trückzustellen, und in Wirtschaftslage Baues sichergelet und getötet.) ein dort beschäfvon niederfallenndiger Bergungsn. hmarkt. ieb: 523 Stück der Handel war ochtragende und ark, 2. 310—390 60 Mark. Sämtes Großvieh ist t worden. Am ssam. Es kosteten —12 Mark, von bis 12 Wochen am 30. Septbr. in 23. ardt, 9 ing nenllung lags. nd. Scicig en se serkIll. 13. er: 15 Nuein 3 Witten. nzugsstellen erung nach 931 verszuschläge schnittlichen den Arbeitchlung der Zahlungs= Bei unserer ung durch listen bezw. iche Bankz. Zt. 13%. I G G. „„ Erscheint täglich mit Ausnahme der esste-ie es als lies äicte ericie euden ui der Munener Volezetung Anzeigenblatt für Witten-Annen Für die Redaktion verantwortlich: Feitz Küching.: und die Stadtteile Stockum und Düren. ge esbseeeseeseeeseessessnsseneenseetessessse Nr. 227. bssdensosemsenns vooseeepeeroneeeeemeebereeesensemeee Inserate finden bei der großen Auflage der„Anneuer Zeitung“ weite und ####ige Verbreitung.— Bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkursen kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschrieben:n Plätzen über nehmen wir keine Gewähr. Rotationsdruck und Verlag von Fritz Küching, Witten=Annen. usnsnanesenlensensasseneereenneenn Samstag, den 26. September 1931. 67. Jahrgang. Kom Beoten der piltk BAnndier ut Ssownnl. Polizeiliche Vorbereitungen für den Besuch bauals. Berlin, 25. Septbr. Der Empfang der französischen Minister in Berlin ist, vie vom Polizeipräsidium mitgeteilt wird, mit der größten polizeilichen Sorgfalt vorbereitet. Allenthalben werden sehr starke Polizeikräfte bereitgestellt, um dafür zu orgen, daß sich der Empfang ohne Störung abspielt. Der Vorplatz zum Bahnhof Friedrichstraße wird völlig abgesperrt sein. Ferner wird die Straße, durch die die Fahrt der Minister zum Hotel„Adlon“ erfolgt, polizeilich gesichert sein. Die Polizei wird ferner dafür Sorge ragen, daß es nirgends zu Menschenansammlungen tommt. * In Erwartung bauals. Die deutsch=französische Wirtschaftskommission. Berlin, 26. Septbr. Im Augenblick konzentriert sich das außenpolitische Interesse der Reichsregierung auf den französischen Besuch, für den die Vorbereitungen nun in vollem Gange sind. Sie dürften sich auch bereits auf die Bildung der deutsch=französischen Wirtschaftskommission erstrecken, die an sich ministeriellen Charakter haben, aber durch die Zuziehung führender Wirtschaftler ergänzt worden sind. Der Sinn des Besuches ist eben, daß die deutschfranzösische Annäherung jetzt von der wirtschaftlichen Seite gefördert werden soll. Dagegen werden die politischen Fragen, für die nach allgemeiner Ansicht schon rein stimmungsmäßig im Augenblick keine Lösungsmöglichkeiten zu sehen sind, in den Berliner Unterredungen zurücktreten. Kein„Kriegsverbrecher“ mehr. Die Bitte der nach Berlin kommenden französischen Minister, dem Reichspräsidenten von Hindenburg einen Besuch abstatten zu dürfen, ist in Berlin mit einer gewissen Genugtuung entgegengenommen worden. Bekanntlich steht Feldmarschall von Hindenburg auf der von den Franzosen aufgestellten Liste der riegsverbrecher“. Aus Paris ist sogar bereits gemeldet worden, ein Beamter des Quai’Orsay habe erklärt, daß die Liste der Kriegsverbrecher nicht mehr gelte. Eine solche Mitteilung ist jedoch an maßgebender Stelle in Berlin bisher nicht eingegangen. Man erblickt in der Mitte der französischen Minister, von Hindenburg empfangen zu werden, ein viel stärkeres Abrücken von den alten Kriegsmethoden, als es in einer formal juristischen Erledigung der Angelegenheit liegen Hitler verbietet Kundgebungen gegen baual. Die Reichsleitung der NSD= AP. veröffentlicht folgenden Aufruf:„Nationalsozialisten! Laßt Euch nicht provozieren! Es ist der Reichsleitung zur Kenntnis gekommen, daß Linkskreise beabsichtigen, anläßlich des Besuches der französischen Minister durch Provokateure Nationalsozialisten zu Kundgebungen in Berlin oder auf den Bahnhösen, die der Zug durchfährt, anzureizen. Es soll damit der frauzösischen Regierung der Vorwand gegeben werden, ihre bekannten politischen Forderungen, die sich in erster Linie gegen die NSDAP. richten, neuerdings zu stellen, wobei gleichzeitig der Berliner Regierung die Annahme derselben erleichtert würde. Die Reichsleitung verbietet daher allen Parteigenossen die Teilnahme an irgendwelhen Kundgebungen gegen die französischen Minister. Von veren Anwesenheit ist keinerlei. Notiz zu nehmen. Parteigenossen, welche dagegen verstoßen, schließen sich von selbst wegen varteischädigenden Verhaltens aus der NSDAP. aus.“ * Nloch keine Entscheidung über Curtius. Erst nach dem Franzosenbesuch... Berlin, 26. Septbr. Die Unterredung zwischen dem Reichskanzler und dem Außenminister Dr. Curtius hat nunmehr stattgesunden. In dieser Unterredung sind die Ergebnisse der Geuer Tagung einschließlich der Behandlung des Planes der Zollunion erörtert worden. Dr. Brüning hat dem Außenminister außerdem von der innerpolitischen Lage, also offenbar von der Forderung einiger Parteien auf Rücktritt Curtius', Mitteilung gemacht. Die Verhandlungen werden erst am nächsten Dienstag fortgesetzt. Damit ist die Entscheidung über eine Neubesetzung des Auswärtigen Amtes vorläusig ausgeschoben. Berlin, 25. Septbr. Die Unterredung des aus Genf zurückgekehrten Reichsaußenministers Dr. Curtius mit dem Reichskanzler hat im Laufe des Freitag stattgefunden, und es besteht kein Zweifel, daß die Haltung der deutschen Delegation vom Reichskanzler gebilligt worden ist. Es liegt nahe, anzunehmen, daß der Reichsaußenminister auch die Bestrebungen einzelner Parteien, ihn Dr. aus seiner Stellung herauszudrängen, erwähnt hat. Curtius scheint sein Verlangen nach sofortiger Entscheidung aufgegeben zu haben. Maßgehend dürfte hierbei der Wunsch Dr. Brünings sein, die Entscheidung bis nach dem Besuch der französischen Minister in Berlin zu verschieben. In maßgebenden parlamentarischen Kreisen hält man es nicht für ausgeschlossen, daß Dr. Brüning sich mit dem Reichsaußenminister solidarisch erklären wird. Die letzten Entscheidungen werden aber erst nach dem Besuch Lavals und Briands getroffen werden. Gedrückte Stimmung an der Börfe. Zahlungseinstellung einer Berliner Bank.“ „ Berlin, 26. Septbr. Die Berliner Sprechbörse war auch am Freitag geöffnet, ein offizieller Verkehr fand jedoch am Effektenmarkt nicht statt. Ob die Börse am kommenden Dienstag wiedereröffnet wird, ist sehr zweifelhaft; die Aussichten sind jedenfalls in Anbetracht der zu erwartenden Devisenabzüge sehr gering. Ueberhaupt war die Stimmung an der Börse sehr gedrückt, da nun auch ein Berliner Bankunternehmen— Schönberger u. Co.— ein Opser der Pfundkrise geworden ist und seine Schalter schließen mußte. Bedenklich ist auch der neue Reichsbankausweis, aus dem hervorgeht, daß sich die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen um 56 Millionen verringert haben. An englischen Pfunden besitzt die Reichsbank nur etwa 100 Millionen Mark, so daß die Deutsche Zentralnotenbank also weit weniger am Pfundrückgang verlieren dürfte als die Bank von Frankreich, die für 1,6 Milliarden Mark Pfundnoten und Devisen in ihrem Besitz hat und durch den Pfundrückgang wahrscheinlich heute schon so große Verluste hat, daß sie aus den Reserven der Bank nicht mehr gedeckt werden können. Ein Interview Dingeldeys im„Deuvre“ Paris, 25. September. Der Vorsitzende der Deutschen Volkspartei Dingeldey gewährte einem Vertreter des„Oeuvre“ eine längere Unterredung. Ueber die Beziehungen zu den Nationalsozialisten befragt, erklärte er, man müsse sie nicht vor den Kopf stoßen. Wenn man sie dazu bringe, die Verantwortung an der Regierungsführung mit zu übernehmen, so dränge man sie aus ihrer augenblicklichen Stellung in die Front. Wenn die Nationalsozialisten aber an der Regierung mitarbeiten, seien sie weniger gefährlich, als wenn man sie sich selbst überlasse. Dingeldey sprach sich hierbei auch für eine Regierung der nationalen Verteidigung nach englischem Muster aus, bezweifelte aber, ob sie sich bei dem starren System der deutschen Parteien verwirklichen ließe. Die deutsch=französische Annäherung könne sich nicht außerhalb einer Verständigung der deutschen und der französischen Rechtskreise vollziehen. Es sei Sache des Kanzlers, ob er Dr. Curtius verabschieden wolle oder nicht. Ein Wechsel im deutschen Außenministerium würde jedoch niemals die deutschfranzösischen Beziehungen beeinflussen. Die Kontinuierlichkeit der deutschen Außenpolitik sei auf alle Fälle gesichert. Es sei gewagt, von dem Besuch der französischen Minister in Berlin große Erfolge zu erwarten. Man müsse mehr Mut und Initiative zeigen. Eine deutschfranzösische Konferenz müsse versuchen, die Harmonie zwischen beiden Ländern auf politischem, wirtschaftlichem und militärischem Gebiete wiederherzustellen. Ein deutschfranzösischer Bündnisvertrag müsse auf der Grundlage der Gleichberechtigung beruhen, der die Hegemonie des einen oder andern Landes abschaffe. Auch die Nationalsozialisten würden den Locarnovertrag niemals kündigen, der für alle Deutschen ein unantastbares Werk sei, was man von den andern Verträgen nicht behaupten könne. Niemals könne Deutschland in ein politisches Moratorium von 10, 15 oder 20 Jahren einwilligen, da hierdurch die gegenwärtigen Zustände stabilisiert würden. Die„Times" warnen Deutschland vor der französischen Finanzhilfe. London, 25. September. Der Pariser Berichterstatter der„Times“ weist im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Besuch der französischen Minister in Berlin auf die großen Gefahren hin, die den politischen Zielen Deutschlands durch etwaige finanzielle Hilfsmaßnahmen seitens Frankreichs drohen, und erklärt dann u. a. weiter, daß die Rede Flandins in Genf eine endgültige Warnung gewesen sei. Laval werde etwaigen Vorschlägen zur Investierung französischen Kapitals in Deutschland zwecks Erhöhung der Ausfuhr nur von dem Gesichtspunkt zuhören, daß ein Ueberschuß der Ausfuhr notwendig sei, um Reparationen bezahlen zu können. Dann werde er auch noch die Bedingung daran knüpfen, daß die deutsche Industrie nicht mit der französischen konkurrieren dürfe bzw. daß Abmachungen über eine Produktionskontrolle und eine Austeilung der Märkte getroffen werden. * „Financial News, über die Festigkeit der deutschen Mari. Die Festigkeit der deutschen Mark, so schreibt die „Financial News“, und die Absicht der Reichsregierung, die Stabilittä der Mark zu erhalten, haben in London verschiedentlich erhebliche Ueberraschungen hervorgerufen, da erwartet wurde, daß die Reichsmark dem Beispiel des Pfundes folgen würde. Es bestehe aber tatsächlich kein Grund für die Entwertung der Mark, wenn man bedenke, daß Deutschland zur Zeit keine Reparations= oder Bankschulden zu bezahlen habe und einen Ausfuhrüberschuß aufweise. Möglicherweise könne die Ausfuhr etwas zurückgehen, aber für einen Marksturz bestehe kein Grund. Die Entwertung des Pfundes habe die Lage der deutschen Banken verbessert, da hierdurch ihre Verpflichtungen englischen Banken gegenüber heruntergegangen seien. Ehrung Dr. Duisbergs. Verleihung des Adlerschildes.— Ansprache des Reichskanzlers. Berlin, 26. Septbr. Zu Ehren seines scheidenden Präsidenten Dr. Duisberg veranstaltete der Reichsverband der Deutschen Industrie eine schlichte Feier, an der eine ganze Anzahl führender Persönlichkeiten der deutschen Politik, der Wirtschaft und Wissenschaft teilnahmen. So bemerkte man den Reichskanzler, mehrere Reichsminister, den preußischen Handelsminister, den Reichsbankpräsidenten Dr. Luther, den Generaldirektor der Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, und den Präsidenten der Arbeitslosenversicherung Dr. Syrup. Nach einer Ehrung Dr. Duisbergs durch die Industrie nahm Reichskanzler Dr. Brüning das Wort und zollte der verdienstvollen Arbeit Dr. Duisbergs namens der Reichsregierung und des Reichspräsidenten wärmste Anerkennung. Im Anschluß daran verlas der Reichskanzler ein Handschreiben des Reichspräsidenten in dem es zum Schluß heißt: „Ihr unerschütterlicher Glaube an Deutschlands Kraft und Deutschlands Zukunft hat in schweren Zeiten viel dazu beigetragen, daß unsere Wirtschaft trotz aller Schicksalsschläge das Vertrauen zur eigenen Kraft nicht verloren hat. Für alles dieses Ihnen am heutigen Tage namens des Reiches herzlichen Dank und Anerkennung auszusprechen, ist mir Herzensbedürfnis. Diesem Danke gebe ich dadurch Ausdruck, daß ich die höchste Auszeichnung, die das Reich zu vergeben hat, den Ad'erschild, Ihnen,„dem verdienstvollen Förderer deutscher Wirtschaft und Wissenschaft", zuerkenne. Möge es Ihnen vergönnt sein, in Ihrer erprobten Frische noch viele Jahre an dem Wiederaufstieg unseres Vaterlandes mitzuarbeiten!“ Stegerwald und Tarifloser Zustand abgelehnt. Berlin, 25. Septbr. Zwischen der Reichsregierung und führenden Persönlichkeiten des deutschen Kohlenberg= baues hat gestern eine Fühlungnahme stattgefunden. Der Reichsarbeitsminister hat es abgelehnt, in dem Kohlenbergbau einen tariflosen Zustand eintreten zu lassen. Der Reichskanzler soll seine persönliche Meinung dahin ausgesprochen haben, daß mit Rücksicht auf die Unübersichtlichkeit der englischen Währungsentwicklung die Tarisverträge kurzfristig, also bis zum 31. Oktober, verlängert werden sollen, und daß es erst dann an der Zeit sei, grundsätzliche Beschlüsse zu fassen. — Genf, 26. September. Der Völkerbundsrat beschäftigte sich in vertraulicher Sitzung mit der nunmehr vorliegenden japanischen Antwort. Wie verlautet, haben die japanischen Mitteilungen eine günstige Aufnahme gefunden, und man bezeichnet die Lage als wesentlich entspannt. Japanische Beteuerungen. In der an den Präsidenten des Völkerbundsrats gerichteten Note der japanischen Regierung, mit der sie den Appell des Völkerbundsrates zur friedlichen Beilegung des Konflikts beantwortet, wird festgestellt, daß sich die japanischen Truppen bei ihrem Vorgehen in den Grenzen gehalten haben, die durch die eigene Sicherheit der Truppen, den Schutz der Eisenbahnen und die Sicherheit der japanischen Staatsangehörigen bedingt waren. Die japanische Regierung habe entschlossen das Ziel verfolgt, eine Ausdehnung des Zwischenfalls und eine Verschärfung der Situation zu vermeiden. Es sei ihre größte Sorge, die Angelegenheit auf friedlichem Wege und so schnell wie möglich zu regeln, und zwar durch direkte Verhandlungen zwischen den beiden Ländern. Weiter erklärt die japanische Regierung, daß sie den größten Teil ihrer Streitkräfte in die Eisenbahnzone zurückgezogen und dort konzentriert habe. Außerhalb dieser Zone seien vorsichtshalber lediglich wenige Truppen stationiert geblieben, nämlich in der Stadt Mukden und in der Stadt Kirin. Eine kleine Anzahl von Soldaten ist auf einigen Punkten belassen worden. Diese Maßnahmen trügen aber keineswegs den Charakter einer militärischen Okkupation. Die Zurückziehung der Truppen gehe in dem größtmöglichen, mit der Sicherheit der Truppen, dem Schutz der Eisenbahnen und dem Schutz der japanischen Einwohner verträglichen Maße vor sich. Indem die japanische Regierung, heißt es zum Schluß der Note, sich fest vornimmt, ihre Truppen in der Eisenbahnzone vollständig zurückzuziehen, in dem Maße, in dem sich die Situation bessert, glaubt sie, daß der Rat in dieser Angelegenheit der Aufrichtigkeit ihrer Haltung Vertrauen schenken kann. * — Forderungen Chinesische Der Generalsekretär des Völkerbundes hat vom Außenminister der Nankingregierung ein Telegramm erhalten, worin die chinesische Regierung ihre Zustimmung zu den vom Völkerbundsrat gefaßten Beschlüssen über die Beilegung des chinesisch=japanischen Konflikts mitteilt. Die Entscheidung des Rates, so heißt es in dem Telegramm, sei nach Auffassung der chinesischen Regierung nur ein erster Schritt auf dem Wege einer endaültiger Regelung der Frage. Dieser erste Schritt müsse bald durch praktische Maßnahmen ergänzt werden, um das verletzte Recht Chinas wiederherzustellen. Es sei unbebingt notwendig, daß unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden, damit die japanischen Truppen zurückgehen. Der Ernst der Lage verschärfe sich von Stunde zu Stunde, und die praktische Anwendung der Entscheidung des Rates dulde keinen Aufschub mehr. Innerer Friede in Ching? Die Agentur Indopacifique meldet, der Generallissimus in Kanton, Tschentsaiton, habe ein Telegramm Tschiangkaischeks erhalten, in dem sich dieser zur Demission bereit erkläre. Die Regierung von Kanton werde aufgefordert, sich an der Bildung einer neuen nationalen Regierung zu beteiligen und den alten Zustand zu vergessen. Die Frage der Verschmelzung beider Regierungen werde gegenwärtig geprüft. In Schanghai soll demnächst eine Friedenskonferenz abgehalten werden. Vorah klagt Japan an. Newyork, 25. Septhr. Während die überaus zurückhaltende Formulierung der gleichlautenden Noten, die das Staatsdepartement der japanischen und der chinestschen Regierung übersandt hat, ein Beweis dafür ist, daß der amerikanischen Regierung sehr viel daran gelegen ist, jede Spannung in den Beziehungen Amerikas zu Japan zu vermeiden, veröffentlicht Senator Vorah eine Erklärung, worin er das japanische Vorgehen als eine flagrante Verletzung mehrerer internationaler Vertrüge kennseichert. Lorales § Witten=Annen, 26. Septbe. und das... . Wer in diesen herbstlichen Tagen einen Spazierzung macht und dabei seine Schritte gen Rüding= Banzen den I ann an den. Geleisen der Rheinischen und vleuger ru Fabrikgebäude von Doerk Tahrig#er verfoigen.