8— WRYENEN Bezugspreise: Die„Wittener Volkswacht“ erscheint täglich vormittags mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet freibleibend monatl. 2.15 RM.(im voraus zahlbar) Einzelnummer kostet 10 Pfennig. Anzeigenpreise: 1 mm Höhe 1 spaltig 7 Pfg., auswärts 8 Pfg., Arbeits= und Wohnungsmarkt und private Familienanzeigen 3 Pfg., Reklameteil 40 Pfg. Bei Wiederholung wird Rabatt gewährt, der bei gerichtlicher Beitreibung in Wegfall kommt. Annahmeschluß für Inserate nachmittags um 4 Uhr — 4. Jahrgang ORGAN DER WERKTÄTIGEN BEVGLKERUNG FUR“ Mittellungsblatt der freien Gewerkschaften und der Arbel Geschäftestelle: Witten, Johannisstraße 87, Pernepre##9627 Oesentwentlich für der Anzeiganteil: Heinz Malther, Bochum. Druck und Verlag: C. Graf& Co., PKREIS WITTEN und Kultur-Vereine Nr. 230 Freitag, den 30. September 14 Port Mm Gem-Rastansswamon! Die Sozialistische Arbeiter-Internationale mahnt zur Vernunft Der Kampf um die Macht Zürich, 29. September.(Drahtmeldung.) Das Erweiterte Büro der sozialistischen Arbeiter=Internationale einigte sich über die Gesichtspunkte, nach denen ein internationales Vorgehen gegen die Aufrüstung und für eine allgemeine die allgemeinen Kontrollregeln unterworfen sein soll, fortgesetzt werden wird. Der Internationale Gewerkschaftsbund soll bei diesem Vorgehen seinen Einfluß ebenfalls in die Wagschale werfen. Ferner beschloß das Büro, der Exekutive die Einberufung einer internationalen sozialistischen Konferenz in Aussicht zu nehmen, die die Frage Kampf der Arbeiterklasse um die Macht unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen behandeln soll. engrana Manni zur Verstandigung Mit einer deutsch= kranzösischen Verständigung würden 75 Trozent der Uncuhen in der Welt aufkören Herriet nimmt das Wort Genf. 29. Sept.(Drahtmeldung.) Zu Beginn der heutigen Sitzung der Völkerbundsversammlung hielt Herriot die angekündigte Rede, die von einem zahlreichen Publikum angehört wurde. Zur Abrüstungsfrage erklärte er, er habe nicht die Absicht, Worte zu gebrauchen, die die Stimmung der Versammlung trüben könnten. Wir sind nicht hier, so erklärte er, um festzustellen, was uns trennt, sondern was uns vereint. Es ist im allgemeinen sicher richtig, seine Meinung ehrlich zu sagen, anstatt sie zu verheimlichen. Man macht aber die Schwierigkeiten noch schimmer, wenn man zu viel von ihnen spricht. Die Schwierigkeiten sind so groß, daß wir mit größter Gewissenhaftigkeit darüber nachdenken müssen, denn, wenn wir Fehler machen, so gefährden wir aufs schwerste das Schicksal der Menschen, die auf uns bauen. Welcher Art auch die Komplikationen sein mögen— Frankreich hat den festen Willen, im Interesse der Abrüstungskonferenz und der allgemeinen Beruhigung mutig an diese Schwierigkeiten heranzugehen. Er könne nicht zugeben, fuhr Herriot fort, daß die Arbeiten der Abrüstungskonferenz im Juni und Juli ohne reale Bedeutung gewesen wären. Es seien die ersten Ergebnisse der Konferenz. Man sei jetzt auf dem Gebiete der Ideologie auf den Boden der Tatsachen gestiegen. Und hier liege eine der Ursachen für die Krise, in der sich der ganze Völkerbund befinve. Wenn man frage, welches die Doktrin Frankreichs sei, so antworte er: Der Völkerbundspakt, und zwar der ganze Völkerbund. Herriot schilderte dann weiter die Tätigkeit des Völkerbundes im vergangenen Jahr auf dem Gebiete der Friedenssicherung und erklärte, der Völkerbund hätte zwei Aufgaben, nämlich die Verminderung, wenn nicht gar die Unterdrückung der alten Geheimdiplomatie, die so viele Kriege hervorgerufen habe und die Beendigung des klassischen Systems der Gruppierungen der großen Mächte nach den Gesichtspunkten des Gleichgewichts. Der Völkerbund habe noch nicht den Krieg beseitigen können, aber die Gewaltanwendung sei vermindert worden. Herriot schloß mit einer Erinnerung an Briand. Die Rede wurde von der Völkerbundsversammlung mit Beifall aufgenommen. Lord Cecil spricht Genf. 29. Sept. Nach dem französischen Ministerpräsidenten ergriff der englische Delegierte Lord Robert Cecil das Wort. Lord Cecil sprach erneut sein Bekenntnis zum Prinzip des Völkerbundes aus. Die Kritiker des Völkerbundes hätten Unrecht, wenn sie sagten, daß der Völkerbund nichts tue. Die Schuld daran liege allerdings an seinen Mitgliedern. Der englische Delegierte kam sodann auf die deutsch=französischen Beziehungen zu sprechen, die endlich geklärt werden müßten. Mit einer Einigung zwischen Deutschland und Frankreich würden 75 Prozent der Unruhen in der Welt aufhören. Ohne kritisieren oder sich in die Politik dieser beiden Länder einmischen zu wollen, müsse er sagen, daß, wenn jedes dieser beiden Länder sich mehr an den Völkerbundspakt hielte, ihre Meinungsverschiedenheiten automatisch zu Ende wären. Lord Cecil schloß mit einem ernsten Appell an die Völker, sich ihrer Verantwortung für das Gelingen oder Scheitern der Abrüstungskonferenz voll bewußt zu sein. Als dritter Redner in der heutigen Sitzung der Völkerbundsversammlung sprach der italienische Unterstaatssekretär Aloisi, der erneut den Willen der italienischen Regierung zu einer aktiven Mitarbeit für Behebung der bestehenden Schwierigkeiten bekundete. Die Sitzung wurde sodann auf morgen vormittag 10.30 Uhr vertagt. Eilenrach Mirhause Karzburg Eine Scheidungskomödie in ungezählten Fortsetzungen Die einstmaligen Brüder von Harzburg raufen sich, daß die haare fliegen. Auf Goebbels Parteibefehl, der mit Androhung von Boykottmaßnahmen gegen die bürgerlich=nationalen Zeitungen drohte, hat nun Herr Hugenberg eine einstweilige Verfügung auf Grund des unlauteren Wettbewerbes erwirkt.„Goebbeles“ wird bei Androhung einer Geldstrafe von 300000 Mark und von 6 Monaten Haft untersagt, Erklärungen zu veröffentlichen, welche einen Boykott ähnlichen Charakters gegen Hugenberg trage. Fürwahr, unter der nun gelüfteten Harzburger Käseglocke dringen liebliche Düfte hervor... Nazi-Pleite wird beifätigt Weimar, 29. September.(Eig. Drahtber.) In einer nationalsozialistischen Versammlung in Rudolstadt bestätigte der gerade aus München zurückgekehrte nationalsozialistische Abgeordnete des Thüringer Landtags Peuckert, daß die RSDAP. vor der finanziellen Pleite steht. Peuckert erklärte nach dem Bericht der rechtsstehenden„Rudolstadter Zeitung“ zunächst, es stehe heute ziemlich einwandfrei jest“, daß Hindenburg erklärt habe, er denke gar nicht daran, solange er lebe,„diesen Anstreichergesellen aus München" zum Reichskanzler zu berufen. Peuckert schilderte dann die Vorgänge vom 13. August, als Hitler von Hindenburg unter ganz unwürdigen Umständen empfangen und ebenfalls unwürdig behandelt worden sei. Abschließend erklärte er: Die Parteikassen der Ortsgruppen seien leer. Die Kapitalisten zahlten nichts mehr und die SA. ginge teilweise mit leerem Magen in den neuen Wahlkampf. Dresden in offener Rebellion In Dresden wurde ein Sturmbannführer der SA. wegen angeblicher Gehorsamsverweigerung seines Amtes enthoben. Die ihm unterstellte SA. stellte sich auf seine Seite und begann zu meutern. Die SA.=Führung drohte daraufhin mit der Entziehung aller Vergünstigungen und erklärte der meuternden SA.: „Wenn ihr nicht sofort ruhig seid, hole ich die SS. und lasse euch niedertnühpein. SS. gegen SA.— das ist der Beginn des Kampfes aller gegen alle im Hitler=Lager. Der Dresdener Fall ist nicht der einzige, und das ist der beste Beweis dafür, daß der Kampf aller gegen alle über den Anfang bereits hinausgediehen ist. Der Beschluß der sozialistischen Internationale kommt zur rechten Zeit. Während in Genf die Vertreter der Staaten beisammen sind, um über die internationale Zusammenarbeit zu beraten, sitzen die Minister des Papen=Kabinetts in Berlin am grünen Tisch, um sich von Herrn von Neurath, der seit jeher ein Gegner des Völkerbundes ist, über seine Eindrücke in Genf informieren zu lassen. Es gibt ein Wort, das den Weltmächten immer wieder zum Verhängnis geworden ist, und dieses Wort heißt Prestige! Wer es anwendet, braucht weder mittelmäßig begabt noch als Diplomat verwendungsfähig zu sein. Er braucht nur über jenen gewissen Dickkopf zu verfügen, der in der Regel schon einen Säugling auszeichnet. Wir sind weit entfernt davon, Herrn Herriot und Herrn von Neurath in diese Kategorie unserer jüngsten Zeitgenossen einzureihen, aber wenn neulich ein Berliner Sensationsblatt die beiden nebeneinander auf eine Schulbank setzte und den einen mit störrischem Gesichtsausdruck nach links und den anderen nach rechts sehen ließ, so war das eine der besten Satiren, die in den letzten Wochen gezeichnet worden sind. Da weist Donnerstag früh selbst die„Bergwerkszeitung“ darauf hin, daß die Arbeitslosigkeit in der Welt in den letzten Monaten nicht mehr zugenommen habe, da rechnen Volkswirtschaftler heraus, daß die Wirtschaftskurve nach aufwärts zeigt und da wissen in dieser wirtschaftlich und politisch so hochbedeutsamen Zeit der deutsche und der französische Außenminister nichts wichtigeres zu tun, als sich gegenseitig den Rücken zuzuwenden. Hat es Sinn, hier die Schuldfrage aufzuwersen? Wohl kaum. Sicher ist die Schuld nach beiden Seiten hin ziemlich gleich verteilt. Aber daß es ein diplomatisches Meisterstück der deutschen Reichsregierung der„nationalen Konzentration“ ist, gerade in diesen Wochen die Nationalsozialisten aus Gründen der Wahlstrategie an Nationalismus zu übertreffen; wird wohl trotz seiner nicht gerade überragenden diplomatischen Bedeutung auch Herr von Papen nicht behaupten. Von Schleichers Rede zu den Zeitungskorrespondenten bei den ostpreußischen Manövern mit der Androhung der bewaffneten Abwehr gegen Polen bis zum Reichswehrmemorandum war doch so ungefähr alles geeignet, neues Mißtrauen in Frankreich hervorzurufen! Ein von den Nationalsozialisten in den Sattel gesetztes deutschnationales Kabinett, das sich aus dem hohen Adel zusammensetzt, erregt an sich schon in Frankreich Mißtrauen und es braucht dann auch nur zum zehnten Teil soviel zwecklos mit dem Säbel zu rasseln, wie das jetzt geschieht, um jede erfolgreiche Zusammenarbeit von Deutschland und Frankreich zu gefährden. Wir sagen zwecklos mit dem Säbel rasseln, weil der gebildete Franzose die Reden deutscher Nationalisten und Militaristen im Grunde gar nicht ernst nehmen kann, weil er weiß, daß auch nicht ein Jota militärischer Macht hinter ihnen steht. Die Pariser Boulevard=Presse aber schreit, und die amtlichen Würdenträger der französischen Republik sind dann schließlich gezwungen, auf deutsche Prestigepolitik mit französtscher Prestigepolitik zu antworten, und da entsteht dann ganz von selbst die erbauliche Situation, die jetzt entstanden ist. Herr Herriot erhebt während einer politischen Sonntagsrede drohend den Finger und sagt:„Ihr Deutschen lernt den Kindern das Töten“, und Herr von Papen bestreitet, daß die„körperliche Ertüchtigung“ der deutschen Jugend, die jetzt ausgerechnet unter Leitung eines Generals vor sich gehen soll, etwas mit Militarismus zu tun hat. Schöne Worte auf beiden Seiten, die, auch wenn das Gegenteil nicht bewiesen werden kann, kein Mensch glaubt, denn weder in Frankreich noch in Deutschland nehmen sich kapitalistische und militaristische Kreise aus humanitären Erwägungen heraus der körperlichen Schulung der heranwachsenden Jugend an. Kapitalismus, Imperialismus und Militarismus gehören zusammen. Der Kapitalismus greift zum Imperialismus, um sich unter Anwendung von Gewalt an der Macht zu halten. Der Militarismus ist ihm außenpolitisch und innenpolitisch Hilfsmittel zur Aufrechterhaltung seiner Macht, und alles, was er in dieser entscheidenden Zeitepoche tut, ist Machtpolitik! So sind auch die kapitalistischen Staaten im Grunde imperialistisch und militaristisch, und so ist schon aus diesem Grunde allein die sozialistische Arbeiter=Internationale berufen, den Kampf für die allgemeine Abrüstung zu führen, weil sie den Kampf der Arbeiter um die Eroberung der politischen und wirtschaftlichen Macht führt!. K. 5. Nändlunger der-Neuntiol Unehrliches Spiel der Kommunisten im Haushaltsausschuß Berlin, 29. September.(Drahtmeld.) Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages nahm am Donnerstag einen nationalsozialistischen Antrag an, der das Staatsministerium ersucht, das Demonstrations= und Versammlungverbot zu Versammlungen unter freiem Himmel mit sofortiger Wirkung aufzuheben; für den Antrag stimmten außer den Antragstellern die Sozialdemokraten und die Kommunisten. Ein weiterer Antrag fand dahin Annahme, daß die zuständigen Stellen angewiesen werden sollen, von der Pfändung der Erntevorräte für rückständige Gemeinde= und Staatssteuern stets abzusehen, wenn durch Vornahme der Pfändung die ordnungsmäßige Weiterbewirtschaftung des Gutes gefährdet wird. Zugestimmt wurde ferner einem Antrage auf Vorlegung eines Reichsgesetzentwurfes, wonach das im Betriebsrätegesetz festgelegte Kündigungseinspruchsrecht auch bei Betriebseinschränkungen und =stillegungen nur dann in Wegfall kommen darf, wenn die Entlassung durch eine wegen nachgewiesener dauernder Verlustwirtschaft des Betriebes notwendige gänzliche Stillegung erforderlich wird. Das gleiche soll für den Schutz der Mitglieder von Betriebsvertretungen gelten. Der sozialdemokratische Antrag, der sich gegen die Personalpolitik der preußischen kommissarischen Regierung richtet und verlangt, daß der Reichskommissar aufgefordert werde, die aus den Aemtern entfernten zur Disposition gestellten oder beurlaubten Beamten sofort wieder in ihr früheres Amt einzusetzen, wurde gegen Sozialdemokraten und Zentrum bei. Stimmenthaltung der Kommunisten abgelehnt. Gegen Kommunisten angenommen wurde dafür ein Antrag, von Beförderungen und Neueinberufungen, die dem Ziele der Verkleinerung der Verwaltung im Wege stehen, abzusehen. Die Stimmenthaltung der Kommunisten bei dem sozialdemokratischen Antrag beweist mal wieder das scheinheilig revolutionäre Getue der Brüder von links, die sich damit einmal mehr als Handlanger der faschistischen Reaktion offenbarten. Erst„Streik wegen Absetzung Brauns und Severings“ und dann dies Schaukelspiel. Fürwahr, das wird jedem deutschen Arbeiter die Augen öffnen! Arnnh.: S Holland wehrt sich Amsterdam, 29. Sept.(Drahtbericht.) Die holländische Gemüsebauern=Vereinigung steht im Begriff gegen die handelspolitischen Maßnahmen eine umfassende Aktion einzuleiten. In einem Aufruf der Vereinigung heißt es, daß nunmehr in Holland keine Schaufel deutscher Kohle mehr verwendet werden dürfe. Wenn Deutschland seine Taktik nicht ändere, werde die ganze niederländische Landwirtschaft und der Gartenbau den Kampf gegen die deutschen Industrieerzeugnisse aufnehmen. Die holländischen Grenzen müßten für deutschen Kunstdünger, für landwirtschaftliche und Gartenbau=Waschinen, für Kessel und Röhren, für Textilwaren und Haushaltsarti. aus Deutschland gesperrt werden. Geschäftsleute, die sorche Waren verkauften, müßten gemieden werden. Irische Verstimmung Der Grafschaftsrat von Limerick hat beschlossen, deutschen Firmen keine Aufträge auf Kohlenlieferung zu statt dessen Kohle in Lancashire zu kaufen. Mr. bemerkte u. a., daß Deutschland sich recht undankbar hätte. Erst hätte es durch die umfangreichen Arbeiten am Shannon viel Geld verdient und dann den Iren dieses Entgegenkommen damit quittiert, daß es die irische Butter mit einem Sonderzoll belegte. Belgien schränkt die Filzeinfuhr ein Brüssel; 29. Sept.