=Meisterschaften. ird von Feldwebel selstoßen zu seinem Wünsdorf bei Berhaften der Reichsg im polnischen ntliche Istra=Agenes Finanzministers s Haushaltsplanes hnungsjahr 1931= mit rund 2466 Verhältnis zu den ich zu nennen ver00 Millionen Zloty iter streiten. Larifverhandlungen dgültig gescheitert. ih in den Streik Royalisten getötet. rn stattgefundenen Bürgermeisterwahl ischen Wentselisten i getötet und drei atten eine erregte er zur Folge, die Opposition erhob. hlterror. thäfen. Staatsanwaltschaft 20 Personen, anen Bande, die seit äfen umfangreiche st Festgenommene beträgt der Wert Millionen. Die inden Hafenplätze schen Dampfers s Dampfers„ArSaigon in Repader neun Eingeisgebrochen. Nach einer Melnie in Hankau keine Gegenmaßin Mitteln fehlt. des. rst Lindbergh sol haben. Es heißt das Kind nicht April rrn van Pluer =Führer wieder den. rbslose 10. kspartei wahl usfährung uchhandlung e yeT ereemmmme mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. mm höhe u. 50 mm drelte Zeile füt Platz Erscheint täglich mit Anzeigegebühr für die einspaltige 1 mm hohe u. 36 mm breite Leile für anzeigen im Verbreitungsbezirk 8 Pf., auswärtige, amtliche u. finanzielle 10 Pf. „Reklamezeile 1 mm hoch und 76 mm breit 30 Pfg. Ssangerreie, 14 tägig mit Sonntagsblatt.— Mi., ohne Sonntagsblatt 95 Pfg. (Durch die Ppuft bezogen monatlich.25 Mk.) Geschäftsstelle: Stockumer Straße 23. Fernruf Nr. 3134.— Für die Redaktion verantwortlich: Friß Küching. Sismosennetssmenemenem verbunden mit der„Annener Volk szeitung“ Anzeigenblatt für Witten-Annen und beeisssessssnssenen eeseeeeeeseeenesssssseeeneeeneenem Nr. 85. Inserate finden bei der großen Auflage der Annener Zeitung" weite billige Verbrettung.— Bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkursen kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir keine Gewähr. Rotationsdruck und Verlag von Fritz Küching, Witten=Annen. Messeneeenesosessensenssenenenennnessensensenseneeneennsennnen und die Stadtteile Stockum und Düren. es Vor neuen Kämpfen. Und nun ise die Entscheidung gefallen. Herr von Hindenburg ist wieder Reichspräsident geworden. Er hat rund 19,3 Millionen Stimmen erhalten, über 2½ Millionen mehr als auf seine beiden Gegenkandidaten zusammen abgegeben worden sind. Hindeuburg hat damit seine Stimmenzahl von der ersten Wahl um rund 700000 verbessern können. Aber auch Adolf Hitler hat sehr viele Stimmen gewonnen. Ueber 2 Millionen, die zum Teil von den Duesterberg=Wählern des ersten Wahlganges herrühren dürften. Und auch die zwei Millionen Stimmen, die Hitler hinzugewann, haben ihr gutes, weil sie zeigen, daß die nationale Opposition in der deutschen Politik einen Faktor bildet, der nicht einfach beiseite geschoben werden kann. Es hat aber auch den Anschein, als ob da und dort kommunistische Stimmen für Hitler abgegeben wurden— wohl aus dem Bestreben heraus, für einen tatsächlich aussichtsreichen Oppositionskandidaten zu stimmen, nachdem die Kandidatur Thälmann für die Wahl praktisch richt mehr in Frage kam. „Der Kampf ist zu Ende, es lebe der Kampf!“. Am 24. April hat der größte Teil des Reiches wieder zu wählen: Preußen, Bayern, Württemberg, Anhalt und Hamburg wählen ihre Landtage. In Oldenburg findet ein Volkseutscheid über die Auflösung des Landesparkaments statt. So groß die politische Bedeutung der Reichspräsidentenwahl auch gewesen ist— die eigentlichen parteipolitischen Entscheidungen werden am 24. April ausgetragen. Der Kampf geht insbesondere um Preußen. Preußen ist heute das einzige deutsche Land, das noch von der Weimarer Koalition— Sozialdemokraten, Zentrum, Demokraten— regiert wird. Gegen diese Regierungsmehrheit richtet sich der schärfste Kampf der Opposttion. Das haben die Oppositionsvar= teien auch während des Kampfes zur Reichspräsidentenwahl immer und immer wieder betont. Die Fronten sind bei den Landtagswahlkämpfen andere als sie es bei den Wahlgängen vom 13. März und 10. April gewesen sind. Deutsche Volkspartei und Wirtschaftspartei, die bei der Präsidentenwahl für Hindenburg eintraten, stehen bei den preußischen Landtagswahlen in scharfer Zppostion zu den Regierungsparteien. In den übrigen randern ist die Lage ähnlich. Man darf den Entscheidungen vom 24. April daher mit dem allergrößten Interesse entgegensehen. Wie diese Wahlen aber auch ausgehen mögen: die Schlacht um die Präsidentenwahl ist geschlagen. Feldmarschall von Hindenburg ist in freier Wahl erneut zum Reichsoberhaupt gewählt worden. Auch wer ihm seine Stiume aus volitischer Ueberzeugung nicht geben konnte, hal vie Pflicht, ihn als Reichspräsidenten zu respektieren. Das wird besonders leicht gerade bei ihm, weil auch während des schärfsten Wahlkampfes seine Gegner die Lauserkeit dieser Persönlichkeit und dieses Charakters anergaben.„Alles für das Vaterland“ ist die Parole land; zangen Lebens gewesen— galles für das Vater2a. Suri die Parole für die meuen Kämpse um den Wie gemeldet wird, hat Reichspräsident von Lindenburs das Ergebnis des zweiten Wahlganges err Pranidentenwahl noch in der Nacht zu Montag erohren. Er ist, entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten, nach Mitternacht aufgeblieben und hat das vorläuge Gesamtergebnis abgewartet. Der Reichspräsident dar über die Tatsache, daß er die absolute Mehrheit der stimmen um 2 Millionen überschritten hat, sehr beDienstae, den 12. April 1932. Durch die Abstimmung vom 10. April wurde der Schlußstrich gezogen unter einen Wahlkampf, wie ihn Deutschland kaum je zuvor erlebt hat. In Nord und Süd, in Ost und West, in Stadt und Land, überall ist die Wählerschaft aufgerüttelt worden, mit allen Mitteln der modernen politischen Propaganda. 86 Prozent der Wahlberechtigten haben am 13. März abgestimmt, 83 Prozent am vergangenen Sonntag— das sind außerordentlich hohe Ziffern, die deutlich zeigen, daß es dieser intensiven Propagandaarbeit gelungen ist, die Erkenntnis von der politischen Bedeutung der Reichspräsidentenwahl in die weitesten Volksschichten zu tragen. Es ist jetzt so gut wie sicher, daß eine nochmakige Vereidigung des Reichspräsidenten von Hindenburg vor dem Reichstage nicht stattfinden wird. Man steht auf dem Standpunkte, daß der Eid, den Hindenburg vor sieben Jahren geleistet hat, weiter gilt und das damit der Versassungsbestimmung über die Bereidigung genügt ist. S Treibr il Und in der Tat ist die politische Bedeutung dieser Wahl ja außerordentlich. Es ist nicht nur an sich etwas Großes, wenn ein 60=Millionen=Volk sein Staatsoberhaupt wählt, sondern es war dieses Mal noch ein Besonderes dabei: Von allen Seiten ist darauf hingewiesen worden, daß die Reichspräsidentenwahl in eine Zeit fällt, da schwerste außen=, innen= und wirtschaftspolitische Probleme zur Lösung heranreifen. Man braucht, was die Außenpolitik anlangt, nur an die ledige Tributfrage zu erinnern oder an die Abrüstungsfrage, über die ja immer noch geredet wird, in der aber noch nichts getan ist. Bezüglich der Innenpolitik ist nur nötig, die Frage der Reichsreform zu nennen, die schon aus finanziellen Gründen heute dringlicher ist denn je. Und wirtschaftlich geht es darum, zu versuchen, der einheimischen Wirtschaft auf irgendeine Weise einen neuen Antrieb zu geben, denn es ist selbstverständlich, daß wir auf die Dauer ein Arbeitslosenheer von über 6 Millionen Menschen nicht durchschleppen können. Der Reichskanzler beim Reichspräsidenten.— Keine Demission des Reichskabinetts.— Neubesetzung des Junenund des Außenministeriums. Berlin, 12. April. Der Reichskanzler hat am Montagvormittag dem Reichspräsidenten Vortrag über die politische Lage erstattet, wie sie sich durch die Reichspräsidentenwahl. gestaltet hat. Im Anschluß daran hat Reichskanzler Dr. Brüning, der üblichen Gepflogenheit entsprechend, den Rücktritt des Gesamtkabinetts angeboten. Der Reichspräsident hat jedoch den Reichskanzler ersucht, von einer Demission abzusehen. Der Reichskanzler wird am Mittwoch dieser Woche nach Genf reisen, um an der Abrüstungskouferenz teilzunehmen, deren Verhandlungen nunmehr in das entscheidende Stadium treten. Wie es heißt, besteht die Absicht, den Posten des Reichsaußenministers, der bekanntlich vom Reichskanzler mitversehen wird, endgültig zu besetzen, und zwar wird Staatssekretär von Bülow als Reichsaußenminister genannt. Ebenso soll der Posten des Reichsinn##ministers, den zurzeit Reichswehrminister Grvener verwaltet, neu besetzt werden. Es verlautet, daß der Reichskommissar für die Preisüberwachung, Oberbürgermeister Dr. Goerdeler, für dieses Amt in Aussicht genommen ist. Das politische Interesse konzentriert sich im übrigen nach der Reichspräsidentenwahl auf die Preußenwahl. Ueberall sind bereits wieder Wahlversammlungen angekündigt. Der alte Preußische Landtag, den man eigentlich schon für tot ansah, tritt am 12. April nochmals zusammen. Die„Nationalliberale Correspondenz“, das Organ der Deutschen Volkspartei, weiß dazu zu melden, daß man mit den Christlich=Sozialen Fühlung genommen habe, um zu erreichen, daß diese Gruppe, die vier Abgeordnete hat, zur Stelle ist. Auf diese Weise hofft man die Beschlußfähigkeit des Landtages sicherzustellen, die sonst, falls die Opposition wegbleiben sollte, nicht garantiert wäre. Bekanntlich soll der Landtag die Geschäftsordnung dahin abändern, daß für die Wahl des Ministerpräsidenten künftig die absolute Mehrheit nötig ist, während jetzt die relative Mehrheit genügt. Reichskabinett und Präsidentenzsahl. Vorläufig keine Regierungsumbildung. Berlin, 12. April. Die Pressemeldungen über eine unmittelbar bevorstehende Regierungsumbildung als Folge der Präsidentenwahl entsprechen nicht den Tatsachen, sie eilen den Ereignissen zum mindesten erheblich voraus. Es ist richtig, daß nach der Wahl eines neuen Präsidenten formal ein Rücktritt des Reichskabinetts zu erfolgen hat. Reichskanzler Dr. Brüning hat dementsprechend dem Reichspräsidenten den Rücktritt des Kabinetts angeboten. Es handelte sich dabei jedoch nur um eine Formalität. Brünig bleibt Reichskanzler. Dagegen hält man es in politischen Kreisen für wahrscheinlich, daß diese Gelegenheit benutzt wird, um eine Umbildung des Kabinetts herbeizuführen, indem man die beiden nicht besetzten Ministerien des Innern und Aeußern besetzt. Für das Reichsinnenministerium wird in erster Linie Dr. Goerdeler, für vas Außenministerium Staatssekretär von Bülow genannt. Die Entscheidungen dürsten aber gicht vor Anfang Mai fallen. Die Gerüchte über einen Rücktritt des Staatssekretärs Dr. Meißner sind völlig aus der Luft gegriffen. Staatssekretär Dr. Meißner genießt nach wie vor das volle Vertrauen des Reichspräsidenten und bleibt daher auch im Amt. Die Formalitäten nach der WDahl. Ueber die Formalitäten, die nach der Reichspräsidentenwahl noch zu erledigen sind, sei folgendes mitgeteilt: Zunächst wird der Reichswahlleiter das endgültige Ergebnis feststellen. Alsdann wird sich der Reichswahlleiter an Hindenburg wenden mit der Frage, ob er die Wahl annehme. Nach der Erklärung des Reichspräsidenten tritt der Reichswahlausschuß zusammen, um festzustellen, daß Hindenburg als zum Reichspräsidenten gewählt zu betrachten sei. Darauf wird das Wahlprüfgericht noch einmal zusammentreten, womit der Wahlakt geschlossen Die Frage der Neuvereidigung des Reichspräsidenten von Hindenburg ist noch nicht endgültig entschieden, doch dürfte nach Lage der Dinge sich eine nochmalige Vereidigung wohl erübrigen. In der Kundgebung des Reichspräsidenten von Hindenburg heißt es ja auch, daß er„getren seinem Eide“ sein Amt weitersüthren werde. „Pe 0 Berlin, 11. April. Reichspräsident von Hindenburg erläßt aus Anlaß seiner Wiederwahl folgende Kundgebung an das deutsché Volk: Mit Dank für das mir von dem deutschen Volk erneut bekundete Vertrauen und mit dem Gelöbnis, auch weiterhin mit meiner ganzen Kraft dem Vaterlande und dem deutschen Volke zu dienen, nehme ich die auf mich gefallene Wiederwahl zum Reichspräsidenten an. Getreu meinem Eide werde ich mein Amt weiterführen im Geiste der Ueberparteilichkeit und der Gerechtigkeit mit dem festen Willen, unserm Vaterland zur Freiheit und Gleichberechtigung nach außen, zur Einigung und zum Aufstieg im Innern zu verhelsen. An alle deutschen Männer und Frauen aber, an diejenigen, welche mir ihre Stimme gaben, wie an die, welche mich nicht gewählt haben, richte ich die Mahnung: Laßt nun den Hader ruhen und schließt die Reihen. So wie schon einmal bei meinem Amtsantritt vor sieben Jahren fordere ich auch heute unser ganzes deutsches Volk zur Mitarbeit auf. Die Zusammenfassung aller Kräfte ist notwendig, um der Wirrnisse und Nöte unserer Zeit Herr zu werden. Nur wenn wir zusammenstehen, sind wir stark geung, um unserer Schicksal zu meistern, Darum: In Einigkeit vorwärts mit Gott. Berlin, 11. April 1932. gez. von Hindenburg. Ein Hiller-Interview London, 11. April. Der Sonderkorrespondent der Daily Expreß meldet aus München, Hitler habe ihm in einem Interview über das Wahlergebnis erklärt: Ich habe meine Stimmenzahl um mehr als zwei Millionen srhößt. Ich hatte nur meine eigene Stimme in dem Wahlfelbzug gegen zehn Parteien. Ich führe meinen Triumph restlos auf die Tatsache zurück, daß ich trotz meines scheinbaren Rückschlages im ersten Wahlgang nicht kapituliert habe. Ich will zugeben, daß meine Wahlmannschaften nach der ersten Schlacht zeitweilig entmutigt waren. Mein Flugzeugfeldzug hat neues Vertrauen hervorgerufen und uns zu diesem großen Siege geführt. 8 8144= Auf die Frage, auf welchen Umstand er das erhebliche Sinken der kommunistischen Stimmen zurückführe, erwiderte Hitler: Nach den Berichten unseres Nachechtendlenstes hat Moskan der 2B0. Besehl gegeben, für Binenburg zu stimmen. Dies würde die Zunahme der denburg abgegebenen Stimmen erklären. Ich selbst bin rest überzeugt, daß keine Kommunisten für mich gestimmt haben. Drei Aufrufe Ditlers. München, 11. April. Hitler veröffentlichte im Anschluß an die gestrige Wahl drei Aufruse, und zwar an die Parteimitglieder, an die SA. und ES. sowie an die Führer und Organisationsleiter der Bewegung, in denen es u. a. heißt: Morgen beginnt der neue Kampf. Das Vertrauen von 13½ Millionen Deutschen zu unserer Bewegung ist nicht nur der höchste Lohn für die geleistete Arbeit, sondern auch die schwerste Verpflichtung für die Zukunft. Am 24. Aprik werden wie uns abermals mit 68. Jahrgang. Die endgültige Wahl Hindenburgs wird erst zu Beginn der kommenden Woche vom Reichswahlausschuß festgestellt werden. Dann wird Hindenburg gefragt werden, ob er die Wahl annimmt. Von dem Tage seiner Zustimmung an läuft dann seine zweite Wahlperiode. Der Reichswahlleiter wird inzwischen die Ergebnisse der einzelnen Wahlkreise genau durchprüfen, um das endgültige Wahlresultat festzustellen. unseren Gegnern messen. Einmal muß und wird der Tag kommen, an dem wir unsere Fahnen zum letzten Siege tragen.— Der letzte Aufruf schließt mit der energischen Aufforderung, sofort mit der Arbeit für die kommenden Wahlschlachten zu beginnen. Miklas an Hindenburg. Wien, 11. April. Bundespräsident Miklas hat an den Reichspräsidenten von Hindenburg nachstehendes Telegramm gerichtet: Ich bitte Ew. Exzellenz, zu der Wiederwahl zum Reichspräsidenten, durch welche das unerschütterliche Vertrauen, das die große Mehrheit des deutschen Volkes in Ihre Ehrfurcht gebietende Person setzt, zu neuerlichem Ausdruck gelangt, meine aufrichtigsten und wärmsten Glückwünsche entgegennehmen zu wollen. Mit diesen verbinde ich den tiesempfundenen Wunsch für Ihr persönliches Wohlergehen und für eine glückliche Zukunft des deutschen Volkes. Ferner sandten die Stadt Hindenburg und die Oberpräsidenten von Niederschlesien und Oberschlesien Telegramme an Hindenburg. Preußenwahl! Die ewige Zersplitterung, 18 Wahlvorschläge Der Wahlkampf beginnt heute Berlin, 11. April. Die Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen für die preußische Landtagswahl ist heute abgelaufen. Beim preußischen Wahlleiter, dem Präsidenten des. Preußischen Statistischen Landesamts, sind insgesamt 18 Wahlvorschläge zu einer Neuwahl des Parlaments eingegangen. Ob alle diese Vorschläge zugelassen werden, und in welcher Reihenfolge sie auf den Stimmzetteln erscheinen werden, steht noch nicht fest. Die Entscheidung hierüber trifft der Landeswahlausschüß, der am kommenden Mittwoch zusammentritt. Die 18 Listen zeigen im übrigen die gleiche Zersplitterung, wie sie schon bei den letzten Landtagswahlen in Preußen zu beobachten war. Es ist daher zwecklos, die Namen dieser Splittergruppen schon jetzt zu nennen, ehe der Landeswahlausschuß entschieden hat, wer von ihnen überhaupt zugelassen wird. Jede Gruppe, die bisher noch nicht im Landtag vertreten war, muß ihre Kandidatur zum Landtag mit einem Wahlvorschlag einreichen, der wenigstens 500 Unterschriften aus einem Wahlkreise enthält. Der Wahlkreisleiter hat dann zu prüfen, ob gegen diese Unterschriften nach den Bestimmungen des Wahlgesetzes nichts einzuwenden sei. Die letzte Entscheidung trifft dann der Landeswahlausschuß am kommenden Mittwoch. Der Kampf um die Preußenwahlen wird bereits heute mit aller Schärse einsetzen. Heute abend soll eine große Kundgebung der„Eisernen Front“ stattfinden, in der Ministerpräsident Brann selbst sprechen wird. Da verhältnismäßig wenig Zeit für die Wahlpropaganda zur Verfügung steht, so rechnet man mit einem außerordentlich scharfen Wahlkampf. Die großen Versammlungslokale in Berlin sind bis zum Tage der Wahlen bereits vermietet. Das Berliner Stadtbild hat sich bereits von gestern auf heute vollkommen verändert, soweit die Wahlpropaganda selbst in Frage kommt. Die gesamten Anschlagsäulen usw. haben sich bereits mit den Plakaten für die Preußenwahlen bedeckt. Vor einer erregten Landtaassitzung Berlin, 11. April. Vor der Vollsitzung des Preußischen Landtags, die bekanntlich am Dienstag um 12 Uhr beginnt, treten sämtliche Fraktionen zusammen, um zu dem auf der Tagesordnung stehenden Antrag der Regierungsparteien auf Aenderung der Geschäftsordnung Stellung zu nehmen. Inzwischen hat auch eine Fühlungnahme der Regierungsparteien mit einzelnen Mittelparteien stattgefunden, die aber noch zu keinem Ergebnis geführt hat. Die Regierungsparteien hoffen, daß sie alle ihre Mitglieder zur Stelle haben werden. Man rechnet mit einer ausgedehnten und erregten Sitzung. Bei der Abstimmung dürfte es auf jede einzelne Stimme ankommen. Der interfraktionelle Ausschuß hat sich inzwischen auch mit der Frage beschäftigt, ob der gegenwärtige Landtag aufzulösen ist oder ob man ihn bis zum Ablauf der Legislaturperiode, also bis zum 20. Mai noch bestehen lassen soll. Man beabsichtigte, ihn zunächst noch weiter bestehen zu lassen. Sollte aber die Dienstagssitzung zu einer Beschlußunfühigkeit des Landtags führen, so wird man ihn wahrscheinlich auflösen. Es sind heute Gerüchte über eine bevorstehende Umbildung der preußischen Staatsregierung verbreitet worden. Dabei wurde behauptet, daß dem christlich sozialen Volksdienst das Landwirtschaftsministerium angeboten worden sei. Wie die Reichsführung des Christlich=sozialen Volksdienstes mitteilt, beruhen diese Gerüchte auf freier Erfindung. Eine Aenderung der bisherigen Oppositionsstellung des Volksdienstes zur derzeitigen preußischen Regierung komme nicht in Frage. Der Volksdienst werde Mitwirkung bei der gelanten Aenderung der Geschäftsordnung des Landtags in der morgigen Sitzung Lokales § Witten=Annen, 12. April. Bericht über die Arbeitsmarktlage im Monat März 1932 im Arbeitsamtsbezirk Witten. Das Arbeitsamt Witten schreibt uns: Der Berichtsmonat brachte ein weiteres Ansteigen der Zahl der Arbeitsuchenden, und zwar war eine Zunahme von 365 zu verzeichnen. Am 31. 