SOTT Organ der werktätigen Bevölkerung für den Stadtkreis Witten Mitteilungsblatt der freien Gewerkschaften der Arbeiter=Sport= und Kulturvereine Geschäftsstelle: Witten, Johannisstraße 37, Fernsprecher 3627 Nr. 187 Witten, Mittwoch, den 15. August 1930 2. Jahrgang Anzeigenpreise: 1 mm Höhe 1 spaltig 7 Pf. auswärts 8 Pf., Arbeits= und Wohnungsmarkt und private Familienanzeigen 4 Pf., Reklameteil 40 Pf. Bei Wiederholung Rabatt, der bei gerichtlicher Beitreibung in Wegfall kommt. Annahmeschluß für Inserate nachmittags 4 Uhr Bezugspreise: Die„Wittener Volkswacht" erscheint täglich vormittags mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet freibleibend monatlich 2.40 Mk. (im voraus zahlbar) Einzelnummer 10 Pfennig Kündigung der Lohnordnung? Taktisches Manöver des Zechenverbandes Die Entscheidung fällt am 14. September Die Entscheidung über die Frage, ob es zur Kündigung, des am 30. September ablaufenden Lohntarises für den Ruhrbergbau kommt, wird noch Ende dieser Woche fallen. Die Unternehmerpresse meldet, es bestehe die größte Wahrscheinlichkeit, daß die Kündigung am 18. August von den Arbeitgebern ausgesprochen werde. Sie werde auch dann erfolgen, wenn eine kurzfristige Verlängerung der Tarifabmachungen auf Grund freiwilliger Verständigung zwischen Zechenverband und Zechenarbeitern oder durch Schiedsspruch erfolgt. Der Bergbau dürfe die Frage der allgemeinen Preisermäßigung nicht noch längere Zeit ungelöst lassen, denn die offiziellen Preise seien in Wirklichkeit nur eine Fiktion. Auch in dem größeren Teil des umstrittenen Gebiets würden die Listenpreise nicht erreicht. Die Verschlechterung der Arbeitslage zwinge zu einer Entlastung auf der Preisseite. Der Preisabbau könne jedoch nur in Verbindung mit einer Lohnsenkung vorgenommen werden. An eine Preissenkung ohne Lohnsenkung sei nicht zu denken. Die Situation im Ruhrbergbau ist also, wie man sieht, nicht ungefährlich. Die Zechenbesitzer sagen: kein Preisabbau ohne Lohnabbau: Die Bergarbeiter haben aber bereits deutlich zu erkennen gegeben, daß sie eine Schwächung ihres Reallohnes als Konfliktsfall betrachten. Die freigewerkschaftlich organisierten Bergarbeiter haben erst vor kurzem in Breslau auf ihrem Verbandstag durch ihren Vorsitzenden Husemann von Lohnabbau=Experimenten dringend gewarnt. Husemann erklärte mit besonderem Nachdruck, daß etwaige Versuche der Bergbauunternehmer, Lohnsenkungen vorzunehmen, von den Bergarbeitern unter keinen Umständen kampflos hingenommen würden. Er hoffe, daß diese Bemerkung von allen Stellen, die sie angehe, verstanden werde. Eine Verkuppelung der Lohn= und Preisfrage komme für den Verband nicht in Betracht. Der Lohnanteil an den Selbstkosten sei in der letzten Zeit ständig zurückgegangen. Der Förderanteil habe an der Ruhr im April 1318 Kilogramm betragen. Das seien genau 40 Prozent mehr als 1913. Der Förderanteil stehe damit rund 212 Kilogramm oder beinahe 20 Prozent höher als in England, dem Hauptwettbewerber. Von der Leistungsseite aus sei also somit kein Grund für eine Kürzung der Bergarbeiterlöhne zu erkennen und auch kostenmäßig liege kein Grund dazu vor. Bei einem Durchschnittslohn von 9 Mk., wie er jetzt an der Ruhr bezahlt werde, betrage der Lohnanteil 6,83 Mk. pro Tonne. Der ständig zurückgegangene Lohnanteil wirke auf die Preisbildung der Kohle nur an sehr nachgeordneter Stelle ein. Der Hebel müsse wo anders angesetzt werden, nämlich bei den unverhältnismäßig hohen Gewinnen, die in Abschreibungen stillen Reserven und in anderen nach außen abgedunkelten Bilanzposten steckten. Die Arbeitgeber erklären, an eine Preisermäßigung ohne Lohnabbau sei bei der ungünstigen Beschäftigungslage nicht zu denken. Sie vergessen, daß auch der Bergmann unter der ungünstigen Beschäftigungslage sehr empfindlich zu leiden hat. Die ungeheure Zahl von Feierschichten zeigt, was für Nackenschläge die Bergarbeiter infolge der Absatzschwierigkeiten zu erdulden haben. Was der 30. September, der Tag des Ablaufes des Lohntarifes bringen wird, hängt nicht zuletzt vom Ergebnis des 14. September, das heißt, vom Ausgang der Reichstagswahl, ab. Lohn= und Preisfrage sind auch Gegenstand der politischen Oekonomie. Bringt die Wahl für die Arbeiter einen Erfolg, dann werden sich die Unternehmer höchstwahrscheinlich sehr viel schneller und leichter als jetzt mit einem Verzicht auf Abbau des Reallohnes abfinden. Gewinnen aber bei den Wahlen die Scharfmacher und ihre Hilfsvölker, die Nationalsozialisten und Kommunisten, dann wird die große Lohnabbauaktion, die unter dem Kabinett Brüning eingeleitet worden ist, im Ruhrbergbau in verschärftem und verstärktem Tempo fortgesetzt werden. Raul-Geitels Kergecherutel Vier Nationalsoialisten gelten mehr als drei Kriminalbeamte Hannover, 12. Aug.(Eig. Drahtbericht.) Am Dienstag konnte endlich der Prozeß gegen Goebbels stattfinden, nachdem er bisher zwei Mal wegen angeblicher Erkrankung Goebbels vertagt worden war. Inzwischen hatte der Angeklagte sich eine Ausrede zurechtgelegt. Die Gerichtsverhandlung stand offenbar unter dem Druck der Nationalsozialisten, die in einer am Montag abend stattgefundenen Versammlung auf den Prozeß hingewiesen und aufgefordert hatten, vor Gericht zu erscheinen. Die Folge war ein riesiger Andrang. Das Gericht verlegte die Verhandlung aus dem Schöffengericht in den großen Schwurgerichtssaal. Alle Bänke waren besetzt. Selbst auf den Zeugenbänken saßen Nationalsozialisten in Hitleruniform. Auch die Zeugen traten mit Hakenkreuzen auf. Das Gericht war also sichtlich dem Verlangen der Nazis entgegengekommen, und die Gerichtsverhandlung machte den Eindruck einer öffentlichen Wählerversammlung der Nationalsozialisten. Als Goebbels im Gerichtssaal erschien, wurde er von seiner Horde mit lauten Heil=Rufen empfangen. Der Vorsitzende rügte zwar die Kundgebung, aber sehr lasch. Goebbels war wegen Beleidigung des preußischen Ministerpräsidenten Braun angeklagt worden, von dem er in öffentlicher Versammlung behauptet hatte, daß Braun von galizischen Juden bestochen worden sei. Der Angeklagte leugnete heute diese Beleidigung und behauptete, nicht Braun, sondern Bauer gesagt zu haben. Drei Kriminal= beamte erklärten unter ihrem Zeugeneid, daß Goebbels Braun gesagt habe. Goebbels ließ demgegenüber vier Nationalsozialisten aufmarschieren, die das Gegenteil bekundeten. Der Oberstaatsanwalt erklärte in seinem Plädoyer, daß er den Zeugenaussagen der Nationalsozialisten nicht viel Glauben schenken könne. Er glaube auch den Ausreden Goebbels nicht und halte ihn für schuldig. Er beantragte 9 Monate Gefängnis. Im Verlaufe des Plädoyers des Oberstaatsanwaltes kam es zu einem heftigen Zusammenstoß mit dem Verteidiger Goebbels, dem Rechtsanwalt Graf von der Goltz=Stettin, in dessen Verlauf der Verteidiger den Gerichtssal verließ und erst dem Plädoyer wieder im Saale erschien. Er beantragte Freisprechung des Angeklagten. Nach kurzer Beratung des Gerichts verkündete der Vorsitzende die Freisprechung wegen Mangels an Beweisen. Das Gericht hat also den Aussagen der vier Nationalsozialisten größeres Gewicht beigelegt, als den Aussagen der drei Kriminalbeamten. Nach Schluß der Verhandlung kam es vor dem Gerichtsgebäude zu einer nationalsozialistischen Demonstration, wobei Goebbels von seinen Anhängern Blumensträuße dafür überreicht wurden, daß er gekniffen hatte. Der bekannte Kieler Völkerrechtslehrer Prof. Dr. Walther Schücking gilt als ernsthafter Anwärter für den Posten eines im Juternationalen Gerichtshof im Wie Und aus Ventrunt Von Reineich Limberte In diesem Wahlkampf steht die Sozialdemokratische Partei gegen eine Welt von Feinden. Ob Nazi oder Deutschnational, ob„Volks“= oder Staatspartei, ob Zentrum oder Kommunisten, alle sehen sie in der Sozialdemokratie ihren schlimmsten Feind, den es mit. allen Mitteln zu bekämpfen gilt. Sie alle werden sich am granitenen Block der freien Gewerkschaften und Sozialdemokraten die Zähne ausbeißen! Die„Deutsche Bergwerkszeitung“ formulierte am 3. August die Wahlparole wie folgt: Hier Privateigentum, dort offene oder verschleierte Besitzfeindlichkeit. Hier freie Wirtschaft, dort Staatssozialismus. Hier persönliche Freiheit und Selbstverantwortung, dort Versorgungsstaat. Hier Anerkennung von Rente und Kapital, dort Gleichmacherei der Einkommen und Vermögen. Abgesehen von einigen Schiefheiten trifft diese Formulierung das, um was es in diesem Whlkampf geht: Mitgeltung der Arbeitnehmerschaft in Staat und Wirtschaft; Zerschlagung volksfeindlicher Monopolherrschaft; Lastenverteilung nach Leistungsfähigkeit; Sozialfürsorge als oberstes Staatsgebot. Trotz zehnjähriger Zusammenarbeit des Zentrums mit der Sozialdemokratie in den Fragen der Außenpolitik, trotz vieler Zusammenarbeit in sozialen Fragen hat das Zentrum neuerdings den Bruch mit der Sozialdemokratie vollzogen, hat es sich in unwürdige Abhängigkeit von erschreckend kleinlich denkenden Interessentengruppen begeben und damit eine Rechtsschwenkung vollzogen, die bei Fortdauer unheilvolle Ereignisse auslösen muß. Aber diese Rechtsschwenkung des Zentrums kam nicht von ungefähr. Den Zentrumschef Kaas hat seines Herzens Sehnsucht schon lange nach rechts gezogen. Bevor das Zentrum 1929 seinen Vertrauensmann in der Reichsregierung durch mehrere Minister ersetzte, informierte es sich gründlich und allseitig über die vom Kabinett Müller beabsichtigte Politik und dann erst trat es offiziell in die Regierung ein. Herr Kaas hatte diese Politik für selbstverständlich erklärt, als er am 6. Januar 1929 in einer Zentrumskundgebung in Rüdesheim sagte: „In dem Augenblick, wo staatspolitisch, wirtschaftspolitisch und sozialpolitisch eine Menge Fragen sich aufdrängen, für die noch keine geeigneten Lösungen vorliegen, wäre es für die Zentrumspartei geradezu tollkühn und unverantwortlich, wenn sie in die Regierung eintreten wollte, ohne vorher zu fragen, wohin der Weg gehen soll.“ Als das Zentrum gefragt hatte und eine zufriedenstellende Auskunft bekommen hatte, trat es offiziell der Regierungskoalition bei! Herr Kaas erläuterte diesen Schritt in einer Essener Zentrumskundgebung im 22. April 1929 wie folgt: „Daß tatsächlich eine andere ernsthafte Mehrheitsbildung in Deutschland zur Zeit ganz ausgeschlossen ist, ist ein„unbestreitbarer Erfolg", vielleicht der einzige, den Hugenberg bisher durch seine Parteidiktatur erreicht hat.“ Herr Kaas führte weiter aus, das Zentrum habe in den Wochen der Regierungsbildung „in führender Mitarbeit die sachliche Grundlage zu einem Regierungsprogramm gelegt, wie sie in dieser Ausführlichkeit und in diesem Ausmaß bisher wohl noch niemals zur Grundlage einer Regierung gemacht wurde.“ Er habe die Hoffnung, „daß diese Arbeit für die innere Konsistenz und Versachlichung der kommenden Regierungsarbeiten ein Fundament gefunden hat, das nicht mehr verlassen wird.“ Daß Herr Kaas während dieser Verhandlungen nicht immer erleichternd an der Bildung der großen Koalition mitgearbeitet hat, ist wohl unbestreitbar. Unvergessen ist sein Ultimatum an die sozialdemokratische Fraktion, in dem er verlangt, daß die sozialdemokratischen Minister für die zweite Rate des Panzerkreuzers A stimmen sollten. Das gleiche verlangte er von der sozialdemokratischen Fraktion, mindestens aber dürfe niemand gegen die Rate stimmen, sondern die Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion dürften sich höchstens der Stimme enthalten. Das sei die letzte, unveräußerliche, sachlich verantwortliche Konzessionslinie des Zentrums. Die Zentrumsfraktion billigte auf Anfrage diesen Standpunkt des Herrn Kaas, wollte aber den Brief nicht als Ultimatunm betrachtet wissen! Die sozialdemokratische Fraktion beschloß mit überwältigender Mehrheit, das Verlangen abzulehnen und gegen die zweite Rate für den Panzerkreuzer A zu stimmen. Das Zentrum ließ seine„letzte, unveräußerliche" Konzession fallen und trat trotz diesem sozialdemokratischen Fraktionsbeschluß der Koalition bei. Der Zwang zur Zusammenarbeit der Koalition lag wesentlich in außenpolitischen Dingen, der Ersetzung des Dawesplans durch den Youngplan. Es war zu erwarten, daß große innenpolitische Schwierigkeiten sich auftun würden, wenn dies Werk erledigt und die innere Lastenverteilung auf die Tagesordnung kommen würde. Herr Kaas gab denn auch bald seiner Sehnsucht nach einer anderen Koalition Ausdruck. Er erklärte es in Dortmund am 118. Oktober 1929 als notwendig, „wertvolle Kräfte konservativen und christlichen Denkens einzusetzen gegen das forcierte und unorganische Entwicklungstempo, wie es vielen sozialdemokratischen Vertretern des republikanischen Gedankens vorschwebt.“ Nun ist die Saat von Kaas aufgegangen und hat dem schafsenden Volk bittere Früchte gebracht. Wir haben keine Veranlassung, im Wahlkampf zu Gehässigkeiten, Lügen oder Verleumdungen zu greifen. Der Anschauungsunterricht, den die Regierung Brüning=Schiele dem Volk erteilt hat, sollte genügen, ihm die Augen zu öffnen. Wir haben aber auch keine Veranlassung, etwa mit Rücksicht auf Preußen oder auf in Zukunft etwa mögliche Koalitionen auf die klare und deutliche Aussprache bitterer Wahrheit zu verzichten! Eine Verständigung mit der Sozialdemokratie über die schwebenden finanziellen, wirtschaftlichen und sozialpolitischen Fragen war durchaus möglich. Das beweist schon die vielfache gemeinsame oder gleichartige Stellungnahme der freien, christlichen und Hirsch=Dunckerschen Gewerkschaften zu schwebenden Fragen. Man zog die Verständigung mit rechts vor! Eine schlechte Sache, die auch den Lebensinteressen breiter Zentrumswählerschichten ins Gesicht schlägt, bedarf zu ihrer Verteidigung allerlei Winkelzüge, die aufzudecken wir im Wahlkampf noch genug Gelegenheit haben werden. Heute sei nur einiges festgehalten. Herr Imbusch, einst wütender Kämpe gegen seinen Parteikollegen, den Arbeitsminister Dr. Brauns, stürzt sich sebstredend mit Elan in den Kampf gegen die Sozialdemokratie. Er erklärte auf der Essener Tagung der Landesarbeiterbeiräte der Zentrumspartei den Hieb als die beste Deckung. So hat er denn auch feste draufgehauen, aber er sollte doch nicht so sehr danebenhauen! Nach ihm hat die Sozialdemokratie schuld, daß es soweit gekommen ist: „Denke man mal an die Anträge, die sie gestellt hat. Sie ist nichts weniger als eine Arbeiterpartei. Sie wirkt so, daß hunderttausende Arbeiter um ihr Brot gekommen sind... Die Sozialdemokratie besetzt, was sie besetzen kann, und fällt denen in den Rücken, die für Ordnung sorgen wollen... Wie aber konnte die Sozialdemokratie in den letzten zehn Jahren so hübsch aus der Regierung gehen, wenn es schwierig wurde, und hineingehen, wenn Lorbeeren zu ernten waren.“ Das sind so einige Blüten aus der Rede von Imbusch. Waren wirklich 1923 in der schlimmsten Inflationszeit Lorbeeren zu holen? War es 1928 der Fall, als schon ein sehr großes Loch, vergrößert durch den Zentrumsminister Köhler, in der Reichskasse vorhanden war? Die Frage stellen, heißt sie beantworten! Und nun gar die Behauptung über die sozialdemokratische Personalpolitik! Das durfte wirklich nicht kommen angesichts der ingeniösen personalpolitischen Fürsorge vom Gesängniswärter bis zum Ministerialdirektor, wie sie beim Zentrum Tradition ist! Doch genug für heute. Wie wir das Zentrum kennen, werden wir noch totz ont Gelegenheit haben, uns mit ihm auseinander Stald Sune Sschhaltte! ir Marquardt vom Staatsanmalt im Kontgentkäter=Jr02 begutragt Berlin, 12. Aug.(Eig. Drahtbericht.) Im Prozeß gegen die nationalsozialistischen Mordbuben von Röntgenthal begannen am Dienstag die Plädoyers der Staatsanwälte, die in den Abendstunden in den Strafanträgen der Anklagebehörden gipfelten. Die Spannung im Saale ist groß, der Zuhörerraum dicht gefüllt. Auch die Angeklagten, die sonst so zynisch lächeln, haben das keck provokatorische Grinsen verlernt und merken, worum es geht. Der Röntgentaler Mordprozeß ist ein Aufklärungsprozeß ganz großen Stils insofern gewesen, als er mit bisher sonst noch nie erzielter Klarheit die bestialische Kampfesweise der nationalsozialistischen Rowdys und ihrer verirrten und verführten Nachläufer gekennzeichnet hat. Wie war von Anfang an alles sonnenklar, schwarz stand gegen weiß, und auch die demagogischen Mätzchen routinierter Rechtsanwälte konnten die fürchterliche Bluttat der Nationalsozialisten nicht von den Tätern und auch nicht von den intellektuellen Urhebern der Tat abwaschen. Die Plädoyers beginnen mit einer eingehenden juristischen Darlegung des Staatsanwaltschaftsrates Stehnig, der in sehr präzisen und sachlichen Ausführungen vorerst die schuldigen Berliner Hilfsmordgesellen der Nazis unter ihrem Führer Marquard kennzeichnet. Diese Gruppe besteht aus Renner, Schlenterr, Skusa, von Zittwitz, Schindler, Hitler-Garde Unter den jüngst wegen Ueberfalle auf das Reichsbanner verurteilten Hitlergardisten befanden sich zahlreiche Zuhälter und Schwerverbrecher „Acht Monat Knast hamse mir uffjebrummt!“ „Haste wieda'n Ding jedreht?“ „Nee— ick hab Politik jedroschen!“ Wiese, Kellermann, Heim und Marquardt. Staatsanwaltschaftsrat Stehnig gibt vor allen Dingen eine genaue Analyse der Entwicklung jenes blutigen Mordabends und zeigt an Hand zahlloser und unwiderlegbarer Beispiele die Planmäßigkeit des nationalsozialistischen Ueberfalles auf, der in drei Kolonnen in Angriff genommen wurde. Weiterhin behandelt der Staatsanwaltschaftsrat die Lage im Lokal Meisel und das stetige Bemühen der Reichsbannerleute, den händelsuchenden Nazis und ihren„Kanonen“ auszuweichen. Marquardt, so ruft Stehnig mit erhobener Stimme aus, hat mit dem Ruf„Achtung! Kanonen heraus! Gebt Feuer! das Signal zum Sturm auf Meisel gegeben. Daß die Nationalsozialisten sich nicht scheuten, auf wehrlose, in wilder Flucht befindliche Leute zu schießen, beweist der tragische Tod des ermordeten Kubowski, des Vaters eines zehnjährigen Kindes, der von hinten getroffen wurde. Mit welch ungewöhnlicher Gefühlsroheit der Ueberfall der Nationalsozialisten durchgeführt wurde, beweist der wohlgezielte Schuß auf Fräulein Tietz und auf Frau Meisel, die am Telephon standen, um den Arzt zu dem Sterbenden zu rufen. Diesen Mordanschlag muß man den Gipfel der Gemeinheit nennen. Leuten, die in ein von wilder Panik erfülltes Lokal, in dieses Lazarett, wie es ein Zeuge treffend kennzeichnete, hineinfeuerten, scheint jedes menschliche Gefühl fremd zu sein. Alle Zeugenaussagen ergaben, daß im Gegensatz zu den wie wild schießenden Nationalsozialisten die Reichsbannerleute keine Waffen besessen haben. Die Angeklagten sind uns in diesem Prozeß mit sehr vielen Ausreden gekommen und haben u. a. auch das Märchen aufgetischt, daß sie einen Ueberfall der Reichsbannerleute auf das Lokal„Edelweiß" befürchteten. Die Monate lange, mit äußerster Gründlichkeit durchgeführte Verhandlung hat ergeben, daß an diesen Behauptungen der mörderischen Schützen von Röntgenthal kein wahres Wort ist. Aber dem Angeklagten Zittwitz scheint das alles noch immer so vergnüglich zu sein, daß er es wagt, mir unverwandt ins Gesicht zu lächeln.