— Die„Annener Zeitung“ erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. für die einspaltige Kolomelgeile oder deren Raum 25 Pfg. — Reklamezeile 70 Pfg.— Bezugspreis monatlich.— Mk. Geschäftsstelle: Bahnhofstraße 23. Telephon=Nr. 384. verbunden mit der„Annener Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. Organ des Amtes Annen u. Landkreises Hörde. Inserate sinden bei der großen Auflage der„Annener Zeitung“ weite und billige Verbreitung.— Bei gerichtlicher Bettreibung oder bei Konkursen kommt jeder Ennemcmn rabatt in Wegfall. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgachgen Biübe Abenchun uir kine Stg. Redaktion, Duuck und Berlag von Fritz Räching, Annen. Nr. 145 Dienstag, den 25. November 1919 35. Jahrgang Das Wichtigste. So nötig die Vermehrung der Reichseinnahmen t, noch dringlicher ist die Aufbesserung der Valuta #urch eine praktische Finanzwirtschaft. Bleibt die teigerung des Markwertes aus, so zerrinnt uns as Geld aller neuer Steuern zwischen den Finern. Die Arbeitgeber sind durch die Höhe der köhne, von deren Abbau nichts zu bemerken ist, in ne Zwangslage gesetzt, in der mancher nicht mehr fir die Zukunft disponieren kann. Und der Abitz in nicht wenigen Branchen beginnt unter den eigenden Preisen und der sinkenden Kaufkraft zu. sick zu gehen. Die Steuerkassen und viele Stadthssen sind leer, die wachsenden Ausgaben erfordern steuerzuschläge. Die inländischen Lebensmittel leiben hoch, und die Arbeiter sagen selbst, daß sie lei den viel niedrigeren Friedenslöhnen vor 1914 sch weit besser gestanden haben als heute. Alle Naßnahmen zur Besserung haben keinen sichtbaren frfolg gehabt, und auch die Sparsamkeit ist nicht in er erforderlichen Weise auszuüben gewesen. Wir ecken bis zum Halse im Sumpfe der Finanzhisere. Tatsache ist, daß alle Versuche, durch höhere öhne, Gehälter, Teuerungszulagen und Beschafungsgelder die Teuerung zu bekämpfen, sich als nwirksam erwiesen haben. Je höhere Löhne, Gesälter und Zulagen gezahlt wurden, um so teurer burde alles. Nicht auf die Höhe des Einkommens Immt### an, sondern auf den Preis der Lebens#ltet und Rohstoffe für die Fabrikate und Waren. Diese Preise müssen herunter, und zu diesem Ziele fhrt nur die Vermehrung alles dessen, was nötig st, was in größeren Mengen vorhanden ist, ist bilg, an die Preise vor 1914 dürfen wir freilich nicht senken, was knapp ist, ist teuer. So war es steks, und so wird es bleiben. Das künstliche Mittel der Preissenkung durch ist unwirksam, weil es nicht dauernd ufrecht zu erhalten ist. Zur Vermehrung der Lebensmittel im Inland nutzt nur fleißige Arbeit, um Erwerb derselben aus dem Ausland gehört ben das kaufkräftige Geld. Hätten wir dies, so sätten wir auch mehr ausländische Lebensmittel u. ls Folge die Preissenkung der inländischen Nahung. Und natürlich auch der Rohstoffe. Also unere ganze Lage schreit nach kaufkräftigem Geld. Es ist nicht leicht, das verlorene Vertrauen der Welt wieder zu gewinnen, darum müssen wir nachhelfen, um eine Steigerung unserer Valuta herbeiJuführen. Erhöhen wir den Preis der deutschen Ausfuhr bis zu einem Stande, der Respekt vor der Mark einflößt. Bevor das Ausland nicht erkennt, daß es keinen Nutzen vom Tiefstande der Mark hat, bird es sich nicht dazu verstehen, ihr einen höheren kurs zuzuerkennen. Das ist das Erforderliche des Tages, demgemäß müssen wir handeln. * „„ Im Reichswirtschaftsministerium haben in der setzten Zeit Besprechungen stattgefunden über Maßnahmen zur Hebung unserer Valuta. Das Ergebbis dieser Besprechungen zeigt sich in einer gewissen eneigtheit an den maßgebenden Stellen, zu dem Mittel von Ausfuhrzöllen zu greifen. Der Hauptverbandder deutschen Industrie, der sämtliche maßgebenden Organisationen unserer Industrie umsaßt, war in Berlin versammelt, um die gleiche Angelegenheit zu beraten. Das Ergebnis dieser Beratungen ist, wie wir hören, von großer Bedeultung für unser gesamtes Wirtschaftsleben. Die dielsem Hauptverband angeschlossenen Industrien ha#en sich bereit erklärt, im Wege der Selbstverwaltung die Ein- und Ausfuhr zu konsumentieren, um dadurch den Stand unserer Valuta zu bessern, die planlosen Einkäufe im Auslande zu verhindern und dem Wegschleudern deutscher Waren nach dem Auslande vorzubeugen. Das Reichswirtschaftsministerium war bei diesen Beratungen durch einen Unterstaatssekretär vertreten und ließ erkennen, daß er bereit sei, diesen Vorschlägen der deutschen Industrie Rechnung zu tragen und auf seine eigene Absicht auf Einführung von Ausfuhrzöllen zu verzichten. Gegen den Untersuchungsausschuß. Der Wahlvorstand der Deutschen Demokratischen Partei in Bayern hat eine Entschließung gefaßt, in der gesagt wird, die bisherigen Verhandlungen des Untersuchungsausschusses hatten wohl die Erkenntnis gezeitigt, daß die volle Wahrheit nicht durch einseitig geführte Untersuchungen eines Volkes allein gefunden werden kann. Der Wahlvorstand fordert deshalb, die Nationalversammlung möge erklären, daß nur ein unparteiischer Völkergerichtshof, dem alle Archive offenstehen, zur Ermittlung der vollen Wahrheit gelangen kann, und daß eine nur einseitig vom deutschen Volke geführte Untersuchung als aussichtslos bis zur Einrichtung einer allgemeinen Völkeruntersuchung zurückzustellen sei. Die deutschdemokratische Fraktion in der Nationalversammlung möge deshalb ihre in den Ausschuß entsandten Mitglieder zurückberufen. Sollte wider Erwarten die Nationalversammlung durch Mehrheistbeschluß das Weiterbestehen des Ausschusses erzwingen, so wäre unter allen Umständen dafür zu sorgen, daß der Fehler einer einseitigen Zusammensetzung des Ausschusses nicht wiederholt wird und daß Garantien geschaffen werden gegen ein unzweckmäßiges Ermittlungsverfahren. Trauerfeier für Gröber. In der Wandelhalle des Reichstages fand Sonntag mittag für den verstorbenen Vorsitzenden der Zentrumsfraktion der Nationalversammlung, Staatssekretär a. D. Adolf Gröber eine Trauerfeier statt, an der auch der Reichspräsident Ebert, Reichskanzler Bauer, Minister Dr. Bell, Erzberger, Giesberts, Mayer=Kaufbeuren, Noske, Schlicke Schmidt teilnahmen. Mit dem Beethovenschen Trauermarsch und Schuberts Chorwerk:„Heilig ist der Herr“ nahm die Feier ihren Anfang. Dann hielt Präsident Fehrenbach im Namen der Nationalversammlung eine Ansprache. Mit den Worten:„Sein Andenken wird unsterblich unter uns sein“ legte er einen Kranz nieder. Der neue Führer des Zentrums Dr. Trimborn fand warme Worte für den Heimgegangenen als Menschen und Christen. Nach einer Motette aus dem 16. Jahrhundert erfolgte durch den Prälaten von St. Hedwig Dr Kleineidam die Einsegnung, und als die Griegsche Musik„Ases Tod“ aus„Peer Gynt“ durch die Halle klang, trug man den Sarg hinaus zur letzten Fahrt nach Weingarten in Württemberg. — Entlassung des Majors von Lützow. Der Major von Lützow, der kürzlich auf eigene Faust mit einer Kompagnie von Jägern vor die Wohnung Hindenburgs gezogen war, um dem Generalfeldmarschall eine Ovation darzubringen, wird der„Kreuzzeitung" zufolge vom Reichswehrminister seines Postens enthoben. — Reichskommissar Heersing hat, nachdem sein Antrag, den Belagerungszustand in Schlesien aufzuheben, in einer Sitzung beim Minister des Innern mit Rücksicht auf die politische Lage abgelehnt worden war, erklärt, daß er den Belagerungszustand nicht länger mit seinen Namen decken könne, und deshalb seine Entlassung beantragen werde. Minister Heine bat jedoch Herrn Heersing, sein Amt vorläufig fortzuführen. Es würde sich nicht empfehlen, das Amt so kurz vor der Uebergabe der Verwaltung an die interalliierte Kommission neu zu besetzen, man könne es aber auch nicht von heute auf morgen aufheben. = Keine sozialistische Einheitsfront. Das Zentralkomitee der unabhängigen sozialdemokratischen Partei Deutschlands teilt in der„Freiheit“ mit, an den umlaufenden Gerüchten über Einigungsverhandlungen zwischen den sozialdemokratischen Parteien sei kein wahres Wort. — Der schlagfertige Scheidemann. Als Freitag vormittag der Abgeordnete Scheidemann mit dem Zuge 9,44 Uhr auf dem Wannseebahnhof ankam, wurde er von einem unbekannten etwa 50jährigen Mann von hinten wiederholt ange stoßen und mit unverkennbarer Absicht in die Waden getreten. Scheidemann drehte sich um und verabfolgte dem Belästiger ein paar kräftige Ohrfeigen. Herren, die den Abgeordneten Scheidemann erkannten, machten der Szene ein schnelles Ende, indem sie den Mann vom Bahnsteig auf die Straße beförderten. — Oberst Reinhardt zum Generalmajor befördert. Oberst Reinhardt, der frühere preußische Kriegsminister und jetzige Leiter der Landesbefehlsstelle Preußen, ist zum Generalmajor befördert worden Oberst Reinhardt ist einer der Mitschöpfer der Reichswehr und hat sich um die Wiederherstellung der inneren Ruhe im Reiche große Verdienste erworben. Er war einer der ersten Offiziere, die sich der Republik zur Verfügung stellten, und Scheidemann hat in seiner bekannten Kasseler Rede das verdienstvolle Wirken des Generalmajors Reinhardt besonders hervorgehoben. Eine eindrucksvolle Kundgebung für das Deutschtum war der Parteitag der deutschnationalen Volkspartei für den Landesverband Arnsberg, der am Samsag in Dortmund in den Sälen des Gewerbevereins abgehalten wurde. Der Saal zeigte Schmuck in den alten Reichsfarben. Flaggen an den Wänden, die Rednertribüne mit Flaggentuch drapiert. Durch die Ausführungen aller Redner ging ein Sehnen nach einer neuen monarchischen Regierung, dem die Versammelten stürmisch beipflichteten. Die Höhe erreichte die Stimmung bei der Rede des Abg. Exz. Hergt. Unendliche Bravorufe löste es aus, als der Redner von den Nationalhelden Hindenburg und Ludendorff sprach und den Satz von der Treue zum Kaisertum prägte. Als äußerer Dank der Versammelten wurde Exz. Hergt ein Strauß weißer Chrysanthemen mit schwarz=weiß=roter Schleife überreicht. Am Schluß der Hergtschen Rede sangen die Versammelten die erste Strophe des Liedes„Deutschland, Deutschland über alles.