— chaft V. I. B. 19 Annen gegen haft Sportverein Harpen eginn 4 Uhr. Spielleitung. rein„Jahn“ Innen. bend den 27. im Vereinseyer von 6 8 stunde und von mmmlung e älteren Mitrden zu dieser ung besonders r Vorstand. Theitererein Kcurdia Donnerstag 5 Uhr ist nnttung rscheint ein ledner. zum MärKatholikentag und sind noch Versammlung Krimmelbein Vorstand. machung. maligen Mitder hiesigen sen Feuerrden dringend sie noch in tz befindlichen. unde gehörtihnen geekleidungsusrüstungs= oweit dieses geschehen ist, end an den tt, Ernst Wittenerstr. surückzugeben. n 23. Septbr. mimann: ticher stimmt 18. Okt. roße— Lotteris Bewinne S 000 000 1900 J0s0 zu 2 Mk. M. 418 an versch M. Tausend Lisse 45 Pfg. Glückstasche en inel Porto Rk 20.45 emp. versendet auch Nachnahme Krämer, sotteriegeschäft, Königsallee 52 Barauszahlung Gewinne. allbetten latratzen, Kinder#r an Jedermann. EisenmövelI. Thür. itag, den er. vormitwerde ich im Prünte in hsofa und ein [stbletendgegen zern. en 25. Septör. vermann, toollzscher. Die„Annener Zeitung“ erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Anzeigegebühr für die einspa tige Kolonelzeile oder deren Raum 20 Pfg. — Reklamezeile 60 Pfg.— Bezugspreis monatlich 85 Pfz. Geschäftsstelle: Bahr hofstraße 23. Telephon=Nr. 334. verbunden mit der„Annener Volkszeitung“. Anzeigeblatt für Anneu und die benachbarten 14 Ortschaften. Organ des Amtes Annen u. Landkreises Inserate finden bei der großen Auflage der„Auneuer Zeitung“ weite und b Aige Verbreitung.— Bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkursen kommt jeder Ar noncenrabatt in Wegfall. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehn en wir keine Verantwortung. Redaktion, Druck und Verlag von Fritz Küching, Annen. Nr. 119 Samstag, den 27. September 1919. 35 Jahrnang spreußische Landesversammlung. Sitzung vom 24. September. Kleine Etats. Beim Etat der Lotterieverwaltung verlangt Abg. Dr. Rosenfeld(U. Soz.), daß der Staat endlich aufhören muß, Lotterien zu versanstalten. Zwar brächten sie ihm eine Einnahme von mehr als 50 Millionen; das dürfe aber nicht ausschlaggebend sein. Wird doch vom Strafgesetzbuch gewerbsmäßiges Glücksspiel sogar mit Ehrenstrasen belegt. Das ist der Staat als Erzieher. Der Etat der Lotterieverwaltungen wird gegen die Stimmen der Unabhängigen angenommen. Beim Etat der Münzverwaltung bemerkt Abg. Wendke(Dem.): Der Verkehr mit Notgeld ist ein großer Uebelstand. Für die seinerzeit stillschweigend eingezogenen 50 Pfg.=Stücke muß ein Ersatz geschaffen werden. Der Schleichhandel mit Nickel im besetzten Gebiet sollte endlich unterbunden werden. Abg. Adolf Hoffmann(U. Soz.): Man sollte endlich alles Gold aus der Kirche herausholen: da ist noch genug vorhanden.(Lebhafter Widerspruch im Zentrum.) Es braucht ja nicht ohne Entschädigung zu sein. Die Kirche kann ja Reichsschuldscheine dafür erhalten. Der Etat wird unverändert angenommen. Der Etat der Staatsschuldenverwaltung wird ohne Aussprache unverändert angenommen. Beim Etat des Kriegsministeriums kam es zu großen Lärmszenen, als der Unabhängige Sozialdemokrat Klausner die Verbrennung der französischen Fahnen und die Tötung des französischen Sergeanten erwähnte und erklärte, die Herren von der Rechten freuten sich darüber, wie sie sich über die Ermordung Liebknechts gefreut hätten. Der Redner erhielt zwei Ordnungsrufe. Eine Reihe weiterer Etats wurde genehmigt desgleichen in zweiter und dritter Lesung die Taeiferhöhung. Um einhalb 6 Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag. Sitzung, vovm 25. September. Die zweite Beratung des Haushaltsplanes wird fortgesetzt bei der Bauverwaltung. Abg. Müller=Mörs(Soz.): Es ist höchst interessant, daß der einstige Kanalgegner Herr von Kries jetzt den Bau des Mittellandkanals als ein dringendes Bedürfnis bezeichnet. Uns kommt es hei dem Bau weniger auf diese oder jene Linienlführung an, sondern hauptsächlich darauf, daß die Arbeiter und Angestellten eine entsprechende Entlohnung erhalten. Die tariflichen Bedingungen müssen unter allen Umständen auch bei diesen Notstandsarbeiten innegehalten werden. Die Unternehmer sehen sich schon wieder danach um, ausländische Arbeiter zu bekommen. Abg. Paul Hoffmann(U. Soz.): Weshalb hat man die Verfrachtung der Kohlen auf Kähnen so schlecht angeordnet? Die Schuld an der Kohlennot trägt die verlotterte Staatsbürokratie. Wir fordern, daß in den Wasserstraßen=Beiräten die Arbeiter einen entscheidenden Einfluß erhalten. Abg. v. Richter=Hannover(D. Vp.): Die große Bedeutung des Mittellandkanals hat der Krieg zur Genüge erwiesen.(Sehr richtig=) Nach Hildesheim muß ein Stichkanal gebaut werden. Der Wertzuwachs, der durch den Bau des Kanals den Anliegern ohne Arbeit in den Schoß fällt, muß der Allgemeinheit zugewendet werden.(Zustimmung.) Minister Dr. Oeser: Ich hoffe, daß es auch in Zukunft noch möglich sein wird, Wasserstraßen zu bauen. Die Vorarbeiten zum Mittellandkanal sind weiter gefördert worden. Eine Denkschrift ist in Arbeit, Sachverständigenurteile werden eingeholt werden. Das Haus wird dann zu beschließen haben, wie und in welchem Tempo dann der Mittellandhaual gebaut werden soll. Das große Werk der Befestigung der Halligen ist eine erste Kulturtat. Die Arbeit ist mit gutem Gelingen vollbracht worden. Es wird so wertvolles Kulturland gewonnen.(Beifall.) Ein Ausgleich zwischen der Stellung der Juristen und der Techniker wird angestrebt. Eine stärkere Verjüngung der Verwaltung ist erfolgt, auch in der maschinentechnischen Abteilung. Nur die dringendsten Forderungen können erfüllt werden. In erster Linie kommen die gefährdeten Probinzen heran. Wir müssen unsere Freundschaft und Zuneigung ihnen nicht durch Worte kundgeben, sondern auch durch frische Taten.(Beifall.) Ich din in Nordschleswig und Ostpreußen gewesen und habe dort die nötigen Anordnungen getroffen. (Beifall.) Wir sind mit unserem Herzen in diesen gefährdeten Landesteilen. Wir werden ihnen unfere Liebe bewahren. Kein Friedensvertrag, kein Völkerbund kann uns verwehren, diese Zuneigung auch offen auszusprechen.(Beifall.) Die Elektrizität bietet für uns starke Zukunftshoffnungen. Nicht nur die Ausnützung der Wasserkräfte, sondern auch die Umschaltung unserer ganzen Brennstoffversorgung ist durchzuführen. Wir wollen die Kraft anders gewinnen als bisher, wirtschaftlicher, als durch die Verfeuerung der Kohle geschehen ist, also auf dem Wege der Entwicklung der Brennstoffe in elektrische Kraft. Die Oeffentlichkeit wird über unsere Pläne bald unterrichtet werden, über das große Werk der Elektrisierung der Eisenbahnen.