— Erscheint tüglich mit Ausnahme der Conn= und Feiertags. Bezugspreis 18tägig mit Conntagsblatt 1 RM., ohne Sonntagsblatt 85 Pfg.(Durch die Post bezogen monatlich.25 RM.) Anzeigengebühr für eis einspaltige 1 mm hohe und 45 mm breite Ermäßigte Grundpreise: Stellengesuch werbung dienen, 4 Pfo. Die Abrigen Bedingungen sind aus der Proioliste Rotationsdruck und Verlog: Fritz Küchtng, Witten=Annen. Nr. 150 verbunden mit der„Annener Anzeigenblatt für Witten-Annen und die Stadtteile Stockum und Düren. Hontag, den 1. Juli 1935. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Blätzen übernehmen wir keine Gewühr.— Bei Konkurs oder Zwangsvergleich erlischt jeder Nachlaßanspruch Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Fritz Rüching, Witten=Annen. Für Anzeigen verantwortlich: Wilhelm Schneider, Witten=Annen. Geschüftsstelle: Witten=Annen, Stockumer Straße 23.= Fernruf Nr. 3134 Amt Witten.— Postscheckkonto Dortmund 12335. 31. Jahrgang Bemmemkauiag Treuegruß an den Führer Berlin stand am Wochenende ganz im Zeichen des Gautages der Bewegung. Von allen Häusern wehten die Fahnen des Deutschen Reiches und der Partei. Die Straßen hallten wider von den Klängen des Marschliedes:„Durch Groß=Berlin marschieren wir— für Adolf Hitler kämpfen wir". Die Kolonnen aller Gliederungen der nationalsozialistischen Bewegung marschierten zum Sportpalast. Der Sportpalast zeigte sich in einem völlig neuen, festlich geschmückten Gewand. Als besondere Gäste sah man auch Angehörige der Wehrmacht, der Polizei, des Arbeitsdienstes und des Reichsluftschutzbundes. In den Reihen hinter dem Rednerpult hatten inzwischen zahlreiche führende Männer der Bewegung Platz genommen. Man bemerkte u. a. Staatssekretär Funk, den Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant Daluege, SS.=Obergruppenführer Josef Dietrich, Polizeipräsident Gruppenführer Graf Helldorff, Reichssendeleiter Hadamovski. Bis zu Beginn der Kundgebung spielte der Musikzug Fuhsel der Gruppe Berlin=Brandenburg Kampflieder und Märsche, die von den Massen begeistert mitgesungen wurden. Brausende Heilrufe von der Potsdamer Straße her, in der Abordnungen aller Gliederungen Spalier gebildet hatten, kündeten die Ankunft des Gauleiters Dr. Goebbels an. In der Begleitung des Gauleiters befanden sich sein Stellvertreter Staatsrat Görlitzer, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Obergruppenführer von Jagow, Hauptamtsleiter Hilgenfeldt u. a. m. Unter den Kläugen des Nibelungen=Marsches wurden darauf die Standarten und Fahnen der Berliner Bewegung in den Saal getragen. Ein aufrüttelndes Sprechchorwerk von Molenar kündete in markigen Worten vom Wesen der nationalsozialistischen Revolution:„Einer für alle, alle für einen, vorwärts und nie mehr zurück!“ Erünunggengprrhn Büriher Der stellvertretende Gauleiter Görlitzer eröffnete den Bautag im Namen des Gauleiters. Wir wollen, so lagte er u.., in dieser Massenversammlung der 14.000 Mitarbeiter und dem Aufmarsch der 112000 auf dem Tempelhofer Feld mit Stolz erkennen, wie unerschütterlich stark und untrennbar geschlossen die Berliner Gefolgschaft des Führers dasteht. Mit all unserer Arbeit in der Partei wollten wir alle immer nur dem Mann dienend helfen, der unser Schicksal gewendet und uns Ehre und Ansehen in der Welt wiedergegeben hat. Leshalb gedenken wir zu Beginn des Führers. Staatsrat Görlitzer verlas dann folgendes Telegramm des Gauleiters an den Führer: Mein Führer! Die Berliner Nationalsozialisten, Ihds alten und treuen Parteigenossen grüßen Sie bei ihrem großen Gautag 1935 in Liebe, Verehrung und Anhänglichkeit und entbieten Ihnen den Ausdruck unerschütterlicher Treue. Sie sind stolz darauf, Sie in Ihrer täglichen Arbeit am Aufbau des neuen Deutschland und in der Durchführung des historischen Werkes der Gestaltung einer wahrhaften deutschen Nation in den Mauern ihrer Stadt zu wissen. Sie werden wie in der Vergangenheit, so auch in der Zukunft Ihre treuen und bedingungslos gehorsamen politischen Soldaten bleiben. Heil unserem Führer! Ihr Dr. Geebbels, Gauleiter von Berlin. Die Verlesung des Begrüßungs= und Treuetelegramms wurde von den Parteigenossen mit ungeheurem Jubel aufgenommen. Staatsrat Görlitzer schloß mit einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer, das noch minutenlang durch den Sportpalast hallte. Reichsorganilationsleiter Dr. bey überbrachte die Glückwünsche und Grüße der Reichsleitung. Wir wollen auf diesen Gautagen, so erklärte er u. ., unseren Gegnern und denen, die sich nie um ihr Volk kümmern, aber auch uns selbst immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen: Die Partei ist da, die Partei lebt, und jeder in Deutschland muß heute mit der Partei rechnen! Die Partei wird notwendig sein, folange Deutschland lebt, denn die Partei ist Deutschland! Die Aufgaben, die die Parten zu lösen hat, kann uns niemand abnehmen. Sie können einsach von anderen Stellen niemals gelöst werden, denn die Partei ist der Seelsorger des deutschen Volkes. Die Partei ist heute geschlossener denn je. Wer sich gegen einen aus der Partei wendet, der wendet sich gegen uns alle! Selbst dann, wenn der letzte Volksgenosse von unserer Idee und unserem Wollen überzeugt ist, müssen wir weiter zusammenhalten. Dr. Ley erinnerte die Männer der Alten Garde an die gemeinsamen Erlebnisse aus der Kampfzeit und appellierte an sie, dem Schicksal dankbar zu sein, daß wir in der Gegenwart ein neues Volk aufbauen dürfen. Der Nationalsozialismus bedeute den Sieg der Vernunft über die Unvernunft. Dr. Ley schloß seine große Rede mit einem eindringlichen Appes an die Männer der Bewegung, Mackensen auf Panzerschisf„Deutschland Generalseldmarschall von Mackensen besichtigte in Wilhelmshaven das Panzerschiff„Deutschland“ unter Führung des 1. Offiziers Korvettenkapitän Schirlitz(links) und des Admiralstobsoffiziers Kavitän zur See Kienast.(Presse=Bild=Zentrale,.) stets die verschworene Kampfgemeinschaft zu bleiben, die den Staat erobert habe. Der Hauptamtsleiter der nSU., Milgenleldt sprach über die großzügige Arbeit der RSV., über das Winterhilfswerk und die anderen großen Fürsorgemaßnahmen. Aus dem sozialistischen Geist des Berliner Gauleiters sei der Gedanke des Winterhilfswerks geboren, ebenso der Gedanke des Eintopfgerichtes als Ausdruck wahrer sozialer Gesinnung und wahren sozialen Denkens und Fühlens. An die Stelle des Ich in der kapitalistischen Vergangenheit sei das große Du getreten. Insgesamt sind im Jahre 1934 vom deutschen Volke 550 Millionen RM. in den verschiedenen sozialen Hilfsmaßnahmen gespendet und geopfert worden. Im werk„Mutter und Kind“ sind bisher 134 533 Kinder mit 3 767484 Verpflegungstagen verschickt worden. In der Hitler=Freiplatz=Spende wurden verschickt 53 295 Mitglieder der Sc., SS., des RSRK., der PO. und anderer Organisationen mit insgesamt 1 491 552 Pflegetagen. Zur Müttererholung wurden 25 574 Mütter mit insgesamt 613 776 Tagen geschickt. Weiter teilte Hilgenseldt mit, daß in den letzten Tagen in die Notstandsgebiete von Thüringen, Baden, Schlesien, Glatz, Sachsen, Wuppertal, Württemberg und Hessen ufw. Aufträge für das kommende Winterhilfswerk im Werte von rund drei Millionen RM. vergeben wurden. SR.-Obergruppenführer von Jagom gab ein Bild von der ungeheuren Schwere des Kampfes der SA. und betonte dabei: Wir waren einmal die Schule der Partei, in der sich die jungen Parteigenossen das Rüstzeug holten, um den Kampf für Adolf Hitler führen zu können, und diese Schule der Partei wollen wir einmal wieder werden. Im nächsten Winter wird wieder in jeder Gemeinschaft ein SA.=Mann stehen, der politisch geschult ist und nicht duldet, daß man den Führer oder seinen Stab noch unwidersprochen kritisiert. Wer nicht für Adolf Hitler eintritt, hat nicht zu kritisieren. Den Geist der alten Partei, der alten SA. zu erhalten, ist notwendiger denn je. Stürmische Heilruse brandeten auf, als dann Reichsminister Dr. Gochbeis das Podium betrat. Die Sehnsucht Horst Wessels, so rief der Minister aus, sei Wirklichkeit geworden: HitierFahnen über allen Straßen! Der Staat sei von den Nationalsozialisten erobert worden und niemand anders gebühre der Dank dafür, als den alten Gardisten der Bewegung. Es sei verständlich, daß diejenigen, die am Kampfe dieser Bewegung keinen Anteil hatten, sich möglichst unsichtbar machten. Wenn diese Leute aber heute erklärten,„wir sind doch alle Nationalsozialisten“, so könne man nur antworten: Wir hoffen es wohl, aber wir glauben es nicht! Wenn eine Bewegung, so betonte der Gauleiter, die Kraft besitze, die Eroberung eines Staates zu vollziehen, s# werde sie auch die Kraft haben, den Schutz dieses Staates zu garantieren, sofern sie nur mit denselben Tugenden ersült bleibe, mit denen sie den Staat erobert habe. Nicht die Bürokratie habe den nationalsozialistischen Staat gemacht, sondern die alten Gardisten der Partei. Deshaib könne niemals der Staat der Partei übergeordnet werden. Dr. Goebbels sprach der alten Garde seinen Dank aus und fuhr dann fort:„Aus der Erinnerung an diese stolze Vergangenheit ziehen wir die Kraft zu einer ebenso stolzen Zukunft.“ Den Rückschauenden aber erwiderte er, es ist nicht wahr, daß es schöner gewesen sei, als unsere Kameraden zu Dutzenden auf der Straße ermordet wurden, als Deutschland der Spielball der Weltmächte war, als die Wirtschaft zersiel und wir ein Deer von Arbeitslosen hatten. „Schöner ist es“, so rief der Gauleiter unter stürmischem Beifall aus,„für einen Staat zu kämpsen, als ein seindliches Regime niederzulegen, schöner ist es, sich einer aufbauenden Aufgabe zu widmen, als ein niederreißendes Werk zu vollführen. Wir haben das erstere getan nicht der Kritik willen, sondern um an die Stelle des alten Staates den neuen zu setzen. * Deshalb kann uns auch das Sabotagegeschrei von Kritikastern und Meckerern, die uns dauernd zwischen den Beinen herumlaufen, nicht stören. Wenn diese Leute glauben, daß sie auf diese Art einen Staat stürzen könnten, so können wir ihnen nur antworten: Da seid ihr Anfänger, denn auf dem Gebiet sind wir Fachmänner. (Heiterkeit.) Das können nur Phanfasten tun, die sich der Größe dieses Regimes noch nicht bewußt geworden sind. Keine andere Kraft als die unsere kann die großen politischen und wirtschaftlichen Aufgaben meistern. Wir haben die Kraft des ganzen Volkes mit der Kühnheit unserer Bewegung vereint, und aus beiden eine einheitliche Formation des Aufbaues und der Reugestaltung der deutschen Nation gemacht. Ber Vartindgrclunn Unter immer erneut aufbrausendem Beifall fertigte der Gauleiter dann die Besserwisser ab, die ihre Stimme gegen die Partei erheben. Drei Probleme seien vordringlich gewesen: Die innere Einheit, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit und die Wiederherstellung unserer nationalen Souveränität. „Niemand wird behaupten wollen", rief Dr. Goebbels aus,„daß uns ihre Lösung nicht gelungen wäre, aber es kann auch niemand sagen, daß es einfach gewesen wäre. Einsach ist das erst hinterher! Einsach ist es, eine Armee zu respektieren, wenn sie marschiert, aber alles andere als einsach ist es, sie auszubauen.(Stürmischer Beisal.) Dabei mußten wir natürlich Probleme, die uns in der Erledigung dieser allerwichtigsten Aufgaben hinderlich waren, zunächst zurückstellen, ohne deswegen ihre Wichtigkeit im geringsten zu verkennen. Da ist z. B. das Problem Partel und Staat, die Frage, ob der Staat oder die Partei den Vorrang hat. Der Staat regiert die Mittel, und die Partei regiert die Menschen. Da nun die Menschen immer wertvoller sind als die Mittel, steht die Partei an erster Stelle, und an zweiter Stells steht der Staat. Endgültig gewährleistet ist die Ausbilanzierung der Kräfte erst, wenn an den entscheidenden Stellen Nationalsozialisten regieren. Wenn die Partei heute die Führerin des Volkes ist, so hat sie sich das durch ihre eigent Leistung verdient. Sie umschließt die besten Deutschen. Daß sie deshalb auch nicht wieder auseinanderlaufen darf, ist also selbstverständlich; man sammelt nicht in 15jähriger Arbeit die Elite, um sie dann wieder nach Hause zu schicken.“ Zum Schluß seiner Rede setzte sich der Gauleiter noch mit der Auslandspresse auseinander. Daß auch der kommende Winter schwere Probleme bringe, wüßten wir sehr gut, wir aber könnten der Auslandspresse nur wünschen, daß auch ihre Länder Regierungen hätten, die ebenso wie die deutsche Regierung entschlossen seien,it den Problemen fertig zu werden. Schritt für Schritt würde das gesteckte Ziel erreicht werden. Unter stürmischem Beifall beendete Dr. Goebbels seine Rede dann mit den Worten: „Die Parole, die vor 10 Jahren wie ein Weckruf durch Deutschland klang, wird heute schon von der ganzen Welt ausgenommen: Freiheit und Brot! Das ist es, was die Völker wollen, einen Weltfrieden, in dem jedes Land zu seinem Recht kommt. Während andere Bölker von Krise zu Krise taumeln, ist allein die Vorstellung von einem Regierungswechsel in Deutschland mehr als absurd. Deutschland steht im Aufbau! Sein Volk ist mit Sorgen belastet, aber es hat auch Lebensmut. Wir haben ihm diesen Optimismus zurückgegeben. Ueber unserem Reich harrt der Führer als die unerschütterliche Schildwache, und hinter ihm steht in der Tat die neue Nation! Ständige Heilrufe bewiesen dem Gauleiter, wie sehr seine Worte den alten Parteigenossen aus dem Herzen gesprochen waren. Die Kapelle intonierte sodann eine musikalische Phankasse über das Horst=Wessel=Lied, der sich der gemeinsame Gesang dieses Liedes des Berliner Sturmführers Horst Wessel anschloß. Hitlers Dank Der Führer und Reichskanzler hat auf das Treuetelegramm des Gaues Berlin folgendes Antworttelegramm gesandt: Für die mir übermittelten Treuegrüße des Gaues Groß=Berlin danke ich Ihnen herzlichst. Ich freue mich über die machtvolle Kundgebung meiner Berliner Parteigenossen, in der ich ein Zeichen der Kraft und Stärke der Bewegung sehe. gez. Adolf Hitler. Tagung der Reichs- und Gavleitee Umsassende Aussprache über die politischen, organisatorischen und weltanschaulichen Aufgaben. Im großen Sitzungssaal des Münchener Rathauses sand unter dem Vorsitz des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley und in Anwesenheit mehrerer Reichsleiter eine Tagung der Gauleiter der RSDAP. statt. In seiner einleitenden Ansprache machte Dr. Ley Mitteilungen über die Organisation und Durchführung des Reichsparteitages, die ihm vom Führer übertragen worden sind. Das Programm des Reichsparteitages, das in seinen Grundzügen mit dem Führer durchbesprochen und festgelegt wurde, wurde erörtert und mitgeteilt, daß die für den 4. Juli in der Berliner Krolloper in Aussicht genommene Konstituierung des Reichsarbeits= und Wirtschaftsrates verschoben wurde und ihm Rahmen des Reichsparteitages stattfinden wird. Die Tagung befaßte sich anschließend in eingehender Aussprache mit den aktuellen Problemen, die sich aus der Führungsaufgabe der Partei ergeben. Anschließend traten die Reichsleiter der Partei im Braunen Haus zu einer Tagung zusammen, die namens des Stellvertreters des Führers von Reichsschatzmeister Schwarz eröffnet und geleitet wurde. Die Ergebnisse der Gauleitertagung wurden zusammengefaßt und ausgewertet sowie eine Reihe wichtiger Einzelfragen des Verhältnisses zwischen Partei und Staatsapparat eingehend behandelt. Wie alle Tagungen des Reichs= und Gauleiterkorps war auch diese umfassende Aussprache über die politie schen, organisatorischen und weltanschaulichen Aufgaben von grundsätzlicher Bedeutung für die gesamte Arbeit der Partei.“ Nach der Tagung versammeite sich das Führerkorp# der Partei zu einem kameradschaftlichen Beisammensein. Erdbeben auf Howai Neuzork, 1. Juli. In dem Hauptort der Insel Hawai, Hile, wurde ein heftiges Erdbeben wahrgenommen, das an zahlreichen Häusern, u. a. auch an den Regierungsgebäuden, erhebliche Beschüdigungen verursachte. Seit vielen Jahren sollen Erderschütterungen in dieser Stärke nicht mehr vorgekommen sein. Am Bulkan Kilauea hat sich im Zusammenhang mit dem Erdbeben ein Riesenerdrutsch ereignet, der zu der Befürchtung eines bevorstehenden Bulkanansbruches Anlaß gegevon hat. Lokales Witten=Annen, 1. Juli. Zehn Baugebote Bauen daran, daß du nicht allein bist, 13 5. 8 6. 9. sondern daß du Rücksicht auf nehmen hast. Nur wenn auch auf dem Gebiet des Bauwesens der nationalsozialistische Grundsatz„Gemeinnutz gehr vor Eigennutz" aufs schärfste zur Durchführung kommt, wird der Gesamtheit und damit auch dem Einzelnen gedient. 8. Nimm bei deinen Banabsichten Rücksicht auf Landschaft und Straße. Es kommt darauf an, deinen Bau der vorhandenen Umgebung richtig anzupassen, dabei Baukunst und Natur in ein gutes Verhältnis zu bringen. Ein einzelnes Gebäude kann sonst die Schönheit eines ganzen Ortsbildes zerstören. 3. Ziehe zu deinem Bauvorhaben einen guten Architekten heran. Dieser wird dich über die an dein Haus zu stellenden künstlerischen und technischen Anforderungen beraten. Er ist Mittler zwischen Behörde, Unternehmer und dir. 4. Sei einsach und schlicht in der äußeren Gestaltung deines Hauses. Die Gleichartigkeit der Hausformen bildet den Reiz der alten Ortsbilder. Sie verdanken ihre schöne Wirkung der Baudisziplin ihrer Zeit. Bevorzuge ein einsaches und ruhiges Dach. Es ist schön und billig in der Herstellung und Unterhaltung. Drempel und Mansardendächer aber erfüllen diese Forderung meist nicht. Vermeide die Dachwohnung im Mehrsamilienhause. Das Dach ist notwendig als Schutz gegen die Witterung; es nimmt Trockenboden und Abstellkammern auf, soll aber nicht als Hülle für selbständige Wohnung dienen. Die Dachwohnung ergibt unglückliche Raumformen und unschöne Dachausbauten, die eine dauernde Quelle von Dachschäden bilden, ihre scheinbare Billigkeit wird also durch zahlreiche Mängel mehr als aufgewogen. Die Dachwohnung ist auch am meisten der Fliegergefahr ausgesetzt. Sichere allen Wohnräumen Licht, Luft und Sonne. Hinterhäuser in engen Hösen sind für Wohnungen nicht der richtige Ort. Unterlasse plumpe An= und Ausbauten. Unförmige Erker, Balkone usw. zerstören die ruhige Erscheinung des Hauses und das Gesamtbild der Straße. Die ausgewendeten Kosten stehen in keinem richtigen Verhältnis zum angestrebten Nutzen. Gestalte auch die Umgebung deines Hauses richtig. Verbirg dich nicht hinter düsteren Einfriedigungen. Erhalte und mehre den Baumbestand Grünflächen sind die Voraussetzung für frische Luft, die wir zum Leben brauchen. 10. Hilf mit zur Verschönerung der Heimat. Trage mit deinem Bau dazu bei, daß auch durch einheitlich wirkende Ortsbilder die deutsche Volksverbundenheit zum Ausdruck kommt. * Wer ist zur Benutzung der deutschen Jugendherbergen berechtigt? Es kommt immer wieder sehr häufig vor, daß Wanderer, die sich auf Fahrt befinden und in den Jugendherbergen übernachten wollen, abgewiesen werden müssen, da sie nicht die Berechtigung zur Benutzung der Jugendherbergen haben. Voraussetzung zur Benutzung der deutschen Jugendherbergen ist der Besitz eines Jugendherbergs=Ausweises. Dieser Ausweis wird in nachstehenden Arten ausgegeben: 1. Der Bleibenausweis. Dieser ist für Jugendwanderer unter 20 Jahren bestimmt. Er wird ausgestellt von allen Ortsgruppen des Jugendherbergsverbandes oder direkt von der Gaugeschäftsstelle. Er kostet jährlich 50 Pfg. Bei Ausstellung sind mitzubringen: Personalausweis und ein Lichtbild. 