Sgf tiglich mit Asne Erscheint täglig mn auszagme der Sonn= und * unzeigegeruhr für die einspaltige 1 mm hohe u. 36 mm breite Zeile für Platzanzeigen im Verbreitungsbezirk 8 Pf., auswärtige, amtliche u. finanzielle 10 Pf. „ Reklamezeile 1 mm hoch und 76 mm breit 30 Pfg. ; w e z u g s p r e i s w ö c h e n t l i c h 5 5 P f g.( D u r c h d i e P o s t b e z o g, m o n a t l i c h 2. 5 0 M k.) Geschäftsstelle: Stockumerstraße 23.— Teic,en No. 3134. Rür Die. Redoktion veranmwortich: Sritz Rüching, besssssesssesessssssssennns— Feiertage. peondoramenenn: verbunden mit der„Annener Volk szeitung“ Anzeigenblatt für Witten-Annen und die Stadtteile Stockum und Düren. Sussesssseelesneemoe nserate finden bei der großen Auflage der Annener Zeitung“ weite und billige Verbreitung.— Bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkursen kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschrieben=n Plätzen übernehmen wir keine Gewähr. Rotationsdruck und Verlag von Fritz Küching, Witten=Annen. Nr. 91. unsengeroeeeneeneeneeennenbenneesereorenengen Hontag, den 20. Aprli 1931. 67. Jahrgang. Sotlanas Kaltstian— nur ein Einschuchtitungsversuen: London, 19. April. Zu den Veröffentlichungen über den Briandschen Zollplan sagt der„Daily Herald“, daß man in englischen Kreisen nichts von derartigen Absichten wisse. Der englischen Regierung seien auch keinerlei Andeutungen gemacht worden. Sollte der Plan zustande kommen, so würden sich zwei große Zollverbände in Mitteleuropa gegenüberstehen. Ungarn, zwischen ihnen eingepreßt, müsse sich unweigerlich für den einen oder anderen entscheiden. Dann entstehe die Frage, ob die weitere Entwicklung zu einem Zusammenschluß der beiden Gruppen oder zu weiteren Schritten in der Richtung auf einen europäischen Zollverein führen werde. Es gebe mehrere Möglichkeiten. Es sei aber auch möglich, daß Briands Plan gar nicht ernst gemeint, sondern nur eine Drohung sei, um Oesterreich einzuschüchtern und es in letzter Minute von der Unterzeichnung des Zollabkommens mit Deutschland abzuhalten. Frankreich die Balkanstaaten ködern will. Der„Matin“ teilt zu der stattgefundenen interministeriellen Besprechung mit, daß der zur Vereitelung des deutsch=österreichischen Zoslabkommens aufgestellte Plan auf zwei Hauptpfeilern ruhe. Es handele sich um sofortige Maßnahmen und zum anderen um Maßnahmen auf lange Sicht. Die sofortigen Maßnahmen bezögen sich auf den Ankauf von Getreide, der von gewissen Ländern sofort erfolgen solle, um den Donaustaaten den Absatz ihrer Ueberschüsse zu ermöglichen. Ferner solle ihnen sofort eine gewisse sinanzielle Unterstützung gewährt werden, um die notwendigen Kredite für den Verkauf des Getreideüberschusses zu schaffen. Frankreich sei in der Lage, den Donaustaaten sosortige Hilfe zu bringen, indem es schon jetzt—6 Millionen Zentner Getreide auskause(? d. Red.), deren es bis zur nächsten Ernte bedürse. Andere europäische Staaten befänden sich in der gleichen Lage, und eine gegenseitige Hilfeleitung würde den Zusammenschluß aller dieser Staaten zu einem einzigen Wirtschaftsblock erleichtern. Deutschland hält an der Zollunion fest. Berlin, 19. April. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, hat die deutsche Regierung bislang von französischer Seite keinerlei Andeutungen über den Inhalt des Briandschen Gegenplanes erhalten. Die in verschiedenen Blättern verbreiteten Behauptungen, der Briandsche Plau habe in Deutschland und insbesondere bei Außenminister Curtius starke Besorgnisse aufkommen lassen, werden als völlig verfehlt bezeichnet. Deutschland begrüße jede von der anderen Seite entfaltete Aktivität, die zu positiven Ergebnissen führen könne. Jeder Gegenplan werde selbstverständlich auf seine Durchführbarkeit hin von deutscher Seite geprüft werden. Trotzdem lasse sich Deutschland in keiner Weise von dem Plan einer deutsch=österreichischen Zollunion abbringen. Bevorstehender Rücktritt Briands? Seine Stellung schwer erschüttert. Paris, 19. April. Der Präsident der Republik, Doumergue, ist Sonnabend kurz nach 10 Uhr wieder in Paris eingetroffen. In politischen Kreisen läßt man durchblicken, daß die Rückkehr des Präsidenten der Opposition gegen Briand zweifellos den Rücken stärken werde. Die Stellung des Außenministers soll nach allgemeinem Urteil stark erschüttert sein, so daß man bereits jetzt von seinem baldigen Rücktritt spricht. Allerdings wird gleichzeitig hervorgehoben, daß ein starkes Auftreten Briands in Genf sein politisches Ansehen wieder heben könnte. Die Notwendigkeit der Zollunion. Eine Aeußerung des österreichischen Innenministers. Wien, 19. April. Der österreichische Innenminister Winkler hat in einer Versammlung des niederösterreichichen Gewerbevereins auch über die Handelsverträge und die Zollunionen gesprochen. Er sagte u.., die Vorbereitungen zur Zollunion mit Deutschland hätten zwar in der österreichischen Oeffentlichkeit freudigen Widerhall gefunden, aber einzelne Wirtschaftszweige hätten in sichtbarem Egoismus Widerstand gezeigt. Man müsse jedoch nachdrücklichst betonen, daß die Fesseln der österreichischen Wirtschaft gesprengt werden müßter, weil der Völkerbund keinerlei Ausweg aus der Wirtschaftsnot gezeigt habe, der praktisch zum Ziele führe, und weil das Gerede von Paneuropa und ähnlichen Konstruklediglich auf dem Papier bliebe. Die Mauern zwischen den beiden deutschen Staaten müßten niedergerissen werden, kleinliche Rücksichten müßten zurücktreten, und Oesterreich müsse durch aktives Eingreisen die Hindernisse beseitigen, weil es sonst weder leben noch sterben könne. Der wirtschaftliche Zusammenschluß von 70 Millione. Menschen werde für alle Bölker befruchtend wirken und die größte Tat der Nachkriegszeit sein. Besorgnisse einzelner österreichischer Industriezweige seien unbegründet, da Deutschland einseitig zu deren Schutz Zwischenzölle bewilligt habe. Aber wenn die internationalen Schwierigkeiten überwunden werden sollten, müsse auch in Oesterreich das gesamte Volk geschlossen hinter der Regierung stehen. Gerade die Bemühungen der ausländischen Gegner des Wirtschaftsausschusses zeigten klar, daß sie von ihm für Deutschland und Oesterreich große Vorteile erwarteten. Die beiden deutschen Punkte. Auf der Tagesordnung des Europa=Ausschusses. Genf, 19. April. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat die Note des deutschen Außenministers Dr. Curtius, in der zwei Punkte für die Tagesordnung des Europa=Ausschusses beantragt werden, sämtlichen europäischen Regierungen übermittelt und teilt hierbei gleichzeitig mit, daß er entsprechend dem deutschen Antrag die beiden Punkte auf die vorläufige Tagesordnung des Europa=Ausschusses gesetzt hat. Die deutsche Note, die vom Bölkerbundssekretariat im Wortlaut veröffentlicht wird, hat folgenden Wortlaut: „Im Hinblick auf die von dem Organisationskomitee vorgesehenen Bestimmungen über die Feststellung der Tagesordnung des Studienausschusses für die Europäische Union beehre ich mich namens der deutschen Regierung zu beantragen, daß auf die Tagesordnung der am 15. Mai beginnenden Sitzung des erwähnten Studienausschusses unter Ziffer III(Wirtschaftsfragen) die folgenden beiden Punkte gesetzt werden: 1. Entwicklung der Zollverhältnisse in Europa. Erläuterung: Die deutsche Regierung hält es für nützlich, nochmals die Lage zu diskutieren, die durch die gegenwärtigen Zollverhältnisse in Europa und durch das Scheitern des Genfer Handelsabkommens vom 24. März 1930 entstanden ist. Sie möchte dabei ihrerseits Mitteilung machen über die Absichten, die sie auf diesem Gebiet in Uebereinstimmung mit der österreichischen Regierung verfolgt. Sie hält es weiterhin für erwünscht, daß die Möglichkeiten, die sich aus der Einräumung von Präferenzzöllen für die Verbesserung des europäischen Warenaustausches ergeben, bei dieser Gelegenheit erneut erörtert werden. 2. Zollfreiheit von Betriebsstoffen für Motorfahrzeuge bei Grenzüberschreitungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Erläuterung: Die Verwendung von Motorfahrzeugen im europäischen Verkehr hat auf allen in Betracht kommenden Gebieten— zu Lande, zu Wasser und in der Luft — in den letzten Jahren in außerordentlichem Maße zugenommen, ohne daß die europäischen Staaten auf dem Gebiete ihrer Zollbestimmungen, insbesondere hinsichtlich der Gewährung von Zollfreiheit für die Motorbetriebsstoffe im grenzüberschreitenden Verkehr, dieser Entwicklung ergebenden Bedürfnissen zu entsprechen, von einer Regelung dieser Frage bisher abgehalten. Eine einheitliche Regelung, die den europäischen Verkehrsbedürfnissen und den fiskalischen Interessen der europäischen Länder in gleichem Maße Rechnung zu tragen hätte, erscheint daher erwünscht.“ „Auf Veranlassung der Regierung in Arnsberg“. Dem Lehrer Schepmann wird die Tätigkeit an einer Berufsschule untersagt. Hattingen, 20. April. Den Behörden scheint die Hansmann=Affäre sehr auf die Nerven gegangen zu sein. Dem bekanntlich durch den Regierungspräsidenten von Arnsberg gemaßregelten nationalsozialistischen Lehrer Schepmann=Hattingen ist heute seitens des Bürgermeisters Keller in Hattingen eröffnet worden, daß ihm mit sofortiger Wirkung auf Veranlassung der Regierung in Arnsberg jede Tätigkeit an der Hattinger Berufsschule(Fortbildungsschule) untersagt worden sei. Schepmann hat an dieser Schule nicht etwa weltanschaulichen Unterricht erteilt, sondern lediglich Fachunterricht. Träger der Hattinger Berufsschulen ist im übrigen nicht die Regierung, sondern der Zweckverband der Stadt Hattingen. Es unterrichteten an dieser Schule auch Handwerksmeister, Ingenleure aus der Privatindustrie usw. Anerkenntnis der Madrider Regierung Katalanische Amtssprache in Barcelona. Madrid, 19. April. Der Madrider Finanzminister erklärte Vertretern der Privatbanken, daß die Regierung sämtliche Verpflichtungen aus alten Anleihen anerkennen werde, die unter der Diktatur Primo de Riveras aufgenommen worden seien. Durch Regierungsverordnung sind das Militärkabinett und die Leibwache des Königs sowie das Garde=Kavallerieregiment ausgelöst worden. Die vorläufige Regierung von Katalonien hat die Universität Barcelona für autonom erklärt. Bei den Behörden und Gerichten wird katalanisch als Amtssprache eingeführt. Weiter wird eine eigene Bürgergarde gegründet. Außerdem ist beabsichtigt, eine eigene Fliegertruppe zu schaffen. Noch keine Einigung zwischen Madrid und Barcelona. Trotz gegenteiliger Erklärungen scheint die Spannung zwischen Barcelona und Madrid noch nicht beseitigt zu sein. Die Besprechungen, die der katalanische Wirtschaftsminister mit der Madrider Regierung geführt hat, scheinen nicht zur Entspannung beigetragen zu haben. Die Justiz=, Wirtschafts= und Unterrichtsminister sind nach Barcelona geflogen, um dort mit Präsident Macia die Beratungen fortzusetzen. Wie aus Madrid gemeldet wird, hat der Justizminister einer Juristin, Fräulein Viktoria Kent, den Posten eines Generaldirektors sämtlicher spanischer Strafanstalten angeboten. Macia gegen die französische Regierung. Der„Inkranstgeant" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Präsidenten Kataloniens, Macia, in der sich dieser sehr ablehnend über die französische Regierung äußert. Das Blatt erinnert zunächst daran, daß Macia als politischer Flüchtling die Gesetze der Gastfreundschaft nicht beachtet, sondern bewaffnete Organisationen geschaffen habe, die geeignet gewesen seien, Frankreich in ernste Verwicklungen mit Spanien zu stürzen. Macia erklärt u. a. folgendes: „Ich bringe dem großen französischen Volke alle Sympathien entgegen. Doch die französische Regierung hat uns Unrecht zugefügt. Ihr Außenministerium war gegen uns. Das werden wir nicht vergessen! Alle unsere Schwierigkeiten und Leiden sind von Ihrem Ministerium ausgegangen.“ Zamora bekommt Kredite. Die Lage in Spanien. Madrid, 19. April. Die Verhandlungen des Finanzministers mit den Großbanken waren Gegenstand einer eingehenden Beratung im Ministerrat. Sowohl die Leitung der Bank von Spanien als auch die der Großbanken haben ihre Loyalität gegenüber der Republik in einer Besprechung mit dem Finanzminister versichert. Nachdem der Finanz= minister beruhigende Erklärungen über die Absichten der Regierung, die von der Monarchie eingegangenen finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen, abgegeben hatte, erklärten sich die Bankiers bereit, eine Anleihe, die das erste Bedürfnis der neuen Regierung decken soll, zu garantieren. Zur Frage der Stabilisierung der Peseta erklärte der Finanzminister, die gegenwärtige Regierung werde vorläufig nichts unternehmen, was den Wechselkurs beeinflussen könnte. Dies bedeute jedoch nicht, daß die Regierung immer diese neutrale Haltung einnehmen werde. Verenquer auf freiem Fuß. Paris, 19. April. Wie aus Madrid gedrahtet wird, bestätigt sich das Gerücht von der Verhaftung des Generals Berenguer nicht. Berenguer ist vielmehr auf freien Fuß gesetzt worden, nachdem er sich ehrenwörtlich verpflichtet hatte, sich stets zur Verfügung der neuen Regierung zu halten. Er ist demnach nicht nach Portugal entflohen. Wie aus Hendaye gedrahtet wird, sind bei der Herzogin von Alba, als sie Spanien über Irun verlassen wollte, sechshundertfünfzigtausend Pesetas beschlagnahmt worden. Es wurde ihr jedoch gestattet, ihr Geld bei einer spanischen Bank zu hinterlegen. Die Zollbeamten erklärten, den Befehl zu haben, keinem Mitglied der königstreuen spanischen Aristokratie die Mitnahme größerer Summen in spanischer Währung zu gestatten. Einer anderen Persönlichkeit des alten Regimes sollen eine Million Pesetas beim Ueberschreiten der Grenze abgenommen worden sein. Scnicene gimnnre.,„ OPiriete spionieren in Rönigsbeig. Berlin, 20. Aoril. Drei französische Offiziere, darunter ein Mitglied der französischen Botschaft in Berlin, haben eine vorher bei den zuständigen Stellen angemeldete Reise nach Ostpreußen unternommen, um die Schlachtfelder von Tanneuberg und Gumbinnen zu besichtigen. Am ersten Tage ihres Aufenthaltes in Ostpreußen haben die genannten Herren in Begleitung des örtlichen französischen Konsuls sich zur Königsberger Artilleriekaserne begeben und photographische Aufnahmen der innerhalb des Kasernements stattfindenden Uebungen gemacht. Sie wurden von der Kasernenwache festgenommen, nach Feststellung ihrer Personalien jedoch wieder entlassen. Ihre photographischen Apparate wurden beschlagnahmt und die bereits gemachten Aufnahmen einer Prüfung unterzogen. Seitens der zuständigen deutschen Steelln wird dieses Verhalten fremder Offiziere innerhalb eines Festungsbezirks als nicht korrekt angesehen. Das Auswärtige Amt ist deswegen bei der französischen Botschaft in Berlin vorstellig gewarden. Königsberg, 20. April. Wie die Telegraphen=Union 1 zu der Königsberger Spionageangelegenheit erfährt, handelt es sich bei den festgenommenen französischen Herren um den Konsul in Königsberg P. Faucet, Oberstleutnant Koeltz, Kapitän de Mierry und den Kommandanten Derache. Die Herren sind, wie gemeldet, nach Feststellung ihrer Personalien wieder auf freien Fuß gesetzt worden, dürfen jedoch Königsberg nicht verlassen. Die Werkspionage bei 3. G. Farben. Arbeiterentlassungen. Höchst, 20. April. Die Werkspionage, die zugunsten Rußlands in den Werken der deutschen chemischen Industrie betrieben wurde, hat in der Arbeiterschaft große Beunruhigung hervorgeruefn. Von der I. G. Farben.=., Werk Höchst, wird mitgeteilt, daß zur Verhütung schwerer wirtschaftlicher Schäden des Werkes und seiner gesamten Belegschaft eine Reihe von Entlassungen, darunter auch von Arbeiterratsmitgliedern, vorgenommen wurden und daß im Laufe der Zeit mit noch mehr Entlassungen zu rechnen sei. Es handelt sich bisher um 23 Arbeiter, von denen 7 dem Arbeiterrat und dem Betriebsrat angehören. Arbeiterrat und Betriebsrat haben die Zustimmung, die auf Grund des Betriebsrätegesetzes erforderlich ist, zu diesen Entlassungen gegeben. Die Mehrheit der Entlassenen gehört der..O. an. S Tagung des Reichsausschusses der Deutschen Volkspartei. Berlin, 19. April. Der Reichsausschuß der Deutschen Volkspartei trat heute zu einer aus dem ganzen Lande vollzählig besuchten Sitzung zusammen. Der Parteiführer Abg. Dingeldey erstattete einen Bericht über die volitische Lage, an den sich eine lebhafte Aussprache anschloß. Sie ergab die Uebereinstimmung der Vertreter aus dem ganzen Lande mit den Auffassungen des Parteiführers und bekundete den Willen der Partei, gegen die Erscheinungen des Kulturbolschewismus zu kämpfen. Sodann legte der Parteiführer dem Reichsausschuß den von ihm ausgearbeiteten Entwurf zu den Kampfzielen der Deutschen Volkspartei vor. Die Kampfziele wurden angenommen „Kampfziele der 9. B. P. Berlin, 20. April. Die Tagung des Zentralvorstandes der Deutschen Volkspartei, die im Reichstagsgebäude stattfand, wurde vom Parteiführer Abg. Dingeldey eröffnet, der dem Zentralvorstand die neuen„Kampfziele der Deutschen Volkspartei“ vorlegte. Diese„Kampfziele“ enthielten einmal das ideologische Rüstzeug, die klare Formulierung der weltanschaulichen Grundlagen, auf denen sich die politische Arbeit der Deutschen Volkspartei ausbaue und zum anderen eine klare Fassung der konkreten politischen Aufgaben, vor die die Partei im lausenden Jahr mit seinem zweisellos noch schweren Herbst und Winter gestellt werde. Auf Vorschlag von Geheimrat D. Dr. Kahl,..., wurden die Kampfziele vom Zentralvorstand ohne Aussprache einstimmig angenommen. Der Führer der preukischen Landtagsfraktion, Abg. Stendel, sprach über den Kampf in Preußen. Er nahm zunächst zum Volksbegehren Stellung und betonte, daß es für die Deutsche Volkspartei keine andere Haltung geben könne, als das Volksbegehren mit allen Kräften zu unterstützen, nachdem sie sechs Jahre lang in einer scharfen Opposition gegenüber der preußischen Regierung gestanden habe. 4 Lokales § Witten=Annen, 20. April. Auflösung einer Stahlhelm= Versammlung. Gestern morgen sprach in Witten in einer StahlhelmVolksbegehrenversammlung vor etwa tausend Personen Dr. Gisevius(Düsseldorf) über„Volksbegehren— Volksgericht". In seinen Ausführungen kam der Redner auch auf den Fall Landrat Hausmann zu sprechen, den er als Lumpen bezeichnete. Hierauf wurde dem Redner durch den anwesenden Polizeikommissar das Wort entzogen und die Versammlung ausgelöst. Im Verlauf seiner Ausführungen sagte, wie uns mitgeteilt wird, Dr. Gisevins zum Fall Hausmann folgendes: Meine Damen und Herren! Jetzt will ich Ihnen zunächst einmal sagen, was unter der Notverordnung noch möglich ist. Stellen Sie sich plastisch vor, ich rede jetzt vor Ihnen als preußischer Beamter und ich weiß, daß in diesem Saale Beamte sitzen, die dazu da sind, mich zu überwachen, Berichte zu schreiben, mich, wenn nötig, zu verwarnen, oder gar die Versammlung zur Auflösung zu bringen. Und nun passen Sie auf, jetzt sage ich für altpreußische Begriffe eine Ungeheuerlichkeit, und jetzt hören diese Beamte diese Ungeheuerlichkeit und jetzt wird— nichts geschehen, weil wir gegen keine Notverordnung und kein Republikschutzgesetz usw. verstoßen. Ich greife jetzt den Fall Hausmann auf, weil Kamerad Mahnken nicht zu Ihnen darüber sprechen kann. Sie wissen, daß dieser Landrat Frontsoldaten schwer besudelt hat. Und nun sage ich Ihnen, dieser preußische Landrat, der das gesagt hat, ist ein Lumpenhund! (Ungeheurer Beifall.) Sie haben in der Zeitung gelesen, daß der vreußische Innenminister eine Notiz in die Presse gegeben hat, er habe einen Ministerialrat von Berlin nach Hattingen zur Untersuchung des Falles entsandt. Wenn wir einen nationalen Innenminister gehabt hätten, dann hätte dieser Mann nicht einen Ministerialrat von Berlin nach Hattingen geschickt, sondern er hätte dem nächsten Kriminalkommissar den dienstlichen Auftrag gegeben, einen solchen Lumpen sofort hinter die schwedischen Gardinen zu bringen.