WRTENEN Bezugspreise: Die„Wittener Volkswacht“ erscheint täglich vormittags mit Ausnahme der Sonn= und Feierlage und kostet freibleihend monatl. 2.15 RM.(im voraus zahlbar) Einzelnummer kostel 10 Psennig. Anzeigenpreise 1 mm Höhe spaltig 7 Pig., auswärts 8 Pfg., Arbeits= und Wohnungsmarkt und privute Familienanzeigen 8 Pfg., Reklameteil 10 Pfg. Bei Wiederholung wird Rabatt gewährt, der bei gerichtlicher Beitreibung in Wegfall kommt. Annahmeschluß für Inserate nachmittags um 4 Uhr 5. Jahrgang ORGAN DER WERKTXTIGEN BEVSLKERUNG FUR DEN STADTKREIS WITTEN Mittellungsblatt der freien Gewerkschaften und der Arbeiter-Sport- und Kultur-Vereine Geschäftsstelle: Witten, Johanniestraße 87, Fernsprecher 8627 Verantwortlich für den Anzeigenteil: Heinrich Walther, Bochum. Druck und Verlag: E. Graf& Co., Bochum Die Pehtensom MRant! Riesendemonstration in Bochum- Gewaltige Massenkundgebung in Hagen Ein Zug von 9000 bis 10000 Demonstranten in Bochum Bochum, 12. Februar. Die in der Harzburger Front geeinte Reaktion hat das Volk zum Erwachen gebracht. Die Stadt Bochum sah am gestrigen Sonntag einen Massenaufmarsch der werktätigen Bevölkerung, der sein Gegenstück nur noch in den ungeheuren Massenbewegungen von 1918 und 1920 zu verzeichnen hat. Die große Demonstration am 27. September 1931 wurde bei weitem übertroffen. Der Moltkeplatz war auch diesmal der Treffpunkt der Eisernen Front. Bochums größter Platz war gefüllt. Das war bisher noch nirgends der Fall. Es war ein nie vergeßliches Bild. Zwischen dem gewaltigen Häuserrechteck des Griesenbruchs standen die Menschen förmlich zusammengeballt. Ueber ihren Häuptern, leuchtend rot und schwarz=rot=gold, ein bunter Fahnenwald. Schmetternde Musik und Trommelwirbel in den Straßen künden den Aufbruch des sich in seinen Rechten und Freiheiten bedroht fühlenden Volkes. Die Eiserne Front GroßBochums zeigte der Reaktion und dem Faschismus ihren unbeug— samen Kampfeswillen. Schon dreiviertel Stunden vor 15 Uhr 4 begann der Zumarsch zum Versammlungsplatz. Nach einem I streng eingehaltenen Aufstellungsplan marschierten sie heran, die Kameraden der Eisernen Front, Gewerkschaftler, das Reichsbanner, die Arbeiterturner und=sportler, die Sozialistische Arbeiterjugend und die Mitglieder der Partei. Kurz vor 15 Uhr war der große Platz bestellt und in den Nebenstraßen standen noch weitere Formationen, um sich dem nachfolgenden Demonstrationszuge anzuschließen. Die alten Sozialisten= und republikanischen Lieder, die man so lange nicht mehr gehört hatte, wurden laut— und endlich war es soweit, um der gesamten Bevölkerung Bochums diesen Aufmarsch miterleben zu lassen. Nach einer kurzen Ansprache des Kameraden Franz Vogt, die den Zweck der Kundgebung darlegte und darin gipfelte, daß die republikanische Bevölkerung nie und nimmer gewillt ist, sich ihre Freiheitsrechte nehmen zu lassen, begann der gewaltige Demonstrationszug durch die Stadt. Wer je geglaubt hat, daß die klassenbewußte Arbeiterschaft auch nur im entferntesten sich durch Provokationen der faschistischen Reaktion einschüchtern ließe, wurde beim Anblick dieser Massendemonstration schnell eines anderen belehrt. Gewaltig groß war die Riesenschlange, die sich durch die Straßen der Stadt sortbewegte. Was waren die Aufmärsche der„nationalen Konzentration“ in den letzten Tagen gegen diese Massen der Freiheitskämpfer! Diese unübersehbare Menge der Eisernen=FrontKameraden war nur zu schätzen, es mögen 9= bis 10000 gewesen sein; etwa 55 Minuten dauerte der Vorbeimarsch. Frauen marschierten diesmal nicht mit. Vorbei an der dichtgedrängten Menschenmauer auf den Bürgersteigen, die auf dem ganzen Wege ihre Sympathien durch begeisterte Freiheitsrufe bezeugte, ging der Zug. Die übrigen Straßen lagen tot und leer da, alles, was republikanisch dachte, wollte diese Demonstration miterleben. Hier und da, im Am Sonntagnachmittag drückte die Eiserne Front den Straßen der Stadt Hagen ihr Gepräge auf. Schon nachmittags gegen 2 Uhr sammelten sich in allen Stadtteilen die Formationen, um in geschlossenem Zuge unter Vorantritt von Musikkapellen zum Republikplatz zu ziehen. Gegen ½4 Uhr nachmittags war der Republikplatz Kopf an Kopf besetzt, um zu Stadtteil Ehrenfeld und am Schwanenmarkt, zeigten sich einige neugierige Salzsteuersoldaten, die ihren Mißmut über den gewaltigen Ausmarsch kaum verbergen konnten— und überall, wo man ihrer gewahr ward, reckten die Zugteilnehmer die Faust und riefen ihnen„Freiheit“ in die verärgerten Gesichter. Durch die Straßen der Stadt, durch die flaggengeschmückte Oskar=Hoffmann=Straße gings, vorbei am Straßenbahn=Depot, durch die Wittener Straße zum Schützenhof. Kaum den dritten Teil der Zugteilnehmer faßte der geräumige Schützenhofsaal, in dem die eigentliche Kundgebung vor sich ging. Kamerad König sprach die Einleitungsworte und erwähnte zu Beginn das furchtbare Unglück, das die Stadt Neunkirchen im Saargebiet getroffen hat. Stehend und entblößten Hauptes hörten sich die Versammelten die feierlichen Worte an; sie gedachten der Opfer der Arbeit und der Freiheit. Darauf nahm Kamerad Fritz Hulemann das Wort zu einer zündenden und begeistert aufgenommenen Rede. Er führte den Zuhörern eindringlich vor die Augen, demonstrieren gegen die neueste politische Entwicklung im Reiche. Genosse Steinhoff, der die Kundgebung mit dem Kampfruf der Eisernen Front„Freiheit“ eröffnete, erntete stürmischen Beifall, als er darauf hinwies, daß die immer wieder totgesagte Eiserne Front in Hagen noch lebe und am heutigen Tage der Oeffentlichkeit zeige, daß sie gewillt sei, die Interessen der Arbeiterklasse zu vertreten. Tausende die Fäuste streckten zum Himmel, um in brausende Freiheitsruse auszubrechen. Landtagsabgeordneter Walter Freytag sprach dann in packenden Worten zu den Massen. Oft von stürmischem Beifall unterbrochen, wies er auf As Beurschirunds Eanunzt Deeitausend im Demonstrationszug in Ragen Entsetzliches Weh und Unglück ist über die Bevölkerung von Neunkirchen und das Saargebiet hereingebrochen. In dieser Stunde liegen bereits 54 Tote stumm auf der Bahre und stündlich vermehrt und verlängert sich diese stumme Reihe. 54 tote Arbeiter und Angestellte, Väter, Mütter, Söhne und Töchter. Ganze Familien sind erschlagen, zersetzt und verkohlt. Kinder irren zwischen Trümmern und suchen die Eltern; Eltern graben nach den Kindern; eine Frau jagt irrsinnig auf der Straße nach ihrem Mann und trägt in den Armen einen toten Sängling 2.41437 Fimmee 65. In den Häusern und Hospitälern wimmern die Schwerverletzten. Unter den Trümmern erstickt langsam das Röcheln der Sterbenden. Wieviel Tote, wieviel Verstümmelte, wieviel * Leid und Weh? Niemand hat sie bis jetzt gezählt, niemand vermag das Maß des Unglücks zu erfassen und zu erschöpfen. Es ist über das Saargebiet hereingebrochen, über die Stadt Neunkirchen und ihre Bewohner; es ist vor allem über die Armen und Beladenen, über die Arbeiterschaft gekommen. : Im Arbeiterviertel sind die Häuser und Wohnungen zerstört, Arbeiter sind es in der übergroßen Mehrzahl, die am Arbeitsplatz und während des Schichtwechsels einen jähen, frühen und entsetzlichen Tod erlitten haben. Es war um die Zeit, da der Reichskanzler Adolf Hitler im Berliner Sportpalast seine Wahlrede hielt, und neben so vielem anderen den Satz gelassen aussprach: Die Marxisten mögen es mir glauben, solange der Allmächtige mich am Leben läßt, wird mein Entschluß und mein Wille, sie zu vernichten, ein unbändiger sein! Die in der Arbeiterstadt Neunkirchen auf der Bahre liegen, oder unter den Trümmern, die Hunderte von Verletzten und Verstümmelten: sie sind zum großen Teil organisierte„Marxisten“, sie haben in der übergroßen Mehrheit eine jener„Novemberparteien“ gewählt, von denen Hitler sagte, sie hätten Deutschland zugrunde gerichtet, sie wären schuld an der Niederlage von 1918, an der Inflation, an der Arbeitslosigkeit und allem wirtschaftlichen, politischen und sozialen Elend unserer Tage. Und diese„Marxisten“ zu vernichten, dazu flehte der neue Reichskanzler den Segen des Himmels herbei. Diese Zeilen sind den Toten und dem Unglück der Prole1 tarierstadt des Saargebietes gewidmet. Sie dienen nicht der Pokemik. Das physische und materielle Leid, das sie getroffen hat und das die Arbeiterschaft und Marxisten ganz Deutschlands trauernd mitfühlen, veranlaßt uns zu der Feststellung, daß keine moralische Diffamierung weder die Toten noch die Lebenden treffen kann, noch ihre Arbeit und ihr Ziel! Die Arbeit und das Mühen der Opfer von Neunkirchen: das war das Ringen und Mühen und Kämpfen bei kärglichstem Brot um eine bessere und hellere Zukunft für sich, ihre Familie und ihre Klassengefährten. Ein Ringen um eine bessere Wirtschaftsordnung, in Frieden, Freiheit und sozialer Gleichberechtigung. Das war und ist der Kampf und das Ziel der in diesen Tagen mit und ohne amtliche Mittel so viel geschmähten„Marxisten". Als einen Teil dieses Kampfes haben die Neunkirchener Opfer die Freiheit, die Gleichberechtigung der Nation und des gesamten deutschen Volkes erkannt, für sie gestritten und gelitten. Im Kampf des Saargebietes waren es diese„Marxisten“ jeder Schattierung, denen es Deutschland verdankt, im Gegensatz zu so vielen Kapitalisten, daß die Saar deutsch geblieben ist und bleiben wird. Und im gleichen Sinn werden wir„Marxisten“ ganz Deutschlands das Lebenswerk der Toten von Neunkirchen fortsetzen und geloben: so wenig ein fremder Kapitalismus und Imperialismus die Freiheit jener Erde in Fesseln schlagen wird, in die wir unsere Brüder, Mütter und Söhne bestatten, so wenig wird die deutsche Arbeiterklasse gestatten, daß ein Faschismus die„Marxisten" ausrottet, daß er den leidenden und darbenden Massen des Volkes die politische Freiheit raubt und die wirtschaftliche Gleichberechtigung vorenthält. Wir geloben es zu Ehren der„schwarzen und roten“ Marxisten von Neunkirchen! Neunkirchen, 12. Februar. Unter den 54 Opfern der Explosionskatastrophe befinden sich, der amtlichen Liste zufolge, 24 männliche und 22 weibliche Personen, sowie acht Kinder. Von den 24 Männern sind 21 Werksangehörige, während drei anderen Berufen angehören. Einer von diesen ist der Kunstmaler Dietring aus Dortmund, der gerade in Neunkirchen zu Besuch weilte. Von den weiblichen Toten sind 13 Ehefrauen von Werksangehörigen, sechs underheiratet, zwei sind Ehefrauen vonl Beamten, die in der Nähe des Werkes wohnten, eine weibliche Leiche ist noch nicht identisiziert. die neue Art„Politik zu machen“ hin, diejenige nämlich, die den lieben Gott beschwört, damit er nur ja helfe, die „Marxisten“ zu vernichten. Wenn auch die neueste Operette„Morgen gehts uns gut“ heiße, so beweisen doch die Taten der Regierung Hitler— von Papen, daß es uns wahrscheinlich morgen schlechter als je gehen werde. Die Regierung der Schmalzverteuerung solle jetzt und in Zukunft sehen, daß sie auf den erbitterten Widerstand der breiten Massen der Bevölkerung zu rechnen habe, die nicht gewillt sei, widerstandslos alle Drangsalierungen über sich ergehen zu lassen. Genosse Freytag erntete ebenfalls für seine kurzen Ausführungen den stürmischen Beifall der Tausende, die den Republikplatz Kopf an Kopf bis in die angrenzenden Straßen hinein umsäumten. Nach dieser kurzen Kundgebung setzte sich die Masse der Teilnehmer in Marsch. Voran das disziplinierte Reichsbanner, das überall bei seinem Auftreten Beifall errang. Auch die Arbeiterjugend war wieder mit dabei. In ihrer kleidsamen blauen und roten Tracht brachten sie in die Masse der marschierenden Gewerkschaftler und Parteigenossen bunte Abwechslung, ihre Fanfaren schmetterten in den Tag hinein und ihre Trommeln wirbelten. Erfreulich war auch die überaus starke Beteiligung der Frauen, der Turn= und Sportorganisationen und aller anderen Verbände der Eisernen Front. Der Marschtritt der Dreitausend durchdröhnte die Straßen der Proletarierviertel. Ueberall, an allen Straßenecken, an denen sich die sympathisierenden Volksgenossen in achtbaren Staffeln aufhielten, brandete aufrichtige Begeisterung, daß die Eiserne Front in der Oeffentlichkeit zeige, daß sie den Kampf gegen den faschistischen Gegner machtvoll führt. Der Zug, der sich in Altenhagen an der Dewog auflöste, verlief ohne jeden Zwischenfall und hat der Oeffentlichkeit gezeigt, daß die sozialdemokratische Arbeiterschaft versteht, Disziplin zu halten und daß sie gewillt ist, diese Disziplin auch restlos einzusetzen, um den Faschismus zu schlagen. Die Stadt Hagen hat gesehen, daß die Eiserne Front lebt und sie wird es noch öfter sehen, denn auf ihr und nur auf ihr allein ruht heute die Verantwortung für Deutschlands Zukunft. Karr Vellting= Teäner de Dee preubische Innenminister Jevering speicht unter stürmischem Beitalt auf der Konserene des Unterbezicks Recklingkausen=Gelsenkicchen Marl, 12. Februar. Auf der heutigen Generalversammlung der SPD., Unterbezirk Recklinghausen=Gelsenkirchen, die sich zu einer wuchtigen Kampfkundgebung gegen den Faschismus gestaltete, sprach in der Nachmittagstagung der preußische Innenminister Karl Severing über die gegenwärtige politische Lage. Severing rechnete in glänzender Weise mit den gegenwärtigen Machthabern ab. Sein Reserat, das mit stürmischem Beifall. aufgenommen wurde, schloß mit einem flammenden Appell an die Delegierten, alle Kraft für den Sieg der SPD. am 5. März einzusetzen. Der Unterbezirksvorstand wurde wiedergewählt. Alfred Janschek wurde einstimmig wieder zum Reichstagskandidaten, Mathias Jakobs wieder zum Landtagskandidaten bestimmt. Reden, Reden, nichts als Reden und Reine Taten! Hugenberg, Seldte und Papen im Rundfunk Am Samstag gehörte der Berliner Sportpalast den Schwarz= weißroten: Hugenberg, Papen und Seldte. Das Publikum war ebenso laut wie am Tage zuvor, aber die Redner konnten sich an Stimmenkraft mit Hitler keineswegs messen. Der Verlauf der Kundgebung war lehrreich, er zeigte, daß unter dem Deckmantel der„nationalen Einigkeit" der Kampf zwischen Schwarzweißrot und Hakenkreuz schon im Gange ist. Wenn z. B. Herr Brosius von dem fanatischen Haß sprach, mit dem Hugenberg von seinen Gegnern verfolgt werde, so wußte jedermann, wer damit gemeint war. Noch deutlicher waren die Bemerkungen wie: Hugenberg sei ein Mann der Arbeit und nicht der Rede(mit verständnisvollem Beifall aufgenommen), oder gar, er führe wohl sein Ministergehalt für nationale Zwecke ab, aber er, Hugenberg rede nicht davon! Gegen die nationalsozialistischen Versuche, mit dem Zentrum ins Reine zu kommen, wandte sich der deutschnationale Pressechef mit der Erklärung, daß die nationale Einigung die endgültige Ausschaltung des Zentrums bedeuten müsse. Noch deutlicher war Hugenberg. Er sprach von einem Bund„auf Treu und Glauben“, der Dauerzustand sein müsse, nicht Uebergangszustand, sonst komme das Chaos. Das war eine unmißverständliche Wendung gegen die Nationalsozialisten und ihre dem Zentrum gegebene Versicherung, die Deutschnationalen würden sehr bald wieder ausgeschifft werden. Die Erklärung, die Schwarzweißroten wollten die Macht auf alle Gefahr hin behalten, welche Gefahren uns durch die neugebildete Konzentrationsregierung bedrohen. Wir, die wir auf dem Boden der Verfassung und des Rechtes stehen, werden bedroht, man spricht es öffentlich aus— und die bisherigen Taten der Reaktion beweisen es—, wie der deutsche Arbeiter geknebelt wird. Trotzdem aber werden wir uns nicht beugen. Wenn die anderen den Boden des Rechtes verlassen, werden wir ihnen folgen, dann ist uns das Notwehrrecht gegeben und wir werdedn das tun, was zur Erhaltung der Gesetze notwendig ist.(Lautes Bravorufen.) Die Wahlen des 6. November brachten den Sturz Papens, der, ein Hasser der Arbeiterbewegung, vor seinen Leuten in Dülmen es aussprach, daß die Tarifverträge und die Sozialgesetzgebung verschwinden müßten. Und nun ist dieser Papen glücklich in der„nationalen Konzentration“ bei Adolf Hitler, dem Führer einer„sozialistischen Arbeiterbewegung“, gelandet. 14 Tage haben wir die neue Regierung— ein Fackelzug hat seitdem den anderen und ein nationaler Minister den anderen im Rundfunk abgelöst. Was aber hat sie bis jetzt hervorgebracht? Zwei Vierjahrespläne zur Behebung der Arbeitslosigkeit und der Not der Landwirtschaft. Wer jedoch die Arbeitslosigkeit beseitigen will, kann dies nicht mit den Herren der Großindustrie und der Großgrundbesitzer tun.— Pflichttreue Beamte hat man in die Verbannung geschickt, um diese Staatsämter mit braunen und schwarz=weiß=roten Parteibuchbonzen zu besetzen. Wir wollen den Sozialismus— und auch in diesem Wahlkampfe kämpfen wir um unsere Forderungen: Verstaatlichung der Schlüsselindustrie, der Großbanken, Aufteilung des Großgrundbesitzes usw. Wie in der Zeit des Sozialistengesetzes die Arbeiterschaft ihren Weg gefunden hat, so wird sie auch diesmal ihre Kraft einsetzen für Arbeit, Freiheit und Gerechtigkeit.(Stürmischer Veifall.) Als zweiter Redner sprach Kamerad Henßler Dortmund. Seine Ausführungen waren eine gründliche Widerlegung der Gegner, die behaupten, 14 Jahre Marxismus seien schuld an dem deutschen Elend. An Hand der eigenen Worte Hitlers und aus rechtsgerichteten Zeitungen, insbesondere der „Rheinisch=Westfälischen Zeitung“, vermochte er diese Behauptung in ihr Gegenteil zu kehren. Redner wies auf die Verdienste der verstorbenen Staatsmänner Friedrich Ebert, Stresemann und Hermann Müller hin, deren Wirken wir die Befreiung des Rheins und der Ruhr sowie die Liquidierung der Reparationen zu verdanken haben. Er knüpfte hieran die Gegenfrage was denn die Nationalsozialisten in dieser Zeit aufzuweisen hätten? Die Ermordung Erzbergers und Rathenaus, die schamlose Hetze gegen Ebert und Stresemann und Putsche, Nicht 14 Jahre Marxismus haben Deutschland ruiniert, sondern die kapitalistische Mißwirtschaft und die nationalsozialistische Brunnenvergiftung. Die Harzburger Front will das Volk in einem Freudentaumel halten. in dem Glauben, daß es am 5. März seine eigene Entmündigung vornimmt. Das müssen wir verhindern. indem wir in den noch vor uns liegenden drei Wochen bis zur Wahl in rastloser Arbeit Aufklärung betreiben. Freiheitsruse durchbrauchen den Saal, als Henßler endete. Draußen standen die Massen dichtgedrängt, um durch Lautsprecher=Uebertragung die Ausführungen der Referenten mit anzuhören. Aber es war nicht möglich, ihnen sämtlich auf diese Weise das gesprochene Wort von drinnen zu übermitteln. Landtagsabgeordneter Franz Vogt mußte einspringen und noch zu den Tausenden auf dem weiten Schützenhofplatz sprechen. Auch hier begeisterte Zustimmung und Freiheitsrufe der Massen, die besundeten, daß das Volk nicht gewillt ist, die Pläne der Reaktion Wirklichkeit werden zu lassen. war in diesem Zusammenhang auch nicht mißzuverstehen. Hugenberg bekannte offen, daß er mit der Reichstagsauflösung überrumpelt worden sei.„Ich wollte keine Neuwahl“, versichert er. Aber wenn schon, dann müßten diese Wahlen die letzten sein. „Wer das Wählen satt hat, wählt schwarzweißrok“, war eine klare Aufforderung an die Wähler, durch ihre Abstimmung auf ihr eigenes Mitentscheidungsrecht zu verzichten und dem Volke sein Recht zu nehmen. Aber nach der anderen Seite wieder ging die Versicherung Hugenbergs, er werde während des Wahlkampfs nicht reden, sondern arbeiten.„Nachtigall, ick hör' dir lausen“, sagt in solchen Fällen der Berliner. Auch Papen sprach mit scharfer Spitze gegen die neuen Bundesgenossen. Er polemisierte gegen den„Parteistaat“ und pries das„Koalitionsopfer“, das Hitler gebracht, indem er sich mit ihm und mit Hugenberg zusammengefunden hätte. (Dies war der einzige Zusammenhang, in dem der Name des Reichskanzlers überhaupt genannt wurde.) Unter ungeheurem Beifall versicherte der Vizekanzler:„Niemand wird uns den Sieg entreißen können.“ Hugenberg und Papen— die Sieger! Zusammengefaßt ergibt sich folgendes: Sowohl Nationalsozialisten wie Deutschnationale— aber jede Partei für sich— haben die Absicht, ohne Rücksicht auf das Wahlergebnis an der Macht zu bleiben, sie legen aber auf das Verbleiben auch des anderen keineswegs entscheidendes Gewicht. Eher sieht es so aus, als ob es nach dem 5. März, wenn nicht schon früher, zu einer Machtentscheidung zwischen beiden kommen würde. Schließlich noch eines: An den beiden letzten Tagen haben ein Reichskanzler, ein Vizekanzler, ein fünffacher Minister und ein einfacher, im ganzen die Inhaber von acht Ministerportefeuilles, gesprochen. Kein einziger hat auch nur mit einem Wort verraten, was ihre Regierung zu tun beabsichtigt. Es waren nur Redensarten. Als einzige Tatsache bleibt die Fleisch=, Speck= und Schmalzverteuerung. In nationalsozialistischen Kreisen raunt man sich die unverbürgte Nachricht zu, die Regierung Hitler=Hugenberg bereite einen Wahlcoup ersten Ranges vor, indem sie zwei Wochen vor der Wahl die Unterstützung der Arbeitslosen und andere Bezüge plötzlich, aber widerruflich, um 2 Mark oder 2,50 Mark die Woche erhöhen und damit eine glänzende Stimmung hervorzaubern würde. Der Gedanke ist nicht schlecht. Man würde freilich den Mitgliedern der Arbeitslosenversicherung nur einen Teil wiedergeben, was man ihnen genommen hat. Denn der verflossene Arbeitsminister Syrup hatte selbst im Reichstagsausschuß mitgeteilt, daß im Jahre 1932 die Einnahmen der Arbeitslosenversicherung aus Beiträgen um mehr als 300 Millionen höher waren, als die Summe der Auszahlungen an die Versicherten betrug. Sie sind an die Gemeinden für Wohlfahrtsfürsorge geflossen. Das Beitragsaufkommen der Arbeitslosenversicherung beträgt— genau gerechnet— pro Monat 83 bis 85 Millionen Mark. Die Durchschnittszahl der Unterstützungsempfänger dürfte im Monat Januar 1933 925000 betragen, so daß bei einem Durchschnittssatz von 42 bis 43 Mark monatlicher Unterstützung Blutige Zusammenstöße zwilchen SA. und Kommunilten in Eisleben E'sleben, 12. Februar.(Eigener Drahtbericht.) In Eisleben, im Bezirk Halle, ist es am Sonntagnachmittag zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen SA. und Kommunisten gekommen. Es sind dabei zwei SA.