3. 1932 waren 9875 Personen als Arbeitsuchende beim Arbeitsamt Witten vorgemerkt, davon 690 weibliche. Der Zugang kam in der Hauptsache aus der Metallindustrie, wo die Lage als recht ungünstig anzusehen ist. Bei den Unterstützungsempfängern war eine geringe Abnahme(27) zu verzeichnen, die ihre Ursache in der großen Zahl der Aussteuerungen aus der Krisenfürsorge hatte. Am 31. 3. wurden in Groß=Witten 3887 Personen mit 4750 Zuschlagsempfängern und im Amt Herbede 254 Personen mit 322 Zuschlagsempfängern unterstützt. Die Vermittlungstätigkeit in der Landwirtschaft hat infolge der ungünstigen Witterungsverhältnisse im März noch keine nennenswerten Ergebnisse gezeitigt. Die Aussichten für den Monat April sind jedoch besser. Augenblicklich wird ein Transport von ca. 90 Jugendlichen (Burschen und Mädchen) für die östpr. Landwirtschaft zusammengestellt. Die Entwicklung im Bergbau hat im Berichtsmonat eine weitere Verschlechterung erfahren. Zu den vorhaudenen Arbeitsuchenden kamen im März noch weitere 86 hinzu, so daß die Zahl auf 1859 angewachsen ist. Die bei der Metallindustrie im Februar verzeichnete leichte Belebung war nur von kurzer Dauer. Im Laufe des Monats März wurden 359 Metallarbeiter freigesetzt, denen nur 203 Wiedereinstellungen gegenüberstanden; Stand am 31. 3. 1932= 2993. Verschiedene im Bezirk gelegene Werke haben Stillegungsanzeige eingereicht, deren Auswirkung auf den Arbeitsmarkt größtenteils erst im Avril erfolgt. Bei den handwerklichen und Außenberusen war von einer Belebung nichts zu verspüren. Infolge völligen Darniederliegens des Baumarktes konnten nur einzelne Personen für kleinere Reparatur= und Außenarbeiten vermittelt werden. Verhältnismäßig am ungünstigsten ist die Lage bei den Angestelltenberufen, die mit einer Zahl von 639 Arbeitsuchenden am meisten von der Arbeitslosigkeit betroffen sind. Erhebliche, zahlenmäßig noch nicht erfaßte Entlassungen sind außerdem zum 1. 4. 1932 erfolgt. Von zunehmender Verschlechterung ist auch der weibliche Arbeitsmarkt, besonders das Verkaufspersonal, betroffen. Den z. Zt. vorgemerkten 690 weiblichen Arbeitsuchenden standen zu der gleichen Zeit des Vorjahres 421 gegenüber. Das bedeutet eine Steigerung von 64 Prozent gegenüber einer solchen von nur 33 Prozent bei den männlichen Arbeitsuchenden. Im Rechnungsjahr 1931(1. 4. 1931 bis 31. 3. 1932) wurden vom Arbeitsamt folgende Summen an Unterstützung für Arbeitslose gezahlt: a) Arbeitslosenversicherung 1 552 660.— RM. b) Krisenfürsorge 1 541 093,40 RM. c) Krankenkassen= und sonstige Versicherungsbeiträge für Arbeitslose 285 063,51 RM. * krebsfeste Kartoffeln! Seit mehreren Jahrzehnten hat sich im rheinischwestfälischen Industriegebiet der Kartoffelkrebs eingenistet, der in immer größerem Ausmaße wirtschaftliche Schäden verursacht. Der Kartoffelkrebs wird durch einen Pilz hervorgerufen, dessen Sporen aus dem Boden in die keimenden Knollen einwandern. Durch den Pilz werden in der wachsenden Pflanze eigenartige, blumenkohlähnliche Wucherungen an den Knollen, teilweise auch an den Stengeln und Blättern hervorgerufen. Die befallenen Stauden liefern keine verwendbaren Erträge. Die Knollen sind zwar nicht direkt gesundheitsschädlich, aber für menschlichen Genuß nicht mehr geeignet. Sie können höchstens als Viehfutter Verwendung finden. Im Stadtgebiet Dortmund werden nach den Unterlagen der letzten amtlichen Erhebungen etwa 9000 Morgen mit Kartoffeln bebaut. Davon werden mindestens 3000 Morgen als Kleinpachtland bewirtschaftet. Auf Grund der mehrjährigen Feststellungen der Bezirksstelle für Pflanzenschutz muß das gesamte Kleinpachtland im Dortmunder Stadtgebiet als krebsverseucht oder doch als krebsgefährdet betrachtet werden. Ein großer Teil der Ländereien ist bereits für den Anbau nichtkrebsfester Kartoffeln gesperrt. Durch die immer stärkere Ausbreitung der Krankheit in den letzten Jahren wächst der wirtschaftliche Schaden immer höher an. Welche großen volkswirtschaftlichen Werte dabei auf dem Sviele stehen, geht aus einer kleinen überschlägigen Berechnung hervor. Bei einer normal möglichen Durchschnittsernte von 120 Ztr. je Morgen und einem Preis von.— RM. je Ztr. beträgt der Wert der Kartoffelerzeugung allein von dem Kleinvachtland im Stadtgebiet Dortmund über 1000 000,— RM. Das Kleinpachtland wird von Familien bewirtschaftet, die heute vielfach erwerbslos sind oder doch nur geringes Einkommen besitzen. Es ist deshalb besonders wichtig, daß gerade heute mit größter Sorgfalt beim Anbau von Kartoffeln gearbeitet wird. Die wirtschaftlichen Schäden durch den Kartoffelkrebs können voll und mit Sicherheit vermieden werden, wenn Saatgut von krebsfesten Kartosselsorten verwendet wird. Für das Dortmunder Gebiet kommen als Frühkartoffeln Paulsens Juli und Erbstorfer Juliperle, von den späteren Kartoffeln Preußen, Erdgold und Ackersegen als gute, brauchbare, gelbfleischige Kartoffeln in Frage. Beim Anbau dieser Sorten werden normale Kartoffelernten auch auf krebsverseuchtem Gelände erzielt, falls bei Bearbeitung und Düngung keine schweren Fehler gemacht werden. Der Anbau der bisher üblichen Sorten Industrie, Odenwälder blaue, Holländer Erstlinge ist auf gesperrtem Gebiet polizeilich verboten und ist auch auf dem übrigen Kleinvachtland unter keinen Umständen ratsam. Die Bezirksstelle für Pflanzenschutz Dortmund(Landwirtschaftsschule Dortmund, Sonnenstraße 100. F. 2216) erteilt jederzeit gern kostenlos weitere Auskunft. * Schont kinderreiche Arbeitnehmer bei Entlassungen. : Die kinderreichen Familien sind an der Arbeitslosigseit in ganz besonders hohem Maße beteiligt. In Hildesheim z. B. zählt man unter den Mitgliedern der Ortsgruppe des Reichsbundes der Kinderreichen 62 Prozent Arbeitslose und 17 Prozent Kurzarbeiter! Da der kinderreiche Arbeiter meist zu den älteren gehört, so muß er mit Dauerarbeitslosigkeit rechnen und fällt daher später unter die Wohlfahrtserwerbslosen. Bei den stark gekürzten Unterstützungssätzen bedeutet das für die Familie oft ein langsames Verhungern. Der Umstand, daß Kinderreichtum und Erwerbslosigkeit Hand in Hand gehen, hat auch für die Oeffentlichkeit ein starkes Interesse, er bedeutet eine große Gefahr. Der zahlreiche Nachwuchs in diesen Familien gerät in die Gefahr, zu verelenden und daher auch in späteren Jahren nicht völlig arbeitsfähig zu werden. Es wird dann die öffentliche Wohlfahrt und die sozialen Einrichtungen in höherem Maße in Anspruch nehmen. Die Entlassung kinderreicher Arbeitnehmer hat also auf dem Umwege über die Belastung der öffentlichen Finanzen eine höhere Belastung der Wirtschaft zur Folge. Arbeitgeber wie Arbeitnehmer haben daher ein gleiches Interesse daran, die Entlassung kinderreicher Familien= väter zu vermeiden, ein Grundsätz, der leider noch immer meist völlig außer acht gelassen wird. * § Annen, 12. April.(Schnee im April.) Das war eine Ueberraschung heute morgen! Wer nach dem Aufstehen aus dem Fenster sah, mag wohl zuerst an eine Sinnestäuschung geglaubt haben, und wer nur hörte, ohne zu sehen, dachte an einen Aprilwitz. Wie kann man aber auch annehmen, daß es mitten im April noch Schnee gibt, besonders nach den warmen Frühlingstagen — gestern und am Sonntag— mutet die Schneelandschaft doppelt befremdlich an. Allerdings ist die Pracht recht wässerig und sieht auch nur so aus, als ob sie aus Schnee bestände, denn auf den Straßen entwickelt sie sich sofort zurück zu Wasser. Aber merkwürdig ist der Anblick der weißen Flocken neben den ersten grünen Blättchen und den schwellenden Knospen. Hoffen wir, daß diese Ueberraschung nur ein Aprilscherz bleibt und nach ihr nun endlich der Frühling seinen Einzug hält. § Annen, 12. April.(Schützt die Natur im Frühling.) Zu keiner Jahreszeit ist die Mahnung beherzigenswerter als im Frühjahr. Denn es ist aus der Liebe zur Natur allzu gut begreiflich, wenn Menschen die ersten Frühblüher abpflücken und mit nach Hause nehmen, um sich des in den Wintermonaten lange entbehrten Anblicks an den Blumen zu erfreuen. Leider ahnen die meisten solcher Naturliebhaber gar nicht, welchen Schaden sie an der Natur dadurch anrichten. Denn die meisten dieser Frühlingsblumen sind die letzten Vertreter einer aussterbenden Flora. Die Salweide, der Strauch oder Baum mit den so früh blühenden und duftenden und den ersten wach werdenden Insekten, besonders den Bienen Nahrung spendenden Kätzchen, wird immer seltener. Sie wird oft von den Liebhabern erster Frühlingsblumen durch das Abreißen von Kätzchenzweigen so zerstört, daß sie großen Saftverlust hat und während des Sommers eingeht. Deshalb ist auch das Abpflücken von Weidenkätzchen und der Weiterverkauf in den meisten deutschen Staaten unter Strafe gestellt. Aehnliche Bestimmungen sehen Naturschutz für den Märzbecher oder das große Schneeglöckchen, für den im Walde nur noch selten zu findenden rosaroten Seidelbast, für die große gelbe Primel, für die letzten Orchideen der deutschen Flur, die Knabenkräuter vor, und zwar ist bei manchen, wie Märzbecher und Primel, das Abpflücken noch erlaubt; verboten ist bei allen das Ausgraben der Wurzelstöcke oder Leider sind diese Naturschutzgedanken bei den meisten Leuten noch unbekannt und die Zahl der gedankenlos und ohne böse Absicht die Natur schädigenden Menschen ist größer als die der in böser Absicht Frevelnden. Naturschutz auszuüben ist auch besonders im Frühjahr hinsichtlich der Vogelwelt geboten. Das im März und April in manchen Landesteilen übliche, gewohnheitsmäßige Abbrennen von Hecken und Grasrainen stiftet oft großen Schaden, denn fast die meisten unserer kleinen gefiederten Sänger bauen im März und April ihr Restchen in die mit dürrem Gras bestandenen Raine und Oedflächen sowie in die Sträucher der Hecken und in das Buschwerk. Ein Abbrennen solcher Nistgelegenheiten zerstört vielen Vögeln das Nest und damit die Möglichkeit zur rechtzeitigen Erledigung ihrer Frühjahrsbrut. Auch in dieser Beziehung schadet Gedankenlosigkeit der Menschen oft mehr als böse Absicht, so daß auch hier Aufklärung not tut. * Annen, 12. April.(Ausstellung und Verlosung.) Vergessen Sie nicht, die zugedachten Gewinne für die Verlosung der evang. Frauenhilfe ins Vereinshaus zu schicken. Dienstag abend nach 6 Uhr und Mittwoch morgen von 10 Uhr ab ist Ausstellung. Eintritt und Besichtigung ist frei, nur am Schluß wird ein Scherflein erbeten. —(Die Deutschnationale Volkspartei) veranstaltet heute abend.30 Uhr im Saale des Herrn B. van Pluer eine öffentliche Wahlversammlung. Es spricht der Landesgeschäftsführer von Beckerath zum Thema: „Preußen muß wieder preußisch werden.“ Wir verweisen auf das Inserat in der gestrigen Ausgabe. D. J. K. 5 Sonntag, 17. April Werbeabend im Saale Radtke, Annen. Anfang 2 Uhr. Eintritt.40 Mk. —(Fahrpreisermäßigung für Urlaubsreisende.) Die bisher üblichen Feriensonderzüge der Deutschen Reichsbahngesellschaft hatten immer den Nachteil, daß sie nur von solchen Urlaubsreisenden benutzt werden konnten, denen es möglich war, sich den bahnamtlichen Terminfestsetzungen anzupassen. Wer dazu infolge irgendwelcher Verhinderung oder Abhängigkeit nicht in der Lage war, mußte auf die Verbilligung der Urlaubsreise und damit in vielen Fällen überhaupt auf die Urlaubsreise verzichten. Davon wurden in besonders großem Maße alljährlich Privatangestellte betrossen. Der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband hat deshalb in Gemeinschaft mit dem Bund reisender Kaufleute an die Hauptverwaltung der Deutschen=Reichsbahn=Gesellschaft das Ersuchen gerichtet, diese Nachteile zu beseitigen und auch für Einzelurlaubsretsende und dabei beteiligte Familienangehörige Preisermäßigungen einzuführen. —(Jugendliche Diebinnen.) Am 9. d. Mis. haben zwei 9= und 11jährige Schülerinnen einem 9 Jahre alten Mädchen, das für seine Mutter Einkäufe besorgt hatte, auf offener Straße eine Geldbörse mit zwei Mark Inhalt aus der Hand entwendet und für einen Teil des gestohlenen Geldes sofort Leckereien gekauft. Stockum, 12. April.(Verkehrsunfall.) Am 9. d. Mts., gegen 16.45 Uhr, stießen auf der Hörder Straße in Stockum zwei Personenkraftwagen zusammen, wobei 2 Personen leicht verletzt wurden. Die Schuldfrage bedarf noch der Klärung. d. Stockum, 12. April.(Zahltermin). Für die Stadtteile Stockum und Düren findet am Freitag, 15. April, nachmittags in der Zeit von—5 Uhr die Auszahlung an Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene im Rathause (Stadthauptkasse) Witten statt. —(Kirchliches.) Am Freitag, 15. April, nachmittags 3 Uhr findet in der Harkortschule die Aufnahme der Katechumenen in den kirchlichen Unterricht statt. Der Konfirmandenunterricht beginnt am Dienstag, 19. April, vorm. 8 Uhr, und findet von da ab jeden Dienstag und Freitag um dieselbe Zeit statt. Der Katechumenenunterricht ist Freitag nachm. um 3 Uhr. d. Stockum, 12. April.(Knappen=Verein.) Am Sonn= tag nachmittag hielt der hiesige Knappenverein unter Leitung des Vorsitzenden Merßmann bei Otto Specht eine Versammlung ab. Die Beiträge und das Sterbegeld sollen in der bisherigen Weise beibehalten werden. Witten, 11. April.(Leo=Tilgner=Ausstellung.) Der Künstler Leo Tilgner in Wetter, dessen Wirken von Ernst und frohem Sinn befruchtet ist, tritt in Witten mit einer Ausstellung an die Oeffentlichkeit. Seine Werke sind im Märkischen Museum untergebracht. Leo Tilgner gibt einen Querschnitt durch sein graphisches Schaffen. Er ist auch Zeichner und Maier, doch hat sich in den letzten Jahren herausgestellt, daß für ihn in der Graphik die eigentlichen Gestaltungselemente ruhen. Die Ausstellung gibt Zeugnis von der reifen Kunst Tilgners. Witten, 12. April.(Eigentümer ermittelt.) Zu dem am 9. 4. gemeldeten Fund eines herrenlosen Personenkraftwagens in der Nordstraße wird mitgeteilt, daß der Wagen am 7. d. Mts. in Köln gestohlen worden ist. Letizeivericht Einbrüche und Diebstähle. Die Wirtschaft Jurga, Hellwegstraße 3 in Bochum, wurde in der letzten Nacht erbrochen. Gestohlen wurden Tabakwuren und Schokolode Die Wohnung eines Knappschaftsbeamten in der Teyiestraße in Bochum wurde ebenfalls in der letzten Nacht erbrochen. Entwendet wurde ein Geldbetrag von 110.— RM. Körperverletzungen. Ein Mechaniker wurde am 8. 4. 1932, gegen 22 Uhr, auf der Poststraße in Herne ohne besonderen Grund von einem Arbeiter angegeriffen, so daß er über dem linken Auge erheblich verletzt wurde. Der Betroffene mußte einen Arzt in Anspruch nehmen. Gegen den Täter ist Anzeige erstattet. Zwischen einem Arbeiter und einem Invaliden kam es am 10. 4. 1932, gegen 21,15 Uhr, in der Wirtschaft L. in der Neustraße in Herne zu einem Strit, der zu Tätlichkeiten führte. Der Arbeiter hatte seinem Gegner nach dem Wortwechsel ein Glas Bier ins Gesicht geschüttet und versuchte dann, ihm das Glas an den Kopf zu werfen. In der Abwehr ergriff der andere ein Glas und schlug damit auf den ersteren ein, wodurch dieser eine ca. 6 Zentimeter lange Schnittwunde an der rechten Wange erlitt. Er mußte einen Arzt in Anspruch nehmen. Beim Abspringen von der Straßenbahn zu Fall gekommen. Am 10. 4. 1932, gegen 20,20 Uhr, sprang ein Friseur von einem die Bahnhofstraße in Herne entlangfahrenden Straßenbahnwagen der Linie B. Er kam dabei zu Fall und trug Kopfverletzungen davon, so daß er das kath. Krankenhaus aufsuchen mußte. Schweres Grubenungsna bei Gladbeck. Vier Tote. Gladbeck, 11. April. Auf der Schachtanlage III/IV von Mathias Stinnes in Brauck bei Gladbeck ereignete sich am Montag nachmittag ein schweres Unglück. In einem Rutschenbetrieb auf einer längeren Strecke brach das Hangende zusammen. Ein an dieser Stelle beschäftigter Reviersteiger und vier Hauer wurden von den Gesteinsmassen verschüttet. Die Rettungsarbeiten wurden sofort eingeleitet. Nach stundenlangen Bemühungen gelang es, den Reviersteiger und zwei Hauer tot zu bergen. Ein dritter Hauer wurde ohne sichtbareVerletzungen aufgesunden und ins Krankenhaus gebracht. Er liegt aber zur Zeit noch in tiesem Schlaf. Ein vierter Hauer konnte leider noch nicht geborgen werden. Es muß leider damit gerechnet werden, daß er nicht mehr lebend zu Tage gefördert werden kann. Glücklicherweise ereignete sich der Zusammenbruch während des Schichtwechsels, so daß das Unglück auf ein geringes Maß beschränkt blieb. Sonst arbeiten nämlich an der gleichen Stelle 50 Bergleute. * 4 Tote auf Zeche Matthias Stinnes geborgen. wtd. Gladbeck, 12. April. Von den bei dem Einsturzunglück auf Zeche Matthias Stinnes=4 verschütteten Bergleuten ist heute früh auch der 4. Tote geborgen worden. Der lebend geborgene Bergmann Scheffler ist leicht verletzt. Dortmunder Schlachtviehmarkt. Dortmund, 11. April. Dem Schlachtviehmarkte waren zugeführt: 652 Stück Großvieh(darunter 36 Ochsen, 95 Bullen, 499 Kühe, 15 Färsen und 7 Fresser), 618 Kälber, 15 Schafe, 3 Ziegen und 2659 Schweine. Der Marktverlauf war in Bullen langsam, sonst mittel, geräumt; in Kälbern schleppend, geräumt; in Schweinen schlecht, geräumt. Es wurden gezahlt für 50 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: a) 1. 