(Ungeheurer Beifall, begeisterte Zwischenrufe.) Als die Versammlung so ihr Ende gefunden hatte, erscholl das Deutschlandlied. Nach der Versammlung fand eine Stahlhelmversammlung im Biedermeier statt, in der die Absendung eines Telegramms an Hindenburg beschlossen wurde, das folgenden Wortlaut hat: Reichspräsident von Hindenburg, Berlin. In heutiger Stahlbelm=Massenkundgebung für Volksbegehren wurde Redner Dr. Gisevins bei bloßer Namensnennung PolizeiPräsident Grzesinski polizeilich verwarnt. Redner erwähnte lediglich, daß Grzesinski früher Funktionär in jener sozialdemokratischen Partei gewesen sei, die bewußt altes Preußen unterminiert und revolutioniert habe. Ueber heutige Tätigkeit Grzesinskis war überhaupt noch kein Werturteil gefällt worden. Bald darauf wurde Versammlung durch Rednerwortentzug zur Auflösung gebracht, als Redner dem Landrat Hansmann, der, wie 76 mal eidlich erhärtet, Frontsoldaten aufs schmählichste besudelte, u. a. einen Lumpenhund nannte. Preußische Polizei schritt ein, weil Landrat Hansmann beleidigt sei. Hansmann steht jedoch keinesfalls unter Schutz von Notverordnung und erhielt übrigens hervorragende Möglichkeit, durch Beleidigungsklage die Unrichtigkeit der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu erhärten. Nationale Bevölkerung Wittens erhebt schärfsten Protest, daß preußische Polizei unter Berufung auf Euer Exzellenz Notverordnung einschreitet und einen Mann schützt, der das gesamte Volk aufs schimpflichste beleidigt hat. Stahlhelm Witten. Schlechte Angewohnheiten. Im allgemeinen sind, ja Angewohnheiten immer schlecht, denn gute Angemohnheiten sind schließlich Eigenschaften, die den Charakter eines Menschen dokumentieren. Die Hausfrau beklagt sich über die schlechten Eigenschaften ihres Gatten, der ausgerechnet die Asche seiner Zigarren auf dem Teppich ablegt, oder der notwendigenfalls die Kristallschale als Aschenablage benutzt. Der verwöhnte Tischgast beklagt sich über die schlechte Angewohnheit seines täglichen Tischnachbars, der die Kartoffeln mit dem Messer zerschneidet, und wir beklagen uns über die schlechte Angewohnheit vieler Kinder, die immer dann mitreden, wenn sich ältere Leute unterhalten. Aber schließlich sind das alles Form= oder Erziehungsfehler, die sich plötzlich wieder bemerkbar machen, aber über die man notwendigenfalls noch hinwegsehen kann. Es gibt Leute, die schlechtere Angewohnheiten haben. Da haben Leute das Bedürfnis, jeden Bekannten durchzuhächeln und zu beklatschen, der gerade nicht zugegen ist, andere wieder sind das Gegenstück. Sie haben die Angewohnheit, nur von sich selbst zu reden, sie hören sich selbst auch am liebsten sprechen und sehen es nicht gern, wenn auch ein anderer Mensch mal zu Wort kommt. Ueberall trifft man diese Leute mit den schlechten Angewohnheiten. Leute, die uns bis zur Raserei bringen, wenn wir ohnehin schon leicht reizbar sind. Bei dem Manne, der uns in der Straßenbahn oder im Eisenbahnzug ständig auhustet, weil er sich nicht die Hand vor den Mund legen kann, verspüren wir den ersten leichten Groll, der sich bis zum Zorn steigern kann, wenn ein anderer die Angewohnheit hat, seine Gespräche so laut zu führen, daß die eigenen Gedanken immer wieder abgelenkt werden. Ach. es gibt tausenderlei Angewohnheiten, die die Menschen als Folterinstrument für ihre Mitmenschen an sich haben. Vielleicht hat man selbst auch solche, nur sie kommen einem entweder nicht zum Bewußtsein, oder man hat die Energie, sich so weit zusammenzureißen, daß diese Angewohnheiten äußerlich nicht zu Tage treten. Beherrschung ist nämlich wirklich der einzige Weg. mit dem man seine schlechten Angewohnheiten zurüchalten kann! Freilich, ein großer Teil unferer mitvurger kann und will sich nicht zusammenreißen, weil er überzeugt ist, daß sein Verhalten korrekt ist und bei niemanden Anstoß erregt!.— wechseln. Dieser Witterungswechsel vollzieht sich zuweilen auch innerhalb weniger Stunden. Nach einem langen Winter ist es nun milde geworden, und die Wettersachverständigen versichern uns, daß diese Temperatur anhalten und eine würdige Einleitung des Sommers sein wird. Dennoch, von Zeit zu Zeit verfinstert sich der Himmel und ein seiner Regen rieselt auf Stadt und Land hernieder. Die Menschen schauen zweifelnd und unzufrieden nach oben, sie sind verdrießlich, daß Petrus alle Pläne und Absichten durchkreuzt. Aber die Menschen sind ungerecht. Sie wissen vielleicht nicht, daß dieser Witterungswechsel der Endkampf der Natur ist, daß Regen und Sonnenschein miteinander abwechseln müssen, um die Natur zu befruchten. Schon machen sich draußen die ersten Erfolge des warmen Frühlingsregens bemerkbar, schon sprießt das zarte Grün aus Bäumen und Sträuchern, das solange auf sich warten ließ. Die bunten Frühlingsblumen scheinen fast über Nacht aus der Erde hervorgezaubert, und auch der Landmann sieht diesen Regen recht gern. Wenn es regnet, ist die Luft erwärmt und es besteht vorerst nicht die Gefahr, daß irgendein tückischer Frost das Werk der ersten Frühlingssonne zunichte macht. Wenn Sonne und Regen weiterhin gleichmäßig miteinander wechseln, so ist es durchaus kein Schaden für die Natur. wenn dieser Zustand noch bis in den Mai hinein anhält. Denn selbst der Mai soll noch kühl und naß sein. Er muß die Erde mit Nährstoffen und Feuchtigkeit auffüllen, damit sie in den heißen Sommermonaten gewisse Vorräte hat. Ein altes Bauernsprichwort sagt ja schon:„Mai kühl und naß, füllt dem Bauer Schenn' und Faß!“— Was trennt uns denn noch groß vom wunderschönen Monat Mai? Ein paar kurze Wochen, aber in dieser geringen Zeitspanne muß sich das Wohl der Natur entschieden haben, sonst ist es zu spät. Darum sollen die Menschen verständig sein, sollen nicht dem regendräuenden Himmel fluchen, sondern an das Morgen denken, das uns die Früchte der Natur svendet! .— Regen im Abril. Jedem einzelnen ist ja zur Genüge bekannt, daß der Monat April die unbeständigsten Witterungsverhältnisse des ganzen Jahres hat. Wir sind auch in diesem Jahre nicht vom Gegenteil überzeugt worden, sondern müssen erfahren, daß ein Sonnentag mit einem Regentag ab§ Annen, 20. April.(Kabelauslösung.) Auf der Stockumer Straße wurde Samstag von der Firma Grosch ein Starkstromkabel ausgelöst, das früher die Verbindung von der Zeche Hamburg zur Zeche Germania herstellte. Das alte Kabel soll für Betriebszwecke im Bochumer Bezirk Verwendung finden. —(Denkmalsweihe und Wiedersehensfeier des.=R. Nr. 87 und der Kriegssormationen Res. 87.) Landw. 87, 186. 223, 253. 468. Das Denkwal ist im Bau und wird am./10. Mai 1931 auf dem Windmühlenberg in Mainz eingeweiht. Anmeldungen nimmt entgegen: Ed. Feldmann, Frankfurt a... Rat. Beilstr. 15.— Alle Kameraden werden gebeten. Sonntag morgen um 10 Uhr in der Wirtschaft Fritz Oberdick. Augustastr., zu erscheinen. —(Um die Westsälische Straßenbahn.) Die Nachricht, die verbreitet worden war. daß ein neuer Konkursantrag von der Stadt Bochum gestellt worden sei ist erfunden," wie die Bochumer Stadtverwaltung auf Befragen mitteilt. Es ist im Gegenteil wahr, daß beantragt ist. den schon früher gestellten Konkursantrag vorläufig weiterhin in der Schwebe zu halten, damit die Sanierung zur Durchführung kommen kann. Tatsache ist ferner, daß die Streckengarantie für unrentable Linien, einer der bisherigen Hemmungspunkte, zu einer Einigung geführt hat, daß weiterhin die beiden Direktoren und ein Prokurist sich mit ihrem Ausscheiden aus der Westfälischen Straßenbahn und ihrer Abfindung einverstanden erklärt haben. Entwürfe über neu abzuschließende Verträge zwischen der Westfälischen Straßenbahn und der BochumGelsenkirchener Straßenbahn sind von der Stadtverwaltung Bochum den beteiligten Gesellschaftern zugegangen. Mit ihrer Durchberatung in den Körverschaften der Gesellschafter ist in Bälde zu rechnen. Es besteht somit die berechtigte Hoffnung, daß die Westfälische Straßenbahn saniert wird und daß unter Leitung der Bochum=Gelsenkirchener der Betrieb weitergeführt werden kann. („Gut Holz“ auf der 7. Westfälischen Gastwirtsmesse zu Dortmund.) Es ist ein enges Band, das den Gastwirt mit dem Kegler verknüpft und das durchaus nicht nur einseitig auf dem geschäftlichen Vorteil beruht, den der Gastwirt durch die Benutzung seiner Kegelbahn hat oder haben möchte. Irgendwie fühlt sich fast jeder Gastwirt zum Kegelsport hingezogen und übt ihn selbst gern aus. Da wird es vielen eine Freude sein zu erfahren, daß die Messeleitung der 7. Westfälischen Gastwirtsmesse in Dortmund gemeinsam mit dem Dortmunder Keglerverband 4 sportgerechte Bahnen in der Bayernklause der Westfalenhalle hat aufbauen lassen, auf denen eine große Anzahl sehr wertvoller Preise unter Leitung und Aufsicht des Dortmunder Keglerverbandes ausgekegelt werden können. Um den Wünschen der Gastwirte entgegen zu kommen, die gern mit ihren Kollegen aus nah und fern einmal in friedliche Konkurrenz treten wollen, ist eine besondere Bahn für Gastwirte geschaffen worden, auf der die für die Wirte bestimmten Ehrenpreise ausgekegelt werden sollen. Die Bayernklause der Westfalenhalle hat in den Tagen vom 24. April bis 3. Mai einen fröhlichen Betrieb zu erwarten und wird eine große Anzahl Anhänger des edlen Kegelsports in ihren Mauern vereinen. —(Rasch tritt der Tod den Menschen an.) Am Freitagabend wurde Herr Heinrich Reibt, wohnhaft Herdecker Straße 89, ganz unerwartet von einem Schlaganfall betroffen. Er hatte sich, ohne irgendwelche Beschwerden zu empfinden, mit seiner Familie an den Tisch gesetzt, um das Abendbrot einzunehmen und darnach an einer Gesangprobe des.=.=V.„Fröhlichkeit" teilzunehmen. Plötzlich wurde er vom Tode ereilt. Der Familie wird angesichts des harten Schicksalsschlages herzliche Teilnahme entgegengebracht —(Der Polizeipräsident in Bochum) teilt für die Bevölkerung in den Bezirken, in welchen Landjägerei= oder Schutzpolizeilandposten eingerichtet sind, folgendes mit: Die Landjagereibeamten und Landposten der Schutzpolizei haben die ausgefüllten An=, Ab= und Ummeldeformulare der Meldepflichtigen aus dem Bereich der ihnen zugewiesenen Dienstbezirke anzunehmen und an die Reviermeldestellen weiterzuleiten. Hierdurch werden der Bevölkerung weite Wege bis zur Reviermeldestelle erspart. Die Meldeformulare sind im Buchhandel sowie auf den Meldestellen zu haben. Auch können die ordnungsmäßig ausgefüllten und vom Hauswirt unterschriebenen Meldeformulare durch die Post eingesandt werden. Ferner können auch Auskünfte über Wohnungsanfragen verzogener Personen in den Reviermeldestellen, in deren Bezirk die verzogene Person zuletzt gewohnt hat, gegen Erstattung der Gebühr von 0,.50 RM. erteilt werden. —(Jugendpflege. Fahrpreisermäßigung.) Auch für das Jahr 1931 ist ein besonderer Seedienst Ostpreußen vorgesehen. Die genauen Fahrpläne sind erhältlich in jedem Reisebüro, können aber auch bei dem Norddeutschen Lloyd, Kajütenbüro, in Berlin, Unter den Linden 1, dem Lloydreisebüro in Bremen, Bahnhofstr. 35, oder bei der Stettiner Dampfschiffs=Gesellschaft J. F. Braeunlich in Stettin unmittelbar angefordert werden. § Annen, 20. April.(Standsicherheit der Fahnen nachprüsen!) Die auf den Dächern und an Gebäudefronten befestigten eisernen Fahnenstangen werden im Lause der Zeit durch Witterungseinflüsse, namentlich an den durch Verkleidung verdeckten Stellen, stark vom Rost angefressen, so daß ihre Standsicherheit gefährdet ist. Durch das Herabstürzen von Fahnenstangen können nicht nur Hausbeschädigungen entstehen, sondern auch erhebliche Gefahren für den Verkehr herbeigeführt werden, für die der Hauseigner verantwortlich gemacht wird. Da die Schäden an den Fahnenstangen infolge der Verkleidung durch die Bundringe nicht immer leicht zu erkennen sind, empfiehlt es sich dringend, die Fahnenstangen von Zeit zu Zeit durch einen Sachverständigen untersuchen zu lassen. —(Reichsbund der Kinderreichen, Ortsgruppe Witten.) Zu einer eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich die Vierteljahrsversammlung des Bundes der Kinderreichen. Ortsgruppe Witten. Der Vorsitzende, Hoffmann, zeichnete in seinen Worten die große Not des deutschen Volkes in allen Schichten, besonders in den Reihen der Kinderreichen. Mit lautem Ruf möge es bis an die berusenen Sachverwalter der Volkswohlfahrt dringen: Helft dem Volke, besonders den kinderreichen Familien, denn sie sind staatserhaltende Kräfte und für die deutsche Zukunft von mitbestimmendem Einfluß! Er verlangte von der Reichsregierung endlich Einlösung der gegebenen Versprechen, die ihre Verankerung in dem Artikel 119 der Reichsverfassung haben:„Die Ehe steht als Grundlage des Familienlebens und der Erhaltung und Vermehrung der Nation unter dem besonderen Schutze der Verfassung. Sie beruht auf der Gleichberechtigung der beiden Geschlechter. Die Reinerhaltung. Gesundung und soziale Förderung der Familie ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden. Kinderreiche Familien haben Anspruch auf ausgleichende Fürsorge. Die Mutterschaft hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge des Staates.“ Sodann erstattete der Vorsitzende Bericht über die Arbeit des Verbandes, insbesondere der Ortsgruppe. Aus Anlaß des Muttertages veranstaltet die Ortsgruppe in Witten am Sonntag, dem 10. Mai, auf dem Marktplatz eine öffentliche Kundgebung. Mit dem Muttertag ist auch in diesem Jahre ein Blumentag verbunden; der Reinertrag aus dem Erlös des Blumenverkaufes ist für die „Hilfe an der Wiege" bestimmt. Die Mutterehrungsfeiern selbst werden am darauffolgenden Sonntag, dem 17. Mai, stattfinden. Dann behandelte der Redner Fragen der Neuorganisation innerhalb des Verbandes: die Neugliederung soll eine Vereinfachung der Verwaltung und Verminderung der Ausgaben mit sich bringen.— Danach führte die Maggi=Gesellschaft einen Film über die Herstellung und den Nährwert ihrer Erzeugnisse vor, daneben wurden landschaftliche Bilder gezeigt. Damit war die arbeitsreiche Versammlung beendet. —(Folgen der Trunkenheit.) Ein„im Wullen“ wohnhafter Former, der stark gezecht hatte, geriet in der Nacht zum 18. d. M. bei seiner Rückkehr gegen 2 Uhr mit Hausbewohnern in Streit, wobei er Verletzungen davontrug, so daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Annen, 20. April.(Der Säuglingspflegekursus in der evangel. Frauenhilse) beginnt Dienstag abend 8 Uhr im Vereinshause. Es wird nur ein geringer Beitrag erhoben. Besonders Jungmütter sind herzlich dazu eingeladen. * Witten, 20. April.(Unterführung im Timmerbeil.) Dem Vernehmen nach soll mit den Arbeiten behufs Erweiterung der Eisenbahnunterführung im Timmerbeil im kommenden Monat begonnen werden. Bekanntlich haben die Stadtverordneten für diesen Zweck die Summe von 30000 Mark bewilligt. Oespel=Kley, 20. April.(Selbstmordversuch.) Samstag vormittag wollte die 45jährige Ehefrau Sophie B. im Zustande geistiger Umnachtung sich das Leben nehmen. Sie wohnt in einem Stift in Dortmund=Kley. Hier sprang sie aus der zweiten Etage aus einem Fenster. Mir sehr schweren Verletzungen blieb sie bewußtlos liegen. Sie wurde in das kathol. Krankenhaus in Dortmund=Lütgendortmund übergeführt. Hier stellten die Aerzte Rippenbrüche, sowie mehrere Ober= und Unterschenkelbrüche fest. Der linke Fuß mußte sofort amputiert werden. Ihr Zustand ist sehr bedenklich. Es besteht wenig Hoffnung, sie am Leben erhalten zu können. Polizeibericht vom 19. April Diebischer Kavalier. Am 15. April 1931 lernte eine Hausangestellte von auswärts, die sich besuchsweise in Wanne=Eickel aufhielt, einen Mann kennen, mit dem sie einen Spaziergang im Stadtgarten in Wanne=Eickel unternahm. Der Kavalier erbot sich, die Handtasche des Mädchens während des Zusammenseins in Verwahr zu nehmen. Sie wurde ihm auch arglos anvertraut. Gegen 21 Uhr trennten sie sich an der Vincke=Ecke=Emscher=Straße, ohne daß der fragliche Mann seinen Namen genannt hatte. Am nächsten Morgen mußte das Mädchen feststellen, daß ihr von dem netten „Kavalier“ aus einer Geldbörse, die sich in der Handtasche befunden hatte, ein Betrag von 13,— Mark entwendet worden war. Es ist anzunehmen, daß es sich bei dem Täter um eine Person handelt, die nur Bekanntschaften sucht, um diese bei sich bietender Gelegenheit zu bestehlen. früheren Verwaltungsmitglieder der Einzelgemeinden, Baurat Beigeordneter Schmidhäusler und Bürgermeister Seynsche. Dem Bürgermeister Brisch, der von der Regierung eingesetzt wurde, hatten die Stadtverordneten ein Gehalt von 16.000 Mark mit 2000 Mark Aufwandsentschädigung und freier Wohnung bewilligt. Der Regierungspräsident erklärte aber, daß das zu wenig sei, und forderte Erhöhung. Eine Stellungnahme zu dieser Forderung des Regierungspräsidenten wurde durch Annahme eines Antrages auf Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Ebenso hatte in der Frage der Beigeordnetengehälter die Regierung empfohlen, zu beschließen, daß das neu festgesetzte niedrigere Beigeordnetengehalt nicht für die bisher schon in der Verwaltung tätigen und übernommenen Beigeordneten gelten, diese vielmehr ihre bisherigen Bezüge weiterbehalten sollten. Der Antrag wurde gegen 13 Stimmen der Rechsparteien abgelehnt. Meppen(Ems), 20. April.(Unregelmäßigkeiten bei der Gewerbebank Meppen.) In der am 10. d. M. von der Gewerbebank Meppen e. G. m. b. H. veranstalteten Generalversammlung wurden u. a. die einem früheren Geschäftsführer zur Last fallenden, im August vorigen Jahres aufgedeckten Kassenunregelmäßigkeiten zur Sprache gebracht. Der von der Genossenschaft zu tragende, zu einem geringen Teil durch Angehörige des Kassierers ersetzte Gesamtverlust beläuft sich auf mehr als 150 000 Mark. Die Entschlossenheit aller Versammlungsteilnehmer, unter allen Umständen die Bank in ihrem Bestande zu erhalten, führte nach kurzer Debatte zur einstimmigen Annahme der vom Vorstand und Aufsichtsrat vorgelegten Sanierungsvorschläge. Danach wird der Verlust gedeckt werden auf dem Wege einer Heranziehung der Rücklagen, durch eine größere Zubuße der Verwaltung und durch eine von den rund 100 Genossen aufzubringende einmalige Umlage im Einzelbetrage von 500 Mk. Von einer Anzahl der Versammlungsteilnehmer wurde lebhaft bedauert, daß gewisse, im Interesse der Genossenschaft selbst liegende Gründe, eine gerichtliche Klarstellung der unliebsamen Vorkommnisse nicht ratsam erscheinen ließen. San Franziskos Untergang. Das surchtbare Erdbeben vom 18. April 1906.— Eine Erinnerung nach Zeitungsberichten. Sittlichkeitsverbrecher festgenommen. Am 17. April wurde in Castrop ein 31 Jahre alter Bergmann wegen Verbrechens nach§§ 173 und 173,3 festgenommen. Er ist zum Teil überführt und geständig und wird dem zuständigen Richter zugeführt. Diebe öffneten Münzsernsprechapparate. „Neuyork, 18. April 1906. Heute früh, vermutlich um 5,15 Uhr, da alle Uhren von San Franzisko um diese Zeit stehengeblieben sind, ereignete sich ein Erdbeben, das sich über Hunderte von Quadratmeilen erstreckte. Der Verlust an Menschenleben wird auf mehrere Tausend geschätzt. Mehrere hundert Leichname bereits geborgen. Das Erdbeben zerstörte in San Franzisko eine große Anzahl Gebäude, darunter das große Hospital und das sieben Millionen kostende Stadthaus..