(Drahtmeldung.) Durch einen am 29. September veröffentlichten königlichen Beschluß ist die Einfuhr von wollenen und wollgemischten Filzen mit Wirkung vom gleichen Tage einer Genehmigungsfrist unterworfen worden. Die Einfuhrbewilligungen werden vom Arbeits= und Industrieminister ausgestellt. Die Maßnahme wird damit begründet, daß die Einfuhr von Filzen in den letzten Jahren außerordentlich zugenommen habe und im Jahre 1931 das vierfache des Vorjahres betrug. Wirkung des Heringszolls Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Regierung von Papen zeigen bereits ihre wirtschaftsfeindlichen Wirkungen. Eine Kölner Firma, die hochwertige Textilerzeugnisse ausführt, schreibt der„Kölnischen Zeitung": „Unser Prokurist ist augenblicklich in Norwegen und hat dort in den ersten Tagen sehr gut verkaufen können. Er telephoniert uns soeben aus Oslo, daß von dem Augenblick an, an welchen am 21. d. M. die Maßnahme der deutschen Regierung betreffs Se„... empfangen wurde und die Kunden, die bereits bestellt hatten, ihn kommen ließen, um die Aufträge möglichst zu annullieren. Es ist unerhört, wie durch einseitige Begünstigung gewisser Interessen die deutsche Ausfuhr von Fertigwaren, die mühsam genug und unter Aufwendung großer Reklamekosten wieder hat aufgebaut werden können, dauernd gestört wird, und es ist ein vollkommener Widerspruch, wenn eine Regierung gleichzeitig die Wirtschaft beleben will und auf der andern Seite alles tut, um sie zu zerstören.“ Das Reichskabinett billigt die Haltung des Reichsaußenminilters Berlin, 29. Sept.(Drahtmeldung.) Das Reichskabinett nahm in seiner heutigen Sitzung einen Bericht des Reichsaußenministers von Neurath über die Genfer Tagung entgegen und billigte einstimmig die Haltung des deutschen Delegationsführers. Der neugierige General im Polizeiunterluchungsausschult Berlin, 29. September.(Drahtmeldung.) Der Polizeiuntersuchungsausschuß des Preußischen Landtags vernahm gestern den Generalleutnant a. D. Severin, der in der betreffenden Nacht, als die kommunistischen Räume durchsucht wurden, aus privater Neugierde im Reichstag telephonisch angefragt hatte, Er gab an, daß er neugierig gewesen sei, ob der Tag der Auflösung ohne Störung verlaufen sei. Er habe nichts davon gewußt, daß eine Sprengung des Gebäudes beabsichtigt war, Dann setzte der Ausschuß die Zeugenvernehmung über die Zwischenfälle beim Aufziehen der Skagerrak=Wache fort. Der frühere Polizeikommandeur Heymannsberg bekundete, daß eine allgemeine Anweisung, gegen Angehörige einer bestimmten Partei schärfer vorzugehen als sonst üblich, nicht bestanden habe. In der nichtöffentlichen Nachmittagssitzung revozierte sich der Nationalsozialist Engel und nahm mit Bedauern den am Morgen gegen Heymannsberg ausgestoßenen Ausruf„Polizeibursche" zurück. Dann stellte der Ausschuß fest, daß für die Untersuchung der kommunistischen Räume im Reichstag der Regierungsrat von Werder die äußerlich erkennbare Verantwortung trage, aber für seine Verfehlung nicht zur Verantwortung gezogen sei. Der Ausschuß steht auf dem Standpunkt, daß das umgehend geschehen müsse. Die nächste Sitzung dürfte wahrscheinlich erst nach den Reichstagswahlen stattfinden. Die Wissenschaft gegen die Autarkie Dresden, 29. September.(Drahtmeldung.) Die heutigen Beratungen des Vereins für Sozialpolitik behandelten das Thema der Autarkie. Es sprachen Professor Dr. von Dietze(Jena) und Professor Dr. Lederer(Berlin). Beide lehnten das starre Autarkiepostulat für Deutschland ab. Professor Lederer erklärte, Deutschland sei seiner Lage und seiner Geschichte nach von jeher auf einen regen Güteraustausch mit seinen Nachbarstaaten angewiesen. Gegen eine Autarkie sprächen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische, nationale und kulturelle Erwägungen. Der Nazipräsident von Anhalt loll vor den Staatsgerichtshof Berlin, 29. September.(Eigener Drahtbericht.) Die sozialdemokratische Fraktion des anhaltischen Landtags hat beschlossen, gegen den nationalsozialistischen Ministerpräsidenten von Anhalt in zwei Fällen den Staatsgerichtshof anzurufen. Einmal erblickt die Fraktion in einem Erlaß Freibergs den Versuch, die völkische Rassehetze in die Schule zu tragen, was dem Artikel 148 Absatz 2 der Reichsverfassung widerspricht und ferner wird der Staatsgerichtshof angerufen, weil durch die von der Regierung Freiberg vorgenommene Maßregelung politischer Beamten mehrfach gegen die wohlerworbenen Rechte der Beamten verstoßen wurde. Massenprotest der Bevölkerung gegen die Stillegung der Beche„Fräsident in Wochum gernsen. Diese fol und darf ihr nicht versogt verden, anzupiese grdueter Franz, hat sch in einer muntigen Rede für die ne, beosenuohg, Asd, de veil hagz eigen gezichianlste Intersen dr Gesgesheitese werden.„... Stummllan“. 41. Die Sozialdemokratie als die Sachwalterin der Interessen des arbeitenden Volkes nahm sich der bedrohten Bergleute an, als die Gefahr der Zechenstillegung akut geworden war. Die Preußenfraktion der SPD. brachte im Landtag eine Interpellation ein. In der Sitzung am 23. September nahm der Preußische Landtag mit großer Mehrheit den sozialdemokratischen Antrag an, der die Regierung ersucht, eine Stillegung der Zeche Präsident unter allen Umständen zu verhindern. In einer drinMeilgreth gegen die Einsichtnahme der Kirche in den evangelischen Religionsunterricht Dortmund, 29. September. Gegen den Erlaß der kommissarischen preußischen Regierung, durch den besonderen von der evangelischen Kirche beauftragten Schulmännern die Möglichkeit gegeben werden soll, in den evangelischen Religionsunterricht der Volks= und Mittelschulen Einsicht zu nehmen, hat der Dortmunder Lehrerverein Stellung genommen. In einer Versammlung wurde fast einstimmig dieser Erlaß abgelehnt. Bei einer daraufhin veranstalteten schriftlichen Urabstimmung haben von den 420 dem Dortmunder Lehrerverein angehörenden evangelischen Religionslehrern 371, das sind 88 Prozent, die Erklärung abgegeben, daß sie gewillt sind, den Religionsunterricht auf Grund des Artikels 149 der Reichsverfassung legen, wenn die kirchliche Einsichtnahme auch an den Dortmunder Volksschulen durchgeführt werde. Die preußische Lehrerschaft erblicke, wie in der Versammlung zum Ausdruck kam, in der Maßnahme der Regierung eine durch nichts gerechtfertigte Glaubenskontrolle und eine untragbare Gewissensbelastung, die um so niederdrückender wirke, als diese Einsichtnahme nur für Volks= und Mittelschulen bestimmt sei, während die höheren Schulen davon ausgenommen seien. Sieenoutgernter Uler Gegen Barzaklung— im Deitten Reich Wie die stolzen Ernennungen Hitlers zum Dorf=Ehrenbürgermeister erschoben und erpreßt werden, zeigt ein NaziRundschreiben, das der„Aar-Boote“ veröffentlichen konnte. Dieses Rundschreiben ist von der Kreisleitung Untertaunus der Nazipartei an die Bürgermeister der Untertaunus=Gemeinden gesandt worden. Die Bürgermeister werden darin aufgesordert, eine Sitzung der Gemeindevertreter einzuberufen, um „Herrn Regierungsrat Hitler zum Ehrenbürger Ihres Ortes zu ernennen“. Als Gegengabe werden der Gemeinde Kredite und öffentliche Gelder„auch für die Bauern, Handwerker und die übrigen Volksgenossen" versprochen. Wörtlich heißt es dann: „Es liegt also im Interesse sowohl Ihrer Gemeinde wie auch der Gemeindeansässigen, die Ehrenbürgerschaft recht bald durchzuführen. Falls Sie bei der augenblicklichen Zusammensetzung der Gemeindevertretung Bedenken haben, daß der Antrag nicht durchgeht, und Sie deshalb von einer Abstimmung über den Antrag absehen wollen, so möchte ich Ihnen sagen, daß es uns nicht daran gelegen ist, die Ehrenbürgerschaft um ihrer selbst willen durchzudrücken, daß Adolf Hitler etwa einstimmig zum Ehrenbürger ernannt wird, da aus den Protokollen ohne weiteres ersichtlich ist, wer gegen den Antrag gestimmt hat. Dies ist für die kommende Gemeinderatswahl im Untertaunuskreis äußerst wichtig. Sobald über den Antrag abgestimmt worden ist, bitten wir eine Abschrift des Protokolls nach hier zu senden.“ So soll sie also gedreht werden, die Ehrenbürgerschaft für Herrn Hitler! Mit falschen Versprechungen, lügnerischen Verheißungen und Terror! Und so was nennt sich treudeutsch und will das Vaterland„erveuern“! beim Lothringenkonzern beleuchtet. Er hat dabei auf die Gefahren hingewiesen, die unbedingt entstehen müssen, wenn die Zeche Präsident zum Erliegen gebracht wird. Am Donnerstagabend nahm Abgeordneter Vogt in einer stark besuchten Protestversammlung im Lokale Hucke in BochumHamme erneut in scharfer Weise gegen den Plan des Lothringenkonzerns Stellung. Er führte aus, daß es keinem Zweifel mehr unterliege, daß„Präsident“ stillgelegt werden solle, und der Lothringenkonzern sich über alle Proteste hinwegzusetzen versuche. Der Konzern hat nach der parlamentarischen Aktion im Preußen=Landtag ein Dementi herausgebracht und durch die bürgerliche Presse erklären lassen, daß die Stillegung nur eine vorübergehende Maßnahme bedeute und die Belegschaft so lange auf andere Schächte des Konzerns übernommen werden solle. Kein Mensch vermöge daran zu glauben. Der Lothringenkonzern habe durch seine bekannten Expansionsbestrebungen bereit zahlreiche Betriebe und damit viele tausend Existenzen dem Ruin entgegengeführt. Wenn die Zeche Präsident erst einmal geschlossen sei, dann werde sie nie mehr in Betrieb gesetzt. Vogt bezeichnete es als einen Akt allergrößter Ungerechtigkeit, ein Unternehmen, das in guten Zeiten 2800 Mann beschäftigte und hochrentabel sei, dem Untergange zu überantworten. Die Oeffentlichkeit werde der Hilfe des Reiches bedürfen, um den ungeheuerlichen Plan des Lothringenkonzerns zu verhindern. Abschließend betonte Vogt, daß der Fall der Zeche Präsident klar erkennen lasse, daß Politik unser Schicksal sei, woran man am 6. November denken müsse. In der Aussprache erklärte der Betriebsratsvorsitzende, daß „Präsident“ für den Lothringenkonzern jahrelang die milchgebende Kuh gewesen sei. Präsident sei die bestausgebaute Zeche im Ruhrrevier Bochum=Süd. Sie müsse in Betrieb bleiben. Die Beteiligungsziffer dürfte auf keine andere Schachtanlage übergehen. Für die heute Regierenden scheine aber die Zeche Präsident nur eine Bagatelle zu sein, denn alle Proteste der Belegschaft seien bisher ergebnislos geblieben. Ein Vertreter des Angestelltenrates forderte das Eingreifen der Knappschaft, bei welcher der Lothringenkonzern einen Millionenpump aufgenommen habe. Folgende Entichließung wurde angenommen: „Die am 29. d. M. im Huckeschen Saale versammelten Einwohner des Stadtteils Hamme erheben flammenden Protest gegen die beabsichtigte Stillegung der Zeche Präsident. Hunderte von Existenzen sollen vernichtet und ein blühender Stadtteil dadurch dem Ruin preisgegeben werden. Die versammelten Einwohner des Stadtteils Hamme appellieren an alle verantwortlichen Instanzen nichts zu unterlassen, um die Vernichtung einer wertvollen Schachtanlage zu verhindern und alles zu tun, um den Gedanken der Planmäßigkeit im deutschen wergbau Naum zu gehes: Dachune. Freitag, den 30. September 1932. Wirtichaftsankurbelung? In Bochum sollen etwa 500 Mann mehr eingestellt werden. Die Bochumer Großindustrie hat durch die Presse verlauten lassen, daß entsprechend dem Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung auch in den hiesigen Betrieben Mehreinstellungen im Rahmen des Möglichen erfolgen sollen. Seitdem laufen Zeitungsmeldungen um, die von einer großen Wirtschaftsankurbelung in Bochum wissen wollen, und die geeignet sind, in der Oeffentlichkeit falsche Hoffnungen zu erwecken. Soweit bestimmtere Mitteilungen vorliegen, handelt es sich um Mehreinstellungen bei einzelnen Werken in bescheidenem Umfange. Die größte Zahl der Einstellungen erfolgt beim Bochumer Verein, Abteilung Geschoßbau. Hier werden zurzeit 870 Mann in vollen Schichten beschäftigt. Ab 1. Oktober soll die Arbeitszeit auf 6 Stunden reduziert werden, so daß eine wöchentliche Arbeitszeit von 36 Stunden in Betracht kommt. Der Lohn wird entsprechend gekürzt, in den unteren Lohnstufen werden Wochenlöhne von 18 bis 19 Mark übrigbleiben! Dafür wird die Belegschaftsstärke der Geschoßfabrik um etwa 300 Mann erhöht. Die Einstellungen gehen in diesen Tagen vor sich. Im Höntroper Walzwerk ist beabsichtigt, Mitte Oktober zwei Martinösen wieder anzublasen und neu in Betrieb zu nehmen. Voraussichtlich kommen hier 160 bis 170 Mann zur Einstellung. Geringe Mehreinstellungen sollen auch bei den Eisen= und Hüttenwerken AG. beabsichtigt sein, doch ist davon Näheres nicht bekannt. Als einigermaßen feststehend können bisher Mehreinstellungen von etwa 500 Mann bei der Bochumer Eisenindustrie angenommen werden. Diese Mehreinstellungen aber sind verbunden mit einem rigorosen Lohnabbau. Die Unternehmer erhalten für jeden Mehreingestellten eine Prämie von 400 Mark im Jahr, sie machen auf Kosten der Allgemeinheit ein Geschäft. Die Ankurbelung der Wirtschaft in Bochum ist gleich Null, eine fühlbare Entlastung des Arbeitsmarktes kommt jedenfalls nicht in Frage! Kurse für Meisterprüfung An der Städt. Berufsschule in Bochum beginnt am 17. Oktober in Verbindung mit dem Innungsausschuß ein neuer Meisterkursus. Der Unterricht findet statt am Montag und Freitag von 19.40 bis 22,10 Uhr und am Mittwoch von 19.40 bis 21 Uhr in der Berufsschule Trankgasse 9, Eingang B. Gelehrt wird: Deutsch, gewerbl. Rechnen mit Raumlehre, Geschäftskunde mit Schriftverkehr, Gesetzeskunde, Geld= und Bankwesen, Scheck= und Wechsellehre, Buchführung, Kalkulation und Betriebsführung. Die Teilnahme am Kursus kann allen Damen und Herren, die sich auf die Meisterprüfung vorbereiten wollen, bestens empfohlen werden. Auch eignet sich der Kursus für die erwachsenen Söhne und Töchter unserer Geschäftsinhaber, um sich in der Geschäftsführung weiter auszubilden. Anmeldung und Auskunft in der Geschäftsstelle der Berufsschule Trankgasse 9, Eingang B, Zimmer 40. Wie Zirkus J. Busch aufbaut. Jeder Großzirkus wird nach einem bestimmten, fest umrissenen Plan aufgebaut. Zirka 7 Uhr morgens: Ankunft der Zirkus=Sonderzüge auf dem Güterbahnhof. Sofortiger Entladebeginn und Fahrt der Zirkuswagen zum Platz. Ab 10 Uhr: Aufziehen des großen Vorstellungszeltes. Ab 11 Uhr: Aufbau der Stallungen, Requisiten=, Garderoben= und Völkerschau=Zelte. Ab 1 Uhr: Füllung der fünf Bassinwagen mit je 100000 Litern Wasser. Ab 2 Uhr: Einbau der Sitzeinrichtung im Vorstellungszelt und Herrichtung der Manege. Um 5 Uhr: Abnahme der gesamten Zirkus=Baulichkeiten durch eine Kommission der Baupolizei. Um 7.15 Uhr: Beginn des Einlasses für das Publikum. Um 8.15 Uhr: Beginn der Vorstellung, die stets im wahren Sinne des Wortes eine Glanzvorstellung ist! Die Programme der Städt. Symphonie= und Chor=Konzerte im Konzertwinter 1932/33 werden im Anzeigenteil der heutigen Nummer bekanntgemacht. Zu den Veranstaltungen sind noch Dauerkarten mit einer bedeutenden Preisermäßigung gegenüber den Tagespreisen an der Vormietekasse im Stadttheater zu haben. Die Vormietepreise betragen 6.— bis 27.— Mark und sind in drei gleichen Raten am 1. Oktober, 1. Dezember und 1. März zu zahlen. Der Tageskartenvorverkauf für das 1. Symphonie=Konzert am 6. Oktober beginnt am Sonntag, dem 2. Oktober. Oeffentliche Versammlungen. Auf die öffentlichen Versammlungen heute abend in Linden=Dahlhausen bei Scheidtmann und in Langendreer bei Grollmann(Erwerbslosenversammlung) wird nochmals hingewiesen. In Linden spricht an Stelle des verhinverten Genossen Henßler der Landtagsabgeordnete Fries(Siegen). Bei den Erwerbslosen in Langendreer referiert Genosse Husemann. Rere Heute Arbeiterveranstaltungen im Rahmen der Herner Verkehrs-Werbewoche Nach den vielen wohlgelungenen Veranstaltungen im Rahmen der Herner Verkehrs=Werbewoche findet am heutigen Tage das Fest des Arbeiter=Turn= und Sportkartells statt. Wie aus dem Programm hervorgeht, werden um 15 Uhr die Handball= und Fußballspiele auf dem Germaniaplatz durchgeführt. Um 18 Uhr erfolgt dann der Abmarsch zum Rathaus, wo die Kunstreigen der ArbeiterRadfahrvereine gefahren werden bei gleichzeitigen Darbietungen des Volkschors. Der Chor wird auf der Rathausfreitreppe Aufstellung nehmen, so daß auch seine Darbietungen das von den letzten Tagen gewohnte festlich schöne Bild zeigen werden. Wir sind sicher, daß unsere Mitbürgerschaft auch an diesem Nachmittag ihrer Freude und Anteilnahme an der Werbewoche durch zahlreichen Besuch Ausdruck verleihen wird. Vor allem aber dürfte die Arbeiterschaft diesen Veranstaltungen durch Massenbeteiligung ihren Stempel aufdrücken. Alles, was der modernen Arbeiterbewegung angehört oder mit ihr sympathisiert, muß zur Stelle sein. Mieterverein Herne. Sonntag, den 2. Oktober 1932, vormittags 10 Uhr, findet im Lohale Köhlhoff, Wilhelmstraße, eine Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung:„Die Berechnung der Hauszinssteuer.