(Beifall.) Abg. Woldt(Soz.): Die Zusage des Ministers in Bezug auf die Heranziehung der Techniker befriedigt uns nicht. Das Juristenmonopol muß gebrochen werden. Gerade das Programm der rationellen Verwertung der Brennstoffe läßt sich nicht ohne die Sachkunde der Techniker durchführen. Abg. Freiherr v. Wangenheim(Ztr.): Die Nordlinie ist beim Mittellandkanal von größter Bedeutung. Stichkanäle nach Peine und Hildesheim müssen gebaut werden. Auf eine Anfrage Omert(Dem.) erklärt Unterstaatssekretär Peters, daß die Vorlage über den Mittellandkanal dem Hause zugehen werbe, sobald die Vorarbeiten beendet seien. Nachdem noch Abg. Menzel(Deutschn. Vp.) und Abg. Langer(Dt. Vp.) gesprochen, schließt die Aussprache. Die vorliegenden Anträge werden angenommen. Damit ist der Etat der Bauverwaltung erledigt. Schluß einhalb 6 Uhr. Die Streitheimssaunzen der Welt. Den Streikunruhen in Berlin waren ziemlich schnell Nachrichten über ähnliche Stimmungen aus allen möglichen Großstädten und Industrieorten des In- und Auslandes gefolgt. Obgleich nach den letzten Meldungen der Metallarbeiterstreik in Berlin sich zu verschlimmern scheint, werden wir doch nicht mehr heimgesucht als andere Länder. In England droht ein Eisenbahnerstreik, in den Vereinigten Staaten folgt eine Unruhe mit Schießereien und tödlichen Verletzungen der anderen. Streik auf den Siemenswerken. Berlin, 26. Septbr. In den Siemenswerken traten gestern abend die Heizer in den Ausstand, was zur Folge hatte, daß die Versorgung des Stadtteils Siemensstadt mit Licht unterbunden wurde. Da das Kraftwerk durch den Ausstand stillliegt, sind gestern 30000 Arbeiter beschäftigungslos geworden. Der Seemannsstreib Der Streik der Hafenarbeiter und Fischer in den Nordseehäfen dauert fort. In Bremen hat der Streik weitere Ausdehnung angenommen. Aus Cuxhaven wird gemeldet, daß der gesamte Fischdampferverkehr infolge des Ausstandes ruht: In Hamburg befindet sich mehr als die Hälfte der Seeleute im Ausstand. Zwei Schiffe zur Abholung von Gefangenen aus England konnten infolge des Streiks nicht auslaufen. In Stettin hat der Ausstand infolge des augenblicklich sehr geringen Hafenverkehrs wenig Einfluß. Das Löschen der Ladungen wird nicht gestört, da genügend Arbeitswillige zur Verfügung stehen. Den Anstoß zu dem Stettiner Streik gab die Tatsache, daß in Bremen ankernde Stettiner Schiffe gezwungen wurden, abzumustern. Der Sreik der Gasarbeiter in Stettin dauert fort, doch steht eine Einigung bevor. Folgen des Seemannsstreiks. Wie ein Bremer Blatt meldet, wurde nach Rotterdam die Weisung gegeben, wegen des Streiks in Bremen vorläufig keine Schiffe nach Bremen zu leiten und die sich nach Bremen unterwegs befindlichen Schiffe nach anderen Häfen fahren zu lassen. Ein für Bremen bestimmt gewesener größerer Baumwolldampfer von etwa 10000 Tonnen wurde bereits in Rotterdam festgehalten und wird dort gelöscht. Generalstreibbewegungen, in Die Mailänder Arbeitskammer richtete mit Rücksicht auf die Unmöglichkeit einer Lösung des seit Monaten bestehenden Konfliktes zwischen den Metallarbeitern und den Industriellen an das Arbeitersekretariat des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes das Ersuchen, den Generalstreik in ganz Italien zu erklären. In den Vereinigten Staaten wird überall gestreiht. Ueber den großen Streik in Amerika verlautet, daß bisher 70000 Mann streiken und der Ausstand sich ausbreitet. In Ohio, Illiois und Indiania streiken etwa 9000 Mann, im Cleveland=Distrikt 55 000 Mann. Deutsches Reich. Eine Auslands=Anleihe zur Hebung der Valuta. Der Hauptausschuß der Nationalversammlung setzte heute die Beratung des Etats des Finanz= ministeriums fort. Finanzminister Erzberger ging vertraulich auf die Valutafrage ein. Im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsamt seien Maßnahmen zur Hebung der deutschen