschieden als dieser Ausgeburt einer finanz= und wirtschaftspolitischen Kateridee. Nur in den Münzsammlungen wird dieser Vierer als eine Seltenheit ganz besonderer Art weiterleben. Das deutsche Volk weiß eigentlich schon heute nichts mehr vom Vierer, dem bis zum 30. September noch einige letzte Atemzüge verbleiben. Sang= und klanglos geht diese Münze von uns, sie möge in den Einschmelzwannen zu etwas Besserem umgeschmolzen werden. In ihrem kurzen Dasein war sie so unbrauchbar, daß sie fast noch mit dem Glanze der Neuprägüng in die Münze zurückkehrt, um nimmer wieder aufzuerstehen. —(Dienstverfahren gegen einen staatsfeindlichen Beamten.) Die Pressestelle der Regierung Arnsberg teilt mit: In der Nacht vom 1. zum 2. Mai hatte ein Dortmunder Stadtinspektor von der Anschlagstafel der NSDAP am Hause Schüruser 319 im Stadtteil Dortmund=Aplerbeck einige Blätter des„Stürmer“ abgerissen. Er war daraushin durch das Amtsgericht DortmuneHörde wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 30 Mark und den Kosten des Verfahrens verurteilt worden. Wie in dem Urteil des Amtsgerichts DortmunoHörde ausdrücklich festgelegt wurde, sind bei der Strafzumessung die politischen Beweggründe nicht mitgewertet worden. Der Regierungspräsident hat gegen den staatsseindlichen Beamten wegen seines Dienstvergehens das förmliche Dienststrafverfahren eingeleitet. Durch das Abreißen des„Stürmer“, eines im Dienste der nationalsozialistischen Bewegung stehenden Blattes, hat der Beamte seine Gegnerschaft zum Nationalsozialismus, die übrigens auch aus seiner langjährigen Zugehörigkeit zur SPD. und zum Reichsbanner zu folgern ist, dartun wollen. Die Anstellungsbehörde kann ihm das Vertrauen. Reichsberdlngungsscheine für Speisesene Der Sarkophag für den verewigten Reichspräsidenten. Der Berliner Bildhauer Prof. Hitzberger modelliert zur Zeit diesen Sarkophag, der dazu ausersehen ist, die sterblichen Ueberreste des verewigten Reichspräsidenten aufzunehmen. Durch seine einfache zeitlose Linienführung und die ebenso zeitlose Beschriftung wirkt der Sarkophag monumental. Er wird im Hindenburg=Turm des Tannenberg=Denkmals Aufstellung finden, der bereits am 2. Oktober seine Weihe erhalten soll. (Scherls Bilderdienst,.) Der Büllederg kaft zum Ernlebautsest Arbeitsdienstmänner am Werk daß er sein Amt im nationalsozialistischen Sinne führt, nicht mehr entgegenbringen. Für solche Beamte ist im pationalsozialistischen Staate kein Platz mehr. § Annen, 23. Sept.(Schluß mit den Kartoffelfeuern!) Einen regelmäßig wiederkehrenden Zug im Bilde der deutschen Lansschaft bilden im Herbst bis weit in den November hinein die qualmenden Rauchfahnen der Kartoffelseuer, die, sobald die nahrhafte Knollenfrucht abgeerntet und in die Speicher gebracht ist, dazu dienen, die auf den Feldern liegengebliebenen Mengen von Kartoffelkraut zu vernichten. In einer Zeit wie der jetzigen, wo alle Bemühungen darauf gerichtet sind, auch die geringste Verschwendung sorgfältig zu vermeiden, muß man auch einmal an die wirtschaftlichen Wirkungen dieser alten Sitte denken. Man wird dann finden, daß durch diese Kartoffelfeuer die deutsche Landwirtschaft wertvoller Stoffe beraubt wird. Die„Landtechnik“ empfiehlt, die wichtige Humussubstanz, die so vernichtet wird, dadurch zu erhalten, daß man das Kraut durch den Winter hindurch auf Wiesen und Weiden ausbreitet. Die bei der Auslaugung entfallenden Stoffe, besonders das Kali, werden so dem Boden zugeführt, und über dem Gras bleibt bei hohem Schnee eine Luftschicht erhalten. Im Frühjahr gelangt das Kraut dann auf den Misthaufen, entweder unmittelbar oder mittelbar über den Viehstall. In streustroharmen Wirtschaften kann das Kartoffelkraut auch gleich als Streu verwendet werden; daraufhin wird es auf Wiesen und Weiden ausgebreitet, um durch Schnee und Regen ausgelaugt und später ein zweites Mal als Einstreu verwertet zu werden. Ebenfalls kann es nach den ersten Frösten über den Kartoffel= und Rübenmieten als Schutz gegen die Kälte aufgeschichtet werden. (2) Annen, 23. Sept.(Die Deutsche Arbeitsfront, Ortswaltung Witten=Annen) teilt mit: Wie schon mehrjach durch die Presse bekanntgeben, sind Einzelmitglieder der Deutschen Arbeitsfront aus dem Handel, Handwerk und Gaststättengewerbe an Plaketten kenntlich, die an den Schaufenstern und Ladentüren angebracht werden. Diese Plaketten bedeuten gleichzeitig, daß der Inhaber des Betriebes arischer Abstammung ist. Nitcharier können bekanntlich nicht Einzelmitglied der Deutschen Arbeitsfront werden. Es liegt also im eigenen Interesse jedes Einzelmitgliedes der DAF., aus den genannten Berufsgruppen sich unverzüglich diese Plaketten zu beschaffen. Sie sind jetzt auch in Annen zu haben beim Pg. Valentin Herrmann, Holzkampstraße. Es steht jedem frei, sich eine oder mehrere zu kaufen. Der Preis für das Einzelstück beträgt 30 Pfg. Wer nur durch einen Berufsverband der DAF. angehört und nicht Einzelmitglied ist, kann die Plakette nicht erhalten. Der Ausweis muß beim Kauf vorgelegt werden. § Annen, 23. Sept.(NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude".) Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Fahrt nach Rüdesheim am 29. September 6 Uhr vormittags mit einem Sonderzug von Witten=West nach Koblenz unternommen wird, ab Koblenz Dampferfahrt nach Rüdesheim. Die Fahrtkosten betragen 6,20 RM. Schluß der Anmeldungen am 24. September. Am 25. September findet eine Wochenendfahrt nach Schloß Berge mit modernen Autobussen zur Besichtigung der Dahlienschau statt. Abfahrt erfolgt 14 Uhr ab Reinhold=Muchow=Haus in Witten. Der Preis beträgt.40 RM. einschl. Kaffee und Zubrot. IAnnen, V. Sept.(Die Gauansstellung der 4P„Rasse, Sippe, Siedlung") ist nur noch bis Sonntag, den 29. September d. Is., im Wittener Märkischen Museum zu besichtigen. Eine Verlängerung kann nicht stattfinden. Deshalb richten wir an alle Volksgenossen und Volksgenossinnen die Aufforderung, noch in der kommenden Woche zahlreich zu erscheinen. Den Gliederungen der Partei wird der Besuch zur Pflicht gemacht. Dr. Birkenberg, Kreisschulungsleiter. Weber, Kreisleiter. +. Rüdinghausen, 23. Sept.(Gesundheitsfürsorge in Rüdinghausen.) Die Sprechstunde der Säuglings= und Kleinkinderfürsorge findet in Witten=Rüdinghausen am Dienstag, dem 24. September, nachmittags von.30 bis .30 Uhr im Handarbeitsraume der evangelischen Schule statt. Witten, 23. Sept.(Wertvolle Uhren gestohlen.) In letzter Zeit, der genaue Zeitpunkt steht nicht fest, wurden einer Familie Auf dem Bodenborn in Bommern aus einem Wäscheschrank eine goldene Herrenuhr mit einer eisernen Kette„Gold gab ich für Eisen“, 1 goldene Damensprungdeckeluhr und ein Paar goldene Manschettenknöpfe gestohlen. Die beiden Uhren haben einen Wert von 900.— RM., die Mannschettenknöpse einen Wert von 50.— RM. —(Verkehrsunfälle.) Am 20. September wurde ein 64jähriger Mann von hier vor dem Hause Hauptstraße 2 beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Personenkraftwagen angefahren und zu Boden geworfen. Er wurde von dem Führer des Wagens im besinnungslosen Zustande dem Marienhospital zugeführt. Außer einer stark blutenden Kopfwunde hat er noch eine Gehirnerschütterung davongetragen. Am gleichen Tage wurde an der Ecke KreisstraßeIm Rohr in Annen ein Radfahrer von einem Dreiradlieferwagen mit grauem Segeltuchverdeck von hinten angefahren. Bei dem Sturz wurde der Radfahrer leicht verletzt. Der Führer ist unerkannt entkommen. Wer kann Angaben machen? Witten, 23. Sept.(Auszahlung der Heeresgebührnisse, der Unfall= und Juvalidenrenten für den Monat Oktober 1935.) Die Heeresgebührnisse werden im Postamt Witten am Sonnabend, 28. d. Mts., in der Zeit von 8 bis 14 Uhr, die Unfall= und Invalidenrenten im Saale des katholischen Vereinshauses, Herbeder Straße 14, am Dienstag, 1. Oktober, in der Zeit von 8 bis 14 Uhr ausgezahlt. Bei der Postazentur Bommern werden die Renten an den genannten Tagen wie üblich in der Zeit von 8 bis 11 Uhr gezahlt. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Empfangsscheine der Unfall= und Invalidenrenten amtlich bescheinigt und gestempelt sein müssen. Ferner muß auf dem Empfangsschein der Vorname ausgeschrieben sein. Witwen müssen auch ihren Geburtsmamen angeben. Außerdem sind rentenberechtigte Kinder unter Punkt 2 des Empfangsscheines aufzuführen. Kruckel, 23. Sept.(Sturmschaden.) Mehrere Hausdächer wurden durch den anhaltenden Sturm in Mitleidenschaft gezogen. In einem Falle zerschlugen herabfallende Dachziegel die Fenster eines Anbaues; an einer anderen Stelle zerstörte der Sturm mehrere Treibhausbeete vollständig. An der Kruckeler Straße wurde eine Ulme umgerissen. Im übrigen gab es auf den Obsthöfen hier wie im benachbarten Großholthausen und auf dem Schnee viel Fallobst. Einige Obstbaumbesitzer können kaum noch Pflückobst ernten. Hameln, 22. Sept. Die Stille eines herbstlichen Spätnachmittags liegt über dem Wesertal. Auf den Feldern steht die letzte Frucht: Kartoffel= und Rübenfelder, deren dunkles Grün lebhaft vom Braun der umgepflügten Aecker absticht. Hie und da geht ein Landmann hinter dem Pflug, schwer fällt die Scholle und begräbt unter sich die Stoppeln. Die Zeit des Erntedanks ist gekommen. Nicht lange mehr, dann werden wieder die Fahnen vom Bückeberg herab die Hunderttausende deutscher Bauern grüßen, die zum dritten Male die Wallfahrt zu ihrem Festplatz antreten werden. Wieder werden die Sonderzüge heranrollen, und wieder werden die Zeltstädte in den Dörfern um Hameln erstehen. Gewaltig wird in diesem Jahre der Zustrom sein, und ihm müssen die Vorbereitungen entsprechen, wenn sich diese Massenbewegungen reibungslos vollziehen sollen. Dafür ist Sorge getragen. Die vorbereitenden organisatorischen Arbeiten, die seit etwa vierzehn Tagen Beamte des Reichspropagandaministeriums leiten, werden zielbewußt gefördert. Der weitere Ausbau der Anfahrtstraßen wurde auch in diesem Jahre fortgesetzt, ebenso der Erweiterungsbau beim Bahnhof Tündern und die übrigen Maßnahmen zur Bewältigung des Riesenverkehrs. Auf dem Platz selbst Löttringhausen, 23. Sept.(Sturz mit dem Fahrrad.) In der Wegbiegung am Langeloh kam der Radfahrer W. aus Hombruch zu Fall und trug ziemlich erhebliche Verletzungen davon. Der Unfall ereignete sich an derseiben Stelle, wo vor kurzer Zeit ein Kind überfahren wurde. Die stark abfallende Straße mit der scharfen Biegung ist schon manchem Fahrer zum Verhängnis geworden. Marten, 23. Sept.(Große Eisenbahnarbeiten.) Am Block Marten an der Eisenbahnlinie Dortmund=Lütgendortmund werden umfangreiche Eisenbahnarbeiten durchgeführt. Gelände wird abgetragen zur Herrichtung von Abflußgräben. Die Schienen und der Eisenbahnkörper werden erneuert. Eine starke Kolonne ist mit diesen umfangreichen Arbeiten, die noch einige Zeit dauern werden, beschäftigt. Festgenommen wurden in Bochum ein Mann wegen Beleidigung und Verbreitung von unzüchtigen Schriften und ein Mann auf Grund eines Haftbefehls. Tödlicher Unfall. Am 20. September, gegen 21 Uhr, wurde der Hemmschuhleger August Dittrich, Herne, Germanenstraße wohnhaft, in Ausübung seines Dienstes am Rangierbahnhof in Horsthausen von einem Eisenbahnwaggon überfahren und auf der Stelle getötet. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Ein Verschulden eines anderen liegt nicht vor. Grabengel gestohlen. Vor ca. 14 Tagen wurde vom Friedhof an der Wiescherstraße in Herne ein weißer Grabengel(knieende Figur) gestohlen. Als Leiche aus dem Kanal geborgen. Am 21. September, gegen 7 Uhr, wurde in der Nähe der Hertener Straße in Herne eine männliche Leiche aus dem Rhein=Herne=Kanal geborgen. Bei dem Toten handelt es sich um einen 52 Jahre alten Mann aus Herne. Es liegt Selbstmord vor. Das Motiv zur Tat sieht nicht fest. Provinzielle Nachrichten. DN Dortmund, 22. Sept.(Tödlicher Verkehrsunfall.) Samstag gegen 15,30 Uhr ereignete sich auf der Straße Am Remberg im Stadtteil Hörde ein schwerer Verkehrsunfall, wobei ein Mann zu Tode kam. Der städtische Arbeiter Ritter aus Dortmund=Hörde stieß mit seinem Kraftrad in der Kurve Weingartenstraße—. Am Remberg mit einem Lieserkraftwagen zusammen. Ritter wurde bei dem Zusammenstoß gegen den Lieserwagen geschleudert und war auf der Stelle tot. Der Soziusfahrer Friedrich Hötte trug schwere Schädelverletzungen davon und wurde dem Bethanienkrankenhaus zugeführt. Bei ihm besteht Lebensgefahr. DR Castrop=Rauxel, 22. Septbr.(Großfeuer bei den Rütgerswerken.) In der Anthrazen=Anlage der Rütgerswerke brach am Sonnabend gegen 21 Uhr Großfeuer aus, das schnell um sich griff. Ein Werkslöschzug der Rütgerswerke nahm sofort die Löscharbeiten auf und bekämpfte den Brand mit sechs Schlauchleitungen und ist die Tribüne bereits errichtet, und der Mittelweg, den der Führer durch das Spalier seiner Bauern hinaufschreiten wird, ist aufgeschüttet und erhöht. Das war das Werk der Arbeitsdienstmänner, die mit Eiser und Liebe an ihrem Werk geschaffen haben. Sie haben sich auch, der Bedeutung ihrer Aufgabe bewußt, über den 25. September, dem Entlassungstage hinaus, bis zum 9. Oktober zur Verfügung gestellt, um bei der Vorbereitung des Festtages zur Hand zu sein. Der Festakt ist in diesem Jahre auf die Mittagsstunden von 12 bis 14 Uhr verlegt. In dieser Zeit wird sich das gewaltige Programm abwickeln. Des deutschen Bauern Erntedanksest! Der Landmann wird an diesem Tage auch dem Führer seinen Dank für alles das darbringen, was der Nationalsozialismus in den letzten Jahren für das Bauerntum getan hat, und diese ungeheure Dankeskundgebung wird gleichzeitig das Treuegelöbnis des Standes sein, bei dessen Aufbau die nationalsozialistischen Grundsätze bislang am reinsten und nachdrücklichsten zur Durchführung kamen. Der deutsche Bauer aller Gaue aber wird durch seine Teilnahme die Mitarbeit am großen Aufbauwerk seines Standes beweisen. mehreren Schaumlöschgeräten. Es gelang nach angestrengter Tätigkeit das Feuer zu löschen, so daß die übrigen Löschzüge nicht mehr einzugreifen brauchten. Der entstandene Gebäudeschaden ist erheblich. Arbeitseinschränkungen infolge des Brandes sind nicht erforderlich. Die Ursache ist noch ungeklärt. Lippstadt, 21. Septbr.