=Leute durch Schüsse getötet und mehrere Personen leichter verletzt worden. Die Ursache des Zusammenstoßes soll darauf zurückzuführen sein, daß die SA. bei einem Durchmarsch durch Eisleben angeblich von dem Gebäude der KPD. aus beschossen worden sein soll. Polizeiliche Untersuchungen haben die Ursache noch nicht klären können. Nach vorläufigen Feststellungen ist von einem Gebäude in der Nähe des kommunistischen Gebäudes geschossen worden. Ob ein Kommunist oder sonstwer geschossen hat, konnte noch nicht festgestellt werden. Trotz der Unklarheit stürmten die nationalsozialistischen Demonstranten das Gebäude der Kommunisten. Was sich im Innern des kommunistischen Gebäudes und in der roten Turnhalle, in der sich zahlreiche Kommunisten und rote Arbeitersportler aufhielten, abgespielt hat, ist ebenfalls noch nicht geklärt. Jedenfalls kam es zu einem furchtbaren Gemetzel von Mann gegen Mann, das die Polizeibeamten zunächst vergeblich zu beenden versuchten. Mit harten Gegenständen, mit Stühlen, Messern usw. gingen die Gegner aufeinander los. Beinahe eine Einigkeit macht stark Die Parole im Unterbezirk Dortmund-Sauerland Dortmund, 12. Februar. Die Unterbezirkskonferenz der SPD. für den Unterbezirk Dortmund=Sauerland, die am Sonntag im Uhlandshof in Dortmund tagte, nahm einen glänzenden Verlauf. Einmütigkeit und Geschlossenheit war das Signum dieser Tagung. Die Delegierten waren sich einig, im Kampf gegen den Faschismus in der Abwehr aller Bestrebungen, die darauf ausgehen, die Volksrechte zu zerschlagen, die Demokratie zu zertrümmern und Deutschland wieder zu einem Eldorado für Großgrundbesitzer und Großindustrielle zu machen, in dem der Arbeiter nichts ist als Knecht und immer wieder nur Knecht. Der Vorsitzende des Deutschen Metallarbeiterverbandes und Reichstagsabgeordneter des Dortmunder Bezirks, Genosse Alwin Brandes, sprach zur politischen Situation, rechnete in aller Deutlichkeit und Schärfe mit dem Regiment Hitler, Papen, Hugenberg und Seldte ab und zeigte in klaren Umrissen die Wege, die allein zu gehen für die deutsche Arbeiterklasse möglich und notwendig sind. In der Wiederaufstellung der bisherigen Abgeordneten als Kandidaten für die kommende Reichstags= und Landtagswahl, wie in der einmütigen Zustimmung zu dem Reserat Brandes, zeigte sich die Stärke der Konferenz und kam der Wille zum Ausdruck: Komme was kommen mag, es gibt für die Sozialdemokratische Partei nur eins, vorwärts und durch zur Freiheit! Die Kandidaten des Unterbezirks sind für den Reichstag die Genossen Brandes und Heußler und für den Landtag die Genossen Klupsch und Freytag. Kommunistischer Wahlschwindel gegen die Sozialdemokratie Die KPD. hatte Sonntag als Auftakt ihres Wahlkampfes im Ruhrgebiet eine Kundgebung in der Westfalenhalle in Dortmund. Die Massen, die mit der Erwartung in die Kundgebung kamen, die KPD. werde angesichts der großen Gefahr, die dem gesamten Proletariat gegenwärtig droht, durchführbare Vorschläge für die Bildung einer proletarischen Einheitsfront machen, wurden auch diesmal bitter enttäuscht. Der Führer der kommunistischen Landtagsfraktion, Caspar, der das Referat hielt, sprach zwar von den drohenden Gefahren, sprach davon, daß nur die geeinte Arbeiterklasse die faschistischen Anschläge abwehren könne, aber im gleichen Zuge höhnte er über die sozialdemokratischen Führer mit billigem Wortspiel. Ob er nicht einsieht, daß er sich bewußt oder unbewußt zum Helser Hitlers machte, als er, wie Hitler, die Sozialdemokratie für die Entwicklung der letzten 13 Jahre verantwortlich zu machn suchte? Der 20. Juli bot dem Redner auch in dieser Kundgebung wieder Anlaß, von einer Kapitulation der Sozialdemokratie zu reden. Werden sich die Kommunisten nicht wieder einmal fragen müssen, warum denn dann die KPD. im Bunde mit den Faschisten gegen die Preußenregierung ankämpfte, wenn ihr die Position, die Braun und Severing innehatten, für die Arbeiterklasse verteidigungswert erschien? Aber Caspar wird gemerkt haben, daß seine Attacken gegen die SPD. wenig Widerhall in der Versammlung fanden. Die proletarischen Massen haben es endlich satt, sich gegeneinander ausspielen zu lassen! die Gesamtausgabe an Unterstützungen 35 bis 36 Millionen Mark ausmacht. Es stehen demnach der Beitragseinnahme von 83 bis 85 Millionen Mark Versicherungsleistungen in Höhe.von 35 bis 36 Millionen Mark gegenüber, das ist noch nicht die Hälfte des Beitragsaufkommens. In welchem Ausmaß heute aus den Beiträgen der Versicherten Ausgaben für die Krisenfürsorge, Wohlfahrt und Arbeitsdienst zur Entlastung der Reichskasse von der Reichsanstalt geleistet werden, geht daraus hervor, daß der rechnungsmäßige Ueberschuß der Reichsanstalt rund 330 Millionen Mark beträgt. Die Reichsanstalt könnte heute aus ihren Beiträgen mindestens 2 Millionen Erwerbslose unterstützen, während in Wirklichkeit noch nicht eine Million Unterstützung aus der Arbeitslosenversicherung bezieht. Trotzdem hat der Finanzminister der gegenwärtigen und der vergangenen Regierungen stets gegen eine Erhöhung der Unterstützungen Einspruch erhoben— weil das Geld nicht reiche. Gibt er es jetzt aus anderen Gründen heraus, dann wissen die Betroffenen, warum und zu welchem Zweck, sie wissen aber leider nicht wie lange. Wir würden trotzdem die Regierung auffordern, das sofort zu tun, und zwar ohne Begrenzung des Zeitraumes. Die Arbeitslosen können es notwendig gebrauchen. halbe Stunde dauerte das Handgemenge. Erst später herbeigerufene Polizelverstärkungen konnten den Auseinandersetzungen“ ein Ende bereiten. Das Innere des Kommunistengebäudes bietet das Bild eines wüsten Trümmerhaufens. Die ganze Einrichtung wurde zerschlagen. Zwischen den Möbeltrümmern lagen zehn schwerverletzte Kommunisten bewußtlos. Am späten Sonntagabend erschienen 25 Schutzpolizisten aus Halle. Weitere Verstärkung wird noch im Laufe der Nacht erwartet, da die Erregung in Eisleben noch weiter wächst. Trotz der blutigen Vorfälle konnten die Nationalsozialisten am Nachmittag ihre Demonstration durchführen und eine wüste Hetzrede eines nationalsozialistischen Redners anhören. Vom Marktplatz zogen die nationalsozialistischen Trupps geschlossen zum Landbundhaus, wo sie noch eine Versammlung abhielten. Unter den Schwerverletzten befindet sich der kommunist'sche Abgeordneté des Preußischen Landtages Koenen. Im Krankenhaus befinden sich insgesamt 17 Verletzte. Die Angst, die Angst! Nach einer Mitteilung der„Vossisen Zeitung“ hat man„aus Sorge vor Funkstörungen“ aus Anlaß der Naziveranstaltung im Sportpalast nach einer schwarzen Liste im Funkhaus verdiente Angestellte Knall und Fall entlassen. umspecn-Arsicht! Nach der Schmalzverteuerung- ein Almosen! stark und-Sauerland nd, 12. Februar. Witen Montag, den 13. Februar 1933. Bereithalten! ür den Unterbezirk Ihlandshof in Dortlauf. Einmütigkeit Tagung. 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Im KranIngst! ung“ hat man„aus Naziveranstaltung Funkhaus verdiente Mit überlegenem Ernst und unerschütterlicher Kampfentschlossenheit gehen wir in die uns aufgezwungenen Wahlkämpfe, mit dem festen Vorsatz, die vereinigten Feinde des Volkes niederzuringen. Die Vorbereitung der Kämpfe erfordert eine Unsumme von Kleinarbeit, der sich kein Parteigenosse, kein Mitglied der Eisernen Front entziehen darf. Es finden vorerst folgende Versammlungen der Filiale statt: Witten=Alt: Montag, den 13. Februar, 8 Uhr abends bei Röthemeier. Bommern: Dienstag, den 14. Februar, 8 Uhr abends in der Lesehalle. Heven: Mittwoch, den 15. Februar, 7.30 Uhr abends bei Gies. SAJ. und Arbeiterwohlfahrt nehmen an der Versammlung teil. Stockum: Mittwoch, den 15. Februar, 7 Uhr abends bei Engel. In allen Versammlungen werden die Vorbereitungen für die Stadtverordnetenwahl besprochen. Hitler=Rede, eine Enttäuschung für seine Anhänger. Ich hatte Gelegenheit, am Freitagabend zufällig die Rede des Reichskanzlers Hitler im Sportpalast in Berlin in einem Lokal zu hören, in welchem sich Freunde der NSDAP. zu dem gleichen Zweck eingesunden hatten. Die Umgebung veranlaßte mich zu ziemlicher Zurückhaltung, um die Ansicht der Hitlerfreunde über die Rede ihres Führers zu hören.(Wir können ruhig verraten, daß wir die laut ausgesprochenen Bewertungen nicht veröffentlichen können, ohne mit den Strafparagraphen der neuen Regierung in Widerspruch zu geraten.) Ganz besonders mißfiel der Kraftaufwand, mit dem der Sprecher seinem „Recht“ Geltung zu verschaffen suchte. Jedenfalls braucht man nicht zu befürchten, daß die Regierungsparteien mit solchen Reden viel Unheil anrichten werden. Mögen sie auch den Rundfunk nur für ihre Interessen in Anspruch nehmen, der gesunde Menschenverstand wird doch siegen. Der 5. März wird es beweisen. Eine unbefugte Einmischung in Dinge, die ihn gar nichts angehen, erlaubte sich der evangelische Kirchenrat und Stadtinspektor Hofmeister. Ein Mitglied der Eisernen Front, das an der Demonstration am 2. Februar teilnahm und von den Nazis durch mehrere Schüsse verwundet wurde, hatte in seiner Eigenschaft als Helfer der evangelischen Schulgemeinde mit Herrn Hofmeister etwas zu besprechen. Statt nun, wie es unter gesitteten Menschen üblich ist, den Betreffenden ruhig anzuhören, zumal es sich um einen kirchenfreundlichen Arbeiter handelt, empfing ihn Herr Hofmeister mit Vorwürfen, daß er an der Demonstration teilgenommen und erklärte, mit ihm nichts mehr zu tun zu haben. Diese Unduldsamkeit des Herrn Kirchenrats ist um so auffallender, als wir uns zu erinnern glauben, daß es einmal eine Zeit gab, wo sich der Herr Stadtinspektor sehr„demokratisch“ gebärdete. Er scheint wohl auch „Konjunkturwind“ in die Nase bekommen zu haben. Dieser Vorfall ist wieder ein Schulbeispiel dafür, daß Arbeiter in einer solchen Gesellschaft nichts zu suchen haben. Sie werden dort nur zu politischen Zwecken der Reaktion ausgenützt, sobald sie sich aber merken lassen, daß sie auf dem Standpunkt stehen, daß Religion mit Politik nichts zu tun hat, werden sie in schmählicher Weise fallen gelassen. Politischer Unsinn. Ja, den gibt's in Hülle und Fülle. Dabei wollen wir die Verrücktheiten der Nazis gar nicht in die Waagschale werfen. Die(sogenannten) Einheitsfrontler machen Karnevalssprünge, die kaum von den Nazis überboten werden können. Das ist natürlich bedauerlich in einer solch tiefernsten Zeit; aber wir müssen die Clownstreiche mit in Kauf nehmen. Die letzte Versammlung der„Freigeistigen Gemeinschaft Annen“, wo sich die Spalter, pardon Einheitsfrontler, unsterblich blamierten, hat es ihnen besonders angetan. Deshalb werden die „Bonzen“, der Gemeinschaft in gar nicht üblen Karikaturen im illegalen„Wittener Ruhr=Echo“ festgehalten und natürlich gebührend— verunglimpft.— Im Interesse der„Einheitsfront“! Silberhochzeit. Am Dienstag, dem 14. Februar, begeht unser Genosse Hermann Rochel und Frau das Fest der silbernen Hochzeit. Nicht nur in der Partei, sondern auch in den Kulturund Sportorganisationen stehen beide seit langen Jahren, zum Teil ein Vierteljahrhundert, mit in erster Linie. Die Partei, die Gewerkschaft(Bergarbeiterverband), freigeistige Gemeinschaft, Arbeitergesangverein, dessen langjähriger Kassierer der Jubilar ist, gratulieren ihm und seiner Lebensgefährtin, die sich seit langen Jahren auch in der Arbeiterwohlfahrt betätigt. Und wir bringen den langjährigen Abonnenten unsere Glückwünsche dar und wünschen, daß sie die Befreiung der Republik von der Nazipest mitfeiern dürfen. Stalleinbruch. Ein Fahrrad gestohlen. In der Nacht zum 11. Februar 1933 wurde auf dem Kleff in Witten=Heven ein Stall erbrochen und daraus ein Herrenfahrrad Nr. 501 661 entwendet. Mitgliederversammlung der Eisernen Front in Annen. Am Donnerstag, dem 16. Februar, abends 6 Uhr, findet im Lokal Wösthoff eine Mitgliederversammlung der Eisernen Front statt. Referent zur Stelle. Die Sänglings= und Kleinkinderfürsorge in Heven findet am Montag, dem 13. Februar, um 3.15 Uhr in der Dorfschule in Heven statt. Groß=Bockum Wir klären auf! Eine große Kundgebung veranstaltete die Eiserne Front Hofstede=Riemke am Freitagabend. Der Kneppersche Saal war überfüllt; 1200 Personen waren dem Rufe der Eisernen Front gefolgt. Genosse Borcherding appellierte an die Erschienenen, in den nächsten Wochen alles daranzusetzen und dem Volke den schändlichen Verrat der Nazis zum Bewußtsein zu bringen. Man hat immer gepredigt, 24 Stunden nach der Machtergreifung durch die Nazis werde es dem Volke besser gehen, nun aber, wo Hitler Reichskanzler geworden ist, soll das nationalsozialistische Programm erst in zwei Vierjahresplänen, also in acht Jahren, zur Durchführung kommen! Zuerst soll dem deutschen Bauer, dann dem Bürger und schließlich auch dem Arbeiter geholsen werden. Wenn man aber nicht sofort dem Arbeiter hilft. dann kann auch dem Bauer nicht geholfen werden, denn der Arbeiter in seiner gewaltigen Volksmehrheit ist es doch, der dem Bauer die landwirtschaftlichen Erzeugnisse abkauft, wenn er das nötige Geld dazu hat! Adolf Hitler will es umgekehrt K Die SPD. Groß-Bochum im KommunalWamampt Aufstellung der Kandidaten zur Stadtverordnetenwahl und Provinziallandtagswahl Zu den bisherigen Taten der nationalen Regierung gehört auch die Auflösung der Kommunalparlamente in Preußen. Als Begründung dafür wird angegeben, die Zusammensetzung der kommunalen Körperschaften entsprechen nicht mehr der wahren Volksstimmung. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Forderung der Nationalsozialisten, die sich von der Neuwahl der Kommunalparlamente einen weiteren Auftrieb für ihre Parteibewegung versprechen. Die NSDAP. verlangte bereits kommunale Neuwahlen am 16. Oktober 1932. Nun ist auch diese nationalsozialistische Forderung erfüllt worden. Die Wahlen sollen am 12. März stattfinden. Die Aufgabe der Wähler wird es sein müssen, zu verhindern, daß das erstrebte Ziel der braunen „Volkserneuerer“, die Kommunen zu Domänen für ihre futterlüsternen Parteibonzen machen möchten, gründlich daneben geht. Sonst wäre es um die wenigen Rechte, die in der Kommunalpolitik zur Zeit noch Raum haben, ebenfalls vorbei. Den Nazis muß die Suppe am 5. März und 12. März gründlich versalzen werden. Mit der Neuwahl der Kommunalvertretungen zugleich finden auch die Wahlen für die Provinziallandtage und Kreistage statt. Viel Zeit ist also nicht zu verlieren. Der Ortsverein GroßBochum der SPD. ging ungesäumt an die Arbeit und berief für Samstag nachmittag eine außerordentliche General=Versammlung im Morjanschen Saale ein. Der starke Besuch der Versammlung zeigte, welch großes Interesse bei der Parteimitgliedschaft auch für die Kommunalwahlen vorhanden ist. Die Versammlung nahm nach einem kurzen Referat des Genossen Heinrich König sofort Stellung zur Kandidatenfrage. Zunächst erfolgte die Aufstellung der Kandidaten für den westfälischen Provinzial=Landtag. Nach ganz kurzer Aussprache wurden einstimmig die folgenden Kandidaten nominiert: 1. Heinrich König, Bochum. 2. Reinhold Rauschen= berg, Wattenscheid. 3. Frau Frieda Nickel, Bochum. 4. Wilhelm Hölken Bochum=Stiepel. 5. Richard Schütt rigkeit, Bochum. Die Kandidatur des Genossen Rauschenberg, der bisher 2. Vorsitzender des Westfälischen Provinzial=Landtages gewesen ist und als anerkannter Provinzvertreter gilt, erfolgte, um seine Wahl unter allen Umständen, sicherzustellen. Voraussetzung dabei ist, daß die Parteigenossen in Wattenscheid keinen anderen Kandidaten in Vorschlag bringen. Dann wurde zur Aufstellung der Kandidaten für das Stadtparlament geschritten. Die meisten Vorschläge erfolgten einstimmig. Soweit Vorschläge seitens des Vorstandes vorlagen, wurden diese akzeptiert, da es sich hier um alte, bewährte Vertreter im Bochumer Stadtparlament handelt. Es wurde besonderes Gewicht darauf gelegt, soweit als möglich Vertreter aus allen maßgebenden Organisationen zu benennen. Das ist auch geschehen. Folgende Kandidaten wurden aufgestellt: 1. Kallenbach(Baugewerksbund), 2. Frau Nickel(Arbeiterwohlfahrt), 5. Rektor Gräfer(Langendreer), 4. König, 5. Knebel(Gerthe), 6. Baukenrott(Linden, Kriegsbeschädigter), 7. Hölken(Stiepel), 8. Jungen(Gesamtverband), 9. Dr. Rawitzki(Rechtsanwalt), 10. Sommerlad (Redakteur), 11. Schumann(Gewerkschaftsangestellter), 12. Kauermann(2. Vorsitzender des Arbeiter=Sportkartells), 13. Parteike(Metallarbeiter, Bochumer Verein), 14. Weidauer(Werne, Tabakarbeiter), 15. Frau Denzin(Riemke, Arbeiterwohlfahrt), 16. Aufderheide(Harpen, Eisenbahnsekretär). Die weitere Vervollständigung der Liste bleibt dem erweiterten Vorstand bzw. den Funktionären überlassen. Auch hier sollen die eingereichten Vorschläge Berücksichtigung finden. In voller Einmütigkeit faßte die Generalversammlung ihre Beschlüsse. Es folgte ein kurzer Appell des Vorsitzenden zur Arbeit in den kommenden Wochen. Wenn jeder seine ganze Kraft einsetzt, dann wird die Partei auch den Kommunalwahlkampf siegreich bestehen. Sonder-Angebot! Ein großer Posten Nasdtentdder für Damen, Herren und Kinder. Es sind teils Fabrik-Muster, teils Tücher mit kleinen Fleckchen oder Fehlern, die kaum sichtbar sind. Die Tücher, die 9—35 Pfg. kosten, sind 33½% unter Dreis W1.TEn machen. Sonach hat es mit der Hilfe der Arbeiter noch gute Weile. Unser Kampf um ein besseres Los des Arbeiters muß also mit verstärkter Kraftanstrengung fortgeführt werden. Wir kämpfen unter dem Zeichen der drei Pfeile für Arbeit und Brot, für die Freiheit des Volkes und für eine wahre Einheitsfront. Wenn Adolf Hitler das Marxismus nennt, so soll es uns schon recht sein! Das Volk erkennt, daß die Reaktion Angst hat, denn sonst würde man die Untersuchung des Osthilfeskandals nicht unmöglich gemacht haben. Hier sind Millionen Steuergroschen des Volkes in die Taschen der nimmersatten Großagrarier gewandert. Wir sagen dem Volke die Wahrheit, damit es die Situation erkennt und sich nicht von großspurigen Volksbetrügern einseisen läßt.— Im Anschluß an die Ausführungen des Reserenten hielt Kamerad Godziekowski vom Reichsbanner einen Lichtbildervortrag über:„Im Westen nichts Neues“. Gen. Letzel forderte zum Schlusse die Anwesenden auf, am 5. März, allen Gegnern zum Trotz, seine Pflicht zu tun und Liste 2 SPD. zu wählen! Die Teilnahme der Stadt Bochum Anläßlich der schweren Explosionskatastrophe im Saargebiet hat die Stadtverwaltung dem Oberbürgermeister in Neunkirchen (Saar) die aufrichtigste Teilnahme der Stadt Bochum ausgesprochen. Bochumer Diebitahlschronik Diebe drangen in das Sprechzimmer eines Arztes in Bochum=Linden=Dahlhausen ein und entwendeten eine Flasche mit Alkohol und eine Sparuhr.— Tabakwaren und Likör entwendeten Diebe aus einer Wirtschaft an der Herner Straße.— Mehrere Keller von Häusern an der Claus=Groth=Straße wurden von Dieben heimgesucht und mehrere Fahrräder entwendet. — Ein Einbruchsdiebstahl wurde in einer Filiale des Ruhrlandimportes in der Rottstraße verübt. Gestohlen wurden Lebensmittel.— Zirka 400 Eier wurden aus einem Eiergeschäft an der Albertstraße gestohlen. Stadttheater Bochum. Der Spielplan dieser Woche bringt eine Reihe klassischer Dichtungen. Dienstag abend wird Grillparzers Trauerspiel„Sappho“ gegeben. Diese Premiere muß jedoch die einzige Aufführung für Bochum bleiben. Um keine Vormiete zu bevorzugen oder zu benachteiligen, gelangen sämtliche Karten im freien Verkauf zu volkstümlichen Preisen von 40 Pfennig bis zu 2,40 Mark zur Ausgabe. Der Vorverkauf ist im Gange. Ein Tiergehege im Stadtpark. Der Verein Bochumer Tierparkfreunde teilt mit: Unser Stadtpark, der bekanntlich zu den größten und schönsten des Industriegebietes gehört, soll ein Tiergehege erhalten. Diese Einrichtung geschieht nicht allein zur Bereicherung und Verschönerung des Parkes, sondern wird ganz gewiß den Schulen von großem Nutzen sein, vielen großen und kleinen Menschen zur Freude gereichen, Verständnis für Natur und Tierschutz wecken und nicht zuletzt bestimmt den Verkehrsinteressen unserer Stadt dienen. Wir rufen die Bürgerschaft auf, sich an diesem Werk zu beteiligen und Mitglied des Vereins zu werden. Der Beitrag ist ganz gering gehalten. Auskunft und Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle des Verkehrsvereins, Bochum, Rathausplatz 8, entgegen. Das Motorrad im Stich gelassen. Am 10. Februar gegen 22 Uhr kamen der Führer und Soziusfahrer eines Kleinkraftrades auf der Redemptoristenstraße durch unbekannte Ursache zu Fall. Angeblich soll der Führer verletzt worden sein. Nach dem Sturz wurde das Motorrad von den Beteiligten vor die Wirtschaft P. Müller, Klosterstraße 39, hingestellt. Daraufhin sollen sie sich zu einem Arzt begeben haben. Nähere Einzelheiten konnten nicht festgestellt werden. Das Motorrad wurde polizeilich sichergestellt, da sich die Fahrer nicht mehr um das Rad kümmerten und der Verdacht besteht, daß das Kleinkraftrad aus einem Diebstahl herrührt. Die polizeilichen Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Neuer Straßenname. Die im Stadtteil Linden=Dablhausen in Bochum zwischen der Hattinger Straße und der Stadtgrenze liegende Verbandsstraße N. S. 7 erhält die Bezeichnung„Wuppertaler Straße“. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verurteilte die Große Strafkammer des Landgerichts Bochum den Kaufmann Waldemar S. aus Bochum wegen Sittlichkeitsverbrechens im Sinne des§ 176 Abs. 3 des Str.G.B. zu der gesetzlichen Mindeststrafe von 6 Monaten Gefängnis. Die Arbeiter=Samariter=Kolonne Bochum=West hielt ihre diesjährige Generalversammlung im Vereinslokal Fr. Wilde ab. Genosse Herrmann eröffnete die Versammlung mit dem Gruß „Frei Hilf". Der Bezirksvorstand war durch die Genossen Becker und Vogt vertreten. Die Arbeiter=Samariter=Kolonne ist von der Krise nicht verschont geblieben, sind doch sämtliche Mitglieder erwerbslos, aber trotzdem pulsiert noch der alte Geist, und unter den Mitgliedern besteht ein fester Zusammenhalt. Aus dem Geschäftsbericht des Vorstandes im allgemeinen ging hervor, daß das abgelaufene Jahr reich an Arbeit war. Auch die Kasse zeigt noch einen ansehnlichen Bestand, ebenso der Materialschrank. Laut Antrag wurde dem Kassierer und Materialwart Entlastung erteilt. Da Genosse Herrmann den Vorsitz aus Gesundheitsrücksichten niederlegte, wurde ihm vom Genossen Hempel im Namen der Mitglieder und vom Genossen Vogt für die Bezirksleitung der Dank für die geleistete Arbeit ausgesprochen. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Wilh. Saborosch, Techniker Hempel, Kassiererin Genossin Walter, Schriftführer Gethke, Materialwart Genossin Knüpfer, Jugendleiter Niere, Kartelldelegierter Knüpfer, Revisoren Braun und Hofmann. Nachdem noch interne Kolonnenangelegenheiten behandelt wurden, unter anderem wurde bekanntgemacht, daß Ende März die Prüfung der Kolonne=West stattfindet, schloß Genosse Saborosch die Versammlung mit dem alten Samariterwahlspruch:„An jedem Ort, zu jeder Zeit, sind wir zur ersten Hilfe bereit.“ Wanne=Eickel Zusammenbrechende Kumpel. Unter den Auswirkungen der Grippe haben unsere Bergknappen wohl am schlimmsten zu leiden gehabt. Bei den vielen Feierschichten durften sie sich mit Rücksicht auf ihre Familien nicht erlauben, einen oder gar zwei Tage daheim im Bett liegen zu bleiben. Aber das Antreiber= system versucht natürlich aus ihren geschwächten Gliedern dasselbe herauszuholen, als wenn sie gesund wären. Wie uns die Kameraden von der Schachtanlage„Shamrock 3/4“ berichten, haben sich in der Waschkaue oft Fälle ereignet, wo der Kumpel unter der Brause zusammenbrach. Er konnte einfach nicht mehr stehen, so preßt ihn das Antreibersystem aus. KI. 1200 Menschen demonstrieren Castrop=Rauxel, 12. Februar.. Vom herrlichen Wetter begünstigt, führte Castrop=Rauxels Arbeiterschaft am Samstag ihre Demonstration für Freiheit, Demokratie und Volksrechte durch. Schon lange vor Beginn hatten sich an den Straßen große Menschenmengen angesammelt, die den Aufmarsch der sozialistischen Arbeiterschaft sehen wollten. Schon die Züge aus dem Norden der Stadt, die zum Marktplatz der Altstadt marschierten, wurden von Sympathiekundgebungen der Bevölkerung begrüßt. Auf dem Marktplatz in der Altstadt hatten sich sehr viele Menschen angesammelt, die die Demonstranten stürmisch begrüßten. 1200 zogen dann in den Norden der Stadt, mit ernsten Gesichtern, sich ihrer hohen Aufgabe wohl bewußt. Galt es doch, den immer frecher werdenden Faschisten zu zeigen, daß Castrop= Rauxels Arbeiterschaft lebt und sich des Ernstes der Situation wohl bewußt ist. Ihnen wird beim Anblick der schmucken Garde der Republik die Lust zu weiteren Mordtaten und Ueberfällen auf friedliche Passanten wohl vergangen sein. Auf dem Marktplatz in Ickern sprach nach einleitenden Worten des Genossen Hansmeyer der Genosse Winosski(Dortmund) über brennende Tagesfragen. Er führte aus, daß das Gerede von 14 Jahren marx'stischer Herrschaft Phrasengedresch sei, da mit Ausnahme von 3½ Monaten die Marxisten niemals Gelegenheit gehabt hätten, allein zu beweisen, was sie zu leisten imstande wären. Man solle der Sozialdemokratie vier Jahre Zeit gegeben haben, Aufbauarbeit ungestört zu verrichten, sie hätte das Werk in wesentlich kürzerer Zeit vollbracht. Die Arbeiterschaft müsse auf der Hut und gewillt sein, letzten Endes die gesamten, ihr zur Verfügung stehenden politischen und wirtschaftlichen Machtmittel— wenn es sein müsse— zur Anwendung zu bringen. Für die Arbeiterschaft gelte das Wort Liliencrons„Lever dod as Sklav'!“, Das Blasorchester des ArbeiterTurnvereins intonierte dann das Lied„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“, und spontan sang die Versammlung mit entblößten Häuptern das Lied mit. Anschließend formierte sich wieder ein Demonstrationszug, der durch die Kolonie Ickern=West nach Habinghorst zum Marktplatz zog, um sich dort aufzulösen. Die Demonstration ist, abgesehen von einigen Naziprovokationen, reibungslos verlaufen. Castrop=Rauxels Arbeiterschaft hat gezeigt, daß sie nicht gewillt und gesonnen ist, sich widerstandslos der Reaktion zu ergeben. Sie ist gerüstet und auf der Hut! Gegen Reaktion und Faschismus Unterbezirk Münsterland der Jozialdemokratischen Kartei Kundgebung in Münster Münster, 11. Februar. Am Samstag fand die zweite öffentliche Kundgebung der Eisernen Front statt. Unter dem Vorantritt des Trommlerkorps erfolgte ein Marsch durch die Stadt, der trotz der Einschränkungen durch die Behörden und des etwas frühen Beginns einen eindrucksvollen Verlauf nahm. Auf dem Platz der Republik gegenüber dem Volkswille=Gebäude hielt Stadtverordneter Genosse Niemeyer eine zündende Ansprache, die großen Eindruck machte. Der Beifall war stark. In voller Ordnung löste sich dann der Zug der Teilnehmer auf. Gegen Abend marschierte ein Trupp SS. am„Felsen“ vorbei und sang provozierende Lieder. Später, nach der B end gung der Gründungsfeier des Reichsbanners im„Felsen“, provozierten natürlich wieder die braunen Gesellen, die jetzt die Straßen Münsters unsicher machen. Ein Nationalsozialist schoß dabei einem Mitgliede des Reichsbanners eine Kugel ins Bein. Es wird von Tag zu Tag schlimmer mit den Naziprovokateuren in Münster. Ein Arbei'er erschossen Der Täter ein Polizeileutnant. Bochum, 12. Februar. Am Sonntag, dem 12. Februar, gegen 3.30 Uhr nachts wurde, wie von der Polizei mitgeteilt wird, auf der Kortumstraße gegenüber Haus Nr. 14 in Bochum der Dreher Walter Krock, 23 Jahre alt, wohnhaft gewesen Gußstahlstraße in Bochum, im Verlaufe eines Zusammenstoßes mit zwei Polizeileutnants durch einen Halsschuß getötet. Krock war mit zwei Freunden zu dieser Zeit aus dem„Bahnhofshotel“ gekommen und im Begriffe, die Kortumstraße in Richtung Wilhelmsplatz zu gehen. Vor dem„Löwenhof“ überholten die drei die zwei in Zivil in gleicher Richtung gehenden Polizeileutnants. Ohne einen besonderen Wortwechsel kam es zwischen den nächtlichen Passanten zu Tätlichkeiten, in deren Verlauf ein Polizeileutnant von seiner Schußwaffe Gebrauch machte und dabei Krock so schwer verletzte, daß er auf dem Transport zum Bergmannsheil verstarb. Die Ermittlungen wurden sofort ausgenommen. Der Polizeileutnant will in Notwehr gehandelt haben. Er wurde dem Amtsgericht zugeführt. Münster, 12. Februar. In Münster im Restaurant„Zum Felsen“ tagte am Sonntag der Parteitag des Unterbezirks Münsterland der SPD., eingeleitet von einem Chor des Arbeiter=Gesangvereins„Felsenfest". Der stellvertretende Vorsitzende Gen. Wellbrock und die Versammlung gedachten ehrend der Verstorbenen, besonders des Todes des U.=B.=Vorsitzenden Gen. Eugen Stein und des Gen. Hüsing, Burgsteinfurt. Zur politischen Situation sprach der Reichstagsabgeordnete Genolle Hulemann Er stellte fest, daß es Lug und Trug sei, wenn aus parteipropagandistischen Gründen der„Marxismus“ für die durch den Krieg, seine Folgen und die Weltkrise hervorgerufenen Zustände verantwortlich gemacht werde. Es würde zu begrüßen sein, wenn Herr Hugenberg sein Wort vom 18. 10. 1918 wahrmachen würde, wenn er in bezug auf sich und seine. Freunde sagte:„Wir wollen wieder ehrlich werden!“ (Hört, hört!) Er verweist dann darauf, daß Hitler habe durchblicken lassen, daß dies die letzte Wahl sein solle, Hugenberg wollte auch diese Wahl nicht mehr. Der Redner skizziert die Absichten des Faschismus und der Reaktion an Hand des dauernden Wechsels der Rechtsregierungen, wobei er besonders die vorherigen Beschimpfungen von Papens und Hugenbergs durch die Nazis erwähnt und die Art und Weise, in der das jetzige Kabinett zustande kam. Von Herrn Hugenberg sei nur eine großagrarische und schwerindustrielle Wirtschaftspolitik zu erwarten. Wie konnte es soweit kommen? Nur durch die Zersplitterung der Arbeiterbewegung! Es hätte nie einen Hitler gegeben, wenn die Arbeiterschaft von 1918/19 ab einig gewesen wäre.(Sehr richtig!) Nur die Spaltung der Arbeiterbewegung ermöglichte die Kräftigung der Reaktion. Aber wir lassen uns auch durch die Machenschaften der Reaktion nicht irre machen, denn die Sozialdemokratie hat seit ihrem Bestehen schon viel durchgemacht und ist doch größer und stärker geworden. Sogar die volksparteiliche„Kölnische Zeitung“, ein kapitalistisches Organ, hat dem Reichskanzler gesagt, daß die Beschuldigungen gegen die Sozialdemokratie oder den Marxis= mus im Aufruf der Reichsregierung unwahr seien, da sie nur kurze Zeit mitregiert habe. Er verweist auf die allen Kreisen von den Nationalsozialisten gemachten Versprechungen, von denen keine bisher gehalten worden sei. Dabei wächst das Heer der Arbeitslosen dauernd. Anstatt die Arbeitszeit zu verkürzen, um die Arbeitslosigkeit zu mindern, strebt man nach einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Anstatt das Einkommensniveau zu erhöhen, strebt man nach Preiserhöhungen. Er verweist auf die letzten Reden der Reaktion und erwidert darauf: Der Sozialismus ist zum Glauben, zur Weltanschauung geworden. Niemand kann ihn ausrotten.(Beifall!) Redner verweist auf das Parteibuchbeamtentum der„nationalen Konzentration“. Wenn diese Verfassung auch ein Kompromiß ist, so ist sie doch eine Grundlage zum Aufbau. Der Wähler wird vor die Wahl gestellt, ob Deutschland eine Republik bleiben oder zur Monarchie bingedrängt werden soll. Man will den Wählern einen Wahlköder hinwerfen, auch den Kriegsbeschädigten, um sie für die Reaktion umzustimmen. Viele müssen heute hungern, auch von den Nachläufern des Faschismus. An alle Arbeiter, Kleinbürger und kleinen Landwirte müssen wir uns wenden. Jede Woche erfordert größere Opfer wegen der in Deutschland grassierenden saschistischen Mordpest. Die Kommunisten sind nicht ohne Schuld, daß es soweit gekommen ist. Es ist weit gekommen in Deutschland! Er schildert den Naziterror. Wir werden die Nerven nicht verlieren. Kein Bismarck, kein Krieg, kein Zusammenbruch, keine Ruhrbesetzung, kein KappPutsch, keine Inflation konnte die politische Arbeiterbewegung unterkriegen. Als die Schwerindustriellen(die damals regierten!) Westdeutschland abtrennen wollten, hat die Arbeiterschaft es verhindert. Diese Leute sind Schuld an der Inflation und Arbeitslosigkeit, an dem Elend und der Not. Nicht durch alte Mittelchen können wir die Verhältnisse bessern, sondern nur durch Verstaatlichung der Schlüsselindustrie und des Großgrundbesitzes, um letzteren aufzuteilen für Siedler. Wir wollen Planwirtschaft, um die Planlosigkeit der jetzigen Wirtschaft zu beendigen. Die Reichsversassung kann in ihrem ganzen Umfange nur durch den demokratischen Sozialismus durchgeführt werden. Wir haben die Pflicht, diesen Staat und diese Verfassung zu verteidigen. Die Gefahr für alle Volksrechte ist ungeheuer groß. Das Elend der 7½ Millionen Arbeitslosen und das vieler Kleinbauern und Kleinbürger kann nur durch sozialistische Planwirtschaft überwunden werden. Es ist notwendig, die Massen für unsere Ideen mobil zu machen. Wenn es nicht gelingen würde, wäre das deutsche Volk es wert, daß es mit der Peitsche durch das dann zu erwartende Elend getrieben werde. Reaktionäre Finsternis droht uns. Darum kämpft dafür, daß es Licht werde! Es gilt der Freiheit Auferstehn!(Großer Beifall.) Auf eine Aussprache wird verzichtet. Es sind 21 Delegierte, 18 Vorstandsmitglieder und 6 weitere Abstimmungsberechtigte anwesend, außerdem 45 andere Parteigenossen. Es folgt dann der Geschäftsbericht durch Parteisekretär Gen. Bornhoff. Er erkennt lobend die rege Mitarbeit der Organisationen der Eisernen Front, insbesondere des Reichsbanners an und verweist darauf, daß der Ausbau der Organisation die erste Bedingung für ein gutes Wahlergebnis ist. Nach der Aussprache wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Ein Antrag auf Herabsetzung der Beiträge in jetziger Situation wurde abgelehnt, ein weiterer Antrag Münster, die Organisierung betreffend, angenommen. Es folgte die Mittagspause, worauf zu den Wahlen zu den öffentlichen Körperschaften, den Vorstandswahlen, dem Bezirksund dem Parteitag Stellung genommen wurde. Die alten Reichstagskandidaten wurden wieder aufgestellt. Genosse Feld(Burgsteinfurt) tritt wegen hohen Alters zurück. Für den Landtag werden an 6. und 9. Stelle die Genossen Hemsaht und Baumgarten vorgeschlagen werden. Die alten Provinziallandtagskandidaten werden ebenfalls wieder aufgestellt. Der engere Vorstand wird wiedergewählt, dazu der Genosse Baumgarten (Ahaus). Als Unterbezirksvorsitzender wird an Stelle des verstorbenen Genossen Eugen Stein durch Stimmzettelwahl der Genosse Haverkamp mit 28 von 46 Stimmen gewählt. Für den engeren Bezirksvorstand wird Genosse Bornhoff bestätigt. Delegierte zum Bezirksparteitag werden Genossen von Burgsteinfurt, Lüdinghausen, Münster und Beckum. Zum Reichsparteitag wird der Genosse Thiemann(Ahlen) durch das Los entsandt, nachdem die Stimmzettelwahl Stimmengleichheit ergeben hatte mit Friedel Rabe(Münster). Nachdem Bezirkssekretär Genosse Klupsch einige Erläuterungen zur Wahlarbeit gegeben hatte, schloß der stellvertretende Vorsitzende Genosse Wellbrock die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die deutsche Sozialdemokratie. Der Preußilche Landgemeindetag Welt zur Finanznot der Gemeinden Präsidium und Vorstand des Preußischen Landgemeindetages West beschäftigten sich in einer Sitzung in Münster am 9. und 10. d. M. unter dem Vorsitz des Präsidenten, Bürgermeister Doetsch, Münstermaiseld, mit den die Landgemeinden berührenden Gegenwartsfragen und nahmen in ihren Beschlüssen insbesondere Stellung zu der unerträglich gewordenen Finanzlage der Gemeinden. Die Not der westlichen Landgemeinden, in erster Linie verursacht durch die außerordentlichen Wohlfahrtslasten, verlangt gebieterisch die alsbaldige Verwirklichung der schon immer erhobenen Forderung: Zusammenfassung der drei Fürsorgcarten in einer Reichsarbeitslosenfürsorge unter angemessener Beteiligung des Reiches und des Staates. Bis zum Inkrafttreten einer derartigen Reichsarbeitslosenfürsorge erRaubmördern zum Opter getallen Holzhändler Franz Narowiki erdrollelt aufgefunden Dortmund, 12. Februar. Der unter eigenartigen Umständen seit Mittwochabend verschwundene Holzgroßhändler Franz Narowski aus Dortmund=Hombruch, Harkortstraße 25, wurde Samstag nachmittag gegen 15 Uhr in einem Wäldchen bei Holzwickede, Unna, erdrosselt unter Laub verscharrt aufgesunden. Es liegt Raubmord vor. W Hierzu erfahren wir noch folgende Einzelheiten: In der Nacht zum Donnerstag gegen 5 Uhr beobachtete ein Gärtnereibesitzer B. in Holzwickede ein Auto, das plötzlich an seinem Hause vorbeifuhr. Das Auto fuhr zunächst in Richtung nach Holzwickede, kehrte aber plötzlich wieder um, fuhr wieder an seinem Hause vorbei zu dem Wäldchen„Schöne Flöte“, das sich am Holzwickeder Bach entlang zieht. Hier hielt das Auto, dann fuhr dieses Auto wieder ein Stück weiter, wendete wieder und kam nochmals an dem Hause des Gärtnereibesitzers vorbei. Nunmehr sah B. sich diesen Wagen genau an und merkte sich das Kennzeichen, da ihm diese Fahrerei sehr verdächtig vorkam. Als am Freitagmorgen in den Zeitungen die Mitteilung über das Verschwinden des Holzgroßhändlers Narowski erschien, teilte der Gärtnereibesitzer B. seine Beobachtungen der Polizei mit, zumal das Auto, das er gesehen hatte, auf die Beschreibung des in Witten gesehenen Autos paßte. Es ergeben sich daraus sehr schnell gewisse Zusammenhänge, die von der Kriminalpolizei bald geklärt werden konnten. Es handelt sich um die SechssitzerOpel=Limousine IX— 39326, die für den Kraftwagenführer Eberhard Pieper aus Dortmund, Bischofsgasse 6, zugelassen war Pieper, der am 30 Juli 1908 in Holzwickede geboren ist, war auch dei Führer dieses Wagens in der Nacht zum Donnerstag. Er wurde noch Donnerstag morgen gegen 6.20 Uhr in der Nähe des Bahnhofs Holzwickede von einem Bekannten gesehen, der ihn seit seiner Kindheit kennt. Dort machte sich Pieper am Motor zu schaffen und fuhr dann schleunigst davon. Es wurden schon am Freitag eingehende Absuchungen des Geländes vorgenommen. Zunächst wurde vermutet, daß Narowski in einen Teich geworfen sei. Diese Absuchungen wurden am Samstag fortgesetzt, wobei sich auch die Anwohner des alten Dorfes Holzwickede beteiligten. Samstag nachmittag fanden dann zwei dieser Anwohner, ein Franz W. und ein Fritz B., in einem ehemaligen kleinen Schacht der Zeche„Karoline“ am Bach die Leiche des vermißten Narowski. Eine Schuhspitze war zwischen dem Laub zu sehen. Der Tatbestand ergab, daß Narowjki dort erdrosselt niedergelegt worden ist. Die Leiche war mit Laub und einem Baumast zugedeckt. Als Hauptbeteiligter an dem Raubmord kommt der Kraftwagenführer Eberhard Pieper in Frage. Pieper ist 1,66 Meter groß, mittlere, untersetzte Figur; er hat hellblondes Haar, hohe Stirn, hellbraune Augen, gerade Nase, vollständige Zähne und breites Kinn. Zur Tat hatte er sein Auto Mittwoch nachmittag gegen 18 Uhr aus der Garage geholt. Donnerstag vormittag gegen 10 Uhr wurde das Auo wieder in die Garage gebracht. Pieper wurde Freitag vormittag noch in Dortmund gesehen Seit dieser Zeit hält er sich verborgen. Samstag mittag gegen 13.30 Uhr wurde in Dortmund auf der Balkenstraße in der Nähe des alten Rathauses die Opel=Limousine IX— 45 696 gestohlen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Pieper dieses Auto benutzt hat. Es wurde Sonntag morgen vor dem Hause Mittelstraße 13 in Essen=Stoppenberg herrenlos wiedergefunden. Nach dem Ermittlungsergebnis der Mordkommission muß der Raubmord an dem Großhändler Narowski von mehreren Tätern ausgeführt worden sein. Nachrichten über den Aufenthalt des Eberhard Pieper nehmen jede Polizei= und Landjägereidienststelle sowie die Mordkommission im Polizei=Präsidium Dortmund, Rathenauallee 1. Zimmer 122,124, Fernsprecher Dortmund 208 21, Hausanruf 445 und 456, entgegen. Vertraulichkeit wird zugesichert. warten die Gemeinden eine ausreichende Erhöhung der Reichs. wohlfahrtshilfe. Als weitere Maßnahme wird die Erweiterung des kommunalen Arbeitsbeschaffungsprogramms gefordert. Es müssen verlorene Zuschüsse gefordert werden. Weiter wurde die schleunigste Durchführung der Umschuldung der kurzfristigen Kredite der Gemeinden gesordert, weil sie die wichtigste Voraussetzung für eine Sanierung der Gemeindefinanzen ist. Schließlich wurde noch Stellung zu der Regelung des preußischen Finanzausgleichs für das kommende Rechnungsjahr genommen. Verlangt wird u. a. die Beseitigung der Bestimmungen über die Kollektivhaftung der Gemeinden für einbehaltene Staatssteuern, Furchtbarer Verkehrsuntall in Dortmund-Allein Dortmund, 12. Februar. Samstagabend gegen 20.30 Uhr befuhr der Kraftwagenführer Wilhelm Heyer aus Krefeld mit seinem Personenkraftwagen den Asselnder Hellweg in Dortmund=Asseln in östlicher Richtung. In Höhe der Buddinkstraße kam ein Straßenbahnzug der Linie 12 aus entgegengesetzter Richtung, der ein in gleicher Richtung fahrendes Pferdefuhrwerk überholte. Der Führer des Personenkraftwagens, der nach der Spur die linke Straßenseite befahren hat, fuhr, als die Straßenbahn an ihm vorbeigefahren war, mit seinem Wagen gegen das Fuhrwerk. Hierbei stieß die Wagendeichsel durch die Windschutzscheibe des Personenkraftwagens, drang dem Führer durch den Hals, brach ab und blieb im Halse stecken. Nach etwa 12 Meter fuhr der Personenkraftwagen im Bogen gegen die südliche Straßenböschung und blieb dann stehen. Der Führer des Personenkraftwagens starb kurz nach dem Zusammenstoß. Großes Schadenfeuer in Wielcherhöfen Hamm i. W., 12. Februar. Gestern vormittag brannte die Scheune des Landwirts Schulze=Selmig im benachbarten Wiescherhöfen vollständig ab. In der Scheune befand sich die Getreideernte von 75 Morgen. Das gesamte Getreide wurde ein Raub der Flammen. Die Feuerwehr konnte sich nur darauf beschränken, die gefährdeten Wohn= und Stallgebäude zu retten. Der Brand verursachte einen Sachschaden von 20000 Mark, der durch Versicherung gedeckt ist. Da zur Zeit des Brandes Nachbarn beobachtet haben, daß Personen fluchtartig den Hof verließen, wird Brandstiftung vermutet. Kommunalpolitische Konferenz des Kreises Arnsberg. am Mittwoch, 15. Februar, nachmittags 17 Uhr, in Arnsberg, Lokal Severin, Apostelstraße. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Fromme(Neheim):„Unsere Arbeit im Kreise. 2. Aufstellung der Kandidaten für die Wahlen zum Kreistag und Provinziallandtag. 3. Unsere weitere Arbeit im Wahlkampf. Sämtliche Kreistags= wie Kreisausschußzmitglieder müssen erscheinen ebenso die Vorsitzenden bzw. Funktionäre aller Ortsgruppen. Keiner darf fehlen. Distriktsleitung. — — Wien=Elung Keillentschter Reister! Essen und Köln geschlagen— Eving=Lindenhorst führt mit 2 Runkten Vorsprung flächsten Jonntag steigt das Entscheidungsspiel in Dortmund Eving führt mit 2 Punkten Vorsprung und sichert sich dadurch die Teilnahme zum Endspiel am kommenden Sonntag gegen Köln. In Habinghorst schlug Eving die Sportvereinigung Essen mit 4:1. In Elberfeld=Sonnborn unterlag Köln überraschend 3:1. Eving-Lindenhorit gegen Sportvg. Ellen 4:1(3:0) Vor 2000 Zuschauern kam dieses Spiel in der Kampfbahn in Habinghorst zum Austrag. Die Bodenverhältnisse waren nicht die besten, so daß harte Anforderungen an die Spieler gestellt wurden. Das sonst ausgeprägte technisch=flache Kombinationsspiel der Evinger kam in Anbetracht der Platzverhältnisse nicht so richtig zur Geltung. Technisch sowie taktisch war Eving während des ganzen Spieles leicht im Vorteil. Sie hatten aber mit ihren Schüssen reichlich Pech, denn, was nicht daneben ging, wurde eine Beule des Essener Hüters. Der Anstoß der Essener wird gut vorgetragen, findet aber bei der Evinger Abwehr sein Ende. Evings Kombinations= maschine tritt in Tätigkeit. Ein Angriff wird gut vorgetragen, Linksaußen flankt ein, der Halblinke nimmt den Ball an, wird aber— vom Schiedsrichter übersehen— zu Fall gebracht, der Mittelstürmer ergreift die Situation und sendet zur Führung 1:0 ein Durch diesen Erfolg werden die Essener etwas ausgemuntert, ihre Angriffe flattern für kurze Zeit auf; Evings Läuferreihe arbeitet mit Hochdruck. Der Mittelläufer gibt eine Vorlage zum Rechtsaußen, dieser flankt, der Mittelstürmer nimmt das Leder an und es heißt 2•0. Die Ueberlegenheit der Evinger wird zeitweise sehr stark, doch verstehen es die Essener, durch wuchtige Schläge Luft zu schaffen. Gegen das ausgeprägte Stellungsspielen der Evinger ist kein Kraut gewachsen, denn sie machen den Gegner vollständig mürbe. Die Schüsse der Essener waren zu unplaciert. Ein Geplänkel vor dem Essener Tor, der Halbrechte nutzt die Situation aus und stellt auf 3:0. Das Schicksal der Essener scheint besiegelt zu sein. Ein Elfmeter für Eving wird vom Essener Hüter gehalten, doch brach dieser unter dem Druck des scharfen Schusses zusammen, so daß er einige Zeit kampfunfähig war. In der zweiten Halbzeit wird das Essener Tor hart bedrängt. Die Abwehr hat harte Arbeit zu verrichten, kann aber nicht verhindern, daß Eving zum vierten Tresser kommt. Dann wird Evings Sturm in seinen Angriffen unsicher, er kombiniert zuviel, so daß weitere Erfolge ausbleiben. Im Endspurt werden die Essener munter und zeigen gute Anlagen. Eine Vorlage von Linksaußen an den Mittelstürmer bringt den einzigen Treffer für die Gäste. Eving spielt wieder wie aus einem Guß. Zeigen sie das Spiel am Sonntag gegen Köln, darf man annehmen, daß der Westdeutsche Meister Eving heißt. Elberfeld-Sonnborn— Köln-Nord 3:1 Dieses Treffen bringt die Ueberraschung des Tages. Die Sonnberner wurden in einer Hochform angetroffen und schossen aus jeder Lage. Sie holten die erlittene Niederlage vom Vorsonntag wieder auf. Die Elberfelder gehen gleich mächtig aus Endspiel um die Westdeutsche am Sonntag, dem 19. Februar, auf dem Sportplatz am Magerviehhof. Eving-Lindenhorlt gegen Köln-Nord Anstoß 3 Uhr. Die Demoustration der Eisernen Front in Bochum und das verhängte Spielverbot warfen das Sportprogramm im Bochumer Bezirk total über den Hausen. Selbstverständlich demonstrierten die Arbeitersportler mit den übrigen Bataillonen in der Eisernen Front. Trotzdem sind eine Reihe Spiele am Samstag und Sonntagvormittag ausgetragen worden. Für die künftigen Sonntage vor der Wahl empfehlen wir den Vereinen, die Spiele, wenn es eben möglich ist, auf Samstags oder Sonntags vormittags zu verlegen. Damit gehen sie allen Ueberraschungen aus dem Weg. Die Fußballergebnisse vom Wochenende: Spiel und Sport Eppendorf— Wiemelhausen 4:2(1:1). Der Vorschau gemäß siegte der Platzverein über die sich schlecht und recht zur Wehr setzenden Anfänger. Zweite Mannschaften 333. Harpen 08— Fortuna Gerthe 2:2(2:1). Harpen ist gleich überlegen und führt stets mit einem Torvorsprung. Fortuna scheint die Krise überwunden zu haben. Sie traten mit kompletter Mannschaft an und zeigten das alte Spiel. Kurz vor Schluß gelingt ihnen dann auch das Ausgleichtor. Bredenscheid=Stüter— Stiepel 2:4(2:0). In der ersten Spielhälfte war Stiepel stark überlegen. Dann setzten sich jedoch die Stüter langsam durch und zeigten nach der Pause ein ausgeglichenes Spiel. Schüler 131. Herne 07— Hernesich heraus und greisen mutig an. Schon nach 10 Minuten Spieldauer geht Sonnborn in Führung. Köln wird aufgemuntert, der Ersolg läßt auch nicht lange auf sich warten. Eine Vorlage zum Innensturm wird verwertet, so daß es 1:1 steht. Der bergische Meister erweist sich dann weit rationeller und weiß vor allen Dingen jede Torchance auszunutzen. Seine AnIm Massenschritt widerhallten die Straßen. In Hagen und Altena wachten die Spießer auf. Das Proletariat marschierte. Tausende und aber Tausende, Schulter an Schulter, Parteigenossen, Gewerkschaftler, Mitglieder der übrigen Kulturorganisationen und nicht zuletzt die Arbeitersportler bewiesen der Reaktion, daß die deutsche Arbeiterschaft weiß, welche Antwort sie am 5. März zu erteilen hat. Der Spielbetrieb erlitt naturgemäß eine Einbuße. Noch dazu kam die Verhängung besonderen Spielverbotes wegen organisationstechnischer Fehler einiger Vereine. Allerdings entstand auch hierdurch einige Verwirrung und es dürfte zu prüfen sein, ob diese Handhabung auch in Zukunft Geltung haben soll. Aus dem Fußballager dürfte vor allen Dingen interessieren, daß der westdeutsche Meister Obersprockhövel seinen Gast Welper 93 katastrophal 14:2 besiegte. Die Fußballergebnisse: Sportfreunde Haspe— Sportfreunde Schnee 1:2(1:2). Wenn auch die Hasper Sportfreunde der Mannschaft aus dem Ardey knapp unterlagen, so erscheint uns dieser Ausgang immer noch als ein besonderer Achtungserfolg, da gerade die Gäste in der Wittener Gruppe des Bochumer Bezirks im letzten Jahr eine sehr beachtliche Rolle gespielt haben. Immerhin war der Sieg der Gäste verdient, da es den Haspern an der nötigen Durchschlagskraft fehlte. Zweite Mannschaften 1:2. Hagen 96 Reserve— Letmathe=Oestrich 5:0(2:0). Im ganzen Bezirk ist die überragende Spielstärke der Hagener Reserve bestimmt bekannt. Sie dürfte mit mancher ersten Mannschaft sich messen können. Schüler 5:1. Jahn Eiserfeld gegen Siegen 1910 133(0:2). Eiserfeld trat dem Siegerländer Altmeister mit zahlreichen Ersatzleuten gegenüber. Trotzdem konnte der Meister sich noch sehr gut behaupten, besonders in der zweiten Hälfte, als der Ersatz sich besser gefunden hatte, scharfen Kampf. Erst ganz zum Schluß konnte Barop ein 3:3= Unentschieden herausholen. Auch im Rückspiel konnte UnnaKönigsborn in Schüren keine Lorbeeren ernten und wurde mit 4:1 geschlagen. Menglinghausen stand vor einer schweren Aufgabe, denn Lünen Rot=Weiß entpuppte Mitte 5:3. Ein Samstagsspiel konnte der Herner Zentralverein ziemlich sicher gewinnen. Zweite Mannschaften 5:0. Herne 07— Langendreer 08 2:2(0:2). Auf starkverschlammtem Platz führt Langendreer bis kurz vor Schluß mit 0:2. Dann rafft sich Hernes Mannschaft ganz energisch auf und kann mit viel Glück den Ausgleich erzwingen. Zweite Mannschaften 1:2, dritte Mannschaften 6:2. Altenbochum 01 gegen Roland Dortmund 6:1. Einen Bombensieg meldet Altenbochum 01. Die Insulaner sind wieder stark im Kommen begriffen. Künftig muß jedenfalls mit ihnen gerechnet werden. Sie haben den starken Gast glatt überfahren, trotzdem er durchaus nicht schlecht ist. Der junge Ersatz hat sich mit diesem Spiel glänzend eingeführt. Zweite Mannschaften 2:1. Waldesrand— Weitmarmark 0:1. Nach schönem Spiel siegten die Gäste mit dem knappsten aller Resultate. Zweite Mannschaften 3:0. Stockum— Witten 1930 5:1. Da der Partner Querenburg nicht antreten konnte, verpflichtete man Witten 1930 und führte ein schönes werbendes Spiel vor, das Stockum nach Gefallen gewinnen konnte. Bergen gegen Grümerbaum 1:1. Auch hier ein verschlammter Platz, der sehr schwache Leistungen auf beiden Seiten aufkommen ließ. Friedlich trennten sich die beiden, nachdem jeder Partner mit einem Selbsttor aufgewartet hatte. Zweite Mannschaften 211. griffe werden auch durch einen weiteren Treffer belohnt. 