“ Diese Nachricht durcheilte vor 25 Jahren alle Welt, kurze Zeit nachdem im gleichen Jahre ein gewaltiger Vesuvausbruch die Herzen der Menschen erschüttert hatte. Dieser ersten Schreckensnachricht folgten immer schlimmere Botschaften. Heute liest man in der Erinnerung diese Telegramme wie einen furchtbaren Roman: Neuyork, 18. April, 2,30 Uhr nachm.(WTB.) Der ganze vom Meer aus sichtbare Teil von San Franzisko steht in Flammen. Ein fünfstöckiges Hotel stürzte ein, dabei wurden 70 Personen unter den Trümmern begraben, und diese gingen dann in Flammen auf...“ Was das Erdbeben nicht zerstört hatte, das wurde das Opfer einer ungeheuren Feuersbrunst. Gerüchte durchschwirrten die Welt, das amerikanische Pacific= geschwader sei untergegangen, eine Nachricht, die sich glücklicherweise nicht bestätigte, aber Not und Elend wuchsen grauenhaft. Plündernde Chinesen, Japaner und Neger, die Unterwelt von Frisko, terrorisierte kurze Zeit die Stadt, trotz des erbarmungslosen Einschreitens der Truppen und der Bürgerwehr. Noch immer brennt ganz Frisko. Nach vorläufiger Schätzung beträgt die Zahl der Umgekommenen über 10000. San Franzisko ist völlig zerstört. Ueber 100000 Familien sind obdachlos. Der Gesamtschaden wird auf eineinhalb Milliarden geschätzt. Nachdem die Schrecken der furchtbaren Feuersbrunst nachgelassen haben, bedrohen Hunger und Krankheit die Bevölkerung. Mit Ausnahme der brennenden Gebäude herrscht vollkommene Dunkelheit, eine grauenhafte Beleuchtung mancher Schreckensszene. Im großen und ganzen war die Ordnung in der Stadt bewundernswert, was wohl eine Folge der von vornherein strengsten Maßnahmen gegen Plünderer war. Vom Wolkenkratzer bis zur Chinesenhütte war alles niedergebrannt. Nur einige moderne Stahlbauten hatten standgehalten. Die Amerikaner lehnten durch ihren Präsidenten Roosevelt die ausländischen Hilfsgelder ab, was damals ziemliches Befremden erregte. Es entsprach dies ganz dem amerikanischen Geiste. Auch in der Not Selbsthilfe, ohne sich auf Fremde zu verlassen. Ganz amerikanisch war es, daß in den Tagen, wo die Trümmer der Stadt noch schwelten, hervorragende Bürger der Stadt beschlossen, San Franzisko als eine der schönsten Städte der Welt aus der Asche erstehen zu lassen. Die Amerikaner haben Wort gehalten. San Franzisko, die Stadt am Goldenen Tor. ist eine der reichsten und schönsten, aber aller Schönheit der Natur und des Ortes steht die Gefahr der Gegend gegenüber, die immer erdbebenbedroht ist. Möge diese Weltstadt vor einer Katastrophe für immer beschützt bleiben, wie sie vor 25 Jahren in einer Nacht den blühenden Ort vernichtete. Noch unbekannte Täter öffneten in der Nacht zum 17. 4. in Bochum mehrere Münzfernsprechapparate und entwendeten die darin befindlichen Kassetten. Zwei dieser Kassetten wurden von Schulkindern auf einem Schulhofe wiedergefunden. Mehrere Kassetten fehlen noch. Provinz=Nachrichten Solingen, 19. April.(Die Solinger Bürgermeistergehälter.— Der Regierungspräsident befürwortet Erhöhungen.) In der seit Monaten in den Ausschüssen und im Stadtrat erörterten Frage der Gebühren für Kanal= benutzung, Straßenreinigung und Müllabfuhr konnte das Eingreisen der Regierung durch eine Einigung vermieden werden. Es wurden Kompromißanträge angenommen, nachdem die Stadtverwaltung durch Zustimmung zu weiteren Streichungen in den Haushaltsplänen eine Ermäßigung der Gebühren um 10 v. H. gegenüber dem vorigen Jahre ermöglicht hatte. In der nichtöffentlichen Sitzung stand erneut das Bürgermeistergehalt zur Beschlußfassung, ebenso die Frage der Besoldung der zu Beigeordneten der neuen Stadt gewählten Wetterbericht der Wetterwarte Essen. (Nachdruck verboten.) Der Bahn der gestern über Ostfrankreich hinwegziehenden Tiefdruckwirbels folgen auch die anderen Mitglieder der 20. Zyklonenserie von Island her über die Nordsee weiter südlich nach Mitteleuropa. Ein kräftiger Sturmwirbel liegt heute bereits über der Nordsee. Kühlere Luft auf seiner Rückseite bringt im Kampf mit der von Süden her angesangten etwas wärmeren Luft westlich der Linie Hamburg—Zürich allgemein tiefe Bewölkung und verbreiteten Niederschlag. Ueber England hat die kühle Luft aber bereits ihre Herrschaft angetreten und veranlaßt dort bei stark wechselnder Bewölkung nur noch Schauerniederschläge. Der Wirbel wird rasch nach Süden vordringen, ihm folgen jedoch neue Störungen, so daß bei uns das vorherrschend trübe, regnerische Weiter weiterhin anhält. Vorhersage für Montag: Etwas ruhiger, aber immer noch unbeständiger Witterungscharakter. Nur vorübergehend aufheiternd, zeitweise Regen, z. T. in Schauern. Noch immer kühl, Windrichtung stark wechselnd. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei stärkerer Bewölkung noch immer Schauerniederschläge. ##2 * gewo seld auch Biele Stür: ruhen heute ren 9 tauche Denn Monlag, den 20. April 1931 Gleins Massendesuche dei den Endspielen. vor 7000 Zuschauern nur ganz knapp gegen Nachen.— Schwarz=Weiß Barmen Sieger in der Trostrunde. Um das grun=Weiße Band. Fortuna verliert einen Punkt.— Meiderich schlägt Alemannia Aachen.— Schwarz=Weiß Barmen Sieger der k..=Runde. Die westdeutsche Meisterrunde hat nun auch mit der so lange erwarteten Ueberraschung aufgewartet. Immer wieder hatte man eine kleine Sensation erwartet und— der BfB Bielefeld hat sie nun geschafft. Fortuna Düsseldorf, der westdeutsche Favorit, konnte in Bochum gegen den Westfalenmeister nur:2 spielen, die Mannschaft büßte einen wertvollen Punkt ein. Aber auch in Köln kam ein Ergebnis zustande, das zumindest im Rheinbezirk unangenehm überraschen dürfte. Der Meidericher SpV blieb mit :0 siegreich. Zwei verschiedene Galbzeiten. Bielefeld— Fortung Düsseldorf:2(:). Der Trompeter von— Düsseldorf ist genau so populär geworden wie das Bergmannsklavier der Schalker. Gestern in Bochum auf den überfüllten Rängen der Tus=Kampfbahn(Stadion kann man doch schlecht sagen) gesellte sich zu ihm ein überlebensgroßer Teddybär— hübsch in rotweiße Seide mit.=95=Wappen eingelullt—; die begeisterte Gemeinde aus Flingern, die damit Düsseldorfs Stärke ist das Tordreieck, auf das die Mannschaft ihre Meisterschaft aufbauen kann. Dagegen ist beim Westfalenmeister die Verteidigung nicht sattelfest, der Hüter leichtfertig, sein Hang zu„Ausflügen“ hätte bei etwas Schußglück von Hochgesang, der viel drüber und daneben pfeffert, zur Katastrophe werden können. Beide Mannschaften sind hochgradig nervös, dazu„meckert“ sich Bielefelds lächerlich oft reklamierende Mannschaft System und Ruhe selbst zusammen. Die:=Pause ist richtig, beide Treffer der 95er sind Beweise zielsicherer Stürmerarbeit. Bielefeld mag das gleiche gute Feldspiel gezeigt haben, die Unterlegenheit liegt im krankhaft verzettelten Sturmspiel, in der zu draufgängerischen (deshalb leichtsinnigen) Spiel der Verteidigung. —— aber das Ende Bielefelds=Rechtsaußen ist der gefährlichste Stürmer, als ihn Bornefeld gleich nach der Pause „laufen“ läßt, hätte fast das:=Verhängnis schon da seinen Lauf genommen. Auch eine Ecke für Bielefeld kann von Pesch nur mit Glück weggeboxt werden. Bochum ist sehr für Bielefeld, die spielerisch schwächere Elf hat stets ein Plus an Sympathie. Besonders in neutraler Zone. Tatsächlich können die Westfalen nun stark, sehr stark drängen, gar das Kommando übernehmen. Fortung verleugnet seinen Stil, wird zappelig und muß auch bald den:=Treffer hinnehmen, den Pesch, als er herausgelaufen ist, entsetzt in seinem Netz landen sieht. Bielefelds Linksaußen, die kohlenstaubatmende Gußstahlstadt gezogen ei sehr funger, sehr netter Kerl, hat ihn hoch00 10 war, trieb mit diesem Monstrum ihr Kurzweil. Kleinere Trompeten scharten sich in dieser obligaten„Düsseldorfer Kurve" um einen riesigen rotweißen Fähnchenwald. Ganz natürlich, daß aus dieser Ecke der wiederum zuerst die Fläche betretenden Fortuna die stärkste Beifallssalve entgegenknatterte. Die 12000 in Bochum (das ohne Gelsenkirchener Besuch die Zuschauerrekorde der Hochburg Duisburg nie erreichen wird)„tagten“ im ziemlich gemütlichen Zusammensein die anderthalb Stunden, teils in sachlicher Kritik, teils in leidenschaftlicher Anteilnahme über Spiel und Mannschaftsleistung, so den ewigen„Reis der ewig anderen Endspielstimmung schafsend. Die Mannschaft erreichte vor dem Wechsel eine gute Gesamtleistung, ließ auch Ansätze zum Kombinationsspiel erkennen, aber in der letzten halben Stunde war es mit aller Kunst vorbei. Der beste Mannschaftsteil war die Verteidigung mit Graffmann und dem kleinen, aber schnellen Hüter. Lange ließ nach einer guten ersten Hälfte in der Läuferreihe stark nach, im ganzen gut war hier nur Klein. Der Sturm brachte nicht viel zustande, Spiering kam über einige gute Ansätze nicht hinaus. Alemannia Aachen ist gegen die Spiele der engeren Bezirksmeisterschaft nicht wieder zu erkennen. Zolper war gut, die Verteidigung hatte viel Glück. In der Läuserreihe enttäuschte Münzenberg, er beschränkte sich fast nur auf die Abwehr und fand in seinen schwachen Nebenleuten auch nicht das geringste an Unterstützung. Der Sturm hatte nur in Dautzenberg einen Spieler, der vor dem Wechsel angenehm auffiel, der Rest war sehr schwach. Die erste Hälfte sah Meiderich leicht im Angriff. Die Mannschaft fand sich ausgezeichnet zusammen und Alemannia Aachen hatte gefährliche Momente zu überstehen. Da Münzenberg aber zumeist als Dritter Verteidiger wirkte, dauerte es immerhin 22 Minuten bis ein Tor fiel. Scheppermann flankte, Krämer täuschte den hinzueilenden Aachener Verteidiger und der Halbrechte Nemmann konnte aus kürzester Entfernung sicher einschießen. Noch einmal glaubten die Zuschauer an ein Meidericher Tor, aber der Ball sauste scharf von Außen gegen das Netz. Die zweite Hälfte brachte ein verändertes Bild, Das Fortunas Halbzeil wari der ändige“ Flugzeug kreiste natürlich, warf den schneeweißen Ball ausgerechnet dem hübschen rotblonden Bielefelder linken Läufer in die Arme, dann pfifi Dondelinger, und es ging Bielefeld in schmuchen rotweißen Streifen, beginnt auffallend ruhig im halbhohen, sehr genauen Paß mit auffällig starker Einsetzung der Flanken. Der niedersächsische Einschlag dieser stäimnigen Westsalenelf ist direht ausallend. MitLllspiek, Hoffmann, Verteidiger Peperkorn und hnstsaußen sind baumlange Kerle. Fortuna heute mit Janes im Sturm und dem winzig kleinen alten Bakkers in der Läuferreihe, liegt jedoch mehr im Angriff. die Zweimetergarde am Bielefelder Tor hat alle Beine voll zu tun, in das Spiel der Hochgesang und Köhler, deren blitzschnelles Wechselspiel auffällt, hineinzukommen. Bielefelds zu eng gewinkeltes Spiel schlägt namentlich Trautwein über das ganze Feld zurück. Eine Flanke von Albrecht schießt Hochgesang unnachahmlich direkt aus der Luft gegen einen BfBVerteidiger, aber kurz darauf— nach ca. 15 Minuten— hat Albrecht wieder geflankt, Hochgesang getäuscht und Janes aus dem entstehen# den Wirrwarr unhaltbar mit Effekt eingeschossen. Nachdem Pesch im Fortuna=Tor einen sehr schweren Ball im Gleitflug souverän abstoppt, ist die vorher etwas zapplige Verteidigung in das osspohnte Abwehrschema hineingewachsen: Bieleleiy gendel: zu viel, rennt sich dadurch sest. Aber auch Fortuna verliert für eine Zeit den Faden spielerischer Sicherheit. Bielefeld spielt„überlegen", doch Düsseldorfe Stürmer spritzen viel energischer ab. Bender ist ruhender Pol, Hochgesang dirigiert die mit dem heute guten Albrecht sehr gefährliche Flanke, deren Vorlage durch den immer vor dem Tor auftauchenden Köhler bald das zweite Tor ergibt. Dennoch, man sieht es schon jetzt, springend aus vollem Lauf eingeköpft. Fortuna muß auch noch verteidigen, es dauert lange, lange, ehe der ungestüme Ansturm unter anhaltendem Beifallssturm von 10000 Bochumer vorläufig abgeschlagen ist. Bielefeld bleibt eine ganze Zeit überlegen, der Kampf um den Ausgleich und Meisterchancen ist erst beendet, als die Westfalen endlich und verdient durch einen wunderbaren Spitzenschuß des Rechtsaußen das:2 markiert haben. „Tout“,. Bochum ist elektrisiert, traurig senken sich die weißroten Fähnlein in der Kurve. Ecke auf Ecke prasselt vor Düsseldorfs Tor. Da steht alles Kopf. Immer weiter überrascht das gute, genaue und stürmische Spiel der Westfalen. Einmal flitzt Köhler zwischendurch durch, aber einmal ist keinmal, deshalb gibt es sicher auch kein Tor. Immerhin ist dieser Fortunadurchbruch nach der Halbzeit Signal dafür, daß die Elf aus dem Traumzustand endlich erlöst wird, den Ernst der Situation erfaßt. Es sind nur noch sieben, noch sechs, noch fünf Minuten und beiderseits die Verteidigungen im Bilde, sodaß man das:2 getrost als feststehend hinnehmen darf. Alemannia Aachen kam auf, beherrschte zeitweise das Feld und ließ den Niederrheinmeister kaum noch ins Spiel kommen. Immer wieder mußten die Meidericher Verteidiger klären, aber ihre Arbeit war bei dem zerfahren spielenden Aachener Angriff auch nicht allzu schwer. Das Spiel wurde immer härter, Strafstöße über Strafstöße verhängte der etwas kleinliche Unparteiische Manger (Düsseldorf). Münzenberg versuchte aus allen Lagen, durch Strafstöße den Meidericher Hüter zu bezwingen, aber es langte nicht. Aufmerksam lenkte der Cerberus im Tor der Niederrheinischen immer wieder den Ball über das Tor, die Ecken brachten nichts ein. Die letzten Minuten kamen, Alemannia Aachen drängte, aber Meiderich konnte den knappen Vorsprung halten. Es blieb bei dem glücklichen:0 Siege. In den letzten Minuten.. Schwarz=Weiß Barmen: Rheydter SpB.:0(:). Kein„happy end“. gab es für beide Teile. War man schon vorher äußerst erregt, hitzig und hart, so purzeln am Schluß die Leider nur so über den Rasen. Einmai liegt Geisendörfer, ruft und schreit, dann wird Janes von Peperkorn recht„pfefferig“ wegbefördert und Bielefelds Halslinker tritt, als Hochgesang köpfend den Ball erreichen will, diesen unglücklich ins Gesicht. Nicht kavaliermäßig rennt der Nürnberger fast im gleichen Moment in einer(beinahe möchten wir es behaupten) Affekthandlung, diesem Partner mit seinem Bayernschädel ins Gesicht hinein. Der Bielefelder liegt verletzt am Boden, scheint das Auge aufgeschlagen zu haben. Das Publikum tobt und schreit. Wohl etwas einseitig, aber nicht ganz zu Unrecht. Es fallen und stürzen noch ein paar Spieler, dann — gottlob— macht Dondelingers Pfiff dem qualvollen Durcheinander der letzten Minuten ein Ende, das für den korrekten Sportsmann immerhin peinlich ist. Glücklicher Sieg Meidericher SpB.: Alemannia Nachen:0(:). Daß man auch des Guten zuviel bieten kann. war wieder einmal in Köln ersichtlich. Nur 7000 Zuschauer wohnten dem Spiel der Meister vom Rhein und Niederrhein Lei. Einmal zeigte Alemannia Nachen nur eine schwache Leistung, die für die weiteren Spiele keineswegs zu Hoffnungen berechtigt und dann gab auch der Meidericher SpB. nur vor der Pause eine gute Vorstellung. Der Gieg der Meidericher ist immerhin ale glücklich zu Es war bestimmt keine große Leistung, die den—8000 Zuschauern in Neuß geboten wurde. Von einem entscheidenden Spiel zweier Mannschaften, die Aussichten haben, in die deutsche Meisterrunde zu gelangen, kann man schon mehr erwarten. Schwarz=Weiß Barmen hat das Spiel verdient gewonnen, das Spiel war präziser und einheitlicher in der Zusammenarbeit. Die besten Spieler waren der rechte Verteidiger Petschler und Boßmann als rechter Läufer. Im Angriff setzte sich Schlösser nicht in dem erwarteten Maße ein, wenn auch seine Ballverteilung recht gut war. Treude gab seine Flanken zu weit nach hinten. Der Rheinbezirks=Zweite lieferte nicht das erwartete Spiel. Der Zusammenhang ließ zeitweise zu wünschen übrig und zwischen Läuferreihe und Sturm klaffte zeitweise eine merkliche Lücke. Eine ausgezeichnete Vorstellung gab der Torhüter Gilessen. Auch die Verteidigung erwies sich als sehr sicher, aber die restlichen Mannschaftstelle konnten eben nicht überzeugen. Rheydt hatte einen recht starken Anhang mit nach Neuß gebracht, die Begrüßung für den Zweiten vom Rhein war unerwartet stürmisch. Die ersten Minuten sahen denn auch die Rheydter leicht im Angriff. Kubica im Barmer Tor hatte bald Gelegenheit, einen scharfen Schuß des Linksaußen durch glänzendes Hinwerfen zu meistern. Dann sauste ein Rheydter Strafstoß gegen die Latte, Barmen hatte bange Minuten zu überstehen, aber der Rheinzweite konnte keinen Erfolg erringen. Barmen kam dann langsam in Schwung, übertrieb aber die Kombination und sand zudem in dem Rheydter Hüter ein selten gutes Bollwerk. Das Spiel wurde härter, überschritt mehrfach die Grenzen des Erlaubten. In der 35. Minute verlor Rheydt den Halbrechten, der bei einem Zusammenprall mit Brusen eine Verletzung erlitt. Noch verschiedentlich hatte Rheydt Gelegenheit, eine Führung zu erringen, aber die erste Hälfte endete torlos. Nach dem Wechsel bereiteten die Rheydter Anhänger den Barmern einen nicht allzu guten Empfang, Pfeisen und Pfui=Ruse empfingen den Zweiten von Berg=Mark, ein unnötiges Theater. Rheydt hatte wieder elf Spieler zur Stelle hatte einige gute Momente, aber der Sturm verstand es nicht, sich durchzusetzen, zumal Petschler in der Barmer Verteidigung ein großes Spiel lieferte. Das Spiel artete mehr und mehr aus, es kam zu unliebsamen Zusammenstößen, zumal der Schiedsrichter sich nicht entschließen konnte, durchzugreisen. Barmen gewann langsam Boden und die Rheydter Abwehr mußte hart arbeiten. Vor allem in den letzten 15 Minuten wurde der Barmer Druck merklich stark. Der Linksaußen knallte freistehend gegen die Rheydter Torlatte, aber in der 35. Minute der zweiten Hälfte fiel das erste Tor. Der Halbrechte Schöler war der glückliche Torschütze. Die Barmer wurden nun besser in der Zusammenarbeit, die Mannschaft kombinierte und konnte schließlich durch einen Nachschuß des Rechtsaußen einen:0 Sieg herausholen. Noch einmal versuchte Rheydt, einen Erfolg herauszuholen, aber die verstärkte Barmer Abwehr hielt das Ergebnis. Schlösser vergab sogar kurz vor dem Abpiff bei einem schnellen Vorstoß die Chance, auf:0 zu erhöhen. Süd schlägt Mittel 4: 3, Das Endspiel um den Fußball=Bundespokal Das Endspiel um den Bundespokal führte in Dresden im Sportpark des Dresdner SC die Verbandsmannschaften von Mittel= und Süddeutschland zusammen. 30000 Zuschauer wohnten trotz den hohen Eintrittspreisen dem Spiel bei, das erst in der Verlängerung zugunsten der ausgezeichneten süddeutschen Elf entschieden war. Bei der Pause stand die Begegnung:1 für Süd, dann lange Zeit:2 für Mittel, und erst gegen Schluß der regulären Spielzeit konnte der Süden zum Ausgleich kommen. In der Verlängerung glückte dann dem Süden der nicht unverdiente Sieg. Mitteldeutschland stellte mit Ausnahme des Leipziger Torhüters Menzel die komplette Elf des Dresdner SC, während der Süden den Internationalen Hergert für Mantel in der Läuferreihe und als Sturmführer den Frankfurter Rotweißen Rutz hatte. Süddeutschland stellte in der Gesamteit die bessere Els. besonders die internationale Läuferreihe war der mitteldeutschen klar voraus Leinberger war weit besser als Köhler; schade daß der Fürther zum Schluß durch eine Verletzung schwer behindert war, sonst wäre der süddeutsche Sieg schon früher sichergestellt worden: Glänzend war der süddeutsche Sturm unter Führung von Rutz mit den ausgezeichneten. Halbstürmern Frank und Lachner und den eminent schnellen Kund und Stieglbauer auf der Flügeln. Schwach war beim Süden eigentli. nur die Verteidigung Heidlauf=Burkhardt, aber dafür war Kreß im Tor so gut, daß er als der beste Mann auf dem Platz angesprochen zu werden verdient. 