5 posssssemseeesesessmnsenen Erscheint täglich mit Ausna Sonntagsblatt 1 RM. zogen monatlich.25 N# zspreis 14 tägig mit g. Durch die Post be36 Pfg. Bestellgeld. Anzeigengebühr für die einspaltige 1 mm hohe und 46 mm breite Zeile 5 Pfg., Textzeile 1 mm hoch und 76 mm breit 20 Pfg. Ermäßigte Grundpreise: Stellengesuche 8 Pfg., Vereinsanzeigen, die nicht der Wirtschaftswerbung dienen, 4 Pfg. Die übrigen Bedingungen sind aus der Preisliste Nr. B ersichtlich. Notationsdruck und Verlag: Fritz Küching, Witten=Annen. Nr. 165 verbunden mit der„Annener Volk szeitung“ Anzeigenblatt für Witten-Annen und die Stadtteile Stockum und Düren. emmeeseseenseeseeenennenneesemmam Samstag, den 10. August 1935. Mosse nense Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir keine Gewähr.— Bei Konkurs oder Zwangsvergleich erlischt jeder Nachlaßanspruch. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Fritz Küching, Witten=Annen. Für Anzeigen verantwortlich: Wilhelm Schneider, Witten=Annen. Geschäftsstelle: Witten=Annen, Stockumer Straße 23. Fernruf Nr. 3134 Amt Witten.— Postscheckkonto Dortmund 12335. wsseesssssnssseseennenmeeneeseseneeeeneneeeenmemenseeeereeeennn 31. Jahrgang Eroier-Kohterens-Gi. Ueber Abessinien-Streitfall Paris, 9. August. In amtlichen Kreisen wird bestätigt, daß die Dreier=Konserenz über den Abessinien= Streitfall am 16. August in Paris zusammentreten wird. Hochbetrieb in Addis Abeba 35 ausländische Journalisten harren der kommenden Ereignisse. DN Addis Abeba, 9. August. Der mit der Leitung einer abessinischen Sondermission für Japan beauftragte Daba Biru ist am Freitag nach Tokio abgereist. Er wird als erster abessinischer Konsul sein Land in Japan vertreten. Die abessinische Regierung erklärt hierzu, daß die Ernennung aus diplomatischen Rücksichten erfolgt sei und nichts mit Waffenlieferungen zu tun habe. Die Möglichkeit eines baldigen Beginns kriegerischer Ereignisse rückt die sonst so ruhige und weitentlegene Hauptstadt Abessiniens immer wieder in den Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Dies kommt vor allem auch durch die große Zahl von ausländischen Berichterstattern zum Ausdruck, die sich zurzeit. in Addis Abeba aufhalten und der kommenden Ereignisse harren. 35 ausländische Journalisten, die insgesamt 60 führende Weltblätter und Nachrichtenbüros vertreten, befinden sich in der Hauptstadt. Daß sie schon jetzt bemüht sind, ihre Auftraggeber nach Möglichkeit zufriedenzustellen, geht am deutlichsten aus der Tatsache hervor, daß die hiesige funkentelegraphische Station im letzten Monat 110000 Worte in den Aether sandte, während sonst, in ruhigen Zeiten, monatlich nur etwa 3000 Worte gesendet wurden. Freiwillige Herzte für Abessinien Olmütz(Mähren), 9. August. Drei junge Aerzte und eine Aerztin, die seit zwei Jahren im Proßnitzer Krankenhaus tätig sind, beschlossen, ihre Dienste der abessinischen Regierung anzubieten. Dieses Angebot, das die tschechoslowakische Gesandtschaft in London vermittelte, wurde angenommen, worauf die Aerzte die Reise nach London antraten. Nach Unterzeichnung des Vertrages mit der abessinischen Regierung werden sie mit einem großen Transport englischer Freiwilliger nach Abessinien transportiert. Der Absturz der„Savoia 81“ Das tragische Ende des italienischen Arbeitsministers. Rom, 10. August. Das schwere Flugzeugunglück bei Kairo, bei dem der italienische Arbeitsminister Razza ums Leben kam, hat in der italienischen Oeffentlichkeit große Bestürzung hervorgerufen. Die vollständig verkohlten Leichen der Insassen des abgestürzten italienischen Flugzeugs wurden nach Kairo gebracht, von wo sie nach Italien übergeführt werden sollen. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht geklärt, man vermutet jedoch, daß es sich um eine Explosion der Benzintanks gehandelt hat. An Bord befanden sich außer dem Minister noch dessen Privatsekretär Minasi, ferner der Forscher Baron Franchetti, der als ausgezeichneter Kenner Abessiniens galt, und vier Mann Besatzung. Es handelt sich um ein Wasserflugzeug„Savoia 81“, das regelmäßig den Flugdienst Rom—Asmara versah. Kurz nachdem das Flugzeug Kairo verlassen hatte, sandte der Bordfunker einen Funkspruch nach Asmara, die Maschine sei unter den besten Witterungsverhältnissen aufgestiegen, an Bord befinde sich alles wohl. Mit diesem Augenblick setzte jede weitere Nachricht aus. Als das Flugzeug zur festgesetzten Stunde nicht in Massaua eintraf, wurden sofort Nachforschungen angestellt. In Zusammenarbeit mit den ägyptischen Behörden konnte das Flugzeug in der Nähe von Kairo aufgefunden werden. Sämtliche Insassen waren tot. Das italienische Flugzeugunglück Ein Sabotage=Akt? Rom, 9. August. Da in den letzten Wochen wiederholt Sabotageakte an italienischen Transportschiffen vorgekommen sind und sich mehrfach Demonstrationen gegen die italienische Flagge abgespielt haben, wird in italienischen Bevölkerung die Möglichkeit erörtert, ob nicht an dem Flugzeug„Savoia Marchetti 81“ während der Nacht, die es in Hangar verbrachte, von abessinischen Agenten eine Störung verursacht wurde. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht ganz von der Hand zu weisen, da der Zweck des Fluges sich offenbar nicht mit der Besichtigung der öffentlichen Arbeiten in Eritrea durch Minister Razza erschöpfte, sondern daß eine wenigstens ebenso große Bedeutung der Reise des Barons Franzhetti beizulegen ist. Baron Franzhetti, steht in verwandtschaftlichen Beziehungen zur Familie Rotschild Jind machte sich um seine Vaterstadt Venedig dadurch verdient, daß er dem Staate das alte berühmte„Goldene Auslandsdeutsche 53. im Hochlandlager. Die 1400 auslandsdeutschen Jungen, die bisher im Deutschlandlager das Welttreffen der Hitlerjugend durchführten, sind auf ihrer Deutschland=Rundfahrt zu einem zehntägigen Aufenthalt im Hochlandlager Lenggries eingetroffen. Dort wurden sie— wie die Aufnahme zeigt— vom Reichsjugendführer Baldur von Schirach willkommen geheißen.(Weltbild,.) Haus“ zum Geschenk machte. Er war wiederholt auf Jagdexpeditionen in Abessinien und der„Messagero" hebt hervor, daß Baron Franzhetti mit einer Reihe der Unterfürsten des Kaisers von Abessinien enge persönliche Beziehungen verknüpft hätten; es gewinnt den Anschein, daß er im Augenblick seine Reise nach Abessinien nur ausgeführt hat, um diese freundschaftlichen Verbindungen wieder aufzufrischen und auszunützen. Abeilinien kauft in Polen Uniformen DR Warschau, 9. August. In Lodz ist eine Abordnung abefsinischer Kaufleute eingetroffen, die größere Meugen fertiger Uniformen zur Ausstattung der abessinischen Armee angekauft haben. Weitere Abschlüsse sollen demnächst in Aussicht genommen sein. Soziale Kämpfe in USA Vor einem Riesenstreik der Notstandsarbeiter. Die Vereinigten Staaten stehen vor großen sozialen Kämpfen. Die bei den Notstandsarbeiten in Newyork beschäftigten Arbeiter haben den Generalstreik angekündigt, und zwar als Protest gegen den von der Regierung feste gesetzten Monatslohn von 93,50 Dollars. Die Notstandsarbeiten, mit denen diese Arbeiter beschäftigt sind, fallen unter das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Bundesregierung. Etwa 100000 Arbeiten werden hiervon erfaßt. Die Vertreter der meisten Bauarbeitergewerkschaften in Newyork haben sich mit den Notstandsarbeitern solidarisch erklärt und beschlossen, den Streik zu unterstützen. Auf Grund dieser Tatsachen hat der Leiter des Newyorker Büros der Arbeitsbeschaffungsbehörde, General Johnston, sich am Rundfunk in einer Ansprache an die organisierte Arbeiterschaft gewandt, um den Streik zu verhüten. Johnston mahnte die Arbeiterschaft eindringlich, von ihrem Streikvorhaben abzulassen, da sonst womöglich die etwa 1¼ Millionen hilfslosen hungrigen Familienmitglieder der Arbeiter mit leiden müßten. Die Generalverwaltung der öffentlichen Arbeitsbeschaffung in Washington hat auf die Streikankündigung hin erklärt, daß die Streikenden keine Arbeitslosenunterstützung von der Bundesregierung beziehen würden. Man befürchtet einen Generalstreik der Notstandsarbeiter in ganz Amerika. Die Streikbewegung hat bereits im ganzen Lande Fuß gesaßt. Neue Gräberfunde an der Somme Paris, 10. August. In der aus dem Weltkrieg bekannten Umgebung von Péronne(Somme) sind neuerdings wieder Gebeine von mehreren deutschen Soldaten gefunden worden: an der Straße von Maurepasa nach Feulliers und bei Lonqueval(19 Kilometer nordwestlich von Péronne). Bei den unweit von Maurepas freigelegten sterblichen Ueberresten von zwei deutschen Gefallenen wurden Erkennungsmarken mit folgender, teils unleserlicher Inschrift geborgen: S... Kau... Kr. Pillkallen 3. 4. 95. Ers. Batl. 2. Gard. R. z. F. 1. K. No. 774 und Junkermann... il 19. 1. 95 B. sch. si(2) Ers. Batl. 2. G. R. z. F. Die Erkennungsmarken der fünf bei Longueval entdeckten deutschen Soldaten sind stark verrostet und daher schwer zu entziffern. In drei Fällen sind nur die Regimenter und die Nummern zu erkennen: R. J. R. 109 2. K. No. 441; B. 18. J. R. 9. K. No. 66 und 16 B. J. R. 5. K. No. 446. Die vierte Marke enthält noch einen Teil des Namens: Ignaz.. nz. Ers. Batl. Bay. R. J. R. No. 1778. Nur die fünfte ist einigermaßen leserlich: Schweigbauser Franz 17. 9. 93. 1. Erf. Batl. Bay. 16. J. R. 1. K. No. 1191. Wieder 420000 weniger! Der italienische Arbeitsminister tödlich Der italienische Minister für öffentliche Arbeiten, Luigi Razza, ist beim Fluge nach der italienischen Kolonie Eritrea unweit von Kairo abgestürzt und zusammen mit den anderen sechs Flugzeuginsassen ums Leben gekommen.(Weitbild,.) * Ausländische Dampfer für Italien DR Rom, 9. August. Die Nachrichten über den Aukauf von ausländischen Dampfern durch italienische Schiffahrtsgesellschaften werden nunmehr von zuständiger italienischer Seite bestätigt. Obwohl Italien seinen eigenen Passagierdienst erheblich einschränkte, hat es sich doch als notwendig erwiesen, ausländische Dampfer zu kaufen, um die Verladungen nach den italienischen Kolonien in möglichst beschleunigtem Tempo durchführen zu können. Der Beschlutz der Aubenhandelsbank in USH. DR Washington, 9. August. Der Beschluß der Außenhandelsbank, an italienische Firmen keine Kredite zu geben, wird in der amerikanischen Presse durchweg begrüßt und als erstes Anzeichen dafür gewertet, daß Amerika„endlich aufwache“ und keine Kriege im Ausland mehr finanziere. Man erklärt im übrigen, daß fremde Staaten künftig nur noch gegen Barzahlung Kriegsmaterial erstehen könnten. Der Rücgang der Arbeitslosenzilfer DR Berlin, 9. August. Während sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten des Vorjahres bis auf eine Abnahme um 55000 Arbeitslose im Juli verlangsamt hatte, brachte, dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung zufolge, der Juli dieses Jahres nach den Feststellungen der Arbeitsämter eine Abnahme um weitere 122000 Arbeitslose. Damit ist die Zahl der Arbeitslosen auf 1 754000 gesunken. Sie hat demnach innerhalb der letzten beiden Monate die 2Millionen=Grenze bereits um eine Viertelmillion unterschritten. Bei der Abnahme haben zu einem erheblichen Teil das Baugewerbe und dessen Lieferindustrien sowie wegen der durch die Witterung begünstigten Ernte die Landwirtschaft mitgewirkt. Aber auch die konjunkturabhängigen Berufe haben mit wenigen Ausnahmen einen weiteren Rückgang zu verzeichnen. In gebietlicher Hinsicht waren an der Entlastung des Arbeitseinsatzes im Gegensatz zum Juli des Vorjahres alle Landesarbeitsamtsbezirke, zum Teil stärker als im Vormonat, beteiligt. Innerhalb der verschiedenen Berufsgruppen ist nach den Reichsziffern nur im Bekleidungsgewerbe eine jahreszeitlich bedingte Verschlechterung eingetreten. Die Unterstützungseinrichtungen haben in ihrer Entwicklung mit der allgemeinen Auflockerung des Arbeitseinsatzes Schritt gehalten. In der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge ist eine Abnahme um 63.000 auf 904000 Unterstützte eingetreten, während die arbeitslosen anerkannten Wohlfahrtsunterstützungsempfänger um 35 000 auf 386 000 abgenommen haben. In den drei Unterstützungseinrichtungen wurden demnach insgesamt Ende Juli noch 1 290000 arbeitslose Volksgenossen betreut gegenüber 1388 000 Ende Juni. Bei der günstigen Gesamtentwicklung des Arbeitseinsatzes ist besonders beachtlich, daß auch im Juli die Zahl der Notstandsarbeiter um weitere 35 000 planmäßig gesenkt werden konnte. Es standen Ende Juli nur mehr 168000 Notstandsarbeiter in zusätzlicher Beschäftigung.—— Seines Amtes enthoben DR Berlin, 10. August. Der Sonderbeauftragie des Reichsministers Dr. Goebbeis, Hinkel, hat im Einvernehmen mit der Reichstheaterkammer mit sofortiger Wirkung den Bezirksobmann für den Bezirksverband II Berlin=Brandenburg der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger, Franz Edardt, seines Amtes enthoben. Telegrammmechsel Dr. Schacht— Krupp DN Berlin, 9. August. Der geschäftsführende Reichswirtschaftsminister, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, hat an Krupp von Bohlen und Halbach folgendes Telegramm gerichtet: Herzlichste Glückwünsche zum 65. Geburtstag, zugleich in dankbarer Würdigung und Auerkennung Ihrer Verdienste um den Aufbau der deutschen Wirtschaft. Dr. Hialmar Schacht. Aus Villa Hügel traf folgendes Antworttelegramm ein: Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht. Für Ihre anerkennenden Glückwünsche danke ich Ihnen herzlichst. Ich bin glücklich, an den großen Aufgaben der Gegenwart noch mitwirken zu können. Krupp von Bohlen. S Ueber 100000 Personen ertrunken 14 Millionen Obdachlose. D Schanghai, 9. August. Die ungeheuren Ver#uste an Menschenleben und der zuermeßliche Schaden, den das Hochwasser des Bangtse in den Provinzen Wupei, Rganhwei, Kiangsi und Hunan verursacht hat, gehen aus einer amtlichen Mitteilung des Vorsitzenden der chinesischen Reichsstelle der Hochwassergeschädigten, Hsuchihyin, hervor. Danach sind in den genannten Provinzen mehr als 100 000 Menschen ums Leben gekommen. Außerdem wurden mindestens 14 Millionen obdachlos. Die Ueberschwemmungen haben über 100 000 Quadratkilometer Land verwüstet. Der Sachschoden beläuft sich nach vorläufigen Schätzungen auf rund eine halbe Milliarde wersanischer Veller. n 1 er r F be de en er Ae uer as ##t nin, es er en nd lo en ineier en re, en les em in der 13 93 der en, ten itze nd niesille det er! ine iß= iner tal cht irst Die ten zen ber ein ist iliin g # em jese den und 1 en, als vernes sich gebziNr. Baure 1— Lokales § Witten=Annen, 10. August. und das... Wenn im Sommer die Ferne lockt und die Ferienzüge rappelvoll besetzt durch die Lande fahren, gibt es immer noch eine Menge Leute, die ihre Fernsehnsucht unbefriedigt lassen müssen, weil es ihnen am nötigen Geld fehlt. Gewiß, man legt sich eine Reisesparkasse an, verkneift sich das Rauchen und opfert liebgewordene Gewohnheiten, aber dann kommen unvorhergesehene Ausgaben, die Kinderkleider werden übereinstimmend alle zu eng. Schuhe sind nötig, Rechnungen—.— Beim ersten Griff in vie Sparkasse hat man noch ein schlechtes Gewissen und die feste Absicht, den Betrag zurückzugeben, nachher geht alles so fort, und im Frühjahr und Sommer werden alle guten Vorsätze erneut wach. Nun taucht aber ein Vorschlag auf, der wohl zu beachten ist. Wie oft gerät man bei der Wahl eines Geschenkes in Verlegenheit, wie oft erhält man zum Geburtstag 9 Paar Hosenträger, 3 Paar Hausschuhe, mehrere Kissen und überflüssige Dinge, für die man— mindestens in ihrer Ansammlung— keine Verwendung hat. Gewiß gibt es praktische Dinge, die immer erfreuen, aber eine Beigabe fehlt dann, und hier greift Erfindergeist ein: Man schenke sich Kilometer! Die Forderung ist gar nicht von der Hand zu weisen. Es könnte Gutscheine geben über 10, 25, 50 oder 100 Kilometer, man könnte sie sammeln oder selbst welche dazu kaufen, und so entsteht eine große, weite Reise in die Welt. Ohne Zweifel würden diese Gutscheine den Reiseverkehr ungemein heben und somit der Fremdenindustrie ein starker Auftrieb gegeben werden. Vielleicht beteiligen sich die Schiffahrtsgesellschaften auch an diesem Gedanken, dann könnte ein Geburtstagskind in Zukunft über 250 Kilometer jubeln! Im Laufe eines Jahres käme dann tatsächlich eine Reise dabei heraus, und vielleicht läßt sich die Reichsbahn diesen wirklich guten Gedanken einmal durch ihre Kopfstation gehen. * Bei einer Wanderung durchs Sauerland erfreut man sich immer wieder an den Wäldern, manchmal sieht man dann, wie ganze Baumstämme auf mehreren aneinanderhängenden Wagen zur nächsten Eisenbahnstation gebracht werden. An den Kurven der Landstraßen können solche Stämme freilich ein arges Verkehrshindernis werden, bis sie mit Geduld und Verstand um die Ecke gebracht sind, und Geduld ist nicht jedermanns Sache. Einem Berliner Auto begegnete ein solcher Transport von Langholz, und da die Insassen es eilig hatten, fielen hitzige Worte: „Männeken!“ schrie der Berliner,„die müssen Sie erst mal durchsägen! So dürften Sie bei uns in Berlin nicht über die Straße kommen!" Der Sauerländer war aber nicht auf den Mund gefallen: „Durchsägen darf man die nicht,“ sagte er in seinem behäbigen Platt.„das sind doch Zahnstochers für die Berliner.“ Dann knallte er dreimal mit der Peitsche, und das Auto entfloh eiligst! * Man sollte überhaupt vorsichtig sein, ehe man sich ein Urteil erlaubt über Dinge, von denen man nichts versteht. In den letzten Schultagen war unter den Müttern einer hiesigen Schulklasse große Aufregung über die angebliche Ungerechtigkeit eines Lehrers. Der Lehrer nahm in der Turnstunde besonders einen Jungen immer vor, der müsse immer dran glauben.„Wie heißt der Junge denn?“ fragte einer.„Keine ruhige Minute hat der arme Kerl, ich kenne die Leute auch nicht, Vordermann heißt er. Immerlos geht das: Vordermann, Vorderwann! Militärischer Schneid ist Trumpf bei der Jugend. Fast zwanzig Jahre lang hat Deutschland keine Musterung mehr gesehen, die alten Sitten und Gebräuche sind aber nicht gestorben, sie lebten auf mit den ersten Rekruten. Das zeigte sich recht am Tage des deutschen Soldaten, an dem der alte Wehrstand der Tradition und der neue der deutschen Zukunft sich in Kameradschaft die Hand reichten. Auch der unergründliche Kriegerdurst fehlte nicht, und daß die anderen militärischen Eigenschaften bald wieder zum Charakterbild des deutschen Mannes gehören werden, ward jedem zur Gewißheit, der tolz blitzenden Augen der Jungen sah. Im Monat September haben wir auch in Annen den „Tag des deutschen Soldaten“. An zwei Tagen wird gefeiert. Der NSV sollen Mittel für„Mutter und Kind“ zur Verfügung gestellt werden. Hoffentlich haben wir dann auch ein gutes Ergebnis festgustellen. Auf Wiederhören am nächsten Samstag. Hans Sperling. Sonntagsworte. Das Salz ist ein unansehnliches, aber unentbehrliches Mineral. Alle Menschen brauchen es, und durch nichts anderes ist es zu ersetzen. Und wie die Menschen desselben bedürfen, so die ganze Natur. Scheue Hirsche laufen meilenweit aus ihrem Hochgebirge nach den Stellen, wo Menschen das Salz hinstreuen. Auch das Weltmeer, wenn es nicht mit Salz gemischt wäre, würde zu einem übelriechenden Sumpse werden. So ist es das Salz, welches die Welt erhält. Zweierlei Kräfte hat es in sich: Es schützt die D##e vor Fäulnis und belebt sie zugleich durch keinen scharfen Geschmack. Eben darum nimmt Jesus Christus das Salz als Gleichnis für die Christen. Gegen beides wirkt das Salz des göttlichen Wortes: Es straft die Sünde und spornt zum Guten an; es behütet das Leben vor dem Verderben und gibt ihm Inhalt und einen Sinn. Eine Gemeinde ohne Gottesfurcht, eine Familie ohne Chvistentum sind wie leeve Salzfässer, zu nichts nutze.„Ihr seid das Salz der Erde“, heißt es im fünften Kapitel des Matthäus=Evangeliums. Du, Hausvater, sei ein Salz für deine Kinder; erziehe sie in der Zucht und Vermahnung zum Herrn; sei ein Salz für deine Volksgenossen. Denn es ist doch so, daß wir als wahre Christen keine Selbstliebe und Werkgerechtigkeit treiben sollen, und daß die Leute nicht uns, sondern die Werke sehen, daß wir in all unserem Tun nicht unsere, sondern Gottes Kraft bewähren, und daß wir nicht unsere Ehre, sondern Gottes Ehre suchen sellen. „Ihr fold das Salz der Eide. Wo un das Salz dumm wird, womit soll man solzen? Es ist zu nichts hinDer„Tag des deutschen Soldaten“. liegt nun schon fast eine Woche hinter uns. Allmählich können wir die Größe des Erfolges übersehen, den wir der Mitwirkung aller verdanken, die sich in den Dienst der guten Sache gestellt haben, und der dem Hilfswerk „Mutter und Kind“ neue namhafte Mittel zuführte, so daß wir für die Folge noch besser als bisher in der Lage sind, zu helfen zum Besten unserer Wittener Mütter und Kinder, zum Besten der Zukunft unseres gesamten deutschen Volkes. Jeder, der den„Tag des deutschen Soldaten" besucht hat, hat gleich den Eindruck gehabt, daß diese Veranstaltung ein großer Erfolg werden mußte, er hat aber durch sein Erscheinen im gleichen Augenblick dazu beigetragen, daß dieser Erfolg auch errungen wurde. Das sei ihm gedankt. Ganz besonders aber richtet sich unser Dank an den Kyffhäuser=Bund an die Kapelle des 1. Bataillons I. R. Münster, den SA=Musikzug und den Spielmannszug der Gruppe Westfalen, die beiden Gesangvereine, den Wittener Turnverein und an die Dienststellen der SA und der SS, die Teno und den Deutschen Luftsportverfort nütze, denn daß man es hinausschütte und lasse es die Leute zertveten.“ Die Kinder Gottes müssen sich darauf besinnen, daß sie Salz sein sollen; nicht Essig, der ist zu sauer; nicht Pfeffer, der ist zu beißend; nicht Honig oder Zucker, das wäre zu süß. Ihre Art ist das bescheidene, nützliche, heilsame, männliche, unentbehrliche Salz des göttlichen Wortes. * Co Rus is best Je länger ich die Heimat meide, je mehr zeigt mir sich ihr Gewinn: je weiter ihr entfernt ich treibe, je näher ich im Traum ihr bin. Gern zieht im Urlaub man von dannen in schöne deutsche Lande aus und lernt: Am schönsten ist's in Annen:#### denn da sagt man: Ich bin zu Haus. Märker Merker. II Annen, 10. Aug.(Verwandten=Kindertransporte. Selbstzahlerkuren und Kinderlandverschickung des Hilfswerks„Mutter und Kind"). Im Zuge der von der NS.= V. Gau Westfalen=Süd durchgeführten Verwandten=Kindertransporte traten auch etwa 600 Wittener Kinder die Reise nach Ostpreußen, Sachsen, Schlesien, Thüringen, Rheinland, Siegen=Gießen=Frankfurt und Süddeutschland an. Die außerordentliche Fahrpreisermäßigung gestattete es auch Minderbemittelten, ihre Kinder zu Verwandten zu schicken. Sehr viele Kinder fuhren wie im vorigen Jahr in die Altmark, da sie von ihren Pflegeeltern wieder eingeladen wurden. Der erste Kinder=Landtransport nach dem Gau Westfalen=Süd traf am Montag aus Holland ein. Witten bekam diesmal nur 6 auslandsdeutsche Kinder. Der erste Kinder=Landtransport aus dem Gau Westfalen=Süd ging am Mittwoch mit 34 Wittener Jungen an die Nordser. Die Jungen wurden z. T. in privaten Pflegestellen, zum größten Teil aber in Heimen untergebracht. Auch zu Selbstzahlerkuren wurden Kinder durch die N. S. V. verschickt. So ein Transport nach Sassendorf. Anfang nächster Woche geht noch ein Verwandten=Kindertransport nach Salzwedel ab. Sämtliche Kinder wurden vor der Reise ärztlich untersucht. Es konnte festgestellt werden, daß sämtliche Kinder frei von Diphtherie=Krankheitsstoffen waren. So treten denn die Segnungen des Hilfswerk„Mutter und Kind“ immer sinnfälliger in Erscheinung und führen als Rückwirkung der RSB. immer neue begeisterte Anhänger und Mitglieder zu. —(75 Freibäder im Sauerland.) Während noch vor einigen Jahren eine Freibadeanstalt im Sauerland zu den Seltenheiten gehörte, haben in den letzten Jahren die meisten sauerländischen Gemeinden im Interesse des Fremdenverkehrs Freibadeanlagen geschaffen. Eine Rundfrage des Landesverkehrsverbandes Westfalen hat das erfreuliche Ergebnis gezeitigt, daß heute bereits 75 Freibäder im gesamten Sauer=, Sieger= und Wittgensteinerland vorhanden sind. Es besteht also in jedem größeren Fremdenverkehrsort eine solche Anlage, so daß das Nichtvorhandensein eines Freibades kein Entschuldigungsgrund für den Gast ist, diesen Ort nicht aufzusuchen. Wer während seiner Ferien baden will, der hat hierzu reichlich Gelegenheit in den landschaftlich schön gelegenen Freibädern des Sauerlandes. X Annen, 10. August.