“ Alle Mitglieder müssen zur Stelle sein. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt gegen Entrichtung eines Eintrittsgeldes von 10 Pfg. Der Volkshochschule. Heute beginnt ein Anfängerkursus im Englischen. Der Unterricht baut auf den Kenntnissen der Volksschule auf.— Ein neuer Kursus in Algebra setzt die Gleichungen 1. Grades voraus.— Lehrer Hollenbeck behandelt die Praxis des Photographierens. Anmeldungen werden im Rathaus, Zimmer Nr. 68, sowie abends im Oberlyzeum entgegengenommen. Autopapiere gestohlen. Am 27. d. Mts., gegen 11.50 Uhr, wurde ein Herrenjackett, das an einer Tür des Packraumes des Bettengeschäftes K. im Steinweg 9 hing, von unbekanntem Täter gestohlen. In dem Jackett befand sich eine Brieftasche mit einem Führerschein der Kl. I, II und ill b, eine Zulassungsbescheinigung für einen Ford=Lieferwagen und eine Zulassungsbescheinigung für ein N. S. U.=Motorrad KX 24843. Die Papiere lauten auf den Namen des Mechanikers August Hagemann, 19. 2. 02 Eickel II geb., Herne, Vinckestr. 18 wohnhaft. Wannereicker 25 Jahre Synagogengemeinde Wanne-Eickel Die Synagogengemeinde Wanne=Eickel kann am 1. Oktober d. J. auf 25 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Die Geschichte der Gemeinde ist so alt wie die der Stadt, und ihre Schicksale sind mit ihr aufs engste verknüpft. Rückblickend auf die Vergangenheit ist folgendes aus der Geschichte und der Entwicklung derselben in Kürze zu erwähnen: In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts fand der erste Zusammenschluß der damals in Wanne, Eickel, Röhlinghausen und Holsterhausen wohnenden Juden statt. Die Juden in den genannten Orten gehörten zur jüdischen Gemeinde in Bochum, woselbst sie bei religiösen Veranstaltungen die Synagoge besuchten. Nun aber kam man überein, bei Herrmanns in Eickel, in späteren Jahren bei Ferse und Schiff in Wanne Gottesdienst abzuhalten. Als sich in den neunziger Jahren eine größere Anzahl jüdischer Familien in Wanne und Eickel niederließ, vereinigten sich dieselben unter Vorsitz des Herrn Jos. Hirsch, hielten regelmäßig Gottesdienst ab und zogen zu den Feiertagen Vorbeter hinzu. Im Jahre 1902 wurde ein Wohltätigkeitsverein der Männer und Frauen unter dem Vorsitz des Herrn A. Weinberg gegründet, auf dessen Basis dann die Gründung einer selbständigen Synagogengemeinde am 1. Oktober 1907 vollzogen wurde. Den Vorsitz derselben übernahm Herr B. Rose, dem die Herren A. Kronheim, Dr. Leeser und S. Baum im Amte folgten. Im Jahre 1909 wurde Herr Rosenbaum als Lehrer, Prediger und Seelsorger berufen, nach dessen Ausscheiden Herr Fritzler die genannten Funktionen versieht. Von besonderer Bedeutung für die Entwicklung der Gemeinde war die Errichtung eines Gotteshauses und der öffentlichen jüdischen Volksschule im Jahre 1910. Die Entwicklung der T mein? wurde wie die unserer Stadt durch den Krieg und die Nachkriegsjahre gehemmt und unterbrochen und forderte schmerzliche Verluste an Gut und Blut. Beim Ausbruch des Krieges stellten Gemeinde und Wohltätigkeitsvereine der Stadt ihr gesamtes Barvermögen zur Linderung der Not zur Verfügung. Auf dem Felde der Ehre fielen 11 Gemeindemitglieder, das bedeutet den ungewöhnlich hohen Prozentsatz von 4 Prozent. Heute hat die Gemeinde, durch die schlechte wirtschaftliche Lage bedingt, schwer um ihren Bestand zu kämpfen. Mit Rücksicht darauf ist von einer Jubiläumsfeier abgesehen worden, jedoch wird des für die Gemeinde so wichtigen Gedenktages im Hauptgottesdienst am Neujahrstage gedacht werden. Zum Wahlkampf gerüstet Im Stöckmannshof tagten am Mittwoch die Funktionäre und Funktionärinnen der Partei, um die nötigen organisatorischen Maßnahmen für die kommende Wahl zu besprechen. Zuvor wies Genosse Hruska noch auf die am Sonntag im städtischen Saalbau(Eickeler Markt) stattfindende Feier der Jugend hin, dann nahm er eingehend zu der kommenden Wahl Stellung. Er zeigte Mittel und Wege auf, um auch in diesem Kampfe siegreich zu bestehen. Genosse Rethage erläuterte die Ausführungen noch; auch er konnte noch manchen guten Rat und manchen guten Vorschlag klarlegen. Kurz und gut, es herrschte volle Einmütigkeit in allen Dingen. Nachdem der Genosse Blum noch an alle Funktionäre den Appell gerichtet hatte, rege bei der Agitation der Freien Volksbühne mitzuhelfen, fand die Sitzung mit anfeuernden Schlußworten des Vorsitzenden ihr Ende. Als ich Abschied nahm... Mit dem 30. September 1932 scheiden aus dem Schuldienst der Stadt Wanne=Eickel die Schulleiter Dornseifer, Eickmann und Gäde, weil sie infolge Erreichung der Altersgrenze kraft Gesetzes in den Ruhestand treten. Es sind dieses 3 Herren, durch deren Abgang die Stadt Wanne=Eickel tüchtige und bewährte Schulleiter verliert, die lange Jahre erfolgreich an der Erziehung unserer Jugend und an der Entwicklung unseres Schulwesens gearbeitet haben. Ebenfalls tritt mit dem 30. September 1932 die Lehrerin Therese Brockmeyer wegen Erkrankung in den Ruhestand. Sie stand lange Jahre im Dienste des Mädchenschulwesens und hat hier erfolgreiche Arbeit geleistet. Sozialistische Jugendfeier. Wie bereits berichtet, findet am kommenden Sonntag im städtischen Saalbau(Eickeler Markt) eine Sozialistische Gedenkfeier der Sozialistischen Arbeiterjugend statt. Als Redner ist zu dieser Veranstaltung der Genosse Redakteur Wenke gewonnen worden. Da sich eine rege Nachfrage nach Programmen gezeigt hat, kann nur der Rat erteilt werden, sich möglichst bald mit Programmen, die noch in der Freien Presse zum Preise von 0,20 RM. zu haben sind, zu versorgen. Wegen Umhertreibens festgenommen. In der Nacht zum Donnerstag wurden auch in Wanne=Eickel von der Kriminalpolizei Sonderstreifen gemacht, um dem Dirnen= und Zuhälterunwesen ein Ende zu bereiten. Bei dieser Razzia wurden insgesamt 4 Frauen bzw. Mädchen gestellt, die als Straßenmädchen bekannt waren bzw. im dringenden Verdacht standen, der gewerbsmäßigen Unzucht nachzugehen. Die Genannten hatten auf öffentlicher Straße Passanten in Sitte und Anstand verletzender Weise belästigt. Sie wurden vorläufig festgenommen. 25 Jahre Firma Klestadt. In diesen Tagen kann das Herren= und Knaben=Kleidungshaus Albert Klestadt auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Aus kleinen Anfängen heraus hat sich das Geschäft unter der fachmännisch rührigen Leitung des Inhabers zum führenden Spezialgeschäft für Herren= und Knabenkleidung entwickelt. Die Firma ist dem Konzern westdeutscher Konfektionsgeschäfte angeschlossen und dadurch besonders leistungsfähig. Wir wünschen dem Inhaber weiter recht guten Erfolg. Geschäftliches In der jetzigen schweren Zeit, wo Gemüse= und Kartoffelgerichte immer häufiger ohne Fleisch als vollständige Mahlzeit auf den Tisch kommen, ist Maggi's Würze eine wertvolle Hilfe bei deren Zubereitung. Wenige Tropfen den fertig gekochten Gerichten zugesetzt, geben kräftigen Wohlgeschmack und machen die Gemüse auch bekömmlicher. Eine angenehme Ueberraschung. Tengelmann Kaffee=Geschäft bietet seinen Kunden, die ihre Weihnachts=Rabattkarten bis zum Fest füllen, außer dem üblichen Rabatt etwas ganz Besonderes. Mit Recht dürfen die Hausfrauen darauf gespannt sein.— Uebrigens gibt es Freitag und Samstag doppelte Rabattmarken, wie aus der heutigen Anzeige hervorgeht. Beutochande „„ — Jetzt gibt’s zu jedem ½ Pfd. Sanells Margarine ein schönes buntes Sportbild— auch von der Olympiade. Und zum Einkleben das„Handbuch des Sports“, ein Nachschlagewerk mit ca. 1740 Stichworten und vielen Rekordtabellen. Zu beziehen von„Sanella“, Postfach 125, Berlin C2, für 70 Pfg. 111 5N 59—46 Witten Freitag, den 30. September 1932. Zwei Wochen Gefängnis für einen Nazi. Am 25. Juni wurde nachts der Schaukasten der„Wittener Volkszeitung“ in der Augustastraße eingeschlagen. Als Täter wurde der Nationalsozialist W. Bauske festgenommen, der einen richterlichen Strafbefehl über zwei Wochen Gefängnis erhielt. Natürlich wollte er„von nichts wissen" und legte dagegen Einspruch ein. Da er zu der angesetzten Einspruchsverhandlung beim Amtsgericht Witten nicht erschien, wurde sein Einspruch verworfen, so daß er die zwei Wochen jetzt abbrummen muß. Wenn man bedenkt, welches Strafausmaß einen Reichsbannermann im selben Falle erwartet hätte, kann man das Fernbleiben des Nazi Bauske von der Verhandlung wohl verstehen. Zahltage der Ruhrknappschaft. Im Bezirk der Zahlstelle Witten der Ruhrknappschaft finden folgende Zahltermine im Monat Oktober statt: Annen I am 7., Wirtschaft Woesthoff; Annen II am 5., Wirtschaft Lindemann; Bommern am 4., Wirtschaft Sandkühler; Durchholz am 4., Wirtschaft Sonnenschein; Ende am 5., Wirtschaft Becker; Herbede am 6., Wirtschaft Frielings Herven am 6., Wirtschaft Gies; Langendreer II am 7., Wirtschaft Zeller; Langendreer VI am 5., Wirtschaft Lindemann(Kaltehardt); Rüdinghausen am 7., Wirtschaft Krüger; Silschede am 1., Wirtschaft Brenne; Stockum am 3., Wirtschaft Engel; Wengern am 1., Wirtschaft Stolte; Witten I am 3., Wirtsch. Lohkamp; Witten II am 3., Wirtschaft Röthemeier. Zahltage des Fürsorgeamtes für den Monat Oktober 1932. 1. Für das gesamte Stadtgebiet(außer dem Ortsteil Annen) bei der Stadthauptkasse: An Kleinrentner am Sonnabend, 1. Oktober, vorm. von 10—11 Uhr; an Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene am Freitag, 14. Oktober, nachm. von 3—5 Uhr; an Sozialrentner am Sonnabend, 15. Okt., vorm. von 9—11 Uhr; an Empfänger von Halbmonatsspenden am Sonnabend, 1. Oktober und am Sonnabend, 15. Oktober, vorm. von 11—12 Uhr. Die Klein= und Sozialrentner des Ortsteils Stockum erhalten ihre Unterstützung durch die Post zugestellt. 2. Für den Ortsteil Annen bei der Sparkassenzweigstelle Witten=Annen: An Kleinrentner am Sonnabend, 1. Oktober, vorm. von 8—11 Uhr; an Kriegsbeschädigte, Kriegerhinterbliebene und Sozialrentner am Sonnabend, 15. Oktober, vorm. von 8—11 Uhr; an Empfänger von Halbmonatsspenden am Sonnabend, 1. Oktober, und am Sonnabend, 15. Oktober, vorm. von 8—11 Uhr. Das Jahresdrittel der Volkshochschule Witten beginnt mit der Eröffnungsfeier am Freitag, dem 30. September, 20 Uhr, im Zeichensaal des Lyzeums. Der Leiter der Volkshochschule wird an dem Abend über das Thema:„Trägt die Volkshochschule zur Halbbildung bei?“ sprechen. Der Eintritt ist frei. Die Unterzeichner der Stadtverordnetenliste haben am Samstag, dem 1. Oktober, 5 Uhr nachmittags in der Geschäftsstelle, Johannisstraße 37, zu erscheinen. Zweck: Bennung des Nachfolgers für den verstorbenen Genossen Demtröder. 60 Jahre Rosenthal, der große Jubiläums=Verkauf. Im Jahre 1869 eröffneten die Herren Gebrüder Rosenthal in Witten ein Manufakturwarengeschäft. Im Jahre 1872 wurde das Geschäft ins Handelsregister eingetragen und nach Annen in das Haus des Baumeisters Herrn Maiweg, gegenüber dem Bahnhofe Annen=Nord, verlegt. Bei regem Fleiß und strenger Reellität mit Unterstützung ihrer Frauen brachten die Inhaber das in kleinem Umfange eröffnete Geschäft mit gutem Erfolg vorwärts. Ende der 70er Jahre wurde die Besitzung des Grubenverwalters Herrn Baltes erworben. Der weitere Aufschwung des Geschäftes nötigte 1889 zum ersten Neubau in der jetzigen Lage. 1907 wurden die beiden jetzigen Besitzer Herr Sigmund Rosenthal und Herr Josef Rosenthal alleinige Inhaber des Geschäftshauses. 1911 wurde der zweite Neubau errichtet, welcher allen modernsten Ansprüchen entspricht. Durch den stetig größer werdenden Kreis der Kundschaft wurde 1928 die 1. Etage, welche bis dahin als Privatwohnung diente, zu den Geschäftsräumen hinzugenommen. Dort wurden moderne Abteilungen für Damen= und Kinder=Konfektion und Putz errichtet. Wattenscheid Ein Ereignis für Wattenscheid wird auch dieses Mal wieder die große Modenschau des Kaufhauses Heß sein, die ab Montag, den 3. bis Freitag, den 7. Oktober, allabendlich um 19,30 Uhr im Erfrischungsraum des Hauses stattfindet. Die Vorführungen unter Mitwirkung der Kapelle Elias werden nicht nur Wegweiser der neuen Moden sein, sondern sie werden auch jedem Besucher Unterhaltung bereiten. Brzehrkarten von 75 Pfg. für ein Gedeck nach Wahl berechtigen zum Eintritt. Der Besuch ist zu empfehlen. Poststellenverlegung. Das Zweigpostamt Wattenscheid=Günnigfeld befindet sich ab 27. September im Neubau Tölle, Günnigfelder Straße 54. Die Unfall= und Invalidenrenten für Oktober werden gezahlt: a) in Wattenscheid am Sonnabend, 1. Oktober, 8½—11 Uhr bei Bien, b) in Wattenscheid=Günnigfeld, WattenscheidHöntrop und Wattenscheid=Eppendorf am Sonnabend an den Postschaltern. Die Empfangsscheine müssen amtlich beglaubigt sein. Die Auszahlung der Sozialrentnerunterstützungen erfolgt heute vormittag von 8—10 Uhr auf Zimmer 4 des Rathauses. An Kleinrentner wird von 10½—11 Uhr gezahlt. Neuer Standesbamter. Als Nachfolger des mit dem 1. Okt. 1932 in den Ruhestand tretenden Standesbeamten Stadtoberinspektor August Schmalenhorst ist der Stadtobersekretär Rutt mit Wirkung ab 1. Oktober 1932 widerruflich zum Standesbeamten für die Standesamtsbezirke Wattenscheid und Wattenscheid=Eppendorf mit Genehmigung des Herrn Regierungspräsidenten in Arnsberg ernannt. Etatberatungen in Wanne-Eickel Sozialdemokratiiche Anträge fordern Hilfe für die verelendeten Erwerbslolen-— Die Begründung hierfür liefert eine großangelegte Rede des Genollen Buchhol: Wanne=Eickel, den 30. September. Die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Situation konnte keine bessere Illustrierung finden als durch die gestern stattgefundene Stadtverordnetenversammlung, wo der diesjährige Haushaltsplan beraten wurde. Das Versagen der privatkapitalistischen Wirtschaftsführung kennzeichnet nicht nur die allgemeine Finanznot, sondern auch die Stellungnahme der politischen Parteien zu den Vorgängen und den notwendigen Maßnahmen. Die gestrige Tagung war ein Anschauungsbeispiel dafür, daß das Bürgertum in Stunden der Not nicht fähig ist, die Geschicke der Allgemeinheit zu meistern. Als zur Erörterung stand, wie die finanziellen Schwierigkeiten der Stadt überwunden werden können, marschierten die Vertreter der bürgerlichen Parteien nacheinander auf, um im geschwollenen Tone von„Hilfsbereitschaft" und„Zusammenstehen“ zu reden, aber es blieben Worte, nichts als Worte. In erschreckender Weise trat die Ratlosigkeit der bürgerlichen Parteien zutage, während die Kommunisten wie üblich, durch großzügige Anträge mehrere Millionen RM. Mehrausgaben forderten, aber kommunalpolitisch durchführbare Deckungsmöglichkeiten nicht aufweisen konnten. Das Verhalten der Kommunisten im Stadtparlament entsprach genau ihrer hemmungslosen Verantwortunglosigkeit im Lande, ihnen kam es darauf an, eine Agitation zu entfalten, aber nicht darauf, der notleidenden Masse wirklich zu helfen und die Auszahlungsmöglichkeit der bedrohten Wohlfahrtsunterstützung, wie der Oberbürgermeister überzeugend darlegte, zu sichern. Es handele sich hier weniger um einen Etat, als um ein Zahlenbild, wie Oberbürgermeister Kiwit meinte. In seinen weiteren Ausführungen erklärte der Oberbürgermeister das Zahlenbild, wie es sich geradezu katastrophal im Vergleich zu 1928 entwickelt hat. An dem Etatentwurf, der 7 Millionen Defizit aufweist, seien weder Abstriche noch nennenswerte Aenderungen auf der Ausgabenseite möglich. Zur Sicherstellung der Ernährung der Wohlfahrtsempfänger im Industriegebiet sei ein mit außergewöhnlichen Vollmachten versehener kommissar für das Industriegebiet dringende Notwendigkeit, da nur so die Ernährung der immer noch zunehmenden Wohlfahrtsempfänger sichergestellt werden kann. Der Stadtv. Schulz(KPD.) meinte allerdings, daß der vom Oberbürgermeister geforderte Reichskommissar überflüssig sei, wenn die Abfindungszahlungen an Fürsten und deren Mätressen eingestellt würden, sowie Vermögen weggesteuert und die hohen Gehälter und Pensionen abgebaut würden. Er forderte eine 10prozentige Erhöhung der Wohlfahrtssätze und zeigte dafür eine Reihe von Deckungsmöglichkeiten, die jedoch kommunalpolitisch nicht durchführbar sind, weil sie die Kompetenz der Stadtverwaltung überschreiten. Die sozialdemokratische Fraktion konnte zu einer solchen Verantwortungslosigkeit die Hand nicht bieten. Sie ließ durch den Stadtv. Buchholz Wege aufzeigen, damit die Opfer der Weltwirtschaftskrise nicht noch mehr dem Elend überliefert werden. Im Verlaufe seiner mit Aufmerksamkeit verfolgten Etatrede forderte unser Genosse Modischer Filz-Bolere ul durchgenggenes Saml. gernitr. Dieser Bolerol schmieg! sich jeder Kopfiorm# 93 kleidsem an Schräg gezogene Pixkappe mit Holl ausgeerbeiteler Samtschleite. Vornehm, elegant, von grohem mo. 1 25 dischen Reiz Bochumer Filmichau Tonhalle.