Valuta in Vorbereitung. Die besten Steuergesetze würden durch die schlechte Valuta unwirksam gemacht. Eine allgemeine durchgreifende Sanierung könne nur durch eine große Anleihe kommen, die durch eine internationale Konferenz in die Wege geleitet und mit Hilfe Amerikas durchgeführt werden soll. Eine Einigung der Finanzminister. ünchen, 26. Septbr. Bei den zwischen den einzelstaatlichen Finanzministern im Residenzschloß in Bamberg stattgefundenen Verhandlungen die den Charakter einer unverbindlichen Aussprache trugen und wobei Beschlüsse nicht gefaßt wurden, gelang es für die weiteren Verhandlungen der zur Zeit im Vordergrunde stehenden wichtigen Fragen eine Uebereinstimmung zu erzielen, welche den Lebensnotwendigkeiten des Reiches und denen der Gliedstaaten Rechnung trägt. Die Nationalversammlung wird bei ihrer ersten Sitzung im Reichstagsgebäude am 30. d. Mts. nachmittags 3 Uhr folgende Tagesordnung haben: Punkt 1: 17 Anfragen der Mitglieder der Nationalversammlung. Punkt 2: Erste Beratung des Entwurfes eines Gesetzes über die durch innere Unruhen verursachten Schäden. Weitere Gegenstände auf die Tagesordnung zu setzen, behält sich Präsident Fehrenbach vor. — Die Ernennung Winnigs zum Oberpräsidenten von Ostpreußen. Der frühere Reichskommissar in den besetzten Gebieten, der sozialdemokratische Abgeordnete August Winnig, der bisher die Geschäfte des Oberpräsidiums in Königsberg kommissarisch verwaltet hatte, ist jetzt zum Oberpräsidenten von Ostpreußen ernannt worden. — Die Beratung der Umsatzsteuer vertagt. Der Ausschuß der Nationalversammlung vertagte heute gegen den Wunsch des Reichsfinanzministers auf Antrag der Mehrheitssozialisten die sofortige Beratung der Umsatzsteuer. — Gegen die Besteuerung der Anzeigen. Der Verein deutscher Zeitungsverleger hat in einer Drahtung an den Reichsfinanzminister Erzberger nachdrücklichen Protest gegen den Plan einer Sonderbesteuerung des Anzeigenteiles der deutschen Zeitungen eingelegt. Eine solche Ausnahmebesteuerung stelle eine schwere Ungerechtigkeit dar und würde die schon von wirtschaftlichen Lasten stark bedrückten Zeitungen auf das empfindlichste treffen. — Kehraus im Potsdamer Mar stall. Gestern vormittag fand im Lustgarten zu Potsdam die Versteigerung der Reit= und Wagenpferde statt. Den Höchstpreis brachte eine Apfelschimmelstute, für die 15 700 Mark geboten wurden. Vierzig Pferde verbleiben jetzt noch im Marstall, die nicht versteigert werden. Lolates. § Annen, 27. Septbr. Kreistag des Land kreises Hörde. In der am Donnerstag im Kreishause Hörde stattgefundenen Kreistagssitzung, der Landrat Dr. Luckhaus präsidierte, waren 30 Abgeordnete anwesend. Es wurden zunächst Wahlen getätigt. Als Provinziallandtagsabgeordnete wurden gewählt Gärtner Wilhelm Hansmann(Eichlinghofen), Gutsbesitzer Vieseler(Aplerbeck), Gemeindevorsteher Wilhelm Dresing(Höchsten). Zu Kreisdeputierten des Landkreises Hörde wurden gewählt Bergmann Wilhelm Dresing(Höchsten) und Bürgermeister Emil Rohrmann(Schwerte). Sämtliche Kommissionswahlen wurden hierauf in einem Wahlgange getätigt und die gemachten Vorschläge einstimmig gutgeheißen. Der kommende Landrat. Der Kreistag nahm dann Stellung zur kommenden Landratswahl. Seitens der Sozialdemokratie ist als Nachfolger des Landrats Dr. Luckhaus der Gärtner Hansmann aus Eichlinghofen in Vorschlag gebracht worden, ein in den Fünfzigern stehender Mann. Landrat Dr. Luckhaus nahm zunächst das Wort in dieser Angelegenheit und