(Filmschau— Centraltheater— Hurra, ein Junge.) Wieder einmal ein Film, der die Zuschauer zu wahren Lachsalven anregt. Wie kann es auch anders sein, wenn die bekannten Stimmungskanonen wie Georg Alexander, Fritz Schulz, Ida Wüst, Lucie Englisch usw. auf der Leinwand ihr Unwesen treiben. Der Film bringt viele spaßhafte— bei dem obigen Thema ja nicht verwunderlich— Situationen, aus denen man sich nur mit willigem schlagfertigen Humor herauswinden kann. In„Eine Nacht im Paradies“ singt, spielt und tanzt Anny Ondra und reißt die Zuschauer durch ihre eckiggraziösen Bewegungen mit. Auch ein Film, der mit sprudelnder Lebenslust in das Land des Humors führt. —(Verwandten=Kindertransporte.) An alle Eltern egeht die Mahnung, das Geld für die Rückfahrt ihrer zur Ausreise gelangten Kinder bis spätestens 12. August zu zahlen. Kinder, für welche bis dahin das Fahrgeld nicht bezahlt ist, können auch nicht zurückbefördert werden. Die in Ostpreußen, Schlesien, Pommern und Berlin weilenden Kinder können auch bis zum Oktober dort verweilen; in diesem Falle ist das Fahrgeld bis zum 10. September zu zahlen. Also nochmals: Fahrgeld für die Rückfahrt rechtzeitig an uns bezahlen! Amt für Volkswohlfahrt Kreisamtsleitung Witten. 8 Annen, 10. August.(Die Dahlien) zeigen jetzt wieder ihre wunderbare Pracht! Neckisch guckt die rot=weiße „Schützenliesel“ zwischen zartgelben, weißen, lachsroten und purpurnen Riesendahlien hervor, und massenhaft wandern Sträuße dieser herrlichen, dekorativen Spätsommerblumen von den Gärten in die Häuser. Die Kultur der Dahlien ist nicht schwierig; nur sind sie gegen Wind sehr empfindlich, ebenso gegen Nachtfrost im Herbst. Ihre einfachere Form finden wir in der Georgine, der ebenfalls beliebten Rosettenblume, die sich freilich mit den Kaktus=Dahlien nicht messen kann. —(Platzmusik in Witten.) Bei gutem Wetter findet Sonnabend, 10. August, 17 Uhr an der Feldstraße Platzmusik der städt. Kapelle statt. band OG. Witten, die uns durch ihre Mitwirkung und aufopfernde Tätigkeit in der Durchführung des„Tages des deutschen Soldaten“ so hervorragend unterstutzt haben. Hierbei sei auch die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, der Vaterländische Frauen=Vevein vom Roten Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr nicht vergessen. Einen besonderen Dank richten wir aber an jene Wittener Bürger, welche solch hervorragende Quartiere für die Kapelle des 1. Bataillons J. R. Münster zur Verfügung gestellt haben. Wir sind überzeugt, daß alle, die sich handelnd oder durch ihr Erscheinen an dem„Tag des deutschen Soldaten“ beteiligt haben, noch recht oft und gern daran zurückdenken werden. Freudig haben sie alle das Hilfswerk „Mutter und Kind“ gefördert. Ihnen allen nochmals unsern herzlichen Dank! Amt für Volkswohlfahrt Kreisamtsleitung Witten. gez. Rockelsberg, Kreisamtsleiter. § Annen, 10. August.(Die Straße ist kein Spielplatz.) Verschiedene Unfälle in letzter Zeit geben der Stadtverwaltung erneut Anlaß, die Kinder vor den Gefahren der Straße zu warnen. Die Straße ist kein Spielplatz. Der moderne Verkehr ist auch für den, der sich auf der Straße richtig verhält, gefährlich. Wer aber gar leichtsinnigerweise seinen Scherz auf der Straße treiben will, verspielt dabei leicht sein Leben. Darum, Kinder, Vorsicht auf der Straße! Laßt die Fahrbahn den Fahrzeugen! Eltern, achtet auf eure Kinder! —(Westfälischer Humor auf der Berliner Funkausstellung.) Anläßlich der Berliner Funkausstellung wird in den Ausstellungshallen in Berlin eine große westfälische Sendung unter dem Titel: Westfälischer Schinken, Korn, Pumpernickel und Altbier, serviert von eingeborenen Westfalen, die eigens zur Funkausstellung nach Berlin kommen, öffentlich steigen. Echter westfälischer Volkshumor, Gesang und Tanz wird dort den Berlinern vorgesetzt. Der weit über die Grenzen Westfalens bekannte„singende Bierbrauer“ Pinkus Müller wird seine plattdeutschen Volkslieder zum Vortrag bringen. Die Westfalen geben ihren Mitwirkenden durch starke Teilnahme das Geleit, um in Berlin die nötige Durchschlagskraft zu erzielen. —(Die deutschen Kegelmeisterschaften in Dortmund.) Die deutschen Kegelmeisterschaften in Dortmund haben bereits rege Anteilnahme hervorgerusen. Gestern morgen um 7 Uhr begannen auf den 17 aufgebauten Bahnen in der Westfalenhalle die harten Kämpfe um den Meisterschaftstitel. Ruhig und zäh versuchten die Teilnehmer der verschiedensten Wettbewerbe, die Meisterschaft an sich zu bringen. —(Einkommensteuer=Vorauszahlungen der Landwirte 1936.) Der Reichsfinanzminister weist in einem Erlaß darauf hin, daß vom Kalenderjahr 1936 ab in der Einkommenbesteuerung der Landwirtschaft eine Aenderung eintritt. Bisher wurden die Einkünfte nur dann voll zur Einkommensteuer herangezogen, wenn das Einkommen 12000 Mark überstieg. Blieb das Einkommen darunter, so wurden die Einkünfte zur Einkommensteuer nur herangezogen, soweit sie den Betrag von 6000 Mark überstiegen. Die Vergünstigung galt in diesem Ausmaß nur für die Kalenderjahre 1934 und 1935. Ab 1936 tritt an die Stelle des Betrages von 12 000 Mark ein solcher von 8000 und an die Stelle des Betrages von 6000 Mark ein solcher von 3000 Mark. Das hat zur Folge, daß Steuerpflichtige, deren Einkünfte aus Land= und Forstwirtschaft im Wirtschaftsjahr 1935 bis 1936 mehr als 3000 Mark und weniger als 6000 Mark betragen, deren Einkommen aber nicht mehr als 8000 Mk. beträgt, mit diesen Einkünften, soweit sie 3000 Mark übersteigen, neu zur Einkommensteuer herangezogen werden. Für einen Teil der übrigen Steuerpflichtigen ergibt sich eine höhere Heranziehung. Die Vorauszahlungen sollen nach den Einkünften festgesetzt werden, die die Steuerpflichtigen voraussichtlich im Wirtschaftsjahr 1935 bis 1936 erzielen werden. Die Schätzung der voraussichtlichen Einnahmen soll mit Hilfe von Richtsätzen durchgeführt werden. (2) Annen, 10. August.(Kalisalze unschädlich!) In verschiedenen Zeitungen war die irvige Nachricht verbreitet worden, daß Rinder des zur Gutsverwaltung der Herrschaft Januschau gehörenden Gutes Brausen im Kreise Rosenberg durch die Aufnahme von Kalidüngesalzen Schaden genommen hätten. Wie hierzu mitgeteilt wird, haben die Gutsverwaltung und der behandelnde Tierarzt festgestellt, daß die Schädigungen nicht auf Kalisalze, sondern auf ein ausländisches kalifreies Erzeugnis zurückzuführen sind. Die im Kalibergbau gewonnenen Kalisalze sind ein reines Naturerzeugnis, stellen einen der wichtigsten Bausteine für die Ernährung der Pflanzen dar und sind, wie dies in zahlreichen Fällen von Praxis und Wissenschaft belegt worden ist, unschädlich für den tievischen und menschlichen Organismus. K M Weg S K —(In Deutschland gibt es den meisten Urlaub.) Das Internationale Arbeitsamt in Genf hat kürzlich Vergleichszahlen über die Entwicklung des Urlaubs in der Welt bekanntgegeben, aus denen sich ergibt, daß 17 Staaten ihren Arbeitern und Angestellten ein gesetzliches Recht auf einen bezahlten jährlichen Urlaub geben. Für Deutschland stellt der Bericht fest, daß am 1. Januar 1929 von 12 Millionen arbeitsvertraglich erfaßten Arbeidern 97,8 Pzt. einen bezahlten jährlichen Urlaub erhielten. Die seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit veröffentlichten Betriebsord. nungen enthielten überwiegend ebenfalls Bestimmungen über den bezahlten Urlaub, durch die die frühere Regelung häufig verbessert worden sei. Der Informationsdienst der Deutschen Arbeitsfrönt erklärt zu diesem Bericht, daß Deutschland nach den Feststellungen des internationalen Arbeitsamtes in der Urlaubsgewährung an der Spitze stehe. Allein die Zahl der deutschen Arbeiter, die einen Urlaubsanspruch haben, werde mehr als doppelt so groß sein wie die Zahl der Arbeiter in allen übrigen Ländern der Welt, wobei der deutsche Arbeiter im Durchschnitt auch einen längeren Urlaub habe, als die Arbeiter in den meisten anderen Ländern. Witten, 10. August.(Zeugen der Steinzeit.) Das Städtische Museum hat eine außerordentliche Bereiche. rung dadurch erfahren, daß der Heimatforscher Albert Schäser seine großartige Privatsammlung von Steinen dort untergebracht hat. Die Sammlung wird hier längere Zeit verbleiben. Sie ist äußerst sehenswert. Die Sammlung war bisher im Hagener Museum. In ungeheurer Kleinarbeit hat Schäser die Sammlung zusammengestellt. Die Funde stammen fast alle aus der Gegend von Oberaden, Herbeck, Fußseld, Balve und aus den Borkenbergen zwischen Haltern und Dülmen. Noch kürzlich hat Schäser in der Balver Höhle wertvolle Funde gemacht. Die Sammlung ist gegliedert in Funde der älteren, mittleren und jüngeren Steinzeit. Handwerkszeug aller Art sieht man, Schaber, Messer, Meißel, Nadeln, Hobel, Pfriemen aus den verschiedenen Steinarten, vor allem aus Feuerstein, soweit sie der mittleren und jüngeven Steinzeit entstammen. Hitlereiche abgesägt Holzwickede, 9. August. In der Nacht zum Donnerstag wurde die vor zwei Jahren gepflanzte Hitlereiche gegenüber dem Heiligen Baum von Frevlerhänden zerstört, indem man die Krone des Baumes absägte. Auf einem an dem Baum befestigten Stück Papier stand ein Hetzspruch. Die ganze Bevölkerung ist empört über diese hundsgemeine, erbärmliche Tat. Vor kurzem hat die Gemeindeverwaltung den Platz um die Hitlereiche durch Anbringen einer Sandsteinmauer und entsprechender Grünfläche schön verziert, wodurch die Anlage ein würdiges, sinnvolles Aussehen erhalten hat. Nun vernichten Verbrecherhände das dem Führer geweihte Symbol. Es ist nicht zu glauben, daß es Menschen mit solchem fanatischen Haß gibt. Die Polizei, gemeinsam mit der Partei, hat sofort umfangreiche Ermittlungsmaßnahmen getroffen. Hoffentlich gelingt es recht bald, den Täter zu ermitteln und seiner gerechten Strafe zuzuführen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Kirche Annen Sonntagmorgen 9,30 Uhr Gottesdienst, Pfr. Müller, 11 Uhr Kindergottesdienst„anschließend Taufen. Sonntagmorgen 8 Uhr Gottesdienst im Borbachheim, Pfr. Müller, anschließend Kindergottesdienst.— Die Jugendbibelstunden im Vereinshause fallen in diesem Monat aus.— Samstag= und Sonntagabend 8 Uhr Gemeinschaftsstunde. Bezirk Borbach: Dienstagabend 8 Uhr Zusammenkunft des Jungmännervereins.— Donnerstagabend 7,30 Uhr Bibelarbeit und evangel. Schulungsarbeit im Jungmädchenverein. Evangelische Kirche Rüdinghausen Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, Kandidat Müller.— Dienstagnachmittag 4 Uhr im Gemeindehaus Versammlung der Frauenhilfe Rüdinghausen.— Mittwochabend 20 Uhr im Gemeindehaus Kirchenchor.— Donnerstagabend Bibelabend der weibl. Jugend im Pfarrhaus. Evangelische Kirche Stockum Sonntag 9,30 Uhr Hauptgoktesdienst, Pastor Harney. 10,45 Uhr Kindergottesdienst. 11,30 Uhr Taufen. 20 Uhr Christliche Gemeinschaft.— Montag und Donnerstag 19,30 Uhr Gemeinschaftsbibelstunde. 20,30 Uhr Vorbereitung des Kindergotterdienstes.— Freitag 20 Uhr Singschar. * Katholische Kirche Annen 9. Sonntag nach Pfingsten. Hi. Kommunion der Jungmänner und Klasse la der Freiligrathschule. 6 Uhr kl. Messe mit Ansprache(Gemeinschaftsmesse). 7,30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Andacht mit Segen. Vorbach(Waldstraße 6) .30 Uhr hl. Messe mit Predigt. Katholische Kirche Stockum Sonntags sind die hl. Messen wie gewöhnlich:.30 Uhr Frühmesse mit Predigt, 10.15 Uhr Hochamt mit Predigt, 14.30 Uhr Andacht mit Segen. Alt-katholische Pfarrei Witten Christuskirche, Körnerstraße. .15 Uhr Deutsches Amt mit Predigt.— Donnerstag, 15. August(Mariä Hinscheiden).30 Uhr Schottische Liturgie in englischer Sprache, anschließend Deutsche Messe. Kassenboten überfallen 2000 RM. Lohngelder geraubt. Krefeld, 9. August. Heute morgen gegen 11 Uhr wurden der Kassenbote und ein Lehrling der Kreselder Papiergroßhandlung Finkh u. Comp., die auf der Deutschen Bank Lohngelder in Höhe von 2000 RM. abgehoben hatten, von zwei Männern hinterrücks überfallen und zu Boden geschlagen. In dem entstandenen Ringen wurde ihnen die Tasche mit den Lohngeldern sowie ein Scheckbuch der Deutschen Bank entrissen. Zur gleichen Zeit fuhr ein kleiner blauer mit zwei weiteren Männern besetzter Wagen mit einer Aachener Nummer auf der Straße heran. Die beiden Männer sprangen in den Wagen, zertrümmerten die Scheiben und hielten ihre Verfolger durch einen Revolver ab. Kurze Zeit darauf wurde der Wagen in Osterath gesichtet. Zu dem Ueberfall auf einen Kassenboten in Krefeld ersahren wir noch von der Polizei, daß die ersten Vernehmungen und Ermittlungen ergeben haben, daß das Auto die Kennummer I Z 6835 trug und nach Aachen gehört, dort aber nicht gemeldet ist. Die Räuber sind in Richtung Düsseldorf entkommen. * * Die Hitzenzelle in Hmerika fordert wieder 15 Todesopfer. DR Washington, 9. August. Die Hitzewelle, die seit mehreren Tagen die Südweststaaten heimsucht und sich auch in Kansas auswirkt, hat bis jetzt, soweit man es übersehen kann, 15 Todesopfer gefordert. Zahlreiche Personen sind an Hitzschlag erkrankt. Auf einer Zuchthausfarm in Louisiana sind allein fünf Regerhäftlinge infolge der Gluthitze, die hier herrscht, gestorben. Die Temperaturen bewegen sich in den Gebieten, die von der Hitzewelle betroffen sind, zwischen 35 und 50 Grad Celsius. Bostmriüchen drmichetehm senschet. Bamtunde SeitRühing, Witten=Aunen. Für Anzeigen verantwortlich: Wilhelm Schneider, Witten=Annen b. A. VII. B 103, Druk und Berlaz: B: z. po##; C. Snrere e. Proving=Nachrichten dub Unna, 9. August.(Ablieserungspflicht für Gartenbauerzeugnisse.) Der Vorsitzende des Gartenbauwirt= schaftsverbandes Westfalen weist letztmalig und eindringlich darauf hin, daß nach wie vor alle Erzeugnisse des Gartenbaues, insbesondere Obst und Gemüse, von den Erzeugern über die eingerichteten Ortssammelstellen den zuständigen Bezirksabgabestellen anzubieten sind. Der unmittelbare Verkauf vom Erzeuger an den Handel ist verboten und unter Strafe gestellt. Es ist ebenfalls strafbar, sich durch Wort und Schrift(Anzeigen) anzubieten, den An= und Verkauf von Obst und Gemüse zu betreiben. Bochum, 9. August.(Ihren Verletzungen erlegen.) Die Ehefrau Waterkorte, die am 7. d. Mts. ihre beiden Kinder getötet hat, ist am 8. d. Mts. gegen 18 Uhr im katholischen Krankenhaus in Wanne=Eickel ihren Verletzungen erlegen. Bochum, 9. August.(Tödlicher Grubenunfall.) Im Grubenbetrieb der Schachtanlage„Amalie" stürzte der Bergjungmann Fritz Rennewitz aus Bochum in einen Aufbruch. Er trug so schwere Verletzungen davon, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Bochum=Werne, 9. August.(Bau eines Kriegerehrenmals für die Gefallenen des Weltkriegs.) Die Arbeiten an dem Bau des Kriegerehrenmals für die gefallenen Söhne des Stadtteils machen gute Fortschritte. Ueber 12 000 Ziegelsteine sind für die Errichtung des Denkmals nötig. Die Einweihung des Kriegerehrenmals soll noch in diesem Jahr erfolgen. Hagen, 10. August.(Eine Richtigstellung des RD6J.) Zu der kürzlich veröffentlichten Meldung betr. Schaffung einer schwimmenden Jugendherberge zwischen Hamburg und den Vereinigten Staaten stellt der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen fest, daß von ihm ein solcher Plan niemals erwogen worden sei. Siegen, 9. August.(In der Grube tödlich verunglückt.) Der Obersteiger Walter Heinrichs von hier kam bei einem Grubenunfall in Tiesenbronn ums Leben. Bielefeld, 9. August.(Von Dvillingen entbunden.) Im Krankenhaus Gilead(Bethel) schenkte die Frau des Bäckermeisters Hausdorf aus Bielefeld gefunden Drillingen das Leben. Osnabrück, 9. August.(Zwei tödliche Unglücksfälle.) An der Ecke Natruper= und Artilleriestraße geriet am Donnerstag der Begleiter eines Lastzuges aus Osnabrück durch einen unglücklichen Umstand unter die Räder des Anhängers und wurde tödlich verletzt. Der Fahrer des Lastzuges hatte von dem Unfall nichts bemerkt; er mußte erst darauf aufmerksam gemacht werden.— In dem bei Osnabrück liegenden Lastrup geriet ein bei Erdarbeiten beschäftigter Arbeiter zwischen zwei Loren einer Feldbahn. Dem Unglücklichen wurde der Brustkorb eingedrückt. Der Tod trat bei dem Verletzten bald nach der Einlieserung ins Krankenhaus ein. Emsdetten, 8. August.(Vom Lastwagen der Kopf zermalmt.) In der zwischen hier und Saerbeck gelegenen Bauernschaft Sinningen kam der Anfang der fünfziger Jahre alte Bauer Selig mit zwei Pserden von seinem Hof, gerade in dem Augenblick, als ein schwerer Lastzug aus Rheine mit Anhänger die sehr enge Kurve durchfuhr. Dabei wurde wahrscheinlich eines der Pferde von dem Lastzug angefahren; es scheute, rannte gegen den Bauern an und warf ihn so unglücklich zu Boden, daß die Räder des Anhängers über den Mann hinweggingen. Der Kopf wurde ihm vollständig zermalmt. Bonn, 10. August.(Hohe Auszeichnung eines Bonner Wissenschaftlers.) Wie der Reichsminister für Erziehung, Unterricht und Volksbildung, Rust, durch Erlaß vom 18. Juli 1935 mitteilt, ist Geheimrat Prof. A. Philippson in Bonn von der Geographischen Gesellschaft zu Belgrad die„Jovan Evijic“=Medaille für wissenschaftliche Verdienste namentlich im Hinblick auf die Geographie des KKönigsreichs Jugoslawien verliehen worden. Trauerfeier in Goldberg Dr. Ley ehrt die Gefallenen der Arbeit. Goldberg(Schlesien), 10. August. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Stadt und Kreis Goldberg fand im Saal des Hotels„Prinz Heinrich“ zu Goldberg die Trauerfeier für die durch den Felssturz im Basaltsteinbruch Taschenhof ums Leben gekommenen Arbeitskameraden statt. Unter einer großen Blumenfülle standen die neun Särge der bereits geborgenen Toten. Einer der Verschütteten befindet sich noch unter den Gesteinsmassen. Kurz vor Beginn der Feierstunde betraten die Fahnenabordnungen der Ehrenformationen den Trauersaal und nahmen rechts und links von den Särgen Aufstellung. Nach dem Eintreffen des Leiters der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, der in Begleitung des Gauleiters und Oberpräsidenten Joseph Wagner erschien, nahm die Feier ihren Anfang. Dr. Ley sprach den Hinterbliebenen der toten Arbeitskameraden sein Beileid aus und überbrachte dann die Grüße des Führers, der ihn beauftragt habe, den Hinterbliebenen zu sagen, daß der Tod dieser Kameraden der Arbeit nicht umsonst sei. Die Nation sei einig nicht allein in der Freude und im Glück, sondern auch vor allem im Unglück. Das werde den Hinterbliebenen die Trauer leichter machen. Dann nahm Gauleiter und Oberpräsident Joseph Wagner das Wort. Er sprach Trostesworte an die Hinterbliebenen. Kreisleiter Kittler betonte, daß es die heiligste Aufgabe der Kreisleitung sei, den Lebensweg der Hinterbliebenen so zu gestalten, wie sich dies aus der Volksgemeinschaft ergebe. Dann senkten sich die Fahnen, und das Lied vom guten Kameraden leitete über zu den Ansprachen der Geistlichen beider Konsessionen. Darauf wurden die Särge zur Ueberführung der Toten in ihre Heimatdörfer auf die Wagen gehoben. * Der Uebersall auf die 53. in Kreseld Die Täter Mitglieder der Jungschar. DN Düsselderf, 9. August. Zu dem bereits gemeldeten seigen Ueberfall auf eine Gruppe von Hitlerjungen in Krefeid teilt die Geheime Staatspolizei auf Anfrage mit, daß die acht festgenommenen Täter sämtlich der katholischen Jungschar angehören. „ Rürnbeig vom 10.—16. Sextembet Die Nationalsozialistische Partei=Korrespondenz gibt das folgende Programm des Reichsparteitages 1935 bekannt: Dienstag, 10. September. 15.30 Uhr: Empfang der Pressevertreter im Kulturvereinshaus durch den Reichspressechef der NSDAP., Pg. Dr. Dietrich. 17.30 bis 18 Uhr: Einläuten des Parteitages durch die Glocken sämtlicher Kirchen Nürnbergs. 18 Uhr: Empfang der Spitzen von Partei und Staat im Rathaussaal. 19.30 Uhr: Im Opernhaus Festaufführung„Die Meistersinger von Nürnberg“. Von 10 bis 18 Uhr: Eintreffen der Sonderzüge des Reichsarbeitsdienstes auf dem Bahnhof Dutzendteich und Rangierbahnhof. Mittwoch, 11. September. 11 Uhr: Feierliche Eröffnung des Parteikongresses der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in der Luitpoldhalle. 16.30 Uhr: Grundsteinlegung zur Kongreßhalle. Es marschieren dazu auf: je eine Abordnung Politischer Leiter, SA., Reichsarbeitsdienst, RERK., Flieger, SS., Hitlerjugend. Das Reichsheer und die Gruppe General Göring stellen je eine Ehrenkompagnie. 20 Uhr: Kulturtagung im Opernhaus. 20 bis 21.30 Uhr: Stadtkonzert am Adolf=Hitler=Platz Ab 19 Uhr: Eintreffen der Sonderzüge der Politischen Leiter. Donnerstag, 12. September. 10 Uhr: Appell des Reichsarbeitsdienstes auf der Zeppelinwiese. Anschließend: Vorbeimarsch des Reichsarbeitsdienstes vor dem Führer auf der Zeppelinwiese. Anschließend: Marsch durch folgende Straßen: wiese, Regensburger Straße, Marienstrraße, Königstorgraben, Königsstraße, Karolinenstraße, Ludwigsstraße, Frauentorgraben, Bahnhofsplatz, Allersberger Straße, Landwasser. 17.30 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. 20.30 Uhr: Fackelzug der Politischen Leiter durch die Straßen: Hainstraße, Regensburger Straße, Marientunnel, Bahnhofstraße. 21.00 Uhr: Abnahme des Fackelzuges der Politischen Leiter durch den Führer am Bahnhof. Der Fackelzug marschiert weiter durch den Frauentorgraben, Plärrer= Fürther Straße, Willstraße, Deutschherrnstraße; dort Abwurf der Fackeln. Freitag, 13. September. Sondertagungen:.00 Uhr: Auslandsorganisation der NSDAP im Apollo=Theater..00 Uhr: NS=Studentenbund im Katharinen=Bau..30 Uhr: Amt für Beamte im Opernhaus..00 Uhr: Reichsrechtsamt der NSDAP und BNSD J im Kulturvereinshaus. 10.30 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. 13.00 Uhr: Tagung der Hauptschriftleiter der Parteipresse sowie der Presseamtsleiter und der Pressereserenten im Großen Rathaussaal. 14.30 Uhr: Parteigerichtsvorsitzende im Opernhaus. 14.30 Uhr: Reichsarbeitsdienstführer im Apollo=Theater. 17.00 Uhr: Appell der Politischen Leiter auf der Zeppelniniefe. 20.00 Uhr: Frauenkongreß in der Luitpold=Halle. .00 Uhr: Eintreffen der letzten Sonderzüge der Politischen Leiter. Von.00 bis 15.00 Uhr treffen die Sonderzüge der HJ am Bahnhof Dutzendteich ein. Ab 18.00 Uhr: Eintrefsen der Sonderzüge der SA, SS und NSKK. Sonnabend, 14. September. 10.00 Uhr: Der Führer spricht zur Hitler=Jugend in der Hauptkampfbahn des Sradions. 11.30 bis 14.00 Uhr: Dritte Jahrestagung der Deutschen Arbeitsfront. Einsetzung des Reichsarbeits= und =Wirtschaftsrates in der Luitpold=Halle. 