2. Mitgliedskarte. Um auch Erwachsenen die Benutzung der Jugendherbergen zu ermöglichen, wurde die Mitgliedskarte geschaffen. Diese ist durch den Jahresbeitrag von 3 Mark zuzüglich Gauzuschlag zu erhalten. Im übrigen gelten dieselben Anordnungen wie für den Bleibenausweis. Personen über 20 Jahre, die sich in Berufsausbildung befinden oder erwerbslos sind, bezahlen die Hälfte und den Uebernachtungssatz für Jugendliche. 3. Führerausweis. Uebernachtungsrecht haben alle Jugendverbände, wenn der Führer der Gruppe einen Führerausweis besitzt. Die Jugendgruppe selbst muß körperschaftliches Mitglied beim Jugendherbergsverband ein. Nähere Auskunft hierüber erteilen die Ortsgruppen oder die Gaugeschäftsstellen. 4. Familienkarte. Neuerdings wurde auch die Familienkarte eingeführt. Die Eltern zahlen dann in den Jugendherbergen den normalen Uebernachtungssatz, wenn sie mit mehr als zwei Kindern wandern, nur die Uebernachtungsgebühr für Jugendliche. Diese beträgt für Erwachsene 60 Pfg. und für Jugendliche unter 20 Jahren 20 Pfg. Den Herbergseltern ist es streng verboten, Wanderer ohne Ausweis aufzunehmen, jeder sorge also dafür, daß er sich einen Jugendherbergsausweis beschafft. Der Schaffen?.. auf dem (2 Witten=Annen, 1. Juli. Das war ein Tag, wie er schöner für ein Sommerfest der DAF. nicht sein konnte. Vom hohen blauen Himmel strahlte zwar ein bißchen zu unerbittlich die Sonne auf die erhitzten Köpfe der nach Tausenden zählenden Menschenmenge auf der Festwiese des Hohensteins, aber die Menschen finden ja immer, manchmal zu schnell, den berühmten„kühlen Ausgleich". Eben diesen konnte man in drei riesigen geschmückten Festzelten aufs beste finden, daß er aber nie ganz erreicht wurde, dafür sorgten die Kapellen, die immer wieder zum Tanz und zum Schunkeln aufspielten. Wem es im Zelt zu warm wurde, der ging nach draußen, wo er sein Mütchen an Kirmesbuden und Schießhallen kühlen konnte. Wie weit nun das alles gegangen ist, kann man nicht so ohne weiteres sagen, nur finden wir, daß die Bänke und Rasenflächen zur Not auch eine angenehme„Schlafmolle" abgeben können. Und das soll tatsächlich gewesen sein. Vorher war auf der Festwiese eine Kundgebung für die Schaffenden Groß=Wittens. Vor riesigen Kolonnen der Arbeiter der Stirn und der Faust sprach nach kurzen Grußworten des Kreiswalters der DAF., Pg. Bailke, als Erster Pg. Streithofer aus Berlin. Die Deutsche Arbeitsfront sei lebensbejahend, d. h. die Menschen in ihr wollten arbeiten, schafsen und bauen für unser Volk, für Deutschlands Zukunft. Weit zurückholend in die furchtbaren, von Bruderzwist und Meuchelmord erfüllten Jahre vor der Machtergreifung schildert dann der Redner in packenden Worten das Werden des Nationalsozialismus, die Entstehung der Arbeitsfront, den heldenmütigen, von Gerechtigkeit und Geduld getragenen Kampf der Obmänner in den Betrieben, wie sie von Intrigen verfolgt seien und wie oft ihnen der Kampfesmut erlahmt sei. Doch Kraft hätten sie immer in ihrem unerschütterlichen Glauben gefunden, und dieser Glaube heiße: Deutschland. Schon damals hätten sie einen Kampf gegen Feinde geführt, der auch heute noch da sei und immer noch versuche, das deutsche Volk rücklings zu erdolchen. Du Deutscher, so rief Pg. Streithoser aus, das Wort eines Nationalsozialisten ist zwar hart und rauh, aber es ist ehrlich und gut. Jene scheinheiligen Falschen aber, sie wollen Deinen Untergang unter dem Mantel der Religion. Der Redner wendet sich im folgenden den Aufgaben der DAF. und der in ihr zusammengeschlossenen Menschen zu. Es müsse weiter und immer weiter gekämpft werden. Für unsere Kinder und Kindeskinder gehe der Kampf. Auf den errungenen Lorbeeren auszuruhen, sei salsch und gefährlich. Die Geschichte biete unzählige Beispiele dafür, wo ein Volk hinkomme, wenn das Schwert des Kampfes roste. Und so habe gerade der deutsche Arbeiter für das Wahrgesetz des Führers das beste Verständnis. Denn nun sei die Arbeit geschützt und das Volk habe die Ehre wieder. Noch ist es nicht lange her, als ein fremdes Volk hier eindrang und die Früchte Deiner Arbeit nahm. Damals ballten wir in ohnmächtiger Wut die Fäuste in den Taschen, doch es war umsonst, weil armselige Kreaturen an unserer Spitze standen. Ja, es muß endgültig aus sein mit der Uneinigkeit der Deutschen, Einigkeit war noch immer die gefürchtetste Waffe gegen unsere Gegner. Und in Einigkeit, auf dem Prinzip der Leistung wollen wir weiter schaffen und der Welt zeigen, daß sie ohne uns nichts machen kann. Deutscher Arbeiter! Deine Arbeit ist die erste auf der Erde. Röntgenapparate werden von der ganzen Welt verlangt, in den pharmazeutischen Erzeugnissen sind wir führend; und wer baut Maschinen und Konstruktionen? Wer erfindet sie? Wer hat der Welt den Weg gezeigt, auf dem ein wahrhafter Friede möglich ist? Wer ist die geistigste und schöpferischste Nation? Immer wieder Deutschland. Sieh, Deutscher, das ist Dein Land, für das Du kämpfen mußt. Wehe Dir, wenn einst Dein Junge zu Dir kommt und fragt: Vater, warum hab' ich keinen Platz im Volke, und Du antworten mußt: ich habe nicht gekämpft, ich war zu seige. Dann wirst Du den Fluch Deines Kindes auf Dich laden, Du wirst nicht ruhig von dieser schönen Erde scheiden und nicht in Wallhall eintreten dürsen. Dem kämpfenden Vater aber wird man Hodenstein. die Worte weihen können: Vater, Du warst ein Deutscher, ein ganzer Kerl, Du hast geopfert für Dein Volk. Alsdann sprach Gauwalter Pg. Stein: Wenn eine Armee ein Gelände verteidigt und der Gegner versucht, dieser Armee den Dolch in den Rücken zu stoßen, dann wehe einem Verräter, der in der Armee erwischt werden sollte. Deutschland kämpft einen gewaltigen Kampf um sein Leben; und da stehen Personen und Einrichtungen auf, die das Ziel haben, den kämpfenden und ringenden Deutschen den Dolch in den Rücken zu stoßen. Dafür haben wir nicht jahrelang gekämpft, daß man jetzt versucht, das deutsche Volk aufzuteilen. In dem gewaltigen Sturm haben wir unsere Gegner verschont, sie haben sich auf die Inseln der Seligkeit gerettet. Die Widerstände sind zum Teil versteckt, zum Teil rühren sie aus Dummheit. So wird gegen den Staat gekämpft. Für uns aber ist Klarheit notwendig: Wir kennen nur eine deutsche Jugend, nur eine Staatsjugend. Sollten hier und da konfessionelle Jugendbünde auftreten, dann bedeutet das nichts anderes, als daß sie uns die besten Kräfte wegnehmen wollen. Wer heute die deutsche Jugend, die unsere Zukunft sein soll, wieder aufspalten will in evgl. und kath. Jugend, der treibt Zersplitterung und stößt dem deutschen Volk den Dolch in den Rücken. Wer Deutschland aufteilen will, der steht außerhalb der Gemeinschaft unseres Volkes und ist ein Volks= und Landesverräter. Sie haben im deutschen Volk grundsätzlich nichts zu suchen. Wir erheben daher die eine große Forderung: Fort mit den konfessionellen Jugendverbänden! Denn diese Schönheitsfehler können einmal eine Gefahr für Deutschland werden, in jenem Zeitpunkt, wo wir von dieser Erde scheiden müssen, erleben wir dann, daß nicht eine deutsche Jugend die Erbfolge antritt, sondern eine kath. Jugend und zum Ueberfluß eine evgl. Jugend. Und was wäre der Erfolg? Uneinigkeit, Zwietracht, Chaos. Und deshalb, Du Vater und Mutter, Ihr habt eine ungeheure Verpflichtung, Euer Junge und Mädel haben in der Hitlerjugend zu marschieren. Sie ist das Erziehungsinstrument, das in nationalsozialistischem Sinne ausgerichtet wird, damit die Jugend wahrhaft Träger der deutschen Nation sein kann, damit sie ein besseres Deutschland hat. Sie sagen, wir kämpfen gegen das Konkordat, vergessen aber, daß Jugenderziehung eine Angelegenheit des Staates ist, die Seelsorge eine Angelegenheit derjenigen, die dafür bestimmt sind. Bewußt gründet man kath. Gesellenvereine, kath. Arbeitervereine und evgl. Einrichtungen, die die Aufteilung der deutschen Kraft zum Ziel haben. Für solche Vereine hat die SA und SS bei Gott nicht gekämpft und Gut und Leben aufs Spiel gesetzt. Zertrümmert daher diese Spaltpilze. Und wenn man dann sagt: ihr kämpft gegen die Religion, dann fragen wir: was haben Arbeitervereine mit Religion zu tun? Im folgenden wandte sich Pg. Stein gegen die Kreise, die schon immer nationalsozialistisch gewesen sein wollten, die in Wirklichkeit aber nur ihre Gestalt mit dem patriotischen Mantel verdeckt hätten. Zum Schluß geißelt der Redner noch einige üble Erscheinungen. So bringe man es heute fertig, unter einem Brief zu schreiben: Mit kath. Gruß oder mit evgl. Gruß. Ja, man bringe es sogar fertig, für die Devisenschieber Bittgottesdienste einzulegen. Man frage sich: was hat das mit Religion zu tun; ist das überhaupt noch verständlich? Wir aber ruhen nicht eher, als bis wir das ewige Leben Deutschlands garantiert haben. Dem Führer und dem deutschen Volke wurde ein dreisaches Sieg=Heil ausgebracht. Die Nationalhymnen folgten. Der Werkschor des Annener Gußstablwerkes sang, begleitet vom Städt. Orchester, ein Festlied, und dann ging es in die bunte Fülle des jubelnden und jauchzenden Sommerseites. aber noch Millionen ha ertragloses, unbebautes Land, welches zum großen Teil nur sorstwirtschaftlich nutzen ist. Zur Fortführung des„Nationalen Aufforstungs. werkes in den Jahren 1935/35 sind deshalb größere Kredite zur Verfügung gestellt worden. Träger der Arbeit können Gemeinden, Gemeindeverbände, sonstige Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts und mischtwirtschaftliche Unternehmungen sein. Es wird an. gestrebt, daß auch der private Waldbesitzer für Aufforstungen Träger der Arbeit sein kann. Wegen der Einzelheiten der Kreditinanspruchnahme wende man sich zweckmäßig an die Ortsbehörden. Für Witten wird Auskunft in Zimmer 127 des Rathauses erteilt. —(Die Diensträume des Landesarbeitsamtes Westfalen) befinden sich vom 1. Juli 1935 ab in Dortmuno, Hansastraße 7(Westfalenhaus), Eingang zwischen Defaka und Capitol. § Annen, 1. Juli.(Verhaltungsmaßregeln bei großer Hitze.) Das Reichsgesundheitsamt gibt in Stichworten folgende Erleichterung bringende oder vorbeugend wirkende Verhaltungsmaßnahmen bei großer Hitze: Ziehe nur leichte und vor allem nicht enganliegende Kleidung an. Dusche nach Möglichkeit morgens und abends kalt. Halte den Kopf im Freien, besonders im grellen Sonnenschein, bedeckt. Nehme nicht zu große Flüssigkeits. mengen auf, sondern stille den Durst nur mit einigen Schlucken. Beim Baden kühle dich vorher ab, bespritze vorher die Herzgegend mit Wasser, ehe du mit dem ganzen Körper ins kühle Naß steigst. Zunächst einmal ganz mit dem Kopf untertauchen. Nicht zulange herumschwimmen, vor allem nicht in der grellen Sonne. Selbst in der Nähe des Wassers liege nicht stundenlang in großer Hitze, da diese Unvorsichtigkeit schneller als man denkt zu Hitzschlägen führt. Esse, wenn möglich, viel Ohst; nehme nicht viel heißes Essen zu dir; am Abend erfrische dich mit kaltem Pudding und sättige dich mit Brot Milch und andere verderbliche Nahrungsmittel, vor allem solche für kleine Kinder, müssen kühl gehalten werden, da die Zersetzungsgeschwindigkeit mit zunehmender Temperatur steigt. Fleisch und Käse sind unbedingt vor Fliegen zu schützen. In den Wohnungen sollen möglichst während des Sonnenscheins die Rolläden heruntergelassen werden, die Fenster können offenstehen. Ab und zu kann Durchzug gemacht werden, damit die verhrauchte Luft aus den Wohnungen herauskommt, jedoch nur dann, wenn die geschwitzten Körper vor direkter Zugluft geschützt sind. Des Nachts mache man sämtliche Fenster auf. Verhalten beim Hitzschlag. öffnen, damit freie Atmung gewährleistet ist, chluckpeiß zu trinken geben, möglichst in den Schatten lgen, ruhle Kompresse auf Kopf und Füße, und falls Atemnot eintritt, Atemübungen wie bei Wiederbelebungsversuchen. Tätigkeitsbericht für den Monat Mai 1935 Beitriglihtiönert. Im Lause des Monats sind 2 neue Hausanschlüsse hergestellt, 36 neue Zähler eingebaut, 108 Zähler zur Prüfung ausgewechselt und 5 Anlagen von Gleich= auf Wechselstrom umgeschaltet. In der Egge ist eine Netzerweiterung vorgenommen. Außerdem sind Aenderungsund Instandsetzungsarbeiten im Leitungsnet durchgefihrt. Gebnerr. S undichte Gaszuleitungen wurden ausgewechselt, 11 neue Hausanschlüsse sind hergestellt und 43 Gasmesser und 13 Münzgasmesser neu ausgestellt worden. 10 Gasmesser wurden auf Verlangen der Abnehmer gegen Münzgasmesser ausgewechselt. 22 Gasmesser mußten abgenommen und 51 Gasmesser zur Nachprüfung ausgewehtelt werden. In der Horst=Wessel=Straße ist zur Versorgung eines Neubaues die 80=mm=Gasleitung um 20 Meter verlängert worden. * Die Kontrolle der Feuerhähne wurde fortgesetzt, 87 schadhafte Feuerhähne mußten ausgewechselt werden. Wasserwert. In der Straße Oberkrone war ein Rohrbruch der 100 mm=Wasserleitung zu beseitigen. An 22 Anschlußleitungen wurden Undichtigkeiten festgestellt und beseitigt. 11 neue Wasseranschlüsse sind hergestellt, 11 Wassermesser neu aufgestellt worden. 13 Wassermesser mußten zwecks Instandsetzung ausgewechselt werden. In der Straße Sonnenschein ist zur Wasserversorgung eines Neubaues die 80=mm=Wasserleitung um 12 Meter verlängert worden. Aus demselben Grunde wurde in der Horst=WesselStraße, Ecke Wullen, die 80=mm=Leitung um 20 Meler verlängert. 22 Privat=Absperrhähne wurden instandgesetzt bzw. erneuert. Bei der Revision des Wasserrohrnetzes sind 2 undichte Hydranten vorgefunden und instandgesetzt worden. § Annen, 1. Juli.(Juli.) Heiß brennt die Sonne vom Himmel herab auf reifende Aehren und Fluren, die in üppiger Pracht stehen. Die Sommerwitterung erreicht, wenigstens was Deutschland betrifft, im Juli regelmäßig ihren Höhepunkt. Mit der Einschränkung, die Goethe in Bezug auf die Jahreszeiten in ihrer Gesamtheit gemacht hat:„Alle viere, mehr und minder, necken, wie die hübschen Kinder". Diesmal freilich scheinen die„Hundstage“, die nach dem Kalender erst am 23. Juli beginnen, bereits im Uebergang vom Juni zum Juli angebrochen zu sein. Möge die Sonne nun weiter ihre Glut verschwenden, damit die Früchte reisen und die, die jetzt Ferien vom Alltag angetreten haben, unter dem blauen Himmel neue Kraft schöpfen für die Arbeit.— Seinen Namen hat der Juli von den Römern erhalten, die dadurch im Jahre 45 v. Chr. ihren großen Staatsmann und Feldherrn Julius Cäsar, der in diesem Monat geboren worden ist, ehren wollten. Für den deutschen Menschen ist allerdings das Wort Juli ein toter Begriff. Lebendig aber für uns ist der Name, den der Juli, der siebende Monat des Jahres, in der germanischen Sprache führt: Heumond oder Heuert. Denn daraus wehr uns der Duft des Heues entgegen, das im Juli die Wiesen deckt. —(Straßenverkauf nar bei Arbeitsbeschaffungslosen genehmigt.) Der Reichs= und preußische Minister des Innern läßt mitteilen: Es ist wiederholt festgestellt worden, daß die Lose der Lotterie des NS=Frontkämpfer= bundes(Stahlhelm) e. V. und der Lotterie des Reichsluftschutzbundes e. V. auf Straßen und Plätzen und von Haus zu Haus zum Verkauf angeboten werden. Diese Art des Losvertriebes widerspricht der von dem Reichsund preußischen Minister des Innern den beiden genannten Vereinen erteilten Lotteriegenehmigung und ist daher unzulässig. Der Losverkauf auf Straßen und Plätzen und von Haus zu Haus ist ausschließlich der Arbeitsbeschaffungslotterie der NSDAP. genehmigt. —(Aus der Geschichte des Tabaks.) Der Tabak erfreut sich bekanntlich großer Beliebtheit in Deutschland. Es ist ausgerechnet worden, daß im letzten Jahre auf den Kopf der Bevölkerung nicht weniger als 669 Zigarren und Zigaretten kamen. Der erste Anbau des Tabaks in Deutschland geschah vermutlich Anno 1639 in Suhl, der bekannten Waffenstadt Thüringens. Die Mark baut den Tabak seit 1676 an, obwohl noch 15 Jahre vorher der Genuß des Tabaks verboten war. 1691 gab es in mitteldeutschen Gauen noch ein Gesetz, das Gefänguis und Prügelstrafe gegen das„lüderliche Werck des TobackTrinkens festsetzte". In Gotha sollten damals unmäßige Raucher„gleich anderen Trunckenbolden gerüget“ werden. Um 1700 mußte der Raucher gebührenpflichtig „Freizettel“, also gewissermaßen einen„Raucherpaß“ erwerben. Das Tabakschnupfen war ursprünglich als Mittel gegen Kopfweh eingeführt worden. Es galt für„seiner“ als das Rauchen, selbst Damen übten diese Sitte. Der schlichte Mann des Volkes blieb aber bei seiner„Pfeif' Toback“ als längst Zigarre und gar Zigarette eingeführt waren. Denn man hatte sie sich angewöhnt.„Jetzige Zeit schmauchet fast ein jeder Toback, der Bauer hinterm der Fuhrmann auf dem Pferde und der Handwerker bey seiner Arbeit“, so schreibt befriedigt ein Raucher aus alter Zeit. Somit hat der Tabak auch seinen Platz im Volksmunde.„Ein starker Tobak“ ist eine allgemeine Redewendung für eine große Dreistigkeit jedweder Art! —(Der Wert der deutschen Forstwirtschaft.) Das nationalsozialistische Deutschland hat den großen Wert der deutschen Forstirtschaft für Volk und Vaterland erkannt. Im Schutze eines starken Staates, der als eine seiner vornehmsten Aufgaben ansieht, die Bodenwirtschaften wieder zur Blüte zu bringen, gedeiht auch die Forstwirtschaft. Der deutsche Wald kann den Bedarf unserer Wirtschaft an Gütern des Waldes zu normalen Zeiten nicht decken. Deutschland führte im Jahre 1934 11 Millionen im Nutzholz ein. Andererseits besitzen wir An die Kraftfahrer ergeht die ernste Mahnung, nicht schnell zu fahren, da die eigene Reaktionsfähigkeit und die der entgegenkommenden Fahrer bei dieser starken Hitze sehr herabgesetzt ist. „ II. Annen, 1. Juli.(Arzneikostenanteil. Weiterhin 2o pfenlnig.) Die Herabsetzung des vom Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung zu tragenden Arzneikostenanteils von 50 Pfg. auf 25 Pfg. war bis zum 30. Juni 1935 begrenzt. Nunmehr hat der Reichs= und preußische Arbeitsminister in einer Verordnung vom 15. Juni 1935 die Geltungsdauer der Herabsetzung bis zum 31. Dezember 1936 erstreckt. Gleichzeitig hat der Reich! arbeitsminister in einem Rundschreiben an die Länder erneut auf die Möglichkeit der Stundung und Niederschlagung der Krankenscheingebühr und Arzneikostenbeteiligung in Fällen echter augenblicklicher Not hingewiesen. Der Reichsarbeitsminister hat dabei entsprechend den Grundsätzen nationalsozialistischer Staatsführung eine weitherzige Anwendung dieser Ausnahmevorschriften in den Fällen angeordnet, in denen es sich um Krankheitsfälle in kinderreichen Familien handelt. Damit sind die Bestrebungen der Reichsregierung, die durch die Notverordnungen hervorgerufenen Härten abzumildern und zu beseitigen, in einem bevölkerungspolitisch wichtigen Punkt gefördert worden. (2 Annen, 1. Juli.(Sengende Hitze.) Der große Nachteil, den Sommer gegenüber Frühling und Herbst in seiner Hitze, seiner Dürre. Seine Folgeerscheinungen sind Staub und Durst. Mensch und Tier leiden unter diesen Einwirkungen oft so, daß sie schachmatt und krank werden. Durchaus nicht alle Menschen empfinden die Hitze gleichmäßig; der eine leidet weniger, der andere mehr. Vollblütige junge Menschen können die sommerliche Hitze viel quälender empfinden als alte Leute, die beim geringsten Lüftchen schon frieren. Viel kommt auch auf Kleidung, Verdauung, Belastung, Gemütsverfassung und Temperament an. Große Anstrengungen in der Mittagsglut müssen unterbleiben. —(Wehrmacht=Sportabzeichen.) An Stelle des bisherigen Truppen=Sportabzeichens tritt jetzt das Wehrmacht=Sportabzeichen, dessen Ausführung für das Heer der Oberbesehlshaber des Heeres jetzt bekanntgegeben hat. Danach wird das Wehrmachtabzeichen aus Adler, Kranz und Hakenkreuz bestehen, die schwarz auf weißem Spiegel gewebt sind. Der Spiegel bildet ein Halboval. * Annen, 1. Juli.