35—37, b) 1. 32—34, c) 26—30, Bullen: a) 30—31, b) 26—29, c) 22—25, Kühe: a) 30—33, 5) 27—29, c) 23—26, 0) 17—22; Färsen: a) 33—35, 5) 34—40, c) 26—26; Kälber: b) 42—45, c) 34—40, 0) 24—33; Schweine: 5) 39—41, c) 40—42, 6) 97—40, e) 34—36, a) 31—36. 4 Aus dem Gerichtssaal dweite Vor den Schranken des Wittener Schössengerichts. H. Annen, 12. April.(Der Ueberfall auf dem Hohenstein,) der im Januar d. Is. großes Aufsehen erregte, sollte heute seine Sühne finden. Angeklagt waren der Bergmann B. Illies, Kohlensiepen, und der Bergmann F. Jerghoff, Wartenberg. Der Bergmann G. Lees fuhr am 26. Januar mit seinem Fahrrad über den Hohenstein, um sich nach Witten zu begeben. In unmittelbarer Nähe der Freilichtbühne lagen die beiden Beschuldigten auf der Lauer, um dem L. einen„gehörigen Denkzettel“ zu verabfolgen. Als L. die beiden auf Lauer Liegenden passierte, stürzten diese aus ihren Verstecken und schlugen L. mit einem Knüppel nieder. L. schrie laut um Hilfe; diese Rufe wurden aber von niemandem gehört. Im weiteren Verlauf der Prügelei erhielt L. außer den Stockhieben eine Menge Messerstiche. Er blieb zunächst einige Zeit bewußtlos liegen; nachdem er sich etwas erholt hatte, schleppte er sich, auf sein Fahr rad gestützt, nach seiner Wohnung. Die Täter hatte er nicht erkannt, er hatte nur gesehen, wie Gestalten im Walde verschwanden. Die Verletzungen waren erheblicher Natur, so daß seine Ueberführung ins Marienhospital erfolgen mußte. Auf Grund der Zeitungsberichte haben sich die Angeklagten freiwillig als Täter gemeldet. Die Angeklagten hatten dem L. schon längere Zeit eine Tracht Prügel zugedacht, da er sich in unglaublicher Weise an der 14jährigen Tochter des J. vergangen haben soll, weswegen auch gegen L. Anklage wegen Notzucht erhoben ist. Die Angeklagten sind geständig: sie wollten auf diese Art ihre berechtigte Wut an L. auslassen. Die Beweisaufnahme, und zwar die Vernehmung des Versetzten Lees ergab schauderhafte Zustände. L. hat durch die Folgen der erhaltenen Schläge und Messerstiche 5 Wochen das Krankenhaus aufsuchen müssen. Der Staatsanwalt konnte trotz der Schwere der Verletzungen sich nicht entschließen, eine Gefängnisstrafe zu beantragen: sein Antrag lautete auf 50 RM. Geldstrafe. Das Gericht erkannte wegen gefährlicher Körperverletzung auf die denk bar niedrigste Geldstrafe von 3 RM., da eine Frei sprechung gesetzlich nicht zulässig war. In der Urteils begründung führte der Vorsitzende aus, daß Lees die vierfache Prügel verdient habe. Man könne die Erregung der Angeklagten verstehen, daher die milde Strafe. Nach Schluß der Verhandlung bemächtigte sich der Zuhörer eine außerordentliche Erregung, so daß der Zeuge Lees auf dem Gerichtsflur gegen Gewalttätigkeiten geschützt werden mußte. —(Unterschlagung und Urkundensälschung.) Der erwerbslose E. N. von Annen hatte sich wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung zu verantworten. Der Beschuldigte hatte im Januar 1930 von dem H. B. den Auftrag, seine neue Wohnung zu tapezieren. Zur Bezahlung der von dem Kaufmann D. Annen bezogenen Materialien ließ er sich von B. Vorschüsse von 60 RM. geben. Dieses Geld hat er behalten und für sich verbraucht. Wegen 20 RM. ist er geständig. Den Rest will er verloren haben. Er fertigte sich eine Quittung über den angeblich verlorenen Betrag an und quittierte mit „erhalten, Annen, 4. 1. 30. Otto Dönnhoff". Durch das Geständnis und auf Grund der Beweisaufnahme wurde der Angeklagte für schuldig befunden. Er wurde wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung in je einem Falle zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 1 Monat und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. —(Unter Ausschluß der Oefsentlichkeit) wurde gegen den Glasmacher J. H. von Annen verhandelt. Die An klage bezichtigt ihn der Blutschande, begangen an seiner 14jährigen Tochter. Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit verkündete der Vorsitzende folgendes Urteil: Der Angeklagte wird wegen Verbrechens gegen§ 176 Ziff. 3 St. G. B. zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten und die Kosten des Verfahrens verurteilt. —(Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit) wurde ferner gegen den Arbeiter L. von Annen verhandelt. Der Er öffnungsbeschluß legt ihm zur Last, Dezember 1931 un züchtige Handlungen an Kindern unter 14 Jahren begangen zu haben. Nach Wiederherstellung der Oeffent lichkeit verkündete der Vorsitzende folgendes Urteil: Der Angeklagte wird auf Kosten der Staatskasse freigesprochen, da ihm das Bewußtsein der Strafbarkeit gefehlt hat. Preving=Nachrichten Hagen, 11. April.(Kind vermißt.) Seit gestern abene gegen 19 Uhr wird der Junge Karlheinz Brehm aus der Düppelstraße vermißt. Da bis heute mittag keine Nach richten über den Verbleib des Kindes vorliegen, scheint ihm etwas zugestoßen zu sein. Gütersloh, 11. April.(Großer Fabrikbrand.) Am Montagnachmittag wurden die Gebäude der Lederwerkt Küpper mit den gesamten Einrichtungen durch ein Großfeuer völlig zerstört. Die Feuerwehr mußte das Wasser aus einem entfernten Hydranten heranholen, wodurch die Löscharbeiten nur unzulänglich durchgeführt werden konnten. Auch die Färberei, das Trockenhaus und das Hauptgebäude der an die Lederwerke angeschlossenen Firma Linkmeyer brannten nieder. Nur die Kontorund Lagerräume konnten gerettet werden. Münster, 11. April.(Von seinem Schwiegervater erschossen.) Der 66 jährige Ernst., der in dem Hause Bohlweg 2 wohnt, bekam in der vorletzten Nacht mit seinem Schwiegersohn, dem 38jährigen Amtsgehilfen Kar. R. Streit, weil R. sehr spät nach Hause kam und seine Ehefrau, die Tochter des., mißhandelt hat. Im Verlauf dieser Auseinandersetzungen gab H. mehrere Schüssc auf seinen Schwiegersohn ab, die ihm in Brust und Leik tödliche Verletzungen beibrachten. Das Ueberfallkommando sorgte für die Ueberführung des Schwerverletzten zum Clemenshospital, wo der Verletzte gestern morgen starb. Bocholt, 11. April.(Schmuggler erschossen.) Au Samstagabend beobachteten Zollbeamten einen Schmugg ler, der versuchte, zwei Schweine über die holländische Grenze zu treiben. Als der Mann der Aufforderung det Beamten, stehen zu bleiben, nicht nachkam, gab dieser mehrere Schüsse ab. In der Annahme, daß der Schmugg ler durch die Schüsse verletzt worden sei, wurde die ganze Gegend mit Scheinwersern abgeleuchtet, ohne jedoch den Mann zu finden. Erst am Sonntagmorgen wurde der Schmuggler vor der Grenze mit einer Schußverletzung tot aufgefunden. Es handelt sich um den 17 Jahre alten Sohn eines Landwirts aus Spork von 2 Macdoualds En zuge.— Von Trotzdem mar die Donaufragen konnte, hat die selbst ausgelöst u hat, für die Wei Richtlinien zu h Der Optimis menkunft in Lon rigkeit des Problöffentliche Meinn die einladende fü antwortlich macht harte Wort der zen in dem Bewi lischen Standpun sich vor allen Din eifrigen französisa Diese englische französischen Min schmerzhafte Ersa zur Diskussion ste rechnet, die Unle liger Besuch in Maedonald zu sich an, wo er die Ar kannte, ist sein I Frankreichs in de sentlich geringer g Seine telephon in London, den F stimmung auch ur Bindung für die ben, zeigt ihn ber sten Linie dieser gewiß nicht aus u Gründen gestürzt Durch die Klär dersetzung über Aussprache im bracht, wenn Richtung für Die sehr deutlich reich, die sofort Deutschland und Londoner Zusamm im voraus mit der vorstehenden Berat feld ab, auf dem rungen werden sol so kurzen Auftakt geht; wie das der sekretär von Bülo: über die Frage h Wen Fraut 14.) 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Macdonald wird das verschmerzen in dem Bewußtseln, daß er so gut es ging den englischen Standpunkt zu dem Donauproblem gewahrt und sich vor allen Dingen den nötigen Abstand von dem allzu eifrigen französischen Nachbar gesichert hat. Diese englische Reserve ist wahrscheinlich für den französischen Ministerpräsidenten Tardieu eine besonders schmerzhafte Erfahrung, denn als er seinen Donauplan zur Diskussion stellte, hat er mit Sicherheit darauf gerechnet, die Unlerstützung Englands zu finden, sein eiliger Besuch in London galt einer letzten Bemühung, Maedonald zu sich herüberzuziehen, und von der Stunde an, wo er die Aussichtslosigkeit dieser Bemühungen erkannte, ist sein Interesse an einer aktiven Einschaltung Frankreichs in das Hilfswerk für die Donauländer wesentlich geringer geworden. Seine telephonische Anweisung an seinen Vertreter in London, den Finanzminister Flandin, Frankreichs Zustimmung auch nur zu einer losen programmatischen Bindung für die Weiterführung der Aussprache zu geben, zeigt ihn bereits auf dem Rückzuge aus der vordersten Linie dieser Auseinandersetzung, in die er sich ganz gewiß nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus politischen Gründen gestürzt hatte. Durch die Klärung der Fronten in der Auseinandersetzung über die Donaufragen hat die Londoner Aussprache immerhin auch etwas Positives gebracht, wenn schon keine Ueberraschung in dieser Richtung für politisch unterrichtete Kreise möglich war. Die sehr deutliche Distanzierung Englands von Frankreich, die sofort einsetzenden französischen Versuche, Deutschland und Italien für die Ergebnislosigkeit der Londoner Zusammenkunft verantwortlich zu machen und im voraus mit der größeren Verantwortung für die bevorstehenden Beratungen zu belasten, stecken das Kampffeld ab, auf dem nun in Genf oder in Lausanne gerungen werden soll. Die Bedeutung dieser nach einem so kurzen Auftakt nur unterbrochenen Auseinandersetzung geht; wie das der deutsche Vertreter in London, Staatssekretär von Bülow, wiederholt hervorgehoben hat, weit über die Frage hinaus, wie den notleidenden DonauAnnener Zeitung. ländern geholsen werden kann, denn diese Hilfsaktion ist ja nur ein erster, wenn auch wichtiger Schritt auf dem Wege der wirtschaftlichen Selbsthilfe Europas. Weil aber dieser Schritt für die ganze Weiterentwicklung den Antrieb und die Richtung geben soll, ist es von entscheidender Bedeutung, wie er getan wird, und deshalb war es nötig, daß der deutsche Vertreter noch einmal den Plan der Reichsregierung zur Diskussion stellte. Er bleibt der wertvollste Wegweiser für das, was folgen soll, und zu den wenigen anzuerkennenden Ergebnissen der Londoner Tage gehört, daß zum mindesten die Möglichkeit eines Rückgriffs auf den deutschen Plan nicht verschüttet wurde. Zur Euberusung des Preußischen Land'ags. Der Antrag der preußischen Regierungspartesen. Der Antrag der preußischen Regierungsparteien, zu dessen Behandlung der Landtag für Dienstag einberufen worden ist, betrifft den§ 20 der Geschäftsordnung des Preußischen Landtags vom 24. November 1921. Dieser Nouaggaush der die Mast ded Mbosterzasdeanten don Gegenstand hat, lautet: „Der Landtag wählt mit verdeckten Stimmen den Ministerpräsidenten. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhält. Ergibt sich keine solche Mehrheit, so kommen die beiden Anwärter mit den höchsten Stimmenzahlen in die engere Wahl. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los durch die Hand des Präsidenten.“ Der Aenderungantrag der Regierungsparteien verlangt nun, daß der Satz„Ergibt sich keine solche Mehrheit, so kommen die beiden Anwärter mit den höchsten Stimmenzahlen in die engere Wahl“ gestrichen wird. Für die Streichung genügt eine einfache Mehrheit, da es sich nicht um eine Aenderung der Verfassung, sondern nur der Geschäftsordnung handelt. * zu der geplanten Abänderung. Zu der geplanten Einberufung des Preußischen Landtages mit dem Ziele der Abänderung der Geschäftsordnung des Landtages nimmt die„Nationalliberale Correspondenz“ Stellung. Sie bemerkt u.., man sei anscheinend der Haltung der Christlich=Sozialen schon so Wahltag in Berlin. Auch die Schupo wählte. Trotz der erhöhten Alarmbereitschaft, die für den ganzen Wahlsonntag verfügt war, wurde der Schupomannschaft Zeit zur Ausübung ihrer Wahlpflicht gegeben. den 12. April 1932. sicher, daß man auch über die Umbildung des Kabinette mit ihnen verhandelt habe und bereit sei, ihnen den Posten des Landwirtschaftsministers anzubieten, für den der Arbeitersekretär Lindner in Aussicht genommen sei. „Daß es sich bei der Aenderung der Geschäftsordnung um eine Vergewaltigung handelt, darüber kann kein Zweifel obwalten, da die Regierungsparteien zweifellos die Absicht haben, auf diesem Wege überhaupt die Wahl des Ministerpräsidenten, falls sie nicht im Sinne der Weimarer Parteien möglich ist, zu sabotieren.“ Wenn die „Germania“ behaupte, daß die Bestimmungen der Geschäftsordnung in der Tat ein Nousens seien, so denke sie nicht an die Präsidentenwahl, für die gleichfalls ein zweiter Wahlgang vorgesehen sei, bei dem nicht die absolute, sondern die relative Mehrheit zu entscheiden habe Wahlvorbereilung im Memelgebiet, Litauische Zersplitterung. Memel, 11. April. Alle politischen Parteien sind sieberhaft mit den Wahlvorbereitungen für den Memelländischen Landtag beschäftigt. Am schnellsten arbeiten die Litauer. Die sogenannte„Wirtschaftliche Autonomie=Partei“ ist bereits mit der Aufstellung der Listen sertig. Allein diese eine litauische Partei hat im Memelgebiet sieben Listen aufgestellt. Unter den Spitzenkandidaten dieser Listen befinden sich auch die drei litauischen Abgeordneten des aufgelösten Landtages: Borchertas, Laseris und Daniels. Auch ein früher als Kommunist bekannter Fischer führt eine Liste dieser Partei. Ferner hat die Litanische Volkspartei eine Liste aufgestellt, deren Spitzenkandidat der Führer des litauischen Schützenverbandes im Memelgebiet, Bruwelaitis, ist. Diese Liste trägt auch den Namen eines gewissen Konrad, den großlitauische Zeitungen gern mit dem Vorsitzenden der Landwirtschaftspartei, Rittergutsbesitzer, Conrad, verwechseln. Vielleicht soll auch dieser litauische Konrad als Köder unter den Landwirten des Memelgebietes für diese litanische Partei dienen. Außerdem ist noch eine ganze Reihe litauischer Listen zu erwarten, so von dem litauischen Verband der Landwirte, den litauischen Kleinbauern, Arbeitern usw. ba. om ahen. Wenn Töchter Frauen werden Roman von J. Schneider=Foerstl. 14.)— „Suse!“ verwies die Mutter und konnte doch ein Lachen nicht unterdrücken. „Totsicher tut sie das!“ bekräftigte die Tochter. „Daraus mußt du dir nur eben nichts machen. Lenore und ich, wir gönnen dir's. Und der Papa— er hat sicher auch nichts dagegen! Du nimmst ihm ja nichts mehr!" Dabei wandte sie sich auf den Absatzen herum, biß sich die Lippen blutig und fuhr rasch über ihre nassen Augen. Frau von Recklinhausen zog sie mit liebevollen Armen zu sich herab.„Ich werde Gradnitz mein Jawort natürlich nur dann geben, wenn ihr damit einverstanden seid. Ich hätte dich und Lenore vorher noch so gerne versorgt gesehen.“ „Wieso versorgt, Mama?“ „Verheiratet,“ verbesserte sich Frau von Recklinhausen. „Ach!“— Die Geringschätzung, mit der es gesagt war, klang nicht ehrlich und Suses Wangen flammten verräterisch auf.„Wir finden schon jede so einen Hampelmann, der uns unter seine Fittiche nimmt. Lenore wartet möglicherweise auf ihren Swensen! Und ich—.— Gott, Mama, darüber laß dir nur keine grauen Haare wachsen. Es wird schon noch einer kommen. So ein ganz dummer, stockverliebter, der deine faule Jüngste nimmt.“ „Suse!“ mahnte Frau von Recklinhausen. „Suse!“. Sie fand sich mit ihrer kleinen Tochter nicht mehr zurecht. Auch schien sie ihr plötzlich reichlich aufgeregt. Vielleicht ging ihr die Sache mit Gradnitz doch tiefer, als sie zeigen wollte. Trotzdem war es ihr, als seien Bergeslasten von ihrer Seele genommen. Lenore und Suse. die beiden, würden ihrem Glück nichts in den Weg legen und freuten sich mit ihr. Mit Margret mußte sie eben in einer guten Stunde darüber ins Reine zu kommen suchen. Außerdem: ihre Aelteste war ja versorgt. Sie war nicht darauf angewiesen, daß einer kam und sie zu sich heimholte. Wie beruhigend wäre es gewesen, wenn sie das gleiche auch von ihren beiden anderen Töchtern hätte sagen können. Aber es würde sich schon alles zur Zufriedenheit der Kinder regeln lassen.„Das Gut bleibt dir und Lenore, sagte sie und strich dabei zärtlich über Duses Wangen. „Und das Fräulein Doktor?“ „Kind, du hast doch nichts gegen deine Schwester?“ „Bewahre!— Was sollte ich gegen Margret haben!— Wenn sie auch ab und zu einmal die Borsten streckt, wie ein Stachelschwein——“ „Um Gottes willen, Suse!“ entsetzte sich Frau von Recklinhausen. „Ereifere dich nicht unnütz, Mama! Es ist doch ol“ beharrte die Tochter.„Iich spreche ihr natürlich auch ihre guren Seiten nicht ab. Warum soll sie denn eigentlich nichts bekommen von dem Gut und nur Lenore und ich uns in dasselbe teilen?" „Sie hat eine große Summe für ihr Studium benötigt, und was noch von ihrem Vermögen verbleibt, für die Anschaffung einer Praxis erbeten. Nur deshalb, Suse. Keines meiner Kinder soll sagen können, ich hätte es benachteiligt, oder das eine dem anderen vorgezogen.