34:0 verloren. Frankreich schlägt Deutschland mit 34:0 im Rugby. * Paris, 19. April. Der 6. Rugby Länderkampf zwischen Deutsch land und Frankreich ging am Sonntag in Paris vor 12—15000 Zuschauern vor sich. Die Franzosen lieferten ihrem Gegner das erwartete, überlegene Spiel und landeten mit 34:0(:0) Punkten einen Sieg, der lediglich in seiner Höhe überraschend wirkt. Mit einer klaren Niederlage hatte man ja von vornherein gerechnet, immerhin glaubte man doch an ein besseres Abschneiden der Deutschen als in den beiden letzten Jahren(21:0 und 31:), zumal der französische Rugbysport in diesem Jahre eine schwere Krise durchzumachen hatte. Die in dieser Hinsicht gehegten Erwartungen der deutschen Rugbygemeinde erfüllten sich aber nicht. im Gegenteil: die deutsche Fünfzehn, die nur in der ersten Hälfte ein ziemlich gleichwertiger Gegner war, wurde katastrophaler denn je geschlagen. Bis zur Pause kamen die Franzosen nur auf acht Punkte, wad in erster Linie das Verdienst der guten Stürmerarbeit auf deutscher Seite war. wodurch die französischen Dreiviertel nicht so zur Entsaltung kamen. Der deutsche Sturm war trotz seinen nur sieben Leuten im Gedränge meist überlegen, aber in der deutschen Hintermannschaft blieb der Ball dann stecken. In der zweilen Hälfte drehten die Franzosen dann mächtig auf und ein Versuch nach dem anderen war die Ausbeute systemvollen Spiels. In der deutschen Fünfzehn gesielen lediglich Haux, Leipert und Schwanenberg und vielleicht nur der Gedrängehalb Schölchk 1 4 * * 4 # O P T Fußball in Westbeulschlaud. :1 •2 •2 •3 •3 •1 •4 :2 :1 :0 :0 :1 :3 :0 Westfalenbezirk: Meisterschaftsendspiele: Runde der Meister: Bochum: BfB Bielefeld— Fortuna Düsseldorf:2 Köln: Alemannia Aachen— Meidericher SB:1 Runde der Zweiten: Neuß: Rheydter SB— Schwarz=Weiß Barmen:2 Meisterschaftsspiele: Gruppe West: Viktoria Recklingh.— Westfalia Scherlebeck:2 Gruppe Oft: Bielefeld 06:07— SE 08 Unna Union Recklingh.— BfL Osnabrück Ruhrbezirk: Schwarzweiß Essen— Preußen Krefeld BV Altenessen— Horst=Emscher Essen 99— Preußen Duisburg Germania Herne— Meiderich 06 Dortmund 08— Union Gelsenkirchen(Sa):2 Niederrheinbezirk: Duisburg 08— Duisburger SV Stadtelf Duisburg— Kursisten=Elf Hamborn 07— Westfalia Herne SpVgg. Oberhausen— Rotweiß Essen Rasensport Oberhausen— Vikt. Barmen Homberger SV— BfB Speldorf GSV Moers— Hagen 11 Meiderich 06— Alemannia Beeck Westfalenbezirk: Preußen Münster— Teutonia Lippstadt SC 08 Münster— Union Gelsenkirchen VfL Ahlen— Spög Gütersloh Berg=Mark=Bezirk: Viktoria Düsseldorf Ratingen 04(Sa.) VfB. Remscheid: Eller 04(Sa.) Ratingen 04: Gerresheim 08 TRU. Düsseldorf: Spog. Sterkrade Düsseldorfer SC. 99: SSV. Oberkassel Solingen=Gräfrath: Hammer Spog. Germania Elberfeld: Schalke 04 Rhein=Bezirk: BfR. Köln: Rhenania Köln(Sa.) Kölner BC.: Köln=Külz 07(Sa.) CfR. Köln: Mülheimer SV. Blau=Weiß 06 Köln: Vingst 05 Bonner FV.: Bonner WV. 60 Borussia Gladbach: Odenkirchen 05=07 Berg.=Gladbach: Preußen Köln Mittelrhein=Bezirk: SC. Oberlahnstein 09: Koblenz 00=02 Rheinland Mayen: VfB. Lützel Spog. Andernach: WV. Mayen FV. Neuendorf: Germania Metternich FV. Engers: Fortuna Kottenheim Südwestfalen=Bezirk: Hagen 72: MBV. Linden Hagen 05: Solingen 95 Sportfr. Siegen: VfB. Weidenau Gevelsberg 08: Tus. Bochum Hessen=Hannover=Bezirk: : H e r m a n n i a K a s s e l: S p o r t K a s s e l Kurhessen Kassel: FsV. Frankfurt •0 :0 •3 :0 •3 •3 •3 :0 •4 •4 :1 :1 :1 :5 •4 •4 :3 :1 •4 :2 :1 •3 Wacker 04 Berlin: BfB Pankow(Sa):1 Union Oberschöneweide: Blau=Weiß(Sa):0 Weißensee 1900: Preußen Berlin(Sa) ausg. Kickers Berlin: Meteor Berlin(Sa):4 Südstern Berlin: Norden=Nordwest(Sa) Spandauer SB: Tasmania Neukölln(Sa):5 Eine kleine Revanche für Paris Die Berliner Stadtmannschaft schlägt Paris sicher:2(:). 40 000 Zuschauer, ein weiterer Beweis für das unehmende Fußball=Interesse der Reichshauptstadt, hatten sich am Sonntag im Berliner Poststadion zum Städtespiel Berlin: Paris, der zum 8. Male ausgetragen wurde, eingefunden. Sie alle los befri werden restle Acfliedigt die Kampfstätte verlassen haben, denn neben einem erfreulichen und überzeugenden Berliner Sieg gab es auch ein schönes, faires und schnelles Spiel zu sehen, an dem man seine Freude haben konnte. Die Berliner waren in bester Fahrt, vor allem war der Sturm sehr gut aufgelegt. Pahlke von der Tennis=Borussia war äußerst aktiv. In der 12. Minute schoß er zum ersten Tor für Berlin ein. Hanne Sobeck ließ nach einer Viertelstunde, in der 30. Minute, ein weiteres Tor mit schnellem Nachschuß folgen.:0 für Berlin ging es in die Halbzeit. Schon in der dritten Minute nach der Pause kann Berlin auf eine Flanke Pahlkes hin auf:0 erhöhen. Der sehr gute Mittelstürmer Franke von Blauweiß Berlin schießt in der 10. Minute das vierte Tor. Jetzt erst kommen die Pariser, die bis dahin immer an der Berliner Abwehr gescheitert waren zu einem Erfolg, als der gute Halbrechte Delfour vom Racing Club einen Eckball geschickt einköpfen kann. Berlin antwortet mit einer schönen Kombination von Sobek zu Pahlke, der in der 17. Minute das Verhältnis auf:1 stellt. Drei Minuten später fällt der zweite französische Treffer, aber der Tennis=Burosse Schmidt kann vor Schluß noch ein:2 herausholen. Die Berliner Mannschaft bewährte sich gut. Es gefielen Sobek, der Mittelstürmer Franken und Pahlke. Martwig kam erst spät in Schwung. Die ganze Mannschaft war gut. Bei den Franzosen zeigte der Torwart Tassin recht gute Leistungen. Der Mittelläufer Gautheroux und der Halbrechte Delfpur überragten noch die Mannschaft. Schlecht war die Verteidigung, besonders der rechte Spieler Fidon. Derby County: Manchester United Ledds United: Aston Villa Leicester City: Newcastle United Manchester City: Westham United Sostzgiguts: Volton Wanderers „seld United: Grimsby Town :1 •2 :1 :1 :0 :1 Schottland. 1. Liga: Aberdeen: Clyde Aor United: St. Mirren Celtie: Airdrienonians Cowdenbeath: Motherwell East Fise: Queens Park Hamilton.: Falkirk Hearts of.: Partich Thistle Kilmarnock: Morton Leith Athletie: Dundee Rangers: Hibernians :1 2: :1 :0 •2 •1 :2 :0 :1 :0 Deutsche Gand baltmeisterschaft Alle Westdeutschen ausgeschieden Spög Fürth— Tura Barmen 10:7(:). Nur 7000 Zuschauer hatten sich in Barmen eingefunden, man schien also Tura in eigener Umgebung schon nicht mehr allzu großes Vertrauen entgegen zu bringen. Die letzten schwachen Leistungen wirkten sich ungünstig aus und— zu allem Ueberfluß— machten sie sich gegen die SpBg Fürth wieder mehr denn je bemerkbar. Der Angriff spielte zu langsam, die Läuferreihe wirkte uneinheitlich und klammerte ebenso wie die Verteidigung zuviel. Zu allem Ueberfluß versagte der Torhüter und das besiegelte denn auch in erster Linie die Niederlage. An und für sich soll der Sieg der Süddeutschen nicht geschmälert werden, aber ohne das schwache Spiel des Barmer Hüters Hagen wäre er nicht zustande gekommen. Ausgezeichnet spielte die Abwehr, im Sturm überragte der Repräsentative Zacherl. München 1860; Ambrosiana Mailand:0 :3 :1 •2 :8 :7 :3 WSV.=Kursus=Mannschaft enttauschte. Nach mäßigem Spiel ein:=Sieg gegen Duisburg. Eine WSV=Kursuself trug am Samstag nachmittag auf dem Platze des VfvB Ruhrort vor ca. tausend Zuschauern ein Uebungsspiel gegen eine Duisburger Stadtmannschaft aus, die noch durch einen Hamborner Spieler verstärkt wurde. Vorweg muß betont werden, daßß die Kursisten ein wenig überzeugendes Spiel lieferten und durchaus keine besonderen Leistungen boten. Der Kampf hat somit nicht die Erwartungen erfüllt, die man auf ihn gesetzt hatte, und da auch die Duisburger Stadtvertretung nur mäßige Leistungen zeigte, werden wohl die Zuschauer ihr Kommen bereut Vor 6000 Zuschauern absolvierte am Samstag die italienische Fußballmannschaft Ambrosiana Mailand ihr drittes Spiel in Deutschland, und zwar in München gegen die„Löwenelf“. Die Süddeutschen mußten auf ihre bewährten Stürmer Lachner und Stiglbauer verzichten, die in Dresden weilen. Trotzdem hatte 1860 bedeutend mehr vom Spiel, konnte aber die sichere italienische Verteidigung im Verein mit dem guten Hüter nicht überwinden. Das Eckenverhältnis lautete•4 für München. SB 98 Darmstadt: Sportfreunde Siegen:3(:). Vor 5000 Zuschauern lieferten sich der Süddeutsche Meister und der dritte Vertreter Westdeutschlands einen überaus harten und unschönen Kampf, der oft durch Strafwürfe und Verwarnungen unterbrochen werden mußte. Schiedsrichter Schulz(Kiel) war für diesen Kampf, in dem beide Parteien mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln kämpften, nicht der geeignete Mann. Ein Siegener Spieler wurde des Platzes verwiesen. Darmstadt schaffte durch Feigk und Freund zuerst zwei Treffer, die beide aus Strafwürfen resultierten. Der Siegener Innensturm holte aber bald durch Mittelstürmer und Rechtsinnen den Ausgleich, aber bis zur Pause lag Darmstadt mit:2 durch Ziegler und Freund in Front. Nach dem Wechsel dominierte Darmstadt restlos. Feigk (), Ziegler und Werner erhöhten auf:2, erst dann konnte Klein noch einen Strafwurf für Siegen verwandeln. Deutschlands Elf gegen Golland. Vier Westdeutsche spielen. Der Spielausschuß des Deutschen FußballBundes hat am Sonntag abend die deutsche Nationalmannschaft zum Landerspiel gegen Holland am 26. April in Amsterdam aufgestellt. In der Mannschaft spielen vier Westdeutsche: Schröder, Weber, Münzenberg und Albrecht, drei Mitteldeutsche: Schlösser, R. Hofmann und Müller, drei Süddeutsche: Kreß, Knöpfle und Lachner und ein Berliner, Kauer. Die Elf hat folgendes Aussehen: Kreß(Rotweiß Frankfurt); Schröder(BfR. Köln), Weber(Kurhessen Kassel); Kauer(TennisBorussia Berlin), Münzenberg(Alemannia Aachen), Knöpfle(FSV. Frankfurt); Albrecht (Fort. Düsseldorf), Lachner(München 60), Schlösser, R. Hofmann, Müller(alle Dresdner SC.) Ersatz: Pesch(Fort. Düsseldorf), Emmerich (Tennis=Borussia Berlin), Stössel(Dresdner SC.), Sackenheim(Guts Muts Dresden). 946 durchfahren, also eine Gesamtstrecke von 318 um zurückzulegen. Der Sieg fiel auch in diesem Jahre wieder an die elsässische Marke Bugatti, doch nicht durch den Vorjahrssieger Dreyfuß, sondern durch den Franzosen Pouis Chiron, der das Rennen in:39:09,2 Stunden siegreich beendete. Zweiter wurde der Italiener Fagioli auf Maseratti in:43:04,6 Std. vor Varzi(Italien) auf Bugatti:43:13,2 Std., Bouriat(Frankreich) auf Bugatti 2 Runden zur. und Zehender(Schweiz) auf Alfa Romeo 4 Runden zurück. Der deutsche Fahrer R. Carracciola (Berlin) auf Mercedes=Benz schied in der 60.9 Eunde wegen einer Störung im Getriebe aus, ebenso mußte Divo das Rennen wegen eines Benzinleitungsbruches vorzeitig beenden. Schmplaprodein Leipzig Der erste Tag.— Reni Küppers=Erkens behaugtet. Verh BfB Aachen— Hannover 96:8(:5):6 u. Verl. Chemnitzer BE: FC Mailand:1. Der FC Mailand gastierte am Sonnabend in Chemnitz beim dortigen BC und bezog nach mäßigen Leistungen eine:4 Niederlage. Bei der Pause stand die Begegnung noch:0, dann ging Chemnitz:0 in Front und nach dem Ausgleich der Gäste folgten noch drei weitere Treffer. The Arsenal englischer Ligameister. haben. Das Ergebnis muß für die Auswahlmannschaft als schmeichelhaft bezeichnet werden, denn ein Unentschieden hätte eher dem Spielverlauf entsprochen. Allerdings schossen die Duisburger zu wenig und diesem Nachteil können sie ihre Niederlage verdanken. Die Duisburger Stadtmannschaft kämpfte vor der Pause in der Ausstellung Grabowski; Busch, Dahms; Bosse, Frütel, Rodzinski(Hamborn 07); Straßburger, Graffers, Rosenkranz, Hoffmeister, Kirchhoff. Nach der Pause wurde die Mannschaft geändert, es spielte Kobus im Tor, Frütel und Kunz Außenläufer, Schäfer Innenläufer, und im Sturm Guttmann 1, Guttmann 2(rechte Flanke), Graffers als Mittelstürmer, Straßburger(Halblinks) und Kirchhoff(Linksaußen). Die Auswahlmannschaft bestand aus weniger bekannten Spielern, die aus Vereinen des Rhein= und Mittelrheinbezirks stammen. Der linke Läufer der Kursisten konnte in etwa befriedigen, während die übrigen Leute tatsächlich nur Durchschnittsmaterial waren. Zaße all in=Leich :0 :0 :1 :1 •4 :3 Süddeutschland. Meisterschafts=Endspiele: Runde der Meister: Bayern München: Karlsruher FV Eintracht Frankfurt: SV Waldhof Wormatia Worms: Union Böckingen Trostrunde Südost: Stuttgarter Kickers: FV Rastatt I Phönix Karlsruhe: Schwaben Augsburg 1. FC Pforzheim: BfR Fürth Trostrunde Nordwest: Rot=Weiß Frankfurt: SV Wiesbaden FV Sarbrücken: Union Niederad Phönix Ludwigshafen: VfL Neckarau FC Idar: BfL Neu=Ysenburg Gesellschaftsspiele: Städtespiel Ulm: Augsburg FSB Frankfurt: FSV Mainz 05(Sa) München 1860: Ambrosiana Mailand(Sa):0 Alemannia Worms: Kickers Offenbach— FK Pirmasens: BfB Mannheim:3 Saar 05 Saarbrücken: BfB Stuttgart— Würzburg 04: FC Milano:1 Brandenburg. Reisterschaftsspiel: Minerva 93 Berlin: Berliner SB 92(Sa) ausg. Zwei Wochen vor Beendigung der englischen Meisterschaftskampagne steht schon der englische Ligameister fest. Der Londoner Club„The Arsenal“ mit der„teuersten Mannschaft der Welt“ sicherte sich und der Reichshauptstadt erstmalig den Meistertitel, der am Samstag durch einen:1= Sieg über Liverpool sichergestellt wurde. In den beiden noch ausstehenden Treffen können die Londoner nicht mehr eingeholt werden. Birminghams berühmter Club Aston Villa, der in Leeds gegen United:2 gewann, ist unbestritten Tabellenzweiter, da gleichzeitig Sheffield Bednesday in Birmingham:2 unterlag. Zum Abstieg verurteilt ist Manchester United und der Begleiter wird wahrscheinlich Leeds United sein. Meister der zweiten Division ist Everton— der Liverpooler Vorstadtklub kommt also nach einjähriger Abwesenheit wieder ins„Oberhaus". Krefeld: Köln 2: 5(1: 2) Eine etwas unglückliche Niederlage mußte der westdeutsche Meister hinnehmen. Ungefähr 7000 bis 8000 Zuschauer wohnten dem hochinteressanten Spiel bei, das erst in der Verlängerung entschieden wurde. Vor der Pause fand sich Aachen nicht zurecht, konnte dann aber nach dem Wechse! mit:5 in Führung gehen. Im Endspurt konnten dann die energischen Norddeutschen doch noch einen knappen Vorsprung erringen, der mit vereinten Kräften gehalten werden konnte. Borussia Breslau— PSV Gotha:7(=4) Halle 96— PSV Berlin:7(:6) PSV Weißenfels— PSV Königsberg 14:1(:1) PSV Spandau— St. Georg Hamburg:2(:1) 1. Spandauer PHC: St. Georg 95 Hamburg :2(:). Preis der Roemryke Berge Zuverlässigkeitsfahrt auf dem Nürburg=Ring. Nürburg, 19. April. Turnerhandballspiel in Kreseld. •2 •2 :1 :1 In der Krefelder Grotenburgkampfbahn kam am Sonntag ein Städtespiel im Turnerhandball zwischen Krefeld und Köln vor 1500 Zuschauern zum Austrag. Während Krefeld die erste Begegnung für sich entscheiden konnte, siegte diesmal Köln ziemlich klar mit:2, nachdem es bis zur Pause:1 für die Kölner gestanden hatte. Köln war im Zusammenhang sehr gut. Beim Sieger erzielte der Mittelstürmer Lülsdorf sämtliche fünf Tore, davon allein vier durch Freiwürfe. Spanien: Italien 0:0 :3 Gesellschaftsspiele: Städtesper. Berli Städtespiel Berlin: Paris •2 Der mit so großer Spannung erwartete Fußballänderkampf zwischen Italien und Spanien ging am Sonntag vor 40 000 Zuschauern in Bilbao vor sich. Der Kampf endete torlos, aber er war keineswegs uninteressant, da alle 22 Spieler ein hervorragendes Spiel zeigten. Ganz besonders gefielen die beiderseitigen Hintermannschaften, die keinen erfolgreichen Torschuß zuließen. Italien hatte im allgemeinen etwas mehr vom Spiel, aber Zamorra im spanischen Tor war nicht zu überwinden. Auf der Südschleife des Nürburg=Ring wurde am Sonntag der Preis der Roemryke Berge zum Austrag gebracht, der von Automobil=Clubs (ADAC.) durchgeführt wurde. Das Rennen gestaltete sich in jeder Hinsicht zu einem vollen Erfolg. Mehrere 1000 Zuschauer verfolgten mit gro ßem Interesse dem Verlauf dieser Zuverlässigkeitsfahrt und auch die Organisation ließ nichts zu wünschen übrig. Auf der 7,8 km langen Strecke, die 20 mal durchfahren werden mußte, gab es zahlreiche Ausfälle und Stürze, die aber mehr oder weniger keinen besonderen Schaden anrichteten. Aus der Klasse 1 gingen drei Fahrer strafpunktfrei hervor, und zwar In der Elst, Kramer und Führmann, wogegen in der Klasse 2 zwei Fahrer strafpunktfrei über die Distanz waren, und zwar Tückmantel und Loof. Schließlich gingen aus der Klasse 3 Lorenz, Schminke, Reuter und Dürr strafpunktfrei aus der Prüfung heraus. Die Endplazierung lautet wie folgt: Klasse 1: 1. In der Elst(Gladbach) Ardie; 2. Führmann (Rheine) Japp; 3. Kramer(Bergisch Gladbach) Japp; Klasse 2: 1. Loof(Godesberg) Imperia; 2. Tückmantel(Solingen) AIS.; Klasse 3: 1. Schminke(Godesberg) Imperia; 2. Lorenz(Magdeburg) Rudge; 3. Reuter(Sinsheim) Ardie; 4. Dürr(Köln) Zündapp; Klasse 4:(Beiwagen): 1. Erich Schieck(Wuppertal) UT. 9 Strafpunkte. Klasse 5(Beiwagen): 1. von der Mühlen(Wuppertal) Imperia 13 Strafpunkte. Der Deutsche Schwimm=Verband ließ am Wochenende in Leipzig vor ausverkauftem Hause Olympia=Prüfungswettkämpfe zur Ausrichtung bringen, die schon am ersten Tage ausgezeichnete Kämpfe brachten. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch ein 200=Brustschwimmen. Im ersten Lauf lagen bis 150 m fünf Schwimmer noch dicht beisammen. Erst in den letzten 25 Metern konnte sich der Göppinger Schwarz durchsetzen und mit:50 Minuten eine ausgezeichnete Zeit herausholen, die allerdings über dem deutschen Rekord liegt. Der Kölner Budig wurde Vierter. Der zweite Lauf, der schwächer besetzt war, sah Schulz=Annaberg als Sieger. Gutes Konnen legte der 16jährige Müller=Leipzig an den Tag, der mit:01,2 Min. eine bessere Zeit herausholte als Koppen=Leipzig beim Prüfungsschwimmen des Vorjahres. Im ersten Lauf des 100=Damenkraulschwimmens lieferte Frau Reni Küppers=Erkens ein ausgezeichnetes Rennen. Sie führte von Anfang an und ließ sich den Sieg nicht nehmen. Ihre Zeit ist:14,6 vor Frl. Wunder=Leipzig. Im zweiten Lauf kam der Nachwuchs zur Geltung. Hier lieferte Frl. Ninow=Charlottenburg eine gute Partie.— Im zweiten Lauf des 200=Kraulschwimmens gab es eine große Ueberraschung, denn der Kölner Deiters brachte sich durch eine gute Zeit von:22,8 im Gesamtklassement auf den dritten Platz. Derichs=Köln blieb im geschlagenen Felde. Auch der Göppinger Neitzel als Sieger des dritten Laufs, konnte sich nicht durchsetzen. Hier siegte Balk verdient in:20,2, blieb also 1,8 Sekunden über dem Deutschen Rekord. Das Kunstspringen der Damen war natürlich Frl. Jordan=Nürnberg nicht zu nehmen, während. im Herrenspringen Riebschläger=Zeitz siegte. Seinen einzigen Bezwinger Viebahn=Berlin verwies er auf den vierten Platz. Eine international gute Zeit holte der Breslauer Deutsch im 100=Rückenschwimmen heraus. Seine Zeit war:12,8 Minuten. Frl. Elfriede Sasserath=Rheydt wurde im 100=Rückenschwimneu überlegene Siegerin. Im abschließenden 200 =Brustschwimmen lieferten sich Frl. Rocke=Magdeburg und Frl. Suchaardt=Charlottenburg ein totes Rennen. Im einzelnen die Ergebnisse: 200=Brustschwimmen: 1. Schwarz=Göppingen:50 Min., 2. Wittenberg=Poseidon Berlin :52,8, 3. Künniger=Poseidon Leipzig:53,7, 4. Budig=Sparta Köln:54,7 Minuten. 