führte aus: Es ist Ihnen bekannt, daß ich mich in Anbetracht der veränderten Verhältnisse veranlaßt gesehen habe, dem Minister mein Entlassungsgesuch zu unterbreiten, und ihn um Versetzung in den Ruhestand zum 15. Oktober zu bitten. Durch die bisherigen Bestimmungen waren gewisse Erfordernisse zu erfüllen bezüglich der Vornahme eines Vorschlages für die Landratswahl. Diese sind nach dem neuen Gesetz weggefallen. Der Kreistag ist befugt, für die Besetzung geeignete Kandidaten in Vorschlag zu bringen. Bergwerksdirektor Tengelmann führte aus: Die bürgerlichen Parteien machen den Vorschlag auf Wiederwahl des bisherigen Landrats. Erlassen Sie mir eine ausführliche Begründung dieses Vorschlags. Wir gehen von dem Grundsatz aus: Wir wissen, was wir haben, aber wir wissen nicht, was wir bekommen werden.„ J. Gain; sohm Botard, Bergmann Dresing(Soz.): Freine zeon Pferde werden den Landrat Dr. Luckhaus halten. Deshalb ist es widersinnig, wenn die bürgerlichen Parteien auf die Beibehaltung des Landrats sich versteifen, da es doch zwecklos ist. Die sozialdemokratische Fraktion des Kreistages hat eine gewisse Umschau gehalten und ihren Mann gefunden. Vor einiger Zeit haben wir dem Minister des Innern den Gärtner Hansmann aus Eichlinghofen für den Posten in Vorschlag gebracht. Bisher sind wir von dem Minister in Unklarheit gelassen wurden, ob Hans“ mann gewählt wird. Wir halten an diesem Vorschlag fest. Der Landrat ließ darauf über die gemachten Vorschläge abstimmen. Für den Vorschlag Tengelmann stimmen die gesamten bürgerlichen Abgeordneten. Für den Vorschlag Dresing stimmen die Sozialdemokraten, das ist die Mehrheit. Bergmann Dresing: Wir haben weiter zu erklären: Der Landrat hat sein Pensionsgesuch zum 15. Oktober eingereicht. Wenn der Minister dieses Gesuch bewilligt und wir bis dahin noch nicht erfahren, welcher Mann an die Spitze des Kreises tritt, so müssen wir die Sache als dringlich betrachten. Dem Minister muß telegraphisch mitgeteilt werden, daß er diesen von uns vorgeschlagenen Mann bestätigt. Ich glaube auch, daß Hansmann sich in die landrätlichen Geschäfte leicht einarbeiten wird, und zwar unter Anleitung des bisherigen Landrats, der auch sicherlich bereit sein wird, dem kommenden Mann eine entsprechende Anleitung zu geben. Es wäre zu wünschen, daß Hansmann noch vor dem 15. Oktober sich unter Dr. Luckhaus einarbeitete. Es erhebt sich kein Widerspruch, auch nicht von bürgerlicher Seite. Bergmann Schlischo(Soz.): Damit nach außen hin nicht der Anschein erweckt wird, daß von unserer Seite etwas gemacht wird, möchte ich hier einige Worte äußern. Ich habe im vorigen Kreistag erklärt, daß wir, wenn der Landrat hier geblieben wäre, eine Stellung zur Neuwahl nicht eingenommen hätten. Es war auch unser Wunsch, den Landrat hier zu behalten; aber nachdem er nun selbst geht, war für uns eine andere Möglichkeit nicht gegeben. Dr. Mester(Schwerte): Ich glaube namens der bürgerlichen Parteien meinem Bedauern darüber Ausdruck geben zu müssen, daß es nicht möglich ist, an der Spitze eines derartigen Kreises einen Fachmann zu haben. Es ist sehr schade, daß nach den Ausführungen des Herrn Dresing der neue Landrat sich erst in die Verwaltungsgeschäfte einarbeiten soll. Das besagt von vornherein, daß der neue Herr seiner Aufgabe nicht gewachsen ist. Bergmann Dresing: In technischen Fragen muß sich jeder einarbeiten. Bergmann Schlischo: Nach meiner Kenntnis des zukünftigen Landrates und seinen Familienverhältnissen kann ich Ihnen dafür bürgen, daß er in sehr kurzer Zeit jedem Fachmann ebenbürtig sein wird. Zum Schluß wurden auf den Vorschlag Dresings die Gehaltsbezüge des Kreisbaumeisters und des Wasserwerksdirektors in öffentlicher Sitzung erörtert.