“ Suse würgte die Tränen hinab, nahm das Gesicht der Mutter zwischen die Hände und küßte es ehrfurchtsvoll. Dann nickte sie ihr mit Augen, die überzulaufen drohten, zu und war gleich darauf aus dem Zimmer verschwunden. Kurze Zeit nachber, knirschte unten im Garten der Kies. Das Pförlihen, welches zum Gutshof hinüberführte, schlug leise zu. Frau von Recklinhausen sah ihrer Jüngsten nach und gewahrte Malnow, der eben den Hut vor ihr zog. Dann gingen sie zusammen dem Geräteschuppen zu. Wenn Suse einen Mann wie Malnom fände, dann wäre sie geborgen! Dann könnte sie ohne Sorge Gradnitz' Frau werden. dann—.— Das Telephon auf dem Schreibtisch schrillte. Sie setzte den Hörer ans Ohr und vernahm Hans Jürgens tiefe Stimme.„Wer dort?“ „Gut Recklingbausen!“ „Du selbst, geliebte Frau?“ „Ja!“ „Ich möchte mir Antwort auf meinen Brief holen!“ „Wir kommen!— Wann sind wir dir angenehm?“ Sie vernahm einen Ruf überschwenglicher Freude.—„Ich lasse sofort ankurbeln. In vier Stunden bin ich bei euch!“ „Nicht Jürgen! Wir müssen erst packen!" „Dann bleibe ich zur Nacht bei euch und fahre morgen früh. Grüße mir dein blondes Kind! Auf Wiedersehen, geliebte Frau!“ Sie wollte noch etwas in den Avvarat rufen, aber die Verbindung war bereits unterbrochen. Mit zitteruden Fingern und einem hilflosen Lächeln hing sie den Hörer ein. Auf tänzelndem Schritte ging das Glück durchs Haus und mit diesem Hand in Hand seine Schwester, die Sorge. Aber niemand sah die letztere. Ueber Recklinhaufen lag eitel Sonnenschein. Die Belt war trotz der fallenden Blätter draußen ein einziger Maien. * Im Park zu Nymphenburg verglühte die Symphonie der Farben. Die Blutbuchen lohten noch einmal auf und in den Rondellen brannten die Dahlien in nicht endenwollender Fülle. Schneeig neigten die Chrysanthemen ihre Köpfe über den Rasen, und die Astern standen als leuchtende Fächer über die Rabatten verstreut. Swensen kam aus dem Atelier, mo er seit dem Morgen gefilmt hatte, und fröstelte. Nach der Hitze. die zwischen den Glaswünden ausstrahlte, verspürte man hier draußen die raube Luft des Oktobers nur um so mehr. Zusammenschauernd schlug er den Mautelkragen hoch, so daß der schwarze Pelz wie eine schützende Mauer um sein Gesicht lag. Seit Inegard nicht mehr bei der gleichen Gesellschaft filmte, war die Ehe erträglicher geworden, beinahe friedlich, dachte er. Man sah sich selten. Die Angriffspunkte verringerten sich. Wenn man nur zum Abendtisch zusammensaß, fand man keine Zeit, mit Worten zu plänkeln. Man war müde und abgespannt, zufrieden, wenn der andere Teil nicht zu Gefechten herausforderte und vermied es tunlichst, Situationen zu schaffen, die Streit auslösten. Swensen dachte an Lenore, und wie schön es sein würde, wenn sie jetzt zu Hause auf ihn wartete. So war es immer nur das Dienstpersonal, welches zugegen war, wenn er den Fuß in sein Heim setzte. Seine Frau kam immer erst gegen zehn Uhr, ließ sich nachservieren, trank eine Tasse Mokka und zog sich dann in ihre Räume zurück. Seit Tagen verschloß sie auch die Türe, die in sein Schlafzimmer mündete. Beinahe wäre er gegen den Herrn gerannt, der ihm auf dem betiesten Weg entgegenkam.„Gut, daß ich dich treffe,“ sagte Doktor Wander und hielt Swensen am Verschluß seines Mantels fest.„Deine Frau hat jedenfalls schon davon gesprochen.“ „Wovon gesprochen?“ Swensen wartete, die Hände in die Taschen vergraben, auf Antwort. Wander war sichtlich verlegen.„Zu dumm. wenn ich da etwas angedeutet habe, was ihr noch nicht miteinander beredet habt. Schließlich bist du doch der erste, der eigentlich darum wissen muß. Ich befand mich im Glauben, es sei alles wieder in Ordnung zwischen euch. Und wenn nicht, dann wird das Kind das wohl endlich zuwege bringen!“ „Welches Kind?“ Swensens Blick stand weit geöffnet und bohrte sich in den des Doktors. „Das deine! Als Freund kann ich dir nur raten, daß du jetzt alle Rücksicht auf deine Frau nimmst. Es hat gestern Tränenströme gegeben, als ich ihr Gewißheit verschaffte. Die Frauen von heute sind nicht mehr wie unsere Mütter, die sich auf die Erde warfen, wenn der Himmel sie segnete und nicht dazu verdammte, fruchtlosen Leibes durch ihre Jahre zu gehen. Mich sollte es nicht wundern, wenn sich eines Tages die Geschlechter überhaupt verwischten. und Schwefel und Feuer die ganze Menschheit fräße. Wozu freie ich ein Weib und weswegen umschließe ich es in Liebe, wenn nicht darum, daß aus ihrem und meinem Blute ein anderes erwächst, das unser beides gemeinsam in sich trägt?“ Swensen ging in halbem Taumel neben dem Freund her und achtete gar nicht, daß er einen ganz anderen Weg einschlug, als den, welchen er gehen wollte.„Wie lange kann meine Frau noch weiterfilmen?“ fragte er tonlos. „Ach!— Immer noch Monate. Du bist wohl auch nicht sonderlich erfreut? Wie?-- Hergott, seid ihr denn noch Menschen? Gar nicht wert seid ihr's, daß so ein neues Leben euch überhaupt anlacht, wenn es die Augen austut. Nur gut, daß es nicht weit wie ihr über sein Kommen deukt. Sonst würde es auf der Stelle wieder kehrt machen vor Abschen und Ekel vor euch! Dann könntet ihr eure Millionen allein auffressen!“ „Hans!“ mahnte Swensen. Auf seinem Gesicht gingen und kamen die Farben in ununterbrochenem Wechsel. Mit scheuem Blick streifte er die Spaziergänger, die an ihm vorübereilten und bog in einen Seitenweg ein. „Ist es etwa nicht so?“ ereiferte sich der Doktor weiter.„Die Mühe scheut ihr und um das Geld, das es euch einmal kostet, ist es euch leid. Und daß es eurer Bequemlichkeit einen Stoß versetzt, das ist natürlich ein Grund mehr, ach und weh zu schreien, noch ehe es überhaupt da ist. Schäm dich doch! Hast einen Besitz wie ein Herzog und das Einkommen von fünf Generaldirektoren und neidest dem Wesen, das dein eigen Fleisch und Blut ist, das bißchen Dasein!" „Ich neide es ihm ja nicht, Haus, ich——“ „Na also!—— Ich habe jetzt keine Zeit mehr! Auf Wiedersehen, mein Lieber, und grüße mir deine Frau! Und seid gut miteinander“, mahnte er, drückte Swensen die Hand und lief den Weg wieder zurück, den er gekommen war. Als Swensen sein Heim betrat, meldete ihm das Zimmermädchen, daß die gnädige Frau ihn bitte, allein zu speisen, da sie unpäßlich sei. Er übergab dem jungen Ding Hut und Mantel, gedachte der Mahnung Wanders und stieg zu Inegard in die erste Etage hinauf. Die Diva lag in einem halbdämmrigen Zimmer, dessen Wände ein sanftes Blau ausströmten und sah ihm mit einem nervösen Zucken der Wimpern entgegen.„Hat man dir nicht gesagt, daß ich heute nicht zum Abendtisch hinunterkommen kann?— Ja? Hast du Gäste mitgebracht?“ „Nein!“ Er rollte sich einen Stuhl herbei und setzte sich neben ihr Ruhebett. Mit leichten Fingern streichelte er über ihren Arm, der schneeig aus der lachsfarbenen Seide des losen Gewandes leuchtete. „Ich möchte dich bitten, daß du dich jetzt— wenigstens vorläufig— von der ganzen Filmerei zurückziehst.“ sagte er abwägend und merkte, wie sie dabei in seinem Gesicht forschte und die Gewißheit bekam, daß er von allem unterrichtet war. „Blödsinnig ist das!“ schalt sie verärgert.„Es macht mir einen Strich durch alle meine Pläne. Aber nach Amerika muß ich noch mit. So weit reicht die Zeit noch!“ „Ich möchte dir raten, zu bleiben,“ warf er ein. „Du sollst dich schonen. Es genügt doch, was ich verdiene.“ „Ach,“ unterbrach sie ihn gequält.„Ich würde ja verkommen vor Langeweile, wenn ich Tag für Tag so tatenlos herumliegen müßte. Uebrigens dein Freund Wander ist auch nicht so harmlos, wie er immer tut! Er läuft mit deiner früheren Liebe!" „Mit Lenore?“ „Ich weiß nicht, wie sie heißt!“ „Du lügst!“ Sein Gesicht war plötzlich in Grau getaucht. „Warum soll ich lügen?— Es ist zu bedauern, daß du immer gleich so unhöflich wirst, wenn man von deiner gewesenen Braut spricht.“ Sie drehte sich nach der Wand und würdigte ihn keines Blickes wehr. (Nortsetzung feigt.) Finnland istwieder„natz“. Ansturm auf eine Alkohol=Verkaufsstelle in Helsingfors. Das seit Jahren in Finnland bestehende Alkohol=Verbot ist jetzt aufgehoben worden. Sofort setzte ein riesiger Ansturm der Trinklustigen auf alle Alkohol=Verkaufsstellen ein, um nach Jahren einer mehr oder weniger streng geübten Enthaltsamkeit endlich wieder den Genuß eines gesetzlich erlaubten Schwipses zu erlangen. ODer einen Caa 4 Ruhiger Verlauf des Wahlsonntags Die Vorbereitungen zur Reichspräsidentenwahl während der letzten Tage sowie der Wahltag selbst sind, abgesehen von einigen kleinen Zusammenstößen zwischen politischen Gegnern, im gesamten Amtsbezirk des Polizeipräsidiums Bochum ruhig verlaufen. In Bochum wurden wegen Teilnahme an politischen Schlägereien insgesamt 4 Personen festgenommen, die gleich nach ihrer Vernehmung entlassen wurden. Wegen unbefugten Anklebens von Wahlzetteln und Verteilen von Flugblättern, die der Polizeibehörde nicht bestimmungsgemäß vorgelegen haben, wurden 28 Personen festgenommen, von denen 7 dem Schnellrichter zur beschleunigten Aburteilung vorgeführt worden sind. Die Flugblätterverteiler und Zettelkleber wurden durchschnittlich zu 50 RM. Geldstrafe verurteilt. Eine Person, die bei ihrer Klebetätigkeit eine Schußwafse mit sich führte, wurde zu 3 Monaten und 1 Woche Gefängnis verurteilt. In Herne, Wanne=Eickel und Castrop=Rauxel wurden 9 Personen wegen unbefugten Verteilens von Flugblättern festgenommen, die bis auf eine nach ihrer Vernehmung entlassen wurden. Eine Person wurde vom Schnellrichter zu 4 Tagen Gefängnis verurteilt. Außerdem wurden wegen Abreißens von angeschlagenen Plakaten— Sachbeschädigung— 7 Personen festgenommen und nach ihrer Vernehmung entlassen. In Witten wurden 6 Personen. wegen unbefugten Plakatisierens festgenommen. Sie sind nach ihrer Vernehmung entlassen. Wegen Teilnahme an einer politischen Schlägerei sind 9 Personen zwangsgestellt worden, die ebenfalls entlassen wurden. Tardien ruft nach Sanktionen. Ein Rundsunk=Interview für Amerika. Paris, 11. April. Die Rundfunkrede Tardieus am Freitagabend, die besonders für Amerika bestimmt war, hatte die Form einer Unterredung mit einem amerikanischen Journalisten. Seine Ausführungen bezogen sich nicht auf Wirtschaftsfragen, die angesichts der Kontingentierungspolitik Frankreichs in höchstem Maße die Aufmerksamkeit der amerikanischen Handels= und Industriewelt erwecken, sondern allgemein auf Nationalismus und Internationali smus. Auf die Frage, welche Bedeutung Frankreich der Frage des Nationalismus beimesse, erwiderte Tardieu, die nationalistische Strömung komme in Frankreich deshalb so stark zum Ausdruck, weil es erst nach langem Kampf zu der heutigen Einheit gelangt sei. Die Hauptfrage sei nur, wie weit dieser Nationalismus die Opfer bringe, die im Interesse einer internationalen Zusammenarbeit der Völker notwendig seien. „Frankreich habe die allgemeine Schiedsgerichtbarkeit im Jahre 1931 anerkannt und wünsche, daß über denjenigen, der das Recht verletze, Sanktionen verhängt würden. Frankreichs Ziel sei seit 13 Jahren, dem internationalen Richter einen internationalen Gendarmen zur Seite zu stellen. Schon im Jahre 1919 habe Frankreich die Schaffung einer internationalen Streitmacht vorgeschlagen. Die Vorschläge, die er als französischer Ministerpräsident auf der Genfer Abrüstungskonferenz unterbreitet habe, verfolgten das gleiche Ziel. Weiter betonte Tardieu, Frankreich sei Verfechter der Sicherheitsfrage, weil es so oft überfallen worden sei.(!) Wenn Neuyork und Washington nur 200 Kilometer von einer so oft bedrohten Grenze entfernt lägen wie Paris, und wenn die Gruben und Stahlwerke von Pennsylvanien so dicht an einer Grenze lägen, von der aus Uebergriffe erfolgt eien, deren Wiedergutmachung Jahre brauche, so würde Amerika vielleicht besser verstehen, was für Frankreich die Sicherheit bedeute.“ Frankreich verlange die Gleichheit mit keinem Staat. Es verlange lediglich Sicherheit und eine Abrüstung, die durch die Festigung der Solidarität gegen die Verletzung des internationalen Rechts möglich seien. Rücklehr des Prinzen Rikolaus nach Rumänien. wtb. Bukarest, 11. April. Durch eine sensationell aufgemachte Extra=Ausgabe der„Dimineata“ wurde heute nachmittag die Rückkehr des Prinzen Nikolaus bekannt. Ein Ministerrat, unter dem Vorsitz des Königs, dem auch die Präsidenten der Kammer und des Senates beiwohnten, befaßte sich mit der endgültigen Regelung der Stellung des Prinzen und des königlichen Hauses und seiner Stellung als Vorsitzender des obersten Armeerates. * Prinz Nikolaus verläßt wieder Rumänien. wtb. Bukarest, 11. April. In der Frage der Stellung des Prinzen Nikolaus wurde, wie abends aus zuverlässiger Quelle verlautet, folgende Lösung gefunden. Prinz Nikolaus verläßt übermorgen wieder Bukarest und kehrt nach Frankreich zurück. Er verbleibt bei seiner morganatischen Gattin, Frau Dimitrescu, doch ist die Ehe nach wie vor für Rumänien ungültig. Der Prinz bleibt Mitglied des königlichen Hauses, wird aber in seiner Stellung als Präsident des Obersten Kriegsrates für weitere sechs Monate beurlaubt. Zeitschriftenschau. Mit der ungelösten Frage der Siebenteilung des Kreises beschäftigt sich ein sehr interessanter Aussatz„Können Sie eine Torte in sieben gleiche Teile teilen?“ von Dr. Theodor Wolff im neuen Daheim(67. Jahrgang, Nr. 28).„Der GoetheReisende" erzählt rückschauend von den Festtagen in Weimar. Bertha Witt beschäftigt sich mit bekannten Kompositionen zu Goetheschen Texten. Wort und Bild schildern die„militärische Jugenderziehung im Ausland“, die unter Staatsaussicht und mit Staatshilfe der nationalen Rüstung dient, die unserem Vaterlande verwehrt wird. Dr. Lutz Heck, der neue Direktor des Berliner Zoologischen Gartens, erzählt an Hand vieler schöner Aufnahmen von seinen Tieren. Niedersächsischer Bauernhumor kommt in einem heiteren Beitrag A. Brüggemanns zu Wort. Einem Abschnitt des neuen großen Romans„Vorreiter“ von Marie Diers folgt die lustige Novelle„Die Reitstiefel“ von Brües. Die wöchentliche wertvolle ganzseitige Kunstbeilage, der Rätselteil, das Frauendaheim mit praktischen Ratschlägen für die Hausfrau und Mutter und die Jugendbeilage„Arche Noah“ vervollständigen den unterhaltsamen und vielseitig anregenden Inhalt des schönen Heftes. Der umfassende Daheimanzeiger mit seinem bekannten Stellennachweis schließt sich an. Ein lideles Gefängnis. Auch ein Zeichen unserer Zeit. Eine Freiheitsstrafe ist trotz aller„Vergünstigungen“ und trotz aller Fortschritte in der Einstellung zu den Gefangenen niemals ein Vergnügen und soll es ja auch nicht sein. Dennoch gibt es eine Ausnahme. In einem alten kleinen Gefängnis in Berlin gibt es täglich viele Gäste, die ihre Strafverbüßung als„Sport“ betrachten, weil sie glauben, dem anonymen Staat in diesem Fall der Gerichtskasse, ein Schnippchen zu schlagen. Dazu muß man wissen, daß dieses Gefänguis kein eigentliches„Strafgefängnis“ ist, sondern in erster Linie dazu dient, kleine Geldstrafen wegen„Bagatelldelikte“ abzusitzen. Bekanntlich heißt es in vielen Urteilen „.... Strafe von fünf Reichsmark, ersatzweise einen Tag Haft“, und allzu viele, die heute reichlich Zeit, aber wenig Geld haben, ziehen die„Verbüßung“ ihrer Haftstrafe vor. Es gibt Männer, die sich richtig freuen, einmal einen Tag völlig ungestört, abgeschlossen von der Außenwelt, in Ruhe verbringen zu können, und wieder andere, die sich einen Spaß daraus machen, obwohl die Aufbringung des Geldbetrages ihnen keine Schwierigkeiten bereiten würde. Daß die Verbüßung einer Strafe zum„Sport“ werden konnte, liegt in den meisten Fällen daran, daß den Missetätern jegliches Schuldbewußtsein fehlt. Wer will sich etwa einbilden, alle Verkehrsvorschriften oder gar die vielen tausenden von Polizeiverordnungen, die noch in Kraft sind, so genau zu kennen, daß sie ihm stets gegenwärtig sind? Vielleicht gibt es nicht einmal unter den Juristen einen einzigen, der das von sich behaupten kann. Und wie viele handeln täglich in vollem Bewußtsein gegen Gesetze und Polizeivorschriften! Wenn Sie Ihr Radio zu laut spielen lassen, wenn Sie abends mit einem unbeleuchteten Fahrrad fahren, wenn Ihr Hund nachts bellt, wenn Sie an verbotener Stelle mit Ihrem Wagen parken, wenn Sie etwas aus dem Fenster werfen, wenn Sie einen verbotenen Weg benutzen— so sind dies nur wenige Beispiele aus einer allzu reichen Fülle von Gelegenheiten, sich strafbar zu machen. Menschen, die wegen solcher„Bagatellsachen" zu geringfügigen Geldstrafen verurteilt wurden, können ihre Geldstrafen in diesem Gefäugnis absitzen. Ein Strafmandat in Höhe von 1,50 Mark ist gleich ein Tag Haft. Das Gericht teilt schriftlich mit, innerhalb welcher Frist man die Strafe absitzen muß, so daß man sich in aller Ruhe darauf vorbereiten kann. Ununterbrochen geht die Klingel an der alten, schweren Eisentür, die ein gemütlicher alter Beamter bewacht. Da kommt ein Lehrling, der nachts ohne Licht gefahren war und sich auf einen freien Tag freut, an dem er so viel lesen kann, wie er will. Er freut sich wie auf einen Urlaubstag. Ein Kutscher will die Gelegenheit benutzen, um einmal richtig auszuschlafen. Ein Kaufmann möchte einmal einen einzigen Tag ohne Aerger im Geschäft sein. Der Speisezettel ist seit Jahren feststehend: Am Montag gibt es Reis, am Montag Bohnen, Mittwochs Weißkohl, Donnerstags Linsen, Freitags Kohlrüben, Sonnabends Erbsen. Es kommt nicht selten vor, daß ein Besucher sich wieder entfernt und erklärt:„Ich komme am Sonnabend wieder, wenn es Erbsen gibt.