(Vater und Sohn tödlich verunglückt.) Auf der Landstraße Lippstadt—Wiedenbrück wurde ein Personenkraftwagen, der die Hauptverkehrsstraße Lippstadt—Wiedenbrück von Wadersloh herkommend überqueren wollte, breitseits von einem Ferntransportzug, der aus Richtung Lippstadt nach Wiedenbrück fuhr, an der Kreuzung erfaßt, wobei beide Wagen im Graben landeten. Hierbei wurden die Insassen des Personenkraftwagens, ein Kaufmann aus Lippstadt und sein achtjähriger Sohn tödlich verletzt. Von der Staatsanwaltschaft Münster wurde eine eingehende Untersuchung gemeinsam mit einem Sachverständigen eingeleitet. Münster, 21. Septbr.(Aus der Kirchenprovinz Westsalen.) Wie das Evangelische Konsistorium der Kirchenprovinz Westfalen mitteilt, wurden berufen: Pfarrer Friedrich Tattenbeck in Jöllenbeck und Pastor Herbert Hübner in Bethel zu Pfarrern der Anstaltsgemeinde mit der Zionskirche in Bethel bei Bielefeld; Hilfsprediger Adolf Frommann in Dornberg=Wellensiek(Kreisgem. Bielefeld) zum Pfarrer der Kirchengemeinde Hemer (Krsgm. Iserlohn).— Die Pfarrstelle der Kirchengemeinde Scharnhorst(Krsgm. Dortmund) ist wegen Uebertritts ihres bisherigen Inhabers in den Ruhestand neu zu besetzen. Lengerich, 21. Septbr.(Ein besonders tragischer Unglücksfall.) Der bisher in dem Haus Bergstraße 60 wohnende Arbeiter Josef Neumann, der nach jahrelanger Arbeitslosigkeit seit etwa drei Wochen bei Instandsetzungsarbeiten auf dem Eisenbahnkörper zwischen hier und Natrup=Hagen beschäftigt war, trat, um einem Arbeitszug auszuweichen, in ein anderes Gleis, wurde aber hier von einem in dem gleichen Augenblick herankommenden Güterzug erfaßt und auf der Stelle getötet. Er hinterläßt Frau und drei unmündige Kinder. Tagesbefehl an das NökK. Berlin, 23. September. Korpsführer Hühnlein erläßt laut NSK. den nachstehenden Togesbesehl an das NSKK: „NSKK=Männer! Der Reichsparteitag der Freiheit ist verklungen, doch was er ausgestrahlt, diese Urkraft des Glaubens und der Zuversicht, der„Geist von Nürnberg“, ist einer heiligen Offenbarung gleich über uns gekommen und pflanzt sich fort von Herz zu Herz. Unerschütterlicher denn je stehen Schulter an Schulter die Gliederungen der Bewegung, und stolz weht über unseren Häuptern als des Deutschen Reiches Flagge unser Banner— das Habenkreuzbanner! Opfer, Arbeit und Mühe, wo fanden sie stolzeren Lohn! Erfüllt von diesem Geschehen und in dem beglückenden Bewußtsein, des Führers Blick auf uns gefühlt zu haben, sind wir nach Hause zurückgekehrt. Wieder nimmt der Alltag seinen Lauf und weiter geht unsere rastlose Arbeit. Neue große Aufgaben harren unser. Der Reichswettkampf des RSKK beginnt. Hat das Korps in Nürnberg seinen Mann gestanden und aus des Führers Mund hohe Anerkennung gefunden, so wird es auch beim Reichswettkampf seine Disgiplin, seine Pflichttreue und sein Können unter Beweis stellen. Es lebe Deutschland, es lebe der Führer! Sowjetrussische Drohungen Verschärfung der Lage an der mandschurischen Grenze. Moskau, 28. September. Die sowjetamtliche Telegraphenagentur verbreitet eine Meldung aus Chabarowsk, in der es heißt, die Sowjetbehörden hätten sichere Nachrichten erhalten, daß die japanisch=mandschurische Kriegsflotte auf dem Sungarifluß Ende September den Versuch machen will, den Sungari zu verlassen und auf dem Amur bis nach Chabarowst, also in die sowjetrussischen Binnengewässer, vorzudringen. In den mandschurischen verantwortlichen Kreisen sei man ursprünglich über die Durchführbarkeit dieses Plans verschiedener Meinung gewesen,„jedoch scheine es, daß die Abenteurerelemente, die die Sowjotunion provozieren wollten, die Oberhand behalten hätten. Die Sowjetregierung, so wird in dem amtlichen Bericht ausdrücklich unterstrichen, habe nie einen Zweifel daran gelassen, daß sie mit allen Mitteln einen solchen Versuch zu verhindern wissen werde. Sie weise nochmals auf die Folgen hin, die ein solcher Versuch unweigerlich nach sich ziehen müsse. Wenn sich im Augenblick die wahre Bedeutung dieser sowjetamtlichen Meldung und ihre Hintergründe noch nicht übersehen lassen, so beweist der drohende Ton der sowjetrussischen Darstellung jedenfalls, daß die Lage an der mandschurischen Grenze neuerlich eine scharfe Zu. spitzung erfahren hat. Neueste Nachrichten Am Montag Entscheidung des FünferAusschusses Aloisi bei Madariaga. DR Gens, 22. Septbr. Baron Aloisi hat Sonntagnachmittag denVorsitzenden des Fünser=Ausschu Madariaga, aufgesucht und ihm im Auftrage seiner Negierung gewisse kritische Bemerkungen zu dem Berich des Ausschusses übermittelt. Die Unterredung zwischer Madariaga und Aloisi hat keine Klärung der Lage erbracht. Der Fünser=Ausschuß wird am Montagvormittag eine Sitzung abhalten, um zu prüsen, ob die von ihm eingeleiteten Vermittlungsverhandlungen ais gescheitert anzusehen sind und ob er sein Mandat dem Völkerbundsrat zurückgeben muß. Britische Zerstörer verlassen Singspore DR London, 23. Septhr. Wie aus Singapore gemeldet wird, haben vier englische Zerstörer die Flotienbasis Singapore am Sonntagnachmittag mit unbekanntem Bestimmungsort verlassen. Großartiger Verlauf des deutschen Tages in Chicago DR Washington, 23. Septbr. In schöner Einmütigkeit seierte am Sonntag Chikagos deutschstämmige Be völkerung den alljährlich wiederkehrenden Deutschen Tag Ueber 200 Vereine und etwa 20000 Personen nahmen an der Feier teil, deren erster Teil der alten Heimat gewidmet war, während im zweiten Teil ein farbenprächtiges Schauspiel die Geschichte des Deutschtums in Amerika zur Darstellung brachte. Am Festspiel allein wirkten 2000 Personen mit. Auch die amerikanische Presse Chicagos, die schon Wochen vorher das Fest angekündig und die Vorbereitungen beschrieben hatte, brachte rühmende Schilderungen der großartigen Feier, bei der die Reichsregierung durch Generalkonsul Jaeger mit seinem Stab vertreten war, während amerikanischerseits die Spitzen der Behörden sowie Abordnungen der American Legion ihre deutschstämmigen Mitbürger ehrten. Man lernt nie aus! Mauche Dinge mögen Man JornR 240 Tud. noch so selbstverständlich erscheinen, trotzdem werden sie fast immer verkehrt gemacht. So hat man festgestellt, daß sich die meisten Menschen wohl morgens die Zähne putzen, aber nicht abends. Dabei sind die Zähne doch gerade während der Nacht durch die Zersetzung der Speisereste am meisten gefährdet. Wer also seine Zähne wirklich gesund erhalten will, pflegt sie jeden Abend mit Chlorodont. Diese Qualitäts=Zahnpaste von Weltruf reinigt die Zähne vollkommen, ohne Gefahr für den kostbaren Zahnschmelz. Humoristische Ecke. — Das Frühstück. Die Obertertia wollte ihren Lehrer ärgern. Sie legte ihm vor Beginn der Stunde ein Bündel Heu auf das Katheder. Der Lehrer kam, sah und sagte:„Hier hat wieder einmal einer von euch sein Frühstück liegen gelassen!“ — Poesie und Prosa. Frau Kächele versprach sich viel von ihrem Landaufenthalt. Selig lag sie am ersten Abend in dem bunt gewürfelten Bett, von allem restlos begeistert. „Weißt du,“ sagte sie zu ihrem Gemahl,„ich bin jetzt schon ein ganz anderer Mensch. All das Dumpfe und Schwere des Großstadtalltags ist weg. Eine unendliche Melodie erfüllt mich. Um mich klingt es wie Sphärenmusik...“ „Das sind die verdammten Schnaken“, sagte ihr Gatte und zerquetschte eines der Tierchen an der Wand. Unterm Zelt. Sie:„Warum klagst du denn immer über die Hitze, Erich, du bist doch gut beschattet!“ 99 Erirankte an einem Gemeinschaftsessen Kiel, 22. September. Am Freitgabend veranstaltete die Lehrabteilung des Arbeitsdienstes in Rendsburg eine Abschiedsfeier. Zum gemeinschaftlichen Abendessen der Arbeitsdienstmänner gab es in ihren Arbeitsdiensträumen ein Essen. Im Anschluß daran fanden ein Fackelzug durch die Stadt, eine Kundgebung auf dem Schloßplatz u. ein Kameradschaftsabend im„Schützenhof“ statt. Schon bei der Kundgebung und später auf dem Kameradschaftsabend erkrankte der größte Teil der Arbeitsdienstmänner. Im Laufe der Nacht wurden 99 Erkrankte in das Krankenhaus in Rendsburg eingeliefert. Die Krankheitserscheinungen bestanden in Erbrechen, Durchfall=, Magen= und Darmschmerzen. Am Sonnabendvormittag konnte der größte Teil der Erkrankten wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Bei den übrigen Kranken besteht zur Zeit keine Lebensgefahr. Die Ermittlungen nach der Krankheitsursache sind von der Polizei und der Staatsanwaltschaft sofort aufgenommen worden. Die Untersuchungen werden vom Sachbearbeiter der Staatsanwaltschaft sowie dem Direktor des Nahrungsmittel=Untersuchungsamtes der Stadt Kiel und einem Assistenzarzt des Hygienischen Instituts in Kiel an Ort und Stelle vorgenommen. heren und„Gegenherer Im 20. Jahrhundert!! Wer dieser Tage in Hessisch=Oldendorf einer Gerichtsverhandlung beiwohnte, fühlte sich um einige Jahrhunderte zurückversetzt. In dieser Verhandlung kam nämlich zutage, daß fast ein ganzes Dorf noch in dem Aberglauben befangen ist, es gebe Hexen, die Menschen und Viehbesprechen könnten! Vielleicht wäre der Aberglaube, der in dem hefsischen Dorfe Haddessen Feindschaft unter den Einwohnern stiftete, noch fernerhin der Oeffentlichkeit verborgen geblieben, wenn die Angelegenheit nicht durch eine Beleidigungsklage vor das Gericht gezogen worden wäre. Dabei stellte sich heraus, daß dieser Aberglaube tief eingedrungen ist und sogar Bande der Familie durch ihn zerstört wurden. Der Sohn beschuldigt seine eigene Mutter der Hexerei und läßt sie infolgedessen nicht mehr in den Stall, um das Vieh zu besorgen; sie darf nicht mehr mit am Familientisch essen, und wo man ihr begegnet, murmelt man Hexengebete. Ja, man läßt, um der vermeintlichen Hexe Herr zu werden, einen Gegenhexer(!) kommen, einen gewissen L. aus Rinteln. Dieser wendet die lächerlichsten Mittel an, um die Hexen zu bekämpfen. In Wahrheit natürlich, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Er sucht in den Betten nach den bösen Geistern, er läßt Haare, die von krankem Vieh abgeschnitten sind, nachts kochen, und läßt auf der Scheune nachts Feuer anzünden, um die Hexen fernzuhalten. In dem zur Verhandlung stehenden Falle mußte das Verfahren eingestellt werden, da sich herausstellte, daß gerade die Familie des Privatklägers selbst am meisten im Aberglauben befangen ist und unter diesen Umständen die Schuld des Angeklagten gering und die Folgen ihrer Tat unbedeutend sind. In der Begründung des Einstellungsbeschlusses wies der Richter alle Beteiligten darauf hin, daß er fernerhin mit aller Schärfe des Gesetzes gegen diejenigen einschreiten werde, die an diesem Aberglauben festhielten und dabei die Ehre anderer Personen verletzten. S Aus dem Gerichtssaal Die Devisen im Rock. Duisburg, 21. Septbr. Vor kurzem erschienen bei dem Juden Siegfried Heumann in Duisburg zwei Kriminalbeamte, die verlangten, daß der Jude seinen Rock: ausziehen solle. Die Beamten trennten das Rockfutter auf und fanden in dem erst vor kurzem angefertigten Anzug in den Schultern fünf 100=Markscheine eingenäht, um das Geld auf diese Weise ins Ausland zu bringen. Das Geld wurde beschlagnahmt, der Jude und sein Schneider wurden zur Anzeige gebracht. Der Jude bestreitet, daß er das Geld ins Ausland bringen wollte, er habe sich nur einen„Notgroschen“ sichern wollen, da er für sein Vermögen fürchtete. Auch der Schneider will sich bei diesem sonderbaren, nicht alltäglichen„Dienst am Kunden“ nichts weiteres gedacht haben. Das Gericht stellte aber fest, daß es ssch um einen strafbaren Versuch einer Zuwiderhandlung gegen das Devisengesetz gehandelt habe. Der Jude habe nicht die geringste Veranlassung gehabt, um sein Vermögen besorgt zu sein. Sein Geld werde im Dritten Reich nicht gzestohlen. Auch der zweite Angeklagte mußte annehmen, daß das Einnähen des Geldes zu unlauteren Zwecken geschehe. Wenn er sich als Deutscher bereit finde, eine Tat mitzumachen, durch die sein Vaterland geschädigt werde, dann müsse er sich auf eine empfindliche Strafe gefaßt machen. Das Urteil lautete gegen beide auf je drei Monate Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe. Oesterreichischer Marxist zu Zuchthaus verurteilt. Das Schwurgericht Leoben verurteilte den Hilfsarbeiter Joseph Schmeller aus Mittelfeld wegen Verbrechens des Hochverrats zu fünf Jahren schweren Kerkers. Schmeller hat im Frühjahr und Sommer in Knittelfeld kommunistische Flugschriften hochverräterischen Inhalts aufbewahrt. Wit sechs Mannern verheiratet Budapest, 22. Septbr. Großes Aufsehen erregt in Budapest der Fall der 38 jährigen Ida Zeigler, die gleichzeitig mit sechs Männern verheiratet war, ohne daß auch nur einer der Glücklichen von der Existenz seiner Konkurrenten wußte. Allerdings konnte Ida Zeigler diesen Schwindel um so leichter durchführen, als sie von Beruf Geschäftsreisende war und ihre häusige Abwesenheit bei den Ehemännern, von denen zwei in Budapest und die übrigen in anderen ungarischen Städten wohnten, nicht weiter aufsiel. Erst als die Frau einen Autounfall erlitt und man bei ihr ein Tagebuch sand, in dem sie ihre Eheerlebnisse sein säuberlich aufgezeichnet hatte, kam man hinter ihr Treiben. Das Tagebuch hat Frau Zeigler aus Vorsicht geführt, um jederzeit, ehe sie einen ihrer Ehemänner besuchte, die Ereignisse der letzten Zeit rekapitulieren zu können, um Ie Irrtümer zu vermeiden. unter Englisches Urteil über Miemei DR London, 22. Septbr. keine Gefahr. Prof. Poetzsch=Heffter hatte erst jetzt ein Ordinariat an der Rechts= und Staatswissenschaftlichen Fakultät Leipzig angenommen." In einem Sonderbericht der„Daily Mail“ aus Memel heißt es: Viele Leute des Memelgebietes fragen sich: „Können wir bei den kommenden Wahlen die Abstimmung wagen und, wenn wir wählen, was wird gegen uns unternommen, falls wir nicht für Litauen stimmen?