(D. Ztg.) „„ Neue Erhöhung der Kohlenpreise und Bergarbeiterlöhne. Im Reichswirtschäftsamt sind dieser Tage eine Reihe von Zechenbesitzern unter Führung von Hugo Stinnes erschienen um eine Forderung auf erneute erhebliche Kohlenpreiserhöhung vorzubringen, deren Durchführung sehr schwerwiegend wäre. Wie verlautet, hat das Reichswirtschaftsministerium geäußert, daß man versuchen müsse, die Kohlenpreiserhöhung nach und nach unter der Hand durchzusetzen. Auf Anfrage erklärte der Reichswirtschaftsminister, die Regierung denke nicht daran, sich auf irgendeine Zusage festzulegen. Die Beratungen hätten nur rein informatorischen Charakter gehabt, und das Ministerium sei vorläufig nicht gewillt, den Wünschen der Zechenvertreter zu entsprechen. Wie aus Essen gemeldet wird, steht mit der geplanten Kohlenpreiserhöhung eine Erhöhung der schichtlöhne im Zusammenhang, die am 1. Oktbr. in Kraft treten soll. Regelung der Bergarbeiterlöhne. Donnerstag nachmittag fanden in Essen Verhandlungen zwischen Arbeitgeber= und Arbeitnehmerverbänden statt, in denen eine endgültige Regelung der Lohnerhöhung für die Bergarbeiter vorgenommen werden soll. Die Lohnerhöhungen sollen vom 1. Oktober ab bezahlt werden. Man hofft dadurch die Arbeit im Bergbau zu steigern. „„* § Annen, 27. Septbr.(Größere Platinfunde in Westfalen) sind neuerdings gemacht worden. Die ersten Funde hat man im Amte Wenden, Kreis Olpe gemacht. Untersuchungen lassen den Schluß zu, daß in den Grauwacke= und Quarzsandsteinlagern des Sauerlandes noch bedeutende Mengen Platin lagern. Im Amte Warstein im Arnsberger Walde ist gleichfalls Patin festgestellt worden. Obschon es richtig sein wird, daß das Platinvorkommen im Sauerlande mächtiger ist, als im Ural, so ist doch das technische Verfahren durch Ausschlämmung des sogenannten Muttergesteins unvollkommen, und erst wenn die technischen Verfahren verbessert sind, kann im Ernst an eine gewinnbringende Ausbeutung der Platinlager gedacht werden. —(Lotterie.) Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die Einlösung der Lose zur 4. Klasse 14.(240.) Lotterie bis zum 8. Oktober geschehen muß. — 8— — § Annen, A. Septbr.(Neuerungen im Postverkehr.) Vom 1. Oktober ab treten im Postverkehr, abgesehen von den schon bekannt gegebenen Gebührenänderungen, folgende wichtige Neuerungen ein: 1. Freimachungszwang für alle Postsendungen, ausgenommen gewöhnliche und eingeschriebene Briefe und Postkarten: 2. auf jedem Paket müssen Name, Wohnung, und Wohnort des Absenders angegeben sein: in jedes Paket obenauf ist ein Doppel der Aufschrift zu legen: 3. Postanweisungen, Postaufträge und Postnachnahmen sind bis 1000# zulässig: 4. Das Bestellgeld fällt weg, mitAusnahme des Eilbestellgeldes und des Zeitungsbestellgeldes. Das Zeitungsbesteilgeld beträgt 5 Pfg. monatlich für jede wöchentliche Abtragung(also bei 6 maliger Abtragung in der Woche monatlich 30 Pfg., vierteljährlich 90 Pfg: 5. Für die Benutzung eines gewöhnlichen Abholungsfachs ist eine jährliche Gebühr von 6 Mk. zu zahlen; die Schließfachgebühr beträgt jährlich 16 Mk. für ein kleines und 24 Mk. für ein großes Schließfach Zeitungsabholer, für die kein besonderes Fach bereit gestellt wird, zahlen die Hälfte des Zeitungsbestellgedes: 6. Für die Behandlung der Abholungs=Erklärungen u. der Postvollmachten ist eine Gebühr von se 1 Mk. zu zahlen. :—(Die Zahlung der Militär=Renten) und Hinterbliebenenbezüge findet am Montag, den 29. September im Gasthof La Bonte, Bahnhofstraße statt(—12 Uhr vorm.,—6 Uhr nachm.) Die Nummernkarten müssen vorgezeigt werden. Auf Wunsch werden die Rentenbeträge durch die Briefträger überbracht. Antragsvordrucke hierfür werden in etwa acht Tagen auf Verlangen am Postschalter abgegeben. §. Annen, 27. Septbr.