“ Im allgemeinen ist allerdings der Sonnabend bei den Eintagshäftlingen nicht besonders beliebt, weil dieser Tag für die meisten ohnehin zur Hälfte frei ist und man am Sonntag lieber zu Hause ausschläft, als früh im Gefängnis geweckt zu werden. Die meisten„Sträflinge" verbringen ihre kurze Haft im Gemeinschaftsgefängnis, einem großen Raum, in dem jeweils zwölf Personen untergebracht sind. Vor der Einlieferung werden sie untersucht, ihre Personalien aufgenommen, Wertsachen und andere Gegenstände werden ihnen abgenommen. Nur Taschentücher und einen Kamm darf man behalten. Im Gemeinschaftsgefängnis kann jeder die Zeit verbringen, wie er will. Kartenspiel ist streng verboten, dafür stehen Brettspiele zur Verfügung, man kann sich mit seinen„Mitgefangenen“ unterhalten, Rätsel raten, die ein Mitgefangener entworfen hat, und vor allen Dingen lesen, denn hier steht den Gefangenen eine umfangreiche Bibliothek zur Verfügung. So geht der Tag schneller vorbei als man denkt, und die Stimmung ist vorzüglich, denn die Häftlinge wissen, daß sie 25 Stunden nach ihrer Einlieferung wieder frei sind. Daher fehlt in diesem Gefängnis das niederdrückende Gefühl, für lange Zeit von der Außenwelt abgeschlossen zu sein, in der das Leben inzwischen weiter seinen Gang geht. In den 24 Stunden einer solchen Haft ändert sich nichts, und niemand merkt etwas davon. Das macht die Verbüßung zu einem harmlosen Vergnügen. Erst der amtliche Entlassungsschein und die gutgemeinte Ermahnung des diensttuenden Beamten beim Abschied ruft dem Deliquenten ins Gedächtnis zurück, daß eine Haftstrafe nur das erste Mal und nur für einen Tag eine vielleicht angenehme Unterbrechung eines gleichförmigen Lebens ist. Zwei Vorschläge Chinas. Verhandlungen in Schanghai. Tokio, 10. April. Die chinesische Abordnung hat folgende zwei Vor schläge unterbreitet: 1. Zurückziehung der japanischen Truppen aus Randao und Wusung, 2. Beide Regierungen sollen dem Völkerbund die Truppenstärke in Schang hai mitteilen.— Die japanische Abordnung lehnte beide Vorschläge ab, da die japanischen Interessen in Nandao# und Wusung bedroht seien und eine Mitteilung über die Stärke der chinesischen und japanischen Truppen in Schanghai den Völkerbund nicht interessiere. * Der chinesisch-japanische Vertrag von 1905. Der chinesische Außenminister Livenkan veröffentlich in der chinesischen Presse eine Erklärung, in der es u. a. heißt: Die japanische Regierung habe sich im vorigen Jahre beim Ausbruch des chinesisch=japanischen Konfliktl auf einen chinesisch=japanischen Vertrag aus dem Jahre 1905 berufen, der der japanischen Regierung neue Eisenbahnbauten in der Mandschurei gestatte. Die chinesische Regierung sei nicht in der Lage gewesen, diest Behauptungen zu widerlegen, da der Vertrag verschwunden war. Der chinesischen Sicherheitspolizei sei es jetzt gelungen, diesen Vertrag zu finden, dessen Original der Bölker bundskommission zur Einsicht vorgelegt wurde. Aus diesem Original ergebe sich, daß die japanischen Behauptungen vollkommen unwahr seien, und daß die japa nische Regierung kein Recht zu irgendwelchen militärischen Eingriffen in der Mandschurei gehabt habe. Bald wählen wir elektrisch. In der letzten Woche haben die Erfinder von Wahl maschinen wieder einen Sturm auf das Reichsinnen ministerium vorgenommen, um ihre mehr oder minder komplizierten Apparate vorzuführen bzw. die Gelegen. heit der Wahl zu benutzen, um auf die Vorteile eines „maschinellen Wahlaktes“ hinzuweisen. Das Reichsinnenministerium steht den Vorschlägen im allgemeinen keineswegs fkeptisch gegenüber, denn es gibt in der Tat auch in Deutschland bereits eine ganze Reihe brauchbarer Lösungen, die ohne weiteres geeignet wären, die Wahlresultate sofort nach Beendigung des Wahlaktes anzuzeigen und den Wahlakt selbst erheblich zu vereinfachen. Die meisten der vorgeführten Wahlavvarate, die z. T. schon dem zuständigen Reichstagsausschuß vorgeführ. worden sind, haben etwa die Grüße eines Telephons und sind mit 25 Zählwerken versehen, die den einzelnen Listen bzw. Kandidaten entsprechen. Der Wähler hätte in Zukunft nur nötig, eine Taste zu bedienen, die dann das entsprechende Zählwerk weiterbewegt. Besondere Blokkierungs=Vorrichtungen erlauben eine genaue Kontrolle des Wählers selbst, der natürlich nur jeweils eine Zählwerks=Taste in Bewegung setzen darf. Am Schluß der Wahl können die Resultate automatisch zusammengezählt sofort abgelesen werden, so daß die umständliche Zählung der einzelnen Wahlzettel völlig in Fortfall kommt. Man verspricht sich ferner eine nicht unerhebliche allgemeine Verbesserung der Wahlbeteiligung, weil die Wahlmaschine schnellste Abfertigung ermöglicht. Nach dem augenblicklichen technischen Stand der Dinge kann damit gerechnet werden, daß auch Deutschland in absehbarer Zeit und nach Abänderung des Wahlgesetzes das System der maschinellen Wahl anwenden wird, zumal dann die nicht unerheblichen Kosten für Wahlzettel und Umschläge ein= für allemal fortfallen. Etwa ein halbes Dutzend verschiedener Apparaturen, z. T. mit elektrisch arbeitenden Kontrollen und in technisch einwandfreier Konstruktion, stehen augenblicklich zur Auswahl, und in der Hauptsache sind es heute allein die erheblichen Herstellungskosten für die Apparate, die die Einführung der in Amerika bereits angewendeten Wahlmaschine hinauszögert. Die Enldeckung der Bildfälschungen Der Wackerprozeß. In dem Bildfälscherprozeß Wacker in Berlin wurde als Zeuge ein Buchhändler vernommen, der bestätigt, daß Wacker unter seinem Künstlernamen eine große Anzahl Bücher über van Gogh gekauft habe. Der nächste Zeuge, Kunsthändler Dr. Feilchenfeld, Mitinhaber des Salons Cassirer, sagt aus, daß ihm im Januar 1926 von einem Unbekannten ein van Gogh angeboten wurde, den er abgelehnt habe, weil er ihm als sehr schwach erschien. obwohl der Preis unter 10000 Mark lag, also verhältnismäßig billig war. Zu einer von der Firma Cassirer zusammen mit de la Faille gemeinsam veranstalteten van Gogh=Ausstellung, die über 1000 Bilder enthielt, seien auch vier Bilder von Wacker angenommen worden. Die Mitarbeiterin, Fräulein Dr. Ring, habe beim Aufhängen der Bilder sofort erklärt, alle vier Bilder von Wacker seien falsch, und auch ihm seien sie aus stilkritischen Gründen als Fälschungen erschienen. Wacker erschien nicht besonders erstaunt und nahm die Bilder zurück. Später stellte dann der Zeuge fest, daß noch vier Bilder in der Ausstellung, die aus Privatbesitz und von Wacker erstanden waren, Fälschungen darstellten, wie überhaupt alle in dem Katalog de la Faille als aus einer Collection privée suisse stammend bezeichneten Bilder nach seiner Ansicht Fälschungen waren. Meier Gräfe habe immer wieder betont, daß er Wacker für einen korrekten Mann halte. Der Zeuge hat auch 1930 in Rußland die staatliche Sammlung Morosoff gesehen, und bei Gelegenheit seiner Anwesenheit in Rußland sei ihm von fachmännischer Seite versichert worden, daß eine Privatsammlung mit 30 van Goghs in Rußland unmöglich sei. Die Fälschungen aber kannte man zu diesem Zeitpunkt in Rußland bereits durch die Zeitungen. Auf Vorhalten des Vorsitzenden bleibt Wacker auch jetzt noch bei der Wahrung seines Geheimnisses über den Vorbesitzer der Bilder. Zum Werbetag der Jugend-Herbergen. Oben: Mit Saug und Klang auf die Wanderschaft. Unten: Die Jugendherberge des Gaues Münsterland in Sinsen. Am 16. und 17. April veranstaltet der Verband für Jugend=Herbergen im ganzen Reichsgebiet einen Werbetag, dessen Ertrag dem Ausbau und der Erhaltung der deutschen Jugendherbergs=Bewegung zugute kommen soll. Chinas. hanghai. Tokio, 10. April. olgende zwei Vor sung der japanischen , 2. 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Ueber die Frage der Finanzierung der Arbeitsbeschaffungspläne ist wohl verhandelt worden, ohne daß aber abschließende Beschlüsse gesaßt worden sind. Ueber einige Punkte ist immerhin schon eine gewisse Klarheit vorhanden! Auf die Bitte nach einer Erläuterung seiner in der Sitzung des Gesamtvorstandes der Deutschen Staatspartei gemachten Aeußerungen„von einer Ausnutzung der wirtschaftlichen und politischen Möglichkeiten im kommenden Sommer, nachdem die Schwierigkeiten mit finanziellen Mitteln nicht überwunden werden könnten,“ antwortete der Minister: „Ich habe nur von der Ausnutzung der wirtschaftlichen Möglichkeiten gesprochen. Die politischen Möglichkeiten bedeuten natürlich zunächst nicht direkt eine Wirtschaftsbelebung, sondern nur dann, wenn es gelingt, gewisse Probleme zu lösen. Dann kann dadurch eine gewisse Wiederherstellung des Vertrauens und daraus eine Belebung der internationalen Wirtschaft und eine Wiederherstellung des internationalen Kreditwesens stattfinden.“ Frage:„Was beabsichtigen Sie, Herr Minister, zur Steuerung der Not der Gemeinden zu tun, die heute infolge der riesigen Belastung der Gemeindeetats durch die Wohlfahrtsfürsorge zum Teil vor dem finanziellen Zusammenbruch stehen?" Antwort: „Die Finanzen des Reichs hängen ebenso wie die der Gemeinden ausschließlich ab von dem Aufwand für die Arbeitslosen in allen ihren Sparten, und deswegen ist die Frage, wieweit die Arbeitslosen wieder in den Produktionsprozeß eingeschaltet werden können, das Kernproblem. Dieses Problem hängt mit der Entwicklung der Zinsen ebenso sehr zusammen, wie mit der Frage: Was kann die öffentliche Hand für die Beschäftigung von Arbeitslosen tun? Ein Teil meiner Wünsche ist im übrigen dadurch am Tage nach meinen Aeußerungen auf der Sitzung des Gesamtvorstandes der Deutschen Staatspartei in die Tat umgesetzt worden, daß die Reichsbank den Diskont gesenkt hat. Ein normaler Zins ist für die Wirtschaft wichtiger, als alle Maßnahmen, die die öffentliche Hand ergreisen kann.“ Zum Schluß erklärte der Minister auf den Hinweis, daß ein nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter in Frankfurt a. M. erneut die Behauptung von einer neuen Notverordnung aufgestellt habe:„Die Notverordnung über die neue Kürzung der Beamtengehälter ist ein Schwindel!" Zu dem Attentat auf Reichsbankpräsident Dr. Luther. Dr. Hans Luther, der Präsident der deutschen Reichsbank, auf den bei der Abfahrt seines Zuges nach Basel in Berlin ein Revolver=Attentat verübt wurde, wobei der Reichsbankpräsident glücklicherweise nur leicht verletzt wurde. Der Täter, der verhaftet werden konnte, behauptet, daß ihn nicht politische Gründe zu seiner Tat veranlaßt hätten. Zeildokumente. Eine Kirche wird verschenkt. Vor wenigen Monaten horchte alles auf, als bekannt wurde, daß nach dem Zusammenbruch der großen Maschinenfabrik Henschel in Kassel, der größten Lokomotivwerkstätte in Europa, das Schloß der Familie Henschel zu verschenken wäre. Die Grundlasten des Gebäudes überstiegen weit die finanzielle Tragfähigkeit der Besitzer. Es blieb nicht das einzige Beispiel. In der Regentenstraße in München wurde ein Palais als Geschenk angeboten, dessen derzeitiger Nutzwert auf 5 Millionen Mark geschätzt wurde. Auch in Braunschweig wollte eine alteingesessene Patrizierfamilie durch die Verschenkung ihres Schlosses eine drückende Steuerlast loswerden. In Bremen wurde bekanntlich eine Villa abgerissen, da die Hauszinssteuer für den Besitzer untragbar war. Weiterhin gab es in der letzten Zeit Privateisenbahnen zu verschenken, große Frachtdampfer für 100 Mark zu kaufen und ähnliche Dinge mehr, die nur eine aus den Fugen geratene Zeit bieten kann. Der Kreis dieser sprechenden Zeitdokumente schließt sich jetzt mit einer großen Anzeige in der Prager„Deutschen Presse“. Folgendes halbseitige Inserat erschien da: „Eine herrliche, gut eingerichtete BarockKirche samt zugehörigem Haus an Privathand oder an eine Ordensgemeinschaft gegen Uebernahme der geringen Stiftungsverbindlichkeiten zu verschenken!" Jeglicher Kommentar erübrigt sich. Eine Barockkirche zu verschenken! Vor wieviel Jahren noch wäre das voltetlöberrch geneten!? Ivar Kreuger— — ein zweiter John Law. Als am 12. März, am Vorabend des ersten Wahlganges der Reichspräsidentenwahl, der Selbstmord Ivar Kreugers bekannt wurde, horchte ganz Deutschland, obwohl es im schwersten Wahlfieber lag, auf. Man wähnte ein fernes Weltbeben zu verspüren und die Wirtschaftssachverständigen erkannten sofort, daß eine Katastrophe von noch nicht übersehbarem Ausmaß vorliegen müsse, da man in der nüchternen Beurteilung in der Welt der Zahlen, der Gewinn= und Verlustrechnung nicht an einen Nervenzusammenbruch aus belanglosen Gründen glaubt. Nun ist von der englischen Revisionsfirma Drice Waterhouse u. Co. mit nüchternen Worten das festgestellt worden, was man schon zwei Tage nach der Katastrophe ahnte und was man doch nicht auszusprechen wagte. Die Bilanz der Kreuger u. Toll Aktiebolaget für 1930 ist gefälscht. Obwohl man eine solche Erklärung schon seit Wochen erwartete, hat die Feststellung der Untersuchungskommission doch die Allgemeinheit aufs Tiefste erschüttert; denn es gab noch immer viele Personen, vor allem auch die engsten Mitarbeiter Ivar Kreugers, die von seiner persönlichen Ehrenhaftigkeit selsenfest überzeugt waren. In das Drama des schwedischen Zündholzkönigs wird wohl erst eine spätere Zeit Licht bringen können, wenn man genügend Abstand zu den Ereignissen gewonnen hat und vor allem in der Lage ist, die gesamten geschäftlichen Transaktionen Kreugers zu überblicken. Zugunsten Kreugers hatte man vielfach angenommen, daß der Zusammenbruch des von ihm in jahrelanger Arbeit errichteten Konzerns nur auf das letzte Zusammentreffen einer Reihe von unglücklichen Umständen zurückzuführen sei, vor allem auf die Schwierigkeiten, die sich infolge der allgemeinen Devisensperre ergeben haben. Nunmehr steht einwandfrei fest, daß die Lage des Kreuger=Konzerns bereits im Jahre 1930 wenig günstig gewesen ist und daß die höheren Gewinne der Kreuger u. Toll.=., die seinerzeit noch großes Aufsehen erregten, allein auf Buchmanipulationen auf strafrechtlicher Grundlage zurückzuführen waren. Ingenieur Ivar Kreuger hat bewußt die Oeffentlichkeit und seine Geschäftsfreunde getäuscht. Das wußte man von dem Augenblick an, als der erste pessimistische Bericht der Untersuchungskommission bekannt gegeben wurde, gegen den das amerikanische Bankhaus Lee Higginson& Co. scharf Stellung genommen hat. Für die einander völlig gegensätzlichen Ansichten gab es nur eine Deutung, Ivar Kreuger muß das amerikanische Bankhaus falsch unterrichtet haben. Wie paßt dieses Verhalten zu dem ruhigen, sachlichen Auftreten Ivar Kreugers zu den großen, weitblickenden Transaktionen, die er durchgeführt hat, und schließlich zu den relativ geringen Vorteilen, die er aus seiner mächtigen Stellung zog? Hat der einst so große, plötzlich in den Abgrund gestürzte schwedische Finanzmann die Fälschungen veranlaßt, um sich persönlich zu bereichern? Oder griff er nur zu diesem Mittel, weil es für den gewaltigen Konzern, wenn er nicht zusammenbrechen sollte, keinen anderen Ausweg gab? Die zweite Vermutung hat die größere Wahrscheinlichkeit für sich. Kreuger sah seine Lebensaufgabe in der immer größeren Machterweiterung des von ihm ausgebauten Konzerns, und mit ihm stand er und mit ihm fiel er. In dem Augenblick, da sich seine sorgfältig ausgestellten Berechnungen als falsch erwiesen, hat er nicht den Mut zu einer radikalen Umstellung gefunden. Er muß eine Scheu davor gehabt haben, den Verlust seines Prestiges einzugestehen, und, um der große Mann zu bleiben, hat er das Risiko rasch anwachsender Schulden übernommen. Der Kreugersche Konzern beruhte auf einer scheinbar gesunden Idee. Ein die Welt umspannendes Unternehmen sollte für den kapitalistischen Staat krisenfest aufgebaut werden. Gerade das Gegeteil davon ist eingetreten. Der Kreuger=Konzern war seinem ganzen Aufbau und seiner ganzen Struktur nach völlig von der Konjunktur abhängig. Ingenieur Kreuger selbst konnte seine einflußreiche Stellung nur durch die Fiktion der Unerschütterlichkeit des riesigen Unternehmens aufrecht erhalten, und so kam es, daß er sich strafbar gemacht hat. Strafbar in einem Umfang, wie es niemand für möglich gehalten hätte. Aber in Wirklichkeit war der große Finanzmann kein kühl und sachlich rechnender Kaufmann, sondern eine Persönlichkeit, wie sie als Romanfigur unglaubwürdig erschienen wäre. Wie ein drohender Schatten lagen die Schwierigkeiten des Kreugern=Konzerns schon Wochen vor dem Zusammenbruch über der Weltwirtschaft. Man wird heute nicht mehr das Märchen aufrecht erhalten können, daß Jvar Kreuger fallen gelassen wurde. Seine Lage war so verzweifelt, daß er nicht einmal die Schwierigkeiten, die er hatte, eingestehen konnte. Auf seine Wünsche nach Geld wird man ihm zweifellos geantwortet haben, daß er bei der allgemein so angespannten Situation seine eigenen Hilfsquellen in Anspruch nehmen sollte. Darauf konnte er nicht die einzig richtige Antwort geben, die nicht etwa lauten mußte: Die Hilfsquellen sind versiegt, sondern die existieren seit langem schon nicht mehr. Nachdem mehr als ein Jahrzehnt einen Mann wie Ivar Kreuger der Nimbus eines der größten Finanz= genies der Welt umgeben hat, kann man sich nur schwer dazu entschließen, ihn sich als einen Spekulanten oder gar Betrüger großen Formates vorzustellen. Gegenüber dem, was jetzt bekannt wird, verblassen aber die verschiedenen deutschen Affären, die soviel Staub aufgewirbelt haben. Man muß schon mehrere Jahrhunderte zurückgehen, um einen geeigneten Vergleich zu finden, und zwar scheint am nächsten zu liegen die Persönlichkeit John Laws, des Schöpfers des Papiergeldes. Auch er erreichte im Laufe weniger Jahre eine schwindelnde Machthöhe in Frankreich. Aber als dann der Run auf die von John Law begründete Bank begann, fruchteten alle Zwangsmaßnahmen nichts. Der Bankerott war nicht mehr aufzuhalten. John Law mußte aus Frankreich fliehen und ist in Venedig im Elend gestorben. Seine Grundgedanken bestanden darin, im Kredit, im Papiergeld einen Ersatz für die den Bedürfnissen der Neuzeit an Menge nicht mehr genügenden Metall= und Umsatzmittel zu schaffen. Außerdem wollte er die kleinen Kapitalien durch Vereinigung zu einem großen zu einer fruchtbaren Macht umgestalten. Seine an sich richtigen Ideen scheiterten daran, daß er, teilweise auch von den Machthabern gezwungen, die Spekulationswut nicht eindämmen konnte. Zwei Jahrbunderte sväter ist Kreuger an dem Aufbau eines ebenfalls neuen Kreditsystems gescheitert. 