12.00 Uhr: Tagung der NSV im Kulturereinshaus. 12.00 Uhr: Tagung des Schulungsamtes im Opernhaus. 15.00 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. Ab 15.00 Uhr: Einlaß zum Volkssest im Stadiongelände. Eröffnung des Volksfestes durch die Werkscharen der Deutschen Arbeitsfront. 20.00 Uhr: Feuerwerk. 13.00 Uhr: Eintressen der letzten Sonderzüge der S# und SS. Sonntag, 15. September. .00 Uhr: Appell der SA. SS und NSKK in der Luitpoldarena. Anschließend Marsch der SA, SS und NSKK durch die Straßen: Wodanstraße—Allersberger Straße—Bahnhofsplatz—Frauentorgraben—Plärrer=— Ludwigstraße—Kaiserstraße—Fleischbrücke. 11.30 Uhr(ungefähr): Vorbeimarsch vor dem Führer am Adolf=Hitler=Platz. 18.00 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. Montag, 16. September. Sondertagungen von.00 bis 13.00 Uhr:.00 Uhr: Gau= ud Kreisleiter, Gaupersonalamts= und Gauorganisationsleiter im Opernhaus. 9 Uhr: Gau= und Kreispropagandaleiter im Apollo=Theater..00 Uhr: Agrarpolitischer Apparat im Katharinenbau..00 Uhr: Kommission für Wirtschaftsolitik im Kulturvereinshaus..00 Uhr: Amt für Technik im großen Rathaussaal..00 Uhr: Erste Vorführung der Wehrmacht auf der Zeppelinwiese. — 10.00 Uhr: Amt für Kommunalpolitik in der Kongreßhalle.— 12.00 Uhr: NS=Lehverbund im Apollo=Theater. — 12.00 Uhr: Amt für Volksgesundheit im Kulturvereinshaus. 14 Uhr: Vorführungen der Wehrmacht. 16.10 Uhr: Ansprache des Führers an die in Paradeaufstellung angetretenen Truppen. 17.00 Uhr: Vorbeimarsch der Truppen vor dem Führer auf der Zeppelinwiese. 18.30 Uhr= Fortsetzung und Schluß des Parteikongresses. 21 Uhr: Truppenteile der Wehrmacht haben auf der Zeppelinwiese Biwak bezogen. 21.30 Uhr: Es marschieren sämtliche am Reichsparteitag teilnehmenden Musikkorps der Wehrmacht aus dem Biwak zum Großen Zapsenstreich vor dem Führer auf der Zeppelinwiese auf. Großer Zapfenstreich. Anschließend Abtransport aller Formationen. Festlicher Empfang der„Europa“ Nach Vollendung der 100. Rundreise in Bremerhaven angekommen. DRB Bremerhaven, 9. August. Schnelldampfer„Europa“ des Norddeutschen Lloyd traf Freitag vormittag von seiner 100. Rundreise über den Nordatlantik kommend in Bremerhaven ein. Vor der Kommandobrücke hatte man eine mehrere Meter hohe Zahl„100“ aus frischem Grün angebracht, die schon beim Einlausen des Dampfers, der über die Toppen geflaggt hatte, sichtbar war. Der Columbus=Bahnhof hatte Rekordbesuch aufzuweisen und präsentierte sich gleichfalls in reichem Flaggenschmuck. Nach dem Festmachen überbrachte Reichskommissar Hermann=Wesermünde dem Kapitän der Europa, Scharf, die Glückwünsche des Reichsverkehrsministers. Zahlreiche Glückwunschtelegramme lagen vor, u. a. von Botschafter Dr. Luther, dem Danziger Senatspräsidenten Greiser und dem Standortältesten der Kriegsmarine, Korvettenkapitän LeißnerWesermünde. In Southampton und in Cherbourg war die„Europa“ auf der Rückreise Gegenstand besonderer Ehrungen. Am Mittag begrüßte der Vorsitzende des Norddeutschen Lloyd, Dr. Rudolph Firle, die Besatzung und sprach ihr seinen Dank aus. Kapitän Scharf erwiderte in herzlichen Worten. Die gesamte Besatzung der„Europa“ fühle sich mit der Betriebsleitung an Land in dem Bewußtsein aufrichtigster Pflichterfüllung aufs engste verbunden. Neueste Nachrichten Zuchthaus für kommunistische Hochverräter Der Zweite Strassenat des Berliner Kammergerichts verurteilte zehn Kommunisten aus Kiel und Umgebung, die sich gegenseitig illegale Schriften der illegalen KPD. zugeschoben bezw. weiterverbreitet hatten, zu Zuchthausund Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren. Reichsbankausseis für die erlte Hugusf-Woche Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. August hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Anlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Wertpapieren um 205,4 auf 4346,2 Mill. RM. verringert. Die Ultimo=Beanspruchung ist damit bereits in der ersten Woche des Monats um nicht weniger als 43/2 Prozent abgedeckt worden. Der Zahlungsmittelumlauf stellte sich am 7. August auf 5765 Mill. RM. gegen 5948 in der Vorwoche. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben um 10 auf 109,9 Mill, RM. zugenommen. Dabei sind die Goldbestände um 10,6 auf 104,6 Mill. RM. gestiegen. Wider die Vorschrikten vergangen München, 9. August. Wie aus Lindau am Bodensee gemeldet wird, ist dem dortigen katholischen Jungmännerverein jede Betätigung verboten worden. Diese bezirksamtliche Verordnung gilt zunächst auf drei Monate. Zuwiderhandlungen werden mit sechs Wochen Haft oder 150 Mark Geldstrafe belegt. Diese Maßnahme erfolgte deshalb, weil dieser katholische Jungmännerverein sich in letzter Zeit mehrfach gegen die Vorschriften vergangen hat, die auf ein Verbot jeglicher sportlicher und turnerischer Betätigung abzielen. 104 Jahre alt Hannover, 10. August. Die älteste Einwohnerin von Hannover, die in der Stolzerstraße 23 wohnende Rent nerin Frau Scharnikow, begeht heute ihren 104. Geburtstag. Rommunistische Unruhen auch in Hlgier Auch in Oran(Algier) ist es zu kommunistischen Unruhen gekommen. Nach einer großen Versammlung der Volksfront zogen etwa 1000 Kommunisten durch die Straßen und stießen dabei feindselige Ruse aus. Als die Polizei die Demonstranten auseinanderzutreiben versuchte, gingen die Kommunisten zum Angriff über. Der Kampf dauerte etwa drei Viertelstunden, dann blieb die Polizei Herr der Lage. Sie hat allerdings zahlreiche Verwundete zu beklagen. Italienische Vorbereitungen Buenos Aires, 9. August. Die italienische Regierung hat in Brasilien 31.000 Tonnen Gefrierfleisch aufgekauft, das für die Truppen in Eritrea bestimmt ist. Der Kaufpreis beträgt 40 Millionen Live. Die Hälfte des Betrages soll sofort in bar bezahlt werden. Die Posener Konservensabriken liesern nicht an Italien Die Posener Konservenfabriken haben den Vertragsabschluß über Konservenlieferungen an die italienische Armee in Abessinten abgelehnt, da die Zahlungen nicht sichergestellt worden seien. Es handert sich um Aufträge in einer Höhe von zunächst dreietnhalb Millionen Zloty (etwa.6 Millionen RM.) Gauleiter Bürchel in Belgrad DR Belgrad, 9. August. Reichskommissar Gauleiter Bürckel traf am Freitag in Belgrad ein und legte am Nachmittag auf dem deutschen Heldenfriedhof einen Kranz nieder. Shoet. Schwimmer ermitteln ihre Meister! Ruhsus Witten 84 startet! Das Meldeergebnis für die Deutschen Meisterschaften in Plauen zeigt jedem Interessenten, in welchem gewaltigen Umfang die Beteiligung an der diesjährigen Leistungsprobe der besten deutschen Schwimmsportler (innen) abgewickelt werden muß. Der Eindruck ist überzeugend, daß im neuen Deutschland die sportliche Bewegung sich in einem unaufhaltsamen Aufstieg befindet. 200 Einzelmeldungen und 80 Staffelmeldungen von 84 Vereinen bezeugen das riesengroße Interesse der großen deutschen Schwimmerfamilie. Es ist das Zeugnis einer gewaltigen Zielstrebigkeit und der unverkennbare Ausdruck des Wissens zur sportlichen Höchstleistung aller meldenden Vereine. Erstmalig nimmt nun auch ein Wittener Schwimmer an den Deutschen Meisterschaften teil. H. Ruhfus vom SC. Witten 84, der noch vor 4 Wochen in Lüdenscheid den Titel eines Gaumeisters errang, startet auch in Plauen in dem 100=Meter=Rückenschwimmen. Seine Gegner sind: Trenschel, Heeressportschule Wünsdorf, Simon, Gladbeck 13, Klipp, Wasserfreunde Jena, Schlauch, Heeressportschule Wünsdorf, Haardt, Elkerfeld 83, Kümmerle, Heeressportschule Wünsdorf, Gerstenberger, Magdeburg 96, Schwarz, Heeressportschule Wünsdorf, Küppers, Plauen 1912, Nordmeyer, Duisburg 1898, Röhriger, Sparta Pforzheim. Wir sehen also, daß dort, wo Meister Küppers lange Zeit einsam überragend allein auf weiter Flur stand, heute ein Dutzend Rückenschwimmer stehen, von denen die Hälfte durchaus ernsthafte Aussichten auf den Meistertitel hat. Verteidiger ist Schwarz, der auch in der Dreibestenliste dieses Sommers klar an der Spitze steht. Erreicht er wieder seine Bestzeit, ist ihm der Titel nicht zu nehmen. Im Endlauf erwarten wir aber auch unseren Wittener Landsmann, der mit Schwarz, Gerstenberger, Schlauch, Küppers, Simon und Trenschel um den Sieg kämpfen wird. Wir wollen hoffen, daß er am Ziel unter den Ersten zu finden ist. * Abnahmeprüfung für das deutsche Sportabzeichen urd Fagendsertabseichen. Heute(Samstag), den 10. August, um 16 Uhr, findet auf dem Sportplatz Wullenstraße(Stadion) eine Abnahmeprüfung für das deutsche Sportabzeichen und Jugendsportabzeichen statt. Interessenten, die im Besitze eines Leistungsbuches sind, wollen sich auf dem Sportplatz bei den zuständigen Leitern melden. Die Sieger des Turnvereins Eintracht beim Harkortbergfest. Bei dem bekannten Harkortbergfest am 5. August 1935 war der Turnverein Eintracht recht zahlreich vertreten. Als Sieger kehrten heim: Karl Triebeler, Walter Visarius, Erich Weber, Walter Wiegold, Herbert Behne, Fritz Hense, Fritz Puderbach, Ervin Schulte, Walter Zülch, Walter Overhoff. Besonders zu erwähnen ist noch die 4X100=MeterJugendstafsel, die als 4. Sieger im gesamten Gau heraus. kam. Müller: Also in Deutschland ißt jeder Mensch 600 Jramm Senf pro Jahr. Det haben se jetzt janz jenau ausjerechnet!— Schultze: Aber Müller, wie is det meejlich! Et jibt doch so und so ville, die ieberhaupt keenen Senf meejen— wat machen denn die nu?— Müller: Na Mensch, det is doch janz klar! Det sind eben die Leute, die bei andern immer ihren Seuf dazujeben. („Kladd.“) (.) „Weißt du schon, daß Frau Schnatterich schwer krank ist, der Arzt sagt, sie habe Bluwergiftung.“ „Na, dann wird sie sich wohl in die Zunge gebissen hoben! * — Gehorcht.„Das letzte Mädchen mußte ich entlassen, weil es nicht gehorcht hat!“ „O, gnädige Frau, auf mich können Sie sich verlassen, ich horche gern!“ Die Ommach! von Tonton Offener Aufruhr gegen die Staatsgewalt Wegen des deutschen Grußes Die kommunistischen Unruhen, die seit einigen Tagen in den französischen Kriegshäfen andauern, haben in Toulon zu Straßenkämpfen von einem Ausmaße geführt, das die revolutionären Ereignisse in Brest weit in den Schatten stellt. Was hier geschehen ist, hat mit Lohnkämpfen nichts mehr zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine offene Auflehnung gegen die Staatsgewalt, die nur durch rücksichtslosen Einsatz farbiger Truppen die Ruhe wiederherzustellen vermochte. Während die Beerdigung des in Brest erschossenen Arbeiters, von der die Behörden wegen der großen Zahl der Teilnehmer neue Ausschreitungen befürchtet hatten, in voller Ruhe verlief, ist es in Toulon nach Einbruch der Dunkelheit zu heftigen Zusammenstößen zwischen Aufrührern und Polizei gekommen. Die Straßenkämpfe entwickelten sich dann zu einem Aufstand ganz großen Ausmaßes. Der Kriegshasen von Toulon war während der ganzen vergangenen Nacht der Schauplatz eines revolutionären Putschversuches. Selbst die halbamtliche Nachrichtenagentur muß zugestellen, daß die Unruhen in Toulon als„tatsächliche Meuterei“ zu bezeichnen seien. Während das Innenministerium die Zahl der Todesopfer mit zwei angibt, meldet der Sonderberichterstatter des„Petit Parisien“ fünf Tote und 200 Verletzte. Der Stellvertreter des Bürgermeisters von Toulon ist im Lause der Unruhen angegrissen und niedergeschlagen worden; sein Zustand ist besorgniserregend. Nach Arbeitsschluß rotteten sich überall Demonstranten zusammen und griffen einzelne Polizeiposten an. Nur mit Mühe konnte die Polizei die Straßen von den Aufrührern säubern. Der wahre Aufstand begann aber erst in den Nachtstunden im Schutze der Dunkelheit. Von den Unruhen ist vor allem die untere Stadt betroffen. Als Polizeibeamte Ansammlungen zerstreuen wollten und einige Revolverschüsse in die Luft abgaben, prasselte aus den Fenstern der umliegenden Häuser ein Hagel von Wurfgeschossen aller Art auf die Beamten herab. Gleichzeitig wurden auf den Straßen die Ladenscheiben eingeschlagen, Kolonialwarenläden geplündert, die Deckel der Kanalisationsschächte herausgerissen und gegen die Polizeipferde geschleudert. Kurz nach Mitternacht sah sich der Präfekt gezwungen, ein Bataillon Infanterie anzufordern, da die berittene Mobilgarde in den engen Straßen der Unterstadt gegen die Aufrührer nichts ausrichten konnte. Die Aufrührer versuchten, den Bahnhof zu stürmen, wurden aber von der Mobilgarde zurückgeschlagen. Kurz darauf erfolgte ein Sturm der Meuterer auf das Gaswerk. Die Aufrührer wurden von Seuegalschützen zurückgeschlagen. Die Polizei mußte immer und immer wieder gegen die Meuterer vorgehen, die zum Teil von den Dächern mit Gewehren auf die Beamten herabschossen. Schließlich wurden Senegalschützen eingesetzt, denen es gelang, gegen 2 Uhr morgens die Straßen zu säubern. Die Meuterer verteidigten sich mit großer Zähigkeit und errichteten Barrikaden, in deren Schutz die Läden zahlreicher Straßen geplündert wurden. Sämtliche Straßenlaternen im Unruhegebiet wurden zerstört, so daß die Kriegsmarine Scheinwerser zur Verfügung stellen mußte, in deren Lichtkegel die Säuberungsaktion durchgeführt wurde. Etwa 70 Meuterer wurden festgenommen, unter ihnen ein Italiener und mehrere nordafrikanische Arbeiter. # Huf dem„Schlachtleld“ von Toulon Alarmierung von Truppenverstärkungen. Die Straßen Toulons, die den Schauplatz des nächtlichen Bürgerkriegs bildeten, so meldet Havas, bieten einen trostlosen Anblick. Vom Platz der Freiheit bis zum Kriegshasen ist der Boden bedeckt mit Trümmern und Scherben der großen Schaufenster= und Reklameschilder, kantigen Splittern der gußeisernen Gaskandelaber und der zerschlagenen Lampen. Die Räume der Zeitungsdruckerei des„Petit Var“ und des dazu gehörigen Lesesaals sind von den Meuterern zerstört und geplündert worden. Ebenfalls ist ein Wassengeschäft von den Aufrührern geplündert worden. Diese Stelle war natürlich der Mittelpunkt des verbissenen Widerstandes der Revolutionäre, die von dort aus ein förmliches Schnellfeuer auf die vorrückenden Truppen der Garde Mobile erössneten. Hier gab es Tote und Schwerverletzte auf beiden Seiten. Die Bevölkerung ist entsetzt und erschreckt über das, was sich in ihrer sonst so friedlichen Stadt abgespielt hat. Der Unterpräfekt hat, da der Belagerungszustand noch nicht verhängt worden ist, offiziell die Leitung und die Verantwortung für die weiteren Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung übernommen. Aus Lyon sind Verstärkungen der Mobilgarde eingetrossen, aus Draguignon 200 Mann des 363. Artillerie=Regiments. Alle öffentlichen Gebäude, insbesondere diejenigen, gegen die die Aufrührer nächtliche Sturmangriffe unternommen haben, wie der Bahnhof, die Post, die Präfektur und der Justizpalast, werden von Wachkommandos besetzt. Marinetruppen bewachen weiter die Marinepräfektur, während unbewaffnete Matrosen vor den einzelnen Gebäuden und Werkstätten des Arsenals Posten stehen. Die zahlreichen Verhafteten werden im Schnellgerichtsverfahren abgeurteilt. * „Champlain“ in See gegangen Paris, 10. August. Die Belegschaften der Ueberseedampfer der Compagnie Transatlantique haben beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen, nachdem sich die Gesellschaft verpflichtet hat, einen Ausgleich für die dreiprozentige Kürzung zu schaffen. Der Ueberseedampfer „Champlain“ hat von Le Havre aus die Ausreise nach Newyork angetreten. Bis Nr. 1000000 Die Unterbringung der alten Kämpfer. Karlsruhe, 10. August. Der badische Gauleiter und Reichsstatthalter, Robert Wagner, hat einen Aufruf erlassen, in dem er feststellt, daß die erste Aktion zur Unterbringung der alten Kämpfer bis zur Mitgliedsnummer 500000 ein voller Erfolg war. Jetzt gelte es, weitere alte Parteigenossen in Arbeit und Brot zu bringen. Er ruse deshalb zur zweiten Aktion zur Unterbringung der alten Parteigenossen mit den Mitgliedsnummer bis 1 Million ans. Sieben Wochen im tschechischen Gesängnis. DN Bayreuth, 9. August. Die„Bayrische Ostmark" berichtet folgendes unerhörte Vorkommnis: Der in Fürth im Wald lebende Schwerkriegsbeschädigte Josef Lackerbauer begab sich am 16. Juni nach dem nahe gelegenen Ort Vollmau jenseits der Grenze zur Kirchweih. Beim Nachhausegehen verabschicdete er sich mit dem Deutschen Gruß„Heil Hitler“. Von der Frau eines tschechischen Zollbeamten herbeigerufen, verfolgte ihn eine Eskorte von vier tschechischen Zollbeamten, die ihn nach Kubitzen brachten. Nach seiner Vernehmung wurde er gefesselt u. in das Bezirksgefängnis nach Taus gebracht. Nach einem Tag Gefäugnis konnte Lackerbauer seine Vernehmung nur dadurch erwirken, daß er die Alarmglocke zog. Nach elf Tagen Einzelhaft wurde Lackerbauer unter dem Vorwand, tschechoslowakische Staatsbürger provoziert zu haben, nach Pilsen abgeschoben und dort zu einem Monat Kerker und Landesverweis verurteilt. Nach siebenwöchiger Kerkerhaft konnte Lackerbauer in schwer krankem Zustande wieder nach Deutschland zurückkehren. Aus aller Welt 150jährige Geburtstagsfeier der ersten deutschen Dampfmaschine. dem die erste von deutschen Werkleuten aus deutschen Am 23. August jährt sich zum 150. Male der Tag, an Werkstoffen geschaffene Dampfmaschine auf dem KönigFriedrich=Schacht bei Hettstedt im Mansfelder Bergbaugebiet in Betrieb genommen wurde. Ein 1890 vom Verein deutscher Ingenieure errichtetes Denkmal bezeichnet die Stelle auf der Gemeindeflur Burgörner bei Hettstedt, auf der ehemals die Dampfmaschine aufgestellt war. Zur Feier dieses Gedenktages des deutschen Dampfmaschinenbaues veranstaltet der Verein deutscher Ingenieure am Sonntag, dem 25. August d. Is., eine Gedenkseier an dem Maschinendenkmal zu Burgörner. Verkehrsposten am Potsdamer Platz überfahren. In Ausübung seines Dienstes wurde ein Hauptwachtmeister am Potsdamer Platz in Berlin, wo er den Verkehr regelte, von einer Zugmaschine überfahren und erlitt dabei so schwere innere Verletzungen, daß Lebensgefahr für ihn besteht. Katze raubt Ferkel. Ritterhude, 9. August. Ein merkwürdiger Vorfall hat sich in Ritterhude ereignet. Ein Landwirt, der eine Sau mit einige Tage alten Ferkeln besitzt, bemerkte, daß eines dieser Schweinekinder verschwunden war. Das Suchen war zunächst ohne Erfolg, bis der Landwirt plötzlich ein eigenartiges Geräusch, das unter der Staubmühle im Hause hervordrang, hörte. Nach näheren Untersuchungen machte er die überraschende Entdeckung, daß seine eigene Katze mit aller Ruhe das geraubte Ferkel verzehrte. Das eine Hinterbein war Won stark angefressen. Die große Katze wurde sofort getötet, um ähnliche Raubzüge zu verhindern. Grundlos der Spionage bezichtigt. DNB Madrid, 9. August. Am Mittwoch berichteten fast sämtliche Madrider Zeitungen von der Verhaftung eines deutschen Staatsangehörigen in Nerka bei Malaga. Der Veraftete sollte angeblich in eine Spionageangelegenheit„ganz großen Stils“ verwickelt sein. Aber schon am Donnerstag mußten die Behörden den Verhafteten wieder auf freien Fuß setzen, nachdem sie sich von der völligen Haltlosigkeit der Vermutungen überzeugt hatten. Ein neuer Klub der Bärtigen ist in London gegründet worden. Die Mitglieder dürfen nicht älter als 30 Jahre sein und müssen sich durch einen Eid verpflichten, daß sie sich niemals ihren Bart abrasieren lassen. Die Londoner Friseure haben bei dieser Gelegenheit festgestellt, daß leider nur zehn Prozent aller Männer Bärte tragen. Volkskommissar Ossinski gemaßregelt. DRB Moskau, 9. August. Der Rat der Volkskommissare hat, wie amtlich mitgeteilt wird, den Präsidenten des volkswirtschaftlichen Planausschusses, Ossinski, seines Postens enthoben. Da Ossinski bisher in der Planwirtschaft der Sowjetunion eine führende Rolle spielte, hat seine Maßregelung großes Aufsehen erregt. 500 Jahre Laurentius=Pferdeund Jahrmarkt in Crangein Westf. Wanne=Eickel, 9. August. Vom 9. bis 14. August d. Is. steht die Stadt Wanne=Eickel im Zeichen der 500Jahrfeier der Cranger Kirmes und des Dorfes Crange, sowie einer Reichstagung der Wirtschaftsgruppe des Ambulanten Gewerbes in der Reichsgruppe Handel. Das Programm der Festtage sieht eine Heimat= und Volkstumswoche vor, die durch einen historischen Festzug, der die Entwicklung des Ambulanten Gewerbes und die Vergangenheit des Dorfes Crange, das mit dieser Kirmes seit 500 Jahren eng verbunden war und sich aus den zwölf Bauernkotten des Jahres 1435 bis zum heutigen Stadtteil Wanne=Eickel entwickelt hat, zeigen soll. Ein Reit=, Fahr= und Springturnier, an dem sich Reichswehr, Landespolizei, SA. und Privatställe beteiligen, soll an den großen historischen Pferdemarkt erinnern, der seinen Ursprung auf die hochentwickelte Wildpferdezucht der früher im Emscherbruch ansässigen Bruckterer zurückführt und im Laufe der Jahrhunderte gutes Pferdematerial lieferte. Noch wenige Jahrzehnte vor dem Aussterben dieser Emscherbrücher Wildlinge zog der Schwager Napoleons, König Murat von Neapel, im Jahre 1809 mit ihnen durch das unwegsame Gelände der Pyrenäen nach Spanien, und einige Jahre später rüstete Napoleon I. ein ganzes Reiterregiment mit diesen Wildlingen aus, und fast sämtliche Pferde haben den großen Winterfeldzug nach Rußland im Jahre 1812 überstanden. — Das Einfangen dieser Wildpferde geschah durch eine Wurfschlinge, ähnlich dem Lasso der Indianer. Ergötzlich ist die Geschichte des letzten Pferdestrickers, des bärenstarken Bernhard Großfeld, der von einem eingefangenen Wildpferd noch eine ganze Weile durch Sumpf und Ried mitgezogen wurde und als das Pferd am Ende seiner letzten Kraft war, ausrief:„Ek wus ja, das ok di kreg du Os!“ Mit diesem Wildpferdemarkt wurde die Cranger Kirmes in diesem Jahre am gleichen Tage, dem 10. August(Laurentiustag) veranstaltet. So wie diese Kirmes für die Cranger Volksgenossen seit Jahrhunderten ein Heimatfest gewesen ist, das alle diejenigen, die das Schicksal im Laufe der Jahre gezwungen hat, Crange zu verlassen, an diesem Tage aus dem ganzen Reich zur angestammten Scholle zurückrief, so ist auch noch nach der Einwanderung vieler Volksgenossen aus allen Gauen Deutschlands als Folge der zunehmenden Industriealisierung des Westens diese Cranger Kirmes das Heimatfest der Cranger geblieben, und wird in kameradschaftlicher Verbundenheit mit den eingewanderten Stämmen und besonders durch das heranwachsende neue Geschlecht zu einem Heimatfest ganz Wanne=Eickel werden Sport. Gruppeneinteilung der Handballjugendmannschaften des Kreises Hagen, Jahrgang 1918/1919. Gruppe V(Hattingen) 1. Tura Hattingen, 2. Krone Witten, 3. Tv. Bom mern, 4. Tbd. Bommern 08, 5. Sprockhövel, 6. Ruhre tal Witten. Jahrgang 1922 u. jg.(Gruppe VIII) 1. Tura Hattingen, 2. Krone Witten, 3. Tv. Bommern., 4. Tv. Bommern II. Gruppe VI(Witten) 1. TV. Witten, 2. Eintracht Annen, 3. VfL. Stockum, 4. Harkort Wetter, 5. Rüdinghausen, 6. Tbd. Röhre chen, 7. Grundschöttel. Erster Pflichtspielsonntag ist der 15. September, Spieler ohne Pässe dürfen nicht mehr mitspielen. Die Termine werden durch die amtlichen Mitteilungen bekanntgegeben. Um eine unnötige Belastung der Amtlichen Mitteilungen zu vermeiden, werden bei der Terminbekanntgabe nicht mehr die Vereinsnamen erwähnt sondern obige Gruppen und die laufenden Nummern. W. Gießler, Kreishandballjugendwart. * Tv. Jahn Annen 1898 c. V. Folgende Turner kehrten am vergangenen Sonntag vom Harkortbergfest mit einem Siegerkranz heimt Herbert Näscher, Otto Hebestreit, Heinz Riekesmann, Heinr. Jüdemann, Emil Gernand, Gustav Schulte. Vorhersage für Samstag: Bei lebhaften nordwestlichen Winden wechselnd wolkig, Schauertätigkeit, örtliche Gewitter, kühler. Vorhersage für Sonntag: Bei West bis Südwest rückdrehenden Winden meist stärker wolkig mit leichten Niederschlägen, Tagestemperaturen um 20 Grad. O der Natur geht alles sprungweise vor sich. stufenweise, nicht Leibniz. Dampf-Wäscherei Färberei Hl. Schiffmann Wien Hanen Horst Wesselstr. 