(70 Jahre alt) wird heute Herr Louis Böhle, Herdeckerstraße 105a wohnhaft. Dem rüstigen Herrn die herzlichsten Glückwünsche! Annen, 1. Juli.(Wäschediebstahl.) Von der Bleiche des Hauses Wullen 43 wurde am 27. Juni, in der Zeit von 13 bis 18 Uhr, ein Paradekissenbezug mit einer 5 em breiten Spitze im Werte von.— RM. entwendet. Witten, 1. Juli.(Fahrraddiebstahl.) In der vergangenen Nacht wurde aus dem Keller des Hauses, Tannenberg 1, ein Herrenfahrrad, Marke„Miele“ von noch unbekannten Tätern gestohlen. —(Verkehrsunfälle.) Auf der Crengeldanzstraße stießen am 26. Juni, gegen 10.45 Uhr, ein MotorradfahRadfahrer zusammen. Es entstand nur Sachschaden. Vor dem Hause Ardeystraße 104 wurde am 22. Juni, gegen 23,30 Uhr, ein dort parkender Personenkraftwagen von einem vorbeifahrenden Lieserkraftwagen angefahren, wobei ebenfalls nur Sachschaden entstand. escen Tar. 5de Vreite= und Bidezkraße geriet an demden Toge, gegen 7 Uhr, ein Lieserkraftwagen infolge zu suullden Bremsens ins Schleudern und kippte um. Der Kraftfahrer erlitt dabei leichte Schnittwunden an der linken Hand. s Rüdinghausen, 1. Juli.(Aus dem Gesundheitsamt.) Die Sprechstunde der Säuglings= u. Kleinkinderfürsorge in Rüdinghausen findet am Dienstag, dem 2. Juli 1935, nachmittags von.30 bis.30 Uhr im Handarbeitsraum der evangelischen Schule statt. * Rüdinghausen, 1. Juli.(Festtage für Rüdinghausen.— Das Ringturnfest steigt am Samstag und Sonntag!) Das verlegte Ringturnfest des Ringes 3— Ruhr der Deutschen Turnerschaft findet nun endgültig am 6. und 7. Juli in Rüdinghausen statt. Es ist ein besonders gutes Meldeergebnis zu verzeichnen, sodaß das Fest in jeder Beziehung eine turnerische Großveranstaltung zu werden verspricht. Am stärksten sind vertreten: Turngemeinde Witten, Harkort Wetter, Eintracht Witten, Wittener Turnverein, die beiden Annener und die beiden Bommeraner Vereine. Aber auch die Vereine aus den ländlichen Bezirken sind da, wenn es heißt, die Treue zum Ring und zu unserer alten Turnsache zu beweisen. Die Hochburg der Turnerei, Sprockhövel, ferner Silschede, Volmarstein, Stockum, Herbede, Heven und Wengern werden mit größeren Wettkämpfergruppen antreten. Wer nun in den einzelnen Mehrkämpfen auf dem Sportplatz Gronemann den ersten Sieg erringen wird, das läßt sich bei der großen Zahl der gleichwertigen Wettkämpfer nicht vorhersagen. Auch kommt es nicht so sehr darauf an; obwohl wir natürlich eine gute Leistung gern anerkennen. Viel wesentlicher aber ist es, daß möglichst viele teilnehmen an dem turnerischen Geschehen, um sich Kraft und Freude zu holen und um den Außenstehenden zu zeigen, daß die Deutsche Turnerschaft getreu ihrem Grundsatz nun auch im Reichsbund für Leibesübungen tatkräftig weiter bemüht bleibt, deutsches Wesen und turnerische Art zu erhalten und zu verbreiten. Somborn, 1. Juli.(Schwerer Unfall im Grubenbetrieb.) Im Grubenbetrieb einer hiesigen Anlage geriet am Donnerstagabend kurz vor Beendigung der Mittagschicht der Lehrhauer H. Engelage aus Langendreerholt unter eine zusammenbrechende Rutschenanlage. Das Gerüst, welches das Rutschenband trägt, ging zu Bruch und begrüb E. unter sich. Die herbeigeeilten Kameraden befreiten den Betroffenen aus seiner gefährlichen Lage. In schwer verletztem Zustande wurde er dem Bergmannsheil in Bochum zugeführt. Somborn, 29. Juni.(Ein Unfall, der noch glimpflich ablief.) In der Werkstatt einer hiesigen Anlage ereignete sich ein Unfall, der leicht hätte ein junges Menschenleben fordern können. An der Bohrmaschine stand ein junger Mann und hatte hier Löcher in kurze Eisenträger zu bohren. Plötzlich gab es einen Schrei, die stark rotierende Maschine hatte den Jungen am Rockarmel erfaßt und drehte diesen immer fester. Geistesgegenwärtig sprang sein Nebenmann hinzu und setzte die Maschine still, dadurch ein größeres Unglück verhütend. Dem Umstand, daß der Nebenmann rasch eingriff und daß der Rockärmel nicht mehr ganz fest war, hat der Junge sein Leben zu verdanken. Nur mit geringen Hautabschürfungen kam der Betroffene davon. Der Unfall möge als Warnung dienen. —(Briestauben gestohlen.) Dem Bergmann Wilhelm., Beverstraße Nr. 17, wurden aus dem verschlossenen Taubenschlag 10 Brieftauben verschiedener Farbe gestohlen. —(Dreirad umgeworsen.) Am Mittwoch wurde auf der Somborner Straße in Nähe des Baugeschäfts Ehmann ein Dreirad von einem Lieserwagen angefahren. Das Dreirad wurde dabei umgeworfen und stark beschädigt. Der Führer des Dreirades erlitt leichtere Verletzungen. Marten, 1. Juli.(Vom Martener Wochenmarkt.) Reichliche Anfuhr bester Waren bei teilweise niedrigen Verkaufspreisen konnte auch kein gutes Marktgeschäft anregen, wobei zum Schluß erhebliche Restbestände abgefahren werden mußten. Die Händler gaben sich die größte Mühe und setzten die Verkaufspreise weiter in den späten Vormittagsstunden herunter, doch wollte kein leidliches Verkaufsgeschäft einsetzen. —(Ein Ausflug der Martener Jungmütter,) die den Frauenhilfen 1 und 2 angehören, in die Gegend von Münster und der Stadt Münster, brachte diesen einen schönen Tag der Erholung. Die gute Beteiligung, dazu eine bequeme Reise im Autobus bei schönstem Wetter wird gewiß bei allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben. Die Stadtanlagen in Münster erregten allgemeine Bewunderung bei den Jungmüttern. der Ruhrstahl Akt.=Ges. Gußstahl=Werk Witten. Glänz uder Verlauf.— Mehr als 8000 Teilnehmer.— Herrliches Sommerwetter. übungen brachten und weiter, soweit sie Mitglieder der Marine=HJ. sind, einen wohlgelungenen Flaggenreigen. Beide Male ernteten sie reichen Beifall. Immer freudiger wurde die Stimmung, bald drehte sich jung und alt im Tanze. Längst war es wieder hell, als die Letzten diese gastliche Stätte verließen und den heimatlichen Penaten wieder zuströmten. Allen aber Drei Personen im Auio verbrannt DR Dresden, 30. Juni. In Dresden geriet am Sonntagmorgen in der Heideparkstraße ein mit vier Personen besetztes Auto in den Straßengraben und sing sofort Feuer. Einem Insassen gelang es, sich durch ein Fenster zu retten. Trotz eigener starker Verbrennungen zog er noch ein 22 Jahre altes Mädchen aus dem Wagen, das aber den erlittenen Brandwunden inzwischen im Krankenhaus erlegen ist. Die 18 Jahre alte Schwester des Mädchens sowie der Kraftwagenführer verbrannten in dem Kraftwagen bei lebendigem Leibe. Nach den polizeilichen Feststellungen ist das Unglück darauf zurückzuführen, daß der Kraftwagen in rasender Geschwindigkeit eine Linkskurve geschnitten hatte, wodurch er aus der Fahrbahn getragen worden war. * Beim Nachsitzen die Schule in Brand gesteckt. In Wienheim im Elsaß hat ein 14jähriger Knabe, während er eine halbe Stunde nachsitzen mußte, die Schule in Brand gesteckt. Bei der Vernehmung stellte sich heraus, daß der Junge noch mehrere Gelddiebstähle auf dem Kerbholz hatte. S Ein großes Geschenk Bedentieme Erbürungen Beilbwins. London, 1. Juli. Der britische Ministerpräsident Baldwin gab in einer Rede in Braham Park zum Flottenabkommen Erklärungen ab, in denen er u. a. sagte: Denjenigen, die sich noch an den Rüstungswettbewerb zur See erinnern, der vor dem Kriege zwischen diesem Lande und Deutschland gegeben war, und die sich weiter daran erinnern, wie die ganze Atmosphäre durch diese Flotteurivalität vergiftet wurde, muß die Nachricht, daß als Ergebnis von Hitlers Angebot ein dauerndes und festes Stärkeverhältnis zwischen der britischen und deutschen Flotte von 100:35 festgesenzt worden ist, als eine große Erleichterung und als ein großes Geschenk erscheinen. Die Ankündigung, die der deutsche Vertreter während der letzten Flottenbesprechungen gemacht hat, daß Deutschland unabhängig von der Handlungsweise andeder Mächte niemals wieder zu dem zurückkehren würde, was wir den unbeschränkten=Boot=Krieg nennen, muß in ganz besonderem Maße befriedigen.“ V. Witten, 1. Juli. Die Ruhrstahl Akt.=Ges., Werk Gußstahlwerk Witten, seierte am Samstag ihr großes Gefolgschaftsfest. Strahlender Sonnenschein und eine sternenklare, laue Sommernacht erhöhten die Festesfreude. Auf dem Hohenstein ist ein großes Festzelt auf der Spielwiese errichtet, das größte, das Witten je gesehen hat; etwa 5000 Sitzplätze sind vorhanden. Um 18 Uhr soll das Fest beginnen. Schon eine Stunde früher streben die Gäste dem Hohenstein zu. Allmählich entwickelt sich der Strom zu einer wahren Völkerwanderung. Gegen 19 Uhr ist das Zelt bis auf den letzten Platz besetzt, aber noch immer kommen Gäste. Viele ergehen sich auf dem Festplatz. Auch im Freien ist eine große Zahl von Sitzplätzen, und für Belustigung ist gesorgt. Zwei Kapellen des Stadt=Orchesters(Fliegner) unter der Leitung des Herrn Liesegang bestritten den musikalischen Teil, eine große Lautsprecheranlage bringt die Musik im ganzen Zelte und auf dem Festplatz zu Gehör und das gesprochene Wort der Redner zur Geltung. Für Speise und Trank ist reichlich gesorgt. In dem Zelt, das mit dem Zeichen der Arbeitsfront vielfach geschmückt ist, schaffen zahlreiche Fahnen ein farbenfrohes Bild, ein Bild unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler von einem beschäftigungslosen Wittener Maler blickt auf das Gewoge hernieder. Die Werksleitung hat durch Ausgabe von Wertmarken für Speisen, Getränke und Rauchmaterial, sowie zu einer Verlosung dafür gesorgt, daß keiner zu kurz kommt, und es herrscht bald festliche Hochstimmung. Betriebsweise sitzen die Werksangehörigen beieinander ohne Rangunterschied, Ingenieure, Werkmeister und Arbeiter, ein Bild echter Volksgemeinschaft und bester Werkskameradschaft. Alle haben sie ihre Frauen und Töchter, ihre Bräute mitgebracht, zahlreiche ehemalige Werksangehörige, Veteranen der Arbeit, sind der Einladung ihrer früheren Wirkungsstätte gefolgt. Auch für sie ist auf das Beste gesorgt. Mehr als 8000 Personen haben so an diesem größten Werksfest teilgenommen, das Witten je gesehen hat. Direktor Schmitz hält die Begrüßungsansprache. Im Namen der Ruhrstahl Akt.=Ges. heißt er alle herzlich willkommen. Er begrüßt die Arbeitskameraden vom Gußstahl=Werk Witten und von der Verwaltung der Ruhrstahl Akt.=Ges. sowie die Führer und Vertrauensleute der Konzernwerke, deren Frauen und Töchter. Eine besondere Freude ist es ihm, 150 Pensionäre und Invaliden des alten Gußstahl=Werks und des neuen Unternehmens begrüßen zu können, die Jahrzehnte hindurch dem Werke gedient und ihm ihre ganze Arbeitskraft zur Verfügung gestellt haben. Sie verkörpern beste Tradition deutscher Arbeitskameradschaft. Als Gäste begrüßte er die Verwaltung der Stadt Witten, den Herrn Oberbürgermeister, als Vertreter des Arbeitsamtes die Herren Schlegel und David, als Vertreter der Partei Pg. Brockers, den Leiter der Deutschen Arbeitsfront Bailke, Pg. Fischer von der SA. und Pg. Bisping von der SS., die Vertreter der Behörden. Ihr zahlreiches Erscheinen sei bester Beweis für das Interesse, das sie dem Werke entgegenbringen und der heimischen Industrie. Mit allen stehe das Werk auf gutem Fuße, wie sich das so gehört. Die vielseitigen Wünsche des Werkes hätten bei ihnen Interesse gefunden, die Verwaltung habe sich bemüht, ihnen ihre Arbeit zu erleichtern. Das Gußstahl=Werk Witten sei zusammen mit dem Annener Gußstahl=Werk, das hier nicht vertreten und erst in einigen Wochen sein Fest seiern werde, mit einer Gefolgschaft von 3200 Mann das größte Unternehmen in Witten. Diese Stellung in der Wirtschaft ziehe Verpflichtungen nach sich. Gehe es dem Unternehmen gut, so blühe in der Stadt auch Handel und Gewerbe. So sei die Arbeit des einen das Schicksal des andern in dieser Wechselwirkung. Unser aller Arbeit aber sei das Schicksal Deutschlands. Diese Arbeit könne nur Früchte tragen, Arbeit im Dienste des Vaterlandes sein, wenn in ihr der Geist echter Kameradschaft herrsche. Kameradschaft bringe Achtung für die Arbeit, gleich auf welchem Posten sie geleistet werde, nicht nur im Beruse, sondern auch Verständnis außerhalb des Berufslebens. Auf diese Kameradschaft baue sich das Glück unserer Kinder, das Glück des deutschen Vaterlandes auf. Dieser Kameradschaft solle der Abend dienen. In diesem Sinne rufe er allen ein herzliches Willkommen zu und wünsche einen frohen Verlauf des Abends. Bevor jedoch das Fest beginne, sei dem Führer gedankt und Gefolgschaftstreue gelobt. Donnernd scholl das dreifache Siegheil durch die weiten Hallen des Zeltes, das Deutschlandlied und das Horst=Wessel=Lied wurde von allen begeistert gesungen. Der Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Bailke, führte etwa folgendes aus: Er möchte nicht versäumen, auszusprechen, was er empfunden habe, als er das Zelt betrat: Betriebsgemeinschaft ohne Unterschied. Heute abend seien sie zusammen gekommen als deutsche Männer, stolz darauf, ihre Kräfte in den Dienst des Vaterlandes gestellt zu haben. Dieses Zusammenkommen sei ein Beweis für den hier herrschenden Kameradschaftsgeist, so wie der Führer ihn fordert. Verschönt wurde der Abend durch Vorführungen von Angehörigen der Lehrlingswerkstatt, welche einmal Freiwird das bieiben. schöne Fest lange eine liebe Erinnerung Neueste Nachrichten Vertrieb der„Basler Nachrichten“ in Deutschland verboten. dub Berlin, 1. Juli. Der Vertrieb der schweizerischen Zeitung„Basler Nachrichten“ im deutschen Reichsgebiet ist auf Veranlassung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda auf unbestimmte Zeit verboten worden. Probefahrt des Ostasien=Schnelldampfers„Potsdam“. Der neue für den Ostasien=Expreßdienst des Norddeutschen Lloyd erbaute Schnelldampfer„Potsdam“ hat von Bremen aus seine Probefahrt angetreten. Die „Potsdam“ ist als Tropenschiff gebaut. Die Fahrgastkammern sowohl der 1. Klasse als auch die der Touristenklasse liegen alle im Breich der Mittschiffsaufbauten und sind sämtlich Außenbordszimmer. Die„Potsdam“ kann etwa 300 Fahrgäste befördern und hat eine 265köpfige Besatzung. Iöngf Zeppeiktut per 7. Süidamerigfehrt geshartet. DNB Friedrichshafen, 30. Juni. Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ ist am Sonnabend um 22.35 Uhr unter Führung von Kapitän von Schiller zu seiner 7. diesjährigen Südamerikafahrt nach Pernambuco und Rio de Janeire gestartet. Sämtliche Plätze sind ausverkauft. Schwerer Kraftwagenunfall bei Leobschütz. Drei Tote. DRB Leobschütz, 1. Juli. In der Nacht zum Sonntag fuhr auf der Straße Troplowitz—Leobschütz kurz vor der Ortschaft Bobersdorf ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen mit hoher Geschwindigkeit in einer Kurve gegen einen Sandhaufen und wurde dann gegen einen Straßenstein und einen Baum geschleudert. Die im hinteren Teil des Wagens sitzenden drei Personen kamen ums Leben. Der Lenker des Kraftwagens, der Klempnermeister Alfons Kern aus Leobschütz, der ohne Verletzungen davon kam, während seine Frau leichte Hautabschürfungen erlitt, wurde verhaftet. Fünf Tote, 17 Schwerverletzte. Zusammenstoß zwischen Eisenbahn und Autebus. DRB Bukarest, 1. Juli. Ein furchtbares Unglück wird aus dem Städtchen Piatra=Olt gemeldet. Ein mit Ausflüglern voll besetzter Autobus wurde von einem in voller Fahrt befindlichen Personenzug erfaßt und völlig zertrümmert. Fünf Insassen wurden getötet, 17 schwer verletzt. Unter den Opfern befinden sich mehrere Frauen und Kinder. Zwei italienische Zerstörer zusammengestoßen Sechs Tote, sieben Verletzte. Rom, 39. Juni. Bei Uebungen mit abgeblendeten Lichtern stießen in der Nacht zum Sonnabend die Zerstörer„Zeue" und„Malocelle" im Golf von Tarent zusammen. Von den Besatzungen der beiden Einheiten wurden sechs Mann getötet und sieben leicht verletzt. Die beschädigten Zerstörer konnten mit eigener Kraft Tarent erreichen. Zahlreiche Todesopfer der Hitze in Italien. DRB Mailand, 30. Juni. Die Hitzewelle, die sich über ganz Italien auch am gestrigen Tage weiter ausgebreitet hatte, forderte eine Reihe von Todesfällen infolge Hitzschlags. So waren in Mailand selbst fünf Todesfälle zu verzeichnen. In der Gegend von Piancenza forderte die Hitze drei Todesopfer. In Vercelli starb eine Person an Hitzschlag. 52 Grad im Schatten. Kairo, 30. Juni. In Aegypten, vor allem in Oberägypten, herrscht eine Hitze, die weit über die Durchschnittstemperaturen hinausgeht. In Assouan wurde letzte Woche eine Temperatur von 52 Grad Celsius im Schatten gemessen, gegenüber einem Durchschnitt von nur 44 Grad. Auch Kairo und das Delta ist von dieser Hitzewelle, die zahlreiche Opser fordert, heimgesucht. Kairo hatte eine Maximaltemperatur von 43 Grad im Schatten von noch 29 Grad, so daß von„nächtlicher Abkühlung" nicht mehr gesprochen werden kann. Sestsamerweise sind die Temperaturen weiter im Süden, im Sudan, weit niedriger als in Oberägypten. Absturz eines französischen Marineflugzeuges. DNB Paris, 30. Juni. Bei Toulon stürzte am Freitag ein Marineflugzeug ab und wurde völlig zertrümmert. Nach langem Suchen fand man die Ueberreste des Nobtenz(Frankturt. Trier vonnden Max.. brüchen Bader lonmpghlelngen s Weegg Bbhnsphurt Aobury Vortabnn gai euty Sheigewberg. zkürhberg. Seltbenttadenbem Moeggnten — Mühchen B54299 nom!-Hamningen....3 Züdich Pnuer— — „Juusonre zerstörten Apparates. Die beiden Marineflieger wurden nur noch als verkohlte Leichen aufgefunden. * 30 Häuser vom Wirbelsturm abgedeckt. Im Kreise Usingen richtete eine Windhose großen Schaden an. Besonders schwer wurde das Dorf Hasselbach betroffen. 30 Dächer wurden abgedeckt. Das Dach einer Feldscheune wurde etwa 130 Meter weit fortgetragen. An 200 Obstbäume liegen entwurzelt am Boden. Schieres Bergwertsunglau in Benisch=Indten 16 Tote, 23 Verletzte. DNB Simla, 1. Juli. In der Kohlengrube von Bagdighi im Bezirk Dhaubad(Britisch=Indien) ereignete sich in der Nacht zum Montag ein schweres Bergwerksunglück, das insgesamt 16 Tote und 23 Verletzte forderte. Richisent in München. In Anwesenheit des Führers. In Anwesenheit des Führers und unter großer Auteilnahme der gesamten Bevölkerung fand in München das Richtfest des nach den Plänen des verstorbenen Professors Paul Ludwig Troost erbauten Hauses der Deutschen Kunst statt. An der Baustelle hatten sich zahrreiche Ehrengäste, eine Ehrenkompagnie der SS., die gesamte Belegschaft des Baues und eine große Menschenmenge versammelt. Ein Musikzug der SS. leitete den Festakt mit einem Fanfarenmarsch ein. Nach einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer und dem Gesang des HorstWessel=Liedes sprach ein Vertreter der Arbeiterschaft in der höchsten Stelle des Gerüstes den Richtspruch, der mit einer Huldigung an den Führer schloß. Ihm weihte der Sprecher sein erstes Glas. Das zweite Glas galt der deutschen Kunst, das dritte den Architekten und allen Arbeitskameraden. Altem Herkommen gemäß, wurde jeder dieser Grüße durch das Zerschmettern des Trinkglases bekräftigt. Anschließend würdigte der Staatskommissar des Hauses der Deutschen Kunst, Staatsminister und Gauleiter Adolf Wagener, die besondere Bedeutung dieses Richtfestes. In zwei Jahren werde das Haus der Deutschen Kunst vollendet sein. Als erste Ausstellung im neuen Haus werde eine große Schau erstehen, die unter dem Leitwort„Tausend Jahre deutsche Kunst" stehen werde. Zweite Teilstrecke der Aulobahn in Betrieb Eröffnung in Auwesenheit des Führers. München, 1. Juli. Die erste Teilstrecke der Reichsautobahn München— Landesgrenze, die Strecke München—Holzkirchen, wurde in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers feierlich eröffnet. An der Baustelle hatten sich neben zahlreichen Ehrengästen große Menschenmengen eingefunden, die den Führer bei seinem Eintreffen mit nicht enden wollendem Jubel begrüßten. Nach verschiedenen Ansprachen erklärte der Generalinspektor Dr. Todt:„Der Führer und der deutsche Arbeiter haben dieses Werk geschaffen, und das deutsche Volk soll es besitzen. Heil mein Fühner!". Als erster durchschnitt der Wagen des Führers das den Weg sinnbildlich sperrende Band, und nun folgten in langer Reihe Hunderte von Wagen, darunter auch festlich geschmückte Lastwagen der Reichsautobahn und der Privatfirmen mit der am Bau beteiligter Arbeiterschaft. Wer wenig Zeit hat Eine Karte zum Erdbeben in Süddeutschland. In ganz Süddeutschland und in der Nordschweit wurde bekanntlich ein ziemlich käftiges wellenförmiges Erdbeben wahrgenommen, dessen Herd in der Rauhen Alb vermutet wird. Wie das Beben sich von seinem Zentrum aus ausgebreitet hat, geht aus dieser Karte hervor, in der die am meisten betroffenen Ortschaften und Gegenden durch eine Schraffierung gekennzeichnet sind.