“ Herzliche Worte fand auch die Abg. Frl. Dr. Spohr über die Frau in der Politik und in der Familie. Abg. Traub gab in der Diskussion interessante Sachen zum besten und sprach befonders von zwei Hauptgefahren. Ferner sprach noch ein Bergarbeiter und Vertreter der einzelnen Ortsgruppen. Im Mittelpunkte der Verhandlungen stand die #de des ersten Parteivorsitzenden, Finanzministers a. D. Hergt. Er begann mit den Hindenburg=Demonstrationen in Berlin. Als er Hindenburg eine „Zukunftshoffnung" nannte, erscholl brausender Beifall. Die Deutschnationalen seien nicht die alte konservative Partei, sondern seien mit modernem und sozialem Geist erfüllt. Das gelte aber auch von vielen alten Konservativen, die umgelernt hätten, so vom Grafen Westarp. Sehr bemerkenswert waren die Ausführungen des Redners über die Staatsform. Hatte Herr Mumm die Rückkehr der Hohenzollern auf den Thron gewünscht, so erklärte dagegen der Vorsitzende der Deutsch=Nationalen Partei: Er erwarte die Wiederherstellung der Monarchie vom natürlichen Laufe der Dinge. Es wäre falsch, diesem vorzugreifen. Es könne sich aber nicht um die alte Monarchie handeln. Deren Zeit sei vorbei. Die Gleichberechtigung aller Stände, auch des Arbeiters, und das parlamentarische System, allerdings ohne seine Auswüchse und Uebertreibungen seien endgültig vollzogene Zugeständnisse an die Zeit. Die neue Monarchie müsse eine Volksmonarchie und eine soziale Monarchie sein. Jede dieser Sätze wurde von lebhafter Zustimmung aus der Versammlung begleitet. Als unterscheidendes Merkmal seiner Partei gegenüber allen anderen nahm Herr Hergt die starke Betonung des Pflichtsgedankens in Anspruch.(Eine junge Dame überreicht dem Redner ein Bukett.) Dann wurde die Aussprache eröffnet. Dr. Brauß=Dortmund legte eine Entschließung vor, die dem Parteivorsitzenden Hergt Vertrauen sowie die Zustimmung an seinem Ordnungsprogramm aussprach. Löblich=Soest einen Antrag der einen Untersuchungsausschuß gegen die an der Revolution Schuldigen verlangte, obwohl dieser Antrag keine Gnade bei den Mehrheitsparteien finden werde. Beide Anträge wurden widerspruchslos angenommen. Es sprachen dann mehrere Redner aus der Versammlung, von verschiedenen Gesichtspunkten, aber alle im Sinne der Deutsch-Nationalen Volkspartei. Frau Schulrat Hoffmann=Bochum kündigte dem Feinde den„Tag der Rache" an(Händeklatschen) und forderte als Gegenwirkung gegen die entchristlichte Schule eine charaktervolle Erziehung der Kinder. Längere Ausführungen machte Abg. Dr. Traub. Bemerkenswert ist daraus: Wir hätten uns vor allem um die Außenpolitik zu kümmern. Der Hauptfeind bleibe England. Amerika sei in seinem Verhältnis zu England der„dumme Kerl“ gewesen. Es liege aber in unserm Interesse, daß es sich gegen England aufraffe, damit England nicht alleiniger Weltherrscher werde. Dem deutschen Volke tue ein neuer Luther not: der Luther in der Zeit der Bauernkriege. Traub wandte sich sodann gegen die Kriegsgesellschaften und sagte, wenn Deutschland nicht bald die Kriegswirtschaften los wird, dann geht es dem Ruin entgegen. Diese Kriegsgesellschaften sind für uns ein Hauptgegner. Aber neben diesem Gegner haben wir noch einen viel größeren und das ist der Dortmunder„Generalanzeiger“, Solange das Volk von diesem Blatt vergiftet wird, wie es schlimmer kein Kommunistenblatt kann, wird es im Industriegebiet nicht besser werden. Abg. Traub wünschte im Laufe seiner weiteren Ausführungen; daß die deutsche Volkspartei und die deutschnationale Volkspartei Schulter an Schulter für die nationale Sache kämpfen möchten, denn wir gingen einer Zukunft entgegen, so dunkel, wie sie sich heute noch kein Mensch ausdenken könne. Weiter erklärte Traub, daß man nötigenfalls nur mit dem Zentrum in die Regierung eintreten werde, unter der Bedingung, daß es sich von Erzberger trenne. Das Schlußwort sprach Abg. Rippel(Hagen). Redner faßte in trefflichen Ausführungen noch einmal alles zusammen und gab der Hoffnung auf ein neues, schönes Vaterland Ausdruck. Er schloß mit einem Hurra auf Hindenburg und Ludendorff. Ausland. Oesterreich. Die Not im österreichischen Lande. Die österreichische Nationalversammlung nahm den Zweimillionenkredit zur Bestreitung der durch die normalen Staatseinnahmen nicht gedeckten Staatsausgaben an. Staatskanzler Dr. Renner schilderte die entsetzliche Lage, in der sich Bevölkerung und Staatswesen befinden. Niemand wisse, ob unter diesen Umständen der Winter des Entsetzens von den Bewohnern überlebt werden kann. In den Städten und in den Industrieorten Steiermarks kann schon seit einigen Tagen kein Brot ausgegeben werden. Tirol und Salzburg sind ohne genugende Brotfrucht. In den Ländern unseres Staates versagt die Kohlenversorgung vollständig. Wir sehen die wachsende Zahl der Leichenbegängnisse, die sich mehrende Zahl der Kindergräber. Wir sehen, wie sich das entsetzensvolle Sterben eines ganzen Gemeinwesens ankündigt. In dieser Lage will die Staatsregierung das Gewissen unserer Nachbarvölker und der ganzen Welt wachrufen. Hiltze für Wien. Das Wiener„Extrablatt" erfährt, daß die Verhandlungen mit Deutschland wegen bevorzugter Behandlung der Lebensmittelzüge Oesterreichs auf den nördlichen Eisenbahnlinien zu einem günstigen Ergebnis geführt haben, so daß es möglich sein wird, in der nächsten Woche wenigstens eine halbe Brotration zur Verteilung zu bringen. Frankreich. Clemeneeau französischer Präsident? Vom„Oeuvre“ über die politische Lage befragt, soll Viviani erklärt haben: Die Lage ist sehr einfach. Clemenceau wird bis Januar Ministerpräsident bleiben und nachher Präsident der Republik werden. Clemeneeau zur Präsidentschaft bereit. Viviani erklärte einem Vertreter des„Oeuvre“, daß Clemencea## k sei, die Präsidentenwürde anzunehmen. Die Schweiz und der Völkerbund. Der Ständerat hat unter Namensausruf mit 33 gegen 6 Stimmen den Beitritt zum Völkerbund beschlossen. Amerike. Wilson droht wieder mit Kriez. Das Staatsdepartement hat Meriko gewarnt, daß weitere Belästigungen des amerikanischen Konsularagenten Jenkins in Pueblo, der vor kurzem von den Banditen freigelassen wurde, die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten u. Mexiko ernstlich in Mitleidenschaft gezogen würden. Fortdauer des Vergarbeiterstreiks in Amerika. Der Vergarbeiterstreik dauert fort, trotzdem der Streikbefehl zurückgezogen wurde. Immer mehr Arbeiter legen die Arbeit nieder. Die Brennmaterialversordung wird fortdauernd schwieriger. Reberall sind die Kriegsbeschränkungen wieder eingeführt. Nur den lebenswichtigen Betrieben wird die Zufuhr nicht verweigert. Der Generaldirekton der Eisenbahnen, Hines, hält die weitgehendsten Verkehrsbeschränkungen für notwendig. Zeichne mit 500 Mark bar und 500 Mark Kriegsanleihe 1000 Mark Deutsche Spar= Prämienanleihe Adolf Groeber, der Vorsitzende der Zentrumsfraktion der Nationalversammlung, ist am 19. November während eines Gespräches mit Geheimrat Jungheim, dem Direktor bei dem Reichstag von einem Schlaganfall betroffen worden und verschieden. Mit Adolf Groeber, der ein Alter von 65 Jahren erreicht hat, sinkt der Vorsitzende der stärksten Parlamentsfraktion ins Grab. In Riedlingen,(Württemberg) am 11. Februar 1854 geboren, widmete er sich dem Studium der Rechte. Er war bis zum Landgerichtsdirektor aufgerückt, als er am 5. Oktober 1918 zum Staatssekretär des Prinzen Max von Baden ernannt wurde. In den Reichstag wurde Groeber zum erstenmal 1867, in die zweite württembergische Kammer 1869 gewählt. Schon kurze Zeit nach Behinn seiner parlamentarischen Laufbahn spielte er in der Zentrumspartei eine hervorragende Rolle und erreichte eine führende Stellung. Lolates. § Annen, 25. Novbr.