„Tarzan". Die Geschichte des Dschungelmenschen Tarzan ist schon einmal als stummer Film über die Leinwand gerollt. Nach Jahr und Tag haben sich andere Männer noch einmal an die interessante und sensationelle Geschichte gewagt. Diesmal hat man einen Tonfilm gemacht. Man ist mehr als überrascht, wenn man sieht, was heute daraus geworden ist. Diesmal ist es restlos gelungen, das Märchen des Dschungels und Urwaldes mit seinen tausend Geheimnissen einzufangen. Der Held des Filmes ist der Meisterschwimmer Jonny Weißmüller. Das ist kein Kinostar im gewöhnlichen Sinne, das ist ein Naturkind und mit den Tieren des Urwaldes vertraut. Krokodile sind aber keine Wesen, mit denen sich Freundschaft halten läßzt. Wie Tarzan vor diesen gefräßigen Biestern, die er im Schwimmen übertrumpft, ausreißt, gehört zu den spannendsten und aufregendsten Szenen. Meister der Kamera drehten dieses Werk, das auch in Bochum tausende Besucher erfreuen wird. Das Beiprogramm ist ebenfalls sehens= und hörenswert. * Apollotheater, Alleestraße.„Ingagi“, der Herr der Wildnis, „Mädchen zum Heiraten“. Ein atemraubender Ton= und Sprechfilm ist„Ingagi“, eine sensationelle Bildreportage von Menschen und Tieren des innersten Afrikas, insbesondere von Ingagi, dem riesigen Menschenaffen. Es ist das gewaltigste Werk, das bisher gezeigt wurde.— Renate Müller, berühmt durch die „Privatsekretärin“, ist das„Mädchen zum Heiraten“. Mit ihrem reichen Können und ihrer Anmut bezaubert sie nicht nur ihre Partner Hermann Thimig, Albach=Rety, Szöke Szakall, sondern nimmt auch das männliche und weibliche Publikum restlos gewwge. Lichtburg.„Johann Strauß, K. und K. Hofballmusikdirektor.“ Anläßlich ihres dreijährigen Bestehens leitet die Lichtburg ihre Festspielwoche mit dem Tonfilm„Johann Strauß, K. und K. Hofballmusikdirektor“ ein. Der Tonfilm wurde gedreht nach historischen Begebenheiten. Michael Bohnen als Johann Kürzung der Zuschüsse für die Feuerwehr, da auch dort gespart werden müßte. Des weiteren forderte er umgehend die Doppelverdienerei der städtischen Beamten und Angestellten zu binden. In längeren Ausführungen begründete Stadtv. Buchholz die sozialdemokratische Forderung nach Kinderspeisung in den Schulen, die Gesamtbeträge für Winterversorgung in Höhe von 115000 RM. um den Betrag zu erhöhen, der notwendig ist, um eine Belieferung von 3 Zentner Kartoffeln pro Kopf der in Frage kommenden Personen durchzuführen, und ferner den Betrag für Kohlenbeschaffung, um eine ausreichende Kohlenbelieferung zu ermöglichen. Schließlich begründete unser Redner noch die Forderung, Empfängern von Arbeitslosen= oder Krisenunterstützung, die mit ihrem Einkommen die Richtsätze der Wohlfahrtspflege nicht erreichen, den Differenzbetrag vom Wohlfahrtsamt zu gewähren, die Ausgaben in Höhe von 3000 RM. für Erteilung von Religionsunterricht an Berufsschulen zu streichen. Nach dieser eindrucksvollen Rede erprobte Stadtv. Rimbach wieder einmal seine Lungenkraft und begründete die Anträge des Reichsverbandes der Kriegsbeschädigten, im übrigen spielte er Theater und wußte auch nur die protestierende Zusammenfassung aller Ruhrstädte zu empfehlen. Nach der Gesamtbesprechung des Etats wurde die Festsetzung der Müllabfuhrgebühren von 2 auf 1,5 Prozent beschlossen, ferner die Straßenreinigungsgebühr auf 25 Prozent und eine Besteuerung der Geschicklichkeitsautomaten von monatlich 50 RM. Ebenfalls wurde die Festsetzung der Berufsschulbeiträge für das Rechnungsjahr 1932 nach ablehnenden Ausführungen einiger Redner der Rechten und des Zentrums der Vorlage der Verwaltung entsprechend, jedoch in Abänderung des Grundbetrages in 47,5 v. H. der Gewerbesteuer vom Ertrage und 300 v. H. von der Lohnsumme beschlossen. Alsdann ging man zur Einzelberatung des Haushaltsplanes über, die zunächst wieder langstielige Agitationsreden der Kommunisten brachten, die aber wiederum einen Ausweg aus der verfahrenen Lage vermissen ließen. Die kommunistischen Stadtverordneten nehmen auch selbst ihre Rederitis und Anträge nicht ernst, denn Herr Schulz lachte fortwährend dabei mit dem ganzen Gesicht, während Danielsmeier Direktorengehälter von 500000 RM. und Arbeiterlöhne von monatlich 180 RM. nannte, was beides nicht den Tatsachen entsprechen dürfte. Eine stürmische Heiterkeit im ganzen Hause löste die Feststellung aus, daß der nationalsozialistische Stadtv. Bleckmann den Antrag abgelehnt hat, wonach die Zuschüsse für die jüdische Gemeinde gestrichen werden sollten. Nach einer uferlosen kommunistischen Debatte verfielen sowohl ihre als auch alle sozialdemokratischen Abänderungsanträge zum Etat mit den Stimmen des Zentrums und der übrigen bürgerlichen Vertreter der Ablehnung. Mit denselben Stimmen wurde der Etat en bloc gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen, ebenfalls die Deckungsvorschläge der Verwaltung, die wir im einzelnen morgen nachtragen werden. Strauß, Lee Parry als die Tänzerin Lilli Dumont; ferner wirken mit: Paul Hörbiger, Gretl Thimmer, Ekkeharb Arend, Anton Pointer. Dazu ein ausgewählt gutes Vorprögramm. * Weltlichtspiele.„Frankenstein.“ In den Weltlichtspielen gelangt ab heute das heißumstrittenste Tonfilmwerk seit Bestehen des Filmes,„Frankenstein", zur Erstaufführung. Die Handlung dieses Filmes spielt sich in einem so unerhört nervenaufpeitschenden und auch grauenerregenden Rahmen ab, daß der Besuch wirklich nur nervenstarken Menschen empfohlen werden kann. Ein gewiß interessantes Filmwerk. * Capitol.„Der träumende Mund“ ist ein Kammerspiel der Leidenschaft, ein Film, der zu einem Erlebnis wird. Elisabeth Bergner spielt die Hauptrolle. Die Aufführung bedeutet einen Höhepunkt der herbstlichen Filmsaison. Die neueste DeuligTonwoche und das Beiprogramm ergänzen wirkungsvoll den Spielplan. Kunstleben in Westfalen Stadttheater Bochum Johann Strauß:„Casanova“ „Revue=Operette“ nennt sich diese Bilderfolge, seit Benatzki die Operette von Strauß neu„bearbeitete". War das Werk in der Verfassung von Strauß schon kein Wurf von besonderem Erfolg; war es, wenigstens musikalisch, eine Operette, wenn auch eine etwas schwerfällige, so wurde jetzt weder dies noch das daraus. Der Operette fehlt der Schmiß der Handlung und der Revue das schimmernde Gewand der Aufmachung. Mit Tanzeinlagen allein schafft man sie nicht, und auch die beste Musik kann nicht allein Operette machen. Für den Regisseur ergeben sich aus dieser Zwitterstellung des „Casanova“ besondere Schwierigkeiten. Siebold hatte von der Revue die Gliederung in Bildern und die tänzerische Ausgestaltung übernommen. Im übrigen wurde recht glatt Operette gespielt und gesungen. Die Musik bestimmte ihrem Charakter gemäß das Tempo des Spieles, das für die Handlung selbst nicht immer angemessen erschien. Den Schauplätzen hatte P. Wolff mit Presbers technischer Unterstützung die Bildhaftigkeit verliehen. R. Bachmann gab Straußens Partitur unter sorgfältigster Behandlung des melodisch=rhythmischen Charakters ihr wirkungsvolles akustisches Gepräge. Das Spiel, auf ruhige Form eingestellt, sverlief glatt. Karl Buschmanns Casanova entbehrte des pikant abenteuerlichen Einschlags, war chevaleresk und galant. Stimmlich gab der Künstler, wie immer, eine prächtige Leistung. Bei Franzt von Dobays Barberina gefielen Charm des Spieles und diesem angepaßte Behandlung der Stimme. Vorzüglich in Darstellung und Gesang(saubere Koloratur) geriet Anni Kamphausen ihre Laura. Ellen Schiffer überzeugte in Spiel und Stimme als Gräfin Dohna. Elisabeth Kluge traf den Ton der neckischen Zose Trude vorzüglich, und Niessen spielte seinen Costa prächtig. Die beiden Diplomaten Waldstein und Dohna fanden in Hesse und Hoberg ihre karikierenden Darsteller. Hanns van Löven gefiel stimmlich und darstellerisch gut als von Hohensels. Besonderes Verdienst erwarb sich die Tanzgruppe unter Junks Leitung. Franzi Grotzmann, Leni Kraly, Hanna Kammer, Eugen Poranski und Klaus Didelo waren in Soloaufgaben beschäftigt, die sie voll befriedigend lästen.— Am Schlusse gab es viel Beifall. Wp. W W ee W W M M Si W SH er Aus den Nachbargebieten gop=Vörmund Freitag, den 30. September 1932. Sieben Fahrradmarder erwischt Das Fahndungskommissariat der Dortmunder Kriminalpolizei konnte zu Anfang dieser Woche den Schlosser Otto H. aus der Heiligegartenstraße, den Arbeiter Stefan P. aus der Goethestraße, den Werkzeugdreher Arthur V. aus der Deusener Straße, den Bauarbeiter Erich G. aus der Lortzingstraße und den Elektriker Paul B. aus der Heroldstraße als Fahrraddiebe und Hehler festnehmen. Sechs Fahrräder wurden vorläufig sichergestellt, da sie zweifellos aus Diebstählen herrühren.— Weiter wurden die Schneiderlehrlinge Paul F. und Wilhelm H. festgenommen, als sie ein von ihnen gestohlenes Herrenfahrrad verkaufen wollten. 30 neue Perlonenzüge zwilchen Dortmund und Ellen * Die Reichsbahn legt versuchsweise ab 2. Oktober 30 neue Personenzüge ein auf der Strecke Dortmund Hbf.—Essen Hbf. über Wattenscheid und Steele. Das bedeutet fast den Halbstundenverkehr auf dieser Strecke. Die Reichsbahn rechnet dabei auf eine Belebung des Verkehrs, die aus der versuchsweisen erst eine dauernde Einrichtung machen würde, Die neue Hauszinisstederstühdung Wie wird sie in Dortmund durchgeführt Bekanntlich hatte die Regierung Papen die Hauszinssteuerstundungen abgeschafft und ein System der Mietsbeihilfen an Bedürftige ausgeklügelt, das aber, kaum notverordnet, schon zusammenklappte. Sie besann sich wieder auf die Hauszinssteuerstundung, hob durch Verordnung die Mietsbeihilfeverordnung auf und verordnete Hauszinssteuerstundung. Wie die Stundung der Hauszinssteuer nach diesem neuen Verfahren in Dortmund durchgeführt werden wird, das sagen folgende Ausführungen, die das Städtische Verkehrs= und Presseamt der Presse übermittelt: 1. Allgemeines. Anträge auf Steuerstundung für die Wohnungen hilfsbedürftiger Mieter müssen beim Städtischen Wohlfahrtsamt(Kreisstellen) angebracht werden. Das Wohlfahrtsamt entscheidet über die Hilfsbedürftigkeit des Mieters und teilt dem Stadtsteueramt die Höhe des für die Steuerstundung in Frage kommenden Unterstützungsbetrages (Bedarfssatz), mit der gezahlt werden müßte, wenn eine Steuerstundung nicht gewährt würde. Nur auf Grund dieser Mitteilung kann das Stadtsteueramt eine Stundung der Hauszinssteuer mit dem Ziel auf Niederschlagung für Mietwohnungen gewähren. Die Berechnung des Steuerteils erfolgt in jedem Falle nach dem Verhältnis der Friedensmiete der Mietwohnung zur Gesamtfriedensmiete des Gebäudes. Da die Hauszinssteuer von 300 Prozent bis 960 Prozent des Grundbetrages gestaffelt ist, ergeben sich zwangsläufig für die einzelnen Wohnungen ganz verschiedene Stundungsbeträge. Zudem sind von dem Veranlagungssoll die Stundungen zugunsten des Hauseigentümers(Zinsen für Aufwertungs= und Reparaturhypotheken, Altenteile usw.) vorher abzusetzen. Hiemnach steht einwandfrei fest, daß hilfsbedürftigen Mietern eine Stundung nur bis zur Höhe der auf ihre Wohnung entfallenden Hauszinssteuer bewilligt werden kann. Solchen Mietern, die in einem hauszinssteuerfreien Gebäude(Neubau) wohnen, kann mangels Steuerrolle eine Steuererleichterung nicht gewährt werden. Entgegenstehende Nachrichten, die mehrfach verbreitet wurden, sind unrichtig. Sowohl der Hauseigentümer als auch der Mieter erhalten über den gestundeten Hauszinssteuerbetrag einen Bescheid. 2. Uebergangsregelung. a) Diejenigen Mieter, deren Anträge auf Gewährung von Mietbeihilfen abgelehnt wurden, haben spätestens ab 1. September 1932 die volle gesetzliche Miete an den Hauseigentümer zu zahlen. Sofern die für Juni gestundeten Steueranteile auch im Juli und August von der gesetzlichen Miete gekürzt wurden, bleibt die Steuerstundung bis Ende August besiehen. 9) In solchen Fällen, in denen für die Monate Juli=September eine Mietbeihilfe vom Wohlfahrtsamt bewilligt wurde, gilt der Mietbeihilfebetrag nunmehr als Steuerstundung. Diese Beträge werden am Schlusse des Rechnungsjahres mit den sonstigen Stundungsbeträgen niedergeschlagen. Etwaige Differenzbeträge an Miete sind nachzuzahlen. k' Für Mieter, deren Anträge noch nicht erledigt werden konnten, kann die Steuerstundung für Juni ausnahmsweise bis Ende September dieses Jahres ausgedehnt werden. Voraussetzung ist hierfür, daß sie die gewährte Mieterleichterung für Juni von der gesetzlichen Miete gekürzt haben. d) Solche Mieter, die annehmen, daß sie nach den neuen Vorschriften keinen Anspruch mehr auf Mieterleichterung haben und demgemäß bis jetzt weder einen Antrag auf Mietbeihilfe, noch auf Steuerstundung beim Wohlfahrtsamt einreichten, müssen ab 1. Juli die volle gesetzliche Miete an den Hauseigentümer zahlen. Es soll nicht verkannt werden, daß sich durch diese äußerst verwickelte, ungleichmäßige Uebergangsregelung in vielen Fällen unbillige Härten ergeben. Leider sind die Anträge der städtischen Steuerverwaltung auf weitere Milderung und eine allgemeine Stundung bis Ende September dieses Jahres höheren Orts abgelehnt worden. Es verbleibt bei den Vorschriften der neuen Verordnung und des Runderlasses der zuständigen Ministerien vom 31. August 1932. 3. Stundung für die eigene Wohnung des Hauseigentümers. Anträge auf Steuerstundung mit dem Ziel auf Niederschlagung sind nach wie vor beim Stadtsteueramt anzubringen. Die Steuererleichterung ist in Zukunft nach dem Grade der wirtschaftlichen Notlage des Eigentümers zu bemessen. Demgemäß bedürfen die bisher gestellten Anträge der Nachprüfung. Ueber die Steuerstundung für den zweiten Zeitabschnitt erhalten die Hauseigentümer Bescheid. 4. Gemeindegrundvermögenssteuer. Mit dem Erlöschen der Hauszinssteuerstundung, spätestens aber ab 1. September 1932. fällt allgemein die Stundung der Gemeindegrundvermögensfort. In Zukunft wird bei Hilfsbedürftigkeit oder wirtschaftlicher Notlage nur noch eine Stundung der anteiligen zinssteuer gewährt. 