100°=Damen=Kraulschwimmen: 1. Frau Küppers=Erkens=Oberhausen:14,6 Min., 2. Frl. Wunder=Poseidon Leipzig:18,8, 3. Frl. NinowCharlottenburg:20 Minuten. 200=Kraulschwimmen: 1. Balk 1. FC. Nürnberg:20,2 Min., 2. Heinrich=Poseidon Leipzig:22,7, 3. Deuters=Sparta Köln:22,8, 4. Haas=Poseidon Köln:23,2, 5. Eckstein=Poseidon Leipzig:23,5 Minuten. Damen=Kunstspringen: 1. Frl. Jordan=Bayern 07 Nürnberg 79,16., 2. Frl. Schlüter BfVS. München 68,63., 3. Frl. Schmidtbauer=München 63,90., 4. Frl. Middeldorf=Hannoverscher SV. 45,31 Punkte. 100=Damen=Rückenschwimmen: 1. Frl. Elfriede Sasserath==Rheydt 03:28,6, 2. Frl. Hölzner=Annaberg 07:31,9, 3. Frl. Strubel=Berliner SC.:35 Minuten. Doch Gühring—Müller am 5. Mai in Köln. Fußball im Ausland. England. 1. Liga: Sunderland: Chelsea Arsenal: Liverpool Birmingham: Sheffield Wednesday Blackburn Robers: Middlesborough Blackpool: Huddersfield Town :0 :1 :0 •5 :1 Hein Müller(Köln) und der Stuttgarter Gühring werden sich nunmehr doch einen Kampf um die deutsche Schwergewichtsmeisterschaft liefern. Der Kölner Rheinlandhalle ist es näch langen Verhandlungen gelungen, die Begegnung für den 6. Mai perfekt zu machen. Gühring wird also seine Reise nach USA verschieben. Chiron siegt im Großen Preis von Monaco“ Auf einer.18 km langen Rundstrecke durch AS— die Straßen von Monaco kam am Sonntag der „Große Automobilpreis von Monaco" zum Austrag, der wieder zu einem motorsportlichen Ereignis wurde. Die 25 Fahrer hatten die schwierige Rennstrecke nikt weniger als hundertmal zu Pferdesport. Rennen zu Köln. 1. Rennen: 1. Sturmnixe(L. Sauer), 2. Froher Mut, 3. Brotverdiener. Toto: 16, 14, 15:10. Ferner: Churfürst. 2. Rennen: 1. Pfennigkommschnell(W. Held), 2. Attis, 3. Hermine. Toto: 57, 18, 14, 15:10. Ferner: Bandage, Monte Laerte, Laura, Johannisfest. 3. Rennen: 1. Alpina(B. Klotz), 2. Megara, 3. Bodenharz. Toto: 91, 25, 31, 33:10. Ferner: Szegeban, Charakter, Flink, Haferflocke. 4. Rennen: 1. Hagestolz(H. Wenzel), 2. Donnerkiel, 3. Fernpaß. Toto: 185, 41, 20, 20:10. Ferner: Gebt Feuer, Orion, Jagdkönig, Chevalier. 5. Rennen: 1. Laradosta(Krabbe), 2. Lotteken, 3. Die Deutsche. Toto: 90, 20 25, 16:10. Ferner: Turned up, Nina, Damokles, Bundesbruder. 6. Rennen: 1. Suba(H. Wenzel), 2. Ilia, 3. Peter Sonnenschein. Toto: 112, 31, 17, 19:10. Ferner: Moewe, Leibkürassier, Ingrabon, Feudal, Maikater, Fortis. Dortmund, 18. salenhallen=Versan die Reichsregieru heißt es u..:: Werbeversammlun der Westfalenhalle des Herrn Lübber Stadtler sprach, so 1. Obwohl nach wie auch vom Pi bestätigt wurde, g# Kleinbahnen, die Versammlung brin gungspflicht nicht Polizeiaufgebot an Autos sowie auch an der Weiterfahrt 2. Mit. der Betätigkeiten benutzt der Versammlung am Fußboden zu b 3. Wie die ganz die Leitung des ge Versammlungsräun men nach unbekann gekennzeichneten Zi Anweisungen zu ihr auch während des A land, Deutschland sitzen blieb. 4. Als ich im A digkeit, die Soziald Preußen herauszuse laubtes politisches heutigen Sozialden leitenden Idee spra Zivilisten mit der zu mir an das Redn Amtsausdrucks:„I5. Nach Beendig Herr Dr. Stadtler kam er zur Verdeut Fall zu sprechen, da boten würde. 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Obwohl nach den Bestimmungen der Notverordnung, wie auch vom Polizeipräsidium auf vorherige Anfrage bestätigt wurde, geschlossene Autobusse der Straßen= und Kleinbahnen, die lediglich Teilnehmer zu und von der Versammlung bringen und holen sollten, einer Genehmigungspflicht nicht unterliegen, sind von einem großen Polizeiaufgebot an den Einfahrtsstraßen Dortmunds diese Autos sowie auch private Personenautos angehalten und an der Weiterfahrt verhindert worden. 2. Mit. der Begründung, daß die Stühle zu Gewalttätigkeiten benutzt werden könnten, ist den Veranstaltern der Versammlung die Verpflichtung auferlegt worden, sie am Fußboden zu befestigen. 3. Wie die ganze Versammlung beobachten konnte, lag die Leitung des gesamten großen Polizeiaufgebots in den Versammlungsräumen in der Hand eines mir dem men nach unbekannten, aber durch eine große runde Brille gekennzeichneten Zivilisten, der den Polizeioffizieren die Anweisungen zu ihren Eingriffen gab und in seiner Loge auch während des Absingens der Nationalhymne„Deutschland, Deutschland über alles“ nicht aufstand, sondern sitzen blieb. 4. Als ich im Anschluß an die Betonung der Notwendigkeit, die Sozialdemokratie aus ihrer Machtstellung in Preußen herauszusetzen— ein immerhin wohl noch erlaubtes politisches Ziel— über die innere Schwäche der heutigen Sozialdemokratie infolge Fehlens irgendeiner leitenden Idee sprach, kam— sichtbar auf Weisung des Zivilisten mit der schwarzen Brille— ein Polizeioffizier zu mir an das Rednerpult und bediente sich des mir neuen Amtsausdrucks:„Ich verwarne Sie!“ 5. Nach Beendigung meiner Rede und nachdem auch Herr Dr. Stadtler seine Ausführungen durchgeführt hatte, kam er zur Verdeutlichung der Sachlage auf den gesetzten Fall zu sprechen, daß ihm ein Reichsministerposten angeboten würde. Während dieser Ausführungen wurde auch er zweimal„verwarnt“— einmal mittels Zurufs aus dem Hintergrund, einmal durch den an ihn herantretenden Polizeioffizier, alles auf sichtbare Anordnung durch den Zivilisten mit der schwarzen Brille. Als Herr Dr. Stadtler dann seine humoristischen Ausführungen in dem Sinne fortsetzte, daß hinsichtlich der Selbstverständlichkeit der Ablehnung eines solchen machtlosen Postens kein Zweifel bestehen könnte, wurde ihm polizeilich das Weiterreden untersagt, worauf dann, durch lautes Hornsignal gerufen, ein ganzer Schupotrupp mit militärischem Einmarsch den friedlichen Saal besetzte, was ein deutliches Gemisch von Heiterkeit und Entrüstung auslöste. Auch dieserhalb ist eine entsprechende Anfrage nach den Gründen an das Polizeipräsidium Dortmund gerichtet worden. Ich frage meinerseits die Reichsregierung: 1. Ob ihre Versicherung, daß die Notverordnung des Reichspräsidenten von Hindenburg sich nicht gegen das Stahlhelm=Volksbegehren richten solle, dahin zu verstehen ist, daß die Reichsregierung zu dieser Versicherung durch die Hoffnung oder Gewißheit veranlaßt war, die preußischen Behörden würden durch Mißgriffe wie die geschilderten den Anstoß zu besonders zahlreichen Eintragungen in die Listen des Volksbegehrens geben und auf diese Weise das Volksbegehren fördern? 2. Oder ob die Reichsregierung bereit ist, sofort für eine ihrer Zusicherung entsprechende Handhabung der Notverordnung des Reichspräsidenten von Hindenburg in Preußen zu sorgen? 3. Ob sie insbesondere bereit ist, dafür zu sorgen, daß die Polizeikasse in Dortmund den widerrechtlich am Besuche der Versammlung behinderten Personen Ersatz für den ihnen entstandenen finanziellen Schaden leistet? gez. Hugenberg. Die kleine Frau Storkow Roman von Anton Schwab. 47.)(Nachdruck verboten.) Teutschental sah Hans erschrocken an. „Herr Jordan... Frau Olga...!“ „Will verzichten, muß verzichten... um der Heimat,, um ihrer Aufgabe willen, Herr Teutschental! Verstehen Sie es, sie hat auf Kolas Bitten gehört... und... und ich kann ihr nicht grollen. Ich muß sie verstehen... muß sie bewundern... so... bitter es auch ist.“ Teutschental ergriff Hans' Rechte. „Sie werden überwinden, Herr Jordan!“ habe überwunden, lieber Freund! Man soll nicht nach den Sternen greifen. Alles... kann mir Rußland nicht geben. Der Mensch... geht Die nationale Opposition gegen Hindenburg. München, 18. April. Gestern abend sprach der bisherige thüringische Minister des Innern, Dr. Frick, im Zirkus Krone. Die Versammlung war auffallend schlecht besucht, der Zirkus war zur Hälfte leer. Nachdem Frick gegen die Handhabung der Notverordnung, die nur gegen rechts angewandt werde, Stellung genommen hatte, kündigte er an, daß die nationale Opposition den Reichspräsidenten von Hindenburg auffordern werde, von seinem Amt zurückzutreten, da er das Vertrauen der Mehrheit des deutschen Volkes nicht mehr besitze. Frick bezeichnete es als unwahr, daß er eine Ministerpension beziehe. Er werde nach Beendigung seiner thüringischen Tätigkeit wieder in sein altes Amt zurückschrern. Ausscheiden aus der Krisenfürsorge Keine Fristverlängerung. Berlin, 20. April. Nach den bestehenden Bestimmungen mußten am 28. März die Arbeitslosen, die an diesem Tage die neue Unterstützungshöchstdauer von 32 oder 45 Wochen überschritten hatten, aus der Krisenfürsorge ausscheiden. Von verschiedenen Seiten war die Verlängerung der Auslaufsfrist für diese Arbeitslosen beantragt worden. Auch der Reichsrat hatte bei Verabschiedung des Reichshaushalts 1931 eine entsprechende Entschließung gefaßt. Wie aber jetzt der Reichsarbeitsminister in einem Erlaß mitteilt, hat es sich zu seinem Bedauern nach eingehender Prüfung aus finanziellen Gründen nicht ermöglichen lassen, den Wünschen Rechnung zu tragen, so daß es bei der bisherigen Regelung bleiben muß. Ungarn und die französischen Isteuropapiane. WTB. Budapest, 20. April. Zu der französischen Blättermeldung, wonach Ungarn seinen Beitritt zu der von der französischen Regierung geplanten osteuropäischen Agrarunion angekündigt hätte, wird dem Ungarischen Korrespondenzbüro gegenüber von zuständiger ungarischer Seite festgestellt, daß dieses Gerücht der Wahrheit nicht entspricht. Ungarn habe sich auch nicht geäußert, ob und unter welchen Bedingungen es sich irgend einer Zollunion anschließen würde. Tatsache ist, daß die ungarische Regierung auf eine Anfrage der französischen Regierung die Antwort erteilte, sie nehme gegenüber der deutsch=österreichischen Zollunion vorläufig einen abwartenden Standpunkt ein. Auf eine weitere Anfrage der französischen Regierung, wie eine von französischer Seite herrührende wirtschaftliche Kombination von Ungarn ausgenommen würde, erklärte die ungarische Regierung, sie werde dabei in erster Reihe die wirtschaftlichen Interessen des Landes im Auge haben und ihre Stellungnahme von diesen bestimmen lassen. Ein russisches Patentgesetz. Verwertungsrecht gehört dem Staate. Moskau, 18. April. Nach der sowjetrussischen Telegraphenagentur ist eine Verordnung der Sowjetregierung„über Erfindungen“ erschienen, in der zum ersten Mal seit Bestand des Sowjetstaates das Patentwesen geregelt wird. In ihr heißt es, daß Erfinder, die das Verwertungsrecht an die Sowjetregierung überlassen, ein sogenanntes Autor=Zeugnis erhalten, das ihnen das Recht auf eine Entschädigung, auf Pension und auf verschiedene Vergünstigungen, so in der Wohnungs= und Ernährungs=, der Schulfrage usw., gewährt. Erfinder, die dem Staat nicht das Verwertungsrecht abzutreten wünschen, erhalten auf friedene Gesichter. Freuen Sie sich doch mit mir, daß meinem Sohn... vielleicht das größte Geschäft, das die Deutschen Elektrizitätswerke je machen werden, gelungen ist.“ Jubel antwortete sogleich. „Wir erkennen die Tüchtigkeit Ihres Herrn Sohnes durchaus an, Herr Geheimrat, aber... wir empfinden es als hellen Wahnsinn, diese Konzessionen mit dem Auftrag zu verquicken. Herrgott im Himmel... wir haben doch eine Finanzkrise, wie wir sie noch nicht erlebt haben... wir können die Gelder einfach nicht auftreiben.“ „Die geht vorüber!“ sagte der Geheimrat lächelnd. „Nicht so rasch, wie Sie glauben, Herr Geheimrat! Etwas Optimismus ist immer gut, aber das ist doch zuviel des Guten.“ die Dauer von 15 Jahren ein Patent, auf Grund dessen sie aber verpflichtet sind, im Lause der ersten drei Jahre die Ersindung zu verwerten. Widrigensalls besitzt der Staat das Recht, sie zur Verwertung zu zwingen. Irgendwelche Vergünstigungen, Pensionen usw. erhalten sie nicht. Eine von Sowjetbürgern gemachte Erfindung kann im Ausland nur mit Genehmigung der Sowjetregierung verwertet werden. Mac Donald hat nochmals gesiegt. Der konservative Mißtrauensantrag abgelehnt. London, 18. April. Der konservative Mißtrauensantrag gegen die Regierung Macdonald wurde mit 305 gegen 251 Stimmen abgelehnt. Das Ergebnis wurde mit lautem Beisall auf den Regierungsbänken ausgenommen. In der vorangegangenen Aussprache hatte der konservative Abgeordnete Sir Robert Horne verlangt, daß Rußland von England Waren von mindestens demselben Wert kaufen sollte, den England für russische Waren bezahle. Macdonald erklärte darauf, daß eine Annahme des konservativen Antrages gleichbedeutend mit Zollschutzpolitik sei. Die Zusammenarbeit mit den Liberalen werde fortdauern. Er lade aber auch die Konservativen ein, ihm sachverständige Vorschläge zur Behebung der Arbeitslosigkeit zu machen. Der Konservative Neville Chamberlain warf Lloyd George vor, daß er sich bei seiner Entscheidung, die Regierung zu unterstützen, nur von parteipolitischen Gesichtspunkten habe leiten lassen. Es habe anscheinend auf Lloyd George einen starken Eindruck gemacht, daß die Liberalen in den letzten sechs Nachwahlen Stimmen verloren hätten. Chamberlain hielt der Regierung vor, daß sie tatsächlich keine Arbeitspolitik treibe, sondern einfach auf eine Besserung der Weltlage warte. Der Transportminister schloß die Aussprache im Namen der Regierung mit der Bemerkung, daß die Aussprache eigentlich kaum ein anderes Ergebnis gehabt habe, als der Regierung Gelegenheit zu geben, ihre Pläne zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit nochmals eingehend darzulegen und die Unfruchtbarkeit der konservativen Politik zu beweisen. Berliner Grundstücks-„Geschäfte“ Berlin, 20. April. Der Berliner Stadtbaurat Wagner macht, nachdem er seine Beziehungen zur sozialdemokratischen Rathausfraktion abgebrochen hat, aus seinem Herzen keine Mördergrube mehr. Seinem Artikel, in dem über die Zustände in dieser Fraktion allerhand Erbauliches zu lesen war, läßt er jetzt einen zweiten über Berlins unheilvolle Grundstücksgeschäfte folgen. Er stellt darin u. a. fest, daß eine ganze Reihe von Fällen materieller Interessiertheit an städtischen Transaktionen nicht vorhanden sein würde, wenn ein alter Grundsatz der städtischen Verwaltung konsequent Anwendung fände, nämlich der Grundsatz, daß alle Fälle materieller Interessiertheit städtischer Funktionäre den städtischen Organen vorher oder nachher zur Kenntnis gebracht werden müßten. Das sei aber bei den Grundstückskäufen der Stadt Berlin oder ihrer Gesellschaften nicht geschehen. Und nun fährt Wagner fort: „Der Personalreserent der sozialdemokratischen Landtagsfraktion, Heilmann, ist an diesen Grundstückskäusen mit einem Schlichterhonorar von mehr als 60 000 Mark beteiligt. Der Grundstücksreserent der SPD.=Fraktion des Rathauses, S. Löwy, ist allein an den Grundstückskäufen der Verkehrsbetriebe mit einem Notarhonorar von etwa 120000 Mark beteiligt; daneben stehen dann noch seine Notariatsgeschäfte für das Städtische Grundstücksdezernat und für die Wohnungsfürsorge=Gesellschaften“. Wagner geht dann noch des näheren auf den Kauf des Aschinger Grundstücks am Alexanderplatz ein, das einen Steuerwert von 2 775000 Mark hatte, unter Mitwirkung des Landtagsabgeordneten Heilmann, des Stadtverordneten Löwy, des Stadtrates Zangenmeister und unter leer aus! Diesmal! Aber wir gesiegt.“ „Das heißt im Geschäft haben heißt?“ „Morgen gehen wir zur Regierung und schliezen mit ihr ab. Die Konzessionen zu meinen Bedingungen und dazu das gigantische Elektrifiziekungsprogramm.“ Teutschental strahlte über das ganze Gesicht. „Gottlob! So haben Sie sich doch durchgesetzt. Zu Ihren Bedingungen die Konzessionen Herr Jordan... das ist... ist billig!“ Doch Hans schüttelte den Kopf. ist letzten Endes doch teuer beahlt. Denn... das fühle ich... Der Preis war .. Olga, sie hat sich geopfert! Ihr verdanken wir es, wenn wir jetzt das größte Geschäft unseres Lebens machen" * Aufsichtsratssitzung in Berlin. Die Aufsichtsratsmitglieder waren außer sich, denn eben war ein Telegramm eingelaufen. „„Habe, Hrz i rusischen Regierung abgeschlossen. onser Elen##sezerungsprogramm ist angenommen worden und wir erhalten die Konzessionen mit, zu den gestellten Bedingungen. Jordan.“ Finanzrat Jubel war außer sich, desgleichen der Bankdirektor Tönnies. ist glatter Wahnsinn!“ wetterte Jubel. warte nur auf den Geheimrat! Herrgott... ich muß mir mal alles vom Herzen herunterreden.“ Geheimrat Jordan kam auch kurz hinterher. Auf seinem abgeklärten Gesicht lag ein Lächeln. „Nun, meine Herren, Sie machen recht unzu„Ich kann Ihnen nicht verhehlen, Herr Finanzrat, daß ich Sie für recht kurzsichtig halte. Glauben Sie, Generaldirektor Jordan schließt ab, wenn er nicht gewisse Sicherheiten in den Händen hat, die die Durchführung des Auftrags gewährleisten? Im übrigen.. ich habe eben das Telegramm meines Sohnes erhalten. Heute Abend ist der Abschiedsabend bei dem Staatspräsidenten, er kommt dann gleich nach Deutschland. Er benutzt den Schnellzug und Sie werden ihm übermorgen spätestens gegenüberstehen. Es hat keinen Zweck, wenn wir uns jetzt die Köpfe in endlosen unfruchtbaren Debatten erhitzen. Guten Tag, meine Herren!“ Er verließ das Zimmer. Die Aufsichtsratsmitglieder sahen sich an. Jubel zischte wütend. „Ich verkaufel. Heute noch! Meinen ganzen Aktienbestand werfe ich auf den Markt. Und wenn mich der Spaß 100 Mille kostet. Zu Kreuze kriechen sollen sie.