9. du schöne Sommerzeit. Warum nicht in Deutschland? Um Irrtümern vorzubeugen, sei dem Leser gleich verraten, daß es sich nicht um den Begriff der Sommerzeit handelt, der Gedanken an milde Luft und lustiges Grünen und Blühen erweckt, sondern um die kleine, aber einschneidende Reform, die vom 1. April ab den Tag um eine Stunde früher beginnen läßt und ihn daher nach seinen beiden Enden— Morgen und Abend — verlängert. Diese Sommerzeit ist soeben wieder in Belgien, Frankreich und England in Kraft getreten. Und nachdem die kleine Mühe überstanden ist, am 1. April eine Stunde früher aufzustehen, und seine Taschenuhr entsprechend zu regeln(die Uhren aller Kirchtürme und Rathäuser besorgen das wie von einem Zauberschlag von selbst), genießt man den Sommer viele, viele Stunden länger als der Mitteleuropäer, der die Morgenstunden verschläft und den dafür die Nacht zeitiger umfängt. In Brüssel, Paris und London lebt man im Sommer vom frühen Morgen bis zum späten Abend, in Berlin, Stettin, Magdeburg und Köln vom späten Morgen bis zum frühen Abend. Das ist umso widersinniger, weil die deutsche Besetzung in den Jahren 1914—1918 den Belgiern die Sommerzeit— sie war eine deutsche Kriegssparmaßnahme zur Verminderung des Leuchtstoffverbrauchs— geradezu aufzwingen mußte und dabei auf den zähesten Widerstand der Bevölkerung stieß. Wer aber die Kriegsjahre über in Belgien gelebt hat, weiß, daß die belgische Bevölkerung. ganz gleich, ob Flamen oder Wallonen, die„deutsche Zeit" verabscheute. Die öffentlichen Uhren mußten von den Militärbehölden zwangsweise auf deutsche Zeit gestellt werden. kein Belgier richtete aber seine Taschenuhr nach ihnen. Auf belgischen Drucksachen wurde neben der deutschen Zeit stets die heure belge in Klammern gesetzt. Eines Tages zogen die deutschen Heere ab und nun kommt das Merkwürdige: Von diesem Augenblick an begriffen die Belgier, daß die Sommerzeit eine vernünftige und segensreiche Einrichtung sei und sie behielten von allen deutschen Einrichtungen gerade diese bei. Aber es geschah noch etwas viel merkwürdigeres: Die Deutschen behielten die Reform wohl noch ein Jahr lang bei, schafften sie aber dann sang= und klanglos ab. Franzosen und Engländer aber folgten dem belgischen Vorbild und so erfreut sich ein großer Teil Westeuropas jetzt einer übereinstimmenden Sommerzeitrechnung. Die Ersparnisse an Kohle und Oele sind beträchtlich und manche finanziell bedrängte Gemeinde könnte sich von der Wahrheit des Sprichwortes überzeugen, daß Morgenstunde Gold im Munde hat und daß man sich anders helfen kann als durch Erhöhung des Elektrizitätstarifs. Unter allen Sparmaßnahmen eines Svardiktators wäre diese die nächstliegende und am leichtesten durchzuführen gewesen. Warum man die deutsche Einrichtung gerade in Deutschland wieder abgeschafft hat: ist wohl eines von den Geheimnissen, die man mit dem geflügelten Wort zu erklären pflegt: Warum eine Sache einfach machen, wenn man sie auch kompliziert machen kann? Die oft gegebene Erklärung, die Abschaffung der Sommerzeit sei auf Wunsch der deutschen Landwirte erfolgt, ist nicht sehr glaublich. Es kann ja nur ein Spaß sein, daß die Landwirte erklärt haben sollen, die deutschen Kühe könnten sich an die geänderte Zeitrechnung nicht gewöhnen. Das wäre ja das Zugeständnis, daß das belgische, französische und englische Rindvieh klüger wäre als das deutsche, eine Behauptung, die doch eine Beleidigung für die deutschen Rinderrassen wäre. Jedenfalls erfreut sich Westeuropa durch die Sommerzeit eines Vorsprungs vor Mitteleuropa, der gar nicht unbeträchtlich ist. Es wäre für Deutschland ein leichtes, wenigstens diesen Vorsprung einzuholen und eine Notverordnung „Deutschland eine Stunde voran!“ würde schneller volkstümlich werden als jede andere... Aus dem Gerichtssaal Verurteilung wegen Falschmünzerei. Dortmund, 11. April. Das erweiterte Schöffengericht verurteilte nach längerer Verhandlung heute den 40 Jahre alten Richtmeister Heinrich Vieth aus Dortmund wegen Falschmünzerei zu zwei Jahren Gefängnis. Fünf weitere Angeklagte, darunter zwei Frauen, die sich zum Teil an der Herstellung des Falschgeldes beteiligt und die Stücke in den Verkehr gebracht hatten, wurden zu Gefängnisstrafen von zwei bis sieben Monaten verurteilt. Der Staatsanwalt hatte gegen Vieth zweieinhalb Jahre Zuchthaus beantragt. Vieth hatte in der Wohnung einer Witwe eine Falschmünzerwerkstatt errichtet, wo er Fünf= und Zweimark=Stücke sowie Fünfzigpfennigstücke hergestellt hatte. * So geht's nun nicht. Bochum, 9. April. Eine Beamtenwitwe in bereits vorgerückten Jahren stand wegen Betruges vor dem Einzelrichter. Sie weinte, jammerte, daß man sie doch nicht unglücklich machen möge, sie wolle ja alles bezahlen. Die Anklage warf ihr vor, daß die Frau, die nur eine kleine Pension hatte, ein 72teiliges Eßbesteck für mehr als 200 Mark gekauft hatte, um es, stehenden Fußes beinahe, zu versetzen. Sie tat das, indem sie die Hälfte des Besteckes in Bochum, die andere Hälfte in Gelsenkirchen ins Leihhaus brachte. Mit dem erhaltenen Gelde wollte sie andere Schulden bezahlen. derentwegen sie von den Gläubigern hart bedrängt wurde. Die Frau scheint noch mehr solche„Geschäfte“ gemacht zu haben, deretwegen eine Reihe weiterer Anzeigen gegen sie schweben. Das Gericht erklärte, für ein solches Verfahren gegenüber der so schon schwer leidenden Geschäftswelt kein Verständnis zu haben und erkannte auf eine Woche Gesängnis. * So leben wir... Bochum, 9. April. Vor einigen Monaten wurde vom Großen Schöffengericht der Arbeiter Reinmöller und der Schachtmeister Nöbel von hier wegen fortgesetzten Betruges und gewinnsüchtiger Urkundenfälschung verurteilt, Nöbel zu einem Jahr 6 Monaten Gefänguis. Unter dem salschen Namen Reinecke oder mit dem richtigen Namen Reinmöller, jedoch unter Beilegung erdenklicher Berufstitel wurden von Nöbel auf Karten Warenbestellungen gemacht in Wäsche, Honig, Obst, Zigarren, Räucheraal, Stoffen und in allen möglichen sonstigen Lebensmitteln. In den meisten Fällen hatte das Paar Erfolg; Von. Woche zu Woche wurde die Wohnung gewechselt. Als Bochum abgegrast war, ließ man sich in Wattenscheid und dann in Herne nieder, wo die Verhaftung erfolgte. Der ständige Abnehmer, ein gewisser Palm, hat, vom Schöffengericht wegen Hehlerei 3 Monate Gefängnis erhalten. Seine Berufung wurde verworsen. * Vor einem großen Kokainschmuggel=Prozeß. Nürnberg, 11. April. Beim Erweiterten Schöffeny gericht in Nürnberg hat der Staatsanwalt beim Lands gericht Nürnberg Anklage erhoben wegen Betruges, Vergehens gegen das Opiumgesetz und Beihilfe dazu. Er handelt sich um einen Kokain= und Salvarsan=Schmuggelprozeß, in dessen Mittelpunkt wohl ein Dr. Sichert und der vorbestrafte E. Kolb stehen dürften. Die Angeklagten sollen u. a. im August und September 1931 außerhalt, Deutschlands Kokain teilweise versälscht und Ocker, den sie als Salvarsan bezeichneten, verkauft bezw. zu verkaufen versucht und sich in diesem Zusammenhang reich liche Geldmittel erschwindelt haben. * Gattenmörder zum Tode verurteilt. Tilsit, 11. April. Vor dem Schwurgericht fand der Prozeß gegen den des Gattenmordes angeklagten Waldarbeiter Gerhardt aus Argenbruck statt. Gerhardt hatte bereits mit 21 Jahren geheiratet. Seine Frau hatte ihm vier Kinder geschenkt. und obwohl sie das fünfte erwartete, unterhielt er ein Liebesverhältnis mit einer Hausangestellten. Unter dem Eindruck dieser Liebe kam der sonst als ruhiger und besonnener Mann bekannte Gerhardt zu dem Entschluß, seine Frau aus der Welt zu schaffen. In der Nacht erschoß er die Frau und verscharrte die Leiche im Walde. Der Staatsanwalt beantragte die Todesstrafe, da die Tat bei voller Ueberlegung erfolgt sei. Der Verteidiger plädierte auf Affekthandlung. Das Schwurgericht erkannte gemäß dem Antrage des Staatsanwalts auf Todesstrafe und auf dauernde Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Der schnellste Langstrecken=Flieger der Welt abgestürzt. 8 Der amerikanische Rekord=Flieger Frank Hawks, der durch seine Schnelligkeits=Rekordflüge Londen—Berlin und London—Rom im letzten Jahr Aufsehen erregte, ist über dem Flugplatz von Worcester(Massachusetts USA.) so gefährlich abgestürzt, daß er in bedenklichem Zustande in ein Hospital geschafft werden mußte. — Kindermund. Die kleine Illa kommt sehr stolz zu ihrer Mutter, weil sie die Bedeutung der Farben gelernt hat: rot ist die Liebe, blau die Treue, weiß die Unschuld.„Nun“, fragt die Mutter,„weißt du denn auch, was Unschuld ist?“ Prompt erfolgt die Antwört: „Wenn man so viel Geld hat, daß man alle seine Rechnungen zahlen kann.“ — Mißtrauisch. Professor K, ein berühmter Statistiker, sagt in ernstem und lebhaftem Tone zu seiner Gattin:„Ein großer Rhythmus beherrscht Werden und Vergehen dieser Welt. Stelle dir beispielsweise vor, daß, so oft du einen Atemzug tust, ein Mensch in der Welt stirbt.“ Worauf die Gattin mehr pikiert als erstannt antwortet:„Du verlangst doch wohl nicht, daß ich deshalb aufhören soll zu atmen?“ — Schmerzlich.„Mein herzlichstes Beileid, Herr Meier! Es war ein schwerer Schlag für Sie, nach zwanzigjähriger Ehe die Gattin zu verlieren.“ Meier:„Ja, und grade als ich anfing, mich an sie zu gewöhnen“. — Verwöhnt.„Frau Lehmann, warum machen Sie immer einen Kloß groß und den andern klein?“ „Ach wissen Sie, mein Mann ist im Essen so verwöhnt, der muß immer Abwechslung haben.“ — Wahres Geschichtchen. Am oberen Kurfürstendamm in Berlin steigt eine ältere, sehr vornehme Dame auf die Straßenbahn. Als der Schaffner sie fragt: Einsach oder Umsteigen? erkundigt sie sich nach dem Fahrpreis und sagt erklärend:„Sie müssen wissen,— ich bin zwei Jahre nicht Straßenbahn gefahren.— Wir hatten nämlich unseren eigenen Wagen... „Jott, Madamken“, sagt der Schaffner,„wenn Sie wüßten, wie wir sie vermißt haben...“ — Goldfrische Eier. Das beste ist, man lauft Eier mit Datumstempel. Da hat man wenigstens Gewähr für frische Ware. Das Ei, das Frau Nebbrig am 17. März kochte, trug den Stempel 15. 3. Zwei Tage alt, also goldfrisch. Als sie aber die Schale aufklopfte, stank es infernalisch wie zwei Schwefelwasserstoff=Fabriken. „Wie ist das bloß möglich!“ jammerte sie.„Es ist doch 15. 3. gestempelt!“ „Es steht aber keine Jahreszahl dabei!“ sagte Herr Nebbrich weise. — Umgekehrt.„Ja wissen Sie, meine Herren", berichtet ein von einer Afrikaxeise zurückgekehrtes Stammtischmitglied,„die Schlafkrankheit das ist etwas ganz Fürchterliches. Kaum ist ein armer Neger von so einer Tfe=tse=Fliege gestochen, schläft er ein...“ „Bei uns ist das ganz anders“, erklärt Herr Stadtratfunktionär Eusebius Wackerl,„kaum wird bei und einer von einer Fliege gestochen, wacht er auf.“ Provinz=Nachrichten Hombruch, 11. April.(Kind auf dem ersten Schulgang lebensgefährlich verletzt.) Auf der Löttringhauserstraße in Hombruch kam es zu einem sehr bedauerlichen Unfall. Der 7jährige Junge Erhard Brümmer war mit mehreren Kindern auf dem Wege zur Schule. Der Motorradfahrer Werner Fl. aus Witten=Schnee kam den Kindern entgegen. Als Fl. in Höhe der Kinder war, lief Brümmer plötzlich quer über die Straße, wobei er vor das Motorrad geriet. Das Kind wurde zu Boden geschleudert. Es blieb mit schweren Verletzungen besinnungslos liegen. Man brachte das Kind in das Marienhospital. Die Aerzte stellten eine schwere Gehirnerschütterung sowie einige Fleischwunden fest. Die Kopfverletzung ist sehr ernst. Noch am Sonntagabend war der Zustand des Jungen besorgniserregend. Nach den Zeugenaussagen trifft den Motorradfahrer keine Schuld. Der schwerverletzte Junge, der in der Behringstraße 37 In Kirchhörde wohnt, ging zum ersten Mal allein zur Schule. Dortmund, 11. April.(Tödlicher Unfall eines Betrunkenen.) Der 48jährige Militärinvalide Michael L. aus der Hohenstraße in Dortmund hielt sich in sehr stark angetrunkenem Zustande auf der Rheinischenstraße in Dortmund auf. Er behinderte in seinem Zustande den Verkehr. Ein Schutzpolizeibeamter versuchte ihn zum Nachhausegehen zu bewegen. L. entfernte sich in Richtung durch die Humboldtstraße. Eine halbe Stunde später war L. schon wieder auf dem Körnerplatz.-Mit hocherhobenen Armen lief er einer Straßenbahn entgegen. Jetzt nahmen sich zwei Schutzpolizeibeamte seiner an. Sie brachten ihn zur Polizeiwache am Südwall. Auf der Polizeiwache stürzte L. die Treppe hinunter. Hierbei erlitt er schwere Verletzungen an der Kopfseite. Der Polizeiarzt sorgte für die Ueberführung des L. zum Johanneshospital. In der Nacht ist L. gestorben. Er hatte sich bei seinem Sturze einen schweren Schädelbasisbruch zugezogen. Dortmund, 12. April.(Ein gefährlicher Spaß.) Das eiserne Schornsteinrohr einer Baubude stand dieser Tage aus unbekanntem Grunde unter elektrischem Strom. Svielende Kinder hatten davon Wind bekommen und leiteten mit einem Draht den Strom in eine Wasserpfütze auf der Straße. Die Folge war, daß alle vorübergehenden Leute einen elektrischen Schlag erhielten, ohne zu wissen, wie ihnen geschah. Schließlich untersuchte die Polizei die Sacho, ließ durch das Elektrizitätswerk den Draht durchschneiden und so die Gefahr beseitigen. Castrop, 12. April.(Kindesleiche gelandet.) Am Sonntag nachmittag, dem 10. d. Mts., wurde auf den Ruhrwiesen unterhalb des Castroper Wasserwerks eine neugeborene, ausgewachsene Kindesleiche männlichen Geschlechts. die höchstwahrscheinlich durch das Hochwasser dort angeschwemmt wurde, geborgen. Das Kind war in ein weißes Bibertuch, drei Stücke Nessel— altes Damenhemd— eingewickelt und mit Bindfaden umschnürt. Unter das Kinn war ein weißes Damentaschentuch gelegt. Durch Obduktion kann erst festgestellt werden, ob das Kind nach der Geburt gelebt hat. Personen, die bezüglich der Kindesmutter Angaben machen können, werden gebeten. der Kriminalpolizel, Markt 15, Mitteilung zu machen. Schwelm. 11. April.(Dreister Raubüberfall. Geistesgegenwart einer Frau.) Nach Fortgang des Pächters der „Waldlust“, Krack, um einen Abendbesuch bei der NachGarschaft zu machen, drangen zwei maskierte Männer in die Küche ein, in der sich die Ehefrau Krack und eine Angestellte bei der Zubereitung des Abendessens befanden. Die beiden Frauen wurden mit einem Revolver und Gummiknüppel bedroht und aufgefordert. alles Bargeld herauszugeben. Unter dem Druck der Bedrohungen gab die Frau das Wechselgeld in Höhe von etwa 8 Mk. heraus, womit sich die Räuber aber nicht zufrieden gaben. Die Frau wurde aufgefordert, das Geld, das sich in den oberen Räumen befinden sollte, herbeizuschaffen. Sie mußte mit dem einen Räuber nach oben gehen, während der andere die Hausangestellte mit dem Gummiknüppel bewachte. Als der Räuber, der die Treppe hinauf vorging. nicht aufpaßte, machte die Frau kehrt. lief die Kellertreppe hinunter und durch den Keller ins Freie auf die benachbarten Häuser zu. Der Räuber setzte ihr nach und erreichte sie schließlich. Er warf sie zu Boden und drohte mit Erschießen, falls sie nicht sofort mit ihm umkehre. Die Frau ließ sich aber nicht einschüchtern und schrie aus Leibeskräften um Hilfe. Der Räuber ließ die Frau daraufhin los, rannte zum Hause zurück, rief seinen Kumvanen heraus und flüchtete mit ihm. Als die durch das Schreien der Frau alarmierten Nachbarn herankamen, waren die beiden Räuber verschwunden. Die Telephonseitung zur„Waldlust“ war zerschnitten. Eine Tuchmaske wurde in der Nähe des Hauses gefunden. Wuppertal, 12. Avril.(Parteipolitik aus der Verwaltung.) Der Oberbürgermeister erläßt im Amtsblatt der städtischen Verwaltung eine Verfügung, in der jede politische Propaganda in der städtischen Verwaltung einschließlich des Aushanges von Plakaten und Aufrufen verboten ist. Wupvertal, 12. April.(Mord oder Unglücksfall.) Der 25jährige Nationalsozialist Ladwig ist auf noch nicht völlig geklärte Weise ums Leben gekommen. Er verließ um 4 Uhr morgens den Schlafraum des SA.=Heims in der Kaiser=Wilhelm=Straße im Wuppertal, um den SA.= Mann, der auf der Straße Wachtdienst versah, abzulösen. Unmittelbar darauf wurde er schwerverletzt aufgefunden. Der sofort herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Da nach dem Polizeibericht die Kugel durch den ganzen Körper von der linken unteren Bauchseite bis zum Halswirbel durchgedrungen ist, liegt vermutlich ein Unglücksfall vor. Opladen, 12. April.(Drei Zentner Forellen gestohlen.) In einer der letzten Nächte wurden aus einem Forellenteich in Lützenkirchen etwa 2½ bis drei Zentner Forellen gefangen und gestohlen. Die Fische sind zum Teil mit einem Netz und zum Teil mit der Angel gesangen worden. Der Schaden beläuft sich auf rund 400 Mark. Düsseldorf, 12. April.(Durch den Treppenschacht zu Tode gestürzt.) In einem Hause der Worringerstraße lehnte sich im Flur des oberen Stockwerks ein Mann, der nach seinem im Hausflur untergestellten Fahrrade sehen wollte, so weit über das Treppengeländer, daß er das Uebergewicht verlor. Der Unglückliche stürzte durch den Treppenschacht in die Tiese und brach sich das Genick. Mayen, 11. April.(Vom Spiel in den Tod.) Eines kragischen Todes starb ein achtjähriges Mädchen eines Mahener Postbeamten, das in Kaisersesch zu Besuch wellte. Das Kind hatte sich mit Seilspringen vergnügt. Kurz nach dem Spiel stellten sich heftige Schmerzen ein. Die ärztliche Untersuchung stellte eine Darmverschlingung fest. Das Kind starb. Mayen, 11. April.(Granatenfund aus der Besatzungszeit.) Nach einer Meldung aus den Eifeldorf Wehr wurden dort in den letzten Tagen wieder mehrere Munitionssunde gemacht, die aus der Besatzungszeit herrühren, wo in der Nähe des Ortes des öfteren amerikanische Manöver stattfanden. Beim Ausbessern von Wiesengräben fanden Einwohner Artilleriegeschosse, die infolge des weichen Bodens nicht zu Explosion gekommen waren. Die gefährlichen Funde wurden durch Fachkundige gesprengt.— In Braubach fanden junge Burschen im Rhein ein größeres Handgranatenlager, das beim Abzug der Besatzungstruppen von den Soldaten versenkt worden war. Die Burschen zündeten ein Feuer an, das sie auf die Handgranaten warfen. Glücklicherwesse wurde bei der Explosion niemand verletzt. Maria Laach, 12. April.(Freitod eines. Lehrers.) Aus dem Fischweiher am Laacher See wurde eine männliche Leiche geborgen. Wie aus den vorgefundenen Pavieren hervorgeht, handelt es sich um einen 35jährigen Lehrer aus Reusrath(Landkreis Solingen). Der Unglückliche hatte sich die Pulsadern geöffnet und dann ins Wasser gestürzt. Bitburg(Eisel), 12. April.