114 Ruf 3375 Stärkewäsche CaféBrennedien Am Sonntag findet in meinem Lokal fl. gepflegte Weine und Getränke. Besuchen Sie die Bahnhotswirischaft Annen- Süd A. LUNNE. 0 artena Eröffnung mit und ohne Spargirokonten Kreditgewährung Diskontierung von Wechseln Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren(offene Depots) Vermietung von Stahlkammerschließfächern(Safes) Fachgemäße Beratung in allen Geldangelegenheiten echt Eiche billig zu verkausen. Angebote unter Nr. 800 an die Geschäststelle dieser Zeitung. K LLSeARR Bauschule Rastede i. Oldbg. von C. Rohde. Vorbereit. auf d. Reisterprüsung in 2 Sem. Progr. frei. fettdicht, Rolle 50 Blatt u. 100 Bl. Fritz Küching, Witten-Annen. Du und viele Deiner Dolksgenossen. verbringen ihren Urlaub fern dem Heimatort. Um wieviel reichhaltiger und gewinnbringender aber ist Deine Reise, wenn Du die Werke liest, die von all dem Schönen und Sehenswerten Deines Reiseziels erzählen? So nur kernst Du Land und Leute bennen! M Für die Einmachzeit Jahzy! Per, fulkaptel Zellglas- Einmachehaut der hygienische Verschluß für Marmelade, Gelees und Früchte vorrätig bei ArRE-Rauhing Witten-Annen S Wree „ters M! Su wus ja, das markt wurde eichen Tage, So wie seit Jahre diejenigen, vungen hat, em ganzen so ist auch nossen aus unehmenden ger Kirmes wird in kaingewanderanwachsende anne=Eickel nnschaften 919. Tv. Bom el, 6. Ruhre Tv. BonL. Stockum, Tbd. Röhre Sepserb vielen. Die ilungen beder Amtei der Terin erwähnt immern. ler sendward. n Sonntag anz heimt iekesmann, schulte. lebhaften hauerschtige West bis woltig mit 20 Grad. ise, nicht Leibniz. konten ihrung chseln ig von ts) mmerallen eine Hinterbein war Won stark angefressen. Die große; Ende seiner letzten Kraft war, ausrief:„Ek wus ja, das 1# 51 Iwa du Oa!“ Mit diesem Wildvferdemarkt wurde Unten: Frontsoldaten- und KriegsopferEhrentag in Potsdam. Mehr als 25000 Mitglieder der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung feierten in der Soldatenstadt den ersten Frontsoldaten= und KriegsopferEhrentag.— Aufmarsch der Fahnen im Potsdamer Lustgarten. Im Hintergrund die historische Garnisonkirche Zoto: Scherls Bilderdienst Jubiläums=Gautag des Gaues Essen der Zehn Jahre Kampf im Ruhrgebiet. Überblick über die Kundgebung auf dem Adolf=Hitler= Platz während der Rede Dr. Goebbels Zoto: Heinrich Hoffmann Rechts: Traditionelles Fest der Bergknappen in Rüdersdorf.— Der Vorbeimarsch des Festzuges an der Bergwerkinspektion Zoto: Sennecke Die historische Fischerhochzeit in Tutzingen. Hoch zu Roß, von einem Trompeter begleitet, zieht der„Hochzeitslader“ durch den Ort und ladet die Gäste zur Teilnahme an der Feier und an dem Festschmaus ein : Presse=Bild=Zentrale Zoto Oben links: Die neue Ruhestätte für Hermann Löns. Die Gebeine williger gefallenen Dichters Hermann Löns wurden unter militärischen Ehren überführt.— Die Beisetzungsfeierlichkeit im Wacholderpark bei Tietlingen Zeto: Atlantie Autokontrution vorgefahr. Rädern! In Verlin wurde eine neue #ze#, bei der die Verwendung von acht Rädern dem .######## sichere und stoßfreie Straßenlage verleihen soll. Gleichsou bir Anoringung der acht Räder Unglücksfälle bei Achsenbruch und schaden verhüten und beim Befahren unebenen Geländes dem Fahrzeug ein größeres Gleichgewicht geben Zete: Scheris Bilderdienst 87 E sei 25 ## St St bei 84 S4 der wus ja, das narkt wurde zu Roß, von einem Ort und ladet die stschmaus ein öns. Die Gebeine öns wurden unter keit im WacholderZoto: Atlantie n wurde eine neue acht Rädern dem leihen soll. Gleichei Achsenbruch und dem Fahrzeug ein : Scheris Bilderdienst GOerer g. 9usgedie Sch PeN A Ste, arbeiten Neue Schuhe des Reichsheeres. Unten Schnürstiefel, oben Gamaschen mit Riemen, die bei Marschpausen, schnell aufgemacht, dem Bein Erholung gewähren Wferiaus Prus Links: Maschinelle Besohlung der Stiefel Im Kreis: Das Lager des Bekleidungsamtes ist angefüllt mit neuen Uniformen A eine Hinterbein war Won stark angefressen. Die große 1 Katze wurde sofort getötet, um ähnliche Raubzüge zu verEnde seiner letzten Kraft war, ausrief:„Ek wus ja, das ek di kreg du Os!“. Mit diesem Wildpferdemarkt wurde 7. Zortsetzung Diesen„Neuesten Witz" bekam er jeden Morgen durchs Telephon. Verfasser war der Handelsjournalist Herz vom „General=Anzeiger“, der mit dem Globus=Verlag ein Abkommen auf Lieferung einwandfrei geruchloser und bartloser neuer gegtlsch fämtsche häte füllen Können. Sparten der sie auf die Abziebmascin. gushemlet gle ggestellt hatte, wurde und schon Kauin zelly gab die Kommandos stas#in 4 sausten die angefeuchteten Finger über den PapierRelly packte die fertigen Briefumschläge nachher in ihr Handlofferchen und wanderte wie allabendlich zum Briefkasten. ürgen begleitete sie ein Stück Weges und wollte ihr irgend etwas Nertes sagen. Das Mädchen imponierte ihm in ihrer norddeutschen Exaktheit. Er dachte an die kleinen Frankfurtepotenten Verlinerinnug u. dleue spien u. charme als diese Hütchen waren gar nicht fesch, sondern verrutscht, und die Augenbrauen glichen in ihrem Schuhwichskolorit den aufgellebten Fasern einer Wurzelbürste. Hansjürgen wandte sich gelangweilt ab. Das ganze Café legen haihsuchend eine Lopf halb verlegen, halb füchend von rechts nach links, als müsse da irgendwo Saunt wieder hinaus. dg Eine Querstraße weiter winkte ein großes Schild: „Heute frischen Schweinebraten und Sauerkrant" Darunter stand auf dem Schaufenster zu lesen:„Krokodil=Bar." 5os Pornprgmiß. war dus Kompromig an die gute Bürgerlichkeit des Westens. Hansjurgen klappte sich den Mantelkragen herunter, faßte insta 10 Hetlinerinnen, und ihm schien, sie seien auch ein wenig licher Großstadtgenerat und Peus trug die Spuren armeiler, bauerischer, gesünder. Nelly trug die Spuren ärms Enselind Ghewig uu Vesitzloser Ahnen beneklind.... Gewiß schlief sie daheim mit drei Geschwistern in einem Zimmerchen, vielleicht zu zweit, zu dritt in Haus Pa Pit a Sie hatte ein Gesicht wie Meister Zilles Gören .. Sie hatte ein Stimmchen wie Cläre Waldoffs Großstadtkinder vom dritten Hof. Hansjürgen stellte sich vor, vaß sie Samstags, wenn sie früh genug nach Hause kam mit dem Kinderwagen voll zappelnder Geschwister spazierenfahren muß, an der Hand das jüngere Brüderchen und unterm Arme eine billige Stoffpuppe, die von den Herrschaften im Wagen trotz guten Zuredens immer wieder hinausgeschmissen wird. Eine Straßenbahn läutet, der Kinderwagen wird in seinem Jaufe gehemmt, das allzu eilige Brüderchen unter gutgemeinten . zungen vom Damm zurück auf den Bürgersteig expediert, die Kleinen im Wagen fühlen in diesem Augenblicke— sei es durch die Aufregung, sei es durch die normale Naturgewalt, sine genisle Feuchtigkeit in den Hosenbeinen—.— sie verziehen das Gesicht, machen„eine Schippe“ wie man in Berlin sagt, plucren los wie zwei kleine Sirenen, die Leute bleiben stehen, blicken das ältere Schwesterchen vorwurfsvoll an, geben gutgemeinte, aber völlig unnütze Ratschläge, die Kinder nehmen diese Sympathiebezeugung zum Anlaß, die Lautstärke ihrer gewaltmusikalischen Darbietungen zu verdoppeln, jetzt kommt al# Schupo näher, denn wo Krach ist, da ist das Gesetz in Aber, Nelltz schiebt ihre Ladung weiter, ruhig, mit leise ermahnenden Worten und unerschütterten Nerven, ein Sinnbas Smzieemütterlicher. Heduld in der armseligen Projektion des Großstaorproterariars.—„Na, Nelly“, fragt Hansjürgen, „wird es dir nicht zu schwers.. Ponchurgen, „Nein, ich mache das immer, und das ist noch gar nichts, da souen Sie erst mal sehen, wie ich Vatern die Kisten auf den Boden oder die Säcke in den Schrebergarten tragen helfe, da is Meutter lahm dagegen. Und überhaupt, ne alte Frau von Einfundvierzig Jahren soll Schluß machen mit den schweren ne alte Frau von fünfundvierzig, dachte Hansjürgen, wo fängt da eigentlich die Jugend an in Berlin N? Erbarmungslose Stadt, die keine Kinder hat! Die Straßenbahn kam Nelly vergaß in der Hast ibr stinktiv an die Krawatte und trat ein. Er mußte durch einen dicken roten Vorhang hindurch und sah sich dann dem Bartisch gegenüber. Auf hohen Stühlen davor hockten zwei Portokassenum Dächesn zun Prchen, die, hübsche hochblonde Schenkmaid ami achen zu bringen. Sie hatten aber kein rechtes Glück damn, denn sie tranten ja nur— kleine„Helle“, und auch die bereits seit einer Stunde, ohne daß die Neige in Sicht kam. ar set#gr is auch wohl noch ein bißchen zu früh für den Mbendbried.. Lokal wartete gnscheinend noch auf die Abenvorotgäste, denn von Zeit zu Zeit guckte die Kochin interessiert in den Gastraum, ohne ein dankbares Objekt für ihre Talente entdecken zu können.— Gut! Er wollte hier sein Abendbrot verzehren:„Bitte, einmal Bratkartoffeln mit Sülze, hier steht es auf der Karte, fünfundsiebzig Pfennig!“ „Zu trinken, der Herr?“—„Ein kleines Helles, bitte!“ schönes Re Sttaßenbahn kam. Reuh bergaß in der Hast ihr s Hochdeutsch, trähte:„Vadammt nochmal, det Aas krieje „krähte:„Vadammt nochmal, det Aas krieje ich nicht mea!“ grüßte turz und rannte wie ein Wiesel hinter dem schon wieder anfahrenden gelben Wagen her:„Hallo, Schasfter, helache. alz, Hansjurgen beschloß, die Künstlerkneipen und Journalistencafés zu inspizieren. Er orientierte sich durch einen diskreten Griff in die Westentasche, ob er noch genügend Vorschuß bei lächerlich machen, spo den Van, mußte dieses Verin eintach sich habe und betrat dann das erste beste Cafe, das einen etwas Babelsphysiognomie,us seine Hintergrunde gewahrte er einige Dämchen von zweifelhaftem Aeußern. Sie sahen wie das Fräulein Wölfchen aus, aber in allen Nuancen übertrieben. Das Lippenrot war kein Lippenrot, sondern eine klatschige rote Reklamemarke, die feschen Ein junges Mädchen mit schlankem Hals und. unruhigen zleichmäßigen Gesichte kam an ihm vorüber, zog sich den Mantel aus und trug ihn in den Hinterraum. erste Barfrau! Hansjürgen schluckte die Bissen etnas hastiger hinunter und trank sein Glas im Nu aus, dann tief er den Keulner. „Noch ein Helles, der Herr?“ „Nein, die Weinkarte!“ Der Ober machte einen kleinen Sprung nach links, griff nach der in schwarzem Kaliko eingebundenen Weinkarte und überreichte sie dem Hilfsredakteur mit vollendet schönem Armschwung. Hansjürgen spürte es deutlich: er bekam sein leichtuind Des inwiberseßrieß, das war eine ganz eigenartige Sache Kann ich alles gebrauchen, konstatierte er in Gedanken, ich werde eine Reportage aus der Weltstadt schreiben, Abteilung Vergnügen. Er lachte über seine schöne Ueberschrift, das ist vielleicht etwas Prickelndes, das muß die Presse fressen. Es lebe der Dienst am Kunden.„Kundendienst, Kundendienst!“ „Iar Heserei(hewstis stereotype Redensart. Ob er nun eie####teichen, Steuern bezahlen oder Abonnenten werben wollte, er verlangte und versprach jedem: Bei mir— Kunden„Figendang einem Begriffe wie„KundenWeltkorrespondenz. Er mußte die Dienste interessanter machen. Halt, eine blendende Idee: Ab morgen wollte er einen neuen Dienst, einführen und der Presse anbieten:„Der Berliner schlag finden. selten seine Verliner Fahrten ihren Riederiier Srsteei-=Bar“ eignete sich gut für Nummer Eins der ner Priefe. Da mußte die Provinz doch staunen, was es ahnte das da breauetf Pogenebraten mit Barbetrieb! Wer stets ansah, herunterreißen wie eine billige Maske. Berlin war urgemütlich, und die Vergnügungsetablissements waren ja gar a Sündenhöhlen, sondern Ausflugsorte für Muttern und Varern und die Kinder bis herunter zu sieben Jahren. Und man kann im„Wintergarten“ und im„Clou“ bei den sensaDa. 8 Händl „Weise der dunk seine Teu Frage!“ Und R Händler „So he in deiner der älteste ich vor allt auf in der schönen un Freude hat er von de von mir, Rhama Weinende deinen ält Gott der führten ihr Wieder „Und 10 zweiten S. ihn ab vor der Straße kam ein Te tionellsten gende But Und damm mi maßenden mein. die sie sich nich Das platinbloni bei und ungefähr: -Ra, So eine 2 Barmixtur Hansji auf den Finanzen Die Bardnichts Gut Herr?“ zu war wohl „Aba Platinblon recht, was sich„Holdr sich aber Prozente de „Eine Am Ei drehte sich wenig und fiel dem Er Filmdiva: 1. Aler, dich gewarte Der„A aufqujekte, Bauch! Kne Auf die rasierter He hervor und sah eigentlich ein— ja, daß es ihm gabe eines g Das Mä Rießling. „Nanu, jürgen befrei seitdem sie de „Der Ok „Er geht im Kolleginnen hoch,„wir mi Sleichnit 18 3½, Phama, dem Weisen, kam Hasid, der reiche Hanoter in Gewürzen und Spezereien. „Weiser Rhama, Herr über Ahrtman, den Gott der dunklen Hölle, und über die Diwe, die seine Teufel sind! Erlaube deinem Knechte eine Frage!“ Und Rhama, der Weise, neigte sich dem Händler und sprach:„Frage!“ „So höre, weiser Rhama, und deute es mir in deiner Wetsheit. Ich hatte einen Sohn, der der älteste war unter drei Brüdern. Den hütete ich vor allen Fährnissen des Lebens. Ich zog ihn auf in der Stille, und er wuchs heran zu einem schönen und klugen Jüngling, an dem ich meine Freude hatte. Aber es kam ein Tag, da kostete er von dem Rausche des Weines. Und er ging von mir, daß ich ihn niemals wiedersah.“ Leinenden und gwpeise, deugte sich zu dem Wemenden und wrach:„Ich trauere mit dir um deinen ältesten Sohn. Er ging zu Ahriman, dem Gott der dunkeln Hölle, und seine Diwe verführten ihn in Gestalt des Bechers.“ Wieder begann Hasid, der Händler. „Und ich wandte meine Sorgfalt auf meinen zweiten Sohn. Ich hielt ihn strenge und sonderte ihn ab von den Gefahren des Lebens, die auf der Straße locken zum Tore der Hölle. Aber es kam ein Tag, da entbrannte er in der Glut zi Von Otoebel einem Weibe, und er ging von mir, daß ich ihn niemals wiedersah.“ Und wieder beugte sich Rhama, der Weise, zu dem Weinenden:„Ich traure mit dir um deinen zweiten Sohn, auch er ging den Weg, der führt zu dem dunklen Gott der Hölle und zu seinen Zinen die ihm erschienen in der Gestialt des „Rhama, Weisester der Weisen, ich liege im Staube und flehe um deinen Rat: Wie soll ich meinen dritten und letzten Sohn halten, daß er nicht falle in die Hände der Diwen und gehe zu dem Gotte der Hölle, der mir seine Brüder raubte in Gestalt des berauschenden Bechers und des glutenden Weides?“ : Da richtete sich Rhama, der Weise, auf und begann:„Höre ein Gleichnis! Vater von drei Söhnen! Es war ein Wanderer, der hatte sich in der Wüste verirrt und seine Schritte waren müde geworden und sein Körper schwankte in den glühenden Strahlen der aufsteigenden Sonne. Jeweiter erschritt, um so mehr quälten ihn Hunger und Durst, aber er fand nichts, das ihn ätze, und nichts, das ihm die trockene Zunge labe. So wanderte er weiter. Hinter ihm heulten die Schakale und trieben ihn vorwärts, bis seine Füße versagten und er zur Erde niedersank. Aber die Totengräber der Wüste, aasgierige Bestien, trieben ihn wieder empor und sagten ihn vor sich her, Und doch stand es nicht iu. Raschlusse des Schicksals, daß er sein Leben unter ihren Mäutern aushauchen solle. Denn als er zum letzten Male niedergesunken war und sein letztes Gebet gesprochen, da nahten sich ihm Männer einer Karawane. Sie nahmen den Ermatteten auf und trugen ihn in ihre Zelte und gaben ihm zu essen und und de ihn zu daß er weiter mit ihnen wandere 5d fli 1/1 dorthin führen könnten, von wo er aufgebrochen war und sich verirrt hatte. Er aber, der Stunden und Tage Durst und Hunger überwunden, er sich vor aasgierigen Schakalen gerettet, er griff mit der Gier des Unbedachten zu dem Becher voll Weiges und lerte ihn auf einen Zug, und er fraß inein, was an leckeren Mahlzeiten ihm aufgetischt wurde. Und wollte im Trinken und Essen kein Ende nehmen. Da aber sank er inmitten des Mahles nieder. Und die Männer der Karawane Tshraten, denn sie hatten einen Toten in ihrem Vater des letzten Sohnes! und esgent; des. Bleichnisses. Reiche deinem Sohne selont den Drcyer des Weines, daß er den Rausch ####und ihn meistern lerne. Führe ihm selbst zu Weid, daß aus dem Jüngling ein Mann werde, der nicht vor den Fährnissen des Lebens erschrecke und eingesogen werde von ihrem Strudel. ihm nicht gehe wie senem Wanderer, Fotel deg Jeheng Duug verschmachtend, an die ader zertörten.=demn Leden dienen solen, i6 ihm tionellsten, Darbietungen oder kitzligsten Pointen das berubigende Butterbrotpapiergeraschel der Familie hören. . Und die Außenseiter, die Extravaganten vom Kurfürstenmein die würden eines Tages hase dar nichts mit Verlin ge#„Des hübsche Mädchen mit dem schlanken Halse und dem ptalnbionden Pagenkopf kam mit tänzelndem Schrittchen vorungefähr. var ihm einen gefälligen Blick zu. Der hieß so S.„Poz zmein Herr, was machst du denn hier, du Kleiner?“ Barmirtur Höflichkeit und Anrempelei, die richtige .. Hansjürgen legte die Weinkarte aus der Hand und wartete einem über. Er hatte sich doch lieber entschlossen, seine Imanzen zu schonen und ein einzelnes Glas Mosel zu trinken. d sette sich mit entschlosenes Gesicht, ahnte Herrd= zu ihm. Sie sprach.... die mein war wohl aus Bayern. mein Hähr' aus. Sie setzen eahne hear“, ulkte Hansjürgen. Die Platinblonde lächelte huldvollst und warf breit hin:„Schon recht, was wollans dann saufa?“ „„„Holdrioh, a Moß Bürr“, lachte Hansjürgen, verbesserte ## aber gleich, als er das uberraschte Gesicht der an ihre #rozente denkenden Bardame gewahrte: „Eine Flasche Rießling. hrechig uiah Eingang entstand ein Gelächter. Die Platinblonde wenig unduu dem Absatz um, verneigte sich entschuldigend ein siel dem Ersten 3u der eintretenen Gruppe junger Männer, Simding:.u den Hals und schluchzte wie eine kitschige dich gewartenen Süher, ich habe schon seit drei Stunden auf Der„Alex" stieß sie burschikos in die Seite, daß sie hell will ich, ich sacbh eigensich e hast auf die Schulter. Er doß es ihm noch erheblich an der 3ns Mädchen kam und brachte den Flaschenkühler mit dem „Nanu, bedienen Sie statt des Kellners?“ fragte jürgen hefremdet. Er konnte die Barfrau nicht mehr leiden, senerm sie dem Halbbetrunkenen um den Hals gefallen war. „Er geht immer um nenn Uhr, denn dann bedienen meine hoch,„zwir machen das mindestens ebenso gu. Augen geradezu ins Gesichr gute ion mit den flackernden Kübler bervar und vigz““ nahm ein zweites Glas binter dem herobt und niccte:„Hm, darf ich mittrinken?“ das Hosschten. vie energischer als und hatte vlärich spürte etwas Veklemmendes in der Kehle " hatte Plogtich eine rauhe Stimme. Barfrauen muß man Luzen, flog es ihm durch den Kopf, das mußte wohl so sein, oh, sie sollten ihm nicht ansehen, das er zum ersten Male—— aber eigentlich war das doch gar keine richtige Bar. das war a tragte gd n t. siel ihm nichts Besseres ein, Sas wis komisch zu Sie lachte:„Das Krokodil hat den Braten gefressen!“ und Hesiter. Herr Ihumy Vierteln voll.„Der gästen so kat u verdient nicht genügend mit seinen Bargasten, se hüt er einen Mittagstisch eingerichtet. Pfui, die Räume riechen immer noch ein bißchen nach dem Futter.“ „Und wie heißt.du?“ . Irmgard“, flüsterte das Mädchen und trank ihm zu,„aber wen dus oist, darfst du mich„Irmi“ nennen.“ machich vin trcd. Seisch bist du, Irmi“, sagte Hansfürgen und Mächte eine teue Rehre bei dem Tango. Dann ärgerte er sich über seine laut gedachte Fesstellung. 1 Irmi lächelte und sah ihm einen Augenblick lang glühend Sshnsh sar Sie hatte das gut heraus. Man mußte es als richt rach orzutat hinnehmen, aber Hansjürgen war es noch nch: techt gewohnt. Er wurde bis über die Ohren rot, wie e Junge und sprach kein Wort mehr während des hast25 fragte er, und seiner Eeizmen d.. vo din umarmt rauher als vorhin var noch eine Ruane 7. Los. Mädchen drohte mit dem Finger.„Huhu, nicht eiferfüchlig werben, das war der Alex Biermann, der ist in ganz Berlin bekannt. Der Klump und wir poussieren ihn ein bißchen, weil ex so viele gut zahlende Gäste mithringt. .# Für mich ist er ein Idiot“, flusterte Hansjürgen und von neuem post.: Er trank sein Glas ler und goß Sachfiapser ist. eimn betrunkener Mensch von Veruf, sicher 71 Frraten!“ lachte das Mädchen.„Er ist nämlich JourHansjürgen machte ein süßsaures Gesicht: „Es ist traurig, daß unsere Presse in die Hände von Marodeuren gekommen ist, die Herrschaften werden sich noch'mal wundern; haben Sie gelesen, was die Razis mit ihnen machen Zigaretenfräulein himn.(Forisetzung fog.) Srez, Die die kostbarsten Stoffe frägt, dag in sich gut zu kleiden versteht, songen, die sich in Zorm und Farbwahl ihrer ner gewissen Unauffälligkeit befleißigt, deren und die vor allem das Zubehör geschmuckvoll auszuwählen versteht. Dieses gute Abstimmen zum Kleide ist sogar beinahe wichtiger als die ung des Kleides seldst. Denn ein noch so gut sitzenhervorragendem Stoff gearbeitetes Kleid wird wesenlos bleiben, wenn das ergänzende Zubehör Uird stilles wirken, wenn das Zubehör auf den ersten aß es eigentlich für eine andere Zusammenstellung Indererseits kann ein Kleid, das weder hinsichtlich och der schneiderischen Gestaltung das besondere seiner Trägerin erregt, geradezu ein Lieblingskleid Aufputz und Ergänzung ihrem Tpp entsprechend ahlt sind. Gerade weil der Zusammenklang der Kleider immer Kleiber gut she eer seiuem Grchursege.- Cnetwendig, beider Bechafuna jebet Einzeinet Mertbungsnuget von vornherein darauf Rücksicht zu nehmen, ob es auch mit den zur Verfügung stehenden Hüten, 27 Handtaschen, Handschuhen, Gärtein, Schals usw. in gutem Einvernehmen stehen wird. Diese vorausschauende Rück##. gehmen, is kleine Mühe. Jewells zum neuen Kleide ültes Bubrgor gut passend neu zu erstehen, ist ein Aufwand, der baltig, Sallackaheten uen 28 vrantworten liche, Doh s es nicht Kich#estopgernten imn der Zusammenstellung von Anzug und Zubehör zu entschuldigen, daß man sich eben nicht zu jedem Kleide eigens passendes Zubehör leineen conne. Bei gut überlegter Auswahl, die besonders das Zardenspiel ins Auge faßt, läßt sich selbst mit ganz geringem Wechsel der ergänzenden Teile in den verschiedensten Zusammenstellungen harmonischen Erscheinung erzielen, der von der gut gekleideten Frau ausgeht. Luse Zabemern: Biche Beler Schach Waagerecht: 1. Fluß in Belgien, 4. männlicher Vorname, 8. Musikinstrument, 9. Fahr. Der Daheimgebliebene Zeichnung von Hans Züsser int Kreuzworträtsel Senkrecht: 1. Fluß in Westdeutschland, 2. Gott des Krieges, 3. das Unsterbliche, 5. Nebenfluß der Mosel, 6. Gebirge in afrika, 7. preuß. Kriegsminister, 11. Schriftstück, 13. Naturerscheinung, 15. Hebezeug, 17. Nebenfluß des Rheins, 18. Blütenpflanze, 20. Hackfrucht, 21. Laubbaum, 22. Lampenruß, 23. amerikanische Münze, 25. junger Mensch. 62 Silbenrätsel as—bach—beche—chen—cho—de—de—eis—elenerz— frey grün—her——im is— ka—ka-kreis— kun— la—last —mer— mus—na—pa— 10— r0w1d#– 1O– 1O–rOR— rub—sa —si tag— tarrh— thu—tro— tu—ur— vo— wen— zog. Aus vorstehenden 47 Silben sind 15 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort ergeben(ch ein Buchstabe). Bedeutung s a sizizeinen Wörter: 1. Gedachte Erdlinie, 2. Sportplatz, "„iunungstrankheit, 4. italienischer Reformator, 5. biblisches Svlt, 6. Engel, 7. deutscher Romanschriftsteller, 8. Dokument, 9. Begeisterung, 10. Schlachtort im Siebenjährigen Krieg, 11. Kirchengesang, 12. Dreigespann, 13. österreichischer Prinzentitel, 14. Duftblume, 15. Zierstrauch. 