„Schon mal wieder eine ##, die vom Erdboden verschwindet“, sagte n vorüberree ereschwmnert, fühle mir ein vornvergehender Landmann. Er sagte es ganz sachlich, stellte gleichsam nur die Tatsache fest„Schon mal wieder eine Fabrik!“ Ob der Mann sich wohl klar war über das, was er sagte? Seitdem die GeLunde auf dem großen Fabrikgelände von Krupp abrasiert wurden und die hohen Schornsteine mit Donnergetöse und Staubwolken umsanken, wurde Pard tusr a Reigen eröffnet, und es ist bezeichwenn die Tat abgestumpfte Gefühl der Zuschauer, Wenn die Talsache eines neuen Abbruchs nur mit einem gleichgültigen Schon mal wieder... abgetan wird. Wenn ich zurückdenke und bildmäßig Vergleiche ziehe zwischen einst und jetzt, so zeigen sich doch deutliche Spuren des Abwärtsgleitens. Man kann von einer Rückentwicklung Annens sprechen, denn der Aufschwung, den unser Ort um die Jahrhundertwende und danach nahm, die Blütezeit aller Industrieorte Westfalens, ist nicht nur zum Stillslund gekommen, sondern bildet sich fast tagtäglich mehr zurück. Liegen die beiden Glashütten, die Zeugen einst so blühenden Werklebens, das Hunderten Arbeit und Brot gab, nicht heute wie Gestalt gewordene Anklagen da? Laut genug sprechen die toten Mauern jedem, der es hören will, von jener Zeit, da die zerbrochenen Fensterscheiben noch heil waren und rote Glut auf das Bahngelände leuchtete. Da waren die Fabrikmauern eifrig und freudig im Umbergen der knisternden Schmelzöfen, Wannen und der surrenden Maschinen. Da glitten schwarze Gestalten im Lichte glühender Masse, und „Arbeit, Arbeit!“ pfiffen die Sirenen. Und wer hätte je gedacht, daß dort, wo die Hallen von Krupp und vorher von Asthöwer standen, heute sportbegeisterte Jugend den Fußball durch die Luft fliegen läßt. Wer keine guten Schuhe anhat, mag den Spaziergang über diesen Svortplatz noch weiter ausdehnen und mag an der Begrenzung der Eisenhu sinnend der Kräne, der Dampfhämmer, der Martinöfen, der Maschinen und der Menschen gedenken, die einst hier in gemeinsamer Arbeit dem Namen Annen als Produktionsstätte bochwertigen Stahls Geltung und Achtung verschafften. Damals hatte der Name Annen einen guten Klang Temvi zumei! Machen Sie mal den Spaziergang nach Rüdinabausen und sehen Sie sich an, wie tranrig die Fabrik dort aus den alanzlosen Fensterhöhlen und aus dem Gebälk ins Land sieht. ers, Liner, Jüngern bieten als den Frieden, den die Wen nichl kennt und nicht geben kann. Herrn beherbergt, muß notwendig eine Stätte des Friedens werden. Bei der Natur dieses zeitlichen Lebens und bei der nie völlig überwundenen Anfechtung des Menschen kann solcher Friede freilich kein vollkommener Zustand sein. Er schließt den Kampf so wenig aus, wie den Schmerz, nicht einmal das Sehnen Verlangen, und doch ist er in seinem tiefsten Grunde nicht mehr vlanlos in der msteicht dem Nanderr, der d. Stockum, 26. September.(Auszahlung von Reuten.) Am Dienstag, 29. September, von—12 Uhr, findet beim Postamt in Stockum die Auszahlung der Militärrenten, Donnerstag, 1. Oktober, in derselben Zeit die Auszahlung der Invaliden= und Unfallrenten statt. Es wird darauf hingewiesen, daß die Unfall= und Invalidenrentner diesmal ihre Rentenempfangsscheine am Amte in Stockum stempeln lassen müssen. in e Fankos in der Wuste umherirrt, ohne Weg und Ziel. Die ewige Liebe hat ihn auf den rechten Weg gewiesen und ihm das leuchtende Kleinod von fern gezeigt. Nun weiß er, was er will, weil er weiß, was er die immer auf einen Puni icht erkalalas sch abru gesammelten Kräste können nicht ersoigtes sich abmühen. Nun erfüllt eine freudige Zuversicht sein Inneres in den Wechseln von Freud und #ei u. den ost so bedrohlichen Stürmen der Zeit. Es Geit Gotes Wart ine. denden das ist ihm belige GewitzWurt ist ewige Wahrheit, das ist seine unerwerfechen eeberzeugung. Wird er auch in heiße Kämpfe verstöchten, so bleibt er doch getrost, denn Gottes Wort und das eigene Herz machen ihn gewiß, daß die Streiter für die heilige Sache den herrlichsten Sieg erringen wersen, und wenn die Fluten der Trübsal mächtig herani und über seinem Haupte zusammenschlagen wolun. ihm breibt doch ein Allerheiligstes in seinem Innern, uund asseis ei derrn Vort ihm hilft n aushiift:„Sei getrost und fürchte dich nicht, ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Na rufen, du bist mein!“ Witten, 26. September.(Fahrraddiebstahl.) Am 24. ds. Mts., gegen 11 Uhr, wurde vor dem Geschäft Epa in der Bahnhofstraße ein Damenfahrrad gestohlen. Trotzdem bei dem Geschäft Epa, in der früheren Lohstraße, eine Fahrradwache eingerichtet ist, lassen immer noch Radfahrer und Radfahrerinnen ihre Räder unbeaufsichtigt vor den Geschäften auf der Straße stehen und leisten dadurch den Dieben Vorschub. Um sein Eigentum zu sichern, jeder Radfahrer 10 Pfg. opfern und sein Rad Fahrradwache unterstellen. sollte bei der denn umen ge—(Platzmusik in Witten.) Bei gutem Wetter findet Sonntag, 27. d. Mts., 11.30 Uhr, auf dem Gemüsemarkt das 40. Platzkonzert der städt. Kapelle statt. Marten, 26. September.(Ein größerer Wasserrohrbruch) entstand Freitag früh gegen 6 Uhr auf der Bärenbruchstraße. Die Bruchstelle befand sich mitten auf dem Fahrdamm. Durch die ausströmenden Wassermassen war bald die ganze Straße überschwemmt, so daß der Verkehr für kurze Zeit umgeleitet werden mußte. Das benachrichtigte Wasserwerk sorgte für sofortige Abstellung des Uebelstandes, noch ehe größerer Schaden angerichtet wurde. Zur Raubmordsache Moser in Dortmund. Bei dem Raubmord am 22. 9. 1931 in den Lindenstraße in Dortmund wurden folgende Sachen gestohlen: 1. ein Kollier, bestehend aus einer Wachsperle, rundherum kleine, rötliche Steinchen, Anhänger an seingliedriger Geldkette; 2. ein goldenes Halskettchen mit schw. Emailleanhänger, der sich öffnen läßt, in der Mitte eine Wachsperle. Das Kettchen ist wiederholt aufgefrischt. 3. eine goldene Damenarmbanduhr mit grauem Zifferblatt, Uhrform, länglich rundes Ziehgliederarmband; 4. ein Brillantring in länglicher Form mit großem Stein, rundherum Splitter; eine sogenannte Toledonadel; ein goldener Armreif, inwendig Gold, Außenseite rundherum verziert mit Rubinen und Wachsperlen, am Verschluß Sicherheitskettchen; eine goldene Lorgnette(333) mit der zugehörigen 6. 7. Zweites Vla Die 8. Kette. Vor Ankauf oder Jupfandnahme der Sachen wird gewarnt. Sachdienliche Angaben sind an die nächste Pobzw. Landjägereidienststelle zu richten. lizeiPeroinz=Nachrichten Unpolitiscke Wochenschau. Polizeibericht vom 25. Septbr. Einbrechers Pech. Regen, Laub und Thermometer fallen täglich immer mehr; und Natur und Wandkalender haben recht: es herbstelt sehr! Auch der Zahlverkehr— man spürt es— sa#t bedenklich ab zur Zeit; als Ersatz für alle Fälle prüft man die Verkehrszahl heut. Ganz bedächtig kehrt der letzte Urlaubsgast ersehnt nun heim; und mit neuer Lust zur Arbeit greift zu Pinsel er und Leim. In letzter Zeit versucht die Kriminalpolizei durch verstärkten Nachtdienst dem Einbrecherunwesen entgegenzutreten. Von dieser intensiven Tätigkeit war wohl den beiden Einbrechern nichts bekannt, die in der Nacht zum 25. 9. 1931 in eine Brennerei im Stadtteil Weitmar eingestiegen waren. Soeben hatten sie einige Flaschen der besten Sachen zur Mitnahme bereitgestellt, als sie von zwei auf sie wartenden Kriminalbeamten empfangen und festgenommen wurden. Es handelt sich um zwei im Stadtteil Weitmar wohnende Arbeiter. Wieviel Einbrüche noch auf ihr Konto kommen, muß die eingeleitete Untersuchung ergeben. erwiesen, sind, um die Absatzstockung aufzuhal Dortmund, 26. Septbr.(Bergarbeiterentlassungen und weitere Kündigungen.) Nach Ablauf der Sperrfrist werden am heutigen Samstag auf der Zeche Kaiserstuhl 1 des Eisen= und Stahlwerks Hoesch=Köln Neuessen 400 Belegschaftsmitglieder entlassen. Die Betriebe der Zeche werden bedeutend eingeschränkt, doch hat sich daß diese Maßnahmen nicht ausreichend immer mehr fühlbar werdende Absatzstockung ten. Es sind weitere erhebliche Betriebseinschränkungen auf der Zeche Kaiserstuhl 2 geplant. Zu deren Durchfüh rung ist bereits der Antrag bei den zuständigen Stellen Entlassung von 500 Bergarbeitern gestellt. Falls sich die Absatzlage nicht ganz erheblich bessert, müssen im Laudes Monats Oktober die Entlassungen durchgeführt werben. Die Hauptursache der Absatzkrise bei den Kaiserstuhlzechen ist auf die schlechte Beschäftigung auf dem Hoeschwerk zurückzuführen. Sollte man es wirklich glauben, daß die Zeit so schnell entruckt? Denn es sind doch schon zwei Jahre. daß die„Ann'sche“ täglich druckt. Und zum heitern Wochenende sei der Mond uns heut Symbol: denn nach kurzen Dunkelstunden strahlt er wieder hell und voll. Endlich erwischt. Am 23. 9. 1931 konnten zwei Burschen festgenommen die in der letzten Zeit die in Bochum aufgestellten Münzfernsprecher beraubt haben. Nach anfänglichem Leugnen gaben sie schließlich zu, die Taten ausgeführt zu haben. Beide Personen wurden dem Richter zugeführt. Ein Zeuge aus der Zeit der besten und gesunbesten Aufwärtsentwicklung Annens begeht in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Heute, im Zeitalter der Jubiläen, wo schon fünf Jahre gefeiert werden und die Treue nach Wochen rechnet, soll jedem Verdienste seine Krone werden. Das Geburtstagskind ist in diesem Falle unser Postgebäude, das im Jahre 1891 erbaut wurde, wovon sich jeder überzeugen kann, der seine Augen zum Dachgiebel lenkt. Ja, das waren noch andere Zeiten! Ehe das Postamt dieses Haus bezog, hatte es eine ganze Reihe von Umzügen mitzumachen: Zunächst hatte die Post ihr Domizil in dem ehemaligen Kurz'schen Hause aufgeschlagen. Es ist das Haus, in dem heute die Firma Gebr. Krampen wohnt. Es wurden dort ter bei einem Umbau noch Spuren der ehemaligen Postschalter gesunden. Danach siedelte der Postbetrieb nach der Kirchstraße— heute Westfeldstraße, wo gegenwärtig Herr Lehrer Spill wohnt. Es ist dies das frühere Wohnhaus des verstorbenen Amtmanns Frieg. Das Eckhaus am Marktplatz gegenüber Wagner beherbergte dann die Post und von da aus zog sie vor vierzig Jahren in ihr jetziges Semper Idem. ae 32% Ibiläum ist wichtig, und die Frage ist die, „. vir sich auch was merken läßt. Vielleicht gibt ni. Juvilaumsbriefmarken heraus, die in wenigen Jahren durch ihre Seltenheit vielgesuchte und hochbezühlle vvertstücke werden. Oder, wie wäre es mit inem Geldbrief, auszuteilen an alle mündigen Anvielleicht hält man seitens t ein Fest für angebracht, auf dem sämtliche noch levenven Annener Postmeister aller Zeiten einen Reigen aufführen. Der Möglichkeiten sind nicht reichen: du die Spalten unserer Zeitung würden, sie aufzuzählen. Der Jubilarin entbiete ich meinen Glückwunsch und hoffe, daß aus noch manche freudige Botschaft, sei es in Gestalt von Liebesbriefen oder Postanweisungen, die Bewohnerschaft beglücken möge.0 Eine Stätte, vor der der ganze Sorgenpack, der Hkampi, sgern belastet, Halt machen muß, ist das Schmria=Theater in Dortmund, das dadurch auch begreiflicherweise immer bis auf den letzten Platz ausverkauft ist. Augenblicklich wird in seinen Mauern heftig gezaubert und es grenzt ans Wunderbare, welche Verwandlungen und Kunststücke der Zauberstab unter genauer Kontrolle der Zuschauer hervorbringt. Man sagt ja: Geschwindigkeit ist keine #ber trotzdem man weiß, daß alles durch etue Berlettung von Tricks, durch rasche Bewegungen, durch Spiegelung und Beleuchtung vor sich geht, möchte man doch an Hererei glauben bei einSachen. Das weitere Program zeigt Lustiges und Bewunderungswürdiges abwechselnd, so daß das Motto des Varietés:„Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen“ hier wieder einmal in bester Weise in die Tat umgesetzt worden ist. Auf Wiederhören am nächsten Samstag. Hans Sperling. § Annen, 26. September.(Das Anlaufen der Schausenster) tritt während der kalten Jahreszeit wieder unangenehm in Erscheinung. Was ist dagegen zu tun? Das sicherste und billigste Mittel, um das Schaufenster vor dem Anlaufen zu schützen, besteht darin, daß man die Temperatur im Schaufenster der Außenluft ziemlich gleich mgcht.„erreichen, empfiehlt ein Leser des Vorsendl. s. V. Buchhandels an den oberen und unteren Rahmen des Schaufensters, je nach der Breite derselben, in Abständen von 10 bis 12 Zentimeter kreisrunde Löcher von 2 Zentimeter Durchmesser einzubohren, die man in der wärmeren Jahreszeit durch Korke verschließen kann. Nach Säuberung des Fensterbrettes ist auf dem Boden es Schaufensters in etwa 4 bis 5 Zentimeter Abstand ein Blechstreifen anzulegen, der sich nach oben zu schräg gegen die Scheibe neigt. Auf diese Weise kann beständig durch die oberen Löcher warme Luft ausziehen und durch die unteren Löcher kalte Luft einströmen, wodurch dem Anlaufen vorgebeugt wird. Vorsicht, Paletotdiebe an der Arbeit! Mit dem Eintritt der kälteren Jahreszeit mehren sich auch wieder die Manteldiebstähle. So wurde vor einigen Tagen einem Gast des Lokals F. in der Bahnhofstraße in Herne der Mantel gestohlen. Am 24. 9. 1931, gegen .15 Uhr, mußte ein Gast des Zentralcafés feststellen, daß sein Mantel, der an dem Garderobenhaken hing, verschwunden war. Es handelt sich um einen blau=grauen Uebergangsmantel mit schwarzem Seidenfutter. Wer hat den Vorfall beobachtet und kann den Täter beschreiben? Neues zur Mötbsache Möser. —(Der Herbst hielt seinen Einzug.) Kalendermäßig hat am Donnerstag der Herbst seinen Einzug gehalten. Am 24. September um.24 Uhr morgens hat die Sonne den Himmelsäquator überschritten. Sie tritt damit in das Tierkreiszeichen der Waage. Mit diesem Augenblick begann der anstronomische Herbst, während man in der Meteorologie schon den ganzen September mit Oktober und November zum Herbst zählt. Astronomisch zeigt sich die Tag= und Nachtgleiche dadurch an, daß— wie der Name sagt— auf der ganzen Erde Tag und Nacht fast gleich sind. Allerdings nur annähernd. In Mitteleuropa z. B. beträgt die Zeit zwischen Sonnenauf= und=untergang 12 Stunden 9 Minuten, die Nacht ist dementsprechend kürzer. Erinnert sei noch an die Tatsache, daß an diesem Tage ein Beobachter am Erdäquator die Sonne genau im Scheitelpunkt zur Mittagszeit hat, sein Schatten also buchstäblich„zu seinen Füßen" fällt, während ein Beobachter am Nordpol die Sonne an diesem Tage zum letzten Mal vor der halbjährlichen Winternacht sehen würde, ein Polarreisender am Südvol sie das erste Mal nach der Winternacht auftauchen sehen würde. —(Platzmusik der städt. Kapelle.) Bei gutem Wetter finder Samstag, 26. d. Mts., 17 Uhr, an der Ecke Ardeystraße=Königsholz Platzmusik der städt. Kapelle statt. (Schweine=Zwischenzählung.) Die Stadtverwaltung teilt uns mit: Nach dem Ergebnis der Schweine=Zwischenzählung befanden sich am 1. 9. ds. Is. in Witten 1357 Haushaltungen mit Schweinen. Es waren vorhanden: Zuchteber 21 Zuchtsauen 185 nicht zur Zucht benutzte Schweine 3798 Sonntagsworte. „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich Tuch, nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht!“—„Friede“— eine Welt voll Herrlichkeit ist in diesem Worte enthalten. Gott konnte kein furchtbareres Gericht über seine Berächter gen als in dem Ausspruch:„Die Gottlosen haben keinen Frieden. Keine köstlichere Gabe konnte der Heizusammen: 4004. —(Senkung der Hausziussteuer?) Wie eine Berliner Korrespondenz meldet, beabsichtigt die Reichsregierung vom 1. April 1932 an die Hauszinssteuer um 25 v. H. zu senken, und zwar auf Kosten des bisherigen Wohnungsbauanteils. s Rüdinghausen, 26. Septbr.(Der Obst= und Gartenbau=Verein Rüdinghausen=Annen) veranstaltet heute, morgen und Montag im Lokal des Herrn Fr. Eckardt, Rüdinghausen, eine sehenswerte Ausstellung in Obst und Gemüse. Die Ausstellung wird heute vormittag eröffnet. Die früheren Veranstaltungen des Vereins in Annen sowohl wie in Rüdinghausen haben stets große Beachtung gefunden. Es unterliegt daher keinem Zweisel, daß auch die jetzige Ausstellung wieder einen vollen Erfolg aufzuweisen hat. Wir verweisen noch auf das Inserat in der heutigen Nummer. Dortmund, 26. September. Die Arbeit der Mordkommission zur Aufklärung der grausigen Bluttat Lindemannstraße 9 in Dortmund nimmt ihren Fortgang. Leider haben sich all die Gerüchte, die insbesondere Freitag nachmittag über die Festnahme des oder der Täter in Dortmund verbreitet wurden, nicht bewahrheitet. Das von der Mordkommission zusammengerragene Material hat noch nicht dazu geführt, daß eine beseimmte Spur als maßgebend verfolgt werden könnte. Die Kriminalpolizei braucht noch eine ganze Reihe wichtiger Zeugenaussagen. Es hat sich am Freitag ergeben, daß der Briefmarkensammlung keine allzu große Bedeutung beizumessen ist. Der ermordete Eduard Moser besaß zwar eine sehr umfangreiche Sammlung, die aber keine sehr kostbaren Raritäten aufwies. Moser gehörte vor einiger Zeit dem Dortmunder Briefmarkensammlerverein an. Er hat in Dortmund aber sehr wenig mit den Briefmarkensammlern verkehrt. Sein ganzes Material bezog Moser von einer angesehenen Schweizer Briefmarken=Handelsfirma, nach deren Katalogen er auch seine Sammlung in der Regel vervollständigte. Die Mordkommission bittet nochmals insbesondere alle Händler, denen Schmucksachen zum Kauf angeboten werden, um sofortige Benachrichtigung. In diesem Zusammenhang weist die Mordkommission darauf hin, daß alle diejenigen, die gestohlene Sachen kaufen, sich der Gefahr der gerichtlichen Bestrafung aussetzen. Die wichtigste Zeugenvernehmung am Freitag war diejenige der Putzfrau, die auch zuletzt noch im Hause der Familie Moser tätig war. Sie konnte hinsichtlich der Eintichlung der Familie Moser sehr bestimmte Angaben machen. Von besonderer Wichtigkeit war der Hinweis, daß die Familie Moser drei Hämmer besaß. Die Mordkommission hat auf diese Angabe hin die ganze Wohnung noch einmal absuchen lassen und nur 2 Hämmer vorgefunden. Es erhebt sich nun die Frage, wo ist der dritte Hammer geblieben. Hat ihn der Täter zur Tat benutzt und ihn dann mitgenommen? Beim abermaligen Durchsuchen der Wohnung wurde auch ein drittes Sparkassenbuch über einen Betrag von 150 Mark gefunden, das sich, wie die beiden über 5800 Mark lautenden Svarkassenbücher, zwischen Wäschestücken im Schrank des Schlafzimmers befand. Die Annahme, daß in der Wohnung der Familie Moser ein größerer Geldbetrag vorhanden war, dürfte sich nicht bestätigen. Es entspricht zwar der Tatsache, daß die ebenfalls ermordete Frau Opwis, die Mutter der Frau Moser, vor einiger Zeit in Essen ein ihr gehörendes Haus verkaufte. Der Erlös aus diesem Hausverkauf dürfte sich aber kaum in Form von Bargeld in der Wohnung der Eheleute Moser und deren Mutter befunden haben. in Dortmund, 26. Septbr.