(Zwetjähriges Kind in einem Bach ertrunken.) Das zweijährige Söhnchen eines Mühlenbesitzers aus Rittersdorf bei Bitburg fiel in die hochgehenden Fluten des Mühlenbaches und ertrank. Trier, 11. April.(Den Viehhüter zu Tode getrampelt.) In Wecker an der Luxemburgischen Grenze griff der Gemeindestier den Viehhüter an. Das wütende Tier nahm ihn auf die Hörner, schleuderte ihn in die Luft und trampelte so lange auf ihm herum, bis er tot war. Die Hilfe der Dorfbewohner kam zu spät. Saarbrücken, 12. April.(Er wollte sich der irdischen Gerechtigkeit entziehen.) Der Mörder des Hüttenarbeiters Linz aus Ommersheim, Klein, hat im St. Ingberter Amtsgerichtsgefängnis bereits zweimal Selbstmordversuche unternommen. Zunächst versuchte er. sich in seiner Zelle zu erhängen, doch ist sein Vorhaben so rechtzeitig bemerkt worden, daß er gerettet werden konnte. Bald darauf war es ihm gelungen, eine Stange Rolltabak in einer kleinen Menge Wasser aufzulösen und diese Lösung auszutrinken, wobei er sich eine schwere Nikotinvergiftung zuzog. Klein ist infolge der Vergiftung in die städtischen Krankenanstalten überwiesen worden. Vorfahrtsrecht für Ein Arzt=Wagen mit dem neuen Seiten=Scheinwerfer und dem Wimpel K. V. D. A. Die Kraftfahr=Vereinigung deutscher Aerzte hat von der Polizei die„Versicherung erhalten, daß ihre Mitglieder bei Ausübung ihrer Berufspflichten Vorfahrtsrechte genießen. Die Wagen sind durch einen Wimpel und einen besonderen Scheinwerfer, der ein rotes Kieuz zeigt, gekennzeichnet und dürfen in besonderen Fällen bei rotem Licht durchfahren bezw. an sonst verbotenen Stellen parken. Aus aller Welt Admiral Michelsen* Der Oberbesehlshaber der=Boot=Wasse im Weltkriege. Berlin, 10. April. Nach langem, schwerem Leiden verschied gestern in Fallingbostel Vizeadmiral a. D. Michelsen. Seine Hauptverdienste erwarb er in den letzten Kriegsjahren als Oberbefehlshaber der=BootStreitkräfte der Hochseeflotte. Blutiger Zwischenfall in Hamburg. Zwei Tote, 3 Verletzte. Hamburg, 11. April. Am Wahlsonntag kurz nach 17 Uhr wurde, wie gestern schon berichtet, am Ausschlägerweg der SA.=Mann Brandt von politischen Gegnern erschossen. Ein weiterer SA.=Mann, der Augenzeuge des Vorfalls war, erlitt einen Herzschlag, dem er erlegen ist. Außerdem wurden noch drei weitere Nationalsozialisten durch Schüsse verletzt. Sie wurden dem Krankenhause zugeführt. Auffindung von Gesallenen aus dem Weltkriege. Paris, 11. April. Wie dem„Matin“ aus Amiens berichtet wird, sind im März bei Ausgrabungen die Leichen von 97 deutschen und 91 französischen Soldaten aufgefunden worden. 22 deutsche und 50 französische Soldaten konnten identifiziert werden. Ueberführung der Leiche Briands nach Cocherelle. Paris, 10. April. Die Ueberführung der Leiche Briands, die jetzt in einer provisorischen Gruft auf dem Pariser Fricdhof Passy ruht, nach Cocherelle findet am 12. Juni statt. * — Unvorsichtigkeit— die voraussichtliche Ursache des Münchener Brandes. Die letzte Wache konnte vom Brandplatz der Münchener Schrannenhalle zurückgezogen werden. Feuerwehrleute und Arbeiter haben mit dem Abbruch des Daches des Freibankgebäudes begonnen, das einzustürzen drohte. Anhaltspunkte dafür, daß das Großfeuer der Schrannenhalle auf Brandstiftung zurückzuführen sein könnte, haben sich nicht ergeben. Die Brandursache dürfte Unvorsichtigkeit bei der Einbringung von Kraftwagen gewesen sein. Ein Gerücht, daß bei dem Brande die sämtlichen Münchener Wahlurnen verbrannt scien, hat sich als irrig erwiesen, da sie in dem vom Feuer verschont gebliebenen südlichen Teil der Halle aufbewahrt sind. Die Höhe des angerichteten Schadens steht noch nicht fest, geht aber in die Hunderttausende. — Uebersall auf nationalsozialistisches Verkehrslokal ver Gericht. Das Schwurgericht beim Landgericht Il in Berlin verhandelte gegen 22 Kommunisten, die bei dem Uebersall auf das nationalsozialistische Verkehrslokal in der Richardstraße in Neukölln verhaftet wurden. Sie werden des versuchten Mordes, der Beihllfe zum Mord und des schweren Landfriedensbruchs beschuldigt. In der Verhandlung kam es zu einem Zwischenfall zwischen dem kommunistischen Rechtsanwalt Dr. Litten und der Staatsanwaltschaft. Einer der in Untersuchungshaft befindlichen Kommunisten war wegen plötzlicher Erkrankung nicht erschienen. Staatsanwaltschaftsrat Volck beantragte deshalb, das Verfahren gegen dlesen Angeklagten abzutrennen. Das Schwurgericht verkündete schließlich die Abtrennung des Verfahrens. — Politische Schlägerei. Zwischen dem Kommunisten Heinrich Falkner und dem Händler Hubert Reitelmann kam es in einer Wirtschaft in Rosenheim zu einer politischen Schlägerei, in deren Verlauf Falkner sein Messer zog und seinem Gegner vier schwere Stiche in die Brust und in den Rücken beibrachte. Ein Gesinnungsfreund des Verletzten schlug mit einem abgebrochenen Stuhlbein Falkner nieder. Ein Unbekannter brachte ihm einen Stich in die linke Brustseite knapp oberhalb des Herzeus bei. Es besteht bei beiden Lebensgefahr. Sie wurden in das Krankenhaus Rosenheim eingeliefert. Turnen, Sviel und Svort. D. A. S. V. von 1891.— Ringen. Ein klarer Sieger der Germania, Stockum. Germania Stockum— Ringklub Hombruch 20:18. Die Stockumer Ringer zeigten am Samstag abend im Saale Blanke seit langer Zeit wieder eine beachtliche Form, die ihnen einen verdienten Sieg über die Hombrucher brachte. Das Sportprogramm des Abends, das sehr umfangreich bemessen war, stand auf hoher Stofe. Leider mußte man im Bantamgewicht 6 Punkte ohne Kampf abtreten, da Wilms=Stockum Uebergewicht brachte. Zum Kampfverlauf folgendes: Einlagekampf im Leichtgewicht: Stephan=Stockum siegt über Kolle=Hombruch durch Ueberwurf nach 4 Minuten. im zweiten Gang durch Eindrücken der Brücke nach 9 Minuten. Bantamgewicht: Kretschmer=Hombruch kampflos Sieger in beiden Gängen. Federgewicht: Wilms=Stockum wird von StolbeHombruch nach 9 Minuten durch Aufreißer besiegt, im zweiten Gang wird Stolbe Punktsieger. Im Leichtgewicht siegt Sagel=Stockum über Schimschak=Hombruch nach Punkten, erliegt aber im zweiten Gang nach Punkten. Weltergewicht: Der jugendliche Faber=Stockum siegt im ersten Gang durch verkehrten Ausheber in 9 Min. über Eberswald, im zweiten Gang kann Frohe=Hombruch durch einen Arbeitssieg über Horzig=Stockum gewinnen. Mittelgewicht: Spittler=Stockum besiegt BlankenHombruch nach 9½ Minuten durch Armzug am Boden, im zweiten Gang siegt Spittler durch Aufreißer mit Hammerlok nach 10½ Minuten. Halbschwergewicht: Bodenhausen=Stockum besiegt Nietsche kl=Hombruch durch Kopfhüftzug nach 6½ Min., im zweiten Gang gewinnt Bodenhausen durch Eindrücken der Brücke. Schwerg: Schreckenschläger=Stockum besiegt Nietsche! durch Hüftzug nach 1½ Minuten, erliegt aber im zweiten Kampf nach 4½ Minnten durch Halbnelson mit Hammerlok. Verschiedenes Das erste Automobilrennen der Welt! Das erste Automobilrennen der Welt fand im Jahre 1894 auf der Strecke Paris—Ronen statt und erstreckte sich auf eine Entfernung von über 126 Kilometer. Der Sieger erzielte eine Stundengeschwindigkeit von 20 Kilometern. Das erste deutsche Autorennen fand dagegen 1898 zwischen Berlin und Potsdam statt. Hier war der technische Fortschritt bereits so groß, daß der Sieger eine Stundengeschwindigkeit von 32 Kilometern erzielte. * Königin Marys Tresor. Auf Wunsch der englischen Königin ist im Kellergewölbe des Buckingham=Palastes ein Tresor eingebaut worden, in dem sie ihre Kostbarkeiten und Juwelen aufbewahrt. Der Tresor liegt etwa 12 Meter tief unter der Erde und ist durch alle möglichen Sicherungsvorrichtungen vor Einbruch geschützt. Der stählerne Kassenschrank wird mit einem goldenen Schlüssel geöffnet. Um an den Schrank heranzukommen, muß man erst verschiedene Hindernisse überwinden. Zuerst kommt eine schwere eiserne Tür. Die zweite Metalltür, die etwa 20 Tonnen wiegt, wird nur demjenigen geöffnet, der die Paroie kenht. Die Fachleute versichern, daß die beiden Türen des Gewölbes jedem Bohrversuch, sei es mit Dynamit oder Schweißapparaten, standhalten können. Trotzdem is# eine Alarmglocke angebracht, deren leiseste Berührung die Alarmglocke in der Wachstube des Palastes und in allen Polizeirevieren in der nächsten Umgebung in Bewegung setzt. Königin Mary kann also ruhig schlafen. Ihre Kostbarkeiten sind sicher untergebracht. Der Sieger der Heeres=Waldlaus=Meisterschaften. Oberkanonier Scheler(rechts) wird von Feldwebel Hirschfeld, dem Rekordmann im Kugelstoßen, zu seinem Siege beglückwünscht, den er bei den in Wünsdorf bei Berlin ausgetragenen Wahldlauf=Meisterschaften der Reichswehr errang. — Jugend und Besonders stark hat man's gespürt In diesen aufgeregten Tagen: Die jüngste Jugend schon berührt Die Politik mit ihren Fragen. Schon in der Schule fängt das an, Und kaum zehn Jahre alte Knaben Trifft man, die sichrer als ein Mann Politisch ihre Meinung haben. Und diese Meinung wirkt sich aus In dem heut' so beliebten Hassen. Die Schule sieht so manchen Strauß Politisch aufgewühlter Klassen, Und mancher Junge kommt zerzaust Nach Hause mit durchwalkten Knochen Weil andre mit der Kraft der Faust Mit ihm von Politik gesprochen. Wo soll das hin? Das macht nicht halt, Das greift umher, bis die Standarten Politischer Parteien bald Errichtet schon im Kindergarten. Und schließlich kommen wir so weit, daß selbst das allerkleinste Kindel Nach dem Parteiabzeichen schreit Auf der von ihm benutzten Windel. Es wäre wirklich angezeigt, Dem einen Riegel vorzuschieben. Daß sich die Jugend so versteigt Und mitmacht in Parteigetrieben Ist ganz und gar von Ueberfluß, Da anderseits so manche Alten In dem politischen Erguß Oft äußerst kindlich sich verhalten. (Peter Robinson in den„Flieg. Bl.“) Der Hebel des Lebens ist der Hunger. Zu diesem Thema bringt die neue„Hamburger Illustrierte" packende Aufnahmen aus dem Tierreich. Weiter eine interessante Sammlung von„Max und Moritz=Eigentümlichkeiten“ zum 100. Geburtstage von Wilhelm Busch, zwei Bilderseiten aus dem Hamburger Hafen, einen Bildartikel aus der Negerstadt Harlem(Newyork) und anderes mehr. Sonderzugsrreßen des Storches der Schwalbe Pc c b * 9 0 M ur + er AAR M ASCHES MEER 300AFRIKA : terorene Die 3 großen bgstfeben: INegtl. Köstenstraße Ster. Orossel. Möwe, Seeschwalbe Reiher„Schnepfe 2. Ttel.- Spenische AOSEERGG Lerche. Nachtel. Amsel Drossel, Ster.Möwe 3. Adrist-kunesische Zugstreße: PO Möwe Reiher Reubvögel. Rotkehichen Goldammer. Buchfink Auf welchen Wegen kommen die Zugvögel zu uns zurück? Mit den milden Frühlingswinden stellen sich überall bereits die ersten Zugvögel wieder ein. Der Storch kreist über dem gewohnten Ristplatz auf dem hohen Giebel, die Sturm=Möwen flattern an den Ufern entlang und die Lerche singt hoch oben in den Lüften. Da ist es nun interessant, einmal zu verfolgen, welche ungeheuren Wege die Bögel zurücklegen, bevor sie von den warmen Winterquartieren wieder zu uns gelangen. Auc ste Nachrichten. Wiederbeginn der Beratungen. Vorsloß Amerikas. Genf, 12. April. Die Verhandlungen der Abrüstungskuferenz begannen am Montag im Hauptausschuß. Der Präsident der Abrüstungskonserenz Henderson, hat den Wunsch geäußert, daß vor allem die Großmächte jetzt zu den einzelnen Fragen der Abrüstung, insbesondere dem Grundsatz der endgültigen und vollständigen Abrüstung und der Rechtsgleichheit anderer Staaten, Stellung nehmen. Von amerikanischer Seite wird mitgeteilt, daß Vorschafter Gibson den Standpunkt der amerikanischen Regierung zur Abrüstungsfrage und neue, eingehende amerikanische Abrüstungsvorschläge vorbringen wird, die sodann nach dem— Ende der Woche zu erwarteten— Eintressen des Staatssekretärs Stimson sachlich zur Verhandlung gelangen sollen. * Abschaffung der Angriffswaffen. Die amerikanischen Abrüstungsforderungen. Geuf, 12. April. Die Abrüstungskouferenz begann ihre Arbeiten Montag nachmittag im Hauptausschuß mit einer Eröffnungsrede des Präsidenten Henderson. An der Sitzung nehmen u. a. der englische Außenminister Simon und der französische Ministerpräsident Tardieu und Botschafter Nadolny sowie zahlreiche andere Außenminister teil. Der amerikanische Botschafter Gibson legte sogann der Abrüstungskonserenz einen neuen Abrüstungsvorschlag seiner Regierung vor, in dem die vollständige und sofortige Abschaffung der schweren Artillerie, der Tanks und der chemischen Waffen gefordert wird. In dem amerikanischen Entschließungsentwurf heißt es, daß sämtliche Mächte der Welt die gleichberechtigten Befürchtungen hinsichtlich der Verteidigung ihres Territoriums empfänden, daß viele Staaten gegenwärtig von dem Gefühl des drohenden Angriffs durch ihre Nachbarn beherrscht seien und daß die Abschaffung der Angriffswaffen der entscheidende Schritt zur Herstellung des allgemeinen Sicherheitsgefühls sei. Die amerikanische Regierung schlage im einzelnen vor, daß der Hauptausschuß unverzüglich beschließen solle: 1. Die Hauptangriffswassen, schwere Artillerie, Tanks und chemische Wassen als solche abzuschaffen. 2. Der Laudabrüstungsausschuß wird beauftragt, einen Plan über die Klassifizierung der Geschütze mit Kalibern über 155 Millimeter und der Tanks sowie der Gaswassen aufzustellen. 3. Die Staaten verpflichten sich, diese Angriffswassen im Kriegsfalle nicht zu benutzen. 4. Der Politische Ausschuß wird beauftragt, die endgültige Entschließung auszuarbeiten und dem Hauptausschuß binnen einer Woche zur Durchberatung vorzulegen. Gibson unterstrich in seiner großen Rede, daß das Problem der Sicherheit im Mittelpunkte der Abrüstungsverhandlungen stünde. Obwohl das amerikanische Volk bisher wenig Sympathie für den Sicherheitsgedanken gehabt habe, sei jedoch die amerikanische Regierung zu der Ueberzeugung gekommen, daß eine Lösung des Abrüstungsvroblems nur auf dem Wege der Lösung der Sicherheitsfrage zu erreichen sei. Der Weltkrieg habe gezeigt, daß alle Verteidigungsmaßnahmen, insebesondere Festungsgürtel gegenüber den schweren Augriffswafsen wehrlos seien. Durch die Abschaffung der Angriffswassen würden die Verteidigungsmaßnahmen wieder ihre wahre Bedeutung gewinnen und damit in den Bölkern ein Gefühl der Sicherung geschaffen werden. Gibson betonte ferner, daß die Abschaffung der Angriffswaffen eine wesentliche Verminderung der Heereshaushalte ermöglichen würde. Zum Schluß verlangte Gibson mit großem Nachdruck, daß als ersten entscheidenden Schritt für die allgemeine Abrüstung die Abrüstungskonferenz die vollständige Abschaffung der schweren Angriffswaffen beschließe, da hierin der Schüssel zur Lösung des gesamten Abrüstungsproblems läge. Der Vorschlag der amerikanischen Regierung führte zu einer ausgedehnten grundsätzlichen Aussprache. * Der englische Außenminister Simons erklärt vollständige Uebereinstimmung der englischen Regierung mit den Vorschlägen der amerikanischen Regierung. Die Abrüstungskonferenz stehe damit vor einem endgültigen und praktischen Vorschlag. Die englische Regierung hege den dringenden Wunsch, daß sämtliche Regierungen endgültig die schweren Landangriffswaffen aufgeben. Die Folge einer Annahme der amerikanischen Vorschläge wäre ein entscheidender Schritt auf dem Wege einer allgemeinen Abrüstung. Der Schweizer Bundespräsident Motta bezeichnete den amerikanischen Vorschlag als den ersten entscheidenden Schritt zu praktischen Entscheidungen. Der amerikanische Vorschlag biete einen Weg zur Lösung des Sicherheitsproblems durch Beseitigung der Angriffswaffen, schließe jedoch in keiner Weise weitergehende Abrüstungsvorschläge, insbesondere Abschaffung der Bombenflugzeuge aus. Der deutsche Delegierte, Botschafter Nadolny erklärte, der amerikanische Vorschlag verdiene die volle Aufmerksamkeit der Konferenz. Er stehe in vollem Einklang mit dem von der deutschen Delegation vertretenen Ideen, wenn er auch weniger weit gehe, als die deutschen Vorschläge. Demnach könne er von Deutschland nur als eine erste Etappe der Abrüstung und als ein erster Schritt im Sinne des Artikels 8 der BölkerGundssatzung betrachtet werden. Das deutsche Volk sei sich darin einig, daß das Erzebnis der Konserenz nicht in einer Festlegung der Rüstungen auf ihrem jetzigen Stand bestehen dürfe. Der deutsche Vertreter beantragt demgemäß, den einleitenden Artikel des Konventionsentwurfs entsprechend der Satzung, d. im Einne einer stärkeren Betonung des Abrüstungsgedankens, umzuarbeiten. —„Abschaffung der Angriffswaffen“ Der französische Ministerpräsident Tardien erklärte mit großem Nachdruck, er lehne eine Einzelbehandlung der amerikanischen Vorschläge ab. Die französische Regierung vertrete den Standpunkt der gegenseitigen Abhängigkeit aller Waffengattungen. Tardieu forderte, daß die amerikanischen Vorschläge nicht, wie vorgeschlagen, sofort zur Durchberatung gelangten, sondern gemeinsam mit den in gleicher Richtung liegenden Vorschlägen, insbesondere den französischen Vorschlägen auf Schaffung einer internationalen Streitmacht des Völkerbundes behandelt würden. Auf diese Weise dachte Tardien die sofortige Durchberatung und Annahme der amerikanischen Abrüstungsvorschläge unmöglich zu machen und hat die Annahme der amerikanischen Vorschläge von der Annahme der französischen Sicherheitsvorschläge abhängig gemacht. Dieser Vorstoß rief unverzüglich den italienischen General Covarello auf den Plan, der die volle Zustimmung der italienischen Regierung zu den amerikanischen Vorschlägen erklärte und auf die kürzlich eingereichte neue italienische Abrüstungsdenkschrift an die Konferenz Der Hauptausschuß beschloß, die amerikanischen Vorschläge gemeinsam mit sämtlichen in gemeinsamer Richtung liegenden Anträgen zunächst im Präsidium zur Verhandlung zu stellen. Der Hauptausschuß wird jetzt in zwei Sitzungen täglich die Hauptaussprache über sämtliche Anträge in dieser Richtung fortsetzen und am Dienstag vormittag wieder zusammentreten. * Die Vorschläge der amerikanischen Regierung sind in weiten Konserenzkreisen mit größter Genugtuung als ein erster entscheidender Schritt zur Behandlung