2:1 für Sonnborn. Die Kölner werden jetzt besser. Sonnvorn dagegen kommt durch einen Elfer zum dritten Treffer. Das Spiel ist entschieden. Die Kölner versuchen noch aufzuholen. Der Schiedsrichter, der keinen guten Tag hatte, pfeift aber zum gab es teilweise heikle Situationen vor dem Gästetor. Sporkfreunde Klafeld— Niederschelden 0:0. Auf dem aufgeweichten Gelände in Klafeld konnte man schon von vornherein nicht mit allzugroßen Leistungen rechnen. Es war auch in der Tat so. Der schwere Boden stellte die größten Ansprüche an die Mannschaften, die kaum zur richtigen Entsaltung kamen. Ein Lichtblick waren die agressiven Angriffe der Klafelder Stürmer in der zweiten Halbzeit, deren folgende Bombenschüsse aber einen Meister im Niederscheldener Tor fand. Vom Spiel Jahn Milspe— Freie Sportvereinigung Durchholz wurde ein Ergebnis nicht gemeldet. Wuppertaler Sportbericht: Der Wuppertaler Bezirk hatte am Sonntag zahlreiche Treffen, besonders aber zog das Spiel um die westdeutsche Meisterschaft zwischen dem B FB. Sonnborn und dem rheinischen Meister Köln=Nord. Das Ergebnis ist überraschenderweise 3:1 für Sonnborn ausgefallen. Aus dem Rahmenprogramm ist besonders zu erwähnen, daß der westdeutsche Meister Sportklub Obersprockhövel immer noch der alte ist. Sein gewiß nicht schlechter Gegner, Welper 93, wurde nicht weniger als 14:2 geschlagen. Schon zur Halbzeit führte Obersprockhövel klar 7:1. Obersprockhövels Sturm war in einer Form, wie man ihn selten gesehen hat. Das Ergebnis gibt den Spielverlauf sehr deutlich wieder. Vorwärts Gevelsberg war zu Gast bei Grünweiß Barmen und konnte diese auch im Hinspiel mit 3:1 (2:1) nach harter Gegenwehr besiegen. Einen weiteren Sieg der westfälischen Vertreter gab es im Treffen Barmen=Loh gegen Eiche Berghausen, das allerdings mit 4:6(2:1) Toren nicht nur abwechslungsvoll, sondern auch recht torreich ausfiel. Weitere Spiele: Freie Turnerschaft Elberfeld gegen Rotterspielvereinigung 4:3. Wuppertaler Sportklub— Eintracht Barmen 5:4. guter Form zu sein, denn Asseln mußte mit 4:1 daran glauben, während es bei der Pause noch 1:1 stand. Wenn Titania Essel auch gegen Schwarz=Gelb Rauxel mit 1:2 verlor, so bezeugt das doch, daß die Mannschaft wieder gute Fortschritte macht und in der Serie ein ernstes Wort mitsprechen wird. Weitere Resultate: Essel— Rauxel 2:1. Hörde — Keller 3•0. Derne 27— Hansa 1:2. Bochum=Laer— Sölde 2:3. Menglinghausen— Rotweiß Lünen 1:0. Kirchhörde— Barop 3:1. Deusen— Dortmund=West 6:1. Dortmund=N. Habinghorst 2:1. Meckinghoven— Eving 2. Abtlg. 2:1. Schüler: Deusen— Dortmund=West 2:1. Merkkinde— Marten 2:0. Spielauskälle im 10. Bezick Bei den Fußballern im 10. Bezirk mußten einige Spiele wegen Erkrankung schon im voraus abgesagt werden. Die stattgefundenen Spiele nahmen teilweise einen überraschenden Verlauf. Die Hammer, die durch Neueinstellung ihre Mannschaft verstärkt hatten, mußten trotzdem erfahren, daß Wiescherhöfen immer noch der nicht zu unterschätzende Gegner ist. Hamm=Stadt siegte nach einem schönen flotten Spiel verdient aber knapp mit 2:1. Im Spiel der zweiten siegten die Hammer entgegen der Vorschau mit 5:0. Herringen trat in Warstein nicht an. Kamen sagte das Spiel gegen Beckum vorher ab. Das Spiel Rünthe gegen Unna fand nicht statt. Werne warf die Vorschau gegen Ostwennemar über den Hausen. Werne siegte nach einem schönen Spiel, das gleichzeitig seine werbende Wirkung nicht verfehlt haben sollte, über Ostwennemar verdient mit 6:4. Die zweite von Werne trat gegen die gleiche von Ostwennemar nigt an. Kirchhörde trat in Bergkamen ebenfalls nicht an. Königsborn unterlag in Schüren mit dem Resultat von 4:1. Königsborn mußte mit Ersatz spielen, zudem waren die Platzverhältnisse sehr schlecht, was für den Ausgang auch eine Rolle spielt. Die zweiten Mannschaften trennten sich beim Stande von 2:2 unentschieden. Der Altmeister Bockum=Hövel weilte zum Retourspiel in HesBochums Arbeitersportker demonstrieren Wenig Spielgeschehen am Wochenende Schluß. Südwestsalen marschiert mit der Eisernen Front für Freikeit und Demokratie Auf Vörtmuncer Jupbartgesiraen... Auf den Dortmunder Fußballseldern gabs allerhand er= sich als ein ebenbürtiger Gegner. Das 2:2=Resultat wird dem wartete und unerwartete Resultate. Sölde kehrte aus Bo= Spielverlauf gerecht. Dortmund=Nord trat mit Ersatz chum=Laer mit einem schmeichelhaften 2:2=Unentschieden gegen Habinghorst an und konnte durch ein 1:1=Unentzurück und konnten damit den schlechten Eindruck ihrer Nieder= schieden seine letzte 11:3=Niederlage in etwa verwischen. Dortlage auf eigenem Platze in etwa wettmachen. Castrop siegte mund=West stand in Deusen vor einer schweren Aufgabe über Merklinde auf Grund größerer Erfahrung und Durch= und wurde 4:2 geschlagen nach Hause geschickt. Der Neuling schlagskraft mit 4:1. Evings zweite Abteilung mußte#VfB. Süd leistete der Westfalia Dortmund hartnäckigen sich in Meckinghoven unerwartet mit einer 1:0=Niederlage Widerstand, konnte aber eine knappe 0:1=Niederlage nicht verabfinden. Das Tor fiel auf 20 Meter Entfernung. Derne 27[meiden. Hörde überfuhr besonders in der zweiten Halbzeit wird immer besser, denn daß sie diesmal Hansa Dortmund] Fortuna Keller und siegte mit 4:0. Am Samstag wurden mit 2:1 bezwangen, beweist schon allerhand. Zwischen den bei= schon zwei Abendspiele ausgetragen. Schüren scheint in den Rivalen Kirchhörde und Barop 96 gab es einen Weihtisciien=Warsreiben Großkämpfe lüdweltfäliicher Handballer 600 Zuschauer erlebten einen großen Kampf zwischen dem Bezirkshandballmeister Jahn Hohenlimburg und der Bezirksmannschaft, der 313 endete. Hagen 1896 feierte einen erfreulichen Sieg über die Hörder Stadtmannschaft, die 6:0 geschlagen wurde. Haspetal war in Linderhausen seinem Gegner nicht gewachsen und bezog eine 9:3=Niederlage. Jahn Hohenlimburg— Bezirksmannschaft Südwestfalen 3:3(1:1). Leider zeigten die Jahner nicht das, was man sonst von ihnen sieht. Besonders der Sturm wies manche Mängel auf, der doch gerade sonst der gefährlichste Teil der Mannschaft ist. Die Bezirksmannschaft war sehr glücklich zusammengestellt und lief in der zweiten Hälfte zu ganz großer Form auf, als Hohenlimburg schon 3:1 führte. Durch einen Strafwurf holte die Bezirkself auf 3•2 auf und wenig später war der Ausgleich hergestellt. Nunmehr nimmt unser Südwestfalenmeister am nächsten Sonntag den Kampf um die westdeutsche Meisterschaft auf. Gegner ist der Wuppertaler Meister Elberfeld=Uellendahl. Das Spiel findet in Schwelm au fder alten Rennbahn statt und beginnt um 11 Uhr. Zweite Mannschaften 5:1. Hagen 96 schlug die Stadtmannschaft Hörde mit 6:0(5:0). Obwohl die Hagener Mannschaft nicht einmal in stärkster Besetzung antrat, kanterte sie die Hörder Stadtvertretung überzeugend mit 6 Toren nieder. Von der Hörder Stadtelf hatte man eigentlich etwas mehr erwartet. Auch hier wieder einmal der Beweis, daß man mit kombinierten Mannschaften Glück, aber auch gewaltig Pech haben kann. Man sah das sehr deutlich, insofern die Hagener ein flüssiges Zusammenspiel zeigten, hingegen bei den Gästen teilweise der Zusammenhang vollständig fehlte. Hagens Sieg ist auch in dieser Höhe durchaus verdient. Zweite Mannschaften 1:4. Freie Turnerschaft Haspetal— Freie Sportvereinigung Linderhausen 319(1:5). Nach den letzthin erzielten Erfolgen der Haspetaler hatte man eigentlich eine solche Niederlage nicht erwartet. Verständlich wird sie aber, wenn man bedenkt, daß die Haspetaler mit 18 Leuten zwei Spiele bestreiten mußten. Das Spiel der ersten Elf machte deshalb einen ziemlich ermüdeten Eindruck, obwohl sich Haspetal sehr große Mühe gab. Zweite Mannschaften 7:3. Wuppertaler Handballsport: Freie Turnerschaft Elberfeld— Elferfeld=West 6:10. Barmen=Loh— ASV. Barmen 7:4. Wuppertaler Sportklub— BFL. Barmen 3:7. Sonntag, 19. Februar, 11 Uhr auf dem Sportplatz Alte Rennbahn in Schwelm: Erstes Spiel um die westdeutsche Handballmeisterschaft. Jahn Hohenlimburg— Elberfeld=Uellendahl. Abermals ichlechte Spielplätze in Dortmund Aberm; 3 wurden große Hoffnungen zerschlagen, weite Wege umsonst gemacht, weil der Wettermacher scheinbar kein Sportliebhaber ist. Gut ist nur, daß die Handballspieler noch über guten Humor verfügen, sonst hätte man doch noch etwas erleben können. Ihr gebt mir doch recht, ihr„Rennfahrer“ von der Dortmunder 4. Abt.? Mit 33 Mann war man per Rad nach Lünen gefahren und nur 11 konnten spielen. Fragt aber nicht wie! Schlammbäder sollen jetzt gut gegen Grippe sein. Ja, es gibt sogar Spezialisten, die auf verschlammten Plätzen besser Tore werfen und auch gewinnen können. Siehe Dortmund 4. Abt. 2. gegen Lünen 2. 3:1. Die anderen Spieler hatten indessen ihre„Spielwut“ beim Zusehen verloren. Die 1. Mannschaft der Dortmunder 3. Abt. wollte den Weg nach Husen auch nicht umsonst gemacht haben. Sie hätte aber auch wissen müssen, daß, wenn schon mal auf solchem Platz gespielt werden muß, das Dribbeln unmöglich und das Innenspiel nicht vorteilhaft ist, zumal die Seiten besser bespielbar waren. Husen war dazu noch fangsicherer und entschlossener im Torwurf. 6:0 hätten diese dem Spielverlauf nach aber nicht zu gewinnen brauchen. Die 2. Mannschaften spielten nicht mehr. Daß es mit Oespel 2 wieder auswärts geht, bewies der 3:1=Sieg gegen Lütgendortmund. Letztere sollen sehr unruhig und unvorsichtig gespielt haben. Eichlinghofen hat sich nun doch von Berghofen hereinlegen lassen und das recht saftig mit 5:2; auch die 2. Mannschaft von Eichlinghofen verlor 3:0. Wir hätten beides nicht für möglich gehalten. Unsere Vorschau bestätigt hat OespelKley mit dem 3:1 über Dortmund 1. Abt. Die Leistungen der Torhüter waren gut. Die 1. Abt. wird in Zukunft bei der Mannschaftsumstellung vorteilhafter abschneiden, das bewies dieses Spiel. Bei den 2. Mannschaften gewann Oespel=Kley 5:0. Die 1. Abt. 2. war mit 9 Spielern angetreten. Aber was sagt ihr nun von Mengede? Die Mannschaft war diesmal in Form. 610 verloren die Turner aus Recklinghausen, die das Spiel nicht, wie irrtümlich die Vorschau angab, zu Hause hatten, sondern in Mengede zu Besuch waren. Ob sie nun starken Ersatz mitgebracht hatten— von wegen der Grippe?? Ihre 2. Mannschaft konnte aber 4:2 gewinnen. Nach Brechten kam der Berichterstatter zu spät, konnte darum auch nicht den sensationellen Spielschluß verfolgen. Dem Schiedsrichter soll das Trampeln im Schlamm nicht gefallen haben. Wickede hatte bis dahin 2:1 verloren, obwohl es erst die Führung übernommen hatte. Unsere Ruderer von der Freien Wassersportvereinigung Dortmund verstehen das Spielen bald genau so gut wie das Paddeln. Gegen Kemminghausen I nur 3•0 verlieren bedeutet eine Leistung, zudem es bis zur Halbzeit noch torlos stand. Die Schwimmer 3. warfen 3:1 Tore gegen Kemminghausen 2. Die Spielerinnen von Dortmund=West und von Berghosen waren auch nicht bange; aber da man einmal angefangen hatte, wollte man auch durchhalten, obwohl zum Schluß einige Negerinnen vorhanden waren. Oder war es nicht so schlimm? 2:0 gewann Berghosen. Von auswärts kam keine Kunde. Kruckel meldete, daß es gegen Bommern zu einem 2:0=Sieg gekommen sei. Gutes Zusammenspiel soll dies ermöglicht haben. Die 2. Mannschaft der Bommeraner war grippekrank. Magere Handballbeute im 12. Bezirk Auch bei den Handballern hat die Demonstration in Bochum das Sportprogramm über den Hausen geworsen. Das Sportprogramm ist entsprechend äußerst mager ausgefallen. Als einzigster Verein hat nur Herne einige Spiele durchgeführt. Schwimmer Witten II— Herne 07 II 0:9. Mit diesem Bombensieg hat sich Herne 07 Reserve die Bezirksmeisterschaft in ihrer Gruppe erobert. Das Resultat zeigt ganz klar, daß der Titel der besten Mannschaft zugefallen ist. Herne 07— Schwimmer Dortmund 6:2. Die starken Gäste mußten sich von dem Bezirksmeister des Bochumer Bezirks eine empfindliche Niederlage aufbrummen lassen. Das Spiel war jederzeit in den Händen der Herner, die nur durch gelegentliche Durchbrüche der Gäste zwei Tore hinnehmen mußten. Jugend— Dortmunds Reserve 3:8. Handball im 10. Bezirk Die Vorschau bei den Handballern wurde von den Vereinen in punkto Ausgang der Spiele restlos über den Hausen geworfen. Das Probespiel des Bezirksmeisters Heeßen gegen die kombinierten Mannschaften von Werne und Rünthe siel für den Meister äußerst knapp aus. Die Mannschaften waren sich gleichwertig. Erst zum Schluß konnte Heeßen das Resultat auf 5:5 stellen. Bergkamen zeigte gegen Herringen eine überlegene Partie. Der Gast mußte mit 8:2 geschlagen die Heimreise antreten. Bockum=Hövel konnte entgegen der Vorschau Alienbögge mit 5:2 geschlagen nach Hause schicken. Daß Kaiserau dem Meister der Gruppe Unna, und zwar Massen eins auswischen“ würde, hatte wohl keiner gedacht. Es war ein flottes, spannendes Spiel. Als Kaiserau das Führungstor warf, führte Massen den Spielabbruch beim Stande 5:4 für Kaiserau herbei. Unna sand die Redaktion nicht. Handball im 13. Bezirk Ueberraschend hohe Torzahlen, besonders bei unseren Turnerinnen, brachten uns die wenigen Spiele. So konnten die Herner Mädels trotz tapferer Gegenwehr den Hertener Genossinnen 5:0 aufbrummen. Mit demselben Resultat warteten unsere Eickeler Genossinnen gegen ihre Gäste aus Baukau auf. Zwei Bezirksmeister standen sich hier gegenüber. Wanne=Eickel war aber bestimmt der bessere. Wanne=Eickels 09 erste Männermannschaft hätten wir nach dem Zusammenschluß mehr zugetraut. Aber der Gast aus Welper war wirklich gute Klasse und das 2:2 entspricht voll dem Spielverlauf. Die zweiten Garnituren gingen mit einem 4:0=Ergebnis für Wanne auseinander. Um ale Seztrksmeisterschaft inn Rangen Achilles Bramsauer kat es wieder geschaftt und Krebs(Herdecke) ringen beide Male unentschieden.— Federgewicht: Zilinski(Brambauer) besiegt nach vier Minuten Mahl(Herdecke) und unterliegt im zweiten Gang nach 6 Minuten.— Leichtgewicht: Halupka(Brambauer) muß von Jungjohann(Herdecke) nach 6 Minuten eine Niederlage einstecken und tritt zum zweiten Male wegen Verletzung nicht an.— Mittelgewicht: Dümke(Brambauer) und Grebe(Herdecke) trennen sich unentschieden in der ersten Halbzeit, in der zweiten jedoch macht Dümke einen Sieg nach 5 Minuten.— Halbschwergewicht: Zekei(Brambauer) muß sich von Günther(Herdecke) nach 6 und 2 Minuten als geschlagen bekennen.— Schwergewicht: Schulte (Brambauer) wird von Nickel(Herdecke) nach 9 und 2 Minuten bezwungen. Resultat der Vorrunde 6:8, der Rückrunde 5•9, insgesamt 11:17. Endlich ist die Entscheidung im Kampf um die Bezirksmeisterschaft im Ringen gefallen. Achilles Brambauer hat es wieder geschafft. Zum 6. Male(hintereinander) wurde damit der Meistertitel errungen. Diesmal war es nicht leicht, zu Ehren zu kommen. Sehr starke Konkurrenz war vorhanden— und am Sonntagmorgen konnte der bisher erfolgreichste Gegenpart Eving in großem Kampf erledigt werden. — Die zweite Mannschaft von Brambauer trug gleichzeitig ihren fälligen Meisterschaftskampf gegen die erste Mannschaft von Herdecke aus und unterlag überraschender Weise.— Einen Boxkampf in Schüren, der guten Besuch brachte, gewannen die Hörder.— Und Achtung! Am 5. und 12. März(Wahltage) herrscht Startverbot! Achilles Brambauer I gegen Eving. Fliegengewicht: Müller(Brambauer) und Sabotta(Eving) ringen in der ersten Halbzeit unentschieden, in der zweiten siegt Müller nach 5 Minuten.— Bantamgewicht: Dege(Brambauer) legt Nowatzki(Eving) nach je 5 Minuten herein.— Federgewicht: Kokesch(Brambauer) beschert Sollmann (Eving) nach je 4 Minuten die Niederlage.— Leicht= gewicht: Sennholz(Brambauer) besiegt Borsche! (Eving) im ersten Gang nach 5 Minuten, im zweiten unterliegt er überraschender Weise nach 3 Minuten.— Mittelgewicht: Verbnik(Brambauer) und Rösner(Eving) trennen sich beim ersten Kampf unentschieden, beim zweiten erzielt Verbnik nach 10 Sekunden einen Sieg.— Halbschwergewicht: Kazmarek(Brambauer) und Brake(Eving) kämpfen beide Male unentschieden.— Im Schwergewicht enden die beiden Kämpfe zwischen Maron(Brambauer) und Jährling (Eving) ebenfalls unentschieden. Resultat der Vorrunde und auch der Rückrunde 10:4, insgesamt 20:8. Brambauer II gegen Herdecke I. Fliegengewicht: Galzinski(Brambauer) besiegt Weber(Herdecke) nach je 2 Minuten.— Bantamgewicht: Blomann(Brambauer) Boxkampf Schüren— Hörde. Fliegengewicht: Schmidekort(Schüren) kann seine Ueberlegenheit über Saneti(Hörde) in der zweiten Runde durch k. o. zum Ausdruck bringen.— Bantamgewicht: Den schönsten Kampf zeigen Wiegand III(Schüren) und Murberg(Hörde). Murberg geht aus diesem Kampf als Punktsieger hervor.— Federgewicht: Scheuer(Schüren) erliegt gegen den hervorragend kämpfenden Lerps(Hörde) durch k. o. in der dritten Runde.— Leichtgewicht: Krone(Schüren) wird in der zweiten Runde von seinem Gegner Rost(Hörde) zur Ausgabe gezwungen.— Weltergewicht: Litke(Schüren) unterliegt gegen Böttger(Hörde) nach Punkten.— Mittelgewicht: Wiegand II(Schüren) muß ebenfalls von dem gut borenden Jung(Hörde) eine Niederlage hinnehmen.— Halbschwergewicht: Kampflos für Schüren. Resultat 4:10. — Schüler: Pfüller(Schüren) und Zimmermann (Hörde) trennen sich nach schönem Kampfe unentschieden.— Jugend: Wild(Schüren) und Sachs(Hörde) kämpfen ebenfalls unentschieden. Uebern Lonntag... ten und siegte mit 11:1. Heeßen spielte mit Ersatz und traf den Altmeister in Hochform an. Nordbögge trat gegen Blauweiß Ahlen nicht an. Holzwickede fand die Redaktion nicht. Fußsall im 13. Bezirk Unter den ungünstigen Platzverhältnissen hatten die Spiele stark zu leiden. Teilweise waren die Plätze so aufgeweicht, daß von einem technischen Spiel gar nicht geredet werden kann. Gladbeck=Zweckel— AWV. Gladbeck 1:5(1:4). Dieses Spiel büßte durch die schlechten Platzverhältnisse stark an Renommee ein. Schon kurz nach Beginn ging der Gast durch eine schön eingebrachte Flanke des Rechtsaußen in Führung. Bei überlegenem Spiel konnten sie zur Halbzeit noch dreimal erfolgreich sein. Zweckel stellt durch einen Elfmeter auf 4:1. Nach der Pause ist der Gast tonangebend, kann aber die Torchancen nicht ausnutzen. Kurz vor Schluß kommt der AWV. nach schönem Zuspiel zum fünften Erfolg. Die zweiten Mannschaften trennten sich mit 3:1 für Zweckel. Buer=Erle— Herten 310(2:0). Auch hier ließ der schlechte Platz kein einwandfreies Spiel zu. Herne hat dieses Resultat verdient geholt. Leicht überlegen waren sie während des ganzen Spieles. Besonders der Sturm zeigte gute Leistungen und machte der Hintermannschaft das Gastes viel Arbeit. Den aufopfernd spielenden Hertenern wäre das Ehrentor zu wünschen gewesen. Die zweite Mannschaft Herten fiegte knapp 130. 300 Frauen werben in Gerthe Die Turnerinnen=Abteilung in Gerthe hatte zu einem Werbe. abend aufgerufen, an dem sich die Arbeiterwohlfahrt hervorragend beteiligt hat. Der Saal des katholischen Vereinshauses in Gerthe war brechend voll. Ein gutes sportliches Programm, das von den Turnerinnen dargeboten wurde, und ein Vortrag der Genossin Dina Gierisch(Bochum) brachten bald eine gute Stimmung auf. Die Bochumer Genossin verstand es ausgezeichnet, die Notwendigkeit des Arbeitersports auch für die Frau herauszustellen. Daneben illustrierfe sie in ganz vorzüglicher Weise, was Marxismus für die Arbeiterschaft bedeutet. Die Veranstaltung war jedenfalls ein voller Erfolg. Gerätewettkampf Dahlhausen— Querenburg 502:450 Nach schönen Uebungen konnte Dahlhausen überlegener Sieger bleiben. Ein Wasserballspiel Herne=Horsthausen— Freie Schwimmer Bochum 2:2(1:0). Dieses Spiel wurde während der Uebungsstunde ausgetragen und zeigte ein mäßiges Können beider Mannschaften. Gelchichtsunkenntnis Herr F. Richard aus München hat sich in seinen Tagebuchaufzeichnungen, die er allwöchentlich im„Fußball“ veröffentlicht, in einer Kleinigkeit geirrt. Wir nehmen zu seiner Entschuldigung an, daß Herr Richard kein gottbegnadeter Sänger ist und ihm die„alte Burschenherrlichkeit“ näher liegt als ein sozialistisches Bekenntnislied. Aber von diesem kleinen Irrtum abgesehen, ist die Aufzeichnung im„Fußball“ wert, unseren Lesern als ein Zeichen der neuen Zeit oder des„Aufbruchs der Nation“ — wie es so schön im deutschen Rundfunk hieß— mitgeteilt zu werden. Der„Fußball“ schreibt:„Das Bezirksschulamt Flöha in Sachsen hat das Singen des alten Volksliedes„Wann wir schreiten Seit' an Seit““ in der Schule verboten. Das Lied ist ein offizielles Lied der Deutschen Turnerschaft und wird auch seit vielen Jahren in vielen Sportvereinen gesungen. Dies Verbot geschah in Deutschland 1933.“ Herr Richard, das Lied ist nicht uralt. Unser Gesinnungsfreund, der Hamburger Dichter Hermann Claudius, hat es 1915 geschrieben und der gleichfalls unserer Bewegung nahestehende Hamburger Komponist M. Englert hat es vertont. Es ist im Geiste der sozialistischen Weltanschauung entstanden und wurde das Bekenntnislicd der gesamten deutschen Arbeiterjugend der Nachkriegszeit. Der bezaubernde, mitreißende Klang und die herrlichen Worte haben das Lied über die Reihen der Arbeiterjugend hinaus in viele andere Jugendgruppen getragen. Es ist deshalb verständlich, daß einige Jugendabteilungen der DT. das Lied gesungen haben, aber „ofsizielles" Lied der Deutschen Turnerschaft ist es niemals gewesen. Der Jugendwart der DT., Edmund Neuendorff, neuerdings eingetragenes Mitglied der Nazipartei, würde nie seine Zustimmung geben, daß seine Jugend dieses„marxistisch verseuchte" Liod singt. Da aber in Deutschland und besonders bei seinen erwachenden Kämpfern für das Dritte Reich nichts unmöglich ist, weshalb sollte Herr Neuendorff. der 1919=20 noch— bildlich gesprochen— den„Novemberverbrechern“ sozusagen in den Hintern kroch und jetzt rechtzeitig die höhere Wandlung vollzogen hat, neuerdings dieses Lied nicht heiliggesprochen haben? „Mit uns zieht die neue Zeit", das paßt doch in Ermangelung neudeutscher Kulturgüter ausgezeichnet für die restlose Ueberführung der DT.=Jugend in das Hitlerlager. Vielleicht wird es sogar in das kommende Dienstliederbuch der Arbeitsdienstpflichtsoldaten ausgenommen. Aber wie gesagt, Herr Richard, alt„offiziell“ ist das Lied in der DT. nicht gewesen. Sie nehmen uns unsere kleine Aufklärung doch wohl nicht krumm. 500 Zulchauer vermöbelten 11 Spieler Am vergangenen Sonntag konnte man auf dem Wackerplatz in Gera erleben, inwieweit bei den Bürgerlichen der Begriff „sportlicher Anstand“ verwirklicht ist. Das Spiel, von Anfang an mit aller Schärfe und vollem körperlichen Einsatz der Spieler durchgeführt, führte fünf Minuten vor Schluß zu einer recht unliebsamen Auseinandersetzung zwischen den Zuschauern und den 11 Spielern der„berühmten“ Weidaer Mannschaft. Zirka 500 Zuschauer drangen in das Spielfeld ein und verdroschen die Weidaer Spieler und den Schiedsrichter. Ob dieser Anschauungsunterricht genügt, um die Arbeiter von den bürgerlichen Plätzen fernzuhalten? K Sportbetries im bürgerlichen Lager Bozerdrama heitisch. wieder, sein Zustand ist jedoch noch Rautagenaun i manster Sieger: Kilian=Pützleld Jimenburg=Waks erkalten sieben Stealeunden Die„Sechstagenacht", das traditionen: Ahschiedsfahren auf Stad tei Di. der derusche. Adol Heuser i## riche Halbschwergewichtler, erkämpfte sich in Neuyork Harrd Spheich dag Pera Punitslege über den guten Amerikaner Gosenbiagnn einem Titellampf mit Weltmeister lienische Riese riogu gruu des Abends überraschte der tao. umo Carnera durch einen K.=o.=Sieg in der weite seines Geme, sarten Ernie Schaaf, der gegen die Reichschwer am sinn war— der git getosen, daß er mehrere Stunden bewußtlos der Titelkampf zwischen Heuser und Rosenbloom wurde abgeschgssen. den Kampf für den Im Berliner Spichernring aer Saern Pteimn Kämpse, MeiVorliner Seieten miustegen Herge“ Punktniederlage durch den busch die Tros zahlreicher schwerer Treffer, acht Kunden 1.918 blutete, bielt er gewichts=Ausscheidbung trenns 3 Lauptlamps um die Schverentschieden sedoch häte der.usmann und Naler unleden, jevvuh hatie ver Königsverger einen Punktsieg ver. Hörde 04 schlägt Heros Dortmund 10:6 Ringersiatesn n sich am Samstagabend die S####ssein von Hörde 04 und Heros Dortmund gegenüber. Enstellen mutzien. alner Ersatz Herosmannez Rogedeg nede aschung war die Riederlage des Heldomannes Bogeves gegen Muß(Hörde 04). Schalke 04 in Neuß Die Borkampfstaffel des FE Schalke 04 stellte sich am Sonne. Einheimischen hatten sich durch die Gehr. Zramer vom DSD. Düsseldorf verstärkt und konnten mir 1050 Punkten einen knappen Sieg erringen. Ganig" Sonia Henle Weltmeisterin Heuie konnte in Stockholm zum 7. Male hintereinander die Weltmeisterschaft im Kunstlaufen mit Platzziffer 5 und 353.36 Punkten erfolgreich verteidigen. Die junge SchweHesiapsir und den.... zweiten Platz vor Hilbe lausen holten sich gaegiden Engländerin Taylor. Im Paarsich die ungarn Rotter=Szollas nach einjähriger Unterbrechung erneut den Titel mit Platziffer 7 und 11.32 Punkten vor dem österreichischen Meisterpaar Pepetz=Zwack. Ballangrund vor Thunberg Vor 10000 Zuschauern wurde am Wochenende im Osloer Gernhes Siun Geia einen sicheren Siegüher ui tu0 der Norweger Valangrund Amerilaner Schröder davon. iuu Thunberg und den besten "" Deutsche Amateur-Billardmeisterschaft zie Sptanfurt a. N. wurde in der Zeit vom 8. bis 12. Februar ur wei Amateur=Billardmeisterschaft ausgetragen. Sieger und Meister wurde wieder der deutsche Altmeister Oberregierungsrat Pönsgen(Berlin), der den End= und Stichkampf gegen Reinte gewmann. esen mit 400212 das krabilibneue Abschlebsfahren auf deae imgzelschen Hallenbahn, wurde in der Samstagnacht in berschte die desel agen, der Veluch wvar aut und im Publikumn das vennen mum Wenn auch in der ersten Stunde die danm tolgenden dio verlel, so lamen die Belucher burch gosen. Die besten Delen und austregenden Jagden auf ühre Wela Gurg Sahrer waren die Holänder Pisnenburg. und wolten gsah de geben. Sie suhren aber au der Spite lagen, das Rennen aufsielten 7 P oden als Stase für dad gruu dech weiter und erhielten 7 Runden uls Sttafe für das Verlassen der Bahn abgezogen. Als schlechteste Mannschaft ins Rennen eingesetzt, verbesgeng psa ern das Winenburg Ausgang des Rennens, dus Pilnenburg allein weiterfuhr, der aber später auch aufgab. Siegermannschaft. die Dortmunder Kilian=Pützfeld, waren gute Fahrer und immer auf der Hut. Sie hielten bis zu Strafversetzung der Holländer hinter diesen die Spitze. Die Lölngr Scipp=Küsters waren sast bei jeder Jagd dabei und ließen und Spurte Pun s sich steis in der enite gdzusagen“. Preuß=Tietz versanden leiteten vief: Jagden. zu behaupten. Funda=hürtgen leiteten viele Bagben ein. Siegel=Thierbach fuhren sehr stark Sitersceaseen e Die Mannschaften während des F. Vuggen-=Stübecke und Goebel-Bromen wurden wegen Krantbesenies parmtombiniert, da Kisters und Bromen kohren Goches. u saben. Neu als Mannschaft ##### Stübecke und Bluggen=Elignet. Die Gesamtfahrstrecte von 255,360 Kilometer war ein neuer Bahnrekord. 1. Kilian=Pützfeld 75, 2.(zwei Runden zurück) S ezini Ronden u3... die 64. 4 Funda=Hürtgen 45. ####en zuruck) Goebel=Stübecke 30, 7. Bluggen=Glignet (sechs Runden zurück) 35. und Piinenburg mit 77 Punkten, der das Rennen aufgegeben hatte, wurde Letzter. Vor dem Berufssahrexrennen fanden noch die Ausscheidungsläufe für die münmeiter der diesiang Fliegermannschaft statt. Fliegere sche dieejahrigen Saison wurde Riermann und die Stadtmannschaft Niermann=Wenning. Ein 25=Kilometerfahren sah den Nünsteraner Schild mit 4 Punkten als Sieger. 2. Tertilte(eine nunde zuruck) 30, 3. Wenning 24 Punkte. Die Flieger= und Medaille geehrt, wund durch die Uieberreichung einer geldenen Morgenradrennen in der Welttalenhalle volkstümlichen Morgenrennen am Sonntag in der DortLeitan beenbelen Dmu Winler. Bubikumgersalg dautten ui über 2000 Zuschauer einen guten Trauerrunde zu verzeichnen. Einleitend wurde in einer ##tig# der kürzlich verstorbenen Rennfahrer Fritz Hoffmann(Berlin) und Hans Krewer(Köln) gedacht. Den FliegerDea Mannschasn elberg(69). Slausmeier go= munium endete mit dem Maubuiciel=Cagurna vor Niermann=Wenning. Im VerfolKlometer=Mannschastsahren. dem ungeiham=Filmann Greschener Grichteg, geni i Bonlen in 4217 Minnten vor Kleischmer=Btouing slegreich blieben. Der Rest placierte sich erst eine und mechr Runden zurick. usterr 19 In Prissel wurhe. den Königepokel getragen. meicge der letzte Lauf um den Königspokal ausscher und konrte Landsmann Arlet in Emplang nehmen. d Land des Königs den wertvolen Volal Grasin mit ggen Iu den Dauerrennen siegte der Franzose Seungene s Punkten vor den Velgiern G. Debaets und ueber 7 Surnt. Die Nacht in Basel Bichticu# Stunden führte die Nacht in Basel. Die Schweizer i=Bühler siegten mit 126 Punkten und Rundenvorsprung bei einer Gesamtleistung von 283.560 Kilometer vor SchönBuschenhagen(81 Punkte), Lemoine=Broccardo(45 Punkte), die in der Nähe der Sieger halten konnten. Der Rest des Fesdes lag vier und mehr Runden zurück. Sechstagerennen in Saint Louis s Sgint=Louis konnten Winter=Shaller ihre führende Vosich auf den.... Sehr gut fuhren Otto Petri=Zach die Saetig urd speiteg, Platz vorschoben und mit Frank Bartell=Tom Rchen=Senoe i. d Spitzengruppe liegen. des Sechat se folgen eine Runde zurück vor Parrot=Rush, wähFelbes tag vier und mehr Runden zurück. W— Oesterreichs Sieg in Naris 4:0 Jag der Sportpresse Bühne— Rundkunk im Fußball 4:2 siegreich Der Verband Westdeutsche Sportpresse wartete am Samstag Bachmitag hatten sch Nuchmit gutten sich in der Kampfbahn Rote Erde etva 2000 Zuschauet enngesunden, die nach einem Handballspiel zwischen Dortwonder Handhalleanze a und einer Mannschaft der Volimunder Hanovau=Pioniere den Fußballkampf zwischen de Bähne und Rurdbun Die günt vezzgun zusammengestellten Mannschaft sahen. Die Kunstler blieben mit 4:2(3:1) siegreich, ihr in der Zusammenarbeit besserer Angriff entschied das Spiel bereits vor der Pause. Hochhetrieb herrschte am Abend im Goldsaal der Dortmunder Westsalenhaue. Die Ansage der Vorträge, zu denen sich bekannte Künstler des Rundfunks, der Essener und Dortmunder Bühne zur Verfügung gestellt hatten, hatte Dr. Ernst vom Westdeutschen Rundsunk übernommen. Eine reichhaltige Tombola fand zahlreiche Liebhaber und schließlich wurde bis in die frühen Morgenstunden nach Herzenslust getanzt. Es war och nicht umsonst ein„Ball der Sportpresse“. Uebrigens sind auch die Leute von der Feder zu ihrem Recht gekommen. In der sel(40, 300. 200. 100 mizerd); Iv. isbalspiel noch eine Staias Mater.“ cut. u.. die die Journalisten mit etwa 20 Merer gegen Buhne und Rundsunk in Front sah. „### dem mit größter Spannung erwarteten Fußbalkampf mariser Frankreich und Oesterreich hatten sich am Sonntag im Zuschauer aisenpark=Stadion bei schönem Wetter rund 15000 Am### eingefunden. Die Oesterreicher, in der gemeldeten Aussienung, siegten mit 4:0(0:0). D'e Franzosen hatten Anstoß und spielten mit dem Wind gegen die Sonne. Dadurch begünLiot und durch starke Zurufe ihrer Landsleute angefeuert, konnten die Frunzosen in den ersten 45 Minuten und auch während der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit das Spiel offenhalten. Bald machte sich jedoch im Feldspiel die technische Ueberlegenheit der Oesterreicher bemerkbar, die ausgezeichnet kombinierten, aber trotzdem keine zählbaren Erfolge erzielen konnten. Die österreichischen Vorstöße wurden von der Hintermannschaft der Franzosen gut abgefangen. Nach der Pause war das Spiel wühcend den ersten 20 Minuten wieder verteilt. Nach schönem Zusammenspiel des gesamten Innensturms schoß der Mittelstürmer Sindelar in der 20. Minute den Führungstreffer. uneingang. Tam Zschek einen durch und schob den Ball in die Ecke. Bald darauf schoß der Halbrechte Wesselik in der 27. Minute unhalthar, senbat dir.. s... Die Franzosen drängten sehr durch###oen piel beschäftigt wurde. Es gelang ihm aber ourch schone Robinsonaden, drei todsichere Tore der Franzosen aus ein bis zwei Melern Entfernung abzufangen. Fünf Minuten vor dem Abpfiff schoß der Linksaußen Vogl das vierte Tor. Den Franzosen war der Ehrentreffer versagt. Südeutschland siegl in Marseille 4:0. Süddeutschland slegt in Marseille 4:0 Trotz sehr ungünst'ger Witterung hatten sich in Marseille zu 5 75#shalampf Südostfrankreich gegen Süddeutschland etwa dient mit 4973.3). Beme“: Die Süddentschen gerwannen verOesternesemerrenswert ist, daß mit dem gleichen mannschaft besseg. in Paris die französische Länder Spoct=Geschichten Hagen Os gelchlagen „ Die entscheidenden Spiele um die westdeutsche HandballMristerschaft, die in zwei Gruppen ausgetragen werden, nahmen am Sonntag ihren Ansang. Es gab durchweg hohe Torziffern und Siege der Favoriten. Etwas außer der Reihe kommt ##er Ostgruppe wohl nur die 5.8=Niederlage von Hagen 05 die Tortmunder Polizei. Hindenburg Minden war in vieser Abteitung mit 13:6 gegen Kassel 03 erfolgreich. Die ein überlegenes Spiel der Alemannia Aachen Besenipart Washe Mtheim Mosel. mit 74 schlagen.e Barmer Tura etwas glücklich Die Tabellen: Gruppe West Sgp. Unegisch, Verk. Toge Pugste RS. Mülheim 1 1 0 0 2:0 7•4 Tura Barmen 1 0 0 1 0:2 4•7 BSV. Mülheim[M. 1 0 0 1 0•2 2:11 Gruppe Ost Hindenburg Minden 1 1 0 0 2:0 13:6 Polizei Dortmund 1 1 0 0 2:0 8:5 Hagen 05 1 0 0 1 0:2 5•8 Kassel 03 1 0 0 1 0:2 6:13 besauzt##r" Der Sohn Der bekannte Boxer heiratet ein Revuegirk. Nach neun Monaten klopft der Sterch an die Tür und die nedei Sesae, Sstesh, ie. aihz, Bnice use du wiagz, Die Kunktespiele im Ruttebezick „Das ist nicht mein Sohn! Ich habe eine Plattnase, meine Frau hat eine Stumpfnase. Das ist nicht mein Sohn!“ er Sohn wuchs zum Jüngling heran, der Vater beachtete ihn nur selten. Stets rief er ihm zu: „Du bist nicht mein Sohn! Du bist nicht mein Sohn!“ Jahre vergingen. Der böse Vater konnte ihn noch immer nicht ausstehen. Eines Tages schlug der Boxer mit seiner berühmten Faust seinen Sohn ins Gesicht. Die große römische Nase des jungen Mannes war plötzlich einem Rater, i zerdrückter Plattnase sand er zitternd vor er Boxer seinen Sohn, lächelte, breitete . Vein Sohn, komme in meine Arme! Du bist doch mein Im hiesigen Bezirk gab es am Sonntag in der Gruppe A eine Art Vorentscheidung in dem Zusammentreffen der beiden Spitzenführer SV. Höntrop und Schwarz=Weiß Essen. Die Essener waren in ausgezeichneter Form und kanterten die Gäste mit nicht weniger als 6:1 nieder und erreichten durch diesen Sieg Punktegleichheit mit den führenden Höntropern. Die Entscheidung dürfte noch einige Zeit auf sich warten lassen. Sollten aber die Essener ihre jetzige Form behalten, dürften sie Gruppenmeister werden. Eine katastrophale Niederlage bezogen die Essen=Wester auf eigenem Gelände mit 2:10 von ihrem Bemanen in jechnisch derner Ger39 Der geczen La., Zezi ehung glatt überlegen und stegte mit an sree# de bagegen mußte sich beim Sx B. Werne mächtig Guu zur Der Tahelenfährer der 32 die Bunkte erringen zu könSi. Potthausen derschrer er:. Fruppe B. Schalle 04, war dem Rolthausen geverzeit üvertegen und behielt mit 511 die Enscher und Bicd. Sparge lieferten sich HorstSportfreunde Essen, der gerecht unentschieden Zerner schingen. abrigzierte Westsalia gänzlich unerwaret mit 34. Set Erste Bezirksklasse im Ruhrbezirk ruppe 1: Arminia Marten— Hörder SC. 8•0. Dortmund 95— SuS. Lütgendortmund 5:3. TuVB. Mengede— Dortmund 08 7:1. Dorstfelder SV.— Borussia Dortmund 0•0 (abgebr.). Alemannia Dortmund— BfR. Sölde 2:0. Gruppc2: Pishugn. S Sodingen 611. Sppgg, Welper— WestG#g#schum 4;3. Castrop 11— Spogg. Ehrenfeld: ausgefallen. Eye. Bochum=Laer— Langendreer 04 1:3(abgebr.). Witten 07 TR. Eickel 13. Sppog, Röhlinahausen „ I. Spogg. Rohlinghäusen— Erle 08 0:0. Hüllen 07 gegen Gelsenkirchen 07 0:1. Gelsenkirchen 06— Preußen Panrg. 1:t.„Union Günnigfeld— Resse 08 011. SC. Hassel— Wiesefesh sn... ppe Ok: Hammer Spog.— Of3. ae gas feld 31. Sus. Ahlen— Arminia Birleseld 1•2. Bielefeld horn aa cer her. 2. Sck. 08 Unna— Bf3. 08 Pader. 33 Sc. g guibe West: Spog, Herten— Bfs. Osnabrück Uinghausen— Preue— Westsalia Scherlebeck 6=4. Union ReckRecklinghausen aa ben Münster 20. FC. Gronau— Viktoria Südwestfalenbezirk: Jahn Werdohl— Hüsten 09 2:4. Deuer 10 19. Pga. Pewpatz 63. Sportfrunde Sigen— Werer 10 13. osu Lbeidrnau— Milspe 11 102.“ Metze vor Möller, Sawall und Lohmann Im Berliner Sportpalast wurden Sonntag vor 4000 ZuschauMene, Möller, Sawall und gag ge. ae Karteten Ge; Mö. ge g.#z und roghmann. um Verfolgungsrennen holte im ersten Lauf Gawall den Bochumer Lohmann nach 20 Im zweiten Lauf schlug Möller den Bochumer Metze Läusen ausgetragen. Metze blieb zweimal zweiter und siegte in Piet van Kempen wurde wegen der Brüsseler Vorfälle Ser. Starterliste zum Stutgarter Sechstagerennen, das am 12. Hlscher Sigmt, gestrichen.„Für den in Deutschland setzt wenig velicbten„Piel wurde sein Landsmann Pijnenburg verpflichtet. Richard Wagner und Ludwig II. Zum 50. Todestage des Komponisten Wer es unternimmt, eine wahrheitsgetreue Lebensgeschichte Richard Wagners zu schreiben, der muß viele Legenden zerstoren. Legenden, die der„Meister von Bayreuth“ selber gedichtet hat, oder die seine Hausbiographen und Propagandachess, die Wolzogen, Glasenapp, Houston Stewart Chamberlain, aufgebracht haben. Vor allem ist die politische Rolle, die Wagner gespielt hat, sehr anfechtbar. Als königlich sächsischer Hofkapellmeister ließ er es. an Liebedienerei nicht sehlen: 1844 wartete er dem aus England zurückgekehrten Königspaar mit einer Serenade in Pillnitz auf. Als er dann, namentlich durch seine ewige Pumpwirtschaft, die vor Mitgliedern der Kapelle und Solisten nicht halt machte, sich ziemlich unmöglich gemacht hatte, versuchte er sein Heil in Berlin: er setzte Himmel und Hölle in Bewegung, um Friedrich Wilhelm dem Vierten den Text seines „Lohengrin“ vorlesen zu dürfen, hatte damit aber nicht den geringsten Erfolg. Das war ein Jahr vor der Märzrevolution. Im gleichen Jahre noch erschien ein anonymer Artikel Wagners im„Dresdner Anzeiger“:„Wie verhalten sich republikanische Bestrebungen dem Königtum gegenüber?“, der für eine Republik mit dem König von Sachsen an der Spitze plädierte.(!) Die Dresdner Straßenkämpfe im Mai 1849 scheinen für Wagner nicht mehr als ein aufregendes Schauspiel bedeutet zu haben. Daß er sich persönlich an diesen Kämpfen beteiligt habe, ist äußerst unwahrscheinlich. Nachdem Wagner als steckbrieblich verfolgter politischer Flüchtling 15 Jahre lang in der Schweiz, in Italien, in England, in Wien, in Rußland und nicht weniger als siebenmal in Paris (trotz aller patriotischen Treueschwüre!) herumgeirrt war, holte ihn im Frühjahr 1864 ein Abgesandter des Königs von Bayern aus Stuttgart nach München. Von nun ab ist bei Wagner von „Republik“ und„Revolution“ nicht mehr die Rede, wohl aber von„Reformation", schließlich sogar von„Regeneration“ im Sinne der völkisch antisemitischen Rassentheorie. Zur Ehrung der deutschen Krieger, die 1871 aus dem Felde heimkehrten, wollte er eine Gefallenenfeier komponieren, dann, als man Jubelhymnen verlangte, einen Huldigungsgesang an den siegreichen Kaiser, und zuletzt, als auch dies in Berlin abgelehnt wurde, machte er einen reichlich ordinären„Kaisermarsch" daraus. Ludwig II. hatte schon 1864 zu seinem Geburtstag einen„Huldigungsmarsch", bekommen. Und im Festspielhaus in Bayreuth wurde seinem eigenen Prinzip der amphitheatralischen Anordnuig zum Trotz eine„Fürstenloge“ eingebaut. Wenn man diesen merkwürdigen Gesinnungswechsel den unentwegten Wagnerianern vorhält, dann pflegen sie zu sagen: bei Wagners Beziehungen zu Ludwig II. hat es sich um etwas Besonderes und Einmaliges, um eine ideale Küstlerfreundschaft gehandelt. In der Tat überschlagen sich die Bavreuther Hausbiographen vor Begeisterung für den„edlen Kunstfreund auf dem Königsthron“, den Fred A. Angermayer erst kürzlich (nach manchen andern Vorgängern) dramatisch verherrlicht hat Aber selbst wenn man nichts von diesem Monarchen weiß, muß man doch stutzen, wenn man Wagners Aeußerungen liest:„Er ist leider so schön und geistvoll, seelenvoll und herrlich, daß ich fürchte, sein Leben müsse wie ein flüchtiger Göttertraum in dieser gemeinen Welt zerrinnen. Er liebt mich mit der Innigkeit und Glut der ersten Liebe, er kennt und weiß alles von mir und versteht mich wie meine Seele. Mein Glück ist so groß, daß ich ganz zerschmettert davon bin.“ Der König, damals erst neunzehn Jahre alt, weist Wagner eine Villa am Stamberger See als Wohnung an, nahe dem Schlosse Berg.„In zehn Minuten führt mich der Wagen zu ihm. Täglich schickt er ein= oder zweimal; ich fliege dann immer wie zur Geliebten. Es ist ein hinreißender Umgang; dies Erfassen, dies Erbeben und Erglühen ist mir nirgends schon zuteil geworden. Und dann diese liebliche Sorge um mich, diese reizende Keuschheit des Herzens, jede Miene, wenn er mir sein Glück versichert, mich zu besitzen. So sitzen wir oft stundenlang, einer in dem Anblick des andern verloren.“ Ein eigentümlicher Zeitvertreib! Aber noch merkwürdiger berührt die Schwärmerei des jungen Fürsten für den damals immerhin schon 51 Jahre alten, mit keinerlei körperlichen Reizen geschmückten Musiker. Nachdem Wagner im November 1865 eine Woche lang Gast des Königs in Hohenschwangau gewesen war, schrieb ihm der liebende Gönner:„Im Himmel wähne ich zu sein, gedenke ich jener wonnevollen Tage. Der Geliebte hier, bei mir gewohnt, froh und glücklich, o Seligkeit des Gedankens! Heldenstärke fühle ich in mir, festen Mut zum kräftigen Handeln. Unsre Liebe leuchte hell und lauter!" Weit weniger als der Herrscher selbst waren seine Ratgeber von dieser„leuchtenden Liebe“ begeistert. Sie fürchteten, durch den„Ausländer" und Protestanten beiseite geschoben zu werden; außerdem zweifelten sie nicht im mindesten daran, daß Wagner seinen Einfluß und die zarten Gefühle Ludwigs zu eigennützigen Zwecken mißbrauchen würde. Als dann der Günstling zur Begleichung seiner Schulden von seinem Freunde ein Darlehen von 40 000 Gulden forderte, wurde ihm diese Summe zwar ausbezahlt, aber in lauter Silberstücken, die in einem Prachtwagen am hellen Tage durch die Hauptstraßen Münchens im Schritt gefahren wurden. So wuchs die Entrüstung immer mehr an, ähnlich der gegen die Mätresse Ludwigs I., die Tänzerin Lola Montez. Der Vergleich entbehrt, wie die Briefstellen erkennen lassen, nicht ganz der Berechtigung. Jedenfalls mußte Wagner schließlich ebenso wie die schöne Spanierin München verlassen: er zog nach Triebschen bei Luzern, später nach Bayreuth, wo er die Kolossalbüste Ludwigs II. vor seiner Villa„Wahnfried“ aufstellen ließ. Daß Richard Wagner homosexuell gewesen sei, ist nicht anzunehmen— dafür ist seine Neigung zum andern Geschlecht viel zu ausgesprochen. Ludwig dagegen war sexualpathologisch veranlagt. Seine vor einigen Jahre veröffentlichten Tagebücher, die mit dem Jahre 1869 beginnen, beweisen dies deutlich. Sie sind voll von Ausbrüchen verzweifelter Reue: „Hände nie, nie mehr!! Hände kein einziges Mal hinab, bei schwerer Strafe! Keine profanen Küsse mehr!" Dicht daneben stehen, meist in französischer Sprache, Ausbrüche des Cäsarenwahnsinns:„Der wahre König wird dir aufstehn mit der angestammten Krone und mit dem Purpur göttlichen Geblüts.“ Dazwischen Zitate aus dem„Lohengrin". Es sind typische Aeußerungen eines Irrsinnigen. Das von vier Aerzten ausgestellte Gutachten, das 1886— viel zu spät!— zu Ludwigs Entmündigung führte, stellt ausdrücklich die„schon sehr lange, über eine größere Reihe von Jahren sich erstreckende Dauer der Verrücktheit" fest. Kurzum: der„geistvolle, seelenvolle und herrliche“ Gönner war ein Irrsinniger, der seine„Heldenstärke“ an wehrlosen Lakaien ausließ, und der wie ein wildes Tier gefressen hat. Das ist nicht schön, aber es ist die Wahrheit. H. H. K Karneval Kinder, was sollt' da bloß werden, Wenn's hier auf dem Erdenball Nicht ein einz'ges Mal tät geben So nen richt'gen— Karneval?! Da wär' Quietschens dicke Minna Niemals eine Gräfin sein, Und niemals ein stolzer Ritter Der Bürohengst Zipperlein! So schlüpft jeder mal geschwinde Für'ne Nacht aus seiner Haut, Und schwelgt froh in Regionen, Die er sonst nie hätt' geschaut. Bloß das eine hat noch jeden In der Seele tief betrübt: Daß die Freude— schnell zu Ende, Es'nen— Aschermittwoch gibt! F. L. Der Ierdagen Der Lärm der beiden Streitenden ist allmählich so stark geworden, daß die Straßenpassanten ihren Schritt verlangsamen und geneigt sind, stehenzubleiben, da das Gefecht der Worte in eines der Fäuste überzugehen scheint. Es ist nicht recht ersichtlich, warum der Streit geht, welcher Tatsachenbestand ihm zugrunde liegt. Vielleicht handelt es sich um eine Frau, vielleicht um Politik, vielleicht um ein Drittes... Vielleicht liegt die Rechtsfrage verworren, vielleicht eindentg. Darauf kommt es jetzt nicht an. Der eine der Streitenden hebt nun die rechte Faust und hält sie dem andern unter die Nase. Der schiebt die Faust seines Gegners heftig beiseite. Der Angreifer weicht einen Schritt zurück und hält beide Fäuste vor den Kopf. Ein paar Sekunden später ist die schönste Holzerei im Gange. Schläge werden ausgeteilt und hingenomme das bringt nicht die En##che Man fühlt es: Der Kleinere sucht den Nahkampf, die Umklammerung. Er springt an den Gegner heran und rennt in dessen Faust. Schadet nichts. Feind an den Beinen, will ihn hinEr duckt sich, packt den werfen. Der Faustkampf ist in einen Ringkampf übergegangen, der mit großer Erbitterung geführt wird. Die beiden kämpfen nicht nur: sie hassen sich. Man merkt, sie gehen darauf aus, sich hinzuwerfen: auf das schmutzig=nasse Pflaster. Nicht aus kampftechnischen Gründen, nicht, um die Entscheidung eindeutig zu machen, sondern um ihren Anzügen zu schaden. Der Größere scheint in einem bestimmten Stadium des Ringens den Nahkampf als gefährlich für sich zu empfinden. Er reißt sich plötzlich mit großer Wucht aus der Umklammerung los und stößt den andern heftig zurück, der einige Schritte nach der Trottoirkante zu taumelt: in die Nähe eines eben langsam um die Ecke biegenden Bierwagens. In der Aufregung des Augenblicks und weil sich schon winterliche Dunkelheit über die Straße gesenkt hat, bemerkt er aber das hinter seinem Rücken herankommende Gefährt nicht und schickt sich eben an, noch einige Schritte zurückzugehen, um Anlauf zu einer neuen Offensive zu nehmen. Er gerät dabei in bedrohliche Nähe der beiden Pferde, die den Wagen ziehen. Einige Passanten schlagen Lärm. Der Gefährdete versteht in den wenigen Sekunden, innerhalb deren sich alles abspielt, den Sinn der Rufe nicht. Die Kollisionsgefahr mit den Pferden ist in greifbarste Nähe gerückt. In dieser Wirrnis springt sein Gegner auf ihn zu, deutet ihm an, daß es sich um anderes als die Fortsetzung des Kampfes handelt, schreit ihn an: „Mensch du, paß auf!“, und reißt ihn aus der Nähe der Pferde fort. Die beiden halten sich wieder umschlungen. Als Retter und Geretteter. Der Gerettete ist ein wenig verwirrt. Er hätte ja eigentlich zu danken. Das kann er aber doch nicht. Andererseits hätte er zuzuschlagen, denn der Streit ist nicht beendet. Das kann er aber auch nicht. Da verhält er sich passiv. Er hält sich an den Gegner fest und wäre wohl bereit, eine Abwehr aufzunehmen, aber nicht, einen neuen Angriff zu beginnen. Auch der Retter möchte das nicht tun. Er ist dem Gegner nicht verbunden. Aber der Zwischenfall hat ein neues Moment in seine Beziehungen zu ihm getragen. In den Haß hat sich, unimen. Aber gerufen und ungebeten, das ewige Brüderlichkeitsgefühl gemischt. Entscheidung. Bei allem besten Willen zur Feindschaft ist der Kampfgedanke jetzt einigermaßen deplaciert. Die beiden wissen nicht recht, was sie tun sollen. Es kommt nur noch die Andeutung einer tatenlüsternen Feindseligkeit heraus. Es war ja eigentlich sehr taktlos von dem Brüderlichkeitsgefühl, in eine Angelegenheit seine Nase zu stecken, bei der es nicht das mindeste zu suchen hatte; aber nun es einmal sich hier niedergelassen hat, läßt es sich nicht mehr so einfach verscheuchen. Nach einer Weile lösen sich die beiden voneinander. Sie tun es mürrisch und unzufrieden: wie zwei Menschen, denen eben etwas schief gegangen ist.. Hans Bauer. scariftleitung, deutsche„Tolitik und Wirtschaft: Karl Bölicher. Ausland, litisches und Sport: Wille Weinauge. Feuilleion und Provinz: WilKalweil. Groß Dortmund. Lünen und Gastron Rausel: Ileinrich Hlauptschriftleitung. Unpolitt, helm Wenke. sämtlich in Dortmund Bachum Thtlipg Sommerlad Bochum. Witten: Ad Fuchs. Wilten Ilerne und Wanne Eickel Frilr Sauerwald, llerne Hlamm. Waller Poller. Hlamm Ilagen Wilh Grobe. Tlagen. serlohn: Aus Röhmer Iserlohn(ielsenkirchen Buet Allted Zinaler. Gelsenkirchen Vest Becklinghausen Olto Wiese. Recklinghausen Münsterland: Aug Freudenthal Münster Siegen: 1 V Fritz Fries. Siegen J8OSE VUN VEANDERN Die Geschichte einer Liebe Coppicht by K& H. Greiser Gmbti. Rastert VON HELMUTH KATSER (28. Fortsetzung.) Er trat in das Vorzimmer. Eine flachsblonde, sehr blasse Dame mit hoheitsvollen Augen sah ihn erstaunt an. „Ich wünsche den Herrn Generaldirektor zu sprechen!" „Der Herr Generaldirektor ist noch nicht anwesend, um diese Zeit. mein Herr!