(Expreß=Bilderdienst, M) und wer Sonntage über ins Freie kann, um Luft und Sonne zu genießen, der braucht Leokrem zum Sonnenbaden ganz besonders nötig! Denn Leokrem verringert ja nicht nur die Gefahr des Sonnenbrandes, sondern er hilft vor allem schneller bräunen. Wer Leokrem mit Sonnen=Vitamin benutzt, kann schon nach einem einzigen Sonnenbad braungebrannt aach Hause gehen. Und das will wirklich etwas heißen! Leokrem zu 22, 50 und 90 Pfennig und Leo=Hautöl zu 50 Pfennig sind in allen Fachgeschäften erhältlich. Der Negus zum Ostaseiiakonflikt Unterredung mit dem Kaiser von Abessinien. In einer Unterredung mit einem Vertreter des „News Chroniele" erklärte der Kaiser von Abessinien u. ., wenn es zu einem Krieg komme, werde er seine Truppen selbst anführen. Auf die Frage, ob er wirklich an einen Krieg glaube, antwortete er, er vertraue immer noch darauf, daß der Bölkerbund und die Großmächte den Krieg verhindern könnten. England und Frankreich hätten hilfreiche Bemühungen für eine friedliche Regelung des Streitfalles gemacht Im Verlaufe der gegenwärtigen Verhandlungen habe Italien niemals irgendeine Forderung nach wirtschaftlichen oder gebietsmäßigen Zugeständnissen vorgebracht. Die italienischen Staatsangehörigen würden wie bisher auf der Grundlage vollkommener Gieichberechtigung mit den anderen Ausländern behandelt werden. Der Kaiser erklärte ferner, daß neutrale Ausländer im Kriegsfalle nicht das Land zu verlassen brauchten, da die abeffinische Regierung für ihre Sicherheit sorgen werde. Abschließend sagte er. Abessinien habe bei keinem Land und bei keiner Gruppe um finanzielle Unterstützung nachgesucht oder eine solche angeboten erhalten. Die Zurückgewünschten sind selten, wenige geleitet das Glück bis an die Schwelle: so höflich es gegen die Ankommenden zu sein pflegt, so schnöde gegen die Abgehenden. Gracian. Bricm Aemtchetenten genieene. StisRtelng. Witten. Ganen. für Angeigen berantwertlich: Oilhelm b. A. V. 28 1985. Deud und Brigg: Brit Röcles, mittrs itten.Nuuen, Sledumrr Otrabe 28. — Geschäftsstelle: Witten= Al 1— — — Provinz=Nachrichten Zahtage für den Bezirk der Zahlstellen Witten und Dortmund=Hörde im Jahre 1935. ame nn ne n ehr uni. unch in...“. 1. Juli.(Mord= und Selbstmordvertmund=Dorstfeld.) Freitag gegen 10.20 Uhr im es in der Wohnung eines Richard W. in der Zecheneiner Frauensperson ner Auseinandersetzung zwischen W. und einem Wildeur gerlauf bie Behnung in Doertmund aufhielt. Trommeleonger Auseinundersetung vog Ch, einen burch die dieser und seuert auf B. duei Schüisse ab, Kopf und am linken Bein verletzt wurde. Nunmehr brachte sich der Täter zwei Schüsse in #e rechge Schläse bei. Die Verletzten wurden dem Dorstselder Krankenhaus zugeführt. Bei W. besteht zurzeit keine Lebensgefahr, während bei Ch. der Befund noch aues eees eiche ad Dortmund, 1. Juli.(Durch Ersticken zu Tode gekommen.) Freitag gegen 19 Uhr wurde die 35jährige Klara L. aus der Nordstraße in Dortmund in ihrem Zimmer erstickt aufgefunden. Nach Feststellung der Kriminalpolizei liegt Schuld eines Dritten in keiner Zahlbezirk Annen I Annen II Rüdinghausen Stockum Ende Eichlinghofen Barop I Barop II Hombruch 1 Hombruch II Kirchhörde 1 Kirchhörde 1I Woesthoff, Witten=Annen... Lindemankn, Witten= Annen(Ardey) Krüger, Witten=Annen(Ortskeil Rüdinghausen) Engel, Witten= Stockum Becker, Ende Wagner, Dortmund=Eichlinghofen„„... Nicolai, Dortmund=Barop. Grasekamp. Dortmund=Barop Meiners, Dortmund=Hombruch...... Meiners, Dortmund=Hombruch Wittich, Dortmund=Kirchhörde.....: Timpeltey, Dortmund= Kirchhörde 3. 1. 3. 5. 1. 5. 1. 1. 5 1. 8. 3. 2½ Uhr 2½ 0 2½ 2½ 2½ 2 2 2¼ 2¼ 2½ 2 2 Wanne=Eickel, 1. Juli.(500=Jahrfeier in WanneEickel— Jubiläum der Cranger Kirmes.) Die Mittelstadt Wanne=Eickel kann im August ein bedeutsames Jubiläum seiern, nämlich das 500jährige Bestehen der weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannten Cranger Ran rüset schon jetzt, diesem Jubilkum einen würdigen Rahmen zu geben. Als Diederich von Eickel im Jahre 1435 die Kapelle des Schlosses weihte, wurde ein großes Kirchweihfest am Tage Laurentius, 10. August, gefeiert. Der Cranger Pferdemarkt ist weit und breit bekannt und stammt schon aus dem Mittelalter. Auf dem Markt kamen die wilden Emscherpferde zum Verkauf, die in großer Zahl in den Emscherniederungen lebten. Crange konnte früher als Mittelpunkt der westfälischen Pferdezucht gelten. Schon die Römer trafen huncs Hiue wierdet.. u eine Reittunst umd feine Pferdezucht auszeichnete. Alljährlich vor dem Messingen(Kr. Lingen), 30. Juni.(Zwei Arbeitsdienstmänner beim Baden ertrunken.) Im Herthasee bei Plantlünne ertrank beim Baden ein junger Mann aus Veldhausen bei Neuenhaus aus dem Arbeitsdienstlager. Ebenso ertrank in Greven infolge Herzschlags beim Baden der Arbeitsdienstmann Holtkamp aus Werne, der im Arbeitslager Gimbte tätig war. Gronau, 30. Juni.(Ein Bademeister im Wasser vom Tode überrascht.) In Glambrücke wollte der Bademeister Pip am Schluß der Badezeit noch einmal das Becken durchsuchen. Nachdem er eine Strecke unter Wasser geschwommen war, bemerkte man, daß der Bademeister nicht wieder zur Oberfläche kam und unter dem Wasserspiegel hilflose Bewegungen machte. Von den noch anwesenden Badegästen wurde er aus dem Wasser geholt und in fast bewußtlosem Zustande ans Land gebracht. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er am anderen Tage starb. Anscheinend ist er einem Herzschlag zum Opfer gefallen. 3 8 8 8 2½ 2½ 2¾ 2% 3¼ 2½ 2½ 8 Uhr Tätlichkeiten auszuarten drohte. Plötzlich griff der eine der Beteiligten, der in den 20er Jahren stehende Peter Stolz aus Lauschied, zum Revolver und gab auf seinen Gegner, den 21 Jahre alten Erwin Lörsch, mehrere Schüsse ab, die den Unglücklichen tödlich trafen. Eine ungeheure Erregung erfaßte die hinzueilenden Bewohner des Ortes. Die sofort benachrichtigte Polizei nahm den Täter fest. Die Beweggründe zu der Tat sind noch nicht bekannt. uc Sause Prig u. 1 4 9 dor dem 10. August wurde eine große Treibjagd veranstaltet. Die Pferde wurden dann am Laurentiustag selbst versteigert. saren ais Acker, Arbeits., Jagd, Kutsch, Last= und neupferde gleich tüchtig. Besonders die Offiziere der Garnisonen des heutigen Rheinlands und Westfalens kauften mit Vorliebe ihre Pferde in Crange. Ganze Reiterregimenter waren mit Emscherbrüchern ausgestattet. Die einst so blühende Pferdezucht im Emscherbruch in im Lause der Jahre ganz eingegangen. Im Jahre 1834 fand der letzte Emscherbrücher durch eine Kugel seinen Tod. Der Cranger Pferdemarkt aber blieb bestehen. Die Cranger Kirmes war früher auch als Cranger Hechtkirmes bekannt. An langen, im Freien aufgestellten Tischen konnten die Besucher für wenig Geld aus der Emscher gefangene Fische sich gut schmecken lassen. Mit dem Verschwinden des Fischbestandes in der Emscher ist auch diese alte Volkssitte verschwunden. Köln, 1. Juli.(Die größte Kaltblutschau Deutschlands.) Die Landesbauernschaft Rheinland, Hauptabteilung II, veranstaltet die XVIII. Provinzial=Pferde=Ausstellung am 6. und 7. Heumond(Juli) 1935 in KölnDeutz. Mit einer Beschickungszifser von rd. 605 Pferden, Spitzenleistungen der rheinischen Kaltblutzucht, auf eigener Scholle gezogen, ist die Ausstellung die größte Kaltblutschau Deutschlands, die auch in diesem Jahre erneut Zeugnis ablegen will von der Tatkraft und dem Unternehmungsgeist der rheinischen Pferdezüchter. Krefeld, 30. Juni.(Knabe beim Baden ertrunken.) In der Sommerbadeanstalt Kaldenhausen des Uerdinger Schwimmelubs Aegir ertrank ein fünfzehnjähriger Junge beim Baden. Mit mehreren anderen zusammen hatte er Nachlaufen gespielt und sich wahrscheinlich mit erhitztem Körper in das Wasser gestürzt. Erst kurze Zeit später wurde sein Verschwinden bemerkt. Als man daraufhin das Wasser absuchte, fand man ihn außerhalb der für Schwimmer freigegebenen Grenze. Sofort eingeleitete Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Es bleibt bei Zuchthaus Untreue gegenüber dem Winterhilfswerk. Zerbst, 29. Juni. Zur 100000 km.=Spende des Reichsleiters Amann an die Su Essen, 30. Juni. In Notwehr erschossen.— Ueberfall auf einen Kriminalbeamten.) In der Nacht zum 28. d. Mts., gegen 3 Uhr, wurde in Essen=West in der Nähe der Wickenburg=Brücke ein Kriminalassistent, der sich auf einem Dienstwege befand, von einem ihm unbekannten Mann angegriffen und mit dem Spazierstock wiederholt auf den Arm und Kopf geschlagen und erheblich verletzt. Da der Mann, trotzdem sich der Kriminalbeamte als solcher zu erkennen gegeben hatte, nicht von dem Ueberfallenen abließ und weiter auf ihn einschlug, machte der Beamte in der Notwehr von seiner Schußzwasse Gebrauch und verletzte seinen Angreifer tödlich. Bonn, 1. Juli.(Geheimrat von Franqué tritt in den Ruhestand.) Der Direktor der Bonner Universitätsfrauenklinik, Geheimrat von Franqué, tritt am 1. August wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand. Geheimrat v. Franqué ist als Wissenschaftler weit über Deutschlands Grenze hinaus bekannt. 25 Jahre leitete er die Bonner Universitätsfrauenklinik.— Da am Freitag Semesterschluß war, brachte die medizinische Fachschaft der Universität ihrem scheidenden Lehrer am Donnerstagabend einen Fackelzug zum Abschied dar. Essen, 1. Juli.(Kindlicher Leichtsinn.— Durch Starkstrom getötet.) In der Nähe seiner elterlichen Wohnung warf der 11 Jahre alte Werner Althoff aus Kupferdreh einen mehrere Meter langen Antennendraht über die elektrische Hochspannungsleitung. Hierbei trug der Knabe so schwere Brandwunden davon, daß er dem Krankenhaus in Niederwenigern zugeführt werden mußte, wo er am Tage darauf starb. D Neunkirchen(Kr. Siegen), 30. Juni.(15 Verletzte bei einem Omnibusunglück.) In Neunkirchen ereignete sich am Sonnabendmorgen ein schweres Verkehrsunglück. Ein mit 25 Ausflügleen besetzter Omnibus aus Mudersbach wurde von einem überholenden Personenwagen gerammt, so daß der Omnibus in voller Fahrt gegen einen Telegraphenmast rannte. Der Omnibus wurde völlig zertrümmert. Von den Insassen wurden 15 Personen verletzt, davon 5 so schwer, daß sie dem Krankenhaus zugeführt werden mußten. Erkeln, 30. Juni.(Vom Hitzschlag getötet.) Der 32= jährige Sohn des Franz Henke von hier, der erst seit 3 Tagen am Bahnbau beschäftigt ist, wurde Mittwochnachmittag vom Hitzschlag getroffen und getötet. Bieleseld, 1. Juli.(Paratyphus=Bazillen Ursache der Fleischvergiftungen.) Die polizeilichen Ermittlungen wegen der Pferdefleischvergiftung, der in Bieiefeld und Brackwede drei Personen zum Opfer fielen, haben ergeben, daß der Ursprung der Krankheit auf ParatyphusBazillen zurückzuführen ist. Das Fleisch stammt von einem Hengst und einem Fohlen, die beide in Warburg geschlachtet, amtlich auf Trichinen untersucht und dann nach Brackwede verkauft wurden. Der Brackweder Schlächter hat jedes Tier geteilt und je die Hälfte an seinen Bielefelder Kollegen abgegeben. Die weitere Untersuchung, die von der Landeskriminalpolizei geführt wird, muß ergeben, ob der Hengst bereits vor der Schlachtung die Bazillen in sich trug oder ob während des Transports das Fleisch infiziert werden konnte. Von den noch krank Darniederliegenden ist die Krise der Krankheit überstanden. Alle befinden sich auf dem Wege der Besserung. Bad Honnef, 30. Juni.(Ein Jahr lang Opferstöcke geplündert.) Die Gendarmerie konnte einen 17jährigen Burschen festsetzen, der nach eigenem Geständnis im Rhöndorfer Kapellchen, in der dortigen Kirche und im Gotteshaus Honnef=Selbhof seit etwa einem Jahr die Opferstöcke systematisch entleert hat. Ein Küster hatte nun den jungen Räuber sozusagen auf frischer Tat beobachten und verhaften lassen können. Bad Kreuznach, 1. Juli.(15jähriger Junge rettet seinen Vater aus der Nahe.) Bei Ebernburg war ein Mann mit seinem 15jährigen Sohn an der Nahe beim Angeln. Der Sohn entfernte sich für längere Zeit von seinem Vater. Bei seiner Rückkehr sah er schon von weitem den Hut seines Vaters auf der Nahe schwimmen. Sein Vater, der Epileptiker ist, war in die Nahe gefallen und versuchte mit letzter Kraftanstrengung, dem Tode zu entrinnen. Kurz entschlossen sprang der Junge nach, und es gelang ihm, den Vater zu retten. Trier, 30. Juni.(Mit Giftgas gegen den Kartoffelkäser.) In dem zur Gemeinde Ehrang gehörigen Distrikt „Jungenwald“ wurde in den letzten Tagen ein Kartoffelkäser festgestellt, der bereits erheblichen Schaden angerichtet hatte. Es handelt sich nicht um den bekannten, mehrfach aus Frankreich nach Deutschland eingeführten „Colorado=Käser“, sondern um eine bisher in Deutschland nicht angetroffene Art. Zur Beseitigung des Schädlings wurde von amtlicher Seite aus eine Vergasung des betreffenden Distrikts vorgenommen. Diese mit Erfolg durchgeführte Vergasung erfolgte in den frühen Morgenstunden, da das Betreten der vergasten Felder auch für Menschen nicht ungefährlich war. Meisenheim, 30. Juni.(Bluttat auf offener Straße.) In dem Hunsrückort Lauschied bei Meisenheim trug sich auf offener Straße eine schwere Bluttat zu. Zwei junge Burschen waren in einen Wortwechsel geraten, der in DN Berlin, 29. Juni. Der Stabschef sandte an Reichsleiter Amann nachstehendes Telegramm: „Lieber Pg. Amann! Für die großzügige Spende von 100000 Mark, die Sie für den Reichswettkampf der SA gestiftet haben, sage ich Ihnen zugleich im Namen der gesamten SA Deutschlands meinen Dank. Sie können versichert sein, daß die Summe nur den Einheiten selbst zugute kommt. Heil Hitler! gez. Lutze. Der Stabschef hat für die Verwendung des Betrages folgendes bestimmt: 1. Die Siegerstürme erhalten für jeden Mann ihrer Einheit Ausrüstungsgegenstände wie Stiefel, Mäntel, Zeltbahnen, Tornister, Kochgeschirre usw. 2. Der Siegersturm jeder Gruppe erhält eine ausgewählte Bücherei aus Werken des Eher=Verlags. 3. Die Standarten, deren Stürme gesiegt haben, erhalten für jeden Sturm ihrer Einhalt den kostenlosen Bezug der Zeitung„Der SA=Mann“ auf die Dauer eines Jahres. 4. Die Führer der Siegerstandarten erhalten in Anerkennung ihrer Leistungen je eine Sonderausgabe„Mein Kampf“ als Ehrenpreis. 5. Für das Ausschreiben eines Werbe= und Ankündigungsplakates sind drei Preise von 500, 300 und 200 Mark ausgesetzt. In zweiter Instanz wurde gegen Hermann Stephan aus Zerbst verhandelt, der im Winter 1933 Ortsgruppenleiter des Winterhilfswerks war und den im Januar die Strafkammer Dessau wegen Untreue am Winterhilfswerk zu einem Jahr neun Monaten Zuchthaus verurteilt hatte. Der Berufung, die Stephan gegen das Urteil eingelegt hatte, war jedoch vom Reichsgericht stattgegeben worden, so daß sich jetzt die Große Strafkammer Magdeburg noch einmal mit der Angelegenheit zu befassen hatte. In zweitägiger Verhandlung wurden die dem Angeklagten zur Last gelegten fünf Fälle von Untreue noch einmal geprüft. Stephan hatte den Betrag von 64,80 Mark aus der Kasse des Winterhilfswerks genommen und damit mehrere Zechen bezahlt, die er mit seiner Frau und mehreren anderen Personen gemacht hatte, die gleich ihm für das Winterhilfswerk tätig waren. Er bestritt vor Gericht keinesfalls, daß er seine Zeche in den fraglichen fünf Fällen mit Geldern des Winterhilfswerks bezahlt hatte, betonte aber, er habe geglaubt, dazu berechtigt zu sein, weil sowohl er wie seine Frau und die anderen Beteiligten in erheblichem Umfange Ueberstunden für das Winetrhilfswerk gemacht hätten und sich dadurch die Einnahme einer Mahlzeit und einiger Erfrischungen gerechtfertigt habe. Daß er das Winterhilfswerk nicht habe betrügen wollen, ergebe sich schon daraus, daß er die Belege über diese Ausgaben zu den Akten genommen habe. Die Strafkammer stellte sich auf den Standpunkt, daß, wenn der Angeklagte auch nicht arglistig gehandelt habe, dennoch Untreue vorliege. Es handele sich sogar um einen schweren Fall, weil der Winterhilfe und dem Staat dadurch ein ideeller Schaden zugefügt worden sei, daß infolge der Gerüchte von diesen Zechereien die Gebefreudigkeit in Zerbst stark gesunken sei. Auch seien die Kneipereien nicht gerade als geringfügig anzusehen. Das Gericht erkannte deshalb wegen fortgesetzter Untreue auf ein Jahr Zuchthaus, 200 Mark Geldstrafe und drei Jahre Ehrverlust. Wagenzug mit 180 Kindern verunglückt Sechs Tote, 120 Verletzte. D Mailand, 30. Juni. In der Stadt Moncalvo in der norditalienischen Provinz Alessandria ereignete sich ein furchtbares Kraftwagenunglück, das sechs Tote und 120 zum Teil Schwerverletzte forderte. Eine Gesellschaft von 180 Kindern des Turiner Salesianer=Instituts machte in einem Lastkraftwagen mit Anhänger einen Ausflug. Während der Fahrt platzten zwei Reifen des Wagens, ohne daß der Kraftwagenführer es für nötig hielt, den Schaden zu beheben. Auf einer abschüssigen Straße geriet der Wagenzug dann in zu schnelle Fahrt, und als der Fahrer plötzlich die Bremsen anzog, prallte der Anhäuger so heftig an den Lastwagen, daß er sich loslöste und über die Straßenböschung abstürzte. Die Bevölkerung des Ortes Moncalvo leistete den Verunglückten sofort die erste Hilfe. Der Lenker des Kraftwagens wurde in Haft genommen.. Hast Wird sie auch große Sprünge machen? Die deutsche Europameisterin im Kunstspringen, Frau Olga Jentsch=Jovdan, mit ihrem ersten Töchterchen Hannelore.(Deutsche Presse=Photo=Zentrale,.) Leise flehen meine Lieder.. O die Krücke der Zeit richtet mehr aus als die eiserne Keule des Herkules. Gracian. Mit der Laus War es längst schon nichts Genau's. Sie stirbt aus. Der Insektenforscher Laynes Forschte nach, wo alt und neu se, Und er fand vor allem eens: Durchweg wen'ger Läuse! Sie erliegen mit Gekeuche Einer Seuche, Können bald nicht mehr in Hausen Ueber unsre Lebern laufen. Freu' dich, Menschheit! Pfeilgeschwind Kommt die Wende, Und die lausigen Zeiten sind Nun zu Ende.(„Kladd.“) Soeben neu erschienen: Emmerich, 28. Juni.