5. Miete für Oktober. Die Bearbeitung der zahlreichen Anträge auf Steuerstundung durch das Wohlfahrtsamt und Stadtsteueramt nimmt naturgemäß längere Zeit in Anspruch. Neue Stundungsbescheide können wegen Arbeitsüberlastung erst im Monat Oktober herausgebracht werden. Mangels gesetzlicher Vorschrift ist das Stadtsteueramt nicht berechtigt, weitere Stundung von Hauszinssteueranteilen ohne Ziel auf Niederschlagung zu gewähren. Den Hauseigentümern wird anheimgestellt, entweder die volle gesetzliche Miete anzufordern oder eine Vereinbarung über etwaige Nachzahlungen an Miete mit den Mietern zu treffen. Das größte Landflugzeug der Welt kommt nach Dortmund * Sonntag, den 9. Oktober, wird das größte Landflugzeug der Welt, Junkers G 38, vormittags 10½ Uhr, auf dem Flugplatz Essen zum Flug nach Dortmund starten. Man kann diesen Flug mitmachen, wenn man dafür 10 Mark übrig hat und sich früh genug beim Verkehrsverein, Betenstraße, anmeldet. Das Flugzeug wird bis Montag morgen im Dortmunder Flughafen bleiben. Herunter mit den Brospreisen! * Vom Verbraucher=Ausschuß Groß=Dortmund wird uns geschrieben: Der Verbraucher=Ausschuß hat mit folgendem Schreiben das Bäckergewerbe des Regierungsbezirks Arnsberg zur Senkung der Brotpreise aufgesordert: An das Bäckergewerbe! Der Regierungspräsident in Düsseldorf hat auf Grund der ihm übertragenen Befugnisse des Reichskommissars für Preisüberwachung für den ganzen Regierungsbezirk Düsseldorf angeordnet, daß mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 sämtliche Brotsorten, in welchen Mehlerzeugnisse des Roggens verbacken sind, also Schwarzbrot, Roggenbrot, Graubrot usw. um 8 Proz. gegenüber den am 15. September geforderten Preisen zu senken sind. Als Grund wird angegeben, daß die Mehlpreise seit der neuen Ernte eine erhebliche Senkung erfahren haben. Nach unseren Feststellungen sind in unserem Gebiet die kaufspreise für Brot dem beträchtlich gesunkenen Mehlpreise bisher nicht angeglichen worden. Wir ersuchen daher da Bäckergewerbe, von sich aus beschleunigt eine Senkung des Brotpreises vorzunehmen und damit einer behördlichen Aufforderung zuvorzukommen. Wir erachten aber bei den heutigen Mehlpreisen die nach obiger Nachricht im Düsseldorfer Bezirk behördlich angeordnete Senkung bei weitem nicht für ausreichend. Wenn sich die Einkaufspreise für das Brotgetreide bzw. Mehl um durchschnittlich 20 Prozent gesenkt haben, so dürfen die Verbraucher mindestens die entsprechende Auswirkung auf den Verkaufspreis des Brotes erwarten. Das Bäckergewerbe muß der Not und der gewaltigen Einkommensminderung der breitesten Volksschichten Rechnung tragen. Der reiche Erntesegen muß auch dem letzten und ärmsten Staatsbürger zugute kommen. Stadtrat Levermann spricht über die Bestimmungen der Alu und der Wohlfahrt. Einlaß nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches einer der Eisernen Front angeschlossenen Organisationen. Der Erwerbslosenausschuß. Dortmund=Mengede. Erwerbslose Jugendliche, die gewillt sind, in den freiwilligen Arbeitsdienst einzutreten, können sich bis Samstag, den 1. Oktober, im Torbogenzimmer (am Marktplatz) täglich von 2 bis 4 Uhr zur Eintragung melden. Der„Soziale Dienst", Hilfswerk für die erwerbslose Jugend, ist Träger des Arbeitsdienstes. Gleichzeitig geben wir bekannt, daß der Erwerbslosenausschuß der freien Gewerkschaften für alle Alu=, Kru= und Wohlfahrtsunterstützungsempfänger jeden Dienstag und Donnerstag von 2 bis 4 Uhr im Torbogen kostenlose Beratungsstunden eingerichtet hat. Der Arbeiter=Stenographen=Verband für das deutsche Sprachgebiet, Ortsgruppe Dortmund(Mitglied des Arbeiter=Sportund=Kulturkartells), eröffnet einen Anfängerkursus in Reichskurzschrift(Einheitsstenographie) am 3. bzw. 10. Oktober 1932, abends 8 Uhr, im Vereinslokal H. Meier=Ebert, Münsterstraße Nr. 102. Einschließlich Lehrmittel 8 RM., Jugendliche und Erwerbslose 5 RM. Dieser Betrag kann in Raten gezahlt werden. Erwerbslose der Eisernen Front Uhr in der Körnerhalle Versammlung. Heute(Freitag) Lelur Geld an jedermann au gesetzl. Gebühren auf alle nur denkbarer Waren und Wertsachen, die hinterlegt werden müssen. Planos Röebate Belehung Leih Wanne-Rickel Hindenburgstr. 304 Ecke Kolpingstr. Eingang auch Kolpingstraße Gebitnet von 8½ bis 12½ Uhr u. von 2½ bis 7 Uhr Von der Versteigerung zurückgebliebene Sachen, wie Anzüge, Paletote, Musikinstrumente etc. werden billig verkauft. 7el. 4000 Wegen Vorbereitung zum JubiläumsVerkauf heute nachm. von 15-19 Uhr geschlossen! Morgen, Samstag, 830 Uhr beginnt der große Verkauf! neu, von 850.— Mk. an, in allen Holzarten empfiehlt 1. Morbe Bochum, Haiser-Vilhela-Sr. S sonn Freitag, den 30. September 1932. * E i n i t e l l u n g s z a u b e r Der Rundsunk, den die derzeitigen, weder durch Vexsallung noch durch Reichstag vehtuhten gus Her Fepuplilaner für die en wenmn die Republik wieder den Republikanern gehören sich aus so zu tmn, als ob burch Popens versehlieses aler dieser Rundfunt, sovden Tezun Paar 10 Arbeiter eingestellt werev, un Algemeine Zeitung, hilst ihm wacker dabei. NatürBetriebstäten Tausende von Arbeitern beschäftigt waren und daß diese Einstellungen von ein Pognenperen der girhigen. undert Arvoster ,. Heuten und sedenfals nur Eindruck machen Sonen aun Leut, de von Virnihenszächtige heasten berniden eberhaupt: mit den Einferlizugen u6 ua die Dinge bei den beionders merwürdte soene, Die, Besischen Straßenbahnen bv. epersen, denn daran, daß sich die Direkion dazu bePflaster zu wersen, venn outut, daß sich die Direstie,urien um reit finden würde, die Dienstzeit um eine Stunde zu kuczen, um diese Straßenbahner zu halten, eleghfr,e toze nr Hie ign weich ungz tionär. Auch bei den Bochu Straße und es wirden naoch mehr sein, wenn das an sich gewiß wär. Wenn also die Straobenbohn Hhs an, die Beserven der obte de doch urigreien. Oder willise aus lauter Liebe Herrn Papen auch Ankurbelung mimen? Fast scheint es so. ebelung schließlich in einem ganz faulen Einstellungszauber. Gelsenkirchener Stadtverordnetensttzung im Rathaus Buer Bürgerlteuer einltimmig gegen die Stimme des Oberbürgermeilters abgelehnt- Ruhiger Verlaut Sitzung- Nazi-Sauer wird vom Oberbürgermeilter gerügt Venderune des Nortrages mit# Feuergefecht zwilchen Palchern und Zöllnern Wie es einer zehnköpfigen Schmugglerbande aus GelsenkirchenBuer erging. am 10. März in Dorsten der Nachtgüterzug, der von der 1 Zentner Grobschnitt, viele Hunderte von Zigaretten. Stadteile verteilen. Die Schmuggler waren in MarbeaStabtkeile Belleilten. Die Schmuggler waren in Heiden in den Zug eingestiegen, nachdem sie sich durch Luft klappen Eingang in einen Milchwagen verschafft hatten. Als in Dorsten die Kontrolle den Wagen öffnete, sprang ein Insasse heraus und wollte fflüchten. Schreckschüsse der Beamten veranlaßten ihn indessen, in den Wagen zurückzuklettern. Als die Beamten dann in den Wagen eindrangen, kam es zi Beamten sich durch scharfe Schüsse Luft, Verichaf;z..igeschug Schmuggler einen Oberschenkel= und einen Unterleibsschuß rhielt, war es möglich, die zehnköpfige Bande Am Dienstag hatte sie sich vor dem Coesfelder Schmuggelschöffengericht zu verantworten. Das Gericht kam trotz hartnäckigen Leugnens der Angeklagten zu der Auffassung, daß Bandenschmuggel vorliege und verhängte über jeden der Beteiligten außer der Gefängnisstrafe von einem Mona#, die als Mindeststrafe bei Bandenschmuggel in Frage kommt, noch eir Geldstrafe von je 220000 RM., an deren Stelle 20 Tage Gefängnis treten. Wieder 1000 Ulmen fällig. Ulmensterben geht unaufhaltsam weiter. Die Ulmenkrankheit ist nicht mehr aufzuhalten. Namentlich im Stadtteil Buer— aber auch in Alt=Gelsenkirchen und in Horst— mußten vor allem im vorigen Jahre Hunderte von Ulmen gefällt werden. In diesem Jahre aber wird man noch in weit stärkerem Umsange den noch voxhandenen Ulmenbeständen zu Leibe rücken. Nach bisheriger Schätzung ourften in diesem Herbst und bis in den Winter hinein Ulmen zur Fällung gelangen, von denen sich der weitaus größte Teil, etwa 6—700 Stück, im Stadtteil Schulhöfen sind es vor allen Dingen Straßen und Friedhöfe, die in diesem Herbst wieder durch umfangreiche Ulmenfällungen in Mitleidenschaft gezogen werden. Darunter fällt u. a. die kaum dreißigjährige Ulmenallee an der Königswiese in Buer. Was die in ganz Groß=Gelsenkirchen noch vorhandenen Ulmenbestände angeht, so ist auch dort nach fachmännischer Ueberzeugung damit zu rechnen, daß, wenn das Stgoßer,“, ven bic herigen Umfange weitergeht, in wenigen Jahren Aum noch Ulmen in unserer Stadt vorhanden sein werden. Vormietekarten für die städtischen Konzerte und für die Stadthalle und der Schauburg Buer sind noch W. ggeg, Hene lagen unter günstigsten Bedingungen zu Für Gelsenkirchen: Städt. Bildungsamt, Weststraße 12/14, ge öffnet von 8 bis 13 und, mit Ausnahme der Mittwoch= und Samstagnachmittage, von 15 bis 18 Uhr; für Buer: der Schauburg, Essener Straße 9, geöffnet täglich ab 15 Uhr. Trabrennen zu Gelsenkirchen. Sonntag, den 2. Oktober 1932, 14 Uhr. Nur einige Tage krennen uns von dem so glanzvoll verlaufenen letzten Renntag längerer Pause tagte am Donnerstag wieder einmal das Stadtparlament. Die Kommunisten hatten wohl echo“ große Aktionen angekündigt, verhielten sich aber ungsru, Dem boz“, Gitzung wießer in der ungebührlichten nis nicht getrübt zu reden. Im vorisgzie,michtaschgeie eiunese mitteilte, daß er nicht mehr Mitglied der SAP. sei(wohin rollst trotzdem sein Mandat nicht frei. Von den getätigten Wahlen Sinmeteg zizst, Dir Gesenitergieuigegs SeP3) Biz Reifenrath(Ztr.), Stallmann(Ztr.), H###moach(SPD.), Für die Sparkasse in Buer: Weiser(Ztr.), Halbsell(SPD.), Muntenbeck(KPD.). Aenderung des§ 14 der Wohlfahrtsordnung wurde zugestimmt. Der Paragraph hat nun folgende Fassung: „Zur Erledigung der vom Fürsorgeamt beanstandeten Beschlüsse der Bezirksversammlungen sowie zur Begutachtung von den Hilfsbedürftigen eingelegten Einsprüche gegen Beschlüsse der Bezirksversammlungen und Entscheidungen des Fürsorgeamtes ist sowohl für den Verwaltungsbezirk Gelsenkirchen als auch für den anderen Stadtbezirk(Buer und Horst) je ein BeiMit dieser Aenderung der Wohlfahrtsordnung hat der Beirat von nun ab die Arbeit des bisherigen Beschwerdeausschusses Einer Herabsetzung der Gebühren für Krankentransporte, für die Prüfung der Privatfeuermelder und für Hilfeleistung gefallener Pferde wurde zugestimmt. Die Abnahme der Jahresrechnung der Stadthauptkasse gab Nazi=Sauer eine erwünschte Gelegenheit, eine schreckliche Anklagerede gegen die Verwaltung zu halten. Er sprach „Schweinerei“, ferner„Korruptionsskandalen" und„gestohlenen Geldern", wobei er der Verwaltung den Vorwurf machte, daß sie solche Zustände dulde. Er verstieg sich schließlich sogar zu der Behauptung, daß das, was die Untersuchungsausschusfe aufdeckten, die Verwaltung wieder zudecke. Der Oberbürgermeister nannte die Ausführungen Sauers eine unerhörte Infamie und erteilte ihm einen Ordnungsruf. Nachdem der Nazimann sich ausgetobt hatte, wurde die Vorlage der Verwaltung angenommen. Einem Nachtrag zur Wertzuwachssteuerordnung wurde gleichfalls zugeimmt.„. S hatl: 25. Eine längere Bevatte rief die Aenberung des Vertrages mit der Westdeutschen Städtereklame hervor, da Stadtverordneter Weiser vom Buerschen Zentrum soll aber erst ausgezahlt werden, wenn der Buersche Verkehrsverein seinen Namen ändert und seine ganze Einsteuung meyr den Interessen der Gesamtstadt anpaßt. An und für sich das alles wenig mit der Städtereklame zu tun. Es besteht lediglich ein loser Zusammenhang, da der Buersche Verkehrsverein früher das Reklamewesen in der Gemeinde Buer in der Hand hatte und daraus Einkünfte erzielte. Schließlich wurde die ganze Angelegenheit dem Verkehrsausschuß überwiesen und der Vertrag mit der Westdeutschen Städtereklame bis 1935 ver“. Die Erhebung der Bürgersteuer für 1333 war bereits im Hauptausschuß von Gorsag gpotl eg, ge h worden. Die Verwaltung legte eine Vollug# vor, vir für 1933 eine Bürgersteuer in Höhe des 3½fachen des Landessatze sah. Die Kommunisten brachten hierzu einen Zusatzantrag ein, der die Nichterhebung der Bürgersteuer und die Notverordnung forderte. Nachdem ihnen gesagt worden war, daß die Aufhebung der Notverordnung wahrlich die Befugnisse der Stadtverordnetenversammlung überschreite, hiesten, sie, doch noch länger Ansprachen, obwohl ja niemand der Burgersteuer zustimmen wollte, denn schließlich stimmte der Oberbürgermeister ganz allein für die, Vorlage beper„ee mi Bürgersteuer ist also von allen Stadtverordneten seltener Einmütigkeit abgelehnt worden. Einige Anfragen wurden vom Oberbürgermeister am Schluß der öffentlichen Sitzung noch beantwortet: 1. Unterschlagung beim Schulamt: Es entspricht den Tatsachen, daß ein Beamter Versicherungsgelder in Höhe von rund 1000 Mark unterschlagen hat. Auf strafrechtlichem und disziplinarischem Gebiete ist das Weitere veranlaßt. 2. Die Arbeiten für den Gelsenkirchener Luftfahrtverein in den Borkenbergen werden mit Genehmigung des Arbeitsausschusses des Wohlfahrtsamtes von Pflichtarbeitern ausgeführt. 3. Diphtherie= und Scharlach=Epidemie: Es sind im ganzen Stadtgebiet 19. Boye, Fir Ziosierung der granten usw. ist die Josephinenstraße. Für Isolierung der At#####0. ist Sorge getragen. Der Oberbürgermeister behauptet, daß die Krankheitsfälle an und für sich nicht mit den schlechten Wohnungsverhältnissen in der Josephinenstraße zu tun haben. Die Red.) Die Anfrage war übrigens schon im Hauptausschuß von unserer Genossin Vorreiter gestellt worden. 4. Beerdigung einer Kinderleiche in einer Persilkiste? Diese Anfrage, wonach ein Kind auf dem Resser Friedhof in Persilkiste beerdigt worden sein soll, konnte nicht veuntwortet werden und wird nachgeprüft. 5. Die Verwaltung versprach, die Winterhilfe für die Erwerbslosen nach Kräften zu fördern. Gegen 19½ Uhr war die öffentliche Sitzung zu In der geheimen Sitzung wurden noch Personglfragen, An= und Verkäufe von Grundstücken usw. veryaudelt. auf der Gelsenkirchener Traberbahn. Bereits am kommenden Sonntag wird die Startglocke zu neuen Kämpfen rufen. Stand der vergangene Sonntag im Zeichen starker Felder, sehr interessanter Kämpfe und knapper Entscheidungen, so wird de kommende Renntag seinen Vorgänger bestimmt noch in den Schatten stellen. Als Hauptprüfung ist der Entscheidungslauf des„Großen Preises von Gelsenkirchen“, einer mit 3000 RM. dotierten Zuchtprüfung vorgesehen. Wer den Vorläufen beiwohnte, wird bestimmt nicht versäumen, auch beim Entscheidungslauf zugegen zu sein. Außerdem wird an diesem Tage di längste Steherprüfung des ganzen Jahres, der„5=Kicomete Preis“, ausgetragen. Schon diese beiden Ereignisse allein stempeln den Renntag zu einem der größten der letzten Jahre. Hinzukommt, daß auch die übrigen sechs Rennen des Tages mit Rennungen zahlreich ausgestattet sind. Alle Traßexfreunde treffen sich deshalb am kommenden Sonntag auf der Rennbahn in Gelsenkirchen. Lichtspielhaus, Alter Markt. Des überaus großen Erfolges wegen wird die Wiener Singspiel=Operette„An der schönen blauen Donau“ am kommenden Samstag und Sonntag, 20.15 Uhr, nochmals aufgeführt. Herrliche Wiener Walzermusik wechselt mit schmissigen Marschduetten und Tänzen. Kleine Ei trittspreise. Das erste Sinfoniekonzert findet am kommenden Montag, dem 3. Oktober, 20 Uhr, im Hans=Sachs=Haus statt. Hierüber enthält alles Nähere die Anzeige im Inseratenteil dieser Zeitung. Recklingkausen Ein 3500 Jahre altes Dort im Velt Recklinghaulen Eine aufschlußreiche Tagung des Verbandes der vestischen Vereine für Orts= und Heimatkunde. Der Verband der Vereine für Orts= und Heimatkunde im Vest und Landkreis Recklinghausen war zu seiner diesjährigen außerordentlich stark besuchten Haupttagung am Dienstagnachmittag in dem idyllisch gelegenen Haarddörschen Oer zusammengetreten. Sämtliche angeschlossenen Vereine, hatten ihre Vertreter entsandt. Der langjährige Verbandsschriftfuhrer, Museumsdirektor und Archivleiter Studienrat Dr. Pennings (Recklinghausen), begrüßte die Anwesenden, nachdem die Tanzgruppe und der Singekreis des Heimatvereins Oer mit Spiel und Tanz einen angenehmen Auftakt zur Tagung gegeben hatten. Dr. Pennings gedachte in ehrenden Worten des verstorbenen langjährigen Verbandsvorsitzenden Professor Dr. Weskamp und führte seinen Nachfolger, Landrat Dr. Schencking, in sein neues Amt ein. Mit Dankesworten übernahm Landrat Dr. Schencking den Vorsitz. Schänder eines 13jährigen Mädchens hinter Schloß und Riegel Zwei Zeugen werden gebeten, sich zu melden. Am 19. Juli wurde auf der Ahsener Straße in Datteln eine 13jährige Schülerin am Dattelner Berg von einem Mann überfallen und in schändlicher Weise mißbraucht. Der Dattelner Kriminalpolizei ist es nun gelungen, den Es handelt sich um einen Arbeiter aus der Ortschaft Er wurde bereits dem Amtsgericht in Recklinghausen zugeführt. Der Unhold wurde bei der Ausführung der Tat von einem Radfahrer und einer Radfahrerin, die von Ahsen kamen und ihre Fahrräder an der Hand mit sich führten, überrascht. Sie wollten den Mann aufhalten und stellten aus diesem Grunde die Fahrräder quer über die Straße. Der Täter ergriff, sobald er dieses merkte, die Flucht nach einer anderen Richtung und konnte von den beiden Personen nicht gefaßt werden.— Diese beiden Personen werden dringend gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Datteln oder bei jeder nächsten Polizeidienststelle zu melden. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß auf die Ergreifung des Täters durch den Regierungspräsidenten in Münster eine Belohnung in Höhe von 300 Mark ausgesetzt ist, die ausschließlich für das Publikum bestimmt ist. Lakenbrink pumpte einem Kaufmann 3500 RM. Gleichwohl will er nicht der Posträuber sein! Bottrop. Nach Bekanntgabe des Belastungsmaterials gegen Lakenbrink durch die Presse, erschien bei der Kriminalpolizei unaufgefordert ein Kaufmann aus Bottrop, der angab, Ende Juli von Lakenbrink zunächst 2000 Mark und dann 1500 Mark geliehen zu haben. Dem Kaufmann gegenüber hatte Lakenbrink angegeben, mit einem„auswärtigen Geldgeber“ in Verbindung zu stehen, der sein Geld nicht auf die Kasse bringen wolle. Die Den ersten wissenschaftlichen Vortrag hielt Dr. Pennings über die Geschichte der uralten Gemeinde Oer. Der Vortragende hatte bei seinen Forschungen eine große Menge in der Oeffentlichkeit noch nicht bekannter geschichtlicher Tatsachen ausgegraben und zeigte die Entwicklung von Oer, wo bereits im Jahre 1500 vor unserer Zeitrechnung vorgeschichtliche Siedlungen durch ein umfangreiches Gräberfeld festgestellt seien. essante Tatsache berichten, daß hier im Jahre 800 vor Christi Kelten und Germanen aufeinandergeprallt und die Kelten vor den siegreichen Germanen allmählich immer mehr nach Westen zurückgedrängt worden seien. Er berichtete über die erstaunlichen Ergebnisse der Grabungen am Stimberg und am Petersberg und ging dann auf die Geschichte des alten Reichshofe Oer ein, dem im Gegensatz zu anderen Reichshöfen sämtliche ortsansässigen Höfe von Oer pflichtig gewesen seien. Den zweiten Vortrag hielt Hauptlehrer Kollmann(Oer) über praktische Heimatpflege. An beide Vorträge schloß sich eine angeregte Aussprache an, wobei auch der Gedanke, die geschlossenen Gruppen des freiwilligen Arbeitsdienstes für den Heimatgedanken zu gewinnen, eine nicht unwesentliche Rolle spielte. Vierjähriges Kind tödlich verunglückt In die Badewanne gefallen und verbrüht. Bottrop. Am 24. September fiel ein 4jähriges Kind einer Familie, die in dem Hause Am Holzgrund Nr. 14 wohnt, in eine Badewanne mit heißem Wasser. Das Kind zog sich so schwere Verletzungen zu, daß es in das Horster Krankenhaus überführt werden mußte. Dort ist es am Mittwoch, dem 28. September, an den erlittenen Verletzungen gestorben. WOPTOTNOONTE. Gm Gom rWONOH Energische Zurückweisung der Drohungen gegen die Arbeiter und die Gewerkschaften— Nicht der Abwehrkampf der Arbeiter. Söhdern die Paben-Reisererunans-Belam det ule Arbehsbeschällung Auf die scharfe Abwehr der Arbeiter gegen die Lohnabbaumaßnahmen der Papen=Regierung hat der Reichsarbeitsminister sich beeilt, offen auf die Seite der Unternehmer zu treten und gegen die Arbeiter und die Gewerkschaften unverhüllte Drohungen auszustoßen, daß die Regierung aus„der Verletzung der Friedenspflicht" des Tarifvertrages weitgehende Konsequenzen ziehen könnte. Die freien Gewerkschaften haben gegen diese Erklärungen des Reichsarbeitsministers sofort Stellung genommen und ihm geantwortet, daß sie ganz anderer Auffassung sind. Aus dem Bundesbüro des ADGB. wird uns dazu geschrieben: Der Reichsarbeitsminister hat am 24. September in einem Interview Stellung genommen zu den sich aus der Durchführung der letzten Notverordnung ergebenden Streitfragen. Er vertritt die Auffassung, daß ein Streik der Belegschaften gegen die Durchführung der Lohnkürzungen mit der Friedenspflicht der Tarifträger kollidiere. Wir haben in aller Oeffentlichkeit dargelegt, inwieweit unseres Erachtens eine völlig klare Rechtslage in diesen Fällen hinsichtlich der Friedenspflicht besteht, so daß Abwehrbewegungen sehr wohl im Rahmen der zur Zeit geltenden Gesetze auch die Unterstützung der Gewerkschaften finden könnten. Diese unsere Auffassung wird geteilt von zahlreichen namhaften deutschen Arbeitsrechtlern. Wenn der Reichsarbeitsminister eine andere Auffassung vertritt, so steht eben Rechtsauffassung gegen Rechtsauffassung, über die zu entscheiden Aufgabe der Arbeitsgerichtsbarkeit ist. Insoweit gibt uns das Interview keine Veranlassung zur Stellungnahme. Anders jedoch, wenn der Reichsarbeitsminister versucht, die Arbeitslosen gegen die in Arbeit Stehenden auszuspielen. Er sagt, daß er grundsätzlich nicht geneigt sei, zu glauben, daß eine erhebliche Zahl von Arbeitern, die noch einen Arbeitsplatz haben, wegen einer geringen Lohnkürzung den„Arbeitslosen, die mit ihren Frauen und Kindern lange genug gedarbt haben, das Rech auf Arbeit und den Eintritt in das Arbeitsverhältnis verwehren wollen". Wir müssen uns mit aller Entschiedenheit gegen eine solche Unterstellung wenden. Die deutschen Arbeiter haben seit langem gerade im Hinblick auf die Notwendigkeit, Erwerbslose wieder in die Betriebe zu ziehen, von der deutschen Regierung die generelle und weitgehende Verkürzung der Arbeitszeit gefordert. Sie sorderten die allgemeine 40=Stunden=Woche. Angesichts der in der Regierung und bei den Arbeitgebern obwaltenden Bestrebungen, das deutsche Lohnniveau zu senken, waren sie sich im klaren, daß die von ihnen geforderte Arbeitszeitverkürzung nicht kompensiert werden würde durch einen Lohnausgleich. Wenn sie trotzdem immer und immer wieder und leider vergeblich von der Regierung energische Maßnahmen zur Verkürzung der Arbeitszeit verlangten, so boten sie damit dem gesamten deutschen Volke das Beispiel einer großherzigen Klassensolidarität, einer Solidarität der in Arbeit Stehenden mit ihren arbeitslosen Genossen, wie sie noch zu keiner Zeit irgendeine Klasse in Deutschland geboten hat. Wogegen sich die Arbeiter wenden, ist, daß nunmehr durch die Notverordnung die mit einem erheblichen Lohnausfall verbundene Herabsetzung der Arbeitszeit zu gleicher Zeit noch zu einer Senkung des Tariflohnes führen soll. Ihr Arbeitseinkommen soll von zwei Seiten her beschränkt werden. Die Arbeiter wissen überdies, daß diese durch Notverordnung ausgesprochene Lohnkürzung zu einem weiteren Verfall an Kaufkraft und damit zu einer Gefährdung jedes Arbeitsbeschaffungsprogramms, auch des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung, führen muß, um so mehr, als dieser Lohnabbau sich keineswegs auf die Betriebe lokalisiert, die durch Mehreinstellung ein Recht auf Lohnabbau herleiten zu können glauben. Die Arbeiter wissen weiter, daß die Durchführung dieses Teils der Notverordnung den Tarisvertrag aufs höchste gefährdet, weil er künftig seine Funktion, eindeutig und klar den Lohnsatz festzusetzen, nicht mehr erfüllt. Es handelt sich also nicht darum, daß die zur Zeit beschäftigten Arbeiter den Arbeitslosen den Arbeitsplatz verwehren„wegen einer geringen Lohnkürzung“. Wären alle Bevölkerungskreise zu den Opfern bereit gewesen, die die arbeitende Bevölkerung im Interesse der Gesamtheit bereits gebracht hat, es stände besser um Arbeitsmarkt und Wirtschaft. Wenn sie Lohnkürzungen ablehnt, so deshalb, weil sie für sich und damit auch für die Millionen der Arbeitslosen zugleich die Grundlagen ihrer Existenz und des deutschen Arheitsrechts verteidigt. Der Vorstand des ADGB. hat sofort nach der Ankündigung der Notverordnung durch den Reichskanzler Stellung genommen. Er hat einmütig festgestellt, daß die Gewerkschaften die mit den Plänen der Reichsregie. rung verbundene Absicht, den Tariflohn nach erfolgten Neueinstellungen zu senken, bekämpfen werden. Unrichtig ist auch die Erklärung des Ministers, daß die gegen einen Lohnabbau gerichteten Bestrebungen der Gewerkschaften mit den von den deutschen Arbeitern in Gens erhobenen Forderungen„in unlösbarem Widerspruch" stehen. Die deutschen Gewerkschaften sind zusammen mit den Gewerkschaften aller Länder eingetreten für eine möglichst schnelle internationale Durchführung der 40= Stunden=Woche. Dem Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes lag das Verlangen der italienischen Regierung nach Einberufung einer diesbezüglichen Arbeitskonjerenz vor. Der Vorschlag ging ausdrücklich von der Erwägung aus, daß zur Ueberwindung der Wirtschaftskrise nicht nur eine Verkürzung der Arbeitszeit notwendig sei, sondern daß auch ein Ausgleich der Löhne erfolgen müsse, weil sonst die Kaufkraft der Massen zu sehr geschwächt werde. Die deutsche Regierung will durch ihre Notverordnung zu einer starken Verkürzung der Arbeitszeit drängen. Zu gleicher Zeit will sie aber — und das ist das Entscheidende— diese Verkürzung der Arbeitszeit verbinden mit einer Senkung der Löhne. Die Abwehrbewegung der deutschen Arbeiter gefährdet daher nicht im mindesten die auf eine internationale Verständigung gerichteten Arbeiten in Genf. Was sie aufs Schwerste gefährden könnte, wäre jedoch das Beispiel der deutschen Regierung, die zur Arbeitszeitverkürzung den Lohnabzug fügt. zu, Pgg. uam Peris, Wir streiten nicht darum, inwieweit eine Abkehr vom Tarifvertrag„die Stellung der deutschen Gewerkschaften erschüttert". Der kollektive Arbeitsvertrag wird erschüttert durch die Notverordnung. Nicht nur, daß er seine Funktion, eindeutige Lohnsätze festzulegen, einbüßt, sondern auch, weil die vollkommene Verschiebung des Konkurrenzverhältnisses der Betriebe zueinander bei den Unternehmern die Tendenz auslösen wird, vom Tarifvertrag loszukommen, und sei es durch Austritt aus den Arbeitgeberorganisationen, die Träger des Tarifvertrages sind. Verhindlich: erklärungen sollen nicht mehr ausgesprochen werden selbst in Fällen, wo es die soziale Lage einer ganzen Arbeitergruppe im sozialen Interesse notwendig machen würde. Wie die Allgemeinverbindlicherklärung zur Zeit gehandhabt wird, zeigt eine der jüngsten Entscheidungen des Reichsarbeitsministers, die die Allgemeinverbindlicherklärung eines Lohntarises in der Landwirtschaft ablehnt, da„der Wochenlohn von 10.20 Mark in der Spitze für den männlichen Arbeitnehmer bei voller Kost und Wohnung bei den derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnissen zu hoch erscheint“. Geht an dieser Einstellung des Reichsarbeitsministeriums in vielen Fällen die tarifvertragliche Regelung zugrunde, so werden damit keineswegs die Gewerkschaften„erschüttert“. fräulein Goliath als„Liebende Cattin' Sie beicht lürem Ehemann in der Kochzeitsnacht das Genick Alsonse Thuilliere in Paris, ein 27jähriger Kaufmann, war ein begeisterter Besucher von Zirkusvorstellungen. Besonders imponierte ihn eine Schaunummer: die Darbietungen der Athletin Henriette, die trotz ihres zarten Alters von 22 Jahren über das respektable Gewicht von 96 Kilogramm und eine ganze Waggonladung Muskeln verfügte. Gegen Alfonses Neigung war nichts einzuwenden gewesen, wenn er sich damit begnügt hätte, nur die zerrissenen Ketten, zerbissenen Nägel und verbogenen Eisenstangen seiner Angebeteten zu bewundern. Der junge Mann hatte sich jedoch in das starke Mädchen regelrecht verschossen und kam eines Tages auf die unglückselige Idee, dem Fräulein Henriette Gaillard seine Liebe zu gestehen. Von dieser Zeit an sah man die beiden tagsüber oft zusammen: Alfonse nahm sich neben seiner hünenhaften Braut wie ein kleiner Junge aus. Nichtsdestoweniger war er sehr eifersüchtig und eines Tages verprügelte er die starke Henriette vor den Augen des ganzen Zirkuspersonals, weil er sie verdächtigte, daß sie mit einem Stallmeister liebäugle. Schließlich wurde die Hochzeit angesetzt. Beim schmaus goß Alfonse sich ein wenig zuviel hinter die Binde und machte seiner jungen Gattin wieder eine Eifersuchtsszene. Es kam zu einem erregten Wortwechsel und Alfonse versetzte seiner Frau eine Ohrseige. Die Riesin wurde abwechselnd blaß und rot und biß die Zähne zusammen. Die Gäste zogen es vor, der weiteren„Aussprache“ zwischen den Eheleuten aus dem Wege zu gehen und verließen das Haus. Am nächsten Mogen fand man am Fuß der Treppe den jungen Ehemann tot auf. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß er einen Schädelbruch davongetragen hatte. Die junge Frau wurde ins Verhör genommen und gestand weinend, daß sie mittelbar die Schuld am Tode Alfonses trage. Ihr Mann sei nämlich nach dem Weggehen der Gäste erst recht rabiat geworden, so daß sie die Geduld verlor. Sie habe ihn am Genick gepackt, ihn in die Höhe gehoben und dann durch die Tür des Vorzimmers die Treppe hinabgeworfen. Was dann weiter geschah, habe sie nicht mehr sehen können, weil sie infolge der Aufregungen in Ohnmacht fiel. Die starke Henriette wurde von der Polizei bis zur endgültigen Aufklärung der mysteriösen Angelegenheit festgenommen. Mord Un Einem RRautsäue Ein neues Keiminalrätsel in London Bericht aus London. Die Kriminalisten von Scotland Yard bemühen sich um die Aufklärung einer rätselhaften Bluttat, deren Opfer der Sohn eines bekannten Londoner Rechtsanwalts und dessen junge Brau, Der junge Mann— sein Name ist Dudley Hudson— war mit seiner Braut Phyllis Howard im Theater gewesen und brachte sie nach der Vorstellung in seinem Wagen vor die Tür ihrer Bohnung. P 8128 Das junge Paar stieg aus dem Auto und unterhielt sich eine Weile vor der Haustür, als plötzlich einige Revolverschüsse ertönten. Gleich darauf wanden sich Hudson und seine Braut auf dem Boden in ihrem Blut. Sie waren durch die Kugeln des Unbekannten lebensgefährlich verletzt worden. Ein Arzt, der sofort von den erschrockenen Hausbewohnern herbeigerufen wurde, leistete den Schwerverletzten erste Hilfe und ließ sie ins Krankenhaus überführen. Hudson hatte zwei Schußverletzungen erhalten; eine Kugel durchbohrte seinen Oberarm, die zweite blieb im Schädelknochen stecken, nur wenige Millimeter von dem Gehirn entfernt. Das Mädchen erhielt einen Schuß in die Brust. Die Polizei untersuchte sofort den Tatort und nahm ausgedehnte Streifen in der ganzen Umgebung vor. Man fand jedoch keine Spur des Mörders; auch die Waffe konnte nicht gesunden Da die Straße um diese Zeit menschenleer und verlassen war, hatte auch niemand den tragischen Vorfall beobachtet. Die Bewohner der umliegenden Häuser waren erst durch die Schüsse alarmiert worden. Der Fall erregte um so größeres Aufsehen, als ja die Geschichte der romantischen Liebe Dudley Hudsons der Oeffentlichkeit nicht unbekannt war. Der junge Mann, dessen Vater über ein großes Vermögen verfügt, hatte sich in die bildschöne junge Stenotypistin verliebt und ihr einen Heiratsantrag gemacht. Hudsons Vater setzte dieser Verbindung lange Widerstand entgegen, bis es schließlich den jungen Leuten gelang, ihren Willen durchzusetzen und die Einwilligung des Rechtsanwalts zu erlangen. Das Attentat vor der Hochzeit. In zwei Wochen sollte die Hochzeit des jungen Paares stattfinden. Die rätselhaften Schüsse haben nun diese Eheschließung vereitelt und die Aufklärung des Kriminalrätsels dürfte letzten Endes bei den— Aerzten liegen. Denn nur, wenn es gelingt, einen der beiden Liebenden, die jetzt zwischen Leben und Tod schweben, zu retten, wird man Näheres über den mutmaßlichen Täter erfahren können. Allerdings kann diese Rettung nur mit dem Aufwand der größten ärztlichen Kunst gelingen. Besonders gefährlich ist der Zustand der Braut. Ihr ist das Geschoß ins Herz gedrungen, glücklicherweise so, daß sie am Leben geblieben ist und das Herz vorläufig weiter funktioniert. Die Aerzte hoffen, daß es ihnen gelingen wird, die gewagte Operation glücklich durchzuführen und die Kugel zu entfernen. Man nimmt an, daß möglicherweise ein unbekannter Verehrer des Mädchens die bevorstehende Hochzeit verhindern wollte und die beiden jungen Leute aus dem Hinterhalt niederschoß. Die Fahrt ins Blaue Von Lotte Kunze Es ist ein eigen Ding um das Unbekannte, das Ferne, das Ungewisse. In uns allen steckt ein kleines bißchen Sehnsucht nach der blauen Ferne, wir alle suchen jene wunderbare Blume der Romantik, die für jeden blüht, der sie zu erkennen weiß und es sind nicht die Schlechtesten unter uns, die diese Neigung am stärksten empfinden. Es war daher ein ausgezeichneter Gedanke, der die deutsche Reichsbahn dazu bewog, diese Sehnsucht in ihren Dienst zu stellen. Die Reichsbahn hat neuerdings in verschiedenen Städten Deutschlands sogenannte„Fahrten ins Blaue“ eingeführt. Jeder kann für einen bestimmten Betrag an diesen Fahrten teilnehmen, und er kann überzeugt davon sein, daß man ihn nicht übervorteilen wird. Denn der besondere Reiz der Fahrt besteht darin, daß der Reisende bis zum letzten Augenblick nicht weiß, wohin die Reise eigentlich geht. Man fährt eben ins Blaue, man fühlt sich als Schützling Fortunas, man ist romantisch angehaucht und läßt sich überraschen... Es ist fast schade, daß man nur so selten Gelegenheit hat, an solchen Fahrten ins Blaue teilzunehmen. Aber dafür gibt es andere Möglichkeiten, Ungewißheit, Hoffnung, Ueberraschung auszukosten. Es genügt ja ein Los für die Preußisch=Süddeutsche Klassenlotterie und eine monatelange„Fahrt ins Blaue“ steht uns bevor. Von Klasse zu Klasse, von Ziehungstag zu Ziehungstag wächst die Spannung, winkt die glückliche Ferne uns immer lockender zu. Der Lotterieeinnehmer ist unser freundlicher Begleiter auf diesem mit Hoffnung gepflasterten Pfad. Werden wir dieses Mal die leuchtende Blüte der Romantik finden? Wird uns bei der nächsten Ziehung ein großer Gewinn beschert sein? Es gibt viele Blüten der Romantik— und es gibt viele Gewinne bei der Preußisch=Süddeutschen Klassenlotterie. Einmal werden auch wir die Glücklichen sein und wenn es nicht gleich beim ersten Male der Fall sein sollte— eine Fahrt ins Blaue ist nie vergeblch— oder immer... Denn was wäre das Leben ohne Hoffnung? 