(Starke Betriebseinschrän kungen bei der Dortmunder Union.) Durch Anschlag ver kündete die Betriebsleitung der Dortmunder Union die Stillegung des Hüttenbetriebes wegen Auftragsmangels für die Zeit vom 27. September bis 4. Oktober. Es hauvelt sich hier um eine Zusammenziehung der Feierschichten, die sonst über einen längeren Zeitraum verteilt worden wären. Im Anschluß an diese einwöchige Stillegung sollen statt drei nur noch zwei Schichten täglich gearbeitet werven. Hierdurch wird wahrscheinlich ein Drittel der Belegschaft frei werden. Es werden auch tatsächlich Entlassungen in größerem Umfange notwendig werden, doch hängen diese von den jeweils eingehenden Aufträgen ab. Auch die Werkstättenbetriebe arbeiten nur in dem Umfange der vorliegenden dringenden Aufträge weiter. Dortmund, 24. September.(Der Mörder des Gemüsehändlers Spies,) Wilhelm, ist nunmehr in die Irrenanstalt in Aplerbeck zur Beobachtung seines Geisteszustandes untergebracht worden. Von seiten der Gutachter besteht die Ansicht, daß er nach der Tat dem sogenannten Jugenoirrsinn verfallen ist. Dortmund, 25. September.(Volksküchen.) Da die Erwerbslosigkeit hier einen immer größeren Umfang annimmt, sollen als weitere Notstandshilfsmaßnahmen noch wrilete Volksküchen, u. a. auch in einigen Vororten, eingerichtet werden. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, außer der Abgabe von Mittagessen zum Frühstück eine Doppelschnitte Brot mit Wurstbelag zum Preise von 3 Pfg. abzugeben. Damit hat der Vaterländische Frauenverein seiner Volksküche bereits begonnen. Herdecke, 25. September.(Lehrer Schepmann das Reden verboten.) Die Ortsgruppe Herdecke der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei veranstaltete eine Gedenkseier zu Ehren der im Weltkrieg Gefallenen. Als Redner hatten sie den Lehrer a. D. Schepmann, Hattingen, gewonnen. Als Schepmann bei der Kranzniederlegung das Wort ergreisen wollte, trat der Leiter der Herdecker Polizei auf ihn zu und verbot ihm das Reden. Die Annesenden bedauerten das Einschreiten sehr, da sie es als Unrecht ansahen, daß man Schepmann selbst das Reden zu Ehren der Gefallenen nicht gestattete. „Bottrop, 25. Septbr.(Raubüberfall auf eine Konsum unstalt.) Am Freitag abend kurz vor Ladenschluß drangen zwei maskierte Räuber in den Verkehrsraum der Konsumanstalt Wohlfahrt an der Sterkraderstraße ein und erzwangen unter Vorhaltung von Pistolen die Herausgabe des Geldes. Die Männer raubten einen Bevon 70 Mark und flüchteten. Trotzdem die polizeiliche Nachforschung sofort vorgenommen wurde, konnten die Räuber unerkannt entkommen. Duisburg=Hamborn, 25. Septbr.(Zwei Hamborner Madchen tot aufgefunden.) Wie uns aus Amsterdam gemeldet wird, wurden am Donnerstagmorgen in der Ortschaft Voorburg in der Nähe des Haag zwei deutsche Dienstmädchen, die bei zwei Familien in der Wataring= laan beschäftigt waren und in zwei übereinander liegen den Zimmern schliefen, tot in ihren Betten aufgefunden Die Zimmer waren mit Gas angefüllt. Anscheinend hat die Gasleitung einen Defekt bekommen, so daß die Mäderstickten. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. Es handelt sich um zwei achtzehnjährige Mädchen K. B. und M. N. aus Duisburg=Hamborn. Die polizeiliche Untersuchung wurde sofort eingeleitet. Düsseldorf, 25. Septbr.(Dr. Adolf Back.) Der in der Aerztewelt sehr bekannte Dr. med. Adolf Back gestern nach längerem Oran' 90 ist hesiren nuch kungerem Ktantenlager im Marien=Kran kenhaus zu Kaiserswerth gestorben. Der Verstorbene wirkte bahnbrechend auf dem Gebiete der freien Aerztewahl, gehörte jahrzehntelang der Rheinischen Aerztekam mer an und war auch Obmann des Hartmann=Bundes. Die beerdigung der Nichte Hitlers. Die Leiche des Kaufmanns Moser und dessen Schwiegermutter, der Witwe Opwis, werden heute(Samstag) im hiesigen Krematorium auf dem Hauptfriedhof in aller Stille eingeäschert. Beide waren Mitglieder des Vereins für Feuerbestattung Dortmund e. V. Frau Moser und die Urnen der beiden andern werden am Montag nach Essen übergeführt, wo die Beisetzung der Ermordeten auf dem Parkfriedhof in einer Familien= gruft stattfindet. Wien, 25. September. Auf dem Wiener Zentralfriedhof hat gestern die Beerdigung der Nichte Adolf Hitlers, Geli Raubal, stattgefunden. Die auf 5 Uhr nachmittags angesetzte Feier wurde um zwei Stunden vorverlegt, um Neugierige sernzuhalten. Außer den nächsten Verwandten nahmen von der RSDAP. Stabschef Röhm, ferner der Reichsführer der Schutzstaffeln, Reichstagsabgeordneter Himmeller, Reichsschatzmeister Schwarz und Parteikameraden des Gaues Wien teil. Adolf Hitler war nicht erschlenen. Vor kurzem n prozeß verhandelt gebracht hat, wie zösisches, polnische wisse Kreise in Frieden machten“ und geheimer Ri nicht alle Fäden machern" und ihr lich dazu beitrage einer wahren FriAber eines hat di zösisches Geld hei arbeitet, um Frai daß das Geld im den nach außen hi reichs. 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Daniela schritt so war sie an der Dort hielt ein vorn Moser in Dortmund. 9. 1931 in den Lindengende Sachen gestohlen: einer Wachsperle, rundchen, Anhänger an seinnit schw. Emailleanhänder Mitte eine Wachsderholt aufgefrischt. duhr mit grauem Zifferdes Ziehgliederarmband; cher Form mit großem endig Gold, Außenseite dinen und Wachsperlen, chen: )) m i t d e r z u g e h ö r i g e n hme der Sachen wird ind an die nächste Pozu richten. hrichten ergarbeiterentlassungen Ablauf der Sperrfrist der Zeche Kaiserstuhl 1 Köln Neuessen 400 BeBetriebe der Zeche och hat sich erwiesen, reichend sind, um die bsatzstockung aufzuhal etriebseinschränkungen Zu deren Durchfühn zuständigen Stellen ern gestellt. Falls sich essert, müssen im Laussungen durchgeführt itzkrise bei den Kaiserschäftigung auf dem ke BetriebseinschränDurch Anschlag verrtmunder Union die zen Auftragsmangels 4. Oktober. 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Aber eines hat dieser Prozeß erneut bestätigt, daß französisches Geld heute wie vor dem Kriege in der Welt arbeitet, um Frankreichs Machtpolitik zu stützen. Und daß das Geld im Geheimen wirkt, das sollen schöne Reden nach außen hin bekunden: die„Friedensliebe“ Frankreichs. Was haben wir in diesen Tagen wieder für schwungvolle Reden in Genf vernommen! Wenn man die letzte Rede des französischen Finanzministers Flandin im Wirtschaftsausschuß des Völkerbundes nachliest, müßte man zu der Ueberzeugung kommen: Ein Kind, kein Engel ist so rein! Behauptete er doch allen Ernstes, daß die starke Anhäufung von Goldvorräten in Frankreich nur der Ausfluß des allgemeinen Vertrauens zei, das Frankreich entgegengebracht werde. Ueber die Feststellungen italienischer und englischer Sachverständiger, über die ruinösen Wirkungen der Reparationspolitik geht Flandin mit einer bezeichnenden Handbewegung hinweg: Das ist das Eisen, das Frankreich nicht erlaubt, aufzuheben! Frankreichs Geldpolitik hat schon viel Unheil angerichtet. Es hat Oesterreich jetzt auf die Knie gezwungen, hat sich die Oststaaten, den Balkan willfährig gemacht. Schon glaubt es, auch England sich vollständig dienstbar machen zu können. Die Enttäuschung des englischen Pfunds weckte in Frankreich den scheinbar freundschaftlichen Ruf: Wir werden helfen! Und siehe da, England lehnte die französische Hilfe ab! In Frankreich macht man sich heute darüber Gedanken, was man in England wohl beabsichtige. Die Zurückweisung eines freundschaftlich angebotenen Hilfsdienstes muß doch Hintergründe haben. Die hat sie gewiß, denn Frankreich hat oft genug erkennen lassen, daß es keine Hilfe ohne politische Gegenleistung bietet. Im Zusammenhang mit der englischen Krise hat Hoover den französischen Ministerpräsidenten Laval nach Washington eingeladen. Das ist ein Vorgang, der nicht alltäglich ist. Aber doch scheint man in Frankreich nicht ganz zu erkennen, daß sich hinter dieser Einladung mehr als etwa die Ueberzeugung verbirgt, daß die beiden goldstarken Mächte der Welt zu einer gemeinsamen Aktion zusammenstehen müßten. Amerikas Präsident hat schon einmal Frankreich die Hand geboten. Dazu kam er selbst nach Frankreich. Das war Wilson. Er ist von den Franzosen deshalb schwer hineingelegt worden, weil er für einen Rechtsfrieden sich einsetzte. Heute ruft Amerikas Präsident den französischen Ministerpräsidenten nach Washington. Erkennt man in Frankreich so wenig das Symptomatische dieser amerikanischen Anregung, nachdem wenige Wochen vorher die „Glauben-Sonst au und vertrauen! 18.) Roman von Gert Rothberg. (Nachdruck verboten.) Der Geheimrat hatte ganz recht! Ein Mann brauchte eine Frau, bei der er den Alltag vergessen konnte, bei der er jung blieb, beseligend jung und froh! Er aber? Was hatte er denn von Daniela verlangt? Sie sollte ihm vertrauen, ohne daß er sich zu einer Erklärung herbeiließ, trotzdem sie im Recht war? Denn sie hatte ihn ja doch gesehen mit der unglücklichen bei der die Liebe zu ihm nach und nach zur gefährlichen, fixen Idee geworden war. Sie hatten also beide schuld, und sie mußten einander verzeihen. Freilich— auf seinem Konto stand das Mehr! Und deswegen war es an ihm, den Anfang zu machen. Das hatte er getan, indem er Daniela Rosen mitbrachte, wie er es in der ersten Zeit seines jungen Glückes stets getan hatte. Die Zigarette war bis auf einen kleinen Rest verbrannt. Diesen warf er in den Garten hinunter, wo er im weißen Schnee zischend verlöschte. Brünneck wandte sich ins Zimmer zurück. Daniela saß noch da, allein, denn Tante Maria hatte sich mit der Entschuldigung, sie habe heftiges Kopfweh, zurückgezogen. Oder wollte sie ihnen nur ein Alleinsein gönnen? Er trat zu Daniela, beugte sich über sie und küßte sie auf die Stirn. „Auf Wiedersehen, Danke! Ich muß noch ein paar Stunden in die Klinik, bin aber gegen sieben Uhr bestimmt zurück!“ „Auf Wiedersehen, Rudolf! Ich hoffe gleichfalls gegen sieben Uhr daheim zu sein.“ Daniela sah ihm nach, wie er leicht und elastisch den Gartenweg hinab zum Auto schritt. Sie hatte den Spitzenvorhang leicht beiseite geschoben, und er sah noch einmal zu ihren Fenstern hinauf. Als er sie bemerkte, winkte er und lächelte. Daniela trat vom Fenster zurück. Ein unnennbares Glück war in ihrem Herzen. Es blieb ihr jedoch nicht viel Zeit, über Rudolfs plötzliche Veränderung nachzudenken. Sie mußte sich fertigmachen, wenn sie noch zeitig genug an den von Hanna bestimmten Treffpunkt kommen wollte. Sie ging, in ihren schwarzen Pelzmantel gehüllt, das kleine, schicke Modellhütchen auf die dunklen Locken gedrückt, in das Zimmer der Tante, um sich von ihr zu verabschieden. Diese sah glücklich in die strahlenden Augen des jungen Weibes. „Danie, nun wird ja noch alles wieder gut!“ „Ja, Tante Maria, alles wird gut.“ * Daniela schritt flott aus. Es dauerte nicht lange, so war sie an der Maximiliansallee angekommen. Dort hielt ein vornehmes Gespann, doch von Hanna französische Regierung einen wohlgemeinten Vorschlag Hoovers sabotiert hat? Es gehen weltbewegende Dinge vor. Mit schönen Reden und langwierigen Konferenzen wird man sich bald nicht mehr abgeben. Diese Methode hat sich überlebt, weil man ihre tauben Früchte immer mehr erkennt. Die Institution, die jene Versailler Friedensmacher schufen, um der Welt einen Dauerfrieden zu garantieren, hat nur eins bisher gekonnt, Akten zu füllen und Versprechungen zu machen. Die Taten aber sind ausgeblieben. Es ist geradezu grotest, daß in dem Augenblick, da die Jahresversammlung des Völkerbundes zu friedensfördernder „Arbeit“ in Geuf tagt, sich zwei Staaten, deren Vertreter in Geuf am gleichen Beratungstisch sitzen, ihre Heere gegeneinander schicken. Der japanisch=chinesische Mandschureikouflicht ist ein Hohn auf die Friedensreden, die man von Geuf aus immer wieder gehört hat. Das japa nische Kabinett hat ausdrücklich eine Einmischung des Völkerbundes abgelehnt. Zwar stellt Artikel 11 des Genfer Paktes fest,„daß jeder Krieg und jede Bedrohung mit Krieg eine Angelegenheit des ganzen Bundes ist und dieser zum Schutz des Völkerfriedens geeignete Maßnahmen zu ergreifen hat.“ Was heißt„geeignete Maßnahmen“, wenn derjenige, der den Krieg veranlaßt, über genügend starke Kanonen und Maschinengewehre verfügt? Ebensowenig wie der Völkerbund die Machtmittel besitzt, einen Krieg zu verhindern, ebensowenig ist er in der Lage; die im Völkerbund zusammengeschlossenen Mächte einer gemeinsamen Aktion zur Ueberwindung der Weltwirtschaftskrise zusammenzubringen. Denn es brennt in dieser Hinsicht doch an allen Ecken. Aber weder besitzt der Völkerbund den Löschapparat, um wirkungsvoll einzugreifen, noch die Mannschaft, die diesen Apparat bedienen könnte. Die Völker sind, wie gerade die Völkerbundssachverständigen vor wenigen Wochen in Basel festgestellt haben, darauf angewiesen, sich selbst zu helfen. England scheint das auch in zielklarer Weise besorgen zu wollen. Gewiß, England steht trotz aller wirtschaftlichen Erschütterungen finanziell und politisch wesentlich besser da als Deutschland. Aber schließlich sollte man doch auch in Deutschland wenigstens den Beweis erbringen, daß man den Willen hat, einen bestimmten Weg zu gehen. Das jetzige Zagen und immer wieder Vertagen der Entscheidung wirkt lähmend, nicht nur für die behördliche Arbeit, sondern für das ganze private Wirtschaftsleben. Es scheint in Deutschland viele Kreise zu geben, die das alleinige Heil für Deutschland von dem jetzt bevorstehenden Besuch der französischen Staatsmänner in Berlin erwarten. Selbst wenn die These unanfechtbar wäre, daß nur eine deutsch=französische Verständigung die deutsche und die Weltwirtschaftskrise meistern könnte, dann ist es bestimmt taktisch unklug, nur noch diese These allein anzuerkennen. Wir wissen ja gar nicht, ob die Franzosen sich mit uns verständigen wollen in einer Weise, die für uns tragbar erscheint. Denn nicht der Verständigungswille Deutschlands ist ausschlaggebend, sonwar nichts zu sehen. Suchend blickte Daniela um sich. Da sprang der Mann vom Kutschersitz herab, verbeugte sich vor ihr tief und sagte: „Frau Doktor Brünneck?“ Und als Daniela bejahend nickte, sagte er: „Ich habe den Auftrag, die gnädige Frau in das Fasanenschlößchen zu bringen. Frau Elten hat sich geirrt. Die Partie war für zwei Uhr angesetzt. Da Frau Elten ganz in der Nähe wohnt, hat man sie einfach geholt, und ich habe den Auftrag erhalten, hier zu warten, bis die gnädige Frau kommt.“ Das war ganz einleuchtend; trotzdem legte sich ein seltsam drückendes Gefühl auf Daniela, als sie nach kurzer Ueberlegung in den Schlitren stieg. Lustig klingelnd fuhr dieser davon. Es waren sehr feurige Pferde, die den Schlitten mit Windeseile hinter sich herzogen. Daniela dachte schon wieder an ihren Mann. Fast bereute sie es. nun doch noch gefahren zu sein. Um wie vieles schöner wäre es doch gewesen, sie hätte daheim auf Rudolf warten können, dem sie heute etwas so Köstliches mitzuteilen hatte. Und der wieder lieb und gut zu ihr war. Sie war aber beruhigt, weil Rudolf sie doch ertra däzu überredet hatte, die Partie, an der ihr nicht viel lag, mitzumachen. Daniela schreckte plötzlich auf. Sie kannte den Weg nach dem Fasonenschlößchen genau. Der Schlitten aber fuhr in ganz anderer Richtung. was sie jetzt erschrocken bemerkte. Sie rief dem Kutscher zu: „Hallo. Sie fahren doch falsch?“ Der Mann schüttelte nur den Kopf und das Tempo verstärkte sich. Halb ohnmächtig lehnte Da niela im Wagen. Sollte sie herausspringen? Was hatte man mit ihr vor? Sie wukte schon jetzt, daß sie in eine Folle gegangen war. Wer aber sollte es denn wagen, sie gegen ihren Willen irgendwohin zu fahren? Der Mann auf dem Führersitz war sicher nur ein Bediensteter; das hatte sie an seiner Sprechweise erkannt. Daniela beugte sich weit vor, rüttelte den Mann am Arme. „Sie halten, sofort, sage ich Ihnen!