(Große Bewegung im Saal.) Der Vorsitzende rügt in scharfen Worten das unqualifizierte Benehmen des Angeklagten. Staatsanwalt fortfahrend: Wir wissen, wie schwer es in einem solchen Prozeß ist, aus den Angeklagten die Wahrheit herauszubezu setzen. An Deutlichkeit soll's dabei nicht fehlen. Wir rechnen aber vor allen Dingen darauf, daß unsere Genossen und Freunde, wo sie gehen und stehen, die volksfeindliche Politik des Brüning=Schieleblocks den armen Leuten begreiflich machen kommen. Es gibt in den politischen Kreisen, dem die Angeklagten angehören, so etwas wie ein Komment, wer die Wahrheit sagt, an dem wird Rache geübt. Schindler ist als erster gebrandmarkt, weil er es gewagt hat, wenigstens annähernd die Wahrheit zu sagen. Im Hinterzimmer des Lokals „Edelweiß“ wurde jener mörderische Plan ausgeheckt, an deren Folgen Kubowski sein Leben lassen mußte und vier andere Personen schwer getroffen wurden. Wir sind uns klar, was die schöne Formulierung„warm angczogen“ bedeutet. Sie ist ein Beweis dafür, daß der Sturmangriff auf Meisel von bewaffneten Leuten ausgeführt worden ist. Mindestens acht von den Angeklagten haben scharf geschossen. Aber manchen kann man es nicht nachweisen, trotzdem sie der Tat dringend verdächtig sind.“ Staatsanwaltschaftsrat Stehning behandelt vann in seinen präzisen Ausführungen Schuldfrage und Strafmaß, wobei er es nicht unterläßt, die eventuellen späteren Einwürse der Verteidiger schon im voraus zu entkräften. Nach der Mittagspause beginnt das Plädoyer des zweiten Staatsanwaltes Herf, der die Schuld der klagtengruppe behandelt. Es handelt sich um Schwab, Pankrath, Frank, Kukelinski und Köppner. An Hand zahlreicher Indizien kann Staatsanwaltschaftsrat Herf die Schuld der Angeklagten nachweisen und bezeichnet Wuttke und Pankrath als die Rädelsführer. Im Anschluß an das mit gewandter Rhetorik vorgetragene Plädoyer des Staatsanwaltsschaftsrates Herf nimmt sein Kollege Stehnig noch einmal zu den Strafanträgen und einigen voltischen Fesistellungen das Wort:.. g., Susigr „Bei der Strafzuweisung, so beginnt der Antlager, müssen wir daran denken, daß der Tat ein blühendes Menschenleben zum Opfer gefallen ist. Weiterhin, daß vier andere Menschenleben durch sie in höchste Gefahr gekommen sind. Der Ueberfall auf schlichte harmlose Passanten in der Bahnhofstraße zeuge von einer solchen Niedertracht und einer derarenterorationen wachsen sich zu einer öffentlichen Gesehr aus. und des Rechtes beizubringen. Es geht nicht an, datz junge Menschen mit Dolch und Revolver über ihre Gegner herfallen. Ich muß den Angeklagten auch die Ueberzeugungstäterschaft absprechen. Was hat es mit Ueberzeugung zu tun, wenn die Angeklagten in der rohesten und niede tigsten Weise von hinten harmlose Passanten anfallen und über den Haufen schießen? Wenn sie durch die Scheiben eines Lokals hindurch wehrlose Frauen unter Feuer setzen? Ich beantrage gegen Marquardt, dem Führer des Berliner Sturmtrupps, der das Signal zum Feuerüberfall ge geben hat und der selbst mehrfach auf flüchtende Menschen scharf geschossen hat, wegen Totschlages in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch und Raufhändel 8 Jah Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren unter Anrechnung der 5 Monate Untersuchungshaft; gegen von Zittwitz wegen Körperverletzung mit Todeserfolg in Tateinheit mit Landfriedensbruch und Raufhändel 4 Jahre Gefängnis, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer Jahren unter Anrechnung von 5 Monaten Untersuchungshaft; gegen Schindler 3 Jahre 6 Monate Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust unter Anrechnung von 5 Monaten Untersuchungshaft, gegen Wiese 3 Jahre Gefängnis und Ehrverlust von drei Jahren, gegen Ke 3 Jahre Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust bei Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft, gegen Heim 4 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust unter Anrechnung von 1 Monat Untersuchungshaft, gegen Schlenter, der ein schwerer Psychopath ist, 3 Jahre Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft, gegen Renner 2 Jahre Gefängnis unter Anrechnung von 1 Monat Untersuchungshaft und gegen Skusa 2 Jahre 1 Monat Gefängnis. Dann stellt Staatsanwaltschaftsrat Herf seine Anträge und sagt:„Es ist geradezu unfaßbar, daß es eine Jugend gibt, die so das Leben ihrer Mitmenschen schon als ein Nichts ansieht.“ Der Ankläger zitiert einen üblen Schimpfartikel aus einem nationalsozialistischen Blatt und stellt fest, daß die Propagandisten dieser staatsfeindlichen und zu Gewalttaten aufreizenden Gesinnung die Mitschuldigen an der Bluttat von Röntgenthal seien. Nur ein Staat, der sich selbst aufgebe, könne einer derartigen Entwicklung gegenüber die Hände in den Schoß legen. Staatsanwaltschaftsrat Herf beantragte hierauf gegen Pankrath wegen Körperverletzung mit Todeserfolg in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch und Raufhändel 4 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Wuttke wegen Totschlag, schwerem Landfriedensbruch und Raufhändel 5 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Schwab wegen Körperverletzung mit Todeserfolg, Landfriedensbruch und Raufhändel 4 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Köppner wegen der gleichen Delikte 3 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Unruh dieslebe Strafe, gegen Kukelinski drei Jahre Gefängnis, 3 Jahre Ehrverlust, gegen Morgelsberg und Pahl je vier Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Nach den Plädoyers kommt es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen der Staatsanwaltschaft und dem Verteidiger Dr. Sack, der in höchster Erregung aufspringt, den Staatsanwälten illoyales Verhalten vorwirft und mit schreiender Stimme ausführt, daß die Strafanträge der Staatsanwaltschaft geradezu ungeheuerlich seien. In einer besonders eingelegten Abendsitzung plädierte etwa 2 Stunden Rechtsanwalt Dr. Joachim, der Verteidiger des Nebenklägers, der u. a. auch auf die volitische Seite des Röntgenthaler Prozesses hinwies. Am Donnerstag beginnen die Plädoyers der 9 Verteidiger, die mehr als eine halbe Woche in Anspruch nehmen werden. Unter diesen Umständen ist mit einer Urteilsverkündung kaum vor Anfang nächster Woche zu rechnen. Drittes Blatt. Mittwoch, den 13. August 1930 Sestbrutsche Rundschau Abwanderung aus dem Industriegebiet Ueber 35 000 Menschen wanderten im ersten Halbjahr aus den rheinisch=westfälischen Industriestädten ab. Wir berichteten unlängst von der starken Abwanderung aus den Industriestädten, die im Frühjahr dieses Jahres einsetzte und von Monat zu Monat sich immer mehr steigerte. Die nunmehr vorliegende Juni=Statistik über den Bevölkerungsstand und die Bevölkerungsbewegung in den rheinisch=westfälischen Industriestädten läßt ein Gesamtbild nach der Richtung zu, wie stark nun diese Abwanderung im ersten Halbjahr dieses Jahres gewesen ist. Der reine Wanderungsverlust für die rheinisch=westfälischen Industriestädte stellt sich für die genannte Zeit auf weit über 35,000 Personen. Der weitaus größte Teil dieses Wanderungsverlustes entfällt dabei auf die im Ruhrgebiet liegenden Städte, zu denen Essen, Dortmund, DuisburgHamborn, Gelsenkirchen, Bochum, Oberhausen, Herne und Wanne=Eickel gezählt werden müssen. Dieser immerhin nennenswerte Wanderungsverlust ist durch zwei wichtige Tatsachen begründet, und zwar wohl zuerst in der allgemeinen Wirtschaftskrise, die Entlassungen und damit auch eine Abwanderung solcher Personen zur Folge hatte, die aus anderen Landesteilen sich hier niedergelassen hatten. In zweiter Linie kommt die Unterbringung jugendlicher Arbeitskräfte in der Landwirtschaft in Betracht, die für die mehrmonatige Abwesenheit als abgemeldet gelten müssen. Jedoch hat die letztere Zahl nicht die Höhe erreicht, wie man erwartet hätte, da auch die Landwirtschaft mehr und mehr die maschinelle Kraft an die Stelle der menschlichen Arbeitskraft gesetzt hat. Eine gewisse Abschwächung erhält der für das erste Halbjahr 1930 errechnete Wanderungsverlust durch den Geburtenüberschuß. Hierbei ergibt sich ein effektiver Bevölkerungsverlust von etwas über 21000 Personen. In dieser Schlußrechnung schneiden wiederum die Industriestädte im Ruhrgebiet am schlechtesten ab, und zwar in erster Linie die Städte Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Duisburg=Hamborn und Bochum. Während beispielsweise Dortmund Anfang dieses Jahres eine Einwohnerzahl von 537891 aufwies, ist diese Ende Juni auf 534.851 gesunken. Die Einwohnerzahl Gelsenkirchens sank im gleichen Zeitraum von 338588 auf 333 952, während Bochum seine Einwohnerzahl von 323526 auf 322503 ermäßigte.„Wuppertal hatte Anfang d. J. eine Einwohnerzahl von 416 439, Ende Juni dagegen 415 172, Duisburg=Hamborn weist Ende Juni eine Einwohnerzahl von 439347 auf gegen 441 389 Anfang Januar. Auch Düsseldorf erlitt eine Einbuße, und zwar von 4787979 auf 477410. Herne zählte Ende Juni 98.001 gegen 98 672 Anfang Ja9 nuar, Wanne=Eickel 92.902 gegen 93491. Recklinghausen 87 501 gegen 87637. Die Stadt Essen konnte ihre Einwohnerzahl gut behaupten. Sie betrug Ende Juni 645 832 gegen 645739 Anfang d. Is. Oberhausen bucht ebenfalls einen kleinen Verlust bei einer Einwohnerzahl von 192 849 gegen 193854 Anfang dieses Jahres. Mülheim verzeichnet eine geringe Zunahme und zwar von 132 634 auf 133 094. Arbeiterleben sind billig! Das Explosionsunglück auf Zeche„de Wendel". Das Explosionsunglück auf der Zeche„de Wendel“ in Hamm am 4. August v. J. stand jetzt vor dem Erweiterten Schöffengericht Hamm zur Verhandlung. Die Explosion erfolgte bei einer Reparaturarbeit am Seil einer elektrischen Seilbahn und forderte drei Todesopfer. Der Betriebsführer Wilhelm Eschenbruch und die Steiger Heinrich Wibbelhoff und Ernst König sind wegen fahrlässiger Tötung und Eschenbruch auch wegen Uebertretung des§ 124 Abs. 2 der Bergpolizeiverordnung angeklagt. Die Verhandlung nahm den ganzen Freitag und auch noch einige Stunden am Samstag in Anspruch. Der Staatsanwalt ließ wie die Bergbehörde die Anklage wegen der Inbetriebsetzung der nichtgenehmigten Starkstromanlage fallen und beantragte gegen Eschenbruch wegen fahrlässiger Tötung an Stelle einer Gefäng9 nisstrafe von zwei Monaten eine Geldstrafe von 1000 M., wegen Uebertretung des§ 124 des BPV. eine Geldstrafe von 200 M., gegen den Steiger Wibbelhoff drei Monate Gefängnis mit evtl. Strafaussetzung und gegen den Steiger König an Stelle einer Gefängnisstrafe von einem Monat eine Geldstrafe von 500 M. Das Gericht sprach Wibbelhoff und König frei und verurteilte den Betriebsführer Eschenbruch wegen Uebertretung des§ 124 Abs. 2, der die Benutzung des natürlichen Wetterzuges ohne Anwendung des Hauptventilators nur mit der schriftlichen Genehmigung des Revierbeamten gestattet, zu einer Geldstrafe von 500 Mark. Festnahme eines internationalen Falschspielerpaares Vor einigen Tagen sprach bei den Kleiderfabriken in Gladbach=Rheydt ein etwa 40 jähriger Rumäne vor, der von einem ausländischen Konzern beauftragt sein sollte, große Mengen Fertigfabrikate nach Uebersee einzukaufen. Da er über bedeutende Fachkenntnisse verfügte, eine genaue Orientierung über die Verhältnisse in der hiesigen Konfektion an den Tag legte, sowie ein gewandtes und sicheres Auftreten zeigte, zweifelte man zunächst nicht an der Richtigkeit seiner Angaben. Mit einem Teilhaber einer zu angeblichen Lieferung von vorerst 60000 Hosen in Aussicht genommenen Firma verabredete er sich abends in einem Hotel. Dort war in seiner Begleitung eine etwa 30 jährige Tschechin. Im Laufe der Unterhaltung animierte sie zu einem Spiel, und man wurde sich einig, in der Wohnung des Kleiderfabrikanten eine Weile zu spielen. Der Fabrikant hatte jedoch kein„Glück“ und verlor etwa 100 Mark an den Rumänen und seine Begleiterin. Am nächsten Tage kamen dem Fabrikanten doch Bedenren## Echtheit des rumänischen Großeinkäufers. Er setzte sich sofort mit der Polizei in Verbindung, der er auch sein Erlebnis mit dem Kartenspiel erzählte. Die Kriminalpolizei vermutete sofort in dem Ausländerpaar ein internationales Falschspieler: paar und schritt zur Festnahme. Die Polizei hatte sich nicht getäuscht. Denn mittlerweile konnte festgestellt werden, daß die Verhafteten wegen gleicher Machenschaften auch noch von anderen Strafverfolgungsbehörden gesucht werden. Ueberfall auf eine Verkäuferin Eine 16 jährige Verkäuferin im Laden überfallen. Als die 16 jährige Verkäuferin Anna Rakebaut in Dattelln in dem Zigarrengeschäft von Emil Lück allein anwesend war, kam ein junger Mann, der ein Päckchen Tabak zu kaufen wünschte. Die Verkäuferin bückte sich, um ein Paket Tabak hervorzuholen. In demselben Augenblick stürzte sich der junge Mann auf sie. schlug sie zu Boden und würgte sie am Halse. Da der Ueberfall sich so schnell abspielte, vermochte die Ueberfallene garnicht um Hilfe zu rufen. Sie brach blutüberströmt zusammen. Als der Bursche die Verkäuferin in ein Nebenzimmer schleppen wollte, erschienen Kunden im Laden. Sie stellten den Burschen ob seines Treibens zur Rede. Dieser erwiderte, daß er die Verkäuferin in ihrem Blute im Laden gefunden habe und sie in das Nebenzimmer bringen wolle, um ihr zu helfen. Man rief sofort die Polizei herbei, die den Burschen festnahm. Die Ueberfallene wies schwere Verletzungen und besonders starke Würgemale am Halse auf, so daß ihre sofortige Einlieferung in ein Krankenhaus erforderlich war. Obwohl in der Ladenkasse etwa 20 M. fehlten, glaubte die Kriminalpolizei von vornherein daß ein Raubüberfall nicht in Frage kommt; denn das fehlende Geld konnte auch von einer anderen Person genommen worden sein. Der Festgenommene, der 25 jährige Wilhelm Bork aus Datteln, wurde von der Polizei einem eingehenden Verhör unterzogen. Mit der größten Hartnäckigkeit bestritt er die Tat und sagte immer wieder, er sei zufällig in den Laden gekommen und hätte dem Mädchen helfen wollen Der Verhaftete konnte der Ueberfallenen nicht gegenübergestellt werden, da diese infolge der erlittenen Verletzungen nicht sehen kann. Nach weiteren längeren Vernehmungen gab Bork schließlich die Tat zu, jedoch sind die Beweggründe seiner Handlung noch nicht klar. Er habe selber nicht gewußt, was er getan habe. Derartige Anwandlungen kämen bei ihm immer wieder unter dem Einfluß des Alkohols. Es wurde festgestellt, daß Vork kurz vorher einige Glas Bier in Recklinghausen getrunken hatte. Der Verhaftete stand bereits vor einigen Jahrn unter dem Verdacht, eine angesehene Bürgerin von hier auf offener Straße überfallen zu haben. Er mußte jedoch mangels ausreichender Beweise vom Gericht freigesprochen werden. Die polizeilichen Ermittelungen sind noch im Gange. Das Wort„Republik“. Ein Verfassungsredner der Krisenpartei, der das Wort Republik nicht herausbrachte. Bei der Verfassungsfeier in Wuppertal kam es am Montag zu einem Zwischenfall. Als der Festredner, der volksparteiliche Stadtverordnete Tillmanns, seine Rede in ein Hoch auf das Reich ausklingen ließ, verlangte ein Zwischenrufer ein Hoch auf die Republik. Während das Deutschlandlied gesungen wurde, wurden die anwesenden Republikaner aufgefordert, den Saal zu verlassen. Das war die richtige Antwort! Ein Kind im Wassereimer ertrunken. Einem tragischen Unglücksfall fiel das zweijährige Kind des Landwirts Lauff in Vierbaum zum Opfer. Die Ehefrau des Landwirts hatte in der Scheune zu tun und ließ das Kind auf einer Bank sitzen, vor der sich ein mit Wosser gefüllter Eimer befand. Als die 12 jährige Tochter kurze Zeit später das Haus betrat, fand sie das Kind im Eimer ertrunken tot vor. Während der Abwesenheit der Mutter muß das Kind in den Eimer gefallen sein, aus dem es nicht mehr herauskommen konnte. Der Tod auf dem Schützenplatz. Ein schweres Unglück mit tödlichem Ausgang ereignete sich am Sonntag auf dem Schützenplatz in Elberfeld. Der 20 jährige Sohn eines Besitzers einer Schiffsschaukel kam der Starkstromleitung zu nahe. Durch den elektrischen Schlag erlitt der junge Mann so schwere Verletzungen, daß er bald nach der Einlieferung im Krankenhaus verstarb. Der Rumpf gegen Eraden=Espirstonen Ae Die Forschungen der Versuchsgrube„Hibernia“ Die Versuchsgrube„Hibernia“ in Gelsenkirchen hat wichtige Maßnahmen zur Ermittelung der Flammen= und Funkenerscheinungen, die beim Schießen im Grubenbetrieb unter verschiedenen Bedingungen auftreten, getroffen. Dabei wurden zum Teil sehr bemerkenswerte Feststellungen gemacht, die mit den bisherigen allgemeinen Ansichten über die Flammenbildung beim Schießen nicht übereinstimmen. Reine Kohlenstaubexplosionen(ohne vorhergehende Schlagwetterentzündung) werden im Grubenbetrieb unter Tage in der Regel nur durch die Flamme eines Schusses hervorgerufen, der überladen war oder mit einem nicht genügend sicheren Sprengstoff abgegeben wurde. Schlagwetter=Explosionen haben ihre Ursache in vielerlei Flammen und Funken, die nach Art und Herkunft verschieden sind. Solche Flammen und Funken können erzeugt werden teils durch Vorgänge, die sich nicht ohne weiteres beherrschen lassen, teils durch bergbauliche Betriebsmittel unter gewissen Umständen. Zu diesen Vorgängen gehören Grubenbrand und Steinfall, der eine wegen seiner Flammen, der andere wegen der beim Aufschlagen schwerer und harter Gesteinsstücke möglichen Funken. Von den Betriebsmitteln des Bergbaues, die, wenn sie nicht in Ordnung sind oder nicht richtig gehandhabt werden, durch Flammen oder Funken, zum Teil auch durch Lichtbogen oder Glühwirkungen Schlagwetter zu entzünden vermögen, sind zu nennen die Benzin=Sicherheitslampen, die Sprengstoffe und Zündmittel, die elektrischen Maschinen und Geräte sowie die Explosionsmotore, z. B. an Benzollokomotiven. Auch heißgelaufene Teile an Maschinen und eiserne, am Gehäuse schleifende Ventilatorflügel haben Schlagwetter=Explosionen veruracht Die Frage, unter welchen Umständen und in welchem Maße beim Schießen Flammen und Funken auftreten und wie sich diese Erscheinungen vermeiden lassen, wollte die Versuchsgrube aufklären durch ihre Schießversuche. Weit über tausend Schüsse sind unter den verschiedensten Bedingungen auf der Versuchsgrube aus nächster Nähe beobachtet und im Lichtbild festgehalten worden. Die Erscheinungen beim Schießen können in zwei, nach ihrem Entstehen und ihrem Aussehen verschiedenen Gruppen unterschieden werden: in„Flammen“ und„Funken“. Flammen werden in der Regel durch heiße Gase oder durch erhitzte Luft gebildet, Funken sind auf feste Teilchen des Sprengstoffes oder der Zündmittel zurückzuführen. Die Versuche haben wichtige Ergebnisse über die Hauptpunkte der Flammenbildung sowie der Funkenbildung gezeitigt. Der Bergbau wird von diesen Versuchen außerordentlichen Nutzen in bezug auf die Sicherheit der Bergarbeiter und des Grubenbetriebes ziehen können. Als Schlußergebnis der Versuche wird festgestellt, daß man jeden Schuß im Grubenbetrieb, gleichgültig ob er mit einem Gestinssprengstoff oder mit einem Wettersprengstoff abgegeben werden soll, so sichern kann, daß vor dem Bohrloch weder eine Flamme noch Funken auftreten. Dies läßt sich erreichen durch einen geeigneten Besatz, mit dem das Bohrloch abgedichtet wird, sowie dadurch, daß man zur Zündung der#Ladung eine Sprengkapsel mit Kupferhülse und einen Wetterzünder mit Kupferdrähten verwendet. Inwieweit es notwendig ist, Flammen und Funken beim Schießen zu vermeiden, können nur Versuche lehren. bei denen die Flammen und Funken die Möglichkeit haben, auf Schlagwetter und Kohlenstaub einzuwirken. Mit solchen Versuchen ist die Versuchsgrube seit einiger Zeit beschäftigt; das Ergebnis dieser Versuche ist noch nicht bekanntgegeben. Die Versuchsgrube stellt aber fest, daß nach den bisherigen Ergebnissen bei weitem nicht alle Flammen und Funken, die beobachtet wurden, fähig sind, Schlagwetter zu entzünden. Der außerordentlich wertvollen Arbeit der Versuchsgrube gebührt die höchste Aufmerksamkeit der bergbaulichen Fachwelt. Die Menschen im Ruhrgebiet, die in den letztvergangenen Jahren nur zu häufig durch die fürchterlichen Kunden von Grubenexplosionen aufgeschreckt wurden, empfinden mit lebhafter Dankbarkeit den hohen Wert dieser ohne viel Aufsehen und mit wissenschaftlichem Ernste geleisteten Kulturarbeit. Die krise im Nuhrrehlenvergoun 40 000 Vergarbeiter suchen Arbeit.