8 —— K 1 J. O. Reineich: Weder Sonst stand das kleine Haus hoch oben argierz Fgresehne sam und verlassen; nur das gleichmäßige Letausch des blaplum Manchnal saß Hedel, die Urentelin, auf der hohen Schwelle und spielte mit einer Puppe, die keine Augen und keine Haare mehr hatte. 976 Heute gingen schweigsame Leute in schwarzen, schweren dern über die Schwelle. Vorsichtig machten sie einen großen Schritt. Die Männer nahmen dabei den Hut ab. Hedel durft nicht mit der Puppe spielen, sondern saß ängstlich neben der auf einer wollte sie sprechen, aber die Großmutter stieß sie leise an: stille sein! Ich kam in ihre Nähe und hätte sie fast gar nicht erkannt in ihrem hochgeschlossenen, schwarzen Kleidchen. Sie lächelte, als sie mich gewahr wurde. Fast gleichzeitig sahen wir auf den Toten, dessen hageres Gesicht aus der weißen Staffierung des Sarges ragte; seine Hände lagen, ungewöhnlich gefaltet, über der in weißem Leinen versunkenen Brust. Uupere Dutzend schwere Gewitter über das kleine Eulengebirgsdorf hindue Maulr Pelichen, Gr an. be uis Geun uie un e. Bichtung des Salzbrunners, wie richtig die geschrieben sei, un wie die Leute darüber geschimpft hätten, früher.„S. äben nie gewußt, wie mer gelabt missa schufta, lieber Härr! Oaber jitze, jitzt gieht's'n salber Kroaga, jitzt sahn se's woll ei!“ Er sagte das ganz Se den Lescske goe. eain. a. e. bla— Bium.. vumbiopun, gfarer sprengte aus filbenDominus bobiscum... Der Geutter preigern, Gergrauch verweagten sich leide Beihnrauchwilcher G. J5e4zs von veFür einen Augenblick stockte ihre Geschäftigkeit, als sie das weiße Peis sie Pöneuenz— da sah ich maug einAls einer der Letzten verließ ich, dem Zuge folgend, das Haus. Ich wandte mich um und sah hinter einem Vorhang von mir richtig bewußt, daß der Weber August Kahlert gestorben war Bechesten ißem Leinen versunteger ue Der Weber August Kahlert war also tot. Und die Hände, uod vo., Do pent schlchten Brillenglasern seine halb erlosche. aber daß die Hände ineinander Gzer-spiherpruge Der alte Kahlert schlief zeitebens Zegergewpinn Das weiße Leinen ging hinein nach der Stadt, wo ein sprechen, den be für Hon anr pie Porte, die unten in der Stadt der Blitz wagte sich an sie heran, obgleich alle Sommer ein ttischer und sparsamer Haushaltsführung, gehört die Kunst, Reste in der Küche nicht umkommen zu kassen. Dabei neuer Einkleidung zu Tisch bringen. Brozece,„escenztite weg eosten gorordenen Scheben Heni der Rehael faicht sKunelig wird. Hat man le biel hehatr se jag man haften Gerichte daraus herstellen, für die nachstehend die Anweisung gegeben wird. Zunächst wird man vielleicht eine Brotsuppe kochen. Hierzu weicht man das Brot mit heißem Wasser ein und kocht es dann richtig weich, worauf man es durch ein Sieb rührt. Man tut so viel Wasser daran, daß man eine dickliche Suppe erhält, und gibt nun Zucker nach Gegut mit Butterflöckchen, tut ir Scheiben geschnittene belegt sie gur mi. Ballerstbachen, kul in Scheiben goschirit. Die Geschichte von der Spitzmaus und der Zitternase Von G. Th. Rotmann (Nachdruck verboten.) 105. Am nächsten mal schreiben, was für liebe Kinder ihr seid!“ sagte er, und sing sofort mit dem Brief an. Weil er an diesem Morgen zum Bürgermeister mußte, hatte er den Zylinder aufgesetzt. Aepfel darauf, die man mit Zucker und Korinthen bestreut, darauf wieder Schwarzbrot, Butterflöckchen, Aepfel, Zucker, Korinthen und nochmals Schwarzbrot, das man obenauf wieder sehr dicht mit Butterflöckchen belegt. Wird in mäßig heze Ofen gebacken, etwa eine Dreiviertelstunde lang, bis die fläche eine goldbraune Kruste gebildet hat. Wird mit Zucker beeus und vorn gege ser. Gätterspeise. Das geriebene. bvorioro:,(Hez Schparzgroh) woird mit Zucker, dem etpas oder weitälisches Schwarzbrot) wi.,„(ichte ut sehe Kakao untergemischt ist, in eine Glasschale get#i# Schicht Brot legt man Marmeladehäuschen und eine## Schlagsahne. Die oberste Schicht muß Schlagsahne bilden, oie mit Marmelade oder eingelegten Früchten belegt wird. Schi zuzubereiten und vorzüglich im Geschmack. Eine andre Form der Götterspeise, die ebenfalls sehr schmackhaft ist, bereitet man, indem man das geriebene Brot mit Zi mischt und eine Schicht im eisg, Hoglsche getzan, die berstellen. Man vimmt eine Vomig Patter bestreicht und tut leicht 20 Minuten dauert. Darauf schiebt man den Ti Erdbeermarmelade und gibt obendrauf eine dicke Nan muts bus gerichene Grosbrn u. S63 4S ia. eiz, Seche Sobald es erkaltet ist, wird es in einem Mörser sein brauch auf. Zu dem Grobpudding klocht man 24 Liter Milch ser auf und gibt es zu der Masse. Sebald diese zu erstarren ischt abe aut, Von zeif geworden ist, mit Marmelade oder sobald sie stei, geuete., unt Nulmelade oder Früchten und gibt Fruchtsoße dazu. Zu erwähnen ist noch, daß Schwarzbrotscheiben sich zum AN IDEER 106. Als er mit dem Schreiben fertig war, legte er den sort auns Lesen, Wver zigziusige Tinte miten über den Prief um... und da lief die diehftüssige Einke mitten über den Diie in den Hut des Herrn Lehrer. „Ja, ich werde morgen zu Obbe Dreesen gehen und mir die Geschichte von Wieben Peters erzählen lassen“, sagte sie, wie aus einem tiefen Traume heraus. Von Kurl von der Eider 36)(Fortsetzung.) trösen, sagte sie keise. Ihr Geschisausbruck verinderte sich Liete hörte interessiert zu, doch wurde ihr der ZusammenPeters?“ fragte sie.„Ich habe den Telse war in die Küche gegangen, um Milch zu holen. Hartalte, Geschchte. Laß sie dir Sie franten ihe Mich, Liete und und donnten bod vich, agher Teise wicg ihr gesgickt aus. speißen Woltenbälle mit rosigem Schein. Selisame Gebilde weißen Wollenbaue mit losigem Schein. Seltsame Ge rend sie durch auf einem Siegeswagen und um ihn herum schwebten Hunile junge Mädchen blickte mit starren Augen auf das Wolkengebilde, daß Hartwich sie wecken mußte. „Die Geschichte von Wieben Peters“, krähte Obbe,„Deern, nicht?— Ach du meine Güte, du kennst noch nicht die Geschichte Liete schüttelte ungeduldig nicht. Erzähle doch schnell. War er ein großer Mann? Tat er „Freilich war er ein großer Mann. Er wird wohl seine sechs Schuh gemessen haben. Dazu war er ein gewaltiger Held Land gefahren wurde, da haben sie nicht mal seine Leiche geehrt. Eine Frau ist an den Wagen herangekommen,— ver hat er Haare aus dem Bart gerisen und Pger fgnnie sich segen asen Er war so lang, daß er ihn flechten konnte, und wenn er etwas vor bote un Basz war für seine Getteuen allenal ein gutes Zeichen. Er ist hinterher auch noch geköpft worden, obwohl er Rache genommen an dem ganzen Dithmarscher Lande. Da war „Doch, er hieß so. Groß und ritterlich ist er gewesen, einer Oöbe erjählte weiter. Sie war in ihrem Fahrwaser und gebrauchte weder Steuer noch Ruder; es g Liete war sonst immer eine dankbare Zuhörerin geweser und hatte sich nie etwas entgehen lassen; aber heute rückte sie Veranworieh or de Hertaktlonen,(greichgertnich- Linch, bas Gusfoer Bdltcher: Feuleton: Alvin Beiomung, ungollischer feil: will Weinauge: aureli. Heiurieb, Wente Zöchum, Phlipg, Sommeriad Bockum Willen: Sämlich in Derimund-ud Wanne Eickel: Fritz Sauerwald, Herne. lanm. Voder beiter Kann, Boseo, Aseg Lager, CSelensehens., Leit Reckinshausen: Oite„iseseg, Keflnchausen. Aonaterland: Aug Freugeninsl. Münster Siegen: iserung sondern A—s„Porn und leuchtete keine Begeistelung, fonnern Zorn, heller Ze ehe noch der Schluß kam, sprang sie auf und lief davon. Das Ende der Geschichte erzächlte Obbe ins bere.„6 gen ere Draußen schüttelte das Mädchen den Kopf, Gedanten häbliche Fliegen, die be je bhestimrntem Pone zu sch „Er ist es nicht“, sagte sie in so bestmun# Tone zu sich selber, daß sie es unbedingt glauben mußte.„Er ist ein He leiden.“ Danach summte sie nach einer selbst erfundenen Melodie vor sich hin: „Friske, riske, stolte Degen, De ehr Hoved in de Wolken drägen.“ Es wurde stiller in Büsum und auch im Hause des Doktors. „Sie war'ne lütje Swölk(Schwalbe)“, sagte Hinnerk.„So lange sie da war, dachte man, das müßte so sein; aber nun wieder weg ist, merkt man erst, daß sie einem fehlt.“ „Tünkram“, sagte Jule mit vernichtendem Blick.„Es ist Veränderlichteit in der Natur, weil es, Herbst, wird, das ist das Ganze. Hier werden bald andere Swollen Piegen.“ Ja, es wurde Herbst. Die letzten Blumen im Garten vermoderten und verwehten, ehe sie noch voll erblüht wargn.... einziger Sturm legte die buntbelaubten Bäume kahl, uis wollte er sie abstreifen und aus ihnen Besen machen. Seltener zogen die Krabbenfischer aus. Wenn Hanna Bubdom ung sie unter iher Nannacke einen ser gzeft. guan, wärmer. Sie hatte den blauen mit der hellen Bo.„warz Mit Hein ging wieder eine kleine Veränderung vor. Er bekam einen neuen schwarzen Anzug, den er jeden„Sonntag Dorf spazieren führte. Dazu trug er blanggenichste Stiefel, Kragen und Schlips. Für die groben Arbeiten auf dem Schife und im Haushalt wurde ein Junge angenommer,. erben, das Michel Behbers im Laufe der Jahre zusammenLASSEE 1076 Staueft Sesch Unbequente Leugenaussagen ein vielberasteter Revotverschuse *d Wattenschoider Lend.I 9l. Herren der Sommerdellenstraße“ Die weitere Beweisaufnahme in demv Wartenscheiver Landfriedensbruchsprozeß vor dem Sondergericht in Bochum ergib mit immer größerer Deutlichkeit die wahren Ursachen der blutigen Zusammenstöße in der Sommerdellenstraße vom 26. Juni. Fest steht vor allem, daß die Nationalsozial####n bei ihrem Ausmarsch Schußwaffen bei sich geführt und von diesen ausgiebigen Gebrauch gemacht haben, als sie den Bewohnern der Häuser gegenüberstanden. Es is. noch nicht einmal ausgeschlossen, daß der getötete Brawski von seinen eigenen SA.=Kameraden erschossen worden ist. Diese hatte auch der als Zeuge vernommene Rektor M., der von seinem Fenster am Gartenring eine Gruppe Nationalsozialisten, aus der in Richtung Sommerdellenstraße mehrmals geschos worden ist„beobachtet hat. Mit aller Bestimmtheit hat er den SA.=Mann Mahne in dieser Gruppe gesehen. Der Zeuge war es auch, der dem Blutvergießen ein Ende machte, indem er durch telephonischen Anruf das Ueberfallkommando herbeizitierte. Er hatte den Polizeibeamten den Standort der Nazischützen genau beschrieben und war um so erstaunter, daß der Ueberfallwagen bei seinem Eintreffen achtlos an der Nazigruppe, die einen schönen Fang abgegeben hätte, vorbeifuht.,# Fragen nach der Mitgliedschaft zur Sozialdemokrarischen Partei und einem viel später geführten Telephongespräch mit dem Vorsitzenden des Wattenscheider Reichsbanners versuchte der Verteidiger der Nebenkläger vergeblich, den nachhaltigen den die Persönlichkeit des Rektors und seine durchaus objektive Aussage auf das Gericht machte, zu verwischen. Die weitere Zeugenvernehmung bestätigte weiterhin die Feststellung, daß sich die Nationalsozialisten als„Heiten der Sommeluchem“ aufgespielt haben. Der Stein, der das geschlossene Fenster der Wohnung Cirkel zertrümmerte, ist von einem SA.=Mann geworfen worden, und als die Braunhemden, die volle Breite der Straße einnehmend, daherstürmten, hat deren Führer das Kommando:„Pistolen raus, Straße frei!“ gegeben. Den denkbar schlechtesten Eindruck machte ein Nazizeuge wie auch der SA.= Zeuge Schittko auf die Richter. Nachdem er zunächst die in seinem Vernehmungsprotokoll stehende Aeußerung:„Jungens, ran, wollen mal säubern!“ glatt abgestritten hatte, gab er den Ruf erst dann zu als der Richter ihm vorhielt, daß vielleicht eine Notwehrhandlung vorgelegen haben könne. Der vielbelastete Revolverschütze Schittko gar wollte von allem überhaupt nichts wissen, sondern weitab vom Schuß gestanden haben, um seinen blauen Son tagsanzug nicht in Gefahr zu bringen. Die Vernehmung von Kriminalbeamten wegen der umstrittenen Vernehmungsprotokolle nahm einen breiten Raum in der Verhandlung ein. Alle Zeugen wollen nichts davon wissen, daß die Nachforschungen bei alle teiligten nach Schußwaffen irgendeinen Erfolg gezeitigt hätten. Lebiglich eine Schrelschubpistole und Tangsichgegligd esione worden, die aber, bezeichnenderweise, sozialisten gehörten. Die Verteidigung der Angeklagten überreichte dem Gericht als Fundstück eine Revolverkugel mit der Benennung von zwei Zeugen, die gesehen haben, daß ein SA.= Mann die Kugel fortgeworfen= hat.„ Die Rechtsliberalen unterstützen Macdonald. Bei einer Zusammenkunft der sogenannten Simon=Liberalen wurde eine Entschließung angenommen, worin der Ueberzeugung Ausdruck gegeben wird, daß der Fortbestand der nationalen Regierung angesichts der ernsten Probleme, vor denen die Nation und die Welt stehen, unbedingt notwendig sei. 190 SORtR im Jahre 1932 Berlin, 29. September.(Drahtmeldung.) Ministerium des Innern hat eine Statistik aufgestellt über di Todesfälle bei politischen Ausschreitungen vom 1. Januar d. I. an. Daraus ergibt sich, daß bis zum Abschluß der Statistik am 23. September insgesamt 155 Personen getötet worden sind. Dadurch, daß am vergangenen Sonntag bei Zusammenstößen in Köln ein Kommunist von Polizeibeamten erschossen wurde, erhöht sich diese Zahl auf 156. Im einzelnen stellt sich die Statistik folgendermaßen da: Im Januar wurden acht Nationalsozialisten und zwei politisch nicht näher bezeichnete Personen getötet. Im Februar drei Nationalsozialisten und drei Kommunisten, davon einer durch die Polizei, sowie zwei Sonstige. Im März zwei Nationalsozialisten und neun Kommunisten. Im April zwei Nationalsozialisten und drei Kommunisten und ein nicht näher Gekennzeichneter. Im Mai zwei Nationalsozialisten, vier Kommunisten und ein nicht näher Gekennzeichneter.„ 4i5, Im Juni 14 Nationalsozialisten und juns Kommunisten, davon drei durch die Polizei. Im Juli 38 Nationalsozialisten, 30 Kommunisten, vier Angehörige des Reichsbanners, der SPD. oder der Eisernen Front und 14 nicht näher gekennzeichnete Personen; von diesen Todesopfern des Juli waren 32 Nationalsozialisten, 16 Kommunisten, vier Angehörige der Eisernen Front und elf Sonstige von Zusammenstößen, die vor dem 20. Juli, dem Tage der Einsetzung des Reichskommissars erfolgten. Von den Juli=Opfern wurden acht Kommunisten durch Polizeibeamte getötet. Unter der Zahl der politisch nicht näher Gekennzeichneten in der Statistik besinden sich zwei Polizeibeamte.. Mof. a.g iuen 8. Im August belief sich die Zahl der Opfer auf einen Nationalsozialisten, zwei Kommunisten, vier Angehörige der Eisernen Front und einen nicht näher Gekennzeichneten. Mosley gründet eine falchiltilche Partei London, 29. September.(Drahtmeld.) Sir Odwald Mosley, einst Konservativer, dann eines der vielversprechendsten jüngeren Mitglieder der Arbeiterpartei und zuletzt begeisterter Anhänger Mussolinis, hat sich zum Verkünder des Faschismus in Großbritannien erklärt. Die„neue Partei“, die er nach seinem Ausscheiden aus der Arbeiterregierung gründete, soll fortan den Namen„Britische Union der Faschisten“ führen. Einspruch gegen Kommunalwahlen vom Staatsrat in Preußen erhoben Berlin, 29. September.