(Der neue Landrat.) Die vor einigen Wochen vom Kreistage getätigte Wahl des Herrn W. Hansmann=Eichlinghofen zum Randrat des Landkreises Hörde hat jetzt die Bestätigung des Ministeriums gefunden. § Annen, 25.Novbr.(Bisher günstige Ergebnisse der Spar=Prämienanleihe.) Die bereits vorliegenden Zeichnungsergebnisse der deutschen Sparprämienanleihe 1919 erbringen den Beweis, daß von den kleineren Kapitalbesitzern ansehnliche Summen unverzinst im Hause zurückgehalten waren, ohne daß diese Beträge nutzbringend angelegt wurden. Es ist deshalb erfreulich, daß die kleinen Seldhamsterer nunmehr einen Teil ihrer Ersparnisse in Sparprämienanleihe anlegen. Sie tun gut daran, denn neben der vom Reiche garantierten Sicherheit ist ihnen die Möglichkeit geboten, auch bedeutende Gewinnchancen auszunutzen. * Bezüglich der Einzahlung der deutschen Sparprämienanleihe tauchen Mißverständnisse auf, ob für jede 1000 Mark Sparprämienanleihe der Betrag von 500 Mark in Kriegsanleihe zur Auszahkung nur zugelassen ist, oder ob er eingezahlt werden muß. Es wird hierdurch wiederholt festgestellt, daß die Hälfte jeder einzelnen Zeichnung in Kriegsanleihe gezahlt werden muß, so daß also die Zahlung der Gesamtsumme in bar unzulässig ist. § Annen, 25. Nov.(Die Markvaluta.) Anscheinend unaufhaltsam setzt sich die Wertminderung der Mark fort.. Der holländische Gulden— Friedenswert 1,69 M.— kostet jetzt 17,18 Mk. Der schweizerische Franken— Friedenswert 81 Pfg.— wird jetzt mit 8,29 M. aufgewogen. Das heißt mit anderen, die Mark hat nicht mehr ein Zehntel ihres früheren Wertes und wird jetzt beim Kauf fremder Währung mit—10 Pfg. berechnet. Da die Gier nach fremden Wertpapieren an den Börsen andauert, wird es mit der Mark noch weiter heruntergehen, jetzt wird wenigstens noch der Herstellungswert bezahlt. —(Neue Reichsbanknoten.) Wie die Reichsbank mitteilt, werden in der nächsten Zeit neue Reichsbanknoten zu 50 Mark ausgegeben werden. Die neue Banknote ist auf weißem Papier gedruckt, das einen braunen Faserstreifen enthält. Die Größe beträgt 102 zu 153 Millimeter. Von den Banknoten werden mehrere Reihen ausgegeben werden. Einstweilen kommen jedoch ausschließlich Scheine mit dem Aufdruck Reihe 1 in den Verkehr. § Annen, 25. Novbr.(Gedächtnisfeier für unsere Gefallenen.) Je trüber die Tage, je ernster die Stimmung, um so mehr gedenken wir unserer Helden, die im Weltkriege ihr Leben für uns dahingegeben haben und denen wir nicht genug danken können. Nur wenige von ihnen ruhen in der teuren Seimat, wo ihre Grabhügel in treuer Liebe von den Angehörigen gepflegt werden. Tausende und Abertausende schlafen in fremder Erde, einsam und verlassen, und mancher tränenumflorte Blick ist am Totensonntag zu ihnen hinausgewandert. Der Sottesdienst in der ev. Kirche war vormittags außerordentlich stark besucht. Herr Pastor Müller hielt die Predigt über das Bibelwort„Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen.“ Nach der ergreifenden Predigt wurden unter dumpfem Orgelklang und dem Geläut der Glocken die Namen derer aus unserer Gemeinde verlesen, die ihre Liebe zur Heimat mit ihrem Herzblut besiegelten. Wie flossen aus manchem Auge da die Tränen: Nachmittags war zu der liturgischen Feier das Gotteshaus wieder überfüllt. Herr Pastor Brasse hielt die Predigt. Um das Gedächtnis der gefallenen Helden zu ehren, wurde am Altar ein Kranz niedergelegt. —(Die Brennstoffversorgung gewerblicher Betriebe.) Die Kreise Lippstadt, Soest, Hamm, Stadt und Land), Iserlohn(Stadt und Land), Dortmund(Stadt und Land), Hörde, Hagen (Stadt und Land), Witten, Herne, Gelsenkirchen, Bochum(Sadt und Land) Hattingen und Schwelm sind von der Kohlenwirtschaftsstelle Düsseldorf abgezweigt und zur Kohlenwirtschaftsstelle Hagen vereinigt worden.— Für alle gewerblichen Verbraucher von mindestens 10 to. monatlich mit Ausnahme der Gas= und Elektrizitätswerke, sowie der elektrischen Bahnen, welche in diesen Kreisen liegen, ist nunmehr die Kohlenwirtschaftsstelle Hagen zuständig. Die Geschäftsräume befinden sich in Hagen, Elberfelderstraße 4 I, sie sind an das Fernsprechamt Hagen unter Nummer 3922/23 angeschlossen. Besuchszeit: 10—12 Uhr vormittags. bei der Aufführung des Schauspiels„Elmar“ am —(Der kath. Arb.=Verein„Concordia") hatte letzten Sonntag ein volles Haus.„Elmar“ will nicht nur, wie viele der heutigen Bühnenstücke, ein paar Stunden mehr od. minder gute Unterhaltung bieten. Es diente der Unterhaltung von Anfang bis zum Ende in bester Weise und wirkte gleichzeitig belehrend und erhebend auf die Zuschauer. Die ganze Aufführung versetzte lebendig in jene Zeit, da vor 1200 Jahren durch St. Bonifatius und andere Glaubensboten, besonders durch die Benediktinermönche, unsern Vorfahren christlicher Glaube und damit Gesittung und Kultur gebracht wurde.— Die einzelnen Rollen wurden durchweg gut wiedergegeben und standen in manchen Szenen die Darbietungen den Leistungen von Berufsspielern nicht nach. Möge der„Conccordia"=Verein noch öfter solche Theaterabende veranstalten: § Annen, 25. Novbr.(Erhöhung der Straßenbahn=Fahrpreise.) Von der Westf. Straßenbahn G. m. b. H. wird uns geschrieben: In der unter dem Vorsitz des Herrn Reichs- und Staatskommissars Severing geführten Verhandlung haben die Löhne der Angestellten unserer Straßenbahn eine beträchtliche Erhöhung erfahren. So ist das Höchstgehalt des Schaffners von 14,— K auf 18,— i gestiegen. Wenn wir uns auch der Notwendigkeit keit dieser Erhöhung bei den augenblicklichen Teuerungsverhältnissen nicht verschließen wollen, so können wir doch die Mittel hierfür nur durch eine nochmalige Tariferhöhung gewinnen, welche wir mit Rücksicht darauf, daß die Lohnerhöhung rückwirkend vom 1. Oktober an bewilligt ist, voraussichtlich bereits am 1. Dezember in Kraft treten lassen werden. Die neuen Fahrscheinpreise werden in ähnlicher Weise wie bei den Nachbarbahnen betragen: Für 2 Teilstrecken 30 Pfg., für 3 Teilstrecken 40 Pfg. und so fort für jede Teilstrecke 10 Pfg. Steigerung bis zu 10 Teilstrerken. Von da an sieigen die Fahrpreise nur für je 2 Teilstrecken um 10 Pfg. Der Preis für Zeit= und Schülerkarten bleibt unverändert. Mit Rücksicht darauf, daß weder die Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn noch die Straßenbahn Herne=Sodingen=Castrop Arbeiterkarten mehr ausgibt und auch das Einkommen eines Arbeiters dasjenige eines mittleren Beamten überall erreicht, sollen die Arbeiterkarten in Fortfall kommen. Sonn= und Feiertags soll auf alle Fahrscheine von 1 Uhr mittags an ein Zuschlagsfahrschein von 5 Pfg. gelöst werden. Wir hoffen, daß es uns möglich sein wird, durch diese Tariferhöhung die Gemeinden vor Zuschüssen zu bewahren. * Annen, 25. Nov.(Gottfried Keller=Abend.) Am 21. ds. Mts. veranstaltete der Annener Lehrerverein eine Abendfeier zum Gedächtnis Gottfried Kellers, des deutschen Novellenklassikers, dessen 100jährigen Geburtstag wir im vergangenen Sommer feierten. Die Herren Rieks und Manns eröffneten die Feier passend durch einen 4 hdg. Klaviervortrag: Einzug der Gäste auf die Wartburg v Wagener. Unter den deklamatorischen Darbietungen ragten vor allem die Kellerschen Gedichte hervor, die Frl. Paus warm und feinfühlig sprach. Ebenso fanden Einzelgesänge der Damen Steinkamp und Zippmann, Frl. Gorns feines Schubertund Chopinspiel, sowie ein Melodram, von den Herren Scholz und Rieks vorgebracht, allgemeinen Beifall. Tiefen Eindruck machten die Lieder, die Herr Mahring=Witten mit starker, vielleicht in Anbetracht des kleinen Saales etwas zu lauter Stimme sang. Im Mittelpunkt des Abends jedoch stand ein sehr klarer, zweiteiliger Vortrag des Herrn Bürger über Gottfried Kellers Leben und Wirken. Herr Bürger verstand es, in deutlichen, kindringlichen Zügen das Werden und Schaffen des großen Schriftstellers vor Augen zu führen, der, ein Schweizer Landsmann, trotz aller Heimatsliebe sich in erster Linie als Deutscher fühlte. Ein echtes Dichterleben hat Keller geführt: durch lange Irrungen und Wirrungen hindurch zum klaren Licht der Erkenntnis— einsam, ohne Glück sein leben lang. Sehr feinsinnig ging Herr Bürger dann auf Kellers einzelne Werke ein.„Vom„Grünen Heinrich“ sprach er, von den„Leuten aus Seltvila“ vom„Fähnlein der sieben Aufrechten“, von Kellers herber, reifer Lyrik. Aber es ist so, man muß selbst lesen, um das Schönste zu finden und zu erfassen. Es wäre wohl zu wünschen, daß der Lehrerverein öfter derartige Veranstaltungen ins Leben riefe und zwar für die Oeffentlichkeit. Stockum 24. Novbr.(In der letzten Sitzung der hiesigen Gemeindevertretung) wurde von der Bewilligung einer Beihilfe zu der Errichtung eines Spielplatzes Mitteilung gemacht, ebenso über den zeitigen Stand der Angelegenheit. Die noch erforderlichen Arbeiten sollen im nächsten Frühjahr wieder aufgenommen werden.