“ Der Mann rührte sich nicht: aber er hielt jetzt scharf auf das Jagdschlaß zu. das nach Danielas Wissen leerstand, seit Fürst Waldeneck es verkauft hatte. Das große, schmiedeeiserne Tor war weit geöffnet. Und der Schlitten fuhr durch dieses Tor. Da sah Daniela, daß das Schloß bewohnt war. Der Schlitten hielt, und eine Dame trat aus dem Hause heraus, die Daniela freundlich begrüßte. „Die anderen Herrschaften sind schon da,“ sagte sie und half der jungen Frau beim Aussteigen. Daniela, noch völlig benommen, nun aber doch von dem Gedanken beseelt, daß der Kutscher Fasa. nenschloß und Jagdschloß untereinander gewürfelt, erlöst von einer unsagbaren Angst, betrat die große Halle, an deren Wänden unzählige, kostbare Geweihe hingen. Die alte Frau im Spitzenhäubchen öffnete eine Tür, nachdem sie dem jungen Gast die Garderobe abgenommen hatte, und bat: dern der Preis, den Frankreich zu fordern gewillt ist. Flandin hat in seiner Genfer Rede ein Wort geprägt, das gerade in Deutschland Beachtung finden sollte:„Wenn von Sicherheit geredet wurde, so dachte jeder nur an sich, wenn von Abrüstung geredet wurde, so dachte jeder nur an den anderen!“ Er hätte noch hinzusetzen können, wenn von Hilfsmaßnahmen die Rede ist, denkt der andere immer nur daran, wie hoch sich diese Hilfe bezahlt machen könnte. K Er wird Laval und Briand begleiten. Staatssekretär Berthelot vom französischen Außenministerium wird die Minister Laval und Briand auf ihrem Besuch in Berlin begleiten. Der Kampf in der Mandschurei. Schon seit Wochen kamen aus dem Fernen Osten Nachrichten nach Europa, die von einem bevorstehenden kriegerischen Konflikt zwischen Japan und China zu melden wußten. Diese Nachrichten gründeten sich auf die gereizte Stimmung, die auf beiden Seiten durch verschiedene, z. T. bekannte Zwischenfälle entstanden war. Eine ernstere Wendung nahmen die Dinge aber erst, als die Erregung auf die japanische Armee übergriff und japanische Militärflieger in Flugschriften ihre Landsleute offen zum Kampfe gegen die Chinesen aufforderten. Aber selbst dann war die Hoffnung auf eine gütliche Beilegung des Konfliktes berechtigt, da die verantwortlichen höchsten Stellen auf beiden Seiten eine solche zweifellos wollten. Wenn es jetzt trotz alledem zu kriegerischen Handlungen gekommen ist, so deswegen, weil augenscheinlich untergeordnete Organe in falsch verstandenem Patriotismus sich zu Unbesonnenheiten haben hinreißen lassen. China, durch den Kampf um seine künftige innere Gestaltung zurzeit finanziell und militärisch geschwächt, würde einem japanischen Eindringen völlig machtlos gegenüberstehen. Ein Marsch nach Peking oder Ranking aber würde der japanischen Armee keine Lorbeeren eintragen. Japan hat in dem Neunmächte=Vertrag in Washing= Lon vom 22, 2. 1022, dem auch Deutschland später beige„Wenn die gnädige Frau hier Platz nehmen wollen? Ich will sofort melden.“ Daniela wartete. Die Angst beschlich sie von neuem. Da näherten sich Schritte der Tür, und dann— stand Herr von Ostendorf vor ihr. Er verbeugte sich tief und fragte: „Ich hoffe doch, daß Ihnen die Fahrt gut bekommen ist, gnädige Frau?“ Daniela war aus ihrem Sessel in die Höhe geschnellt. Ihr Gesicht war totenblaß. „Was erlauben Sie sich? Wie kommen Sie hierher? Wo ist meine Freundin Hanna Elten?“ Um seinen Mund lag zynischer Spott, als er eerez „Ein bißchen viel Fragen auf einmal, meine verehrte Gnädigste. Aber ich will sie Ihnen der Reihe nach beantworten. Aber wollen Sie nicht wieder Platz nehmen?“ Daniela keine Miene machte, sich zu setzen, sich nur auf die Lehne stützte und ihn mit ihren großen. schönen Augen verächtlich ansah, sagte er: „Ich habe mir erlaubt. Sie hierher zu bitten, weil ich mit Herrn Doktor Brünneck von früher her eine kleine Rechnung zu bealeichen habe. Nummer zwei: Ich habe das Jagdschloß seinerzeit von Fürst Waldeneck gekauft, weil man sein Geld doch irgendwie anlegen muß. Frage Nummer drei: Ihre Freundin Hanna Elten ist augenblicklich nicht in R... anwesend. Sie wird wohl voraussichtlich bei ihrem Gemahl in ihrem Heim sein. Zufrieden?“ Daniela hielt sich nur noch mühsam auf den ßen. Dennoch fragte sie schneidend: „Freiheitsberaubung. wissen Sie das? Lassen Sie mich sofort hinaus.“ Er lachte, sah auf sie, die an allen Gliedern zitternd vor ihm stand. Und seine Gier stieg ins Unermeßliche, die Gier, diese Frau zu besitzen, und— sich gleichzeitig an Rudolf Brünneck auf das Grausamste zu rächen. Er näherte sich ihr, streckte seine Arme nach ihr aus. „Ich liebe Sie! Lassen Sie den finsteren Gesellen laufen, der sich da Ihr Gatte nennt. Mit dem war schon früher nicht viel anzufangen; er hat immer gearbeitet, wenn wir anderen fröhlich und guter Dinge waren. Solche Leute überläßt man am besten sich selbst. Sie aber sind lachendes Leben. Ihre Augen verraten die Sehnsucht, die in Ihnen wohnt. Und ich liebe Sie, ich kann Ihnen alles bieten, ich will Ihr Sklave sein.“ Die Leidenschaft in ihm war echt. Er vergaß in diesem Augenblick auch vollständig, daß er sich an Brünneck rächen mußte. Alles in ihm verlangte nach dieser jungen Frau, die, die Hände abwehrend ihn ausgestreckt, ihn mit verächtlichen Blicken maß. Endlich rangen sich die Worte stoßweise über ihre Lippen: „Was erlauben Sie sich? Wie können Sie es wagen, Rudolf Brünnecks Frau und damit auch ihn selbst tödlich zu beleidigen?“ „Brünneck? Ah, er! Ich weiß ja doch, daß eure Ehe unglücklich ist. Darum habe ich den heutigen Streich ja erst gewagt.“ Samstag, den 26. September treten ist, die Integrität des chinesischen Reichs ausdrücklich anerkannt, nimmt aber auf Grund verschiedener Verträge in der Mandschurei eine Sonderstellung ein. Eine dauernde Besetzung der Mandschurei durch Japan würde jedoch mit dem Washingtoner Vertrage unvereinbar sein und alle Signatarmächte zum Eingreifen berechtigen. Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, daß Japan sich einer solchen Vertragsverletzung schuldig machen will. Wohl mögen diejenigen im Rechte sein, die behaupten, daß die Zeit hierfür nie so günstig war wie jetzt, wo weder Amerika noch England angesichts der großen Schwierigkeiten wirtschaftlicher und finanzieller Natur im eigenen Hause eine bewaffnete Intervention im Osten riskieren könnten, und für Rußland sich die herrliche Gelegenheit bietet, die ganze Nordmandschurei und damit die ostchinesische Bahn an sich zu bringen. Solche Argumentationen sind aber Hirngespinste in den Fesseln der Gegenwart befangener Politiker, die an der Tatsache vorbeigehen, daß die Einverleibung der Mandschurei in Japan von China niemals würde vergessen werden können, und die chinesischjapanischen Beziehungen auf alle Zeit so schwer vergiften müßte, daß ein freundliches Nebeneinanderleben dieser beiden großen Nachbarvölker und ein geregelter Handelsaustausch auf Generationen hinaus unmöglich sein würde. Um dieses Erfolges willen lohnt sich die Wegnahme der Mandschurei nicht. Schluß der Beralungen des Genfer Wirtschaftsausschusses. WTB. Genf, 25. September. Der Wirtschaftsausschuß der Völkerbundsversammlung hat heute seine Beratungen mit der Annahme eines Berichtes über die Finanzfragen abgeschlossen. Die Bedeutung der Aussprache liegt darin, daß im Rahmen der Verhandlungen einer Völkerbundskommission eigentlich zum ersten Male in sehr prägnanter Weise nicht nur von neutraler Seite, sondern auch von einem Vertreter der Gläubigermächte die Frage der Reparationen und internationalen Schulden als das Kernproblem der augenblicklichen Krise bezeichnet worden ist. Der endgültige Text des Berichtes, den der Ausschuß angenommen hat, erhält im Augenblick noch seine letzte Fassung und wird danach der Bundesversammlung vorgelegt werden. Die Reparations= und Schuldenfrage wird in dem Bericht nur kurz gestreift. Die große Bedentung dieser Frage kommt immerhin auch in diesem Bericht zum Ausdruck, in dem nämlich festgestellt wird, daß im Laufe der nächsten Monate notwendigerweise Probleme von der größten Wichtigkeit zu lösen sind.“ Es wird darauf hingewiesen, daß die vorläufig getroffenen Vereinbarungen von kurzer Dauer sind und daß es eine Angelegenheit der direkt beteiligten Gläubiger und Schuldner ist, die Mittel zur Verlängerung, zur Abänderung oder Außerkraftsetzung der getroffenen Vereinbarungen— gemeint ist der Hooverplan und die Stillhalteverträge— zu finden. Daniela schloß die Augen. Oeffentliches Gespräch also! Und heute, heute, wo sie so unaussprechlich glücklich war, weil Rudolf sich ihr wieder zuwandte, weil er ihr entgegenkam auf dem Wege des Sich=einander=Wiederfindens? Heute, wo sie ihrem Gatten sagen wollte, daß sie das Pfand seiner Liebe längst trug? Heute wagte es dieses Ungeheuer, sich ihr in den Weg zu stellen? Danielas kleine Hände krallten sich um die Lehne des Sessels. Ihre Augen glitten verächtlich über den Mann. Dann sagte sie: „Oeffnen Sie sofort die Tür! Ich will fort, augenblicklich.“ „Nicht eher, als bis ich Rache genommen habe.“ Daniela las in seinem brutalen Gesicht die furchtbare Entschlossenheit und die Gier. Sie schrie nicht auf; sie trat nur ganz leise einen Schritt nach rückwärts, ergriff von der Wand den persischen Dolch. Ruhig, weiß wie eine Statue, stand sie nun zwischen Wand und Sessel, ihn unverwandt ansehend. * " Er lachte behaglich. Herrgott, hatte die kleine Frau ein Temperament. So etwas liebte er. Er näherte sich ihr von neuem. Daniela hob den Dolch. Er ritzte ihm die Hand. „Laß den Unsinn, Wildkatze. Es hat keinen Zweck,“ sagte er. In Daniela aber riefen es tausend Stimmen: „Lieber tot als diese Schmach! Ich muß mich schützen, und wenn es mein Tod ist.“ Ostendorf trat zurück. Ein dumpfes Keuchen entrang sich seiner Brust. Dann sagte er: „Gut, wir können es ja auch anders haben. Rächen werde ich mich so oder so. Dann also anders.“ Er ging zurück zur Tür. Rasch trat er hinaus. Draußen hörte man Lachen, Männer= und Frauenstimmen. Die Tür öffnete sich wieder, und Ostendorf sagte: „Das ist mein Liebchen; leider hat die Begrüßung etwas länger gedauert, was ihr alle freund lich entschuldigen möget.“ Fröhliches Gelächter seitens der Damen. Die Herren aber sahen sich verdutzt an. Doktor Brünnecks Frau? Ja, aber— was— um Gottes willen sollte denn das heißen? Der Dolch lag am Boden, Daniela Brünneck schrie laut auf. „Schuft, Schuft!“ Sie sah von einem zum andern, sah bei den ihr bekannten Herren Mißtrauen, eisige Abwehr, Verachtung. Und die Damen? Daniela kannte nicht eine von ihnen. Und jetzt sah sie auch, daß es gar keine— Damen waren. Da wußte Daniela auf einmal, auf welche Art Ostendorf sich gerächt hatte. Sie trat an Dietrich Lauen heran, bat mit erloschener Stimme: „Begleiten Sie mich nach Hause, Herr!“ (Fortsetzung folgt.) Mehrerträge an Sieuern. Eegebnisse der Buch= und Betriebsprüfung. Berlin, 24. September. Dem Reichstag liegt eine Uebersicht über die Ergebund Betriebsprüfung für das Rechnungsjahr 1930 vor. Durch die Prüfung der Finanzbehörden, die in 57693 Fällen erfolgte, sind insgesamt an Reichssteuern 184 830000 Mark und an Landes= und Kirchenteuern 31 429000 Mark mehr festgesetzt worden. Der Meyrertrag belief sich bei der Einkommensteuer auf rund 63 Millionen, bei der Körperschaftssteuer auf 78,5, bei der Umsatzsteuer auf 11, bei der Vermögenssteuer auf 12 und bei den übrigen Reichssteuern auf etwas mehr als 20 Millionen Mark. Im Bezirk des Landesfinanzamtes Köln sind 2435 Fälle geprüft worden. Es wurden hier mehr festgesetzt bei der Einkommensteuer 3001594, bei der Körperschaftssteuer 6501 731, bei der Umsatzsteuer 723.533, bei der Vermögenssteuer 938 565 und schließlich bei den übrigen Reichssteuern 528610 Mark. Die Forderungen der Postbeamten Berlin, 25. September. Im weiteren Verlauf des Verbandstages deutscher Post= und Telegraphenbeamten in Berlin hielt der Staatssekretär im Reichspostministerium Dr. Sautter einen Vortrag über die Bedeutung der Deutschen Reichspost für Staat und Wirtschaft. Dr. Sautter erklärte u.., daß das Post= und Funkwesen unbedingt eine Aufgabe des Reiches bleiben müßte und nicht Institution der Privatwirtschaft werden könne. Die 350000 Männer und Frauen, die bei der Reichspost dem Deutschen Reiche verpflichtet seien, stellten eine fest Stütze des Reiches dar, wie sich dies auch bei der Staatsumwälzung 1918 gezeigt habe. Wenn den Postbeamten vom Reich Opser auserlegt würden, so wünschten die Beamten eine gleichmäßige Verteilung der Lasten auf alle Schultern. Mobilmachung gegen Wintersnot. . Setcsictspierhe ind. in, bevorstehenden Winter von schwerster Rot bedroht, wenn es nicht gelingt, die Hilfe die prihate Hülfe ür den gr a. dise zu ergänzen. Deshalb haben sich überall Organisationen gebildet, um den Stroßen Verling.seren. Unsere Aufnahme zeigt Propagandawagen der Winterhilse in bapal und Briand kommen. Wann darf die Polizei schießen? Die Ausführungsbestimmungen zum Polizeiverwalungsgesetz. Zu dem vom Landtag bereits verabschiedeten Polizeiverwaltungsgesetz hat jetzt der preußische Innenminister die Ausführungsbestimmungen erlassen, mit denen sich demnächst der Staatsrat beschäftigen wird. Erwähnenswert sind darin die Anweisungen, die dem abermaligen Ueberhandnehmen der Polizeiverordnungen vorbeugen sollen. Die Anwendungen unmittelbaren Zwanges, d. h. die Feststellung von Personen und die Anwendung von Waffengewalt wird eingehend behandelt. Es sollen die am wenigsten schädlichen Mittel angewendet werden, doch müssen die polizeilichen Ziele erreicht werden. Von Schußwaffen oder Explosivmitteln darf, abgesehen vom Fall der Notwehr, nur nach vorheriger Androhung Gebrauch gemacht werden. Die Androhung kann durch Worte erfolgen, wie„Halt! oder ich schieße!", und„Zurück! oder ich schieße!". Die Androhung, auch die dreimatige kann durch schriftliche, an Ort und Stelle anzubringende Bekanntmachung ersetzt werden. Schreckschüsse gelten ebenfalls als Ersatz für die Androhung. Gegen Kinder dürsen Schußwaffen oder Explosivmittel nur im Falle der Notwehr angewendet werden. Auf fliehende Personen darf nur geschossen werden, wenn sie eines Verbrechens überführt oder dringend verdächtig sind. Zum Kommandanten des Linienschiffs „Schleswig=Holstein“ ernannt. Kapitän z. S. Götting, bisher Leiter der Wehrmachtsabteilung im Reichswehrministerium, ist zum Kommandanten des Linienschiffs „Schleswig=Holstein“(Flottenflaggschiff) ernannt worden. Die politische Polizei in Tätigkeit. Wenn ein ausländisches Staatsoberhaupt, ein Souverän oder ein Ministerpräsident, Berlin besucht, dann bekommt die politische Polizei alle Hände roll zu tun. Freilich häufen sich solche Besuche nicht mehr entfernt so wie vor dem Kriege, wo der Schutz solcher Staatsgäste eine der wichtigsten laufenden Agenden der politischen Polizei war. Aber die Pflicht, einem solchen Gaste das Höchstmaß von persönlicher Sicherheit zu gewähren, besteht nach wie vor und muß peinlich genau erfüllt werden. Von allen Gästen der deutschen Regierung hat bis heute der Besuch König Fuads von Aegypten der Polizei am meisten Arbeit gemacht. Der Schutz Macdonalds war ein Kinderspiel dagegen. Fuad ist, was man heute noch genauer weiß als damals, in seiner Heimat einer der am meisten gehaßten Leute und zeigt sich aus diesem Grunde auch sehr selten öffentlich. In der mächtigen ägyptischen Volkspartei des Wafd gibt es keinen, der nicht die sofortige Entfernung Fuads wünscht; es fehlt dabei auch nicht an Leuten, die der natürlichen Entwicklung der Dinge gern etwas nachhelfen möchten. Viele Wochen, bevor Fuad in Berlin eintraf, wurden die in Berlin lebenden Aegypter gesiebt. Jedermann, der nicht ganz einwandfrei war, wurde vorsichtshalber abgeschoben. Auch den zahlreichen Winken der ägyptischen Gesandtschaft wurde selbstverständlich nachgegangen. An die in Frage kommenden ausländischen Vertretungen Deutschlands erging die Weisung, mit der Ausstellung von Sichtvermerken an Aegypter äußerst zurückhaltend zu sein. Das galt besonders für die Plätze Paris und London, von den ägyptischen Konsulaten Deutschlands ganz abgesehen. Der König selbst, der aus Paris kam, wurde an der Grenze von den deutschen Detektiven sozusagen„in Empfang genommen“. Von diesem Empfang merkte er freilich gar nichts, er nahm nur vom offiziellen Empfang Notiz, der ihm an der deutschen Landesgrenze zuteil wurde. Die Bahnpoli zei hatte inzwischen überall in doppelte Garnitur die Ueberwachung und den Schutz der Gleise durchzuführen. In solchen und ähnlichen Fällen fährt einige Minuten vorher gewöhnlich ein Vorzug, bestehend aus einer Lokomotive und einem Arbeitswagen ab. In diesem Arbeitswagen befinden sich Arbeiter und Gerätschaften, um irgend einen„plötzlich“ auftretenden Streckenschaden in kürzester Zeit zu beheben. Im königlichen Zug haben sich inzwischen ungefähr ein Dutzend Beamte der Politischen Polizei verstreut. Nachdem festgestellt worden ist, daß sich kein Unbefugter im Zuge befindet, werden besonders die Ein= und Ausgänge im Auge behalten. Zwei Mann halten sich außerdem auf der Lokomotive auf. Als der Zug dann endlich in den Bahnhof einlief, war dieser schon von der Ortspolizei aufs beste besetzt und gesichert. Man ging in der Sorgfaltspflicht so weit, daß man eine große Anzahl von Beamten in Zivil unter das Publikum mischte, das die Straßen flankierte. Ein verdächtige Bewegung hätte genügt, um den Betreffenden für einige Stunden in sogenannte „Schutzhaft“ zu überführen. Aber wie man sich wohl Aber auch Gäste, die ganz privat nach Berlin kommen, haben ein Anrecht auf besonderen Schutz, wenn ihrer Persönlichkeit eine gewisse politische Bedeutung zukommt. Einen solchen Schutz genoß z. B. der Maharadscha von Indore, der vor einiger Zeit in einem Berliner Hotel abgestiegen war und eigenes Personal von fast 50 Mann mitgebracht hatte. Der Maharadscha wurde gewöhnlich auf seinen Ausfahrten überwacht. In den Hallen des Hotels sorgten ja die überall anwesenden Hausdetektive für seine Sicherheit. Am 27. September steht Berlin der französische Staatsmännerbesuch bevor. In diesem Zusammenhang hat die politische Polizei Aufgaben ziemlich schwieriger Natur zu bewältigen. Es ist ein Besuch von höchster politischer Bedeutung, ungleich bedeutungsvoller als die exotischen Königsbesuche in den vergangenen Jahren. Da wird die politische Polizei wahrscheinlich Gelegenheit haben, mit der betreffenden ausländischen Polizeiinstitution, der französischen Securité, zusammen zu arbeiten. Die Hauptsorge der Polizei wird diesmal sein, die Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten, um irgendwelche peinliche Kundgebungen bei der Ankunft der französischen Staatsmänner in Berlin zu vermeiden. Im Europa von heute hängt mit wenigen Ausnahmen die Politik nicht mehr so innig mit der Person der Staatslenker zusammen wie früher. Kein Wunder, daß damit auch die Zeit der Attentate schon eine ganze Weile ihr Ende erreicht hat. Attentate auf Politiker ereignen sich nur noch ganz selten, sie haben ja auch in einer Welt, wo nicht mehr Persönlichkeiten, sondern Systeme regieren, zum Großteil ihren Sinn verloren. Früher war das einmal anders. So kostete z. B. die Ueberwachung des Zarenpares bei einem Besuch in Paris im Jahre 1911 beinahe zwanzig Millionen Franken. Die vier Tage, die der russische Besuch in Paris dauerte, war ein Heer von fast zeyntausend Zivilbeamten aufgeboten, und die verantwortlichen Polizeistellen gönnten sich keine Stunde Schlafs. Als der russische Besuch die französische Grenze überschritten hatte, erlitt der Polizeiunterpräfekt, der die Ueberwachungsmaßnahmen geleitet hatte, einen Nervenzusammenbruch und mußte schleunigst auf Urlaub gehen. Die Zahl der Verhaftungen erreichte damals an einigen Tagen eine phantastische Höhe, und es mußten nachher Schadensersatzgelder in erklecklicher Höhe bezahlt werden. 