(Ertrunken.) In einem mit dem Rhein in Verbindung stehenden Baggerloch ertrank der 21 jährige Wilhelm Gerling aus Emmerich beim Baden infolge Herzschlages. Die Leiche konnte geborgen werden. Westerburg, 30. Juni.(Kind im Brunnen ertrunken.) In der Gemeinde Kölbingen spielte ein dreijähriger Junge am Brunnenrand. Plötzlich bekam das Kind das Uebergewicht und stürzte in den Brunnen. Der Junge ertrank, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. Hameln, 1. Juli.(Tödliche Verbrennungen erlitten.) Der Kaufmann Fritz Wellner kam nachts mit seinem Motorrad in Richtung Hameln durch Affereode, als aus ungeklärter Ursache das Motorrad in Flammen geriet. Ehe er zum Halten kam, hatte er schwere Brandwunden erlitten. Ein Kraftwagen brachte ihn in seine Hamelner Wohnung, wo er inzwischen seinen Verletzungen erlegen ist. Das Einmachen der Früchte im Haushalt reich illustriert von Mary Hahn Preis RM.50 Fritz Hüchlng. Achtung Lrabeeren grobe Kasse, zum Einmachen Reute Staufena bung! Arthur Möller Annen, am Markt Aeun bunst büir eoner Buchhandlung in ruhigem Hause zu vermieten. Angebote unter Nr. S. 30 an die Geschäftsstelle ds. Zig. Sccc esesce Mäochen für gange Tage gesucht. 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Steil truschke bers(9 hoser=M rekord) singen Reckars: veria Mabge! der Annener Zeitung Monlag, den 1. Jul 195 Stuch der schnenste Jagter=Leim Krorrsser Neue Streckenrekorde vou Bauhofer und Schumann— Auto=Union schneidet vorzüglich Noch selten löste das Internationale KesselbergRennen solches Interesse aus, als die zehnte Jubiläumsfahrt, für die die Oberste Nationale Sportbehörde für die Deutsche Kraftfahrt und der DDAC verantwortlich zeichneten. Das herrliche Sommerwetter lockte auch den letzten Interessenten für den Motorsport aus den umliegenden Orten; das Hauptkontingent der tausenden von Zuschauern stellten aber die Münchener und Augsburger Kraftfahrsportler. Schon in den frühesten Morgenstunden setzte die gewohnte Völkerwanderung ein und Kilometer vor nvate; und Walchensee verdichtete sich die Maschinenschlange, bestehend aus allen erdenklichen Fahrzeugen immer mehr. Kurz vor Beginn des Rennens hatte auch eine große Zahl Ehrengäste auf der Tribüne Platz genommen, unter ihnen der Ehrenpräsident des DDAC, Herzog Karl Eduard von Koburg und Gotha, Reichsleiter Bouhler u. a. m. Viel Beifall holten sich der Afrikaflieger Schwabe, Elli Beinhorn und Hans Albers, die sämtlich dem Rennen als interessierte Zuschauer beiwohnten. Auf Grund der im Training gezeigten Leistungen erwartete man von Hans Stuck auf Auto Union die beste Leistung. Die Strecke war stellenweise stark verbreitert und auch der Belag erwies sich als recht gut. Voraussetzungen für gute Zeiten waren somit gegeben. Stürze ereigneten sich verhältnismäßig wenig, es gab meist nur Maschinenschaden. Den Beginn machten die Ausweisfahrer, von denen sich Winkelhock=Stuttgart auf DKW als der schnellste Teilnehmer erwies. Das Tempo verschärfte sich aber sofort, als die Lizenzfahrer an den Start kamen. Es wurden denn auch zwei neue Rekorde aufgestellt, und zwar von Toni Bauhofer=München auf DKW in der Halbliter=Klasse mit 79.29 km Std., die gleichzeitig die beste Zeit aller Räder ist, und in der Seitenwagenklasse bis 1000 cem durch Schumann=Nürnberg, der in phantastischer Fahrt 71,09 km Std. erreichte und die bisherige Bestleistung von Babl=Miesbach erheblich verbesserte. Den von Bauhofer verbesserten absoluten Streckenrekord für Räder hielt bisher der Engländer Buklus mit 78,32 km Std. Hans Stuck erreichte wohl mit:44 Min. die beste Zeit(80,1 km Std.), konnte aber seinen Vorjahrs=Rekord nicht ganz erreichen. In der 250er=Klasse war Geiß(München) auf DKW mit einem Stundenmittel von 78,33 Kilometer der weitaus schnellste Fahrer. Bis 350 cem fielen alle Favoriten aus. Mellmann, Steinbach (NSU), Loof(Imperia) und Petruschke konnten sich nicht durchsetzen. Hier war Wolff(Mettlach Saar) auf Velocette mit 75,85 km Std. der Beste.— In der großen Halbliter=Klasse siegte Toni Bauhofer mit seiner Rekordzeit. Auch Loof(Godesberg) und Steinbach kamen hier auf gute Durchschnittsgeschwindigkeiten.— Schumann(Nürnberg) steuerte seine NSU. schon in der Klasse bis 600 cem vor Loof(Godesberg) und Babl(Miesbach) zum Siege, um gleich darauf in der schwersten Klasse sogar einen Streckenrekord aufzustellen. Braun(Karlsruhe) auf Horex plazierte sich hier vor allen übrigen Konkurrenten. Nach den Ausweisfahrern in den Klassen der Sportwagen folgten die Lizenzfahrer, die vorzügliche Zeiten herausfuhren. Bis 1100 cem war Briem(Ludwigsburg) auf Amilcar erfolgreich, bis 1500 cem war Graf Lurani(Italien) auf Maserati der Beste. In der Klasse bis 2000 ccem gab die große Routine des Müncheners v. Delius auf BMW den Ausschlag. Aber auch Henne(München)(BMW) fuhr hier einen vorzüglichen Durchschnitt. Von den Rennwagen=Klassen machte die„kleinste“ den Beginn. Hier gefiel Bäumer(Bünde) auf Austin mit 75.50 km Std. am besten. Er mußte aber hart kämpfen, um Kohlrausch(MG) hinter sich zu lassen.— In der Klasse bis 1500 cem kam Ruesch (Schweiz) mit Maserati zum Siege. Er brachte es auf 75,5 km/Std. Steinweg(München) belegte den Kategorie bis 3000 ccm sicherte sich Balestrero(Italien) auf Alsa Romeo Pintacuda(Italien) blieb mit 76.1 km Std. nur ganz knapp Zweiter. bildete das Hauptwagenrennen über 3000 cem. Hierfür hatte noch Zanelli, der Sieger aus dem Vorjahre, seine Meldung abgegeben. Der Italiener wurde auch zum gefährlichsten Gegner für Hans Stuck. Er brachte es auf 78,8 km Std., aber Hans Stuck steuerte seinen Auto=Union in noch schnellerem Tempo über die Strecke und erreichte 80 1 km Std. Die Organisation war vorzüglich. An= und Abfahrt der vielen Besucher=Fahrzeuge verlief ohne irgendwelche Zwischenfälle. Die Ergebnisse Ausweisfahrer: Solomaschinen bis 250 ccm: 1. Winkelhock=Stuttgart(DKW):25= 67,67 Std.=km; bis 350 ecm: 1. Mayer=Memmingen(Viktoria):23= 68,44 Stö.= Em; nicht über 500 ccm: 1. Gaeßl=München(Northon) :10,1= 71,94 Std.=km. Lizenzfahrer: Solomaschinen bis 250 ccm: 1. Arthur Geiß=Zschopau(DKW:49.4= 76,38 Stdbm, 2. WinklerMünchen(DKW):97,2= 72.70, 3. Schoerz=Nürnberg (Ardie Jap):12.2= 71,3, 4. Port=Saarbrücken(Rudze) :14,1= 70,8, 5. Frenzen=Bonn(Imperia Rudge):18.4 = 69,1; bis 350 ccm: 1. Wolfs=Mettlach(Belocette):51,1 = 77,85, 2. Mellmann=Neckarsulm(RSU):53= 76,1, 8. Steinbach=Neckarsulm(RSU):54,4= 76,2, 4. Petruschbe=Berlin(Rudge):57,1= 74,0, 5. Loof=Godesberg(Imperia Rudge):50= 73.9; bis 500 ccm: 1. Bauvoser=München(DKW):47= 79,25(neuer Streckenrekord) schnellste Zeit der Solomaschinen), 2. Roth=Münsingen(Imperia Rudge):48,1= 78.9, 8. SteinbachReckarsulm(NSU):48= 76.7, 4. Lors=Godesberg(Imperia Rudge):54,4 un 76,6, 5. Giggenbach=Mühldorf (Budge) 3255— Seitenwagenmaschinen, bis 600 ccm: 1. SchumannNürnberg(NSU):15.2= 70,48 Stdkm, 2. Loos=Godesberg(Imperia):16= 69.3, 3. Toni Babl=Miesbach (Rudge):19,2= 67,2, 4. Schneider=Düsseldorf(RSU) :28,1, 5. Dautl=Nürnberg(NSU):23,3; bis 1000 cem: 1. Schumann=Nürnberg(NSU):13,1= 71,00 Stdkm (neuer Streckenrekord, schnellste Zeit der Beiwagenmaschinen), 2. Braun=Karlsruhe(Horex):16,2= 70,2, 3. Häusler=Kaltwitz(Triumph Jap):24,4= 67,9, 4. Kammer=Völklingen(BMW):30= 64,5, 5. SchmittMannheim(Nuecker Jap):15,1. Ausweisfahrer Sportwagen, bis 1100 ccm: 1. BeyrerMünchen(Fiat):28,3= 67,06 Stdkm; bis 1500 ccm: 1. Heinemann=Geilenkirchen(BMW):36= 65,22 Stdkm. Lizenzfahrer Sportwagen, bis 1100 ccm: 1. BriemLudwigsburg(Amilcar):10,1= 71,94 Stökm, 2. Graf Maltzahn=England(MG):28,3= 68,2, 3. HummelFreiburg(Amilcar):32,1= 66,1, 4. Zinn=Meiningen Austin):34,1= 65,6, 5. Brendel=Frankfurt(NSU Fiat) :94,4; bis 1500 cem: 1. Graf Lurani=Mailand(Maserati) :05,4 2 73,23, 2. Gollin=Erfurt(Bugatti):14,4= 70,6, 3. Dr. Werneck=Partenkirchen(BMW):39,2= 64,4; bis 2000 ccm: 1. von Delius=München(BMW):10,3 = 71,88, 2. Henne=München(BMW):16,4= 70,0, 3. Kautz=England(Alfa Romeo):18,1= 09,7, 4. Aldington= England(BMW):20= 69,2, 5. Kilian=Garmisch(BMW) 4334.2— 680. u.#.., Mme enm. WWmn Rennwagen, bis 800 ccm: 1. Baeumer=Bünde(Austin) :58,2= 75,50, 2. Kohlrausch=München(MG):05,1= 73,4, 3. Brudes=Breslau(MG):07,4= 72,6; bis 1500 ccm: 1. Ruesch=Schweiz(Maserati):58,2= 75,50, 2. Steinweg=München(Bugatti):59,4= 75,0, 3. BorroneItalien(Maserati):09,3= 72,1, 4. Graf Castelbarco= Italien(Maserati) 4111= 71,0, 5. von Delius=München (Zoller):11,4= 70,6; bis 3000 ccm: 1. BalestreroItalien(Alfa Romeo):56,1= 76,2, 2. PintacudaItalien(Alfa Romeo):56,2= 76,1, 3. Christen=Schweiz (Maserati):01,1= 74,1; über 3000 ccm: 1. Hans Stuck (Auto=Union):44,3= 80,1, 2. Zanelli=Spanien(NatPescara):48,2= 76,8. Große,„Fkis der Schwelg „R Aolbrrader Hans Winkler überlegener Sieger Das nächst dem Kesselberg=Rennen bedeutendste Ereignis im europäischen Motorrad=Rennsport wurde am Sonntag mit dem Großen Preis der Schweiz für Motorräder in Bern auf der 7,3 Kilometer langen Rundstrecke im Bremgartenwald abgewickelt. Aus zehn Nationen gingen 107 Teilnehmer an den Start. Deutschland schnitt wieder recht gut ab. Gleich im einleitenden Rennen der 280=cemKlasse über 292 Kilometer war Hans WinklerMünchen auf DKW der weitaus schnellste Fahrer. Er fiegte in:24:36 Stunden(129,6 stoklm) mit vier Minuten Vorfpeung vor dem Iren Tyrell Smith. Ueber 328,5 Kilometer führte das Rennen der Klasse bis 350 ccm. Hier dominierte Norton. RuskeIrland siegte in:35:34,4 Std. mit einem Stundenmittel von 126,69 stdklm vor seinem Markengefährten. Guthrie=England und Steiner=Schweiz. Vierter wurde Mellers auf NSU. Ahlswede auf Velocette belegte den siebten Platz. Bei den Seitenwagen gewannen die Brüder H. und E. Stärkle, die Basler Vertreter für NSU und BMW. In der Klasse bis 600 cem gewann H. Stärkle auf NSll in:32:16 Std. für die 167,6 Kilometer lange Strecke. Sein Bruder E. Stärkle war der Schnellste in der Klasse bis 1000 ccm über die gleiche Distanz. Der Aachener Weyres hatte lange geführt, belegte aber im Endkampf nur den zweiten Platz in:38:54 Stunden. Das Hauptrennen der Halbliter=Maschinen führte ebenfalls über 328,5 Kilometer. Von den 36 gemeldeten Teilnehmern setzten sich nach dem Start sofort die Iren Rusk und Guthrie(beide Norton) an die Spitze und steuerten ihre Maschinen sehr sicher zum Siege. Im Endspurt war Gutbrie der Bessere und verwies Rusk auf den zweiten Platz. Sunquist(Schweden) auf Husavarna lag stets hinter den Briten und belegte den dritten Platz. Von den Deutschen hielt sich Ley(Nürnberg) auf DKW noch am besten und kam als Fünfter ein. Gastad Eber in Wenmeisterschaftssorm Vittorio Venkuri überlegen nach Punkten geschlagen Der deutsche Weltergewichtsmeister Gustav Eder verteidigte am Samstagabend in der Hamburger Hanseatenhalle vor 10000 Zuschauern seinen Titel als Europameister erfolgreich. Er bewies durch einen über 15 Runden führenden harterkämpften Punktsieg über seinen einzigen, noch verbliebenen europäischen Widersacher, Vittorio Venturi(Italien), daß er sich mit seinem Europameistertitel nicht zu begnügen braucht, sondern mit voller Zuversicht einen Weltmeisterschaftskampf gegen Barney(USA.) anbahnen kann. Der Dortmunder kannte seinen im Schlagansatz so überaus schnellen Gegner, der ebenso wie er 66 Kilogramm auf die Waage brachte, aus den Kämpfen in Rom und Zürich. Er hatte es schwer, bei dem in der Abwehr gegnerischer Angriffe so blitzartig rangierenden Südländer eine Blöße für seine kurzen rechten Haken zu finden. Um so zielbewußter, vorbildlich sicher und ökonomisch baute er sich seinen Kampf aber ganz auf allmähliche Zermürbung des italienischen Meisters auf. Seine Kampfführung war so eindrucksvoll, daß der feurige Italiener vor Erstaunen oft mit dem Kopf schüttelte. In der dritten Runde verließ den kleinen schwarzhaarigen Südländer plötzlich die Ruhe. Wutschnaubend schoß er, durch Körperserien von Eder gereizt, zwei schwere rechte und linke Schwinger ab, die — geradezu aus den Schultern gerissen— mit ungeheurer Wucht in Eders Gesicht landeten. Doch das war die einzige Runde, die an den Italiener fiel. Wenn Venturi auch bis zur letzten Runde gefährlich blieb. vor allem dann, wenn er sich in Doppeldeckung verschanzte, um ganz unerwartete Aufwärtshaken hochzureißen, so war Eder doch durch die dritte Runde gemahnt worden. Er ging nunmehr nur noch kurz an den Italiener heran. trommelte seine Hakenserien auf des Gegners Körperpartien, um nach einem kurzen Seitenschritt die schnelle Linke aus der Distanz einzusetzen. So geriet Venturi von der sechsten Runde ab immer mehr auf die Verliererstraße, mußte sich auf gelegentliche Ausfälle, meistens anschließend an einen Elinch, beschränken und griff gegen Schluß sogar zu unfairen Mätzchen. Das machte unsern großen Meister aber nur noch zorniger, und der Kampf wurde schließlich, in der 12. Runde, zu einer persönlichen Fehde, in der die Schlagserien gar kein Ende mehr nehmen wollten. Doch die systematische Zermürbungsarbeit Eders hatte auch von dem wirklich erstklassigen Italiener ihre Tribute gefordert. Venturi konnte sich nur noch durch Halten und Klammern im Elinch retten, wurde aber von dem immer stärker werdenden Europameister in den beiden letzten Runden noch fürchterlich bestraft so daß er sichtlich erschöpft nach dem Schlußgong Eders Meisterleistung mit einer verdienten Punktniederlage anerkennen mußte. Das Rahmenprogramm war in seiner Zulammenstellung durchaus dem Hauptkampfe angepatzt. Schade nur, daß es gerade hier zwei krasse Fehlurteile gab. Einmal mußte sich der deutsche Mittelgewichtsmeister Jupp Besselmann=Köln durch ein Pfeifkonzert der„Galerie" um einen durchaus verdienten Punktsieg über den einseitig boxenden Walter Müller=Gera bringen lassen, zum anderen gab man dem deutschen Halbschwergewichtsmeister Adolf WittKiel, der nur mäßig in Kondition war, einen Punktsieg über den tasentierten Oesterreicher Heinz Lazzek, der zu jeder Zeit ein Unentschieden verdient gehabt hätte. Jupp Besselmann konnte sich während des ganzen Kampfes auf den ständig flüchtenden Thüringer Müller nicht einstellen, trieb ihn dauernd durch den Ring, ohne zu erkennen, daß er nur durch harte Körperserien zu erlahmen war. Erst nach einem unverständlichen Protest des Publikums kam das Ringgericht, darauf, die Punkterichterzettel zu überprüfen und festzustellen, daß der zum Siege notwendige Vorsprung von fünf Prozent nicht vorhanden war. und so wurde der bereits verkündete Punktsieg Besselmanns noch in ein Unentschieden abgeändert. Im Schwergewicht standen sich Hans Schönrath=Krefeld und Arno Kölblin=Plauen zum dritten Male gegenüber. Die große Ueberraschung war der junge Kölblin, der frei von allen Hemmungen von seiner großen Schlagkraft Gebrauch machte, eine saubere Linke stach und bei glänzender Fußarbeit, den schweren Brocken des Rheinländers aus dem Wege ging. Der Kampf Schönrath=Kölblin war das farbigste und interessanteste Rahmentreffen des Abends, das durchaus verdient von dem Nachwuchsboxer nach Punkten gewonnen wurde. Nüßlein schlug Tilden in Straßburg In Straßburg wurde am Wochenende ein Tennisturnier der Berufsspieler veranstaltet, an dem neben den Franzosen auch Hans Nüßlein und die beiden Amerikaner Tilden und Vines teilnahmen. Tilden besiegte A. Burke:0,:2, wurde aber in der Vorschlußrunde von Nüßlein mit:6, •7, 836 geschlagen. Vines unterlag schon in der ersten Runde dem Franzosen Ramillon:4,:6, :9. Für das Ensspiel qualifizierte sich außer Nüßlein noch Ramillon, der in der Vorschlußrunde Plaa :6,:1,:5 ausschaltete. Ein Sieg von Chiron Der Große Automobilpreis von Lothringen wurde am Sonntag auf der Bahn in Seichamps bei Nancy entschieden. 16 Fahrer, darunter eine Engländerin, nahmen auf der 5,5 Kilometer langen Rundstrecke das Rennen auf; das Louis Chiron auf Alfa Romeo mit 325,502 Kilometer(108,5 km=std.) gewann. samt erreichten 12 Fahrer das Ziel. Mercedes siegl auch in Barcelona Der Kampf um den großen Automobil=Preis von Barcelona wurde wieder zu einem Triumph deutscher Wagen. Zwei Mercedes=Benz rollten als erste über das Zielband. An der Spitze lag Fagioli, dicht gefolgt von Caracciola. 1. Fagioli auf Mercedes=Benz:27:40= 107,234 km; 2. Caracciola auf Mercedes=Benz:28:28; 3. Nuvolari auf Alsa Romeo:29:15; 4. Brivio auf Alfa Romeo zwei Runden zurück: 5. Zehender auf Maserati drei Runden zurück; 6. Soffietti auf Maserati sechs Runden zurück; 7. Garcia=Spanien weit zurück. Neue Rekorde in Jena Auch am Schlußtag hatten sich bei herrlichem Wetter wieder zahlreiche Zuschauer in der Jenaer Kampfbahn zu den deutschen Hochschulmeisterschaften in der Leichtathletik eingefunden. Auf der Ehrentribüne verfolgte auch Ministerialdirektor Dr. Krümmel mit Spannung die Wettkämpfe. Die wertvollste Leistung der letzten Entscheidungskämpfe war der Hochschul=Weltrekord des offiziell nicht geführten Fünfkampfes von Stöck. Der Berliner verbesserte den von Sievert in Turin bei den Studenten=Peltmeisterschaften mit 4189 Punkten aufgestellte ncrord fast um 100 Punkte. Sievert schonte sich noch und nahm nur an den Einzelwettbewerben teil. Erwin Wegener und der Leipziger Long stellten im 110 mbestleistungen Long bieb mit dieser Leislung nur um 1 cm hinter seinem eigenen deutschen Rekord zurück. Der Berliner Stöck holte sich außer dem Fünfkampf noch zwei weitere Titel. Er gewann das Kugelstoßen mit 15,14 m und das Speerwersen mit 65,05 m. Das neue Talent Wieben=Weilburg lief die 100 Meter in der ausgezeichneten Zeit von 10.5 Sekunden. Drei neue Staffelrekorde der Nixen Im Kampf um die deutsche Vereinsmeisterschaft im Schwimmen stellten die Charlottenburger Nixen in der Berliner Westend=Bahn drei neue Staffel=Rekorde auf, und zwar über 4 mal 100 Meter Kraul mit:40,1, über 6 mal 100 Meter Kraul mit:39,6 und in der Schwellstaffel(100, 200, 400, 200, 100 Meter) mit 14:41,8 Minuten. Mit 1878,6 Punkten konnten die Nixen im Gesamt ihre vorjährige Leistung bei weitem überbieten. Meisterschaft der deutschen Meere Mitslieder der Olympia=Kernmannschaft am Start Zur Teilnahme an der Meisterschaft der deutschen Meere, die vom Danziger Schwimmverein in Verbindung mit seinem 33. Schwimmfest am 7. Juli am Zoppoter Seesteg ausgetragen wird, hat jetzt der Sportwart des Deutschen Schwimmverbandes auch den Start einiger Mitglieder der Olympia=Kernmannschaft freigegeben. Für die Meeres=Meisterschaft der Männer über 3000 m wurde MeißnerWasserfreunde Hannover gemeldet und für die Meisterschaft der Frauen Frl. Käte Hanicke=Dresdner SV. Außerdem beteiligten sich von der OlympiaKernmannschaft noch am Kunstspringen LorenzHeeressportschule Wünsdorf und am Turmspringen Schütz=Darmstadt. Zu den Wasserballspielen hat bereits eine schwedische Mannschaft ihre Meldung abgegeben. Doch wieder van Vliel vor Merkens Der deutsche Fliegermeister, Toni Merkens=Köln, bereitete im Großen Preis von Kopenhagen seinen Anhängern eine bittere Enttäuschung. Wie so oft in großen Rennen, fuhr der Kölner kopflos und nervos und mußte sich so von dem Holländer van Vliet erneut geschlagen bekennen. Die Elite der Amateur=Flieger Europas war angetreten und neben van Vliet und Merkens gelangten der Italiener Rigoni und OlesenDänemark in die Endläufe. Merkens versuchte es mit langen Spurts und trat schon 250 Meter vor dem Ziel an, wurde jedoch auf der Zielgeraden sicher überspurtet. Van Vliet gewann die beiden ersten Läufe und war damit Gesamtsieger. Der Deutsche entschädigte sich dafür in einem Vorgaberennen und einem Malfahren, die er beide als Sieger vor Rigoni beendete. Lacquehay Sieger im„Goldenen Rad“. Auf der Berliner Olympia=Bahn kam am Sonntag das Goldene Rad von Berlin, ein Steherrennen über 100 km in einem Lauf, zum Austrag. 