“ Die Memelländer beklagen sich besonders darüber, daß kein Vertreter der Memelländischen Partei, die den Litauern in einem Verhältnis von beinahe fünf zu eins überlegen ist, in den Wahlausschuß und die Unterausschüsse gewählt worden ist, die die Wahllokale überwachen werden. Die Memelländer sind daher in ihrem eigenen Lande sogar des Rechtes beraubt, auch nur als neutrale Beobachter bei den Wahlen aufzutreten. Aber nicht nur das, sondern Gailius, der Präsident des Wahlausschusses, und sein Stellvertreter, Dawils, sind Kandidaten der litauischen Parteien und werden als Mitglieder des Ausschusses die Pflicht haben, an der Stimmenauszählung teilzunehmen. Die Zählung wird übrigens nur von Litauern vorgenommen. Der Korrespondent weist dann auf die umständliche Wahlhandlung hin. Er schreibt: Die Möglichkeit von Irrtümern bei diesen Wahlen muß ungeheuer sein, wenn man berücksichtigt, daß ein großer Hundertsatz der Bevölkerung aus Landarbeitern und Frauen besteht, die kaum lesen oder schreiben können. Schon die Abgabe eines Kandidatenzettels mehr als verlangt bedeutet eine ungültige Stimme. Man hat zugegeben, daß bei einer Versuchswahl, die nach ähnlichen Richtlinien mit Leuten höherer Vorbildung vorgenommen wurde, nur 20 Prozent der Wähler ordnungsgemäß ihre Kandidatenzettel abgaben. Die weitverbreitete Ansicht, daß die Ueberbleibsel der einzelnen Wahlzettelblöcke„wertvolle politische Dokumente“ darstellen, hat die Bevölkerung von Memel überzeugt, daß die Wahlen nicht geheim sein werden und daß sie, wenn sie nicht zum Wahllokal geht und für ihre eigene Partei stimmt, Gefahr läuft, künftig benachteiligt zu werden. * Einheitsliste der Miemelländer Memel, 22. September. Die im Wahlkampf stehenden Memelländer haben sich die Parole gegeben:„Wer wählt mit Herz, Verstand, Gemüt, nur auf die Einheitsliste sieht." Das„Memeler Dampfboot“, das in den letzten Tagen mehrmals beschlagnahmt worden ist, schreibt:„Die Erfahrungen, welche die Mehrheit der Memelländer in den letzten Jahren gemacht hat, das schwere Schicksal, das fast jeder irgendwie am eigenen Leibe gespürt hat, haben die 53.000 Wähler der Landtagsmehrheit zu dem festen Biock zusammengeschmiedet, an dem alle Verdächtigungen, aber auch alle Versuche, ihn zu zersplittern, abprallen werden, zu dem festen Block, auf dem in leuchtenden Lettern geschrieben steht:„Memelländische Einheitsliste". Zu den Erschwerungen der Wahl gehört auch der Beschluß der Wahlkreiskommission, nach dem die aufgestellten Kandidaten aller Listen nach dem Alphabet geordnet werden sollen. Der Wahlausschuß der memelländischen Einheitsliste hat in einem Schreiben die Abändetung dieser Maßnahme und die Einordnung der Namen der Kandidaten nach den eingereichten Wahlvorschlagslisten verlangt, was jedoch abgelehnt worden ist. Aus aller Well Pro. Poetzsch-Heifter mit Gattin tödlich verungluckt Kiel, 23. Septbr. Der Staatsrechtler Professor Dr. Poetzsch=Heffter ist mit seiner Gattin auf der Chaussee zwischen Preetz und Plön verunglückt. Beide wurden schwer verletzt in die Chirurgische Klinik in Kiel eingeliefert, wo sie bald darauf starben. Poetzsch=Heffter war mit seinem Wagen, in dem sich auch noch drei Kinder befanden, auf der Fahrt nach Leipzig. Der Wagen fuhr aus bisher noch ungeklärter Ursache gegen einen Baum. Bei den Kindern, die ebenfalls verletzt wurden, besteht Baureuther Festspiele 1836 Berlin, 23. Septbr. Wie die Leitung der Bayreuther Festspiele mitteilt, ist Kapellmeister Friedrich Jung, der seit Jahren Mitarbeiter bei den Bayreuther Festspielen ist, mit der Leitung der Festspielchöre im Jahre 1936 beauftragt worden. Deutsch-polnische Wirtschaftsuerhandlungen Bekanntlich finden seit etwa acht Wochen in Berlin mit der polnischen Regierung Verhandlungen über den Abschluß eines Waren= und Zahlungsabkommens statt. Diese Verhandlungen haben nunmehr weitgehend zu praktischen Ergebnissen geführt. Die polnische Delegation ist bereits nach Warschau zurückgereist, um ihrer Regierung Bericht zu erstatten und ihre Entscheidung in einigen grundsätzlichen Fragen einzuholen. Die Frage der eingefrorenen polnischen Guthaben hat bei den Verhandlungen keinerlei Schwierigkeiten gemacht. Urteil im Aschalfenburger Bilderdiebstahlsprozet Im Aschaffenburger Bilderdiebstahlsprozeß wurde das Urteil verkündet. Der Angeklagte Falck wurde mangels hinreichenden Beweises freigesprochen. Der Angeklagte Franke wurde wegen fortgesetzten Verbrechens der Hehlerei zu einer Zuchthausstrafe von 8 Jahren verurteilt. Ferner wurden ihm auf die Dauer von 5 Jahren die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt. Außerdem ordnete das Gericht gegen Franke Sicherungsverwahrung an. Französisches Hlpendort eingeäschert Paris, 23. Septbr. Eine Feuersbrunst hat das Alpendorf Oulles bei Grenoble heimgesucht. Binnen kurzer Zeit waren 17 Häuser und die Kirche ein Raub der Flammen. Die Ortschaft besaß weder eine Feuerspritze noch Wasser zum Löschen. Die Feuerwehr der nächsten größeren Ortschaft und Truppen aus Grenoble, die in Autobussen herangeholt wurden, konnten, da eine befahrbare Zugangsstraße nicht vorhanden war, nur mit Mühe an das am Bergabhang liegende Dorf heran. Das Feuer breitete sich mit ungeheurer Schnelligkeit aus und fand in den Holzhäusern und im Heu auf den Böden reichlich Nahrung. Elf Familien mit insgesamt 36 Personen sind obdachlos geworden. Der Sachschaden wird auf eine Million Franken beziffert. Fünf Häuser sind von dem Feuer verschont geblieben. Bulgarischer Posten erschießt 2 Somjetrussen Sosia, 23. Septbr. In der Nähe von Obotischte an der bulgarisch=rumänischen Grenze stieß ein bulgarischer Posten nachts auf zwei Personen, die die Grenze nach Bulgarien zu überschreiten versuchten. Nachdem die beiden, ein Mann und eine Frau, auf Anruf nicht stehen blieben, gab der Posten Feuer. Die beiden Personen wurden getötet. Man fand bei ihnen sowjetrussische Pässe und nimmt anz daß es sich um kommunistische Agenten handelt. Er baute sich seine Euillotine Budapest, 22. Septbr. Ein 68 jähriger Landwirt in der ungarischen Gemeinde Bieske hat auf eigenartige Weise seinem Leben ein Ende gemacht. In langer mühseliger Arbeit ließ er seinen Erfindungsgeist spielen, um das Instrument herzustellen, mit dem er dann sein Leben beschließen wollte. Aus einer Sense und mehreren Bleigewichten schuf er eine Art Guillotine, die auf einen Knopfdruck funktioniert. Als das Werk gelungen war, steckte der alte Mann seinen Kopf in den Apparat und vollzog selbst seine Enthauptung. Luftschiffkonstrukteur Ziolkowski gestorben. Moskau, 21. Sept. Der sowjetrussische Luftschiffkonstrukteur Ziolkowski ist nach schwerer Krankheit gestern abend in seiner Heimatstadt Kaluga gestorben. Die Sowjetregierung hat beschlossen, für ihn ein Staatsbegräbnis zu veranstalten, an dem sich eine Abordnung der Zipilluftflotte beteiligen wird. In den heutigen Moskauer Gowjetblättern werden ausführliche Lebensbeschreibungen Ziolkowscis veröffentlicht. Aus Bauern, Bürgern, Arbeitern wurde wieder ein deutsches Volk! Der Erntedant 135 ist der äußere Ausdruck dieser unzerreißbaren Volksgemeinschaft! Proving=Nachrichten Hagen, 22. Sept.(Einbruch am hellen Tag.) In det Geschäftsstelle des Zentralverlages, Bahnhofstraße, wurde in der Mittagszeit ein dreister Einbruch verübt. Die Täter öffneten mit einem Brecheisen die Eingangstür und ebenfalls die Geldkassette, aus der sie 1200 Mark entnahmen. Die Einbrecher sind unerkannt entkommen. Bei dem Geldbetrag handelt es sich um 230 Mark Papiergeld, der übrige Betrag bestand aus Silbergeld. Die Polizei hat sofort die erforderlichen Ermittlungen angestellt. Beckum, 22. Sept.(Wegen einer Krankheit sich das Leben genommen.) In seiner Wohnung im Pulort wurde der 64 Jahre alte Wilh. Havixbrock erhängt aufgefunden. H. litt seit Jahren an einem bösartigen Gesichtskrebs. Er sollte jetzt zur weiteren Behandlung nach Münster. In einem Anfall seelischen Zusammenbruchs hat er sich das Leben genommen. Oberhausen, 22. Septbr.(Wertvoller Schmuck in der Klosettanlage.) Vor einigen Tagen wurden beim Abbruch einer Klosettanlage im Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Oberhausen mehrere Brillantenschmuckstücke gefunden. Es handelt sich um zum größten Teil sehr wertvolle Schmuckstücke, wie Krawattennadel, Ohrringe, Armband und Brochetten, die mit Brillanten besetzt sind. Wie die Schmucksachen in die Klosettanlage gekommen sind, hat sich noch nicht feststellen lassen. Es ist mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß der Schmuck aus einem Diebstahl herrührt. Bereits im Juli d. J. wurde in Oberhausen ein wertvoller Damenbrillantring gefunden, der vermutlich mit den jetzt gefundenen Schmucksachen in Verbindung gebracht werden kann. Mitteilungen, die zur Klärung der Angelegenheit dienen können, nimmt die Kriminalpolizei Oberhausen entgegen. Koblenz, 22. September.(1000 Stare gegen einen Sperber.) Ueber dem Rhein in der Nähe von Koblenz konnte ein fesselndes Naturschauspiel beobachtet werden. Ein Sperber, der schon einige Zeit hoch in der Luft gekreist hatte, stieß plötzlich auf eine Schar von Staren. Als diese ihren Todseind erblickten, flogen sie nicht etwa davon, sondern gingen scharf zum Angriff über. Die Stare, deren Zahl sich fortwährend vermehrte, flogen todesmutig gegen den Sperber und hieben mit ihren Schnäbeln auf ihn ein. Schließlich konnte sich der Raubvogel der Uebermacht der angriffslustigen Stare nur noch durch eilige Flucht entziehen. Er schraubte sich in die Höhe und flog unter dem Siegesgekreisch der Stare in die Bergwälder. Kreuznach, 23. Sept.(Nach vier Jahren aufgeklärt.) Der 25jährige Tagelöhner Hammerstein aus Rorheim wurde am 16. November 1931 ank Nonnenbusch erschossen aufgefunden. Damals nahm man Selbstmord an. Eine neue Untersuchung hat jedoch ergeben, daß ein gewisser Kaiser von hier den Tagelöhner erschossen hat. Kaiser gab jetzt an, der Schuß sei versehentlich losgegangen, als er im Scherz auf Hammerstein angelegt habe. Die Liebe höret nimmer auf. Nach langem, schwerem Leiden entschlief gestern abend unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Prad Nwe. Paulihe-Heter geb. Schulz im Alter von 71 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Witten-Annen, den 21. September 1935. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 24. September, nachmittags ½4 Uhr vom Trauerhause. Horst-Wessel-Straße 112, aus statt. Sollte jemand aus Versehen, keine Nachricht erhalten haben, dem diene diese als solche. BieAbsahasteier zum „Ta, Uesücuischen soldaten“. mit anschließendem Reservisten-Ball findet am Montag, dem 23. September, abends 8 Uhr im Westfälischen Hof statt. Hlerzu laden freundlichst ein als Veranstalter: Das Amt für Volkswohlfahrt Die Vereinigung der miliäriseben Oelsgruppe Annen, Kameradschaften Lindemana. Lange. Ein junges Ehepaar sucht eine 2 Zimmer= Wohnung für sofort oder später. Angebote unter Nr. R. 400 an die Geschäftstelle df. Ztg. 2 ZimmerWohnung zum 1. Oktober oder später gesucht. Angebote unter Nr. S. 90 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Wegen Verheiratung des jetzigen, suche ich zum 1. Oktober ordentliches, fleitziges Käechen für alle Hausarbeit. Frau Jos. Neuschwenger Bahnhof Annen=Nord Fast neuer kleiner umzugshalber billig zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. Zir gutee Wiesenheu wi verkaufen. Schalle. Tunne Auf dem Schnee tacbe 710 Inserieren bringt Gewinn! 9 9 9 9 Lochtsenrn. 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Rudolf Caracciola wurde gefeiert wie selten, nachdem er als Erster durchs Ziel gekommen war und mit dem Großen Preis auch den Preis des Staatspräsidenten gewonnen hatte. Kaum geringeren Beifall gab es für Fagioli, den Vorjahrssieger, der als Zweiter einkam. Ehrliche Anerkennung wurde auch von Brauchitsch als Drittem gezollt. Man kannte ihn, unseren Pechvogel, in Spanien sehr gut. Die Glückwünsche galten aber in nicht minderem Maße auch Mercedes. Das Unertürkheimer Werk krönte seine diesjährige unvergleichliche Erfolgsserie mit einem ganz großen Sieg im letzten der Großen Preise. Deutschlands Vorherrschaft im Automobilrennsport bleibt weiter unerschüttert. Durch die baskischen Berge und ihre herrliche Landschaft führte die 17,315 Kilometer lange Rennstreche, nicht fern von der Küste am Golf von Biscaya, durch kleine Dörfer mit schier unmöglich engen Durchfahrten. Sie ging in die Vorberge der Pyrenäen hinein und mit flachem Gefälle in die Täler.„Schikanen“ fehlten nicht, sie brauchten aber nicht erst aufgebaut zu werden. Vorortbahnen kreuzten den Weg verschiedentlich und schufen natürliche Hindernisse. Eine riesige Zuschauermenge — man schätzte 80 000 Personen— verfolgten die rasende Fahrt und bewunderten die modernste Kurventechnik der schnellsten europäischen Rennwagen. Die Startplazierung wies noch einige Aenderungen auf. So waren Stuck und von Brauchitsch Mit großer Spannung erwartete man am Sonntag die Ergebnisse der zweiten Schlußrunde um den DFB=Vereins=Pokal, in der sich noch 32 Mannschaften befanden, von denen nun wiederum 16 ausgeschieden sind. Durchweg vermochten sich die Favoriten zu behaupten, so daß die nächsten Treffen immer mehr an Spannung gewinnen. Von den fünf westdeutschen Vereinen sind zwei auf der Strecke geblieben, und zwar mit VfR Köln der letzte Mittelrheinvertreter, der von der SpVg Fürth:0 besiegt wurde, und in Westfalen die SpVg Herten, die mit:1 die Ueberlegenheit des Nordhessenmeisters Hanau 93 anerkennen mußte. Immerhin sind wir mit Schalke 04, Fortuna Düsseldorf und Bfs Benrath für die kommenden Kämpfe noch gut gerüstet. Sehr gut ist vor allem die Leistung von Fortung Düsseldorf in Hamburg, denn den HSV auf eigenem Platz mit:1 zu schlagen, ist schon ein großes Kunststück. Bfl Benrath behauptete sich gegen den TSV Eimsbüttel mit:3 und schließlich schaffte es Schalke 04 gegen den SpV Kassel ohne sich auszugeben mit•.