130 000 Studenken in Deutschland Kein Rückgang trotz der Wirtschaftskrife. Die Gesamtzahl der an den wissenschaftlichen Hochschulen im Deutschen Reich immatrikulierten Studierenden betrug im letzten Wintersemester 130072 gegenüber 132 090 im Sommersemester 1930 und 122 391 im Wintersemester 1929=30. Der Rückgang im letzten Wintersemester vorher ist nur scheinbar, da in den Wintersemstern die Aufnahme der Studien in geringerem Umfange zu erfolgen pflegt als in den Sommersemestern. Wir erkennen den Zudrang zum Studium in den letzten Jahren am besten daraus, wenn wir das erste vergleichbare Wintersemester 1925=26 der Nachkriegszeit mit vollständigen Angaben dem letzten Wintersemester gegenüberstellen. Danach hat sich die Gesamtzahl der Studierenden im Wintersemester 1930=31 um 46 v.., die der weiblichen Studierenden allein um 160 v. H. erhöht. An den Universitäten hatten im letzten Wintersemester 95471 immatrikulierte Studenten oder 73,4 v.., an den technischen Hochschulen 23 749 oder 18/3 v. H. der Gesamtzahl der Studierenden Vorlesungen belegt. Die Herkunft der Studierenden nach dem Beruf der Bäter wies nur geringfügige Veränderungen auf. Es waren von den Bätern der Studierenden 46,7 v. H. Beamte, 35,1 v. H. Handel= und Gewerbetreibende, einschließlich Angestellte, 8/5 v. H. Angehörige freier Beruse, 5/6 v. H. Landwirte und.2 v. H. Arbeiter. Reich Zur Hamburger Bürgerschaftswahl. Am morgigen Sonntag wird die Hamburger Bürgerschaft neu gewählt. Die Zahl der Wahlvorschläge ist von 20 auf 15 gesunken. Bei der SPD. führt Bürgermeister Roß die Reihe von 118 Kandidaten. Die 110 kommunistischen Anwärter führt Thälmann, die 79 Staatsparteiler Dr. Petersen, die 62 Kandidaten der D3P. der betagte Bürgermeister a. D. Dr. Schröder. Die Deutschnationalen warten mit 60 Namen auf, die Wittschaftspartei mit 30. Die RSDAP. geht mit der umfangreichsten Liste—124 — in die Wahl. Die sonstigen Vorschläge stellen Zentrum, Volksrechtspartei, Antikapitalistische Einheitsfront, Christlich=Sozialer Volksdienst, Freiwirtschaftliche Partei, USPD., Notgemeinschaft bedrohter Existenzen und Kommunistische Opposition. Folgen der englischen Währungskrise. Wie die Direktion des Walzblechwerkes der Vereinigten Stahlwerke in Wissen(Sieg) mitteilt, ist die Anordnung eingegangen, vorsorglich Stillegungsantrag beim Demobilmachungskommissar einzureichen. Auch soll, falls sich die Lage in den nächsten Tagen nicht bessert, zum 1. Oktober 1000 Arbeitern die Kündigung zugestellt werden. Diese Maßnahme ist, wie die Werkkleitung versichert, auf die englische Währungskrise zurückzuführen, da rund 30 Prozent der Produktion in englischer Währung ius Ausland umgesetzt werden. Neue Betriebseinschränkungen bei der Maxhütte. Wie die„Volkswacht“ in Regensburg meldet, sind im Eisenwerk Maxhütte vor einigen Tagen erneut 130 Arbeiter ausgesperrt worden, nachdem schon kürzlich 150 Mann ihre Arbeitsstätte verlassen mußten. Für die Hüttenwerke schweben augenblicklich Lohnverhandlungen. Der Sängertag abgesagt. Auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben. Köln, 24. September. Bekanntlich sollte am 3. und 4. Oktober in Mainz ein deutscher Sängertag stattfinden, hauptsächlich zu dem Zwecke, eine Durchberatung des neuen Satzungsentwurfes des Deutschen Sängerbundes vorzunehmen. Dieser Entwurf war reichlich spät den Einzelbünden bekanntgegeben worden, so daß in eine genaue Prüfung desselben kaum eingetreten werden konnte. Auf Antrag des Sächsischen Sängerbundes sollte deshalb der Sängertag verschoben werden. Eine Rundfrage bei den Einzelbünden des Deutschen Sängerbundes hat ergeben, daß sich 15 Bünde mit 152 Stimmen positiv für den Antrag der Sachsen und 14 Bünde gegen den Antrag erklärten. Außerdem haben sich stillschweigend gegen den Antrag 8 Bünde mit 23 Stimmen ausgesprochen. Für eine Verlegung des Sängertages haben sich von den gesamten Bünden u. a. der Rheinische und Westfälische Sängerbund erklärt. Die Sicherheit der Staatsbesucke. jeden erknnert, verlief der Besuch König Fuads ohne Zwischenfall. Die Ueberwachung des englischen Staatsbesuches war, wie schon erwähnt, bedeutend einfacher. Das nicht nur deshalb, weil Macdonald jede Ueberwachung verabscheut. Er weiß genau, daß es ohne Vorsichtsmaßnahmen nicht geht. Aber für die Sicherheit des englischen Ministerpräsidenten hatte schon Scotland Yard in ausreichender Weise gesorgt. Vier englische Detektive begleiteten die englischen Gäste nach Berlin und sorgten für den verlönlichen Ueberwachungsdienst. Die politische Polizei konnte sich auf allgemeine Maßnahmen, wie sie bei solchen Gelegenheiten unerläßlich sind, beschränken. Ziemlich einfach gestaltete sich auch die Ueberwachung Meilons, der ja nur in halboffizieller Eigenschaft nach Berlin kam. Köln als Messestadt. Haus= und Wohnbedarf.— Funk= und Phonoschau. Gastwirts= und Hotelfachmesse. Am kommenden Sonntag, 27. September, beginnen die Herbstveranstaltungen der Kölner Messe. Mit Rücksicht auf die gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse hat man sich diesmal bei der Messe im wesentlichen auf eine große Gruppe beschränkt, die in Köln immer einen guten Markt gefunden hat: die Messe für Haus= und Wohnbedarf. Die Messeleitung hat bewußt auf alles verzichtet, was irgendwelche besonderen Aufwendungen erfordert oder die Ausstellerfirmen über Gebühr belastet hätte. Es fallen deshalb auch die sonst mit der Messe verbundenen Progagandagruppen wie auch die Textilabteilung fort. Die Hauptabteilungen sind Haus= und Küchengeräte, Herde und Oesen, Metallwaren, Glas= und Porzellanwaren usw. Die Messe, an der Firmen aus allen deutschen Gebieten beteiligt sind, dauert bis zum 30. September. Der Großindustrielle Huldschinsky f. Im Alter von 83 Jahren starb der bekannte Großindustrielle Oskar Huldschinsky. Seit 1905 lebte er in Berlin. Er war ein Kunstmaler von Weltruf. Die Versteigerung seiner Sammlung vor einiger Zeit brachte einen Erlös von 4,5 Millionen Mark. Der Baukraub in Wanne-Eickel aufgeklärt. Die Aufklärung des am 19. Mai 1931 auf die Filiale der Kommerz= und Privatbank in Wanne=Eickel erfolgten Raubüberfalles durch drei unbekannte Täter, der s. Zt. wenig Aussicht auf baldige Aufklärung bot, weil### Täter keinerlei greifbare Spuren hinterließen, hat### umfangreiche Forschungsarbeit der Kriminalpolizei, die in vieler Kleinarbeit bestand, zu einem greifbaren Ergebnis geführt. Durch die ausgesetzte Belohnung in Höhe von 1500 RM., die ausschließlich für das Publikum bestimmt war, wurde die Polizei durch Angaben aus dem Publikum auf über 100 Spuren gelenkt, deren Verfolgung nach eingehender Prüfung bis auf eine Spur erfolglos verlief. Auch diese eine Spur bot zunächst wenig Erkennungspunkte. Ermittlungen in dieser Richtung führten am 9. 6. 1931 zur Festnahme des erwerbslosen Schlossers Konrad Kroll, der in Dortmund bei einer Familie Mikiczal seit mehreren Jahren als Kostgänger wohnte, und als deren zukünftiger Schwiegersohn galt. Bei einer Durchsuchung dieser Wohnung wurden 2900 RM. in 20 und 10 RM.=Scheinen gefunden, außerdem 200 Mark in der Brieftasche des Kroll. Bei den Vernehmungen durch die Kriminalpolizei verwickelten sich Kroll und die Ehefrau Mikiczak in bedenkliche Widersprüche. Kroll bestritt hartnäckig, mit dem Bankraub in Wanne=Eickel in Verbin-f. f6.45 Garalta„* dung zu stehen. er wurde Fleils um 12. 6. 1901 in Dortmund dem Vernehmungsrichter vorgeführt, der gegen ihn Haftbefehl erließ. Die nun intensiv betriebenen Nachforschungen nach den Personen, mit denen Kroll in letze ter Zeit in Verbindung stand, führten schon 4 Tage spä, ter zur Festnahme einer weiteren Person, die sich verborgen hielt. Eines Tages wurde der erwerbslose Handlungsgehilse Hans Budde aus Lütgendortmund in einer fremden Wohnung aus dem Bett heraus festgenommen. Er bestritt zwar ebenso hartnäckig wie Kroll seine Beteiligung an dem Bankraub, jedoch setzte hier ein wichtiger Indizienbeweises der Kriminalpolizei ein. Durch einen in der Wohnung des Kroll gefundenen Notitzblock ergab sich der Zusamemnhang der Mittäterschaft Krolls. Budde wurde einwandfrei von dem überfallenen Bankbeamten wiedererkannt. Die mit Energie fortgesetzten Ermittlungen der Kriminalpolizei führten dann etwa 4 Wochen später zur Festnahme weiterer 6 Personen wegen Verdachts der Begünstigung und Hehlerei. Davon wurden zwei Männer der Mittäterschaft verdächtigt und die Frauen wegen erwiesener Begünstigung und Hehlerei dem Untersuchungsrichter zugeführt. Gegen zwei dieser Personen wurde Haftbefehl erlassen. Gegen die vorbezeichneten beteiligten Personen steht Anklageerhebung bevorDie Ermittelungen nach dem Kraftfahrer, der mit einer hellgrünen Limousine die Täter nach Ausführung des Raubes zum Bahnhof fuhr, ist noch im Gange. B Von London nicht bedient. Wahrlichi zu, und von Welt in Auft sche Leben tu das Privatlebe einmal die Z1 inslationsähnl auswirken. In Englan die Bevölkern auf die Sachw sogar die Eise ten sind, haber preisen angepa Entwertung de Italien, der 9 risten massen! Schweiz wird die deutsche 10 schweren Schla Besonders eine bringen einen Die Flucht au nanziellen Gri Pfund zu irge Nimmt es Pfundkrise die eher, wenn mi flikt in der M wirkt. In de mehrere chinest paner und C. aber dieser Fr an einem chine paner werden Aehnlich w städten, in den ßen, der Konf Kriegszustand Neben diese Sensatiönchen, So können wir seltsamen Proz gericht ausgeso mehr und nich nes Flohz Flohzirkusse? gnügungspark Direktor des scheut, um den traktion zu m rührt und für Palast errichtet te, waren keine Direktor des dem Arbeitsger Die denkwü Flohwelt ein W auch die Floha rafft hatte. E geschulten Flöh Alle diese Behe achten erhärtet aus. 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Wahrlich in dieser kuriosen Welt geht es bunt genug zu, und von London bis zur Mandschurei ist die ganze Welt in Aufregung versetzt worden. Wenn das politische Leben turmhohe Wellen schlägt, dann bleibt auch das Privatleben davon nicht unberührt, und wir sind jetzt einmal die Zuschauer, die da beobachten können, wie sich inslationsähnliche Zustände bei einem anderen Volke auswirken. In England hat eine Teuerungswelle eingesetzt, denn die Bevölkerung stürzt sich mit panikartigem Andrang auf die Sachwerte. Die Preise steigen sprunghaft an und sogar die Eisenbahnen, die in England Privatgesellschaften sind, haben sich dieser Preissteigerung in den Fahrpreisen angepaßt, aber auch der Kontinent wird von der Entwertung des Pfundes mitbetroffen. Aus der Schweiz, Italien, der Riviera usw. flüchten die englischen Touristen massenhaft zurück in die Heimat. Zumal die Schweiz wird davon schwer getroffen, die schon durch die deutsche 100=Mark=Gebühr feligen Gedenkens einen schweren Schlag für ihre Fremdenindustrie erlitten hatte. Besonders eine ganze Anzahl englischer Kleinrentner verbringen einen größeren Teil des Jahres in der Schweiz. Die Flucht aus dem Ausland erfolgt vor allem aus finanziellen Gründen, denn nirgends gelingt es, das Pfund zu irgendeinem günstigen Kurs einzuwechseln. Nimmt es uns nun keineswegs Wunder, daß die Pfundkrise die ganze Welt erregt hat, so staunt man schon eher, wenn man hört, wie der japanisch=chinesische Konflikt in der Mandschurei sich im Berliner Westen auswirkt. In der Kantstraße in Charlottenburg existieren mehrere chinesische Restaurants, in denen bisher die Japaner und Chinesen friedlich nebeneinander speisten, aber dieser Frieden ist nunmehr gründlich gestört und an einem chinesischen Lokal liest man die Aufschrift:„Japaner werden nicht bedient.“ r Messe verbundenen Textilabteilung fort. und Küchengeräte, las= und Porzellanmen aus allen deutt bis zum 30. Sepschinsky f. der bekannte Groß1905 lebte er in Weltruf. Die Verger Zeit brachte eiinve-Eickel 931 auf die Filiale nne=Eickel erfolgten Täter, der s. Zt. ung bot, weil die nterließen, hat di minalpolizei, die in reifbaren Ergebnis tung in Höhe von Publikum bestimmt in aus dem Publien Verfolgung nach ir erfolglos verlief. venig Erkennungsung führten am 9. en Schlossers Kon: Familie Mikiczal wohnte, und als Bei einer DurchRM. in 20 und 10 200 Mark in der hmungen durch die und die Ehefrau Kroll bestritt hart=Eickel in Verbinm 12. 8. 1931 in rgeführt, der gegen betriebenen Nachenen Kroll in letze schon 4 Tage spä, rson, die sich vererwerbslose Handdortmund in einer aus festgenommen. Kroll seine Beteihier ein wichtiger in. Durch einen in otitzblock ergab sich ist Krolls. Budde inen Bankbeamten esetzten Ermittlunetwa 4 Wochen sonen wegen VerDavon wurden dächtigt und die und Hehlerei dem zwei dieser Perdie dorbegeichge: veerhebung bevor. rer, der mit einer, Nusfährung dei Gange. Aehnlich wie in Berlin wird auch in anderen Weltstädten, in denen Japaner und Chinesen aufeinander stoßen, der Konflikt in der Mandschurei einen heimlichen Kriegszustand hervorgerufen haben. Neben diesen großen Sensationen laufen die kleinen Sensatiönchen, manchmal aber auch etwas tragikomisch. So können wir hier einen kleinen Einblick in einen ganz seltsamen Prozeß gewähren, der jetzt vor einem Arbeitsgericht ausgefochten wurde. Es handelt sich um nichts mehr und nichts weniger als um das Schicksal eines Flohzirkusses. Ja, gibt es überhaupt noch Flohzirkusse? Ja, aber sie sterben aus. Für einen Vergnügungspark war ein Flohzirkus engagiert worden. Der Direktor des Vergnügungsparkes hatte keine Kosten gescheut, um den Flohzirkus zu einer ganz besonderen Attraktion zu machen. Die Reklametrommel wurde gerührt und für die zu erwartenden Flöhe geradezu ein Palast errichtet. Als das große Schauspiel losgehen sollte, waren keine Flohbändiger und keine Flöhe da. Der Direktor des Vergnügungsparkes klagte nunmehr vor dem Arbeitsgericht wegen Kontraktbruches. Die denkwürdige Verhandlung ergab, daß in der Flohwelt ein Massensterben ausgebrochen war und auch die Flohartisten des betreffenden Bändigers hingerafft hatte. Es sei aber an artistisch veranlagten und geschulten Flöhen gar kein Nachwuchs mehr vorhanden. Alle diese Behauptungen konnten durch zoologische Gutachten erhärtet werden. Der begabte Menschenfloh stirbt aus. Der Flohdresseur wurde freigesprochen. Man wird also seiltanzende und trabrennende Flöhe kaum noch zu ehen bekommen. Da also die Zeiten für Flöhe so ungünstig sind, versucht nunmehr vielleicht der Flohbändiger die Dressur von Läusen, denn, wie man allenthalben hört, sollen jetzt recht„lausige Zeiten“ sein und diesen lausigen Zeiten tut eine gründliche Dressur recht not. Da wir uns nun einmal auf das zoologische Gebiet begeben haben, so sei noch von einem Raben die Rede, em berühmten Raben im Merseburger Schloßhof. Dieser alte„Jakob“ sollte abgebaut werden, wie in der letzten Sitzung des Merseburger Verschönerungsvereins der Vorsitzende Regierungspräsident von Harnack mitteilte. Man forderte es unter dem Gesichtspunkt des Tierschutzgedankens. Es soll hier kein Wort gegen den Tierschutz gesprochen werden, aber die historische Tradition fordert ebenfalls ihr Recht. Der Merseburger Rabe soll aber zugleich eine Mahnung an die Menschen sein, niemals voreilig ein Urteil zu fällen. Er warnt in Erinnerung an eine alte Begebenheit aus der Geschichte Merseburgs, vor einem Justizmord, eine Warnung, die auch heutzutage noch nicht gegenstandslos geworden ist. Der Vorstand des Merseburger Verschönerungsvereins konnte sich nicht dazu entschließen, dem Verlangen nach Entfernung des Raben nachzugeben, da der Rabe eng mit der Geschichte des Merseburger Schlosses verknüpft sei und von großer Wirkung für die Verkehrswerbung sei.