— Stillegungsanträge infolge Betriebseinscheänkung. Die starke Verschlechterung des Absatzes für Ruhrkohle veranlaßte in den letzten Wochen den Bergbau zu gesteigerten Einschränkungsmaßnahmen. Die Zahl der Feierschichten stieg in der letzten Juliwoche auf 51.087 arbeitstäglich an. Am 15. August wirken sich 20 Stillegungen mit der Entlassung von rd. 3300 Arbeitern aus. Am 31. August folgen noch zwei Betriebseinschränkungen, denen rd. 600 Mann zum Opfer fallen. Dabei ist außerdem zu beachten, daß zahlreiche Zechen fast zu jedem Kündigungstermin am 1. und 15. eines Monats Entlassungen, allerdings geringeren Amsangs(meist 49 Mann), für die besondere Erörterungstermine nicht stattzufinden brauchen, vornehmen. Insgesamt haben seit Februar d. Is., dem Beginn der Absatzkrise im Ruhrkohlenbergbau, 81 Stillegungsverhandlungen stattgefunden, auf denen die Betriebseinschränkung von 115 Schachtanlagen und die Stillegung von acht Kleinkokereien zur Erörterung standen. Am stärksten wurden hiervon die Bezirke der Arbeitsämter Bochum, Essen, Dortmund, Herne, Duisburg und Gelsenkirchen betroffen. Von dem Belegschaftsabbau, der seit Ende Januar d. Is. bis Ende Juni d. Js. insgesamt rd. 50.000 Mann ausmacht, entfallen auf die Schachtanlagen der Vereinigten Stahlwerke rd. 12.000 Bergarbeiter. Die Friedrich= Krupp=A.=G., einschließlich der Zechen„Konstantin" und „Emscher=Lippe“, steht mit 3400 Mann an zweiter Stelle. Sodann folgen die Harpener Bergbau=A.=G. mit rd. 3000, die Stinnes=Zechen einschließlich Mülheimer BergwerksvereinA.=G. mit 2900, das Eisen= und Stahlwerk Hoesch einschließlich Köln=Neuessen und„Trier“ mit 2600, die Gelsenkirchener Bergwerks=A.=G. mit 2500, die Bergwerks=A.=G. Recklinghausen einschließlich„Hibernia“ mit 2300 Mann usw. Die Zahl der arbeitsuchenden Vergarbeiter bezifferte sich Mitte Juni auf über 36 000 Köpfe und ist inzwischen wohl auf über 10000 angestiegen. Das Arbeitsamt Essen steht mit 4407(im Vormonat 3782) arbeitsuchenden Vergarbeitern an erster Stelle. Es folgen sodann Bochum mit 3966(3367), Herne 3735(2564), Dortmund 3523(2691), Gelsenkirchen 3261(2561), Duisburg 2640(2235). Recklinghausen 2366(2112), Lünen 2162(1794), Oberbausen 1810(1720). Gladbeck 1490 (1181), Wesel 1168(428). Schwerte 1054(732), Kamen 1018 (787) arbeitsuchenden Vergarbeitern. Die zahlenmäßig stärksten Zunahmen haden die Arbeitsämter Herne(um 1171 Mann), Dortmund(882). Wesel(740), Gelsenkirchen(700) und Bochum(599) erfahren. 2 Ratschläge für die Schönheitspflege auf der Reise 2 1. Zur natürlichen Bräunung der Haut fette man vor und nach der Besonnung die Haut, insbesondere Gesicht und Hände, mit Creme Leodor gründlich ein; man erzielt dann ohne schmerzhafte Rötung eine gesunde, sonnengebräunte Hautfärbung.— Creme Leodor, Tube 60 Pl. und 1 Leodor- Edel-Seife 50 Pl. in allen Chloradent:Verkaufsstellen au haben 2. Zur Erlangung schöner weißer Zähne putze man früh und abends die Zähne mit der herrlich ertrischenden Zahnpaste Chlorodoni die auch an den Seitenflächen mit Hilfe der Chlorodont-Zahnbürste einen elfenbeinartigen Glanz erzeugt.— Chlondiont-Zahnpaste, Tube 60 Pf. und 1 Mk. Chlerodant- Zahnbürste 1 Mark Chionedanf-Mundumsser 1 Maris Aufstand im Losener Gerichtsgesängnis Unzurangtiche Nanrung Posen, 12. Aug.(Drahtmeldung.) Im Posener Gerichtsgefängnis, das gegenwärtig besonders stark mit Gefangenen belegt ist, brach gestern in den späten Nachmittagsstunden eine Gefangenenrevolte aus. Die Gefangenen behaupten, daß das Essen unzureichend sei und daß sie nicht gargekochte Kartoffeln erhalten hätten. Der Block 1, der etwa 600 Gefangene beherbergt, war der Ausganspunkt der Revolte. Die Häftlinge schrien und zerdrückten die Fensterscheiben, rissen die Fensterrahmen heraus und zerstörten die Zelleneinrichtungen. Die Schreie der Gefangenen waren weit zu hören und in Posen machte sich eine Der Juwelendiebstahl in der Villa Siemens Berlin, 12. Aug.(Eig. Meldung.) Der gestrige Einbruch in die Villa des Generaldirektors Karl Friedrich von Siemens ist der neueste Streich des berüchtigten„Leitungsrevisors“ Fritz Bachnick. Bachnick und seine Taten haben schon öfters die Behörden beschäftigt und Aufsehen erregt. Er wartet ab, bis die Wohnungsinhaber fortgegangen oder verreist sind. Seine gabe, er müsse die Licht= oder Telephonleitungen prüfen, findet stets Glauben. Die Angestellten führen ihn von Zimmer zu Zimmer, und er versteht es, sie auf kurze Zeit zu entfernen. Kaum ist er allein, so nimmt er sein vorzügliches Einoruchwerkzeug zur Hand, öffnet schnell und geschickt die Behältnisse, und hat Schmuck und Wertsachen schon in den Taschen, wenn die Angestellten zurückkommen. Bachnick betreibt seinen Schwindel seit 1913. Seine Beute, die er gestern gemacht hat, dürfte in die Hunderttausende gehen. Er stahl eine goldene Handtasche mit goldenem Portemonnaie, eine lange echte Perlenkette mit Platinschloß und einem Anhänger in Größe eines Dreimarkstückes, der mit Brillanten und Perlen besetzt ist, ein Platinarmband mit Perlen und Brillanten, zwei Kämme mit Diamanten und ein goldenes Zigarettenetui. Außerdem n er einen Schmuckkasten, der auch noch Brillanten enthielt, von denen bisher noch die genauere Beschreibung fehlt. Nach den :*„ Lahrungen harfe lebhafte Unruhe bemerkbar, da Gerüchte umgingen, daß eine Anzahl Schwerverbrecher ausgebrochen sei. Die Polizei umstellte das Gefängnis und sperrte die Zugangsstraßen ab, da der Verdacht bestand, daß die Kommunisten durch eine Demonstrationsbewegung auf die Polizei einen würden, um die Gesangenen zu besrsezuige hanhertg, efan, beruhigten sich nicht, auch als man schon einige#rErungene in anderen Räumen untergebracht hatte. Am Abend eilte die Feuerwehr zur Hilfe herbei und setzte die Gefangenen in ihren Zellen unter Wasser. Erst spät um Mitternacht gelang es, den Aufstand zu unterdrücken. früheren Erfahrungen verschwindet Bacht: Schlag gelungen ist, aus Berlin. Wo versteckt und wo er seine Beute läßt, wei, der Provinz spielt Bachnick den Oberingenieu. gante Quartiere. wenn ihm ein der Provinz icht. In eht eleAufsehenerregende Verhaftungen in Ingolstadt Ingolstadt, 12. Aug.(Drahtmeldung.) Der Verhaftungg des Kriminalkommissars Paul Weber von der Ingolstävier Kriminalpolizei, die vor mehreren Tagen erfolgte, ist nunmehr eine weitere aufsehenerregende Festnahme gefolgt. Auf Veraglaslung des Staatsanwaltes in Eichstädt wurde am Sonntag der* referent von Ingolstadt, Hierl, von auswärtigen Beamten verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängnis Eichstädt eingeliefert. Gerüchtweise verlautet, daß Hierl sich Verfehlungen im Amte habe zuschulden kommen lassen. Die Verhaftung son mit der Festnahme des Kriminalkommissars Weber im Zusammenhang stehen. Es wird angenommen, daß in den nächsten Tagen ein Staatskommissar in Ingolstadt eingesetzt werden „wird. Das Plenum des Stadtrates wird sich heute mit der Angelegenheit befassen. Bei der städtischen Verkehrsgesellschaft waren vor einigen Monaten erhebliche Unterschlagungen festgestellt und daraufhin ein Angestellter der Gesellschaft verhaftet und in Untersuchungshaft genommen worden. Diesem Häftling sollen Weber und Hierl ziemlich große Bewegungsfreiheit gestattet haben. in Neuyork Ein Toter, 13 Verletzte Neuyork, 12. Aug.(Drahtmeldung.) Bei Experimenten zur Herstellung eines neuen Vanilleextraktes ereignete sich eine plosion in dem dicht bevölkerten Teil der unteren Stadt, wobei die obersten Stockwerke des Hauses auf das Nebengebäude stürzten. Vorläufig konnten ein Toter und 13 Verwundete festgestellt werden, man befürchtet jedoch, daß noch mehrere Personen unter den Trümmern begraben liegen. Zwei Tote bei einem Zusammenstoß Stadtroda, 12. Aug.(Drahtmeldung.) In einer gefährlichen Kurve vor dem Ort fuhr am Montag gegen 19 Uhr ein Motorradfahrer mit einem Begleiter gegen ein Auto. Der Anprall war so stark, daß der 29jährige Diplomingenieur August Glaser aus Elberfeld auf der Stelle starb, während sein Begleiter, 26jährige Werner Gas aus Cronberg, wenige Stunden nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus verschied. Der des Kraftwagens erlitt Schnittwunden im Gesicht. An der gleichen Stelle hatte sich schon am frühen Morgen ein Verkehrsunfall ereignet, der aber glimpflich abgelaufen war. Zwei Haftbefehle Berlin, 12. Aug.(Drahtmeldung.) Neuhaus=Thielecke, der seine Mutter erstochen hat, wurde heute laut„Vossischer Zeitung“ dem Vernehmungsrichter im Polizeipräsidium vorgeführt. Es wurde gegen ihn ein Haftbefehl wegen Verdacht des Totschlages Auch gegen den Studenten Eugen Gantner, der, wie berichtet, unter dem Verdacht der Spionage zu Gunsten Frankreichs steht, wurde vom Vernehmungsrichter Haftbefehl erlassen. Sechs Todesopfer der Clarenthaler katastrophe Saarbrücken, 12. Aug.(Drahtmeldung.) Die Clarenthaler Grubenexplosion hat, der„Volksstimme“ zufolge, das fünfte und sechste Todesopfer gefordert. Man hofft, die übrigen 12 Verletzten am Leben erhalten zu können. Abnehmen der spinalen Kinderlähmung im Elsaß Straßburg, 12. Aug.(Drahtmeldung.) In der Zeit vom 1. bis 10. August wurden im Departement Unterelsaß nur noch 17 Fälle von spinaler Kinderlähmung gezählt. Man rechnet mit dem Erlöschen der Epidemie im September. 23 Verletzte bei einem Autobusunglück Brünn, 12. Aug.(Drahtmeldung.) Ein von Hrottowitz nach Trebitsch fahrender vollbesetzter Autobus stürzte an einer Straßenkrümmung oberhalb von Unterillimowitz von einer Böschung auf ein Feld ab und überschlug sich. 23 Personen wurden verletzt, davon sieben schwer; sie wurden ins Trebitscher Krankenhaus geschafft, während die leichter Verletzten der häuslichen Pflege überlassen wurden. Sozialdemetralische Parke. Bezirk Westliches Westfalen Nach einem Beschluß des Bezirksvorstandes findet den 16. August, nachmittags 15.30 Uhr in Dortmund im haus 1, Kampstraße 88, ein außerordentlicher Bezirksparteitag mit seigender Tagesordnung statt: 1. Die bevorstehenden Wahlen. 2. Aufstellung der Kandidaten. Referenten werden noch bekanntgegeben. Die Vertretung auf dem außerordentlichen Bezirksparteitag regelt sich nach den§§ 26 und 27 unseres Organisationsstatuts. Nach diesen Bestimmungen setzt sich der Parteitag zusamver 8d.. tentehr tode a) 120 Delegierten der Untervezirke, b) dem Bezirksvorstand, c) der Kontrollkommission, e) den Abgeordneten des Bezirks für den Reichstag und Landtag und 2 Vertretern der Provinziallandtagsfraktion, 1 je einem Vertreter der vorhandenen Dachpreßkommislignen, des Bezirksbildungsausschusses und des BezirksJugendausschusses. Die Delegierten zum Bezirksparteitag werden gewählt in Versammlungen der Ortsvereine oder ihrer Distrikte, in Versammlungen des Verbandes der Ortsvereine oder in Unterbezirks=Generalversammlungen. Die Zahl der auf die einzelnen Unterbezirke entfallenden Delegierten wird nach den abgerechneten Beiträgen ermittelt. Unterbezirke mit weniger als 1000 Mitglieder können 4 Delegierte entsenden. Da die im vorigen Jahre eine Veränderung erfahren haben, hat der Bezirksvorstand für die Beschickung des außerordentlichen Bezirksparteitages die Abrechnungen für das 1. Quartal 1930 zugrunde gelegt. Nach diesen Abrechnungen verteilen sich die 120 Delegierten auf die einzelnen Unterbezirke wie folgt: Dortmund=Sauerland 41 Delegierte Bochum=Herne girchen 25 Belesierte Recklinghausen=Gelsentirchen. 22 Belegierte Hagen=Schwelm=Altena=Lüdenscheid 12 Delegierte Hamm=Lippstadt Münsterland Siegerland 9 Delegierte 6 Delegierte 4 Delegierte 120 Delegierte Soweit die Wahl der Delegierten angesichts der kurzen Zeit in Ortsvereins= bezw. Distriksversammlungen nicht mehr durchgeführt werden kann, ist die Wahl auf Unterbezirkskonferenzen Die zu wählenden Delegierten müssen gemäß§ 5 des in Heidelberg beschlossenen Organisationsstatuts 3 Jahre der Partei sein und müssen ihre Beitragspflicht genügt Wir bitten die Unterbezirke, zu dem außerordentlichen Bezirksparteitag Stellung zu nehmen und uns die gewählten Delegierten sofort nach getätigter Wahl mitzuteilen. Mit Parteigruß! Der Bezirksvorstand: Franz Klupsch. Andersranderskeiten Aus K.al Bombenabwurs auf ein amerikanisches Verquerk Neuyork, 11. Aug.(Drahtmeldung.) Im revier von Providence in Kentucky, wo seit mehreren Wochen Lohnstreitigkeiten herrschen, ereignete sich heute ein aufsehenerregender Vorfall. Um 6 Uhr früh, als viele Bergleute auf dem Wege zu ihrer Arbeitsstätte waren, erschien ein orangefarbenes Flugzeug und warf neun Dynamitbomben ab, von denen aber nur zwei explodierten ohne glücklicherweise jemanden zu verletzen. Die Behörden haben den Gouverneur um Entsendung von Truppen gebeten. In den letzten Wochen war es verschiedentlich zu Mißhandlungen arbeitswilliger Bergleute gekommen. Die Behörden haben ungefähr 100 Bergleute offiziell gewarnt, die Arbeit in den Bergwerken nicht zu stören. K 64) Romon von Franh Arnan (Fortsetzung.) eine habe zwar alle Achtung vor dem Spürsim der „isch habe die Durchsuchung selbst vorgenommens„Das macht nichts— auch Ihnen kann einmal eine Kleinigen glauben also, daß es nötig ist, die Wohnung noch „Ja, das glaube ich. Unbedingt. Und zwar möchte ich es selber tun— ich bin fast überzeugt, daß ich etwas nachen ein unslaubiges, Verset, zHliezich auch tein Speriack reizt— sonst hätte ich mich den Teusel um Pize Cginzichte gg; kümmert. Sie ist mir ohnedies wenig sympathisch, und un succh „Vein. De Bechnungzradhen Gatse, Val die. Beitet.= Die Sesie ei escheien ur. Wiergadersich dach der Sozienstgrche, dusben dchd in dier Bachnung und begannen zu sucher, 464 Gschas die Kleider Die Schränke, der kleine Schreivnisch Jusuur, 1#####. uud Teicher weaiben auf bas genonehe undertucht, o####tiis Papier zehnmal umgedreht, aber nichts fand sich, bis Adolf Baumann das Einfachste tat: den Papierkorb genauer zu unterBb. i ter ume# n Dieser Papierkorb war anscheineno leer gewesen; er) 15 halb unter dem kleinen Tisch im Zimmer Juschas. Und yier fand Baumann die verbrannte Postquittung. Allerdings schien es, als ob mit dem Stückchen verkohlten Papiers so gut wie gar nichts anzufangen wäre, aber es schien nur so: auf der einen Seite war, wenn auch nur zu einem geringen Teil, das gelbe Papier noch erhalten und als das kenntlich, was es war: als eine amtliche Quittung. Baumann nahm mit allergrößter Vorsicht dieses Stückchen Papier, Kohle und Asche, und legte es auf den Tisch, der am Fenster stand. Dann pfiff er befriedigt durch die Zähne. „Was glauben Sie, was ich hier habe, Verehrtester?“ Kommissar Metzger trat näher: „Haben Sie was gefunden? Lassen Sie sehen!“ „Das ist, wie Ihnen wahrscheinlich klar ist, eine Postquittung. Nehmen wir einmal an, es sei die Quittung übe das an den Arzt geschickte Honorar. Es ist leioer nur noch ein ganz geringer Rest. Da ist also oben— sehen Sie!— der Stempel. Ganz deutlich zu lesen: Berlin W und eine 3. kann natürlich 31 bis 39 heißen. Darunter müßte das Datum stehen, es ist aber nur noch eine 1 zu erkennen,— also 10. bis 19. Januar, nehme ich an. Wir haben heute den 22., wenn ich nicht irre. Am 17. ist Juscha Lehner gestorben. Es kommt also nur die Zeit zwischen dem 10. und dem 15. in Betracht. Merken wir uns also: Postamt W 30 bis 39, Datum: 10. bis 15. Januar.“ „Aber was wissen Sie von Januar— das Geld kann doch ebensogut bereits im Dezember aufgegeben worden sein! Nein, Menschenskind— das sind ja alles Hirngespinste! wollen Sie denn wissen, daß das gerade die Quittung ist, die Sie haben wollen? Mir scheint, Sie machen sich die Geschichte doch gar zu einfach!“ „Sie ist noch viel einfacher. Sehen Sie mal durch die Lupe, bitte, hier ist die Adresse, leider nur mehr ein paar Millimeter vom linken Rand erhalten. Und zwar, sehen Sie: m.... medicinge natürlich! Der Name fehlt— das können wir ja auch schließlich nicht vorlangen, daß uns gleich die Adresse ins Haus geliefert wird. Aber ungefähr wissen wir, wo der Mann wohnt. Sehen Sie: N— kann heißen Norden oder Nordwesten. Wir wissen also: Juscha Lehner hat in der Zeit vom 10. bis 15. Januar einen Betrag, dessen Höhe wir nicht kennen, durch das Postamt W 30 bis 39 an einen Dr. med. in Berlin N oder NW— kann auch sein NO— überwiesen.— Was sagen Sie bauuf. Se „Daß Sie kühn im Kombinieren sind, Verehrtester!“ „Wer das nicht ist, der hat keinen Beruf zum Kriminalisten! Meine„Kombinationen' werden Ihnen sehr rasch einleuchten, denn der Weg, der jetzt getan werden muß, ist ganz klar. Es sind zunächst sämtliche Postämter von W 30 bis 39 abzuklappern und die Eintragungen in der Zeit zwischen dem 10. und 15. Jan. genau nachzukontrollieren. Wenn Sie mich entsprechend legitimieren, werde ich das tun. Aus den Anhaltspunkten, die ich über die Adresse des Empfängers habe, muß ich diesen herausfinden, und dann brauchen Sie nur hinzugehen und dem Mann die Handschellen anzulegen.“ „Soweit sind wir noch lange nicht. Denn wenn Sie auch wirklich herausfinden, an welchen Arzt Juscha Lehner das Geld geschickt hat, so wissen Sie doch noch lange nicht, ob auch dieser es war, der den verbotenen Eingriff vorgenommen hat!“ „Das lassen Sie dann nur meine Sorge sein! Wenn ich ihn erst habe, dann wird sich auch das Weitere finden!" Kriminalkommissar Metzger war lange nicht so überzeugt wie Adolf Baumann, daß dieser Fund wirklich so bedeutungsvoll werden konnte. Aber da er die einzige Möglichkeit bot, eine Spur zu verfolgen, sorgte er dafür, daß Adolf Baumann mit der nötigen Legitimation ausgestattet wurde und seine Nachforschungen bei den in Frage kommenden Postämtern des Westens beginnen konnte. Zwei Tage nach der neuerlichen Hausdurchsuchung kam Baumann zum Kommissar. „Nun? Was haben Sie herausgebracht?“ „Nun— weiter nichts Besonderes. Am 15. Januar hat Juscha Lehner fünfzig Mark an einen Dr. Berolsheimer abgesandt!“ „Ist es auch wirklich wahr?