“ „So, um 9 Uhr noch nicht anwesend?“ entgegnete Hans barsch, daß sie große Augen machte.„Dann melden Sie mich seinem Stellvertreter.“ „Ja, Direktor Schmitz ist auch noch nicht da!“ „So! Nun, soviel mir bekannt ist, gibt es hier doch vier Direktoren, einer wird vielleicht anwesend sein!" Der energische Ton machte das Mädchen stutzig. „Nein...!“ sagte sie gedehnt, aber wesentlich höflicher. „Die Herren sind gestern mit dem Herrn Generaldirektor nach Berlin gefahren und dürften erst gegen Mittag wieder eintressen!" „So, so! Die ganze Geschäftsleitung! Also, Fräulein, mein Name ist Hans Trenk und ich bin der Bevollmächtigte des Herrn Konsul Arndt, der den Vorsitz im Aussichtsrat inne hat und dem Rickendorf zu Neunzehntel gehört. Ich möchte mich in seinem Auftrag mal ein wenig über das Werk orientieren und die Bücher prüfen! Wo ist die Buchhaltungsabteilung?“ Diese Eröffnung versehlte ihre Wirkung nicht auf das Mädchen. Sie war plötzlich von einer übertriebenen Liebenswürdigkeit und geleitete Hans in die Buchhaltungsabteilung. Neugierige Augen richteten sich auf ihn. Der Büroangestellte, der ihn in Berlin schon gesehen hatte, erkannte ihn wieder. Unmerklich nickte er grüßend herüber. Die Privatsekretärin führte ihn in das Privatkontor des Vorstandes der Buchhaltungsabteilung. Herr Enderlein sprang auf und verneigte sich verlegen, als sich Hans vorstellte. Hans wies seine Vollmachten vor. Dann nahm er Enderlein gegenüber Platz. „Der Herr Konsul wollte persönlich einmal nach dem Rechten sehen, aber durch seine Hochzeit ist er verhindert und sendet mich!" „Ich stehe Ihnen ganz zur Verfügung, Herr Trenk! Hoffentlich ist der Herr Konsul nicht unzufrieden mit unserer Arbeit!“ „Es sind Klagen zu dem Herrn Konsul gedrungen und ich will in seinem Auftrage feststellen, ob sie berechtigt sind oder nicht. Zunächst möchte ich einmal die Bücher prüfen. Bitte legen Sie sie mir vor.“ Hans begann mit der Prüfung. Bücherprüfen ist eine Arbeit, zu der der eine viel, der andere wenig Zeit braucht. Mancher lernt es nie und die Zahlen verwirren ihn, je länger er prüft. Es gibt aber Menschen, die mit einem Blicke alles sehen, das Wesentliche sofort aus dem Unwesentlichen herausschälen, und Hans besaß die Gabe. Er studierte das Hauptbuch ausführlich und nahm dann die Hilfsbücher vor. Seine gespannte Aufmerksamkeit galt dem Wechselkonto. Er merkte, wie Enderlein ängstlich und verlegen wurde. Hans verlangte die Belege der eingelösten Wechsel. Da wurde der Oberbuchhalter blaß. „Gewiß sofort. sofort, Herr Trenk!“ Und er brachte die Wechsel. Hans begann zu vergleichen. Plötzlich sagte der Oberbuchhalter, sich einen Ruck gebend: „Herr Trenk... ich muß Ihnen was sagen!“ „Und das ist...?“ „Ich... ich weiß, daß... was... den Herrn Konsul speziell zu einer Prüfung veranlaßt!“ „So! Sie wollen mir Arbeit ersparen, das ist gut, also reden Sie offen... wo stimmt es nicht?“ „Es liegt nicht an mir!“ stammelte der Oberbuchhalter.„Ich ich mußte es ja tun. Der Herr Generaldirektor zwang mich dazu.“ „Mit anderen Woreten, der Herr Generaldirektor hat seine Wechsel über das Wechselkonto der Firma gehen lassen?“ „Ja!“ „Gut! Also mit anderen Worten, er hat sich, ohne die Erlaubnis dazu zu haben, von der Firma Geld entliehen und damit spekuliert oder gearbeitet, wie man es nennen will. Das ist zwar nicht zulässig, aber wenn alles vorschriftsmäßig verbucht ist und der Generaldirektor über das Vermögen verfügt, daß die Wechsel damit zu decken sind, dann ist es schließlich kein Verbrechen. Aber sind die Wechsel auf ein Vorschutzkonto gebucht? Ich habe nichts gefunden.“ „Sie durften nicht verbucht werden! Bei der Bilanz wurde eine Ausgleichsbuchung über die Debitoren gemacht!" Hans Trenk sah Enderlein ernst an. „Herr Enderlein, das ist schlimm! Das rüttelt sehr an Ihrer Stellung.“ Der arme Teufel wurde abwechselnd rot und blaß. „Herr Trenk... ich... ich mußte es ja tun! Aber.. ich ich habe heimlich doch ein Vorschußkonto für den Herrn Generaldirektor angefertigt, darf ich es Ihnen bringen!" „Bitte!" Wenige Augenblicke später hielt es Hans in den Händen und überschlug es. Das war ja wirklich eine wertvolle, interessante Entdeckung. Um rund Neunzigtausend Mark hatte Auerswald die Firma belastet. „Ist der Herr Generaldirektor vermögend?“ Der Oberbuchhalter zuckte die Achseln.„Ich weiß nicht, seine Frau soll viel Geld mitgebracht haben, aber... man erzählt, daß er damit schon fertig ist. Ich glaube kaum, daß diese Summe von ihm gedeckt werden kann.“ Hans schüttelte den Kopf. „Wirklich reizend, Herr Enderlein, warum haben Sie sich nicht mal an den Aussichtsrat gewandt? Ich woill Ihnen schon glauben, daß Sie Auerswald gezwungen hat, aber er ist doch nicht allmächtig.“ Der Buchhalter rang mit sich. „Herr... Herr Trenk... wenn man so zwanzig Jahre in einem Betrieb ist, da ist's wie beim Militär, da gehorcht man!“ Hans sah eine Weile nachdenklich vor sich hin. Angstvoll wartete Enderlein aus jedes Wort. (Fortsetzung folgt.) Deutschland, erwache! Reaktion, verrecke! „Das Deutsche Reich ist eine Republik! Die Staatsgewalt geht von dem Volke aus!“ Die Freien mit dem ungetrübten Blick Erbauten uns ein stolzes, schönes Haus. Gerechtigkeit! Das war ihr Fundament, Ihr Grundstein Freiheit und ihr Losungswort Das Selbstbestimmungsrecht des Volks! Am End: Soll die Verfassung sein ein leeres Wort? Ins Mauseloch kroch einst die Reaktion, Die Volksfreiheit haßte wie die Pest. Sie zeugte mit der Dummheit einen Sohn, Der nun der Freiheit geben soll den letzten Rest! Der Märzsturm braust bald wieder ums Gebälk. Der Frühling stürzt des Winters kalte Macht Und bläst hinweg das finstere Gewölk, Damit auch uns die goldne Sonne lacht. Verspürt ihr's nicht in allen Gliedern schon? Euch ruft die Freiheit und euch ruft die Pflicht! Verjagt die finstere Macht, der Reaktion, Bleibt Freie, wehrt euch, werdet Knechte nicht! Chronos. Milchkrieg oder Preisbewegung! Uns wird geschrieben: Das Wort Krieg hat immer etwas Abschreckendes für die Beteiligten, auch wenn es sich nur um einen Milchkrieg handelt. Die im Gegensatz zu den Verbrauchern stehenden Milchhändler haben deshalb in neuerer Zeit aus ihrem Wörterbuch das Wort „Milchkrieg“ gestrichen und an dessen Stelle„Milchpreisbewegung" gesetzt. Eine unbegrenzte Begriffsmöglichkeit für Laie und Fachmann. Man weiß nicht, handelt es sich um ein thermometerhaftes, von der Konjunktur abhängiges Auf und Nieder des Milchpreises, oder um eine von einzelnen oder Organisationen erstrebte Bewegung für den Preisabbau. Letzteres ist noch mit dem Wort„Milchpreisbewegung“ klar auszudrücken. Man muß also wohl oder übel schon bei dem Worte Milchkrieg bleiben. Milchkriege sind Verbraucherfragen, weil jede Preisfestsetzung eines Milchhändlerverbandes ein Angriff auf den dürftigen Geldbeutel des Verbrauchers ist. Vielleicht ist, reichlich spät, dem Verbraucher die Einsicht gekommen, sich um die Preisgestaltung und um die Milchhandelsausschüsse zu kümmern, wenn man bedenkt, daß das neue Reichsmilchgesetz im Reichsrat angenommen und die Ausführungsanweisungen in aller Kürze erscheinen werden; allerdings unter vorläufiger Außerkraftsetzung des§ 38, einer Bestimmung, die jeder gesunden Preisbildung grundsätzlich abhold ist, die den Absatzmolkereien und der Landwirtschaft preisdiktierende Befugnisse einräumt. Schon jetzt haben die an dieser Kartellierung interessierten Kreise, ohne Mühe und Geldmittel zu scheuen, einen Stab von 12 Revisoren auf die Beine gestellt, um Absatzmöglichkeiten, Abgrenzung der Erzeuger= und Absatzgebiete abzutasten und diese mit einem Ring zu umgeben, der in sich geschlossen, in Zukunft keine fremde, wenn auch noch so hochwertige billige Milcheinfuhr zuläßt. Wie in den Städten Bochum, Herne, Castrop usw. der preisabbauende Milchhändler von Verbänden unter fahrlässiger oder bewußter Mitwirkung von Behörden niedergerungen wird, so werden im nächsten Jahre Ueberwachungs= und Preisausschüsse dem von der Regierung geforderten und ersehnten Preisabbau den Rest geben. Wenn auch für den Verbraucher nicht viel zu hoffen ist, so bleibt doch ein Lichtblick in dem jetzt kommenden Preisdunkel. Die Verbraucherschaft will nicht nur angemessen, sondern auch als zahlenmäßig wichtigster Teil gehört werden. Hier beginnt die Arbeit der Gewerkschaften, Frauenvereine und die Aufklärungsarbeit der Presse als Sprachrohr des Verbraucherwillens. Hat es nun Zweck, die Milchfrage außer vom hygienischen Standpunkt auch vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus ernst zu erfassen? Man muß sagen Ja. Im Ruhrkohlengebiet(ca. 43 Klein= und Großstädte) beträgt der tägliche Umsatz ca. 1 Million Liter Vollmilch aus Liefermolkereien. Hierzu kommt noch von der Industrielandwirtschaft in den Handel gebrachte Milch. Das ergibt einen jährlichen Verbrauch von 293 Mill. Liter Milch. Eine generelle Milchpreissenkung von nur 2 Pfennig pro Liter würde für die Verbraucherschaft ein für andere Lebensbedürfnisse freiwerdendes Kapital von 5,860 Mill. Mark bedeuten, ohne daß der Milchhandel existenzunfähig würde. Eine Verdienstspanne von 9 auf 7 Pfennig pro Liter gesenkt, bedeutet immer noch 20,510 Mill. Mark jährlich für den Milchhandel. Wenn man nun berücksichtigt, daß die Mehrzahl der Milchkleinhändler durchschnittlich einen als gesetzliche Grenze angenommenen Milchumsatz von 300 Liter pro Tag haben, so kommt ein Bruttoverdienst von monatlich 630 Mark in Ansatz. Diese Zahlen beweisen immerhin, daß ein Milchhändler, selbst wenn man die Hälfte des Bruttoverdienstes als Unkosten rechnet, 315 Mark für sich erübrigt, also ein Einkommen, das über dem Niveau eines Durchschnittsangestellten liegt. Zur Klärung der Angelegenheit und zum Beweise der RichItigkeit dieser Zahlen kann noch mit statistischem Material über die einzelnen Absatzgebiete, insbesondere Essen, Bochum, Herne, Castrop=Rauxel, Wanne=Eickel aufgewartet werden. Aber schon jetzt kann gesagt werden, daß es in diesen Städten Milchhändler gibt, die bei einer Verdienstspanne von 9 Pfennig pro Liter nach Abzug aller wirtschaftlichen und steuerlichen Belastungen noch einen Reingewinn von monatlich 1000 Mark haben. Diese Zahlen sollen den Milchhandel und den gewerblichen Mittelstand zum Nachdenken zwingen, damit endlich einmal mit dem Getue um die Erreichung einer möglichst hohen Verdienstspanne aufgehört wird. Den Behörden und Volkswirtschaftlern soll es eine Mahnung sein, daß man nicht Verbraucherfragen, um Mühe und Arbeit zu sparen, einfach besserwissend und achselzuckend beiseite schiebt. Alle Sorge unserer Stadtväter um Hygienisierung der Milch in Ehren. Aber Preisgestaltung ist Angelegenheit des Anbieten= den und Nachfragenden, nicht aber das Objekt einer unnachgiebigen Milchhändlerschaft. Auch der Reichsmilchausschuß, der bekanntlich mit staatlichen Subventionen den Mehrmilchverbrauch heben soll, hat in erster Linie vom Verbraucherstandpunkt aus in Erscheinung zu treten. Es ist nicht damit getan mit einem Reklamefeldzug„Trinkt mehr Milch“, sondern„Trinkt billige und gute Milch“. Wir bleiben dabei, daß die Milchversorgung in Deutschland an der ungenügenden Einschätzung bzw. der Nichtbeachtung der Verbraucherfrage weiter kranken wird, wenn nicht der Verbraucher selbst Hand anlegt. In den Klauen minderjähriger Betrüger Großichwindeleien eines Pleudo-Börlenkpekulanten- Die Mär von Kali- und Petroleumaktien-— In Südamerika Tollen Petroleumquellen erichlollen werden= Goldtransporte im Ruhrgebiet- Die Frau eines Bauunternehmers um liebentaulend Mark betrogen Gelsenkirchen, 11. Februar. Mit einer für alle Beteiligten entsetzlichen und auf den ersten Blick höchst unwahrscheinlichen Angelegenheit hatte sich das Schöffengericht Gelsenkirchen zu befassen. Angeklagt waren der 19 Jahre alte Anstreicher Theodor Schneider und der um ein Jahr ältere Schleifer Heinrich Hundertmark aus Gelsenkirchen. Die beiden minderjährigen Angeklagten haben es in meisterlicher Art verstanden, der 46 Jahre alten Frau eines Bauunternehmers unter Vorspiegelung von falschen Tatsachen Geldbeträge über 7000 RM. aus der Tasche zu locken. Sie haben die leichtgläubige Frau derart in ihren Bann gezogen, daß die Frau noch heute an den Schwindel glaubt und eine völlig gebrochene Frau ist, die dringend einer Anstaltspflege bedarf. So unglaubwürdig die ganze Angelegenheit aussieht, so romanhaft ist auch ihre Einleitung. Die Ehefrau Ho. beschäftigte seit Jahren eine Schwester des Angeklagten Schneider als Näherin in ihrem Hause. Stets kam die Näherin mit einem dicken Gebetbuch ins Haus gerückt und tat derart fromm und gottesfürchtig, daß die Ehefrau Ho. Gefallen an dem Mädchen fand und gute Bekanntschaft mit der Mutter der Näherin hielt. Auf Grund der vorgespiegelten Frömmigkeit glaubte die Frau der Näherin aufs Wort. Das aber sollte zu ihrem Schaden sein. Der Bruder der frommen Näherin hatte in Bismarck ein kleines Geschäft. Als er vor etwa eineinhalb Jahren die Miete nicht bezahlen konnte, vermittelte die Näherin ihrem Bruder ein Darlehn von der Frau Ho. Damit hatte die Frau Ho die Bekanntschaft des Angeklagten gemacht und den ersten Schritt in ihr Unheil getan. Schneider schwindelte der Frau vor, er hätte bedeutende Kaliaktien in seinem Besitz und sei gerade im Begriff, südamerikanische Aktien aufzukaufen, um in Südamerika Petroleumquellen zu erschließen. Er rechnete der Frau vor, daß auf diesem Wege Hunderttausende zu verdienen wären. Und weil die an sich schon leichtgläubige Frau in dem Angeklagten nur den Bruder der frommen Näherin sah, glaubte sie auch diesen offensichtlichen Schwindel. Es muß vorausgeschickt werden, daß die Ehefrau Ho. bereits durch ähnliche Dinge und Spekulationen ihrem Manne ein stattliches Vermögen durchgebracht hat. Um die alten Fehler gutzumachen, beschloß sie sogleich, gemeinsam mit dem Angeklagten das südamerikanische Petroleumgeschäft zu tätigen. In diesem Sinne beriet sie mit dem Angeklagten, und darauf baute dieser nun seine Betrügereien auf. Zunächst verbreitete Schneider in Bismarck das Gerücht, er hätte in der Lotterie 18000 RM. gewonnen. Dafür hätte er Kaliaktien angekauft und schwer Geld verdient. Alsdann setzte er sich mit dem Angeklagten Hundertmark in Verbindung. Man kaufte einen Spieldruckkasten und setzte einen Stempel mit den Worten zusammen:„Börsenvereinigung Essen und Düsseldorf". Anfangs erzählte Schneider dem Mitangeklagten, er hätte der Frau Ho. 1400 RM. geliehen und könnte diese nur in Raten zurückbekommen. Nachdem Schneider seinem Mitangeklagten erst einmal das leichte Nachtleben in Gelsenkirchen zum Geschmack gebracht hatte, mußte Hundertmark zum ersten Male einen Brief an die Frau Ho. schreiben und sich als ein Dr. Hellwig ausgeben. Hundertmark hat etwa 30 Briefe an die Frau geschrieben, in denen diese immer wieder darauf aufmerksam gemacht wurde, daß die Petroleumaktien nun endlich einmal bezahlt werden müßten, weil die Mitinhaber Fehr und Schneider ihre Anteile schon entrichtet hätten. Schließlich exteilte sie dem Dr. Hellwig auch noch eine Blankovollmacht für die Börse in Köln. Die Person Fehr war von Schneider ins Leben gerufen worden. Die Frau gab alle verfügbaren Gelder dem Schneider ab, damit dieser spekulieren konnte. Eine Quittung verlangte sie von Schneider nicht. Jedenfalls hat sie im Laufe der Zeit dem Schneider einen Betrag von über 7000 RM. ausgehändigt. U. a. hatte Schneider auch seinen Freund So. für sich eingespannt. Mit diesem Freunde machte er seine abendlichen Bummelfahrten, bei denen bis zu 100 RM. vertan wurden. Schließlich hatte er den Freund überredet, für ihn die Reise nach Südamerika zu den Petroleumquellen zu unternehmen. Er wurde der Frau Ho.vorgestellt, und dann machte man gar eine Fahrt nach Münster, wo man für So. den Auslandspaß besorgen wollte. So. glaubte fest an seine südamerikanische Mission und erfuhr auch von den Eltern des Angeklagten, daß dieser tatsächlich reich sei. Durch dieses und andere Manöver wurde die Frau Ho. nur in Sicherheit gewiegt, und in einem Briefe schrieb sie selbst, daß sie vor Erwartung Tag und Nacht zitterte. Bei Gelingen wollte sie sechs Messen für den heiligen Tadäus und sechs Messen für die armen Seelen lesen lassen. Eins Tages erzählte Kriminalkommissar Drews dem Ehemann Ho., der seit 1928 ans Bett gefesselt ist, von dem Ergebnis seiner Ermittlungen. Der Ehemann war höchst betroffen und stellte fest, daß seine Frau sich sogar Geld geliehen hatte, um dieses dem Schneider in den unersättlichen Rachen zu werfen. Er selbst konnte nichts mehr verhindern. Er war durch seine Frau um über 7000 RM. geschädigt worden. Noch während der polizeilichen Ermittlungen setzten die Burschen ihr schändliches Treiben mit der Frau fort. Vor einer Woche erst teilte man der Frau mit, daß das verdiente Gold in einer Kiste angekommen sei und vom Bahnhof Kray abgeholt werden könnte. Sie mußte nochmals 25 RM. herausrücken, weil man angeblich einen Zollbeamten von Düsseldorf herüberholen mußte, der den Schlüssel zu der Goldkiste mit 365000 RM. Inhalt im Besitz haben sollte. In freudiger Erwartung fuhr die Frau mit einem Kinderwagen nach Kray. Das ihr angegebene Haus konnte die Frau nicht finden. Das Gericht verurteilte Hundertmark wegen Betruges zu drei Monaten Gefängnis. Schneider dagegen bekam zehn Monate Gefängnis und wurde sofort im Gerichtssaal verhaftet. Das Gericht erklärte in der Urteilsbegründung, daß Schneider ein ungemein gemeingefährlicher Schwindler sei, der in Gelsenkirchen gebührend gebrandmarkt und sofort unschädlich gemacht werden müßte. Nach Ansicht des Gerichtes tragen die Eltern des Angeklagten ein erheblich Teil der Schuld an den schamlosen Taten Schneiders. Auch gegen die Eltern und gegen die fromme Näherin wird der Staatsanwalt auf Grund des in der Hauptverhandlung herausgekomenen Materials ein Strafverfahren in die Wege leiten. Bedauerlich ist, daß die Frau noch heute der Kriminalpolizei feindlich gegenübersteht und an den ganzen Schwindel felsenfest glaubt. Eine Spur im Falle Narowski? Unna, 11. Februar. Ein hiesiger Gärtnereibesitzer sah am Donnerstagmorgen gegen 5 Uhr eine große Opel=Limousine mit dem Kennzeichen IX 39326 etwa 10 Minuten lang an der sogenannten„Schönen Flöte“ hierselbst stehen. Später fuhr das Auto in Richtung Dortmund davon. Nachdem der Gärtner der Polizei Mitteilung gemacht hatte, wurde das kleine Wäldchen sofort von Beamten mit Hunden eingehend durchforscht, doch wurde nichts Verdächtiges gefunden. Ob dieser Vorfall mit dem rätselhaften Verschwinden des Wittener Holzhändlers Franz Narowski in Zusammenhang steht, muß der Fortgang der Untersuchung ergeben. Nazi, helden“ Hamm i. W., 11. Februar. In der Nacht zum Samstag vollbrachten Hammer Nationalsozialisten eine neue Heldentat. Gegen 3,30 Uhr warfen sie mit einem Pflasterstein eine große Fensterscheibe unserer Geschäftsstelle auf der Bahnhofstraße ein. Die Scheibe wurde vollständig zertrümmert. Zur Zeit der Tat war außer den Tätern niemand auf der Straße. Auch die Polizei war weit und breit nicht aufzufinden. Ueber die„Heldentat“ braucht kein Wort verloren zu werden, sie kennzeichnet sich selbst. Wir wissen nur nicht, was die Spiegelscheiben=Versicherungsgesellschaft, die den etwa 400 Mark betragenden Schaden decken muß, den Hammer Helden=Nazis getan hat. Tödlicher Unglückstall auf Zeche Weltialen Hamm, 11. Februar. In der Nacht zum Freitag ereignete sich im Tagesbetrieb der Zeche ein entsetzlicher Unglücksfall. Im Staubkohlenbunker hatte sich die Kohle verstopft. Um die festsitzenden Kohlenmassen zum Rutschen zu bringen, stieg der ledige Kesselwärter Franz Goretzki, wohnhuft Schachtstraße, in den Bunker. Ganz plötzlich muß dann wohl die Kohlenstaubmasse nachgerutscht sein, so daß G. jeden Halt verlor, mit den Staubmassen abglitt und erstickte. Der Verunglückte konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Gegen 23 Uhr wurde G. von den Mitarbeitern vermißt und erst in den Morgenstunden, nachdem man über 20 Wagen der Kohlenstaubmasse aus dem Bunker abgefahren hatte, gelangte man an den Toten. Mit Unfall und Selbstverschulden wird die Verwaltung diesen Fall in der Unfalliste buchen; denn G. hatte sich nach der bestehenden Vorschrift weder angeseilt noch einen zweiten Mann zur Hilfe genommen. Wir können dieses blühende Menschenleben nur auf das Konto einer übersteigerten Rationalisierung zurückführen, denn im Kesselhaus sind des Nachts nur drei Mann beschäftigt, von denen jeder vollauf zu tun hat. Gelderpreller erwilcht Wanne=Eickel, 11. Februar. In dieser schwerbewegten Zeit stehen Raubüberfälle, Morde, Einbrüche und Erpressungen an der Tagesordnung. Einem hiesigen Geschäftsmann ging in diesen Tagen eine schriftliche Mitteilung zu, worin er aufgefordert wurde, einen Betrag in Höhe von 500 RM. an die Mauer der evangelischen Kirche auf der Hindenburgstraße zur angegebenen Stunde hinzulegen, andernfalls er seines Lebens nicht sicher ist. Die Kriminalpolizei erhielt von diesem Vorhaben Nachricht und stellte sich auf die Lauer in der Nähe der betreffenden Stelle. Die verdächtige Erscheinung einer männlichen Person, die nach dem Geschäftslokal liebäugelte, führte zur Verhaftung eines Mannes aus Bochum. Keine fühlbare Veränderung Herne, 12. Februar. Im letzten Lagebericht teilt das Arbeitsamt Herne einleitend mit:„In der Berichtszeit ist eine wesentliche und fühlbare Veränderung nicht eingetreten. Lediglich bei den Außenberufen ist durch die Einwirkung der starken Kälte durch die Stillegung der Arbeiten eine gewisse Verschlechterung festzustellen.“ Dementsprechend sind denn auch die Berichte von den Teilarbeitsmärkten ausgesallen. Nun hat zwar Adolf Hitler am Tage seines Regierungsantritts und auch später den sozialen Staat, den Staat der Arbeit proklamiert, aber davon ist nach diesem Lagebericht des Arbeitsmarktes noch nichts zu merken. Die Urlache einer Vergiftung Herne, 12. Februar. Bei einer Herner Familie zeigte sich vor einiger Zeit eine Typhuserkrankung und man brachte die Familie schleunigst ins Krankenhaus. Als Grund der Erkrankung wurde der Genuß von Pökelfleisch einer Lebensmittelfirma angegeben. Die Polizei beschlagnahmte deren ganzen Vorrat, einige Zentner, und machte sich dann an die Untersuchung. Man war sehr erstaunt über die gute Beschaffenheit dieses Kleinfleisches. Trotzdem konnte hier etwas nicht stimmen und ein vorgebildeter Nahrungsmittelchemiker erhielt den Auftrag, das Kleinfleisch nochmals zu untersuchen. Gut, der tat es, sand aber auch alles in Ordnung. Daß es stark gesalzen war, mußte ja sein. Nicht ganz zufrieden mit der Untersuchung, befragte er die von der Vergiftung inzwischen wieder genesene Familie, womit sie denn eigentlich das Kleinfleisch gegessen hätte. Man beeilte sich, der Mutter als Köchin das denkbar günstigste Zeugnis auszustellen, fügte jedoch hinterher zu, die Bohnen, mit denen man das Kleinfleisch gegessen. seien stark gesalzen gewesen. Jetzt wußte der Nahrungsmittelchemiker, was los war, die biedere Hausfrau hatte vergessen, das Kleinfleisch vorher zu wässern. Eine solche Kochsalzmenge, wie sie in den Bohnen und dem Kleinfleisch vorhanden gewesen war, mußte zur Vergiftung führen. Es war also eine Kochsalzvergiftung und keine Typhuserkrankung. * Die Verrätertibel * Mit Gummiknüppel und Rizinusöl.— Die„Iegalen“ Mittel, mit denen sich in Italien der Faschismus durchsetzt. Auch im faschistischen Italien wurde der größte Teil der Anhängerschaft durch„sozialistische“ Parolen erworben. Die ersten Programme des Faschismus waren genau wie die deutschen nationalsozialistischen Forderungen der Werktätigen geschmückt, unter denen die„Uebergabe der großen Betriebe an die Arbeiterschaft",„Achtstundentag",„Allgemeines gleiches Wahlrecht",„Abschaffung der Monarchie und des Adels" nicht fehlten. Auch Mussolini hat sich die Unterstützung der„Wirtschaftsführer" dadurch erkauft, daß er sein soziales Programm sang= und klanglos verschwinden ließ. Und zur selben Zeit als Mussolini im königstreuen Süden Italiens zum erstenmal ein monarchistisches Bekenntnis zum Besten gab, in Neapel, da sprach er auch von der„Hinterlistigkeit“ der Frage nach dem Programm. Unter dem Schutz der italienischen Polizei, der Carabinieri, die eine " 9#4 3 0 groß angelegte Entwaffnung der Ar• ATOMAR beiterschaft durchführten, begannen S““ die bewaffnet gebliebenen SA.=Bataillone des Duce ein fürchterliches Schreckensregiment. Die Zahl der Toten blieb verhältnismäßig gering. Jimmu Walkers Vermögen: 400 Dollac ce täßt sick's teotadem an der Riviera gut gehen- Die unbezallte Roteleechnung auf der Moonen=Reise Aus Gründen der Statistik zog der Faschismus den sogenannten„unblutigen“ Terror mit Gummiknüppel und Rizinusöl vor. Von Dorf zu Dorf wälzten sich Schwarzhemdenhorden und hielten„Strafgericht" ab an all denen, die ihnen ortsansässige Gesinnungsgenossen als Gegner bezeichneten. Als Mussolini die politische Macht erlangte, war er durchaus nicht der absolute Regent, als der er heute auf der politischen Bühne schaltet und waltet. Der Marsch auf Rom hatte ihm nur die Führung eines Koalitionskabinetts beschert, also ein Amt, das eine ziemliche Aehnlichkeit mit dem Kanzleramt Adolf Hitlers besitzt. Bald flogen die Koalitionsminister hinaus. Der italienische König hatte sowieso schon mit Notverordnungen, mit„Dekreten zur Rettung des Vaterlandes“ operiert, so daß es gar nicht mehr auffiel. Drei Monate nach dem Marsch auf Rom wurde die SA. der Faschisten, die sogenannte Miliz, staatlich anerkannt und besoldet. Und jetzt beginnt die glorreiche Politik des Duce... Die Erbschaftssteuer, die einzige ausschließlich gegen den Besitz gerichtete Steuer, wurde abgeschafft. Die Gewerkschaften wurden aufgelöst. Die Bank von Rom aber wurde durch Staatssubventionen gerettet, die Ansaldowerft durch Staatszuschuß vor dem Ruin bewahrt. Dreihundert Millionen rückständige Steuern wurden der Schwerindustrie erlassen. Ein Hilfsinstitut für gefährdete Banken wurde auf Kosten des Steuerzahlers gegründet. Der Kredit an das Konsortium für Industriewerte wurde auf über eine Milliarde erhöht, einer der Hauptgründe für die italienische Inflation. Bald darauf wurde die Regierung ermächtigt, Zollerhöhungen ohne vorherige Befragung des Parlaments, einfach auf dem Verordnungsweg vorzunehmen. Der Wohnungszwangswirtschaft ist im Interesse der notleidenden Grundbesitzer ein Ende gemacht worden. Das Wahlrecht wurde folgendermaßen geändert: Diejenige Partei, die fünfundzwanzig Prozent aller Stimmen auf sich vereinigt, soll zwei Drittel aller Abgeordnetensitze erhalten. Der Rest der Sitze wird nach dem Stimmenverhältnis geteilt. Trotzdem erfolgte bald nach Einberufung des Parlaments der„Ausschluß der Staatsfeinde“ aus der Kammer. Gleichzeitig wurde die nichtfaschistische Presse unterdrückt. Diese Vorgänge haben zur Festigung der faschistischen Herrschaft in Italien geführt. Im Jahre 1926 wurde die Mitgliedschaft der faschistischen Partei gesperrt. Sie aber gab allein die vollen Bürgerrechte. So darf z. B. in Italien kein Journalist tätig sein, der nicht Parteimitglied ist. Alle Staatsämter, Konzessionen, Berechtigungen haben absolute„Unterdächtigkeit" zur Voraussetzung. Selbst die Erlangung von Auslandspässen hängt von der Fürsprache des Parteisekretärs ab. Das heutige gültige Wahlrecht der Italiener, das 1928 in Kraft trat, sieht nur die Annahme oder Ablehnung einer einzigen Abgeordnetenliste vor. Diese wird von der Regierung zusammengestellt. Wahlberechtigt sind ausschließlich Männer, die„keinen staatsfeindlichen Verbänden angehört haben und von der Präfektur in die amtlichen Wahllisten eingetragen worden sind". Gegen die Wahllisten gibt es kein Einspruchsrecht. Aus den Zuständen in Italien muß die deutsche Arbeiterschaft am 5. März die Lehre ziehen, indem sie sozialdemokratisch Neuyork. Während der ehemalige„Ober“ von Neuyork, Jimmy Walker, seine angegriffenen Nerven an der Riviera beruhigt und dort fleißig dem Golsspiel huldigt, wurden gegen ihn in Amerika wahre Lawinen von Zivilprozessen losgelassen. Die jüngste dieser Klagen ist besonders interessant. Sie wurde von dem Hotel St. Francis in San Franzisko eingebracht: die Direktion dieses Hotels verlangt von Walker die Bezahlung einer Hotelrechnung in der Höhe von 2079 Dollar. Walkers Hotelschuld in San Franzisko hat eine nicht alltägliche Vorgeschichte. Jimmy Walker hatte diese Reise zu einer Zeit unternommen, als er noch auf der Höhe seiner Popularität stand, um die Begnadigung des seit 1916 im Zuchthaus gefangenen Arbeiterführers Mooney zu erwirken. Er intervenierte damals persönlich beim Gouverneur von Kalifornien, allerdings ohne Erfolg und war wegen seiner Bemühungen Gegenstand begeisterter Ovationen. Jimmy Walker hatte, wie gewöhnlich, die schönsten Appartements in dem Hotel belegt, lebte während seines Aufenthalts in Kalifornien wie ein reicher Souverän und fuhr dann nach Neuyork zurück, ohne die Rechnung beglichen zu haben. Natürlich wurde er nicht gemahnt, denn schließlich mußte der Oberbürgermeister der größten Stadt Amerikas für die Kleinigkeit von 2000 Dollar gut sein. Allerdings sollte sich bald auch an Jimmy der Wahrspruch von der Vergänglichkeit alles irdischen Glanzes bewahrheiten... Eine Wand mit Vorladungen tapeziert Eine Unzahl von amtlichen Vorladungen ist bereits dem Bürgermeister ins Haus, genauer gesagt, vor das Haus geflattert. Denn da man das Haus stets verschlossen vorfand, wurde die Vorladung in jedem Fall an das Tor der Walkerschen Villa genagelt. Bald gab es soviel freundliche Einladungen für den abwesenden Ober, daß auch die Gartenmauer in Anspruch genommen werden mußte. Die Anschläge würden ausreichen, um damit eine kleine Wand zu tapezieren. Inzwischen wurde über das Vermögen Walkers die Sperre verhängt und der Neuyorker Anwalt Walter Roston zum Zwangsverwalter bestellt. Im Laufe des Verfahrens, das auf Veranlassung eines Gläubigers vom Gericht eingeleitet wurde, stellte es sich heraus, daß Jimmy, der wie ein vielfacher Millionär lebte, eigentlich ein armer Teufel sein muß, da sein ganzes Barvermögen nicht mehr als 400 Dollar erreicht. Und sogar dieser Betrag figuriert auf einem Konto unter dem Namen der Gattin Walkers. 20 000 Dollar für Tolletten Als diese Feststellung in der Oeffentlichkeit bekannt wurde, löste sie eine Flut von Prozessen bei den erschrockenen Gläubigern aus. Eine bekannte Neuyorker Modefirma, bei der Frau Walker innerhalb von zwei Jahren für mehr als 20000 Dollar Toiletten bestellt hatte, meldete eine Restforderung von 12.000 Dollar an. Das Hotel Ambassador, in dem Walker lange Zeit fürstliche Appartements bewohnt hat, beklagt eine Schuld von mehreren tausend Dollar. Schließlich haben sich auch die Pullmanwerke gemeldet, bei denen Walker einen Luxuswagen für seine Agitationsfahrt nach Kalifornien bestellt hatte. Den Mietpreis von 2008 Dollar ist er der Einfurhheit halber schuldig geblieben. Der Ausgang dieser Prozesse wird in der amerikanischen Oeffentlichkeit mit begreiflichem Interesse erwartet. Das unbewegliche Vermögen Walkers, vor allem die luxuriöse Villa, gehört offiziell Frau Walker und da der„Ober“ für deren Unterhalt verantwortlich ist, haben die Gläubiger das Nachsehen. Der flotte Jimmy scheint sich jedoch, seinen alten Grundsätzen getreu, über diese Dinge nicht allzu sehr den Kopf zu zerbrechen. Er überläßt die Sorge um das Weitere seinen Gläubigern und den amerikanischen Richtern und zieht es vor, an der Riviera Golf zu spielen und in den teuren Lokalen, deren Stammgast er ist, allnächtlich seine Coctails zu vertilgen. — Die Paßtabrik von Berlin N. Glänzender Fang der Berliner Fremdenpolizei— Auch Zentrale für Dollar-Fälichungen Berlin. Die Berliner Fremdenpolizei hat im Norden Berlins, in der Dragonerstraße, wo hauptsächlich Ausländer wohnen, eine Paßfälscher=Zentrale ausgehoben und den Hersteller der Fälschungen, den Tischler Hans Wontorra, festgenommen. Seit vielen Monaten sielen der Berliner Fremdenpolizei Ausländerpässe auf, die ungemein geschickt gefälscht waren. Die Stempel dieser Pässe, aus denen die Gültigkeitsdauer hervorgeht, waren ausgewaschen und neu eingezeichnet worden, mit geänderter Gültigkeitsdauer. Sehr oft hatte die Polizei gar nicht die Möglichkeit, die Besitzer solcher Pässe sofort festzunehmen, da man erst prüfen mußte, ob es sich um Fälschungen oder um echte Dokumente handelte. Nach eingehenden Prüfungen kam man zu der Ueberzeugung, daß sich in allen Fällen ein Fälscher betätigt habe, dem es dank seinem auffallenden zeichnerischen Talent gelungen war, auch die schwierigsten Veränderungen in einem Paß vorzunehmen. Die im Außendienst verwendeten Beamten der Fremdenpolizei erhielten darauf den Auftrag, in den hauptsächlich von Ausländern bewohnten Gegenden Ermittlungen vorzunehmen. Schon nach kurzer Zeit richtete sich ihr Verdacht gegen den Tischler Hans Wontorra, der seit Jahren arbeitslos ist, trotzdem aber das Leben eines vermögenden Lebemannes führt. Seit zi. ei Jahren gelucht Wontorra war für die Kriminalpolizei kein Unbekannter. Er wurde bereits im Jahre 1931 wegen Urkundenfälschung verfolgt, verschwand aber eines Tages spurlos. Bis dahin hatte er zusammen mit Frau und zwei Kindern im Norden von Berlin gewohnt; wiewohl aber diese Wohnung später unter dauernder Bewachung stand, war der Gauner nicht mehr zu finden. Er hatte es verstanden, sein Aeußeres gänzlich zu ändern und sich aus einem großen, starken Mann in einen schmächtigen, kränklich aussehenden Elegant zu verwandeln. Eine feste Wohnung hatte er überhaupt nicht mehr, sondern trieb sich monatelang bald im Norden, bald im Westen von Berlin herum. Erst später mietete er zusammen mit seiner Freundin, die ihm bei den Fälschungen behilflich war, ein aufmerksam gemacht und ihm den Vorschlag gemacht haben, es gegen gute Bezahlung bei Paßfälschungen zu verwerten. Da dafür bis 300 Mark geboten wurden, kam Wontorra allmählich auf den Geschmack und errichtete eine regelrechte Paßfabrik, deren Einkünfte ihm ermöglichten, das Leben eines großen Herrn zu führen. Der Koffer im Bett Die Polizeibeamten beobachteten längere Zeit Wontorra und stellten fest, daß er ständig in einigen Lokalen mit seinen Kunden Zusammenkünfte hatte. Um sich vor der Polizei zu schützen, ließ er regelmäßig mehrere Burschen, die in seinem Dienst standen, Schmiere stehen. Außerdem empfing er öfters in seinem Versteck den Besuch verschiedener Leute, darunter auch seiner Frau. Um ihn zu überrumpeln, wurde das Haus umstellt, worauf die Polizei gegen fünf Uhr morgens in die Wohnung eindrang. Die Ueberraschung gelang vollständig, denn sowohl der Zeichner als auch seine Freundin schliefen noch. Allerdings ergab die erste flüchtige Durchsuchung des Zimmers nichts Belastendes; erst als man das Mädchen nötigte, das Bett zu verlassen, entdeckte man unter der Decke einen Koffer, den sie vergeblich zu verbergen versucht hatte. Im Koffer hatte Wontorra alle seine Instrumente, Tinten und Formulare aufbewahrt. Auch eine gefälschte 100=Dollarnote fand man unter den Sachen; es war eine gewöhnliche Dollarnote, die der Fälscher ausgewertet hatte. Es besteht die Möglichkeit, daß von ihm auch alle Dollarfälschungen der letzten Zeit stammen. Das Fälscherpaar wurde verhaftet. Bur Si. Saielsemssre in ber u.““. Gort scum Zimmer bei einer Familie, ließ sich aber polizeilich nicht anwählt. Nur die Sozialdemokratie int der sicherste vori gegen melden. Während der ganzen Zeit kam er viel mit Ausländern den Faschismus! zusammen. Jemand dürfte ihn auf sein großes Zeichentalent Todesstrafe für Opiumschmuggel Amerika bereitet drakonilche Geletze vor-— Die Ganglter werden Rauichgiftichmuggler Neuyork. Das nahe Ende der Prohibition wirft bereits seine Schatten voraus. In allen Kreisen, deren Interessen durch die neue Entwicklung betroffen werden, bereitet man sich auf die wichtige Wendung vor. Wenn man bedenkt, daß in den Vereinigten Staaten rund zwei Millionen Menschen mittelbar oder unmittelbar vom Alkoholschmuggel leben, dann wird es erklärlich, daß diese zahlreichen Interessenten bemüht sind, sich rechtzeitig nach anderen lukrativen„Geschäften" umzusehen. In erster Linie trifft das mächtige Alkoholkapital seine Vorbereitungen. Durch ihre Vertrauensleute erfuhren die Behörden schon vor Wochen, daß die geheimen Beherrscher der Schmugglerzentralen in Neuyork, Chicago, San Franzisko und Angeles alle Vorbereitungen zur Umstellung auf den Rauschgiftschmuggel getroffen haben und daß ihre Gangsterarmeen nur auf das Signal warten, um den nordamerikanischen Kontinent mit Opiaten zu überschwemmen. 400 Millionen Dollar jährlich für Raulchgifte Diese Gefahr ist um so größer, als Amerika jetzt schon eine ungeheure Menge von Rauschgiften konsumiert. Nach den Berichten des Genfer Völkerbundsekretariats gab es schon im Jahre 4932 zwei Millionen Süchtige in den Staaten, die jährlich 400 Millionen Dollar für Rauschgifte ausgaben. Eine neue Rauschgiftwelle würde daher nicht nur ungeheuren physischen und moralischen Schaden, sondern auch eine unerträgliche finanzielle Belastung für zahllose Amerikaner bedeuten. Die Behörden haben daher bereits die Gegenoffensive eingeleitet. So werden z. B. die Schmuggelabwehrkolonnen der Neuyorker Polizei gar nicht aufgelöst; die 50000 Prohibitionsagenten, die nach der Freigabe des Alkohols abgebaut werden sollten, dürften wahrscheinlich zum großen Teil von den Rauschgiftdezernaten übernommen werden. In allen Teilen der Union, in jeder Ortschaft mit mehr als 10000 Einwohnern, ist bereits eine Rauschgiftstelle geschaffen worden und es wird sogar erwogen, ob man nicht europäische Sachverständige, die mit der Abwehr des Rauschgiftschmuggels besser vertraut sind, mit großen Gehältern nach den Staaten engagieren soll. Das weißle Schreckgelpenlt Nach Ansicht vieler zuständiger Stellen wird aber die behördliche Ueberwachung allein kaum genügen, und so sollen Sondergesetze von drakonischer Strenge gegen die Rauschgiftschmuggler geschaffen werden. In drei Staaten, Illinois, Georgia und Texas wurden bereits Gesetzentwürfe eingebracht, die die Verhängung der Todesstrafe für Rauschgiftschmuggler und mehrjährige Zuchthausstrafen für die Abnehmer fordern. In Kreisen der„Trockenen“ bilden die Befürchtungen vor einer Ausbreitung der Rauschgistseuche ein sehr willkommenes Agitationsmittel gegen die„Nassen“. Dennoch werden sie es kaum verhüten können, daß Roosevelt seine Absicht, das Alkoholverbot aufzuheben, in die Tat umsetzt. „An meine liebe Mutii im Himmel!“ Gertrud Bindernagels Töchterchen schreibt Bankier Hintze im Lazarett Die Hauptverhandlung gegen den Bankier Hintze, der seine Frau, die Kammersängerin Gertrud Bindernagel, nach einer Vorstellung in der Oper erschossen hat, wird voraussichtlich Ende März stattfinden. Es scheint, daß gegen Hintze nun doch die Anklage wegen Mordes erhoben wird. Auf Antrag seiner Verteidiger, der Rechtsanwälte Bahn und Türk, wurde Hintze im Lazarett untergebracht, da er schwer leidend sein soll. Es heißt, daß der angeschuldigte Bankier noch immer an den Folgen einer schweren Rückgratverletzung laboriert, die er sich bei einer Explosion im Kriege zugezogen hat. Außerdem soll er herzleidend sein. Von dem behandelnden Arzt, Medizinalrat Dr. Schlegel, wird Hintze auch auf seinen Geisteszustand untersucht. Er behauptet nach wie vor, daß er seine Frau nicht töten, sondern ihr nur einen Denkzettel geben wollte. Sein Benehmen ist sehr unruhig; nachts schreit er im Schlaf und schlägt um sich. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, daß dieses Gebaren nur simuliert ist. Während Hintze seit seiner Verhaftung nicht ein Sterbenswort an die Angehörigen seiner Frau gerichtet hat, erkundigt er sich neuerdings nach seiner kleinen Tochter. Er hat sich an die Dame, die nach dem schrecklichen Ereignis die Mutter und das Kind der unglücklichen Sängerin ausgenommen hat, gewandt und sich nach dem Kinde erkundigt. Es wollte wissen, ob das Kind sich seiner erinnere und nach ihm frage. Das kleine Mdchen hängt noch immer mit rührender Liebe an der toten Mutter. Es schreibt oft Briefe an die Verstorbene, die es mit den Worten adressiert:„An meine liebe Mutti im Himmel.“ Die jüngste Schwester der Verstorbenen, Alice Bindernagel, die nach dem Tode ihrer Schwester derart zusammengebrochen war, daß sie eine Zeitlang nicht mehr auftreten konnte, wird am Sonnabend wieder auf der Bühne des Schiller=Theaters erscheinen. Sie wurde zum Prozeß als Nebenklägerin zugelassen und will sich ihrer verwaisten Nichte annehmen.„Wenn ich mich wieder eingearbeitet habe und einiges beisteuern kann, dann werden wir wieder einen gemeinsamen Haushalt gründen", erklärt Alice Bindernagel. * In sri munalpoliti sich die Au zu sehr vol und überli wirtschaftlic rufenen Re Vor alle politik haben sie i volution, di Vertreter d fluß auf die Namen! meinde: politisch Renubl! 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Nie haben sie ihren Groll darüber verwunden, daß durch die Revolution, die den Gemeindeeinwohnern das freie Wahlrecht gab, Vertreter der Minderbemittelten zum Teil maßgebenden Einfluß auf die Gemeidepolitik gewannen. Namentlich die Foderung auf Entpolitisierung der Gemeinden verbirgt nur schlecht die Absicht, die machtpolitische Wendung in der Entwicklung der deutschen Republik zu einer Stabilisierung der Reaktion in den Gemeinden auszunntzen. Man wird bei den bevorstehenden Gemeindewahlen daran denken müssen, daß vor kaum einem Jahrfünft die Feinde der Gemeindedemokratie behaupteten, die deutschen Kommunen schwämmen im Gelde, trieben maßlose Verschwendung, absorbierten die Kredite der deutschen Privatwirtschaft, maßten sich durch ihre öffentlichen Betriebe einen unlauteren Wettbewerb an, trieben Fürsorgeinflation und reizten die Arbeiter der Privatindustrie durch hohe Unterstützungssätze zu begehrlichen Lohnforderungen an. Der weiland demokratische Herr Schacht, der inzwischen den Geboten der Konjunktur folgend, glücklich seinen Anschluß bei den Nazis gefunden hat, machte sich wortgewaltig zum Fürsprecher einer Drosselungspolitik gegen die Gemeinden, deren schwere Schädigung für die minderbemittelte Bevölkerung längst erwiesen ist, und die nun die Gemeinden an den Rand des Bankrotts gebracht hat. Als Vorsitzender der Beratungsstelle für kommunale Auslandsdarlehen sperrte Schacht den Gemeinden langfristige Auslandskredite. Die gesamten Auslandsschulden der deutschen Gemeinden betragen heute noch keine Milliarde Mark. Dagegen ist die deutsche Privatwirtschaft mit 22 Milliarden Mark an das Ausland verschuldet. Das waren— wie die„Dresdner Volkszeitung“ in diesem Zusammenhang kürzlich sehr zutreffend bemerkte— zum guten Teil die Summen, die zu den wahnwitzigen Fehlinvestitionen benutzt wurden, die zu katastrophalen Kreditschwierigkeiten und zu Betriebsstillegungen geführt haben, durch die auch die Arbeiterschaft schwer geschädigt worden ist. In der gegen die Gemeinden getriebenen Drosselungspolitik liegt System. Nicht erst in der Nachkriegszeit, sondern schon seit Jahrzehnten sind die Gemeinden die Träger großer Versorgungsbetriebe für die Bevölkerung. Sie bauten und erwarben Straßenbahnen, schufen Elektrizitätswerke, konzentrierten in der Gemeindewirtschaft die Gasbelieferung, errichteten Wasserwerke, erbauten Straßen und Häuser. Auch in der Vorkriegszeit waren theoretisch der wirtschaftlichen Betätigung der öffentlichen Hand keine Schranken gesetzt. Die durch das Klassenwahlrecht in den Rathäusern herrschenden Interessentencliquen verhinderten allerdings einen größeren Umfang kommunalwirtschaftlicher Tätigkeit, die sie als lästige Konkurrenz empsanden. Immerhin wagte niemand, die Gas=, Wasser=, Elektrizitäts= und Verkehrsbetriebe anzutasten. In der Nachkriegszeit nahm die Privatwirtschaft nur zu gern die Aufträge der Gemeinden entgegen. Bis zur großen Wirtschaftskrise, die im Jahre 1930 mit voller Wucht einsetzte, erhielt die deutsche Privatwirtschaft von den deutschen Gemeinden jährlich nicht weniger als für rund 4 Milliarden Mark Aufträge. Das war Existenzsicherheit für zahlreiche Handwerker, Arbeit und Brot für viele Arbeiter. Nach einer Statistik des Deutschen Städtetages konnten allerdings die unter der Finanznot zusammenbrechenden Gemeinden nur noch für eine Milliarde Mark Aufträge vergeben. Trotzdem fördern die Kreise, für die die Gemeinden der größte Auftraggeber war, den Bankrott der Gemeinden. Die Gewerbetreibenden, denen die politische Schulung genügt, die sie in ihren Innungen beziehen, schreien im Chorus nach der Ueberführung der Gemeindebetriebe in den Privatbesitz. Sie ärgern sich über jeden Regiebetrieb der Gemeinde, sie vermögen nicht zu erkennen, daß ihr verzopftes Aufbegehren gegen die tatsächlichen Ersordernisse der wirtschaftlichen Entwicklung nicht Dienst am deutschen Volke, sondern nur Dienst am deutschen Großkapital ist, dessen Machtstärkung zwangsläufig den Ruin des deutschen Mittelstandes herbeiführt. Von gerissenen Bankiers geleitete Bankinstitute und Konzerne strecken heute die Hände aus nach den Gas= und Elektrizitätswerken der Städte, nach den Verkehrsunternehmungen, weil sie die Preise diktieren wollen. Und zahlreiche Bevölkerungsschichten, die diesen Herrschaften bei Wahlen durch die Abgabe eines Stimmzettels einen Strich durch die Rechnung machen könnten, erkennen nicht die sie umgebenden Gefahren! Sie sind daran zu erinnern, daß die Ueberschüsse der Gemeindebetriebe im Jahre 1925 115 Prozent, im Jahre 1927 15,3 Prozent des Zuschußbedarfs der Gemeinden deckten, und daß noch im Jahre 1929 den Gemeinden aus ihren Betrieben rund 600 Millionen Mark zuflossen. So wenig die Gemeindebetriebe zur melkenden Kuh für die kommunale Finanzverwaltung gemacht werden sollen, so richtig ist es doch, besonders in Zeiten der Not, Ueberschüsse aus Betrieben, die die Allgemeinheit finarziert, für den Bedarf der Allgemeinheit zu mobilisieren, anstatt sie habgierigen Großkapitalisten zuzuschanzen. Diese hinter den Kulissen der deutschen Politik agierenden modernen Raubritter haben für die ihren kapitalistischen Parteien treu ergebenen Bierbankpolitiker ein Märchen aufgetischt, das für sie klingenden Wert hat. Sie haben behauptet, die Gemeinden trieben leichtsinnige und verschwenderische Fürsorge, für die Mittelstand, Beamtenschaft Angestellte und Arbeiter in den Betrieben durch unerhörte Steuerlasten einstehen müßten. Es ist richtig, der Sozialauswand des Kaiserreichs betrug im Jahre 1913 nur 1371,2 Millionen Mark, während der Sozialaufwand der Republik im Jahre 1920 736 8/5 Millionen Mark betrug. In ganz Deutschland ist vor dem Kriege für Armenunterstützung jährlich der gleiche Betrag bezahlt worden, den im Jahre 1929 an Wohlfahrtsunterstützung allein die Stadt Berlin bezahlte. Und wer Armenunterstützung bezog, wurde seines kümmerlichen Wahlrechts im Dreiklassenstaat ganz verlustig erklärt. Diese Tatsachen sollten denjenigen Wählern zu denken geben, die immerfort den kommunistischen Phrasen Glauben schenkten, daß es in der Republik nichts zu verteidigen gäbe. Jawohl, es gab etwas zu verteidigen, und heute? Wohl sind die Unterstützungen durch Diktate der Aufsichtsbehörden herabgesetzt worden. Die Finanznot der Gemeinden zwingt zum Abbau der sozialen und kulturellen Einrichtungen der Gemeinden. Dennoch und erst recht muß mit verschärfter Energie das Verlangen der Besitzenden vereitelt werden, die Wohlfahrtspflege wieder in die Armenfürsorge der Vorkriegszeit umzuwandeln. Aus den Gemeinden heraus muß der Widerstand gegen eine Politik geschürt werden, durch die die soziale Fürsorge gedrosselt wird. Der Weg muß frei gemacht werden zur Wiedereroberung der verlorenen kulturpolitischen Positionen. Es ist eine Lüge, daß Fürsorgetätigkeit Verschendung sei. Wenn die Säuglingssterblichkeit vor dem Kriege 15 bis 20 Prozent betrug und in der Nachkriegszeit auf 6 Prozen! herabgedrückt werden konnte, wenn das Sterblichkeitsalter der deutschen Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten um 20 Jahre erhöht werden konnte, so spiegelt sich in dieser Zahl der Wert der Sozialpoliitk. Vorbeugende Fürsorge enklastet die Krankenpflege, die Irrenhäuser, die Zuchthäuser, Erhaltung der Volkskraft ist beste Kapitalsanlage der Nation. Daß das Recht der Bevölkerung auf Unterstützung erhalten werden muß, sollten vor allem in ihrem eigenen Interesse die Mittelstandskreise einsehen, die heute nur allzu leicht den Schlagworten der Großkapitalisten Glauben schenken, die die Arbeiterschaft wieder in die Pariastellung zurückdrängen möchten, zu der sie im Frühkapitalismus verurteilt war. Lohnraub und Fürsorgeabbau zerrütten die Kaufkraft des Volkes und schädigen alle Bevölkerungsschichten. Es bleibt aus der Erfahrung heraus also dabei: nur durch die Stärkung der Sozialdemokratie können die Interessen der Minderbemittelten in den Gemeinden erfolgreich vertreten, nur durch einen eindrucksvollen Sieg des Sozialismus kann auch in den Gemeinden der Reaktion ein Damm entgegengesetzt werden. Für die Sozialdemokratie ist auch Gemeindepolitik Machtkampf: mit ebensoviel Energie wie Umsicht geführter, erbitterter Kampf gegen die Mächte der Reaktion. Die Schreckensnacht in Neunkirchen Grauenhafte Tragödie- 57 Tote geborgen Neunkirchen, 12. Februar.(Eigener Drahibericht.) Im ganzen Saargebiel sind auf den öffentlichen Gebäuden, den Zechen und auf den Fördertürmen die Fahnen zum Zeichen der Trauer Halbmast gesetzt. Bis Sonntagabend sind 57 Tote geborgen worden. Die Befürchtung, daß die Zahl der Todesopfer weit über hundert betragen würde, hat sich erfreulicherweise nicht bestätigt. An Hand der Lohnlisten hat sich ergeben, daß unter den Trümmern der zerstörten Benzolfabrik sich nur noch zwei Arbeiter befinden, die wahrscheinlich völlig verbrannt sind. Unter den eingestürzten Häusern der Saarbrücker Straße dürften noch einige Tote liegen. Die Zahl der Leichtverletzten ist schwer festzustellen. Die in den zehn Krankenhäusern liegenden 160 Schwerverletzten hofft man sämtlich durchzubringen, bis auf einen Knaben, der einen schweren Schädelbruch erlitten hat. Die Aufräumungsarbeiten schreiten nur langsam vorwärts. Ein rissiges zweistöckiges Haus mußte umgelegt werden. Der Zug des Elends der Unglücklichen, die aus den zerstörten Häusern der Stadt Neunkirchen flüchten mußten, ist Dokument für eine Tragödie größten Ausmaßes. Hunderte der Unglücklichen sind in den umliegenden Wirtschaften untergebracht. Eine ganze Familie von Vater. Mutter und zwei Kindern wurde tot aufgefunden. Ebenso eine andere Familie von fünf Personen. Im Hüttenlazarett liegt eine tote Frau mit ihren zwei Kindern. Als man einen bettlägerigen Mann unter den eingestürzten Hauswänden der Saarbrücker Straße freilegte, wurde er zwar noch lebend geborgen— aber er war wahnsinnig geworden. Wie ein Werkmeister des Eisenwerkes berichtet, befand sich 15 Meter von dem Gasometer entfernt eine Benzolverladestelle mit Tankeinrichtung. Dort soll das Benzol in Brand geraten sein, das Feuer habe auf die Teerverdichtung am unteren Gasometer übergegriffen. Man habe dann schnell versucht, das Gas aus dem Behälter abzulassen. Dabei sei die große Explosion erfolgt. Im Augenblick wird dieser Darstellung jedoch noch widersprochen. Der Generaldirektor der Neunkirchener Eisenwerke erklärte, daß die Ursache des Unglücks noch nicht feststehe. Es sei nur erwiesen, daß eine Stichflamme den Gasometer, der mit allen modernen Sicherheitsmaßnahmen versehen und erst vor drei Monaten revidiert worden sei, von außen erfaßt habe. Der Betrieb des Werkes, das bis in den letzten Tagen 4½ tausend Arbeiter beschäftigt habe, werde aufrecht erhalten werden. Arbeiterentlassungen werde man vermeiden. Aus allen Teilen Europas laufen stündlich Beilendstelegramme in Neunkirchen ein. Die Not unter der Bevölkerung ist ungeheuer. Für die Opfer der Katastrophe sind auch schon eine Anzahl Spenden eingegangen. Neuer Nazimord in Dortmund Dortmund, 12. Februar. Die Polizei=Pressestelle berichtet: Sonntag mittag gegen 12.40 Uhr ereignete sich auf dem Asselner Hellweg in DortmundAsseln eine schwere Bluttat, wobei ein Menschenleben zu beklagen ist. Etwa 30 Nationalsozialisten kamen aus der Richtung Dortmund=Wickede und marschierten in Richtung Dortmund=Asseln. Sie befanden sich auf dem Wege nach DortmundAplerbeck. An der Ecke Asselner Hellweg und Donnerstraße standen etwa 6 bis 8 Kommunisten. Als der Zug der Nationalsozialisten diese Straßenecke passierte, wurden von beiden Seiten Rufe, wie„Heil Hitler!“ von der einen Seite und„Rot Front!“ von der anderen Seite laut. Es entstand ein Wortwechsel, der schließlich in eine Schlägerei ausartete. Im Verlaufe der Schlägerei wurde der 47jährige Bergmann Albert Banikau aus der Straße Am Hagedorn Nr. 38 in Dortmund=Asseln, der sich unter den Kommunisten besand, durch einen Messerstich in den Rücken getötet. Der Stich hat unterhalb des linken Schulterblattes seinen Eingang gefunden, so daß anzunehmen ist, daß es sich um einen Herzstich handelte, der augenblicklich tödlich wirkte. Die Mordkommission wurde sofort alarmiert und war bis in den spären Abendstunden noch mit den Vernehmungen beschäftigt. Wer den tödlichen Stich ausgeführt hat, konnte noch nicht festgestellt werden. Es ist aber wohl anzunehmen, daß der Täter unter den Nationalsozialisten zu suchen ist. Inzwischen ist festgestellt worden, daß zuerst von Seiten der Kommunisten mehrere Male„Rot Front!“ gerufen wurde, bevor die Nationalsozialisten mit„Heil Hitler!“ antworteten. Der Getötete hinterläßt eine Witwe und drei Kinder. gebäude des Volksblattes wurde beschädigt. Die Rotationsmaschine wurde unbrauchbar gemacht. Der Sachschaden ist noch nicht bekannt. Er wird durch Sachverständige festgestellt. Eiserne-Front-Umzug verboten aber SA. marichiert Sprengstoffattentat gegen SPD.-Druckerei Landsberg, 11. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Auf das Betriebsgebäude des Landsberger sozialdemokratischen Volksblattes wurde am Freitagabend ein Sprengstoffattentat verübt. Die Täter brachten vor dem Grundstück des benachbarten SA.= Lokals eine Sprengstoffladung zur Entzündung. Das VerlagsKöln, 11. Februar.(Eigener Bericht.) In Godesberg wurde der für gestern abend vorgesehene bereits polizeilich genehmigte Demonstrationszug der Eisernen Front plötzlich verboten, weil die Nazis eine Störung der Kundgebung angekündigt und zu diesem Zweck SA.=Leute aus der Umgebung zusammengezogen hatten. Ein für Sonntag angekündigter Umzug der SA. ist bisher nicht verboten worden. Als die Angehörigen der Eisernen Front sich in großen Gruppen zum Versammlungslokal begaben, wurden sie vor der Geschäftsstelle der Nazis überfallen. Ein Reichsbannermann wurde von einem Nazi durch einen Rückenstich schwer verletzt. Die Polizei ließ die Nazis, die dann in geschlossenen Zügen abmarschierten, gewähren, ging aber gegen die Anhänger der Eisernen Front mit dem Gummiknüppel Sozialdemokratie fordert 10 Millionen Im Ueberwachungsausschuß des Reichstages haben dessen sozialdemokratische Mitglieder anläßlich der Neunkirchener Katastrophe folgenden Dringlichkeitsantrag eingebracht: „Der Ausschuß wolle beschließen, die Reichsregierung aufzufordern, für die Hinterbliebenen der furchtbaren Explosionskatastrophe im deutschen Saarlande den Bekrag von 10 Millionen Reichsmark zur Verfügung zu stellen.“ Das Reich loll bis zum 15. Februar antworten Berlin, 11 Februar.(Drahtmeldung.) Wie das Nachrichtenbüro des B2Z. meldet, hat der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich auf die jüngste preußische Klage gegen die Reichsregierung und den Reichskommissar dem beklagten Reich die preußischen Schriftsätze zugestellt und der Reichsregierung und den Reichskommissaren eine Frist bis zum 15. Februar für die Beantwortung des preußischen Schriftsatzes gesetzt. 2 1 Wolkenkratzer unter der Erde Erdbeben- und bombenlichere Häuler— Japanilche Archifekten übertrumpfen Jules Verne* Das „Minenhaus“ mit künltlicher Sonne Das jüngste Erdbeben in Südwestdeutschland läßt die Frage nach dem erdbebensicheren Haus wieder aktuell werden. In diesem Zusammenhang ist es besonders interessant, an das kühne Projekt einiger hervorragender japanischer Architekten zu erinnern, dessen Verwirklichung epochale Neuerungen auf dem Gebiete des Bauwesens bringen würde. Wolkenkratzer unter der Erde? Klingt das nicht wie eine Phantasie von Jules Verne? Wer sollte auf die verrückte Idee kommen, die freie, gesunde Luft und das wohltätige Sonnenlicht zu verlassen und seine Behausung für immer in die Tiefen der Erde zu verlegen? Es müßten schon besonders gewichtige Ursachen sein, die einen Menschen mit gesunden fünf Sinnen dazu zwingen könnten, freiwillig ein solches Maulwurfsdasein zu wählen und die Monumentalwerke seiner Baukunst unter der Erdoberfläche zu errichten. Solche Ursachen gibt es auch wirklich und sie lassen sich in zwei Begriffe zusammenfassen: Erdbeben= und Kriegsgefahr! Was nützen einem die schönsten, luftigsten Bauten, wenn die Erde einmal bockt und sie wie Kartenhäuser zusammenstürzen läßt? Was nützen einem die teuersten Errungenschaften der modernen Bautechnik, wenn eine einzige Fliegerbombe genügt, um ein Meisterwerk der Architektur in einen Haufen von Trümmern zu verwandeln? Im Zeitalter der Abrüstungskonferenzen kann man in dieser Beziehung nicht vorsichtig genug sein... Es waren japanische Baukünstler und Ingenieure, in deren Köpfen vor einigen Jahren ganz besondere Projekte entstanden sind. Japan gehört bekanntlich zu jenen Ländern, die von Erdbebenkatastrophen am schwersten heimgesucht wurden. Noch erinnert man sich mit Grauen des gewaltigen Erdbebens vom Jahre 1923, bei dem in Tokio und Umgebung allein rund 200 000 Menschen ums Leben gekommen sind und Milliardenwette vernichtet wurden. Selbst die modernsten und scheinbar am sichersten gebauten Häuser konnten der Gewalt der Erdstöße nicht widerstehen und wurden teils vernichtet, teils schwer beschädigt. Seither will die Debatte um die Frage des erdbebensicheren Hauses nicht verstummen. Während eine Anzahl von Technikern erklärt, daß das Stahlgerippe der neuen amerikanischen Wolkenkratzer=Konstruktionen auch gegen die Erdbebengefahr einen ausreichenden Schutz biete, erklären die anderen, daß auch diese Bauart einem so starken Erdbeben wie es im Jahre 1923 zu verzeichnen war, nicht standhalten würde. Nun haben einige bekannte Fachleute auf dem Geliete des Bauwesens als idealste Lösung einen Wolkenkratzer vorgeschlagen, der sich nicht in die Höhe, sondern in umgekehrter Richtung, in das Erdinnere„erheben“ würde. Hundert bis zweihundert Meter tief würde sich ein solcher Bau in das Erdinere erstrecken, so daß Erdkratzer eigentlich die richtige Bennung für ein solches Wohnbau=Ungetüm wäre. Seiner Form nach gleicht ein solcher Bau einer riesigen, in die Erde eingelassenen, zylinderförmigen Mine, die genau wie ein oberirdischer Bau in Stockwerke und Zimmerfluchten abgeteilt ist und für die naturgemäß die vollkommensten technischen Einrichtungen vorgesehen sind. Nur das oberste Stockwerk soll oberhalb der Erde liegen; es hat die Form einer riesigen flachen Kuppel und enthält Geschäftsräume, Ausstellungs hallen usw., während die Wohnräume unterhalb gelegen sind. Natürlich muß in einem solchen Tiefbau besondere Sorgfalt auf Beleuchtung und Ventilation gelegt werden. Zu diesem Zweck soll auf dem Dach des oberhalb der Erde gelegenen Stockwerks ein riesiger beweglicher Hohlspiegel errichtet werden, der automatisch dem Lauf der Sonne folgt und das Sonnenlicht in das Innere des Lichtschachtes wirft, der sich bis zur Sohle des Erdkratzers erstreckt. Dieses natürliche Licht soll dann mit Hilfe eines raffinierten Systems von Spiegeln und Prismen in die einzelnen Räume geleitet werden. Ventilationsschächte, Ventilatoren, Expreßaufzüge usw. verstehen sich bei einem solchen Bau von selbst. Die japanischen Sachverständigen versichern, daß diese Bauart einen unbedingt sicheren Schutz gegen Erdbeben bedeuten würde. Ihre Pläne sind vorläufig erst nur noch auf dem Papier vorhanden. Aber schon interessieren sich kapitalskräftige Kreise für das„Erdkratzer"=Projekt und wenn man den Nachrichten glauben darf, so wird ihre Verwirklichung nicht mehr lange auf sich warten lassen. Amtlich geprüfte Waschestönit Hemdenfuche, Damaste, Haustuche, Halbleinen, Handtücher, Tischwäsche Uffentliche Warenprüfungs- Amter bescheinigen die Güte und Haltbarkeit unserer Qualitäten nach durchschnittlich 30 Waschproben Die Atteste liegen in unserm Geschäft zur Einsicht aus W 2 1 S 12 Weltrekord in Sturm und Nebel Die fapferen Sieger von der Waltilch-Bay— 8590 Kilometer in 57,5 Stunden-— England jubelt über die Glanzleiltung leiner Militärflieger London. Nach einer Flugzeit von genau 57 Stunden 25 Minuten sind die britischen Militärflieger Geschwadenführer Gayford und Fliegerleutnant Nicholetts in der Walfisch=Bay in Südwest=Afrika gelandet. Sie haben mit diesem Flug, der sie von Cranwell (Lincolnshire) über eine Distanz von 8590 Kilometer führte, einen neuen Weltrekord im Non=Stop=Flug aufgestellt und die alte Höchstleistung der Amerikaner Boardman und Polando, erzielt auf einem Flug von Neuyork nach Konstantinopel, um 529 Kilometer geschlagen. Diese Glanzleistung hat begreiflicherweise in ganz England den größten Jubel ausgelöst. Die ursprüngliche Absicht der kühnen Flieger war es gewesen, im Non=Stop=Flug bis nach Kapstadt zu fliegen und damit die Welthöchstleistung auf über 9900 Kilometer zu schrauben. Daß dies Vorhaben nicht gelang, bedeutet einen Wermutstropfen in den Freudenbecher der Engländer. Aber der Erfolg wird dadurch nicht beeinträchtigt. Man muß sogar die Besonnenheit anerkennen, mit der sich die beiden Flieger zur„vorzeitigen“ Landung entschlossen und auf ein leichtsinniges Vabanquespiel verzichteten. Tatsächlich waren die Schwierigkeiten, die ihnen über Nigeria und Kamerun entgegentraten, derartig, daß es ihnen niemand hätte verübeln können, wenn sie dort schon die Weiterreise eingestellt hätten. In der Geschichte der Fliegerei wird für immer der NonStop=Flug Cranwell—Walfisch=Bay als eine der kühnsten und bedeutendsten Leistungen verzeichnet bleiben. Neidlos müssen auch die anderen Nationen den Stolz und die Freude der Briten über ihren neuen Weltrekord als berechtigt anerkennen. Hilfe eines mitgeführten sogenannten Blindflug=Roboters verloren die Flieger auf dieser schwierigen Strecke nicht eine einzige Minute. Am zweiten Vormittag wurde Nigeria erreicht. Bei Nacht über die Sahara Im Gegensatz zu manchen anderen Flugunternehmen war dieser Angriff auf den Weltrekord im Non=Stop=Flug kein rein sportliches Ereignis. Es war unter der Oberleitung des englischen Luftfahrtministeriums auf das sorgfältigste vorbereitet worden und sollte für die englische und die Weltöffentlichkeit eine Demonstration für die Leistungsfähigkeit der britischen Kriegsfliegerei sein. Dementsprechend war auch der Nachrichtendienst organisiert, und die Londoner Presse berichtete in kurzen Abständen ausführlich über alle einlaufenden Standorts= meldungen. Es versteht sich von selbst, daß auch der Rundsunk bei dieser Propaganda für die englische Kriegsfliegerei eine bedeutsame Rolle spielte.— 3½ Tonnen Brennstoff hatte der Apparat— ein FaireyNapier=Eindecker— an Bord, die für etwa 60 Stunden Flugdauer ausreichten. Entscheidend für den Erfolg des Fluges mußte es in erster Linie sein, ob es den Fliegern gelingen würde, in den zwei Nächten ohne Zeitverlust vorwärtszukommen. Man war allgemein der Ansicht, daß die erste Nacht, über der Sahara, die größeren Schwierigkeiten bringen würde. In Wirklichkeit war es dann gerade umgekehrt. Programmaßig raste das Flugzeug, das morgens um 7.12 Uhr in Lincolnshire gestartet war, über Paris, Avignon und das Mittelmeer und erreichte bei Einbruch der Dunkelheit den Nordrand der Sahara bei Gabes. In schnurgerader Fahrt ging es dann weiter über der unendlichen Sandmüste dahin. Dank günstiger Witterung und mit Minute. Die Krile am Kamerunberg Um 2 Uhr traf das Flugzeug bei Duketown an der atlantischen Küste ein. In London atmete man auf. Die größten Schwierigkeiten schienen überwunden, die weitere Flugstrecke verhältnismäßig einfach und das ferne Endziel, Kapstadt, bereits in greifbarer Nähe... Aber gerade an diesem Punkt traten den Fliegexn Hindernisse in den Weg, deren sie zwar— das muß man als ihre größte Leistung anerkennen— Herr wurden, die ihnen aber einen verlust von zirka zwei Stunden eintrugen und den hundertprozentigen Erfolg des Unternehmens unmöglich machten. Es ist bezeichnend, daß man in London schon um 3 Uhr nachmittags die erste Meldung von der Erreichung des Atlantischen Ozeans erhielt, daß es aber nicht weniger als zwölf Stunden dauerte, ehe man einwandfrei wußte, an welcher Stelle das Flugzeug die Küste erreicht hatte. Jede Hoffnung, daß Kapstadt noch erreicht werden würde, mußte begraben werden, als man erfuhr, daß die Flieger am dritten Tage morgens 8 Uhr über Porto Alexandre gesichtet wurden. Sie konnten nur noch für etwa 11 Stunden Treibstoff besitzen und in dieser Zeit unmöglich noch die 1300 Meilen bis Kapstadt bewältigen. Was war zwischen Duketown und Porto Alexandre geschehen? Wodurch war in der Nähe des Kamerunberges das vorwärtsstrebende Flugzeug aufgehalten worden? Es war ein dramatischer Kampf mit Nebel, Dunst und Sturm, den die Flieger hier zu bestehen hatten. Der Blindflug-Roboter Itreikt Als die Flieger nach den schweren Anforderungen der Sahara=Ueberquerung hoffen durften, im Bereich des Ozeans nunmehr mit der Navigation keine besonderen Schwierigkeiten mehr zu haben, gerieten sie schon in den Bergen Nigerias in eine Schlechtwetterzone. Dichter Nebel und Regenfälle zwangen sie, die Geschwindigkeit herabzusetzen. Immerhin ging zunächst noch alles glatt. Doch am Kamerunberg fanden sie einen echten Harmattan Haze vor, ein mörderisches Nebeldickicht, das sie nur zu nachdrücklich an ihre Londoner Heimat erinnerte. Zu allem Unglück streikte in diesem kritischen Augenblick auch noch der Blindflug=Roboter. Kleinste Staubteilchen waren in den empfindlichen Mechanismus eingedrungen und setzten ihn außer Tätigkeit. Die Folge hiervon war, daß Gayford und Nicholetts nicht ungefährdet das 4000 Meter hohe Massiv des Kamerunberges überqueren konnten. Insgesamt verloren sie durch langsames Fliegen und Umwege über zwei Stunden. Während der ganzen zweiten Nacht blieb das Wetter schlecht. Da der Blindflug=Roboter weiter unbrauchbar blieb und die Küste des portugiesischen Angola die Orientierung auch nicht gerade leicht machte, traten weitere Zeitverluste ein, wobei auch heftige Gegenwinde das ihrige taten. „Ja, ja; wir freuen uns—: wir möchten Schlafen!“ Das Flugzeug hatte Walfisch Bay bereits passiert und die Lüderitzbucht erreicht, als sich— es war am Nachmittag des Tänzen Sie uns Ihre hlage vor!“ Valeska Gert tanzt vor dem Hohen Gerichtshof Wien. Ein Wiener Gerichtssenat wird in den nächsten Tagen das seltene Vergnügen haben, als künstlerische Jury zu fungieren und aus eigener Wahrnehmung zu entscheiden, ob die Tänzerin Valeska Gert dem Wiener Publikum mit Recht mißfallen hat oder nicht. Das Können der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Künstlerin, die mit ihren Parodien. Tanzgrotesken und Chansons so oft ihr heimatliches Publikum zu Beifallsstürmen hingerissen hat, steht ja außer Frage. Aber der Geschmack des Publikums ist eben verschieden, und was in Berlin einschlägt, braucht den Wienern noch lange nicht zu gefallen. Möglicherweise hat Valeska Gert im Vertrauen auf ihre bisherigen Erfolge diese Erwägung außer acht gelassen, als sie einem Ruf nach Wien folgte. Der Direktor des Kabaretts„Ringelspiel“ gab sich alle Mühe, Valeska Gert nach Wien zu bekommen, da er sich von ihrem Auftreten einen neuen Zustrom des Publikums versprach. Er engagierte die Künstlerin für eine Monatsgage von 2500 Schilling nebst freier erstklassiger Pension und allen Begünstigungen, die man einem richtigen Star einzuräumen pflegt. Mit Spannung wurde dem ersten Auftreten der berühmten Tänzerin in Wien entgegengesehen. Was dann kam, war eine aufgelegte Pleite. Valeska Gert tanzte und sang— aber keine Hand rührte sich im Zuschauerraum. Das Publikum nahm ihre Darbietungen mit eisigem Schweigen auf. Und der Direktor raufte sich die Haare. Das Nachspiel folgte auf dem Fuße. Frau Gert erhielt von der Direktion die bündige Verständigung, daß man sich gezwungen sehe, auf ihre fernere Mitwirkung zu verzichten. Auch auf die Auszahlung der Gage wurde seitens der Direktion verzichtet. Damit war nun Valeska Gert nicht einverstanden und sie verklagte das Kabarett beim Gewerbegericht. Hier wurde nun lang und breit darüber debattiert, ob man Frau Gert für den Mißerfolg ihres Auftretens verantwortlich machen könne. Der beklagte Direktor meinte, er habe vor den künstlerischen Qualitäten der Klägerin alle Achtung, aber ihr Programm sei für Wien so unglücklich gewesen, daß es von vornherein zum Durchfall verurteilt war. Frau Gert habe ihre Nummern in einem so unverfälschten Berlinerisch vorgetragen, daß die guten Wiener völlig verdattert dasaßen und kein Wort von dem Gesprochenen verstehen konnten. So sei es auch kein Wunder, daß der Erfolg völlig ausblieb. Wenn das Gericht diese Darstellung etwa für übertrieben halten sollte, so möge es sich einmal durch persönlichen Augenschein überzeugen. Das Gericht ließ sich das nicht zweimal sagen und beschloß, an einem der nächsten Tage ins„Ringspiel“ zu pilgern, um sich dort von Frau Valeska Gert ihre Klagegründe vortanzen zu lassen. Bezugspreise: erscheint täglich der Sonn= und bend monatl. 2. Einzelnumn Anzeigenpreise auswärts 8 Pf markt und priv Reklameteil 40 wird Rabatt g Beitreibung in schluß für Inse S. Nr. 38 Wa dritten Flugtages— Gayford ontschloß, umzukehren und in Walfisch=Bay zu landen. Kapstadt zu erreichen, war unmöglich geworden, und die Bedingungen zu einer Landung in der Lüderitz=Bucht schienen ihm zu ungünstig. Die in Walfisch=Bay wohnenden Europäer bereiteten den kühnen Fliegern einen begeisterten Empfang. Doch diese waren zu erschöpft, um noch auf die vielen Fragen, mit denen sie bestürmt wurden, antworten zu können. Sie gaben noch eine kurze Meldung nach London. Dann begaben sie sich in ein Hotel. Sie vertrösteten die Neugierigen auf später:„Ja, ja; natürlich freuen wir uns auch; aber wir möchten erst einmal ordentlich ausschlafen!“ Und während sich die beiden Flieger in tiefem Schlaf von ihren Strapazen erholen, gehen von London Hunderte und Tausende von Glückwunschtelegrammen ab, vor allen anderen das des Königs. Neuer Lindbergh-Anschlag! Der amerikanische Ozeanflieger Charles Lindbergh, dessen Sohn im vergangenen Frühjahr auf grauenvolle Weise ermordet wurde, ist kürzlich in mehreren Drohbriefen aufgefordert worden, sosort ein Lösegeld von 50000 Dollars zu zahlen, falls er nicht wolle, daß auch sein zweites jetzt ½ Jahr altes Kind entführt werde. Oberst Lindbergh übergab die Drohbriefe der Polizei. Es gelang, die Erpresser nach erfolgreich durchgeführten Scheinverhandlungen zu verhaften; es sind zwei junge Landwirte, von denen der erste erst 19 Jahre alt ist. Die Täter sind geständig. Witten Es wird darauf hingewiesen, daß Plakate und Aufschriften nicht unbesugterweise an Häusern, Zäunen und dergl. angebracht werden dürfen. Personen, die diesem Verbot zuwider handeln, werden streng bestraft und können zum Ersatz des meistens recht erheblichen Schadens(z. B Kosten des Neuanstrichs der Häuser) herangezogen werden. Die Plakate und Aufschriften werden von städtischen Arbeitern unverzüglich entfernt. Witlen, den 11. Februar 1933. Der Magistrat. Acbeiterwohllahrt Arbeiter=Wohlfahrt Heven. Dienstag, den 14. Febr., nachmittag: 4 Uhr: Zusammenkunft bei Genossin Münter. keichsbannei Ortsgruppe Bommern. Unser Pflichtabend findet nicht am Dienstag, sondern Donnerstag, den 16. Febr., abends 7 Uhr in der Lesehal'e statt. Restloses Erscheinen der Kameraden ist unbedingt erforderlich. Ist bei Ihnen gepfändet Sind Sie verklagt Befinden Sie sich in Zahlungsschwierigkeiten Es hilft: Rat un d Tat Witten Winkeistralle 2 Feinste MolkereiButter im Paket 1.25 lose 1.18 Molberei Kraus Wilten, Wiedeystr. Der Reichs deutschen Volk erwarteten, da das Programn den wieder en ihn versteht— war keine Nei gesprochen. Aber— de auch enttäuscht kreten„Rettun eine Neuig Versprechen: „Wir wolle Wir können kanzler Hitl ob's mit der P noch sind fal nicht widerrn tor Hitler Der Part „Mein Kampf“ aus. Auf Seit Rezept: Die Au ein Abwä das ausschlie tretenden. Wahrheit zu erfors zu dienen. Richtig sei, de „selbst wen! entspricht. Der Part kriegsregierung elende Stümpe „Daß dr von Prop mel als umgekehr wußte nur d besaß dat Daß der P daß man diese müsse, davon z er z. B. den baren= und tig war. Wenn ma darf—„Wit deln"—, dar *Bergleich #anderen Hi Außerdem Hitler seiner len, sich der P zu schwindeln? 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