“ Von den Spielen im Reich überrascht vor allem die:=Niederlage von Hertha=BSC Berlin in Dresden gegen Sportfreunde. Die Interessen der Reichshauptstadt werden jetzt nur noch von dem Bezirksklassenverein Berolina=LSC, der Rasensport Gleiwitz:2 hinter sich ließ, und von Minerva 93, die in Breslau Vorwärts mit:2 bezwang, wahrgenommen. Polizei Chemnitz schaltete den 1. FC. Schweinfurth :2 aus und Eintracht Braunschweig gab dem 1. SV Jena gar mit:0 das Nachsehen. Erbitterte Gegner waren Hannover 96 und Holstein Kiel, die Gäste mußten sich schließlich knapp mit:3 geschlagen bekennen. SV Waldhof zeigte sich der Vormatia Worms mit:1 Überlegen, der Freiburger FE siegte über FV Feuerbach.0, BfR Mannheim hatte in Augsburg mit:1 das bessere Ende für sich und schließlich machte der 1. FC. Nürnberg mit dem FC Ulm 94 wenig Federlesens, der er mit 810 hereinlegte. BfB Königsberg unterlag:1 gegen Massovia Lack. Spaziergang für die Meisterelf Schalke 04— SV. Kassel:0(:0) 5000 Zuschauer waren gekommen, um den Deutichen Meister in bester Spiellaune zu sehen. Die Elf des SV. Kassel war von vornherein für unsere Meisterelf keine Gefahr. Sie spielte jedoch nicht besser, als überall im Westen die Bezirksklassenvereine. Ohne sich voll auszugeben siegten die eine Reihe vorgerückt und für Benoist war Taruffi eingesprungen. Als sich die Fahne senkt, konnte man wieder einmal das enorm schnelle Anzugsvermögen der Auto=Union=Wagen feststellen. Stuck spritzt sogleich aus der zweiten Reihe heraus, überholt Wimille(Bugatti), Rosemeyer und Varzi (Auto=Union) noch auf der gleichen Geraden. Aus der ersten Runde kommt Stuck schon mit 300 Meter Vorsprung vor Rosemeyer und Fagioli. Varzi muß halten, ein Steinschlag zertrümmerte seine Windschutzscheibe und er selbst wurde am Kopf verletzt. Pietsch fuhr den Wagen weiter. Nach der zweiten Runde hatte sich Fagioli auf den zweiten Platz vorgearbeitet. Hinter Rosemeyer folgte Carracciola. Der Spanier Leoz verlor auf der kurzen Strecke schon zwei Minuten und bummelte lediglich hinter dem Felde her. Caracciola überholt Rosemeyer, der Kerzen wechseln muß. Hinter dem führenden Trio Stuck, Fagioli, Caracciola lag Wimille von Chiron, von Brauchitsch, Nuvolari, Rosemeyer. Lehoux, Benoist, Pietsch und Sommer. Nach sechs Runden führt Stuck mit 12 Sekunden Vorsprung das Feld an. In wahnwitziger Fahrt geht Rosemeyer an Nuvolari heran und überholt den Italiener. In der siebenten Runde übernimmt Varzi wieder seinen Wagen. Das Spitzenfeld zeigt keine Veränderung. In der achten Runde trifft Nuvolari das Schicksal. Ein Schaden am Fahrgestell zwingt zur Aufgabe. Varzi folgt mit einer Verlustrunde hinter das Feld. Großartig fährt! Rosemeyer, der immer mehr Boden gutmacht und sich an Chiron heranbringt. Aus der 13. Runde kehrt Caracciola mit der Führung zurück. Stuck hält zum Tanken, aber er wird durch einen Kupplungsdefekt länger aufgehalten. Fagioli, Wimille, Brauchitsch, Chiron und Rosemeyer brausen vorüber. Dann erst ist der Schaden behoben. Lehoux repariert auf der Strecke, fährt aber bald weiter. Nun dreht M. v. Brauchitsch auf. Er muß die Reifen wechseln, holt sich dafür aber vorher den nötigen Zeitvorsprung heraus. Die Arbeit an der Box geht in wenigen Sekunden in Ordnung. Stuck folgt als Siebter, er kann seinen Platz nicht verbessern, Schalker mit:0(:0) Toren. Ueber Durchschnitt spielte bei den Gästen nur der rechte Verteidiger, Pape, der aber auf die Dauer dem Kreiselspiel der Knappen auch keinen ernsthaften Widerstand mehr leisten konnte. Schalke spielte ohne Gellesch. Natkämper füllte den Mittelläuferposten aus, während Szepan halbrechts stürmte. Im übrigen stand die Elf der Schalker wie bekannt. Den Torreigen eröffnete in der zehnten Minute Kuzorra auf Vorlage von Pörtgen. Auch das zweite Tor bucht Kuzorra, diesmal auf Zuspiel von Urban. Kalwitzki erhöht in der 15. Minute auf:0. In der 25. Minute wird Kuzorra bei einem Alleingang im Strafraum gelegt. Pörtgen verwandelt den Elfmeter zum Halbzeitergebnis. Nach Wiederbeginn sind in regelmäßigen Abständen Kuzorra, Urban, Kuzorra und Kalwitzki noch viermal erfolgreich, während den Gästen nicht einmal der Ehrenerfolg vergönnt ist. Benraths großer Erfolg BfL Benrath schlägt TSV Eimsbüttel:3(:1) Leider ging vor dem Spiel ein gewitterartiger Regen nieder, so daß sich zum Pokalspiel BfL Benrath gegen TSV Eimsbüttel nur 3000 Zuschauer eingefunden. Der Niederrheinmeister hatte eine Umstellung vornehmen müssen, da Lenzki verletzt ist. So spielte Pickartz II Rechtsaußen, Rasselnberg Mittelläufer und Tusch Halblinks. Eimsbüttel war mit stärkster Mannschaft zur Stelle und hatte Rohwedder auf dem halblinken Posten stehen. Norddeutschland kommt nicht gut ins Spiel, erzielt aber bereits in der 15. Minute ein Tor, das der Schiedsrichter eigenartigerweise nicht gibt. Durch Nachschuß nach abgewehrtem Elfmeter erzielt Rasselnberg das erste Tor für Benrath. In der 25. Minute gleicht Eimsbüttel durch Rohwedder aus. Eine Minute vor der Pause verwandelt Pickartz I den von Rasselnberg geschickt geschossenen Strafstoß zum:1. Eine Minute nach Wiederbeginn erhöht Benrath auf:1 durch einen typischen Hohmann=Alleingang. Der Internationale bringt wenige Minuten später das:1 zustande. Eimsbüttel greift weiter forsch an und verringert durch Panse auf:2. Pickartz II schließt eine schöne Kombination mit:2 ab. Zum Beschluß kann Rohwedder das:=Schlußergebnis herstellen. BfL Benrath siegte durchaus verdient. Die besten Spieler waren der Mittelläufer Rasselnberg, der fast das ganze Spielfeld beherrschte, Hohmann, der in bester Form ist, und der Verteidiger Bünger, der allerdings nicht immer ganz sicher war. Bei Eimsbüttel waren Böhlke im Tor, der Verteidiger muß vielmehr in der 14. Runde erneut halten und gibt schließlich wegen Kupplungsdefekt auf. Fast gleichzeitig mit ihm steht Caracciola, der die Reifen wechselt und tankt. Fagioli hat die Spitze errungen, hinter ihm folgt aber schon Caracciola. Vorzüglich ist der Durchschnitt von 165.781 Kilometer, den Caracciola auf der ersten Hälfte des Rennens herausfuhr. Varzi tritt seinen Wagen wieder an Pietsch ab, der mit:58 Min.(174 kmStd) die schnellste Runde in Rekordzeit fährt. Bis zur 21. Runde bleibt es beim bisherigen Stand. Nur v. Brauchitsch überholt den Alfa Romeo von Chiron, wodurch drei Mercedes=Benz=Wagen in Front sind. Zwischen diesen drei Mercedes=Benz=Fahrern, Caracciola. Fagioli und M. v. Brauchitsch liegt nur noch die Entscheidung. Fagioli will ständig an Caracciola vorbei, aber dieser läßt nicht locker. M. v. Brauchitsch fällt bei diesem Zweikampf wieder etwas ab. Kurz vor Schluß setzt das große Sterben ein. Lehoux muß die Waffen strecken, auch Pietsch hat das Pech, in der letzten Runde auszuscheiden. Auch Chiron kommt nicht bis ins Ziel, so daß keiner der Alfa=Wagen das große Rennen überstand. Im Zeichen des Hakenkreuzes, das zum ersten Male bei einer derartigen internationalen Veranstaltung als einziges Symbol des neuen Reiches gehißt ist, wird die Preisverteilung vorgenommen. Rudolf Caracciola, der mit diesem Erfolg seinen sechsten Grand=Prix=Sieg dieses Jahres errang, wurde ganz besonders geehrt. Ergebnis 30 Runden gleich 519.456 Kilometer: 1. Rudolf Caracciola(Mercedes=Benz):09:59,4 Stunden gleich 164 km=Std.(neuer Rekord); 2. Luigi Fagioli (Mercedes=Benz):10:42,4 Std.; 3. Manfred von Brauchitsch(Mercedes=Benz):11:14,2 Std.; 4. Wimille(Bugatti):11:54 Std.; 5. Rosemeyer(AutoUnion):17:35 Std.; eine Runde zurück: 6. Benoist (Bugatti):19:03; drei Runden zurück: 7. Sommer (Alfa Romeo):21:37 Std. Timm, der rechte Läufer Rohde und Panse die besten Leute. Rohwedder verdarb viel Chancen durch sein langsames und ungeschicktes Spiel. Auch Stührck in der Verteidigung recht schwach. Fortung zermürbt den Hamburger ST Fortuna Düsseldorf— Hamburger SV:1(:0) Der Fön, der sich in den letzten Tagen über den westlichen Teil des Deutschen Reiches niederließ, ist sogar bis zur Wasserkante vorgedrungen, denn in Hamburg herrschte am Sonntag ungewöhnlich warmes Wetter, als sich die alten Rivalen, HSV und Fortuna Düsseldorf im Vereinspokalkampf gegenüberstellten. Die Begegnung hatte das erwartete große Interesse ausgelöst und über 8000 Zuschauer angelockt. Fortuna Düsseldorf stellte die reifere Elf ins Feld, die vor allem in der zweiten Halbzeit ihre große Linie verriet und dem Gegner keinen Moment mehr eine Chance ließ. In der ersten Spielhälfte allerdings waren die Hamburger im Vorteil, jedoch erwies sich die ganze Angriffsreihe in der halbstündigen Offensive als zu schwach, um die Torchancen, die sich während dieser Drangperiode boten, auch nur ein einziges Mal hundertprozentig auszunutzen. Gegen Schluß der ersten Hälfte wurde der Kampf wieder offener. Fortuna kam mehr und mehr auf und verschärfte nach dem Wechsel noch das Tempo. Die HSVer hatten sich zu sehr verausgabt, sie fielen nacheinander ab und vermochten in der letzten halben Stunde keinen nennenswerten Widerstand mehr zu leisten. Spieltechnisch drückte sich gerade während dieser Zeit die große Ueberlegenheit der Gäste aus. Das Spiel sah sofort die Hamburger im Angriff. Ehe sich Fortuna gefunden hatte, wurde sie eine halbe Stunde lang unter Kreuzfeuer genommen. Läuferreihe und Hintermannschaften waren aber allen Situationen gewachsen. In der siebenten Minute fiel ganz plötzlich durch Wigold, der eine Flanke von Kobiersti verwandelte, der Führungstreffer für die Gäste. Bis zur Pause gab dann Hamburg den Ton an, aber zu einem Erfolg langte es nicht. Nach Wiederbeginn ließen Stürmer= und Läuferreihe der Hamburger stark nach. Fortuna drebte auf und belagerte das Tor des HSV. Zwolanowsti erzielt in der 16. Minute den zweiten Treffer. Zu dieser Zeit wechselte der verletzte Nachtigall seinen Posten. In der 29. Minute gelingt Dörfel II nach schönem Durchgang des Rechtsaußen Henneberg der erste Gegentreffer. Die Zuschauer feuern ihre Landsleute an, aber Fortung beherrscht auch weiterbin das Feld. Nachtigall sorgt, nachdem vorher ein Tor der Gäste vom Schiedsrichter (Foto: Eigenes Archiv) Caracciola macht sich zum Start fertig nicht gegeben wurde, bald für das alte Verhältnis und Albrecht stellt kurz vor Schluß mit schönem Schuß das Endergebnis her. Da war Köln machllos BfR. Köln— Spielvg. Fürth:2(:0) Der BfR. Köln hatte es von den noch im Rennen liegenden westdeutschen Vereinen wohl am schwersten, traf er doch auf keinen geringeren als den Meister des Gaues Bayern, Spielvg. Fürth, der knapp, aber doch verdient mit:0 die Oberhand über den Mittelrheinmeister behielt. Leider hatte das regendrohende Wetter, das sich eine Stunde vor Beginn des Spiels auftat, viele Besucher abgehalten. So waren nur etwa 3000 erschienen, die auch den zwischendurch niedergehenden Schauern trotzten und bis zum Schlußpfiff aushielten. Sie sahen dafür auch ein kampfreiches, meist offenes Spiel, in dem die Fürther dank der besseren Gesamtleistung ihres Sturmes zu einem knappen Siege kamen. Fürth kam mit Ersatz für Schwendtner und Leupold I, dafür aber wieder mit Becher als Mittelstürmer. Mit ihrem ausgesprochenen Flachpaß erlangten sie vor der Pause eine leichte Ueberlegenheit, die aber nicht zählbar ausgedrückt werden konnte. In der 6. Minute nach dem Wechsel kam Fürth durch Becher, der kurz vor dem Tor aus der Luft verwandelte, in Führung. Die Kölner verschärfen das Tempo, drängen eine lange Zeit, in der Fürth sehr zahlreich verteidigt. Die Abwehr glückt und als zehn Minuten vor Schluß Leupold II auf:0 erhöht, ist die Entscheidung gefallen. Der Kampf verlief ohne irgendwelche Zwischenfälle und wurde recht umsichtig geleitet. * Herten mit Ersatz SpBg Herten— FC Hanau 93:4(:1) Die Westfalen nahmen den Kampf gegen den Nordhessenmeister mit vier Ersatzleuten auf und mußten sich verdient mit:4 geschlagen bekennen. Herten war den Gästen nur in der ersten Halbzeit gleichwertig. Nach dem Wechsel zeigte Hanau sehr gute Leistungen, und erst beim Stande von:0 kam Herten durch seinen Rechtsaußen zum Ehrentreffer. Bundespokal=Vorrunde verlegt Die für den 6. Oktober angesetzten Vorrundenspiele um den Pokal des Deutschen Fußball=Bundes sind mit Rücksicht auf das am gleichen Tage stattfindende Erntedankfest auf den 13. Oktober verlegt worden. Die Austragungsorte bleiben nunmehr, wie ursprünglich vorgesehen, bestehen. Rüßlein Meister der Tennislehrer Am letzten Tag der deutschen Meisterschaften der Tennislehrer hatten sich über 3000 Zuschauer auf den Berliner Blau=Weiß=Plätzen am Roseneck eingefunden. Im Endspiel des Männer=Einzels zeigte sich der Nürnberger Hans Nüßlein auch dem plötzlich stark nach vorne gekommenen Hamburger Goritschnig mit:0, :0,•4 klar überlegen. Die beiden ersten Sätze hatte Nüßlein bereits nach einer halben Stunde gewonnen. Im letzten Satz war der Norddeutsche ein stärkerer Gegner, führte sogar einmal:2, mußte sich aber schließlich doch vor dem besseren Können Rüßleins beugen. In den Vorschlußrundenkämpfen im Doppel fiegten Najuch=Nüßlein über Eppler=Benz:1,:5,:3, dagegen hatten Bartelt=Dickhoff schwer zu kämpfen um Goritschnig=Schellin mit:9,:2,:6,:3 auszuschalten. Im Endspiel triumphierten dann Najuch=Nüßlein über die zu wenig aufeinander eingespielten