75 Kinder Kinder philosophierten.—„Heiraten kann man nur unter Verwandten!“—„Wieso denn?“ Meinte Kurtchen:„Das siehst du doch: Papa hat die Mama geheiratet, Großvater die Großmutter und Onkel die Tante.“ 111 Auflösungen aus voriger Nummer: Silbenrätsel: 1. Etikette, 2. Isleib, 3. Novelle, 4. Eulenspiegel, 5. Reseda, 6. Alberich, 7. Christfest, 8. Tennis, 9. Schadow, 10. Dulzinea, 11. Ehegespons, 12. Reichtum, 13. Aspasia, 14. Nikisch, 15. Dilettant, 16. Rhinozeros.— Einer acht's, der andre belacht's, was macht's? Mehr als nötig: Meierei. Geographisches Spiralrätsel: Waggerecht: 2. Nab, 3. Lena, 5. Anden, 6. Indien, 8. Arizona, 9. Saloniki, 11. Neuruppin, 12. Archan= gel. Senkrecht: 1. Bö, 2. Nil, 4. Newa, 5. Altai, 7. Aachen, 8. Argolis, 10. Nagasaki, 11. Neuguinea. Was war die Spröde: Kinderfräulein. Minne: Rosen=Kavalier. Schach: Mit dem feinen Bauernopfer 1. 83— 4t war die Partie gewonnen, da Weiß auf diese Weise seinen König zur Unterstützung der Freibauern auf es und as heranführen kann und deren Vordringen nicht mehr aufzuhalten ist. Man sehe z. B. 1.... 15X#4. 2. K12—=3. h6- h5. 3. Ke3—et. h5—h4 4 KetXes. h4—53 S Kes— ec. h3—h2. 6. c6—c7. und Weiß gewinnt, oder 1. 45—14, 2. Kf2—13. La4—414, 3. K13—e4. La1xgt. 4. 45—46 usw., oder 1...(5X64. 2. K12—=3. La4—55, 3 Ke3—et, Lbs K ab, 4. 45—. 66, La6—55 S. Ket—4s usw., oder 1... 15—14. 2 K12—13..24—c2 3. c5—c7 Le2-d1..K13— ef. La1 X64 S. Ket#es. L44—c8 6 45—06, héh5. 7. Ke5—16, h5—h4, 6. K16—e7. b4—h3. 9 46—47, und Schwarz geht an der Mattstellung seines Königs zugrunde. Ein recht lehrreiches Endspiel! Kampf ums Dasein: Selbstsucht, Selbstzucht M Leichums neuer Weitsprungrekord 7,73 Meter! Ein Bild von der Sprungtechnik des deutschen Rekordspringers Wilhelm Leichum.— Kurz nach dem Absprung Fräulein Steuer neue Hürdenmeisterin! In großartigem Stil nimmt die neue deutsche Hürdenmeisterin Steuer=Duisburg die Hürde Blast Meister im Hammerwerfen mit Rekord 40,17 Meter! Der neue deutsche Meister im Hammerwerfen, Blask=Königsberg KT Wer W ! Syring 5000=Meter=Meister erst nach Kampf! Sechs Läufer lagen bis in die letzte Runde zusammen. Der Moment, in dem sich Spring von seinen Gegnern frei macht Rekordzeit 11,8 Sek.! Abschluß Der Zweikampf der ewigen Rivalinnen Käte Kraus schaften in Grünau! Marie Dollinger(rechts) in 100=Meter=End= Hanseat=Hamburg, die Selar aehabt bude premrien. Golge Fehabt, belbe krennte nur eine Handbreite im Ziel 7 Jotos: Sa Anten; Rthanasius slegte im„Braunen Land von Deutschland“! Auf der Bahn in München=Riem wurde das„Braune Band von Deutschland“ mit seinen Gesamtpreisen von RM 50000.— ausgetragen. Der Start der Teilnehmer um das„Braune Band“ 4 418 Unnence ader Saolseitaftn... Uzer lang genug in Südwest gefarmt hat, weiß, mit D welchem Recht man es„Das Land des Durstes“ nennt. Als ehemaliger Farmer denke ich da zuerst an meine unendlichen Weiden, wo mitunter nur schwindsüchtige Grashalme die einzige Nahrung der großen Schaf= und Viehherden waren. Wo in sandigen Flußbetten manch Kraftwagen stecken blieb und nur Schlangen, Taranteln und Skorpione die einzigen Lebewesen darin bonve. Doch plöslich über Nacht, fan nach sieben Jahren der Trockenheit, bewölkte sich der sonst immer strahlend blaue Himmel, und sechs Wochen klatschte aufhörlich der Regen, mit starken Gewittern verbunden, auf das ausgedorrte Südwest hernieder. Seit Menschengedenken gab es dort nicht solche Regenmassen, und das berühmte Swakopflußbett nahm fast die Breite des Rheins an, aus beiden Uferrändern heraustretend und illes mit sich reißend.— Auch die Bahnlinien im Lande und nach der Südafrikanischen Union sielen den gigantischen Fluten anheim. Flugzeuge waren die einzigen Beförderungsmittel, die die Verbindung und den Transport der allernötigsten Lebensmittel herstellten. Und viele alte Farmer bekamen hier zum ersten Male die Erfolge deutscher Technik zu Gesicht— die Riesenvögel der Steppe— das zukünftige Verkehrsmittel der Deutsches Formhaus, 40 Kilometer östlich von Swakopmund am Swakopsuß gelegen M Kolonien Afrikas.— Viele flüchteten mit ihnen ins Landinnere; andere blieben inmitten der Wasserfluten; und nur mit kleinen Brandbooten konnte man Swakopmund mit den nötigsten Nahrungsmitteln versehen, da auch der Flugplatz tief unter Wasser stand. lich nach Monaten die Sonne wieder zu ihrem Rechte kam, zogen andere Wolken strichweise über das von den reißenden Fluten verwüstete Land: diesmal waren es die Heuschrecken, die noch vernichteten, was die Wasserfluten übriggelassen hatten.— Aber trotz Wolkenbrüchen, Trümmerfeldern und Heuschrecken atmet das ganze Land auf. Alles beginnt wieder zu wachsen und zu Ein neuer„Frühling“ voller Hoffnungen zieht ins Land. Text und Zotos: Walter Dietzig Rechts: Der in der Breite des Rheins fließende Swakop verwandelte den sonst so sauberen Badestrand in kurzer Zeit in ein wahres Trümmerfeld Rechts unten: Die Häuser am Südstrand (Swakopmund) sind alle unter Wasser 1935—32 Zweites Blatt zu Nr. 185 Telegramm an Kruppvon Bohlen und Halbach DRB Berlin, 9. August. Im Auftrage des auf einer Dienstreise von Berlin abwesenden Dr. Ley übermittele ich Ihnen auch namens der Deutschen Arbeitsfront herzliche Glückwünsche zu Ihrem Geburtstage. Sie können, Herr Krupp von Bohlen und Halbach,„mit Genugtuung auf Ihre bisherige Lebensarbeit zurückschauen, die nicht zuletzt auch jenen Typ des Krupparbeiters geschaffen hat, dessen Prägung dem Wollen der Deutschen Arbeitsfront entspricht. Wenn Ihre große Gefolgschaft mit Stolz und gesundem Selbstbewußtsein für Ihr Werk und damit für Deutschland ihre Pflicht erfüllt, so ist dies das Ergebnis Ihrer vorbildlichen Menschenführung im Sinne des neuen Deutschland, wofür Ihnen die Deutsche Arbeitsfront heute ganz besonders dankt. Marrenbach— Adjuiant. nnener Zeitung. „Gufer Ztel ein Sowjeideutschland“ Du. Bündnisangebot der Komintern an die Katholiken. — Losungen der„deutschen“ Kommunisten in Moskau. DR Moskau, 9. August. Die Uebung der KominternLeitung, Reden, deren Bedeutung den Genossen besonders vor Augen geführt werden soll, nach ihrer inhaltlichen Wiedergabe im Sitzungsbericht auch noch später im Wortlaut zu veröffentlichen, kommt im weiteren Verlauf des Kongresses auch einzelnen Debatterednern zu gute, deren Ausführungen nachdrücklichst herausgestellt werden sollen. Zu diesen Rednern gehört nunmehr auch der„deutsche“ Kommunist Walter, dessen Bündnisangebot an die katholischen Verbände in der Sitzung am Mittwoch, wie bereits berichtet, von den Kominternteilnehmern demonstrativ beklatscht wurde. Der Wortlaut seiner Ausführungen läßt noch deutlicher erkennen, daß die Komintern in einer Unterhöhlung der staatlichen Gewalt in Deutschland gegenwärtig ihre wichtigste Aufgabe erblickt. „Das Ziel unserer Politik ist ein Sowjetdeutschland!“ (!!) ruft Walter aus, und diesem Ziel paßt er die Methode an, die er in der Wühlarbeit der Kommunisten in Deutschland angewandt wissen will. Walter stellt zunächst eine Reihe von Losungen für die Tätigkeit in Deutschland auf und sagt, daß außer der Ausnutzung aller„legalen Möglichkeiten“, die sich den kommunistischen Agenten in Deutschland böten, im Lager der Nationalsozialisten selbst(!!)„die Massen für einen Kampf gegen den Nationalsozialismus aktiviert, die Opposition gestärkt und in den bourgeoisen Kreisen Unzufriedenheit geschürt werden sollten.“(!)„Der Schlüssel zu unserer antifaschistischen Tätigkeit liegt in den nationalsozialistischen Massenorganisationen“, ruft Walter aus und glaubt dann, dem Kongreß mit Beispielen aufwarten zu können, wie die Arbeit in diesen Organisationen geleitet werden müßte. Auch in der Hitlerjugend müsse fester Fuß gefaßt werden. Die„deutschen“ Genossen sollten kühn den Weg der Entfaltung dieser gefährlichen, aber interessanten Arbeit betreten, denn— so fährt dieser Agitator am grünen Tisch der Komintern im sicheren Moskau fort— „Die Erfahrung hat gelehrt, daß die Organisation eines Streikes und des aktiven Widerstandes erst in einem Stadium möglich ist, wenn die illegalen Vorbereitungen dazu genügend fortgeschritten sind". Deshalb empfiehlt Walter den sozialdemokratischen und katholischen Verbänden eine gemeinsame Arbeit in allen nationalsozialistischen Massenorganisationen und insbesondere in der Deutschen Arbeitsfront und wünscht die sofortige Aufnahme von Verhandlungen über den Abschluß eines Abkommens für diese gemeinsame Arbeit. Und den Katholiken insbesondere ruft er zu:„Haltet Euch fest aneinander! Wir sind bereit, alles, was uns in der Weltanschauung trennt, in den Hintergrund treten zu lassen und gemeinsam mit Euch für Gewissensfreiheit und für die Herstellung der bürgerlichen Freiheiten zu kämpfen!“ Offenbar fühlt dieser verlogene Demagoge aber selbst, wie unnatürlich die Worte Gewissensfreiheit und bürgerliche Freiheiten in seinem Munde klingen; deshalb versucht er, sich vor diesem Kongreß seiner Gesinnungsgenossen mit dem Anstimmen einer beweglichen Klage darüber, „wie tief Deutschland in den Augen der internationalen Welt durch den Faschismus im Ansehen gesunken sei“ (!), in ein gutes Licht zu setzen. Er tröstet sich jedoch damit, daß das Ziel der Kommunisten ein„Sowjetdeutschland“ bleibe, für dessen Erreichung allerdings selbst dieser Redner die Zeit als„noch nicht gekommen“ erachtet. Deshalb solle, so wünscht cr, vorläufig schon immer eine„breite Volksfront“ gegen den Nationalsozialismus für den Kampf gegen die„Reaktion", für die „Wiederherstellung der bürgerlichen Freiheiten“, die Bewaffnung der Arbeiter(!) und anderes mehr erreicht werden. 250=Jahrfeier der Mindener Schützen Minden, 9. August. Unter lebhafter Anteilnahme der gesamten Bevölkerung der Stadt Minden beging am Sonntag das Mindener Bürgerbataillon seine 250=Jahr= seier, in deren Mittelpünkt die Neustiftung der 1685 vom Großen Kurfürsten zum Mindener Freischießen verliehenen Schießprämie stand. Eingeleitet wurden die Feierlichkeiten mit einer Kranzniederlegung am Kurfürstendenkmal am Wesertor. Den Höhepunkt des Sonntags bildete eine glänzende Parade auf dem von Menschenmassen umsäumten Simeonsplatz, auf dem das gesamte Bürgerbataillon, über 1400 Mann stark, angetreten war. Es folgte der große Festkommers in der„Gville“. In seinen Begrüßungsworten gedachte Stadtmajor Wiehe der 250jährigen Wiederkehr des Tages, an dem der erste brandenburgische Herrscher dem Bürgerbataillon der Stadt Minden aus Dankbarkeit für seine Verdienste eine Schießprämie von 50 Talern stiftete. Unter dem stürmischen Beifall der Versammelten machte Regierungspräsident Freiherr von Oeynhausen von der Neustiftung der Schießprämie Mitteilung, die für die beiden besten Schützen zusammen 100 RM. beträgt. Mit dem Absingen der nationalen Lieder schloß die Festsitzung. Dann wickelte sich ein fröhliches Leben und Treiben auf dem Festplatz ab. „ orort des militättschen Kusammenssiiels zischen Rom und Jatis Der militärischen Zusammenarbeit zwischen Rom und Paris wird in der Pariser Presse große Bedeutung beigemessen. Der Berichterstatter des„Matin“ in Rom erklärt, daß die Erennung des italienischen Generalstabschefs Badoglio zum Offizier der französischen Ehrenlegion mit der kürzlichen Reise des französischen Generalstabschefs Gamelin nach Rom in Verbindung stehe. Bei diesem Besuch sei es zu bedeutenden technischen Besprechungen gekommen. Demnächst werde sich nun Badoglio nach Paris begeben, um den in Rom begonnenen Meinungsaustausch mit Gamelin fortzusetzen. Das freundschaftliche Einvernehmen zwischen Paris und Rom, so bemerkt der„Matin“ zu dieser Meldung seines Korrespondenten, scheine sich auf militärischem Gebiet in einer Reihe greifbarer Tatsachen auszudrücken. Den großen italienischen Manövern an der österreichischen Grenze werde als Operationsgedanke ein von Norden kommender Angriff(!) zugrunde gelegt werden. Etwa 500000 Mann sollen daran teilnehmen. Dadurch werde die italienisch=französische Alpengrenze teilweise von italienischen Truppen entblößt. Auch die zwei neu mobilisierten Divisionen, die für Afrika bestimmt seien, rekrutierten sich aus Städten an der französischen Grenze. Nur eine dieser Divisionen werde durch eine neugebildete ersetzt, während die andere vollkommen motorisiert in den Brennerbezirk geschickt werde. Diese Maßnahme scheine ein Teil einer allgemeinen planmäßigen Umgruppierung der italienischen Streitkräfte zu sein, der auf der militärischen Zusammenarbeit mit Frankreich beruhe. Die neuen französischen Regimenter. Die vor einigen Tagen vom französischen Staatspräsidenten unterzeichnete Verordnung über die Neubildung von Regimentern und Umgruppierung gewisser Truppenteile ist im Zuge der Modernisierung der Armee mit Rücksicht auf die Sicherheit der französischen Ostgrenze erfolgt. So sind einige besonders starke Festungsregimenter geteilt worden, um ihre Beweglichkeit zu erhöhen. Außerdem werden sechs neue Insanterie=Regimenter und ein Artillerie=Regiment an der Ostgrenze gebildet sowie ein marokkanisches Schützen=Regiment nach Belfort gelegt. Ferner werden sieben Gebirgsfestungsbataillone neu gebildet. Die bisherige 4. Kavalleriedivision, deren Stab in Reims liegt, wird in eine leicht motorisierte 4. Division umgewandelt. * „Giornale'Italia“ enthüllt Abessiniens „geheime Kriegsvorbereitungen“. DR Rom, 9. August.„Giornale'Italia“ veröffentlicht am Donnerstag einen„geheimen Mobilmachungsbesehl“ des Kaisers von Abessinien, nach dem am 12. September alle wehrfähigen Männer bewaffnet nach den von ihren Führern angeordneten Plätzen aufbrechen müssen. Die Führer erhalten drei Tage vorher die notwendigen Anweisungen. In dem Geheimbefehl sollen ferner Anweisungen für jede Provinz enthalten sein. Das Blatt unterzieht hierbei die bisherigen abessinischen Kriegsvorbereitungen einer mit vielen Einzelheiten belegten Prüfung. Nach diesen Angaben hat Abessinien bisher 110000 Bewaffnete nach dem Gebiet nahe der italienischen Grenze entsandt. Der beschleunigte Transport von Truppen und Material nach den Grenzstreisen, die aller Wahrscheinlichkeit nach zunächst zum Kriegsschauplatz werden, ist genau organisiert. Innerhalb von drei Tagen seien nicht weniger als drei große Karawanen mit über 1000 Maultieren mit Maschinengewehren und Munition aufgebrochen, um die Grenzgebiete nach Somaliland zu versorgen. An der Grenze nach Eritrea zu seien ebenfalls die militärischen Vorbereitungen in vollem Gange. Den Tigré=Fluß entlang sei eine Schützengrabenlette gelegt worden. Große Truppentransportwege seien im Bau. Ueberall würden Wafsenmagazine erbaut. Ueber die wichtigsten Flüsse würden mit größter Beschleunigung Brücken geschlagen. Wie das Blatt abschließend bemerkt, sei durch diese unleugbaren Tatsachen unwiderruflich bewiesen, daß es Abessinien an dem sogenannten Völkerbundsgeist stark mangeie. Der Eindruck der französischen Kolonialtruppenverstärkungen in Italien DR Rom, 9. August. Mit größtem Interesse wird in Italien davon Kenntnis genommen, daß auch Frankreich für seinen ostafrikanischen Kolonialbesitz militärische Vorbereitungen trifft. So hört man hier von der Verstärkung der französischen Truppen in Französisch= Somaliland und betont, daß die Aufstellung von Küstenund Luftabwehrbatterien im Hafen von Djibouti in Addis Abeba einen geradezu katastrophalen Eindruck hervorgerufen habe. Mit besonderer Genugtnung begrüßt man es hier, daß der Gouverneur von Französisch= Somaliland den italienischen Waffensieg als außer Frage stehend prophezeit habe. Abrüstungskonferenz für den 13. September einberufen. Genf, 9. August. Der Präsident der Abrüstungskonferenz, Arthur Henderson, hat den Mitgliedern des Präsidiums mitgeteilt, daß er mit Rücksicht auf die seit der letzten Sitzung eingetretenen Ereignisse beschlossen habe, das Präsidium während der ersten Woche der Völkerbundsversammlung einzuberufen, damit es eine allgemeine Prüfung der gegenwäctigen Lage vornehme und einen Beschluß über die künftige Aufgabe der Konferenz fassen könne. Wie hierzu aus dem Völkerbundssekretariat verlautet, ist der 13. September in Aussicht genommen worden. In dem Programm des Völkerbundssekretariats war an sich schon seit einigen Monaten eine neue Tagung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz, des sogenannten Büros, für September vorgesehen. Aus welchen besonderen Gründen die Einberufung im gegenwärtigen Augenblick erfolgt ist und welche Ziele Henderson, der in enger Fühlung mit der englischen Regierung vorgehen dürfte, verfolgt, ist zur Zeit nicht bekannt. 70 Gesetzesvorlagen im französischen Ministerrat verabschiedet. DN Paris, 9. August. Der im Elysee abgehaltene Ministerrat ist um 20,30 Uhr zu Ende gegangen. Dem Präsidenten der Republik sind mehr als 70 Gesetzesverordnungen zur Unterschrift vorgelegt worden. Ueber ihren Inhalt ist noch nichts bekannt. Englands Luftaufrüstung „Die größten Bestellungen seit dem Kriege“. In der englischen Presse werden jetzt nähere Einzelheiten über die neuen Luftrüstungen mitgeteilt. Der„Times“ zufolge sind die Pläne des britischen Luftfahrtministeriums hinsichtlich der Anzahl geeigneter Typen und der Sicherstellung einer genügenden Anzahl von Flugzeugen für die Geschwader, die bis Ende März 1937 gebildet werden sollen, jetzt so gut wie fertig. Insgesamt würden erheblich mehr als 2000 Flugzeuge benötigt werden. Es handele sich hierbei um die größten Bestellungen, die seit dem Kriege vergeben worden seien. Das Hauptgewicht sei auf leichte Bombenflugzeuge gelegt, die eine Geschwindigkeit von über 500 Stundenkilometer haben. Die Aufträge zum Bau sollen in den nächsten Wochen vergeben werden. Der Mitarbeiter des Daily Telegraph" teilt mit, daß in Kürze die Ausschreibungen für 19 Kriegsschiffe unter dem Flottenbauprogramm des laufenden Jahres ergehen würden. * 16 neue sowjetrussische Riesenflugzeuge in Auftrag gegeben. DR Moskau, 9. August. Wie amtlich mitgeteilt wird, sind die Vorarbeiten für den Bau von 16 neuen Riesenflugzeugen vom Typ des abgestürzten„Maxim Gork!“ abgeschlossen. Den einzelnen Werken sind bereits die Aufträge erteilt worden. Die neuen Riesenflugzeuge werden mit je sechs Motoren und 1650 PS. ausgerüstet sein. Die neuen Flugzeuge sollen eine Stundengeschwindigkeit von 275 Kilometern entwickeln und bis zu einer Höhe von 6000 Metern steigen können. Ihr Aktionsradius soll 3000 Kilometer betragen. Die Flugzeuge, die alle auf den Namen führender Männer aus der Partei und der Regierung getauft werden sollen, werden für die Aufnahme von 60 bis 70 Mann berechnet sein. Der österreichische Bundespräsident begnadigt österreichische Nationalsozialisten. DR Wien, 9. August. Der Bundespräsident hat, wie die Blätter melden, vier zum Tode verurteilte österreichische Nationalsozialisten zu längeren Kerkerstrafen„begnadigt". Die vier waren wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz angeklagt. Das Schwurgericht verurteilte seinerzeit einen von ihnen zum Tode und sprach die drei anderen aus Mangel an Beweisen frei. Der Verurteilte reichte die Nichtigkeitsbeschwerde ein. Der Oberste Gerichtshof verwarf diese Nichtigkeitsbeschwerde, hob aber gleichzeitig von sich aus die drei Freisprüche auf und verurteilte die drei Freigesprochenen ebenfalls zum Tode. Nunmehr hat der Bundespräsident die Todesstrafen in schwere Kerkerstrafen umgewandelt und zwar erhielt der eine 15, die übrigen drei je zehn Jahre Kerker. Ihn traf der Haß der jüdischen Internationale! Dei in New York lebende deutsche Masseur Kreß und seine Frau, dem von dem New Yorker Bürgermeister La Guardia der Gewerbeschein versagt wurde mit der Bearündung, daß dies eine Gegenmaßnahme gegen die„Entrechtung amerikanischer Staatsbürger jüdischen Glaubens in Deutschland“ sei. Kreß ließ sich jedoch nicht einschüchtern, sondern windte sich an das Staatsdevartement, das gemäß den deutsch=amerikanischen Freundschaftsverträgen den deutschfeindlichen Bürgermeister zur Widerrufung seiner rachsüchtigen Maßnahme auffordern mußte.“ (Scherls Bilderdienst,.) Samstag, den 10. August Verhaftung in Wien DR Wien, 9. August. Ein bekannter Wiener Sportler, der Weitspringer Alfred Bauer, wurde wegen Betätigung für die aufgelöste nationalsozialistische Partei verhaftet. Der Staat greift durch Kolpingsamilie im Kreise Lüdinghausen ausgelöst. DR Münster, 9. August. Die Staatspolizeistelle für den Regierungsbezirk Münster teilt mit: Auf Grund des§ 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 ist die Kolpingsamilie im Bereich des Kreises Lüdinghausen(Regierungsbezirk Münster) auf Grund der bekannten Vorfälle in Werne an der Lippe mit sosortiger Wirkung ausgelöst worden. * Hierzu bemerkt die„National=Zeitung" u..: Wenn sich die Staatspolizeistelle noch nicht dazu entschlossen hat, die Kolpingfamilien im gesamten Regierungsbezirk aufzulösen, dann wohl aus der Erwägung heraus, den übrigen Kolpingbrüdern Gelegenheit zu geben, zu beweisen, wie sie sich nach der Lehre von Werne bezw. dem Kreise Lüdinghausen dem Staat gegenüber einzustellen gedenken. Die„Nationalzeitung" verweist dann auf die gewerbsmäßige Hetze der Jesuiten und schreibt:„Man gehe nur hin und sehe sich den in fast jedem Gotteshaus eingerichteten Kolportagebuchhandel mit Hetzschriften(!!) an, in denen sich Jesuiten zum großen Teil unter Berufung auf den Emigranten Muckermann über„Kirche und Staat",„Kirche und Wirtschaft“, über„Christus als Arbeiterführer" und andere Themen in einer Weise auslassen, die allem ins Gesicht schlägt, was wir im neuen Staat als für unser Volk notwendig und richtunggebend erachten und verfechten. Wir sind der Auffassung und müssen diese Auffassung zu einer Forderung an die zuständigen Stellen erheben, daß mit diesem staatsgefährlichen Handel in den Gotteshäusern(!!) Schluß gemacht werden muß. Es wird natürlich auch jetzt wieder Kreise geben, die da glauben, in dem Vorgehen der Staatspolizeistelle gegen die Kolpingfamilie im Kreise Lüding= hausen eine„Schikane" erblicken zu können, geboren aus dem Bestreben, das konfessionelle Vereinsleben zu unterdrücken. Wie man jedoch selbst an den für die Kolpingfamilien maßgebenden Stellen über die Werner Vorfälle denkt, zeigt folgendes, der Staatspolizeistelle Münster vom Diözesanpräsidium der katholischen Gesellenvereine zugegangene Schreiben: Münster, den 3. August 1935. „Diözesaupräsidium der Kolping=Gesellenvereine Münster i.., Aegidienstraße 20a. Auflösungsurkunde. Auf Grund des§ 5 des Generalstatuts schließe ich hierdurch mit sofortiger Wirkung die Kolpingfamilie Werne a. d. Lippe aus der deutschen Kolpingfamilie aus. Die Kolpingfamilie in Werne ist aufgelöst. Die Mitgliedsbücher und Stammkarten der bisherigen Mitglieder werden durch meine Beauftragten sofort eingezogen. Das Eigentum der Kolpingfamilie Werne wird dem Pfarrdechanten Tenhagen in Werne zu treuen Händen übergeben. Ausschluß und Aushebung haben ihre Begründung zu einem schweren Vorstoß gegen Artikel 4 Absatz 2 des Grundgesetzes der deutschen Kolpingsamilie. gez. Th. Hürth, Reichspräses der deutschen Kolpingfamilie und Generalpräses des Kolpingwerkes Köln. An den Herrn Leiter der Geheimen Staatspolizei, Recklinghausen, zur Kenntnisnahme ergebenst übersandt.