“ Baumann zuckte die Achseln. getet Mittwoch, den 13. August 1930 Zweites Bkatt. ** * * Witten Die verteilung der Steuerlast Das Statistische Reichsamt hat für fünf Länder eine vergleichende Uebersicht über Einkommen und Steuerzahlen durchgeführt, wobei ein Ergebnis herausgekommen ist, das sich die Arbeiter merken müssen. Zum Vergleich mit Deutschland herangezogen sind Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Zugegeben, daß die Lebenshaltungskosten in den Ländern verschieden sind, zugegeben auch, daß Deutschland infolge des verlorenen Krieges seine Steuerzahler höher belasten muß als die Vergleichsländer, so bleibt aber immer noch die Frage offen, warum gerade Deutschland die größte Steuerlast auf die Schultern der Arbeiter lädt. Warum, so fragt man sich bei der Durchsicht des Materials, werden bei uns die Reichen nicht stärker zum Steuerzahlen herangezogen? In Deutschland werden 50 Prozent der Steuererträge vom Einkommen von den Arbeitern, Angestellten und Beamten, die weniger als 4000 M. im Jahre verdienen, aufgebracht. Die Hälfte der Steuern zahlt also der kleine Verdiener, dessen Einkommen an sich schon so knapp bemessen ist, daß es kaum zum Leben reicht. Rund 27 Prozent bringen die mittleren Einkommensklassen auf, der Rest, der kleinere Teil, wird von den Schwerverdienern gezahlt. Allein die kleinen Einkommen bis 1800 M. Jahresverdienst, das sind die Arbeiter mit ihrem schmalen Wochenlohn, die in den Vergleichsländern fast gar keine Steuern zahlen, bringen in Deutschland 26 Proz. der Steuereingänge aus Einkommen auf. Sie zahlten 1927 rund 444 Millionen Mark Einkommensteuer, die Schwerverdiener mit einem Einkommen von mehr als 50000 M. im Jahre jedoch nur 299 Millionen. Selbst das Statistische Reichsamt kommt zu dem Ergebnis, daß in Deutschland die kleinen und mittleren Einkommen die größte Steuerlast tragen. Nehmen wir zum Vergleich zunächst Großbritannien. Hier wird die Einkommensteuer fast ausschließlich von den oberen Klassen aufgebracht. Rund 54 Prozent der Steuereingänge aus Einkommen werden von den Schwerverdienern mit über 50000 M. Jahreseinkommen gezahlt, 28 Prozent von Leuten mit einem Jahreseinkommen von 12000 bis 50000 M. und nur 5 Prozent von Leuten mit weniger als 4000 M. Jahreseinkommen. Arbeiter mit weniger als 1800 M. Jahresverdienst zahlen überhaupt keine Steuern. In Deutschland brachten von 1.8 Milliarden Mark Einkommensteuereingänge die kleinen Lohn= und Gehaltsempfänger rund 860 Millionen Maxk auf, die Schwerverdiener dagegen noch keine 300 Millionen. In England ist der Eingang von Steuern aus niedrigen Einkommen gleich Null. In Frankreich ruht ebenfalls die Last der Zahlung von Einkommensteuer auf den Schultern der Reichen. Die habenden mit über 50000 M. Einkommen zahlen 47 Prozent der Steuereingänge, die kleinen Einkommen bis 1800 M. Jahresverdienst nur 1,9 Prozent. In Holland bringen die hohen Einkommen 35 Prozent auf, die kleinen Einkommen 5,7 Prozent. In den Vereinigten Staaten wird die Einkommensteuer fast ausschließlich von den Reichen aufgebracht. Rund 91 Prozent der gesamten Einkommensteuereingänge werden von den Wohlhabenden mit über 50000 M. Jahreseinkommen gezahlt; 5,5 Prozent von Leuten mit 25 000 bis 50000 M. Einkommen. Diese amtliche Feststellung ist erneut ein Beweis dafür, daß in Deutschland der arme Mann der beste Steuerzahler ist. Während in anderen Ländern das kleine Einkommen geschont wird, genießen bei uns nur die hohen Einkommen schonende Behandlung. Das System der Lohnsteuer läßt den Lohn= und Gehaltsempfänger nicht entschlüpfen. Aber alles dies genügt der derzeitigen bürgerlichen Regierung noch nicht. Mit einer ganzen Reihe von neuen Steuern, wie Kopf0 steuer und Ledigensteuer, wird ein neues Attentat auf das * giedrige, saum zum Sattessen ausreichende Einkommen des Arbeiters verübt. Aushorchend und zur Verteidigung seiner Besitzinteressen immer bereit steht das Bürgertum vor seinem Geldsack. Dem Staate, was des Staates ist, nur das Bürgertum mag dazu nichts geben. Das ist die Steuerpolitik, wie sie von den bürgerlichen Parteien in Deutschland betrieben wird. Den Arbeitern möchte man die ganze Steuerlast aufbürden. Lohnsenkung, Beseitigung der sozialen Einrichtungen und Massensteuern— das ist das Ziel des reaktionären deutschen Bürgertums. In dem Bestreben, die Arbeiter ins tiefste Elend zu stürzen, finden sich alle bürgerlichen Parteien und Gruppen mit den Unternehmern zusammen. Am 14. September muß allen diesen Parteien die Quittung des schaffenden Volkes präsentiert werden. Sie lautet: Liste 1 Sozialdemokraten! Wie steht es mit der Rassenwissenschaft der In der Zeitschrift„Alarm“(Berlin) lesen wir folgende interessante Ausführungen: Das zweite Wort, das die Nationalsozialisten in den Mund nehmen, heißt:„Rasse“. Für sie ist der Aufbau der Menschheit sehr einfach. Es gibt eine gute Rasse, die blondhaarigen, blauäugigen Germanen, die sie irrtümlich mit den Deutschen gleichsetzen. Alles andere ist„minderrassig“, minderwertig, vor allem die Juden, die als„rassischer Gegenpol“ der Deutschen hingestellt werden. In Wirklichkeit sind alle Nationen unserer Zeit ein Gemisch von mehr oder weniger verschmolzenen Rassen und Völkern. Auch die Deutschen! Es gibt keine reinen Rassen mehr.— Professor Dr. Felix v. Luschan, Direktor des Völkerkundemuseums in Verlin, eine Weltautorität auf dem Sehiete der Rassenforschung, kommt in seinem Werk„Völter, Rassen, Sprachen“ zu folgender Schlußfolgerung: 1. Die Gesamtmenschheit besteht aus einer einzigen Art. 2. Die besonderen Eigenschaften der sogenannten Rassen sind im wesentlichen durch klimatische, soziale und andere Bedingungen der Umgebung entstanden. 3. Es gibt keine an sich minderwertige Rasse. 4. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Rassen ist, besonders was die moralischen Eigenschaften und Intelligenz anbetrifft, nicht entfernt so groß, als der zwischen einzelnen Individuen ein und derselben Rasse. 5. Mischlinge sind(genau wie etwa die unehelichen Kinder) niemals von vornherein minderwertig, sie werden es nur, wonn ihre Eltern minderwertig sind. neurste Tirzen! Wie rationalisiere ich meinen Betrieb?— Eine Anleitung für Arbeitgeber und solche, die es werden wollen. Uns wird geschrieben: Die unangenehmste Beschäftigung für Arbeitgeber ist unbestreitbar, Löhne auszuzahlen. Allen die jetzt noch in mißlichen Lage sind, dies tun zu müssen, kann nun geholfen werden. Ihnen sei ein Rezept verraten, das ein Bildhauer im Norden der Stadt anwendet und das bereits mit Erfolg mehrfach imitiert wurde. Man gehe hin und handle ebenso. Also: Der bewußte Mann ist Bildhauer, vor etlichen Jahren aus Italien importiert, darum auch eingeschriebenes, zahlendes und unterstützendes Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und eines deutschen Schützenvereins, worauf beide Vereine stolz sein können. Er bietet also unbedingte Gewähr für italienisch=deutsch=gemischte Biederkeit. Ist schon der Beruf eines Bildhauers als solcher ohne einen Gehilfen kaum denkbar, so ist es speziell in diesem Falle überhaupt nicht möglich, da der Betreffende kaum ein Wort deutsch richtig sprechen oder schreiben kann; das will er erst bei der NSDAP. lernen. Folglich muß er allein schon deswegen einen Gehilfen haben, der ihm seine Schriften korrigiert. Aber einen Gesellen halten? Warum so dumm sein, wenn man es billiger haben kann nach folgendem Rezept: Zunächst entläßt man seinen Gesellen und klagt über schlechte Zeiten. Dann gehe man hin und suche sich— einen Arbeitslosen. Davon sind genug da; am besten aber einen. der seit Monaten ausgestemvelt hat, denn der ist am anspruchslosesten. Hat man einen Passenden gefunden, was nicht schwer sein soll. da die Auswahl groß ist, und selbst solche mit und ohne Abitur vorhanden sind, die verfekt deutsch und Maschine schreiben können, so bittet man ihn bei Gelegenheit, mal einen Augenblick mitanzufassen Der Augenblick darf ruhig einen halben Tag dauern. Nun zeige man ihm beileibe kein Geld dafür, aber man nimmt ihn abends mit in die Kneipe und wird erstaunt sein, mit welchem Eifer so ein Ausgenowerter, der vielleicht seit einem keine Zigarette richtig geschmeckt hat, darüber herfällt. Wenn man ihn dann vollpumpt und so nebenbei merken läßt, daß es einem auf 6, 7, 8 Mk. nicht ankomme, wenn er ab und zu ebenmal hülfe so ist der Erfolg gesichert. Bestimmt findet sich am nächsten Morgen der Mann ein, um dann von da ab täglich von morgens bis spät abends nur eben zu helfen und dafür ab und zu eine Flasche Bier, eine Zigarette und Samstags vielleicht 6 Mk. zu bekommen. Und das freut einen denn ja auch. Aber nur in der ersten Woche braucht man so splendid zu sein. In der nächsten läßt man Bier und Zigaretten wegfallen und zieht in der folgenden 1 Mk. ab, weil das Geschäft doch so schlecht geht. Wenn so ein Stempelbruder einmal Blut geleckt hat, einmal seit Monaten wieder etwas Sonntags=Taschengeld erwischt hat, kommt er immer wieder, auch wenn er nur noch 4, 3, 2 Mk. in die Hand gedrückt bekommt. Sollte er aber, wenn er etwa nichts erhält, frech werden. so schmeiße man ihn heraus und fange mit einem neuen die Geschichte von vorne an. Es sind genug da von der Sorte, die gerne einspringen. Der Herr Bildhauer macht es so seit einem Jahr und ist gut dabei gefahren;— doch halt, nur einmal nicht. Da hat so ein schlechter Kerl, trotzdem er in der Woche 5 Mk. bekam, was doch allerhand für einen notleidenden nationalsozialistisch=deutschen Schützenvereins=Bildhauer ist, 20 Mk. kassierte Gelder für sich behalten. Undank ist der Welt Lohn. Dem Defraudanten hat er durch eine Anzeige bei der Polizei gezeigt, ob man so etwas einem biederen Handwerker antun darf. Im übrigen aber ist er zufrieden; er braucht keinen Gesellen mehr und spart den Lohn. Wenn sein Prinzip, Nachahmer hat er bereits schon gefunden, allgemein durchgeführt worden ist, kann die deutsche Wirtschaft gesunden. Die Möglichkeit ist vorhanden, da sein Rezept überall anwendbar ist. Es fragt sich nur, ob bis dahin die Erwerbslosen gescheit geworden sind und lieber auf die lumpigen Pfennige Taschengeld verzichten, um sich selbst und andern nicht die Möglichkeit zu nehmenz, jemgls, wieder, ordentlich bezahlte Arbeit zu bekommen. Wenn jeder Erweroslose sich zu solchem Ausbeuten hergibt, wird bald überhaupt kein Mensch mehr tariflich bezahlte Arbeit haben. Ist solchen Ausbeutern ausgehungerter Erwerbsloser gesetzlich nicht beizukommen? Ein Stempelbruder. Im übrigen haben Adolf Hitler und seine Anhänger zuletzt das Recht, sich als Apostel der Germanenblütigkeit hinzustellen, nachdem Hitler selbst ein„Mischling“ ist. War nicht seine Mutter(geb. Maly) eine Tschechin, die die deutsche Sprache nur mühsam beherrschte? Der Münchener Rassehygieniker Geheimrat Professor Dr. v. Gruber, Präsident der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, der selbst Mitglied des Alldeutschen Verbandes und somit gewiß ein unverdächtiger Zeuge ist, schrieb über Hitler: „Zum ersten Male sah ich Hitler in der Nähe. Gesicht und Kopf schlechte Rasse, Mischling. Niedrige, fliehende Stirn, unschöne Nase, breite Backenknochen, kleine Augen, dunkles Haar. Eine kurze Bürste von Schnurrbart, nur so breit wie die Nase, gibt dem Gesicht etwas Herausforderndes. Gesichtsausdruck ist nicht der eines in voller Selbstbeherrschung Gebietenden, sondern der eines wahnwitzig Erregten. Wiederholtes Zucken der Gesichtsmuskeln. Am Schluß Ausdruck eines beglückten Selbstgefühls.“(„Essener Volkswacht“ vom 9. 1. 1929.) Hitler ist also ein Mischling, ein„Rassenbastard“, wie seine Anhänger sagen. In seinem Buch„Mein Kampf“ nennt Hitler Mischlinge Rassenbastarde und„Halbaffen“. Armer, armer Hitler! Mieter habt acht! Verhindert die Wiederkehr einer mieterfeindlichen Reichstagsmehrheit- Wählt Sozialdemokraten! Der Vorstand des Reichsbundes Deutscher Mieter hat zu den bevorstehenden Reichstagswahlen folgende Kundgebung an die deutsche Mieterschaft erlassen: Der mieterfeindliche Reichstag wurde am 18. Juli aufgelöst. Dadurch ist die deutsche Mieterschaft erneut und vielleicht zum letzten Male zur Entscheidung über Sein oder Richtsein des Mieterschutzes aufgerusen worden. Mieter und Mieterinnen! Die mieterfeindlichen Parteien haben ausnahmslos eine zweijährige Verlängerung des Mieterschutzes abgelehnt und dessen Abbau gefordert. Nach dem Willen dieser Parteien soll die Miete zugunsten müheloser und unberechtigter Riesengewinne des spekulativen Hausbesitzes dauernd gesteigert werden und der bisherige Kündigungsschutz in Kürze fortfallen. Nur die Sozialdemokraten und Kommunisten(die sich allerdings stets im Schlepptau der Sozialdemokraten befanden. Ned.) sind immer und entschieden für die Aufrechterhaltung des Mieterschutzes eingetreten. Mieter und Mieterinnen! Eure Wohnung, euer Familien= leben, eure wirtschaftliche Existenz ist in fahr! Mit dem Stimmzettel in der Hand müßt ihr am 14. September die Wiederkehr einer mieterfeindlichen Reichstagsmehrheit verhindern! Eine wichtige Fraktionssitzung der sozialdemokratischen Stadtverordneten und Magistratsmitglieder findet heute um 7.30 Uhr im Lokale August Felsch statt. Auf bestimmtes und vollzähliges Erscheinen wird gerechnet. Die Versassungsfeier der Stadtverwaltung. Die von der Stadtverwaltung in diesem Jahre im Städtischgg Seamgr. Hzr, anstaltete öffentliche Versassungsfeier, gerschaft geladen war, wies einen guten Besuch auf. Neben dem Reichsbanner sahen wir auch die freiwilligen Feuerwehren aus allen Stadtteilen und verschiedene andere Korporationen. Die Stadtverwaltung hatte durch Rundverfügung alle Beamten und Angestellten der Stadt eingeladen. Aber ein Teil dieser„republikanischen“ Beamten hatte es vorgezogen, nicht zu erscheinen. Dennoch hat die Feier in diesem Jahre einen guten Eindruck hinterlassen. Der Saal war der Feier chend gut dekoriert und überall sah man die Landes= und Reichsflaggen. Das Städtische Orchester leitete die Feier mit dem Huldigungsmarsch aus„Sigurd=Jorfalfar“ von Grieg ein. Anschließend sang der Volkschor Witten unter seinem Dirigenten, Musikdirektor Salger(Dortmund),„Wach, auf von Richard Wagner. Die Festansprache hielt das Magistratsmitglied, Rektor Junge. Von der vor kurzem erfolgten Rheinlandräumung ausgehend, streifte er noch einmal kurz die oeschichtliche Vergangenheit des seit mehreren hundert Jahren hart umstvittenen Rheinstroms, die sehr oft wechselnden Besatzungszeiten des Rheinlandes, die Auswirkungen des Youngplans auf Deutschland und würdigte hierbei auch die aufopfernde Tätigkeit des im Dienst an der Allgemeinheit zu früh verstorbenen Reichsaußenministers Dr. Stresemann. Hierbei erhoben sich die Festteilnehmer von ihren Plätzen, das Reichsbanner senkte die Fahnen und leise spielte die Musik Ich hatt' einen Kameraden". Redner würdigte das Werk von Weimar, die deutsche demokratische Reichsverfassung und die Farben Schwarz=Rot=Gold, die immer schon von den deutschen Stämmen erkämpft wurde und für die große Männer, wie Imanuel Kant, Fichte in seinen Reden an die deutsche Nation, und vor allem Hoffmann von Fallersleben eingetreten und gekämpft haben. Mit einem Hoch auf die deutsche Republik schloß der Redner seine Festrede. Anschließend spielte das Orchester die große Ouvertüre aus der Oper„Der Freischütz, von Karl Maria Weber und der Volkschor sang das Cieo„Brüver, reicht die Hand zum Bunde“ von Mozart. Die Darbietungen fanden stürmischen Beifall. Zum Abschluß spielte dann noch das Orchester den Marsch zur Rheinlandbefreiung, womit die Verfassungsfeier, die wohl bei allen Teilnehmern Befriedigung ausgelost hat, zu Ende war. Arbeitersport. Im Rahmen der Werbeveranstaltung der Arbeitersportvereine treten am kommenden Sonntag die Freien Schwimmer Annen mit einem kreisoffenen Schwimmfest an die Oeffentlichkeit, um wieder mal zu zeigen, daß der Arbeitersport marschiert. Wie im vergangenen Jahre, so wird auch diesmal wieder das Beste geboten werden. Männer, Frauen und auch Jugendliche beiderlei Geschlechts werden sich dem nassen Element anvertrauen und zeigen, daß Arbeitersport kein Rekord=, sondern Volks= und Massensport ist. Zahlreiche auswärtige Genossinnen und Genossen haben ihr Erscheinen schon angezeigt, so daß ein guter Sport zu sehen sein wird. Das Programm umfaßt 18 Abteilungen. Neben den vielen Arten der Schwimmtechnik wird man auch wieder mal Wasserballspiele und Kunstsprünge vorführen. Aber auch die Vorführungen im Rettungsschwimmen und der Wiederbelebung Ertrunkener werden zeigen, auf welch hoher Stufe die Freien Schwimmer stehen. Für die Tätigkeit der Lachmuskeln wird dann in der Pause der Wasserulk der Annener Genossen Sorge tragen. Ein Besuch dieser Veranstaltung wird bestens empfohlen, da der Zeit entsprechend die Eintrittspreise volkstümlich gehalten sind. Unterstützt den Arbeitersport. Nebenbei soll noch erwähnt werden, daß die Mitglieder des Stadtausschusses für Jugendpflege herzlichst eingeladen werden. Autobus Dortmund—Witten=Hohenstein. Der Verkehrsverein Witten läßt am Mittwoch, dem 13. August, einen Autobus von Dortmund nach Witten zum Parkhaus Hohenstein fahren, um den Bewohnern der Großstadt Dortmund Gelegenheit zu geben, das Parthaus mit seiner reizvollen Umgebung und das Ruhrtal kennen zu lernen. Der Autobus fährt mittags 14 Uhr vom Hansaplatz in Dortmund ab und um 19.45 Uhr vom Parkhaus wieder zurück nach Dortmund. Der Fahrpreis beträgt für Hin= und Rückfahrt 2 M. Fahrkarten sind im Vorverkauf zu haben beim Verkehrsverein Dortmund, Hohestraße. Falls die Teilnahme rege ist, wird die Fahrt am Samstag und Sonntag wiederholt werden, was für Witten und Umgebung, sowie auch für, die Freilichtbühne von großem Nutzen sein wird. Tödlicher Unfall. Ein in der Wullenstraße wohnender 76= jähriger Rentner der seit längerer Zeit an Schwindelanfällen litt, stürzte am Vormittage des 11. August von der Treppe der 1. Etage. Er erlitt einen Schädelbruch und verstarb nach wenigen Minuten. Fahrraddiebstahl. Am 11. August, gegen 15.35 Uhr, wurde ein vor der Dresdener Bank in der Bismarckstraße aufgestellt gewesenes Herrentourenrad, Marke„Diadem“, im Werte von 70 M., gestohlen. Taschendiebstahl. Am Samstag wurde auf dem Wochenmarkt einer älteren Dame ein Portemonnaie mit 28 M. Bargeld und einem Trauring, gez.„A“, aus der Manteltasche gestohlen. Wetterbericht. Das Tiefdruckgebiet ist mit seinem Kern zur Nordsee fortgeschritten, während über Südwesteuropa hoher Luftdruck fortbesteht. In Deutschland war es heute früh bewölkt und vielfach regnerisch bei 14 bis 20 Grad Wärme. Der Kahle Asten hatte mäßigen Südwestwind, Nebel und 11 Grad. Wetteraussichten bis Donnerstag: Wolkig mit noch vereinzelten Regenschauern bei wenig veränderten Temperaturen. Verantwortlich für Politik, Feuilleton u. Sport: I. V.: Philipp Sommerlad; für Lokales, Gewerkschaftliches, Soziales, Genossenschaftliches und den Provinzteil: Fritz Sauerwald, für den Inseratenteil: Karl Simon. sämtlich in Bochum. Druck und Verlag: E. Graf& Co., Bochum. Hermannshöhe 6. 20 Die Mitgliedschaft Alt=Bochum nimmt Stellung zur Reichstagswahl ticht von der deutschen Arbeiterschaft getragen, sonde Auftakt zum Wahlkampf.— Klare Fronten.—„Willst du sparen oder willst du nicht sparen?" fragt der Diktatur=Kanzier Brüning die Arbeitslosen, Krankenversicherten und Kriegsbeschädigten.