DickhoffBartelt:1, 622,:1. Triumphzug der westdeutschen Hatouller in der Ponalrunde Schalke, Benrath und Fortung ließen sich nicht aus dem Sattel heben— Köln und Herken hatten zu starke Gegner Durchweg Favoritensiege Am in 31 Italien— Frankreich 83:65 Acht Tage nach dem Länderkampf gegen Deutschland trug Frankreich einen neuen Leichtathletikkampf aus, der ihn in Turin mit Italien zusammenführte. In dieser sechsten Begegnung blieben die Italiener im Gesamtergebnis mit 83:65 Punkten siegreich, so daß sie danzit vier von den insgesamt sechs Kämpfen gewonnen haben. Die 800 Meter gewann LanziItalien in:54 Minuten und Beccali mußte die 1500 Meter in:52 Min. lausen, um den Franzosen Normand, der:53 benötigte, hinter sich zu lassen. Zu erwähnen sind ferner noch die Siege des Italieners Ferehi über 400 Meter Hürden in 54.8 Sek. und der neue Sachsprung=Rekord des Italieners Dotti mit 1,91 Meter. Nordische Studentenspiele weiten Tage der nordischen Studentenspiele im herrschte wesentlich besseres Wetter als Die sportlichen Leistungen fielen unter diesen jünstigen Umständen auch ganz vorzüglich aus, zumal sich auch die Laufbahn in bestem Zustande befand. Die deutschen Interessen vertrat unser Hochsprung=Rekordmann Weinkötz=Köln, der es aber nicht zum Siege brachte. Hinter dem Finnen Kotkas(1,93 Meter) mußte er sich mit 1,90 Meter mit dem zweiten Platz zufriedengeden. München schlägt Augsburg im Stadtekampf Die Leichtathletikmannschaften von München und Augeburg standen sich am Samstag in Augsburg im Stüdtekampf gegenüber. Sowohl im Kampf der Männer als auch bei den Frauen blieb München überlegen mit 108:61 bezw. 33,5:21,5 Punkten siegreich. In den kurzen Strecken triumphierte Pflug in 11,2 27.4 Sekunden, während Lang die 800 Meter in:55,1 Minuten zurücklegte. Gisela Mauermayer holte sich den Hochsprung mit 1,59 Meter(!!) und den Diskuswurf mit 45.40 Meter. Frl. Golius war im Speerwerfen mit 41,51 Meter siegreich. Als vielseitige Athletin konnte sich Gisela Mauermeyer mit dieser Hochsprungleistung nunmehr auch in dieser Prüfung in die Spitzenklasse emporschwingen. Leichlathletikkämpfe in Schwelm Aes nationale Leichtathletik=Sportfest des chirelm wurde am Samstagnachmittag bei schönstem Wetter und gutem Besuch zu einem vollen Erfolg. Leider war die Laufbahn nicht ganz einwandfrei, wodurch auch die zum Teil mageren Ergebnisse erklärlich werden. In den technischen Konkurrenzen dagegen fielen die Leistungen wesentlich besser aus. Die meisten Erfolge fielen an den ASV. Köln, der mit einer recht starken Mannschaft vertreten war. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Vollmert=ASV. Köln 11,1 Sek., 2. Steffen=ASV. Köln 11,1 Sek.— 200 Meter: 1. Schäfer=VfL. Hagen 23,6 Sek., 2. Lück=Schwelm Handbr. zurück, 3. Bonn=ASV. Köln 23,7 Sek.— 400 Meter: 1. Nöller=ASV. Köln 51.7 Sek., 2. Faßbender=SuS. Elberfeld 52,4 Sek. — 800 Meter: 1. Stieglitz=Schwarz=Weiß Barmen :01,2 Min., 2. Nastansky=ASV. Köln:02,4 Min., 3. Dielefeld=ASV. Köln:02,6 Min.— 3000 Meter: 1. Schrieve=VfL. Düsseldorf:31,4 Min., 2. NastanskyASV. Köln:36 Min., 3. Hartmann=Altenfelde.— 4 mal 100 Meter: 1. ASV. Köln 46 Sek., 2. VfL. Hagen 46.1 Sek., 2. SSV. Elberfeld 46,3 Sek.— Kugelstoßen: 1. Debus=ASV. Köln 13,67 Meter, 2. Frey=ASV. Köln 12,87 Meter, 3. Schwan=Barmen 12,30 Meter.— Diskus: 1. Debus=Köln 43,92 Meter, 2. Faßbender=Elberfeld 38.75 Meter, 3. Frey=Köln 37.60 Meter.— Speerwerfen: 1. Schütz=ASV. Koln 53,70 Meter, 2. Bonn=ASV. Köln 49,60 Meter, 3. Faßbender=Elberfeld 48,90 Meter.— Hochsprung: 1. Busch=ASV. Köln 1,77,5 Meter, 2. Everts=Langerfeld.72.5 Meter, 3. Schwan=Barmen 1,67,5 Meter. — Weitsprung: 1. Deutschbein=ASV. Köln.95 Meter, 2. Schwan=Barmen 6,78 Meter. BfL Preußen Krefeld siegt in Bielefeld Die Leichtathletik=Städtemannschaft von Bielefeld hatte sich zu einem Mannschaftskampf den VfL. Preußen Krefeld eingeladen. Die Gäste stellten im großen und ganzen das bessere Material und siegten auch im Gesamtergebnis mit 61:52 Punkten. Einige bemerkenswerte Leistungen wurden bei diesem Wettkampf erzielt, so v. d. Weck(Krefeld) im Diskuswerfen 46.20 Meter, von Rauch(Krefeld) im Weitsprung 7,19 Meter und von Heithoff(Krefeld), der in beiden kurzen Strecken jedesmal vor Kranz (Bielefeld) einkam. In den Staffeln war die Ueberlegenheit der Krefelder besonders eindrucksvoll. Berlins Turner für den Dreistädte=Kampf: Der Gau Brandenburg der DT hielt am Samstag in der Turnhalle Prinzenstraße ein Ausscheidungsturnen ab, an dem 35 der besten Geräteturner Berlins teilnahmen. In der Mannschaft, die Berlin am 20. Oktober in Hamburg beim 30. Städtekampf Hamburg—Leipzig—Berlin vertreten wird, stehen diesmal eine Reihe neuer Kräfte, die aber an die altbewährten Könner noch nicht heranreich= ten. Bester Mann war wieder Bockenauer=Weißensee, der am Reck mit 58 Punkten der Höchstwertung von 60 sehr nahekam. Folgende Kunstturner bilden die Berliner Vertretung: 1. Bockenhauer=Weißensee 315., 2. W. Schmickaldy(Tschft. 61) und Theelke(BT) je 312., 4. H. Mock(ATV), Johnke (Tib), Gallinger(BT) je 307., 7. Mattich(Spandau 60) 304., 8. Blank(Tib) 298., 9. Beyerlein(BTV 50) 292., 10. Bogsch(Weißensee) 290 ., 11. Tocki(Friesen Charlottenburg) 288 P. Jockey A. Pavee tödlich gestürzt Zu einem folgenschweren Massensturz kam es am Freitag bei den Galopprennen auf der französischen Rennbahn in Maissons=Lafitte. Der erst 21jährige Nachwuchsjockey A. Pavee, der auch von den deutschen Wettern als hervorragender Handicap=Reiter tark bevorzugt worden ist, wurde das Opfer dieses Unglücksfalles. Während W. Ball und I. Lepinte nit weniger ernsthaften Verletzungen davonkamen, blieb A. Pavee bewußtlos liegen und starb im Krankenhaus an den Folgen der Verletzungen. A. Pavee berechtigte zu den größten Hoffnungen und sollte im kommenden Jahre für die führenden Ställe Boussac und Prinzessin Faucigny=Lucinge reiten. Schwedischer Schwimmersieg In Stockholm fand ein Schwimm=Länderkampf zwischen Schweden und England statt, den die Schweden nur knapp gewannen. Im Wasserballspiel leisteten die Engländer ihren Gastgebern unerwartet harten Widerstand und so mußten sich die Schweden mit einem Unentschieden von:3 begnügen. nachdem bei Halbzeit die Engländer sogar die Führung mit:1 hatten. In der 4mal=200=MeterKraulstaffel siegten die Schweden in:37/9 vor EngJand in:47,7. Schwedens bester Mann, war Bollden in:22,2, bei den Engländern war es Leivers mit der guten Zeit von:19.7. Drurs.,? Gn„ Wesideutschland schiebt sich in den Pokalspielen stark nach vorne 2. Hauptrunde um den DFB=Pokal VfB. Königsberg— Massovia Lyck:1(:0) Berolina=LSC. Berlin— Vorw. Ras. Gleiwitz:2(:1) Sportfr. 01 Dresden— Hertha=BSC. Berlin:0(:0) Vorwärts Breslau— Minerva Berlin:4 10:3) Polizei Chemnitz— 1. FC. Schweinfurt 05:2(:2) Eintracht Braunschweig— 1. SB. Jena:0(:0) Hannover 96— Holstein Kiel Hamburger SV.— Fortuna Düsseldorf FC. Schalke 04— SV. Kassel SpVg. Herten— FC. 93 Hanau VfL. Benrath—. TSV. Eimsbüttel BfR. Köln— Spielvg. Fürth SV. Waldhof— Wormatia Worms Freiburger FC.— SV. Feuerbach 1. FC. Nürnberg— FC. 94 Ulm BC. Augsburg— VfR. Mannheim :3(:3) :4(:1) :0(:0) :4(:3) :3 12:1) :2(:0) :1(.0) :0 10:0) :0(:0) :4(:1) Gauligaspiele Ostpreußen: Prussia Samland— STB. Königsberg Ras. Preußen— RSV. Braunsberg Tilsiter SC.— SV. Insterburg" Hindenburg Allenstein— SV. Allenstein BuEV. Danzig— Preußen Danzig Gedania Danzig— Viktoria Elbing Neufahrwasser 1919— SC. Lauenthal Pommern: Greifswalder SC.— BfB. Stettin BfL. Stettin— Preußen Stettin Blücher Gollnow— Polizei Stettin Hubertus Kolberg— Sturm Lauenburg Germania Stolp— Viktoria Kolberg Hertha Schneidemühl— Viktoria Stolp Prandenburg:„# ge. Blau=Weiß Berlin— Vittoria u. Bernn. Spandauer SV.— Tennis=Borussia Berlin VfB. Pankow— Nowawes 08 Wacker 04 Berlin— Berliner SV. 1692 Schlesien: BfB. Gleiwitz— Deichsel Hindenburg Beuthen 09— Breslau 02 BfB. Breslau— Ratibor 03 Dresdner SC.— Guts Muts Dresden Dresdensia Dresden— SC. Planitz BC. Hartha— BfB. Leipzig Fortuna Leipzig— Wacker Leipzig Tura Leipzig— Eintracht Frankfurt(Ges.=Spiel) witte: Tane Honl, Steinach 08— Sporifr. Galle Dessau 05— Kricket Vikt. Magdeburg Viktoria 96 Magdeburg— 1. FC. SC. Erfurt— Eintracht Frankfurt(Ges.=Spiel) Nordmark: Union Altona— Phönix Lübeck Polizei Lübeck— Viktoria Hamburg FC. 93 Altona— Sperber Hamburg Niedersachsen: VfL. Osnabrück— Arminia Hannover Komet Bremen— BfB. Peine Borussia Harburg— Hildesheim 06 Algermissen 1911— Ras. Harburg :0 :3 :0 :1 :0 :4 •2 :3 :4 :5 :2 •2 :4 :2 :0 •0 :2 :1 :1 132 :3 :1 :3 :2 421 :4 :2 :3 :2 :4 :3 :4 :3 :3 :0 •2 Nordheisen: Germania Fulda— Borussia Fulda SV. Bad Nauheim— Kurhessen Kassel Kassel 03— Kurhessen Marburg Südwest: FsV. Frankfurt— FK. Pirmasens Union Niederrad— Opel Rüsselsheim Phönix Ludwigshasen— FV. Saarbrücken Borussia Neunkirchen— Kickers Offenbach Baden: grubel BfL. Neckarau— Amicitia Viernheim 1. FC. Pforzheim— BfB. Mühlburg Phönix Karlsruhe—. Germania Bröckingen Württemberg: Stutgarter Kickers— SC. Stuttgart Sportfr. Eßlingen— Sportfreunde Stuttgart IV. Zuffenhausen— SVg. Cannstatt Bayern: Bayern München— Fü. wünchen 1. FC. Bayreuth— Wacker München Westsalen:..24 Union Recklinghausen— Preußen Münster Hüsten 09— SV. Höntrop Gan Riederrhein:. m### Turn Düsseldorf—. Borussia.###obach Union Hamburg— Duisburger 7V. 08 Gesellschaftsspiele:.ig Sherhenf. Duisburger SpB.— Rot=Weiß Voerhausen Hamborn 07— SpVg. Sterkrade Gau Mittelrhein: Tura Vonn— Bonner FV. Kölner SC. 99— Mülheimer SS. Kölner CfR.— Westmark Trier Sülz 07— Eintracht Trier Handball Westfalen: Preußen Poderborn— DSC. Hagen FC. Schalke 04— Grün=Weiß Bielefeld Riederrhein:„um uan Ras. Mülheim— Alemannia aachen Solingen 98— Tura Barmen Rhenania Düsseldorf— TV. Krefeld=Oppum VsB. Aachen— Polizei Düsseldorf SV. Lintfort— Kupferhütte Duisburg Rittelrhein:„ TV. Mülheim=Mosel— TV. Overmendig TV. Siegburg=Mülldorf—. TV. Gummersbach Mülheimer SV.— TV. Ehrenfeld ASV. Köln— 2V. Kalk BfR. Köln— Polizei Koblenz •3 :3 :1 :1 :2 :2 :1 :5 :2 :1 :2 :2 :1(:1) :1(:0) :1(:1) :0(:0) :3(:1) :1(:1) :2(:0) :1 10:1) :3(:1) :1(:0) :8 14:8 :5 12:7 :5 :4 :5 :8 :5 •7 f. Kalk gew. :5 Fußball im Ausland Budapest: Ungarn— Tschechoslowakei Oslo: Norwegen— Schweden Oeßerreie: Hhn Wiener AC.— Flor#osool Vienna— Libertas Italien: Juventus Turin— Palermo Sampierdarena— FC. Neapel FC. Bologna— Genua 93 AS. Rom— FC. Turin Das„gemischte“ Programm der westbeutschen Gäuliga In den westdeutschen Gauen wurde am Sonntag ein„gemischtes“ Programm zur Durchführung gebracht. Pokal= und Meisterschaftsspiele anden zur Entscheidung, von denen vor allem die Pokaltreffer überaus großes Interesse in Anspruch nahmen, da hier bereits die zweite Schlußrunde ausgetragen wurde. Im GauIX=Westfalen nahmen beide Meisterschaftsspiele einen unentschiedenen Ausgang. Union :2 Recklinghausen traf auf Preußen Münster, die erst :1 malig in den Punktebetrieb eingriffen. Bei der Pause lagen die Gäste noch mit:0 in Front, aber in der zweiten Halbzeit machte Recklinghausen den Vorzug wett, 111. Mit dem gleichen Ergebnis mußte sich der SV Höntrop bei Hüsten 09 zufriedengeben. Hier lagen die Platzherren in der ersten Halbzeit mit:0 in :0 Führung.— In den Pokalspielen kamen die beiden westfälischen Mannschaften nur zu einem Sieg, den natürlich Schalke 04 vor 5000 Zuschauern mit:0(:0) gegen den SpV Kassel davontrug. Die Spog Herten dagegen blieb im Treffen gegen den FC Hanau 93 auf der Strecke und mußte sich mit:4 geschlagen bekennen. Im Gau=Niederrhein führte das Pokalspiel den VfL Benrath mit dem TSV Eimsbüttel zusammen. Bei ungünstiger Witterung hatten sich nur 3000 Zuschauer eingefunden, die einen verdienten:3 (:1) Sieg der Benrather erlebten, bei denen Hohmann und der Mittelläufer Rasselnberg die besten Spieler waren. Bei Eimsbüttel enttäuschten Rohwedder und Stührck.— In den Meisterschaftsspielen zeichneten sich die beiden Neulinge aus. TRU Düsseldorf gewann auch hier ihre zweite Begegnung, diesmal gegen Borussia Gladbach mit:1(:). liegt jetzt zusammen mit Fortung an der Spitze. Union Hamborn gab dem ersatzgeschwächten Duisburger 08 das Nachsehen.:0 blieben die Hamborner erfolgreich, die nunmehr einen Sieg und eine Niederlage aufzuweisen haben. Im Gau XI=Mittelrhein ist nun auch mit VfR Köln der letzte Mittelrheinvertreter ausgeschieden. Der Gaumeister mußte sich vor der SpVg Fürth mit:0(:0) beugen.