“ Die anderent sahen sich an. Das war ein Druckmittel. Sie sprachen sich noch eine Weile aus, dann lautete bei allen die Devise: Verkaufen! * Sensation an der Börse! Male wurden ungeheure Mengen Aktien der Allgemeinen Deutschen Elektrizitätswerke auf den Markt geworfen. Bestürzung überall. Der Kurs sank rapid. Die Makler schwitzten Blut. Plötzlich aber trat die Deutsche Bank als Käufer auf„ Zahn alles auf, was angeboten wurde. ###h sich erstaunt an. Mancher alte Börsensuchs überlegte. Sollte er einsteigen? Was wurde hier überhaupt gespielt? Es wurde doch von einem Riesengeschäft mit Rußland gemunkelt. Jubel, der selber an der Börse war, wurde blaß und bleich, die Wut packte ihn. Er warf weitere drei Millionen auf den Markt. Disputierte eifrig mit seinen Kollegen, die etwas stutzig geworden waren. Hier stimmte etwas nicht! Zögernd boten sie weiteres Material an. Aber die Deutsche Bank übernahm alles und h. zwei Stunden hatte die Deutsche Bank für 20 Millionen Aktien gekauft. Sie hatte mit einem Schlage ein Aktienpaket in den Händen, das etwa die reichliche Hälfte des gesamten Aktienbestandes war. Als Jubel, einem Schlaganfall nahe, bedrängt von den Vorwürfen der Kollegen die Börse verließ, da standen die Aktien durchschnittlich auf 230. Die Deutsche Bank hatte aber zu einem Kurse von 95 bis 180 eingekauft. Man rechnete sich aus, daß sie mit einem Schlage 17 Millionen Mark verdient hatte. Die Vertreter der Deutschen Bank wurden bestürmt. Wer steckt dahinter, oder hatte die Deutsche Bank den Coup von sich aus gewagt? Aber Direktor Scherbaum lächelte nur und zuckte die Achseln. Am nächsten Tage nahm die deutsche Delegation Abschied von Moskau. Das Abkommen war unter. zeichnet worden. Bei Kola waren sie noch einmal zu Gaste gewesen. * Frau Maria wurde begeistert gefeiert. Aber Frau Olga fehlte. Aber als sie am nächsten Morgen mit dem Zuge Moskau verließen, da stand die schöne Frau, blaß, aber aufrecht auf dem Bahnsteig, um den Geliebten noch einmal zu sehen. Bitter hatte sie die ganze Nacht durchgekämpft. Nochmals war alle Sehnsucht nach dem Glück in ihr emporgewachsen, aber sie blieb Siegerin über das Herz. Es war ein bitteres, wehes Auseinandergehen. Scheiden in Qual. Erlösung war es, als sich der Zug langsam in Bewegung setzte und unter dem winten und Rufen der Deutschen eine weinende arme... und doch so reiche Frau zurückließ. Wahrlich, es gab wenige, die so stark waren wie Olga Romanowski. * Sie fuhren der Heimat zu. Alles war glücklich gelöst. Maria saß mit friedvollen Zügen neben der Mutter und betreute sie. Zustimmung der Stadträte Hahn und Neuter aber zum Preise von 13,5 Millionen Mark, d. h. zu einem Preise von etwa 6000 Mark pro Quadratmeter, von der Stadt bezahlt wurde. Der Kauspreis sand allein um mehr als 10 Miltionen RM. über dem Steuerwert und kam so auf den für jeden Fachmann geradezu unglaublichen 92sachen Friedensmietwert. Wagner ist der Meinung, daß bei öffentlicher Verhandlung der Ankäufe die städtischen Körperschaften si## niemals für derartige Werte entschieden hätten und weist anschließend darauf hin, daß die Stadt jetzt vor der Notwendigkeit stehe. auf Grundstückskäufe in einem Gesamtbestand von 160 Millionen RM. die Hälfte abzuschreiben. Händler gegen Industrie. Um die Zigaretten=Verkaufspreise. Berlin, 20. April. In dem Jampf der ZigarettenInoustrie, die die Marken=Zigaretten billiger als von der Industrie vorgeschrieben, verkauften, ist jetzt die Entscheidung des Kammergerichts ergangen: Die Händler dürsen nach dieser Entscheidung Zigaretten billiger verkaufen, es kann ihnen deshalb nicht von einem Lieseranten Ware verweigert werden. Diese Entscheidung des Kammergerichts ist im Kampf, um eine einstweilige Verfügung der Preisschutz= und Umsatzverrechnungsstelle der deutschen Zigarettenindustrie gegen eine Beiliner Großhandelsfirma ergangen. Diese Firma hatte ihre Zigaretten zu billigeren Preisen in der Provinz angeboten. Die Zigarettenfabriken hatten daraufhin den einzelnen Großhändlern und Fabriken untersagt, der Firma weiterhin Markenzigaretten zu liefern, um sie so zu dem von der Schutzstelle vorgeschriebenen Preis zu zwingen. Diese Zwangsmaßnahme richtete sich gegen eine einstweilige Verfügung, die das Kammergericht l erlassen hatte. Die Entscheidung des Kammer, gerichts ist für diesen Rechtsstreit endgültig. Ebenso wie das Landgericht meint das Kammergericht, daß das „Schleudern“ nicht unsittlich und bei einer vernünftigen Auslegung der Kartellnotverordnung zulässig sei. Den Zigarettenhändlern kann jetzt also nicht mehr verwehrt werden, billiger als vorgeschrieben zu verkaufen, sie können sich auf die Entscheidung des Kammergerichts berufen. Im übrigen wird das Reichsgericht im Kampf um den Zigarettenpreis auch noch ein Wort mitsprechen müssen, denn neben diesem Prozeß um die einstweilige Verfügung geht das ordentliche Verfahren vor dem Landgericht, das in letzter Instanz vor dem Reichsgericht endet. Montag, 20. April: Dortmund und Hagen Schlachtv., Horst=Emscher., Epe., Castrop=Rauxel Schw., Soest Rdv. Pf. Schw. Dienstag. 21. April: Minden K. Rdv. Pf. Schw. Schaf Zieg., Büren Rdv. Schw. Schaf, Ham., Borken K.., Buer V. Pf.-Burgsteinfurt V. Pf. Korn, Gütersloh Rdv. Pf. Schw., Tönnishäuschen., Düstermühle V. Pf., Ladbergen K.., Lübbecke Rdv. Pf. Schw., Warendorf., Belecke 8. Rdv. Schw. Ferkel Kälber Gänse. Neue Stoffe Neue Stoff-Arten Neue Fatben Neue Dre S e Aub berg& — WITTEN Blank Jetzt stand nichts im Wege. Die in Moskau verhafteten Verbrecher hatten ein Geständnis abgelegt, man hatte von dem Erbe gewußt und wollte es der kleinen Frau entreißen. Kalkert war mit im Bunde gewesen. Auch Hassotsch hatte von dem Erbe Storkows gewußt, als er nach Deutschland kam, aber er hatte keine Ahnung gehabt, daß er in der Erbin Storkows.. die Tochter des Fürsten Turati finden würde. Und Galfey? Er hatte natürlich bei der letzten Vorladung geschworen, daß ihn reine Filminteressen nach Deutschland getrieben hätten, aber man glaubte es ihm nicht. Doch da man ihm nichts nachweisen konnte, verbot man ihm den Aufenthalt in Rußland und Galfey reiste schleunigst nach seiner Heimat zurück. In Berlin wurden sie von dem Geheimrat und Frau Imogen erwartet. Die Begrüßung war über die Maßen herzlich. Aber Frau Imogen sah an dem Sohne doch, daß er etwas Bitteres durchkämpft hatte. Er war ernster denn je. Gemeinsam fuhren sie in drei Autombilen nach den Werken. Die Werke waren in heller Aufregung, denn gestern war der Geheimrat mit freudestrahlendem Gesicht durch die Werke gegangen und hatte zu Direktor Scholz und anderen leit i Herren gesagt:„Das Rußlandgeschäft ist perjekt! Es gibt jetzt Arbeit auf viele Jahre! Und auch die Konzessionen haben wir.“ Das Wort war durch alle Räume geeilt. Einer sagte es dem anderen und begierig nahm man es auf. Arbeit! War doch ein Zauberwort. Jetzt brauchte man sich nicht sorgen von wegen... Betriebseinschränkungen... Arbeitslosigkeit! Gottlob! Und als gerade um die Mittagszeit die drei Autos in den Werkhof einfuhren, da strömten die Arbeiter heran und brachten den Heimkehrenden eine so herzliche Ovation, daß Hans ganz bewegt war. Laut rief er über den Hof, daß es die Tausende hörten:„Meine Freunde... ich bringe Arbeit mit aus Rußland... Arbeit für viele Jahre.“ Das Wort wirkte wie eine Fansare und die begeisterten Arbeiter jubelten ihm zu. Arbeit! Arbeit! Welch ein Zauberwort. (Schluß folgt) Reichsfinanzminister Dielrich über die kommende Entwicklung. Karlsruhe, 18. April. Reichsfinanzminister Dr. Dietrich sprach gestern abend in einer Versammlung der Staatspartei über die kommende, Entwicklung in Deutschland. Infolge der letzten Reichstagswahlen hätten sich ungewöhnliche Schwierigkeiten auf dem deutschen Geldmarkt hauptsächlich dadurch ergeben, daß eine Unmenge kurzfristiger Kredite teils vom Ausland und teils vom Inland gekündigt wurden. Ganz seien diese Schwierigkeiten noch nicht überwunden und man habe befürchtet, daß jetzt neue Schwierigkeiten entstehen würden. Es sei: aber gelungen, den Reichstag zur Erledigung des Etatsgesetzes zu bringen und es sei kein Zweifel, daß der Reichstag damit einen Teil seiner verlorenen Position wiedergewonnen und eine historische Tat vollbracht habe zur Wiederherstellung des Vertrauens und zum Wiederaufbau unserer Wirtschaft. Für die Zukunft sei eine der dringendsten Fragen die, wie die Reichsfinanzen gestaltet werden. Entgegen anderslautenden Meldungen denke das Reich nicht daran, eine neue Anleihe aufzunehmen, obgleich die Lage der Reichskasse insofern nicht leicht sei, als viele Zahlungen zu Beginn des Jahres liegen. Die Regierung hoffe aber, ihre Verpflichtungen abdecken zu können, zumal die Verpflichtungen für den Monat Avril bereits sichergestellt seien. Die Abdeckung der schwebenden Schuld könne gewährleistet werden um so mehr, als es gelungen sei, im vergangenen Jahr den Etat um 1400 Millionen RM. zu senken. Die Steuervereinfachung, eine der dringlichsten Aufgaben, sei seit dem 1. April in vollem Gange. Noch nicht entschieden sei, ob die mittleren und kleinen landwirtschaftlichen Betriebe überhaupt von der Einkommensteuer befreit werden sollen, um sie nur noch mit der Realsteuer zu belasten. Die Hauptaufgabe des bevorstehenden Sommers und des Herbstes für die Regierung sei die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Dr. Dietrich richtete schließlich einen Appell an alle Anwesenden, sich für eine Stärkung des Bürgertums in allen seinen Schichten einzusetzen. Gerüchte um Stennes. Berlin, 20. April. In einem Berliner Spätabendblatt wird behauptet, daß zwischen dem nationalsozialistischen Reichstagsabg. Göhring und Hauptmann a. D. Stennes eine Vereinbarung getroffen sei, wonach St. nicht mehr in die nationalsozialistische Organisation eintrete, sondern in Berlin einen selbständigen Wehrverband führe. Die beiderseitigen Angriffe würden künftig eingestellt. Sodann wird behauptet, daß diese Einigung nur unter der Bedingung erfolgt sei, daß Hitler sie annehme und daß später Hitler sich von Göbbels trenne. Diese Meldung kann nur insofern richtig sein, als sich der Beauftragte Hitlers, Göhring, tatsächlich seit einigen Tagen bemüht, die persönlichen Angriffe durch eine Vereinbarung zu erledigen. Im übrigen hat gestern in Berlin eine Kundgebung der SA. für Hitler stattgefunden, in der der größte Teil der Mitglieder der SA. Stennes abgelehnt hat. Die Mitteilung über Göbbels ist nur auf die übliche Agitation zurückzuführen. und Deutschland“. Vortrag des Generalkonsuls Dr. von Lewinski. Berlin, 18. April. Auf Einladung der Deutschen Kolonialgesellschaft sprach am Donnerstagabend General= konsul z. D. Dr. von Lewinski über das Thema„Amerika und Deutschland". Dem Vortrag wohnten u. a. Vertreter des Auswärtigen Amtes, der Reichs= und der Staatsregierung. die Admirale von Lans, Mommsen und Loof sowie Exzellenz von dem Bussche bei. Der Vortragende zog zunächst eine Parallele zwischen der deutschen und der amerikanischen Bevölkerungspolitik. Beide Länder hätten das Bestreben, die Einwanderer aufzusaugen. Während es aber Deutschland nicht gelungen sei, dieses Problem erfolgreich zu lösen, versuche Amerika mit Erfolg, aus den Einwanderern vollkommene Amerikaner zu machen. Es gebe in Amerika nur wenige Volksgruppen, so die Italiener, die bisher der Assimilierung erfolgreichen Widerstand geleistet hätten. Die Zahl dieser Gruppen verringere sich jedoch durch die Einschränkung der Einwanderung nach Amerika ständig. Dr. von Lewinski gab sodann ein Bild davon, wie der Deutsche den Amerikaner sehe und umgekehrt. Ganz im Gegensatz zu dem Bild, das sich der Deutsche von der amerikanischen Frau als einem Luxusgegenstand mache, sei die Amerikanerin eine tüchtige und arbeitssame Lebensgefährtin ihres Mannes. Der Redner gab sodann einen Ueberblick über das amerikanische Parteiwesen und verglich die Verfassungen beider Länder. Drovinz=Nachrichten Dortmund, 20. April.(Eine junge Frau wollte mit ihrem Kinde in den Tod gehen.) Vor kurzem, mittags zwischen 12 und 1 Uhr, versuchte eine 20jährige Ehefrau in Tortmund=Huckarde sich die Pulsader aufzuschneiden. Auch ihr zweijähriges Kind wollte sie mit in den Tod nehmen. Mutter und Kind hatten schon ziemliche Verletzungen an den Händen, als das Vorhaben bemerkt wurde. Ein herbeigerufener Arzt veranlaßte die Ueberführung der Verletzten in die Städtischen Krankenanstalten. Zerrüttete Familienverhältnisse sollen der Grund zu dem Verzweiflungsschritt der jungen Frau gewesen sein. Dortmund, 20. April.(Kath. Schwester tödlich verunglückt.) Die Pflegeschwester Meritania vom katholischen Waisenhaus wurde, als sie hinter einem haltenden Straßenbahnwagen den Fahrdamm überqueren wollte, von einem Motorradfahrer überfahren und so schwer verletzt, daß sie bald darauf starb. Nach den polizeilichen Ermittlungen trifft den Motorradfahrer keine Schuld. Bochum=Langendreer, 18. April.(Protest gegen die Schulgelderhöhung.) In einer Versammlung der Eltern der Schülerinnen der Rektoratschule wurde gegen die geplante Schulgelderhöhung von 140 auf 240 Mark jährlich Protest erhoben. Die Rektoratschule sei keine höhere, sondern eine Mittelschule. Es wurde eine Abordnung gepähl,„die mit der Stadtverwaltung in Verbindung treEin Jederstrich schafft eine Republik. Der Katalanenführer Oberst Macia unterzeichnet im Abgeordnetenhaus zu Barcelona die Proklamation, mit der die selbständige Katalanische Republik ausgerufen wird. Der Ozeanflieger Franco verläßt Paris, wo er seit der mißglückten Dezemberrevolte im Exi gelebt hatte. Der üpnige Veriualtungsbau. Die großrügige Sinricktung des Oikskrankenkassenneubaues in Dortmund. Sine kleine Auftage im Landtag. Im Preußischen Landtag ist folgende Kleine Anfrage Howe und Ziemann(Deutschnationale Volkspartei) eingegangen: Der Ortskrankenkassenneubau in Dortmund, der mit 2,6 Millionen RM. veranschlagt worden war, soll infolge seiner großzügigen Einrichtung auf 3,2 Millionen RM. zu stehen kommen. Die Aufwendung so großer Mittel hat zur Folge, daß die Ortskrankenkasse die durch die Dezember=Notverordnung vorgeschriebene Senkung der Krankenkassenbeiträge nicht hat vornehmen können und erst nach langen Bemühungen sich bequemt hat, die Beiträge in unzulänglicher Weise von 5¼ auf 5½ Prozent herunterzusetzen. Besonders beanstandet wird, daß die Krankenkasse mit dem Neubau eine ganze Reihe von Büroräumen geschaffen hat, die bei der großen Zahl freistehender gewerblicher Räume schwerlich vermietet werden können und falls es gelingen sollte, sie unter dem Selbstkostenpreise zu vermieten, zu einer weiteren Vermehrung des freistehenden Gewerberaumes führen wird. Anbetracht der Not der Wirtschaft, die eine Herabsetzung der Beiträge dringend erheischt und der wirtschaftlichen Unvernunft, Gewerberäume zu schaffen, obwohl freistehender Gewerberaum überreichlich vorhanden ist, fragen wir: 1. Ist es richtig, daß der Neubau 3,2 Mill. RM. gekostet hat? 2. Wird es gebilligt, daß in der heutigen Notzeit die Ortskrankenkasse große Summen in einem Verwaltungsgebäude festlegt, anstatt der Wirtschaft durch Senkung der Beiträge ihre Lage zu erleichtern? 3. Ist das Staatsministerium bereit, den Ortskrankenkassen die Festlegung großer Mittel in großen Verwaltungsbauten und allzu üppig gebauten Erholungsheimen zu untersagen und sie zu veranlassen, im Interesse der notleidenden Wirtschaft die Beiträge herabzusetzen? Castrop=Rauxel, 20. April.(Ungewöhnlicher Besuch bei einem Schrankenwärter.) In der Nacht zum 15. d. M. erschienen plötzlich drei unbekannte Personen, die sich die Gesichter geschwärzt hatten, in dem Schrankenwärterhäuschen Castrop=Rauxel, Osten 6, an der Dortmunder Straße. Ohne etwas zu sagen, durchwühlten sie die Tischschublade und den Mantel des Schrankenwärters. Entwendet wurde nichts. Sie zerstörten dann noch die Wanduhr und entfernten sich dann wieder. Den Schrankenwärter haben sie weder bedroht noch angegrifffen. Weil einer der Personen dauernd die Hand in der Tasche hielt, hat der Wärter aus Angst keine Frage an die Täter gestellt. Er kann sie auch nicht beschreiben. Als er, nachdem sie sich entfernt hatten, zum Fenster des Häuschens hinaussah, bemerkte er fünf Personen, die sich in Richtung Schwerin entfernten. Zwei Personen müssen deshalb draußen„Schmiere“ gestanden haben. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen eingeleitet. Hattingen, 20. April.(Protest der Kriegervereine.) Die Arbeitsgemeinschaft der Kriegervereine hat zur Angelegenheit Landrat Hansmann folgende Entschließung gefaßt:„Aus authentischen Berichten unserer Kameraden erfahren wir, daß der Landrat des Ennepe=Ruhr=Kreises, Hansmann, in einer öffentlichen Versammlung der Sozialdemokratischen Partei in Nierenhof bei Hattingen am 12. April in unerhörter Weise den Heldenmut der deutschen Frontsoldaten in den Schmutz gezogen hat. Hierdurch fühlen sich die in der Arbeitsgemeinschaft der Kriegervereine des Kreises Hattingen(heute Ennepe=Ruhr= Kreis) zusammengeschlossenen Kriegervereine aufs tiefste beleidigt. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft haben bereits in dieser Versammlung ihrer berechtigten Empörung darüber Ausdruck gegeben. Im Namen der uns angeschlossenen 5000 Kameraden des Kreiskriegerverbandes Hattingen protestieren wir aufs Schärfste gegen eine derart unerhörte Einstellung des höchsten Kreisbeamten und fordern Sühne für diese Beleidigung, die nur ihren Ausdruck in der sofortigen Abberufung und strengen Bestrafung des Landrats finden kann.“ Hagen, 18. April.(Ins Wasser gestoßen und ertrunken.) Als mehrere Kinder in Eckesey spielten, kam es zwischen zwei etwa 10jährigen Jungens zum Streit. Dabei erhielt der 10jährige Schüler Erwin Otto von seinem Spielgefährten einen derartigen Stoß, daß er in den Untergraben stürzte und ertrank. Er konnte nur als Leiche geborgen werden. Essen, 18. April.(Geisteskranke verletzt sich durch einen Schuß schwer.) Die 21 Jahre alte geisteskranke Maria R. aus Oberhausen brachte sich vorgestern abend auf dem freien Gelände am Franz=Sales=Haus an der Steeler Straße aus einem=mm=Tesching einen Schuß in die Herzgegend bei. Lebensgefährlich verletzt wurde sie dem Elisabeth=Krankenhaus zugeführt. Lengerich, 18. April.(In kochendem Viehsutter verbrüht.) Im benachbarten Overbeck stürzte das vierjährige Söhnchen des Landwirts Gustav Hölscher in einen mit kochendem Viehfutter gefüllten Kessel und zog sich so schwere Brandwunden zu, daß der Tod bald nach dem Unfall eintrat. Wuppertal, 18. April.(Wegen 316 Mark seine Stelle eingebüßt.) Für 316 Mark hat ein hiesiger Oberstadtsekretär seine Stelle aufs Spiel gesetzt. Der Betrag war zur Auszahlung an einen Wuppertaler Bürger angewiesen. Auf Grund einer falschen Vollmacht nahm der Obersekretär den Betrag an sich. Ob weitere Veruntreuungen vorliegen, ist noch nicht erwiesen. Eine Untersuchung darüber ist eingeleitet. Köln, 20. April.