10.000 Zuschauer erlebten einen spannenden Kampf, den der Franzose für sich entscheiden konnte. 77 Runden lang behauptete sich der Berliner Ehmer an der Spitze, mußte dann aber Lacquehay weichen, der wiederum von dem Italiener Severgnini passiert wurde. 20 Runden vor Schluß unternahm Lacquehay abermals einen erfolgreichen Vorstoß und beendete das Rennen noch mit 250 m Vorsprung als Sieger. Das„Kleine Goldene Rad“ wurde von dem Berliner Golz gewonnen, nachdem der in Führung liegende Stock durch Motorschaden zurückgeworsen wurde. Ergebnisse: Goldenes Rad von Berlin 100 km: 1. Lacquehay:37:00 Std., 2. Severgnini 250 m, 3. Schindler 370 m. 4. Ehmer 1730 m, 5. Blane Garin 1740 m. 6. Krewer 1980 m zurück.(Kettenschaden). Kleines Goldene Rad: 1. Golz 66,470 km, 2. Stock 66.420 km, 3. Leuer 66,140 km, 4. Küb 64.470 5. Gröning aufgegeben. TeutsarerOr.S Die Spielzeit gehl zu Ende— Der Sommersußball blüht Länderspiele Stockholm: Schweden— Deutschland Amsterdam: Holland— Ungarn Gau=Anemahssgiele Hamburg: Nordmark— Bayern Stettin: Pommern— Schlesien Halberstadt Mitte B— Südwest Ueberall Nachgeplänkel Gau Westfalen Aufstiegspiele: VfB Bielefeld— Hemer 08 Erle 08— Recklinghausen 13 Alemannia Dortmund— Tus Bochum Privatspiele: Arminia Bielefeld— Tura Leipzig VfK Hamm verstärkt— Schalke 04 Niederrhein Meisterschaftsspiel: Turn Düsseldorf— BfR Obligs Privatspiele g Düsseldorf 99— Tura Teipzig Hamborn 07— Hüsten 09 Kreismannschaft Heinsberg— Fortuna Düsseldorf SpVg. Sterkrade— Hamborn 07(Sa) Mittelrrhein Aufstiegspiele: Gr. 1: Tus Neuendorf— Hansa Trier Brachbach 09— SV Beuel :1(:0) :3(:2) :5(:1) :3(:2) •2(:1) Gr. 2: Tura Bonn— FC Oberstein Pokalspiel=:„ 1 CfR Köln— Turn Busseldorf u. V.:3(133) 390(•0)] Wormation Worms— Olympic Worms:2 •2 :12 (:6) •8 •2 (.0) (:0) (.0) (:4) (:0) 13:0 :2 (:0) (•0) Brandenburg Rowawes 03— Bewag, Friesen Kottbus— Brandenvurger SC.“ SpVg. Guben— SV Marga Spandauer SV— Altona 93 Ost 1910— Amicitia Forst u. V. Hertha=BSC— Polizei SV Wacker 04— Union Oberschöneweide Sachsen Sportfr. 01 Dresden— Preußen Ratibor Polizei Chemnitz— Dresdener SC VfB Leipzig— BC. Hartha Chemnitzer BC.— Fortuna Leipzig VfB Glauchau— Dresdener SC Mitte Crick Viktoria Magdeburg— Fortuna Magdeburg Viktoria 96 Magdeburg— Preußen Berlin Dessau 05— VfL. Halle Gotha 01— 1. SV. Jena Niedersachsen SpVg. Göttingen— VfL. Osnabrück Südwest FV. Saarbrücken— Rotweiß Frankfurt Eintracht Frankfurt— Union Niederrad Wiesbaden— Mainz(Jungliga) Opel Rüsselsheim— Polizei Darmstadt •3 :1 :1 :1 •2 :4 :1 :1 :4 :1 :2 :1 :1 :4 •0 •3 •3 :6 :4 •2 •5 Baden ViR. Konstanz— Germania Brötzingen SV. Waldhof— Amicitia Viernheim Frankonia Karlsruhe— FSV. Frankburt Freiburger FC.— FSB. Frankfurt Phönix Karlsruhe—. Phönix Ludwigshafen Württemberg B Stuttgart.— Gauelf Württembera 111 SSV. Ulm— 1. FC. Pforzheim Bauern Bayern München— FC. Lugano BC. Augsburg— FC. Lugano FC. Kulmbach— Tennis(Borussia Berlin Bayern Hof— Tennis Borussia Berlin Ausland Schweiz Stadtelf Zürich— Gau Niedersachsen Stadtelf Bern— Gau Niedersachsen FC. Kreuzlingen— FC. Aarbus(Dänemark):3 FC. Luzern— FC. Aarhus 426 Mitropa=Pokal 2. Runde Zidenice Brünn— Ferencvaros Budapest:2(:0) Slavia Prag— Austria Wien 120(:0 Hungaria Budapest— Juventus Turin:3(:0) Sparta Prag— Florenz•1 Landball=Länderspiel Deutschland— Dänemark 11:2(.2) :1 :0 :7 •2 :2 (:1) :1 :1 :3 :3 :0 :5 :1 Kiel: Quer durch Würktemberg und Baden Krückl und Weckerling sind erfolgreich Bei herrlichem Sommerwetter wurde am Sonntag die Fernfahrt„Quer durch Württemberg und Baden" über 238 Kilometer ausgetragen. Bei den Amateuren trug der deutsche Meister Sebastian Krück=München seinen ersten größeren Sieg in diesem Jahre davon, während bei den Berufsfahrern der Bieleselder Weckerling knapp vor dem Berliner Sieronski in Front endete. Die Amateure, einschließlich der Nationalmannschaft, wurden, wie immer, zuerst auf die Reise gegeschickt. Der Schweinfurter Schellhorn hatte einen Ausreißversuch unternommen, wurde aber bereits in Karlsruhe von der Meute eingeholt. 33 Mann strebten geschlossen dem Wendepunkt des Mannheimer Flughafens zu. Allmählich verkleinerte sich die Spitzenoruppe und bei Heilbronn bestand die vordere Truppe nur noch aus 19 Fahrern. Krückl und Weischedel karambolierten in Bietigheim mit Zuschauern, konnten aber die Fahrt wieder fortsetzen. Auf dem Nachhausewege bestand die Kopfgruppe noch aus 15 Fahrern. Im Endspurt siegte Krückl in:38 Stunden vor Löber=Schweinfurt, Weischedel=Stuttgart und Wierz=Düsseldorf. Noch interessanter gestaltete sich das Rennen der Berufsfahrer. Nach etwa 30 Kilometer bestand die Spitzengruppe nur noch aus neun Fahrern, doch in der Rheinebene schloß das Rudel wieder auf. Der Aachener Essing unternahm einen Ausreißversuch, kam auch vom Felde weg und behauptete fünf Stunden lang einen Vorsprung von vier Minuten. Dann erlahmten jedoch die Kräfte des Westdeutschen, der sich selbst in der Verfolgergruppe nicht mehr halten konnte. Bei Ludwigsburg engagierten sich Weckerling und Sieronski zum Endkampf, den der Bielefelder mit Handbreite zu seinen Gunsten entschied. Die Zeit des Siegers betrug:11 Stunden. Die Organisation durch den örtlichen WettfahrAusschuß in Stuttgart ließ sehr zu wünschen übrig. Den Pressevertretern wurde nur die Reihenfolge der Fahrer im Ziel bekanntgegeben, nicht aber die Abstände und Zeiten der Plazierten. Die Ergebnisse Berufsfahrer, 288 km: 1. Weckerling=Bielefeld 8211:10 Std., 2. Sieronski=Berlin, 3. Bautz=Dortmund, 4. Kiejewski=Dortmund, 5. Umbenhauer=Nürnberg, 6. Kutschbach=Berlin, 7. Stöppel=Berlin, 8. R. Wolke=Berlin, 9. Risch=Berlin 10. Arendt=Köln, 1. Heide=Hannover, 12. Thierbach=Dresden, 18. Natzke=Berlin, 14. Roth= Krankfurt a.., 15. Hodey=Essen. Amateure(Nationalmannschaft), 298 km: 1. KrücklMünchen:38:00 Std., 2. Löber=Schweinfurt, 3. Weischedel=Stuttgart, 4. Wierz=Düsseldorf, 5. Ruland=Köln, 6. Wölkert=Schweinfurt. 7. Schneider=Berlin, 8. LeppingCosel, 9. Kranzer=Nürnberg, 10. Diederich=Dortmund, 11. Fallen=Viersen, 12. Hauswald=Chemnitz, 13 OberbeckChemnitz, 14. Schnappaus=Nürnberg, 15. Schelthorn= Schu einfurt. Radrennen in Münster Auf der Bahn in Münster kamen am Sonntag vor nur wenigen Zuschauern Radrennen zur Durchführung, in deren Mittelpunkt Steherkämpfe standen. Im einleitenden Lauf über 25 Kilometer siegte Großimlinghaus=Krefeld in 25:27 Minuten vor IflandDüsseldorf 15 Meter, Küster=Köln 770 Meter und Wenzel=Köln 1190 Meter zurück, während der„Große Sommer=Preis" über 40 Kilometer von Ifland in 39:02 Minuten vor Küster 380 Meter, Großimling= haus 1620 Meter(Reisenschaden) und Wenzel 2100 Meter gewonnen wurde. Im Gesamtergebnis triumphierte Ifland mit 64,985 Kilometer vor Küster 63,850 Kilometer, Großimlinghaus 63,380 Kilometer und Wenzel 61,710 iKlometer. Ein Amateur=Städtekampf wurde von Köln(Metzemacher=Wolfschläger) gegen Münster(Grothues=Gibken) mit 33:21 Punkten gewonnen. 6. Polizei=Sternfahrt 1935 Ueber 300 erreichten Frankfurt Etwa 1000 Fahrzeuge machten sich am Mittwoch ab 9 Uhr aus den verschiedensten Teilen Deutschlands auf den Weg zur sechsten Polizei=Sternfahrt, deren Ziel, Frankfurt=Main, von 900 Teilnehmern am Samstag rechtzeitig erreicht wurde. Die Wertung geschah nach der Zahl der zurückgelegten Kilometer. Die beste Leistung vollbrachte Oblt. Bartsch (Reichswehr Würzburg) auf einem 750 ccm=BMW= Wagen mit 3628 Kilometer. Auch bei den Krafträdern fiel der der Sieg an den Fahrer einer kleinen Maschine. Stabs=Oberwachtmeister Sichling=Nürnberg legte auf Hercules 2887 Kilometer zurück. Reberlegener=Prulscher Gnntenn=Sirg Dänemark im Länderkampf 11:2(:2) geschlager Zum Abschluß der diesjährigen Saison trug die deutsche Handballmannschaft in Kiel noch einen Länderkampf gegen Dänemark aus, den die Deutschen überlegen mit 11:2(:2) zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Auf dem Holstein=Platz hatten sich bei schönem Wetter über 2000 Zuschauer eingefunden. Die Dänen zeigten zwar ein gutes Feldspiel, waren aber den erfahreneren und technisch besseren Deutschen nicht gewachsen. Die deutsche Mannschaft lieferte vor allem in der ersten Hälfte ein ausgezeichnetes Spiel und hatte bereits nach sechs Minuten einen Vorsprung von:0 herausgeholt. Die Dänen ließen sich aber nicht entmutigen und gestalteten nach der Pause sogar längere Zeit den Kampf offen, ohne jedoch dem Gegner ernstlich gefährlich werden zu können. Die Dänen hatten ihre besten Spieler im rechten Läufer, rechten Verteidiger, Linksaußen und war Mittelstürmer, in der deutschen Mannschaft kaum ein schwacher Punkt vorhanden. Den Torreigen eröffnete Theilig schon in der zweiten Minute. Durch gute Kombinationsarbeit erzielten die Deutschen durch Kruse, Rave und Theilig weitere drei Treffer. Die Gäste hatten reichlich Glück, da verschiedene Würfe gegen die Latte gingen. Theilig erhöhte auf•0, und dann konnte Dänemark in der 23. Minute auf 511 verringern. Matzen sorgte für zwei weitere deutsche Tore, Jörner erzielte für Dänemark den zweiten Treffer, doch stellte Rave noch vor der Pause die alte Tordifferenz wieder her. In der zweiten Halbzeit fielen durch Metzer, Rave und Theilig die drei restlichen Tore für Deutschland, während die Dänen nach dem Wechsel völlig leer ausgingen. Sturmvogel vor Glaukos und Tampabiur Der erwartete Favoritensieg im Deutschen Derby 1935 Deutschland verliert gegen Schweden:3(:1) Deutscher Angriff ohne Schutzkraft Die Mannschaftsleistung der deutschen Elf war weit besser als in Olso, doch gerade das, was unserer Mannschaft in der letzten Zeit so großartige Erfolge eingebracht hatte, das unbekümmerte und zweckvolle Handeln vor dem gegnerischen Tore, fehlte. Wie in Oslo hatte die deutsche Mannschaft in der ersten halben Stunde ihre besten Momente. Sie kombinierte samos, überspielte die harten Schweden überraschend schnell und einfach, aber am Strafraum war es mit der Kunst des Angriffs aus. Rohwedder, der diesmal als zurückgezogener Mittelstürmer amtierte, also die Aufgabe„Sifflings übernahm, tat sicherlich seine Pflicht, aber mit dem körperlich noch größeren und schwereren Jonasson wurde der Eimsbütteler doch nicht fertig. Siffling war wesentlich besser und frischer als in Oslo, hatte verschiedene sehr gute Momente, wo er Dresdener Form erreichte. Gegen die harte Abwehr vermochte aber auch er nichts auszurichten. Conen, vor der Pause im Feldspiel wieder sehr flüssig, wollte nach dem Wechsel zu viel auf eigene Faust machen und fiel ab, von seiner Schußkraft war kaum noch etwas zu merken. Weit schwächer als die schwedischen Außen waren Lehner und Kobierski. Von der deutschen Halbreihe erreichte keiner Länderspielformat. Der beständigste Spieler war noch der robuste Bender, während Zielinski sich nach dem Wechsel zu sehr in Spielereien verlor. Von den beiden Verteidigern war Janes wieder der bessere. Buchloh nicht immer sicher, ohne ihm jedoch an der Niederlage eine Schuld beizumessen. Bayerns großer Sieg in Hamburg Im Rahmen der Hamburger Sportwoche fand am Samstagabend in der Hansestadt ein FußballRepräsentativkampf zwischen den Gaumannschaften von Nordmark und Bayern statt, der mit eindeutigen Siege der Süddeutschen endete. Leider wurden die bayrischen Spieler auf der Autofahrt zum Sportplatz von einem Unfall betroffen, der einige Verletzte im Gefolge hatte. Schließlich reichten die Ersatzspieler nicht aus und so mußte auf bayrischer Seite ein Spieler von Viktoria Hamburg mitwirken. Das Spiel selbst beherrschten die Bayern. vor allem in der zweiten Hälfte, recht eindeutig. Becher schoß in der ersten Halbzeit den Führungstreffer, dem Leupold gleich nach der Pause einen zweiten Erfolg folgen ließ. Dommel, Amann und Becher erhöhten dann auf:0, erst dann glückte der enttäuschenden Nordmarkelf noch das Ehrentor. Der Zweite in der Deutschen Meisterschaft, ViB. Stuttgart, spielte am Samstagabend vor 6000 Zuschauern gegen eine württembergische Gauelf. Nach wenig zufriedenstellendem Verlauf endete die Begegnung:1(:1) unentschieden. Bis zur Pause führte die Auswahlelf und erst durch Elfmeter kamen die BfBer zum Ausgleich. Niedersachsen in Bern geschlagen Das zweite Spiel auf seiner Schweizer Reise führte den Gau Niedersachsen am Samstag in Bern mit der dortigen Stadtelf zusammen. Nachdem die Deutschen am Tage vorher in Zürich einen:=Sieg davongetragen hatten, mußten sie sich diesmal mit:1(:1) klar geschlagen behennen. Das mitteldeutsche Straßenrenuprogramm wies zwei Wettbewerbe aus, in denen sich je ein Berliner Fahrer erfolgreich durchsetzte. Der Straßenpreis von Magdeburg über 106 Kilometer wurde eine Beute von Ketzrich(Berlin) in:46:05 den vor seinen Landsleuten Bigalke und Rippe. Schon seit Tagen stand Hamburg im Zeichen des Derbys: alles wollte der bedeutendsten turfsportlichen Entscheidung beiwohnen. Von den Türmen flattern im Sonnenglanz die Fahnen des Reiches, und die Horner Bahn, über die sich blauer Himmel wölbt, bildet mit ihren durch Girlanden und Fahnentuch reich geschmückten Tribünen ein wahrhaft festliches Bild. Schon frühzeitig beginnt der große Aufmarsch, und nur mühsam kommen die Autoschlangen vorwärts. Schier endlos sind die Kolonnen der Fußgänger, die die Eingangstore stürmen. Auf der Bahn selbst bietet sich ein farbenprächtiges Bild. Tausende und Abertausende von Menschen sind in großer Erregung, fiebern förmlich der großen Entscheidung entgegen. Von den drei ersten Prüfungen wird so gut wie gar keine Notiz genommen. Die Logen waren schon seit Tagen ausverkauft. Fast kein Plätzchen ist mehr zu ergattern, die Derby=Bahn ist restlos überfüllt. Eine kräftige Brise sorgt für angenehme Abkühlung. Auf der Ehrentribüne haben die Ehrengäste Platz genommen. Als Vertreter der Reichsregierung sind Reichskriegsminister von Blomberg, Reichspropagandaminister Dr. Goebbels, Reichsaußenminister von Neurath und Reichssportführer von Tschammer und Osten u. a. erschienen. Selbstverständlich vom „Bau" alles, was einen Namen hat. Mehrere ausländische Diplomaten haben es sich ebenfalls nicht nehmen lassen, dem Deutschen Derby in Hamburg= Horn beizuwohnen. Das Geläuf, gut abgetrochnet, ist elastisch und schnell. Elf Pferde sind ausgewogen. es fehlt Olearius. der Ausonius allein die Interessen seines Stalles vertreten läßt. Ganz innen sieht man Contessina, daneben Goldtaler, Marinello, Valparaiso, Limperich, Manzanares, Glaukos, Lampadius, Stromwende, Sturmvogel und Ausonius. Die Bänder schnellen hoch, die Glocke ertönt. das Deutsche Derby 1935 hat begonnen. Zunächst ist das Feld noch gut ausgerichtet, bis dann Stromwende in Führung geht, gesolgt von Limperich, Contessina, Glaukos und Lampadius, während Sturmvogel am Schluß galoppiert. Durch den Wandsbecker Bogen führt weiterhin Stromwende klar vor Contessina, zu der Limperich dicht aufrückt. Dann kommen Lampadius und Glaukos, der seinen Platz inzwischen verbessert hat. Valparaiso ist zurückgefallen und bildet zusammen mit dem immer noch abwartenden Sturmvogel die rote Laterne. Zu Beginn des Horner Bogens wird Sturmvogel langsam aufgebracht. der Hengst ist im Nu an mehreren Pferden vorbei und biegt bereits als Fünfter in den Einlauf hinter Stromwende, Lampadius, Limperich und Ausonius. Die Graditzerin hat inzwischen ausgespielt, und nun liegen die beiden Ebbesloher Limperich und Lampadius in Front. Sturmvogel hat außen freie Bahn. Der Hengst wird in die Entscheidung geworfen, weder Glaukos noch Limperich oder Lampadius vermögen Widerstand zu leisten. Vom Jubel der Menge umbraust, geht der Schlenderhaner an der kämpfenden Spitzengruppe vorbei und strebt einem sicheren Siege zu. Mit zwei Längen beendet Sturmvogel als Sieger das 2400Meter=Rennen in der Zeit von:32,6 Minuten. Zweiter wurde Glaukos vor Lampadius. Manzanares, Contessina und Marinello. Richterspruch: 2—%— 2½— Hals Kopf. (W. Printen), 2. Sekuritas, 8. Sarastro. Ferner: Mooran, Irene. Sieg 15, Platz 14, 27. 3. Rennen: 1. G. Kucklick Schloßherr(P. Ludwig), 2. Wienerin, 3. Insant. Ferner: Volker, Atlas. Sieg 68, Platz 24. 2. A# 4. Rennen(Deutsches Derby): 1. Gestüt Schlenderhan Sturmvogel(W. Printen), 2. Glaukos, 3. Lampodius, 4. Manzanaros. Sieg 12, Platz 13, 25, 23, 66. 5. Rennen: 1. Frl. L. Schmidt Omega(H. Grabow), 2. Weißer Flieder, 8. Marquis, 4. Humor. Fünfkampf, Freu Enchantée, Lachteufel, Mondsee, Quisi, Inbrunst. Sieg 124, Platz 25, 14, 14, 16. 6. Rennen: 1. Hauptgestüt Graditz Goldrubin(R. Schmidt), 2. Rasputin, 8. Crassus. Ferner: 3 Horchauf, Famasino, Grandseigneur, Wolkenflug, Olearius. Sieg 161, Platz 32, 17, 20, 20. 7. Rennen: 1. H. Moshakes Martin(K. Narr), 2. Chinafeuer, 3. Altai, 4. Agnus. Ferner: Pollux, Lordmajor, Adept, Pesne, Silberlinde, Mutwille, Sintflut. Sieg 115, Platz 27, 15, 23, 95. 8. Rennen: 1. K. Beckers Glücksgöttin(H. Berndt), 2. Kohinor, 3. Andante. Ferner: Ausschreibung, Teechen, Demoiselle, Aurigena. Sieg 62, Platz 19, 14, 16. Sieg=Doppelwette: Schloßherr— Onega 800:10. Rennen in Mülheim=Rasselberg 1. Rennen: 1. E. Diltheys Sonny Boy(R. Brandis), 2. Springflut, 3. Ambrosius. Ferner liefen: Wanderlied, Panorama, Landesfreund, Oraubünden. Sieg 36; Platz 16, 29, 17.".#e Arlame#8 Minhr“. 2. Rennen: 1. E. Boeckers Natango(I. Pinter), 2. Lauspaß, 3. Kernpunkt. Ferner liefen: Feudal, Gundermann, Adare, Arabba. Sieg 23; Platz 14, 15, 14. 3. Rennen: 1. E. Boeckers Bockerode(H. Schmidt), 2. Glacis, 3. Melle. Ferner liefen: Bummelant, Lertha. Sieg 21; Platz 18, 15. 4. Rennen: 1. H. Mönninghoffs Sarasan(L. Sauer), 2. Musterknabe, 3. Jungmanne. Ferner liefen: Rudolf, Gassenjunge, Lösegeld, Schwertknauf. Sieg 50; Platz 22, 21, 34. 5. Rennen: 1. Frau Dr. Arenz' Lasso(W. Rößler), 2. Leithirsch, Iria gefallen. Sieg 25. 6. Rennen: 1. Frl. B. Bauers Obersteiger(H. Schmidt), 2. Butterfly, 3. Fix. Ferner liefen: Selim, Feste Loup, Blaufuß. Sieg 23, Platz 11, 15, 12. 7. Rennen: 1. Frl. G. Schlippers Sorgenfrei(W. Kusserow), 2. Fahrewohl, 3. Lorbeerrose. Ferner liefen: Fasold, Gnade. Sieg 55, Platz 30, 22. 8. Rennen: 1. Frau H. Marquardts Sandmann(A. Lommatzsch), 2. Arglist, 3. Helmwiege, 4. Titanic. Ferner liefen: Feuerzauber, Panzerflotte, Nuschy, Grotmeister, Pieta, Silbersee. Sieg 56, Platz 14, 16, 16, 15. 9. Rennen: 1. Frau M. Westhoffs Perlmuschel(Frl. E. Panse), 2. Amalgan, 3. Carga. Ferner liefen: Leutvogt, Marengo, Standarte, Colombo. Sieg 21, Platz 10, 10, 11. Sieg=Doppelwette: Sarasan— Lasso 25:10. Generalmajor von Reichenau in Budapest als Begleiter der deutschen Fünfkampfmannschaft Der Chef des Wehrmachtamts im Reichskriegsministerium, Generalmajor von Reichenau, begleitet vom 1. bis zum 8. Juli 1935 die deutsche Fünfkampfmannschaft nach Budapest. An dem Fünfkampf nehmen außer den Deutschen die Ungarn, Schweden und Italiener teil. Generalmajor von Reichenau, der Vorsitzender des nationalen Fünfkampf=Ausschusses ist, will gleichzeitig in Budapest Erfahrungen für die Abwicklung des modernen Fünfkampfes im Hinblick auf die Olympischen Spiele 1936 sammeln. 