„Jakob“ bleibt also weiter in seinem Hause sitzen, ein Philosoph und Ruhepunkt zwischen Vergangenheit und lärmerfüllter Gegenwart. Wir glauben, daß so recht geschehen ist. J. Es war der Bruder. Furchtbare Mißhandlungen eines Geistesschwachen. Worms, 25. September. In Gimbsheim erschien bei einer Landwirtsfamilie, die einen geistig minderwertigen Bruder in Pflege hatte, eine behördliche Kommssion, um Gerüchten nachzugehen, die hinsichtlich der Behandlung des Geistesschwachen im Umlauf waren. Es wurde festgestellt, daß die Familie den schwachsinnigen Bruder wie ein Stück Vieh im Stall gehalten, täglich verprügelt und mißhandelt hat, so daß der Körper voller Wunden war. Der Bedauernswerte war mit einem Hemd bekleidet, das seit langer Zeit nicht mehr gereinigt worden war und vor Schmutz starrte. Bart und Haare des Mannes waren völlig vernachlässigt und hingen wild um den bis zum Skelett abgemagerten Körper. Der untersuchende Arzt schätzt das Alter des Mannes auf etwa 75 Jahre, und dabei ist er erst 43! Der Geistesschwache wurde dem Krankenhaus in Worms überwiesen.— Und warum die menschenunwürdige Behandlung und täglich bis sechs Mal Schläge? Warum die„Fütterung"? Oft nur mit Dickwurz! Dieser arme geistesschwache Bruder hatte einige Aecker im Werte von 4000 Mark! Darum. Als man der Familie mitteilt, daß man ihr den Bruder entziehen werde, sagte ein Familienmitglied:„Na, und die Aecker!“ Gegen die Familie— es handelt sich um den Landwirt Kopf— ist Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erhoben. Der geistesschwache Bruder Wilhelm Kopf befand sich seit etwa einem Jahr in der„Pflege“ seiner Verwandten. Von der Staatsanwaltschaft wurde beantragt, daß Wilhelm Kopf nach seiner Genesung der Pflegeanstalt in Heidesheim überwiesen wird. „Rechtsbruch und Willkür.“ Die Schulorganisationen zur Schulsparpolitik. Düsseldorf, 24. September. Die Zentralstelle der katholischen Schulorganisation Deutschlands hat zur Schulsparpolitik der Regierung eine Erklärung abgegeben. In dieser wird u. a. ausgeführt, daß die durch die preußische Notverordnung in Dürchführung begriffenen Schulsparmaßnahmen zu tiesgreisenden dauernden Schädigungen unseres Erziehungs= und Bildungswesens führen. Die einschneidendste Folge erblicke man darin, daß in allen Schularten der gesamte Lehrernachwuchs ausgeschaltet werde. Vom Standpunkte einer verantwortlichen volkspolitischen Führung aus könne die Frage fortwährender Neubelastungen der Erzieher gar nicht ernst genug genommen werden. Man erwartet, daß die Maßnahmen der Notverordnung alsbald einer parlamentarischen Nachprüfung unterzogen werden. Auch der Vorstand des Vereins evangelischer deutscher Lehrerinnen hat gegen die Sparmaßnahmen, die„das gesamte Schulwesen lahmlegen“, Stellung genommen. In der Entschließung heißt es: Die Tatsache des vollzogenen Rechtsbruches durch die preußische Regierung mache erschütternd klar, daß die Grundlagen eines geordneten Rechtsstaates nicht mehr vorhanden und daß vor allem die Beamtenschaft und insonderheit die Lehrerschaft der Willkür der Regierungsstellen ausgesetzt seien. Die kostbaren Briefmarken. Der dreifache Mord in Dortmund. Dortmund, 25. September. Die Untersuchung des gemeldeten Mordes an den Eheleuten Moser geht von der Tatsache aus, daß der ermordete Kaufmann Eduard Moser ein leidenschaftlicher Briefmarkensammler gewesen ist und in seinem Besitze zahlreiche seltene Stücke von großem Wert gehabt hatte. Die Briefmarkensammlung ist lose in der Wohnung zerstreut aufgefunden worden und man vermutet, daß es dem Mörder darum zu tun war, die Kostbarkeiten der Moserschen Sammlung an sich zu bringen. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei erstrecken sich darauf, festzustellen, ob Moser nicht in Sammlerkreisen Bekannte gehabt hat, denen die Tat zuzutrauen wäre. Moser ist in seinem Privatleben außerordentlich pedantisch gewesen und hat alle Ereignisse sorgfältig in seinem Kalender notiert. Eine Reihe von Personen, deren Namen auf diese Weise bekannt ist, wurde bereits vernommen, ohne daß irgendwelche Anhaltspunkte hätten gefunden werden können. Provinz=Nachrichten Dortmund, 25. September.(Durch Unterschlagung ihre Existenz vernichtet.) Drei Reichsbahnbetriebsassistenten hatten sich vor dem Dortmunder Schöffengericht wegen Amtsunterschlagung zu verantworten. Die drei Beamten, die an drei verschiedenen Schaltern Dienst taten, unterschlugen Gelder und halsen sich bei vorgenommenen Revisionen gegenseitig aus. Der erste unterschlug einen Betrag von 735, der zweite einen solchen von 450 und der dritte 300 Mark. Alle drei sind weit über 15 Jahre im Dienst und erhielten von ihrer Behörde das denkbar beste Zeugnis ausgestellt. Das Gericht verurteilte sie zu je 4 Monaten Gefängnis und billigte ihnen Bewährungsfrist zu. Essen, 25. September.(Vom Dach gestürzt.) Der 43 Jahre alte Dachdeckermeister Paul Radhoff stürzte bei der Ausführung von Ausbesserungsarbeiten vom Dache eines vierstöckigen Hauses in der Schornstraße auf die Straße. Radhoff erlitt einen Schädelbruch, der seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Münster, 24. September.(Universitätsprofessor Lux.) Nach längerem Leiden starb der Universitätsprofessor der katholisch=theologischen Fakultät der Universität Münster, Dr. Lux, im Alter von 59 Jahren. Im Jahre 1907 wurde Dr. Lux auf den Lehrstuhl nach Münster berufen und 1910 zum Ordinarius ernannt. Osnabrück, 25. September.(Großfeuer in Osnabrück.) In der Zelluloid=Fabrik Hagedorn u. Co. in der Lotterstraße in Osnabrück, brach Großfeuer aus. Eine Explosion setzte die Lager, die Maschinenräume und das Kesselhaus in Flammen. Die Arbeiter und Arbeiterinnen hatten gerade Frühstückspause und befanden sich glücklicherweise in einem anderen Gebäude. Das Feuer wurde mit 15 bis 20 Schlauchleitungen bekämpft. Eine Anzahl von Arbeitern und Arbeiterinnen dürfte längere Zeit brotlos werden. Remscheid, 24. September.(Hotelbesitzer tot im Fremdenzimmer aufgefunden.) Im Hotel„Industrieschänke“ soll sich in einem Fremdenzimmer eine Gasexplosion ereignet haben, wobei der Inhaber Emil Voß getötet worden sein soll. Hierzu erfahren wir, daß der Hotelier in dem Fremdenzimmer die Nacht verbracht hatte. Er wurde von seinen Angehörigen tot aufgefunden. Wie verlautet, soll die Explosion in dem angeblich gasangefüllten Fremdenzimmer durch Einschalten der Lichtleitung erfolgt sein. Donnerstag abend gegen 20,30 Uhr wurde die beschlagnahmte Leiche des Hoteliers in die Städtischen Krankenanstalten überführt. Die Kriminalpolizei ist mit der Aufklärung dieser mysteriösen Angelegenheit beschäftigt. Hamborn, 25. September.(Lichtstreik der Hamborner Kaufleute.) Die Strompreise des Hamborner Stadtbezirks werden von der Geschäftswelt als zu hoch angesehen. Das Rheinisch=Westfälische Elektrizitätswerk lehnt eine Verminderung des Strompreises ab. Man erwägt nun ernstlich die Möglichkeit eines Lichtstreiks. Zu Zeiten, in denen für Schaufenster und Reklametransparente besonders viel Strom beansprucht wird, soll in Zukunft jeder Stromverbrauch vermieden werden. Um die Streikaktion noch wirksamer zu gestalten, will man auch mit den Nachbargemeinden ein einheitliches Vorgehen verabreden. Liblar, 24. September.(Der rasende Tod.) Auf der Straße Lechenich—Bliesheim ereignete sich ein heftiger Zusammenstoß zweier Motorradfahrer. Während der eine kurz darauf starb, trug der Soziusfahrer nur leichte Gesichtsverletzungen davon. Der andere Motorradfahrer erlitt so schwere Verletzungen, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Leichlingen, 25. September.(Zunehmende Obstdiebstähle.) Die Obstdiebstähle in Leichlingen und Umgebung nehmen einen immer größeren Umfang an. Mehrfach wurden Leute betroffen, die mehrere Zentner Obst„geerntet“ hatten. Die Eigentümer haben sich um verstärkten polizeilichen Schutz an die Verwaltung gewandt. Opladen, 24. September.(Dreizehnjährige Einbrecher.) Zwei dreizehnjährige Schüler wurden bei einem Einbruch in eine Wohnung überrascht. Sie hatten mit Hammer und Axt eine Wohnungstür aufgebrochen. Der Diebstahl konnte vereitelt werden. Köln, 25. September.(Kartoffeldiebe schießen auf einen Wächter.) Abends wurden sieben Personen von einem Wächter auf einem Kartoffelfeld angetroffen, die in aller Gemütsruhe Kartoffeln ausbuddelten. Der Wächter wurde beim Einschreiten bedroht, von den Leuten verfolgt und beschossen. Es wurden etwa fünf bis fieben Schüsse auf ihn abgegeben, jedoch verfehlten sie ihr Ziel. Die Polizei konnte keinen der Täter mehr fassen. Bad Kreuznach, 25. September.(Feldhüter erschossen.) Im Lohrer Wald am Dachskopf wurde der Feldhüter Holtermüller mit einer Schußwunde am Hinterkopf tot aufgefunden. Die Ermittlungen am Tatort lassen darauf schließen, daß Holtermüller einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Juwelendiebin verhaftet. Ihre Beute seit Jahresbeginn 60—70 000 Mark. Hannover, 25. September. Zwei Besitzer von Juwelen=, Gold=, Schmuckwaren= und Uhrengeschäften waren dieser Tage durch eine Gaunerin um Beträge von 2000 bis 3000 Mark geprellt worden. Da die polizeilichen Recherchen ihnen nicht schnell genug waren, spielten sie selbst Detektiv. Es gelang ihnen auch, die Gaunerin, eine etwa 30jährige gebürtige Koblenzerin, zu stellen und der Polizei zu übergeben. Die sofort ausgenommenen Ermittlunlungen ergaben, daß man einen sehr guten Fang gemacht hatte. Die Frau hatte sich in Köln einen Kraftwagen auf Abzahlung erschwindelt. Mit ihm und einem engagierten Chauffeur reiste sie durch Holland und Belgien und führte allenthalben, wo die Gelegenheit günstig war, Ladendiebstähle in Juwelen=, Gold=, Schmucksachen und Uhrengeschäften aus. Insgesamt muß ihr eine Beute von annähernd 60 bis 70000 RM. seit Jahresbeginn in die Hände gefallen sein. Sie führte ein sehr flottes Leben und wohnte in den teuersten Hotels. herbststürme über die Berge. Von Karl Perktold(Trannstein). Uralte Bräuche beim Almabtrieb.— Die einsamen Berge.— Der Weg durch das Grauen. (Nachdruck verboten.) Nun wird es wieder einsam auf den Bergen. Die Sennerin rüstet zum Almabtrieb. Jedes Stück Vieh erhält festlichen Schmuck. Bunte Bänder zieren die Hörner, und um den Hals der Tiere werden Tannenreisig und buntes Laub gewunden. Das Leittier erhält besonderen Kopfputz. Hochaufgerichtet trägt es stolz den Schmuck. Die Sennerin zieht ihr Festgewand an, und singend und jodelnd geht es hinunter ins Tal. Alle Menschen, die ihr begegnen, jodeln ihr zu; im Tal unten wird sie besonders herzlich begrüßt. Manchmal begegnet man auch Viehherden ohne besonderen Schmuck. Hat nämlich das Almvieh den Sommer über Schaden erlitten, durch Abstürze von den Felswänden oder durch Blitzschläge, so wird das Vieh für den Heimzug nicht geschmückt. Der Almabtrieb ist ein uralter Brauch, aber auch das Symbol dafür, daß der Herbst in die Bergwelt hinaufzieht. Und es ist still geworden um die Almen. Die sonst so farbenfreudigen Alpenblumen sind verwelkt, das saftige Grün der Almen ist einer gelben, freudlosen Farbe gewichen und das Geläute der Herdenglocken ist verstummt. Weiter oben in den gewaltigen Felsregionen, herrscht der wütende Berggeist. Die Herbststürme heulen um die Felsen, und schwere schwarze Wolken sagen zu den Hochwäldern hinab oder stürmen brausend zu den Gipseln empor. inn#et: 3. ch das Heulen und Toben des Bergsturmes ein. Mit ungeheurer Wucht segt er in den Felsdom hinein, und tobt und wütet, daß die Wettertannen ächzen und die Latschen sich schütteln. Tage und Nächte hindurch dauert der wilde Tanz der Stürme. Dann endlich bricht die Sonne durch die Wolken und die vom Tal unten sehen über Felsengebiet und Latschenfelder weiße Schleier gelegt. Neuschnee! Um einige Monate früher beginnt auf den Bergen der Winter. Und doch hat der Herbst herrliche Tage. Sie sind felten, sind ein Märchen und glücklich derjenige Mensch, der dieses Märchen erleben darf. Zu keiner Jahreszeit sind die Farben so zart wie im Herbst. Die Berge in der Ferne leuchten unter der blauen Glaskuppel des Himmels wie Wundersteine, und vom Tal herauf strahlt eine Symphonie von Farben. Am herrlichsten ist aber ein Herbstmorgen. Man sieht zwar nichts vom Tal, denn ein Wolkenmeer wogt über ihm. Aus dem endlosen Nebelund Wolkenmeer ragen Felsgipfel empor, rotgolden von der Sonne beleuchtet. Wie Rubine reihen sich die Bergspitzen aneinander, und das Wolkenmeer gleicht einem gewaltigen roten Schleier. Diese Herbstmorgen sind das schönste, was die Alpen bieten können. Nur kurz sind diese Tage; dann setzen die grimmigen Schneestürme ein, und wehe denen, die ihnen nicht mehr entkommen konnten. Wir haben von dem schweren Bergunglück am Hohen Göll bei Berchtesgaden gehört, wo Berliner Touristen von den Stürmen überrascht wurden und eine ganze Nacht hindurch an einer Wand hingen und ausharrten, während der Sturm die Eiskristalle in ihre Körper jagte und während die Wucht des Bergorkans ihnen den Atem raubte. Und als der Sturm aussetzte, fehlte einer von den drei Touristen. Er war über die Felsen hinuntergestürzt. Dem Sturm folgte die unheimliche plötzliche Ruhe; sie hörten jeden Laut in der Nähe und in der Ferne, hörten aber auch ein Auffallen des Körpers— wieder und immer wieder hörten sie es. Ihr Freund stürzte von Felsterrasse zu Felsterrasse in die Tiefe. Am Hochkönig, dessen majestätischen Gletscherfelder wie ein endloses Land in den Himmel hineinragen, wurde eine ganze Familie— Vater, Mutter und Tochter— das Opfer des Herbststurmes. Alle drei mußten mittels Schlitten zur nächsten Hütte bei größten Schwierigkeiten und heftigen Stürmen geschafft werden. Schönheit und Grausamkeit— das sind die beiden Symptome, die die Alpen beherrschen. Zu jeder Jahreszeit und ganz besonders drastisch im Herbst. Zeitgemäße Betrachtungen. (Nachdruck verboten.) Die Erde Die Welt ist krank, die Erde bebt Die Worte sind in Genf gefallen Und was die Welt seither erlebt Ist die Bestät'gung von dem allen, Es geht bergab mit schnellem Schritt Und einer reißt den andern mit Eh' nicht die Völker sich bekehren Die Not gemeinsam abzuwehren.— Schuld ist das Gold, das schnöde Gold, Nur wen'ge haben's noch im Kasten Den meisten ist's davon gerollt Doch dafür wuchsen alle Lasten Ungleich verteilt sind auf der Welt Des Lebens Güter, Gold und Geld Der eine hamstert leider alles Der and're aber sitzt im Dalles.— In Oesterreich ging die Sache los Dann hatte Deutschland schwarze Tage Nun ist Old=Englands Sorge groß Und zieht auch andere mit in Frage Doch wohlgerüstet stehen da Nur Frankreich noch und USA. Sie haben noch manch gold'ne Stange, Indeß kein Mensch weiß, auf wie lange.— Man weiß nicht, was man noch erlebt Kommt nicht noch Hilfe vor dem Falle, Die Welt ist krank, Die Erde bebt Stürzt eine Säule, stürzen alle Sie werden morsch So allgemach Und bröckeln ab, so nach und nach Wird nicht der Welt Vernunft und Frieden im reichen Maße noch beschieden.— Tönts nicht von sern wie Kriegsgeschrei? Was wird der Völkerbund nun sagen, Da hinten in der Mandschurei Die Völker aufeinander schlagen? Der Chinamann aus gutem Grund Geht klagend hin zum Völkerbund Denn Japans Heeresmacht marschierte Und schlimmer noch, sie bombardierte!— Obwohl die Welt nach Frieden strebt, Steckt voller Kämpfe sie und Fehden Der Frieden wankt, die Erde bebt Wenn draußen die Kanonen reden! Das steht als schwerer Friedensbruch Zur Abrüstung in Widerspruch O Völkerbund, was wird nun weiter Du hast das nächste Wort.— Ernst Heiter Eine Fischabschupp-Maschine, die innerhalb der kürzesten Zeit Fische jeder Größe von ihren Schuppen befreit. Besonders für große Betriebe, wie Hotels= und Fischkonservenfabriken, dürfte diese Maschine hervorragend geeignet sein. Der Ruhrbergbau liefert für Haushalt, Gewerbe und Industrie Ruhr=Gasflamm=, Ruhr=Fett=, Ruhr=Eß= und Ruhr=Anthrazitkohlen; seine Förderung umfaßt hiermit sämtliche bekannte Steinkohlenarten, se daß nar jeweiligen Bedürfnissen und den vorhandenen Oesen eine bestgerignete Ruhrkohle ausgewählt werden kann. Aus Ruhr=Anthrazit, daneben auch aus RuhrEß= und Fettkohle werden für den häuslichen Verbrauch Ruhr=Steinkohlenbriketts hergestellt. Ruhr=Fettkohlen sind der Rohstoff zur Gewinnung des in der ganzen Welt geschätzten Ruhr=Brechkokses. Neben dieser Mannigfaltigkeit beruht aber die Ueberlegenheit der Ruhrkohle vor allem auf ihrem hohen Heizwert, verbunden mit dem geringen Asche und Wassergehalt, so daß der Verbrauch gering und damit die Heizkosten niedriger würden. Nen Apboliche Vemtode Müten=Aunen. Annen: Erlenschule. In Annen: Sonntag nachm. 4 Uhr. Donnerstag 8 Uhr. In Witten: Sonntag vormittag.30 Uhr; nachm. 