— Er soll am 14. September die Antwort erhalten. In der Mitgliederversammlung des Distrikt Alt=Bochum der SPD., die am Sonntag, dem 10. August, im Lokale Speßhardt, Herner Straße, tagte, und worüber wir schon kurz berichteten, erstattete Landtagsabgeordneter Gen. Otter(Pochum) ein Reserat über die bevorstehende Reichstagswahl. Er ging von der Feststellung aus, daß die Annahme des Youne=Plapes gleichzeitig mit der abschließenden Regelung der von land an seine früheren Kriegsgegner zu leistenden Zahlungen in der Innenpolitik den Beginn des schärfsten Kampfes um die Frage bedeutete, welche Bevölkerungskreise den„Hauptagtei dieser Lasten tragen sollen. Obgleich der Young=Pi, gegenüber dem Dawes=Plan die endgultige Festsetzung der veutschen Gesamtschuld und die Herabsetzung der Jahreszahlungen um rund 750 Millionen Mark auf eine Reihe von Jahren hinaus brachte, versuchten die Feinde der von der SPD. seit Kriegsende betriebenen Verständigungspolitik, seine Annahme durch einen Volksentscheid zu verhindern. Nach dem kläglichen Ausgang dieses Volksentscheids wurden die Bestrebungen, die SPD. aus der Reichsregierung herauszudrängen, immer offenkundiger Der Kampf der sogenannten„Wirtschaftsführer“, der Industriegewaltigen aus der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände gegen die angeblich zu hohen Lasten der deutschen Sozialpolitik muß auch dem letzten deutschen Arbeiter und Angestellten zeigen, welches Schicksal ihm das Besitzbürgertum bereiten will. Gewaltige Erhöhung der Massensteuern unter gleichzeitiger weitgehender Entlastung der Besitzenden, Abbau der Arbeitslosenversicherung, ungeheure Verschlechterung der Krankenversicherung sind die Kernstücke des Programms, durch welches die Bürgerblockregierung Brüning als Sachwalterin der besitzenden Klasse die „Ankurbelung der Wirtschaft“ zu erreichen bestrebt war. Und dieses alles, trotzdem nach dem kurzen Aufschwung des Jahres 1927 die verhängnisvolle Wirtschaftskrise in Deutschland immer weiter um sich griff und bis heute ihren tiefsten Stand noch nicht erreicht hat. Eben weil die unzureichende Kaufkraft weiter Bevölkerungskreise, bedingt durch das zu niedrige Lohnniveau, keine Belebung des innerdeutschen Marktes aufkommen läßt, bedeutet die weitere Herabdrückung der Lebenshaltung der Arbeitnehmerschaft ein geradezu ungeheuerliches Verbrechen an dem schaffenden Volke. Die sozialdemokratischen Minister mußten, wollten sie sich an diesem Verbrechen nicht mitschuldig machen, aus der Regierung ausscheiden. Die schwerste Verantwortung für diese Entwicklung trägt die Zentrumspartei. Dem Zentrumskanzler Brüning und dem Zentrumsarbeitsminister, Stegerwald, einem ehemaligen christlichen Gewerschaftsführer, blieb es vorbeyalten, als führende Männer des„Frontkämpferkabinetts“ diesen Schlag gegen die Aermsten der Armen zu führen. Und als sie im Reichstag keine Mehrheit fanden, erfolgte die mißbräuchliche Anwendung des§ 48 der Reichsverfassung, auf dem Wege der nacktesten Diktatur, die neuen Gesetze zu erzwingen. Die SPD. hat im Reichstag die Aufhebung der betreffenden Verordnungen durchgesetzt und nunnehr wird am 14. September das deutsche Volk der Regierung und ihren Anhängern die Quittung zu erteilen Die Anwendung des§ 48 der Reichsverfassung zur Inkraftsetzung von Gesetzen, denen der Reichstag die Zustimmung versagt hat, bedeutet einen offenen Verfassungsbruch. Es heißt, den Sinn einer demokratischen Verfassung direkt ins Gegenteil verkehren, wenn durch einen Paragraphen, der die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in besonderen Norzeiten gewährleisten soll, das Recht des Parlamentes auf die Gestaltung des Reichshaushalts mit einem Federstrich beseitigt werden könnte. Das Zentrum hat sich an diesem Verfassungsruch wits,Peik Heiner rbeiterwähler se September hieran) ein großer Teil seiner Arbeiterwähler am 14. Spiemder hierauf die Antwort geben wird. Darum versucht die Zentrumspresse mit den Mitteln übelster Demagogie, der Sozialdemokratie die Schuld für die Entwicklung der Dinge aufzubürden. Sie Entrüstung darüber, daß die SPD. in Wort und Schrift dem Volke zeigt, wo die wirklichen Schuldigen sitzen In seiner Angst vor der Abrechnung holt das Zentrum selbst die alten worte von der„Feindschaft der Sozialdemokratig geggg, und Religion“ wieder hervor. Mit welchen plumpen Ve drehungen das Zentrum den Wahlkampf zu führen denkt, bedem deutschen Staate mehr geschadet, als Hitler, Hugenberg Her Gerig st prominentes Mitgzlied der Deutschus t1e. gestellten der rheinisch=westfälischen Essen= und denen ihre Arbeitgeber gerade jetzt brutal Gehaltskürzungen war, der dem Unternehmertum das Stichwort zum GehaltsDie schlimmste Provokation der werktätigen Bevölkerung aber leistete sch der Dbtout,gögn ign 8 Auganz, ertlärte In seiner Programmrede in Korn um v. August elllatte er nach dem durch WTB. verbreiteten Bericht, jedem Wahltage ein Plakat mit folgenden Fragen vorgehalten „Willt du sparen oder willst du nicht sparen? Wenn du Jawoh, auch wir find dafir, doth. den Ausspruch des Zentrumsabgeordneten Peter Schlack, eines Parteifreundes des Retters Brüning: „Die Regierung Brüning ist die reaktionärste Regierung, die Deutschland seit Kriegsende gehabt hat.“ bisher noch der Meinung gewesen sind, daß kämpien eine gewisse Ahc)' gage#. zehe gachche auf die Koalition in Preußen hat das Zentrum davon abhalten alle Forderungen der SPD. nach wirklichen Ersparnissen, z B. Goutsien Ariht unde zuaz Her R.a Lion ossozte. esten Be gue Kerste sich in ihen Profen, beide werden nicht von der beutschen arteinerschaft gertagen, fondern von fremden Geldgebern ausgehalten, die einen von Moskau, andern vom deutschen Unternehmertum, beide aber suchen sich zu übertreffen in der schmutzigsten und gehäfs Verleumdung der Sozialdemokratie. Unsere Aufgabe ist es, die aus Verzweiflung über ihre trostlose Wirtschaftslage diesen Phrasenhelden noch Gefolgschaft leistenden Proletarier aufzuklären und sie einzureihen in den Kampf um die Besserung der Lage der werktätigen Massen unter Führung Reicher Beifall dankte dem Redner für seine instruktiven Ausführungen. An der Diskussion beteiligten sich die Genossen Sommerlad, Görsch, Hahn und Brauns. redner betonten, daß gerade die augenblickliche Situation den besten Anschauungsunterricht für die Wählermassen biete. Intensivste Aufklärungsarbeit sei das Gevor der Srunde. Unter Verschiedenes wurden durch den Versammlungsleiter und verschiedene Diskussionsredner wichtige Hinmeise für di Führung des Wahlkampfes gegeben. Mit der aufforderung. nunmehr auf der ganzen Linie den Worten die kraftvolle Tat folgen zu lassen, schloß Genosse Korte um 13.30 Uhr, die vorzüglich verlaufene Versammlung. Sie war getragen#a frot, zuversichtlicher Kampfstimmung und dem festen Enrschluß: Der 14. September muß ein Tag des Sieges für die deutsche Sozialdemokratie werden. Sozialdemokrarische Randidaten zur Reichstagswahl Der Unterbezirk Düsseldorf der SPD. beschloß in seiner am Sonntag stattgefundenen Generalversammlung, die bisherigen Reichstagsabgeordneten Lore Agnes und PauGerlach wieder aufzustellen. Als Kandidaten wurden ferner benannt Kavl Zöllig, Elli Becker und Georg Stöwer. Der Bezirk Dortmund der SPD. nahm in seiner Generalversammlung am Sonntag ebenfalls Stellung zur Kandidatenfrage. Da der Genosse Robert Schmidt erklätte, weitere Kandidatur wegen seines vorgerückten Aliers nosse Schmidt ist bereits 65 Jahre alt— verzichten zu wurde an seiner Stelle Redakteur Henßler aufgestellt. Der Vorsitzende des Metallarbeiter=Verbandes Alwin Brandes in Stuttgart wurde als Spitzenkandidat der SPD. für Westsalen=Süd in Vorschlag gebracht. Für Weishalegestord konmen als Kandidaten der Partel big, I. gster, Beiße in abgeordneten Severing und Schrea*rrege Betracht. Für den Bochumer Bezirk wurden als Kandidaten die bisherigen Abg. Fritz Husemann und Frau Berta Schulz wiederaufgestellt. autggtunden Garten eines Hauses an der Graf=Engelbert=Straße aufgefunden. Der Tote, desen Versonalben bekannt sind, erlag einem Herzschlage Relnngee und Seneuerer Die Hitlerpartei verträgt jede Schweinerei Die Nationalsozialisten erheben den Anspruch,„Reiniger und sittlicher Erneuerer Deutschlands“ zu sein, und wettern wie die Teufel gegen jeden Korruptionsskandal, vor allem, wenn darin Personen mit jüdisch klingenden Namen verwickelt sind. Dazu haben sie allerdings die geringste Veranlassung, denn in ihrer eigenen Partei herrschen Zustände, die jeder Beschreibung potten.„„ Ege Ar 8 Im Herbst 1929 ist der Führer der Ortsgruppe Bremen der NSDA P., Gerhard Stechert, unter Mitnahme aller ihm erreichbaren Parteigelder durchgegangen. Das einzige, das er zurückließ, waren Schulden bei einer Reihe von Parteigenossen und nehreren Hauswirten. 94881 Der nationalsozialistische Rechtsanwalt Jipperten ließ sich von einem Dienstmädchen, für dessen uneheliches Kind er in wenig einwandfreier Weise eine Abfindung von 5000 RM. herausgeholt hatte, ein Honorar von 1750 R M. zahlen und wurde wegen Gebührenüberhebung zu 1500 RM. Geldstrafe verurteilt. Der Nationalsozialist Eugen Renner in Augsburg, Leiter der Blindenabteilung bei der dortigen Kreishauptfürsorgestelle, unterschlug 18000 RM., die für Kriegsblinde bestimmt waren, und ging flüchtig. Der nationalsozialistische Standartenführer Langendorf in Köln hat von einer nationalsozialistischen Abteilung in Frankfurt Musikinstrumente für etwa 100 RM. gekauft und sie mit 100 Prozent Reinverdienst an eine andere nationalsozialistische Abteilung weiterverkauft. Der Nationalsozialist Schaller in Köln hat Spenden in Höhe von mehreren hundert Reichsmark vereinnahmt und sich geweigert, darüber Rechenschaft abzulegen. Der frühere nationalsozialistische Abgeordnete Dinter, der je Verhältnisse kennen muß, schrieb in Heft 16 seiner Zeitschrift „Das Geistchristentum“ im Jahre 1929: Die Schuldenwirtschaft, von der Parteileitung angefangen bis zu den letten Ortsgruppen hinunter, die damit zwangsläufig verbundenen Unlauterkeiten, Un terschlagungen und Betrügereien haben, wi aus den an mich gelangenden Verichten hervorgeht, einen Höhepunkt erreicht, der längst zu einer Katastrophe führen müssen, wenn die Partei nicht über ergiebige außerparteiliche Geldquellen verfügte. Und in Heft 21 und 22 der gleichen Zeitschrift schreibt Dinter: In der Tat hat die Sittenlosigkeit und allgemeine Korruption innerhalb der Hitler=Partei heute schon einen Grad erreicht, daß zahlreiche Mäxner. Frauen, die in Hitler den Erlöser unseres Volkes suyen, der Partei wieder den Rücken gekehrt haben. Von einem Nationalsozialisten wurde mir berichtet, daß Straßer, als man ihn dieser Dinge wegen anging, lachend äußerte:„Was wollen Sie, wir sind heute so groß und so stark, daß wir jede Schweinerei in der Partei vertragen.“ Der nationalsozialistische Führer in Flensburg, Spediteur Broders, ging unter Hinterlassung ungeheurer Schulden flüchtig. Er hat drei ihm nicht gehörige Lastautos der Favag für 28000 RM. verpfändet. Sein Vater hat sich aus Gram über den mißratenen Sohn erhängt. vögel im Rugust Das Jahr hat seinen Höhepunkt überschritten. Da ändert sich schon langsam so manches. Man merkt es auch an der Vogelwelt. Zwar ruft die Goldammer noch immer am Wege. Unermüdlich tönt von den Bäumen ihr:„Es, es, es ist noch früh!". Der Gartenrotschwanz piept und singt, und der Royrspatz im Schilfe macht nach wie vor einen mächtigen Krach. Auch Krähen garken ab und an, daß der Ruf weithin über das Feld klingt. Aber das sind Einzelne. Sonst sind die Vögel viel, viel stiller geworden. Nur am frühen Morgen und am Abend noch erfreuen uns Drosseln und Amseln mit ihrem Schlagen. Für Augenblicke glaubt man sich in den Frühling zurückversetzt, den liederreichen. Doch das wenig Vogeltöne, und dann ist es zumeist auch nut herrscht jetzt viel Stille im Wald. Die dünnen Stimmen der Goldhähnchen sie kaum. Auf den Feldern ist es nicht viel anders. Die Lerchen, die im Lenze ununterbrochen tirilierten, lassen nur selten und zaahaft ihre Strophen erschauen. Aber doch sind die Vögel geschäftig. Die Spatzen brüten schon wieder einmal, und in manchen Schwalbennestern sitzt eins der Tierchen wiederum auf den Eiern. Der Specht klovft die Bäume nach Nahrung ab. Die sonders die Sumpfmeise streift schnell durch die graue Fliegenschnäpper fliegt stundenlang denselben Weg hi und zurück. Immer wieder verschwindet er an den gleichen Stellen. Der Stieglitz mit dem bunten Kleide hält Ausschau nach Distelköpfen. Hat er weißliche Samen gefunden, so häng. er sich an die Pflanzen und tut sich gütlich....### Reife Früchte locken an manchen Orten. Stare und Spatzen plündern gern die Kirschbäume; die Amsel liebt Johannis. beeren, namentlich, wenn sie nicht weit vom Walde eng###t stehen. Und dann ziehen die Ebereschen mit ihren zinnoberroten Beeren ganze Mengen von Vögeln an. Auch aus dem Korn fliegen oft den Arsang, Aber auch die Störche, die u1 Begian des Mo. nats noch mit ihren Jungen durch die wiesen waten, und der Auch Hei anderen Vögeln wachsen die Jungen heran. Drollig ist es, wenn die kleinen Bläßhühner auf dem Wasser erschwimmen. Die Wildenten, verstecken sichz im Scuserzt: als ob alles sch in seiner Weise danauf einrichtet. 9.8. Wer den Kundfunk stört... Inhaber einer Woschanftolt, Aintag noch setzusetzer 6 Monaten, die Störung der Rundfunkanlage des Klägers zu unterlassen. Die Kosten des Rechtsstreites werden dem Beklagten auferlegt. In der Urteilsbegründung heißt es u. a.: Es ist an dieser Stelle schon darauf hingewiesen, daß Storungen im Rundfunkempfang im Hinblick auf die kulturförderlichen Eigenschaften des Rundfunks von der Rechtsprechung durchweg als wesentliche Beeinträchtigungen angesehen worden sind. Ein Urteil des Amtsgerichts Braunschweig vom 18. 6. gegen einen Heilgerätstörer lautet: Der Beklagte wird verurteilt, bei dem Betriebe des von ihm benutzten Hochfxeguenzheil; gerätes Störungen des Rundfunkempfanges des Ruu#er# bei Vermeidung einer vom Gericht festzusetzenven Geld=, hilfsweise Haftstrafe zu unterlassen und die Kosten des nechtsstreites zu tragen. Aus der Urteilsbegründung ist folgendes von Nach der Beweisaufnahme kann es keinem Zweifel unterliegen, daß der Hochfrequensheilapparat des Beklagten störende räusche in der Rundfunkanlage des Klägers bewirk, woburch der Empfang stark beeinträchtigt, wenn nicht ganz ausgeschlossen wird. Dies gilt auch, nachdem Beklagter einen Störungsschutz in seinen Hauptapparat eingebaut hat. Nach der Bekundung des Zeugen war die Störung dadurch nur 50 Prozent gemildert Dem Klageanspruch ist also hiernach nicht Genüge geschehen. Beklagter hat die Möglichkeit, durch Anbringung geeigneten Störungsschutzes die Störung bis auf ein Mindertmaß zu. beseitigen. Dieses zu beanspruchen, ist ein Recht ver Klägers. Der Beklagte ist gehalten, die Störungen zu unterlassen. Dies gilt nicht nur für die Hauptsendezeiten des Rundfunks, sondern für jede Zeit. Der Anspruch auf Störschutz ist ein absoluter. Wie Beklagter die Störung vermeidet, muß ihm überlassen bleiben. Auf alle Fälle ist der Klageanspruch des Klägers nach dem vorliegenden Sachverhalt gerechtfertigt, so daß Beklagter zu verurteilen war, wie geschehen. Tagung des Mieterschutzverbandes Ruhrkohlenbezirk Der Mieterschutzverband Ruhrkohlenbezirk, der 36 Mietervereine umfaßt, hatte sich am Sonntag zu einer Tagung in Horst eingefunden. Nach einer Begrüßung der Versammelten durch den Verbandsvorsitzenden Handschuh wies der Vorsitzende des Rheinisch=Westfälischen Verbandes, Hotten, daraufhin, daß bei seinem Verbande die Bereitwilligkeit zu einer Einigung vorhanden sei. Er hoffe, daß eine Einigung gefunden werde, auf der man im Interesse der Mieter weiterarbeiten könne. Herr Wienaecker=Mülheim erstattete einen ausführlichen Bericht über den Reichsmietertag in Braunschweig, der eine eingehende Diskussion auslöste. Die auf dem Reichsmietertag angenommene Entschließung wurde von den Versammelten gutgeheißen und angenommen. Geschäftsführer Maas verbreitete sich eingehend über das Thema„Reichblagswahl und Mieterschaft". Er forderte die Mieter auf, bei der kommenden Wahl ihre Stimmen nur den mieterfreundlichen Parteien zu geben, worunter die Sozialdemokratie zu verstehen ist, da sonst mit der Möglichkeit zu rechnen sei, daß zum Juli nächsten Jahres die Mieterschutzgesetze aufgehoben würden. Der Nachmittag versammelte die Teilnehmer zu einem armütlichen Beisammensein im Schluß 0 74 n zur oß in seig, die bisnd Paul urden ferswer. Der deneralverandidatene, auf eine rs— Gezu müssen, aufgestellt. Alwin der SPD. falen=Nord ReichstagsReihe in Kandidaten rau Berta bert=Straße Mann tot sind, erlag sat Spenden nahmt und Der frühere der ja die r Zeitschrift zarteileitung nter, die daiten, Unhaben, wie irgeht, einen trophe hätte letige anere reibt Dinter: und allgePartei heute Männer und es sahen, der n einem Naßer, als man :„Was wol. daß wir jede rg. Spediteur rer Schulden os der Favag t sich aus rhängt. klägers zu m Beklaga.: Es ist rungen im den Eigenals Die Speraln einem kleinen Lokal glotzt eine gelbschmuzige N * vom 18. 6. zird verurequenzheillägers bei hilfsweise streites zu Interesse: interliegen, irende Gekt, wodurch sgeschlossen irungsschutz Bekundung gemildert gechehen. geeigneten maß zu bees Klägers. assen. Dies iks, sondern chutz ist ein muß ihm inspruch des htfertigt, so zehandes er 36 Mieterer Tagung in Versammelten vies der Vorsotten, darigkeit zu einer inigung gefuner weiterarbeirstattete einen ag. in BraunDie auf dem surde von den Geschäftsführer ia„Reichstagser auf, bei der terfreundozialdemolichkeit zu rechieterschutzgesetze jelte die TeilSchleits zugel krankhaft auf die leere, dunkle Straße.„Zum Rauchfangbiod de v. die Lelinerin st hung und gurt, mit überisetigten Gesicht und todtraurigen Augen. Sie hat etwas von einer p siei dche de der den Hit ief in Die, Sigzr, SeKist, die un Zand auf der Stühlehne, die and Sstrzere Brige der vergraben. Sie lächelt dankbar=verschämt. Dieses Aüchen ie vun u. eunoszutegzhumer ene erschiternde Gelalk e und, a eah ei ece verchebten Portraopgevr, in geschwollen. ug geistlrg, Sschame uls Die Adern snd uum versen jorieg.. von Tisch zu Tich, umarmt Lied der Nust mitgröhtend, veu. v.— scheinen. Plößlich bricht obe de uud Heibt liegen. Die Menge sutzt einen Angerhie Jetzt wird ein keiner fresch Zu eiger Schage Die Harmogie eud das Kaopter verbriüdern I Hefreiender Rhnthmus durchstampft strampel. Taumet, Ersge, Vet vn, zaß guchsunge Menschen den blousrauen Abotm. Vuy ais beg Ziuterzmmer: Mädchen.I doch in einer gepisen datung mit„ Ded ebenr, Auge Pirche De Agan eae geladen mesen b6h, Jum Or Ziugzenfer E, geht sogh er, zeinere chnen, erschrect und unsch=ainem Gegner die Faust ins Gesicht. baut mit voufer, W sich am Boden. Die anderen umringen sie. sch fällt um. Bier und Schnaps platschen zu Boden. Gicser schellen. Das Tischtuch wird in den Knäuel hineingezogen. Lu, ein wundes Aufheulen! Blut! Aufschrei der Mädchen und Frauen. Menge, wie elektrisiert, in zwei Parteien Riese schwingt beinen Sessel und bou. De Frauen ftüchten gellend Gedränge, wie gelähmt. Unsähia, zu reagieren. D/, gesetzehgise während aus: Fäusten, Gläsern, Stahltellen... klirren, und plötzlich— erlischt das Licht. Kampf ebbt ab. Die Verwundeten stöhnen. Tiefe Finsternis. Der Flüche... Wie durch f ebbt ab. Die Verwundeten stöhnen. Fl ein Wunder bin Lichter auf undfübertegeln uns: verstärte Polisel. b; sich vict boren, Lörperlichen Schmerz treie ich binaus in die erlischt. Mich fröstelt. eu: Suten eden eitig Verungtaeker Brnn. Bekanntschaft in Mailand eine wuchige Männersgust auf die Kinke Da gbt es sind als alles. In Mailand macht ein junger Mann auf Zef,Stgeße ui Vekamtschaft einer nicht webeglestet sie bis an ihre Haustür und o lebenswürdigeren Donzgchied von ihr. Die Dame wohnt am vimmt ungemein berzlich uuseuyte,— der Lunge Mann. Das hine sedch den seurigen Verehrer nicht, sich bereits am nächtgen Man kann sich denten, daß er sich das ößt Aber koum bot er da fatzte sch bräußen ein schwerer Trit Posse vicht erzeto gzimmels willen, mein Gattel“ schreit die venedwen,„erfö-bt. Ehe der Verehrer es sich verDame auf, indem be be, Hern Zimmer auf den Balion geschoben, von dem aus die begesternde Einadung erfolgt war. Nun stehr Es bleibt sedoch nicht allein bei def Hero=rgögergg, einer ges der ausgesperrte Liebhaber die verhaßte Stimme sprechen. Die Knochenlos ist die Zunge, und doch kann sie ganze Menschen zermalmen. Neugriechisches Richt aus sedem Holyz werden,eugesehischer Ppeshpg, In den Vereinigten Staaten ein eingehendes wisenschaftichtes Zehrgänge, deren Teilnehmerzahl Inkitute veranstalten r=el jührt das Penniglvonig State College rect unsangreich bt, Se Zeimiturse, für Rundsunttechmnie durch. uu von s. 1.. Hie Grunselemente, der Apparatebau und die Repo. eren Ledevion, I., Liesem Lehrgang nahmen letztbin mehr dls 1000 Heimstudenten teil, so daß man sich genötigt sah, einen weiteren auf den 5a Hmunter und dlelbt, ahre erg, Jau. grnae Mhendluft ansinem. Feichen und gefüsere Worte zu wersehen, Pshags getas, Besch lat das einzig Vernünftige: er rief ein Automobil an und brachte man sich von dem verwünschten Hause mit dem Unglücksbalton entfernte, und erzählte der Hausmannsfrau., Sihug nog gleitete, den gangen Hergang. Und ersuhregen habe bis zur sveiertei, doh Peines, undote. gaß der“gefürchtete unschbare Gatte gar kein Gatte gewesen war, sondern ein Kollege: ein Liebhaber. Bei der zweiten Geschichte, die in Bude goag recapgez, ige wor eben dabel, de Korrdorti ger ritester am Schtases state den kannter Sckauspieler zu sein, der von einer befreunhgteg.mg Der Polizeikommissar denkt, das kann auch behält den Einbrugteggndächtigen in Haft und schickt einen gegrehieg, o: Mich. Oov, Vemal mute es der wirtliche Gale. Einte heile ene b-euad iur der raudhen Brig gie sig dur Gersihete hr heiligen Hermandad schnell und schützte eine Dienstbotegangelegen Naom unermiet Röbhsch voun der Rese guriegietzk, ei sie einen Hausfreund vor einer Ueberraschung beschützt, die Fading und der Telephonie beschäftigte. Nachdruck verhoten. Les, Diehieg(12. Fortsetzung.) Sie machte Licht an; seine Hosen fehlten und auch seine Hatte er draußen etwas gehört, oder war ihm nicht gut? Besorgt er nicht. Sie lief auf den Hof— kein Mensch— aber im Keller glaubte sie matten im Keller? Warum? Sie rief nach ihm— keine Antwort. Da tastete sie sich zum Keller hinunter, betäubender Gärdunst umsing Sie hatte ihrem Mann dann die Stufen hinaushelfen müssen, denn er war noch ganz benebelt vom Weindunst und hing schwer an ihrem Arm. Sie war sehr erschrocken: man soll doch, wur weiß der Wein gärt, nicht Was, um Gottes willen, hatte er denn nächtlicherweile da unten zu tun gehabt? Aengstlich drang sie in ihn mit Fragen. Er fühlte sich seltsam matt und noch so benommen, daß er keine Auorede sand und ihr dus nicht mehr vezienur igen garete, gesund. Und die Hauptsach is: du behältst dein Fi Ja, sein Fuder behalten, seinen verborgenen Schatz im Keller ha, das möchte er wohl! Tief seufzend erholte er sich besteg— b, bune wosch, Zesg, nahn den Rechel fort. dr nach be De friche, bost bHalt, und er sch auf eimat seime Lage binen de, ah ale, nur halb so Schchmm. Dem Hiumel sel obde bepu eine tuge Frau seine Anna doch war— und so o. ae waigze wochte wus der Verzscht auns dur Strgergeoe aber sie sagte darüber kein lautes Wort. Stums####### tapfer! kostete, Grückte er ihr die „Du hast brave Elkern, mein Kind,“ hatte Herr Dousemont kenn deinen Vater gut— en tüchiger Mannl Nu halt du dch auch „Meinen Schatz—.9r: Die klaren Augen des Mädchens sahen ihn verwundert an.