praktischer Abrüstungsfragen begrüßt worden und fanden auch auf deutscher Seite warme Unterstützung. Dagegen wird der Versuch Tardiens, eine Behandlung der amerikanischen Vorschläge unmöglich zu machen und die Verbindung mit den französischen Sicherheitsvorschlägen herzustellen, allgemein dahin bewertet, daß die französische Regierung die ihr äußerst unbequemen amerikanischen Vorschläge, insbesondere durch die Einbeziehung der für die amerikanische Regierung unannehmbaren Kontroll= und Sanktionsmaßnahmen, zu Fall zu bringen sucht. Deutsches Reich — Keine Offenlegung der Steuerlisten. Die vom Reichstag in einer Entschließung gewünschte Vorlegung eines Gesetzes zur Offenlegung der Steuerlisten lehnt die Reichsregierung in ihrer Antwort auf die unter Berufung auf eine Denkschrift ab, in der sie die Erfahrungen des Auslandes mit der Offenlegung von Steuerlisten zusammengefaßt hat. Der Evangelische Volksdienst stellt für WestfalenNord und=Süd folgende Kandidatenliste für den Preußischen Landtag auf(Liste 14): Prof. Beidt, Pfarrer, Frankfund(Main), Scheele, Postschaffner, Quelle(Kreis Bielefeld), Gretsch, Steiger, Gelsenkirchen=Scholve), Bischoff, Ehefrau, Recklinghausen Hoppmann, Zigarrenarbeiter, Hahlen(Kreis Minden), Spreen, Lehrer, Ibbenbüren, Kissing. Reichsbahnamtmtnn, Münster; Heitmann, Vorarbeiter, Gütersloh, Viez, Religionslehrer, Bottrop, Stall, Schuhmachermeister, Burgsteinfurt, Wenk, Arbeiter, Bielefeld, Schumacher, Pfarrer, Gelsenkirchen, Martensmeier, Kreisrentmeister, Rinteln(Weser), Walkenhorst, Kaufmann, Westerenger(Kreis Herford). Scheringer verurteilf. Zweieinhalb Jahre Festung. Leipzig, 12. April. Im Prozeß gegen den früheren Reichswehrleutnant Scheringer fällte das Reichsgericht am Monta das Urteil: Scheringer wurde wegen der Vorbereitung zum Hochverrat mit einem fortgesetzten Vergehen gegen§ Ziffer 1 des Republikschutzgesetzes zu einer Festungsstrafe von zwei Jahren sechs Monaten verurteilt. Sechs Monate der erlittenen Untersuchungshaft werden ihm voll angerechnet. Die beanstandeten Schriften fallen der Vernichtung anheim. Einsturz bei Königgrätz. Prag, 11. April. Das in der Nähe von Königgräß an der Elbe im Jahre 1916 erbaute Elektrizitätswerk, das die dortige Landgemeinde mit Lichtstrom versorgt, ist gestern samt einer dazugehörigen Betonbrücke in die Elbe gestürzt. Das Gebäude, das heute auf einen Wert von 15 Millionen Kronen geschätzt wird, war vom Wasser so unterwaschen worden, daß es wie ein Kartenhaus zusammenbrach und in den Fluß stürzte. Die riesige Betonbrücke und Maschinen, die nun die Fluten der Elbe anstauen, sind eine Gefahr für die User und sollen durch Militär gespreugt werden. Zum Glück sind keine Menschenleben zu beklagen, da die nahende Katastrophe rechtzeitig bemerkt wurde. Im letzten Augenblick, als schon ein Teil der Mauern zusammenstürzte, konnten durch einen Arzt, der zufällig vorüberkam, noch zwei Kinder aus dem Hause gerettet werden; indessen schob seine Frau geistesgegenwärtig das Auto, das noch auf der Brücke stand, weiter. Sie erreichte mit dem Wagen kaum das Ufer, als die Brückenpfeiler barsten und die Brücke in die Fluten stürzte. Ein Haus flog in die Luft. 5 Tote, 16 Berwundete. Newyork, 11. April. In Springsield ereignete sich in einem dreistöckigen Mietshaus eine furchtbare Explosion. Die Erschütterung wurde in der ganzen Stadt gefühlt. Füns Personen wurden getötet und 16 vermun: det. Unter den Toten befinden sich vier Frauen, darunder die Gattin des Leiters der sorischen Kolonie in Springsield. Die Polizei führt die Eplosion auf einen Dynamitanschlag zurück. Dank an die WDahlorgane. Berlin, 11. April. Die Wahl des Reichspräsidenten hat 44 Millionen deutsche Männer und Frauen zweimal zur Ausübung ihres höchsten staatsbürgerlichen Rechts aufgerufen. Vorbereitung und Durchführung der Wahl, wie Ermittlung des Wahlergebnisses haben an Organisationsgeschick und Arbeitskraft der Behörden in Stadt und Land, sowie die Arbeitsfreudigkeit der Wahlvorstände höchste Anforderungen gestellt. Dem Schutze der Wahlfreiheit hat die Polizei in bewährter Pflichttreue gedient. Ich spreche allen beteiligten Reichs=, Landes= und Kommunalbehörden und den zahlreichen in den Wahlvorständen ehrenamtlich tätig gewesenen Männern und Frauen Dank und Anerkennung aus. Berlin, 11. April 1932. Der Reichsminister des Innern mit Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt: (gez.) Groener, Reichswehrminister. Kundgebung der Hindenburg-Husschüsse. Berlin, 11. April. Nach dem erfolgreichen Ausgang der Wahl wendet sich die Hauptgeschäftsstelle der Hindenburg=Ausschüsse in einer Kundgebung an die Oeffentlichkeit, in der es heißt: „Wenn Reichspräsident von Hindenburg im Gegensatz zu der Wahl von 1925, in der er mit 14½ Millionen Stimmen nur eine relative Mehrheit erreichen konnte, diesmal mit so klarer absoluter Mehrheit sein hohes Amt aus den Händen des deutschen Volkes zum ersten Male entgegennimmt, wenn er nach sieben Jahren charaktervoller, überparteilicher und höchst verantwortungsbewußter Staatsführung die hinter ihm stehende Wählerschaft um fünf Millionen vermehren konnte, so ist das eine erhebende Rechtfertigung für das Tun und Wirken dieses einzigartigen Mannes. Mit Freude und Genugtuung stellen wir fest, daß die Mehrheit des Volkes der Parole für überparteiliche Staatsführung gefolgt ist. Herzlicher Dank gebührt vor allem denen, die in den vergangenen Wochen und Monaten unermüdlich und mit großer Selbstaufopferung sich dem Kampf für die nationale Sache zur Verfügung gestellt haben.“ Wahlbeteiligung etwa 83,6 v. H. Berlin, 11. April. Nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis beträgt die Gesamtziffer der abgegebenen gültigen Stimmen 36 491 694. Dies Ergebnis bedeutet eine Wahlbeteiligung von ungefähr 83,6 v. H. gegenüber einer solchen von 86,2 v. H. im ersten Wahlgang. Wie Preußen wählte. In den preußischen Wahlkreisen wurden bei der Reichspräsidentenwahl am 10. April folgende Stimmen abgegeben: Hindenburg 11830 204, Hitler 8625 832, Thälmann 2211 197. Im ersten Wahlgang am 13. März 1932 erhielten: Hindenburg 11022089, Hitler 6844 854, Thälmann 3724 687, Duesterberg 1825 158. Vorläusig kein Reichstag. Berlin, 12. April. Der Aeltestenrat des Reichstages hielt eine Sitzung ab, um über den Antrag der Oppositionsparteien, den Reichstag zum 26. April einzuberusen, zu beraten. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der Rechtsopposition und der Kommunisten abgelehnt. Es wurde in Aussicht genommen, am 26. April eine Sitzung des Aeltestenrats abzuhalten, in der über die Einberufung des Reichstages Beschluß gefaßt werden soll. Auf eine Anfrage teilte Staatssekretär Pünder mit, es sei zu erwarten, daß der Haushalt bald dem Reichsrat: zugeleitet werden könne. Neue Devisenschiebungen. Vier Berliner Bankiers verhaftet. enb. Berlin, 11. April. Die Zollfahndungsstelle hat vier Berliner Bankiers, deren Namen im Interesse der weiteren Untersuchung noch nicht genannt werden dürfen, wegen Devisenschiebungen festgenommen. Die Zollfahndungsstelle hat, wie es heißt, eine beträchtliche Summe beschlagnahmen können. Strecker=Urteil aufgehoben. WTB. Leipzig, 11. April. Auf die Revision des Schriftstellers Karl Strecker, der unter aufsehenerregenden Umständen am 27. August v. Is. das von ihm in Kleinmachnow bei Zehlendorf mietweise bewohnte Landhaus in Brand steckte, hat das Reichsgericht heute das gegen ihn vom Schwurgericht Potsdam am 19. Oktober 1931 ergangene und wegen Brandstiftung und Versicherungsbetruges auf ein Jahr Zuchthaus lautende Urteil aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zurückverwichen. 3 Feuerwehrleute abgestürzt. München, 11. April. Bei einer Uebung der Freiwilligen Feuerwehr ereignete sich am Sonntag vormittag ein schwerer Unfall, bei dem drei Feuerwehrleute schwer verletzt wurden. Die Feuerwehrleute hatten an die Rückfront eines Schulhauses eine 19 Meter hohe Schiebeleiter angelegt. Plötzlich kam ein Windstoß und riß die Leiter um. Der ganz oben auf der Leiter stehende Feuerwehrmann und Kesselschmied Eduard Bauer erlitt beim Absturz eine Wirbelsäulenverletzung und komplizierte Unterschenkelbrüche. Auch die beiden anderen auf der Leiter stehenden Feuerwehrleute, der Angestellte Gustav Lipferd und der Schlosser Ludwig Schönecker, wurden so schwer verletzt, daß sie dem Krankenhaus zugeführt werden mußten. Ueberlastetes Auto verunglückt. Ein Toter und neun Verletzte. Weimar, 11. April. Am Ausgang der Stadt Weimar fuhr heute nacht ein mit zehn Personen besetzter Sechssitzer gegen einen Baum und wurde zertrümmert. Der 26 jährige Kraftwagenführer Menge aus Weimar wurde getötet. Die anderen neun Personen, die von einem Frühlingsfest kamen, wurden mit Verletzungen ias Krankenhaus gebracht. Schweres Autounglück. Kairo, 11. April. Ein Automobil mit sieben Personeu, darunter zwei ägyptischen Staatsbeamten und einem Offizier, stürzte heute in einen Kanal. Sämtliche Insassen kamen ums Leben. „Graf Zeppelin“ vor der europäischen Küste. wtb. Friedrichshasen, 11. April. Das Luftschiff„Graf Zeppelin" besand sich um 22 Uhr(MEZ.) aus 37 Grad nördlicher Breite und 15 Grad westlicher Länge. Das Lustschiff nimmt Kurs durch die Biskaya. Die Landung wird voraussichtlich am Mittwoch früh bei Tagesanbruch erloigen. Seinen Bruder erstochen bei der Silberhochzeit der Eltern. Erfurt, 12. April. Auf der Silbernen Hochzeit seines Vaters erstach der Arbeiter Reinhold Illhardt aus Erfurt aus Familienstreitigkeiten mit einem Taschenmesser den Arbeiter Willi Illhardt aus Rochhausen bei Erfurt. Der Täter wurde verhaftet. Tardien auf dem Wege nach Gens. Paris, 11. April. Ministerpräsident Tardien hielt gestern in seinem Wahlkreis Belfort eine Rede über die wirtschaftliche, finanzielle und soziale Tätigkeit der abgelaufenen Legislaturperiode. Zu der Versammlung waren auch politische Gegner erschienen, die die Versamm lung zu stören versuchten. Ministerpräsident Tardien hat in der Nacht von Belfort aus die Reise nach Geuf angetreten. Abreise des Staatssekretärs von Bülow aus Paris. WTB. Paris, 11. April. Staatssekretär von Bülow, der im Anschluß an die Londoner Verhandlungen privatim in Paris weilte, reist heute abend zur Teilnahme an den Beratungen des Bölkerbundsrates nach Genf. Selbstmord durch Sprung von einem Turm der Notre=Dam=Kirche. wtb. Paris, 12. April. Gestern hat ein 25 Jahre alter, in München geborener polnischer Student Bernhard Friedmann Selbstmord begangen, indem er sich von einem Turm der Notre=Dam=Kirche herunterstürzte. Friedmann soll sich zwar eifrig mit seinem Studium beschäftigt, aber all sein Geld bei Pferderennen verloren haben. Aus Verzweiflung darüber hat er Selbstmord begangen Racheakt der Unterwelt. wtb. Newyork, 11. April. Drei Bewaffnete drangen heute in das Haus des Millionärs Joseph Cohen in Brooklyn ein, den sie mit drei Revolverschüssen niederstreckten. Den Tätern gelang es, zu entkommen. Man vermutet, daß es sich um einen Racheakt der organisierten Unterwelt handelt. Chinesische Verluste. Neue chinesische Angaben über die Schanghai=Verluste. Ranking, 12. April. Die chinesische Telegraphenagentur teilt mit, daß in Schanghai und Umgebung 2000 Chinesen getötet und 8800 verwundet worden seien. 10 000 Menschen werden vermißt. Der Materialschaden beträgt über eine halbe Milliarde chinesische Dollar. Gräßlicher Tod. Im Oberlicht eingeklemmt und gestorben. Minden, 11. April. Im benachbarten Bausinghausen ereignete sich in dem abseits vom Dorf gelegenen Kötterhaus Rasche gestern abend ein gräßlicher Unglücksfall. Der junge Wilhelm Rasche kehrte von einem Spaziergang kurz nach der Dämmerung wieder heim. Im Hause befand sich, da die Eltern des W. R. verreist waren, nur noch das vierjährige Schwesterchen des Verunglückten. R. hatte bereits die Haustür aufgeschlossen und den Hausschlüssel innen in das Schloß gesteckt, als er noch einmal kurz nach draußen trat. In diesem Augenblick schlug die Tür zu. R. versuchte dann, durch das über dem Türrahmen gelegene Oberfenster(Oberlicht) ins Haus zu gelangen. Es gelang ihm auch, sich bis zu den Hüften durch die schmale Oeffnung zu quetschen, kam aber dann nicht mehr weiter hindurch. So schwebte er mit dem Kopf im Haus, mit den Beinen im Freien in der engen Oeffnung des Oberlichtes! Seine Bemühungen, sich noch weiter durchzuguetschen, gelangen nicht, schnürten ihn vielmehr enger und enger ein. Von Schmerzen gepeinigt und von Todesangst gequält, begann der Unglückliche zu schreien. Wohl weckte er seine kleine Schwester, die beim Anblick ihres Bruders zu weinen begann, aber sonst drangen seine fürchterlichen Schreie zu niemanden. Mehr als zwei Stunden hat der Unglückliche in dieser fürchterlichen Lage mit dem Tode gerungen und um Hilfe geschrien. Infolge Luftmangels und innerer Verletzungen ist der 21 jährige am späten Abend gestorben. Als die Eltern des Verunglückten in der Nacht heimkehrten, fanden sie die Leiche ihres einzigen Sohnes im Oberlicht des Türrahmens eingequetscht. Die Mutter brach zusammen, während der Vater Mühe hatte, mit aus dem Dorf herbeigerufenen Kräften die Leiche zu befreien. Wetterbericht der Wetterwarte Essen. Der große Sturmwirbel, der sich nördlich von Schottland entwickelte, ist nach Mittelskandinavien gewandert. Hier füllt er sich, umspült von Kaltluftmassen, auf. Auf seiner Südseite ist gestern anhaltend maritime Warmluft nach Mitteleuropa verfrachtet worden, unter deren Einfluß in Deutschland wechselnde, meist stärkere Bewölkung mit zeitweisen Regenschauern herrschte. Diese Warmluft ist heute noch über Süddeutschland und östlich der Elbe zu erkennen, woher bei meist südlichen Winden Temperaturen zwischen 10 und 14 Grad gemeldet werden. Hinter dem Warmsektor sind bereits die kühleren Ozeanluftmassen bis nach Mitteldeutschland vorgedrungen und veranlassen westlich der Elbe bei Temperaturen zwischen 4 und 6 Grad unfreundliches Wetter mit heftigen Schauerniederschlägen. Das bestehende Rückseitenwetter wird noch weiter anhalten. Erst allmählich ist bei Winddrehung auf Nordwest. Wetterberuhigung zu erwarten. Vorhersage für Dienstag: Bei abflauenden westl. bis nordwestl. Winden noch unfreundlich und zeitweise Regenschauer. Kühl. Erst später längere Aufheiterungsverioden. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Wechselnde Bewölkung, dabei noch immer einzelne Regenschauer. Bei längerer Aufheiterung tagsüber Temperaturanstieg. Um Nordwest schwankende Winde. N 1 A 4 4 20 1 4 1 Stets einfach war dein Leben, Nie dachtest du an dich. Nur für die Deinen streben, War deine höchste Pflicht. Plötzlich und unerwartet verschied Sonntag nachmittag 4½ Uhr unsere liebe Mutter. Schwiegermutter, Oroßmutter. Urgroßmutter und Tante Hwv. Heinrich Bühren Karoline geb. Nähle im Alter von beinahe 84 Jahren. Dies zeigen tielbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Emil Böhmer. Anner, Witten. Kruckel. Lütgendortmund. Wanne-Eickel und Lengefeld, 10. April 1932. Die Beerdigung findet am Mittwoch. dem 13. Anril. nachmittags 4½ Uhr vom Sterbehause. Friedhofstr. 19, aus statt. Sollte lemand aus Versehen keine Nachricht erhalten, so diene ihm diese als solche. Beaische Vollspartei, Unnen Donnerstag, den 14. April, abends 8 Uhr spricht im Saale des Deutschen Hauses (Conrad Weber) der Spitzenkandidat des Wahlkreises Westfalen=Süd, Herr Staatsminister a. D. Dr. Boelig= Vernn. Zu dieser Versammlung laden wir alle national gesinnten Frauen und Männer herzlichst ein. Eintritt frei! Der Vorstand. ∆ S. Hochkeppel 5½# Billige Kartoffeln! ia Thüringer 0 Industrie 0 gelbfeischig! 10 Pund. 39. 100 Pund".75 5% Rabalt! 5% Rabatt! □ PoI Haustrauen, spart##o 9 0 bei Hochkeppel 3 0 „ So der-Angebot! Feinstes rheinisches Rübe nkrautih 1 Pfund nur Seiten billig! Außerdem 5% Rabatt! Unser Zucker-Rübenkraut ist augenblicklich der billigste Brolauistrich nahrhaft und gesund Pflanz-Kartoffein frühe und späte wieder eingetroffen! Herm. HOCHKCDPEI Wlitten, Sotenüber dersusc Werden Sie Kunden durch ein Inserat in dieser Zeitung. * Carl& Herm. Höchkeppel Vllten, vegenüner der Fast Stadttheater Dortmund. Freitag, 15. April, 20 Uhr:„Böhmische Musikanten". (Zugleich Vorstellung der Theatergemeinde, Serie.) Samstag, 16. April, 20 Uhr:„Böhmische Musikanten.“ Sonntag, 17. April, 15,30 Uhr:„Der Kreidekreis.“ Spiel in fünf Akten.— 19,30 Uhr:„Der Kreidekreis". Vorverkauf bei Gebr. Krampen. e Num Tagebücher liniiert, Tagebücher carrieit, Lesebücher, Rechenbücher, Zeichenblocks, Zeichenblätter, Farbkasten, Dinsel, Pastellkreide, Bleistllte, Bleistilt- Ansplizer, Radierdummi, Federwischer, Federhalter, Federn. Tateln einfach und mit poliertem Rand, Klapptatein, Grillel, Grittelkasten, Schwammdosen. Frische Fische Bilige fische HOLHKEPPEL 5 Heute wieder große Sendung Blutrischer Cabliau ochne Kopf, arod und mittel 10 1 Plund rur# Pe Schoeweiles Fsck-lel 1/88 ohne Haut u. 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Fülle von Plänen vor möglichkeit scheitern. Allerdings ist die Umständen etwas zu! beitslosigkeit über die gebenen Erleichterung in den Arbeitsproze Nach der Stückmi Amtlich wird mitg aus Anlaß seiner W großen Anzahl von deutscher Länder, von zenorganisationen und privater Kundgebunge sind die Glückwünsch Reichspräsidenten aus gegangen sind. Der Reichspräsider beitsausschuß der V Landrat a. D. Gereke, a. D. von Winterfeldt ner und sprach ihnen führung der Wahl für aus. Ferner empfing germeister Dr. Sahm für die bei Vorbereitt Hindenburgs geleistete S Die Klagen Berlin, 12. April. ministeriums hat der zu dem Gutachten de Gewerbe geäußert. besonderen Konzession heitspreisgeschäfte un gegen befristete Verbo nehmungen. Dagegen stimmungen gegen### schlagen, die geeignet verkaufswesen zu steu menhang hält der Re mit genügend Besu ämtern, die unlautere sen können und in d beteiligten Kreise ver mittelständischen Ein setzung der schon seit l Vorschriften über#### notwendig. — eiisher: