momneemeece gretomgmun Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Anzeigegebühr für die einspaltige 1 mm hohe u. 36 mm breite Zeile für Platzanzeigen im Verbreitungsbezirk 8 Pf., auswärtige, amtliche u. finanztelle 10 Pf. Reklamezeile 1 mm hoch und 76 mm breit 30 Pfg. Bozugspreis wöchentlich 55 Pfg.(Durch die Post bezogen monatlich.50 Mk.) Geschäftsstelle: Stockumerstraße 23.— Teieson No. 3134. Für die Redaktion verantwortlich: Fritz Küching. verbunden mit der„Annener Volkszeitung“ Anzeigenblatt für Witten-Annen und die Stadtteile Stockum und Düren. Meenom Inserate finden bei der großen Auflage der Annener Zeitung“ weite und billige Verbreitung.— Bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkursen kommt jeder Annoncenrabakt in Wegfau. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschrieben:n Plätzen übernehmen wir keine Gewähr. Rotationsdruck und Verlag von Fritz Küching, Witten=Annen. m Nr. 207. Donnerstag, den 3. September 1931. 67. Jahrgang. K gemeinsame Otklatung Gesterteichs und Deutschlands. Genf, 2. September. Der österreichische Außenminister Schober stattete am Mittwoch dem italienischen Außenminister Grandi in dessen Hotel einen längeren Besuch ab, bei dem in erster Linie die Erklärung zur Erörterung stand, die Dr. Schober in der Sitzung des Europaausschusses und im Rat zur Zollunionsfrage abgeben wird. Es soll eine bisher streng geheimgehaltene Formel ausgearbeitet worden sein, zu der jetzt die Zustimmung der unmittelbar interessierten Regierungen eingeholt wird. Diese Fermulierung ist in den heutigen Vormittagsverhandlungen zwischen Schober und Grandi sowie Curtius und Francois Poncet beSchwierigkeiten bestehen nach wie vor in der französischen Forderung auf den ausdrücklien Verzicht Oesterreichs auf jede Zollunion mit Deutschland, während diese Forderung für Deutschland und Oesterreich nicht annehmbar erscheint. Es wird nunmehr versucht werden, bis zum heutigen Mittwochabend eine Einigung zwischen der deutschen, französischen, englischen, italienischen und österreichischen Abordnung über die Formulierung zustande zu bringen. Auf italienischer Seite wird der Standpunkt vertreten, daß eine Unterstützung Deutschlands und Oesterreichs in den gegenwärtigen für die beiden Länder äußerst schwierigen Verhandlungen über die weitere Regelung des Zollunionsplanes sich aus den in Rom geführten Verhandlungen der Minister ergibt, jedoch legt man auf italienischer Seite, entgegen den von der italienischen Regierung zum Zollunionsplan bisher eigenommenen Standpunkt, Wert darauf, daß in der Erklärung des österreichischen Außenministers die vorläufige Zurückstellung des Planes und Eingliederung in die allgemeinen von dem Europaausschuß in Angriff genommenen europäischen Zollunionspläne deutlich zum Ausdruck kommt. Auf italienischer Seite scheint man durchaus die Absicht zu haben, in den kommenden Verhandlungen die Haltung der deutschen und der österreichischen Regierung gegenüber den von französischer Seite mit großem Nachdruck aufrechterhaltenen Forderungen auf einen formellen und endgültigen Verzicht für die Zukunft zu unterstützen und zu einer der Würde Deutschland und Oesterreichs Rechnung tragenden Lösung zu gelangen. * Einigung über die deutsche und ölterreichilche Erklärung zustandegekommen. Genf, 2. September. Nach mehrstündigen Verhandlungen ist nunmehr zwischen Curtius, Francois Poncet und Schober eine Einigung über die Erklärungen zustande gekommen, die von deutscher und österreichischer Seite über die Stellungnahme der beiden Regierungen zum Zollunionsplan in der Donnerstagsitzung des Europaausschusses abgegeben werden. Ueber das Verfahren im Völkerbundsrat für Behandlung des Zollunionsplans schweben zur Zeit noch die Verhandlungen. Das Schwergewicht der Entscheibung über den Zollunionsplan liegt somit in den Erkläkungen, die Curtius und Schober im Europaausschuß abgeben werden. Der endgültige Text der Erklärungen wird natürlich von den beteiligten Seiten aufs strengste geheimgehalten. Wie jedoch von unterrichteter Seite verlautet, ist in den Erklärungen ein direkter Verzicht nicht ausbesprochen. Sie sollen außerordentlich vorsichtig und dag gehalten sein. Die Behandlung des Zollunionsplans im Europaausschuß wird somit vor der amtlichen Bekanntgabe der Entscheidung des Haager Gerichtshofes erfolgen. Das Gutachten des Ständigen Haager Gerichtshofes wird am Freitag nachmittag mit einem Flugzeug nach Genf gebracht werden. Die Formel für die WDeiterbehandlung der Zollunion. Ratsverhandlung erst Montag. Genf, 2. September. Reichsaußenminister Curtius und der österreichische Außenminister Schober werden, wie in den am Mittwoch beführten Verhandlungen mit den übrigen Abordnungen vereinbart worden ist, am Donnerstag während der allbemeinen Aussprache im Europaausschuß die vorgesehenen Erklärungen über den Zollunionsplan abgeben. In biesen Erklärungen wird, wie man nunmehr hört, zum Ausdruck kommen, daß seit dem Abschluß des deutsch* Vsterreichischen Zollprotokolls eine grundlegende Umgestalung in der gesamten europäischen Lage eingetreten sei und die beiden Regierungen daher beschlossen hätten, im dinblick auf die vom Europaausschuß verfolgten Ziele eider allgemeinen europäischen Zollangleichung und einer Erweiterung des europäischen Marktes dem Plan der zweiseitigen deutsch=österreichischen Zollunion zurückzustellen. Ein irgendwie gearteter Verzicht auf den Gedanken der deutsch=österreichischen Zollunion für die Zukunft soll in den beiden Erklärungen nicht zum Ausdruck kommen. In den am Mittwoch den ganzen Tag über fortgesetzten Verhandlungen ist ferner vereinbart worden, daß die Verhandlungen im Rat über das Haager Gutachten nunmehr erst am Montagnachmittag nach der zweiten Sitzung der Vollversammlung des Völkerbundes stattfinden werden. Der deutsch=österreichische Zollunionsplan wird hierbei den einzigen Punkt der Tagesordnung bilden. Das Gesuch Oesterreichs beim Völkerbund um Finanzhilfe wird dagegen im Rat bereits am Freitag und somit bezeichnenderweise nach der Abgabe der österreichischen Erklärung über die Zurückstellung des Zollunionsplans zur Sprache gelangen. Richtlinien für die Ländernolverordnungen. Berlin, 2. September. In den Richtlinien, die der Reichsfinanzminister zur Durchführung der Notverordnung des Reichspräsidenten zum Ausgleich der Haushalte von Ländern und Gemeinden an die Landesregierungen in einem Rundschreiben versandt hat, empfiehlt der Minister für die Personalersparnisse u..: Kürzung der Besoldung, Herabsetzung des Hundertsatzes der Pensionen usw. In erster Linie wird Angleichung an die Reichsbesoldung erstrebt, Entlassungen von Arbeitern und Angestellten, Revision der Urlaubsbestimmungen, Herabsetzung oder Streichung von Notstandsbeihilfen, Unterstützungen usw., Zurückhaltung bei der Ausgabe von Mitteln für Ausbildung und Fortbildung der Beamten. Um Mieten zu ersparen, sollen die Verwaltungsgebäude stärker ausgenutzt werden. Ferner schlagen die Richtlinien vor, daß Bauten unterlassen werden, wenn die Mittel für die Wohlfahrtserwerbslosen nicht voll vorhanden sind. Auch hält der Reichsfinanzminister für angezeigt, den Neubau von Hotels, Gaststätten, Pensionen, Theatern, Kinos und ähnlichen Dingen mit hohen Verwaltungsgebühren oder sonstigen Lizenzgebühren zu belasten. Für das Unterrichtswesen wird die Erhöhung der Klassenfrequenz und der Pflichtstundenzahl, die Einengung der Freistellen, die Einschränkung der Ausgaben für Stipendien usw. empfohlen. Der Minister rät aber den Ländern eine Herabsetzung der Notariatsgebühren an, um dadurch Ersparnisse für die öffentliche Hand und für die Wirtschaft zu erwirken. Wegen der Ersparnisse an den Fürsorgelasten verweist der Reichsfinanzminister auf die Richtlinien des Städtetages. Im übrigen empfiehlt er den Ländern und Gemeinden Abschlagszahlungen auf ihre kurzfristigen Kredite. Zur Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge heißt es zum Schluß: Bei der Lage des Reichs werde ich außerstande sein, den Ländern und Gemeinden außer etwa in Fällen einer Umschuldungsaktion oder eines Sonderzuschusses zu den Kosten der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge eine finanzielle Hilfe zu leisten. Ich muß aber schon jetzt darauf hinweisen, daß ich auch auf dem Gebiete der Wohlfahrtslasten nur dort unterstützend eingreifen werde, wo sowohl im Lande als auch in der betreffenden Gemeinde alles zum Etatsausgleich Erforderliche getan worden ist. * Die Beamten erheben Einspruch gegen die Absicht einer weiteren Verkürzung ihrer Bezüge. Berlin, 3. Septbr. Die Bundesleitung des Deutschen Beamtenbundes richtete gestern an den preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun folgendes Telegramm: „Deutscher Bamtenbund erhebt Einspruch gegen die Absicht Preußens, bei denen seiner Hoheit unterstehenden Staatsbeamten, Kommunalbeamten und Lehrern Herabstufungen, Abbau von Stellenzulagen, Vorenthaltung von Alterszulagen, Kürzung von Pensionen und Hinterbliebenenbezüge und, sonstige Einkommensverminderungen vorzunehmen. Durchbrechung des Grundsatzes möglichster Einheitlichkeit aller beamtenrechtlichen und Besoldungsbestimmungen widerspricht dem Sinne der Reichsverfassung und beeinträchtigt den Gedanken der Reichseinheit. Wo Besoldung auf Grund des§ 43 des preuzischen Besoldungsgesetzes geprüft ist, muß es dabei gemäß ministerieller Zusicherung verbleiben.“ Am 26. und 27. September Besuch der französischen Minister. Neue Hoover-Aktion? Genf, 2. September. Die französische Regierung hat am Mittwochabend durch den Botschafter Francois Poncet dem Reichsaußenminister mitteilen lassen, daß der Besuch des Ministerpräsidenten Laval und des Außenministers Briand in Berlin am 26. und 27. September stattfinden wird. * Eine neue Aussprache über die Schuldenfrage. Besprechung Flandins mit dem amerikanischen Botschafter. Paris, 2. September. Finanzminister Flandin, der ursprünglich am Dienstagabend Paris verlassen wollte, um sich nach Genf zu begeben, hat sich wegen dringender Geschäfte gezwungen gesehen, seine Abreise bis auf den heutigen Abend zu verschieben. Flandin empfing am Dienstag den amerikanischen Botschafter in Paris, mit dem er eine eingehende Aussprache hatte. Wie der„Petit Parisien“ wissen will, hat man sich in sehr eingehender Weise mit dem internationalen Schuldenproblem unter besonderer Berücksichtigung der Finanzkrise in Deutschland befaßt. Anschließend hatte Flandin eine längere Aussprache mit dem Direktor der BJZ., Quesnay. Wie weiter verlautet, reist Handelsminister Rollin am Samstag nach Genf. Das„Echo de Paris“ glaubt zu wissen, daß der Aufenthalt Briands in Genf in Anbetracht seines Gesundheitszustandes nicht länger als eine Woche dauern werde. Paris, 2. September. Ministerpräsident Laval hat den Finanzminister Flandin Mittwochvormittag zu einer längeren Aussprache empfangen, die sich zweifellos in erster Linie auf die Besprechung mit dem amerikanischen Botschafter bezog. Ferner hat sich der Minister mit dem in Genf weilenden Botschafter Francois Poncet fernmündlich in Verbindung gesetzt, um sich über den Gang der Verhandlungen Bericht erstatten zu lassen. Parallel zu der Aussprache zwischen dem amerikanischen Botschafter und dem französischen Finanzminister hat das Wirtschaftsblatt„Agence Economique et Financière" aus Washington die Bestätigung erhalten, daß man sich dort fortgesetzt mit dem Schuldenproblem befasse. Es scheine heute bereits festzustehen, daß die Vereinigten Staaten demnächst eine bedeutsame Initiative in dieser Richtung zu ergreisen gedächten. Diese Nachricht stamme übrigens von Parker Willis, der als Finanztechniker von großem Gewicht gelten müsse. Aus einem Artikel der„Monthly Review“, schließt das Blatt ferner, daß sich die National Citybank dem Gedanken nicht verschließe, daß das Deutschland gewährte Moratorium ohne Zeitverlust verlängert werden müsse. Wenn bis zum Juli 1932 nichts geschehen sei, werde sich die Welt in einer noch weit schwierigeren Lage als bisher befinden. Aus diesem Grunde sei eine rasche Regelung der Kriegsschuldenfrage notwendig. Die europäische Nervosität sowie der deutsche und der englische Fehlbetrag hätten in den Vereinigten Staaten einen starken Eindruck hervorgerufen, da nicht weniger als 40 Milliarden Dollar in Eurova investiert seien. Besprechungen über den Hoover=Plan. Paris, 2. Septbr. Ministerpräsident Laval hat heute nachmittag den amerikanischen Botschafter Edge empfangen. Die Unterredung dauerte dreiviertel Stunden. Wie die Agentur Havas mitteilt, galt sie der Prüfung gewisser Durchführungsmodalitäten für gewisse Sonderfälle des Hoover=Planes, die bisher nicht besonders erörtert waren. * Amerikanische Hoffnung auf baldige Besserung der bage in Europa. Washington, 2. September. Von dem Willen beseelt, in der Arbeitslosenfrage alles im Rahmen des Möglichen liegende zu tun, hat die Hoover=Regierung die Aufstellung des im Herbst fälligen Programms für das nächste Finanzjahr einstweilen vertagt, insbesondere auch deshalb, weil noch Ungewißheit über die Gestaltung des Staatshaushaltes herrscht. Die Verwaltung in Washington ist, wie an maßgebender Stelle verlautet, der Ansicht, daß eine Aenderung der allgemeinen Wirtschaftslage zweifellos den finanziellen Druck auf die Regierung mildern würde. Immerhin habe die Regierung die Möglichkeit, sich durch höhere Steuern weitere Einnahmen zu verschaffen, als letzten Ausweg offengelassen. Die jüngsten Krisen in zwei der größten Staaten der Welt seien noch zu frisch im Gedächt nis Hoovers und seiner Mitarbeiter, als daß die amerikanische Regierung Wege beschreiten könnte, die unter Umständen zu einer Erschütterung des Vertrauens führen würden. Die amerikanische Regierung sei infolgedessen gewillt, unter allen Umständen den Ausgleich im Staatshaushalt zu sichern. Die in Washington gehegte Hoffnung zum Besseren gründet sich auf den Glauben, daß Europa in nicht allzulanger Zeit seine Stabilität wiedergewinnen werde und daß die Wiederbelebung der europätschen Wirtschaft natürlich auch eine vermehrte geschäftliche Aktivität in den Vereinigten Staaten zur Folge haben würde. Gegen sozialen Abbau. Auch christliche Gewerkschaften gegen die Notverordnung vom 5. Juni. Hannover, 3. September. Während in Frankfurt a. Main die freien Gewerkschaften tagen, haben sich in Hannover die christlichen Gewerkschaften versammelt, die zu den wirtschaftlichen und sozialen Fragen der Gegenwart ebenfalls Stellung nahmen. Die von Arbeitgeberseite geforderte Einführung eines abdingbaren freien Lohnspielraums in den Tarisverträgen lehnte der Vorstand entschieden ab. In Wirklichkeit sähen die Tarifverträge bereits ein hohel Maß von Beweglichkeit vor, und es bedürfe einer gesetz lichen Aenderung nicht. Der Vorstand wandte sich des weiteren gegen eine Ueberspannung der Zollpolitik und hielt beschleunigte Maßnahmen für erforderlich, um ber sonders für eine Reihe von lebensnotwendigen Waren zu einem tieferen Preisniveau zu kommen. Uebereinstimmende Meinung war ferner, daß die in bezug auf eine Aenderung der Hauszinssteuer geplanten Maßnahmen auch den Interessen der Mieter und des darniederliegenden Baumarktes entsprechend Rechnung tragen müßten. Auf eine weitere Senkung der Zinssätze müsse nachdrücklichst hingearbeitet werden. Sodann wurde u. a. eine Beseitigung der nicht vertretbaren Härten der Notverordnung vom 5. Juni d. J. und eine durchgreifende Reichs= und Verwaltungsreform gefordert. Quirinal und Vatikan. Die Einigung in Rom. Rom, 3. September. Die Differenzen zwischen der italienischen Regierung und dem Vatikan, die wegen der Auflösung der Jugendverbände in der katholischen Aktion und der Tätigkeit der Organisation selbst entstanden waren, sind nach folgenden Grundsätzen aus dem Weg geräumt worden. Die Katholische Aktion wird als eine Diözesenangelegenheit behandelt, die direkt den Bischöfen unterstellt ist. Durch die Bischöfe erfolgt auch die Bestellung der kirchlichen und weltlichen Führer. Als Führer sind Personen, die der Opposition gegen das Regime angehören, ungeeignet. Ihren religiösen Zielen entsprechend beschäftigt sich die Katholische Aktion nicht mit Politik. In ihren äußeren Organisationsformen enthält sie sich infolgedessen auch aller Dinge, die überkommenermaßen für politische Parteien charakteristisch sind. Als Fahne der Lokalverbände der Aktion dient die Nationalfahne. Zun„ Programm des Verbandes gehört nicht die Bildung von Berufsverbänden und Gewerkschaften. Sie beschäftigt sich infolgedessen auch nicht mit gewerkschaftlichen Fragen und Zielen. Soweit innerhalb des Verbandes Zusammenschlüsse nach Berufsgruppen zurzeit bestehen, gelten sie als ausschließlich zur Verfolgung spiritueller und religiöser Ziel gebildet und sie verpflichten sich ferner, daran mitzuarbeiten, daß die legale Gewerkschaft, der sie angehören, in im mer umfassenderem Maße den Prinzipien der Zusam menarbeit der Klassen und den vom Staat gesetzten sozialen und nationalen Zielen gerecht wird. Die der Katholischen Aktion angehörigen Jugendverbände dürfen Plakate und Abzeichen führen, die genau den von der Aktion zu verfolgenden religiösen Zielen entsprechen. Als Fahne ist keine andere Fahne zugelassen als die Nationalflagge mit Ausnahme von Prozessionsfahnen. Die Lokalverbände enthalten sich aller sportlichen und der Körperausbildung gewidmeten Tätigkeit und beschränken sich auf Zusammenkünfte, die den Charakter der Erholung und Erziehung auf der Grundlage der Religion zu tragen haben. Lokales § Witten=Annen, 3. September. Evangelischer Gemeindekirchentag und Waldfest. Man schreibt uns: Am Sonntag, 6. September, begeht die evangelische Kirchengemeinde ihren ersten Gemeindekirchentag verbunden mit dem jährlichen Waldfest. Dieser Tag ist herausgeboren aus der Not unseres Volkes, die von allen, die es ehrlich mit ihm meinen, die Besinnung auf die tiefsten Kräfte unseres Volkslebens fordert. Heute werden mehr denn je ungeheure Anforderungen an die Gemeinde gestellt; will die Gemeinde diesen Anforderungen gerecht werden, so bedarf es vor allen Dingen eines festen Zusammenschlusses aller derer, die wahrhaft evangelisch sein wollen. Nur wenn wir uns einander näherkommen und treu zusammenstehen, können wir eine Macht bilden und — unserer Väter würdig— um die Erhaltung der Kräfte des Evangeliums für unser Volk kämpfen. Da die Feier eine Feier der ganzen Gemeinde in allen ihren Gliedern und Ständen sein soll, so kann hierdurch eine Kundgebung geschaffen werden, die eine segensreiche Kraftquelle bedeutet für unsere Gemeinde und darüber hinaus für unseren ganzen Ort. Wir richten darum an alle evangelischen Männer und Frauen, vor allem auch an die evangelische Jugend unserer Gemeinde, die herzliche Bitte: Zeigt durch Eure Teilnahme an beiden Veranstaltungen, daß Ihr noch treu zu Kirche und Volk steht! Folgende Einzelheiten sind noch zu berichten:„Er heriammaln Sch 6i. Vormittags um 9 Uhr versammeln sich die evangelischen Vereine am Vereinshaus zum Festzug in die Kirche. Die Vereine stellen sich in 4 Gliedern hintereinander mit der Front zum Gemeindehaus auf. Ebenfalls treten die Katechumenen und Konfirmanden beider Pfarrbezirke mit an. Die Aufstellung für den Abmarsch findet vor dem Hauptportal der Kirche auf der Straße in derselben Reihenfolge und Ordnung wie beim Anmarsch statt. Um Gewähr für eine ordnungsgemäße Durchführung zu haben, unterstehen alle dem einheitlichen Kommando von Herrn H. Höper. Die Gemeinde wird freundlichst gebeten, das Mittelschiff für die Vereine frei zu lassen und in den Seitenschiffen und auf den Emporen Platz zu gehmen.„„ Die Festpredigt halt Herr Pfarrei Krampen aus Barmen. Der Kirchenchor wird den Gottesdienst festlich ausgestalten. Am Nachmittag um 14.15 Uhr trifft sich die ganze Gemeinde wieder am Vereinshaus, um unter Posaunenklang zur Festwiese(Grieb, Ardeystr.) zu ziehen. Dortselbst werden die verschiedenen Chöre singen, Herr Rektor Schönhals=Bochum(früher Annen) wird die Festansprache halten, die Turnabteilung des Männer= und Jünglingsvereins wird turnen, mit den Kindern soll gespielt werden usw. Es wird allgemein Kaffee verabreicht, wofür 10 Pfg. Person(zur Deckung der Unkosten!) zu entrichten sind. Tassen sowie Zubrot sind mitzubringen. Der Nachmittag soll uns allen viel Freude schenken! Der Rückmarsch wird in Gestalt eines Fackelzuges über den Brandacker erfolgen und am Vereinshausplatz mit einem Zapfenstreich schließen. Fackeln sind mitzubringen, können aber auch noch am Nachmittag auf der Wiese gekauft werden. Für die Gemeindeglieder, die schlecht laufen können, ist vom Vereinshaus aus für Fahrgelegenheit hin und zurück gesorgt. Der Preis für eine Fahrt mit dem Auto beträgt 25 Pfg. Bei schlechtem Wetter findet um 3 Uhr eine Feier im Vereinshaus statt. „Allen, die durch freiwillige Gaben uns geholfen haben, das Fest recht vorzubereiten, sei schon an dieser Stelle herzlich gedankt. Gott schenke uns zu unserem Fest seinen Segen und viel Freude! Der Sternhimmel im September. Beobachtungszeit bei Monatsbeginn etwa 22 Uhr. Norden: Links vom Nordpunkt der Große Bär, kechts über ihm der Kleine Bär mit dem Polarstern; zwischen beiden beginnt der Drache seinen Lauf. Im Nordosten in der Milchstraße der Fuhrmann, rechts oberhalb vom Kleinen Bär in der Milchstraße Kassiopeia. Osten: Zwischen Fuhrmann und Kassiopeia der Perseus, rechts von letzterem Andromeda. Im Ostsüdpsten aufgehend der Walfisch. Westlich von Andromeda der Pegasus. Im Südsüdosten, dicht am Horizont, der Stern erster Größe Fomalhaut im südlichen Fisch. Süden: Etwa im Meridian der Stern erster Größe im Schwan, rechts davon Wega in der Leier, unter beiden Sternbildern am Rande der Milchstraße der Adler. Ueber dem Südpunkt der Steinbock, nordöstlich von ihm der Wassermann. Westen: Rechts von der Milchstraße Herkules und Schlangenträger mit der Schlange. Links vom Südwestpunkt der Schütze. Im Westnordwesten Bootes mit dem Stern erster Größe Arcturus. Planeten: Mitte des Monats wird Merkur morgens sichtbar. Am 22. und 23. September können wir ihn 45 Minuten sehen, Ende des Monats sieht man ihn etwa 25 Minuten. Venus und Mars bleiben unsichtbar. Jupiter, im Krebs sich bewegend, ist morgens zu sehen, und zwar zunächst gegen 1% Stunden, Ende September gegen 4 Stunden. Saturn, im Schützen, leuchtet abends, anfangs 4½ und schließlich 3¾/ Stunden. Mond: Am 5. September letztes Viertel, am 12. September Neumond, am 18. September erstes Viertel und am 26. September Vollmond. Am letzteren Tage findet in den Abendstunden eine für uns sichtbare totale Mondfinsternis statt; Beginn der Totalität kurz nach 20 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Sonne: Am 24. September beginnt um.30 Uhr der Herbst; die Sonne tritt in das Zeichen der Waage, Tag und Nacht sind einander gleich. Die Sonne erreicht am jeweiligen Beobachtungsorte zur Mittagszeit bei Herbstbeginn die Höhe des Himmelsäquators. Dr. W. * Dagegen kämpfen Götter.. Es ist verständlich, daß wir Menschen alle nach Allheilmittel suchen, das uns in irgendeiner Form herausführt aus dem Chaos unserer Zeit, aus dem Stadium der Depression und Verelendung. Aber dieses Suchen läßt nicht nur maßgebliche, sondern uns alle Wege beschreiten, deren letzte Konsequenz das Gegenteil von dem ist, was wir eigentlich anstreben. Wir pflegen zum Beispiel Mittel zu wählen, die nur eine momentane Besserung herbeiführen, nicht auf lange Sicht bestimmt sind und im übrigen das darstellen, was man bei einem Schwerkranken als Scheinbesserung bezeichnet. Wir gehen den Ursachen nicht auf den Grund, glauben zwar. einen Kern gefunden zu haben, aber sind doch immer noch bei der äußeren Schale. Wenn es um eine Sache, etwa um die Finanzen oder um die Arbeit, sehr schlecht steht, dann wird ein Weg zur Wiederbelebung gefunden, die man auch Sanierung nennt, aber dieser Weg ist nur eine Prolongation des Zusammenfalles, denn eines geschieht immer auf Kosten des anderen. Man muß sparen und stellt die Bauarbeiten ein, aber dadurch wachsen die Mengen der Untätigen. Man will die Geschäfte beleben, die Wirtschaft ankurbeln und baut Löhne und Gehälter ab, wodurch man wiederum die Kaufkraft der Massen schwächt. Diesen Widerspruch klar zu machen, darum kämpfen Götter selbst vergebens. Es ist so, wie im Kleinen genommen etwa, wenn jemand seinem Laden Kunden zuführen will, indem er mit seiner Ware teurer ist als die Konkurrenz. Wenn jemand ein Restaurant besitzt und er schenkt seinen Kunden nur Wasser aus, damit sie alle hübsch gesund bleiben, so ist das vom Standpunkt des Gastwirts aus gesehen eine Dummheit, gegen die selbst Götter vergebens kämpfen. Lenker der Menschheit oder eines Staatsschiffes zu sein, ist ein schwieriges Geschäft, es gehört viel Oekonomie und Kalkulationsfähigkeit dazu. Man sieht auf der einen Seite die Not der Menschen, die sich für weniges Geld kaum etwas kaufen können, aber auf der anderen Seite vernichtet man die Naturprodukte, um ihren Preis zu halten. Das sind alles Dummheiten, wogegen Götter selbst vergebens kämpfen; die größte unter ihnen aber ist, daß wir Menschen niemals erkennen, wo das Schwergewicht allen Uebels liegt, wo wir so durchgreifend anpacken können, daß nicht eine Sache auf Kosten der anderen geht! * § Annen, 3. September.(Wann sind eßbare Pilze giftig?) Jetzt mehren sich wieder die Zeitungsberichte über mehr oder weniger schwere Pilzvergiftungen, und manche ängstliche Hausfrau scheut sich daher, die köstlichen und wohlschmeckenden Pilzgerichte auf den Tisch zu bringen. Bei ein wenig Sorgfältigkeit ist diese Aengstlichkeit nicht angebracht. Man muß nur darauf achten, daß man alle weichen Stellen am Pilze sorgfältig ausschneidet und vermeiden, daß einmal zubereitete Pilze länger als einen Tag aufbewahrt und dann gar aufgewärmt werden, da sich in diesm Falle leicht Zersetzungsgifte bilden. Sammelt man selbst die Pilze, so halte man streng daran, nur die genau bekannten Arten zu sammeln und sich vor Experimenten zu hüten. Wenn man diese Regeln beachtet, kann man sich ungetrübt dem Genusse dieser delikaten Gerichte hingeben. —(Der Einzelhandel kann keine Kollekten mehr unterstützen.) Der Verband des Einzelhandels e.., Dortmund, bittet uns um Aufnahme folgender Zuschrift: Das im Deutschen Reich in besonderer Blüte stehende Vereinsleben hat durch die allgemeine Wirtschaftskrise einen empfindlichen Schlag erlitten. Ob es sich nun um Vereine mit gemeinnützigem, sportlichem oder anderem Charakter handelt, sie alle spüren in ihren Mitgliedsbeständen und ihren Vereinskassen die Arbeitslosigkeit. Welchem Zweck die betreffenden Vereine auch dienen mögen, sie alle sind bestrebt, trotzdem zur Verwirklichung ihrer Ziele zu gelangen. Mangelt es an entsprechenden Barmitteln hierzu, so wird eben eine Kollekte abgehalten, ohne dabei zu berücksichtigen, daß die Kreise, welche früher für solche Zwecke gern ihren Obulus beisteuerten, heute kaum mehr in der Lage sind, sich zu beteiligen. Das trifft insbesondere auf den Einzelhandel zu. Bei der geringen Kaufkraft des Publikums ringt er zurzeit besonders schwer um die Erhaltung seiner Existenz. Es gibt heute kaum Geschäfte, welche noch das Wort„Reinverdienst" kennen, wohingegen die Zahl derjenigen, welche heute von der Substanz leben, so groß ist, daß man mit Recht das Schlimmste für den gesamten Einzelhandel befürchten muß. Das Publikum wird es deshalb begreiflich finden, wenn der Einzelhandel auf Grund notwendiger Herabdrückung der Geschäftsunkosten heute bittet, bei Abhaltung von Kollekten ihn künftig freundlichst verschonen zu wollen. Die Einnahmen reichen heute kaum zur Bezahlung von laufenden Verbindlichkeiten, Mieten, Angestelltengehältern, Steuern und sonstigen Unkosten. Vielleicht versucht man es in diesem Jahre einmal mit einer Kollekte ausschließlich im Mitgliedskreise? Falls die Zeiten besser werden, so wird auch der Einzelhandel gerne wieder eine offene Hand zeigen. :: Annen, 3. September.(Urlaubsende naht.) Schon ehe die Ferien, der Urlaub begonnen haben, denken viele daran, daß die schöne Zeit doch bald wieder vorbei ist. Die meisten aber erschrecken, wenn sie vor der Tatsache stehen: Heute ist dein letzter Ferientag! Dieser letzte Ferientag ist dann meist nicht mehr schön. Man will noch schnell vieles erleben und sehen, was man meint, versäumt zu haben. Viel von der guten Erholung, den ausgeruhten Nerven geht an diesem letzten Urlaubstage wieder verloren. Man sollte gerade diesen letzten Tag einer schönen Zeit der Erholung und Freude dazu benutzen, sich in Ruhe auf den Alltag, den Beruf, das Zuhause vorzubereiten. Nicht die Zelte überstürzt abbrechen, noch schnell überanstrengt den oder jenen Berg hinaufkraxeln, Sehenswürdigkeiten besichtigen. Man vergißt dann die Hälfte des Gepäcks, kommt zu spät zum Zug, sieht auf der Rückreise unvorteilhaft aus und ist überanstrengt. Man kann sich dann zu Hause nicht in die Arbeit stürzen und seine Pflichten ausgeruht und erholt übernehmen, sondern muß sich erst noch ein paar Tage vom Urlaub„erholen“. Man will doch das ganze Jahr hindurch gern an die Ferien denken und nicht immer den wenig ersprießlichen letzten Ferientag vor Augen haben. § Annen, 3. September.(Vorsicht Taschendiebe!) In der Reise= und Ferienzeit finden die Taschendiebe ihr reichstes Betätigungsfeld. Sie nutzen besonders auf den Bahnhöfen und in den Zügen jede Gelegenheit aus, um ihrem dunklen Gewerbe nachzugehen. Meist erleichtern die Reisenden ihnen dabei noch ihre gefährliche Tätigkeit, indem sie sich bei Einlauf der Züge auf die Abteile stürzen und auf diese Weise unnötiges Gedränge verursachen, bei dem die Taschendiebe erfahrungsgemäß ihre reichsten Fischzüge machen können. —(Zu dem Ergebnis des Reit= und Fahrturniers in Schwelm) wird uns ergänzend noch folgendes mitgeteilt: In der Dressurprüfung Kl. A. siegte der Fuchswallach „Zeus" unter H. Wibbeling. Die Rappstute„Blitzmaid“ unter W. Wibbeling belegte den 3. Platz. In der Dressurprüfung Kl. B.„Blitzmaid“ unter W. Wibbeling an 3. Stelle, im Jagdspringen Kl. B. stand„Zeus“ H. Wibbeling an 1. Stelle. In der Vielseitigkeitsprüfung erhielt „Zeus" unter H. Wibbeling den Sieg. In der Gewandtheitsprüfung konnte„Zeus“ unter dem Reiter Verwalter W. Spille wiederum den ersten Platz belegen. In der Eignungsprüfung für Wagenpferde(Zweispänner), standen die beiden Rappstuten„Blitzmaid" und„Alma“ an 3. Stelle. (Die Ortsgruppe Annen des Zentralverbandes der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands) Sitz Berlin, ladet zu der am Freitag, 4. September, stattfindenden Mitglieder=Versammlung im Lokal Ripp, Annenstraße, freundlichst ein. In Anbetracht der gegenwärtigen Wirtschaftskrise dürfte es wünschenswert und zweckmäßig sein, dieser Versammlung einen recht zahlreichen Besuch abzustatten. Auf die heutige Anzeige wird besonders hingewiesen. —(Mahnruf der Winzer.) Die deutsche Winzerschaft hat folgenden Aufruf an alle Schichten Deutschlands erlassen:„Wirtschaft und Volk sind in schwerer Not. In besonders harter Bedrängnis ist der deutsche Winzerstand. Infolge der Absatzstockung sind die Weinpreise auf einen unerhörten Tiefstand gesunken. Die Verarmung und Verschuldung des deutschen Winzerstandes steigert sich in erschreckendem Maße. Der Winzer kämpft mit Aufbietung aller Kräfte um die Cetstenz. Aber die eigene Kraft kann die Verelendung nicht bannen. Der Winzer braucht auch die Hilfe des ganzen Volkes. Immer noch fließen große Summen für Luxusartikel in das Ausland. Immer noch werden in Verkennung der Lage des deutschen Winzers ausländische Weine bevorzugt, während der deutsche Wein jahrelang liegen bleibt, ohne zu bedenken, daß der deutsche Winzerstand aufs schwerste, geschädigt wird. Das kann und darf nicht mehr sein. Der 37. Deutsche Weinbaukongreß richtet daher an alle Schichten des Volkes die Bitte und Mahnung:„Bevorzugt die Erzeugnisse der deutschen Erde! Helft dem deutschen Winzer! Trinkt deutsche Weine!" —(Das einzige fünssilbige deutsche Wort,) das rückwärts gelesen ebenso lautet wie vorwärts, ist„Reliefpfeiler". Auf diese Wortmerkwürdigkeit hat zuerst Arthur Schovenhauer aufmerksam gemacht. Witten, 3. September.(Ein Hoffnungsstrahl in der Arbeitsmarktlage.— Das Reichsbahnausbesserungswerk stellt wieder Lehrlinge ein.) Beim Reichsbahnausbesserungswerk Witten werden nach 2jähriger Unterbrechung nunmehr wieder Schlosserlehrlinge zum 1. April 1932 eingestellt. Die Bewerber müssen eine abgeschlossene Volksschulbildung haben, dürfen aber nicht über 17 Jahre alt sein. Die Einstellung wird ferner abhängig gemacht von der körperlichen Tauglichkeit und dem Ergebnis einer Eignungsuntersuchung. Die schriftlichen Bewerbungen, die bis zum 1. Oktober an das Reichsbahnausbesserungswerk Witten zu richten sind, müssen enthalten: Vor= und Zuname des Bewerbers, Vor= und Zuname und Stand des Vaters oder gesetzt. Vertreters, Wohnort und gewählter Beruf. Ferner sind die Geburtsurkunde und das letzte Schul= bzw. Abgangszeugnis beizufügen. Witten, 3. September.(Einbrüche und Diebstähle.) In der Nacht zum 1. 9. 1931, wurde von unbekannten Tätern ein Stall auf dem Hellweg erbrochen und daraus ein Herrenfahrrad, Marke„Dürkopp“, Nummer unbekannt, entwendet. In derselben Nacht wurde in der Hevenerstraße ein Kaninchenstall erbrochen. Entwendet wurden 3 graue und ein weißes Kaninchen. Aus einem eingefriedigten Garten zwischen der Ruhrstraße und dem Parkweg haben bisher noch unbekannte Täter in der Nacht zum 1. 9. 1931 eine größere Menge Aepfel und Birnen gestohlen. In der Nacht zum 2. 9. 1931 find unbekannte Täter in eine Wirtschaft in der Neuen Bahnhofstraße eingedrungen und haben folgende Sachen gestohlen: 35 Zigarren verschiedener Marken, 40 Zigarren, Marke„Amsterdam“, 40 Zigarren Marke„Westring" und aus einem Spielautomat.— bis 3.—RM. In der gleichen Nacht haben bisher noch unbekannte Täter eine Trinkhalle in der Ardeystraße erbrochen und Tabakwaren(Zigarren und Zigarillos) entwendet. Wer kann in den obigen Fällen hinsichtlich der Täter nähere Angaben machen? Marten, 3. September.(Der Schornstein aus dem Grundstück der Ziegelei Korte umgelegt.) Um die Mittagsstunde des Mittwoch wurde das letzte Wahrzeichen der vor Monaten schon abgebrochenen Ziegelei Korte an der Bärenbruchstraße, in nächster Nähe der großen Bergehalde der Zeche Zollern 1/2 in Dortmund=Kirchlinde, umgelegt. Zu dem Ereignis hatte sich eine größere Zuschauermenge eingefunden, die dem interessanten Schauspiel folgte. Der Schornstein war 43 Meter hoch und neigte in seinem oberen Drittel bereits einige Zeit zur Seite, so daß er abbruchreif geworden war. Er wurde vor 30 Jahren zusammen mit der inzwischen abgebrochenen Ringosenziegelei errichtet. Polizeibericht vom 2. Septbr. es sich bei dem zurückgelassenen Pfandstück um wertlose Waren(Neppware) handelte und daß sie einem Schwindler in die Hände gefallen waren. Der Täter, der sich in einigen Fällen„Berger“ nannte, wird wie folgt beschri## ben: 28 bis 30 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß, schlank, hageres Gesicht, schwarzes, nach hinten gekämmtes Haar. Bekleidung: Heller Sportanzug, braune Halbschuhe, keine Kopfbedeckung. Es wird gebeten. bei Auftreten dieses Mannes durch Benachrichtigung des nächsten Polizeibeamten seine Festnahme zu veranlassen. Personen, die ebenfalls geschädigt sind, aber noch keine Anzeige erstattet haben, werden gebeten, im Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 79 oder 82, vorzusprechen. Das Ueberfallkommando muß eingreisen. In einem Hause in der Wittenerstraße in Bochum kam es am 1. 9. 1931, gegen 19,45 Uhr, zwischen zwei dort wohnhaften Familien zu Streitigkeiten. Das hinzugerufene Ueberfallkommando mußte den Haupttäter der Wache vorführen, er wurde später wieder entlassen. Personen wurden nicht verletzt. Einige Stunden später, gegen 1,05 Uhr, kam es auf dem Kirmesplatz an der Blankensteinerstraße zwischen mehreren Schaustellern zu einer Schlägerei. Das Ueberfallkommando konnte drei der Beteiligten ermitteln. Körperverletzung. Ein in der Querstraße in Wattenscheid wohnender Bergmann wurde am 2. 9. 31, gegen 0,10 Uhr, in der Nähe seiner Wohnung durch einen Stich in den Unterleib erheblich verletzt. Er wurde in das Krankenhaus eingeliefert. Der mutmaßliche Täter wurde vorläufig festgenommen. Näheres muß durch die eingeleitete Untersuchung festgestellt werden. Mit einem Hammer verletzt. Am 1. 9. 1931, gegen 17,30 Uhr, wurde ein Invalide auf dem Hofe eines Hauses in der Bruchstraße in Herne ohne besonderen Grund von einem Zimmermann mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen und dadurch erheblich verletzt. Der Verletzte mußte einen Arzt aufsuchen. Gegen den Täter ist Anzeige erstattet. Durch Messerstiche verletzt. Am 1. 9. 1931, gegen 23,15 Uhr, entstand zwischen zwei Arbeitern vor einem Hause in der Hindenburgstraße in Wanne ein Streit, wobei einer der Beteiligten dem anderen durch einige Messerstiche am Kopfe erhebliche Verletzungen beibrachte. Zweites Blatt zu Schweres Explosionsunglück. Bisher zwei Tote, 35 Paris, 2. Septbr. In einer chemischen Fabrik in Bezons bei Paris ereignete sich heute vormittag ein schweres Explosionsunglück. Die Zahl der Todesopfer steht noch nicht fest. Bis jetzt wurden zwei Tote und 35 Verletzte gezählt. Die Explosion erfolgte gegen 11 Uhr. Sie war so heftig, daß das Gebäude völlig in Trümmer gelegt wurde. Ein großer Teil der in dem Fabrikgebäude beschäftigten Arbeiter wurde unter den zusammenbrechenden Mauern begraben. Feuerwehr und Polizei, die alsbald die Aufräumungsarbeiten begannen, konnten bis jetzt 2 Tote und 35 Verletzte, darunter zahlreiche Schwerverletzte, bergen. Die Zahl der noch unter den Trümmern liegenden Opfer ist noch unbekannt. Da aus den Trümmern sortgesetzt Stöhnen dringt, hofft man, einen Teil der Verschütteten noch lebend bergen zu können. Erschwert werden die Bergungsarbeiten dadurch, daß sofort nach der Explosion Feuer ausbrach. Eine benachbarte Fahrstuhlfabrik ist durch die Explosion schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. An der Unglücksstätte sind mehrere Feuerwehrzüge aus Paris tätig. Die Leichen der bisher Geborgenen waren vollkommen zerstümmelt. Ueber die Ursache der Explosion hat der Direktor der Fabrik, Schmidt, eine Erklärung abgegeben, der zufolge lediglich eine Ueberhitzung der chemischen Materie die Explosion hervorgerufen hat. Regen und Schnee in den Alpen. Basel, 3. Septbr. Das Wetter in den Alpen hat sich wiederum verschlechtert. Während in den Niederungen der Regen anhält, ging über die höheren Berglagen, so namentlich über dem Berner Oberland, auch am Dienstag wieder Neuschnee nieder. Im Gebiet der Jungfrau mißt die Neuschneedecke 30 Zentimeter. Die Temperatur beträgt 2 bis 3 Grad unter Null. Auch der südliche Teil der Wallieser Hochalpen weist Schnee auf. Im Kanton Bern ist das Gebiet des sogenannten Großen Mooses durch den Regen so überschwemmt worden, daß ein großer Teil der Ernte, namentlich die Kartoffel= und Zuckerrübenernte vernichtet ist. Wetterbericht der Wetterwarte Essen. (Nachdruck verboten.) Das erste Glied einer neuen Zyklonenserie, das gestern westlich von Irland lag, ist unter Vertiefung ostwärts vorgedrungen und hat seinen Einfluß bis England und Nordfrankreich erstreckt und ruft dort ergiebige Regenfälle hervor. Die Störung wird unseren Dienstbezirk noch im Laufe des Mittwochs erreichen und vorerst nur Bewölkungszunahme bringen. Morgen ist mit zunehmender Eintrübung und strichweise Regen zu rechnen. Da die Warmluft im Bereiche des Tiefdrucksystems ber its allgemein vom Boden abgehoben ist, bleiben die Temperaturen weiterhin wenig verändert. Der Sturmwirbel über dem nördlichen Skandinavien füllt sich bei langsamer Südostwärtsbewegung rasch auf. Vorhersage für Donnerstag: Bei auffrischenden südlichen bis südwestlichen Winden meist wolkig. Strichweise leichter Regen. Keine TemperaturändeSeihstmord. Am 1. 9. 1931, gegen 16 Uhr, wurde eine 32 Jahre ilte Witwe in ihrer Wohnung in Bochum tot aufgefunden. Nach den getroffenen Feststellungen handelt es sich um Selbstmord durch Einatmen von Leuchtgas. Als Ursache dafür dürfte Schwermut in Frage kommen. Warnung vor einem Schwindler. In letzter Zeit ist in der Stadt Bochum ein Schwindler aufgetreten, der sich vornehmlich an Verkäuferinnen in Zeitungsständen und an Inhaber von Trinkhallen heranmacht. Er erklärt, daß er eine Autopanne gehabt habe und dringend Geld brauche, um ein Telegramm aufzugeben. Als Pfand läßt er seine Brieftasche oder seinen Trauring zurück und verspricht, in ein oder zwei Stunden wiederzukommen. In den bereits vorgekommenen Fällen, in denen der Täter 3,80 RM. bis.— RM. erhalten hatte, mußten die Betreffenden feststellen, daß rung. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Abflauende westliche Winde. Noch meist wolkig, aber zeitweise Aufheiterung. Lokale leichte Regenschauer. Dortmunder Dortmund, 2. Septbr. Auftrieb: 498 Stück Groß“ vieh, 30 Kälber, 155 Schweine. Der Handel war, sehl langsam. Hochtragende und frischmelke Kühe kosteten!. 420—470 Mark, II. 330—420 Mark, III. 230—330 Mark, Rinder 200—370 Mark. Sämtliches zum Markt ausge trieben gewesenes Großvieh ist gegen Maul= und Klaue seuche geimpft worden. Am Schweinemarkt war de Handel sehr langsam. Es kosteten Ferkel im Alter 6 bis 8 Wochen 10—13 Mark, von—10 Wochen 13—! Mark, von 10—12 Wochen 19—30 Mark. Der nächst Markt findet am 9. September statt. Fort mit d HooverDer September=Be soeben veröfsentlicht m weil Amerikas führen erklärt, daß die Wiede rung der Reparationsf das Zahlungsmoratori# einen Zeitraum verlät um die Neuregelung lichen, oder um der W Besserung der Lage zu gen würde dann den fallen. Es wäre ein Wun Hooverplan sich tatsäc auswirken würde. 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Der September=Bericht der National City=Bank, der soeben verössentlicht wurde, erregt hier großes Aufsehen, weil Amerikas führende Bank in diesem Bericht ossen erklärt, daß die Wiederbelebung des Geschäftes ohne Klärung der Reparationsfrage unmöglich sei. Die durch das Zahlungsmoratorium gewährte Atempause müsse um einen Zeitraum verlängert werden, der groß genug sei, um die Neuregelung des Schuldenproblems zu ermöglichen, oder um der Wirtschaft Gelegenheit zu geben, eine Besserung der Lage zu erzielen. Die Leistung der Zahlungen würde dann den Schuldnerländern nicht so schwer fallen. Es wäre ein Wunder, so heißt es weiter, wenn der Hooverplan sich tatsächlich schon innerhalb Jahresfrist auswirken würde. S Die Frage des französischen Ministerbesuchs in Berlin. wtb. Genf, 2. Septbr. Die Frage des französischen Ministerbesuches in Berlin ist in diesen Tagen auch hier in Genf zwischen Dr. Curtius und dem französischen Delegierten Francois Poncet besprochen worden. Das Datum ist noch nicht endgültig festgelegt. Vorläufig ist der 26. September in Aussicht genommen. Bis dahin wird auch die Völkerbundstagung abgeschlossen sein. Man rechnet sogar bestimmt damit, daß die Tagung schon einige Tage früher zu Ende geht. Der französische Außenminister Briand, der erst Anfang der kommenden Woche hier in Genf eintrifft, wird nicht während der ganzen Dauer der Verhandlung hier bleiben, sondern so frühzeitig nach Paris zurückkehren, daß er rechtzeitig die Reise nach Berlin antreten kann. An der Berliner Reise wird außer dem französischen Außenminister Briand der französische Ministerpräsident Laval teilnehmen. Beide Herren werden nur von ihren ersten Mitarbeitern begleitet sein. Es handelt sich um einen Besuch in der Art des ersten Besuches der deutschen Minister in Chequers und Paris. Die bisherige Vorbereitung des Berliner Besuches scheint aber bereits zu der Hoffnung zu berechtigen, daß voraussichtlich auch positive Verabredungen und zwar wirtschaftlicher Art das Ergebnis dieses Beriiner Besuches sein werden. Mussolini und der Vatikan. München, 2. September. Die„Münchener Zeitung“ bringt aus Rom eine Meldung, wonach Mussolini der Polizei Anordnungen gegeben habe, die sämtlichen Räume der katholischen Vereinigungen im ganzen Lande zu öffnen. Bereits am Montag seien die Siegel an den Türen entfernt und die Schlüssel den Vertretern der Vereinigungen übergeben worden. Der Text des Abkommens zwischen dem Vatikan und dem Quirinal sei bereits fertiggestellt und der Kurie ausgehändigt worden. Der Vatikan bewahre bisher Stillschweigen über den Text der Vereinbarung. Die United Preß erfährt hierzu, daß beide Teile mit der Formel zufrieden seien, die für die Beilegung des Streites über die Jugenderziehung gefunden worden sei. Danach sollen besondere kirchliche Inspektoren ernannt werden, die die Erziehung in den katholischen Schulen überwachen sollen. Italien„hält still“. Rom, 2. September. Das Komitee der beteiligten italienischen Bankiers hat das Baseler Stillhalteabkom= men genehmigt und schließt sich ihm an. Englands Parlamentseröffnung wird wahrscheinlich verschoben. London, 2. September. Selbst durch die täglichen Dauersitzungen der nationalen Rogierung, in denen die neuen Steuermaßnahmen und Sparpläne ausgearbeitet werden, wird es kaum gelingen, auch nur die hauptsächlichsten Vorlagen so schnell fertigzustellen, daß das Parlament, wie beabsichtigt, schon am 8. September einberufen werden kann. Selbst in Regierungskreisen wird angedeutet, daß die Aufgabe fast unmöglich erscheine. Immerhin hofft man, auf der Kabinettssitzung am Dienstagnachmittag die Einsparungen erledigen und dann an die Festsetzung der neuen Steuern herangehen zu können. Wenngleich bereits Gerüchte über neue Steuern im Umlauf sind, dürfte sicher sein, daß die Hauptbeträge durch eine Erhöhung der bestehenden Steuersätze aufgebracht werden, von denen besonders die Einkommensteuer, Erbschaftssteuer, Bier=, Wein=, Tabak=, Benzin= und Vergnügungssteuer genannt werden. In verschiedenen Kreisen wird auch eine weitere Erhöhung der sogenannten Mekenna=Steuern aus eingeführte Automobile, Filme, Musikinstrumente und Uhren, die jetzt 33½ v. H. betragen, sowie eine Zollerhöhung für Seide angeregt. Zu der 5 prozentigen Beamtengehaltskürzung, die am 1. September in Kraft getreten ist, wird von seiten der Regierung ausdrücklich betont, daß sie der letzte Beschluß der sozialistischen Regierung gewesen sei. Trotzdem der Regierung schon im Interesse einer Beruhigung der Gemüter an einer öffentlichen Bekanntgabe ihrer beabsichtigten Maßnahmen gelegen ist, erscheint es zweiselhaft, ob aus technischen Gründen ihre Bekanntgabe vor Einbringung der Vorlagen im Unterhaus möglich sein wird. Es ist vielmehr wahrscheinlich, daß das Regierungsprogramm geschlossen(d. h. die Steuer= und Sparpläne) erst bei ihrer Vorlage im Parlament bekanntgegeben wird. Französische Schulpolitik an der Saar. Eine Rede Kommerzienrat Röchlings. Kommerzienrat Dr. Hermann Röchling sprach bei einer Kundgebung in Groß=Rosseln und betonte, daß es sicher sei, daß keine deutsche Regierung es jemals zugeben werde, daß von dem Warndt ein Quadratzentimeter deutschen Bodens oder ein Pfund Kohle preisgegeben werde. Man könne daher, was die Regelung der Sanateriam Dr. Brauser! 85.) Roman von Kurt Martin. (Nachdruck verboten.) „Bisher Max Stasser, Ihr Oberpfleger; der, den Sie sich von Professor van Heden aus Hedenthal verschrieben.“ „Sind Sie verrückt?“ „Nicht im geringsten.“ „Was wollen Sie? Was soll das?“ „Nur gemach! Max Stasser, der richtige, sitzt in Stuttgart hinter Schloß und Riegel. Dort haben wir ihn abgefangen. Ich habe mir erlaubt, diesen braven Mann bei Ihnen zu vertreten.“ „Lüge!“ „Sie denken, das sei nicht möglich, weil Bild, Fingerabdruck und Tätowierung mich als den richtigen auswiesen. „Stasser!“ „Stasser ist nicht da. Seine Photographie und das Blatt mit seinen Fingerabdrücken ist von mir gegen mein Bild und ein Blatt mit meinen Fingerabdrücken ausgetauscht worden. Den Stern am Arm hat mir Herr Professor Kortmann eingeätzt.“ „Sie Teufel!“ „Nennen Sie sich so! Und geben Sie von vornherein Ihre Sache verloren. Es hilft nichts mehr.“ „Was wollen Sie von mir?“ „Ich werde Sie der Behörde ausliefern. Vorher will ich aber noch Ihre Helfershelfer, soweit mir das möglich ist, überführen. Bräuser lächelte verächtlich.„Machen Sie, was Sie wollen!“ „Hoffen Sie nichts mehr! Alle Geheimbriefe, die Sie in letzter Zeit erhielten, besitze ich in Abschrift.“ „Teufel!“ „Wollen Sie jetzt eingestehen, daß Sie auftragsgemäß vorhin versuchten, Professor Kortmann zu töten?“ „Ich wollte ihn nur verwunden.“ „Nein! Die Ihnen zugegangenen Briefe lassen keinen Zweifel darüber bestehen, daß Sie Herrn Professor Kortmann töten sollten, und daß Sie auch zu dieser Tat bereit waren.“ „Das ist nicht wahr!“ „Gut, dann wird das Ihr Auftraggeber bestätigen. Vielleicht finde ich bei dem auch Ihre Antwortbriefe, deren Inhalt ich jetzt leider noch nicht kenne. Weiter! Wer ist derjenige, der Ihnen den Auftrag zu dieser Tat erteilte?“ Ein höhnisches Lächeln war die Antwort. Paul Stein furchte die Stirn. „Ich weiß es auch so.“ Er wandte sich an Kortmann.„Vermutlich ahnen auch Sie bereits den Urheber dieses Verbrechens, Herr Professor.“ Kortmann sah ihn ernst an.„Sprechen Sie!“ „Der Auftraggeber ist derselbe, der auch den Mord an Otto Roeber veranlaßte. Kortmann fragte überrascht:„Wieso? Was hat dieser Mord mit der heute geplanten Tat zu tun?“ „Sie nahmen bisher an, daß Bräuser den Mord an Roeber begehen ließ, um sich an diesem Mann zu rächen. Ein Beweggrund, der mir ebenfalls anfangs als mögliche Ursache erschien. Ich weiß aber setzt, daß dem nicht so ist. Der Anstifter dieses damaligen Mordes ist Ihr Schwager, der Fabrikbesitzer Erich Rüdiger, der dem unglücklichen Richard Neuländer seine Erfindung um ein Nichts abjagen wollte, und hierbei den Freund Neuländers beseitigen mußte, damit der den an Neuländer begangenen Betrug nicht aufdecken konnte. Deshalb wurde Otto Roeber still gemacht, und Richard Neuländer verschwand hinter Zuchthausmauern.“ Kortmann griff sich an den Kopf.„Ich fasse das nicht. Ein solcher Schurke könnte Erich sein?“ „Er wird mir in den nächsten Tagen die Tat heibst eingestehen. Seine Lebensweise trieb ihn wohl zu diesem Verbrechen. Und alles glückte ihm. Die Erfindung Richard Neuländers ging in seinen Besitz über. Doch das genügte ihm noch nicht. Er wußte, daß diese Erfindung einen Millionengewinn für seine Fabriken bringen würde. Und diese neuen Millionen wollte er unbedingt allein einheimsen. Seine Verschwendungssucht sah eine Zukunft, die alle Tore des Lebens aufschloß. Vorläufig mußte er aber diese Millionengewinne mit seiner Schwester, Ihrer Gattin, Herr Professor, teilen. Ich mutmaße, der alte Herr Rüdiger hat seine beiden Kinder je zur Hälfte an den Rüdigerschen Fabriken beteiligt erklärt. Stimmt das?“ „Ja.“ „Sie haben Ihre Gattin Herrn Erich Rüdiger gegenüber in allen geschäftlichen Angelegenheiten vertreten; denn Ihre Gattin hätte gewiß eine Benachteiligung bei der Berechnung des Gewinnanteils kaum feststellen können.“ „Allerdings. In der ersten Zeit nach meines Schwiegervaters Tod ließ ich den Dingen ihren Lauf. Indessen befremdeten mich die ersten Abrechnungen an den Fälligkeitsterminen; sie waren sehr niedrig. Mein Schwiegervater hielt mich früher immer genau über den Stand des ganzen Unternehmens auf dem Laufenden. Er hat mir auch wiederholt ans Herz gelegt, ja seiner Tochter, also meiner Gattin, Rechte gewissenhaft zu vertreten, wenn er einmal tot sei, damit nicht sein Sohn alles verwirtschafte. Kurz und gut, nachdem mir die ersten Abrechnungen unrichtig erschienen, besprach ich die Angelegenheiten mit meiner Frau, und sie erteilte mir daraufhin die Vollmacht zur Vertretung ihrer Ansprüche an das väterliche Erbe. Mein Schwager war darob sehr erbost. Es kam zu einem ernsten Zusammenstoß zwischen uns beiden. Ich wies ihm die Unrichtigkeit seiner Gewinnaufstellung glatt nach und zwang ihn, meiner Frau den Fehlbetrag auszuzahlen. Seit dieser Zeit fahre ich immer halbjährlich selbst zu den Abrechnungen hin und prüfe genau nach.“ „Da haven wir es! Nun brachte die neue Erfindung Richard Neuländers für die Rüdigerschen Werke ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten. Nachdem Neuländer unschädlich gemacht war, wuchs sicherlich in Ihrem Schwager der Wunsch, den ganzen neuen Millionengewinn für sich zu sichern. Er mußte sich dabei sagen, daß dies nur möglich sei, wenn Sie tot wären. Mit seiner Schwester allein wäre er wohl fertig geworden. Unter Umständen hätte da auch Bräuser nachgeholfen und sie vielleicht zu einem Abfindungsvertrag beeinflußt. Ihr Schwager beriet also mit dem berüchtigten Professor Bräuser, wie man am besten zum Ziele kommen konnte. Hier, lesen Sie diese Briefe, die wir abgefangen haben. Es wird Ihnen dann auch der letzte Zweifel schwinden. Schon in dem ersten Brief wird ausdrücklich von der Umstellung der Fabriken gesprochen, das heißt die Umstellung zur Ausbeutung der Neuländerschen Erfindung. Er schwieg. Kortmann hielt die Blätter in der Hand und las. Dr. Berndt griff während des Stillschweigens nach der Kognakflasche und füllte noch einmal die Gläser. Stein fragte lächelnd:„Hat Sie der heutige Tag so angegriffen, Doktor?“ „Ja. Ich bin erregt wie noch nie.“ Professor Kortmann reichte dem Kommissar die Blätter zurück.„Ich danke Ihnen. Ich bin im Innersten erschüttert, daß der Bruder meiner Frau so tief sank, um beinahe zum Mörder an mir zu werden. Ich denke vor allem auch an meine Frau, der diese Offenbarung ja nicht zu ersparen ist. Sie tut mir namenlos leid. Auf alle Fälle gehen Sie den Weg des Rechtes weiter, Herr Stein, erbarmungslos, auch diesem Menschen gegenüber.“ „Ich werde es tun. Ich würde auch, selbst wenn Sie mich darum bitten würden, keine Rücksicht kenver. 4 Stein sah den Gefangenen an.„Wouen Sie die Tat nicht glatt eingestehen, so wie ich sie eben in großen Zügen schilderte?“ „Ich wollte keinen Menschen töten.“ „Sie leugnen also auch den Mord an Otto Roeber?“ „Ich weiß nichts von dieser Tat. Neuländer—“ „Ist Ihr Opfer, ja! Er hat in einem Zustand völliger Willenlosigkeit den Mord für Sie ausgeführt. „Ich werde es Ihnen beweisen. Vielleicht denken Sie anders über Ihre Lage, wenn ich Ihnen sage, daß,— was Sie wohl schon ahnen—, Ellen Hewald, das von Rüdiger Ihnen zugewiesene Opfer, nicht zu Ihnen kam. Die weilt bei Herrn Professor Kortmann. Hierher kam aber meine Frau und spielte die Rolle Fräulein Hewalds.“ „Und wer sind Sie?“ „Also doch etwas neugierig? Ich bin zufällig auf Ihre Spur gekommen. Vielleicht hat Ihnen Ihr Auftraggeber Rüdiger einmal etwas von einem Kriminalkommissar Stein erzählt, der früher seinen Weg kreuzte. Der bin ich. Wir zwei, Herr Professor, sprachen uns das erstemal, als ich als angeblicher Freund Otto Roebers zu Ihnen kam.“ Bräuser starrte den Sprecher an.„Die Augen!“ „Ja, die Augen! Die gaben Ihnen immer zu denken, nicht wahr? Hören Sie weiter: Die Oellmer, die zuletzt bei Ihnen war und sich überzeugen wollte, wie weit Sie Senta„geheilt“ hätten, ist auch verhaftet. Der Fall des Grafen Szabor ist ebenfalls geklärt. Soll ich Ihnen noch mehr erzählen? Geben Sie alle Hoffnung auf! Es wird Ihnen nichts geschenkt.“ „Ich weiß von nichts!“ Paul Stein erhob sich.„Gut, dann werden wir uns zunächst einmal hier umsehen. Und zu Kortmann.„Bitte behalten Sie Ihren Platz, Herr Professor. Lassen Sie unseren Gefangenen nicht aus den Augen.— Sie aber, lieber Doktor, untersuchen einmal den Schreibtisch genau, aber sehr genau bitte. In punkto Geheimfächer. Vielleicht finden wir darin Briefe. Ich will mir einmal den Tresor näher beschauen. Trotz eingehender Nachforschungen ward jedoch nicht das geringste Belastungsmaterial gefunden. Paul Stein nickte zu Bräuser hinüber.„Ein vorsichtiger Mann waren Sie. Immer sogleich alles vernichtet, nicht wahr? Deshalb entgehen Sie uns aber nicht. Auch für Ihren wissenschaftlichen Werdegang werden wir uns ein wenig interessieren, Herr„Professor Doktor“ Bräuser!“ Der Abend brach herein. Stein erklärte seinen Begleitern:„Wir lassen zunächst hier im Sanatorium alles seinen bisherigen Lauf gehen. Benachrichtigen Sie Ihre Frau Gemahlin, Herr Professor, daß Sie ein paar Tage hierbleiben müssen. Uebernehmen Sie die Leitung des Sanatoriums. Wir erklären das den Gästen gegenüber damit, daß die Verwundung Bräusers sich als ernster erwiesen hat, als anfangs angenommen wurde. Sie nehmen besonders die Kranken der geschlossenen Abteilung sogleich in sachgemäße Pflege. Auch das Personal darf von dem eigentlichen Sachverhalt zunächst nichts erfahren.“ Dr. Berndt schüttelte den Kopf.„Ja, aber—“ „Es gibt kein Aber. Ich bleibe für die Leute der Oberpfleger Stasser. Unser Gefangener bleibt jetzt hier und wenn alles still ist, schaffen wir ihn hinüber in die von ihm so sehr geliebte geschlossene Abteilung und sperren ihn sicher ein.“ Stein sah spöttisch auf den Gefangenen. Der wollte auffahren; aber der Kommissar hob abwehrend die Hand.„Versuchen Sie keinen Widerstand zu leisten. Dr. Berndt rieb sich vergnügt die Hände.„Fein ist der Plan entworfen!“ „Das war nicht so schwer, lieber Doktor. Und Sie bleiben mit Herrn Professor Kortmann hier. Sie werden ihm in mancher Beziehung helfen können, und dann widmen Sie vor allen Dingen den Donnerstag, den 3. September 1931. Saarfrage angehe, durchaus zuversichtlich in die Zukunft sehen. Mehr Sorge mache im Augenblick die französische Schulpolitik. Der neue Generaldirektor der französischen Saargruben habe eine neue Verfügung erlassen, wonach aus dem Besuch der deutschen Schulen den Eltern und Bergmannskindern kein Nachteil erwachsen dürse. Sache der Bergleute sei es daher, nicht kampflos die Waffen vor den französischen Werbern zu strecken, sondern jeden Fall der Bedrückung unverzüglich den politischen oder gewerkschaftlichen Führern oder der Lehrerschaft zur Anzeige zu bringen. Nur dann könne man unter Beweis stellen, ob die Verfügung des Generaldirektors ernstlich zur Durchführung gebracht werde, oder ob sie nur ein Beruhigungsmittel gegenüber Genf sein solle. Amerikanischer Unterstaatssekretär a. D. in den Finanzausschuß des Völkerbunds gewählt, Norman H. Davis, amerikanischer Unterstaatssekretär während der Präsidentschaft von Wilson, wurde von dem ständigen Finanzausschuß des Völkerbundes zum Mitglied berusen. eingehenden Briefen Ihre Aufmerksamkeit.“ „Und Sie?“ „Ich bin morgen bei Erich Rüdiger.“ „Alle Wetter!“ Kortmann erklärte sich mit Steins Vorschlag einverstanden. Er bat:„Nehmen Sie für die Fahrt mein Auto. Es steht zu Ihrer Verfügung. Sie haben ein viel bequemeres Reisen als mit der Bahn. Mein Chauffeur kennt die Strecke genau. Er ist mit mir ja schon wiederholt die Tour gefahren, wenn ich zu meinem Schwager gelegentlich der Halbjahrsabrechnungen reiste.“ „Ich mache gern von Ihrem Vorschlag Gebrauch, Herr Professor. Ich möchte unbedingt heute abend aufbrechen. Dr. Berndt forschte eifrig:„Und wann kommen Sie wieder?“ „Bald. Dann übergeben wir alles den Behörden. Die können das Letzte erledigen. Ich will nur noch Rüdiger überführen. Er soll ganz unvorbereitet, von keiner Seite gewarnt, mir gegenübertreten. Die Aufklärung der anderen Fälle, soweit dies nicht schon geschehen ist, sei dann Sache der Staatsanwaltschaft „Senden Sie jetzt ein Telegramm an Rüdiger. Notieren Sie bitte. Herr Professor, wie ist bitte Ihr Rufname?“ „Oswin.“ „Also schreiben Sie:„Oswin liegt sehr schwer verwundet hier; bin trostlos. Elsbeth. Zurzeit Sanatorium Görn.“ So genügt.“ Er wandte sich an Kortmann.„Diese Vorlüge ist nötig. Er wird sich auf das Telegramm hin ganz sicher fühlen und mix glatt in die Hände laufen.“ „Es geschehe ihm, wie er es verdient.“ 12. Kapitel. Als die Gäste des Sanatoriums vollzählig im Speisesaal versammelt waren, und Stein auch für kurze Zeit das Dienstpersonal zu entfernen gewußt hatte, führten er und Dr. Berndt den Gefangenen nach der geschlossenen Abteilung. Stein öffnete die Tür zur Beruhigungszelle.„Da ist einer drin, den ich gern befreie. Graf Szabor. Der Graf sah befremdet auf die Gruppe. Da entdeckte er die Fesseln an Bräusers Händen. Er sprang auf ihn zu.„Schuft, Schurke, Satan!“ Bräuser taumelte zurück.„Schützen Sie mich vor ihm!“ Stein lachte verächtlich.„Furchtsam, Herr Proelo gE,. ist trstunig“ „Er ist irrsiunig. „Das ist er nicht.“ Der Doktor schob den Gefangenen vorwärts. „Treten Sie ein! Etwas rasch, ja!“ Und er schloß die Tür hinter ihm. Den Schlüssel steckte er triumphierend zu sich.„Jetzt ist er mein Gefangener!“ Der Graf stand im Gang und starrte Stein an. „Ja, „Und die Fesseln?“ „Die bleiben auch.“ „Und Sie?“ „Ich bin Kriminalkommissar. Ich habe Sie alse nicht belogen, wie Sie immer befürchteten.“ „Mensch, Retter!". Der Graf wankte auf Stein zu und schlang die Arme um dessen Schultern. Er schluchzte.„Ich werde frei! Ich kann wieder leben!" Stein beruhigte ihn.„Ja, Sie werden frei. Aber Geduld! Ich gebe Ihnen jetzt ein anderes Zimtier. Diese Nacht müssen Sie noch in der Abteilung Sleiben. Morgen wird ein tüchtiger Arzt Sie untersuchen, und wenn der es gestattet, sind Sie frei. Me Hilfe Dr. Berndts hier, der die Untersuchung gegen Ihren Vetter in die Hand nimmt und dem Sie vertrauen müssen, kommen Sie dann wieder zu alien Ihren Besitztümern. „Ja, ja, ich glaube Ihnen. Sperren Sie nich vorderhand ruhig noch ein. Wochenlang, voenn Sie wollen. Ich vertraue Ihnen.“ (Schluß folgt.) Jenseits aller Polinl. Deutsche sollen französische Schisse heben. Paris, 2. September. Infolge der hervorragenden Arbeit, welche die deutsche Mannschaft bei der Hebung des„St. Philibert“ geleistet hat, haben die Behörden von St. Nazaire der deutschen Schiffsgesellschaft die Hekung weiterer Schiffe, die ebenfalls in der Mündung der Loire auf Grund liegen, übertragen. Es handelt sich um zwei kleine Dampfer, von denen der eine an elnem Wintertag mit der ganzen Besatzung unterging. Die Leichen konnten bisher nicht geborgen werden. Schwere Unruben in Chittagono. London, 2. Septbr. In Chittagong(Bengalen) kam es am Dienstag wieder zu blutigen Unruhen, so daß der Belagerungszustand verhängt werden mußte. Eine aufgehetzte mohammedanische Volksmenge stürmte das Geschäftsviertel der Stadt und nahm Rache für die Ermordung des Inspektors der britisch=indischen Polizei, der vor einigen Tagen von einem jungen Hindu ermordet worden war. Die Hindu=Läden, vor allem die Goldund Juweliergeschäfte, wurden geplündert, während ein Sturm auf eine Bank abgewehrt werden konnte. Der Schade wird auf 15 Millionen geschätzt. Der britisch=indische Amtmann des Distrikts erlitt bei dem Versuch, die rasende Volksmenge zu beruhigen, einen Schädelbruch and mußte mit 8 anderen Verletzten ins Krankenhaus geschafft werden. Erst gegen Abend gelang es der Polizei, die Ruhe wieder herzustellen. Mexiko will keine Chinesen haben. Drohender Abbruch der diplomatischen Beziehungen? Mexiko City, Ende August. Es droht die Gefahr eines Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen Mexiko und China. Die chinesische Botschaft gibt bekannt, daß in der Provinz Sanora, die an die Vereinigten Staaten grenzt, achtzig Prozent aller chinesischen Unternehmen schließen mußten. Es ist dort zu heftigen antichinesischen Demonstrationen gekommen. Die Chinesen werden gehindert, nicht nur aus ihren eigenen Warenlagern Proviant herbeizuschaffen, sondern auch Nahrungsmittel im Handel zu erwerben. Obwohl Präsident Rubio kürzlich den Chiresen Schutz gegen ähnliche Ausschreitungen versprochen hatte, berichtet der chinesische Konsul aus Sonora, daß das antichinesische Komitee wieder in Tätigkeit getreten ist. Diese Vereinigung hat den Chinesen das Ultimatum gestellt, bis zum 1. September die Provinz zu räumen. Andernfalls sollen sie zwangsweise ausgesiedelt werden. Bisher haben die Bedrohten keine Vorbereitungen getroffen, da sie nicht wissen, wohin sie ziehen sollen. Deutsches Reich Aussicht über die Bausparkassen. Der preußische Handelsminister teilt als Antwort auf eine Kleine Anfrage mit: Nachdem das Gesetz über Depotund Depositengeschäfte vom 26. Juni 1925 am 31. Dezember 1929 außer Kraft getreten ist, ist zurzeit bei Bauund Darlehnsgenossenschaften nur ein Einschreiten auf Grund strafbarer Handlungen möglich. Die Bausparkassen werden jedoch ab 1. Oktober 1931 der Beaussichtigung durch das Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung unter meiner Mitwirkung unterstellt werden, um eine Gewähr für ein zweckentsprechends Geschäftsgebahren zu schaffen. Sparprogramm für Bremen. Die zuständigen Stellen im Bremischen Senat befassen sich zurzeit mit der Ausarbeitung eines Sparprogramms, das auf allen Gebieten einschneidende Sparmaßnahmen mit sich bringen wird. Wie verlautet, wird das Programm in seinen Grundzügen dem Sparprogramm des Hamburger Senats angepaßt sein. Es dürfte noch vor Ende der Woche zur Veröffentlichung gelangen. Reichsmark? Kuif! — sagte Pallenberg und verlor Dollars. Wien, 2. September. Der Schauspieler Max Pallenberg ist in Wien eingetroffen, um an der Versammlung der österreichischen Gläubiger der Amsterdamer A bank teilzunehmen. Er und seine Frau Fritzi 2 haben bei der Bank Ersparnisse im Betrage von 227000 Dollar und gehören somit zu den Hauptgläubigern der Bank. Pallenberg läßt sich mit den angebotenen 35 v. H. nicht abfinden und ist gesonnen, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Bank vorzugehen. So will er Ende Oktober in Wien einen Vortrag halten unter dem Titel:„Die Amstelbank, ihre Generaldirektoren und ich“. Ferner werde er sich ein Theaterstück„Die Amstel=Bank“ schreiben lassen und schwanke noch, ob er darin den Präsidenten Rothschild oder seinen Generaldirektor Ehrenfest spielen soll. In der Generalversammlung selbst nahm er kein Blatt vor den Mund und nannte die Direktoren der Bank Schwindler, Betrüger und Diebe. Er erblickt für die kommende Zeit seine größte Rolle darin, Rächer der zahllosen Sparer zu sein, die durch die Bankgewaltigen in den letzten Jahren um ihr Geld gekommen sind. Die Leipziger Messe. wtb. Leipzig, 2. September. Der Verkehr in den Messehäusern hält sich gegenüber Montag und Dienstag in ziemlich gleicher Höhe und vielfach hat er sogar zugenommen. Während der Besuch der Baumesse mehr einen informatorischen Charakter hat, bleibt der Geschäftsgang bei der Möbelmesse besonders in Kleinmöbeln delebt. Auch der Umsatz in Dekorationsmöbeln für die Innenausstattung ist auf der Messe nicht unbedeutend. In der Porzellan= und Glasindustrie vollzieht sich das Geschäft ungleichmäßig. Die Umsätze in Spielwaren bleiben klein und sind auf zugkräftige preiswerte Neuheiten beschränkt. Auf dem technischen Gelände erweist sich die Erfinderschau wieder als eine wichtige Keimzelle brauchbarer technischer Neuheiten. Die Sonderschau über Arbeitssitz und Arbeitstisch ist dauernd gut besucht. Die Ressebesucher stehen heute vielfach unter dem Eindruck der Aussprache nach dem Vortrag des amerikanischen Warenhausmagnaten Filene und der Antwortrede der Leipziger Oberbürgermeisters Dr. Gördeler. Feldmarschall von Mackensen beglückwünscht die Fliegerin Elli Beinhorn. Der greise Feldmarschall begrüßt die junge Fliegerin. Beim Flugtag in Königsberg, der anläßlich der Tannenberg=Feiern veranstaltet alt Feldmarschall von Mackensen und die jugendliche Fliegerin Elli Beinhorn. grüßte Frl. Beinhorn herzlichst und beglückwünschte sie zu ihren Leistungen. wurde, trafen s Der greise Heerführer der beui Aurpeis. Die Sabe des Rellsekors Le#s. Einzelheiten aus dem Leben des Mörders. Schon vor einigen Monaten ist das Geheimnis, das jahrzehntelang die schauerlichen Mordtaten des Londoner Frauenmörders Jack the Ripper umgab, ein wenig gelüftet worden. Schon damals erfuhr man, daß der Mörder ein Arzt gewesen ist, der nach seiner Verhaftung in einem Irrenhaus interniert war und dort starb. Geflissentlich hat die Londoner Polizei es damals vermieden, irgendwelche Notizen in der Oeffentlichkeit über die Entdeckung und Verhaftung des Massenmörders zu verbreiten. Jetzt endlich fällt etwas Licht auf jene dunklen, ebenso geheimnisvollen wie grausigen Vorgänge, die wie ein phantastisches Märchen anmuten. Im Jahre 1880, also zu der Zeit, in der die geheimnisvollen Mordtaten in London geschahen, lebte dort Robert James Lees, ein bekannter Hellseher. Eines Tages geriet dieser Mann in eine entsetzliche Erregung über eine Vision, die ihn plötzlich befiel. Er sah an einer Straßenecke einen elegant gekleideten Mann, der einer Frau mit einer Messerklinge die Kehle durchschnitt und ihren Körper dann mit vielen Messerstichen buchstäblich zersetzte. Lees eilte zur Polizei, aber dort hielt man ihn für einen ausgemachten Narren. Schon in der folgenden Nacht wurde genau an der Stelle, die Lees in seiner Vision gesehen hatte, eine weibliche Leiche gefunden, die auf bestialische Weise zugerichtet war. Man wollte Lees rufen lassen, aber dieser hatte einen vollkommenen Nervenzusammenbruch erlitten und mußte auf Anraten des Arztes eine längere Reise antreten. Die weitere Entwicklung der grausigen Geschichte erfährt man erst jetzt in allen Einzelheiten. Vor kurzem ist nämlich der Hellseher gestorben, und jetzt erst gelangen seine Aufzeichnungen in die Oeffentlichkeit, in denen er die einzelnen Daten der Geschichte„Jack the Rippers“ bekannt gibt. Nun erst erfährt man, daß Lees den Mörder der Polizei ausgeliefert und dafür von der Königin Viktoria eine Jahresrente ausgesetzt erhielt. Diese wurde ihm auch bis an sein Lebensende ausgezahlt. Aus Aufzeichnungen des Hellsehers erfährt man, daß der Mörder ein sehr bedeutender Arzt gewesen ist. Zu seinen Patienten war er gütig, seiner Familie gegenüber war er ein Muster an Sanftmut und Liebenswürdigkeit. Seine sadistische Veranlagung blieb seiner Frau zunächst unbekannt, da der Arzt sich damit begnügte, seine Neigungen dadurch abzureagieren, daß er, wie sich später herausstellte, Tiere in unmenschlicher Weise quälte. Der Mann verstand es zunächst, seiner Frau alles zu verheimlichen, aber als sich dann später seine Neigungen immer schrecklicher ausprägten, waren nicht einmal mehr Frau und Linder vor hm scher., 4igen Wansim.h Als der Hellseher Lees nach einigen Monaren nach London zurückgekehrt war, befiel ihn während einer Fahrt im Omnibus eine neue Vision. Er musterte einen Mann, der ihm gegenüberstand und entdeckte zu seinem Entsetzen, daß dieser völlig dem glich, den er in seiner Vision gesehen hatte. An einer Haltestelle stieg der Mann aus, Lees folgte ihm und wollte ihn durch einen Polizisten verhaften lassen. Aber dieser weigerte sich, den Mann festzunehmen, da keine Verdachtsgründe vorlagen. Am selben Abend geschah ein neuer Mord, den„Jack the Ripper“ sogar der Polizei durch eine Postkarte anzeigte. Von diesem Zeitpunkt ab streiften dreitausend Polizisten in Zivil und sämtliche Detektive von Scotland Yard in London umher. Mehrfach hatte Lees noch Visionen, die auch immer mit der Begehung einer Mordtat zusammenfielen. Zuletzt pflegte der wahnsinnige Arzt mit dem Blut der Ermordeten sein Namenszeichen an eine Wand zu schreiben, die sich in der Nähe des Tatortes befand. Eine Belohnung von 600000 Mark und eine Jahresrente von 30000 Mark wurden dem Entdecker des Mörders zugesichert. Aber trotzdem gelang es diesem, insgesamt 20 Mordtaten zu begehen. Eines Morgens streifte Lees mit einem Kriminalbeamten durch die Stadt. Plötzlich blieb er vor einem vornehmen Hause in Westend stehen und sagte:„In diesem Hause schläft der Mörder.“ Er beschrieb das Zimmer mit allen Einzelheiten der Einrichtung so genau, daß der Polizeibeamte in das Haus eindrang. Dort fand man, daß alle Einzelheiten, die Lees beschrieben hatte, stimmten, und als noch die Gattin des Arztes gestand, daß sie ihren Mann für wahnsinnig halte und daß er sogar sie und ihre Kinder bedrohe, schritt man zur Verhaftung. Der Arzt protestierte mit Entrüstung gegen die Verhaftung. aber er mußte zugeben, daß er das klare Bewußtsein von Zeit zu Zeit verliere und erst wieder zu sich komme, wenn er in seine Wohnung zurückgekehrt sei. Dann habe er feststellen müssen, daß seine Hände zerkratzt waren und daß seine Kleider Blutflecken trugen, über deren Herkunft er nichts wußte. Durch mühevolle Nachforschungen erst konnte man alle Mordtaten aufklären, und der Arzt wurde in das Irrenhaus zu Islington gebracht, wo er den Rest seines Lebens verbleiben mußte. In lichten Momenten bat er dringend, ihn zu töten, weil ihm der Bedanke unerträglich sei, daß er der entsetzliche Massenmörder sein sollte. OR R R Der Stand der BEW.-Angelegenheil 4 Vereitelter Dortmund, 2. Septhr. Wenn heute nach fast Jahresfrist seit dem ersten Bekanntwerden der Vorgänge bei den BEW. und dem Eingreisen der Staatsanwaltschaft die Vermutung auftritt, daß die gegen die früheren Generaldirektoren Fischer und Krone erhobenen Vorwürse doch schwerwiegender sind, als es nach der Regelung durch den Aufsichtsrat der VEW. schien, so liegt das zum Teil daran, daß dem Staatsanwalt bisher lückenloses Material nicht vorlag. Nach dem Brief, den der Fraktionsführer des Evgl. Volksdienstes an den Stadtverordnetenvorsteher richtete, der gleichzeitig als einziger Stadtverordneter dem Aufsichtsrat der VEW.=.=G. angehört, war es bekannt, daß mit den Beschlüssen, die der Aufsichtsrat gefaßt hat, die Sache der Generaldirektoren nicht erledigt war. Der Staatsanwaltschaft sind, inzwischen soviel Unterlagen zugegangen, daß sie sich entschloß, die Voruntersuchung wegen Untreue zu beantragen. Das der Staatsanwaltschaft zur Verfügung stehende Material, das für sie Veranlassung war, sofort Einleitung der Voruntersuchung zu beantragen, ist besonders beachtenswert, wenn, wie es scheint, die beiden Generaldirektoren bisher zu den Anschuldigungen nicht vernommen worden sind. Wieweit die Voruntersuchung gegen Fischer und Krone durchgeführt werden soll, steht deshalb noch nicht fest, weil die Staatsanwaltschaft hierüber keine Auskunft geben kann. Voraussichtlich werden sich jedoch die strafrechtlichen Erörterungen auf Effektengeschäfte beziehen. Die beiden Generaldirektoren haben Effektengeschäfte auf eigene Rechnung gemacht und die Effekten zur Verbuchung für die VEW. gegeben, als sich nicht die erwarteten Gewinne, sondern große Verluste einstellten. Vor allem kommen Aktienkäufe in Lippische Fahrradindustrie in Frage, Werte, die schon vor dem Ankauf in diesem Falle weite Kreise für zweiselhaft hielten. Dresden Die rätselhaffe Tote im Falthoof. Täglich geben geheimnisvolle Verbrechen den Kriminalisten aller Länder immer neue Arbeit. Hier der letzte mysteriöse Fall, der gegenwärtig die Bewohner und Besucher der Riviera in Atem und Spannung hält. (Nachdruck verboten.) daß jegliche Umsatzsteigerung von der richtigen Auswahl der Werbemittel abhängt. Sie wissen, daß die Werbekraft der Zeitungsanzeige nicht zu übertretfen ist. Stellen Sie die„Annener Zeitung in den Dienst ihrer Werbung. Von den großen italienischen Lustmanövern: Giftgas= Angriff auf den Kriegshafen Spezm. Die Vernebelungsschwaden der Flugzeuge über Spezia. Augenblicklich finden über Mailand und Spezia die gr ven italienischen Lustflottenmandver statt, an denen über 300 Flugzeuge teilnehmen. Die Uebungen haben neben dem taktischen Zweck noch die Aufgabe, die Allgemeinheit für die Luftwaffe zu interessieren und über die Beschaffenheit eines Luftkrieges aufzuklären. Das war eine ganz besondere Sensation, die die Besucher des Hafens von Spezia bei Genua an die sem Nachmittag miterlebten. Das Schiff„Vigilante“ fuhr ein und trug ein Faltboot an Bord, das mit einer zweiten Zeltbahn bedeckt war. Nur die wenigsten konnten einen Blick darunter werfen. In dem Boot lag eine Frau, außergewöhnlich schön, jung und völlig unbekleidet. Sie war tot. Der Arzt konstatierte eine Schußverletzung an der Schläfe: Kaliber acht Millimeter. Die Matrosen des Schiffes hatten das Boot im Meere treibend aufgefunden. Das linke Bein der Frau hing über den Rand. Keine Spur des Mörders oder eines anderen Bootes. Keine Zeile, kein Brief, keine Indizien eines Kampfes. Nur eine schöne Frau, durch einen Revolverschuß getöter und völlig unbekleidet— sonst nichts. Der geheimnisvolle Fund bildete das Tagesgespräch in Spezia und in Genua. Der Telegraph trug die Nachricht in alle größeren Städte der Mittelmeerküste. Der Polizeifunk brachte das Bild der Toten über die Grenze. Am anderen Tage schon lief aus dem Fürstentum Monako, aus Monte Carlo, eine Antwort ein. Das Faltboot war dort, trotz verschiedener Warnungen, in See gestochen. An Bord befanden sich ein Herr Sabonrand und ein Fräulein Caravanniez, beide aus Paris, die ihren Sommerurlaub an der Reviera verbrachten. Also ein Liebesdrama? Eine jener sentimentalen Tragödien, die es so häufig im heutigen Frankreich zibt: Vielleicht... Aber weder die junge Dame, noch ihr Begleiter hatten Selbstmordabsichten geäußert. Doch weiß man bei Liebesleuten je Bescheid? Aendern sie nicht ihre Absichten, wie der Wind plötzlich die Blätter in andere Richtung treibt? Lassen wir die Frage nach den Motiven einstweilen dahingestellt. Die Helden der Tragödie stammen aus den angesehensten Familien, so daß das Drama sich zu einem großen Skandal ausgewachsen hat. Irene Caravanniez, der Typ der modernen Französin von heute. Erwerbstätig. Verdient sehr viel Geld sogar, denn sie leitet, trotz ihrer 26 Jahre, einen Modesalon. Elegant, vollkommen selbständig, Besitzerin einer eigenen Wohnung, trotzdem die Eltern eine Villa und viel Platz haben. Fleißig den Tag über— auf der Jagd nach Vergnügungen am Abend. Trotz mancher sentimentaler Abenteuer von vorübergehendem Reiz das, was die Franzosen eine seriöse Frau nennen: sie besitzt nur einen Freund, der sie später heiraten will. Dieser Freund ist Herr Babouraud. Schon etwas älter, in den dreißiger Jahren, Direktor einer Fabrik, verdient zweitausend Mark im Monat, besitzt mehrere Automobile, ein„Schloß in der Normandie“ und ein Landhaus an der Riviera. Auch er sehr elegant, sporttreibend und Liebhaber der teuersten Küchengenüsse. Aber auch fleißig über Tag und wohl darauf bedacht, Arbeit von Vergnügen streng zu unterscheiden. Diese beiden Menschen also lieben sich. Seit secht Jahren. Lassen sich gegenseitig sehr viel Freiheit und drücken oft beiderseits ein Auge zu. Aber sie lieben sich, Sie beschließen, wie immer, den August an der Riviere zu verbringen. Der Direktor hat ein ganz neuartiges Faltboot erbauen lassen, das derart wetterfest sein soll, daß man sich auf das Meer damit wagen kann. Monte Carlo warnen die erfahrenen Seeleute die beide Sabourand lacht sie aus und will nicht davon abgehen, mit seinem Boot, an der Küste entlang fahrend, Sau Remo zu erreichen. Mehrere Zeugen haben die Absahr! beobachtet. Die beiden Insassen schienen keineswegs aufgeregt; nichts deutete darauf hin, daß etwa eine Liebestragödie in Anzug war. Einen Tag lang blieb das Boot verschollen. Dann fanden es die Matrosen italienischen Schiffes„Ligilante“. Wo war der Begleiter geblieben? Ertrunken? Hatte er Selbstmord verübt, nachdem er die Geliebte erschossen hatte? Im lag kein Revolver. Im Meer fand man keine Leiche. Oder ermordete Sabouraud die junge Pariserin schwamm dann ans Land, um zu entfliehen? Die Polizei will diese Hypothese auf ihre Stichhaltigkeit untersuchen. Bisher steht nur eines fest: die lebenslustige junge Dame wurde von einer anderen Person erschossen.(Selbst mord ist ausgeschlossen, sonst hätte man den Revolver Boot finden müssen.) Die Polizei recherchiert. Tele gramme werden zwischen Genna, Monte Carlo und Vat gewechselt. Das Ergebnis war bisher gleich Null. Wahl scheinlich handelt es sich um eine jener rätselhaften gödien, an denen die Geschichte der Riviera beson! reich ist. Und das Geheimnis der schönen, jungen Freu, die man tot und völlig unbekleidet in dem Faltboot an dem offenen Meere sand, wird für immer ungeklärt dier ben.„ 8. M. B. wtb. Dresden, 1 Mann versuchte gef mäldegalerie im 2 stehlen. Er hatte Pietro Robari, das bereits unter seine eilig. Der Wärter in einer GarderobBild entreißen, ihn mit einem Dolche: auf ein Fenster un Er lief nach der 2 des staatlichen Scha beieilende Polizeibe nen Raum im dritt Die Kriminalpolize Personalien des Di Der Dresdener? Aust wtb. Dresden, 2 diebstahl in der S noch erfahren, hank Jahre alten Schri Grupe verweigert kunft, sodaß noch Helfershelfer gehab beabsichtigte, reprä Einheits Schon seit läng ge, für das deut Verband ins Lebe auf dem besten Wi Jetzt ist auf der Ti zertlokal=Inhaber deutungsvolle Sch schlossen worden i band und dem De nen Fusionsvertra wirtsverband wird Tagen in Stuttge mung geben. De und dessen Vorsitze aller Entschiedenhe schen Gastwirtsger Sylvest Der Sylvester Schä der soeben in St unstreitig der vie Zeiten. Er war Dynastie Schäffer gründet wurde. 18. 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Ein etwa 30 Jahre alter Mann versuchte gestern nachmittag in der staatlichen Gemäldegalerie im Dresdener Zwinger ein Gemälde zu stehlen. Er hatte das Bild— ein Mädchenbildnis von Pietro Robari, das etwa 40—50 Zentimeter groß ist— bereits unter seinen Mantel versteckt und entfernte sich eilig. Der Wärter eilte dem Fliehenden nach, der sich in einer Garderobe versteckte, wo ihm der Wärter das Bild entreißen, ihn aber nicht festhalten konnte, da er sich mit einem Dolche wehrte. Der Täter zertrümmerte darauf ein Fenster und sprang in den Zwingerhof hinab. Er lief nach der Theaterstraße zu und in das Gebäude des staatlichen Schauspielhauses hinein, wo er durch herbeieilende Polizeibeamte nach heftiger Gegenwehr in einen Raum im dritten Stock festgenommen werden konnte. Die Kriminalpolizei ist z. Z. mit der Nachprüfung der Personalien des Diebes beschäftigt. * Der Dresdener Bilderdieb Zoweigert weiter jede Auskunft über seine Tat. wtb. Dresden, 2. Septbr. Wie wir zu dem Bilderdiebstahl in der Staatlichen Gemäldegalerie in Dresden noch erfahren, handelt es sich bei dem Dieb um einen 29 Jahre alten Schriftsteller Waldemar Grupe aus Essen. Grupe verweigert vorläufig über seine Tat jede Auskunft, sodaß noch nicht festgestellt werden konnte, ob er Helfershelfer gehabt hat. Das Bild, das er zu stehlen beabsichtigte, repräsentiert keinen besonderen hohen Wert. Einheits-Verband im deutschen Gastwirtsgewerbe. Schon seit längerer Zeit sind Bestrebungen im Gange, für das deutsche Gastwirtsgewerbe einen EinheitsVerband ins Leben zu rusen. Diese Bestrebungen sind auf dem besten Wege, einen vollen Erfolg zu zeitigen. Jetzt ist auf der Tagung des Bundes der Saal= und Konzertlokal=Juhaber Deutschlands in Bremen der erste bedeutungsvolle Schritt dadurch getan worden, daß beschlossen worden ist, mit dem Deutschen Gastwirts=Verband und dem Deutschen Kaffeehausbesitzer=Verband einen Fusionsvertrag abzuschließen. Der Deutsche Gastwirtsverband wird auf seiner Tagung in den nächsten Tagen in Stuttgart, wie erwartet wird, seine Zustimmung geben. Der Provinzial=Wirte=Verband Westsalen und dessen Vorsitzender Nephuth hat sich schon immer mit aller Entschiedenheit für den Einheits=Verband im deutschen Gastwirtsgewerbe eingesetzt. W Sylvester Schäffer sen. Der größte Artist aller Zeiten. Sylvester Schäffer sen., der„Mann der 100 Künste", der soeben in Starnberg in Bayern gestorben ist, war unstreitig der vielseitigste und bedeutendste Artist aller Zeiten. Er war der berühmteste der bekannten ArtistenDynastie Schäffer, die von Karl Johann Schäffer gegründet wurde. Karl Johann Schäffer wurde am 18. Februar 1824 von deutschen Eltern in Prag geboren. Der berühmte Jongleur und Athlet Karl Rappo nahm den begabten Knaben in die Lehre und unterrichtete ihn in allen Gebieten der Artistik, der Equilibristik, der Antipodenspiele und der Jonglerie. Karl Johann Schäffer hatte 5 Kinder, Sylvester, Seveus, Sebaldus, Sidoni und Susanne. Die Vornamen aller Kinder beginnen, wie man sieht, mit einem S, und diese Laune des Vaters gilt heute in der Familie schon als Tradition. Die 5 Kinder wurden zu den hervorragendsten Artisten ausgebildet. Ihr Führer war Sylvester, der das Ansehen der Familie in ganz ungewöhnlicher Art vermehrte. Bis zum Auftreten von Sylvester Schäffer gab es in der Welt zwei gefeierte Artistenfamilien, die Delevantis und Cotrellys. Die Leistung dieser beiden Familien auf allen Gebieten der Artistik galten als unerreichbar. Erst Sylvester Schäffer bewies, daß sie noch erheblich übertrofsen werden konnten. Es gibt wohl keine Kunst des Varietés, die der alte Sylvester Schäfser nicht beherrschte und zu einer bis dahin unbekannten Vollendung gebracht hatte. So kam es, daß die größten Schaubühnen und Zirkusse den Schäffers ihre Tore öffneten. Wo sie auftraten, errangen sie unerhörte Triumphe, und man glaubte, daß es sich vielfach um Täuschungen handelte, da man eine so ungeheure Vielseitigkeit eines einzigen Mannes für eine Unmöglichkeit hielt. Aber bald wurde es offenbar, daß man es hier tatsächlich mit einem universellen Künstler allerersten Ranges und bisher nicht gekannter Vollendung zu tun hatte. Die schwierigsten Künste, die andere als Spezialfach betreiben, übte Sylvester Schäffer als Belanglosigkeiten nebenbei aus. Als sein Sohn, der im Jahre 1885 in Berlin geboren wurde, mit seinen Vorführungen die Fachleute entzückte, erklärte der alte Sylvester Schäffer:„Das sind Kindereien, das lernt man nebenbei.“ Dabei vollführte er mit Karten und mit allen möglichen Gebrauchsgegenständen, improvisiert eine Anzahl hervorragender Kunststücke, die alle Anwesenden verblüffte. Als der junge Sylvester Schäffer eine musikalische Begleitung zu einer großen Nummer brauchte, wurde kein fremder Komponist dazu bemüht, sondern der Vater setzte sich hin und komponierte in seinen Mußestunden die erforderliche Musik. Neben den reinen artistischen Künsten wurde nämlich die Musik in der Familie Schäffer stets gepflegt. Ebenso groß wie als Künstler war Schäffer als Lehrer. Der junge Sylvester war von Jugend auf ein schwaches Kind. Nur der vorzüglichen Erziehungskunst des Vaters gelang es, aus diesem schwächlichen Knaben einen der hervorragendsten Athleten zu machen. Nach 40jähriger Tätigkeit zog sich der alte Sylvester von seiner Bühnentätigkeit zurück und kaufte sich bei Groß=Köris ein Rittergut, wo er eine Zeit lang lebte. Hier entstand allmählich durch Schäffer eine große Artistenkolonie, da sich zahlreiche Künstler veranlaßt sahen, sich hier anzusiedeln. Vor kurzer Zeit verkaufte er das Gut und siedelte zu seinem Sohn nach dem Starberger See über. Der berühmte Artist hat ein Alter von 72 Jahren erreicht. Er hat der Varietekunst neue Wege gewiesen und wurde auf diese Weise ein Befruchter der artistischen Tätigkeit. * gustaf nagel in schutzhaft. Arndsor(Altmark), 2. September. Von Zeit zu Zeit macht der Arendseer Wanderprediger und Tempelwächter Gustaf Nagel wieder von sich reden. Neuerdings steht er in Lampf mit der städtischen Behörde, die sein Besuch uber den Ausbau seiner Wohnung nicht genehmigt hat, da die baupolizeilichen Bedingungen nicht erfüllt sind. Trotzdem begann Nagel mit dem Bau. Aber die Polizei schritt ein und nahm den Naturapostel, der unter Pflegschaft steht, in Schutzhaft. Der bereits begonnene Bau muß wieder niedergerissen werden. Schmerzvolle Rechnung. St. schreibt in der„Berliner Morgenpost": „Das letzte Berliner Sparprogramm übertrifft an Härte alles, was wir an Einschränkungen und Sparmaßnahmen bisher erlebt haben. Fast alle im letzten Jahrzehnt geschaffenen kulturellen Einrichtungen in der Wohlfahrt, Gesundheitspflege, in den Schulen und der Fürsorge sollen abgebaut werden. Unwillkürlich drängt sich die Frage nach den Ursachen dieser drakonischen Verfügungen auf. Es handelt sich, wie man erraten wird, um die Rechnung für Straßen, die man durch unerwünschte und überflüssige Durchbrüche zerstört hat, ohne daß man heute über die Mittel verfügt, sie wieder herzustellen; um die Rechnung für Untergrundbahnen, die man gebaut und für die man immer neue Anleihen ausgenommen hat, ohne daß man gefragt hätte, woher das Geld dafür kommen soll; um die Rechnung für Grundstücke, mit denen man nichts anzufangen weiß; für abgerissene historische Denkmäler, wie die Spittelkolonnaden, und für gefällte Baum=Alleen wie am Kurfürstendamm. Das sind die Dinge, denen wir einen großen Teil unserer heutigen Misere verdanken: die hohen städtischen Steuern, die immer steigenden Tarise und die zu unsinnigen Sparmaßnahmen verleitende, gähnende Leere in den Kassen der Stadt. Heute, wo man Berlin für all den Leichtsinn und Unnsinn bestraft, der da verbrochen worden ist, ziemt es sich, zu fragen: Haben wir es denn gewollt? Erinnert man sich noch, wieviel Geld die Niederlegung der Spittelkolonnaden verschlungen hat? An die Millionen Mark, die man für den Druchbruch zwischen Lindenstraße und Spittelmarkt vergeudet hat? Jawohl, vergeudet! Denn der geringe Verkehr in den neuen Straße zeigt heute schon, wie wenig notwendig das Ganze gewesen ist. Und hatte sich nicht ganz Berlin die Verschandelung der Kolonnaden, die Vernichtung einer alten Kulturstätte geradezu verbeten? Alle Zeitungen von rechts bis links haben gegen die Abtragung der Spittelkolonnaden protestiert. Die Akademie der Künste hat protestiert. Der Preußische Ministerpräsident bemühte sich persönlich. Alles umsonst. Heute legt man uns die Rechnung vor. Wir sollen sie bezahlen. Oder das phantastische Projekt des Straßendurchbruchs vom Alexanderplatz zur Vozstraße. Eine Vorlage an die Stadtverordneten, die unter anderem auch diesen Plan rechtfertigen sollte, sprach noch am 18. April 1930, als Berlin schon mit großen Schritten der Katastrophe entgegenging, von dem Straßendurchbruch wie von einer Selbstverständlichkeit! Man habe die Kosten des Durchbruches früher auf 40—50 Millionen Mark geschätzt, aber jetzt, da man eben für 10 Millionen Mark Grundstücke gekauft habe, um den Durchbruch vorzubereiten, sei er leichter durchzuführen. Für Notariats= und Gerichtskosten und, nicht zu vergessen, für Provisionen hatte man leichten Herzens und mit lockerer Hand allein bei dieser Gelegenheit 224000 Mark ausgegeben. Und heute muß die Preußische Bau=Akademie feststellen, daß— ganz abgesehen von der Geldfrage— der Durchbruch durch die Jägerstraße schon aus technischen Gründen niemals durchgeführt werden kann, weil das ganze Projekt durch den Umbau am Alexanderplatz und durch das neue Mühlendammprojekt illusorisch geworden ist. Die rechte Hand hat wieder einmal nicht gewußt, was die linke tut. In der Verkehrs=Gesellschaft hat man nicht gewußt, was die Tiefbau Deputation ausheckte. Berlin hat man bei den Grundstückskäufen gar nicht gesragt. Und jetzt serviert man uns die Rechnung! Und wie im Großen, so im Kleinen! Es sei einmal die Frage aufgeworfen: wozu braucht die Berliner Verkehrsgesellschaft eine—„Literarische Abteilung"? Diese„Literarische Abteilung“, die jetzt endlich zum 31. Dezember aufgelöst werden soll, kostet die Kleinigkeit von etwa 200 000 Mark im Jahr. Mehr als 100000 Mk. jährlich verschlingt davon die Zeitschrift„Die Fahrt“, die jedem Angestellten der Verkehrs=Gesellschaft kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Die Anerkennung, die die Verkehrs=Gesellschaft in der Oeffentlichkeit nicht findet, verschafft sie sich in diesem Blatt auf— Kunstdruckpapier, und man kann davon überzeugt sein, daß sie mit Anerkennung für sich selbst nicht kargt. Und ähnlich ist es auch mit den sogenannten„Kunstabenden“ der Bezirksämter, die, in trostlosen Schulräumen veranstaltet, nur Geld kosten, ohne auch nur einen der Mittellosen, für die man sie angeblich veranstaltet, zu erfreuen. Für alle diese Dinge und für viele andere muß die Stadt Berlin aufkommen. Sie hat es nicht gewollt, muß aber alles bezahlen. Und was geschieht mit jenen, die für all den Unfug verantwortlich sind?“ Deutsche Lebens-ReitungsGesellschaft. Nach langen, vergeblichen Bemühungen ist es uns endlich gelungen, eine Uebungsstunde im städtischen Hallenbad zu Witten zuerteilt zu bekommen. Endlich bringen die städtischen Körperschaften den Idealen der D. L. R. G. das nötige Interesse entgegen. Unsere Uebungsstunde findet alle 14 Tage statt, erstmalig am 5. September, abends von 20.30 bis 21.30 Uhr in der städtischen Badeanstalt. Daselbst wird mit einem neuen Kursus zur Ausbildung im Rettungsschwimmen begonnen. Wir empfehlen allen Freunden des Wassersportes, an diesem Kursus teilzunehmen, um sich mit dem so wichtigen Rettungswesen und Wiederbelebungsmethoden vertraut zu machen. An diesen Abenden können auch die Prüfungen für den Grund=, Prüfungs= und Lehrschein abgelegt werden. Der Badepreis beträgt für Jugendliche 15 Pfg und für Erwachsene 30 Pfg. Unser Mahnruf„Lernt Rettungsschwimmen!“ gilt allen. Wir erleben es immer wieder, daß dort, wo Jugend und Alter Freude und Erholung suchen, wo Sonnenschein und Lebensfreude herrschen, am Wasser der nasse Tod wartet. Alljährlich fallen in Deutschland 8000 Menschen dem nassen Element zum Opfer, darunter sehr viele Kinder. Dieses alles könnte vermieden werden, wenn das Rettungsschwimmen Allgemeingut wäre; wenn nicht immer wieder Hunderte hilflos am User zusehen müßten, wie ein Mensch in den Fluten versinkt. Hier müssen alle Jugenderzieher, alle Führer des Volkes ihre ganze Kraft einsetzen, um dem nassen Tod unser kostbarstes Volksgut, unsere Mitmenschen, zu entreißen. In allen Schulen, in jedem Turn= und Sportverein muß auf die Ortsgruppe der D. L. R. G. hingewiesen werden, wo das Rettungsschwimmen gelehrt und geübt wird. Schließt unsere Reihen, werdet Mitglied und tretet ein in den Kreis derer, die für diese Ideale kämpfen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, dem Ertrinkenden ein Retter zu sein. Wenn man 105 Jahre alt wird... Der Ehrentag der ältesten Einwohnerin Deutschlands. Leer, 2. September. Ostfriesland hat den Ruf des Landes der Langlebigen. In den letzten Jahrzehnten ist es öfter vorgekommen, daß hier Einwohner 100 Jahre und darüber alt geworden sind. Im Jahre 1908 starb die Witwe Saathoff in Akelsbarg im Kreise Aurich im hohen Alter von 105 Jahren. Sie war eine kleine Berühmtheit geworden und erhielt viel Besuch aus ganz Deutschland. 104 Jahre alt geworden ist eine Fischerswitwe Anna Bruhns in Ditzum im Kreise Weener, die im Jahre 1926 das Zeitliche segnete. 103 Jahre lebte Exzellenz v. Frese in Hinte bei Emden, der vor einem Jahr stark. Das gleiche Alter erreichte eine Witwe van Dyk in Bunderhammrich im Kreise Weener, die leider elend ums Leben kam, indem ihre Kleider an der Feuerkieke in Brand gerieten, wobei die Alte den Tod fand. Jetzt lebt in Ostrhauderfehn im Kreise Leer die Schifserswitwe Anna Pooker, die am 27. August 105 Jahre alt geworden ist. Wie bei fast allen Hundertjährigen, so trifft auch bei dieser ältesten Einwohnerin Deutschlands zu, daß sie ein Leben voll Mühe und Sorgen hinter sich hat. Schon als Kind mußte sie im elterlichen Hause schwer arbeiten, und als sie den Schiffer Wübbo heiratete, wurde das nicht besser. Der Mann war zumeist auf See abwesend, und seine junge Frau mußte die kleine Moorstelle bearbeiten. Auch Schicksalsschläge blieben nicht aus. An einem Tage verlor das Ehepaar den einzigen Sohn und einen Enkel bei einem Schiffsunglück an der englischen Küste. Im 82. Lebensjahr starb der Mann. Witwe Pooker zog nun nach ihrer Schwiegertochter in Ostrhaudersehn und wird bei ihr liebevoll versorgt. Seit dem die Alte das 100. Lebensjahr überschritten hat, wird ihr Geburtstag jedesmal zu einem besonderen Feiertag in der Gemeinde, die herzlichen Anteil an dem Geschick der Alten nimmt. In diesem Jahre wurde der Geburtstag dadurch besonders bedeutungsvoll, daß die staatlichen und kirchlichen Behörden Vertreter entsandten, um der Alten die Glückwünsche zu übermitteln. Regierungspräsiedent Berghaus aus Aurich überbrachte die Glückwünsche der preußischen Staatsregierung, überreichte ein Glückwunschschreiben des Ministerpräsidenten Braun und ein Geldgeschenk von 100 Mark. Landrat Dr. Conring übermittelte die Grüße und Wünsche des Kreises, und Superintendent D. Schaaf aus Potshausen die des Landesbischofs Dr. Marahens in Hannover sowie der Landeskirchenbehörde und der Kreisbehörde. Selbst der frühere Pastor der Gemeinde, Hickmann, war aus Fürstenau zum Ehrentag der Alten gekommen. Eine kirchliche Feier mit Ansprache des Ortsgeistlichen war voraufgegangen, auch sonst fehlte es nicht an Aufmerksamkeiten seitens der Jugend. der Gesangvereine und des Posaunenchors. Im Frühjahr hatte sie einen Unfall erlitten. der sie für einige Zeit ans Bett fesselte. Mit ihrer zähen Friesennatur hatte sie aber jetzt die Schwächen wieder überwunden und nahm von einer Bettstatt in der Stube aus mit regem Interesse an allen Handlungen teil. Allem Anschein nach wird die 105jährige wohl noch einige Zeit unter den Lebenden weilen. Berge machen Sensation. Von Karl Perktold(Traunstein). Die Gletscher werden kleiner. 79 Tote in zwei Monaten.— 20000 Mark für die Nordwandbesteigung um Matterhorn? (Nachdruck verboten.) Die Gletscherwelt! Hoch oben auf dreitausend Meter Höhe ziehen die Eiswege zwischen wild zerklüftetem Gestein ihre gleißende Bahn. Wie Kristall leuchtet das ewige Eis in der Sonne— und weit hinein in den Süden und weit hinaus in den Norden dehnt sich die Eiswelt. Jahrhunderte— ja, Jahrtausende sind über diese Eisfelder hinweggestürmt; glühende Sonne, fressender Föhn hat den Schnee alle Jahre von den Bergen weggesegt, aber das ewige Eis ist geblieben. Ewiges Eis— so bezeichnen die Reiseschriftsteller, die Geographen und auch die Gebirgsbevölkerung die Gletscher. Und doch — sind diese Eisfelder nicht„ewig"; die einen vergehen, die anderen kommen. So hat die Gletscherkommission des D. und Oe. Alpenvereins in ihrem Bericht festgestellt, daß im Jahre 1930 ein überaus starker Rückgang der Gletscher zu verzeichnen war. Durchschnittlich sind die Gletscher 15 bis 25 Meter zurückgegangen. Bei einzelnen Gletschern konnte sogar ein Rückgang von 100 Metern während des Sommers verzeichnet werden. Zum Teil füllt ja der Winter die Gletscher wieder auf; aber man kann auch für das Jahr 1931 feststellen, daß die Gletscher immer kleiner werden. Jeder, der nach Salzburg kommr oder gekommen ist, wird sich an dem imposanten Felsbau des Dachsteins erfreut haben— von dort grüßt die Gletscherpracht in das Salzburger Wundertal hinab. Und gerade dieser Gletscher— das Karls=Eisfeld— ist den stärksten Rückwirkungen unterworsen. Ebenso sind sehr starke Rückgänge am Sulzenau Ferner in den Stubaiern gemessen worden. Nicht nur der Länge nach werden die Durch die Notlage der Gemeinden haben die Volksbüchereien ihre Stütze verloren und werden in größerer Zahl eingehen, wenn nicht anderweitige Hilfe kommt. Auch zur Beschaffung von Jugendbüchern sehlen in vielen Schulen und Jugendbüchereien die Mittel. Die Gesellschaft für Volksbildung, Berlin NW 40, Lüneburgerstr. 21, die demnächst ihr 60jähriges Bestehen feiert und Zehntausende von Volksbüchereien, zumeist in kleinen Ortschaften, begründet und unterstützt hat, wendet sich darum in einem Aufruf an die größere Oeffentlichkeit um unentgeltliche Zuwendung von guten, belehrenden und unterhaltenden Volks= und Jugendbüchern, die zur Weitergabe an notleidende Volks= und Jugendbüchereien geeignet sind. Die Gesellschaft weist mit Recht darauf hin, daß die Werke unserer Erzähler und Dichter, die in unserer Zeit ganz besonders als Lehrer und Führer in geistigen Volksnöten zu Hilfe gerufen werden sollten, zu Hunderttausenden in den Bücherschränken ungelesen stehen und der geistigen Volkswirtschaft entzogen sind. Die Jugendbücher, die heute nicht mehr, wie einst in kinderreichen Famikien von Kind zu Kind sich vererben, Gletscher kleiner, sondern auch in der Dicke beobachtet man„eine Abmagerung" des Eisfeldes. Bei der Pasterze an der Hofmannhütte wurde eine Abnahme der Eisdicke in einem Ausmaß von 5 Metern festgestellt, und zwar in einem einzigen Jahre. In drei Jahren betrug die Abnahme schon 16 Meter. * Eine schlimme Statistik der Touristik zeigen die Monate Juni und Juli. Nach einer vorsichtigen Schätzung weist die Verlustliste eine Zahl von 79 Toten in diesen zwei Monaten auf. Hierzu kommen noch 200 Verletzte. Die meisten Opfer forderten die Berge unter den Jugendlichen, die trotz Unerfahrenheit die schwierigsten Klettertouren wagen. Das wurde den meisten zum Verhängnis. Es war fast alltäglich, daß Jugendliche aus den gefährlichsten Wänden in höchster Bergnot herausgeholt wurden. In den meisten Fällen war eine Rettung allerdings nicht mehr möglich, denn man konnte feststellen, daß unerfahrene Bergsteiger es höchstens einige Stunden an einer Wand aushalten, während geübte und erfahrene Touristen drei und vier Tage dem Bergtode getrotzt hatten. Das Jahr 1931 wird an Todesopfern hinter dem Vorjahre nicht nachstehen. * Den Bezwingern der Matterhorn=Nordwand, den Brüdern Franz und Toni Schmid, wird nachgesagt, daß sie für die Ersteigung dieser grandiosesten Wand der Alpen 20000 Mark erhalten hätten. Dieses Märchen ist eben ein Märchen. Zwar würde sich über einen solchen Preis niemand mehr freuen als diese wackeren Brüder selbst; aber sie bedauern, daß sie bis heute von einem derartigen Geldsegen verschont blieben. Sie haben Einladungen nach London und Amsterdam erhalten— sie sind gefeiert worden, wie selten Bergtouristen gefeiert worden sind—, aber von einem Preis von 20000 Mark ist ihnen nichts bekannt. Im Gegenteil: aus reiner Liebe zu den Bergen, aus dem wirklichen Drang heraus,„das Problem aller Probleme“ der Alven zu lösen, haben die beiden Brüder die Matterhorn=Nordwand bezwungen. Sie sind mit dem Fahrrad. schwer bepackt mit Proviant, Kleidern, Eispickel, Steigeisen, Seil usw., nach Zermatt gefahren, haben die Wand durchklettert und waren über die große Ehrung ihrer Ruhmestat sehr verwundert. Zur Zeit wohnen sie in Hamonir in einem Heustadel. Dort schlafen sie, während die Welt über die beiden Märchen berichtet. Die Berliner Natiaonalsozialisten mieten ihr Hauptquartier vom Magistrat Berlin. Das neue„Braune Haus“ der Nationalsozialisten in Berlin, in dem die Büros und Mannschaftsräume der SA.=Abteilungen untergebracht werden sollen, gehört merkwürdigerweise der Stadt Berlin. Angeblich soll die Stadt beim Abschluß des Mietvertrages im Unklaren über die künftigen Bewohner gelassen worden sein. stehen vollends in vielen Häusern unbenutzt. Die Bücher veralten im Laufe der Zeit, niemand liest sie mehr, niemanden erfreuen und belehren sie; sie sind wie das Geld, das man im Strumpf aufbewahrt. Die Gesellschaft bittet, ihr für Volks= und Jugendbüchereien geeignete Bücher zur Weitergabe zuzusenden. Nicht um veraltete, zerlesene, minderwertige Bücher handelt es sich, sondern um volkstümliche Werke und Kinderbücher, belehrende und unterhaltende, die der Spender sich selbst, seinen Nachbarn und Freunden, seinen Hausgenossen und seinen Kindern in die Hand geben würde. Die Gesellschaft für Volksbildung hat neben ihren sonstigen umfangreichen Volksbüchereiei nrichtungen eine Abteilung als Volksbüchereigabe 1931 eingerichtet, aus der die Bücher an notleidende Volksbüchereien völlig unentgeltlich abgegeben werden sollen. Die Auswahl aus den Verzeichnissen der eingegangenen und zur Weitergabe geeigneten Bücher treffen die Leiter der Volksbüchereien selbst, so daß nichts Unverlangtes und Ungeeignetes in die Büchereien kommt. Sendungen werden erbeten an die Gesellschaft für Volksbildung, Berlin NW 40, Lüneburgerstr. 21. Volkrbachereien-Leiden Kol. * Hauplversammiung des Deutschen Buchdruckervereins. Berlin, 2. September. Am 13. und 14. September hält der Deutsche Buchdrucker=Verein, die Vereinigung der Buchdruckereibesitzer Deutschlands, in Bad Swinemünde seine Hauptversammlung ab. Die Tagung beginnt mit einer Eröffnungsfeier, an der Vertreter der Behörden, der Wissenschaft und anderer Verbände teilnehmen. Die alljährliche große Tagung des D. B.., des ältesten deutschen fachlichen Arbeitgeberverbandes, hat schon immer nicht nur in den Fachkreisen, sondern auch bei der Allgemeinheit große Beachtung gefunden. Gerade die katastrophale Lage unserer Wirtschaft, die sich im stärksten Maße auch auf das Buchdruckgewerbe auswirkt, zwingt dazu, die Tagung auch in diesem Jahre abzuhalten, um eine Beratung und Aussprache über die drängenden Fragen der Allgemeinwirtschaft und des Buchdruckgewerbes zu ermöglichen. Sonderbares Testament eines Millionars, (Nachdruck verboten.) Wie amerikanische Zeitungen berichten, starb kürzlich in Newyork der bekannte Millionär und Börsenmakter Samuel Bratt, der ein Vermögen von 15 Millionen Dollar hinterließ. Bratt war ein sarkastischer, spottlustiger Mann, was er auch in seinem Testament noch zum Ausdruck kommen ließ. Er war 40 Jahre verheiratet, aber nie hatte man ihn öffentlich mit seiner Frau zusammen geschen. In seinem Testament setzte er seine Frau zur Haupterbin ein, allerdings unter besonderen Bedingungen. Eine derselben lautete: Die glücklichsten Stunden in meinem Leben waren die, wenn meine Frau erbost war über mich und das kam oft vor. Ich will aber alles vergessen, doch muß meine Frau mir nach meinem Tode. wenn sie mein Geld erben will, Genugtuung leisten. Sie hatte nie Mitleid mit mir, wenn ich von morgens früh bis abends spät arbeiten mußte, um Geld zu verdienen, das sie mit vollen Händen ausgab. War ich zu Hause, dann war sie aus. Meine Gesellschaft war ihr anscheinen nicht angenehm, deshalb stelle ich die Bedingung, daß sie die ersten zwei Jahre nach meinem Tode täglich zwei Stunden an meinem Grabe zubringen muß. Mit meiner Schwester lag sie immer in Streit, während meine Schwester auch für mich nichts übrig hatte. Ich vermache meiner Schwester eine halbe Million Dollar unter der Bedingung, daß sie in den ersten zwei Jahren nach meinem Tode täglich meine Frau zu meinem Grabe begleitet. Meine Frau suchte mir mein einziges Vergnügen, eine gute Zigarre zu rauchen, immer wieder zu vergällen, weil ihre Gardinen darunter leiden würden. Ich bestimme daher, daß meine Frau nur dann mein Vermögen erbt, wenn sie im ersten Vierteljahr nach meinem Tode. im Beisein des Notars täglich fünf Zigaretten raucht. Zugleich darf der Notar soviel von meinen Zigarren rauchen, wie er will. Ich glaube, so endigt das Testament, daß meine Bedingungen in Anbetracht des großen Vermögens, das ich hinterließ, nicht zu hart sind. Kechtswinte für die täglicht Gelsenkirchen, 2. September.(Begehrter Schlamm.) Die Kläranlage des Schachtes„Almo“ ist seit geraumer Zeit das Ziel vieler Hunderter von Menschen, die mit Wagen usw. anrücken, um Kohlenschlamm, der ihnen im Winter die Kohlen ersetzen soll, zu holen. Vor einigen Tagen wurden über 500 Wagen gezählt. Verschiedentlich mußte die Polizei eingreifen, da die Zechenverwaltung das Wegholen des Schlammes verboten hat. Findige Erwerbslose sollen aus der Schlammgewinnung bereits ein Geschäft gemacht haben. Radevormwalde, 2. September.(Fabrikant Otto Rocholl.) In den Morgenstunden des Samstag verschied eine der bekanntesten Persönlichkeiten des Bergischen Landes, der Ehrenbürger der Stadt, Fabrikant Otto Rocholl im 83. Lebensjahr. Der Dahingeschiedene war Leiter und Teilhaber der angesehenen Türschloß= und Baubeschlagfabrik, die sein Vater Ludwig Rocholl u. Co. 1838 gegründet hatte. Er hat sich stets eifrig im öffentlichen Leben seiner Heimatstadt betätigt, gehörte lange Jahre dem Stadtverordnetenkollegium an und bekleidete längere Zeit das Amt des Ersten Beigeordneten. Jahrelang gehörte er auch der Bergischen Industrie= und Handelskammer an. Gladbach=Rheydt, 2. September.(Radikale Sparvorschläge.) Eine Staatskommission, die auf Anforderung der Stadtverwaltung den städtischen Haushalt überprüft, hat den Fehlbetrag, der nach den bisherigen Rechnungen 7,1 Millionen Mark betrug, auf etwa 500000 Mark zurückgeschraubt. Besonders eingehend sind die geforderten Sparmaßnahmen auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege, wo 1,1 Millionen weniger ausgezahlt werden sollen. Erhebliche Summen will man weiter einsparen beim Straßenbau, wo für die Instandhaltung nur noch 200000 Mark statt wie bisher 700000 Mark vorgesehen sind. Eine Mehrbelastung der Bürgerschaft wird sich ergeben aus der Erhöhung der Bürgersteuer, bei der statt 100 fortan 200 Prozent gefordert werden. Schließlich empfiehlt die Regierung dringend, von Vermögenswerten zu veräußern, was irgend veräußerbar ist. Bei der Städtischen Sparkasse hat man sich entschließen müssen, Kreditkündigungen vorzunehmen, um die Kasse auch für die Zukunft flüssig zu erhalten. Sie hat in den vergangenen Krisenwochen an Einlagen 1,5 Millionen verloren und nuß nun versuchen, durch entsprechende Kündigungen weiterer Kredite und Hypotheken wieder einen Ausgleich zu finden. Sie will auf jeden Fall aber unter möglichster Schonung der Schuldner vorgehen und es auf keinen Fall zu Zwangsversteigerungen kommen lassen. Kreseld, 2. September.(Kreselder Arzt ein Opfer des § 818.) Nach einem Bericht der Staatsanwaltschaft ist nach der Rückkehr von seiner Reise der praktische Arzt Dr. Herbert Selo aus Krefeld verhaftet worden. Die Voruntersuchung erstreckt sich auf den Vorwurf der gewerbsmäßzigen Abtreibung und den Verdacht des Betruges, den die Staalsanwaltschaft darin erblickt, daß der Verhaftete für ärztliche Hilse, insbesondere für Abtreibungen, Zahlungen gefordert und erhalten haben soll, die ihm nicht bder in der geforderten Höhe nicht zustanden. Der weidere Umstand, daß der Arzt versucht haben soll, Zeugen zu beeinflussen, haben seine erneute Verhaftung veranlaßt. Dr. Selo war bereits im Beginn der Voruntersuchung kurze Zeit in Untersuchungshaft, mußte jedoch wregen Haftunfähigkeit wieder entlassen werden. Es ist ein allgemein verbreiteter Irrtum, daß der Finder 10 Prozent des Wertes erhalte. Das Gesetz sieht aber bis 300 Mark Wert nur 5 Prozent vor. Von dem Mehrwert 1 Prozent. Für zugelaufene Tiere darf der Finder sogar nur im ganzen 1 Prozent beanspruchen. Lohnender ist es, einen„Schatz“ zu finden. 50 des Wertes gehören dem Finder. Herrenloses bewegliches Gut(außer Bernstein, Fischen und Jagdgetier) wird gänzliches Eigentum. Man hüte sich, Geld, das man als falsch erkannt hat, weiterzugeben oder zu verschenken. Wer Geld, das nachgemacht oder gefälscht ist, nach erkannter Unechtheit weiter in Verkehr bringt, wird mit Gefängnis bis zu drei Monaten oder mit Geldstrafe bestraft. Geldschulden sind„Bringschulden", d. H. der Schuldner muß das Geld auf eigene Kosten und Gefahr seinem Gläubiger zustellen. Es ist also unzulässig, den Betrag des Portos von der Rechnung abzuziehen. Eine Ehe kann angefochten werden, wenn der eine Ehepartner zur Zeit der Eingehung beschränkt geschäftsfähig war(wegen Geisteskrankheit, Trunksucht, Verschwendung entmündigt); wenn bei der Eheschließung ein wesentlicher oder erheblicher Irrtum über die Person des Partners bestanden hat(z. B. Vorbestraftheit, ehrloser Lebenswandel, sexuelle Entartung.— Vermögensirrtum allerdings ist kein Scheidungsgrund!); wenn eine der eheschließenden Parteien durch Drohung zu der Ehe gezwungen wurde oder nicht wußte, daß der Trauungsakt eine Eheschließung bedeutete. Das uneheliche Kind ist mit seinem Vater nicht verwandt. Es ist daher weder erbberechtigt noch hat es Wieder nationalsozialistische Beteiligung an der braunschweigischen Regierung? Der nationalsozialistische Reichstagsabgordnete Rust soll, wie gemeldet wird, demnächst als Minister in die braunschweigische Regierung eintreten, an der sich damit die Nationalsozialisten wieder beteiligen. Volkswirtschaft und Soziales. Am 9. September Lohnverhandlungen im Bergbau. Wie wir erfahren, hat der Zechenverband die tarifbeteiligten Parteien für den 9. September zu Verhandlungen über Mehrarbeit und Lohnfragen im Ruhrbergbau eingeladen. Einzelheiten über die Forderungen des Zechenverbandes sind zur Zeit noch nicht bekannt. wenn Sie eis zu 600 hm von Rnnen Ihren Stholungsurlaus verbringen können Sie am Frühstückstisch die neueste Ausgabe der Annener Zeitung lesen. Unsere Geschäftsstelle schickt Ihnen die Zeitung tagtäglich unter Streifband oder durch Postüberweisung nach. Geben Sie uns nur rechtzeitig Ihre Reiseadresse auf. Portoauslagen gegen Berechnung. Annenet Teitung. Anspruch auf Aussteuer. Forderungen aus einem Wettoder Spielgewinn sind nicht einklagbar. Einmal Gezahltes kann später jedoch nicht wieder zurückverlangt werden. Bürgschaft oder Verpfändung über Spiel= und Wettschulden sind unverbindlich. Für ihre Einlösung gilt nur das ungeschriebene Gesetz der Ehre. Stelle sich bei einem Vertrag später eine sogenannte Vertragslücke heraus, bedeutet das noch nicht die Ungültigkeit des Abkommens. Verträge sind so auszulegen, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es verlangen. Als Nachtzeit gilt gesetzlich vom 1. April bis zum 30. September die Zeit von 9 Uhr abends bis 4 Uhr morgens, vom 1. Oktober bis 31. März die Zeit von 9 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte bewirkt den dauernden Verlust öffentlicher Aemter, Würden, Titel, Orden und Ehrenzeichen, serner den Verlust der aus öffentlichen Wahlen stammenden Rechte. Für die Zeit des Ehrenrechtsverlustes ist die Unfähigkeit verbunden, das aktive oder passive Wahlrecht auszuüben, Zeuge bei Aufnahme von Urkunden zu sein, ein neues öffentliches Amt oder das Amt eines Vormundes anzunehmen. Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft wird nur erteilt, wenn das Untersuchungsverfahren die Unschuld ergeben oder dargetan hat. Es besteht kein Entschädigungsanspruch, wenn der Verhaftete die Untersuchungshaft vorsätzlich herbeigeführt oder durch grobe Fahrlässigkeit verschuldet hat, ferner nicht, wenn nur Freispruch auf Grund mangelnder Beweise erfolgte. Aus aller Welt Ein schauriger Fund. Spaziergänger fanden, wie aus Harzburg gemeldet wird, im Harzburger Wald, südlich der Felsgruppe, einen stark in Verwesung übergegangenen Menschenkopf. Die sofort verständigte Polizei nahm die weiteren Untersuchungen auf und stellte fest, daß es sich um einen schon seit langem dort liegenden Schädel handelte, der von dem übrigen Körper abgetrennt worden sein muß; ein großer Teil des Unterkiefers fehlt. Trotz eifriger Suche konnten Landjäger und Polizei in der Nähe des Fundortes keine weiteren Leichenteile auffinden. Die Durchsuchung des gesamten Waldes durch Landjäger und Forstbeamte nach weiteren Körperteilen des mutmaßlich Ermordeten wird noch fortgesetzt. Prügeleien im Wismarer Stadtparlament. ERB. Wismar, 2. September. Die heutige Sitzung der Stadtverordneten in Wismar, die einberufen war, um ein umfangreiches Sparprogramm des Rates zu behandeln, nahm einen stürmischen Verlauf. Nachdem die Ratsvorlage einstimmig abgelehnt worden war, kam es in der Aussprache zu einer schweren Prügelei, als der kommunistische Stadtverordnete Härtel gegen den sozialdemokratischen Kollegen Steinemann einen Stuhl schleuderte. Der Prügelei, an der sich kommunistische und sozialdemokratische Stadtverordnete beteiligten, wurde erst durch das Eingreisen der Polizei ein Ende bereitet. Der Vorsteher ließ hierauf die Tribüne räumen und hob die Sitzung auf. Kommunistische Ausschreitungen in Görlitz. Görlitz, 2. September. Mehrere Kommunisten, die in Frühjahr beim Landfriedensbruch=Prozeß Hollack und Genossen zu längeren Gefängnisstrafen verurteilt wor— r. # — Heilkräftige Bestrahlung im Innern des menschlichen Körpers. Der Erfinder Dr. Westmann=Berlin mit seinem Apparat. Einen Apparat zur Bestrahlung" des menschlichen Körpers vom Innern aus hat der Berliner Arzt Dr. Westmann erfunden. Eine Funkenstrecke mit isolierten Zuführungsdrähten wird in den Körper eingeführt und schickt dort die ultravioletten Strahlen aus, die ihre heilkräftige Wirkung so auf die erkrankten Organe ausüben können. den waren, begaben sich heute nachmittag zum Antritt ihrer Strafe nach dem Gerichtsgefängnis. Eine größere Schar Kommunisten begleitete sie, wobei sie Sympathiekundgebungen veranstaltete. Da sich die Menge, die vor dem Gerichtsgebäude Aufstellung genommen hatte, trotz der Aufforderung der Polizei nicht entfernte und der Arbeiter Blume, der sich ebenfalls zum Strafantritt eingefunden hatte, einen Polizeibeamten tätlich angriff, trieb die Polizei die Ruhestörer mit dem Gummiknüppel auseinander. Ein Polizeikommissar erlitt Kratzwunden. Drei Personen wurden festgenommen. Verbot einer polnischen Zeitung in Oberschlesien. WTB. Oppeln, 2. September. Der Oberpräsident der Provinz Oberschlesien hat auf Grund des§ 2, Abs. 2, Ziffer 2 und Absatz 3 der zweiten Notverordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 17. Juli die monatlich erscheinende periodische Druckschrift„Zjednoczenie“, Organ der Zjednoczenia Zawodowego Tolskiegow Niemczech(Vereinigung, Organ der polnischen Berufsvereinigung in Deutschland) auf die Dauer von drei Monaten, und zwar vom Dienstag, dem 1. 9. bis Montag, den 30. 11. verboten. Zwei Militärflugzeuge abgestürzt. Stockholm, 2. September. Auf dem Militärflugplatz in Ljungbyhed in Südschweden stießen heute morgen zwei Militärschulflugzeuge in 500 Meter Höhe zusammen. Der eine Führer konnte sich durch Fallschirmabsprung retten; der andere kam ums Leben. Hotel in Flammen. Kopenhagen, 2. September. Aus Oslo wird gemeldet: Gestern morgen um.30 Uhr begann es in dem bekannten Hotel Fru Byge in der Hauptstraße von Oslo zu brennen. Die Feuerwehr war nach kurzer Zeit erschienen. Es gelang fast allen Gästen, die Haupttreppe hinunter sich in Sicherheit zu bringen. Nur ein Deutscher mußte über die Brandleiter getragen werden. Ein anderer Mann, der neben dem Zimmer, in dem der Brand ausgebrochen war, wohnte, wurde auf der Treppe ohnmächtig und starb während des Transports zum Arzt an Herzlähmung. Zum Todessturz der dänischen Luftatrobatin. Kopenhagen, 2. September. Im Zusammenhang mit dem Absturz der bekannten dänischen Fallschirmspringerin, Luftakrobatin und Filmschauspielerin Mille Sannom, die, wie bereits gemeldet, bei einer Flugveranstaltung in Jütland aus sechshundert Metern Höhe absprang und dabei tödlich verunglückte, verlangen verschiedene Zeitungen, daß Fallschirm=Absprünge von Zivilpersonen verboten werden sollen. Die Akrobatin ist 45 Jahre alt geworden. Beginn des Prozesses gegen Pros. Moulin. Rom, 2. September. Vor dem Sondergericht zum Schutz des Staates begann heute vormittag der Prozeß gegen den belgischen Professor Moulin und vier weitere Angeklagte. Die Verhandlung leitete der Vorsitzende des Gerichtshofes, General Christini, selbst. Zahlreiche Zuhörer und viele italienische und ausländische Journalisten, darunter der bekannte antifaschistische belgische Senator Boncker, wohnten der Verhandlung bei. Rom= Millionenstadt. Rom, 1. September. Die Einwohnerzahl Roms hat, wie aus neuesten Statistiken hervorgeht, nun die Millionengrenze überschritten. Nach den soeben veröffentlichten Zahlen wurden bereits am 31. Mai im Stadtbezirk Rom 1003 881 Einwohner gezählt. Gelbstmord eines Direktors der WienerGetreide.=G. wtb. Wien, 1. September. Der Direktor der Getreide .=., Paul Egerer, hat sich heute aus dem dritten Stockwerk gestürzt. Er bliebt tot liegen. Die Ursache des Selbstmordes ist nicht bekannt. Woldemaras wieder im Exil. Woldemaras, für den trotz seines Freispruchs im Hochverratsprozeß die Verbannung von Kowno weiter aufrecht erhalten bleibt, ist von Kowno nach Eszerenai abgereist. Auf seinen Wunsch ist der Verbannungsort von Platellen nach Eszerenai verlegt worden. Vor seiner Abreise erklärte Woldemaras Pressevertretern, daß die Aufrechterhaltung der Verbannung ungerecht und gesetzwidrig sei und demnach nur als ein persönlicher Racheacht seiner Gegner zu betrachten sei. Polen ohne Theater. Warschau, 2. September. Heute wurden in Polen * sämtliche Theater geschlossen, da es zu keiner Verständigung zwischen den Direktoren und den im Verbande der Bühnenkünstler organisierten Schauspielern über die beabsichtigte Kürzung der Gagen gekommen ist. Briefkasten. Nach Rüdinghausen. 1. Die Berufsarten, welche als Saisonarbeiten gelten, sind in einem besonderen Verzeichnis zu der Verordnung vom 18. 11. 1929 namentlich aufgeführt. Zu den Saisonarbeitern rechnen auch Maurerpoliere ohne irgendwelche Einschränkungen. 2. Auf Grund der Notverordnung vom 5. 6. d. J. sind die Bezüge der Saisonarbeiter auf die Sätze der Krisenunterstützung herabgesetzt, und die Bezugsdauer ist von 26 auf 20 Wochen ermäßigt. Während früher die Zeiten der berufsüblichen Arbeitslosigkeit auf den Winter beschränkt waren, gelten diese Bestimmungen jetzt das ganze Jahr hindurch, und es macht keinen Unterschied, ob Arbeitsverhältnisse von längerer oder kürzerer Dauer bezw. mit besserem oder geringerem Verdienst vorhergehen. D. R. Schlechte Ausrede.„Warum kommen Sie heute zwei Stunden zu spät zur Arbeit?“ „Die Sache ist die. Wie ich heute morgen aufstehe, gucke ich in den Spiegel, und was meinen Sie, was ich da sehe? Nichts! Ich war nicht drin. Na, und da dachte ich mir, ich wäre wohl schon zur Arbeit gegangen. Zwei Stunden später entdecke ich, daß das Spiegelglas hinten rausgerutscht war.“ — In der Schmiere. Der tragische Höhepunkt des Theaterstückes. Der Held bricht ohnmächtig zusammen. Seine Geliebte beugt sich über ihn und jammert:„Er ist ohnmächtig geworden! Ach, weh mir Aermsten, was soll ich tun!“ Da ertönt eine Stimme von der Galerie:„Kneppen Se ihm die Weste uff, Frollein!“ — Risiko. Minna will heiraten und kündigt deshalb. Jammert die gnädige Frau: „Aber liebe Minna, gerade jetzt wollen Sie mich im Stich lassen, wo ich in nächster Zeit ein paar große Gesellschaften habe. Wäre es Ihnen denn nicht möglich, die Hochzeit um vier Wochen zu verschieben?“ Meint Minna bedauernd: „So leid es mir tut, gnädige Frau, das geht wirklich nicht. Ich kenne meinen Bräutigam noch nicht genug, um dieses Risiko auf mich nehmen zu können.“ — Er ist im Recht. Ein Junge hatte ein kleines Mädchen geohrfeigt. Gleich war die Mutti zur Stelle. „Aber, Ralph,“ sagt sie,„ein Herr schlägt doch keine Dame!“ „Und eine Dame kitzelt keinen Herrn!“ gab der Sprößling zur Antwort. — Unbegreiflich. Es ist mir unbegreiflich, was mit meiner Taschenuhr los ist. Ich habe sie solange aufgezogen, bis mich die Hand schmerzte, gegen die Tischkante hab' ich sie geklopft, an die Erde geschmissen hab' ich sie und gegen die Wand gepfeffert— und trotzdem will das Biest nicht gehen!“ — Vernichtendes Urteil. Der Fremde hatte sich“ strömendem Regen einen Weg durch den knöcheltiefen Schmutz der Dorfstraße gebahnt. Jetzt saß er im Krug vor einer dampfenden Schüssel. Die Wirtin kam herein. „Gelt, dös is a Mordsauerei?“ sagte sie. „Ja“, bestätigte der Fremde mürrisch,„haben Sie es selber gekocht?“ — Rechtschreibung. Studienrat Müller studiert die Speisekarte und bestellt dem erstaunten Kellner:„Eine Portion orthographischer Fehler!“ „Verzeihung!“ bemerkt der Ober,„die haben wir nicht.„„. abr die nicht Hah „Ja, um Himmels willen, wenn Ihr die nicht habt, warum setzt Ihr sie denn auf die Speisekarte?“ Schultze: Weeßte, Müller, der die Resierung bei den villen Morden und Mordanfällen der Kommunisten uff die Polizei die Kommunistenverbände nich ufflöst, is mir een Rätsel. Müller: Ja Schultze, da mußte eben noch acht Tage warten. Nach acht Tagen solgt jewöhnlich bei den Rätseln die Ufflösung. Schultze: Hoffen wir det Beste! „Biehbrscheic. Preußische Rotverordnung erst in einigen Tagen. Berlin, 2. September. Der Amtliche Preußische Pressedienst gibt noch einige Einzelheiten über die Beratung des preußischen Kabinetts. Nachdem in der Dienstagsitzung die Sparmöglichkeiten im Rahmen der staatlichen Besoldungsordnung erörtert worden waren, sind in der Mittwochsitzung die Sparmaßnahmen auf dem Gebiete der Fürsorgeerziehung, der Rechtspflege sowie bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden durchgeprüft worden. Die zu erlassende Notverordnung bedarf noch der abschließenden redaktionellen Fassung, so daß erst in einigen Tagen mit der Veröffentlichung zu rechnen sein wird. Kursangabe im Freiverkehr verboten. Zur Wiedereröffnung der Wertpapierbörsen. Berlin, 3. September. Aus Anlaß der Wiedereröffnung der Wertpapierbörsen wird in Erinnerung gebracht, daß es nach der Verordnung über die Veröffentlichung von Kursen vom 15. Juli 1931 verboten ist, in öffentlichen Bekanntmachungen oder in Mitteilungen, die für einen größeren Personenkreis bestimmt sind, Angaben über Preise zu machen, zu denen Wertpapiere gehandelt, angeboten oder gesucht sind oder sein sollen; es sei denn, daß es sich um amtlich festgestellte Kurse einer Börse handelt. Hiernach sind derartige Angaben über Kurse des Freiverkehrs in zum amtlichen Handel zugelassenen Wertpapieren sowie über Kurse sogen. unnötiger Wertpapiere verboten. Es wird geprüft werden, ob und zu welchem Zeitpunkt Ausnahmen von diesem Verbot zugelassen werden können. Um Englands Außenpolilll. „Keinerlei Abweichung“. WTB. London, 2. September. Reuter verbreitet folgende Meldung: Der innerpolitische Charakter der jetzt erörterten Fragen scheint notwendigerweise das Poblem der Außenpolitik der nationalen Regierung in den Hintergrund zu drängen. Inzwischen findet keinerlei Abweichung von der Politik der bisherigen Regierung statt. Dies bedeutet jedoch nicht, daß auswärtige Angelegenheiten vernachlässigt werden. Man erwartet im Gegenteil, daß der Staatssekretär des Außeren nicht auf den Zusammentritt des Parlaments warten, und daß er schon vorher eine allgemeine Erklärung abgeben wird. Zum frühestmöglichsten Zeitpunkt, zu dem die laufenden Kabinettssitzungen ihm die nötige Zeit gestatten werden, wird Lord Raeding eine Darlegung seiner Politik machen. Obgleich die Regierung im gegenwärtigen Augenblick Maßnahmen plant, die dazu bestimmt sind, Fragen von unmittelbarem Interesse zu behandeln, verliert sie die finanzielle Lage in ihrer Auswirkung auf andere Länder nicht aus dem Auge, und es besteht die Aussicht, daß die Sorge um die Lage und der Wunsch, an der Lösung der Probleme unserer europäischen Freunde mitzuwirken, die von der Arbeiterregierung und dem Unterhaus vor der Tagung des Hauses Ende Juli an den Tag gelegt wurden, ebenso voll in Erscheinung treten werden, wenn sich eine Gelegenheit bietet, die gesamte innere und auswärtige Politik der nationalen Regierung zu enthüllen. In maßgebenden Kreisen wird die Meldung, daß die nationale Regierung auf dem Gebiete der Außenpolitik keinerlei Aktivität entwickeln und dieses Jahr keine teren Konferenzen einberufen werde, als eine völlig abwegige Kombination bezeichnet. Beutsches Reich Am Freitag Enticheidung über ReichstagsEinderutung. Präsident Löbe hat den Aeltestenrat des Reichstages für Freitag nachmittag 4 Uhr zu einer Sitzung einberufen, in der über den kommunistischen Antrag auf Einberufung des Reichstages entschieden werden soll. Einsparung von Beamtenstellen. Berlin, 3. Septbr. Ministerialdirigent Dr. Brand, der bisherige Leiter der Personalabteilung im preußischen Innenministerium, ist zum Regierungspräsidenten In Sigmaringen ernannt worden. Die Stelle des Leiters der Personalabteilung soll aus Ersparnisrücksichten nicht mehr besetzt werden. Auch für die Provinz Pommern wurde vom preußischen Staatsministerium eine Sparmaßnahme dahin getroffen, daß der Oberpräsident von Haltern(Stettin) die Stelle des Regierungspräsidenten mitverwaltet. Freiherr von Watter 70 Jahre alt. Den 70. Geburtstag begeht heute Generalleutnant a. D. Freiherr von Watter. In Württemberg geboren, im Kadettenkorps erzogen, rückte Freiherr von Watter bei der Feldartillerie bis zum Generalmajor auf, ging bei Ausbruch des Weltkrieges als Kommandeur der 10. Feldartilleriebrigade ins Feld, wurde 1915 Kommandeur der 54. Division und 1917 Führer des 26. Reservekorps. Nach Kriegsschluß übernahm er bei der Reichswehr den Wehrkreis 6(Münster) und wurde hier vor allem durch die Niederwerfung des kommunistischen Aufstands im Ruhrgebiet im Jahre 1920 bekannt. Bald darauf trat Genecal von Watter in den Ruhestand. Aufhebung des Verbots für den Film„Im Westen nichts Neues“ Berlin, 3. Septbr. Wie wir erfahren, hat die Filmprüfstelle das Verbot des Films„Im Westen nichts Neuer“ nunmehr ganz aufgehoben. Bisher durfte der Film bekanntlich nur in geschlossenen Vorstellungen gezeigt werden. Diesem Beschluß der Prüfstelle liegt eine Mitteilung der Herstellerfirma zugrunde, wonach ihr Präsident Laemmle, der zur Zeit in Paris weilt, alle Zweigstellen angewiesen hat, die Weltfassung der deutschen Fassung anzugleichen, um damit den Boden für die Aufhebung der bisherigen Beschränkungen bei der Auffühkung des Films in Deutschland vorzubereiten. Die Pläne des Reichsfinanzministers. Reine Kürzung der Beamtengehälter. Berlin, 2. Septbr. Reichsfinanzminister Dietrich hatte am Montag eine Besprechung mit den Vertretern des deutschen Beamtenbundes, deren Gegenstand die letzte Notverordnung und die kommenden Maßnahmen der Reichsregierung waren. Der Reichsfinanzminister wies einleitend darauf hin, daß die Reichsregierung die mehrfachen Anregungen auf weitere Gehaltskürzungen entsprechend seinem Standpunkt nicht übernommen habe. Es seien aber durch Notverordnung die Länder ermächtigt worden, bei sich und den Gemeinden diejenigen Sparmaßnahmen zu treffen, die sie für notwendig halten. Außerdem seien von Länderseite her mehrere Vorschläge zur allgemeinen Einführung gemacht worden, von denen zwei zur Zeit in seinem Ministerium durchgeprüft werden. Es handele sich um die Herabsetzung der Pensionen von 80 auf 75 Prozent und um die Verlängerung der Aufrückungsfrist bei den Alterszulagen von zwei auf Provinz=Nachriasten Dortmund, 3. September.(Raubüberfall?) Der Bergmann Heinrich H. aus Kaiserau war am Dienstag gegen 14 Uhr nach Dortmund gekommen. Er hatte verschiedene Lokale aufgesucht und gezecht. Gegen 20 Uhr will nun von zwei Personen überfallen und beraubt worden sei. Wo der Ueberfall stattgefunden hat, kann H. nicht angeben. Einer der Täter habe ihm die Uhr mit Kette, den Hut und die Geldbörse mit etwa 28 Mark gewaltsam abgenommen. Der zweite Täter habe währenddessen mit einem Dolch vor ihm gestanden. Nach Ausführung der Tat seien beide Personen eiligst geflüchtet. —(Weitere Kündigungen von Bergarbeitern.) Die Zeche Kaiserstuhl 2 des Eisen= und Stahlwerks HoeschKöln=Neuessen hat zum 15. September 48 Begarbeitern wegen Absatzmangel gekündigt. Lütgendortmund, 3. September.(Schwerer Familien= streit.) Das Ueberfallkomando der Schutzpolizei wurde am Dienstag gegen 22,10 Uhr nach der Neu=Crengeldanzstraße gerufen, wo ein Bergmann Franz W. in angetrunkenem Zustande seine Familie fortgesetzt bedrohte und mißhandelte. Auch hatte W. bereits einen Teil der Möbeleinrichtung in sinnloser Wut zertrümmert. Zum Schutze der Familie mußte W. in Schutzhaft genommen werden. Hörde, 3. September.(Freitod.) Die 59jährige Witwe Mathilde., wohnhaft Hinterer Remberg, wurde amMittwoch gegen 15,30 Uhr in ihrem Kellerraum von einem Hausbewohner erhängt aufgefunden. Als Grund für die Tat dürfte Schwermut vorliegen. In letzter Zeit hat die D. des öfteren geäußert, freiwillig in den Tod zu gehen. Die Leiche wurde in der Wohnung aufgebahrt. Hagen, 2. September.(Einbruch in ein Goldwarengeschäft.) Ein schwerer Einbruch wurde in der Nacht zum 2. d. M. in das Goldwarengeschäft Boelerstr. 4 verübt. Die Einbrecher haben eine große Menge Gold= und Schmucksachen erbeutet. Hagen, 2. September.(Selbstmord durch Leuchtgas.) Ein älterer Mann in der Eppenhauserstraße hat sich das Leben genommen, indem er in seiner Wohnung die Gashähne öffnete. Die Wiederbelebungsversuche durch die herbeigerufene Feuerwehr waren erfolglos. Wuppertal, 2. September.(Ueberfall auf Stahlhelmer.) Am Dienstag abend wurden auf der WalterRathenau=Straße zwei Angehörige des Stahlhelms von einem Trupp politischer Gegner überfallen und geschlagen. Zwei Täter wurden festgestellt. Etwa eine halbe Stunde später wurde ebenfalls auf der Walter=RathenauStraße ein weiterer Angehöriger des Stahlhelms überfallen und mißhandelt. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus gebracht. Auch hier konnten die Täter festgestellt werden. Wuppertal, 2. September.(Der Teilstreik der Wohlfahrtsarbeiter) hat ein schnelles Ende gefunden. Nachdem die Arbeiter etwa eine Woche gestreikt hatten, wurde jetzt die Arbeit wieder ausgenommen. Wuppertal, 2. September.(Auf ein Drittel seines Gehaltes verzichtet.) Generalmusikdirektor v. Hößlin hat in Anbetracht der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse auf ein Drittel seines Gehalts verzichtet. Bielefeld, 2. September.(Radlerin vom Lastzug getötet.) An der Ecke von Gütersloher= und Hallerstraße in Brackwede wurde die 19jährige Radfahrerin Kompeni von dem Anhänger eines Lastzuges überfahren und auf der Stelle getötet. Münster, 2. September.(Das Verbot der„Westfälischen Landeszeitung“ rechtskräftig.) Das Reichsgericht hat in seiner Sitzung vom 24. August die Beschwerde der „Westfälischen Landeszeitung“ kostenpflichtig als unbegründet verworfen. Durch dieses Urteil ist das am 8. August vom Oberpräsidenten der Provinz Westfalen ausgesprochene Verbot wegen eines Aufrufs des Stahlhelms zum Volksentscheid rechtskräftig geworden. Die Zeitung darf demnach bis einschließlich 6. September nicht erscheinen. Wegen des gleichen Aufrufs sind in Westfalen noch zwei andere Zeitungen verboten worden, die aber die Veröffentlichung des Aufrufs bedauerten und die Erklärung abgaben, daß solche oder ähnliche Artikel in Zukunft nicht mehr erscheinen würden. Daraufhin wurde die Verbotsdauer der beiden Zeitungen erheblich abgekürzt.— Wegen des gleichen Aufrufs ist übrigens vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz die„Rheinisch=Westfälische Zeitung“ verboten worden. Köln, 2. September.(Schweres Unwetter im Rheinland.) Ein schweres Gewitter von unerhörtem Ausmaß entlud sich gestern gegeen 18 Uhr über der Ortschaft Bracheln an der Bahnstrecke Düsseldorf—Aachen. Das Unwetter hielt fast eine Stunde an und verursachte Schäden in solchem Umfange, daß sie bisher noch gar nicht abzuschätzen sind. Die Noer ist an verschiedenen Stellen über ihre Ufer getreten, und diese zusammen mit den großen Regenüberschwemmungen hat große Teile der noch auf dem Felde stehenden Ernte vernichtet. Bei den Bettungsarbeiten ist auch ein Feuerwehrmann verunglückt. Neuwied, 2. September.(Fassadenkletterer gefaßt.) Hier wurde ein 22 Jahre alter stellenloser Kellner aus Nürnberg festgenommen, der mit einem Komplizen in Godesberg und in Königswinter eine Reihe von Hoteldrei Jahre. Nebenher gingen noch Ueberlegungen wegen der Festsetzung einer Höchstpension. Von den Vertretern des Beamtenbundes wurde darauf hingewiesen, daß der Beamtenstand wohl der einzige Berufsstand in Deutschland sei, dessen Gehälter im Laufe eines Jahres dreimal gekürzt worden sind. So wenig der Beamtenbund nachweislich überhöhte Gehälter verteidige, so sehr müsse er dem Versuch widersprechen, die Gehälter von Länder= und Gemeindebeamten unter die Bezüge vergleichbarer Reichsbeamten hinabzudrücken. Die Beamtenschaft verlange und erwarte, daß alles geschehe, die durch die Notverordnung gefährdete Einheitlichkeit der Besoldung wieder herzustellen und zu erhalten. Die Vertreter des Beamtenbundes wandten sich auch gegen die neuen Vorschläge auf Kürzung der Pensionssätze und Aenderung der Aufrückungsfristen. Unter Zustimmung des Finanzministers wurde noch festgestellt, daß abgesehen von der etwaigen Verlängerüng der Aufrückungsfrist eine Aenderung des Besoldungssystems nicht beabsichtigt sei. diebstähle verübt hatte. Die Verbrecher drangen in die Zimmer der schlafenden Gäste ein und zwangen sie unter Bedrohung mit der Waffe zur Herausgabe von Geld und Wertgegenständen. Dabei machten sie fast immer recht lohnende Beute; so fielen ihnen u. a. eine Brieftasche mit 1000 Mark, einmal 400 holländische Gulden bei einem Herrn aus Berlin eine wertvolle goldene Uhr u. a. m. in die Hände. Aus aller Ein Justizangestellter wegen Sittlichkeitsvergehens zu Zuchthausstrafe verurteilt. CNB. Berlin, 2. September.(Eig. Meldg.) Um seine Rehabilitierung kämpfte heute der 36jährige frühere Justizangestellte., der wegen fortgesetzten Sittlichkeitsverbrechens und versuchter Blutschande an seinen beiden Töchtern im Alter von acht und elf Jahren zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt worden war. Die Ferienstrafkammer des Landgerichts II verwarf heute nach langer Verhandlung die Berufung des Angeklagten. Polizeibeamter verletzt aufgefunden. Berlin, 3. Septbr. Im Zentrum der Stadt wurde ein Polizeiwachtmeister in Zivil in der vergangenen Nacht von einer Polizeistreife mit schweren Verletzungen aufgefunden und nach dem Polizeikrankenhaus gebracht. Zu gleicher Zeit wurde auf einer Rettungsstelle in der Nähe ein Mann namens Paul Eisermann mit einer Schulterschußverletzung behandelt, der von einem Freunde eingeliefert worden war. Man vermutet, daß der Wachtmeister mit den beiden aus bisher noch unbekannten Gründen in Streit geraten war und von ihnen angegriffen wurde. Die Untersuchung des Vorfalls ist eingeleitet. Hohe Belohnung für Ergreisung des Polizisten=Mörders. Hamburg, 3. Septbr. Die Polizeibehörde hat die Belohnung für die Ermittlung der Mörder des Polizeimeisters Perske auf 3000 Mark erhöht. Die Beisetzung Perskes, der, wie erinnerlich, am 27. August auf der Straße durch einen Schuß schwer verwundet wurde und bald darauf starb, wird am Freitag stattfinden. Polizeiaktion gegen die K. P. 9. Hamburg, 2. September. Die Polizeibehörde teilt mit: Die Altonaer und Hamburger Kriminalpolizei nahmen heute im Lause des Tages im Parteilokal der K. P. D. und der Redaktion der„Hamburger Volkszeitung“ in Altona bezw. in der Druckerei der Volkszeitung und in den Parteiräumen der K. P. P. in Hamburg Durchsuchungen vor. Er handelt sich um Nachforschungen nach zu hochverräterischen Zwecken bestimmten Material. In Hamburg wurden mehrere Kisten Zersetzungsschriften beschlagnahmt. Die Sichtung des umfangreichen Materials ist noch im Gange.— Zugleich mit den in Hamburg und Altona durchgeführten polizeilichen Maßnahmen wurde, wie verlautet, in Wansbeck eine Durchsuchung der Räume der R. G. O. vorgenommen. Acht spanische Generale verhaftet. Razzia auf die Primo=Minister Madrid, 2. September. Auf Antrag der parlamentarischen Untersuchungskommission verhaftete die Polizei heute sämtliche erreichbaren Generale, die Mitglieder des ersten Direktoriums unter Primo de Rivera waren, sowie den letzten Oberkommissar in Spanisch=Marokko, General Jordana. Insgesamt wurden acht Generale in das Militärgefängnis eingeliefert. „Graf Zeppelin“ unbeschädigt. Pernambuco, 2. Septbr. Die Vertretung der Zeppelinwerke gibt bekannt, daß das Luftschiff„Graf Zeppelin“ entgegen den ersten Meldungen unbeschädigt geblieben ist. Vor dem Start zur Rückfahrt am Freitag müssen lediglich einige Einzelteile der hinteren Gondel überholt und gereinigt werden. Befürchtungen um das Schicksal des„Rautilus“ Oslo, 2. Septbr. In norwegischen Kreisen hegt man Befürchtungen um das Schicksal von Wilkins'=Boot „Nautilus“, da man seit vier Tagen von den norwegischen Funkstationen aus mit dem=Boot, das mitten im Packeis liegt, nicht in Verbindung kommen kann. Vier Todesopfer eins Racheaktes. Avellino, 3. Septbr. Die Blätter melden, daß in der Ortschaft Fuimara ein Warenhaus, in dem der Inhaber, seine Frau und die beiden Kinder schliefen, in Brand gesteckt wurde. Die Einwohner konnten nur als verkohlte Leichen geborgen werden. Einige Personen, die der Tat verdächtig sind, wurden verhaftet. Das Verbrechen wird auf einen Streit zurückgeführt. Neueste Nachriasten Lohntariskündigungen. Hagen, 2. Septbr. Nachdem innerhalb des Bezirkstarifgebietes des Verbandes der Fabrikantenvereine für den Regierungsbezirk Arnsberg(Arnsberger Verbandz die Lohntarife für das Unterlennetal, Schwerte, Werdohl, Hohenlimburg, Plettenberg und Unna gekündigt worden waren, sind jetzt zum 30. September noch weitere Kündigungen durch den Arbeitgeberverband für Menden und Umgegend, die Arbeitgeberverbände für den Kreis Olpe und die Arbeitgeberverbände Lüdenscheid und Volmetal des oberbergischen Bezirks ausgesprochen worden. Alle Kündigungen erfolgten, um die Tariflöhne, die in der Spitze für den 24 jährigen Arbeiter 69 bis 74 Pfg. beir#sgen, weiter zu senken. Konrektoren=Protest. Berlin, 2. Septbr. In der am 31. August im Patzenhofer stattgefundenen Protestversammlung wurde folgende Entschließung einstimmig gefaßt:„Versammlung preußischer Konrektoren und Konrektorinnen ganz Preußens protestiert mit aller Entschiedenheit und Entrüstung gegen die gänzliche Streichung der Amtszulagen für Konrektoren und Konrektorinnen an Volks= und Mittelschulen. Sie erwartet vom Preußischen Staatsministerium und insbesondere vom Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst= und Volksbildung, daß es sich aus Billigkeits= und Rechtsgründen mit aller Energie dafür einsetzt, daß die Konrektoren und Konrektorinnen nicht schlechter behandelt werden als andere Lehrer= und Beamtengruppen, und daß die Stellen für Konrektorentinnen) nicht aufgehoben werden.“ Zahlreiche empörte Zustimmungen aus allen Provinzen Preußens liefen ein. Landgerichtsrat Soelling der DnUP. beigetreten. CRB. Berlin, 3. September.(Eig. Meldg.) Der Prä sident des Landgerichts I Berlin, Soelling, der vor ei# ger Zeit aus der Sozialdemokratischen Partei ausget ten ist, ist jetzt, wie die„Berliner Börsenzeitung" richtet, der Deutschnationalen Volkspartei als Mitgl beigetreten. Mißglückter Raubüberfall auf einen Kassenenb. Berlin, 3. Septbr.(Eigene Meldung.) Auf einen 18 jährigen Kassenboten einer Charlottenburger Firma wurde gestern gegen Mittag in einem Hause in Charlottenburg, in dem sich eine Reichsbanknebenstelle befindet, ein Raubüberfall verübt, der jedoch durch die Geistesgegenwart des Boten vereitelt wurde. Der Expedient Seefeld, der bei der Berliner Bleirohrfabrik in Charlotten= burg beschäftigt ist, hatte den Auftrag erhalten, 600 Mark in großen Scheinen umzuwechseln. Als er das Treppenhaus des Hauses Leibnitzstraße 8 herausstieg, wo sich im ersten Stock eine Reichsbanknebenstelle befindet, sprang plötzlich ein Mann auf ihn zu und entriß ihm die Aktentasche. Der vorsichtige Expedient hatte die 600 Mark jedoch in seine Brieftasche gesteckt, sodaß der Räuber nur die ziemlich wertlose Tasche mit unwesentlichem Inhalt erbeutet. Der Ueberfallene besaß außerdem die Geistesgegenwart, die Verfolgung des Täters auszunehmen. Die. ser stand mit einem Helfershelfer im Bunde, der vor dem Hause mit einem Motorrad wartete. Der verfolgte Räuber schwang sich auf das Motorrad und es gelang ihm, zu entkommen. Der Ueberfallene konnte ihm allerdings die Tasche wieder entreißen, mußte sich aber im übrigen da mit begnügen, die Nummer des Motorrades auszuschrei ben, was für die weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei von Wichtigkeit ist. Kapitalerhöhung der Dresdner Bank im Handelsregister eingetragen. CNB. Dresden, 2. September.(Eig. Meldg.) Die Ka pitalerhöhung der Dresdner Bank um 300 Millioner Reichsmark ist heute in Dresden im dortigen Handelsregister eingetragen worden. Frankreich beantragt Vertagung der Abrüstungskonferenz. Genf, 3. Septbr. Wie die United Preß erfährt, soll Frankreich am Dienstag beim Sekretariat des Bölkerbundes inoffiziell die Vertagung der Weltabrüstungskonserenz beantragt haben. Die Konserenz ist für Februgt 1932 angesetzt. Grandi bei Dr. Curtius. WTB. Genf, 2. September. Der italienische Außenminister Grandi war heute zu Gast beim deutschen Außenminister Dr. Curtius, der den italienischen Außenminister zum Frühstück eingeladen hatte. Notenwechsel zwischen Frankreich und Italiey in der Flotten=Abrüstungsfrage. wtb. London, 3. Septbr. Den Blättern zufolge hat die britische Regierung die Abschrift einer Note der französischen Regierung an die italienische Regierung erhalten, die neue Vorschläge wegen der Einschränkung der beiderseitigen Flotten enthält. Die Note wird von englischen Sachverständigen geprüft. Empfang bei Hoover: Washingten, 2. Septbr. Die Offiziere des„Do X“ wurden heute vom deutschen Botschafter empfangen und durch ihn sodann dem Präsidenten Hoover vorgestellt, der sie zum erfolgreichen Flug freundlichst beglückwünschte und sich mit ihnen im Park des Weißen Hauses photographieren ließ. Die Offiziere kehrten nach kurzem Aufenthalt in der Bundeshauptstadt zum Neuyorker Flughafen zurück, um für schnelle Ueberholung des Flugbootes Sorge zu tragen. Die Behandlung der 12 Curtis=Motoren einschließlich des Ab= und Aufmontierens dürfte vier bis fünf Wochen dauern. Danach plant man einen Flug nach Miami auf Florida in der Hoffnung, das Flugschiff für die Wintersaison zum Luftverkehr Havanna—Miami verchartern zu können. Gegenüber anderslautenden Pressemeldungen darf nochmals festgestellt werden, daß der Rückflug nach Europa schon wegen der vorgerückten. Jahreszeit jedenfalls für dieses Jahr nicht mehr in Frage kommt. Gottes Güte schenkte uns heute einen gesunden kräftigen Jungen Karl-Heinrich. In dankbarer Freude Plarrer August Bartelworth und Frau Dorothea geb. Auster. Annen, den 2. Septbr. 1931. Seheindentrehehtag verbunden mit Waldlest der Eogl. Kirchengemeinde Annen am Sonntag, 6- September 1931. : : 5 Festsottesdienst Vormittags 9½ Uhr: in der Kirche, unter Mitwirkung des evgl. Kirchenchors. Festprediger: Pfarrer Krampen, Barmen. Festzug sämtl. evangel. Vereine ab Vereinshaus 9¼ Uhr. Waldfest. Festzug ab Vereinshaus; nachm. 2½ Uhr nach Grieb’s Wiese an der Ardeystraße. Zu beiden Veranstaltungen wird die ganze Gemeinde in allen ihren Gliedern und Ständen herzlich eingeladen. Der Festausschuß. 8 von der Heise zuraun. * Dr. med. Reschop.“ Fahrt zum Teuloburger Wald. Moderne Autobusse fahren am Sonntag, C. September zum Teutoburger Wald: Detmold— Hermannsdenkmal. Abfahrt 6 Uhr: Witten-Kornmarkt und von Annen-Nord.10 Uhr. Fahrtrichtung über: Unna, Werl, Soest. Paderborn, Bad Lippspringe. Bad Horn, Externsteine. Bad Meinberg. Bad Schieder, Bad Pyrmont, Polle, Bielefeld, Gütersloh, Wiedenbrück, Hamm. Dortmund, Pl O 50 Witten. Fahrpreis IM..30 Fahrt zum Rhein und ins Ahrtal. durchs Ruhr-, Velme- und Aggertal. Sonntag, 6. Septbr. Abf. 6 Uhr ab Witten-Kornmarkt Fahrpreis IIIk..— — Rechtzeitige Anmeldung sichert bestimmt Platz— Aus. Hafermann Brüderstraße 9. Witten Telelon 3534. #F Oeut — Preitag, den 4. September um 20½ Uhr große MassenVersumttkim Saale des Wirtes Radtke in Annen. Annenstrasse 160. Es spricht der bekannte Nationalsozialist Meister, Lahrer a. D. aus Herne, über das Thema: Die polilische Laße und die Schicksalswende des Deutschen Volkes. Aussprache IE Nationalsozialistische Deutsche Arbelterpartel — IHitlerbewegung) Ortsgruppe Annen. Die Ortsgruppe Annen des Zentralverbandes der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands(Sitz Berlin hält am Freitag, d. 4. Sept., nachm. 4 Uhr im Lokale W. Ripp, Annenstraße, ihre Mitglieder-Versammlung ab, wozu Invaliden u. Witwen von Annen hiermit freundl. eingeladen sind. Der Vorstand nch Schett Geübte Hausschneiderin gesucht. Näheres zu erfahren in der Geschäftsst. ds. Ztg. Am Freitag, dem 4. Septbr. 1931, vorm. 11 Uhr werde ich in Annen, Annenstraße 176, bei Prünte zwangsweise gegen bar versteigern: 1 Standuhr, 1 Flurgarderobe, 1 Klubsessel, 1 Ausziehtisch, 1 Vertikow, 1 Schreibmaschine u. a. m. Vogel, Obergerichtsvollzieher. Am 4. September, vormittags 11 Uhr werde ich in Annen, beim Wirt Prünte folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen bar versteigern: 1 Warenschrank, 1 Registrierkasse, ein Klavier, 1 Standuhr, diverse Möbelstücke u. a. m. Horstmann, Obergerichtsvollzieher in Witten Biensr verschal wie Haus- und Küchenmädchen, Haushälterinnen, Stützen, Köchinnen u. s. w. erhält man sicher und schnell durch ein Inserat in der Annener Zeitung Stockumerstr. 23. Haustrauen, spart bei Hochkeppel! Bllniges Semnass Heute ROLKohl esigpund 3 Wirsing biesieg pgund 34 Möhren sevseund 3. Stechkrüben! 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