— Von der Bildung einer Einwohnerwehr soll Abstand genommen werden, da eine solche für unseren Ort nicht für erforderlich erachtet wurde.— Für die hiesige Gemeinde wird eine eigene Voreinschätzungskommission für Einkommensteuer gebildet werden.— Den Lehrpersonen wurde für Mehrarbeiten eine einmalige Vergütung gewährt.— Von dem Jahresbericht der freiw. Feuerwehr nahm die Versammlung Kenntnis.— Für die aus den Grenzgebieten vertriebenen Deutschen, sowie für die Kriegsgefangenen wird eine Haussammlung vorgenommen werden. — Da die Steuerhebetermine bisher nur des Nachmittags stattfanden und der Andrang stets ein großer ist, so soll dahin gewirkt werden, die Termine den ganzen Tag abzuhalten.— Für das Amt Langendreer ist ein Mietseinigungsamt gegründet worden. Als Beisitzer wurden gewählt aus dem Kreise der Hausbesitzer die Herren Lehrer Retzlaff und Invalide A. Völlmecke, aus dem Kreise der Mieter die Herren A. Maag und Aug. Vogschmidt. Mäntel usw. im Werte von etwa 25 000 Mk. mitgenonnen. Hagen i.., 24. Novbr.(Feierschichten wegen Strommangels.) Das Elektrizitätswerk Mark bei Hagen mußte die Belieferung der auf es angewiesenen industriellen Werke mit elektrischem Storm wegen Kohlenmangel seinstellen. Die Werke sind dadurch zum Stillstand gezwungen. Etwa 70000 Arbeiter werden arbeitslos. Zu einer gleichen Maßnahme wird, falls nicht noch im letzten Augenblick Kohlen herangeschafft werden, das Elektrizitätswerk Düsseldorf gezwungen sein. )-(Wengern 25. Novbr.(Der Vorsitzende des Arbeiterrats als Führer einer Einbrecherbande.) Vor mehreren Wochen wurde in einer Schule in Wengern, in welcher Kartoffel für die versorgungsberechtigte Bevölkerung der Gemeinde Wengern lagerten, eingebrochen und mehrere Ctr. Kartoffeln entwendet. Wie jetzt die Polizei in Wengern ermittelt hat, ist der Einbruch von dem damaligen Vorsitzenden des Arbeiterrats Peter M. und 4 seiner Genossen, sämtlich in Wengern wohnhaft, verübt worden. Dieselben werden sich demnächst vor der Strafkammer Hagen zu verantworten haben. Bochum, 24. November.(Die Kohlenschätze der Ruhrberge.) Der Direktor der Bochumer Bergschule Professor Heise hat berechnet, daß in den Ruhrbergen noch 800 Millionen Tonnen abbauwürdiger Kohlen anstehen, die mindestens hundert Jahre hindurch einer großen Anzahl Arbeiter Brot geben und zur Versorgung unseres Volkes wesentlich beitragen können. Die Gewinnung ist aber nur rentabel, wenn der Abtransport der Kohlen durch die seit langem geforderte Kanalisierung der Ruhr sichergestellt wird. Gummersbach, 24. Novbr.(Ersatz für Milchkühe.) In der Sitzung des Gemeinderats von Wiehl teilte der Bürgermeister mit, daß auf seine Veranlassung eine Genossenschaft zur Einführung ostfriesischer Milchschafe als Ersatz für Kühe gegründet worden sei. Diese Schafe geben im Monat etwa 60 Liter Milch, deren Fettgehalt doppelt so groß ist wie der der Kuhmilch. Essen, 24. Novbr.(Wegen Kohlenmangels) sieht sich die Firma Krupp gezwungen, Betriebseinschränkungen vorzunehmen, die sich zunächst auf einzelne Stahlbezirke erstrecken sollen. Von Arbeiterentlassungen soll nach Möglichkeit Abstand genommen werden. Soweit die Arbeiter der betreffenden Betriebe nicht in anderen Betrieben untergebracht werden können, erhalten sie bis auf weiteres 70 Prozent des Zeitlohnes. Essen 22. November.(Vor neuen schweren Lohnkämpfen im Ruhrgebiet?) Die kaufmännischen und technischen Angestellten der industriellen Betriebe in Gelsenkirchen sind wegen gescheiterter Tarifverhandlungen in den Ausstand getreten. Die Unternehmer haben die Erklärung abgegeben, daß sie am Montag sämtliche Batriebe stillegen werden. Dadurch werden über 15000 Arbeiter in Gelsenkirchen arbeitslos. Der Bund der technischen Angestellten und Beamten, der gestern in Essen seinen Verbandstag für Rheinland und Westfalen abhielt, beschloß die nachdrücklichste Unterstützung der streikenden Angestellten. Es wurde mitgeteilt, daß die Industrie im Ruhrkohlenrevier am Vorabend umfangreicher und schwerer Kämpfe, namentlich in der Metallindustrie, stehe, zu denen der Gelsenkirchener Angestelltenstreik den Auftakt bilde. —(Keine Einigung im Angestelltenstreik?) Die gestern vormittag um 11 Uhr in Münster begonnenen Verhandlungen sind bis 8 Uhr abends nicht zum Abschluß gekommen. Wie es scheint, wird auch eine befriedigende Lösung der Frage des Berufsgruppentarifs in Münster nicht erfolgen. Die Angestelltenschaft harrt im Streik aus; die Geschlossenheit ist unverändert. Hausberge 24. Nov.(Die alte Geschichte.) Der erwachsene Sohn des Installateurs Schwemmling war mit dem Auseinandernehmen seines Brownings beschäftigt und im Glauben, sämtliche Kugeln seien aus der Waffe entfernt. Plötzlich ging noch ein Schuß los. Sch. verletzte sich am Finger und die Kugel traf seine im Zimmer anwesende 6jährige Schwester, die sogleich tot war. Uffeln(Kr. Minden), 24. Novbr.(Den eigenen Sohn erschossen.) Ein furchtbarer Unglücksfall ereignete sich hier nachts. Der erwachsene Sohn de's Landwirts Boberg, wohnhaft am Möllberger Buhn, war abends noch in das Dorf gegangen. Als er etwas spät zusammen mit einem Freunde nach der elterlichen Wohnung zurückkehrte, glaubte der aus dem Schlaf geweckte Vater, es handle sich um Einbrecher, zumal die Besitzung sehr einsam liegt. Er hetzte daher seinen Hund auf die bringt die Deutsche Spar=Prämienanleihe Mk. 50.— Sparzinsen für ein Stück von 1000 Mark. Hörde, 24. Novbr.(Bestätigtes Todesurteil.) Das in vergangener Woche vom Kriegsgericht in Dortmund über die Ehefrau Schmitz und den Vorschneider Rustemeyer aus Hörde verhängte Todesurteil ist vom kommandierenden General Freiherrn von Watter in Münster bestätigt worden. Herdecke, 24. Novbr.(Kircheneinbruchsdiebstahl.). In einer der letzten Nächte sind Diebe in die beiden Kirchen im benachbarten Vorhalle eingebrochen. In der evangelischen Kirche sind den Einbrechern nur wenige wertvolle Gegenstände in die Hände gefallen, dagegen haben sie aus der katholischen Kirche Kommunionbankdecken, wertvolle Jedes 250000 Vonusgewinne von 1000 Mark bis 4000 Mark Jedes Jahr 5000 Gewinne gleich 50000000 Mark. Zeichnungen bei allen Bankgeschäften, Banken, Sparkassen u. Gendssenschaften. nach seiner Meinung fremden Männer. Als diese nicht entfernten, machte er von der Waffe brauch. Einer ergriff die Flucht, während andere tot niedersank. Beim Näherkommen merkte der Vater, daß er seinen eigenen Sohn schossen hatte. Neueste Nachrichten. Das Betriebsrätegesetz. Zum Schicksal des Betriebsrätegesetzes wi# mitgeteilt: Die Regierung hat den Mehrheitspa teien der Nationalversammlung die Erklärung# gehen lassen, daß sie das Betriebsrätegesetz noch v# Weihnachten unter Dach u. Fach zu sehen wünsch um Beruhigung unter die Arbeiter zu bringen un den Arbeitern mit dem Betriebsrätegesetz ein sot ales Weihnachtsgeschenk zu machen. Die Auslieferungelite London, 24. Novbr.„Daily Mail“ teilt m daß Hindenburg und Ludendorff auf der Liste### auszuliefernden Offiziere stehen nicht nur wege grausamer Verwüstungen Frankreichs, sondern au wegen der Teilnahme an der Durchführung uneingeschränkten-Bootkrieges u. seiner FolgeEine neue Verkehresperre Berlin, 25. Nov. Wie das„Berl. Tagebl wissen will, ist mit der Möglichkeit einer neu Verkehrssperre zu rechnen, nachdem die Witterun den Zweck der ersten Sperre größtenteils vereite hat. Es wird gegebenenfalls die Personenspen mit sehr kurzfristiger Ankündigung in demselbe Umfange wie die erste verhängt werden. Die Eiserne Division um zingelt. Ueber die Lage im Baltikum erfährt das W. T. B. an zuständiger Stelle: Eiserne Division ist auf dem Rückmarsch begriffen über ihren augenblicklichen Standort ist nichts N heres bekannt. Mitau ist vermutlich geräum Beiderseits Mitau entwickelten sich littauische A griffe. Die Bahnlinie Mitau=Murajewo ist den Letten unterbrochen. Ein deutscher Panzerzu der zum Schutz der deutschen Eisenbahnabteilun im Baltikum zurückblieb, entgleiste und verbrannt Die Freikorps, die westlich Dausk standen, sind vo Westen und Süden sehr stark von Littauern anz griffen worden. Auf lettischer Seite kämpft in Hauptsache eine kurländische Division, die von d bolschewistischen Front herbeigezogen wurde. Eisenbahnzug, worin sich Bermondt befand, wurh ergebnislos angegriffen. Bei Radsziwilischki wir erbittert gekämpft. Tauroggen ist von reguläre littauischen Truppen besetzt. Auch bei Prekule griffen die Littauer an. Die Bahn Taurogge Prekulen ist unterbrochen. General von Eberhat befindet sich in Schaulen.: Die Ententekommissi für das Baltikum begab sich nach Tauroggen. Eingesandt. Vermutlich hat gestern eine Kommissionssitzun stattgefunden betreffs Erhöhung der Vergnügungsteuer. Es wäre wohl recht und billig gewese wenn unsere Gemeinde, wie fast alle anderen Städt und Gemeinden, hierzu einen oder mehrere Ve treter des zu 90 Prozent erdrosselten Wirtestand hinzugezogen hätte, aber es scheint auch hier einseitige Regierungsansicht vorzuliegen,„wem## Herr gibt ein Amt, dem gibt er auch den Verstand Einer für Viele. K— Achtung. Verkaufe Morgen einen Waggon Ia. Welehkon nicht erfroren.. Sritz Graff, Bismarckstr. 19 Neue Jahrplaue Ein Paar Kiaberschahe echt Boxkalf Größe 27 verkaufen Ausgabe vom 1. Oktober vorghigte Fritz Küching, Buchhandlung. Johann Neuski, Witteverstr 34, Ein Knabenpal tot u. ein Dames Samthut zu verkaue Binige Spiersachen ge verlaufen. Moltkestr. 57. ZumHOBERSSG Witten. Morgen nachmitte Ein neuer Urberzieher Konzart, „Friedensware" zu verkgufen. Kampstr. 55. Befreiung sofort. Alter u. St schlecht angeb. Ausk umsonst polllolor Zechefobelsnn a 100 Obbr. Gine X Thastr. 111 zu verkaufen. Gederbach 28. willken Neue Sendungen Bettfedern Daunen Bettbarchend BLANK, Witten a. Markt. Witten. Große Mengen Hessel Hemdentuch Biber Sckurzenslamosen zu noch vorteilhaften Preisen. Blank, Witten am Markt. Für die vie Teilnahme bei lieben Frau ur sagen wir allen, stor Brasse Worte auf die neiger ramilis er Annen, den Spummmmmmmmüh * Der veranstaltet ar November seine Famtt Sämtliche E Frauen, sowie und vermißten herzlich eingela Begias ssummmmmm Mil Die Milchkart 1919 gelangen ir Ausgabe: Zimmer 1 Donnerstag, vormitt Nr.—900 Freitag, d vormitt Nr. 901—168 Die vorstehend zuhalten. Lebensmitte sowie die amtlich richtigungen sind Während der die Geschäftszimm wöhnlichen Dienst Wer die K angegebenen T nimmt, kann di 1919 auf Zimm nahmen werde lichen Fällen g Annen, dei Der Arbeiter= Grünewal EREI. D In unse Ostenhel führen wir Ne in allen Qualiti HerrenJU 9 Eio 99 Joppen, Burschek-, Geberzieber Krawatten, III gr e D a Ostenbelweg Ki. beim (Man acbte esetzes wi# kehrheitspe rklärung esetz noch hen wünsch bringen un setz ein fo il" teilt m der Liste# nur wege sondern au ührung d iner Folge #re erl. Tagebl einer neue ie Witterun eils vereite ersonenspen i demselbe 1. tikum Stelle: 2# ch begriffen st nichts N ch geräum ttauische A ewo ist vo r Panzerzu ahnabteilun verbrannt den, sind vo tauern ang ämpft in d die von de wurde. Ei efand, wur vilischki win on regulärt ei Prekule Tauroggen von Eberhat tekommissi oggen issionssitzun ergnügung lig gewese nderen Städ nehrere VeWirtestand uch hier en,„wem## en Verstand Viele. Waggon Estr. 19 rschuhe Größe 27 Neuski, verstr 34, n Dames zu verkant Heistl. 9: KEES Mden. nacheittel bssen ort. Alter n. Ausk umsonst erishassen a. beP bbr. gebild druck siamosen „vorteilPreisen. ank, im Markt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau und unserer guten Mutter sagen wir allen, insbesondere Herrn Pastor Brasse für seine trostreichen Worte auf diesem Wege unsern niefgefüblten Dank Familie Friearieh Dumpelmang. Annen, den 25. Nov. 1919. Smmmnis " Der Junggesellen-Verein„Freibeit“, Ardey# veranstaltet am Samstag, den 29. November im Lokale Richter für seine Mitglieder einen Sarge in allen Holzarten, mit allem Zubehör liefert Außerst hillig Klostermann, Bismarckstr. 5. Bdgunen ancd nack ansmicke. Familien=Abend SS linlnalnnnmnnnnaniinnttin Photographische Anstalt s Gebrüder Krampen, Annen, Sämtliche Ehrenmitglieder mit ihren * F r a u e n, s o w i e d i e F r a u e n d e r g e f a l l e n e n s und vermißten Mitglieder sind hierzu# herzlich eingeladen. S Beginn der Feier 6 Uhr. Der Vorstand. S Milchtärten. Die Milchkarten für den Monat Dezember 1919 gelangen in folgender Reihenfolge zur Ausgabe: Amtshaus Zimmer 1 Zimmer 2 Donnerstag, den 27. November er. vormittags von—12 Uhr Nr.—900] Nr. 1687—2500 Freitag, den 28 Novewber er. vormittags von—12 Uhr Nr. 901—1686. Nr. 2501—Schluß Die vorstehende Reihenfolge ist genau inne. zuhalten. Lebensmittelkarten u. Altersnachweise sowie die amtlichen Sonderzuweisungsbenachrichtigungen sind vorzulegen. Während der Ausgabe der Karten bleiben die Geschäftszimmer Nr. 1, 2 und 11 für den gewöhnlichen Dienstverkehr geschlossen. Wer die Karten in den vorstehend angegebenen Terminen nicht in Empfang nimmt, kann dieselben erst am 8. Dezbr. 1919 auf Zimmer No. 1 erhalten. Ausnahmen werden nur in besonders dringlichen Fällen gemacht. Annen, den 25. Novbr. 1919. Der Arbeiter=Rat: Der Amtmann: Pruppen- und Einzelbilder„ in moderner, feinster Ausführung. Vergrösserungen nack jedem Bilde. S. Da sich erfahrungsgemäss die Bestellungen in den leizten Wechen vor Weihnachten häufen, erbitten wir Weihnachtsaufträge schon Jetzt. Smmmmmmmmmm Ein großes mobl. Zimmer ohne Bett an einzelne Dame zu veimieten. Herdeckerstr. 7. Grünewald. I. V. Schlischo Beigeordneter. EBIENDZT Dortmund In unseren Verkaufshäusern Ostenhellweg Nr. 23 führen wir Wegen Verheiratung des setzigen ein nicht zu junges Mädchen für alle Hausarbeiten per 1. Dezember d. Is. nach Düsseldorf=Rath gesucht. Vorzustellen vormittags Bismarckstr. 8 1. Neu eingetroffen: a. neue Heringe Stück 50 Pfg. a. Vollberinge Stück 75 Pfg. a. Rollmöpse m. Einl. Stück 90 Pfg. a. Rüböl(Kaltschlag) Liter 22 Mh. a. Olivendl A. 25. Karl Gorgen, Mittelstr. 42. DamenBlusen Eine Riesen=Auswahl in seidenen, wollenen und Flanell=Blasen. Seer. Alsserg. Witten. Beleuchtungsmittel Die Bezugsberechtigten erhalten unter Vorlage ihrer Lebensmittelkarte u. gegen Abgabe der Beleuchtungsmarke No. 2 2 Liter Petroleum zum Preise von 2,20 Mr. jé Diter. Die Verteilung erfolgt bei der Firma Richard Steffen,(Wittenerstraße No. 75) und zcr Mittwoch, den 23. November 1919 für die Inhaber der Lebensmittelkarten= Nr. —1200 Donnerstag, den 27. November 1919 für die Inhaber der Lebensmittelkarten Nr. 1201—2400 Freitag. den 28. November 1919 für die Inhaber der Lebensmittelkarten Nr. 2401—3600. Ein sparsamer Verbrauch wird dringend angeraten. Annen, den 24. Nov. 1919. Der Arbeiterrat: Grünewald Der Amtmann: I..: Schlischo Beigeordneter. Wir sind Käufer von Fapper und Veldchhelz. F4 7 W-* 4 AT Annener Glasfabrik Utermann& Comp. Bekanntmachung. Amtsbezirk# Ausgabe von Lebensmitteln im Amt Kirchhörde in der Woche vom 23.—29. November. Inl. Margarine 70 gr. pro Kopf 4,75 v. Pfd. Inl. Butter 30 Gr. pro Kopf 5,50 Mk. per Pfund. Graupen 100 gr pro Kopf 0,44 Mk. per Pfd. Kartoffelstärkemehl 60 gr. pro Kopf 0,80 Mk. per Pfd. amer. Maismehl bezw. Roggenmehl 125 gr. pro Kopf 0,76 Mk. per Pfd. Hülsenfruchtmehl 125 gr. pro Kopf 1,00 Mk. per Pfd. Ausgabe von Krankenweinen auf Atteste, die noch nicht beliefert worden sind, auf Zimmer 10 im Amtshause. Hombruch, den 22. Novbr. 1919. Der Amtmann: Der Beigeordnete: Stein. Ein Huhn entlaufen. Abzugeben Johannisstr. 10. 1 Puppenwagen, am liebsten Korbwagen zu kaufen gesucht. Meldungen in der Geschäftsstelle. Wieder Schweine eingetroffen und gebe dieselben preis wert ab. Wilb. Kreuger, Annen, Egge 8. Verloren Ein Wertpaket von Wullenerstr 4 bis Amt Stockum verloren gegangen. Ehrlicher Finder erhält 100 Mark Belohnung. Rassereiner ostfriesischer Schafvoa gegen fette Ziege zu vertauschen. Von wem, sagt die Geschäftsstelle. Habe meine Wohnung von Steinstr. 35 nach Wittenerstrasse 43 verlegt. Martha Schneiderin. . Ho. 36—39 beim Bezirks-Kommando Her üst-u. Vetterteste sinter-Kreldung in allen Qualitäten und modernen Formen Verur- Heherzieher Oistel u. Mäntel „ S— Joppen, Hosen und Westen. Burscher-, Knaben- u. KladerUeberzieber, Mäntel u. Anzüge Krawatten, Mützen und Hosenträger usw. grosser Auswahl. K. Bon Ger. 99 r T7 Dortmund ## Verkaufshäuser:# Ostenbellwes Nu. 23 und Balkenstrasse Nu. 36-39 beim Bezirkskommando. (Man acbte auf unsere 2 Verkaufsstellen.) Neu eingetroffen: Modern verarbeitete Sumen Mähter aus schönen Stoffen 98 Mk., 118 Mk., 195 Mk. Mbenhaus Blank, Mitten. am Markt. DamenMäntel aus guten Flauschstoffen in mtodernen Formen. 450, 390, 290, 240, 165, 95, 69.00 Gebr. Alsberg. wltten. Veranntmachung. Vom 1. Dezember 1919 ab dürfen nach § 1 der Verordnung über Maßnahmen gegen die Kapitalsflucht vom 24. Oktober 1919(R. G. Bl. Seité 1820) Zinsscheine sowie die zur Rückzahlung fälligen Stücke der preußischen Staatsschuld, der Reichsschuld und der Schutzgebietsschuld nur solchen Banken, Sparkassen u. Kreditgenossenschaften zur Einlösung übergeben werden, bei denen das ganze Wertpapier oder der Zinsbogen mit dem Erneuerungsscheine hinterlegt oder die im Besitz eines mit einem Stückeverzeichnis versehenen urkundlichen Nachweises über die anderweitige Aufbewahrung desWer tpapieres sind. Die nicht zu den Banken gehörenden amtlichen Einlösungsstellen dürfen nach§ 3 der vorgenannten Verordnung die Zinsscheine und die zur Rückzahlung fälligen Stücke außer von den Banken nur von solchen Personen zur Einlösung annehmen, die ein vom Finanzamt bestätigtes, die betreffende Stücknuummer enthaltendes Verzeichnis über die Anmeldung ihres Besitzes an Wertpapieren vorlegen. Berlin, den 4. November 1919. Hauptverwaltung der Staatsschulden und Reichsschuldenverwaltung. I. rien Eehugenes 8s 90 Witten, Muunmenleempmnmmmm Bei der Auswahl sind wirbestrebt, das zu bringen, was inhaltlich vollwertig ist. Unser Spielplan wandfr. Qualit. Machen Sie noch heute einen Versuch und überzeugen sich. Bestellen Sie sofort. bei Ihrem Postamt zur Probe Nordwestdeutschlands bedeutendste Seitung: Das hanteurgr. Preindendlatt mit Hetbete- und Schiffehre-Nachrichten und Kupfertiefbruck-Beilage Kundschau im Bilde (wichentich ontischn husgeben Postbezugspreis: Ausgabe A cmit Cokal-Anzeigen): monatlich M..75, vierteljährt. M. 11.25 Nusgabe B(ohne Cokal- Anzeigen): monatlich M..25, vierteljährlich M..78 Probenummer kollen- und portofrei Weit üper 150000 Avonnenten Tmntermnlau. Nach dem Roman von Edmund Sdel. Erlebnisse in den Spielhöllen von Verlin W. W. Ein Filmspiel u. Detektiv= roman in 8 Akten. GntEcenmurder Ein logisch durchdachter, hochsensationeller Detektivroman, der die Ein= u. Ausbrechertaktik des Sträflings Nr. 119 in fesselnder Weise schildert, bis seinem gemeingefährlichen Treiben endlich durch den Weltdetektiv Sherlock Holmes ein Ende bereitet wird. Eva May in dem Kriminaldrama Schwarzererieh Die große Sensation:„Der Brand auf Schloß Pengarih““ Die Hobenbuher Lustspiel in 8 Akten. für Herren a Bängliuge in soliden Stoffen u. guter Verarbeitung 450, 390, 290, 195, 165, 105 Gobr. Alsberg. waltten Witten Gute Autnehmer vom Stück und ab. gepaßt, neu eingetroffen. BLANK, Witten a. Markt. Istach start, genachles mit Kopfwasch=Tabletten Flasche für 1 Person M..75 für-8 Personen M..50 nur in rotgelber Packung in Avotheten und Drogerien Witten Neu eingetroffen: Große Posten Gardinen abgepaßt und vom Stück Spannstoffe Halbstores Tüllbettdecken Uebergardinen (Porneren) Teppiche Felle Dekorationsstol Verkauf zu mäßigen Preisen. Blank, Witten a Markt. WeibnachtsReine Auswahl umfaßt wei über 1000 Peize Vergleichen Sie meine Preise meine Qualitäten Prachtvolle Polzkragen * für uns 39 00 58.00 75.00 dazu diepassenden Muffen Nerrenpeizt ragen Pelzhüte, Pelzfutter Pelzvertrieb Dortmunt nur 6 Nönigswall 1 Treppe. Kein Laden, Gegenüber der Hauptpost Fahrt bis 3 Mk. wird vergüitet. Leontass geirkas Aut de: 946 bn ien den dernand. Zeches ser die echten, altbewdarten Lechbaret Origiaal--Stellen ges scher ein u. sbl, beonsu. "Oehtitat enerrelent, 1ede: Stollen## Kon en fode un gibt also keine Nieten! Ueberdies bietet die Spar=Prämienanleihe den Zeichnern Gelegenheit, Kriegsanleihe zur Hälfte zum Nennwert(also 100 Prozent) in Zahlung zu geben. s. Ziehung: j. März 1920 2. Ziehung: 1. Juli 1920 Weiter findet jährlich einmal eine Auslosung zwecks Rückzahlung statt. Die in dieser Tilgungsziehung gezogenen Rummern erhalten den Nennwert von 1000 Mark und die aufgelaufenen Zinsen von 5 Orozent für jedes abgelaufene Jahr, außerdem aber noch jede zweite Nummer eine Sonderprämie(Bonus) von 1000 bis 4000 Mark Zahlungsweise: Für jedes Stück von 1000 Mark sind zu zahlen 500 Mark in Kriegsanleihe und 500 Mark in bar und zwar sofort bei der Bestellung 100 Mark in Bar, die restlichen 400 Mark und die 500 Mark Kriegsanleihe bis 29. Dezember 19|0. Die Barzahlung von 500 Mark für jedes Stück kann auch sofort voll geleistet werden * Wer keine Kriegsanleihe hat, kann sich solche durch mich zum jeweiligen Börsenkurse, zur Zeit etwa 80 Droz besorgen lassen. Bestellungen müssen spätestens bis 3. Dezember 1919 in meinen Händen sein — Spätere Aufträge können nicht berücksichtigt werden.— eim 5 Anwese Männer die Heif und gin 7Is kannte, n eine Postschechkonto: Cöln a. Rhein 14038 Reichsbank=Sirokonto Nr. 145 Nationa Sitzung v Die Reich: Auf der Tagesor lung stand am Sonn Reichsabgabenordnun umfaßt. Abg. Schneide Ausschußbericht und an. In der Aussprache schriften(§—7) weis auf die große Bedeutu baldmöglichste Verabfe Reichsfinanzen liege. durch das Gesetz stark durch die Möglichkeit, hinweg das Steuerwes gierung bekommt mit strument in die Hand.. schartig. Man muß de handeln, wenn er als d son. Abg. Burlage(8 wurf im wesentlichene Abg. Simon=Sc im Interesse der Ei Reiche die Finanzverw den. Der Großbesitz so gen werden, Abg. Dr. Dührin geht vielfach über die B hinaus. Den Einzelsta nanzielle Rückgrat gebi Volkes glauben, dem nicht schenken zu könner Reichsfinanzminister verständlich ist die Oppe rungsparteien mißtrau die Deutschnationale Vi Vorwürfe des Vorredne Abg. Kempke(D eine klare Uebersicht übe doch haben wir gegen ei erhebliche Bedenken. Abg. Schneider zebliche Gegensatz der 2 ist durch den klaren? sammlung in Weimare Agb. Dr. Katzenst Gesetz. Abg. Ludwig(D sicherheit aus der Steue Nr. 145 Oi Karis naldersammlung. Dienstag, den 25. November 1919. Sitzung vom 22. November. Die Reichsabgabenordnung. Auf der Tagesordnung der Nationälversammlung stand am Sonnabend die zweite Lesung der Reichsabgabenordnung, die 450 Paragraphen umfaßt. Abg. Schneider=Essen(Ztr.) erstattet den Ausschußbericht und kündet Abänderungsanträge an. In der Aussprache zu den einleitenden Vorschriften(§—7) weist Abg. Pohlmann(Dem.) auf die große Bedeutung des Gesetzes hin, dessen baldmöglichste Verabschiedung im Interesse der Reichsfinanzen liege. Die Reichseinheit wird durch das Gesetz stark gefährdet. DasReich hat hierdurch die Möglichkeit, über die Köpfe der Länder hinweg das Steuerwesen zu ordnen. Die Reichsregierung bekommt mit dem Gesetz ein scharfes Instrument in die Hand.. Indessen: Allzu scharf macht schartig. Man muß den Steuerzahler pfleglich behandeln, wenn er als dauernde Steuerquelle dienen so. Abg. Burlage(Ztr.): Wir sind mit dem Entwurf im wesentlichen einverstanden. Abg. Simon=Schwaben(Soz.): Es erscheint im Interesse der Einheitlichkeit geboten, dem Reiche die Finanzverwaltung in die Hand zu geden. Der Großbesitz soll nach Gebühr herangezogen werden, Abg. Dr. Dühringer(Dnatl.): Die Vorlage geht vielfach über die Bestimmungen der Verfassung hinaus. Den Einzelstaaten wird hierdurch das finanzielle Rückgrat gebrochen. Große Kreise des Volkes glauben, dem Finanzminister ihr Vertrauen nicht schenken zu können.(Sehr richtig!) Reichsfinanzminister Erzberger: Selbstverständlich ist die Opposition gegenüber den Regierungsparteien mißtrauisch. Er wendet sich gegen die Deutschnationale Volkspartei und gegen die Vorwürfe des Vorredners. Abg. Kempke(D. Vp.): Das Gesetz bringt eine klare Uebersicht über die Steuerbestimmungen, doch haben wir gegen eineReihe von Bestimmungen erhebliche Bedenken. Abg. Schneider=Franken(Ztr.): Der angebliche Gegensatz der Vorlage zu der Verfassung ist durch den klaren Beschluß der Nationalversammlung in Weimar erledigt. Agb. Dr. Katzenstein(Soz.) begrüßt das Gesetz. Abg. Ludwig(Dem.): Das Gesetz muß die sicherheit aus der Steuergesetzgebung herausholen. Abg. Wirth(Ztr.) wendet sich gegen den Abg. Dühringer.— Nach einigen Worten des Ministers Erzberger werden die Paragrgaphen—7 angenommen. 35. Jahrgang Scharfe Kritik im Reichskohleurat. Die erste Sitzung des Reichskohlen rates wurde am Freitag vom Reichswirtschaftsminister Schmidt mit einer Ansprache eröffnet, in der er die besonderen Aufgaben der Körperschaft betonte, einen großen Gewerbezweig der deutschen Wirtschaft auf gemeinwirtschaftlicher Grundlage auszugestalten. Zum Vorsitzenden des Reichskohlenrates wurde Bergrat Kleine=Dortmund, zum 2. Vorsitzenden Gewerkschaftsvorsitzender Imbusch, zu Schriftführern Gewerkschaftssekretär Langhorst und Generaldirektor Silberberg gewählt. In den vorbereitenden Reichswirtschaftsrät wurde von den Arbeitgebern Bergwerksbesitzer Stinnes u. Kommerzienrat Schuhmann, von den Arbeitnehmern die Abgeordneten Hue und Imbusch entsandt. Im Laufe der Verhandlungen wurde der Verordnung über die Einfuhr ausländischer Kohle zugestimmt. Auf der ersten Tagung des Reichskohlenrats kritisierte Hugo Stinnes die Maßnahmen des Reichskohlenkommissars betr. die Kürzung des Hüttenselbstverbrauchs. Die Einschränkung des Selbstverbraucherrechts der Hüttenzechen wird in wenigen Tagen, so meinte Herr Stinnes, 10000 Arbeiter brotlos machen und setzt uns dadurch den schlimmsten Gefahren aus. Die Eisenbahnverwaltung hat angeblich keinen Wagenmangel, aber die Tatsachen widersprechen dem ganz entschieden. Im Ruhrrevier sind 700 000 Tonnen Kohlen auf Halden gestürzt, weil es an Waggons mangelt, um sie abzufahren. Es ist mir unfaßbar, wie man eine Maßnahme treffen kann, ohne die betroffene Industrie oder ohne Sachverständige des Kohlenbergbaus zu befragen. Man hat diese Maßnahme nicht entfernt überblickt und erkannt. Wir müssen uns darüber klar sein: Kommt RheinLand kommt Westfalen wirtschaftlich zum Stillstand und Zusammenbruch, dann auch ganz Deutschland. Wenn man die Eisenindustrie stillegt, oder wenn man den Bergbau stillegt, dann liegt das ganze Wirtschaftsleben still. Morgen, deren Ertrag gegen 400000 Zentner veranschlagt war, in der Erde eingefroren und müssen als endgültig verloren angesehen werden. Sollte wider Erwarten noch ein Teil der eingefrorenen Kartoffeln geborgen werden können, so sind sie zur menschlichen Ernährung keinesfalls mehr brauch. bar. Die Kartoffelmieten sind vielfach nicht genü gend eingedeckt, so daß der Frost auch diesen Früchten erheblichen Schaden zugefügt hat. Wie groß der hierdurch entstandene Verlust ist, ist vorläufig nicht zu übersehen. 1 aller Welt. 400000 Zentner Kartoffeln erfroren. Nach amtlichen Erhebungen sind im Regierungsbezirk Allenstein die Kartoffeln von achttausend Franzosenherrschaft. In Mainz wurde von einem französischen Wachtposten auf eine Gruppe Spaziergänger geschessen, wobei einer getötet wurde. Nach der Darstellung des Postens sollen die Spaziergänger trotz erfolgten Anrufs nicht stehengebliehen sein.— Als in einem Kino in Saarbrücken die Buchhalterin Helene Kilburg während der Unterhaltung mit Freundinnen lachte, zog ein in ihrer Nähe sitzender farbiger Franzose den Revolver und brachte ihr eine Schußwunde bei, an der sie schwer verletzt seit mehreren Wochen im Krankenhaus darniederliegt. Der Täter wurde ermittelt, doch ist von einer Bestrafung bisher nichts bekannt geworden.— In einem Stuttgarter Hotel, in dem die sich hier aufhaltenden Ententeoffiziere wohnen, kehrten einige Studenten in Couleur ein. Die Offiziere forderten die Studenten auf, das Hotel zu verlassen. Um Zusammenstöße zu vermeiden, wurde dem Verlan gen der Offiziere Rechnung getragen. Ein Glücksspiel ohne Verluste. Für jeden, der in Hoffnung auf einen Glücksgewinn der Lotterien irgendwelcher Art teilzunehmen pflegt, bietet sich jetzt eine Gelegenheit, mit geringem Einsatz ohne jedes Risiko bei größten Aussichten sein Glück zu versuchen. Die deutsche Spar= u. Prämienanleihe, die vom 10. November bis 3. Dezember zur Zeichnung aufliegt, enthält folgende Gewinnmöglichkeiten. Jedes der 5 Mill=Stücke Mark) nimmt bis zu seiner Tilgung alljährlich an zwei großen Gewinnverlosungen teil. Bei jeder Gewinnverlosung werden 2500 Gewinne in Gesamthöhe von 25 Millionen Mark ausgelost, darunter 5 Hauptgewinne zu je 1 Million, 5 Gewinne zu je 500,000 Mark usw. Es werden also im ganzen bis zur völligen Tilgung 400000 Gewinne ausgelost. Ferner erhält jedes zweite getilgte und Prämienstück einen Sondergewinn mnas), der mit den Jahren von 1000 Mark bis auf 4000 Mark wächst. Endlich erhält jedes Stück bis zur Tilgung jährlich 50 Mark Zinszuschlag, zusammen mit dam Einsat aush Einer Familientragödie sind in Magdeburg vier Personen zum Opfer gefallen. Der Tanzlehrer und Feinmechaniker Frickus hat aus Eifersucht seine Frau und drei Kinder ermordet. Seine Frau hatte er vor der Tat durch einen Schlaftrunk betäubt und sie dann aufgehängt. 2 Kinder im Alter von vier und neun Jahren brachte er auf dieselbe Weise um, während er das jüngste erst einen Monat alte Kind in der Badewanne ertränkte. Der Mörder selbst wurde von Nachbarn in der Küche angetroffen, stumpf und teilnahmslos dasitzend. — Schachsieg eines Blinden. Der Schachweltmeister Capablanca führte vor kurzem in Worcester(England) ein Simultanspiel gegen 40 Partner aus und gewann 39 Partien. Die Ehre, dem Weltmeister eine Partie abgenommen zu haben, fiel einem achtzehnjährigen Blinden, namens Reed, aus der Blindenanstalt von Worcester zu. zusanmen mit dem Einfah ausbezahlt wird. Durch die Teilnahme jedes Stückes an allen Ziehungen bis zur Tilgung, sowie durch die Sonder Tilgungsauslosung ist für 2900 000 Stücke, also 58 Proz. aller Zeichner, eine Gewinnmöglichkeit gegeben, womit die Aussichten aller Lotterien und Glücksspiele weit übertroffen Spielslan des Vortmunder Stadt-Theaters. Intendant: Dr. Johannes Maurach. Mittwoch, 26. Nov. 7einhalb bis 9einhalb Uhr. „Das alte Heim.“ Lustspiel in 3 Akten von Gustav Esmann. Donnerstag, 27. Nov. 7½-210 Uhr.„Mona Lisa.“ schent geseinstäster.. 934 Uhr.„Die Sonnabend, 29. Nov.—6 Uhr. 1. Weihnachtsvorstellung.„Das Gotteskind". Ein Weihnachtst spiel von Emil Alfred Herrmann. 7½—10 Uhr.„Cavalleria rusticana“. Hierauf: „Der Dajazzo.“ Vorverkauf bei Gebrüder Krampen, Annen. Für Jedermann und jedes beschaft unentbehrich ist der neue Post- u. Gebührentarif in übersichtlicher Ausführung als Wandtafel. Zum Preise von 30 Pfg. zu haben bei Fritz Kuching, Buchhandlung. 3 24 Hutsr aur! Von S. Struder. (Nachdruck verboten.) (1. Fortsetzung.) Ueber eine breite mit dicken Teppichen belegte Marmortreppe stiegen sie nach dem ersten Stockwerk hinauf und dort führte ihn der Bediente in einen zweiten Salon, in dem er ihn ersuchte, auf das Erscheinen der Schloßherrin zu warten. Diesmal warf Döring einen kurzen, prüfenden Blick auf die luxuriöse Einrichtung des Zimmers. Er trat ans Fenster um sich von hier oben aus einmal die Umgebung des Schlosses anzusehen. Vor ihm lag die Nadelholzwaldung, die er vorhin durchschritten hatte, und beinahe bis an diese stieß der den Wohnsitz der Frau van Vest rings umschließende Garten. An dieser Seite des Schlosses bestand der Garten nicht aus Blumenbeeten, sondern er war mit allerlei dichten Gebüschen u. schattigen Bäumen bepflanzt, sodaß er zur heißen Tageszeit einen äußerst angenehmen Aufenthaltsort bilden mußte. Auch schien dieser Teil des Gartens merkwürdig belebt zu sein. Die Stimmen der verschiedensten Vögel drangen an das Ohr Dörings, der eines der Fenster geöffnet und sich weit hinausgelehnt hatte. Als er nach diesen Vögeln näher Umschau hielt, bemerkte er nacheinander mehrere Volieren, in denen sich hunderte der kleinen Sänger befanden. Dann aber erblickte er mit einem Male noch etwas Anderes das in noch höherem Maße sein Interesse erregte. Mit einem etwa—8 Jahre alten Knaben an der Hand erschien nämlich eine schlanke, bildhübsche Dame von etwa 25 Jahren, die mit unbedecktem Haupt durch den Garten ging, sodaß ihr glänzend schwarzes Haar in seiner ganzen üppigen Fülle sichtbar wurde. Sie sprach eben mit dem Kleinen an ihrer Seite, aber wenn auch Döring die einzelnen Worte nicht verstehen konnte, so hörte er doch soviel, daß sie eine sehr angenehme Stimme hatte. Welch ein reizendes Geschöpf, sagte er zu sich selbst. Gewiß eine der Töchter der gnädigen Frau, die hier mit ihrem Brüderchen spazieren geht. Wer die einmal heiratet und dabei einen Teil des schweren Geldes mitbekommt, über das Frau van Vest verfügt, der ist wahrhaftig nicht schlecht daran. Aber freilich, wer da mit Aussicht auf Erfolg anklopfen will, der muß selbst sehr reich sein oder wenigstens dem hohen Adel angehören. Unsereiner darf an etwas derartiges nicht einmal denken, wenn er sich nicht vor sich selbst lächerlich erscheinen will 2. Kapitel. Während Döring noch dem schönen Mädchen nachschaute, hörte er, wie hinter ihm die Zimmertür aufging, und sich schnell umkehrend erblickte er Gam eine Dame in einfachem Hauskleide, die seine Person mit großer Aufmerksamkeit einer eingehenden Musterung zu unterziehen schien. Diese Dame, die 26—28 Jahre alt sein mochte, war von mittlerer Größe und hatte eine wohlproportionierte, schlanke u. dabei doch kräftige Figur. Schön, im klassischen Sinne des Wortes, war ihr Gesicht zwar nicht zu nennen, aber es war auch nichts weniger als häßlich, und jedenfalls war es sehr fein und vornehm. Ueppiges, dunkelbraunes Haar, das vorn in kleinen Löckchen über die Stirn fiel, bedeckte den schön geformten Kopf mit dem etwas bleichen Antlitz, aus dem zwei wundervolle braune Augen hervorblitzten. Ein eigentümlicher bestrickender Glanz lag in diesen Augen, die neben Klugheit und Verstand vor allem Sanftmut und Herzensgüte verrieten. In diesem Augenblicke leuchtete ein wunderbares Wohlwollen aus ihnen hervor und in artigem Tone ersuchte ihre Inhaberin Döring, Platz zu nehmen, wobei sie bemerkte, er hätte Frau van Vest zu sprechen gewünscht. „Um diese Ehre hatte ich allerdings gebeten,“ versetzte Döring.„Sollte jedoch die gnädige Frau in diesem Momente vielleicht verhindert sein, mir die gewünschte Unterredung zu gewähren, so kann ich ja auch zu einer gelegeneren Stunde wiederkommen.“ „Frau van Vest bin ich selbst“, entgegnete die Dame einfach, und als der höflich erstaunte Döring hierauf eine tiefe Verbeugung machte, fuhr sie mit einem kaum merklichen Lächeln fort:„Da Herr Mathien Sie mir als einen sehr gewandten Detektiv geschildert hat, so hätte ich eigentlich erwarten können, daß es gelingen würde, wenigstens die Herrin dieses Hauses ohne weiteres ausfindig zu machen. Doch lassen Sie uns zur Sache kommen. Wie ich Ihrem Chef geschrieben habe, darf Niemand hier im Hause eine Ahnung davon bekommen, zu welchem Zwecke Sie hier sind. Ich werde Sie daher für einen kaufmännischen Experimenten ausgeben, der auf meine Aufforderung hier eingetroffen sei, um gewisse Papiere aus dem Nachlasse meines seligen Mannes zu ordnen. Sie erhalten natürlich Ihre Wohnung hier im Hause und werde ich Ihnen zwei nebeneinander gelegene Zimmer anweisen lassen. Außerdem erteile ich Ihnen die formelle Erlaubnis, alle Räume des Geb.udes— mein Privatzimmer selbstredend ausgeschlossen— zu jeder Zeit am Tage zu betreten und dort Nachforschungen anzustellen, falls Sie es für nötig halten sollten. Daß dies jedoch in vorsichtiger u. diskreter Weise geschehen muß, brauche ich Ihnen wohl nicht noch besonders zu sagen.“ „Das ist ganz selbstverständlich“, fiel hier Döring ein, doch wurde die gnädige Frau wohl die Güte haben, mir nunmehr auch einige nähere Mitteilungen über den Diebstahl zu machen?“ „Hierauf wollte ich soeben zu sprechen kommen. Das mir gestohlene Halsband bestand aus 100 echten Perlen und war mit einem goldenen Schlosse versehen, das den Kopf einer Schlange darstellte. Die Augen dieses Schlangenkopfes waren durch zwei Brillanten gebildet, und das ganze Schmuckstück hatte einen Wert von über 50000 Francs. Gleichwohl hätte ich seinen Verlust immerhin leicht verschmerzt, wenn es nicht ein mir überaus teures Andenken von meinem verstorbenen Vater gewesen wäre, der es mir zu meinem Hochzeitstage geschenkt hatte. Aus diesem Grunde wird es mir auch nicht darauf ankommen, die von mir ausgesetzte Prämie von 15000 Francs eventuell noch wesentlich zu erhöhen. Ich bewahrte das Halsband stets in einer in meinem Boudoir stehenden Kommode auf, an der ein kunstvolles Schloß angebracht ist. Wer das Halsband aus dieser Kommode entwendet hat, der muß unbedingt den zu dem Schlosse gehörenden Schlüssel benutzt haben, denn mit einem anderen Schlüssel hätte es sich niemals öffnen lassen und Spuren von angewandter Gewalt waren an der Kommode nicht zu entdecken.“ „Somit ist Ihnen also der Schlüssel abhanden gekommen?" „Keineswegs, hier ist er, an diesem Schlüsselbunde, und ich habe ihn keinen Augenblick vermißt. Ich erkläre mir die Sache in der Weise, daß ich das Schlüsselbund einmal irgendwo liegen gelassen habe und daß ihn dann irgend Jemand an sich genommen und den Diebstahl ausgeführt hat. Später hat dann der Dieb die Schlüssel wieder an ihren früheren Platz zurückgebracht. „Und hegen Sie gegen niemand irgendwelchen Verdacht?“ „Nein, ich habe niemand im Hause, dem ich eine solche Tat zutrauen könnte. Mein männliches und mein weibl. Personal besteht durchweg aus Leuten, die schon lange bei mir sind und die sich sämtlich als durchaus brav und ehrlich erwiesen haben. Nur von einem Fremden kann der Diebstahl verübt worden sein.“ „Aber wie sollte ein Fremder gewußt haben, daß in der Kommode der kostbare Schmuck lag, und wie sollte ferner ein solcher Fremder zu der Kenntnis davon gekommen sein, daß sich in dem Schlüsselbunde auch der Schlüssel zu eben jener Kommode befand?“ „Das ist mir auch ein Rätsel. Aber wer weiß, ob nicht vielleicht der Zufall hierbei eine gewisse Rolle gespielt hat.“ „Etwas derartiges ist doch im höchsten Grade unwahrscheinlich, gnädige Frau. Nach dem, was ich bis jetzt über die Angelegenheit gehört habe, kann ich nicht anders annehmen, als daß der Dieb unter den Bewohnern des Schlosses zu suchen ist, und nach dieser Richtung hin werde ich denn auch meine Nachforschung anstellen. Insofern ich nicht ein ganz besonderes Glück habe, werde ich hierbei allerdings noch mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen haben, sodaß ich Ihnen also möglicherweise noch längere Zeit werde zur Last fallen müssen. „Ich wüßte nicht, weshalb mir Ihre Anwesenheit hierselbst lästig werden könnte. Es fragt sich nur, ob Ihre sonstige Beschäftigung Ihnen auch erlauben wird, sich während einer so langen Zeit ganz der Ausführung Ihres hiesigenUnternehmens zu widmen. „Herr Mathieu hat mich für unbegrenzte Zeit zu Ihrer Verfügung gestellt, gnädige Frau.“ „Das zu hören, ist mir sehr angenehm, denn wie ich Ihnen bereits sagte, ist mir sehr viel an de Wiedererlangung meines Schmuckes gelegen. Donun kommen Sie mit mir, wenn ich bitten darf. Ich werde Ihnen die Kommode zeigen, in der ich das Halsband aufzubewahren pflegte. Als Frau van Vest mit Döring in ihrem Boudoir angelangt war, öffnete sie die dort befindliche, sehr massive Kommode und ließ vor seinen Augen das Schloß funktionieren. Dieses war in der Tat äußerst kunstvoll gemacht, so daß die Annahme, als könnte es mit einem einfachen Dietrich oder einem anderen als dem hierzu passenden Schlüssel geöffnet worden sein, gänzlich ausgeschlossen erschien. Nachdenklich zog Döring diejenige Schublade heraus, in welcher das Halsband gelegen hatte, und überflog prüfend ihren Inhalt. Und da entdeckte sein scharfes Auge zwischen den verschiedenen Kästchen und Schachteln mit einem Male einen unscheinbaren, kaum sichtbaren Gegenstand, der sofort in hohem Grade sein Intexesse erregte. Dieser Gegenstand war nämlich ein langes schwarzes Haar, das sich mit dem einen Ende zwischen das Schloß u. die Vorderseite der Schublade eingeklemmt hatte. Sorgsam zog er dieses Haar hervor und wickelte es mehrere Male um seinen Finger, wodurch seine tiefschwarze Farbe noch deutlicher hervortrat. Dann hielt er es Frau van Vest vor die Augen u. meinte mit einem bedeutungsvollen Lächeln: „Von Ihnen rührt dieses Haar jedenfalls nicht her, gnädige Frau. Das werden Sie mir ohne weiteres zugestehen. „Das, stimmt allerdings," versetzte sie rasch. „Haare von dieser Farbe hat nur ein einziges weibliches Wesen in meinem Hause, nämlich meine Gouvernante, Fräulein Pirson. Und wenn das Haar auch tatsächlich von ihr herrühren sollte, so ist dieser Umstand doch leicht erklärlich.“ „Ich habe nämlich das Fräulein schon häufiger beauftragt", fuhr Frau van Vest fort,„mir das Eine oder Andere aus meiner Kommode zu holen.“ „In diesem Falle hat die Sache allerdings weiter nichts Auffälliges an sich“, erwiderte Döring einigermaßen enttäuscht.„Dieses Fräulein Pirson, das Ihre Kommode mit den vielen Wertgegenständen öffnen darf, scheint also eine Dame zu sein, in die Sie das vollste Vertrauen setzen.“ „Dieses Vertrauen meinerseits genießt sie Die„Nomener Zeituung“ Dienstag, Donnerstag zzeigegebühr für die einsp oder deren Raum — Reklamezeile 7 Begugspreis monat! Seichhttsstelle: Bah, Zeiehon=Nr. Kr. 146 Frankre eine Herausgab nen vor Inkraft Auf die deutsche ankreich, hat Clemence er Note geantwortet, die gagen, von der deutschen bird. Der Grund dieser lären. Die ihrem Inhalt nac bes:“ Das Srüulen seits genießt sie und unerhörte Not bebingt. Das Fraulein ist auerdings erst zwei bist„gt sich in iß drei Monate bei mir, aber diese kurze Zeit hat fürschliev.... ehrem zhn mich vollkommen genügt, um sie als durchaus zu Anschuldigungen un verlässig kennen und schätzen zu lernen.“..#tem, was besonders „Wenn ich mich nicht irre, habe ich das Fräulein übertrifft manches no en. ar. der, Hand, das war gewiß Ihr Sohn, gnöschote außf, die auf die tie e Geuu“ Der Gefangenen und der Sozialdemokratz.. er war der ersichie Hohn, wenn Clemen egremorial: Der französischen Regiert : Antwort:„König Dionys, denn er sagte zuserseits auch die Tatfache Damon: So nehmt mich zum Genossen an!“#n den Händen der ander Befangenen zur Begrün inführe. ∆ Keine Abweichun ver! Auf die von der de führten Versprechungen d eingehend, behauptet Cle Regierung habe niemals als die Bedingungen des füllen.— Dies ist nicht Vorstellungen hin fran worden, daß sofort nach d dens mit den Vorbereitu begonnen werden sollte. gen ist allerdings nicht worden.— Der Haß Frank: Clemenceau kommt d Nordfrankreichs zu spreck standlich einzig und allei er wiederholt die übli deutschen Grausamkeiten fangenen würden jetzt da Wiedergutmachung dieser Anfang zu machen.„T menschlichen Herzens sind den, als daß eine Vergün erbetene von der französi zugestanden werden könn Vorwürfeegeg Dann werden gegen Vorwürfe erhoben, daß Friedensvertrages, denen nicht erfülle. Schon jetzt mit befaßt worden sei, Herausgabe der Deutsch besetzten Gebiet verantw — Diese Mitteilung ist sant, weil hiervon der de her nichts bekannt war. ihre Gefangenen schon je Frankreich, dem nicht wi keiner seiner Verbündete und Interessen so tief v wohner von Nordfrankr Frankreich könne es zumuten, die zu den erst bauarbeiten herangezoge gens materiell und mor den(?), fortzulassen. U Verständigung erzieltese gen zivile deutsche Ar Verfügung gestellt wer verlange die vorzeitige bestimmung. Aber jedes men zur leichteren Ausf gungen“(!) nahegelegt hinter dem Buchstaben d wig und in Oberschlesie Recht bis zuletzt Gebrar denke, dies ist ein Vorn macht wird!— Clemei Heutsch Spar=