“ Gerüste an der Reichskanzlei Ein Balkon wird angebracht. Berlin, 10. August. An der Reichskanzlei in der Wilhelmstraße ist seit einigen Tagen ein Gerüst aufgerichtet, das nicht höher als bis zum ersten Stock reicht und auch in der Breite nur einige Fenster umfaßt. Größere Bauarbeiten konnten also nicht bevorstehen. Wie nun bekannt wird, soll im ersten Stock, unmittelbar über dem Haupteingang, der sonst vollkommen glatt gehaltenen Front der Reichskanzlei ein Balkon angebracht werden, um dem Führer die Möglichkeit zu geben, hervortreten zu können, wenn er sich der Menge zeigen will. Bisher trat er bei solchen Gelegenheiten an das offene Fenster seines Arbeitszimmers, wurde aber durch die hohe Brüstung sehr verdeckt. Der Balkon, von dem man sich gleichzeitig eine Belebung der Front der Reichskanzlei verspricht, wird nicht unmittelbar vor dem Arbeitszimmer des Führers sich Gefinden, sondern er mußte aus architektonischen Gründen vor den Räumen, die im ersten Stock über dem Eingangsportal liegen, angebracht werden. Kein Deutschunterricht im norwegischen Rundfunk DNB Oslo, 9. August. Die Sendeleitung des norwegischen Reichsrundfunks hat beschlossen, aus der Reihe des über den Rundfunk erteilten Sprachunterrichts die deutsche Sprache zu verbannen und nur noch die französische und die englische Sprache beizubehalten. Diese Maßnahme wird damit begründet, daß angeblich der Rundfunk mit Sprachunterrichtsstunden übersättigt sei und man daher eine der Fremdsprachen vom Rundfunkprogramm absetzen müsse. Bei der Einstellung gewisser norwegischer Kreise gegenüber dem Deutschland Adolf Hitlers bedeutet dieser Beschluß für die mit den Verhältnissen in Norwegen Vertrauten keine Ueberraschung. Er liegt auf der Linie der Beschlüsse der roten Gemeinden Oslo und Bergen, die es seinerzeit ablehnten, der Nordischen Gesellschaft für das nordische Musikfest in Lübeck norwegische Fahnen zur Verfügung zu stellen. Es ist daher nur natürlich, wenn in Verfolg dieser Geisteshaltung gegen das neue Deutschland bei der Erwägung, welche von den drei Fremdsprachen vom Rundfunkprogramm zu streichen war, die Wahl auf die deutsche Sprache fallen mußte. Baptistengemeinde Witten=Annen. Erlenschule. Sonntagvormittag, 11 Uhr, Sonntagsschule. Dienstagabend. 8 Uhr. Gebetstunde. Pflege des Frontgeistes in der Schule Ein Erlaß des Reichserziehungsministers. Der Reichs= und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat an die Oberpräsidenten einen Erlaß gerichtet, in dem diese aufgefordert werden, darauf zu halten, daß an den Schulen ihres Amtsbereichs die Erinnerung an das Fronterleben und das Gedächtnis an unsere gefallenen Brüder in der Jugend wacherhalten bleibt und zu helsender Tat wird. Der Frontgeist des Weltkrieges und seine höchste Tat — der Tod für Volk und Vaterland— sind, so heißt es in dem Erlaß, bleibende Grundlagen des Dritten Reiches. Jenen Geist in der Jugend zu wecken und zu pflegen, muß die gesamte Erziehung bestrebt sein. Abgesehen von den um den Sonntag Reminiszere abzuhaltenden Heldengedenkseiern ist in den betreffenden Unterrichtsfächern an geeigneten Stellen und bei besonderen Gelegenheiten die Erinnerung an die Taten unserer Krieger und die Gedenkstätten in der Heimat und in den außerdeutschen Kampfgebieten zu pflegen. Marsch ins Hochlandlager München, 9. August. 1400 deutsche Jungen aus der ganzen Welt fuhren in Lenggries ein. Sie wurden von der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Die Häuser strahlten in der Dämmerung im Lichte der unzähligen Fackeln. Die Omnibusse fuhren dann bis Langeneck, wo der Hilfszug Bayern Aufstellung genommen hatte. Von dort zogen nun die 1400 auslandsdeutschen Jungen mit wehenden Fahnen singend durch die Straßen zum Lager, die von 4000 Hochlandjungen und=pimpfen umsäumt waren. Die Heilruse enderen erst, als die 1400 Jungen aus allen Teilen der Erde ausgenommen waren in die große Gemeinschaft der 4000 Hochlandjungen, mit denen sie 10 Tage zusammenbleiben werden. Siebzehnjähriger erschießt seinen Vater Wien, 9. August. Der 17jährige Elektrikerlehrling Franz Lauermann aus Wien hat gestern während eines Streites seinen 38jährigen Vater erschossen. Der Täter, der sich sofort nach der entsetzlichen Bluttat in der nächsten Wachstube den Beamten zur Verfügung stellte, schildert ein wahres Martyrium, das er und seine fünf Geschwister im Alter von sechs bis sechzehn Jahren an der Seite des Vaters durchmachen mußten. Vor dem Mord hatte der Vater das Fahrrad seines ältesten Sohnes in den Keller gesperrt und wollte es am nächsten Tage verkaufen. Als der Bursche am Morgen zur Arbeit fahren wollte, bat er seinen Vater um die Herausgabe der Kellerschlüssel, um das Rad zu holen. Als ihm die Schlüssel verweigert wurden, ging er in den Keller, mit der Absicht, das Schloß durch Werkzeuge zu öffnen. Der Vater folgte ihm in den Keller, wo es zu wüsten Auseinandersetzungen kam, in deren Verlauf der Vater nach einer Holzhacke griff und seinen Sohn damit bedrohte. Daraufhin zog der Bursche eine Pistole aus seiner Tasche, und der Vater entsernte sich aus dem Keller. Der Bursche folgte ihm und gab dann, ohne ein Wort zu reden, auf der Treppe einen Schuß auf seinen Vater ab, der tödlich getroffen in einer großen Blutlache liegen blieb. Furien in Menschengestalt Zigennermädchen wersen ihre Mutter ins Feuer. Prag, 9. August. Bei der Ortschaft Slutschany in der Südslowakei wurde dieser Tage eins großes Zigennerfest geseiert. Die Zigenner vergnügten sich bei Geigenspiel und Lagerfeuer mit Alkohol und Tanz, als die weiblichen Mitglieder der Bande untereinander in Streit gerieten. Von den beiden Zigeunermädchen Marie und Helene wurde eine Zigeunerfrau halbtot geprügelt; als deren Mann sie schützen wollte, warfen sie sich auf diesen und richteten ihn so zu, daß er bewußtlos liegen blieb. Darauf nahmen sie einen Kessel mit kochendem Wasser vom Feuer und übergossen damit den Unglücklichen. Als sich die beiden Mädchen neuerlich auf ihn stürzen wollten, versuchte ihre 70 Jahre alte Mutter sie zu beruhigen. In ihrer Raserei stürzten sie sich auf ihre Mutter und schlugen sie mit einem Beil nieder. Dann packten sie die Greisin und warfen sie mitten ins Feuer. Gendarmen, die herbeigerusen wurden, fanden die alte Zigeunerin nur noch als Leiche vor. Bisher konnten die geflüchteten Mörderinnen nicht ausfindig gemacht werden. „Der herr von oben“ Kassel, 9. August. In der kleinen" Gemeinde Viernheim(Hessen) hatten sich zwei Zigeunerinnen einen Trick ausgedacht, den sie dann auch ausprobierten. Die eine verhandelte mit der Bäuerin in der Küche, und die andere blieb im Hofe. Als sie glaubte, unbeobachtet zu sein, saßte sie schnell ein fettes Huhn beim Kragen, drehte ihm blitzschnell den Hals ab, so daß es nicht einmal piepte und ließ den Braten unter den Röcken verschwinden. Die beiden Zigeunerinnen verließen dann den Hof und glaubten sich in Sicherheit. Sie hatten sich aber getäuscht, denn schon am Dorfausgang wurden sie von der Polizei festgenommen. Es hatte nämlich doch jemand den Vorfall beobachtet und zwar der Schornsteinseger, der gerade auf dem Dach beschäftigt war. Er hatte sofort die Polizei algrmtert. * Asse laust Schweineherde. Goslar, 9. August. Das war ein seltsamer Anblick der Bewohner der Rabenklippe bei Goslar, als sie eines Tages plötzlich einen Affen durch die Harztannen turnen sahen. Mit Vorliebe hielt sich der Afse in der Nähe von Wildschweinrudeln auf, und nicht selten war das eigenartige Idyll zu beobachten, daß besagter Afse die Wildsauen mit Sorgfalt und Ausdauer lauste. Wie sich später herausstellte, war der Asse dem Besitzer eines Gasthauses entlausen. Auflösung der Rätselaufgabe. Illustriertes Kreuzworträtsel. Waagerecht: Keil, Fell, Rad, Hose, Rübe.— Senkrecht: Steg, Bild, Larve, Feder, Zopf, Obst. In dieser Reihenfolge sind die Wörter einzustellen. Der Limburger Dom wiederhergestellt. Die langwierigen Arbeiten, durch die der Limburger Dom in seinem Innern vollständig erneuert wurde, sind nunmehr abgeschlossen. Am 11. August— dem Tage, an dem vor 700 Jahren des Domes Hauptaitar geweiht wurde, wird er wieder eröffnet werden. (Atlantic,.) Unmenschliche Roheit im„freiesten Lande der Welt Streikbrecherinnen nackt durch die Straßen getrieben. DR Neuyork, 9. August. In Dallas in Texas streiken seit einiger Zeit die Schneiderinnen. Am Mittwoch kam es nun zu größeren Ausschreitungen von Streikenden gegen unorganisierte Streikbrecherinnen, denen die Kleider heruntergerissen wurden. Sie wurden dann unbekleidet durch die Straßen getrieben und von den Streikenden mit den Fingernägeln blutig gekratzt. In Texas sind Frauen, die einen Streik nicht mitmachen wollen, die Kleider vom Leibe gerissen worden. Sie wurden dann nackt durch die Straßen getrieben und ihre Körper mit harten Gegenständen und Fingernägeln zerkratzt. Und das geschieht im freiesten Lande der Welt, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Frauenwürde wird mit Füßen getreten um einer Meinungsverschiedenheit, um einiger Pfennige Lohn willen wird in überaus unmenschlicher Roheit und barbarischer Weise gegen wehrlose Frauen vorgegangen. Die Träger der öffentlichen Gewalt sind nicht in der Lage, dem zu steuern, und solche Unmenschlichkeiten und unglaublichen Vorfällen zu verhindern, die jedes Kulturvolkes unwürdig sind. Wir vermissen aber den Ausdruck des Entsetzens über diese Barbareien. In sämtlichen maßgebenden Zeitungen der Weltpresse haben wir erlebt, daß diese Zeitungen monatelang immer wieder einen Fall behandelten, der sich in einer deutschen Stadt zugetragen haben soll. Angeblich sollen junge Männer der Dirne eines jüdischen Zuhälters das lange Haar abgeschnitten und sie mit einem entsprechenden Schild um den Hals durch die Stadt geführt haben. Es wird gar nicht behauptet, daß die Frau etwa mißhandelt worden sei, nur zur Abschreckung habe man sie durch die Straßen geführt. Es ist unmöglich, die Ausdrücke wiederzugeben, mit denen dieser unglaubliche Vorfall immer wieder und wieder in gewissen jüdischen Auslandsorganen kritisiert worden ist. Bisher haben wir nur gehört, daß dieser viel schlimmere Fall in Dallas in Texas in der großen jüdischen amerikanischen Presse lediglich mit einem behaglichen Schmunzeln behandelt worden ist. Der ganze Vorfall ist abermals ein Beweis für die Unehrlichkeit von Kreisen, die die Verteidigung von Ehre und Anstand für alle Zeiten gepachtet zu haben vorgeben. ProvingNachrichten Dortmund, 10. August.(Neue Werkswohnungen.) Das Eisen= und Stahlwerk Hoesch Köln=Neuessen errichtet an der Lutherstraße sieben Zweifamilienhäuser für Beamte, da in der Nähe der Werksanlagen es an geeigneten Wohnungen fehlt. Sie stehen am Kirchplatz der Lutherkirche und mit der Rückfront zum Brügmanns Wäldchen, das ebenfalls Hoesch gehört und von den Beamten als Park benutzt werden kann. Gelsenkirchen, 9. August.(Eines alten Glöckners Tod.) Am Donnerstagnachmittag wurde in Gelsenkirchen=Horst der dieser Tage im Alter von 75 Jahren verstorbene Glöckner der evangelischen Kirchengemeinde Horst=Süd, Franz Dumont, beigesetzt. Um seinen Tod hat es eine seltsame Bewandtnis. Der greise Glöckner hatte vor wenigen Tagen sein viele Jahre treu verwaltetes Amt niedergelegt, da der von ihm betreute Glockenstuhl mit einem elektvischen Läutewerk versehen wurde. Der alte Glöckner starb, während noch das neue Läutewerk eingebaut wurde. Zum ersten Male erklang es nun zur Beisetzung des alten Glöckners. Münster, 9. August.(SA=Mann als Lebensretter.) Der SA=Mann Bernh. Schmeink in Bocholt, Westend 50, hat am 6. März 1935 unter eigener Lebensgefahr das vierjährige Töchterchen der Familie Drunagel aus der Aa vom Tode des Ertrinkens gerettet.— Der Regierungspräsident in Münster hat dem Lebensretter für sein mutiges Verhalten bei dem Rettungswerk seine Anerkennung ausgesprochen. Düsseldorf, 9. August.(Das Glück dem Glücksmann.) Wahren Kameradschaftsgeist zeigte hier ein junger Mann, der das Glück hatte, bei einem der braunen Glücksmänner ein Los der Arbeitsbeschaffungslotterie zu ziehen, mit dem eine neuntägige kostenlose zum Nordseestrand von Norderney verbunden war. Der glückliche Gewinner war ein Sturmkamerad des Losverkäufers, der lange Zeit erwerbslos gewesen und nicht gerade auf Rosen gebettet war. Als er das Glückslos zog, bedachte er sich keinen Augenblick, sondern schenkte es seinem bedürftigen Kameraden. So wurde auch einmal dem Glücksmann das Glück zuteil. Köln, 9. August.(Schuhfabrik in Flammen.) In einer Schuhfabrik in Ratheim brach ein Großfeuer aus, das mit rasender Geschwindigkeit auf das gesamte Fabrikgebäude übergriff und großen Schaden anrichtete. Das Feuer brach in den Morgenstunden aus bisher noch unbekannter Ursache in der Stepperei aus und griff sofort über den angrenzenden Bearbeitungsraum auf die Vorräte an Leder und Holz über. Die Feuerwehr des Ortes sowie die Werksfeuerwehr einer in der Nähe liegenden Glanzstoff=Fabrik konnten die weitere Ausdehnung des Brandes nicht verhindern. Durch den Brand wurden etwa 15 bis 20 Maschinen und Elektromotoren, etwa 1200 Paar Schuhe sowie große Mengen Schuhleisten und Rohmaterialien vernichtet. Das Fabrikgelände wurde fast vollständig zerstört. Ahrweiler, 9. August.(Waldbrände vernichten Volksvermögen.) Hier vernichtete ein Mischwaldbrand fünf Morgen Kulturen. Die Waldwehr der Stadt konnte des Feuers nach mehrstündiger Arbeit Herr werden.— Um Gemünd, Bleibuir und Hergarten im Kreis Schleiden vernichtete ein Brand 25 Morgen 15 Jahre alte Kiefernund Fichtenwaldungen. Trier, 9. August.(Jüdischer Rechtsanwalt wegen Rasseschändung in Schutzhaft.) Der Staatspolizeistelle Trier wurde der jüdische Rechtsanwalt Archenhold aus Wittlich vorgeführt, der am Montag in Wittlich wegen Rasseschändung in Schutzhaft genommen werden mußte. Zeitgemaße Betrachtungen. (Nachdruck verboten.) Im Hugust! Noch leuchten uns des Sommers Farben, Doch schreiben wir bereits August Vom Feld her tönet Erntelust Und schon in Reihen steh'n die Garben, Es muß in diesen schönen Tagen Der Landmann sich noch tüchtig plagen, Noch kostet's Arbeit, Müh und Fleiß, Doch Segen ist der Mühe Preis.— Erhört ist wieder unser Bitten: Herr, gib uns unser täglich Brot, Das uns bewahrt vor schlimmer Not, Das Korn ist reif, der Halm geschnitten, Drum sei der Dank hier nicht vergessen, Doch, der den Stürmen„Halt“ gebot, Mög' geben, daß wir unser Brot Auch fernerhin in Frieden essen!— Die ganze Welt sehnt sich nach Frieden, Wie man von allen Seiten hört,— Doch leider wird er oft gestört Und Ruhe ist ihr nicht beschieden. Oft gibt ein„Zwischenfall“ schon Grund Zum Wechsel diplomat'scher Schriften Und schließlich geht's zum Völkerbund, Der soll dann wieder Frieden stiften!— So liegt Italien schon lange Mit Abessinien in Konflikt Und hat, als ging's zum Wafsengange, Viel Truppen übers Meer geschickt, Doch möchte man den Krieg vermeiden, Drum soll der Völkerbund entscheiden, Man ist gespannt, was er wohl sagt, Vorläufig hat er sich vertagt.— Es kommt bereits seit vielen Jahren, Die Menschheit kaum zur Ruhe mehr, Nun drohen Unheil und Gefahren Ihr neuerdings von Moskau her, Und andre Feinde noch erdreisten, Sich Hetz= und Wühlarbeit zu leisten, Sie streuen eine gift'ge Saat Und scheu'n sich nicht vor böser Tat.— Mit tiefstem Abscheu aber buchten Wir jene Tat, die jüngst geschah, Da Frevler zu beschmutzen suchten, Das Ehrenschild von der SA., Der Streich mißlang den bösen Buben, Sie fielen in die eignen Gruben, Trotz Anfeindung und Schurkenstreich, Wird's aufwärts gehn im dritten Reich.— Wie man gesä't, so wird man ernten, Das wird stets in Erfüllung geh'n, Die sich vom rechten Pfad entfernten, Die werden nirgends gut besteh'n. Wir wollen gern in Frieden leben. Und jedem stets das Seine geben Und fordern auch für uns nicht mehr Als unser Recht, Franz Heiseler. Aus dem Gerichtssaal Schöffengericht Witten. H. Witten, 9. August.(Wegen Betruges) hatte sich ein gewisser Dümpelmann von hier zu verantworten. Der Tatbestand ist folgender: D. ist erwerbslos und erhielt eine wöchentliche Unterstützung vom Fürsorgeamt. In den letzten zwei Jahren erhielt nun seine Frau eine Anstellung im hiesigen Diakonissenhaus, wo sie bei freier Verpflegung einen Barbetrag von 26.— RM. monatlich erhielt. Diesen Nebenverdienst meldete der Angeklagte nicht, sondern bezog weiterhin die volle Unterstützung. Die Stadt Witten wurde dadurch um den Betrag von 550 RM. geschädigt. Das Urteil lautete auf eine Gefängnisstrafe von 1 Monat. Ferner hatte sich der Wilhelm Keilholz von Bingen zu verantworten. Dieser unternahm am 1. Mai mit einem Personenwagen eine Geschäftsreise, die in eine Bierreise ausartete. Als er im stark angetrunkenen Zustande die Kurve nehmen wollte, die von Bommern zur Ruhrbrücke führt, steuerte er den Wagen so stark nach rechts, daß er fast auf dem Bürgersteig zu stehen kam, wo er ihn dann ebenso plötzlich wieder nach links riß. Hierbei rannte er einen Baum um, fuhr durch den Straßengraben und landete vor einem Eisenzaun, wo der Wagen umschlug. Für dieses unverantwortliche und leichtfinnige Verhalten des Angeklagten erhielt er eine Geldstrafe von 100.— RM. Falschmünzer wandert ins Zuchthaus. Duisburg, 8. August. Vergeblich hatte sich August Karl Spriesterbach bemüht, mit einfachen und schweren Einbruchsdiebstählen zu Geld und Reichtum zu kommen. Zehnmal war er dabei hereingefallen, und erst im März dieses Jahres hatte man ihn nach einer mehrjährigen Gefängnisstrafe wieder in Freihcit gesetzt. Vom Einbrechen hatte er anscheinend genug, und jetzt versuchte er sein Glück mit Geldmachen. Nach dem schönen Sprichwort mit Kleinem fängt man an, versuchte er es zunächst mit Fünfzigpfennigstücken, von denen er 20 Stück herstellte. Schon in der ersten Wirtschaft, als er bereits das sechste Stück ausgegeben hatte, fiel der Kellnerin die plumpe Machart auf, und sie verständigte die Polizei. Als diese erschien, versuchte Spriesterbach zwar schnell, die ganze Börse verschwinden zu lassen, doch die Polizei hatte sie schon gefunden. Nun hatte sich Spriesterbach vor Gericht zu verantworten. Die von ihm vorgetäuschte Notlage wurde außer Acht gelassen, da er die Falsifikate in der Wirtschaft beim Zechgelage verausgabt hatte. Hierzu kamen die vielen und hohen Vorstrafen, sodaß das Gericht zu der Auffassung kam, daß mildernde Umstände hier am unrechten Platz seien. Das Urteil lautete auf drei Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaussicht. Raffeeschnügger mit Panzerautos Aachen, 9. August. In dem Kampf gegen das Schmugglerunwesen an der deutschen Westgrenze konnten die deutschen Zollbeamten weitere Erfolge buchen. In Harvert, in der Nähe von Isenbruch im Kreise Heinsberg, wurde in der vergangenen Nacht ein Schmuggellastkraftwagen gestellt, der mit 50 Zentnern holländischem Kaffee beladen war. Die „Schmuggler konnten im Schutze der Dunkelheit entkommen. Bei der Durchsuchung des Wagens entdeckte man eine raffinierte Panzerung; selbst die Windschutzscheibe war mit Panzerplatten versehen und nur ein kleiner Schlitz ermöglichte die Sicht. Unter dem Führersitz fand man außerdem noch einen Stahlhelm. An der Radrennbahn bei Herzogenrath stießen deutsche Zollbeamte in der gleichen Nacht auf eine Schmuggelbande, bei der 140 Pfund gebrannter Kaffee beschlagnahmt wurde. Bei Horbach wurde eine Schmuggelbande gestellt, die 150 Zentner Kaffee bei sich trug. Kraftfahrer! Haltet strengste Verkehrsdisziplin! Meidet den Alkoholgenuß! bei 1. 2. 3. 4. 6. Schacheue der Annener Zeitung Bearbeitet von Herbert Keßler. Starbinevisches Nenland. z: G. Rogmann Schwarz: A. Brabe (Bochum)(Bochum) E 62—44 67—55 e4X55 268X05 S51—63 205—05 62—04 e7—65 64Xe5: Dieser Zug wird in allen Lehrbüchern als versehlt bezeichnet. Auch Dr. Tartakower hält ihn in seine,r Hypermodernen Schachpartie“ nicht für günstig. Daß diese Ansicht nicht richtig ist, beweist wiederum die Folge dieser Partie. ——— 8/8-54 Le1—82 Sb8—66 a2—03!: Natürlich nicht 7. 12—s4, wie Katzer in der 1. Runde gegen Brake spielte. Schwarz zog darauf den theoretisch befürworteten Zug f7—s6 und erhielt ein gutes Angriffsspiel. ——— Se6—042!: Wegen dieses frühzeitigen Springerausfalls hält man den weißen Aufbau für verfehlt. Der Zug ist natürlich sehr hübsch, wenn Weiß in die gestellte Falle 8. aXb4?; DXa1 9. DXal; Sc2-; hineinfällt, aber durch den nächsten Zug wird der ohne ausreichende Kräfte unternommene Angriffsversuch des Schwarzen schnell widerlegt: L/1—53!: Es ist merkwürdig, daß dieser einfache Läuferzug noch in keiner Großmeisterpartie gespielt wurde. Weiß erhält eine vorzügliche Entwicklung und wird aus der deplazierten Figurenstellung des Schwarzen sehr bald Nutzen ziehen können. ——— Da5 Xe5-4S91—=2 L54—=72 Danach verliert Schwarz bei schlechter Stellung einen wichtigen Bauern. Am besten scheint noch .—— SXe2; 10. LXe2: Ld6 zu sein, allerdings ist die schwarze Lage nach 11. Sbö nebst Le3 auch nicht beneidenswert. 262—f4 Lf4—67 —0 Gei)es Le7-93 Tf1—e1 1eb—46 Le8—57 Sd4Xe2 De6—66 80—10 —0? 16. 17. Der Turmzug zwang die schwarze Majestät, auf es zu verharren. Durch die gewaltsame Flucht verliert Schwarz unter starkem Angriff eine Figur. Der Schluß wickelt sich präzisionsgemäß ab. Se2—04 De6—56: Auf Deb würde 17. b4 folgen. Te1—87 807—04: Der Springer auf d4 ist wegen SXh7- immun. 201—62 Db6X52 Ta1—e1. Ta8—d8 Lg3—65! Ss6—57 Le5X07! Die Königsstellung wird zertrümmert. —— 8466 292—95+ 807—68 295—56! Schwarz gab auf. Das Matt ist nicht mehr aufzuhalten. Die Musik kommt. „Zehn Mann zum Kartoffelschälen!“ der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht aber wird auch das lustige Manöverleben sehr bald wieder bei uns heimisch werden. Schon belebt sich die nähere und weitere Umgebung der alten und der neuen Garnisonstädte mehr und mehr mit marschierenden, exerzierenden oder Felddienst übenden Truppenabteilungen. Die ersten Ersatzreserve=Ausbildungen haben begonnen, und bald rücken auch die ersten„gezogenen“ Rekruten in die Kasernen ein. Mancher Garnisonwechsel ist die Folge der Neubildung der deutschen Wehrmacht. Der Umzug von der alten in die gleichgültig oder gar ablehnend sein könnte, „wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren". Das Regiment Döberitz hat unter der vorbildlichen Führung seines Kommandeurs, des Obersten Graf Sponeck, einen neuen Weg gefunden, seine Soldaten mit dem Fleckchen deutscher Heimaterde, das ihnen garnisonmäßig zugewiesen ist, vertraut zu machen. Er hat ihnen und auch allen interessierten Volksgenossen ein kleines Heftchen in die Hand gegeben, das eine Geländebeschreibung des ganzen Gebietes enthält, das auf dem Marsch von der alten zur neuen Garnison berührt wurde. So heit und ihrer volks=, geo= und geschichtspolitischen Vergangenheit zeigt... „=Stadt erhält 500 Mann Einquartierung!“ Das bringt Leben, freudige Aufregung und mancherlei Vorbereitungen in den Ort.„Soldaten kommen!"