(Durch die Starkstromleitung Tode gekommen.) In einer Schleiferei in der Halskestraße kam ein 19 Jahre alter Arbeiter beim Umschalten einer elektrischen Anlage vermutlich mit der nassen Hand der Starkstromleitung zu nahe. Er wurde auf der Stelle getötet. Herringen(Kr. Unna), 20. April(Von Gesteiusmassen erschlagen.) Im Untertagebetrieb der Zeche„de Wendel" verunglückte gestern der Hauer Erich Haase von hier tödlich. Haase wurde von plötzlich hereinbrechenden Gesteinsmassen verschüttet und konnte nur als Leiche geborgen werden. Aus aller Welt Brotpreiserhöhung in Leipzig. Leipzig, 20. April. Der Brotpreis ist für Leipzig vor. 17 auf 18 Pfg. für das Pfund Brot erhöht worden. Der Anlaß für diese Preiserhöhung ist die Steigerung der Mehlpreise gewesen, die wiederum auf das starke Anziehen der Getreidepreise zurückzuführen ist. Die Leipziger Bäcker haben sich dem Rat der Stadt Leipzig gegenüber grundsätzlich bereiterklärt, den Fürsorge=Empfängern das Brot zu dem ermäßigten Preise von 16 Pfg. zu liefern. In diesem Falle müßten vom. Fürsorgeamt besondere Brotkarten ausgestellt werden. Einstellung des Verfahrens gegen die Direktoren der Deutschen Bank. Berlin, 18. April. Die Staatsanwaltschaft hat die Einstellung des bei ihr gegen Direktoren und Angestellte der Deutschen Bank schwebenden Ermittlungsverfahrens verfügt. Der„Hauptbelastungszeuge“ Kroschel hat seine Behauptung, ihm seien Fälle bekannt, in denen Direktoren der Bank bei der Paßrevision an Zollbeamte Gelder gezahlt hätten, fallen gelassen. Dynamit=Patronenlager gesunden. Aachen, 17. April. In Weisweiler wurde durch Zufall in einem Versteck in der Nähe des israelitischen Friedhofes ein fachgerecht eingerichtetes Sprengstofflager aufgefunden. Es handelt sich um 34 tadellos erhaltene Dynamitpatronen, die aus einem schon längere Zeit zurückliegenden Sprengstoffdiebstahl in der Hartsteinfabrik Weisweiler stammen. Ladenraub in Kopenhagen. Kopenhagen, 18. April. Auf dem Kopenhagener „Strög“, an der stets belebten Ecke Skoubogade, haben gestern nachmittag zwei Räuber das Antiquitätengeschäft Opesen geplündert. Sie schlossen die Tür ab, bedrohten die beiden Verkäuferinnen mit dem Revolver und raubten Schmucksachen im Werte von 70000 Kronen. Die eine der Verkäuferinnen erhielt, als sie den Telephonhörer abnehmen wollte, einen Schlag mit dem Revolver auf den Kopf, so daß sie blutüberströmt zu Boden sank. Dann schnitten sie den Telephondraht durch. Sie konnten ungestört den Laden verlassen. Als die Verkäuferinnen in der Ladentür erschienen und um Hilfe schrien, waren die Täter schon verschwunden. Flugzeugabsturz. London, 17. April. Prinz Bibescu und seine drei Begleiter sind in ihrem Flugzeug in der Nähe von Gajaa (Bengalen) abgestürzt, wobei sämtliche Insassen schwer verletzt wurden. Das Flugzeug verbrannte. Der Prinz hatte die Absicht, von Paris, wo er am 8. April aufgestiegen war, nach Saigon(Cochinchina) zu fliegen Vier Personen verbrannt. Moskau(über Kowno), 18. April. In Sima in der Nähe von Krasnojarsk sind bei einem Schadenfeuer vier Personen ums Leben gekommen. Da die Ursache des Schadenfeuers auf Brandstiftung aus politischen Gründen zurückgeführt wird, hat die GPU. mehrere Verhaftungen vorgenommen. Deutsche Bank und DiskontoGesellschaft-Berlin. Direktor Wassermann zur Wirtschaftskrise. In der Generalversammlung der Deutschen Bank und Tiskonto=Gesellschaft Berlin nahm Direktor Oskar Wassermann das Wort zu längeren grundsätzlichen Ausführungen über die Wirtschaftskrise und den Weg zu ihrer Behebung. Als wirklichen Grund der Weltwirtschaftskrisis bezeichnete Wassermann den Umstand, daß man in Europa heute den Frieden noch nicht erlangt habe. Die Wirtschaft brauche aber den Frieden. Der Redner ging dann auf die große Investitionstätigkeit in der Nachkriegszeit ein. Die relative Billigkeit und Erhältlichkeit des Bankkredits trage die Schuld, daß die Ueberproduktion an Rohstoffen so lange unerkannt bleiben konnte. Auch die starke, kurzfristige Verschuldung Deutschlands an das Ausland entspringe dem Mangel an Vertrauen zur politischen Stabilität. Schließlich behandelte Direktor Wassermann die Frage, wie Deutschland aus den Schwierigkeiten herauskommen könnte. Da die Krise schließlich aus dem unbefriedigenden Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich hervorgegangen sei, so würde sie rasch behoben werden, wenn eine politische Verständigung mit Frankreich erzielt werden könnte. Zu solcher Verständigung bringt Deutschland den guten Willen mit. Ferner setzte er sich für eine stabile Regierung, aber auch für eine einsichtige Mehrheit im Volke als ihre Stütze ein. Für Deutschland bleibe als Weg der Kapitalbildung die Konsumbeschränkung, die Sparsamkeit, eine Forderung, die Wassermann besonders nachdrücklich gegenüber der Auslandsware erhob, wobei er jedoch nicht einer gewaltsamen Abdrosselung jeder Einfuhr das Wort redete. Wir ständen vor einer nicht leichten Aufgabe, uns die durch unsere Notlage gebotenen Beschränkungen aufzuerlegen, ohne dabei das Ausland durch falsch gewählte Maßnahmen in eine Abwehrstellung zu bringen. Am Sonnabend u (lle Dörrier und Alb Frau Meurer und F nalsekretär Opfer, der sterbenden Elisabeth daß sie noch schwache Krankenhaus gebrach schildert die Ergebniss Nachdem drei wei gebnisse der Untersuch Dörrier Aussagen gestent Müller über Kü erklärte, Kürten habe geäußert und auf die heben, dieses sofort geverständige Oberarzt gaben über die Art Dörrier. Die Prüfung des Vernehmung der Ueb rer. Diese ging am 2 Hause. Ein Mann gi: auffiel, daß er übere ein Gespräch über die schlechten Beleuchtungs ob sie keine Angst hab wie es dem ermordet ersuchte sie, neben ihm sagte sie, daß sie in und gleich zu Hause sei kam sie einen heftigen Als sie wieder zu sich Kürten habe, so sagt si Eindruck gemacht, so da Mensch, mit dem kann Nach Angabe der licher Behandlung und kenhaus. Der Arzt b Krankenschwester sei ein der eine gewisse Aehnl Verletzte besuchen wollt an, verwickelte sich in schließlich auf den Best zu Frau Meurer führ streitet, jener Besucher Darauf wird der 1 25. Oktober 1929, der g Die Ueberfallene will sic Spaziergang plötzlich Se Alles, was vorher gese entschwunden. Aus den ergibt sich, daß sie Kürte erkannt habe, während aus dem Hofgarten beze Anschließend kommt Gertrud Albermann an Sprache. Zwei KriminKörper des Kindes 3 habe. 5 Das der amtlichen Berlin, 20. Apt zur Aufklärung der Schwelm erhobenen eine größere Anzahl 12. April eingehend Amtliche Preußische einstimmenden Beku der Landrat Hansm beleidigenden Aeuße daten nicht getan äußert, wie es in de schen Pressedienstes den sei. Die Unrichti aus der Tatsache, zahlreiche Nationalse nommen hätten, sich ruhig verhalten habe wäre, wenn der Land gemacht hätte. Weit lung von der Redakti tung“ dem Vorsitzend schaft des Schwelmer „Schwelmer Tagebla druck„Schwein“ sei dern von einem Disk Zu dem Unterst Westf. Ztg. wie folg auf die sich der haben wir nichts zu rößere Anza stens ebenso sönlichkeiten besser aufgepaßt#### Herrn Regierungsko Auf das en uns gegen die Be Rheinisch=Westfälische der Ausdruck„Schi Landrat, sondern er tionalsozialisten gebi einer solchen Behaup um keinen stärkeren legenheit„untersucht preußischen Pressedien preußische Pressedie „Schwelmer Tageblat aber, daß die Beha von der„Rheinisch=“ richtigt worden mer Aggeigttt aud D0 SM.. Vernehmung der Frau Rürken. Düsseldorf, 18. April. Am Sonnabend wurden im Kürtenprozeß die Mord(lle Dörrier und Albermann sowie die Mordversuche an Frau Meurer und Frau Wanders verhandelt. Kriminalsekretär Opser, der mit dem Ueberfallkommando zur terbenden Elisabeth Dörrier gerufen wurde, bestätigt, vuß sir noch schwache Lebenszeichen von sich gab und zum Krankenhaus gebracht wurde. Kriminalrat Temboris schildert die Ergebnisse der Untersuchung am Tatort. Nachdem drei weitere Kriminalbeamte über die Ergebnisse der Untersuchung des Mordes an der Elisabeth Dörrier Aussagen gemacht hatten, wurde Kriminalassistent Müller über Kürtens Festnahme vernommen. Er erklärte, Kürten habe bei seiner Festnahme kein Wort geäußert und auf die Aufforderung, die Hände zu erheben, dieses sofort getan. Anschließend machte der Sachverständige Oberarzt Dr. Kraft=Düsseldorf nähere Angaben über die Art der Verletzungen der Elisabeth Dörier. Eise Die Prüfung des Falles Meurer begann mit der Vernehmung der Ueberfallenen, Frau Hubertine Meurer. Diese ging am 25. Oktober über den Hellweg nach Hause. Ein Mann ging an ihr vorüber, der ihr dadurch auffiel, daß er über einen Stein stolperte. Er begann ein Gespräch über die Unsicherheit des Hellwegs und die schlechten Beleuchtungsverhältnisse und fragte die Zeugin, ob sie keine Angst habe. Sie möge doch daran denken, wie es dem ermordeten Scheer ergangen sei. Kürten sie, neben ihm zu gehen. Um ihn loszuwerden, sagte sie, daß sie in wenigen Minuten abgeholt werde und gleich zu Hause sei. Als sie sich dann umdrehte, bekam de einen heftigen Schlag, so daß sie zusammensank. wieder zu sich kam, waren schon Leute bei ihr. Kurren habe, so sagt sie weiter aus, auf sie einen guten Eindruck gemacht, so daß sie sich sagte: Das ist ein netter Mensch, mit dem kannst du ein Stück gehen. „„Nach Angabe der Zeugin selbst ist sie noch in ärztlicher Behandlung und war inzwischen wieder im Krankenhaus. Der Arzt berichtet u.., nach Aussage der Krankenschwester sei ein Mann im Krankenhaus gewesen, der eine gewisse Aehnlichkeit mit Kürten hatte und die Berletzte besuchen wollte. Er gab den Namen Heckhausen an, verwickelte sich in Widersprüche und verzichtete schließlich auf den Besuch, als die Stationsschwester ihn zu Frun Meurer führen wollte. Der Angeklagte bestreitet, jener Besucher gewesen zu sein. &ae. Bstoher no2g der, Uebersal auf Frau Wanders am Sie uc### der gegen 24 Uhr erfolgte, verhandelt. Tir urversallene will sich nur erinnern, daß sie bei ihrem plötzlich Schläge auf den Kopf erhalten habe. den uus geschehen sei, seil ihrem Gedächtnis raibt sch, deß he den Ausagen von Krininalbeanten .. g ge Kürten bei der Gegenüberstellung nicht erkannt habe, während Kürten selbst sie sofort als Opfer ans dem Hofgarten bezeichnet habe. „ Anschließend kommt der Mord an der 5½jährigen vertrud Albermann am Abend des 7. November zur Sprache. Zwei Kriminalbeamte erklären dazu, daß der des Kindes 36 Stichverletzungen aufgewiesen Es werden dann eine Reihe Zeugen vernommen, die oas Kind und Kürten auf dem Wege zum Tatorte gesehen haben. Von Interesse ist die Aussage des Zeugen Voß, der mit einem Kollegen gegen 19 Uhr durch die HansSachs=Straße ging, wo ihm ein Mann mit einem Kinde entgegenkam. Sein Kollege fand den Mann verdächtig ist der Düsseldorfer Mörder!" Da das Kind aber sehr zutraulich schien, nahm Boß an, es sei sein Vater. Nach der Mittagspause machte Staatsanwaltschaftsrat Jansen zu der letzten neuen Selbstbezichtigung Kürtens, er als achtjähriger Knabe zwei weitere Jungen ins Wasser gestoßen habe, die Mitteilung, es habe sich ein Mann gemeldet, der damals im Alter von vier Jahren von einem größeren Knaben von der Kaimauer hinuntergestoßen worden sei, wie Kürten es geschildert habe. Somit wurde auch diese Angabe des Angeklagten bestätigt. Die Aussagen der Frau Kürten. Darauf werden die Aussagen der inzwischen von dem Angeklagten geschiedenen Frau Kürten verlesen, die ihren Mädchennamen wieder angenommen hat. Danach sei sie mit Kürten immer ganz gut fertig geworden. Er sei leicht erregbar, sexuell jedoch normal gewesen. Daß er mit anderen Frauen Verkehr gehabt habe, sei ihr bekannt gewesen. Einmal habe sie mit ihm über die Mordberichte in den Zeitungen gesprochen. Er habe gesagt, daß die Beschreibungen des Täters auf ihn zuträfen nur mit dem Unterschied, daß von einem dreißigjährigen Mann gesprochen würde. In der Nacht, wo die Hahn ermordet wurde, sei er in guter Laune nach Hause gekommen. Als er am Tage vor seiner Verhaftung seiner Frau die Mordtaten gestand, sagte er:„Wenn Du mich verrätst, mache ich Dich genau so kalt.“ Am Abend vor dieser Aussprache habe er geweint und ihr das Versprechen abgenommen, sich kein Leid anzutun. Am letzten Tage sei er sehr niedergeschlagen gewesen und habe erklärt, Düsseldorf verlassen zu wollen. Er sei ihr immer wie ein Mann vorgekommen, der sehr vernünftig gedacht habe. Er sei allerdings sehr erregbar gewesen. Frau Kürten hielt ihn für sehr gefühlvoll, besonders armen Leuten gegenüber. Ein Trinker sei Kürten niemals gewesen, doch stecke in seiner Familie etwas Größenwahn: er habe immer mehr erscheinen wollen, als er in Wirklichkeit war. Zu einer kirchlichen Trauung sei es erst in Düsseldorf während einer Strafverbüßung Kürtens gekommen. Die Verlesung weiterer Protokolle ergibt, daß Kürten in Altenburg zeitweilig Mitglied des Reichsbanners und des Arbeiterrates gewesen ist. Frau Kürten hat, wie sich dann noch herausstellt. wegen Totschlags ihres Bräutigams, den sie niedergeschossen hat, fünf Jahre Gefängnis erhalten. Darauf wurde die Verhandlung auf Montag vormittag vertagt. Unter anderem soll am Montag Marie Butlick vernommen werden, die die Polizei auf Kürtens Spur geführt hat. Auf Grund neu beigebrachten Materials haben sich nunmehr Anhaltspunkte für eine Fälschung ergeben, so daß die vom„Fridericus" vorgelegten Unterlagen beschlagnahmt worden sind unter gleichzeitiger Einleitung eines Strafermittlungsverfahrens, das sich in erster Linie gegen den Herausgeber Holtz richtet. Das vorgelegte„Original“ ist nichts weiter als ein abgerissener oberer Teil eines Flugblattes, dessen Inhalt offensichtlich erdichtet und das von der NSDAP. im Jahre 1930 hergestellt und verbreitet worden ist. Die preußische Regierung sieht lediglich im Hinblick auf den bevorstehenden Ablauf der Eintragungsfrist davon ab, vo olsbegehr=Flugblatt Nr. 1 nochmals zu beschlagStahlhelm will Beweis antreten. Zu der von preußischer Seite behaupteten Fälschung des Volksbegehr=Flugblattes Nr. 1 und der Beschlagnahme des Originals im Fridericus=Verlag für ein Strafverfahren, bemerkt das Bundesamt des Stahlhelm u.., sowohl dem Fridericus=Verlag wie anderen heute zweckmäßigerweise wohl besser noch ungenannt bleibenden Persönlichkeiten stünden außer dem heute beschlagnahmten und neuerdings wieder als falsch bezeichneten Flugblatt hinreichend weitere Beweise für eine gerichtliche Untersuchung dafür zur Verfügung, daß der Inhalt des Flugblattes im November 1918 zwar das Volk irregeführt habe, daß aber das Flugblatt tatsächlich verbreitet worden sei. * Volksbeaehren!— Anfgepaßt! Es werden auffallend viel Stimmen laut, die der Ansicht sind, daß eine Eintragung für das Volksbegehren nunmehr nicht mehr nötig sei, da nach Presse=Notizen die Neuwahlen zum Landtag im Herbst sowieso stattfinden sollten. Das steht aber keineswegs fest und sind nur Vermutungen. Lasse sich keiner in Sicherheit wiegen! Es muß deshalb jeder Wahlberechtigte, der noch nicht die Eintragung vorgenommen hat, das Versäumte sofort nachzuholen! Bis 21. April kann die Eintragung nur erfolgen. Werbt für das Volksbegehren! ... und was der Stahlhelm dazu sagt: Berlin, 19. April. Das Bundesamt des Stahlhelm teilt mit:„Nun erst recht!“ Innerhalb der preußischen Regierungskoalition soll unter dem Druck des Volksbegehrens schon heute lebhaft erwogen werden, ob sich der Preußische Landtag nicht unmittelbar nach dem Volksbegehren bereits selbst auflöst. Die Mehrheit für eine Ablehnung des Volksbegehrens dürfte auch in diesem Landtag heute mehr als zweiselhaft sein. Es kommt daher entscheidend an, daß bereits im Volksbegehren die ganze geschlossene Kraft des aufbauwilligen Preußenvolkes offenwird. Je höher die nach der Verfassung notwendige Mindestzahl von 5,27 Millionen beim Volksbegehren überboten wird, desto rascher kommt das Volk zu seinem Recht. Neue Beschwerde. Das Stahlhelm=Bundesamt teilt mit:„Soeben trifft die Meldung ein, daß der Gemeindevorsteher von Arnoldsweiler, Kreis Düren, an drei aufeinanderfolgenden Tagen zur vorgesehenen Einzeichnungszeit nicht anwesend war und die Stimmberechtigten ergebnislos umkehren mußten. Der zuständige Bürgermeister lehnte ein Eingreifen ab. Das ist eine der etwa fünfzehn täglich einlaufenden Beschwerden.“ Ein Prenzlauer Mörder festgenommen. um den Landiat. Das Ergebnis der amtlichen Untersuchung gegen Hausmann. ur Pustackeung der Der von Minister des Innern r gegen den Landrat Hansmann in Schwelm erhobenen vorwürfe entsandte Kommissar hat Teilnehmer der Versammlung vom ##eingehend als Zeugen vernommen. Wie der Amtinht Freußische Pressedienst mitteilt, haben die überInstigamenden Belundungen dieser Zeugen ergeben, daß it Hansmann die ihm in den Mund gelegten beleidigenden Aeußerungen über die deutschen Frontsoldaten nicht getan habe. Vielmehr habe er sich so geSchen Presesiende 14. April bekanntgegeben worn sei. Die Unrichtigkeit der Vorwürfe ergebe sich weiter aus der Tatsache, daß die Versammlung, an der auch zahlreiche Nationalsozialisten und Stahlhelmer teilgeruhig verhalten habe, was wohl nicht der Fall gewesen Genchr hüte lung von. Veiter sei am Tage nach der Versammtungs dem Barsizen Beschoft des ae wriden der bürgerlichen ArbeitsgemeinSchmelem Spweliner Kreistags und der Redaktion des . er Tageplattes“ mitgeteilt worden, der Ausvruak„Schwein“ sei anscheinend nicht vom Landrat, sondern von einem Diskussionsredner gebraucht worden. * Zu dem Untersuchungsergebnis nimmt die Rhein.= Bestf. Ztg. wie folgt Stellung: Zu den Zeugenaussagen, auf die sich der Bericht des Regierungskommissars stützt, haben wir nichts zu bewerken, als daß ihnen eine viel proßere Anzahl von Aussagen mindestens ebenso vertrauenswürdiger Persönlichkeiten gegenüberstehen, die offenbar besser aufgepaßt haben als die Gewährsmänner des Herrn Regierungskommissars. Auf das entschiedenste verwahren wir die Behauptung,„von der Redaktion der Pheinisch, Westsälischen Zeitung sei mitgeteilt worden, daß # ausoruc„Schweine“ anscheinend nicht von dem Landrat, sondern erst in der Diskussion von einem Nationalsozialisten gebraucht worden sei. Die Aufstellung einer solchen Behauptung beweist nur, wie einseltig um keinen stärkeren Ausdruck zu gebrauchen, die Angeegenheit„untersucht“ worden ist oder eben vom„Amtl. preußischen Pressedienst" dargestellt wird. Der„Amtliche reußische Pressedienst“ hat diese Behauptung dem „Schwelmer Tageblatt“ entnommen, er verschweigt sber, daß die Behauptung des„Schwelmer Tageblatts“ in der„Rheinisch=Westsälischen Zeitung" sofort bechtigt worden ist und die Berichtigung im„Schwelmer Tageblatt“ auch erschienen ist. Warum nimmt der ]„Amtl. preuß. Pressedienst" von dieser ganz klaren und , e i n d e u t i g e n R i c h t i g s t e l l u n g k e i n e N o t i z. H a t a u c h d e r untersuchende Beamte es nicht für nötig gehalten, die Berichtigung des„Schwelmer Tageblatts“ zu beachten? Es bleibt keine andere Annahme übrig. Damit aber ist diese„Untersuchung“ deutlich genug gekennzeichnet. Zu den ursprünglich aufgestellten Behauptungen des „Schwelmer Tageblatts“ über das Gespräch mit der „Rheinisch=Westfälischen Zeitung" noch folgende Feststellung: Von der„Rheinisch=Westfälischen Zeitung" aus kann die Vermutung, daß es sich bei dem Worte „Schwein" um einen Zwischenruf gehandelt habe, gar nicht geäußert worden sein, weil nachzuweisen ist, daß der„Rheinisch=Westfälischen Zeitung" diese Wendung erst aus der Berichtigung des Herrn Hansmann im„Schwelmer Tageblatt“ bekannt geworden ist, diese Berichtigung lag aber zur Zeit, als das Gespräch geführt wurde, nicht vor. Auf diesen Tatbestand ist auch der Schriftleiter des Schwelmer Blattes hingewiesen worden, er konnte nichts dagegen einwenden. Wir hatten auf eine korrekte und vollständige Klärung der Angelegenheit durch die zuständigen Behörden gehofft. Jetzt müssen wir sagen, daß, wenn die Veröffentlichung des preuß. Pressedienstes der Niederschlag dieser Untersuchung ist, wir in unserer Hoffnung aufs peinlichste enttäuscht worden sind. Eine neue Erklärung des Stahlhelm. Das Bundesamt des Stahlhelm teilt mit, daß die beglaubigten Abschriften der 76 gegen Hansmann zeugenden eidesstattlichen Erklärungen vom Landesführer des Stahlhelm Westmark unmittelbar dem Reichspräsidenten auf dessen Telegramm hin übersandt worden sind. Die vom Amtlichen Preußischen Pressedienst bereits Sonnabend abend mitgeteilte Rechtfertigungserklärung für Herrn Hansmann dürfte daher, so erklärt der Stahlhelm, ohne Prüfung dieses Herrn Hansmann belastenden Materials etwas voreilig und wohl lediglich dazu besein,„den üblen Eindruck der gemäß den 76 eidesstattlichen Erklärungen von Landrat Hansmann gegen das Frontheer geäußerten Worten wenigstens für die letzten entscheidenden Tage des Volksbegehrens zu verwischen! Um das Volksbegehr-Flugblatt. Verfahren gegen den Herausgeber des„Friderieus“. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt u. a. folgendes mit: Der preußische Minister des Innern hatte das vom Stahlhelm verbreitete, angeblich vom Rat der Volksbeauftragten herausgegebene Flugblatt auf Grund vorgelegter Beweisstücke, nämlich eines angeblichen Originals und einer eidesstattlichen Versicherung des Herausgebers des„Fridericus“, trotz fortbestehender Bedenken freigegeben. Prenzlau, 20. April. Einer der beiden Mörder des Strasanstaltsoberwachtmeister Neubauer, der Schlächter Heinrich Pilgram, wurde in der Nähe von Lychen, ohne Widerstand zu leisten, festgenommen. Auch der zweite Prenzlauer Mörder verhaftet. Berlin, 19. April. Nachdem am Samstag der eine der Prenzlauer Mörder im Walde bei Lychen verhaftet worden war, ist es heute gelungen, auch des zweiten Täters, des polnischen Schnitters Anton Patocki habhaft zu werden. Man hatte in den Waldungen bei Templin einen verdächtigen Mann umherstreifen sehen. Ein Gendarm und eine Abteilung von Stahlhelmleuten veranstalteten eine systematische Durchsuchung des Waldes, stießen dabei auf den Gesuchten und nahmen ihn fest. Der zuerst verhaftete Pilgram hat angegeben, daß Patocke ihn zu der Tat angestiftet habe. Wilderer=Drama. Eisenach, 20. April. In den Wäldern in der nächsten Nähe von Eisenach spielte sich ein Wildererdrama ab. Ein Förster stieß auf drei Männer, die ihm wegen ihrer gefüllten Rucksäcke verdächtig vorkamen. Seiner Aufforderung, die Rucksäcke zu öffnen, kamen sie nicht nach, sondern zogen sogleich Revolver und schossen auf den Förster. Dieser schoß mit seiner Wasse zwei der Wilderer nieder, die sofort tot waren. Der dritte Wilderer verwundete den Förster am Arm und machte ihn dadurch kampfunfähig, so daß er in den Wäldern entkommen konnte. Raubüberfall auf eine Frankfurter Villa. Frankfurt a.., 20. April. In der Villa des Direktors der Gold= und Silberscheide=Anstalt Riefstahl in der Böcklin=Straße wurde ein Raubüberfall verübt. Drei unbekannte Männer verschafften sich Eingang in die Villa, fesselten zunächst eine Hausangestellte und drangen dann in den ersten Stock, wo die Wohnungsinhaberin mit einer Masseuse allein anwesend war. Auch diese beiden Frauen wurden von den Verbrechern auf Stühle gesesselt und unter Vorhaltung von Revolvern eingeschüchtert. Die Räuber hatten es auf Geld abgesehen, fanden aber nur einige wenige Schmuckstücke, die sie an sich nahmen. Sie flohen dann in einem in der Nähe bereitgestellten Auto. 3 Tote, 4 Schwerverletzte bei einer kommunistischen Demonstration. WTB. Hamm, 19. April. Die Kommunistische Partei des Bezirks Hamm veranstaltete heute nachmittag zum Gedächtnis der im März 1920 bei den Unruhen in dem Gesecht bei Pelkum Gefallenen einen Demonstrationszug zu dem Massengrab in Pelkum. Die Demonstration war auf Pelkumer Gebiet verboten und lediglich eine Abordnung von 150 Personen zugelassen. Als Beamte der Landjägerei an der Pelkumer Gemeindegrenze diese Abordnung von dem Demonstrationszuge abtrennen wollten, wurden sie von Teilnehmern des Zuges angegriffen, mit Steinen beworsen, und mit Knüppeln und Latten geschlagen. Die Beamten mußten von der Schußwasse Gebrauch machen. Dabei wurden drei Demonstranten getötet und vier schwer verletzt. Füns Beamte der Landjägerei wurden durch Hiebe verletzt. Einer hat einen Messerstich in den Kopf erhalten. 77. Westsälischer Provinziallandtag. WTB. Münster, 19. April. Im Sitzungssaal des Landeshauses wurde heute mittag der 77. Provinziallandtag von Oberpräsident Gronowski eröffnet. Die Provinzialverwaltung, erklärte der Oberpräsident, lege dem Landtage einen Haushaltsplan vor, der um sechs Millionen gegen das Vorjahr gesenkt sei und die Provinzialumlage, die die niedrigste von allen preußischen Provinzen sei, um 000000 Reichsmark ermäßigen soll. Zum 1. Präsidenten des Provinziallandtages wurde dann Oberbürgermeister Hamm=Recklinghausen(.), zum Vizepräsidenten Wohlfahrtsdirektor Rauschenberg= Wattenscheid(Soz.) wiedergewählt. Keine Landtagsauflösung im Herbst. Berlin, 18. April. Die Meldungen über Erörterungen innerhalb der preußischen Regierung und der Regierung nahestehender Kreise über eine Auflösung des Preußischen Landtags im Herbst, werden von amtlicher preußischer Seite als reine Kombinationen bezeichnet Geheimrat Dr. Ferdinand Straßmann gestorben. CNB. Berlin, 19. April. Der älteste Ehrenbürger der Reichshauptstadt, Geh. Sanitätsrat a. D. Dr. Ferdinand Straßmann, ist im 94. Lebensjahr am Sonntag mittag in seiner Wohnung in Berlin gestorben. Mord und Selbstmord. WTB. Gera, 19. April. Am Sonntag vormittag erschoß ein 30 Jahre alter erwerbsloser Malergeselle aus Gera auf dem Wege nach Roschütz sein neun Monate altes Kind. Kurz darauf machte er seinem eigenen Leben durch Erschießen ein Ende. Der Unglückliche soll durch eine schwere Lungenkrankehit zur Tat getrieben worden sein. Zwei Brüder zum Tode verurteilt. Dessau, 18. April. Das anhaltische Schwurgericht verurteilte am Freitag die Brüder Hermann und Paul Große aus Zerbst, die Anfang dieses Jahres die Witwe Görndt in Zerbst ermordet und um 162 Reichsmark beraubt hatten, zum Tode. Ihre Stiefmutter, die der Begünstigung angeklagt war, wurde wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Beide Täter, im Alter von 18 und 24 Jahren, waren in vollem Umfange geständig. Der künftige Aufenthalt der spanischen Paris, 20. April. Wie„Matin“ mitteilt, scheint das spanische Königspaar seinen Pariser Aufenthalt nicht mehr lange ausdehnen zu wollen. Alsons XIII. soll die Absich haben, mit seiner Familie vorläufig nach Fontainebleau überzusiedeln. Argentinien erkennt die spanische Republik an. Neuyork, 20. April. Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, hat Argentinien die spanische Republik anerkannt. Auch auf der Azoreninsel Sao Miquel der Aufstand niedergeschlagen. Lissabon, 19. April. Die Regierung gibt bekannt, daß auch die Aufständischen in Ponta Deldada(Azoren) heute früh 3 Uhr kapituliert haben, mit Ausnahme einiger Leute, denen es gelang, an Bord enes Dampfers nach den kanarischen Inseln zu entkommen. Vor die Kanonen gebunden. London, 19. April. Aus Kabul in Afghanistan wird gemeldet, daß der während der Revolution gegen Aman Ullah vielgenannte General Abdul Gafur heute morgen hingerichtet wurde, und zwar in der in Afghanistan noch üblichen Weise. Er wurde vor ein Kanonenrohr gebunden und das Geschütz abgefeuert. Briefkasten. Anfrage Volksbegehren. Ueber das Volksbegehren ist zu sagen, daß 20. v. H. der Gesamtzahl der Stimmberechtigten, d. h. 5,27 Millionen Stimmen, notwendig sind. Die Eintragungen können noch bis Dienstag erfolgen. Und erfahrungsgemäß ist der Andrang während der letzten Tage am stärksten. Da sieben Parteien das Volksbegehren unterstützen, von denen schon eine, die nationalsozialistische, bei den Reichstagswahlen 6½ Millionen Stimmen aufbrachte, hat man von vornherein mit Bestimmtheit erwartet, daß das Volksbegehren durchgehen und zum Volksentscheid führen werde. Für den Volksentscheid wären 13,1 Millionen Stimmen erforverlich. D. R. Sport. Fußball. B/B. Annen 1— Ruhrtal Witten 1:2(:). B/B. Annen II— Ruhrtal Witten II:0(:). Sonnabend. BfB. Annen II— Herdecke II•0(:). Witten 07 I— Höntrop 1:3(:). Witten 07 II— MBB. Linden II:5(:). Witten 07 2. Jgd.— Langendreer 07 2. Jgd.:1(:). Die Turnerschaften au, Frarschen Hechschuten! Aus dem Verbande der Turnerschaften auf deutschen Hochschulen schreibt man uns: Das Gründungsjahr des V.., des Verbandes der Turnerschaften auf deutschen Hochschulen, ist das Jahr 1872. Das ist typisch für jene Zeit vor fast 60 Jahren, als nach den gewonnenen Einigungskriegen auch allmählich der Sinn für die Leibesübungen wieder aufging, der nach 1848 nur in dünnen Kanälen sickerte. Der V. C. wurde noch nicht in der Form gegründet, wie er heute besteht. Seine damals schwarzen Verbindungen nannten sich Akademische Turnvereine, der Verband hieß .V.(Cartellverband); seinen Angehörigen aber schwebte vor, in die altromantische Welt des Waffen= und Farbenstudententums den neuen und doch so alten Grundsatz der Leibesübungen zu tragen. Das ergab eine innere Spaltung in dem Verbande, weil die anderen, die„Berliner Richtung", der alten Form treu bleiben wollte. geschah um 1882 und führte zum Austritt dieser Berliner Richtung und deren Anhänger, die dann 1883 einen neuen Verband, den heutigen A. T. B. der akademischen Turnverbindungen gründeten. Der alte Verband dagegen, von dem einzelne Glieder schon seit Jahren Farben trugen, entwickelte sich nun ganz zielbewußt in seiner grundsätzlichen Einstellung zu den Leibesübungen hinein in die Waffenstudentenschaft. Dieser Weg ist nicht immer leicht gewesen. Denn die alte farben=, speerund feuchtfrohe Studentenromantik wurde hier verbunden mit einem gänzlich praktischen Element, das auf Ablehnung und Spott stieß. Einen Farben= und Waffenstudenten im Turnanzug bei Freiübungen, Riegentunen oder Rasensport konnte man sich noch nicht denken. Und das war für den V. C. in der Beziehung kein Unglück, weil er sich auf diese Weise organisch entwickeln konnte, und nur diejenigen Verbindungen den Weg zu ihm fanden, die jenes nüchterne Element als Hauptgrundsatz auf ihre Fahnen zu schreiben und den schmucklosen Namen Turnerschaft zu tragen gewillt waren. Diese jahrzehntelange Tradition ist es wohl naturgemäß, die den V. C. heute noch in den Leibesübungen an der Spitze der Waffenstudentenschaft und gemeinsam mit dem A. T. B. an der Spitze der korporierten Studentenschaft marschieren läßt. Das verpflichtei aber auch den V.., treu seiner Tradition zu bleiben und sich nach wie vor hauptgrundsätzlich in den Dienst der Leibesübungen zu stellen. Aus diesem Gedankengange heraus entstand die.=.=Kampfbahn in Statt besonderer Anzeige. Gestern abend 8 Uhr verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Bruder und Onkel Kemrien-Rerat im Alter von 56 Jahren. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tietbetrübt an: Die trauernden Hinterbliebenen. Annen, den 17. April 1931. Die Beerdigung findet am Dienstag. dem 21. April. nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehause, Herdeckerstraße 89, aus statt. Frerscha, können Sie sparen, wenn Sie sich Jeizt ein Herren- oder Damenfahrrad's anschaffen. Sie kaufen bei uns Räder# bester Ausführung zu billigsten Preisen. Herrenräder 62 fn. 66 fm.P Damenräder 65 Nu. 69 Rm. Vorstehende Räder mit Ballon-DrahtBereifung (Stoßfreies und leichtes Fahren) Herrenrad7 Sna. Damenrad 7 9ho. Ausschneiden! Senden Sie mir bille Druckschrilt üb. Fahrräder „„„— St.Pat.-Veniilkegel 4 0. 30 M. Angabe des Namens mit genauer Anschrift. Neu! Neu! Fahrrad-Ventilkegel„30 ohne Qummi.... p. Stck. Anfragen und Bestellungen unter 2. 100 an die„Annener Zeitung. Bad Blankenburg unterhalb der Veste Greisenstein mit dem neu erbauten Turnerschafter=Heldenturm. Da aber der Jahnsche Turngedanke ein geistiger ist und sich widerspiegelt in dem.=.=Wahlspruch„mens sana in corpore sano“, so entstanden und entstehen zugleich auch dort an der V..=Kampfbahn Hochbauten, die die Teilnehmer nicht nur der großen Turnwartekurse= sondern auch der Führerschulungswochen des V. C. aufnehmen sollen. Diese Führer=Schulungswochen sind als Spitze zu betrachten der Gauschulungswochen, die der V. C. im Reiche, besonders an seinen Grenzen, seit vielen Jahren abhält. Hier wird die geistige mit der körperlichen Schulung in glücklicher Form verbunden, hier arbeitet der V. C. daran, der Gefahr der Entbildung des deutschen Akademikers entgegenzutreten und weiterhin in seinen Reihen den Gedanken der geistigen Mitarbeit am Ganzen wach zu machen. Jedes zweite Jahr hält der V. C. ein großes Turnfest ab, von Sangerhausen über viele deutsche Städte ging der Weg dieser immer umfangreicheren und erfolgsicheren..=Turnfeste, die durch den Krieg unterbrochen wurden. In Blankenburg(Th. Wald), wo der V. C. seit 1926 seinen festen Sitz hat, fand 1930 das 20. Turnfest statt. Der V. C. mit seinen 89 Turnerschaften(von denen nur die alte Noris=München vertagt ist) kann mit seiner einfachen, aber stark auf= und vorwärtsstrebenden Geschichte zufrieden sein. Auch in der Studentenschaft, im Hochschulring deutscher Art und im Allgemeinen Deutschen Waffenring arbeitet der V. C. tätig mit und hat führende Stellen innegehabt. Durch seinen gefallenen Verbandsbruder Hans Neumann(Marburg) ist er der Mitbegründer des Allgemeinen Deutschen Waffenrings neben Dr. Fabricius vom K. S. C. Briefkasten. A. 2200. Sie haben u. E. keinen Anspruch auf Erhöhung des steuerfreien Lohnbetrages. Für den Unterhalt, den Sie Ihrer Mutter gewähren, haben Sie als Entgelt deren Vermögen erhalten. Stellen Sie sich aber auf den Standpunkt, daß Ihnen das mütterliche Vermögen erst nach dem Tode der Mutter zufällt, so bestreitet Ihre Mutter ihren Unterhalt ja aus eigenen Mitteln, und Sie haben um so weniger Anspruch auf Erhöhung des steuerfreien Betrages. D. R. Pohher-genren aun.„Jaulissung. Bekanntmachung. Das Recht zur Einsichtnahme in die Einzeichnungslisten steht nur dem behördlichen Wahlleiter und dem Beauftragten des Stahlhelms zu. Nach Beendigung der Eintragungsfrist werden in den Wählerlisten sämtliche Namen, auch die der Nichtwähler angehakt, sodaß Feststellungen darüber, wer sich eingezeichnet hat, unmöglich sind. Graeie's Weinhellereien-Willen Gut gepflegte, bekömmliche und preiswerte Weine in grosser Auswahl. Lieferung frei Haus. Kes Stadtthealer hagen i. W. Montag, 20. April, 19,30—22,30 Uhr: Das Dreimäderl= haus. Operette. Reihe A 16. 0,75—5,00 Mk. Dienstag, den 21. April, 20—22,30 Uhr: Die geliebte Stimme. Oper. Reihe C 31. 0,75—5,00 Mk. Mittwoch, den 22. April, 19,30—23 Uhr: Erstaufführung: Die drei Musketiere. Operette. Reihe D 16. 0,75 bis 5,00 Mk. Donnerstag, den 23. April: Geschlossen. Freitag, 24. April, 19,30—23 Uhr: Die drei Musketiere. Außer Vormiete. 0,75—5,00 Mk. Samstag, den 25. April: Einmaliges Gastspiel Jovita Fuentes in Madame Butterfly. Oper. Außer Vormiete. 1,00—6,00 Mk. Sonntag, den 26. April, 15—17,30 Uhr: Der Vogelhändler. Operette. Eisenbahnerverein. Abends 19,30—22,30 Uhr: Das Dreimäderlhaus. Außer Vormiete. 0,50—4,00 Mk. Nach Schluß der Vorstellungen StraßenbahnZugverbindungen nach allen Richtungen. und Süchalsche ettfedernFabrik Paul Hoyer, Delltzsch 4 Prov. Sachsen, Anderstraße 4 sendet ihnen nur allerbeste, etreng reeile Gualtiähten Bettiedern bedeutend billiger zu Fabrikpreisen Perner prima BETT-INLETT Prüfen Sie selbst und verlanden Sie Proben und Preisliste umsonst und portofrei. Aus aller Welt — Unsall im Zirkus Busch. In der Abend=Vorstellung im Zirkus Busch ereignete sich ein Unfall, der glücklicherweise ohne ernstere Folgen blieb. Die Seiltänzerin Leonore Schicke stürzte während der Vorführung ab. Sie erlitt einen Bruch des Schlüsselbeins und mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. — Schweres Bauunglück. In Lodz(Polen) ereignete sich durch Fahrlässigkeit ein schweres Bauunglück. In der Nähe eines kleinen Häuschens, in dem sich ein Laden befand, wurde ein mehrstöckiges Haus abgetragen. Eine Mauer, die in der Höhe des ersten Stockwerks ungesichert stehengelassen wurde, stürzte plötzlich zusammen und fiel mit ganzer Wucht auf den danebenstehenden Laden, der vollständig zertrümmert wurde. Zwei Personen, die sich darin befanden, erlitten den Tod auf der Stelle. Einige Personen, die sich in der Nähe der Unglücksstätte aufhielten, trugen Verletzungen davon. — Erdstöße in Oberitalien. In Oberitalien wurden in verschiedenen Orten stoßartige Erdbeben verspürt. Unweit Rovereto waren die Erdstöße von unterirdischem Grollen begleitet und dauerten etwa 7 Sekunden. Die Bevölkerung übernachtete teilweise im Freien. Die gleichen tellurischen Störungen wurden im ganzen Trentino wahrgenommen. Auch dort kam die Bevölkerung mit dem Schrecken davon. — Wiener Sängerknaben beim Papst. Der Papst hat 17 Wiener Sängerknaben in besonderer Audienz empfangen, der auch der österreichische Gesandte beim Heiligen Stuhl beiwohnte. Die Sängerknaben trugen ein Terzett von Mendelssohn, eine fünfstimmige Motette, ein deutsches und ein schweizerisches Volkslied vor. Der Papst beglückwünschte den Rektor und den musikalischen Leiter der Wiener Sängerknaben zu ihren Erfolgen und erteilte nach kurzer Ansprache den Anwesenden seinen apostolischen Segen. — Pariser Begeisterung über das Weingartner=Konzert. Das erste Weingartner=Konzert, das in einem der größten Pariser Säle gegeben wurde, gestaltete sich zu einem wahren Triumph für den Dirigenten. Weingartner wurde bereits beim Betreten des Dirigentenpultes mit stürmischem Beifall begrüßt. Die Ouvertüre von „Oberon“, die Pastoral=Symphonie von Beethoven und die„Symphonie fantastique“ von Berlioz wurden von Weingartner in geradezu meisterhafter Weise dirigiert und lösten beim Publikum begeisterten Beifall aus. Auch die Pariser Presse spricht sich über dieses erste Konzert äußerst lobend aus. — Seltsamer Einbruch bei einem ukrainischen Bischof. In Lemberg drangen unbekannte Täter in das Amtszimmer des ukrainischen Bischofs Buczko ein, während der Bischof in der Kirche war. Sie entwendeten den gesamten privaten und dienstlichen Schriftwechsel sowie alle übrigen Aktenstücke und 150 Zloty Bargeld. Dieser Einbruchsdiebstahl ist insofern seltsam, als Bischof Buczko während der„Befriedung“ in Ostgalizien persönlich zahlreiche Berichte über die Vorgänge anfertigte, die von den. Dieben ebenfalls entwendet wurden. Deutsches Reich Sitzung des Reichskabinetts am 23. April. Die nächste Sitzung des Reichskabinetts wird voraussichtlich am 23. April stattfinden. Man rechnet damit, daß in dieser Sitzung bereits die Agrarzollfragen besprochen werden, die vor kurzem Gegenstand einer Unterredung zwischen dem Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. Pünder und Vertretern der Landvolkfraktion gewesen sind. Außerdem erwartet man einen Zwischenbericht des Reichsarbeitsministers über die Lage am Arbeitsmarkt und über die Lage der Sozialversicherungen. Annahme des Kirchenvertrages in Hannover. Der außerordentliche Landeskirchentag der Evangelischlutherischen Kirche der Provinz Hannover hat nach zweitägigen Verhandlungen das Kirchengesetz angenommen und darin der Kirchenleitung die zum Vertragsabschluß erforderliche Ermächtigung erteilt. Damit hat die letzte der evangelischen Landeskirchen in den neuen preußischen Provinzen dem vorliegenden Vertrag zugestimmt. Es steht nunmehr noch die Entscheidung der altpreußischeu evangelischen Kirche aus. Um die Ergänzung der thüringischen Regierung. Ueber den Stand der Verhandlungen zur Ergänzung der Landesregierung wird vom Unterhändler mitgeteilt, daß vorgeschlagen werden soll, die Regierung in folgender Weise zu ergänzen: Für die ausscheidenden 3 Staatsräte Marschler(Natsoz.), Kien(Dnat.) und Port(Landbund) sollen drei neue gewählt werden, von denen der Landbund zwei und die Deutsche Volkspartei einen stellt. Die Regierung wird demgemäß nach der Ergänzung unter Einschluß der im Amte verbleibenden Regierungsmitglieder aus den beiden Ministern Baum und Kästner und aus fünf Staatsräten bestehen. Von einem Ersatz für den ausgeschiedenen Staatsminister Dr. Frick wird abgesehen. M..., Fröhlichkeit Annen-Wullen. Freitag abend starb unser 1. Vorsitzendrr, Herr Heinrich Reidt Als Mitbegründer des Vereins war er allen Sängern stets ein leuchtendes Vorbild. Wir werden seiner nicht vergessen. Zur Beerdigung tritt der Verein am Dienstag. nachm. 2 Uhr im Lokol Prünte an. Der Vorstand. Einejunge, gute, hochtragende Kuff zu verkaufen. Gederbachweg 51. Fast neue Badeeinrichlung und Gashers zum Kochen und Backen zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. Hektographenblätter, Rechnungsformulare, Geldbriesumschläge. Eintrittskartenbloss, Ausziehtusche. Briefklammern. Mitteilungsformulare, Durchschreibpapiere, Durchschlagpapter, Heftzwecken, Notenhefte, Briefordner Bonbücher. Radieraummt, Löschpapiere, Aufgabenhefte, Kreppapiere. Miettontrakte, Garderobennummern, Patetadressen. Hektographentinte, Bestellzettelbücher, Prozeßvoll machten. Kommissionsblicher, Butterbrotpapier, Kostenanschläge, Fritz Küchung, Buchhandlung. Zelz. Complet. Kleid mnn langer Jacke. eus mod. Loi„omneiechormant“ tadel lase Neiotbenug Mod. Comolet. Kleid mit Hentel eus hochmodernem. teinwollenem. kerlertem Tweed, scht fesch Modernes. wollenes Complet. in den neuen Frühlehrs- Ferben Gluse aus Merotein, schicke. Form ürg G blank Witten Mielewerke.G. 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