2. Hut ab, 3. Dennoch. Ferner: Perlstab, Bastler, Cornet, Winkelried, Goal, Rosanike. Sieg#8. Platz 25, 91, 16. Doppelwette: Urfanst— Barro 198:10. Grand Prix de Paris 1. Rennen: 1. B. Jeutsch Ideolog(J. Rastenberger), 2. Pelopidas, 8. Gilt. Ferner: Demoiselle. Sieg 27, Platz 10, 10. 4„ 2. Nennen: L. Gestkt Schleuderhau Gan Michele Rennen zu Leipzig 1. Rennen: 1. Z: H. Lampe Kameradschaftler(Ebert), 2. Preußenfahne, 3. Piccolomini. Ferner: Marcia, Azolin, Lebensart, Balilla. Sieg 27, Platz 15, 17, 17. 2. Rennen: 1. Kav.=Schule Hannover Maat(Lt. Klewitz), 2. Bellator, 8. Paroli. Ferner: Tenor, Isolda, Helgoländer, Rente. Sieg 42, Platz 40, 94, 18. 8. Rennen: 1. Stall Saxonia Bambus(F. Conrad), 2. Piroland, 3. Wachau. Ferner: Warum, Biguster. Sieg 31, Platz 18, 22. 4. Rennen: 1. Lt. H. v. Bieberstein Lieber Kerl (Rittm. v. Klitzing), 2. Schwerthkeb, 8. Stahlhelm. Acht Pferde liefen. Sieg 91, Platz 21, 16, 18. 5. Rennen; 1. Chr. u. J. Petzoldts Barron(W. Hennemannt,“ 2. Ancona, 3. Micky. Ferner: Casco, Peter Paul, Rolanda. Sieg 38, Platz 17, 22, 16. 6. Rennen: 1. Alfr. Kreuz' Biei(Unterholzner), 2. Goldfischer, 3. Assagai. Ferner: Liberius, Jock, Pillan. Sieg 30, Platz 14, 30, 16. 7. Rennen: 1. K. Edlers Vergitmeinnicht(2. Reibl), 1. Rennen: 1. H. Lenoir Voltaire(S. Batard), 2. Ecila, 3. Fanthe; außer Quiloa; neun Pferde liefen. Sieg 90; Platz 29, 62, 40. 2. Rennen: 1. J. Prat Reuette(A. Dupuit), 2. Comilon, 3. Le Gazon; außer Koupalo, Le Cyclone II. Aromate; sieben Pferde liefen. Sieg 66; Platz 38, 46. 3. Rennen: 1. J. F. H. Humaran Rahere(G. Bridgland), 2. Analogie, 3. Prince'Indore; außer Phlegeton, Hetival, Quick, Falstaff, Ad Alta, La Pommeraye, Crisa, King Harold; 18 Pferde liefen. Sieg 163; Platz 43, 27, 64. 4. Rennen: 1. L. Robert Crudite(G. Bridgland), 2. William of Valence, 3. Longsor; außer Skiff, Fonds de Caisse; 22 Pferde liefen. Sieg 54; Platz 110, 143, 66. 5. Rennen: 1. A. Masson Chrismyr(A. Woodland), 2. A. Priori, 8. Cerealiste; außer Sint Honorat, sechs Pferde liefen. Sieg 64; Platz 28, 18. 6. Rennen: 1. Lord Derby Will of ihe Wisp(W. Johnstone), 2. Son of Troy, 3. Gazetti; ferner Magnetiqne, Ambre, Aromate; sechs Pferde liefen. Sieg 41; Platz 25, 65. Trabrennen zu Gelsenkirchen 1. Rennen: 1. Stall Forelles Peter Mochester fr. (Karl Rothkopf), 2. Circe, 8. Freda Axworth. Ferner: Morgenwind, Aurelius., Der Erste von Gescher. Sieg 118, it. 22, Platz 24, 18. L. Rennen: 1. H. Sistermanns Brauuer David (F. Knies), 2. Maria., 3. Leopard, 4. Mallorca. Ferner: Maigrüße, Daisy, Deutscher Vater, Delta, Erna Bacon, Friedo(angeh.). Sieg 66, it. 41, Platz 16, 15, 14, 20. 8. Rennen; 1. E. Speckmann Baroneß Dugout(Bes.), 2. Alpha, 3. Komtesse Mia. Ferner: Dirigent, Hvetta Bacon, Gdeldame, Hexenmädel(disg.). Sieg 10, it. 30, Platz 11, 16, 11. 4. Rennen: 1. Fr. J. Balfs Peter Breit(K. Gillar), 2. Anitas Schwester, 3. Ruhm. Ferner: David Kuser, Grete Molon, Vogel, Belkauto(o. W. disg.), Karl Guy (angeh.). Sieg 56, kt. 28, Platz 12, 12, 12. 5. Rennen: 1. Gebr. Janczyks Ostermann(W. Teßmann), 2. Adda, 3. Peter Mochester. Ferner: Hilde., Prinz Kuser, Edelmeister, Emigrant, Bajazzo. Steg 30, it. 52, Platz 16. 14, 29. 6. Rennen: 1. Stall Forelles Hexenkind(K. Rothkopf), 2. Tuja Guy, 3. Benno Lec. Ferner: Belo Watts, Grafschaft, Patschuli, Terra, Otti Anvil. Sieg 49, it. 00, Platz 20, 20, 15. 7. Rennen: 1. A. Nierhoffs Fiedler(E. Jung), 2. Doornkat, I. Königsbote. Ferner: Abda. Sieg 15. U. 40, Platz 10, 11. 8. Rennen: 1. E. Gang' Export(h. Schürmann), 2. Capitän, 3. Dirigent, 4. Abenteurer. Feruer: Dange, Baudola, Karl Guy, Hexenmädel, Glasformer, Ernesto, Danklo. Sieg 102, it. 44, Platz 14, 18, 18, 12. Stärkung der Verantiodrnichten Grundlegende Neugestaltung des Studiums der Landwirtschaft. Anläßlich des zur Zeit in Goslar stattfindenden Reichstreffens der deutschen Diplomlandwirte, an dem auch Reichsführer der SS Himmler als Führer des Reichsbundes deutscher Diplomlandwirte teilnimmt, hat Reichsminister Rust die neue Studienordnung für das künftige landwirtschaftliche Studium verkündet. Nachdem vor wenigen Wochen das juristische und danach das wirtschaftswissenschaftliche Studium von Grund auf neu aufgebaut worden sind, bedeutet die landwirtschaftliche Studienreform eine weitere grundlegende Reform. Bereits am Ende vorigen Jahres hat Reichsminister Rust durch die Eingliederung der beiden preußischen bisher selbständigen landwirtschaftlichen Hochschulen Berlin und Bonn=Poppelsdorf in die Universitäten Berlin und Bonn die neue Linie des landwirtschaftlichen Hochschulwesens vorgezeichnet. Diese organisatorische Maßnahme erfolgte aus dem Willen des Nationalsozialismus zu einer neuen und größeren Universitas heraus. Die neue Studienordnung setzt diese Linie fort und fügt nun auch das landwirtschaftliche Studium aufs engste in den Wirkungsbereich der Universität ein. Der neue Plan, den Reichsminister Rust verkündet hat, bedeutet für die gesamte Landwirtschaftslehre einen Umbau von Grund auf. Es handelt sich hier nicht um bloße Verschiebungen in der Bedeutung einzelner Fachgebiete oder um einige Veränderungen in der Reihenfolge und Zahl der Vorlesungen, sondern um die Grundlegung eines künftigen Lehrgebäudes, das sowohl außen als auch innen den aus dem nationalsozialistischen Gedanken von Blut und Boden neu geborenen Geist erkeunen läßt. Mit der Neuregelung ist die Landwirtschaftswissenschaft aus der Gewerbe= und Erwerbsatmosphäre herausgenommen worden und in eine politische Auffassung hineingefügt worden, die ihre Aufgabe darin sieht, wie der deutsche Lebensraum am besten genutzt wird, um unserem Volk die Gesunderhaltung und das Bauerntum zu gewährleisten. Der künftige Landwirt soll aus seinem Wirkungsbereich heraus die Gesamtzusammenhänge sehen und von hier aus seine Einstellung finden. In der neuen Studienordnung heißt es: Es gilt nicht mehr wie bisher lediglich wirtschaftliche Fähigkeiten zu entwickeln, sondern durch ein verbreitertes Studium einen neuen Menschen zu erziehen, der eine stärkere Bindung und Verantwortlichkeit gegenüber dem Volksganzen besitzt. Es wird ein fester Studienplan aufgestellt. Der Besuch der Hauptund Sondervorlesungen ist jedem Studenten völlig freigestellt. Pflichtvorlesungen gibt es nicht mehr. Entscheidend ist nur die Leistung in der Prüfung. Zum Studium der völkisch=politischen Grundlagen und der Wirtschaftswissenschaften sind die gleichlautenden Vorlesungen zu besuchen, die sich in den Richtlinien für das Studium der Wirtschaftswissenschaft finden. Der Aufbau des Studiums sieht sechs Halbjahre vor. Grundsätzlich neu ist hinzugekommen, daß nur der die Prüfung ablegen kann, der bauernfähig im Sinne des Reichserbhofgesetzes ist. Außerdem ist die Möglichkeit geschaffen worden, daß besonders tüchtige Leute, die nicht das Abiturium haben, auf Grund besonderer Leistungen zum vollberechtigten Studium zugelassen werden können. Organische Ralurdenkmalspflege Generalforstmeister von Keudell über das Reichsnaturschutzgesetz. Generalforstmeister von Keudell sprach vor Vertretern der Presse über die Bedeutung des von der Reichsregierung verabschicdeten Reichsnaturschutzgesetzes. Zur Begründung dieses Gesetzes erklärte er u.., daß ohne eine einheitliche Planung und Gesetzgebung eine ordnungsmäßige und organische Naturdenkmalspflege nicht möglich sei. Es mußte daher ein Naturschutzgesetz geschaffen werden, das versuchen soll, die heimatliche Natur soweit wie möglich zu schützen und vor weiterer Verunstaltung zu bewahren. Wir wollen nun Deutschland, so erklärte der Redner weiter, nicht in ein Land mit allen möglichen Museumsflecken verwandeln, sondern es geht darum, bei neuen Arbeitsbeschaffungsvorhaben, die tief in das Gefüge der deutschen Landschaft eingreifen, die Belange des Naturschutzes zu wahren, und alle Staats= und Kommunalverbände sind daher verpflichtet, bei solchen Vorhaben die Naturschutzstellen zu beteiligen. Der Generalforstmeister erläuterte dann den organisatorischen Aufbau des Reichsnaturschutzes. Oberste Naturschutzbehörde ist der Reichsforstmeister, der auf die unteren Verwaltungsbehörden einzelne Aufgaben übertragen kann. Den Naturschutzbehörden werden besondere Naturschutzstellen zur fachlichen Beratung beigeordnet. Zu den Aufgaben des Naturschutzes gehöre vor allem auch der Schutz derjenigen Gebiete, Landesteile oder einzelner Naturdenkmäler, die einen urwüchsigen Naturzustand aufweisen. Der Redner bezeichnete es als symbolsicher, daß gerade der Reichsforstmeister sederführend für den Naturschutz sei. Denn daraus ermachse ein Ausporn für alle Forstmeister, sich für den Naturschutz in erster Linie einzusetzen. Das Reichsnaturschutzgesetz wolle getreu dem Wort des Führers das Schöne mit dem Rützlichen verbinden. 13578 Reichsdeutsche wanderten aus Die Zahl der reichsdeutschen Auswanderer hat nach den Mitteilungen des Statistischen Reichsamts im ersten Quartal 1935, wie schon in den letzten Berichtsperioden, abgenommen. Es wanderten 2298 Reichsdeutsche aus, das sind 275 oder 10,7 v. H. weniger als im ersten Quartal 1934(2573). Insgesamt wanderten vom April 1934 bis März 1935 13578 Personen aus. Die Zahl der ausländischen Auswanderer über deutsche Häsen betrug im ersten Quartal 1935 wenig verändert 10.063. Insgesamt wanderten über Hamburg und Bremen an Reichsdeutschen und Fremden 13 755 Personen aus gegen 12 245 im Vorjahre. Diese Zahl ist um 12 u. H. höher. Interessant ist, daß die Zahl der weiblichen deutschen Auswanderer größer ist als die der männlichen, sie beträgt nämlich 56 Proz. der Gesamtsumme. Die Zahl der Einreisenden belief sich im ersten Quartal 1935 auf 12 376 gegen 9222 im Vorjahre. Davon waren 7412 (5003) Reichsdeutsche. Terstung, und Schiclfalsgemeinschaft Dr. Ley über den Staatsgedanken des Nationalsozialismus. Die Akademie für Deutsches Recht veranstaltete im Rahmen ihrer Jahrestagung in der Münchener Universität eine Gemeinschaftstagung, in deren Mittelpunkt eine Rede des Reichsorganisationsleiters der RSDAs., Dr. Ley, stand. Dr. Ley, dessen Ausführungen stärkste Zustimmung sanden, führte u. a. aus: Zu den Grundpseilern des Nationalsozialismus gehört die Anerkennung der Gesetzmäßigkeit in der Welt. Für uns gibt es keinen Zufall. Der Mensch wird immer ein Produkt seiner Rasse sein. Recht ist, was dieser Rasse und diesem Volk nützt. Je klarer die Völler das sehen, desto geringer werden die Reibungsflächen zwischen ihnen werden. Je deutscher der Deutsche, je französischer der Franzose wird, desto weniger wird er Neigung verspüren, den Frieden anderer zu gefährden. Wir sind nicht mit Gütern und mit Devisen gesegnet, unser Klima ist nicht das günstigste. Aber wir haben ein wunderbares Volk mit Menschen von höchster Fähigkeit. Darum hat nicht nur der einzelne das Recht auf Arbeit, sondern die Gemeinschaft hat das Recht, zu verlangen, daß der einzelne seine Fühigkeiten und damit das Kapital Deutschlands verwertet. Das ist der einzige Weg, um Deutschland wieder in die Höhe und an die Sonne zu bringen. Wir haben nicht nur eine Schicksals=, sondern auch eine Leistungsgemeinschaft. Während die eine Hand den Pflug führt, muß die andere das Schwert halten. Wer das nicht will, hat das Recht auf das Leben verwirkt.(Lebhaster Beifall.) Deshalb ist es wahrhaftig keine Angelegenheit des Führers allein oder seiner Minister, sondern eine Sache des ganzen Volkes und jedes einzelnen, daß der Führer uns die Wehrhoheit wieder gab.(Erneuter Beifall). Der größte Verlust eines Volkes ist der Verlust der Selbstdisziplin. Deshalb hat die Gemeinschaft ein Recht zu verlangen, daß jeder sich in Reih und Glied stellt, Disziplin übt und Opfer bringt. Disziplin und Opfer— das ist der Staatsgedanke des Nationalsozialismus. In dem Führerorden gibt es nur Menschen, die sich verschworen haben, das beste für Deutschland zu wollen, gemeinsam sein Schicksal zu leben. Wir wollen den deutschen Menschen zur Selbstverantwortung erziehen, wir bringen die Deutschen wieder zusammen. Wir können nur sagen: was vernünftig ist wollen wir euch anbahnen, euer Schicksal sollt ihr selbst meistern. So ist das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit aufzufassen. Das größte, was Adolf Hitler schuf, ist nicht die Partei, ist nicht einmal die Zurückeroberung der Wehrmacht, sondern ist, daß wir am Ansang eines noch größeren Ereignisses stehen. Adolf Hitler hat das deutsche Volk zur Vernunft gebracht. Nun geht er daran, die Welt von der Unvernunst zur Vernunft zu bringen. Das sehen wir an dem Vertrag mit London. Diese Tat des Führers ist größer als alle diplomatischen Feinheiten der Vergangenheit. Das ist das Gewaltige: die Behauptung des Rechtes der Völker der Erde, daß sie keben wollen und leben sollen! Der Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, legte das Gelöbnis ab, daß auch die deutschen Rechtswahrer nichts für sich, sondern alles für das deutsche Volk erstreben wollen. Erster Preis: Fahrt auf der„Deutschland“ Der 12 jährige Werner Wolfgang Dietrich aus Kaiserslautern errang in dem für die deutsche Jugend ausgeschriebenen Wettbewerb, für den Reichsbund Deutscher Seegeltung ein Abzeichen zu schaffen, den ersten Preis, der in einer längeren Fahrt auf dem Panzerschiff „Deutschland" besteht.“(Weltbild,.) Der Wert einer starken Floite Englands Marineminister gegen die falschen Parolen der„Hohen Priester“ der Abrüstung. Der Marineminister Sir Bolton Eyres Monsell und Winston Churchill, der bei Ausbruch des Weltkrieges Marineminister war, äußerten sich bei einem Essen in einem Londoner Klub über die Notwendigkeit einer starken britischen Flotte. Churchill machte den Vorschlag, eine nationale Verteidigungsanleihe aufzulegen. Sir Bolton Eyres Monsell wandte sich gegen die„Gruppe von Fanatikern“, die die Wehrausgaben bekämpften, und erklärte, es sei unmöglich, Kriegsschiffe durch Formeln zu ersetzen. Das britische Volk, so erklärte er, habe die Gewohnheit, die drei Waffengattungen in Friedenszeiten „auszuhungern". Er freue sich, annehmen zu dürfen, daß es einen großen Stimmungsumschwung gegeben habe. Die große Masse habe herausgefunden, daß die„hohen Priester" der Abrüstung bereit seien, England in jedem Augenblick in einen Krieg zu verwickeln, und zwar mit einer Wehrmacht, die sie selbst jahrelang in jeder möglichen Weise geschwächt hätten. Sir Bolton Monsell warnte dann vor einer Ueberschätzung der Luftwaffe. Zur=Bootsfrage sagte er, im letzten Kriege sei das=Boot als eine tödliche Gefahr betrachtet worden, was es auch tatsächlich gewesen sei. Aber auf Grund der während des Krieges gemachten Erfahrungen nehme man heute bei der Admiralität die UBoote nicht annähernd so ernst wie damals. Der Redner schloß, er glaube, daß man in England die stärkstmögliche Luftflatte wünsche. Aber im Interesse der Sicherheit des britischen Reiches sei eine Flotte notwendig, die stark genug sei, um ihre Pflichten gegenüber dem Laude, dem Reich und der Welt zu erfüllen. Die französische Presse zum Ergebnis der Pariser Aussprache DN Paris, 30. Juni. Auch von der Abendpresse wird hervorgehoben, daß die Aussprache zwischen Lavai und Eden mit einem unzweidentigen Mißerfolg geendet habe. „Die Front von Stresa löst sich auf“, stellt die„Liberté“ fest. Seine Besprechungen mit Mussolini müßten Eden. meint das Blatt, davon überzeugt haben, daß die Auffassungen Frankreichs und Italiens zum deutsch=englischen Flottenabkommen nicht völlig übereinstimmten. Die italienische Regierung habe wohl das englische Vorgehen nicht geschätzt, glaube aber doch, daß es den Belangen Italiens, dessen Sorgen einzig und allein dem Mittelmeer gelten, nicht schade. Das Beispiel„jeder für sich“ sei somit gegeben. Jetzt zeichne sich bereits der Lustpakt nicht mehr als westeuropäischer Pakt, sondern als ein Pakt zwischen England und Deutschland ab. Das sei das persönliche Werk Sir Samuel Hoares, der für die splendid isolation eintrete. Das„Journal des Debats“ ist davon überzeugt, daß England die in der Erklärung vom 3. Februar umrissene Politik fallen lasse. England scheine um jeden Preis ein Luftabkommen abschließen zu wollen, ohne es einer allgemeinen Sicherhoitsorganisation unterzuordnen und ohne sich sogar um die Landrüstungen zu kümmern, wie Frankreich mit Deutschland unmittelbar zu verhandeln aufgefordert werde. Deutschland dürfte von dieser Einladung sicher Gebrauch machen, und die Silhonette Herrn von Ribbentrops zeichne sich bereits am französischen Horizont ab. Der Aussall der Friedensabstimmungen London, 30. Juni. Die sogenannte Friedensabstimmung, die vor 18 Monaten von Lord Cecil in ganz England eingeleitet wurde, ist beendet. Mehr als 1leinhalb Millionen Männer und Frauen haben die Fragebogen ausgefüllt. Die Frage, ob Großbritannien im Völkerbund bleiben solle, wurde mit rund 11 Millionen Stimmen bejaht. 350000 stimmten mit Nein. Für die allgemeine Abrüstung stimmten 10einhalb Millionen, dagegen 860 000. Die Frage, ob die Herstellung und der Verkauf von Kriegsmaterial für private Gewinne verboten werden solle, wurde gleichfalls von rund 10einhalb Millionen Abstimmenden bejaht und von 770000 mit Nein beantwortet. Die letzte Frage bezog sich darauf, ob die Abstimmenden der Ansicht sind, daß im Falle des Angriffs einer Nation die übrigen Nationen sich zusammenschließen sollten, um dem Angriff Einhalt zu tun. Für die Durchführung wirtschaftlicher und nichtmilitärischer Maßnahmen in diesem Fall stimmten 10 Millionen mit Ja, 630000 mit Rein. Für militärische Maßnahmen sprachen sich.8 Millionen, dagegen 2,3 Millionen aus. Geheimverfahren gegen Stalius Schutzwache Hochverratsanklage gegen 28 Mitglieder. Moskan, 29. Juni. Im Zusammenhang mit der Verhaftung von Angehörigen der Kreml=Wache, der Schutzwache des Sowjetdiktators Stalin, wird bekannt, daß insgesamt 28 Mitglieder festgenommen worden sind. Sie werden vom Militärkollegium des Obersten Gerichtshoses in einer Verhandlung hinter verschlossenen Türen abgeurteilt. Den Verhafteten wird gegenrevolutionäre Betätigung, Beziehungen zu sowjetfeindlichen Elementen und Disziplinlosigkeit vorgeworsn. Nach einer weiteren Mitteilung hat das Bundeskommissariat die Wache des Kreml durch besonders ausgezeichnete Kräfte verstärkt. * Vor einem kranzösisch-italienischen Militärpaht? Besprechungen des französischen Generalstabschefs in Rom " Paris, 28. Juni.