(Drahtmeldung.) In seiner heutigen Vollsitzung hat der Preußische Staatsrat mit 74 Stimmen aller übrigen Parteien gegen sechs kommunistische beschlossen, Einspruch gegen das vom Preußischen Landtag verabschiedete Gesetz zu erheben, wonach die Kommunalwahlen in Preußen zusammen mit der Reichstagswahl am 6. November stattfinden sollten. Die Gründe der Staatsratsmehrheit kommen in dem gebilligten Beschluß der Staatsratsausschüsse zum Ausdruck. Mit der Fraktion der Arbeitsgemeinschaft stimmte auch deren Mitglied, Reichsinnenminister Freiherr von Gayl, gegen die Vorverlegung der Kommunalwahlen. Der Staatsrat wird am Dienstag, dem 18. Oktober, wieder einen Sitzungsabschnitt beginnen. Wie das Nachrichtenbüro des V2Z. meldet, könnte nur eine Zweidrittelmehrheit des Landtages den Einspruch des Staatsrates gegen die Durchführung der Gemeindewahlen am 6. November wirkungslos machen. Da aber die Mehrheitsverhältnisse im Landtag dahin feststehen, daß eine solche Zweidrittelmehrheit nicht zu erreichen ist, gilt es als unwahrscheinlich, daß das Landtagsplenum wegen dieser Angelegenheit noch einmal vor den Reichstagswahlen zusammenberufen wird. Die verhinderten„Revolutionäre“ Im Hauptausschuß des Preußischen Landtags wurde ein nationalsozialistischer Antrag, den„Deutschen Freidenkerverband“ zu verbieten, mit 9 gegen 7 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten nommen. Die meisten Kommunisten fehlten bei der AbWmmung Die Deutschnationalen unterstutzten den Antrag mit der Begründung, mit seiner klugen Zurückhaltung sei der„FreidenkerVerband" viel gefährlicher als die Gottlosen=Organisationen der Kommunisten. Das preußische Kultusministerium ließ erklären, die Regierung sehe keinen Anlaß zu einem Verbot, und einzelne Verstöße von Mitgliedern der Ortsgruppen könnten dem Gesamtverband nicht zur Last gelegt werden. Beachtenswert war die Haltung des Zentrums. Seine Sprecher mahnten zur Toleranz, und ein Zentrumsgeistlicher fügte hinzu, daß der Staat keinesfalls das geeignete Instrument sei, dem Menschen die Gläubigkeit zwangsweise beizubringen. Er habe nur die Pflicht, Auswüchse in der Propaganda zu bekämpfen. Sollte später wirklich einmal die Kirche terrorisiert werden, so wolle er lieber unter dem Terror leiden, als jetzt sein Gewissen durch Intoleranz belasten. An der Abstimmung beteiligte sich das Zentrum nicht. Die Lage im Erdbebengebiet Athen, 29. Sept.(Drahtmeldung.) Der griechische Torpedobootszerstörer„Pergamos“ ist in Cavalla eingetroffen. Er hatte 50 Menschen an Bord, die bei dem Erdbeben auf der Halbinsel Chalkidike verletzt worden sind. Ein Verletzter ist unterwegs gestorben. Die Hilfeleistung für die Dörfer im Erdbebengebiet gestaltet sich außerordentlich schwierig. Die Beförderungsmittel bleiben vielfach stecken, da sich ausgedehnte Erdrisse gebildet haben. Einige Stunden vor der ersten Erschütterung begannen die warmen Quellen von Apollonia so reichlich zu fließen, daß in der Nachbarschaft Ueberschwemmungen eintraten, während der Arnaia=See, der 60 Kilometer vom Mittelpunkt des Erdbebengebietes entfernt lag, austrocknete. Nleues vom Neue Liebesgaben fur die Agräffer Die Zinssenkung für die Landwirtschaft Notar wegen Devisenvergehens verurteilt. Das Schöffengericht Berlin=Mitte verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den Rechtsanwalt und Notar Julius Glogauer wegen vorsätzlichen Vergehens gegen die Devisenverordnung zu einem Jahr Gefängnis und einer Geldstrafe von 5000 RM. 108 beladene Förderkörbe abgestürzt. An der Drahtseilbahn der Harz=Steinwerke Dietharz, die den Bahnhof mit dem Steinbruch verbindet und etwa 7½ Kilometer lang ist, riß aus bisher noch nicht geklärter Ursache das Förderseil. Alle 108 beladenen Förderkörbe im Gewicht von je zwölf Zentnern stürzten über 40 Meter in die Tiese. 8 Matuschka wird vom ungarischen Gericht verurteilt. Die Potsdamer Justizbehörden haben den Antrag gestellt, die Sache Matuschka zur Strafverfolgung an die ungarischen Behörden abzugeben, damit Matuschka auch wegen des Eisenbahnattentats bei Jüterbog nach ungarischem Recht abgeurkeilt werden kann. Oesterreich hatte bekanntlich bei der Auslieferung Matuschkas an Ungarn die Bedingung gestellt, daß nicht auf Todesstrafe gegen ihn erkannt würde.. Japanische Pacific=Flieger gefunden. Das Malgneamt erhielt von der amerikänischen Funkstation St. Paut(uiasta) einen aufgefangenen Funkspruch der japanischen Radiostation Otshishi, demzufolge die japanischen Pacific=Flieger, die seit einigen Tagen verschollen waren, sich am Mantann=Fluß(Alaska) befinden, von wo sie um Hilfe signalisieren. Wettlauf der„Kölschen Köbesse“. Die„Köbesse“, die Kellner in den Alt=Kölner Bierstuben, veranstalten am 4. Oktober in den Straßen Kölns ein Wettlaufen. Die Teilnehmer müssen dabei die Rennstrecke in möglichst kurzer Zeit und möglichst guter Haltung zurücklegen. Außerdem dürfen sie von dem Getränk, das sie auf einem Tablett tragen müssen, nichts verschütten. Bauchtyphus in der Kattowitzer Garnison. Unter den Soldaten der hiesigen Garnison ist, wie trotz der Geheimhaltungsversuche der Behörden nunmehr bekannt wird, eine Bauchtyphusepidemie ausgebrochen, die bis jetzt fünf Todesopfer geforpert hat. Insgesamt hat man bis jetzt 88 Erkrankungen gezählt. Greis und Greisin ermordet. In einem westfranzösischen Dorf sind zwei siebzigjährige Eheleute in der Nacht von unbekannt ermordet und ihrer Ersparnisse beraubt worden. Um die Spuren ihrer Tat zu verwischen, zündeten die Mörder das Haus an. Das Feuer schwelte aber nur unter Entwicklung starken Rauches, der von den Nachbarn am Morgen bemerkt wurde. Als man in das Haus eindrang, fand man die beiden alten Leute in großen Blutlachen tot auf dem Fußboden ihres Schlatzimmers ant. Die vom Reichspräsidenten am Dienstag unterzeichnete Notverordnung über die Zinssenkung für landwirtschaftliche Hypothekenzinsen ist am Donnerstag bereits in München veröffentDie von der Reichsregierung angekündigte neue Zinsregelung für landwirtschaftliche Schulden läuft darauf hinaus, daß eine zwangsweise Zinsstundung eintritt. Damit ist die zwangsweise Zinssenkung, die von den Agrariern verlangt, aber von sämtlichen Sachverständigen abgelehnt wurde, salten eiasten vorden. ae wircd aber nicht nur ein Teil der Verzinsung gestundet, sondern bei den erwähnten Kapitalhypotheken auch die Rückzahlung, falls die Hypotheken bis zum 1. April 1936 fällig werden. Das bedeutet nichts anderes als ein Moratorium von 3½ Jahren für landwirtschaftliche Hypotheken. In der Rede des Reichsernährungsministers Freiherrn v. Braun in Oeffentlichkeit dieses weitgehende MoraErst später erfuhr man davon. Die Rezu sein, daß es besser ist, der München wurde der torium unterschlagen. gierung scheint der Auffassung zu sein, daß es besser ist, Oeffentlichkeit schluckweise beizubringen, wie umfassend die neue Subvention an die Landwirtschaft ausgefallen ist. Die Art, wie heute wichtige gesetzgeberische Akte dem Volke mitgeteilt werden, ist auch ein Stück der'„grundsätzlich neuen StaatsWenn man jemandem etwas schenkt, muß immer einer da sein, der das Geschenk bezahlt. Bei dem Moratorium für die Landwirtschaft handelt es sich um die Frage, wie die Gläubiger den Zinsverlust, der immerhin zunächst einmal eintritt, tragen sollen. Auch hier ist ein Punkt in der Ankündigung der Reichsregierung, der, wie so viele andere, nicht geklärt ist. Soviel steht fest, daß die privaten Gläubiger den Verlust selbst tragen müssen. Das gleiche gilt für diejenigen Hypothekenbanken, bei denen der Anteil der landwirtschaftlichen Kredite am Hypothekenbestand unter 10 Prozent liegt. Den übrigen Hypothekenbanken wird eine finanzielle Hilfe vom Reiche zugesagt, wahrscheinlich in der Form, daß das Reich ihnen in entsprechender Höhe unverzinsliche Schuldverschreibungen abnimmt. In diesem Zusammenhang wird die Frage brennend, woher das Reich das Geld nehmen will. Wenn es heißt, die Geldgeber der Landwirtschaft müssen eine zweite Zinssenkung in Kauf nehmen, dann muß man auch daran denken, daß diese Geldgeber sich aus Sparern zusammensetzen, die den Ertrag ihrer Arbeit in Pfandbriefen sicher anzulegen glaubten, um für das Alter stwas zu haben. Zu diesen Geldgebern gehören auch die Sparkassen mit ihren vielen Einlegern. Hier liegen die Dinge wohl so, daß, die, Spar: kassen zu den Instituten mit unter 10 Prozent lang. lichem Hypothekenbestand zu rechnen sind. Ihnen rommt die verheißene Reichshilfe nicht zugute. Sie, die gerade die kleinen Sparer betreuen, müssen sehen, wie sie mit den verminderten Zinseingähgen auskommen. Streik in Friedrichstal bei Gummersbach Gummersbach, 29. Sept.(Drahtmeldung.) Die der Firma Hermann Baldus AG. in Friedrichstal ist seit gestern abend im Streik, da die Firma auf Grund der Notverordnung Mehreinstellungen vorgenommen hat, die zu einer Kürzung der Arbeitszeit und entsprechenden Senkung der Löhne führen sollten. 1100 Arbeiter bei Scherl im Streik Berlin, 29. September.(Eig. Drahtbericht.) Der Streik in der Berliner Scherldruckerei hat sich am Mittwoch verscharft Im Laufe des Tages haben sich die Zeitungsfahrer und die Hilfsarbeiter der Buchdruckerei dem Streik angeschlossen. Von dem gegenwärtigen Konflikt werden etwa 1100 Personen erfaßt. Scheitern der Lohnverhandlungen in Lancashire London, 29. Sept.(Drahtmeldung.) Die Lohnverhandlungen in der Spinnereiabteilung der Baumwollindustrie in Lancashire sind heute gescheitert. Die Arbeiter sind angewiesen worden, Widerstand zu leisten, falls die Kürzungen am 15. Oktober in Kraft gesetzt werden sollten. In der Sitzung der Grubensicherheitskommission im Oberbergamtsbezirk Dortmund gab der Vorsitzende einen Bericht über den Stand des Unfallwesens. Aus dem Bericht ging hervor, daß die Unfallziffer des ersten Halbjahres 1932, insbesondere die der tödlichen Unfälle, als„günstig“ zu bezeichnen ist. Ausstand bei der Schuhfabrik Stern in Gladbach=Rheydt. Donnerstag ist die Belegschaft der Schuhfabrik Stern& Co., insgesamt 180 Arbeiter, in den Ausstand getreten, weil sie mit der durch die letzte Notverordnung vorgenommenen Senkung der Löhne nicht einverstanden war. Rekordfänge der deutschen Heringsfischerei. Der Verlauf der diesjährigen Heringsfischerei hat bisher außerordentlich gute Fangergebnisse gezeitigt. Die größten Fänge wurden im Gebiete zwischen dem Fladengrund und der Doggerbank, dem sogenannten Gat, gemacht. Tagesfänge von 500 Zentnern waren keine Seltenheit. Leider ließen jedoch die Auktionspreise zu wünschen übrig, so daß trotz reicher Fänge, die Heringsfischerei in diesem Jahre bei weitem nicht so günstig abgeschlossen haben dürfte, als in den Vorjahren. Alsbergs großartiger Oktober-Verkauf heute um 10 Uhr, um 10 Uhr Heute um 9 Uhr, um 9 Uhr gehen die Vorhänge der 36 AlsbergSchaufenster hoch und zeigen die vielen Hunderte kostbaren, wertvollen Alsbergiade-Angebote, die man von 10 Uhr ab so billig, so billig kaufen kann. Sie dürfen keine einzige der tausend Billigkeits-Sensationen verpassen. Sie müssen genau über den gigantischen Wettkampf der ALSBERGAbteilungen Bescheid wissen. Sie müssen die ALSBERG-Angebote für die Herbst- und WinterWaren kennenlernen— damit Sie bares Geld sparen; betrachten Sie die Alsberg-Fenster— sie sind das Lohnendste und interessanteste von ganz Bochum. 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Oktober, abends 8 Uhr, bei Röthemeyer, Witten: Wichtige Filialversammlung, zu der freundlichst eingeladen wird. Referent Aug. Sievert. Stockum. Sonntag, den 2. Oktober, abends 6 Uhr, findet im Lokale Engel unsere Filialversammlung statt. Referent Genosse Otter. Jeder muß erscheinen. Kameraden des Reichsbanners, Gewerkschaftler und Sportler sind hierzu eingeladen. Arbeiter-Sängerbund Volkschor Herne. Heute, Freitag, nachmittags pünktlich um 5 Uhr: Gemischte Chorprobe. Da wir im Anschluß daran auf dem Rathausplatz unser Konzert abhalten, ist das Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Das Konzert beginnt um 7 Uhr. SA Herne, Freie Sportvereinigung u7, Abtlg. Handball. Freitag, den 30. September, spielt die 1. Mannschaft gegen die Stadtmannschaft Herne. Anwurf 3.30 Uhr auf dem Germaniasportplatz. Die Spieler trefsen sich um 2.30 Uhr im Volkehaus. Vorher spielt die Schülermannschaft in Horsthausen. Anwurf 2.30 Uhr. Herne, Freie Sportvereinigung 07, Abt. Fußball. Im Rahmen der Herner Verkehrswoche findet am Freitag, dem 30. September, auf dem Germaniasportplatz am Bahnhof Herne ein Fußballpropagandaspiel zwischen den Vereinen„Union“ Bergen und „Herne 07“ statt. Anstoß 16.30 Uhr. Stadtverband Herne. Freitag 7.30 Uhr im Heim am Bahnhof: Hermann=Löns=Abend. Leiter ist der Genosse Grieger. Sonntag treffen wir uns um 5.30 Uhr am Volkshaus und gehen nach Wanne zur SozialiHeute eingetroffen eine Ladung prima Einmach-P.laumen. Aepfel, Schöne von Boskop, Pfd. 15 Pig. Kochäpfel, Pfd. 10, 8, 5 Pig. Birnen, gute Luise, Pfd. 18 Pig. Kleintleisch, Pfd. 35 und 18 Pig. Sauerkraut, Pfd. 10 und 6 Pig. Fischfilet, bratfertig, Pfd. 29 Pig. Ausgabe von blauen Rabattmarken. Habedt, Wanne- Eickel, Hindenburgstr. 354, Bielefelder Straße 112 und Bickernstr. 2. stischen Abendfeier. Montag müssen sich alle Mitglieder an der Probe im Volkehaus beteiligen. Anfang 7.30 Uhr. Witten, Arbeiter=Rad= und Kraftfahrer=Bund „Solidarität“. Wir machen unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß am Sonntag, dem 2. Oktober, unsere Jahres=Generalversammlung im Vereinsheim stattfindet. Da wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen, hat ein jeder pünktlich zu erscheinen. Anfang Punkt 20 Uhr. Revisoren haben eine halbe Stunde früher zu erscheinen. Witten, Arbeiter=Rad= und Kraftfahrer=Bund „Solidarität“. Wir machen alle Genossen darauf aufmerksam, daß wir in der Erfrischungshalle des Genossen Gillmann eine Rad= und Motorrad=Hilfsstation eingerichtet haben. Ecke Herbede= und Verbandsstraße. Dort wird jedem Bundesgenossen geholfen mit Karbid und Flickzeug. ASB.„Vorwärts“, Kornharpen. Samstag abend 8 Uhr: Monatsversammlung bei Ruwe. Alle aktiven Spieler müssen unbedingt erscheinen. Tus 08, Abt. Kraftsport, Langendreer. Wir erinnern nochmals an die Lippstadtfahrt. Interessenten wollen bie spätestens 1. Oktober die Fahrt bezahlen, da sie sonst keine Berücksichtigung finden. Es kann dies in den Uebungsstunden gemachk werden, oder beim Kassierer Willi Noll, Kaiserstraße 62. Freie Sportvereinigung 07 Herne. Treffpunk: zum Spiel Union— Herne 07 am Freitag, dem 30. September, ist um 4 Uhr im Lokal Hindenburg. Bahnhofstraße. Die Spieler müssen punktlich zur Stelle sein. Anstoß 4.30 Uhr. Rest=Falken Bochum=Ehrenfeld und AltstadtHeute nachmittag 3 Uhr in der Bauhütte: Kasperletheater. Alle hinkommen. Rote Falken, Wanne. Heute, Freitag, findet in der Melanchthonschule unser Heimabend statt. Alles muß erscheinen. Rote Falken Rüdinghausen. Heute(Freitag) kommen wir nicht zusammen. Friedr. Scheiller, Walienscheid Voedestraße 94 Rind- u. Schweinemetzgerei Il. Wurstwaren# Gule Bedienung Billige Preise Verkauf auch auf den Märkten in Wattenscheid und in Linden bei Dahlhausen uie BisUte F. Fkaufsstatte in diesen schlechten Zeiten! Joucistenverein „Die Natursceunde Naturfreunde Wanne=Eickel. Sonntag, den 2. Oktober, besuchen wir die Abendseier der Soz. Arbeiter=Jugend um 19.30 Uhr im städt. Saalbau am Eickeler Markt. Eintrittspreis 0.20 Mark. Dienstag, den 4. Oktober, 20 Uhr, im Gewerkschaftshaus: Liederabend. SOZIALISTISCHE ARbchcRasecho Rüdinghausen. Heute(Freitag) kommen wir um 19(7) Uhr in der evgl. Schule zusammen. Kommt alle und seid pünktlich. Kaust Bücker VUr und nicht rückwärts gehn! asst Kunden enserote sehn! ich danke an dieser Stelle für treue Kundschaft, und will meinen Dank an alle verknüpfen mit einem OA.. meiner bewährten Kleidung für Heiren und Knaben zu auffallend günstigen Jublläumspreisen. Außerdem einen Jubiläums-Rabatt bis 10 Pcozent# ich bitte um zwanglosen Besuch meines Hauses. KALULEGSLE