4 Uhr. Mittwoch abend 8 Uhr. Baptistengemeinde Witten=Annen Erlenschule, Holzkampstraße. Aus dem Gerichtssaal Der Punkt hinter der Null fehlte Duisburg, 25. September. Seit dem 15. September 1930 häuften sich bei der Reichspostüberwachungsstelle die Fehlmeldungen über Einschreibesendungen, die von Holland kamen. Vor allem handelte es sich um Sendungen, die mit den Emmericher Zügen eintrafen und auf dem Bahnhof Oberhausen umgeladen wurden. Zuerst stand man vor einem Rätsel, denn die wertvollen Sendungen, denen meist Geld beigefügt war, wurden in plombierten Geldbeuteln befördert, die sich stets als unverletzt erwiesen. Ein geringfügiger Umstand lenkte den Verdacht auf den jungen Postbeamten Ludwig Radkowski aus Oberhausen, dessen Ueberwachung ergab, daß er eine Plombenzange auf dem Bahnhof Oberhausen entwendet hatte, während der Fahrt die Beutel öffnete, die Einschreibesendungen aufsuchte und dann wieder plombierte. Nur der Umstand, daß hinter der Plombenzange ein Punkt hinter einer Null fehlte, führte auf seine Spur. Als wieder zwei Postbeutel entdeckt wurden, bei denen an der Plombe der Punkt fehlte und die er allein begleitet hatte, wurde er sofort verhaftet. Eine Leibesuntersuchung förderte elf Einschreibebriefe bei ihm zutage, von denen er sechs bereits aufgerissen und die darin befindlichen Dollar= und Guldenscheine herausgenommen hatte. Eine Haussuchung bei ihm ergab versteckte Beträge in Höhe von mehreren tausend Mark, und zwar in Dolar=, Gulden= und Markscheinen, sowie ein ganzes Warenlager an Bekleidungsstücken und Luxusgegenständen. Ferner fand man neunzehn Trauringe in einem Kasten. Die Große Strafkammer in Duisburg verurteilte den Täter zu zwei Jahren Zuchthaus und seine 51jährige Mutter, die um seine Taten gewußt hatte, wegen Hehlerei zu drei Monaten Gefängnis. Aus aller Welt Unter Spionageverdacht verhaftet. Fulda, 25. Septbr. Unter dem Verdacht der Spionage zu Gunsten einer ausländischen Macht wurden die Kaufleute Krause und Roßkoff aus Fulda, und der Baumatetialienhändler Wißler aus Hünfeld festgenommen, denen bereits nachgewiesen worden ist, daß sie mit Agenten eines fremden Landes in Verbindung gestanden haben. Tödlicher Absturz eines Segelfliegers. WTB. Chemnitz, 25. September. Ueber dem Gelände der sächsischen Segelfliegerschule bei Pöhla stürzte heute nachmittag der Berliner Segelflugschüler H. Fleischer mit einem Apparat Typ Gronau aus 30 Metern Höhe ab. Fleischer trug bei dem Sturz einen schweren Schädelbruch davon. Er wurde in das Krankenhaus Aue eingeliefert, wo er im Laufe des heutigen Abends starb. Das Flugzeug ist nur wenig beschädigt. Schneefälle im Taunus. Frankfurt a.., 25. September. Bei einer Kälte von 1,2 Grad gab es am gestrigen Tage auf den Taunushöhen leichte Schneefälle, im Laufe des Tage schmolz der Schnee wieder. Am Nachmittag ging bei einer Temperatur von 1,6 Grad über Null noch einmal Schnee nieder. Schwalben im Flugzeug über die Alpen. CNB. Wien, 25. September.(Eig. Meldg.) Auf Veranlassung des Tierschutzvereins sollen Hunderte von Schwalben, die auf ihrem Zuge nach dem Süden durch den Wettersturz hier aufgehalten wurden, und dem Verkommen ausgesetzt sind, mit Flugzeugen über die Alpen befördert werden. Die Tiere, die allenthalben an Gebäuden Unterschlupf suchen und sehr zutraulich geworden sind, lassen sich leicht einfangen. Das Verkehrsflugzeug, das morgen nach Venedig startet, wird den ersten Transport der in besonders hergerichteten Kisten untergebrachten Schwalben besorgen. Am Sonnabend fliegt ein grobes Flugzeug eigens zu diesem Zweck nach Venedig. Zimmerdecke eingestürzt. Zwei Tote, zwei Schwerverletzte. Paris, 24. September. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am Mittwoch in der Wohnung eines Landwirts in einem Dorf bei Le Mans. Der Besitzer, seine Frau und seine beiden Töchter saßen in der Küche beim Mittagessen. als plötzlich die Decke einstürzte und die vierköpfige Familie unter sich begrub. Während der Besitzer und seine jüngste Tochter durch die herabstürzenden Balken erschlagen wurden, erlitten die Frau des Besitzers und die ältere Tochter lebensgefährliche Verletzungen. Aus Schweden ausgewiesen. Stockholm, 24. Septbr. Die Regierung hat beschlossen, den Schriftführer der Internationalen Arbeiterhilfe, den deutschen Kommunisten Paul Scholze, auszuweisen. Englands Sparpolitik. London, 24. Septbr. In allen Marinewerften ist ein #nschlag erschienen, der die Einführung einer allgemeinen Lohnkürzung bekanntgibt. Die„Freundschaft“ abgestürzt. London, 25. Septbr. Das Junkerswasserflugzeug „Freundschaft", das am 12. September vom Templiner See bei Potsdam zu einem Freundschaftsfluge nach Nanking gestartet war, ist nach einer Meldung aus Vizagapatam an der Küste des Indischen Ozeans abgestürzt. Die Insassen sollen keine Verletzungen erlitten haben. Die Beschädigungen des Flugzeuges sind noch nicht bekannt. Visumzwang mit Spanien. Madrid, 24. Septbr. Der Visumzwang im Verkehr mit Deutschland, Oesterreich, Ungarn und der Tschechoslowakei tritt bereits am Freitag in Kraft. Argentinien baissiert seine Währung auf Dollar wtb. Buenos Aires, 25. Septbr. Die Banken haben auf Aufsorderung der argentinischen Nationalbank beschlossen, provisorisch den Dollar als Währungsgrundlage anzunehmen. 180 Argentinische Goldpesos sollen 100 Dollar entsprechen. Kampf mit einem Haisisch. West Palm=Beach, 24. Septbr. Ein 20 jähriges Mädchen wurde hier beim Baden von einem Haifisch angegriffen, der ihm das rechte Bein abbiß. Ein Küstenposten eilte der Unglücklichen zur Hilfe, verscheuchte den Haifisch durch Schläge und brachte das ohnmächtige Mädchen ans Ufer. Der Haifisch folgte den beiden bis wenige Meter vom Strand entfernt. * — Doppolmörder hingerichtet. Der 20jährige Franzose Robert Roi, der wegen Mordes an einem Ehepaar zum Tode verurtellt worden war, ist in Chartres(Frankreich) hingerichtet worden. — Dreister Bankraub in Chieago. In eine Bank in Chicago drangen sieben mit Pistolen bewaffnete Räuber ein, zwangen Personal und Kunden, stillzuhalten und flüchteten in einem Kraftwagen mit einer Beute von 10.000 Dollar. — Mord an einer Greisin. In ihrer Wohnung in Neuwaltersdorf(Kreis Habelschwerdt) wurde die 71jährige, alleinstehende Bäudlerin Weitelt in ihrem Bett tot aufgefunden. Das Motiv des Verbrechens bedarf noch der Klärung. Die Staatsanwaltschaft Glatz hat die Breslauer Mordkommission angefordert. Zum Bootsunglück von Vorkum. Noch immer sind Boote von den Inseln mit der Suche nach den 15 bei dem Bootsunglück von Juist Ertrunkenen beschäftigt. Außer Teilen des Bootes, dem Motor, sowie Kleidungsstücken und Gegenständen, die die Insassen mit sich führten, wie ein Photoapparat und eine Geige, wurde die Leiche eines Angestellten Jan Souchon geborgen. Der neue Berliner Kiesensender. Mit dem Bau wird bald begonnen werden.— 200 PS in jeder Senderöhre.— Anfangs 75 Kilowatt, später 150 Kilowatt Sendestärke.— Der Deutsche Reichssender braucht einwandfreie Wellenausbreitungsverhältnisse.— Welle 419 bleibt bestehen. (Nachdruck verboten.) Innerhalb des Bereichs des Berliner Sendenetzes ist der Empfang nicht überall gleichmäßig, ja, an vielen Stellen sogar ausgesprochen schlecht. Dieses abzuändern ist eine der wichtigsten Aufgaben der Reichsrundfunkgesellschaft; doch haben die Vorbereitungen erhebliche Zeit in Anspruch genommen. Weil man mit den beiden jetzt bestehenden Sendern in Witzleben(Funkturm) und in der Boxhagener Straße schlechte Erfahrungen gemacht hat, hielt es das Reichspostzentralamt für notwendig. rings um Berlin herum Messungen anzustellen, um herauszufinden, wie dort die Wellenausbreitungsverhältnisse liegen. Nachdem die Untersuchungen abgeschlossen sind, hat man sich entschlossen, die beiden jetzt bestehenden Sender eingehen zu lassen und statt dessen einen einzigen Riesensender zu bauen, der auf dem ehemaligen Tegeler Schießplatz, also im Nordwesten Berlins, Aufstellung finden wird. Dieser Sender dürfte zweifellos eine Sehenswürdigkeit werden und ohne Frage reinen und störungsfreien Empfang garantieren. Er behält die Welle des jetzigen Senders Witzleben, nämlich 419. Bekanntlich gab es vor Jahren noch in Europa ein regelrechtes Durcheinander, so daß sich die Sender der verschiedenen Länder gegenseitig dauernd störten. Am 17. November 1926 wurde in Genf eine Aufteilung der Wellen vorgenommen, und zwar gibt es einen kurzwelligen Bereich von Welle 200 (Sender Leeds in England) bis Welle 759.5(Welle Genf), und einen langwelligen Sender von Welle 1000(Leningrad) bis Welle 1935(Welle Moskau). Im ganzen beherbergt Eurova bis jetzt 83 Hauptsender und 16 Gemeinsamsender. Daß der neue Berliner Sender(Königswusterhausen bleibt daneben selbstverständlich bestehen) aufs allermodernste konstruiert und eingerichtet wird, versteht sich von selbst. Er bekommt Röhren, die es gestatten, insgesamt 300 Kilowatt durchfließen zu lassen. Von diesen 300 Kilowatt werden aber vorderhand nur 75 Kilowatt in den Aether ausgestromt; doch wird man später auch dazu übergehen können, die Leistung zu verdoppeln, das heißt bis auf 150 Kilowatt Sendeleistung hinaufzugehen. Die Röhren des Riesensenders werden 1,60 Meter hoch gebaut und dürften eine Reisterleistung moderner Glasbläserkunst darstellen. Natürlich werden bei der Umsetzung in Radioströme nicht nur ungeheure Energiemengen erzeugt,(150 Kilowatt entsprechen einer Leistung von 200 PS.!), sondern auch sehr große Wärmemengen, weshalb die Röhren mit einer Kuhlmantelvorrichtung versehen sind, durch die stündlich 5000 Liter Kühlwasser je Röhre gepumpt werden müssen! Die diesen Röhren entströmenden Wellen werden je Sekunde eine Million Schwingungen aufweisen. Was das heißt, kann man ermessen, wenn man weiß, daß normale Sprechschwingungen sich zwischen 100 und 10000 in der Setunde bewegen. Mit dem Bau des Senders soll bald begonnen werden. Die vorbereitenden Arbeiten sind jedenfalls schon erledigt. Mau hofft endlich, auch Berlin und seine Umgebung mit einer einwandfreien Sendung beliefern zu können und eine Streukurve zu erzielen, die alle Gebiete gleichmäßig erreicht und bedeckt. Daß infolge der ungeheuren Energie, die beim Senden verwandt wird, die Rundfunkstörungen auf ein Mindestmaß herabgedrückt werden, versteht sich von selbst. Die meisten Sender haben eine große Anzahl kleiner Röhren. Hier will man zum ersten Mal versuchen, mit ganz großen. überdimensionalen Röhren zu senden. Die mittlerweile angestellten Versuche haben ergeben, daß derartige Riesen röhren durchaus betriebssicher sind, und so wird der neue Großsender Berlin als erster Sender zwei derartige Riesenröhren von Manneshöhe erhalten. U. E. Evangelische Kirche Stockum. Sonntag 9,30 Uhr Gottesdienst Pastor Harney, 10.45 Uhr Kindergottesdienst, 11,45 Uhr Tausen. Mittwoch 20 Uhr Posaunenblasen. Donnerstag 16 Uhr Frauenverein, 20,30 Uhr Vorbereitung des Kindergottesdienstes. Freitag 20 Uhr Jungmädchenverein. Samstag 20,30 Uhr Jünglingsverein. Evangelische Kirche Annen. Sonntagmorgen 9,30 Uhr Gottesdienst Pfarrer Müller, 11 Uhr Kindergottesdienst, 12 Uhr Tausen. Nachmittags 3,30 Uhr Versammlung des Jungmädchenvereins. Montagabend 8 Uhr Gesangstunde des Frauenchors. Dienstagabend 8 Uhr Uebungsstunde des Kirchenchors. Mittwochabend 8 Uhr Gesangstunde des Gemischten Chors und Bibelbesprechstunde in der Jungmännerabteilung. Donnerstagnachmittag 3 Uhr Versammlung der Frauenhülfe mit Lichtbildervortrag von H. Pfr. Menzel Langendreer über„Gustav Adolf". Ebenfalls Donnerstagnachmittag 3 Uhr Versammlung der Vorbacher Frauenhülfe im Borbachheim. Evangelische Kirche Rüdinghausen. Sonntag, 10 Uhr Gottesdienst, 11,15 Uhr Katechisation" der Konfirmanden und Katachumenen. Sonntag um 4 Uhr Gottesdienst in der Kapelle Auf dem Schnee, 5,30 Uhr Monatsversammlung des Männervereins bei Schulte=Munkenbeck, Dienstag, Frauenchor Rüdinghausen um 8 Uhr, Mittwochnachmittag um 4 Uhr Sitzung des Vorstandes und der Bezirksfrauen des Frauenvereins Rüdinghausen im Vereinshause, abends Kirchenchor. Donnerstag um 5 Uhr Monatsversammlung des Frauenvereins Schnee um 5 Uhr bei Reidt. Freitagabend um 8 Uhr Jungmädchenverein im Pfarrhaus. — Aus München. Vorschlag:„I sag dir nur oans, Alisi,'s ganz Jahr Oktoberfest, und bei ins tats koane politischen Gegensätz überhaupts gar net gebn!“ — Führung durch das Reichstagsgebäude. Der Führer der Fremdenrundfahrt:„— und dieses jewöhnlich leerstehende Jebäude, ooch Wallotbau jenannt, wird in besonders dringenden Fällen vom deutschen Reichstag vorüberjehend als Versammlungsraum benutzt.“ — Richt ausgeschlossen. Arzt:„Ich weiß nicht, war Sie wollen! Erst vor vierzehn Tagen habe ich Ihnen erklärt, daß Sie keinen Alkohol mehr trinken dürfen, und nun fragen Sie schon wieder.“ Patient:„Nu, es wäre doch immerhin meeflich, daß de ärztliche Wiss'nschaft inzwisch'n Fortschridde gemacht hädde.“ — Es ist nicht wahr, daß die neuen Kleinautos sich schon im Stadtköfferchen der eleganten Dame bequem unterbringen lassen, daß für Fußgänger eine Schuhsohlenabnutzungs=Lustbarkeitssteuer eingeführt werden soll, daß die bankrotten Kaufleute bei der Reichswehr ankommen können, in dem Regiment der schweren Wechselreiter, daß Faltboote beim Völkerbund als Kriegsmaterial angemeldet werden müssen, daß Schmeling an einer amerikanischen Universität Professor für alttestamentarische Literaturwissenschaft geworden ist, daß die Berliner Fleischerinnung an den Reichsbund deutscher Vegetarier zu dessem 25jährigen Stiftungsfest ein herzliches Glückwunschtelegramm geschickt hat. „Wenn ich als Mann„Hausfrau“ spielen müßte — dann würde ich mehr Zeit übrig haben als du!“— So wird schon mancher zu seiner Frau gesprochen haben. Und die Frau dachte sich im stillen:„Leichter gesagt als getan.“ Aber ob die Herren der Schöpfung diesmal„ausnahmsweise“ nicht etwas recht haben? Nehmen wir zum Beispiel das Geschirrwaschen und Spülen vor. Wie kommt man doch schneller vom Fleck, wenn das einzigartige Aufwasch=, Spül= und Reinigungsmitte iMi helfen darf. Ja, mit iMi zu arbeiten, macht tatsächlich Spaß. Ein Versuch überzeugt ein für allemal. Fwncny S Verein für Bewegungsspiele 19 e. V. Annen. Postsportverein Dortmund 1. Mannsch.— BfB. Annen 1. Mannsch.:2(:). Am vergangenen Sonntag stellte sich der PfB. Annen dem Postsportverein Dortmund zum fälligen Meisterschaftsspiel und mußte hier obige Niederlage hinnehmen. Die Postleute waren den Schwarzweißen bis zum Seitenwechsel durch Versagen der Ersatzläuferreihe, glatt überlegen und brachten dieses dann auch durch vier Treffer zum Ausdruck. Nach dann vorgenommener Umstellung konnte der BfB. in der zweiten Halbzeit ein gleichwertiges Spiel zeigen, was durch die von jeder Partei erzielten 2 Tore bestätigt wird. 2. Mannschaft VfB.— 2. Mannschaft Postsport Dortmund:3. 1. Jugendmannschaft— 1. Jugendmannschaft BfB.= Alemannia Dortmund:2 Vorschau! Sportverein Brackel— BfV. Annen. Sonntag, 27. September, weilt der BfB. in Brackel bei dem dortigen Sportverein, zwecks Austragung des fälligen Meisterschaftsspieles. Die Annener werden die Reise mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft antreten, da sie noch auf einige der besten Kräfte verzichten müssen. Trotz= dem sollte man bei einigermaßen gutem Willen der Elf einen annehmbaren Abschluß erwarten. Abfahrt der 1. Mannschaft 2,15 Uhr. Abfahrt der 2. Mannschaft 12,15 Uhr. 1. Jugendmannschaft VfB.— 1. Jugendmannschaft DSC. 95 im Stadten, 10,30 Uhr. Sport=Club 1929 Rüdinghausen. Vorschau. 1. Mannschaft RSC. 29— 1. Mannschaft Sport=Club Wickmann. Meisterschaftsspiel der 2. Bezirksklasse. Infolge Zuteilung der DT. zum WSV. bringt der kommende Sonntag die Begegnung obiger Vereine. Bisher haben sich diese Mannschaften noch nicht gegenübergestanden, so daß es schwer ist, einen Sieger im Voraus zu bestimmen. Wickmann hat im vorigen Jahre in der DT. gut abgeschnitten und man ist gespannt, wie sich diese Mannschaft gegen die WSV.=Vereine hält. Rüdinghausen hat in 2 Spielen bis jetzt 4 Punkte und genießt am kommenden Sonntag die Vorteile des eigenen Platzes. Wir erwarten einen spannenden Kampf. Anstoß: 4 Uhr, Sportplatz Gronemann. 2. Mannschaft RSC 29— 2. Mannschaft Vestag Dortmund. Anstoß 2 Uhr. 1. Jugendmannschaft RSC. 29— Postsport Dortmund. Anstoß 10 Uhr in Dortmund. * Handball in der Deutschen Turnerschaft. Bezirksklasse. Turn= und Spielverein„Deutsche Eiche“ Rüdinghausen 2 gegen Turnerbund Bommern 2. Obige Mannschaften stehen sich am morgigen Sonntag im Meisterschaftsspiel gegenüber. Da es sich um zwei gleichwertige Gegner handelt, lassen wir den Ausgang des Spieles offen. Anwurf: 12,45 Uhr in Rüdinghausen. Sportplatz Gronemann. Ondieleit Rachwoiien=Vhjaltlesent Swaut selt tägiter Das ist gewiß der beste Beweis für die überragende Güte dieseswundervollen Waschmittels! Achten Sie nur darauf, daß Sie Persil immer so gebrauchen, wie es die Vorschrift verlangt. Sie ist nicht umsonst gemacht und soll Ihnen helfen, all die vielen Vorzüge, die Persil bietet, voll auszunutzen! Auf je 3 Eimer. Wasser kommt 1 Pak Persil Auf einen Kessel also, der beim Waschen 6 Eimer Wasser faßt, nimmt man 2 Normalpakete oder Doppelpaket Persil.