„Ich hab keinen Schatz!" um so besser!“ Herr Dousemont lachte und klopfte ihr die Wangen. Aber er glaubte ihrer Versicherung doch nicht: die schon vor dem Tod von Frau Dousemont lange Herr Dousemont. Wat gehn mich die Mäderchen an— lieber'n Sict unl böh Kürnt.. I.., Heihenn Ein Schatz—! Einen Schatz nicht hier ins Haus oringen?! Darüber dachte Maria jetzt nach. Herr Dousemont hatte sie jast Was die Leute sich immer gleich denken, wenn eine achtzehn Jahre alt ist! Sie hatte keinen Schatz, sie wollte auch gar Die Mutter hatte gewiß äußerlich hatte sie das zwar still angehört, aber innerlich machte er Pranen hate die Tachter bis zur Kleinbahn gbracht, die. nge das Wasser bespült hatte, schimmerte frischgrünes, neusprossendie Mater Hate dae Gefüht. se müse der scheldenden Tachier nach e Lted e en gt g. A. Huse der großen Tochter entbehren mußte deswegen, daß sie nun die Huse der größen Tochle. embehren mügle sehr vermissen. Maria vur der Aosche) Gnast nicht ie Gerxg esielgze ie freute sich auf das Neue.„Ja, ja, versprach sie gevalltenlos, sie würde immer fleißig zur Messe gehen, ja, ja, und auch irzner, beiche ten, sa, ja die Muter konnte sich ganz beruhigen. Senzn.er, piff und pustend anrückte und. die Bebd braof“ Und bunm hote b, Gezge aung ven Laspar, wern genommen; sie hatte es vergessen, beizeiten zu tun, und dann war's Nun aber, hier in der neuen Umgebung, an die sie sich erst Der alte Jean Claude, der„Alte vom Berge“, wie als er, der viele Jahrzehnte mit seinem Frachtdampfer nach Holland gefahren, des Fahre geworden war und sich hier zur Ruhe setzte. 6 d Vom Türmchen der Villa hatte man einen weiten Bua auf den Slutz, oder weiter woch wo zim winzigeg, Kopelchen sand. Nur schützendem Gitter mit einem einzigen Lichtchen davon in verrostetem Halter. Aber vor der kleinen Kapelle stand ein großes, weithinragendes Kreuz, und unter dieses Kreuz hatte Herr Dousemont sich eine bequeme Bank stellen lassen. So hatte er im Rücken die dunklen Schluchten, die ins Tal sich hinuntersenken vom Eifel— tiefblau geheimnisvoll wob es in ihnen— aber vor sich sah er den lichten Strom und sah die Berge lachen im Sonnenschein. Hier saß er oft, ging fast täglich hinauf. Seit Frau Dousemont gestorben war, ihn allein gelassen hatte, und der einzige Sohn erst draußen studierte und dann Assistenzarzt an einem großen Krankenhaus war, hatte er ja auch nichts zu versäumen. Und wenn er auch ewas versäumt hätte, was tat's? Der Mensch soll alles mitnehmen, was ihm nur irgendwie Freude macht; der ist töricht, der das nicht ut Man ell esen, wos einem p pigst eintemte zer hertgst sgenet. Was dann noch übrigbleibt im Leben— eine trübe Neige—, das bie Mee ürr Pr 4 4 0 Ihr Matten, ihr sonnigen Weiden.:.“- Chiasso, die Grenzstation Goberoehrir Rasselnd und schütternd tobt unser Zug durch Tunnels und Täler; es ist, als triebe nicht Elektrizität, die Hexenmeisterin unserer Zeit, die gewaltige Maschine, sondern als sei das Fernweh und die Sehnsucht all der Menschen des langen Zuges in ihr geGängen stehen. Denn die Gokthardbahn ist keine Eisenbahn einem Zaubermantel, der nicht laulos segelnd durch die Lust gleitet, sondern von einem boshaften Dämonen über die Erde geschleift wird, nahe genug, um uns alle Herrlichkeit dieser Welt zu zeigen, und schnell, rasend schnell, so daß die Schönheit, nach der wir sehnsüchtig die Arme breiten, im Nu verschwunden ist, verschluckt von irgendeinem schwarzen Loch, das in einem namenlosen Wir stehen alle an den Fenstern; zur Seite geleitet uns die mit ihrem immer dünner und seiner werdenden Silberband, hinter uns liegt der Vierwaldstätter See. Nun sind wir im Herzen der Schweiz. Das ist die Schweiz, wie wir sie kennen und lieben, wir enterbtes Tiere und Blumen kennenlernen, de sie vieleicht nie sehen werden; wie auch wir in den Jahren unsgegnsucgze nizngen### dern uitamn misehn ve. zichgern Ges und Seite eine. Bscter. engelonssind im Rasseln und Schüttern des Zuges werden uns erse ev=ghrechen in uns auf, wie eine Blume aus einer Wurzel, die scheinbar verdorrt lag und nun plötzlich von einem glücklichen, lauen Regen geneßzt wird.„ „Ihr Matten, ihr sonnigen Werden...“ Ach, wir sind nicht mehr in der Schweiz, la Suisse, Switzerland, dem Lande der Hotels und Pensionen; nun sind wir wirklich in dem Lande Tells, dem Lande, dessen schönstes Freiheitslied von einem esche c cseschener eltegen uin wir das Licht wieder grüßen, sest doch uner lag, nishe aug noch immer an den Felsenwänden dese Kesele Dann überfällt uns noch einmal die Dunkelheit eines Tunnels. o, haß wir gang dicht vor dem danien Vorzagg, siod, gelernt Sser ad une u. As ehschese ee Peheh ai blaut ein leuchtender Himmel, die Welt ist verwandelt heißt die nächste Station. Nein, wir sind noch nicht in Italien, wir sind in der welschen Schweiz, der Leventina aber in unserer Seie knrz er= Hotgo, ge inr ich= He ine hat aanz recht gehabt: in diesem Liede ist ganz Italien, das Italien, das Lal sheadert. Dr sehen die übergz, Faor groie Seshäsie esce ce aicht enschesen der Ticino in großen Sprüngen talabwärts, als könne, guch ergee nicht erwarten, die lachenden Ebenen Italiens zu erreichen. und das Liktorenbeil dieses gesegnete Stück Land nicht bedrohen, in dem so mancher Zuflucht vor den Schergen des Faschismus fand und so mancher seine Italiensehnsucht stillte, dem das mussolinische o Pun Kauchl Vellnzona auf, überragt von dei alen, grgaug, v. De Ader sad in Augono: ach dan wohzginder wre der Eroe. Wir sino i Tugano; ach, da wohnen die feinen Ses. Gewiß, es st nicht das größe technische Wunder deser an das schönste Kleinod seines Schatzes. Denn nun, kaum daß wir den Seeegersetsan, steht unser rasender Drachen endlich still. Ehiasso... Das also ist Chiasso, die Grenzstation der Gotthardbahn; und nun werden wir zwiefach daran erinnert, daß wir ja bisher nog nicht in Italien waren: Vor den Türen des Zuges stehen Kriminalbeamte. Es folgt die Zollkontrolle— und von hier an begleitet ein hoher Drahtzaun unser Geleise, bis der Zug die Grenze längst hinter sich gelassen hat Italienische Eisenbahner übernehmen den Zug; unsere elektrische Maschine bleibt zurück. Endlich verschwindet der Drahtzaun; neben dem Geleise sitzt eine Gruppe Bahnarbeiter, und zwei, drei von ihneg geterggschigepargz Vorüberfahrendepzgut grüßen.—. es V. v, g, sich sao in Uhwehr Empfang und Wiurommen sein sollte, wandelr sich so in ubwehr und Warnung: Wir sind nun in dem Lande, das unsere Seele suchte— und wissen doch, daß wir gleichsam in Feindesland sind. Und über alle Herrlichkeit, die uns erwartet, sinkt es wie ein Schleier # Die grosse Ruhe in den Städten der Wolkenkratzer Vertenzeepchmerenter Zwei„glückliche“ Finder Jahren fanden zwei Eisenbahnarbeiter Der Nationalfeiertag der Amerikaner am 4. Juli, wird mit Vergleich mit demokratischen Teise der VevölteKonden An diesen Lage salen allestreigen 7, Lust und auch der Umsatz der„Spenkeasies“(Geheimwitschaften) Nach dem algemeinen hicten gebt, seot be unerträglichen Hundstage. In den Straßen wischen den Meineztgeigange magsghen, Ferorhinpsatz und JeereamLäden und Softdrinrs=Stande machen vir ordumsatz, be Zust und Agast, in doser Pasee Ven det wmosten. bericht in der glundschoft wird auch nur das Notwendigste gekauft. In dieser Zeit wird vielmehr das Programm und die Proraganda für die Herbst., und,„err grhise zeinen lingeren Urlaub für viesenigen, die infelge beseiner gesg, keinen lAngeindem man nehmen konnten, wurde ein v., den Warenhäusern die Fünstage. vöhrend der Songg wurde wenigstens ein Auspannen und ein ode eniühnre, a, ee Glädte während des Wahenende; Entrinnen von der Giuthyibe, deg uahner der Eitn von ntew Hort. möglich gemacht, Viete veiche be nach Geschäftschluß weit hinaus Seben es logar vor, au Hit ft hazu eine mehrstündige Fahrt netan de See iu sohren. Ost. v, wird um dadurch eine angenehme, wendig, die jedoch vern erwährend in den Steinauabern der Innenkühle Nachztrude du., bosigen ov.. Zm Mereszufer und am Rande tadt be Siut Flüse steihr bieivt., bn Lzuschen neben dem ande. ee Sen un der Mann während der Arbeitszeit verläßt. Frau und Kinder bleiben draußen, denn auch die Schulen haben mehrere Ade sche un euten ueiz easie eae hen sit und de er wöig, der schieppt sein Hausgerät und ein ar obpeh vud un) iur iher Stadg, Bele Leute burchzschern, u. 5scse e bittg leben vgontinent von Ost nach West, vom Al Mazfischen Ozean und zurick, Ersechge geiße Reiger Bade. be, Pesrenihng du enr Rande, soher gröheren Stelkaisden andschaftlich schönen und vel bzjeagen Pegerzgrge, e o dern ou aber werden noch wirkliche„Camps“, d. h. Zeitlager Deien Iustompznit erisegerischen und bldenden Zwocken verthunden werden. Man lernt zulammen; vor 9getanstr h, ngeschzesegzich gach ebet, daneben Airfug getrseben.“ Der zurückhaltende, und mißsrauische Städter st micht wedr Woder,gernsethen gristen, eine Frauen und Männer gleich gut kleidet. Selbst De opyt, geworsen. De leat und spielt der Arbeiter mit den den deuten ve.. Angestelle mit einem Geschäfteinhaber. Protellor und de bunge aten sich davon aus. Ihr Eldorado st Nur die ganz Veichen c ziu den Salons von sich reden machen Curova, Wer im Winter, weise erzählt, der muß mindestens den wilk und von leine: Kontinent durchfahren haben und ale großen halben europäischen Glücklicher freilich als diese snobistischen Globeaup sind Die einfachen amerikanischen Arbeiter und Angestellen, Schönbeit dieser Dge Bingeben, und Konrstenstadten.. cberhaupt wir Amerstg, v, ide, Lahor Day. Diesem Tage st der technschen Fortschrit, bide: v..“ Dieser Montag zu Beginn der este große Autoonsbug veweiyt, Geschäfte und Schulen geschlossen roben Vinterlvanne, an desghaffenden Arbeit geweiht. Er gleicht der wichz, underenin Amerita sicher noch als viel wertvoler be. trachteten Arbeitstag dem ehrenden Gedanken aller arbeitenden Mit diesem Zeitpunkt merden die meisten Fahrten und. Ferientouren beendet, mit neuer Kraft kann neue Wintergehe, 143ssar. Schäßt aus der Steinzeit der Diretion des Britig, Paseug von einer Miltlion erwurd, Degzshzesglbregeigr euisgr sauete nur Ache Mde Mnierchnen, uer, uine Aas ae. eage vor zwei Jahren zwei Millionenobjekte für zwei Tausender verplempert hatten, wurden— stilgemäßerweise— zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Er war nicht gemeint Komödianten.„O, entschuldigen Sie“, sagt er höflich,„ich wußte nicht, daß Sie da sind Der AbeittGrunde seines Büche, Krstastsfhuschen. Die Frde hat einen klaren durch seinen gläsernen Kristau haschen. Die Erbe hat einen, klaten und tiefen Blick. Sie schaut aus dem Grunde zum endlosen Himmel empor, dessen Wolken sich in ihrem Auge spiegeln. Ein Sonnenstreifen flittert über die helle Fläche hin. Jetzt färben sich die Ränder dunkelgrün. Ein leises Wehen überrausch; die Scheibe des Sees. Ins Violette sprühen die zarten Willen, die sich hilflos wie Kinderhände am Ufer emporrecken— und wieder zurückfallen in ihre klare Durchsichtigkeit. Akelei blüht am Ufer, Minze duftet, Lavendel haucht, Enzian entfaltet sich schen. Könnte nicht jetzt ein weißes Reh aus dem Walde treten? Eine Jungfrau auf seinem Rücken, die behende herabspringt und ihre Schultern im blauen Wasser netzt? Wie ein Geschmeide rollen die Wasserperlen von ihrem Nacken. So steht sie in Sonne und F Oder das Auge des Sees sprüht einen Funken hoch, der die Sonne überstrahlt und wie ein silberner Vogel emporschwirrt, blitzend über die dunklen Waldkronen schwingt und singt und tönt, bis er zerstiebt in Myriaden Tautropfen. Bergsee, tiefklarer! Durchbebt und durchrudert von Millionen fleißiger Füßchen! Seekäfer, zuckend und winzig, selbst ein Funken verträumter! Durchzitert vom pulsenden Blute der Bäume an seinem Ufer! Eine große braune Kuh naht sich mit Glockengebimmel. Sie stapft wie ein Philosoph daher. Sie kennt den Zweck des Erdenlebens—, den Wert der Dinge. Und während sie am Ufer entlang Wiesenblumen abrupft, legi sie mit einem Male ihr breites, zufriedenes Maul auf das Wasser und schlürft. Das Auge des Sees lacht heimlich, mitleidig und verzeihend. Walter Meckauer. 00 Kryptogramm ENAEEURLIHSBSEASIFTEPOES: 70 AAIE ROFNGRGFRGGAA Merkspruchrätsel 1. Jedes ausgesprochene Wort erregt den Gegensinn, 2. Gut Ding als ein golbner Ring am Finger. 4. Ee kann niemand mit seinem Port, V., ve un.d nachelnander gelesen, ergeben diese eine treftrichtig gefunden und naacheinanbet geiesen, geben diese eine treffliche Lebensregel. Magisches Dreieck Die Buchstaben dieser Figur sind so zu ordnen, daß die einander entsprechenden sentrechten und waagerechten Reihen gleichlautende Wörter folgender Bedeutung ergeben: 1. Stadt in Schlesien, 2. Gewürz, 3. Alkoholisches Getränk, 4. Spielkarte, 5. Konsonant, a a n Buchstaben=Kombinationsrätsel Die Buchstaben dieser Figur sind so zu ordnen, daß die waagerechten Reihen Wör!“ ter folgender Bedeutung ergeben: 1. Inneres Organ, 2. Wichtiger Teil einer Personenbeschreibung, 3. Stadt im Elsaß, 4. Bekannter Schweizer Philosoph, 5. Staot in Südspanien, 6. Schwedische Insel, 7. Früheres Maß zur Seetiefenmessung. Sind die Wörter richtig gefunden, so erV geben die Buchstaben der fettumrandeten Felder, bei Ziffer 1 anfangend und nacheinander gelesen, den Namen eines bedeuten? den deutschen Dichters. Silbenrätsel dau de det deutsch di druck e en el er se si ho il im land le ler 1. Vorstadt von London, 2 Framzäsischer Kistentuh, emsngigter. schaft in Schotland. 12. Oper 13. Person des Alten Testaments, 14. Nebenfluß der Donau, 15. Zweig der Landwirtschaft. Die Anfangs= und dritten Buchstaben dieser Wörter nacheinander von oben nach unten gelesen ergeben ein Schillerwort(ch=1 Buchst.). Auflösungen der letzten Rätselecke: Kreuzworträtsel. Senkrecht: 1. Ger, 2. Salon, 3. März, 6. Pol, 7. Eng, 8. Rapid, 9. Namur, 10. Mai, 1. Inn, 12. Das, 13. Ems, 14. Rue, 15. Ton, 16 Metz, 17. Rind, 18. Sau, 19. Rinne, 20. Laute, 21. Ohm. Waagerecht: 2. Sem, 10. Milan, 17. Russe, 20. Lira, 26. Oran, 27. Zinn, 28. 29. Pan, 30 Tau, 31. Mut, 32. Intim, 33. Oder, 34. Titan, 35. Man, Silbenrätsel: 1. Kohlmeise, 2. Einhorn, 3. Irene, 4. Neapel, 5. Eduard, 6. Rosmarin, 7. Einmaleins, 8. Granada, 9. Ephoros, 10. Lametta, 11. Oregon= Keine Regel ohne Ausnahme. Magischer Diamant: 1. t, 2. Arm, 3. Atout, 4. Trommel, Einschaltaufgabe: Strand=Gut=Schein, Sand=Uhr=Feder, Haus=Tier=Garten, See=Adler=Nase, Haupt=Ausfall, Last=Auto=Garage, Ei=Dotter=Blume, Stein=ObstHändler, Spund=Loch=Bohrer, Rind=Fleisch=Extrakt, Gebäude=Umriß. Zeichnung, Rauch=Tabak=Steuer, Knüppel=Holz=Staß, Stoff=MusterKarte, Ober=Arm=Geige, Sommer=Nacht=Dienst, Blech=Napf=Kucher = Gustav Adolf Uthmann. 8 tl s ein vonnernder bernen Fäden der älle, die die ernste Schienen springt könne auch er es zu erreichen. Geinen froh sein, daß Liktorenbeil dieses Schergen des n das mussolinische drei alten, grauen at sich der rasende öhle verkrochen; er ind wir wieder auf wohnen die feinen ein Wunder: Wir sasser des Luganer Wunder dieser an nder der Schönheit; teund zum Abschied ssen, steht unser iasso Gotthardbahn; und wir ja bisher noch es stehen italienische - und von hier an der Zug die Grenze abahner übernehmen urück. Endlich versitzt eine Gruppe n die Hand, um die faschistengruß. Was sich so in Abwehr e, das unsere Seele in Feindesland sind. ikt es wie ein grauer Rose Ewald. Die Industrie der Wunder Wie stehts mit der Senkung der Baukosten? see gsee an. Auf dem ken, die fischschnell hat einen klaren endlosen Himmel Fläche hin. Jetzt Wehen überrausch: die zarten Willen, icken— und wieder del haucht, Enzian Palde treten? Eine abspringt und ihre schmeide rollen die Sonne und Flut. inken hoch, der die ogel emporschwirrt, und singt und tönt, idert von Millionen g, selbst ein Funken sulsenden Blute der ockengebimmel. Sie Zweck des Erdensie am Ufer entlang ale ihr breites, zudig und verzeihend. Walter Meckauer. * nationsrätsel Figur sind so zu sten Reihen Wörergeben: 1. InneTeil einer Persoim Elsaß, 4. Besoph, 5. Stadt in Insel, 7. Früheessung. gefunden, so erer fettumrandeten ggend und nachei: 2# in eines bedeuten im land le ler ch wool zi zucht. nder Bedeutung: fluß zum Kanal, er Romandichter, Staat, 9. Weibsmittel, 11. GrafTestaments, Ein Enqueteband über die chemilche Indultrie Die schmale Erkenntuivp= auz, Holzeupüinger aus der Laust, technischen Bunder, Ceig. g1.„zu) pird durch einen Band Farben und Venzin aus uov. v.—, deutische Ehemische des Engueteausschuses bereichert Gie, her anter Leitung von dustrie, Verlag Brütter— seit pent Herzsi 1923 kausenden Erbnunen un Venh ualh vie Braliche Gericge 3 Bächie beueun un be ziche Hungeheten Buig, Bacher aste ver Halung von 35 Prozent aller Beschäftgten um RheinMain=Gebiet und von 25 Prozent aller Beschäftigten in Mittelsörungsnittel herselle, ein ebense bgalg daemt geiege ggerech wie die Reparatur der Zerstorungen v. Aazu tamen die Mode mische,Konsunktur von geuem förderte.(ogmetig und Arze (Kunstseibe) und die erhohte Hie Moslgezgierung, der Film, das Radio und das Flugzeug, die alle die Entwicklung der chemischen Industrie bereichern mußten. Weil aber die Chemite esgpgusg eien#u chile Westrogie Dae etentcite ie balics ehtel an Gientezighee Welt ist aber mit einer Steigerung von 25 g.I,amer1g miz 16. 1927 bis 1929 noch der größte, dann folgt—..=Zauzichlands Eralaund wit 14 und Isiegen vertwpitdigerweise im sernen Chemikalienverbrauch verdoppelt. Die größten Erpor#heg: luste hatte Deutschland in Rußland und Eng Deutschlands epostzichen Nachiolgestagten mit 114 Millonen ven, die be Holand mit 108 Millionen.