— Im Punktekampf gab es einige unerwartete Ergebnisse. So entschied Tura Bonn den Lokalkampf gegen den Fußballverein mit :2(310) zu ihren Gunsten. Auch die Begegnung zwischen dem Kölner SC 99 und dem Mülheimer SV nahm insofern einen etwas überraschenden Ausgang als die 99er knapp mit:1 die Oberhand behielten, “° obwohl sie bei der Pause noch mit:1 im Hintertreffen lagen. Dem Kölner CfR, der an der Spitze steht, war ein:3(:1) Sieg über Westmark Trier beschieden, und schließlich gab Sülz 07 der Eintracht Trier mit:1 das Nachsehen. :2 :2 •2 :1 :2 :1 :0 Brandenburg erneut Meben=Sieger Schon am Vormittag wurden die letzten den Begegnungen der Meden=Spiele in Bad Nauheim gestartet. Gleich das erste Zusummentreffen von Baden und Schlesien brachte in seinem Ausgang eine Ueberraschung, denn die Schlesier gaben den Süddeutschen mit:4 das Nachsehen. Bräuer schlug Dr. Buß in drei Sätzen und auch der Pforzheimer wurde von Eichner bezwungen. Nach den len stand es:3, da für Baden Weihe und die Brüder Hildebrandt erfolgreich waren. Im Doppel kamen zwar Dr. Buß=Walch zum Erfolg, aber Ernst=Frautz wurden besiegt, so daß der Kampf•4 stand. Die Entscheidung fiel im letzten Doppelspiel, da ene Schlesier Fromlowitz=Nitsche gegen die Bruder Hildebrandt:7,:4 gewannen. Brandenburg und Nordmark waren am Vormittag tätig. Kuhlmann und Göpfert holten die ersten Punkte für Brandenburg, dann aber holte Frenz durch einen Dreisatzsieg über Tübben den ersten Punkt für den Norden. Mit einer:=Führung für Brandenburg wurden am Nachmittag die Kämpfe fortgesetzt. Gottfried von Cramm siegte über Denker:2,:6, auch Henkel II kam gegen Kaj Lund zu einem überraschend glatten:4,:=Erfolg. Dr. Dessart mußte sich von Werner Menzel:6,:6 ebenfalls geschlagen bekennen. Mit:1 hatte Brandenburg den Sieg bereits sicher. In den Doppelspielen kamen die Brandenburger noch zu zwei weiteren Punkten, während die Nordmark erfolgreich war, so daß das Gesamtergebnis sich auf•2 für Brandendurg stellte. Tenniskampf Frankreich—Italien Am zweiten Tage des Tennisländerkampfes zwischen Frankreich und Italien in Paris kam jede Nation zu zwei weiteren Erfolgen, so daß die egegnung nunmehr:3 für Frantreich steht. Gentien war für die Franzosen über Quintavalle:3,:3, 10:8 erfolgreich und Mangold holte gegen Zeiueur mit:6,:0,:4,:1 den zweiten Punkt für Frallen heraus. Palmieri(I) schlug Feret(F):7,:3, :0,:6,:3 und im Doppel waren Buzelet=m. vernard(F) über PalmieriRado(I):6,:2,:4,:0 erfolgreich. Großer Herbstpreis Radrennen in Hürth bei Köln Zum letzten Renntag in Hürth bei Köln hatten sich nur etwa 1000 Zuschauer eingefunden. Eine Ueberraschung gab es im Großen Herbstpreis, ein Mannschaftsrennen über 1½ Stunden mit den besten westdeutschen Amateuren am Start. Die in letzter Zeit ungeschlagene Mannschaft Karkuse— Kleine (Köln) fand diesmal in Kurzawa— Kleinsorg(Dortmund=Köln) ihren Bezwinger. Die Ergebnisse: Fliegerendlauf: 1. Postler (Bielefeld), 2. Markuse(Köln), Reisenstärke zurück; 3. Tertilte(Münster), 4. Kleine(Köln).— Bahnrekordfahren: 1. Postler(Bielefeld) 34,2 Sek., 2. Tertilte(Münster) 34,8 Sek.— Kleiner Herbstpreis: Mannschaftsfahren für Jugendliche, 30 Minuten: 1. Fücker=Warring(Köln=Hürth) 30 Punkte, 17,10 km.— Großer Herbstpreis: Mannschaftsfahren über eineinhalb Stunden: 1. Kurzawa=Kleinsorg(DortmundKöln) 26 Punkte, 56,8 km; eine Runde zurück: 2. Markuse=Kleine=Grefe 27 Punkte; 3. Kerp=Gayk(.Gladbach=Herten) 21 Punkte, 4. Postler=Langhoff (Bielefeld) 16 Punkte. Schön und Lohmann siegen in Die als Sechstagefahrer so oft zusammen erfolgreichen Schön und Lohmann waren am Sonntag in Halle vor 7000 Zuschauern auch hinter der Schrittmachermaschine erfolgreich. Sie den Länderkampf Deutschland—Frankreich nach Gewinn sämtlicher Wettbewerbe gegen Grassin und Blanc=Garin mit•4 Punkten als Sieger und belegten im„Großen Herbstpreis über 50 Kilometer“ die beiden ersten Plätze. Der Städtekampf der Nachwuchsfahrer Halle und Leipzig wurde von den Hallensern Kirmse=Wesely mit 64,824 Kilometer gegen Walter=Quiettzsch mit 64,205 Kilometer gewonnen. Ergebnisse: Verfolgungsrennen: 1. Lauf: 1. Schön:57,6, 2. Blanc=Garin(defekt); 2. Lauf: 1. Lohmann.274, 2. Grasin 120 Meteg, Jgg ig Dauerrennen 25 Kilometr: 1. Lohmann 2. Schön 20 Meter zurück, 3. Blanc=Garin 910 Meter zurück, 4. Grassin 1110 Meter zurück.— Mannschaftswertung: 1. Schön=Lohmann 49,960 Kilometer, 2. Grassin=Blanc=Garin 47,980 Kilometer.— Gesamt: 1. Deutschland 8 Punkte, 2. Frankreich 4 P. — Großer Herbstpreis(50 Kilometer): 1. 43:31,2, 2. Schön 60 Meter zurück, 3. Grassin 12540 Meter zurück, 3. Blanc=Garin aufgegeben. Grank in Paris vor Metze Auf der Pariser Prinzenparkbahn gelangte am Sonntag das sett 1881 bestehende 100=MeilenRennen der Steher zum Austrag. Zur allgemeinen Ueberraschung siegte der englische Weltrekordmann Harry Grant, der mit:11:33,4 Stunden die Zeit des vorjährigen Siegers Paillard um fast fünf Miiuten unterbot. Der Deutsche Meister, Erich Metze (Dortmund), konnte sich als einziger in der gleichen Runde mit dem Sieger behaupten und belegte einen achtbaren zweiten Platz, während Möller nach zahlreichen Defekten 18 Kilometer vor Schluß die Waffen streckte. Auch der führende Weltmeister Lacquehay mußte nach 130 Kilometer aufgeben.— Ergebnis: 100 Meilen= 160,938 Kilometer: 1. Grant:11:33,4 Stunden; 2. Metze 300 Meter; 3. Severgnini 6 Runden; 4. Meulemans 8 Runden; G. Wambst 25 Runden; 6. Paillard 27 Runden zurück; Möller und Lacquehay aufgegeben. Rennen zu Horst=Emscher 1. Rennen: 1. Laputz(Weber), 2. Haushein, 3. Bummelant. Ferner: Lorbaß. Sieg 58, Platz 22, 26. 2. Rennen: 1. Röserfahrt(Wenzel), 2. Imperator, 3. sti, 4. Heidesalke. Ferner: Feldmesser, Azolin, Aurel, Meister, Kujel, Romantik, Amalaswintha, Lebensfreude, Albano. Sieg 25, Platz 12, 19, 18, 19. 3. Rennen: 1. Ilona(Schramm), 2. Natango, Segelflug, 4. Elmar. Ferner: Szegeban, Monarchist, Blumengöttin, Champagner, Glaubensmut, Griffon, Angelo. Sieg 48, Platz 14, 15, 13, 13. 4. Rennen: 1. Perdito(Lewicki), 2. Panorama, 8. Gastrolle, 4. Ballonpost. Ferner: Rudolf, Padichah, Lösegeld. Maikater, Struan, Büchsenspanner, Ambrosius, Spielhahn. Sieg 28, Platz 18, 87, 16, 14. 5. Rennen: 1. Waffenschmied(M. Schmidt), 2. Gnom, 3. Vockerode, 4. Morgengabe. Ferner: Herzober, Perlfischer, Perlenschnur, Missouri, Hohlweg, Chianti. Sieg 87, Platz 15, 18, 30, 17. 6. Rennen: 1. Laus(Anderle), 2. Le Bourgnat, Seni. Ferner: Agnus, Pollux II, Panzerflotte, Coronell. Sieg 77, Platz 16, 12, 18. 7. Rennen: 1. Mauser(Buge), 2. Die Lupine, 3. Paramour, 4. Letzter Sioux. Ferner: Jahrhundert, Milotti, Husar, Feuerzauber, Standlaut, Blackberry. Sieg 104, Platz 19, 14, 13, 19. 8. Rennen: 1. Preisträger(Vorster), 2. Musca, 8. Helmzier. Ferner: Rosenrot, Anstifter, Nola, Jörg, Pelagon, Märzprinzeß. Sieg 28, Platz 13, 19, 15. Siegdoppelwette: 4. und 5. Rennen: Verdita=Waffenschmied 636:10. Rennen zu Hoppegarten 1. Rennen: 1. Reichsfürst(Starosta), 2. Statthalter, 2. Gralsbotin. Ferner: Teutoburger Wald. Sieg 25, Platz 14, 22. 8. Rennen: 1. drarte(Schulzs, u. wreisterhieb, Wörbzig. Ferner: Blasom, Kavallerist, Alma mater, Jagdsprung, Fanal, Farola, Rosanike, Willeburg. Sieg 59, Platz 24, 22, 25. 3. Rennen: 1. Rin=tin=tin(Michael), 2. Uferschwalbe, Fascio. Ferner: Charlatan, Epikur, Vogelfänger, Piccolomini, Drohne, Ob. Sieg 108, Platz 18, 15, 12. 4. Rennen: 1. Novalis(Zehmisch), 2. Tantris, 3. Pan. Ferner: Rasputin, Palastherold, Wolkenflug, Olearius, Glasbläser. Sieg 72, Platz 24, 16, 21. 5. Rennen: 1. Samsons Ricardo(Visek), 2. Glaukos, 3. Contessina. Ferner: Lampadius, Limperich, Lampe, Goldtaler. Sieg 66, Platz 15, 15, 14. 6. Rennen: 1. Janitor(Streit), 2. Jupiter, 5. Stromwende. Sieg 15.„ W 7. Rennen: 1. Loni F.(Prinien), 2. Saarfels, 3. Sperling. Ferner: Tabbot, Themis, Lapsus, Geh voran. Cortina, Pfalzgräfin. Sieg 60, Platz 16, 21, 15. Rennen zu Breslau 1. Rennen. Ferner: Horus. 2. Rennen. 1. Fidelia(Klewitz); 2. Beedol; 3. Fidibus. Steg 21, Bat 19, 21. Aug; 9# 2. Rennen. 1. Frechdachs(Mißling); 2. Neu., o. Vorsch. Ferner: Gori, Tumult, Balatre, Metarmorphose, Marc Antonins, Maikäfer. Sieg 63, Platz 18, 15, 16. 3. Rennen. 1. Goldfischer(Wangenheim); 2. Grenzwall; Harun. Ferner: Vennsta, Ly, Soldat, Neste. Sieg 27, Platz 13, 14, 16. a„ 4. Rennen. 1. Inländer(Schonfisch), 2. Lor; 5. Erdwall. Ferner: Gymnastik. Sieg 45, Platz 18, 15. 5. Rennen. 1. Beilchen(Biessey); 2. Lewall; 3. Lebensweg. Ferner: Marso, Bergfried Wildente, Trompeter. Sieg 29, 6. Rennen, 1. Herakles(Klewitz); 2. Stahlhelm; 3. Dummkopf. Ferner: Herbstzeitlose, Elvira, Haudegen, Bitburg, Helgoländer. Sieg 96, Platz 28, 26, 27. 7. Rennen. 1. Vivat(Fritzsche); 2. Lachteufel; 3. Aron. Ferner: Witrud, Glanzzeit. Sieg 19, Platz 14, 14. Rennen zu Dresden 1. Rennen. 1. Festspiel(Berndt); 2 Heidekind; 3. Ronaldina. Ferner: Dom, Gleichklang, Paxheim. Sieg 58, Platz 24, 21. 2. Rennen. 1. Dauerlauf(Narr); 2. Piroland; 8. Fruttina; 4. Marna. Ferner: Neutralität, Reichsbahn, Ronalda Ferry, Vasco de Gama, Olivier, Serotina. Sieg 26, Platz 12, 15, 21, 28. 3. Rennen, 1. Seydlitz=Kürassier(Michaelis); 2. Reichs. mark; 3. La Géralda. Ferner Gipsy Race, Liberius, Wendelgard, Princeß Ronalda. Sieg 29, Platz 17, 31, 26. 4. Rennen. 1. Sarastro(Glinsky); 2. Cusco; 3. Eisold. Ferner: Fresca, Loyal, Oceanus, Thronerbe, Cornelia, Liebesarie. Sieg 24, Platz 16, 61, 34. 5. Rennen, 1. Elanus(Rastenberger); 2. Crispin: 3. Cobbler. Ferner: Horchauf, Fra Diavolo, Mondfee. Sieg 84, Platz 15, 17..(8 wermann): 8 Wim. 4“ 6. Rennen. 1. Lufthauch(Zimmernaung, 2. Miuliarbar; 3. Jambus. Ferner: Consuela, Bellator, Rosella, Horrido, Lova. Sieg 58, Platz 16, 12, 15. 7. Rennen. 1. Micky(Woznica) und 1. Ronalda(Rastenberger); 3. Pesne; 4. Steinfeld. Ferner: Caramba, Demut, Altai, Vera., Traumkönig, Zollwenzel. Sieg 111 und Platz 47 für Micky, Sieg 13 und Platz 18 für Rolanda; Platz 23, 20. Totes Rennen. 8 Rennen. 1. Kastroper Husar(Zachmeier); 2. Galeopsis; 3. Gute Gabe Ferner: Urfaust, Onega, Tilly, Was Ihr wollt. Sieg 57, Platz 19, 15, 31. Siegdoppelwette: 3. und 5. Rennen: Seydlitz=Kürassier— Elanus 52:10. Rennen zu Longchamp 1 Rennen: 1. Manodia(Sibbritt), 2. Revolte, 3. Willis Bird Ferner: Irony, Dragée Haute, Kitzy, Carte Grise III, Lalla Roukh, Hue Cocotte, Ratatine. Sieg 60, Platz 16, 19, 22. 9 2. Rennen: 1. Horncastte(Duforez), 2. urtaxerxes, 3 Zem Zem. Ferner: Ninth Dube, Chocolemy, Treignac, Bel Aethel, Dino, Vertneuse, Gerbie, Indian Queen. Steg oo, Platz 24, 28, 17.„„„„ 3. Rennen: 1. Brantome(Bouiuon), 2. Artina, 8. Vanda Téres. Ferner: Phlegeton, Prawn Curry, Siegwette zurückgezahlt, Platz 11, 16. 4. Rennen: 1. Crisa(Bridgland), 2. The Nile, 3. Peniche. Ferner: Astronomie, Parsadette, Samos, Medea, Finlandaise, Tara. Sieg 275, Platz 42, 22, 13. 5. Rennen: 1. Don Nilo(Bridgland), 2. Le Duc, 8. Bavella. Ferner: Le Tonnere, Le Bizir, Sweet Miß. Sieg 72, Platz 34, 40. Gm 6. Rennen: 1. Kirfox(Deraurie), 2. Bonny Voy, 8. Brummel. Ferner: Passe Fleur II, Tibi, Noroc, Le Trac, Ma Perle, Algorad, San Inau, La Sylphide, 3. Magio Grey. Steg 77, Platz 20, 20, 94. 178 Milliarden Teesicherungssamme bei den össentlichen Versicherungsanstalten im Jahre 1934. Der Reichsverband öffentlich=rechtlicher Feuerversicherungsanstalten— der bekanntlich die Landesbrandkassen, Feuerkassen und Feuersozietäten umfaßt— gibt gegenwätig die ersten Ziffern über die Erfolge der öffentlichrechtlichen Feuerversicherungsanstalten im Jahre 1934 bekannt, nachdem bereits vor einigen Wochen der Generaldirektor der Rheinischen öffentlichen Feuerversicherungsanstalten, Pg. Goebbels, einen sehr klaren und aufschlußreichen Rechenschaftsbericht veröffentlicht hatte. Obgleich die Versicherungssummen bei allen öffentlichrechtlichen Feuerversicherungsanstalten— mithin diejenigen Summen, für die die Anstalten haften— gegenüber dem Jahre 1933 insgesamt nur um 3 v. H. auf 178 Milliarden RM. gestiegen sind, sind die Beiträge gegenüber dem Vorjahre um etwa 7 v. H. auf 155 Millionen RM. zurückgegangen. Die Anstalten waren zu dieser Beitragsherabsetzung in der Lage, weil sich die Schäden bereits 1933 stark gesenkt hatten. Die erfreuliche Abnahme der Feuerschäden ist, wie wir hierzu erfahren, eine Folge der allgemeinen Hebung der Moral seit der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus. Die fahrlässigen und vorsätzlichen Brandstiftungen haben derart abgenommen, daß etwa 10 Millionen RM. an Schüden gegenüber 1933 gespart werden konnten. Die öffentlichen Feuerversicherungsanstalten haben aber den Versicherten im Jahre 1934 sogar 11 Millionen RM. an Beiträgen weniger abgenommen als im Vorjahre und darüber hinaus noch 19,5 Millionen RM.— 4,5 Mill. RM. mehr als im Vorjahre— für gemeinnützige Leistungen ausgegeben. Diese gemeinnützigen Leistüngen bestehen hauptsächlich in einer intensiven Tätigkeit für den vorbeugenden Feuerschutz. Die Erziehungsarbeit auf dem Gebiete des vorbeugenden Feuerschutzes haben die öffentlich=rechtlichen Feuerversicherungsanstalten in gemeinsamer Tätigkeit mit dem Amt für Schadenverhütung bei der NS.= Volkswohlfahrt geleistet. Diese Erziehungsarbeit wird wirksam unterstützt durch die Einrichtungen zur Schadenverhütung der öffentlich=rechtlichen Feuerversicherungsanstalten: Materialsammlung zur Aufklärung der Schadensursachen für Schule und Haus, Feuerschutzausstellungen, die kostenlos für alle Volksgenossen geöffnet sind, Tonfilme, welche die Bedeutung der Maßnahmen zur Erhaltung des Volksvermögens zeigen, und vor allem die Brandschau, die neuerdings in Preußen durch gesetzliche Maßnahmen allgemein eingeführt ist. Diese Brandschau hat bekanntlich den Zweck, alle Gebäude periodisch daraufhin zu untersuchen, welche baulichen u. betrieblichen Mängel vorhanden sind, durch die Brände entstehen könnten. Ein erheblicher Teil der Aufwendungen für gemeinnützige Zwecke fließt auch den Gemeinden für Verbesserungen des Feuerlöschwesens zu. Das Vermögen der Anstalten ist 1934 um 44 auf 380 Millionen RM. gestiegen. Der Zuwachs wurde im wesentlichen in Reichs= und Staatsanleihen angelegt, ein erheblicher Teil aber auch dem Siedlungswesen für Neubauten zugeführt. Die Bestrebungen der Reichsregierung auf Verminderung der Arbeitslosigkeit wurden dadurch unterstützt, daß der Personalbestand in der Zeit vom 1. Januar 1934 bis 1. April 1935 um 17 v. H. vergrößert wurde. Der erhebliche Rückgang der Schäden hat die öffentlich=rechtlichen Feuerversicherungsanstalten dazu gebracht, aus dem Jahre 1934 rund 7 Millionen RM. Beiträge auf die Beiträge für 1935 anzurechnen. Im ganzen wurden 1935 etwa rund 30 Millionen RM. Beiträge weniger erhoben, als die normalen Sätze bei der Prämienzahlung bedingen würden. Empfang der polnischen Jungjuristen Berlin, 21. September. Die Führer der polnischen Jungjuristen, Präsident Zenczykowski, Vizepräsident Kapitaniak und Generalsekretär Jersy Wielowieysi, die gegenwärtig in Berlin weilen, legten am Reichsehrenmal einen Kranz nieder mit der Inschrift:„Dem unbekannten deutschen Soldaten. Die polnischen Jungjuristen.“ Danach wurden die polnischen Jungjuristen von Reichsminister Dr. Gürtner empfangen. Präsident Zenczykowski übermittelte die Grüße des polnischen Justizministers, die Minister Dr. Gürtner auf das herzlichste erwiderte. Im Anschluß daran wurden die polnischen Gäste und die deutschen Jungjuristen vom Präsidenten der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, empfangen. In seiner Begrüßungsrede betonte Präsident Zenczykowski, die polnische Juristenwelt bewundere die persönliche Schöpfung des Reichsministers Dr. Frank, die Akademie für Deutsches Recht. Minister Dr. Frank erwiderte die Grüße auf das herzlichste. An dem abschließenden Zusammensein in den Räumen der Akademie für Deutsches Recht nahm neben den Gästen des Präsidenten der Akademie auch der polnische Botschafter Lipsti teil. Die 100. Reise des Schnelldampfers„Hamburg“. In die Zeit des schwersten Ringens um die deutsche Geegeltung fällt das Jubiläum des Hapag=Dampfers „Hamburg“, der seine 100. Fahrt im Dienst Hamburg— Newyork angetreten hat. D.„Hamburg“ versieht mit seinen Schwesterschiffen D.„Deutschland“, D.„Newyork“ und D.„Albert Ballin“ den Nordatlantik=Schnelldienst der Hamburg=Amerika=Linie. In den neun Jahren seines Dienstes hat das Schiff 1,35 Millionen Kilometer zurückgelegt, dies entspricht einer 35maligen Umrundung des Erdballs. Rund 100000 Passagiere aller Nationen, Stände und Beruse, sind bisher auf der„Hamburg“ über den Nordatlantik gefahren. Außerdem wurden 1,2 Millionen Kubikmeter Ladung befördert. Der Betriebsführer der Hamburg=Amerika Linie, Dr. W. Hoffmann, nahm dieses Dampfer=Jubiläum zum Anlaß, auf einem Betriebsappell der Besatzung der„Hamburg“ für ihre vorbildliche Arbeit Anerkennung und Dank zu sagen. Von der 100. Ozeanüberquerung zurück. Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ ist, nachdem es den Ozean zum 100. Malc überquert hatte, wieder glücklich in Feiedrichshafen gelandet. Die Bevölkerung bereitete ihm einen herzlichen Empfang. Auf unserem Bilde begrüßt Bürgermeister Bärlin(Friedrichshafen) die Fahrgäste und die Besatzung des erfolgreichsten Luftschiffes Welt.(Weltbild, 12.) Deutschland und Sowjetrußland ein Unterschied wie Tag und Nacht Unterredung des„V..“ mit dem amerikanischen Senator Robinson. Berlin, 21. Septbr. Anläßlich eine Besuches in der Reichshauptstadt gab Mr. Arthur Robinson, Senator von Indiana=USA., einem Mitarbeiter des„Völkischen Beobachters“ Gelegenheit zu einer längeren Aussprache über die Eindrücke, die der Amerikaner, der im Vorjahre als einziger aller amerikanischen Senatoren gegen die Anerkennung der Sowjetrepublich gestimmt hat, kürzlich auf einer Reise durch die UdSSR. gewonnen hat. „Aus Rußland nach Deutschland zu kommen, ist wie eine Fahrt aus dunkler Nacht in hellen Tag", begann Mr. Robinson das Gespräch, und in kurzen, absolut klaren und sachlichen Worten berichtete der etwa Fünfzigjährige vom Land der Sowjets, spricht einfach, doch betont über all das, was er dort mit dem kühlen und scharfen Blick des Nordamerikaners gesehen und erfaßt hat. Robinson, der mit zahlreichen führenden Persönlichkeiten der Sowjetrepublik zu sprechen Gelegenheit hatte, ist nicht allein in Moskau und Leningrad gewesen, er ist auch hinausgegangen aufs flache Land und hat Einblick genommen in die Kollektivwirtschaft des neuen Systems.„85 Prozent der gesamten Landwirtschaft in Rußland sind gewissermaßen Staatseigentum, und nur der verschwindende Rest von 15 Prozent ist noch im Privatbesitz von Leuten, die aber in jeder Hinsicht Außenseiter sind und deren Erzeugnisse nicht einmal für den Markt zugelassen werden.“ In einer Kollektivfarm sind, wie Senator Robinson weiter erzählte, mehrere Bauernfamilien vereint, gleich, ob die eine früher größeren oder kleineren Besitz an Land, Vieh und landwirtschaftlichen Maschinen hatte. Heute sind sie alle gleich, haben für den Sowjetstaat zu arbeiten, der ihnen soviel Produkte abnimmt, wie er braucht; der Rest wird dann gleichmäßig unter die Bauern der Kollektivfarm verteilt. Ein Gemeinschaftshaus eint die Bauern zu den Mahlzeiten. Für ihre Häuschen und Hütten, die die Familien bewohnen, müssen sie sogar noch Miete zahlen, so daß niemand ein eigentlicher Privatbesitz verbleibt. In Stadt und Land haben Mann und Frau gleicherweise zu arbeiten. So kann man beispielsweise auf einer Eisenbahnstrecke drei Männer und zwei Frauen sehen, die dieselbe Arbeit verrichten. Zur Ausübung von Hausarbeiten wie Waschen oder Nähen gibt die Regierung einer Frau ab und zu auf ihren Antrag höchstens drei bis vier Tage Urlaub, die sie bezahlt erhält. Bei einer Geburt kann die Grenze des Urlaubs für die Frau bis auf 30 Tage höher gesteckt werden. Nachher hat aber die Frau sofort wieder ihre Arbeitaufzunehmen, während ihr Kind in die Obhut eines Kindergartens gegeben wird, wo sich schon die Dreijährigen erstmalig ihren Kommissar wählen(!!), also quast ihr eigenes Kommissariat aufmachen. Die Kirchen werden, soweit sie nicht zu Museen eingerichtet sind, zu antireligiösen Propagandazwecken verwendet. Die Herren, die am Ruder des sowjetrussischen Staatsschiffes stehen, haben alle Männer von früher, die ihnen eigentlich für einen wirklichen Neuaufbau des Landes hätten nützlich sein können, abgesetzt oder sonstwie beiseite gebracht. Es gibt nur eine einzige große Masse, und sie wird regiert von den Herren im Kreml, die eine mehr oder weniger verhaßte Sondervorstellung einnehmen, und die alles haben können, was ihr Herz begehrt, ob Geld und Gut, ob Fortschritt oder Weiterkommen. In bewegten und bewundernden Worten spricht dann Senator Robinson über Adolf Hitler, der an 7 der Spitze eines nationalsozialistischen Deutschlands Europa vor dem Eindringen des Kommunismus bewahrt.„Hitler muß auf jeden Fall bleiben, um I. auch weiterhin den Drohungen der russischen Kommune zu trotzen und die westliche Zivilisation zu erhalten. Stalin beherrscht nicht nur Rußland, sondern die 3. Internationale. Er vereint Sowjetsystem !“ und Komintern in seiner Hand. Alles für die Regierung, nichts für den einzelnen— das Individuum gilt nichts mehr!“ „Das ist das Rußland von heute" beschloß Senator Robinson seine Schilderungen.„Helfe Gott, daß es nicht auf andere Länder dieser Welt übergreift.“ ur wer den Menschen liebt, wird ihn verstehen, wer ihn verachtet, ihn nicht einmal sehen. Morgenstern. Griechischer Flottenbesuch in Istanbul Bekräftigung der Freundschaft. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ist ein Geschwader der griechischen Kriegsflotte, das sich aus dem Kreuzer„Helli“, den Zerstörern„Hydra“,„Spara“, „Perax" und„Panthena“, den=Booten„Triton, „Proteurs",„Katsonis“ und einigen anderen Schiffseinheiten zusammensetzt, in den Hasen von Istanbul eingelaufen. Zugleich mit den Kriegsschiffen traf ein griechisches Geschwader von sechs Militärflugzeugen ein. Türkische Kriegsschiffe und zwei Flugzeuggeschwader waren den Gästen entgegengefahren, um sie auf dem Marmarameer zu begrüßen. Die griechische Flotte wird einige Tage in Istanbul bleiben. Im Hinblick auf die gegenwärtige politische Lage gewinnt dieser Flottenbesuch insofern besondere Bedeutung, als dadurch die Freundschaft zwischen der Türkei und Griechenland eine neuerliche offizielle Bekräftigung erfährt. Wie die offiziöse„Agence'Athenes“ mitteilt, hat der griechische Ministerpräsident Tsaldaris, der sich zur Zeit in Genf aufhält, Behauptungen, wonach sich der Ministerrat mit der Frage des Auflaufens griechischer Häfen durch italienische Kriegsschiffe beschäftigt habe. auf das bestimmteste dementiert. Er habe sein Bedauern über die Veröffentlichung derartiger Phantasienachrichten zum Ausdruck gebracht. Das Münchener Oktoberfest feiert seinen 125. Geburtstag Die Tage sind gekommen, in denen— wenn es auch noch September ist— das Münchener Oktoberfest eingeschossen wird, das in diesem Jahre seinen 125. Geburtstag seiert. Da ist es natürlich selbstverständlich, daß dieses hohe Geburtstagssest alle vorhergegangenen Oktoberfeste übertrumpfen wird. Im Münchener Stadtmuseum erzählt eine vorzügliche Jubiläumsausstellung von der 125jährigen Geschichte der Oktoberseste in Fahnen, Bildern und zahllosen anderen Urkunden. Der ehrbare Lohnkutscher und Unteroffizier der Nationalgarde, Anton Baumgartner, ist der Vater der Oktober= feste gewesen. Er machte den Vorschlag, im Herbst 1810 anläßlich der Vermählung des Kronprinzen Ludwig mit der Prinzessin Therese von Hildburghausen auf der nach der jungen Fürstin benannten Wiese Pferderennen abzuhalten. Bei dieser Gelegenheit zeigten auch die Schützen ihre Kunst, und für das leibliche Wohl wurde ebenfalls reichlich gesorgt. Aus diesem ersten, so glückhaft gelungenen Feste wurden dann die Oktoberfeste, die schon von 1818 an von der Stadt übernommen wurden. Die Gastwirte errichteten nach und nach immer mehr Zelte auf der Festwiese. Im Lauf der Jahre entstand eine gewaltige Budenstadt da draußen, die immer mehr Anziehungskraft ausübte. Als das Oktoberfest seinen 25. Geburtstag seierte, wurde diese Feier zugleich mit der Silberhochzeit König Ludwigs verbunden, und ein gewaltiger Festzug des ganzen Isarkreises zog durch die freudig bewegte Stadt, und als gar im Jahre 1842 das Oktoberfest mit der Vermählung des Prinzen Maximilian mit der preußischen Prinzessin Maria zusammenfiel, wurden am gleichen Tage 35 Brautpaare in München getraut und zogen am Nachmittag auf der Festwiese an der Königsloge vorbei. So knüpfen sich tausend Erinnerungen des Müncheners an sein Oktobersest, das heute längst nicht mehr nur ein Fest der Münchener oder der Bayern ist, denn aus allen Gauen Deutschlands kommen Gäste nach München auf die Oktoberwiese, die in ihrer urfidelen Gemütlichkeit kaum von dem Karnevalstreiben überboten werden kann. Die Studentenkneipe im Wohnviertel Frankjurt a.., 21. Septbr. Eine Studentenverbindung hatte in einer Billa im Frankfurter Westen ihre Kneipe errichtet, die vom Regierungspräsidenten konzessioniert wurde. Seit Anfang 1933 kam es zu Beschwerden der Nachbarschaft, die sich durch den Betrieb in ihrer Nachtruhe gestört fühite. Es wurde über lautes Singen geklagt und unangenehm empfunden, daß mit Schlägern auf den Tisch geschlagen wurde. Der Erstchargierte der aktiven Verbindung hatte von der Polizei einen Strafbefehl erhalten, weil er trotz mehrsacher Verwarnung den Lärm nachts nicht abstellte. Auf den Einspruch des Seniors stellte sich der Richter auf den Standpunkt, daß nicht nur der Lärm auf der Straße unstatthaft sei, sondern daß heute auch nicht mehr geduldet werden könne, daß Studenten in Wohnviertein den üblichen Lärm machten. Nach heutiger Anschauung habe jeder Volksgenosse auf den anderen Rücksicht zu nehmen und vor allem habe jeder ein Recht auf ungestörte Nachtruhe. Die es Recht gehe dem Recht der Jugend vor, fröhlich und ausgelassen zu sein. Trotz det zur Zeit noch erteilten Konzession könne der übliche Kneipbetrieb auf dem Studentenhaus nicht mehr geduldet werden, sondern er sei als ruhestörender Lärm anzue sehen. Der Beschuldigte erhielt eine Geldstrafe. Kraftwagen stürzt auf Gegelboot 17 Bootsinsassen ertrunken. Ein wohl einzigartiger Unfall wird aus Kairo gemeldet. Auf der Straße von Kairo nach Aleandrien stürzte aus bisher noch nicht geklärter Ursache ein schwerbeladener Lastkraftwagen an einer abfallenden Stelle in einen Kangl. Der Wagen überschlug sich mehvere Male und siel schließlich auf ein am User befestigtes Segelbagt. Die Insassen des Bootes waren gerade im Begriff abzufahren und hatten es sich in ihrem Boot recht bequem gemacht. In demselben Augenblick geschah das surchtbare Unglück. Der Lastwagen siel mit seiner ganzen Länge quer über das Segelboot, so daß dieses sosort keuterte und sämtliche Personen, es waren insgesamt zwanzig an der Zahl, mit in die Tiese riß. Siebzehn der Bootsinsassen ertranken und nur drei konnten gerettet werden. Ein Mann und zwei Frauen, die am Ufer gesessen hatten, wurden ebenfalls von dem herabstürzenden Wagen erfaßt und mit ins Wasser geschleudert. Alle drei haben schwere innere Verletzungen erlitten, konnten aben noch rechtzeitig an Land gebracht werden. Der Fahrer und ein Begleiter des Lastwagens sind gleichfalls in den Fluten umgekommen. Vincenzo Bellini. Zum 100. Todestage des berühmten italienischen Opernkomponisten am 24. September. Sein bedeutendstes Werk ist die Oper„Norma“. (Scherl=Archir.) K Aus aller Welt Beu des Reichsarbeitsdienst=Bekleidungsamtes. Braunschweig, 22. Sept. Der Reichsarbeitsdienst errichtet in Braunschweig ein Bekleidungsamt. Von den drei Bekleidungsämtern des Reichsarbeitsdienstes, die es im Reich gibt, wird das neu zu errichtende das größte sein. Mit den Bauarbeiten ist bereits begonnen worden. Das Gebäude wird als Eisenbetonstelettbau in einer Länge von annähernd 100 Metern errichtet werden und vier Geschosse erhalten. Es soll bis zum Anfang des kommenden Jahres fertiggestellt werden, so daß es bereits am 1. April 1936 bezogen werden kann. Das Projelt sieht neben dem Hauptbau ein kleineres Verwaltungsgebäude und einen Garagenbau vor. 75 Jahre Brocken=Hotel. Magdeburg, 21. Sept. Vor 75 Jahren, im Herbst 1860, wurde das Brockenhaus, aus dem das jetzige Brockenhotel hervorgegangen ist, eingeweiht. Das Jahr 1935 bringt somit für Vater Brocken, den höchsten BerNorddeutschlands, ein Jubiläum, vielmehr ein Doppeljubiläum, da vor 100 Jahren der erste freistehende hölzerne Aussichtsturm auf dem Brocken erbaut wurde Das Brockenhaus wurde von Graf zu Stolberg=Wernigerode erbaut. Die Besucher des Brockenhotels werden jährlich nach Hunderttausenden gezählt. Die deutschen Kriegsschiffe wieder in ihren Heimathäfen DRB Wilhelmshaven, 21. Sept. Nachdem die Flottenschau wegen des Sturmwetters abgesagt werden mußte, sind die in Wilhelmsharen stationierten Einheiten der Kriegsmarine am Freitag wieder hier eingetroffen. Auch alle übrigen Schiffe der deutschen Kriegsmarine sind in ihre Heimathäsen zurückgekehrt. Flaschenpost Amundsens aus den Jahren 1918/19 gesanden. Der Leiter der meteorologischen Station auf dem Kap Tscheljustin hat auf der Insel Starokodamski in einer Entsernung von etwa 60 Kilometern von dem Kap Aufzeichnungen von Amundsen und von Mitgliedern seiner Expedition gesunden. Es handelt sich um eine Flaschenpost, die aus den Jahren 1918/19 stammt und Mitteilungen über die Lage und die Arbeiten der Expeditionsteilnehmer enthält. Eine zweite Aufzeichnung Amundsens ist auf einer in der Nähe befindlichen Insel entdeckt worcden. Fünf Kinder an Pilzvergiftung gestorben. In Sashalom bei Budapest erkrankten eine Arbeiterfrau und ihre fünf Kinder im Alter von sechs Monaten bis elf Jahren nach dem Genuß von Pilzen unter Vergiftungserscheinungen. Die fünf Kinder sind bereits gestorden. Der Zustand der Mutter ist hoffnungslos. Großer Wechselbetrug in Schweden. Nachdem erst vor kurzem in verschiedenen Teilen Schwedens einige größere Veruntreuungen und Unterschlagungen aufgedeckt wurden, hat sich jetzt in Hörnesand ein Kaufmann mehrere Wechselfälschungen zuschulden kommen lassen, wodurch u. a. Firmen der Stadt geschädigt wurden. Man schätzt die erschwindelte Summe auf mehr als 100 000 Kronen. Sowjetrussische Demonstrationen gegen Polen. In Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, soll demnächst ein großes Denkmal der Befreiung von der polnischen Besetzung im Jahre 1920 errichtet werden, das auf einem Umfang von 200 Quadratmetern einen 20 Merer hohen Obelisk und zahlreiche Ltulpturen aufweisen soll Urheberschutz durch Stuttgarter Romanzentrale C. Ackermann, Stuttgart „Wie darf sie dich nennen?“ fragte er. Sie sann nach. „Vielleicht„Tante'?“ fragte sie dann. Er schüttelte den Kopf. „Du hast dir stets ein Mädelchen gewünscht. Die schweren Folgen von Harrys Geburt haben uns die Erfüllung dieses Wunsches versagt. Wie wäre es nun?“ Sie zuckte zurück, konnte aber dennoch die abwehrenden Worte nicht über die Lippen bringen, die sich ihr aufdrängten. So sagte sie: „Das wollen wir heute noch nicht endgültig festlegen, Lothar. Vielleicht sorgt die Kleine selbst für das Richtige.“ Herr von Achern küßte seine Frau. Sie hatten sich wieder zueinander gefunden. Nachdem sie noch ein Stündchen verplaudert hatten, stand Herr von Achern auf. „Ich bitte dich, Brigitte, bringe Harry den Sachverhalt schonend bei. Die Wildheit des Jungen macht mir Sorge. Auch er muß natürlich nachgeben— Aufsässigkeiten von seiner Seite dulde ich auf keinen Fall.“ e—„Sei unbesorgt. Er wird sich fügen.“ „„ . Frau von Achern sah gebannt in die dunkelblauen Augen des Kindes. Etwas zog sie plötzlich zu dem Kinde. Sie trat näher. Die kleine Pia sah sie furchtsam an. Da nahm Frau von Achern die Kleine auf den Arm, küßte das zarte Gesicht und sagte: „Willst du mich liebhaben?“ Ernsthaft nickte das Kind. „Du bist auch eine Mama?“ „„Ja, mein Kind, ich will auch deine Mama sein.“ Pia sah zur Tür. Groß, fragend ruhten die wunderschönen, seltsamen Augen auf dem Gesicht der eleganten Frau. „Meine Mama kommt nicht?“ Ein Zittern lag in der weichen Kinderstimme. „Mama ist fortgegangen, zu den Engeln, kleine Pia. Ich will dir das erzählen,“ sagte Frau von Achern und nahm das Kind mit sich. Lothar von Achern aber stand zu gleicher Zeit mit dem Gemeindevorsteher an dem Grab, in das man die fremde Frau gebettet hatte. Er hatte alles angeordnet, bezahlt und erläutert, so daß die Sache ziemlich schnell abgewickelt war. Zudem war er der hiesige Patronatsherr und was er bestimmte, hatte sowieso Geltung. Er warf noch einen Blick auf das Grab und ging dann mit dem Vorsteher dem Ausgang des Friedhofs zu. Der Himmel sah grau und verhangen aus— es war, als hielte er nur mühsam die Tränen zurück, dieser graue, traurige Himmel. : Zweites Kapitel Harry von Achern verblieb bei seiner Abwehr gegen das kleine, schöne Mädel. „Niemals werde ich diese fremde Gör meine Schwester nennen! Wie kann Papa mir das zumuten!" Das hatte damals der Junge gesagt, und keine Strafe, keine Ermahnung fruchtete, heilte ihn von seinem Trotz. Schließlich gab man es auf. Er tat dem Kinde nichts, er beachtete es aber auch nicht. Er wußte es sogar so geschickt einzurichten, daß man ihn nicht einmal tadeln konnte, wenn er auch zuweilen die kleine Pia noch haßerfüllt musterte, sobald er sich unbeobachtet glaubte. Pia war sonst der Liebling aller. Die gesamte Dienerschaft vergötterte das Kind, Frau von Achern bemäntelte es auch nicht, wie sehr ihr die Kleine nach und nach ans Herz gewachsen war. Herr von Achern aber machte überhaupt keinen Unterschied zwischen Pia und dem Sohn. Die Bekannten und Freunde fanden die Anwesenheit der kleinen Pflegetochter des Achernschen Paares ganz selbstverständlich. Warum sollten sich die reichen Achern keine solche Extravaganz leisten können? Man fand das geradezu in Ordnung. Nur Harry, der schlanke, große Junge haßte das Kind, und gerade um seine Liebe warb die Kleine immer wieder. Wenn er den Eltern nach Tisch vorlas, dann saß das Kind ganz still, war froh, daß man vergessen hatte, es hinauszubringen, und sah unentwegt auf Harry. Einmal hatte es einen großen Strauß Feldblumen gepflückt, sie war mit ihrem Fräulein auf den Wiesen drüben gewesen. Harry schlenderte durch den Park, als sie zurückkamen. Er sah sie nicht eher, als bis beide dicht vor ihm standen. Da hielt ihm Pia die Blumen entgegen, schmiegte ihr heißes Gesichtchen an seine Hand und bat: :„Rimm doch die Blumen, Harro.“ Er rieb seine Hand am Anzug ab, als hätte etwas Schmutziges ihn berührt; dann packte ihn die Wut. Er nahm die Blumen, warf sie zu Boden und trat darauf herum. Mit angstvollen Augen sah das Kind zu ihm auf. Es weinte, doch in dem dunkelblauen Augen war ein Vorwurf, der ihn irgendwie peinigte. Aber er wollte nicht schwach werden diesem Kinde gegenüber, das alle in seinen Bann gezogen hatte. Wegwerfend sagte er: „Albernes Gör!“ und ging davon. Pia aber las die Blumen zusammen, streichelte sie und sah hilflos zu Fräulein Beßmann auf. Die schüttelte nur den Kopf und nahm dann das Kind bei der Hand, um es nach dem Schlosse zu führen.—— Zu Harrys Geburtstag stand ein Zimmer voll Blumen; Frau von Achern aber beobachtete, daß er Pias Blumen in den Papierkorb geworfen hatte. So sehr haßte er das Kind. Das tat ihr weh. Sie liebte ihren schönen, trotzigen Jungen, doch sie liebte auch das kleine, blonde Mädel, das so zärtlich die Arme um den Hals der stolzen Frau legte und sagte: „Liebe, liebe, gute Mutti!“ Der Winter war vorüber, und im Park roch es nach frischer Erde. Die Anemonen blühten schon, und die gelben Primeln wagten sich auch schüchtern hervor. Die Stare standen im Park, hatten Insekten im Schnabel und schauten sich mit klugen Augen um. Harry hatte am letzten Weihnachtsfest ein kleines Jagdgewehr bekommen, und er schoß in einem Winkel, wo er niemanden verletzen konnte, auf eine Scheibe. Auf einmal stand, wie aus dem Boden gewachsen, die kleine Pia neben der Scheibe, hielt ein Taschenmesser hoch und sagte mit ihrem feinen Stimmchen:. :„Lieber Harry, ich hab' dir das mitgebracht.“ Drüben aber rief Fräulein Beßmann ängstlich: :„Pia, Pia!“ Vor Harrys Augen wallten rote Schleier— er schoß! Was er wollte, wußte er nicht. Nur jene Schleier wogten, aus denen heraus der Haß sich schälte. Von der Scheibe her erklang ein Wimmern— Pia lag am Boden! Da kam auch schon die Pflegerin gelaufen, sank neben dem Kind in die Knie. „Allmächtiger Gott, Herr von Achern, Sie haben auf das Kind geschossen?“ Ein wilder Blick aus seinen Augen traf sie. Jetzt kam ihm erst alles wieder zum Bewußtsein. Trotzig trat er zurück. „Reden Sie keinen Unsinn! Was kann ich dafür, wenn das Gör neben der Scheibe auftaucht. Ich werde selbst meine Eltern verständigen.“ Ohne einen Blick auf die ohnmächtige Kleine zu werfen, ging er davon. Als er seinen Eltern Bericht erstattete, sah Herr von Achern in die Augen seines Sohnes. Dann stürmte er ohne jedes Wort in den Park hinaus; gleich darauf trug er das Kind ins Schloß. Er telephonierte selbst nach dem Arzt. Der versprach, sofort zu kommen. Händeringend stand Frau von Achern am Bett der kleinen Pia. Sie sah in das versteinerte Gesicht ihres Mannes und fragte dann mit schneeweißen Lippen: „Lothar, um Gottes willen, du glaubst doch nicht, daß Harry— daß Harry— absichtlich?“ Er sah sie an, und sein Blick zerriß ihr das Herz. Leise weinend saß sie da. Der Kreisarzt kam, untersuchte die Kleine. Das zerschossene Knie gab ihm zu denken. Auf jeden Fall mußte das Kind in eine chirurgische Klinik. Ob man dort das Bein vollständig würde heilen können, bezweifelte er. Er ließ sich den Vorfall erklären und machte sich Notizen, um Herrn von Achern Weiterungen zu ersparen. Dann empfahl er sich, nachdem er versichert hatte, daß ein Krankenauto die Kleine abholen werde, denn ein Transport im gewöhnlichen Wagen sei nicht ratsam. Der kleine, bewegliche Arzt ging, begleitet von Herrn von Achern, der sich von ihm verabschiedete. „Ich will von dir jetzt wissen, ob du ein echter Achern bist oder nicht. Die Achern haben nämlich stets die Lüge und die Feigheit verabscheut. Wirst du mir also antworten?“ „Ja, Vater.“ Herr von Achern trat ganz dicht vor seinen Sohn hin: „Hast du— hast du Pia bereits neben der Scheibe gesehen, ehe du den letzten Schuß abgabst?“ Harry zuckte zusammen, dachte aber daran, daß er ein Achern war, und sagte: Sol“ Totenstille war im Zimmer. Herr von Achern war zurückgetreten. Verächtlich ruhte sein Blick auf dem Sohn. „Das hast du fertig gebracht,— du? An dem armen, wehrlosen Kind wolltest du dich also rächen?“ Harry wollte schreien: „Nein, Vater, so war es nicht. Ich habe sie nicht treffen wollen. Vielleicht nur erschrecken, ich weiß nicht, was ich wollte. Ich war ohne Besinnung.“ Doch er schwieg. Er war ein Achern, und die waren nicht feig. Der Vater aber würde ihn jetzt als einen feigen Menschen bezeichnen, wenn er sich derart verteidigte. Herr von Achern sagte: „Du verläßt das Schloß. Ich kann dich vorläufig hier nicht mehr sehen. Es dürfte für dich ohnehin einstweilen besser sein. Wenn du noch einen Funken Mitleid in dir hast, dann müßte es dir das Herz umdrehen, wenn dieses schöne Kind einst als junges Mädchen ein Krüppel ist. Durch deine Schuld! Du bleibst jetzt hier in deinem Zimmer. Das Weitere wirst du hören.“—-Tagelang hatte Harry gewartet. Nur der alte Joseph Wimpert brachte ihm das Essen, sah ihn vorwurfsvoll an und ging dann wieder still hinaus. Wie verfemt kam Harry von Achern sich vor. Niemand kümmerte sich um ihn. Dann aber stand doch einmal sein Vater im Zimmer. „Mache dich fertig, in zwei Stunden fährt der Zug nach L. Du wirst dort die Georgenschule besuchen. Die Abmeldung bei deiner bisherigen Schule ist besorgt. Verabschiede dich von deiner Mutter!“ Ohne ein Wort der Entgegnung zog Harry sich an. Der Vater stand teilnahmlos da, und doch wartete er verzweifelt auf ein paar Worte, mit denen sich Harry nach Pia erkundigte. Vielleicht hätten diese Worte das Vaterherz versöhnlicher gestimmt. Doch nichts geschah. Harry hatte ein trotziges Gesicht, und um den Mund lag ein harter Zug. Seufzend wandte Herr von Achern sich ab. Im Zimmer seiner Mutter stand Harry dann aufrecht und trotzig. „Ich habe niemanden mehr, sie hat mir alles gestohlen— auch dich!“ Jetzt standen ein paar große Tränen in den Augen des Jungen. Frau von Achern zog ihn an sich. Sie beherrschte sich nur mühsam; sie durfte ihm das Scheiden nicht schwer machen, und es mußte doch nun einmal sein. Denn daß darin ihr Mann unerbittlich blieb, das wußte sie nur zu gut. 4 „Mein alter Junge, einmal mußt du sowieso fort von Achern. Ein Mann muß einmal in die Welt hinaus. Ich glaube ja immer noch an dich. Niemand denkt, daß du es absichtlich getan hast; alle meinen, daß es ein unglücklicher Zufall war. Aber es ist schon besser, wenn du jetzt gehst. Papa wird dich von selbst holen, wenn Gras über die Geschichte gewachsen ist und wenn— wenn Pia geheilt wird. Ich hoffe es bestimmt, Harry, damit dieser Vorwurf von dir genommen wird.“ Harry küßte seine Mutter herzlich, aber noch immer fragte er nicht nach Pia. Da legte sich ein bitterer Zug um Frau von Acherns Mund. Sie stand dann am Fenster und sah dem Wagen nach, in dem Harry neben dem Vater Plaß genommen. Und nun saßen sie nebeneinander mit verbissenen Gesichtern. Sie sah dem Wagen nach, bis er am Waldrand verschwand, und sie dachte an die Worte ihres Gatten: „Schon einmal brachte das wilde Blut eines Acherr: Unglück über einen Menschen. Wenn Harry dieses Erbe der Achern in den Adern hat, dann ist Theo von Achern, der Pfarrer, der einzige, der dieses Erbe bändigt.“ Brigitte von Achern dachte an den finsteren Priester, den noch nie ein Mensch hatte lachen sehen. Dort also mußte nun Harry seine Jugend verbringen. Furchtbar! * Langsam ging die Schloßherrin durch den hohen Ahnensaal. Von der Wand sahen die Acherns auf sie herab. Und dort war auch Harry, der jähzornige Ahne, der einst seinen Nachbar derart ins Gesicht schlug, daß der dann das Augenlicht verlor. Das war lange her, aber von diesem Achern, dem Jähzornigen, erzählte man sich im Dorf noch manches. Und heute fiel es Frau Brigitte ganz besonders auf, wie sehr ihr Harry auch äußerlich diesem Urahnen ähnlich war. Der schön geschnittene, trotzige Mund, das dunkle, leicht gewellte Haar, die hohe, schlanke Figur, die dunklen, leidenschaftlichen Augen, 4 Frau von Achern ging langsam weiter, sah ein Weilchen in das Gesicht der Ahnfrau Liselotte, die als Ronne gestorben war, und verließ an der anderen Seite den Saal. (Fortsetzung folgt.)