(Das Doppelpaket Persil ist 5 Plennig billiger als 2 Einzelpakete.) Die Waschlauge wird immer Raft und für jeden Kessel frisch bereitet. Einmaliges kurzes Kochen der Wäsche genügt. KRR Persil allein bringt den Erfolg! W RRR BN sum Weichmachendles Wassers: HIENKO. Genkels Wasch- und GleichsSode. P. Jusee Der Fall Pforte. Die Wohnungseinrichtung auf Kosten der Straßenbahn. enb. Hagen, 25. Septbr. In einer Düsseldorser Veröffentlichung wird zum Fall Pforte behauptet, Pforte müsse für das büßen, was in der ganzen Stadtverwaltung in den letzten Monaten begangen worden sei, und er habe die Gelder ausschließlich für die Straßenbahn ausgegeben. Wie Pforte aber tatsächlich gewirtschaftet hat, ergibt sich aus solgenden Einzelheiten, die von städtischer Seite aus als zutressend bezeichnet werden. Pforte begnügte sich z. B. nicht damit, sich von der Straßenbahn eine Villa bauen zu lassen(!) und dabei den Kostenanschlag um 100 000 Reichsmark zu überschreiten(!!), sondern er richtete sich diese Villa im Innern mit Mitteln der Straßenbahn außerordentlich luxuriös ein. Eine Badeeinrichtung kostete allein 2570 Reichsmark, dazu kam noch ein Lichtbad, für das 2 200 Mark ausgewendet wurden. Ebenso wurden Teppiche und Möbel im Betrage von 6000 RM. auf Kosten der Straßenbahn angeschafft. Das Haustelephon wurde mit einem Kostenaufwand von 700 RM. angelegt, und für die Gartenanlage wurde die Kleinigkeit von 4000 RM. ausgegeben. Insgesamt sind auf diese Weise über 16 000 RM. aus Mitteln der Straßenbahn verbraucht worden. Diese Verschwendungssucht charakterisiert zur Genüge die Handlungsweise des früheren Straßenbahndirektors. (Solche Zustände stinken zum Himmel. D..) Die 9VP. dementiert. enb. Berlin, 25. Septbr. Zu der verschiedentlich in der Presse aufgestellten Behauptung, Abg. Dingeldey habe den Wunsch, in das Reichskabinett einzutreten, wird von maßgebender volksparteilicher Seite mitgeteilt, daß diese Nachrichten nicht den Tatsachen entsprechen. Ulrich von Wilamowitz=Möllendorf f. Berlin, 26. September. Der Restor der klassischen Philologie, der Wirkliche Geheime Regierungsrat Exzellenz Professor Dr. Ulrich von Milamowitz=Möllendorf, ist im 83. Lebensjahr in seiner Villa in Charlottenburg sanst entschlasen. Prof. von Wilamowitz=Möllendorf war Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften, der Zentraldirektion des Archäologischen Instituts und der meisten deutschen und außerdeutschen Akademien, außerdem Ritter des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse von 1870=71 und erhielt ferner das EK. am weiß=schwarzen Bande, den Pour le Mérite für Kunst und Wissenschaft, den bayrischen Maximiliansorden und viele weitere ausländische Ehrenzeichen für seine Verdienste um die Wissenschaft. Konferenz der Innenminister. CNB. Berlin, 26. Septbr.(Eig. Meldung.) Die Innenminister der Länder treten, dem„Lokalanzeiger“ zufolge, heute zu einer Besprechung im Richsinnenministerium unter dem Vorsitz des Reichsinnenministers Dr. Wirth zusammen. Es handelt sich um eine der üblichen Konferenzen zur Erledigung laufender Angelegenheiten. In der heutigen Konferenz dürften die für den Winter sich ergebenden Hilfsmaßnahmen und die Einzelbestimmungen der großen Notverordnung, besonders die Frage der Handhabung der geplanten Sonderberichte zur schnellen Aburteilung von Gewaltakten und Ausschreitungen besprochen werden. Pfundkrise und Reichsmark. CRB. Berlin, 26. Septbr.(Eig. Meldung.) Die Bemerkung des Reichskanzlers in seiner Rede auf dem Empfang zu Ehren des Geheimrats Duisbergs über geplante Maßnahmen der Regierung im Zusammenhang mit der Pfundkrise sollen, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, keineswegs etwa bedeuten, die Reichsregierung wolle die Mark an das englische Pfund anhängen. Im Gegenteil bleibt die Regierung fest in ihrem Willen, keinerlei inflatorische Tendenzen aufkommen zu lassen. 50 000 Mark unterschlagen. enb. Berlin, 25. Septbr. Wie von der Dresdner Bank bestätigt wird, sind bei der Zweigstelle am Hohenzollernring in Tempelhof Unregelmäßigkeiten eines Kassierers aufgedeckt worden. Bei der Bank war seit langem der jetzt 51 Jahre alte Rudolf Merz als Hauptkassierer angestellt. Er hat zunächst 20000 Mark unterschlagen und verschleierte die Veruntreuung durch falsche Buchungen. Die Veruntreuungen steigerten sich nach und nach bis auf 50000 Mark. 4 Schlager B PRUTPTE. Auslage im Parierre! Damen-Strümpfe Maco mit Kunstseide plattiert, in modernen Farben Paar Damen-Strümpfe 'Waschseide mit Spitze, Hochferse u. 4facher Schle, modernes Farbensortiment Paar Damen-Strümpfe K·Waschseide, feinmaschig, oder Plor mit 'Seide, hochmoderne Parben Paar Damen-Strümpfe reinwollen Kaschmir oder Bemberg-Seide, moderne Farben Paar AESBENG& TERAA Witten. Krupp von Bohlen und Halbach Vorsitzender des Präsidiums des Reichsverbandes der deutschen Industrie. Berlin, 25. Septbr. Der Reichsverband der Deutschen Industrie teilt mit: In der Präsidialsitzung am 25. September 1931 nahm das Präsidium Kenntnis von dem schon an anderer Stelle mitgeteilten Rücktritt seines Vorsitzenden, Herrn Geheimrats Duisberg. Das Präsidium wählte einstimmig Herrn Krupp von Bohlen und Halbach zum neuen Vorsitzenden. nahm weiter Kenntnis davon, daß turnusgemäß am Schluß des Jahres die Herren Frowein und Hilger aus ihrem Amt als stellvertretende Vorsitzende ausscheiden. Die Ersatzwahlen für die beiden ausscheidenden Herren finden noch im Laufe dieses Jahres statt. Großfeuer im Hamburger Hafen. Hamburg, 26. Septbr. Im Hamburger Hafen ist kurz vor Mitternacht auf dem Dampfer„Neumark“ der Hapag ein Großfeuer ausgebrochen. Auf dem Dampfer kam das Feuer aus bisher noch unbekannter Ursache auf und breitete sich sogleich mit großer Schnelligkeit aus. Die Feuerwehr eilte mit fünf Zügen und Löschbooten herbei. Mit sieben Schläuchen wurde Wasser gegeben mit dem Erfolg, daß nach der ersten halben Stunde das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden konnte. wtb. Hamburg, 25. Septbr. Das Feuer auf dem 5000 Br.=T. großen Dampfer„Neumark“ hat am meisten im Mittelteil des Schiffes gewütet und sich von hier aus über die Aufbauten des Oberdecks ausgebreitet. Die Flammen fanden hier in den Holzteilen reiche Nahrung und konnten sich zur vollen Glut entwickeln, ehe die Feuerwehr eintraf. Aber schon nach halbstündiger Löscharbeit war die größte Gefahr vorüber und drei Züge konnten abrücken. Den übrigen Mannschaften gelang es, die Flammen immer mehr einzudämmen und schließlich gänzlich abzulöschen. Der Schaden dürfte nicht unerheblich sein. Soweit bekannt, ist durch den Brand niemand verletzt worden. Blausäuregas erschwert die Löscharbeiten auf der„Neumark“. wtb. Hamburg, 26. Septbr. Der Dampfer„Neumark“ hatte den ganzen gestrigen Tag unter Blausäuregas zum Zwecke der Ungeziefervertilgung gestanden. Die das Schiff durchziehenden Gase erschwerten die Löscharbeiten erheblich, da es den Feuerwehrleuten selbst unter Zuhilfenahme der Rauchschutzgeräte nicht möglich war, in das Innere des Schiffes einzudringen. Die Untersuchung der Entstehungsursache des Brandes ist noch im Gange. Große Schneefälle in Obersteiermark. Wien, 25. Septbr. Aus Obersteiermark, besonders aus dem Murr= und Ennztal werden große Schneefälle berichtet. Am Prebichel blieb der von Eisenerz kommende Mittagspersonenzug vor der Einfahrt in den PrebichelTunnel in einer 1½ Meter hohen Schneewehe stecken. Die Höhe des Neuschnees beträgt durchschnittlich 70 cm. Standortmeldung des„Graf Zeppelin“. wtb. Friedrichshafen, 26. Septhr. Nach einem beim Luftschiffbau Friedrichshasen eingegangenen Funkspruch besand sich das Lustschiff„Graf Zeppelin" um 5 Uhr früh auf 14,29 Grad Nord, 27,00 Grad West. Skrzynski tödlich verunglückt. WTB. Warschau, 25. Septbr. Der ehemalige polnische Ministerpräsident Alexander Skrzynski ist heute bei einem Autozusammenstoß tödlich verunglückt. Das Unglück ereignete sich auf der Chaussee Wrotoszyn Ostrow, als der Kraftwagen, in dem sich außer Skrzynsti der Militärattaché bei der polnischen Gesandtschaft in Berlin, Oberst Morawski, der Chauffeur und ein Jäger besanden, einen anderen Kraftwagen überholen wollte. Skrzynski war im Begriffe, sich mit seiner Begleitung zur Jagd zu begeben. Von den Insassen blieben Oberst Morawski und der Chauffeur unverletzt, während der Jäger mit leichten Verletzungen davon kam. Snowden gegen weitere Kredite in Frankreich. London, 25. Septbr. Im Unterhaus fragte der Abgeordnete Wedgewood den Schatzkanzler, ob seine Aufmerksamkeit darauf gelenkt wurde, daß die französische Regierung den Wunsch hege, Geld zu leihen, um den Sterlingkurs zu halten und ob er dafür sorgen wolle, daß weitere Kredite an England in Sterling erfolgten. Snowden erklärte, die Regierung begrüße den von der französischen Regierung ausgesprochenen Wunsch. Die Umstände wären jedoch nicht so, daß es für die Regierung nützlich sei, weitere Kredite in Frankreich zu erhalten. Die Beantwortung des zweiten Teils der Frage lehnte Snowden als rein theoretisch ab. Amerikas Einladung in Paris. Paris, 25. Septbr. Heute nachmittag hat der amerikanische Botschafter Edge Ministerpräsident Laval die offizielle Einladung des Präsidenten Hoover überbracht. Das Schreiben lut..s m... derktruch kantel.„auf Weisung des Herrn Staatssekretärs habe ich die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß der Präsident der Vereinigten Staaten sehr glücklich wäre, wenn es Ihnen genehm sein würde, ihm einen Besuch abzustatten. Der Präsident nimmt an, daß diese Gelegenheit, persönlich Ihre Bekanntschaft zu machen und mit Ihnen direkt zu sprechen, von größter Wichtigkeit wäre.“ Ministerpräsident Laval hat die Einladung mit folgendem Schreiben an Botschafter Edge beantwortet:„Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie dem Herrn Staatssekretär meinen Dank für die Einladung übermitteln, die er mir seitens des Präsidenten der Vereinigten Staaten zukommen ließ. Ich werde mich sehr gerne nach Washington begeben und dort persönlich mit Präsident Hoover verhandeln. Besuch Brünings in Washington. Washington, 25. Septbr. Hier waren Gerüchte verbreitet, daß Hoover Reichskanzler Brüning nach Washincton eingeladen habe. Unterstaatssekretär Castle erklärte auf Anfrage, daß diese Gerüchte lediglich eine Kombination darstellten. Er hob jedoch hervor, daß ein Besuch Brünings in Washington äußerst willkommen sein werde. In Washingtoner politischen Kreisen wird hierzu erklärt, daß trotz dieses Dementis ein Besuch Brünings durchaus im Bereiche der Möglichkeiten liege, selbst wenn bisher, soweit amtlich bekannt, keine Schritte zur Herbeiführung des Besuches unternommen worden seien. Erster Besuch des neuen französischen Botschafters bei Dr. Curtius. CRB. Berlin, 25. Septbr.(Eig. Meldung.) Wie wir erfahren, hat der neue französische Botschafter Fraucois Poncet dem Reichsaußenminister heute nachmittag seinen ersten Besuch gemacht. Dr. Curtius hat ihn kurz darauf erwidert. Die Begleiter der französischen Staatsmänner. Paris, 25. September. Mit dem Zuge, mit dem Ministerpräsident Laval und Außenminister Briand morgen um 16.25 Uhr Paris verlassen, werden auch 32 Pressevertreter fahren. Für die Minister und ihr Gefolge sind zwei Wagen vorgesehen. Es werden u. a. der Generalsekretär des Außenministeriums, Philippe Berthelot, der Kabinettschef Briands, serner Professor Hesnard fahren, der seit Jahren als Dolmetscher Briands tätig ist. Einschränkung des englischen Börsenverkehrs. London, 26. September. Der Börsenvorstand beschloß, daß nur noch Kassaabschlüsse getätigt werden dürfen, aber auch diese nicht lediglich von Tag zu Tag. Neue Termingeschäfte sind untersagt. Vor Auflösung des englischen Parlaments? London, 25. Septbr.„Daily Expreß" teilt in großer Aufmachung mit, daß am kommenden Mittwoch die Auflösung des Parlaments im Unterhaus bekanntgegeben werden soll. Die Konservativen hätten sich grundsätzlich dahin geeinigt, daß Macdonald der Führer des nationalen Kabinetts bleibe. Die Regierung werde mit einer Tarif= und Weltreichpolitik vor das Land hintreten. Die Attentäter von Bia Torbagy nach Rußland geflüchtet? Budapest, 26. Septbr. Nach den neuesten polizeilichen Feststellungen sollen die Attentäter von Bia Torbagy im Flugzeug nach Rußland geflüchtet sein. Japan lehnt Intervention ab. Der chinesisch-japaniiche Streit. Tokio, 25. September. Der japanische Vertreter beim Völkerbund ist von seiner Regierung angewiesen worden, den Vorschlag des Völkerbundes, einen Ausschuß zur Untersuchung des mandschurischen Zwischenfalles einzusetzen, abzulehnen. Es wird erklärt, daß der Wunsch des Völkerbundes, eine Untersuchung des Tatbestandes einzuleiten, nicht mit der Ehre Japans zu vereinbaren sei, weil er nur auf ein Mißtrauen gegen Japan basiert sein könne. Weiterer Vormarsch der Japaner. Peking, 25. September. Ein weiterer Vormarsch der japanischen Truppen wird aus dem Norden gemeldet. Eine Abteilung japanischer Soldaten hat, laut hier eingetroffenen Meldungen, die wichtige Endstation der Sutau Eisenbahn Taonanfu besetzt. Chinesische Truppen sollen die Stadt geplündert haben und beim Anmarsch der Japaner nach Norden geflüchtet sein. Die Besetzung dieser Stadt, die erheblich weiter nach Norden gelegen ist, wie die bisher angegebene Grenze des japanischen Vormarsches, würde eine neue Zuspitzung der Lage bedeuten. Taonanfu liegt ungefähr auf der Höhe von Charbin am Tosafluß, einem Nebenfluß des Sungari und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der nordwestlichen Mandschurei. Ernste Lage in Charbin. wtb. London, 26. Septbr.„Times“ meldet aus Tokio: Der japanische General=Konsul in Charbin hat angesichts der dortigen drohenden Lage heute noch telegraphisch die Entsendung von Truppen angesordert. Der Generalkonsul hatte noch vor 2 Tagen gebeten, von einer Entsendung japanischer Truppen nach Charbin abzusehen, salls er es nicht ausdrücklich wünschen sollte. Nach Meldungen einiger Korrespondenten aus der Mandschurei soll eine japanische Truppenabteilung nach Taonan geschickt worden sein. Das Kriegsministerium schenkt diesen Berichten jedoch keinen Glauben und stellt fest, daß die Ssupingkai=Taonan=Bahn unter chinesischer Kontrolle stehe. In japanischen Regierungskreisen will der„Times“=Korrespondent heute eine Entspannung feststellen. Vorah fordert erneut Revision aller NachkriegsVerträge. Newyork, 25. Septbr. In der Universität Idaho hielt Senator Borah eine außenpolitische Rede, die großes Aufsehen erregte. Borah forderte erneut eine Revision aller europäischen Nachkriegsverträge. Er erklärt u..: „Seit nahezu 50 Jahren verspritzte das Elsaßproblem ein schweres Gift und nährte den Rachegeist. Heute bestehen jedoch mindestens sechs Elsaßprobleme". Wenn das Wettrüsten nicht aufhöre, so werde ein noch viel schlimmeres Wirtschaftselend heraufbeschworen werden. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen klagte Borah Japan an und erklärte, die Besetzung der Mandschurei stelle eine Verletzung des Völkerrechts und des Kellogg=Paktes dar. Die Welt wäre friodlich so fant: Foualn G, rure stirdlich, s5 fagle Srnatbr Vorah zum Schluß, wenn die führenden fünf Großmächte die internationalen Gesetze und Verträge selbst befolgten, anstatt nur die kleinen Nationen zu deren Befolgung zu zngen. Expreß überfährt ein Auto. Boston, 25. Septbr. Bei einem Bahnübergang bei Tyngsboro(Massachusetts) überfuhr der Montrealexpreß ein Auto, wobei fünf Personen, Angehörige eines vornehmen Klubs, den Tod fanden. Steuererhöhungen in den Vereinigten Staaten unvermeidlich. Washington, 25. Septbr. Das Schatzamt hält Steuererhöhungen in den nächsten Monaten für ünvermeidlich. Es wird mit der Einführung einer Umsatzsteuer, insbesondere auf Luxusartikel, sowie mit einer Erhöhung der Steuersätze der hoheu Einkommengruppen gerechnet. 10 Millionen Arbeitslose in U6A. Washington, 25. September. Die Zahl der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten beträgt nach der Angabe des Präsidenten der American Federation of Lavor, William Green, jetzt zehn Millionen. Green erklärt, daß die industrielle Arbeitslosigkeit in der letzten Zeit beständig zugenommen habe. Wetterbericht der Wetterwarte Essen. (Nachdruck verboten.) Auf der Ostseite des Englandhochs ist über die Nordsee maritime Warmluft in das mitteleuropäische Festland eingedrungen. Bei ihrem Aufgleiten über die kalte Festlandluft brachte sie besonders dem nördlichen Deutschland verbreitete Eintrübung und meist leichten Regen oder Staubregen. Die Temperaturen sind gegen gestern früh um 6 bis 8 Grad angestiegen. Strichweise entstand auch infolge Mischung der beiden verschieden temperierten Luftmassen Nebel. Die feuchtwarme Ozeanluft wird von dem über Polen liegenden Wirbel weiter ostwärts transportiert und speist somit seine Energie noch immer. Der Witterungscharakter über Deutschland bleibt somit zunächst noch erhalten später ist jedoch zunehmendes Aufklaren zu erwarten. Vorhersage für Samstag: Noch meist stark wolkig. Dabei strichweise leichter Regen. Später zunehmende Aufheiterung. Temperaturen unverändert. Schwache Winde aus nördlichen Richtungen. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Vorwiegend wolkig mit längeren Aufheiterungsperioden. Nur ganz leichte lokale Regenschauer noch möglich. Mäßig warm. Briefkasten. Nach Rüdinghausen. Es heißt:„Das geht dich nichts an“, nicht:„Das geht dir nichts an.“ Sie haben die Wette verloren! D. R. Die Firma Gebr. Rosenthal läßt der heutigen Ausgabe eine 4seitige Beilage betr. Oktober Verkauf beilegen, die wir der besonderen Beachtunz unserer Leser empfehlen. Die Geschäftsstelle. Hochkeppel Lebensmitel-Sonder-Angebot Heute: Helles% Salat- u. Speise-Oel 1 Liter nur 8 S s Garantiert reines Flomen-Schmalz 49, 1 Pfund Feinst. 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Die Wahlvorschläge werden mit dem Namen des an erster Stelle stehenden Bewerbers bezeichnet. Bei der Wahl zur Landwirtschaftskammer am 11. Oktober 1931 sind nur diejenigen Stimmen gültig, die auf einen dieser beiden Wahlvorschläge abgegeben werden. Hagen, den 18. September 1931. Ramens des Wahlausschusses Der Wahlkommissar. Hochkeopel Sonder- Angebot für den Sonntag! 1000 Dosen hochleine, echte Oel-Sardinen 1 Dose nur In Otuan=Gei 3 Dosen 50 nur 308 6 Dosen 05 nur 10 eais. gelochter Schiaten-88 ¼ Pfund Nue Salz-Burten d. ganze Pfund Waute 53g- Gurten d. ganze 25 Pfund Billig! Gelegenheitsposten Billig! ROtC BOCte Dose 10 No onderer Sbact.-ibellone Neute 1500 Pfund Grischesüße Weintrauben das ganze Pfd. nur 18/ im Kisichen## Feinkosthaus Carl&Herm. Hochheppel Witten, gegendver der Post Teleton 2963/84 AeDerg a Vralk Witten Eewrus fürseuch!!. Wir haben unserm modernen Schuh-Spezialdeschält eine dazu gehörende eigene Schuh-Reparatur-Werkstalt