(Was Herr Schiele bei seinem deutsch=finnischen Butter= und Käseunfug wahrlich ein wenig beachten sollte. Red.) Starke kartellmäßige Preisbindung Hinsichtlich der Wozicgertikel, die eine Verurkelung fest, daß eit der Vericht in bbpmazentischen zalprodutten über das des Angergt an Pbozurerzzthte ohne daßz der Wetbewerb die gutlsächliche Bedürfnis hinausgent, ven=thersezizung hebt, wobel 0 Verbraucherpreise senkt oder die Erdeng, Werz der Waren ein de bonhugeyz ie Fas esaldonel wit die Feistelung, Wber Urteil bilden kann. Fast sensat####ell wirkt die Feststellung die Kartele iun der Hemitischen Iudustrie Bindungen zwischen den Werten beschen, de für die Hes, Pergraunchg, und aunderen Bedingungen, die Preise, Absatzmengen, Absatgebiete und männisches Personal, 34 Brozent hnd jschäiftigten zud Frauen; fast drei Fünftel aller weiblichen Unge euscnait ider de Beniachnszgnrsgehtgon isez hommnt Noch kein Ergebnis verhandlungen im Reichswirschastsministerium bgw. Arbeis. winihterium Verhandlungen beim drückt, der von derze noch fteline gesezten.. Prshenhtiger Hhese esceiche dier K aie den Sier ertäinden der Bauotrschoisnan dießer vur zu einen fragoir. digen Ergebresgzjsch austrezgricht abgr pos won„Gieteg scheint, sich bloßz Harüber einiz gewoldenz, durch Einponung übersühsigen Rauns, elun der wohnungs= und Kleinstwohnungsbau den für die Erstellung dern; das heißt mit d au sicg set handeln solle, nämlich die Herabsetung der ist, statt dessen aber den Notbehelf der Raumbeschränkung wählt, der vielleicht gegenwärtig nicht absolut zu verwerfen ist Dabei ol nich vertkannt wverden, dacß egenwirig ger gaiche lichteit infelge des Druckes, den die Läger auf die Disposionen sind. Bekannt ist ferner, daß die Zement=Kartelle gewisse zementähniche Bindemitel aus): Perte diese zernentähnlichen Stosse vommen haben, und dop vi. herselen, um sie zu freien Preisen, gegenwärtig besonders gerv, uu Preisen, verlausen. Richt viel das beißt beute: zu wiedrigen. u dem Markte der sonsigen anders dürste es gegenwärtig auch o., gleg dies und gerade die kartellierten Baustofte ausseben, Wbder„Paustoffabrikanten macht Ungebung der Kartelbreise burch vs, ausreichenden offiziellen ur beuticg, dos, won zelber, wie schon vorhin gesagt aus demn Sentung der beist.=Baz ist insosern eine Gesahr, als bei einer Wene gegungen v. z a.t insey Baumarktigestaltung die Preise uicd vus um venio zie hohent gfsiziellen Sätze heranschnellen weürden Hier vicd nen bei zer er eisgelen erisenuen seiens der Reichsbehörden schon scharfer zupacken müssen. tter nacheinander (ch= 1 Buchst.). Salon, 3. März, Kamur, 10. Mai, Meta, 17. Rind, gerecht: 2. Sem, sinn, 28. Magec, Titan, 35. Man, Irene. 4. Neapel, ada, 9. Ephoros, nahme. lout, 4. Trommel, Sand=Uhr=Feder, ler=Nase Hauptlume, Stein=ObstGebäude=Umriß= oß. Stoff=MusterBlech=Napf=Kuche: Sschrnid ce echehshe le shche ce internationale Ueberexpansion v, Seson gich in die J. G. Farben. Diese Monographien balsch Ae aziuer aes Gaeszeheiheschiche bes Sicheshndict ider die Betiche Vgezeigraig eier Rlachiosashelug der 9. S, Harngenische, Wiellng aun an. lienabteilung an siebzehn, Die Poorn. gue gx#p.— in: Kundarube dreiunddreißig Kartenen beteiligt. Wahrlich, e. gi, gr.ig für die Reichsregierung, um nach Möglichkeiten für senkung zu suchen— wenn sie es ernsthaft will. Das größte Wunder der deutschen Chemie freilich— die Bestlichgung der Hotte cheint tatfächlich dem Hert- Bosch port ver ge g. Parden eih verständlich, daß der Geist vor dem Profit kapituliert. Reichsbank gegen Straßenbau Einspruch gegen eine neue Wegebauanleihe. sitschastsktise spiell der Straßenbau eine große Rolle Pundertouf Ernenerung und der Ausbau unseres Wegenetes ruiniert werden. Die Unterlassung wird spurc.. dreisache Austwendungen erfordern.. gun wie u. a. die tundiengeselschaft für Automobistraßenbau auf ihrer letten Auslandskapital durchgefuhrt guggange augunehenen, eine größere Straßenbauanleihe im es auf die Einmichung vene Schrits nicht geian werden. Stück aus ihrem Arbeitsbeschaffungsprogramm herausbrechen läßt. Die französischen Gewerkschaften setzen sich durch gegen Unternehmer und Kommunilten. geberfront weiter an, trosdem die Scharfnacher, vor allen mit ihrer Einschüchterungstaktik den Strei zu####. alle Vemuhungen des Präselten des nördichen Entspannung der Lage eingetreten, und man hoft, daß. die nächsten Tage wenigstens eine provisorische Einigung bringen (perden. Die kommunistischen Quertreibereien im nordfranzösischen Lohnkonflikt haben ihren Grund nicht zuletzt tung der Mostauer Drsctärtung, dge. Die Eigepenng bingt. Ein die ganze Arbeiterschaft ainbesiehendes menten wie die Unternehmer gegen die Gedanken der Sozialversicherung Front zu Klagen der deutschen Maschinenbau-Betriebe Die Brüning-Schiele-Politik eine Kataltrophe. Nach dem Vericht des Vereins ich glustragstäigteit und Austalten für den Monat Juli votpor alem weisen die AusAustagseingung weiter verti'schlechzterungen auf. Die wöchentlandsbestellungen verso., zevach hat sich der im Verliche Arbeitszeit, bleb unverawde Z.rheitszunden zur Solzaht bältmis der tafächlich verleiheten 3, auf 5e Prozent verringert. Bei den meisten Maschinenarten war die Geschäftslage geDieser duters mnbeftiebgende Vercht i Wirscgasehenz, rator, Ju dem Popy, Die Gelehung der Wirschaft, insbers onder die Seiceruig ergehasche i. die. Soate wieder berufen hat, natirlich, weil die Eisenpreisenfürt ine westergehende Eisenunternehmertum bot heinergringen swolen. Jezt muß die Maschinenindustrie feststellen, daß es noch nicht einmal gelungen ist, den Beschäftigungrüchgunsgeizenzuhastrie, versesgten schnis, solte warnen, di, gucg der zreutere Gebiete anzuMethoden des Lohnabbaus auch auf andere Ge Bericht der Maschinenbauanstalten setzt sich weiter eingehend mit der Frage einer Kündigung des deutsch=finnischen Handelsvertrages auseinander und schreibt dazu: „Für eine Besserung der innerdeutschen Lage in der nächsten Zeit sind Anzeichen nicht zu erblicken. Umso mehr ist Deutschland daher auf die Ausfuhr angewiesen. S#og en wäre geradezu eine Katastrophe, wenn die schwere Gefährdung der deutschen Ausfuhr fortgesetzt werden würde, die sich aus der bisherigen Nichtinkraftsetzung des deutsch=finnischen Zusatzabkommens und der Forderung der Landwirtschaft auf Kündigung des deutsch=finnischen Handelsvertrages bereits ergeben. Aus den Ländern die an der Einfuhr Erzeugnisse nach Deutschland interessiert sind, kommen von Tag zu Tag mehr Nachrichten über das Anwachsen der Boykottbewegung gegen deutsche Waren. Gelingt es nicht, sie zum Halten zu bringen, wird eine gefahrliche Rückwirkung auf die innerdeutsche Wirtschaftslage und eine Vermehrung der Arbeitslosigkeit unausbleiblich sein.“ Gegen die unsinnige Forderung, den deutsch=finnischen Handelsvertrag zu kündigen, nimmt auch die Berliner Handelskamimer Stellung. Die Kammer stelt sest,„daß die Kündigung nicht nur unmittelbar schwere Verluste nach sich ziehen tu sondern auch in den Kreisen der Industrie und der Hunvels die lähmende Vorstellung erwecke, ihre Interessen würden von der deutschen Reichsregierung nicht in dem gleichen Maße wie die anderer Berufsstände gewahrt. Insbesondere sei die Textilbranche Berlins in großer Sorge, da 90 Prozent shres im Aufstieg begriffenen und wichtigen Exports nach Skandinavien gehe, also nach Ländern, die sich durch die Kündigung des deutsch=finnischen Handelsvertrages schwer benachteiligt fühlen würden und in denen bereits heftige Abwehrbewegung gegen deutsche Ware im Gange ist.“ Freigewerkichaftliche Propaganda im MulloliniBech. SPD. Der Amsterdamer Polizeipräsident fragte bei der Transportarbeiter=Internationale an, ob es wahr sei, daß sie Tausende von Manifesten in Italien verbreitet habe. Daraufhin schrieb die I. T. F. an den italienischen Gesandten im Haag, sie könne die Frage des Polizeipräsidenten ohne Einschränkung bestätigend beantworten. Sie werde auch weiterhin ihre Propagandaarbeit in Italien fortsetzen. Der Gesandte könne sich künftig direkt an die STF. wenden, wenn er Auskunft haben wolle. Turnen- Spiel- Sport Großartiger Fußballerfolg in Leipzig 3000 Fußballer marschieren auf.— Zweimal 7000 Zuschauer. Leipzig— Dresden 3:2. Das Bezirksfest der Sächsischen Spielvereinigung, Bezirk Leipzig, im Arbeiter=Turn= und=Sportbund nahm einen Verlauf, wie er bei der bekannten großen Aktivität der Fußballer des Leipziger Bezirks und ihre Sympathie bei der Leipziger Arbeiterschaft nicht anders zu erwarten war. Der Großteil der Landvereine war schon am Samstag Gast bei den städtischen Vereinen. 7000 Zuschauer wohnten am Samstag dem Spiel der Auswahlmannschaften 2. Klasse Stadt gegen Land und dem Städtespiel Leipzig—Dresden bei. Stadt—Land 2. Klasse spielten 3:3. Das folgende Städtespiel war ein fußballsportlicher Hochgenuß. Dresden hätte ein unentschiedenes Resultat verdient. Am Sonntag vormittag fanden auf den Plätzen Werbespiele zwischen den Stadt= und Landmannschaften statt. Der Festzug mit 3000 Teilnehmern in ihren bunten Trachten bot ein überzeugendes Bild von der Stärke der Fußballbewegung im Leipziger Bezirk. Der Festzug„der Opposition“, die aus„Einheitsgründen“ ein Gegenbezirksfest veranstaltete, zählte nur 176 Fußballer. Auf dem VfL.=Südost=Stadion begrüßte u. a. der Bundesvorsitzende Gellert die Fußballer. Den Höhepunkt bildete das Auswahlspiel 1. Klasse Stadt gegen Land, das die Ländler unter großer Begeisterung der Zuschauer in einem überaus temperamentvollen Spiel 5:3 gewannen. Aus dem Gelsenkirchener Rasensport Wattenscheid— Gelsenkirchen Heßler 2:4(1:4). Der Platzverein mit Ersatz, ebenso hatte aber auch Heßler einen Ersatz aufzuweisen. Schon die ersten Minuten kann Heßler durch seinen Mittelstürmer in Führung gehen. Ein kurzes Hin und Her, und der Halbrechte stellt die Partie auf 2:0. Rechrsaußen wiill auch mit von der Partie sein und stellt auf 3:0. Der Mittelstürmer weiß sich wiederum durchzusetzen, und schon steht das Spiel 4:0. Die Wattenscheider werden wach, ein Vorstoß, und der Halblinke kann zum ersten Tore einsenden. Pause. In der zweiten Spielhälfte können die Wattenscheider durch ein weiteres Tor das zweite Tor erzielen. Kurz vor der Pause ein weiterer Elfer, der aber gehalten werden kann. Die 2. Mannschaft der Wattenscheider konnte einen Sieg von 4:1 heraus holen.. 2 9.9(g.9; um ui 9. Freie Turnerschaft Eickel— Wanne 0:3(0:2). Wanne kann schon in den ersten Minuten durch einen Elfer in Führung gehen. Danach verteiltes Spiel. Durch ihren Linksaußen kann Wanne ein weiteres Tor holen. Nach der Pause kann Wanne sich zum dritten Male durchsetzen. So sollte Wanne wiederum zu zwei weiteren Punkten gekommen sein. Der Eickeler Mannschaft das mit auf dem Weg: Wollt Ihr Euch auf den Lorbeeren ausruhen?. Bestimmt hat die Mannschaft keinen guten Eindruck gemacht. Auch der 2. Mannschaft der Eickeler war es nicht vergönnt, einen Sieg zu holen, hier hat die NiederSportfreunde Wanne=West— Röhlinghausen 1:3(111). Der Bezirksmeister konnte auch hier wiederum sein gutes Spielsystem unter Beweis stellen. Bis zur Pause stand es noch 1:1 gleichwertig. Dann war es aber um unsere Sportfreunde geschehen. Schlußeffekt 3:1 für unseren Bezirksmeister. Die 2. Mannschaften trennten sich mit 3:3. Die 25 Mannschaften war es der von Röhlinghausen gelungen, ein 4:2 herauszuRöhlinghausen(Alte Knaben)— Sportfreunde West(Alte Knaben) 333. Hier waren sich unsere Alten wiederum einig, denn so wie immer trennten sich dieselben mit einem Unentschieden. 13. Fußballbezirk Gladbeck=Rentfort hat vorläufig seinen Spielbetrieb en der außergewöhnlich schlechten Wiper, Bezignezgeel 15. Organisationsbezirk Am Samstag, dem 16. August, abends 7 Uhr, findet in Wanne=Eickel, Lokal Grothoff, eine außerordentliche erweiterte Turnspartenvorstandssitzung statt. Die Genossen Ritter, Vollmer, Brinkmann, Saatkamp, Chudziak und Strunk haben zu erscheinen. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das pünktliche Erscheinen aller Genossen erforderlich. Turnspartenleiter. Freie Turn= und Sportgemeinde Wanne(Abt. Handball). Am Freitag, dem 15. August, abends 8 Uhr, findet im Lokale Labod eine Spielersitzung statt. Auch die Turnerinnen werden gebeten, zu erscheinen. Aus dem Hagener Bezirk BV. Witten— Bergen Abt. Grümer Baum 5:1(1:1). Der Altmeister zeigre am Sonntag ein lange nicht gesehenes Spiel. Wenn auch anfangs es mit dem Zusammenspiel haperte und dadurch die Gäste im Vorteil waren, konnten sie doch in der zweiten der guten Spielweise der Wittener nicht Stand halten und unterlagen verdient 5:1. 2. Mannschaften 0:3. Weitere Spielresultate: Fr. Sportverein Arnsberg— Sportfreunde Altena 1:2 (1:0). 96 Altenhagen— 96 Vorhalle 1 Hagen— Fr. Sportverein Hengstey 0:4(0:3). Frisch Eggenscheid— Fr. Sportverein Werdohl 1930 3:1(1:1). Frisch — FrSpp. Vogelsang 0:2(0:0). Jahn Hohenlimburg— Roland Dortmund 0:1(0:1). Einigkeit Herdecke— Dortmund=Huckarde 1:3(0:3). Vorwärts Gevelsberg 2.— Jahn Milspe 2. 1:1. Spielgesuche Der Arbeiter=Turn= und Sportverein Querenburg sucht für Sonntag, den 17. August, vormittags ein Spiel gegen eine 2. Mannschaft nach auswärts. Zu erreichen Mittwoch und Donnerstag, abends von 8,30 Uhr an, unter Telephon 626 84. Arbeiter=Turn= und Sportverein Bommern, Abt. ball, sucht für Sonntag, den 17. August, Spiele auf eigenem Platz für 1. Mannschaft und Jugend. Anschriften sind zu richten an Genossen Adolf Backhaus, Bommern, Bodenborn 55. Handball des 12. Bezirks. Am Sonntag, dem 17. August, abends 7 sitzung im Lokale Wilde, Alleestraße. Tagesordnung: Die kommende Serie. Vereine, die nicht erscheinen, werden in der Serie nicht berücksichtigt. Achtung für Vereinespielleiter der Handballer des 12. Set: Paste uie Schen Grsei Bich Freie Turner Annen 1— Freie Sportrerrigihugg 1. 2:3. Punkt 5 Uhr stellten sich beide Mannschaften dem Schiedsrichter. Gleich mit dem Anwurf entwickelte sich ein slottes Spiel. In den ersten 10 Minuten sind die Annener im Karteil, können dielen aber nicht in Toren ummerten. Dae Iutler in Ketten Ein Blick hinter die Kulissen der Nationalsozialistischen Partei Das Zusammenspiel hugenberg-hitler-Bang, Das Strasser-Organ enthüllt Unter der vierspaltigen Ueberschrift Hinter den Kulisten“ veröffentlicht der nationalsozialistische„Sächsische Beoterge das Organ Otto Strassers. einen Aufsatz, eines#a# R. A. Wittig, der erdrückendes Beweismarerial dafur oringt, Hitler schon seit langem der Gesangene des Kapitals ist. Unfreiwillig werden hier von nationalsozialistischer Seite sozialdemokratische Behauptungen und Feststellungen bestärigt. So schreibt der Versasser u. 0.: ben Herm ge. 5 Hitler „Nur wenigen ist bekannt, daß zwischen Derrn Woouf Hitler und dem Intimus des auchnationalen Herrn Hugenberg, dem alldeutschen Oberfinanzrat Dr. Bang, seit Jahren eine enge Freundschaft besteht, die bis in das Jahr 1927 zurückreicht. Es gelang im Laufe der Zeit dem in dieser Beziehung unermüdlichen Herrn Bang, nicht nur das völlige Vertrauen Hitlers, sondern auch auf diesen einen starken Einfluß zu gewinnen, der für Bang den Zweck hatte, auf jeden Fall innerhalb der damals bereits aufstrebenden NSDAP. politisch festen Fuß zu fassen, um einen ausreichenden Ersatz zur Hand zu haben,f seine gleichen Bestrebungen bei den Deutschnationalen scheitern Er erreichte, daß sich Hitler für seine wirtschaftspolitischen Gedanken stärker interessierte, als dem Nationalsozialismus dienlich war, und verstand Hitler in dieser Richtung nach und nach zu überzeugen, daß die wirtschaftspolitische Seite des von Gottfried Feder niedergelegten Parteiprogramms„unhaltbarer Unsinn“ sei. Nach der Reichstagswahl 1928, mit der Bang durch die Protektion seines Gönners Hugeseberg als deutschnationaler Reichstagsabgeordneter in den Reichstag einzog, wurden seine Beziehungen zu Hitler außerordentlich intim. Gleichzeitig gelang es ihm, seinen Freund Hugenberg in sein Freundschaftsverhältnis zu Hitler miteinzuschalten.“ Weiter behauptet Wittig, daß Herr Bang nach und nach das Vertrauen Hitlers in solcher Weise besaß, daß er sich nur noch von Herrn Bang über die politischen Ereignisse im Reichstag bzw. in Berlin unter Umgehung seiner dortigen eignen Stellen informiern ließ. Wörtlich heißt es weiter: „Bekannt ist in diesem Zusammenhang ein Ausspruch Hitlers, als ihm anläßlich seines Berliner Aufenthalts Gregor Strasser pflichtgemäß über die politische Lage im Reichstag informieren wollte.„Herr Bang hat mich bereits informiert!“ Daß unter derartigen Umständen aus der zunächst freundschaftlichen Zusammenarbeit Hitlers mit Hugenberg und Bang auch einmal einschneidende politische Abmachungen zustande kommen mußten, war nicht mehr zu bezweifeln. Schon während des Jahres 1929 kam es zwischen den drei zu einer dahingehenden, zunächst unverbindlichen Absprache, daß Hitler im gegebenen Moment den Programmatiker Feder ausbootet und an Stelle des alten Wirtschaftsprogramms der Partei die bekannten Bangschen Nationalwirtschafts= und WerkgemeinMit diesem Scheitt sollte Bang gleichzeitig der ofsizielle Wirtschaftspolitiker der RSDAP, werden; inoffizizl, grr##.# schon lange! Diese Abmachung wurde einige Zeit sprrgt, gehend ergänzt, daß neben Feder auch die Gewerkschaftler aus der NSDAP. zu verschwinden hätten, in erster Linie Stöh und Dreher; eine vom Standpunkt Bangs aus zweisellgs begreifliche Forderung, der bekanntlich den Gewerkschaften Feuer zum Wasser gegenüberteht.(..16441 Dagegen war von einer Ausbootung des„sozialradikalen Kreises" um Dr. Otto Strasser noch nicht die Rede, weil man diesen im Lager Hugenbergs damals noch nicht, für gefährlich genug ansah. Mit dem fortschreitenden Wanhssen der Organe Strassers, namentlich des„NS.“, änderte sich auch hier bald das Bild. Man hatte plötzlich hier die Hauptgefahr für die Durchführung der vorgesehenen Programmänderung erkannt und sah gleichzeitig eine Möglichkeit, mit der Strassers einen immer lästiger werdenden Konkurrenten des Verlages Scherl aus dem Wege zu räumen. Bereits vor den diesjährigen Wahlen in Sachsen war durch die immer haltloser gewordene Lage in der Deutschnationalen Volkspartei für Herrn Hugenberg die Frage eines ofsiziellen Zusammengehens mit der NSDAP. akut geworden, das sich nach außen hin in einer Parteineugründung (rechter Flügel der Deutschnationalen mit der NSDAP.) dokumentieren sollte. Unerläßliche Grundbedingung eines solchen Zusammengehens war für Herrn Hugenberg, daß Hitler zunächst eine grundsätzliche Trennung von dem sozialistischen Flügel der NSDAP. durchführt. Mit Stöhrs und Feders hoffte man, auf friedlichem Wege fertig zu werden, das heißt man rechnete. Hitler schwankte zunächst in seiner Haltung, gab jedoch nach den Wahlen in Sachsen nach; also zu einer Zeit, wo es zweifellos feststand, daß ihm die gesamte Deutschnationale Volkspartei kurz überlang sowieso auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war.“ Nachdem Wittig noch erwähnt hat, daß Herr Bang als kommender Ministerpräsident für Sachsen vorgeschlagen werden sollte, erklärt er: „Wie dem nun auch sei: nach dem hier Mitgeteilten, für dessen Richtigkeit ich vollinhaltlich die alleinige Verantwortung übernehme, stelle ich fest, daß sich Herr Hitler durch die Art seiner Beziehungen zu den Herren. Hugenberg und Bang des Verrats an den fundamentalsten und heiligsten Grundsätzen seiner Partei schuldig gemacht hat; des Verrats an Grundsätzen, für die viele ihre Freiheit und ihre Existenz freudig hingegeben haben, weil sie glaubten, daß diese fundamentalsten Grundsätze des Nationalsozialismus unerschüttert bleiben würden!