— Die Jugend jubelt's durch die Straßen. Die Raumverteilung ist vorher vom Regiment genau festgelegt. Die Auswahl der zu belegenden Ortschaften richtet sich nach der strategischen oder taktischen Manöverlage. Das Einquartierungskommando untersteht einem gewandten Offizier, der in der Lage ist, sich mit den zuständigen Kreisund Ortsbehörden über die Unterbringungsmöglichkeiten zu verständigen. Dem Einquartierungsoffizier liegt es ob, die den einzelnen Truppeneinheiten zugewiesenen Einquartierungsräume so aufzuteilen, daß jeder zu seinem Recht kommt. Deshalb ist der Quartiermacher eine sehr gewichtige Persönlichkeit, für den Soldaten sowohl wie für den Quartiergeber. Denn Wenn die Soldaten.. neue Garnison vollzieht sich meist in manövermäßigem Rahmen. Und doch hat man bei aller Anlehnung an erprobte und bewährte Manöverformen neue Gesichtspunkte ausfindig gemacht, um rein militärische Ausbildungsfragen mit solchen der Verbundenheit zwischen Wehrmacht und Volk, zwischen Gelände= und Heimatkunde zu verbinden. Wer in diesen Tagen den in Manöverform gehaltenen Marsch des Infanterieregiments Döberitz von seinem alten Standort bei Berlin nach Mecklenburgs idyllischem Städtchen Neustrelitz miterleben durfte, wer lernt der Soldat und wohl auch mancher Bürgersmann sein engeres Heimat=, Garnison= und Manövergebiet von der volks= und heimatkundlichen Seite kennen, wie sie ihm in vielen Fällen sicherlich unbekannt war. Man könnte sich vorstellen, daß dieses Beispiel, wenn es Schule machen sollte, ganz wesentlich dazu beizutragen vermag, dem Soldaten während seiner einjährigen Dienstzeit oder während seiner mehrwöchigen übungen nicht nur soldatisches Wissen und Können zu vermitteln, sondern ihm die deutsche Erde in ihrer landschaftlichen Schönheit und EigenOberst Graf Sponeck, Kommandeur des Regiments Döberitz. jeder Soldat möchte begreiflicherweise ein Quartier haben, an das er sich noch lange in frohem Gedenken erinnert. Und mit den Quartiergebern ist es in Deutschland noch immer so gewesen, daß man sich um die Soldaten reißt. Mancher Quartiermacher mußte seine sorgfältige Quartierverteilungslisten=mal umwerfen, weil sich immer neue Quartiergeber meldeten, die nach den Einquartierungsbestimmungen nicht berücksichtigt worden waren. ... Am Ortseingang steht die Regimentskapelle, um das einrückende Bataillon mit klingendem Spiel einzuholen. Die halbe Bevölkerung und die ganze Dorfjugend hat sich zur Begrüßung eingefunden. Die Zurückgebliebenen erwarten die Soldaten auf dem Marktplatz. Fester Marschtritt kündet den Einmarsch an. Tücherschwenken aus den Fenstern, frohe Willkommensgrüße zeigen den Soldaten, daß sie freudig erwartet werden. Und neben der Marschkolonne die Alten und die Jungen, diese in froher Erinnerung an die eigene Soldatenzeit. jene in der stolzen Hoffnung, einst selbst den grauen Rock zu tragen. Auf dem Marktplatz,„ zackiges“ Einschwenken Regimentskapelle: die Kompanien marschieren im Paradeschrin an ihrem Regimentskommandeut vorüber. Ein kurzes Kommando: die Kompanien sind entlassen. Alles drängt sich um die Quartiermacher, die die Quartierzettel austeilen. Vielfach finden hier schon die Quartiergeber ihre Soldaten und ziehen mit ihnen frohgestimmt„zu Muttern“. Die Einquartierung ist da! Alles wie einst. Der Gediente prüft mit Kennerblick Waffe und Montur, prüft wohl auch das Gewicht des„Affen“. Und ehe sich's der Soldat recht versieht, hat sich sein Quartiergeber schon über sein Lederzeug bergemacht; denn er weiß ja recht gut, wie man damit umgeht. Wenn er sich unbeobachtet glaubt, probiert er wohl auch mal einen„Griff“—„ob's noch klappt“. Inzwischen aber hat die„Quartiermutter“ den Tisch gedeckt, der alles aufweist, was ein hungriger Soldatenmagen sich ersehnt. Und dann geht's gemeinsam zum Appellplatz, wo die Fahrzeuge steben. Hier muß allerdings mancher von den Altgedienten feststellen, daß sich vieles geändert hat: die Maschinengewehrzüge, die Minenwerferabteilungen, die Nachrichtenzüge, das neue Richtgerät und wie all die neuen Formationen und technischen Verbesserungen heißen mögen, die sich aus der Erfahrung des Weltkrieges neu entwickelt haben. „... Und dann die kleinen Mädchen!“ Ist darin etwas anders geworden? Am Abend ist Manöverball und da wollen auch sie den Soldaten beweisen, daß sie sich aufs engste verbunden fühlen mit der Wehrmacht, daß sie stolz aufblicken zu Deutschlands Jugend im feldgrauen Ehrenkleid. Lieb Vaterland magst ruhig sein! Die Wehrpflicht hat das ganze deutsche Volk wieder stolz und selbstbewußt gemacht: „Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren, öffnen sich Fenster, Herzen und die Türen“—l1. der Photo: 4 Deutscher Provinz=Verl. 1 Menz(M) Zwei Alte erinnern sich ihrer Soldatenjugend. „„*** Ein Regiment marschiert in die neue Garnison Manöverfreuden wie einst7 Festtage für Soldaten und Bevölkerung „Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren!“ Es ist heute noch genau so wie vor dem Kriege: Einquartierung ist ein Festtag für Soldaten wie für die Bevölkerung. Heute ist die Freude und der Stolz, Einquartierung zu erhalten oder einquartiert zu werden, sogar noch größer. Denn lange ist es her, als die letzte Manövereinquartierung angesagt wurde. Versailles hatte uns gerade auf militärischem Gebiet so enge Fesseln angelegt, daß von dem einstigen Manöverbild kaum noch etwas übrigblieb. andere Manövertage odek Spezialübungen einzelner Waffen im deutschen Lande interessiert beobachten konnte, der wird wahrscheinlich zu der überzeugung gekommen sein, daß es die deutsche Wehrmacht nicht nötig hat, um die Gunst der Bevölkerung zu werben. Denn Deutschlands Soldaten, gleichgültig, ob die der Vorkriegszeit, des Weltkrieges, der Reichswehr oder der neuen Wehrmacht,— sie alle sind mit dem Volk verwurzelt, weil sie ein Teil des Volkes sind. Und zu tief sitzt jedem Deutschen das Soldatenblut in den Adern, als daß er Pflege des Frontgeistes in der Schule Ein Erlaß des Reichserziehungsministers. Der Reichs= und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat an die Oberpräsidenten einen Erlaß gerichtet, in dem diese aufgefordert werden, darauf zu halten, daß an den Schulen ihres Amtsbereichs die Erinnerung an das Fronterleben und das Gedächtnis an unsere gefallenen Brüder in der Jugend wacherhalten bleibt und zu helsender Tat wird. Der Frontgeist des Weltkrieges und seine höchste Tat — der Tod für Volk und Vaterland— sind, so heißt es in dem Erlaß, bleibende Grundlagen des Dritten Reiches. Jenen Geist in der Jugend zu wecken und zu pflegen, muß die gesamte Erziehung bestrebt sein. Abgesehen von den um den Sonntag Reminiszere abzuhaltenden Heldengedenkfeiern ist in den betreffenden Unterrichtsfächern an geeigneten Stellen und bei besonderen Gelegenheiten die Erinnerung an die Taten unsever Krieger und die Gedenkstätten in der Heimat und in den außerdeutschen Kampfgebieten zu pflegen. S Marsch ins Hochlandlager München, 9. August. 1400 deutsche Jungen aus der ganzen Welt fuhren in Lenggries ein. Sie wurden von der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Die Häuser strahlten in der Dämmerung im Lichte der unzähligen Fackeln. Die Omnibusse fuhren dann bis Langeneck, wo der Hilfszug Bayern Aufstellung genommen hatte. Von dort zogen nun die 1400 auslandsdeutschen Jungen mit wehenden Fahnen singend durch die Straßen zum Lager, die von 4000 Hochlandjungen und=pimpfen umsäumt waren. Die Heilruse endeten erst, als die 1400 Jungen aus allen Teilen der Erde aufgenommen waren in die große Gemeinschaft der 4000 Hochlandjungen, mit denen sie 10 Tage zusammenbleiben werden. Siebzehnjähriger erschießt seinen Vater Wien, 9. August. Der 17jährige Elektrikerlehrling Franz Lauermann aus Wien hat gestern während eines Streites seinen 38jährigen Vater erschossen. Der Täter, der sich sofort nach der entsetzlichen Bluttat in der nächsten Wachstube den Beamten zur Verfügung stellte, schildert ein wahres Martyrium, das er und seine fünf Geschwister im Alter von sechs bis sechzehn Jahren an der Seite des Vaters durchmachen mußten. Vor dem Mord hatte der Vater das Fahrrad seines ältesten Sohnes in den Keller gesperrt und wollte es am nächsten Tage verkaufen. Als der Bursche am Morgen zur Arbeit fahren wollte, bat er seinen Vater um die Herausgabe der Kellerschlüssel, um das Rad zu holen. Als ihm die Schlüssel verweigert wurden, ging er in den Keller, mit der Absicht, das Schloß durch Werkzeuge zu öffnen. Der Vater folgte ihm in den Keller, wo es zu wüsten Auseinandersetzungen kam, in deren Verlauf der Vater nach einer Holzhacke griff und seinen Sohn damit bedrohte. Daraufhin zog der Bursche eine Pistole aus seiner Tasche, und der Vater entfernte sich aus dem Keller. Der Bursche folgte ihm und gab dann, ohne ein Wort zu reden, auf der Treppe einen Schuß auf seinen Vater ab, der tödlich getroffen in einer großen Blutlache liegen blieb. Furien in Menschengestalt Zigennermädchen wersen ihre Mutter ins Feuer. Prag, 9. August. Bei der Ortschaft Slutschany in der Südslowakei wurde dieser Tage eins großes Zigennerfest gefeiert. Die Zigeuner vergnügten sich bei Geigenspiel und Lagerfeuer mit Alkohol und Tanz, als die weiblichen Mitglieder der Bande untereinander in Streit gerieten. Von den beiden Zigeunermädchen Marie und Helene wurde eine Zigeunerfrau halbtot geprügelt; als deren Mann sie schützen wollte, warsen sie sich auf diesen und richteten ihn so zu, daß er bewußtlos liegen blieb. Darauf nahmen sie einen Kessel mit kochendem Wasser vom Feuer und übergossen damit den Unglücklichen. Als sich die beiden Mädchen neuerlich auf ihn stürzen wollten, versuchte ihre 70 Jahre alte Mutter sie zu beruhigen. In ihrer Raserei stürzten sie sich auf ihre Mutter und schlugen sie mit einem Beil nieder. Dann packten sie die Greisin und warfen sie mitten ins Feuer. Gendarmen, die herbeigerufen wurden, fanden die alte Zigeunerin nur noch als Leiche vor. Bisher konnten die geflüchteten Mörderinnen nicht ausfindig gemacht werden. „Der herr von oben“ Kassel, 9. August. In der kleinen Gemeinde Viernheim(Hessen) hatten sich zwei Zigeunerinnen einen Trick ausgedacht, den sie dann auch ausprobierten. Die eine verhandelte mit der Bäuerin in der Küche, und die andere blieb im Hofe. Als sie glaubte, unbeobachtet zu sein, faßte sie schnell ein fettes Huhn beim Kragen, drehte ihm blitzschnell den Hals ab, so daß es nicht einmal piepte und ließ den Braten unter den Röcken verschwinden. Die beiden Zigeunerinnen verließen dann den Hof und glaubten sich in Sicherheit. Sie hatten sich aber getäuscht, denn schon am Dorfausgang wurden sie von der Polizei festgenommen. Es hatte nämlich doch jemand den Vorfall beobachtet und zwar der Schornsteinseger, der gerade auf dem Dach beschäftigt war. Er hatte sofort die Polizei algrmtert. * Asse laust Schweineherde. Goslar, 9. August. Das war ein seltsamer Anblick der Bewohner der Rabenklippe bei Goslar, als sie eines Tages plötzlich einen Affen durch die Harztannen turnen sahen. Mit Vorliebe hielt sich der Afse in der Nähe von Wildschweinrudeln auf, und nicht selten war das eigenartige Idyll zu beobachten, daß besagter Afse die Wildsauen mit Sorgfalt und Ausdauer lauste. Wie sich später herausstellte, war der Asse dem Besitzer eines Gasthauses entlaufen. Der Limburger Dom wiederhergestellt. Die langwierigen Arbeiten, durch die der Limburger Dom in seinem Innern vollständig erneuert wurde, sind nunmehr abgeschlossen. Am 11. August— dem Tage, an dem vor 700 Jahren des Domes Hauptaitar geweiht wurde, wird er wieder eröffnet werden. (Atlantic,.) Unmenschliche Roheit im„freiesten Lande der Welt Streikbrecherinnen nackt durch die Straßen getrieben. DR Neuyork, 9. August. In Dallas in Texas streiken seit einiger Zeit die Schneiderinnen. Am Mittwoch kam es nun zu größeren Ausschreitungen von Streikenden gegen unorganisierte Streikbrecherinnen, denen die Kleider heruntergerissen wurden. Sie wurden dann unbekleidet durch die Straßen getrieben und von den Streitenden mit den Fingernägeln blutig gekratzt. In Texas sind Frauen, die einen Streik nicht mitmachen wollen, die Kleider vom Leibe gerissen worden. Sie wurden dann nackt durch die Straßen getrieben und ihre Körper mit harten Gegenständen und Fingernägeln zerkratzt. Und das geschieht im freiesten Lande der Welt, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Jede Frauenwürde wird mit Füßen getreten um einer Meinungsverschiedenheit, um einiger Pfennige Lohn willen wird in überaus unmenschlicher Roheit und barbarischer Weise gegen wehrlose Frauen vorgegangen. Die Träger der öffentlichen Gewalt sind nicht in der Lage, dem zu steuern, und solche Unmenschlichkeiten und unglaublichen Vorfällen zu verhindern, die jedes Kulturvolkes unwürdig sind. Wir vermissen aber den Ausdruck des Entsetzens über diese Barbareien. In sämtlichen maßgebenden Zeitungen der Weltpresse haben wir erlebt, daß diese Zeitungen monatelang immer wieder einen Fall behandelten, der sich in einer deutschen Stadt zugetragen haben soll. Angeblich sollen junge Männer der Dirne eines jüdischen Zuhälters das lange Haar abgeschnitten und sie mit einem entsprechenden Schild um den Hals durch die Stadt geführt haben. Es wird gar nicht behauptet, daß die Frau etwa mißhandelt worden sei, nur zur Abschreckung habe man sie durch die Straßen geführt. Es ist unmöglich, die Ausdrücke wiederzugeben, mit denen dieser unglaubliche Vorfall immer wieder und wieder in gewissen jüdischen Auslandsorganen kritisiert worden ist. Bisher haben wir nur gehört, daß dieser viel schlimmere Fall in Dallas in Texas in der großen jüdischen amerikanischen Presse lediglich mit einem behaglichen Schmunzeln behandelt worden ist. Der ganze Vorfall ist abermals ein Beweis für die Unehrlichkeit von Kreisen, die die Verteidigung von Ehre und Anstand für alle Zeiten gepachtet zu haben vorgeben. Auflösung der Rätselaufgabe. Illustriertes Kreuzworträtsel. Waagerecht: Keil, Fell, Rad, Hose, Rübe.— Senkrecht: Steg, Bild, Larve, Feder, Zopf, Obst. In dieser Reihenfolge sind die Wörter einzustellen. Provinz=Nachrichten Dortmund, 10. August.(Neue Werkswohnungen.) Das Eisen= und Stahlwerk Hoesch Köln=Neuessen errichtet an der Lutherstraße sieben Zweifamilienhäuser für Beamte, da in der Nähe der Werksanlagen es an geeigneten Wohnungen fehlt. Sie stehen am Kirchplatz der Lutherkirche und mit der Rückfront zum Brügmanns Wäldchen, das ebenfalls Hoesch gehört und von den Beamten als Park benutzt werden kann. Gelsenkirchen, 9. August.(Eines alten Glöckners Tod.) Am Donnerstagnachmittag wurde in Gelsenkirchen=Horst der dieser Tage im Alter von 75 Jahren verstorbene Glöckner der evangelischen Kirchengemeinde Horst=Süd, Franz Dumont, beigesetzt. Um seinen Tod hat es eine seltsame Bewandtnis. Der greise Glöckner hatte vor wenigen Tagen sein viele Jahre treu verwaltetes Amt niedergelegt, da der von ihm betreute Glockenstuhl mit einem elektrischen Läutewerk versehen wurde. Der alte Glöckner starb, während noch das neue Läutewerk eingebaut wurde. Zum ersten Male erklang es nun zur Beisetzung des alten Glöckners. Münster, 9. August.(SA=Mann als Lebensretter.) Der SA=Mann Bernh. Schmeink in Bocholt, Westend 50, hat am 6. März 1935 unter eigener Lebensgefahr das vierjährige Töchterchen der Familie Drunggel aus der Aa vom Tode des Ertrinkens gerettet.— Der Regierungspräsident in Münster hat dem Lebensretter für sein mutiges Verhalten bei dem Rettungswerk seine Anerkennung ausgesprochen. Düsseldorf, 9. August.(Das Glück dem Glücksmann.) Wahren Kameradschaftsgeist zeigte hier ein junger Mann, der das Glück hatte, bei einem der braunen Glücksmänner ein Los der Arbeitsbeschaffungslotterie zu ziehen, mit dem eine neuntägige kostenlose Ferienreise zum Nordseestrand von Norderney verbunden war. Der glückliche Gewinner war ein Sturmkamerad des Losverkäufers, der lange Zeit erwerbslos gewesen und nicht gerade auf Rosen gebettet war. Als er das Glückslos zog, bedachte er sich keinen Augenblick, sondern schenkte es seinem bedürftigen Kameraden. So wurde auch einmal dem Glücksmann das Glück zuteil. Köln, 9. August.(Schuhfabrik in Flammen.) In einer Schuhfabrik in Ratheim brach ein Großfeuer aus, das mit rasender Geschwindigkeit auf das gesamte Fabrikgebäude übergriff und großen Schaden anrichtete. Das Feuer brach in den Morgenstunden aus bisher noch unbekannter Ursache in der Stepperei aus und griff sofort über den angrenzenden Bearbeitungsraum auf die Vorräte an Leder und Holz über. Die Feuerwehr des Ortes sowie die Werksfeuerwehr einer in der Nähe liegenden Glanzstoff=Fabrik konnten die weitere Ausdehnung des Brandes nicht verhindern. Durch den Brand wurden etwa 15 bis 20 Maschinen und Elektromotoren, etwa 1200 Paar Schuhe sowie große Mengen Schuhleisten und Rohmaterialien vernichtet. Das Fabrikgelände wurde fast vollständig zerstört. Ahrweiler, 9. August.(Waldbrände vernichten Volksvermögen.) Hier vernichtete ein Mischwaldbrand fünf Morgen Kulturen. Die Waldwehr der Stadt konnte des Feuers nach mehrstündiger Arbeit Herr werden.— Um Gemünd, Bleibuir und Hergarten im Kreis Schleiden vernichtete ein Brand 25 Morgen 15 Jahre alte Kiefernund Fichtenwaldungen. Trier, 9. August.(Jüdischer Rechtsanwalt wegen Rasseschändung in Schutzhaft.) Der Staatspolizeistelle Trier wurde der jüdische Rechtsanwalt Archenhold aus Wittlich vorgeführt, der am Montag in Wittlich wegen Rasseschändung in Schutzhaft genommen werden mußte. Zeitgemabe Betrachtungen. (Nachdruck verboten.) Im Hugust! Noch leuchten uns des Sommers Farben, Doch schreiben wir bereits August Vom Feld her tönet Erntelust Und schon in Reihen steh'n die Garben, Es muß in diesen schönen Tagen Der Landmann sich noch tüchtig plagen, Noch kostet's Arbeit, Müh und Fleiß, Doch Segen ist der Mühe Preis.— Erhört ist wieder unser Bitten: Herr, gib uns unser täglich Brot, Das uns bewahrt vor schlimmer Not, Das Korn ist reif, der Halm geschnitten, Drum sei der Dank hier nicht vergessen, Doch, der den Stürmen„Halt“ gebot, Mög' geben, daß wir unser Brot Auch fernerhin in Frieden essen!— Die ganze Welt sehnt sich nach Frieden, Wie man von allen Seiten hört,— Doch leider wird er oft gestört Und Ruhe ist ihr nicht beschieden. Oft gibt ein„Zwischenfall“ schon Grund Zum Wechsel diplomat'scher Schriften Und schließlich geht's zum Völkerbund, Der soll dann wieder Frieden stiften!— So liegt Italien schon lange Mit Abessinien in Konflikt Und hat, als ging's zum Wafsengange, Viel Truppen übers Meer geschickt, Doch möchte man den Krieg vermeiden, Drum soll der Völkerbund entscheiden, Man ist gespannt, was er wohl sagt, Vorläufig hat er sich vertagt.— Es kommt bereits seit vielen Jahren, Die Menschheit kaum zur Ruhe mehr, Nun drohen Unheil und Gefahren Ihr neuerdings von Moskau her, Und andre Feinde noch erdreisten, Sich Hetz= und Wühlarbeit zu leisten, Sie streuen eine gift'ge Saat Und scheu'n sich nicht vor böser Tat.— Mit tiefstem Abscheu aber buchten Wir jene Tat, die jüngst geschah, Da Frevler zu beschmutzen suchten, Das Ehrenschild von der SA., Der Streich mißlang den bösen Buben, Sie fielen in die eignen Gruben, Trotz Anfeindung und. Schurkenstreich, Wird's aufwärts gehn im dritten Reich.— Wie man gesä't, so wird man ernten, Das wird stets in Erfüllung geh'n, Die sich vom rechten Pfad entfernten, Die werden nirgends gut besteh'n. Wir wollen gern in Frieden leben: Und jedem stets das Seine geben Und fordern auch für uns nicht mehr Als unser Recht, Franz Heiseler. Aus dem Gerichtssaal Schöffengericht Witten. Witten, 9. August.(Wegen Betruges) hatte sich ein gewisser Dümpelmann von hier zu verantworten. Der Tatbestand ist folgender: D. ist erwerbslos und erhielt eine wöchentliche Unterstützung vom Fürsorgeamt. In den letzten zwei Jahren erhielt nun seine Frau eine Anstellung im hiesigen Diakonissenhaus, wo sie bei freier Verpflegung einen Barbetrag von 26.— RM. monatlich erhielt. Diesen Nebenverdienst meldete der Angeklagte nicht, sondern bezog weiterhin die volle Unterstützung. Die Stadt Witten wurde dadurch um den Betrag von 550 RM. geschädigt. Das Urteil lautete auf eine Gefängnisstrafe von 1 Monat. Ferner hatte sich der Wilhelm Keilholz von Bingen zu verantworten. Dieser unternahm am 1. Mai mit einem Personenwagen eine Geschäftsreise, die in eine Bierreise ausartete. Als er im stark angetrunkenen Zustande die Kurve nehmen wollte, die von Bommern zur Ruhrbrücke führt, steuerte er den Wagen so stark nach rechts, daß er fast auf dem Bürgersteig zu stehen kam, wo er ihn dann ebenso plötzlich wieder nach links riß. Hierbei rannte er einen Baum um, fuhr durch den Straßengraben und landete vor einem Eisenzaun, wo der Wagen umschlug. Für dieses unverantwortliche und leichtfinnige Verhalten des Angeklagten erhielt er eine Geldstrafe von 100.— RM. Falschmünzer wandert ins Zuchthaus. Duisburg, 8. August. Vergeblich hatte sich August Karl Spriesterbach bemüht, mit einfachen und schweren Einbruchsdiebstählen zu Geld und Reichtum zu kommen. Zehnmal war er dabei hereingefallen, und erst im März dieses Jahres hatte man ihn nach einer mehrjährigen Gefängnisstrafe wieder in Freiheit gesetzt. Vom Einbrechen hatte er anscheinend genug, und jetzt versuchte er sein Glück mit Geldmachen. Nach dem schönen Sprichwort mit Kleinem fängt man an, versuchte er es zunächst mit Fünfzigpfennigstücken, von denen er 20 Stück herstellte. Schon in der ersten Wirtschaft, als er bereits das sechste Stück ausgegeben hatte, fiel der Kellnerin die plumpe Machart auf, und sie verständigte die Polizei. Als diese erschien, versuchte Spriesterbach zwar schnell, die ganze Börse verschwinden zu lassen, doch die Polizei hatte sie schon gefunden. Nun hatte sich Spriesterdach vor Gericht zu verantworten. Die von ihm vorgetäuschte Notlage wurde außer Acht gelassen, da er die Falsifikate in der Wirtschaft beim Zechgelage verausgabt hatte. Hierzu kamen die vielen und hohen Vorstrafen, sodaß das Gericht zu der Auffassung kam, daß mildernde Umstände hier am unrechten Platz seien. Das Urteil lautete auf drei Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaussicht. Naffeeschmüggel mit Panzerautos Aachen, 9. August. In dem Kampf gegen das Schmugglerunwesen an der deutschen Westgrenze konnten die deutschen Zollbeamten weitere Erfolge buchen. In Harvert, in der Nähe von Isenbruch im Kreise Heinsberg, wurde in der vergangenen Nacht ein Schmuggellastkraftwagen gestellt, der mit 50 Zentnern holländischem Kaffee beladen war. Die „Schmuggler konnten im Schutze der Dunkelheit entkomanen. Bei der Durchsuchung des Wagens entdeckte man eine raffinierte Panzerung; selbst die Windschutzscheibe war mit Panzerplatten versehen und nur ein kleiner Schlitz ermöglichte die Sicht. Unter dem Führersitz fand man außerdem noch einen Stahlhelm. An der Radrennbahn bei Herzogenrath stießen deutsche Zollbeamte in der gleichen Nacht auf eine Schmuggelbande, bei der 140 Pfund gebrannter Kaffee beschlagnahmt wurde. Bei Horbach wurde eine Schmuggelbande gestellt, die 150 Zentner Kaffee bei sich trug. Kraftfahrer! Haltet strengste Verkehrsdisziplin! Meidet den Alkoholgenuß! Schacheue der Annener Zeitung Bearbeitet von Herbert Keßler. Stardtnevisches Neuland. Wei 1. 2. 3. 4. 5. Schwarz: A. Brake (Bochum) 67—55 268X05 205—a5 —45 16. 17. z: G. Rogmann (Sachzung) —44 .05 S51—63 62—04 64Xe5: Dieser Zug wird in allen Lehrbüchern als versehlt bezeichnet. Auch Dr. Tartakower hält ihn in seine,r Hypermodernen Schachpartie“ nicht für günstig. Daß diese Ansicht nicht richtig ist, beweist wiederum die Folge dieser Partie. ——— 2/8—54 Le1—82 Sb8—66 a2—03!: Natürlich nicht 7. 