„Matin“ meldet aus Rom, daß der Chef des französischen Generalstabes, Gamelin, am Mittwoch in Rom eingetroffen sei. Am Donnerstagvormittag habe Gamelin eine Besprechung mit dem Chef des italienischen Generalstabes, Marschall Balbo, und am Nachmittag eine Unterredung mit Mussolini gehabt. Heute, Freitag, werde Gamelin nach Paris zurückkehren. Diese Reise habe den Zweck verfolgt, so schreibt der römische Berichterstatter des„Matin“ eine Vorprüfung möglicher gemeinsamer Maßnahmen der beiden Generalstäbe vorzunehmen. Meuterer-Handstreich auf Beting Der Angriff sofort abgeschlagen. Am Südtor der alten Kaiserstadt Peiping(Peking) ist es in den frühen Morgenstunden zu einem erbitterten Kampf zwischen Teilen der Peipinger Garnison und menternden Soldaten aus den geräumten Grenzprovinzen gekommen. Die Meuterer, die sich eines Panzerzuges bemächtigt hatten, waren vor das Stadttor Bungtinz gefahren und hatten von dort ein heitiges Schrapnellseuer gegen das Tor und die Mauer eröfsnet. Vorher hatten sie die Eisenbahnstation Fengtai der Linie Peiping—Tientsin besetzt. Die Japaner verhäugten sofort über Peiping den Belagerungszustand. Der Peipinger Ordnungspolizei und den Truppen des Generals Wansulin gelang es in kurzer Zeit, die Meuterei zu unterdrücken. Der Handstreich ist damit völlig fehlgeschlagen. Er ist ohne großes Blutvergießen verlausen. Die Besatzung eines Panzerwagens der Aufständischen wurde teilweise gesangengenommen. Der Rest ist entkommen. In der Stadt selbst blieb alles ruhig, da nirgends der Versuch gemacht wurde, den Angrisf der Aufständischen zu unverüßen. Der Sinn des ganzen Unternehmens ist noch völlig rätselhaft. Viel verbreitet ist jedoch die Behauptung, daß es sich um eine Aktion von Separatisten handelt und der sogenannte Graue General Shibyusan oder der frühere Sekretär des Marschalls Wupeisu, Paichienwu, ihre Hand im Spiele haben. Der Belagerungszustand ist nach der Abwehr des Handstreichs wieder aufgehoben worden, * 30 Tote beim Handstreich auf Peiping DR Peiping, 28. Juni. Der mißglückte Handstreich auf Veiping kostete die etwa 300 Mann zählenden Angreiser 30 Tote, zahlreiche Verwundete und eine noch größere Anzahl Gejangene, von denen der größere Teil Unisorm trägt. Ungefähr ein Dutzend Geschosse einer 6,5em=Kanone sielen in die Weltstadt, ohne jedoch Schaden enggrichten. Nach dem auf japanischen Wunsch erfolgten Abzug der Truppen der Zentralregierung verblieb in Peiping und Umgegend nur eine sehr geringe Besatzung. Daher werden auf Verlangen des Peipinger Stadtkommandanten in der kommenden Nacht Truppen der vorzüglich disziplinierten und ausgebildeten 29. Armee des bisherigen Tschachar=Gouverneurs Sung eintreffen. Aus aller Welt Zapfenstreich zu Ehren Mackensens. Zu Ehren des Generalseldmarschalls von Mackensen sand vor dem Gebäude des Stationskommandos in Wilhelmshaven ein Zapsenstreich stett. Der Zapfenstreich wurde durchgeführt von der 2. Unteroffizier=Lehrabteilung, die Musik stellte der Befehlshaber der Linienschifse und die Il. Marine=Artillerie=Abteilung. Der Generalseldmarschall nahm den Zapsenstreich mit seiner Gattin, dem Stationschef Vizeadmiral Schultze und den übrigen Aduiralen der Garnison sowie den Vertretern der Jadestädte und der Partei auf dem Balkon des Stationsgebäudes entgegen. Nach dem Zapfenstreich dankte der Generalseldmarschall ergrissen für die ihm dargebrachte Dhreung. Zweimal stamesische Zwillinge. Mährisch=Ostrau, 30. Juni. Ende März wurden von einer Bergmannsfrau in Petrzkowitz bei Mährisch=Ostrau zusammengewachsene Zwillinge geboren, die aber nag drei Tagen starden. Nunmehr wurden in derselben Gemeinde und wieder von der Ehefrau eines Bergmanns abermals siamesische Zwillinge geboren. Sie waren so zusammengewachsen, daß es nicht möglich war, ihr Geschlecht festzustellen. Die Zwillinge lebten nur zwei Stunden. Trotzdem wurden sie getauft— freilich nur formal und ohne daß man ihnen Namen gab. Die Mutter der Zwillinge ist gesund. Der schwerstbewaffnete Einsitzer der Welt. Londen, 29. Juni. In Hendon wird ein neues britisches Kampfflugzeug vorgeführt werden, das als schwerstbewaffneter Einsitzer der Welt bezeichnet wird. Das Flugzeug besitzt vier Maschinengewehre, von denen zwei in den unteren Tragflächen und zwei über dem Flugzeugkörper angebracht sind, und als fünfte Waffe ein Schnellfeuergeschütz, das Granaten von 2 Zentimeter Kaliber durch die Propellerachse abseuert. Das Magazin dieses Geschützes enthält 60 Granaten. Das Flugzeug soll eine Stundengeschwindigkeit von über 400 Kilometer und innerhalb von 6 Minuten eine Höhe von annähernd 4000 Meter erreichen können. Nesse des höchsten amerikanischen Richters ermordet. Detroit, 29. Juni. Die Polizei arbeitet si haft an der Aufklärung des Mordes an dem Nefsen:;; jetzigen höchsten Richters der Vereinigten Staaten und früheren Außenministers, Charles Evans Hughes. Howard Carter Dickenson, der ein bekannter Rechtsanwalt ist, hatte am Dienstag seiner in Neuyork befindlichen Frau ein Telegramm gesandt, in dem er von einer großen Summe Geldes sprach, die er mitbringen würde. Tatsächlich wurde die Brieftasche des von Nahschüssen durchlöcherten Nickenson nicht mehr gefunden. Sie soll tausend Dollar enthalten haben. Ferner wird der Hut des Ermordeten vermißt. Oesterreichischer Passagierdampfer gesunken DR Wien, 28. Juni. Nach aus Rumänien bei den österreichischen Behörden eingegangenen Meldungen ist der österreichische Passagierdampfer„Marie" im Schwarzen Meer während eines großen Sturms gesunken. Der größte Teil der Passagiere wurde von Hilfsschiffen aufgenommen. Vier Personen dürften ertrunken sein. Saaremigranten unter sich. DN Paris, 28. Juni. Wie Havas aus Foix berichtet, kam es im Lager der Saaremigranten bei der Mittagsmahlzeit am Donnerstag zu einem Streit zwischen zwei Flüchtlingen wegen der Teilung einer Fleischportion. Der 55jährige Joseph Morscheid versetzte dem 42 Jahre alten Fritz Heschler, der ihn an der Kehle gepackt hatte, einen Fußtritt in den Unterleib. Heschler war auf der Stelle tot. Morscheid wurde sofort verhaftet. Millionenverzicht Rockesellers Die Lebensversicherung aus der Jugend. Newyork, 30. Juni. John D. Rockeseller, der heute vielleicht nicht mehr der reichste Mann der Welt ist, es jedoch unbestreitbar lange Zeit war, müßte jetzt am kommenden 8. Juli von seiner Versicherungsgesellschaft einen Betrag von 5 Millionen Dollar ausbezahlt bekommen. Als der spätere Oelkönig Amerikas nämlich noch der junge, unbekannte Sozins eines englischen Raffineriefabrikanten war, schloß er eine Lebensversicherung ab, die nunmehr— nach Erreichung des 96. Lebensjahres— gemäß den Statuten der Gesellschaft zur Auszahlung zu kommen hätte. John D. Rockeseller, der sich von der schweren Erkrankung, die im vergangenen Jahre das Schlimmste für sein Leben befürchten ließ, auffallend gut wieder erholt haben soll, hat sich jedoch bereits mit der Gesellschaft in Verbindung gesetzt und seinen Verzicht erklärt. Dieser Verzicht gilt selbstverständlich nur für seine Person, nicht auch für seine Erben. Dazu ist der alte Rockeseller auch heute noch ein viel zu tüchtiger Geschäftsmann. Er steht auf dem Standpunkt, daß er dieses Bargeid im Augenblick nicht nötig hat. Dagegen dürfte dieser Riesenbetrag seinen Erben höchst willkommen sein, wenn es sich nach seinem Tode darum handelt, die Erbschaftssteuern zu zahlen, die in den Vereinigten Staaten bekanntlich außerordentlich hoch sind. Wie man sieht ist der greise Oelkönig Rockefeller noch der gleiche kühle Rechner, der er Zeit seines Lebens gewesen ist. Sie war auf allen Bällen zu sehen, sie besuchte Gesellschaften, lud sich oft Gäste ein, liebte es, sich stets in neuen, eleganten Toiletten zu zeigen, trieb einen großen Luxus und galt bald in allen Salons als die kapriziöseste Frau der diesjährigen Saison. Wurde sie nach ihrem Gatten gefragt, so zog sie ein wenig die Schultern hoch, lächelte überlegen und erklärte schließlich: „Unsere Ansichten über die Einhaltung des Trauerjahres gehen sehr auseinander, deshalb haben wir uns dahin geeinigt, daß ich den Winter in Berlin verlebe, während mein Gatte auf Schloß Falkenberg haushält.“ Selbstverständlich wurde über diese sonderbare junge Ehe viel geklatscht und getuschelt. Doch Vera kümmerte sich nicht darum, sondern genoß das Leben in vollen Zügen. Eines Tages traf von der Bank die Meldung ein, daß Harald von Falkenberg auf das Konto seiner Frau einen großen Betrag überwiesen habe. Es war jene Summe, die Vera einst für die Einlösung der Wechsel verausgabt hatte. Lange, lange starrte sie auf das Schreiben nieder. Und daß dabei ihre Gedanken voller Zorn und Haß waren, verrieten ihre finster zusammengezogenen Augenbrauen und ihre unruhigen Hände, die das Papier wütend zusammenknüllten. Gertraud von Einsiedel versuchte zu warnen. „Wäre es nicht besser, Frieden zu schließen, Vera?“ „Frieden? Glaubst du, daß sich die Kluft überbrücken läßt, die zwischen uns klafft?“ „Mit gutem Willen wird sich ein Weg finden.“ Vera schaute eine Weile vor sich hin, dann erklärte sie: „Wenn er hierher käme und kniefällig um Verzeihung bitten würde, dann— dann wäre vielleicht eine Versöhnung möglich.“ Doch Gertraud von Einsiedel erschrak und wiederholte: „Kniefällig? Und um Verzeihung bitten? Das wird ein Falkenberg nie tun.“ „Dann muß eben alles beim alten bleiben.“ * Hochmütig gab Vera diese Antwort. Und es blieb auch alles beim alten. Sie stürzte sich noch toller in den Strudel der Vergnügungen. Spät nachts kehrte sie zumeist erst heim, um dann bis in die Mittagsstunden hinein zu schlafen. Wenn sie sich dann erhob, war sie fast immer schlechter Laune. Die Dienerschaft und auch Gertrud von Einsiedel gingen ihr in solchen Stunden aus dem Wege. Doch wenn der Tag sich zu Ende neigte, wenn die Lichter der elektrischen Glühbirnen aufflammten, dann besserte sich Veras Laune, dann war sie stets für neue Pläne zugänglich. Und eine solche Stunde traf Benito Caspillo, als er sich bei ihr melden ließ. Sie eilte ihm entgegen, duldete es, daß er ihre Hände stürmisch an die Lippen zog und freute sich über seine Komplimente. „Du bist eine große Zauberin, Vera, du wirst von Tag zu Tag schöner. Obwohl Vera stets Schmeicheleien zugänglich war, gab sie sich doch den Anschein, als wären ihr solche Worte stets gleichgültig. Sie wiegte sich nur kokett in den Hüften, klemmte das Monokel, das sie mit besonderer Vorliebe trug, fester ins Auge und fragte: „Du wagst es wieder in meinem Hause zu erscheinen, Benito? Furchtest du dich nicht, meinem gestrengen Herrn Gemahl zu begegnen und von ihm eine neue Forderung auf Pistolen zu erhalten?“ Doch sorglos ließ sich Conte Caspillo neben Vera auf das Sofa niederfallen, legte seinen Arm um ihre Schultern und entgegnete: „Ich habe mir erzählen lassen, daß er sich wie ein Einsiedler auf Schloß Falkenberg vergraben hat und dort wahrscheinlich seinen Winterschlaf zu halten gedenkt. Also ist absolut nichts zu befürchten und ich sehe nicht ein, warum wir um seinetwillen auf unsere Freundschaft verzichten müssen.“ Vera erhob sich, um sich aus Conte Caspillos Armen frei zu machen, blieb aber dicht vor ihm stehen, zog ihn scherzend am Ohr und erklärte: „Eigentlich wäre es mutiger und ritterlicher gewesen, wenn du dich Haralds Waffe gestellt hättest. Einer von euch beiden hätte doch sein Leben für mich lassen können.“ „Danke für das Vergnügen. „Gott, du hättest ja nicht gerade dieser eine sein müssen, Bentto! „Na, bei der bekannten, fast berühmten Treffsicherheit Falkenbergs wäre ich wohl kaum mit heiler Haut davongekommen. Vera setzte sich wieder neben ihren Besucher und schaute ihn mit koketten Blicken an. „Wo hast du die letzten Wochen verbracht, Benito?“ „Selbstverständlich in Monte Carlo. Ach, du hättest mitkommen sollen, du hättest mit Leichtigkeit in Monte Carlo dein Vermögen verdoppeln, verdreifachen können.“ „Oder auch alles verlieren können.“ „Nein, nein, wenn du nach meinem System gesetzt haben würdest, dann konnte es keine Verluste geben. Eifrig begann er ihr von seinem System zu erzählen, so daß Vera, die selbst eine leidenschaftliche Spielerin war, aufmerksam zuhörte. Aber als der Conte zu Ende war, fragte sie: „Und nun willst du hier in Berlin die Summen wieder verschleudern. Willst du einen Spielsalon eröffnen?“ „Nein, aber einen Rennstall richte ich ein.“ Und wieder wurde er leidenschaftlich erregt, seine Augen leuchteten, während er in lebhaften Schilderungen seine großzügigen Pläne entwickelte. Anfangs hörte Vera gleichgültig zu, dann aber ließ sie sich mitreißen, warf ab und zu sachverständige Bemerkungen dazwischen, um am Schluß von Conte Caspillos Ausführungen zu erklären: „Das scheint wirklich eine fabelhafte Sache zu werden.“ Aber Conte Caspillo zog seicht seine Schultern hoch. „Und doch krankt sie noch an einer Stelle. Bankier Massur, der sich daran beteiligen wollte, zieht sich plötzlich zurück, so daß ich nun auf der Suche nach einem neuen Kompagnon bin.“ „Wieviel Kapital brauchst du noch?“ „Zweihundertfünfzigtausend Mark.“ Abermals herrschte für Augenblicke tiefe Stille. Dann erklärte Vera: „Willst du mich als Kompagnon anerkennen, Benito?“ Caspillo war begeistert, seine Worte überstürzten sich, er entwickelte immer neue Pläne, war überzeugt, daß sie beide in kurzer Zeit Millionäre werden würden. Schon in den nächsten Tagen berichteten die Tageszeitungen als neueste Sensation die Gründung des Rennstalles der Baronin Vera von Falkenberg, denn auf Veras besonderen Wunsch blieb der Name des Conte Benito Caspillo für die Oeffentlichkeit zunächst verschwiegen. * Mitten in den sich hetzenden Vorbereitungen für die Reise war brennende Sehnsucht über Regina gekommen. Anfangs wehrte sie sich dagegen. Aber die Stimme der Liebe war stärker als die der Vernunft. Und so entstand der Plan, heimlich das Elternhaus aufzusuchen. Frau Annemarie wollte warnen, aber als sie den flehenden Blicken Reginas begegnete, fand sie nicht den Mut dazu, sondern bestärkte die Freundin in ihren Plänen. Und Henrique Bicalho fügte sich ohne Widerspruch den Wünschen seiner geliebten Frau. Eingehend besprachen sie alle ihre Pläne. Sie wollte sich bei Einbruch der Dunkelheit heimlich in den Overhof einschleichen. Sie kannte einen rückwärtigen Eingang, der fast nie mehr betreten wurde. Dabei hoffte sie, ihrer alten Kindsmagd zu begegnen, deren Zimmer nach diesem rückwärtigen Tor zu lag. Diese war ihr in abgöttischer Liebe ergeben und würde ihr den Weg zu ihrer Mutter zeigen. Sie sah keine Gefahr. Doch in Frau Annemaries Herzen blieb eine heimliche Sorge, während sie Regina auf der Fahrt nach Ansheim begleitete. Sie fuhren in Henrique Bicalhos elegantem Maybachwagen, den er sich für seine Fahrten durch Deutschland gekauft hatte und selbst steuerte. Am Ausgang des Dorfes ließ Henrique den Wagen halten. Frau Annemarie preßte fast schmerzhaft Reginas Hand und flüsterte ihr erregt zu: „Laß uns nicht zu lange warten, Kleines.“ Dann eilte Regina davon. Und sie hatte sich in ihren Plänen nicht verrechnet. Sie gelangte unbeobachtet ins Haus und die alte Burgel führte sie nach dem Zimmer, das Frau Christine seit Reginas Flucht bewohnte. So fand Frau Christine ihr Kind. Sie fragte nicht lange, wie es möglich gewesen sei, daß sie in dieses Zimmer gekommen war. Sie nahm den Kopf ihres Kindes zwischen ihre beiden Hände und schluchzte: „Meine Regina ist heimgekehrt—“ Erschüttert von diesem Wiedersehen sank Regina vor ihrer Mutter in die Knie und barg ihr Gesicht in deren Schoß. Lange, lange lag sie so, ohne ein Wort zu sprechen. Erst die polternde Stimme ihres Vaters, die vom Hof her durch das offene Fenster drang, ließ sie erschrocken zusammenzucken. Sie umklammerte die Hände der Mutter und stammelte: „Ich komme, um Abschied von dir zu nehmen, Mutterle. Hier in Deutschland ist meines Bleibens nicht länger, deshalb gehe ich fort, nach Brasilien. Ungläubig starrte Frau Christine ihre Tochter an. Doch eifrig begann das junge Mädchen weiter zu erzählen. „Es ist eine Fügung des Schicksals, Mutterle, daß ich Annemarie wieder begegnet bin und deshalb habe ich keinen Augenblick gezögert, sondern ihren Vorschlag angenommen. Ehe ich aber die Heimat für immer verlasse, wollte ich dich noch einmal sehen. Ich wollte dich nicht länger in Angewißheit über mein Schicksal lassen, denn ich fühlte, wie sehr du dich um mich sorgst. Frau Christine nickte langsam. „Du bist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht. Um dein Glück bete ich.“ Schmerzlich schloß Regina die Augen und stöhnte: „Bete für den Frieden meiner Seele, Mutterle, denn ein Glück, wie ich es mir erträumt und ersehnt habe, kann es für mich nicht geben.“ „Und nun willst du so weit fortgehen, Regina?“ Ein bitteres Lächeln huschte um deren Mund. „Ich würde in der Heimat bleiben, Mutterle, wenn du zu mir kämst, wenn wir zwei ein neues Leben beginnen könnten.“ Frau Christine wehrte ab. „Nur der Tod kann mich von Martin Overhof trennen. Ich kann über mich selbst nicht hinaus. Deshalb muß ich auf dem Overhof bleiben, Regina, wenn ich auch nur noch das Leben einer Magd führe. Regina lächelte bitter. „Wenn du nicht mit mir kommst, Mutterle, dann ist es gleichgültig, ob ich in Deutschland bleibe oder nach Brasiilien gehe. Der harte, grausame Wille des Vaters wird uns immer trennen. Deshalb, Mutterle, lebe wohl. Dein Segen wird mich auch in das fremde Land begleiten.“ „Ja, mein Kind, ich werde immer für dich beten, und einmal gibt es vielleicht doch noch ein Glück für uns beide.“ Regina schwieg. Doch ihre Augen irrten aus dem Fenster nach der Richtung, wo Schloß Falkenberg lag. „Dort drüben ist mein Glück“— dachte sie. Doch entschlossen richtete sie sich auf, ihre Arme legten sich um den Hals der Mutter und ihre Lippen preßten sich auf deren Mund. Lange, heiß, in bitterem Abschiedsweh. Dann aber riß sie sich los. „Lebe wohl, Mutterle. Es muß geschieden sein.“ Aber Frau Christine hielt ihr Kind fest. „Muß es denn sein, daß wir uns trennen? Vielleicht würde es dir gelingen, den Vater zu versöhnen?“ Doch Regina schütelte den Kopf.— „Du verlangst Unmögliches, von mir, Mutterle, ich kann nicht um Verzeihung bitten, da ich mir keiner Schuld bewußt bin, denn es ist der Wille eines Höheren, der mir die Liebe zu Harald von Falkenberg ins Herz gelegt hat. Und dann würde es eine Kette endloser Qualen für mich werden, wenn ich jeden Tag fürchten müßte, Harald zu begegnen. Dann würde die Liebe aufs neue aufflammen, unsere Herzen würden wieder einander zustreben und wir dürfen uns doch nicht angehören. Ob wir dann aber immer die Kraft finden würden, die Stimme der Sehnsucht nicht zu hören? Oder könntest du es mit ansehen, Mutterle, daß dein Kind um seiner Liebe willen so leiden müßte und vielleicht in Sünde verfiel?“ Frau Christine streichelte Reginas Hände und stammelte: „Nein— nein. Das darf nicht geschehen. Es ist besser, wenn du gehst— weit fortgehst.“ „Leb' wohl, Mutterle. Zum letztenmal leb' wohl.“ Frau Christine schloß ihr Kind noch einmal fest an ihr Herz und wie ein Hauch kam es dabei über ihre Lippen: „Mein Segen ist mit dir. Er wird dich schützen und schirmen. Leb' wohl, mein Kind.“ Noch einmal fanden sich die Lippen zu einem langen Kuß, Dann riß Regina sich los. Sie eilte nach der Tür, sie huschte wieder die dunklen Gänge entlang nach der Diele, streichelte dort über die alten Möbel, um Abschied zu nehmen. Sie schaute weder links noch rechts, sondern eilte mit hastenden Schritten vorwärts, um Annemarie und deren Gatten nicht mehr länger warten zu lassen. Aber als sie in einen schmalen Feldweg einbog, um den Ausgang des Dorfes rascher zu erreichen, stieß sie plötzlich mit einer hohen, stattlichen Männergestalt zusammen. Sie wollte rasch vorübereilen. Doch ein erstaunter Ruf klang an ihr Ohr: „Regina— wirklich Regina?“ Sie taumelte und wäre zu Boden gesunken, hätten nicht zwei starke Arme sie aufgefangen. Doch ein Angstschrei zitterte dabei über ihre Lippen: „Harald— Harald! So soll uns auch das Letzte nicht erspart bleiben.“ Ganz fest hielt Harald von Falkenberg die süße schlanke Mädchengestalt umschlungen und glückstrunken flüsterte er: „Regina, süße Elfenkönigin.“ Sie aber richtete sich hastig auf. „Das wollte ich nicht, das nicht.".— Sie wandte sich ab— sie wollte ihm die Tränen nicht zeigen, die sich in ihre Augen drängten. „„ Fortsetzung folgt.