“ gegen gelingt es Witten bei einem flotten Angriff, einen Treffer anzubringen. Bis zur Halbzeit ist dann Witten größtenteils tonangebend, was sie durch zwei weitere Tore zum Ausdruck bringen können. Halbzeit 3:0 für Witten. Zu Beginn der zweiten Hälfte konnte man merken, daß sich die Annener etwas vorgenommen hatten, Angriff folgte auf Angriff. Bald darauf waren auch den verstärkt vorgetragenen Aktionen der erste Erfolg beschieden, kurz darauf folgte auch der zweite Treffer. Jetzt hub ein Kampf um den Ausgleich an. Ebenso versuchten die Wittener den knappen Vorsprung zu vergrößern, jedoch die Abwehr beider Gegner war auf dem Posten und konnte alle Angriffe abwehren. Mit dem Resultat von 3:2 konnte Witten als glücklicher Sieger den Platz verlassen. Der Schiedsrichter war seiner Aufgabe voll gewachsen. Resultate von den übrigen Handballmannschaften sind folgende: Annen 2.— Langendreer 2. 1:9. Jugend Annen— Jugend Witten 0:4. Schüler Annen— Schüler Langendreer 1:5. Handball Sämtliche Vereine werden nochmals darauf aufmerksam gemacht, ihre Schiedsrichter und Kursisten zu den angesetzten Lehrstunden zu entsenden. Ebenso ergeht der Aufruf an die neu hinzugekommenen Vereine. Andernfalls die Strafe in Kraft treten wird. Vom 2. 5. Lehrstunde in Recklinghausen=Süd. Laut Beschluß der letzten Sitzung in Wanne werden Abmeldungen nicht mehr entgegengenommen. Auch die Spielerinnenmannschaften wollen eine oder zwei Genossinnen schicken. Denn auch hier ist ein reiches Betätigungsfeld für euch. Bußmann, Schiedsrichterobmann. Vereinsmitteilungen der Arbelter-Turn- und Sportvereine Arbeiter=Sportkartell Groß=Bochum An alle technischen Vereinsleiter der Arbeitersportvereine! Am Freitag, dem 15. August, abends 19,30 Uhr, findet im Lokale Wilde, Alleestraße, eine wichtige Besprechung für die technischen Leiter der Kartellvereine statt. Tagesordnung: 1. Endgültige Festsetzung des Programms für die am 28. September stattfindende Veranstaltung, 2. Besprechung der in nächster Zeit stattfindenden Kurse. Vereine, die keinen Vertreter entsenden, werden zu den Kursen nicht zugelasen. 5. Bergwieser. Freie Sportvereinigung Bochum. Am Donnerstag abend, 7 Uhr, wichtige Funktionärkonferenz im Vereinsheim Wilde. Arbeiter=Sportvereinigung B.=Niemke=Hofstede. Aufruf an alle Genossinnen und Genossen! Durch die bekannten politischen Vorgänge der Letztzeit werden alle Wahlberechtigten zum 14. September zur Stimmabgabe für die kunfrige Zusammensetzung der Volksvertretung ausgerufen. Uns Arbeitersportlern kann es da nicht gleich sein(schauen wir zurück), wer jetzt in der Wilhelmstraße einzieht. Deshalb beschloß der Vorstand, die aktivste Mitarbeit zum Sieg der Arbeiterpartei, der SPD., und ruft derselbe auch auf diesem Wege alle unsere Genossinnen und Genossen auf, dem Beschlusse zu folgen, und bis zum Wahltag unermüdlich für die Liste 1 zu kämpfen.— Heute abend, 7 Uhr, tritt die Vereinigung geschlossen an der weltlichen Schule, Herner Straße, zum Werbezug in Verbindung mit der Partei, freien Gewerkschaften und Jugendarbeitsgemeinschaft an. Die Genossen der Spielleuteriege mit Instrumenten in Zivil. Der regelmäßige Arbeitsplan ist für heute(Handball) unterbrochen. Turn= und Sportverein 08 Langendreer. Donnerstag abend, 8 Uhr, treffen sich sämtliche Vorstandsmitglieder im Volkshaus zu einer wichtigen Vorstandssitzung. Arbeiter=Turn= und Sportverein Querenburg. Am Mittwoch, dem 13. August, abend 8,30 Uhr, Spielersitzung. Am SPD. Herne=Holthausen. Freitag abend, 8 Uhr, wichtige funktionärsitzung im Lokale Rösener(früher Rasier). Der Wichtigkeit halber darf kein Funktionär fehlen. SPD., Frauengruppe Eickel. Heute(Mittwoch), nachmittags 3 Uhr, Mitgliederversammlung im Holsterhaus. Zahlreiches Erscheinen ist notwendig. SPD. Stadtverband Wanne=Eickel. Am Donnerstag, dem 14. August, findet im Gildenhaus eine wichtige Sitzung statt. Zu dieser Sitzung sind eingeladen: der erweiterte Vorstand des Stadtverbandes, der Vorstand der Ortsvereine, der Frauengruppen, der Arbeiterjugend und die Stadtverordnetenfraktion. Es wird erwartet, daß alles pünktlich zur Stelle ist. Tagesordnung: Wahlvorbereitungen. Eppendorf. Die Frauen der Arbeiter=Wohlfahrt Eppendorf machen am Donnerstag. dem 14. August, einen Ausflug zum Hesterholz(Kaffee Peters). Sie treffen sich alle am Denkmal zum gemeinsamen Abmarsch. Trinkgefäße sind mitzubringen. Es wird erwartet, daß sich alle Genossinnen mit ihren Kindern daran beteiligen, insbesondere sind aber die Mütter willkommen. Für Humor wird gesorgt. Röhlinghausen. Heute nachmittag, um 4 Uhr: Handarbeitsstunde im Volkshaus. Alle Mitglieder und Parteigenossinnen sind zu diesem. Nachmittage herzlich eingeladen. W.=Günnigfeld. Heute fällt unsere Zusammenkunft aus. Sie findet morgen von 4 bis 6 Uhr statt. Jugendveranstaltungen SAJ. Herne=Sodingen. Mittwoch, um 19.30 Uhr, hält uns Genosse Artur Sollmann eine heitere Stunde. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. SAJ. Herne=Constantin. Heute, Mittwoch abend 7.30 Uhr, kommen wir in unserem Jugendheim zu einer sehr wichtigen Aussprache zusammen. Alle unsere Mitglieder müssen erscheinen, da in der Gruppe in nächster Zeit sehr viel Arbeit zu leisten ist. SAI. Wattenscheid. Heute abend, 20 Uhr, Tanzabend in der Westenfelder Turnhalle. Turnschuhe mitbringen. Außerdem müssen sich heute alle diejenigen melden, die am Sportfest des Arbeiter=Sportkartells teilnehmen wollen. SAJ. Herne=Altenhöfen. Wir kommen heute abend um 7.30 Uhr im Volkshaus zu einem Bunten Abend zusammen. Schwarz=Rot=Gold Bezirksgruppe Wattenscheid. Am Sonntag, dem 17. August, vormittags 10 Uhr, findet bei Braukämper unsere Bezirksversammlung statt. Es ist dringend erforderlich, daß alle Kameraden an derselben teilnehmen. Ortsgruppe Wanne=Eickel(Trommlerkorps). Heute(Mittwoch), abends 7 Uhr, bei Naroska, Probe mit Instrumenten. Da wir Sonntag für den Arbeiter=Schach=Klub spielen müssen, ist es notwendig, daß wir noch einmal zusammen kommen. Erscheint zahlreich und pünktlich. Ortsgruppe Herne, 2. Kameradschaft(Baukau=Horsthausen). Heute(Mittwoch). abends 8 Uhr, Zusammenkunft beim Kameraden Mallwitz. Strünkederstraße. Niemand darf fehlen.— 3. Kameradschaft(Sodingen). Die Zusammenkunft findet am Mittwoch, dem 13. August, abends 8 Uhr, bei Drewes(Nöthe), statt. Vollzähliges Erscheinen wird erwartet. Witten(Schutzsport). Am Sonntag, dem 17. August, fährt die 1. Mannschaft zum Kreisfest des Niederrheins in Dinslaken. Abfahrt 6 Uhr(pünktlich) ab Kornmarkt. Am Freitag Einteilung zur Fahrt und Aufstellung der Staffeln. Erscheinen aller Schutzsportler ist Ehrenpflicht. Kreis Witten(Schutzsport). Zu der am Samstag, dem 16. August, stattfindenden Sitzung hat von jeder Mannschaft im Kreis ein Vertreter zu erscheinen. * Waltwirtschalfna. 13 Prozent der australischen Gewerkschaftsmitglieder arbeitslos London, 12. Aug.(Eig. Drahtber.) Es treten immer mehr Anzeichen dafür hervor, daß die Wirtschaftsdepression, unter der England gegenwärtig leidet, über die ganze Welt verbreitet ist. Die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten, Italien und in anderen Ländern ist erheblich größer, als es die wenigen zur Verfügung stehenden offiziellen Zahlen erscheinen lassen wollen. Am Dienstag wird dem„Daily Herald“ aus Australien über das sehr bedeutende Ausmaß der dortigen Arbeitslosigkeit berichtet. Dreizehn Prozent der Gewerkschaftsmitglieder sind ohne Beschäftigung, außerdem eine große Anzahl von nichtorganisierten Arbeitern. Die Zahl der Arbeitslosen wird im ganzen auf 150000 geschätzt. Bei den sechs Millionen Einwohnern Australiens ist diese Arbeitslosigkeit beträchtlich, wenn auch nicht von gleichem Ausmaß wie in den betroffenen europäischen Ländern. Kein neuer Berlin, 12. August.(Drahtmeldung.) Die durch die Presse gehenden Mitteilungen, wonach am Dienstag auf Einladung des Ministers Treviranus zwischen der Konservativen Volkspartei, Deutschen Volkspartei und der Wirtschaftspartei neue I Besprechungen über die Festsetzung eines gemeinsamen Aktionsprogramms stattfinden sollten, entsprechen nicht den Tatsachen. Wie wir hören, ist weder an die Deutsche Volkspartei, noch an die Wirtschaftspartei eine Einladung zu einer sorchen Besprechung ergangen. Die kommunistische Knüppekgarde vom Schnelkrichter verurteilt 9 Rowdys, die am 10. August die Sozialistische Agheiteriugend heute dem Schnellrichter beim Polizeipräsidium in Halle zugeführt. Einer der Strolche, wegen Diebstahls sechsmal vorbestraft und wegen Unterschlagung und Aufruhr mehrfach, wurde wegen Körperverletzung zu sechs Monaten, zwei andere wegen schwerer Körperverletzung und wegen Vergehens gegen die Waffenordnung des Reichspräsidenten zu je fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Zwei der Jungkommunisten spurden dem Jugendgericht vorgeführt. Die Haftbefehle wurden aufrecht erhalten. Straßenterror in Halle Verbrecherilches Treiben der Nationallozialilten Halle, 12. Aug.(Eig. Drahtbericht.) Der Straßenterror nimmt in Halle von Tag zu Tag überhand. Heute in den Mittagsstunden wurden auf der Hauptstraße drei Mitglieder der sozialdemokratischen Partei von etwa 15 ringt. Einem unserer Genossen wurde die Brille, den beiden “ anderen die Parteiabzeichen abgerissen. Ein hinzukommen Polizeibeamter wurde von dem Führer des Trupps photographiert, wobei er seinen Kameraden zurief: „Merkt euch die Gesichter dieser Mistekels!" Die Nazis johlten und höhnten, als sie zur Polizeiwache transportiert wurden und äußerten ihre Befriedigung darüber, daß sie ihr Adressenmaterial weiter um einige gute Stücke bereichert hätten. Weitere Rowdyltreiche Frankfurt a. M., 12. Aug.(Eig. Drahtbericht.) In Oppenheim am Rhein haben die Nationalsozialisten ihr Heldentum wieder einmal dokumentiert. Sie drangen, nachdem sie die Fensterscheiben zerschlagen hatten, in die Wohnung„ des Reichsbanners Frank ein und demolierten die Wöhnung illständig. Die zwei Ortspolizisten, die der wild 7 Bande gegenüber nichts ausrichten konnten, riefen das in das Amtsgericht in Mainz eingeliefert, 10 davon aber, wie das leider bei Nationalsozialisten zur Aebung geworden ist, nach einem kurzen Verhör wieder frei gelassen. Gushebung der niederkändischen Gaukottaktion gegen deutsche Waren „Rederlandsche Zuivelbond) teilt mit, daß jetzt nach er boptotottion eingeszaelt werde. Der Verband nehme jedoch infolge der nach wie vor unsicheren Lage eine abwartende Haltung ein und werde sich inzwischen mit anderen Interessenten in Verbindung setzen, um gegebenenfalls den Boykott, der sich als durchaus brauchbares und wirksames Mittel erwiesen habe, wieder anzuwenden. ** Der Raub in der Villa Siemens Perlenkette und Kämme waren unecht Berlin, 13. Aug.(Eig. Meldung.) Der falsche Leitungsrevisor Fritz Bachnick, der am Montag abend in der Villa Karl Friedrich von Siemens den Aufsehen erregenden Juwelendiebstahl verübte, ist von erheblichem Pech verfolgt worden. Die Perlenkette, in der man zunächst das Kostbarste seiner vermutete, ist eine geschickte Imitation. Nicht anders verhält es sich mit den beiden goldenen Kämmen, deren echte Schwestern sich in gut verschlossenen Tresors befinden. Unwetter bei Bad Reichenhall Bad Reichenhall, 12. Aug.(Drahtmeldung.) Die Gegend um Bad Reichenhall wurde heute abend von einem schweren Unwetter heimgesucht. Ueber dem Lattengebirge gin schwerer Wolkenbruch nieder, der die Bergbäche zu reißenden Flüssen anschwellen ließ. Bei der Schießhütte in Bad.Feichenhall staute sich der Wappach=Fluß; Wasser= un du erwigungen drangen in die Gebäude ein und richteten große Vell#astungen an. Die Fluten drangen in die Stadt ein, wo sie Keller überfluteten. Die Feuerwehr beseitigte die Gefahr. Der schlimmste Die Berliner Funkstunde veranstaltete eine interessante Radioübertragung vom Grunde des Wannsees. Der Rundfunkreporter ging in Taucherausrüstung mit Radiotelephon versehen auf den Grund des Wannsees und schilderte dort die für eine Radiesendung sicherlich ungewohnte Umgebung. Der Radiotaucher beim Abstieg auf den Grund des Wannsees. Diese Verbindungen dürften auf mehrere Tage unterbrochen sein. Geröll und der Sand den beiden Orten befanden, wurden eingeschlossen und Passagiere und Pferde konnten nur mit vieler Mühe herausgeschafft werden. Die Bahnstrecke Bad Reichenhall—Freilassing ist an zwei Stellen durch Dammrutsche beschädigt, so daß der ganz Verkehr eingestellt werden mußte. Etwa 500 Reisende wurden in Autos zur nächsten Bahnstation gebracht. Frolt in Amerika Neuyork, 12. Aug.(Drahtmeldung.) Nachdem in den letzten Tagen die Temperatur verschiedentlich bis auf 38 Grad Celsius gestiegen war, wird jetzt aus den verschiedensten Landesteilen, insbesondere aus dem Süden, ein völliger Umschlag gemeldet. Teilweise sank das Quecksilber bis unter 4,5 Grad. Die Stadt Elkins in Westvirginia hatte sogar in der letzten Nacht Frost z1 verzeichnen. In Pittsburg wurden 10 Grad gemessen. Orkan in Südatrika Kapstadt, 12. Aug.(Drahtmeldung.) In der südafrikanischen Union ist durch starke Orkane, anhaltende Regen= und Schneefälle großer Schaden angerichtet worden. Die Fischereiflotte hat sehr gelitten. 15 Fischer, darunter zwei Europäer, sind ertrunken. Zegen dle Verelligung des Kasses Nationalistische Inschrift Paris, 12. August.(Drahtmeldung.) Nach Blättermeldungen aus Straßburg haben die Delegierten der Internaitonalen Liga für Frieden und Freiheit gegen die Inschrift einer Befreiungsstatue protestiert, die in Straßburg aufgestellt ist. Die Inschrift lautet:„Zur Erinnerung an den Sieg des Rechtes über die Gewalt und der Zivilisation über die Barbarei“, Angesichts des Drängens der Versammlungsteilnehmer hat der kommunistische stellvertretende Bürgermeister Haas versprochen, die Inschrift zu entsernen. Tustmanöter in England London, 12. Aug.(Eig. Drahtber.) Aehnlich wie vor kurzem in Frankreich haben am Dienstag in England große Lufts manöver begonnen, an denen 1250 Flugzeuge beteiligt sind. Es wurde ein Angriff auf England organisiert, zu dessen Abwehr sämtliche Landwehrstreitkräfte Englands herangezogen worden waren. Man darf auf die Kritik der Uebungen durch die Militärs gespannt sein; denn der vor zwei Jahren ausgeführte Luftangriff auf London hat bewiesen, daß selbst bei größter Anstrengung eine wirksame Verteidigung nicht möglich ist. Tocarno? Jürkischer Vorschlag K Arbeitskosigkeit im Saargebiet Genf, 12. August.(Eig. Drahtbericht.) Die Regierungskomschieden, daß Steuern und Umlagen des Saargebietes, die für dessen Bedürfnisse erhoben werden, in keiner Weise öffentliche Fonds sind, die der deutschen Verwaltung unterstehen, sondern ausschließlich zur Verfügung der Regierungskommission sind. Vom Januar bis Juni ist die tion erheblich weiter zurückgegangen. Die Zahl der beschäftigten Bergarbeiter hat in der gleichen Zeit um weitere abgenommen. Die Arbeitslosigkeit hat von Februar bis Juni von 8267 auf 6560 abgenommen, was aber gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres noch eine Vermehrung um mehr als die doppelte Anzahl Arbeitslosen bedeutet. Das französische Süager vor dem Katinett Paris, 12. August.(Eig. Drahtbericht.) Das Kabinett Tardieu hat am Dienstag zwei Sitzungen abgehalten, die in erster Linie der Frage des Budget=Gleichgewichts gewidmet waren. Wie erinnerlich, batte.o: grozihrecherischen Ggesie aen Reden mit der bei ihm gewohnten großspreche angekündigt, daß er eine neuerliche Erhoyung der Budget=Lasten mit allen Mitteln zu verhindern wissen werde. Wie immer, blieb aber auch diesmal die Tat hinter den Worten Pgercg. beschloß der Ministerrat, eine generelle Revision 2r: Forderungen der einzelnen Minister durchzufuhren, um das Gleichgewicht des Staatshaushaltes wieder herzustellen. Darüber Binaus aber begnügte er eiznig set in dem Glauben, schließung,„daß der Ministerrat einig(. i. dem Staulel, ohne jede deue Steuer und ohne Anleihen den Bedürfnissen aus den letzthin beschlossenen Gesetzen, ferner den laufenden Ausgaben der Verwaltung, der nationalen Sicherheit usw. Genüge tun zu können, trotzdem 48 Prozent des französischen Budgets Budget= und der Finanzmi höhung der Ausgaben um 5 Milliarden gegenüber dem Vorjahr gebracht hatte und die Steigerung der Ausgaben von 1926 bis 1930 nicht weniger als 13 Milliarden betragen hatte. Es berichten dann Außenminister Briand über die außenpolitische Lage, der Ackerbauminister über die Ackerbauresorm und der Justizminister über geplante ReforEmEn im Athen, 12. August.(Drahtmeldung.) Der türkische Außenminister Tewsik Rudschi hat an den griechischen, Gesandten in Angora ein Schreiben gesandt, in dem er sagt, die Zeit scheine ihm gekommen zu sein, um ein Balkan=Locarno zu vereinbaren. Er fügte hinzu, der türkische Gesandte in Athen werde der bevorstehenden Konferenz der interessierten Balkanmächte als Beobachter beiwohnen. Jückischer Uorstoß gegen die Kurcen Angora, 12. August.(Drahtmeldung.) Die türkische Regierung, die beschlessen hat, den Protest der persischen Regierung unbeachtet zu lassen, hat General Salih Pascha, dem Befehlshaber der türkischen Streitkräfte an der türkisch=persischen Grenze, den Befehl erteilt, die militärischen Operationen gegen die Kurden zu beginnen, die sich am Abhang des Ararat eingegraben haben. Die türkischen Truppen haben gesterr, abend die persische Grenze überschritten und auf dem östlichen Arhang des Agridagk eine strategische Stellung besetzt, die ziemlich tief im persischen Gebiet liegt. Die Türken haben alle Vorkehrungen getroffen, um die zurückeilenden Kurden abzuschneiden und hoffen, der kurdischen Gefahr ein für alle Mal ein Ende zu machen. Kanonenboote nach Rankau Paris, 12. August.(Eig. Drahtbericht.) Im Zusammenhang mit den chinesischen Unruhen hat die französische Admiralität die Entsendung eines Vier=Kanonenbootes nach Hankau beschlossen. Dieses Boot ist am Dienstag mittag nach Hankau abgedampft. Drei andere französische Kanonenboote ankern bereits seit einigen Tagen vor dem Hasen von Hankau. Chinareise Vanderveldes. Der belgische sozialistische Parteiführer Vandervelde hat in Begleitung seiner Gattin eine Reise nach China angetreten, wo beide eine Reihe von Vorträgen halten werden. Hinrichtung chinesischer Kommunisten. Nach einer Havasmeldung aus Hankau hat der Gouverneur von Hunan fast 250 verdächtige Kommunisten hinrichten lassen. 7 — Unerwartet nach längerer Krankheit entschlief sanft am Sonntag. dem 10. August 1930, mein guter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Willei Zalenbuch im Alter von 67 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen Wattenscheid. Amerika, Velbert, Westerwald, Wattenscheid-Günngfeld, Castrop-Rauxel, Krukel, den 12. August 1930. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. Auaust 1930, 15.30 Uhr, vom Sterbehause, Wattenscheid, Hohensteinstraße 47, aus statt. 484 K spp. Fillale Wattenscheid-Leltne Am Sonntag, dem 10. August 1930. starb im Alter von 67 Jahren unser langjähriges Mitglied und Gründer der Partei und des Bergarbeiterverbandes, der Genosse Wilhelm-Ealensuch Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, dem 14. August 1930, 15.30 Uhr. vom Sterbehause, Hohensteinstraße 47. Restlose Beteiligung wird erwartet. 482 Das altbewährteste und natürlichste Blutreinigungsmittel ist gesetzlich geschützte Marke Tipografec! Seit 16 Jahren an rund 6 Millionen Verbraucher gegen Rheumatismus. Nervenleiden. Arterienverkalkung, Hartleibigkeit usw. mit größtem Erfolg verabreicht. — Preis pro Paket Mark 1.— frei Haus.— Bei Aufträgen von 12 Paketen Mk. 0.80 „„„ 25„„ 0.70 „„" 50„„ 0.60 pro Paket Versand franko gegen Nachnahme, zuzüglich Nachnahmegebühr. Tausende von Dankschreiben vorhanden. Alleinige Fabrik gegr. 1914. Thüringer Teciabrik, Hermann A. 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