12—f4, wie Katzer in der 1. Runde gegen Brake spielte. Schwarz zog darauf den theoretisch befürworteten Zug f7—s6 und erhielt ein gutes Angriffsspiel. ——— Se6—042!: Wegen dieses frühzeitigen Springerausfalls hält man den weißen Aufbau für verfehlt. Der Zug ist natürlich sehr hübsch, wenn Weiß in die gestellte Falle 8. aXb4?; DXa1 9. DXal; Sc2-; hineinfällt, aber durch den nächsten Zug wird der ohne ausreichende Kräfte unternommene Angriffsversuch des Schwarzen schnell widerlegt: L/1—03!: Es ist merkwürdig, daß dieser einfache Läuferzug noch in keiner Großmeisterpartie gespielt wurde. Weiß erhält eine vorzügliche Entwicklung und wird aus der deplazierten Figurenstellung des Schwarzen sehr bald Nutzen ziehen können. ——— Da5 Xe5-— S91—42 L54—=72 Danach verliert Schwarz bei schlechter Stellung einen wichtigen Bauern. Am besten scheint noch .———; SXe2; 10. VXe2; Ld6 zu sein, allerdings ist die schwarze Lage nach 11. Sbö nebst Les auch nicht beneidenswert. 962—f4 De5—e6 Lf4—67„ Le8—07 —0 Sd4Xe2 SeöXes De6—66 Le7—9s 898—f6 Tf1—e1—02* Der Turmzug zwang die schwarze Majestät, auf es zu verharren. Durch die gewaltsame Flucht verliert Schwarz unter starkem Angriff eine Figur. Der Schluß wickelt sich präzisionsgemäß ab. Se2—04 De6—56: Auf Deb würde 17. 54 folgen. Te1—87 907—04: Der Springer auf d4 ist wegen 8Xh7-- immun. 201—62 Db6Xb2 Ta1—e1 Ta8—08 L63—65! Ss6—07 Le5X97! Die Königsstellung wird zertrümmert. ——— K08X07 232—95+ 807—58 295—56! Schwarz gab auf. Das Matt ist nicht mehr auft zuhalten. — K— 1— ********* Ein Regiment marschiert in die neue Garnison Manoverfreuden wie einst) Festtage für Soldaten und Bevölkerung „Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren!“ Es ist heute noch genau so wie vor dem Kriege: Einquartierung ist ein Festtag für Soldaten wie für die Bevölkerung. Heute ist die Freude und der Stolz, Einquartierung zu erhalten oder einquartiert zu werden, sogar noch größer. Denn lange ist es her, als die letzte Manövereinquartierung angesagt wurde. Versailles hatte uns gerade auf militärischem Gebiet so enge Fesseln angelegt, daß von dem einstigen Manöverbild kaum noch etwas übrigblieb. andere Manövertage oder Spezialübungen einzelner Waffen im deutschen Lande interessiert beobachten konnte, der wird wahrscheinlich zu der Überzeugung gekommen sein, daß es die deutsche Wehrmacht nicht nötig hat, um die Gunst der Bevölkerung zu werben. Denn Deutschlands Soldaten, gleichgültig, ob die der Vorkriegszeit, des Weltkrieges, der Reichswehr oder der neuen Wehrmacht,— sie alle sind mit dem Volk verwurzelt, weil sie ein Teil des Volkes sind. Und zu tief sitzt jedem Deutschen das Soldatenblut in den Adern, als daß er „Zehn Mann zum Kartoffelschälen!“ Mit der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht aber wird auch das lustige Manöverleben sehr bald wieder bei uns heimisch werden. Schon belebt sich die nähere und weitere Umgebung der alten und der neuen Garnisonstädte mehr und mehr mit marschierenden, exerzierenden oder Felddienst übenden Truppenabteilungen. Die ersten Ersatzreserve=Ausbildungen haben begonnen, und bald rücken auch die ersten„gezogenen“ Rekruten in die Kasernen ein. Mancher Garnisonwechsel ist die Folge der Neubildung der deutschen Wehrmacht. Der Umzug von der alten in die Wenn die Soldaten neue Garnison vollzieht sich meist in manövermäßigem Rahmen. Und doch hat man bei aller Anlehnung an erprobte und bewährte Manöverformen neue Gesichtspunkte ausfindig gemacht, um rein militärische Ausbildungsfragen mit solchen der Verbundenheit zwischen Wehrmacht und Volk, zwischen Gelände= und Heimatkunde zu verbinden. Wer in diesen Tagen den in Manöverform gehaltenen Marsch des Infanterieregiments Döberitz von seinem alten Standort bei Berlin nach Mecklenburgs idyllischem Städtchen Neustrelitz miterleben durfte, wer lernt der Soldat und wohl auch mancher Bürgersmann sein engeres Heimat=, Garnison= und Manövergebiet von der volks= und heimatkundlichen Seite kennen, wie sie ihm in vielen Fällen sicherlich unbekannt war. Man könnte sich vorstellen, daß dieses Beispiel, wenn es Schule machen sollte, ganz wesentlich dazu beizutragen vermag, dem Soldaten während seiner einjährigen Dienstzeit oder während seiner mehrwöchigen übungen nicht nur soldatisches Wissen und Können zu vermitteln, sondern ihm die deutsche Erde in ihrer landschaftlichen Schönheit und EigenDie Musik kommt heit und ihrer volks=, geo= und geschichtspolitischen Vergangenheit zeigt... „=Stadt erhält 500 Mann Einquartierung!“ Das bringt Leben, freudige Aufregung und mancherlei Vorbereitungen in den Ort.„Soldaten kommen!"— Die Jugend jubelt's durch die Straßen. Die Raumverteilung ist vorher vom Regiment genau festgelegt. Die Auswahl der zu belegenden Ortschaften richtet sich nach der strategischen oder taktischen Manöverlage. Das Einquartierungskommando untersteht einem gewandten Offizier, der in der Lage ist, sich mit den zuständigen Kreisund Ortsbehörden über die Unterbringungsmöglichkeiten zu verständigen. Dem Einquartierungsoffizier liegt es ob, die den einzelnen Truppeneinheiten zugewiesenen Einquartierungsräume so aufzuteilen, daß jeder zu seinem Recht kommt. Deshalb ist der Quartiermacher eine sehr gewichtige Persönlichkeit, für den Soldaten sowohl wie für den Quartiergeber. Denn gleichgültig oder gar ablehnend sein könnte, „wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren“. Das Regiment Döberitz hat unter der vorbildlichen Führung seines Kommandeurs, des Obersten Graf Sponeck, einen neuen Weg gefunden, seine Soldaten mit dem Fleckchen deutscher Heimaterde, das ihnen garnisonmäßig zugewiesen ist, vertraut zu machen. Er hat ihnen und auch allen interessierten Volksgenossen ein kleines Heftchen in die Hand gegeben, das eine Geländebeschreibung des ganzen Gebietes enthält, das auf dem Marsch von der alten zur neuen Garnison berührt wurde. So Oberst Graf Sponeck, Kommandeur des Regiments Döberitz. jeder Soldat möchte begreiflicherweise ein Quartier haben, an das er sich noch lange in frohem Gedenken erinnert. Und mit den Quartiergebern ist es in Deutschland noch immer so gewesen, daß man sich um die Soldaten reißt. Mancher Quartiermacher mußte seine sorgfältige Quartierverteilungslisten=mal umwerfen, weil sich immer neue Quartiergeber meldeten, die nach den Einquartierungsbestimmungen nicht berücksichtigt worden waren. ... Am Ortseingang steht die Regimentskapelle, um das einrückende Bataillon mit klingendem Spiel einzuholen. Die halbe Bevölkerung und die ganze Dorfjugend hat sich zur Begrüßung eingefunden. Die Zurückgebliebenen erwarten die Soldaten auf dem Marktplatz. Fester Marschtritt kündet den Einmarsch an. Tücherschwenken aus den Fenstern, frohe Willkommensgrüße zeigen den Soldaten, daß sie freudig erwartet werden. Und neben der Marschkolonne die Alten und die Jungen, diese in froher Erinnerung an die eigene Soldatenzeit. jene in der stolzen Hoffnung, einst selbst den grauen Rock zu tragen. Auf dem Marktplatz, zackiges“ Einschwenken der Regimentskapelle: die Kompanien marschieren im Paradeschrin an ihrem Regimentskommandeut vorüber. Ein kurzes Kommando: die Kompanien sind entlassen. Alles drängt sich um die Quartiermacher, die die Quartierzettel austeilen. Vielfach finden hier schon die Quartiergeber ihre Soldaten und ziehen mit ihnen frohgestimmt„zu Muttern“. Die Einquartie= rung ist da! Alles wie einst. Der Gediente prüft mit Kennerblick Waffe und Montur, prüft wohl auch das Gewicht des„Affen“. Und ehe sich's der Soldat recht versieht, hat sich sein Quartiergeber schon über sein Lederzeug bergemacht; denn er weiß ja recht gut, wie man damit umgeht. Wenn er sich unbeobachtet glaubt, probiert er wohl auch mal einen„Griff“—„ob's noch klappt“. Inzwischen aber hat die„Quartiermutter“ den Tisch gedeckt, der alles aufweist, was ein hungriger Soldatenmagen sich ersehnt. Und dann geht's gemeinsam zum Appellplatz, wo die Fahrzeuge steben. Hier muß allerdings mancher von den Altgedienten feststellen, daß sich vieles geändert hat: die Maschinengewehrzüge, die Minenwerferabteilungen, die Nachrichtenzüge, das neue Richtgerät und wie all die neuen Formationen und technischen Verbesserungen heißen mögen, die sich aus der Erfahrung des Weltkrieges neu entwickelt haben. „... Und dann die kleinen Mädchen!“ Ist darin etwas anders geworden? Am Abend ist Manöverball und da wollen auch sie den Soldaten beweisen, daß sie sich aufs engste verbunden fühlen mit der Wehrmacht, daß sie stolz aufblicken zu Deutschlands Jugend im feldgrauen Ehrenkleid. Lieb Vaterland magst ruhig sein! Die Wehrpflicht hat das ganze deutsche Volk wieder stolz und selbstbewußt gemacht: „Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren, öffnen sich Fenster, Herzen und die Türen...“—11. Photo: 4 Deutscher Provinz=Verl. 1 Menz(M) Zwei Alte erinnern sich ihrer Soldatenjugend. CHTSSCHUTZ OURCH VERLAG OSKAR MEISTER., WERDAU 16. Fortsetzung. Ein junger Mensch keuchte den vereisten Hang herauf, verharrte eine Weile atemschöpfend und wischte sich den Schweiß von der Stirn; griff wieder mit festen Schritten aus und winkte Klaudine zu, die mit dem Dackel vor der Karrer=Hütte stand, und sich an der glitzernden Herrlichkeit der Bergkette erfreute.„Sind Sie das Fräulein Klaudine Iffland?“ fragte der Bursche mürrisch. Es war ein mühseliger Weg herauf auf den Bruck gewesen. Die Skier hatte er unten auf dem ersten Almhof zurücklassen müssen. Er wäre sonst eher zehnmal hinunter, als einmal heraufgekommen. „Bitte,“ sagte Klaudine, die Hand nach dem Brief ausstreckend, den der Bote aus seiner Brusttasche zog. Es war Luzies Handschrift. Als der Ueberbringer mit verdrießlichem Gesicht wartete, griff sie in die Tasche und legte ein Fünfschillingstück in seine Hand. Ein erstauntes„Dank' schön!“, dann machte der Mann kehrt und stapfte wieder den Almhöfen zu. Wo sie stand, riß Klaudine die Hülle des Eilbriefes auf, überflog die wenigen Zeilen und vermochte keinen mehr zu rühren.— Aus!— Das war der Ruin! Henriette so arm, wie der Vater es gewesen war, bevor er sie als seine Frau nach Haslbach holte.— Fritz aus seinem Studium gerissen! Bob desgleichen. Die Heimat unter dem Hammer. Das war das Ende, wie es schrecklicher hätte nicht über sie alle hereinbrechen können. Aus dem Chaos, in das sie dieser Brief geschleudert hatte, löste sich schließlich klar und deutlich der eine Gedanke: Ich muß nach Hause! Heim zu Henriette, zu Bob und Fritz und Luzie. Mittragen helfen, dieses Fürchterliche! Trost geben, soweit sich bei einer solch entsetzlichen Schicksalsfügung überhaupt noch Trost geben ließ. Von der Hütte her rief Barthelmes ihren Namen in die Mittagshelle und warnte dann:„Tuan's Eahna fei net verkühl'n, Fräul'n Klaudinia!“ Sie wandte das Gesicht und ging langsam dem Hause zu, sah ihn an und sah ihn doch nicht. „Ganz weiß san's scho,“ schalt er ärgerlich.„Und d' Fingerln verfror'n. D' Bergbuckln bleib'n ja für a ganze Migreit da. De segn's ja morg'n wieder und übermorg'n und ollerweil.“ „Ja,“ sagte Klaudine abwesend,„ja, Barthelmes.“ „Segn'!“ rief er erschrocken, als sie sich plötzlich gegen die Hüttenwand lehnen mußte.„Segn's, da ham ma's jetzt scho. Jetzt gengan's aber glei eini in die Stuab'n und tuan's a Schnapserl trink'n. Glei gengan's eini, sonst hol' i den Herrn Pöttmes!“ Klaudine ging hinter dem Alten drein durch den dunklen Vorplatz und fühlte, wie sie ein Schüttelfrost packte. „Was ist denn?“ fragte Pöttmes, als er sie so blaß und verändert unter der Tür stehen sah. „Ausg'fror’n hat sie's a so vül,'s Fräul'n Klaudinia,“ antwortete an ihrer Stelle Barthelmes und setzte bereits einen Topf Wasser auf das offene Herdfeuer. „Tuan's Eahna jetzt glei a Schnapserl einschenk'n.— Kruzitürk'n noch amal, a Schnapserl solln's trink'n, hab' i'sagt!“ schalt er, als Klaudine abwesend ins Leere blickte, ließ den Topf stehen und lief zum Fensterbrett, wo der Enzian stand. Mit zittrigen Fingern goß er einen Becher voll und wartete, bis sie ihn hinuntergestürzt hatte.„So, jetzt'n wird's glei wieder werd'.“ Niels hatte bis jetzt kein Wort gesagt. Nachdenklich schaute er in Klaudines ernstes Gesicht.„War es wirklich nur die Kälte?“ fragte er so leise, daß Barthelmes es nicht hören konnte. Der feine Hauch, der ihre Wangen durchglühte, verschwand sofort wieder. Siersah über ihn hinweg und dann nach ihm hin, sein Gesicht stumm ins Auge fassend: Die Buchtung seiner Stirn nach den Schläfen zu, die feingezeichneten Brauen, den leichten Schatten, der immer unter seinen Augen lag, die beiden scharfen Rinnen, die von der Nase nach dem Munde zu liefen. „Klaudine,“ sagte Niels bittend,„ist das Ihr ganzes Vertrauen zu mir?" Sie schüttelte den Kopf, stand auf und ging zu Barthelmes nach dem Herd, um die Tasse Tee, die er ihr eben eingoß, an den Tisch zu tragen. Schweigend nahm sie dann das heiße Getränk zu sich. Als sie in ihre Kammer ging, um ein Tuch zu holen, sahen ihr beide Männer nach.„Was hat sie denn?“ fragte Pöttmes erregt.„Ist Post für sie gekommen?“ „I hab' nix'seg'n,“ erklärte Barthelmes.„Wia i halt' sag, ausg'fror'n hat's es a so.— Segn's, jetzt san die Aeugerln scho wieder höll,“ meinte er, als Klaudine wieder in die Stube trat und ihm zunickte. In der Tat vermochte sie jetzt schon wieder zu lächeln, bat nochmals um eine Tasse Tee und setzte sich dann, als wäre nun alles vorüber, zu Pöttmes an den Tisch. Er legte seine Hand auf die ihre und fragte:„Warum haben Sie mich vorhin so genau studiert, Klaudine?“ Sie erwiderte nichts, aber es war wieder der gleiche Blick, der jetzt über ihn hinging.„Verzeihen Sie!“ Sie erhob sich und trat zu Barthelmes an den Herd.— *** * Der Nachmittag erschien Klaudine endlos. Die Zeit bis zum Abendessen eine Ewigkeit. Sie mußte sich gleichmütig zeigen und verbrannte in der Ungewißheit, wie sich die Dinge auf Haslbach gestalten mochten, was Henriette trieb, wie sie es aufnahm, was Bob sagte, und ob Luzie sich in die veränderten Verhältnisse schicken könne. Beim Abendtisch wagte sie kaum mehr Niels anzusehen. Nur ein paarmal streifte ein flüchtiger Blick sein Gesicht. Barthelmes fühlte, daß heute etwas anders war, als sonst, stellte das Grammophon auf den Tisch und reichte Pöttmes die Schachtel mit den Platten. Statt seiner begann Klaudine auszuwählen. Da bin ich aber neugierig, dachte Niels, der tiefer schürfte, als sie glaubte. Er ärgerte sich, als gleich darauf ein Walzer von Strauß durch die niedere Stube klang. „Das stimmt ja nicht!“ sagte er heftig und nahm noch vor Schluß die sich drehende Platte weg.„Jetzt wähle ich——“ schnitt er ihre Einwendung ab. Für eine Sekunde stand sie wie angeschmiedet, als Koschats:„Verlassen, verlassen“ zu den schwarzen Balken aufklang. Dann lief sie mit abgewandtem Gesicht aus dem Zimmer und riegelte die Kammer hinter sich ab. Die beiden Männer mußten ihr„Gute Nacht" durch das Schlüsselloch sagen. ** Die Nacht war von traumhaft winterlicher Stille. Kein Luftzug ging über den Grat. Nur einmal löste die Hand eines Bergdämons ein Schneebrett von einem der Gipfel, daß es krachend zu Tal fuhr und ein dumpfes Echo wachrief. Niels richtete sich im Bette auf und horchte. Da war es schon vorüber. Das Ohr an die Wand gelegt, lauschte er. Aus Klaudines Kammer drang kein Ton. Morgen frage ich sie, was es ist, dachte er, den Kopf wieder zurücklehnend. In der vergangenen Nacht hatte es begonnen. Da war sie in die Stube geschlichen, von dort hatte sie mein Rufen verscheucht. Das war das erstemal, daß sie mich belog. Und heute abend— dieser Walzer von Strauß— war wieder eine Lüge. Er sollte ein Lachen vortäuschen— und bist doch zum Sterben traurig, arme Klaudine, war sein letzter Gedanke, mit dem er einschlief. Es war noch gar nicht hell in der Kammer, als Pöttmes durch ein mörderisches Fluchen geweckt wurde. Barthelmes knallte verschiedene Türen zu, und der Waldl ließ ein länggezogenes Wimmern hören. Langsam erhob sich Niels und begann sich anzukleiden. Da wurde die Kammertür aufgerissen, und Barthelmes' zornig gerbtetes Gesicht kam zum Vorschein.„Sitzn's Eahna nur glei wieder nieder, Herr Pöttmes, sonst trifft Eahna der Schlag!— Fort is!“ „Wer?“ fragte Niels verständnislos. „D' Klaudinia! Auf und davon! D' Kammer leer, der Rucksack weg,'s’wand— all's. Dös hat's dalass'.“ Dabei hielt er ihm ein Blatt Papier unter die Nase. „Lieber Barthelmes! Tausend Dank für alles. Klandine.“ „Und für mich?“ fragte er ungläubig. „Für Eahna——?" Das Stück Papier zwischen den Fingern zerkrümelnd, lachte der Alte zornig auf.„Für Eahna hat's extra a Andenk'n hinterlass'n. Glei unterhalb der Hütt'n, koane zwoa Meter weit, da steht im Schnee neikrotzt: Niels. Und weiter unten noamal! Jetzt wiss'n's, Herr Pöttmes.“ Ja, jetzt wußte er's.—— Und trotzdem! Liebe, kluge Klaudine, deswegen allein bist du nicht gegangen. Du hast mich auch diesmal belogen. Aber ich finde dich schon! Hab' keine Angst, daß ich dich nicht wiederfinde, und wenn ich bis ans andere Ende der Welt suchen gehen müßte. Ich heiße nämlich Niels Pöttmes, mein Mädchen! *„* * „Ach,Klaudine,“ sagte Henriette, als diese vollkommen unerwartet auf Haslbach eintraf,„wie übereilt von Luzie, dich von meinem Unglück zu unterrichten! Aber ich freue mich doch sehr, daß du wieder da bist. Was macht Niels?“ Und als Klaudine, die die Stiefmutter vollkommen gebrochen vorzufinden glaubte, und nun einer völlig gefaßten Frau gegenüberstand, nicht gleich zu antworten vermochte, lächelte Henriette und nahm ihr selbst Hut und Mantel ab. „Bob ist nach der Stadt. Ich habe auch Luzie mitgeschickt. Die beiden stellen die gesamte Lage auf den Kopf. Bob will zu studieren aufhören und irgendwo unterzukommen suchen, und Luzie nimmt demnächst eine, Stelle als Kindermädchen an, damit Bob nicht zu verhungern braucht.“ Ueber Klaudines verdutztes Gesicht lächelnd, erklärte sie:„Ja, mein Kind, so ist das. Nun wird aus der Stiefmutter auch noch eine Schwiegermama.“ Klaudine sank in den nächsten Stuhl und brachte kein Wort hervor. Luzie und Bob? Sie wunderte sich, daß ihr Gehirn überhaupt noch zu denken vermochte. Statt ihrer sprach Henriette wieder:„Ist Niels' Befinden wieder zufriedenstellend? Ja?— Das freut mich! Ich war so beruhigt, dich bei ihm zu wissen. Er hat natürlich keine Ahnung, wer du bist?“ „Nein.“ Pa. Ziu, der Abschied schwer geworden?“ als Riels noch schliefs die Frage. 23ch bin . 298, war gut, ja,“ freute sich Henriette.„Mache es dir sehzt bequem. In einer Viertelstunde trinken wir Tee. Dann sprechen wir über alles. Mit Bob und Luzie ist nicht vernünftig zu verhandeln. Sie bringen zu jeder Stunde andere Pläne, aber es ist nie einer darunter, der brauchbar wäre.“ Als sie dann nach dem Tee in Henriettes Zimmer beisammensaßen, entwickelte diese die ganze Lage. Einfach, sachlich, mit allem Für und Wider, ohne etwas aufzubauschen oder irgend etwa belangloser hinzustellen, als es in Wirklichkeit war.„Meine Verluste bei der Bank betragen dreihundertfünfzigtausend Mark. Vorausgesetzt, daß wirklich zwanzig Prozent davon gerettet werden— so heißt es nämlich— verfüge ich dann noch über siebzigtausend Mark. Das ist nicht eben viel. Ein Glück, daß ich seinerzeit deinem Vater einhundertfünfzigtausend Mark für Hypothekenablösung gegeben habe, sonst wäre auch das noch verloren. Es fragt sich nur, wie teilen wir das Ganze ein, damit euch die Heimat erhalten bleibt.“ „Henriette!“ brachte Klaudine nur hervor und senkte die Stirn auf deren Hand. Frau Henriette streichelte behutsam das Haar des Mädchens und sagte dann mit etwas schwankender Stimme:„Das ist doch selbstverständlich, Kind. Ich habe seinerzeit, als ich deinem Vater mein Jawort gab, ganz genau auch die Pflichten erwogen, die mir gegen euch erwuchsen. Ich hoffe auch, daß es ohne allzu drückende Einschränkungen gehen wird. Die alte Nanne muß wieder allein die Küche führen. Auch einem der Zimmermädchen habe ich bereits gekündigt. Der Verwalter spart den Eleven ein, und das zweite Auto wird verkauft. Luzie hat zwar geweint, daß die Jagd und auch die Fischwasser verpachtet werden müssen, aber es läßt sich nicht anders machen. Bob soll im nächsten Semester in München weiterstudieren.“ Klaudines Gesicht hob sich langsam.„Wenn du mich entbehren könntest— möchte ich mich gern um eine Stellung umsehen.“ „Ich kann dich nicht entbehren,“ sagte die Stiefmutter ernst. „Mutter——!“. „Ich danke dir, mein Kind.“ Von ihrem Arm umschlossen, lag Klaudine an der Brust der Stiefmutter. Unten fuhr eben der Schlitten vor, der Bob und Luzie aus der Stadt brachte. ** Gare du Nord. Ein kalter, regnerischer Februartag mit huschenden Gestalten in hochgeschlagenen Mantelkragen und tief hinein versteckten Gesichtern. Er ist nicht gekommen, dachte Niels Diener, als er am Bahnhof zum dritten Male die Wagenreihe entlang lief, ohne etwas von seinem Gebieter zu erspähen. Plötzlich klopfte ihm jemand von rückwärts auf die Schulter. „Suchst du mich?“ Er schrak wie ein ertappter Sünder zusammen.„Gewiß, gnädiger Herr! Ich bitte zu verzeihen, daß ich Sie übersehen habe.“ „Du hast mich einfach nicht erkannt,“ korrigierte Pöttmes lächelnd.„Sag nicht„Nein“, du bist schon rot geworden. Laß die Koffer dem Gepäckträger. Hier ist mein Fahrschein. Ist Oskar draußen?“ „Gewiß. Wenn der gnädige Herr einen Augenblick warten wollten—“ „Nicht nötig. Ich finde mich schon selbst zurecht. Wurde mein Bruder verständigt?“ Das hat er nun wieder nicht mehr gehört, dachte Niels Pöttmes, als er keine Antwort darauf erhielt, durchschritt die Bahnhofshalle und sah davor seinen Wagen stehen. Der Chauffeur saß am Führersitz und hielt den Blick aufmerksam auf den Ausgang gerichtet. „Guten Tag, Oskar." Ein erstanntes Seitwärtsdrehen des Kopfes, dann in offenkundiger Verwirrung:„Der gnädige Herr!“ „Wir müssen noch auf Gottfried warten!— Wie geht'?“ „Dank:, Herr Pöttmes. Darf ich mir erlauben, nach Ihrem Befinden zu fragen?“ „Wie du siehst,“ lächelte Niels schmerzlich,„zu dreiviertel wieder in Ordnung. Warum ist denn Bob nicht mitgekommen?“ Er sah an dem verlegenen Achselzucken, daß man ihm eine unangenehme Nachricht vorenthalten wollte.„Krank?“ Als Erwiderung kam abermals dieses Achselzucken. Dann nahm sich Oskar Mut:„Herr Bob ist nicht mehr in Paris.“ „Na, hören Sie,“ unterbrach Niels ihn aufgeregt,„wo in aller Welt sollte er denn sonst sein? Ich habe vor fünf Tagen noch eine Karte von ihm von hier aus erhalten.“ „Unmöglich! Gottfried und ich sind noch vorgestern, gestern und heute in seiner früheren Wohnung gewesen und haben der Dame, bei der er gewohnt hat, zugesetzt, uns zu sagen, wohin er verzogen ist. Sie hat es nicht gewußt. Herr Bob habe persönlicher Verhältnisse wegen schon zu Weihnachten das Zimmer gekündigt, vor etwa drei Wochen seine Koffer bei ihr geholt und sei seither nicht wiedergekommen.“ „Das sind ja nette Geschichten!— Sagen Sie mal,“ wandte sich Niels an den Diener, der eben mit dem Gepäckträger an den Wagen trat,„haben Sie denn schon auf der Polizei nachgefragt, wie die neue Adresse meines Bruders lautet?“ Gottfried bejahte.„Ich konnte aber nur in Erfahrung bringen, daß Herr Pöttmes abgemeldet ist. Eine neue Anmeldung ist nicht mehr erfolgt.“(Forts. folgt.)