(Besitzwechsel.) Durch Vermittlung des Versteigerers Günedler ging die an der Provinzial= und Herdeckerstraße gelegene frühere Trottmannsche Besitzung durch Kauf in den Besitz des A. Veensta in Dortmund. § Annen, 27. Septbr.(Der Rheinisch=Weftfälische Landesverband der Kolonialwarenhändler) hält am 29. September vormittags 10 Uhr im städtischen Saalbau zu Essen seine diesjährige Vertreterversammlung ab. Außer den inneren Verbandsangelegenheiten stehen die wichtigsten, den Lebensmittelkleinhandel berührenden Fragen, wie Abbau der Zwangswirtschaft, Preisbemessung für die rationierten Waren. Kommunalisierung des Lebensmittelhandels, Abschluß von Tarifverträgen, neuen Steuern usw. auf der Tagesordnung. —(Der Landwehr= und Kriegerverein) hält morgen abend 6 Uhr im Lokale La Bonte seine Monatsversammlung ab. Der Vorstand erscheint eine Stunde früher. Näheres siehe Anzeige in der Donnerstag=Nummer. —(Die Gründung eines„Reichsbundes für Vollksbühnenspiele“) wurde am 11. August 1919 von den Delegierten des Verbandes der PrivatTheater=Vereine Deutschlands einstimmig beschlossen. Der Bund setzt sich das Ziel, dem theatralischen Unwesen der oft so üblen dramatischen Vereine entgegenzuarbeiten; er will ihnen die Wege zu guten Laienaufführungen finden helfen und in den breiten Massen Verständnis und Achtung vor as she i 95 nn Im Flugzeug auf das Jungfraujoch. (Der höchstgelegene Fliegerlandungsplatz.) Auf dem Jungfraujoch in der Schweiz ist in einer Höhe von 3600 Meter über dem Meere ein ständiger Landungsplatz für Aeroplane eingerichtet worden. Als erster landete Oberleutnant Achermann nach einem Flug von Thun in der Nähe der neuen Station. Der Apparat machte einen„Kopfstand“ in der Nähe einer Gletscherspalte, doch nahmen weder Flieger noch Flugzeug Schaden. Unser Bild zeigt eine Aufnahme nach der Landung auf dem Jungfraujoch. den Werken großer dramatischer Dichter zu erwirken suchen. Die Vereinigung, der schon heute über 200 Laienbühnen angegliedert sind, soll am 1. Jan. 1920 offiziell ins Leben treten. Lehrer Matzdorf, Cöthen(Mark), dessen Bemühungen auf dem Gebiete der Jugendfürsorge bekannt sind und der in den letzten 30 Jahren etwa 20 000 Jugendbühnen gründen half, hat seine Mitarbeit zugesagt. Die Richtlinien des„Reichsbundes für Volksbühnenspiele“ legte Friedrich von Strom, der Leiter der Deutschen Bühnenspiele, Mittel=Schreiberhau i. Rsab. in einem Vortrage, der in allernächster Zeit als Werbeschrift gedruckt erscheint, fest. Auch wurde diesem Theaterkundigen der Vorsitz einer Kommission übertragen, der die Ausgestaltung des neuen Bundes obliegt.— Bemerkt sei noch, daß der dramatische Verein„Fidelio“=Annen dem Perbande angehört. § Annen, 27. Septhr.(Die neuen Kirchenglocken unserer evang. Kirche) ließen heute mittag gegen 1 Uhr zum ersten Male ihr feierliches Geläut ertönen; es ist ein wundervoller harmonischer Dreiklang, namentlich der dumpfe tiefe Ton der großen Glocke wirkt außerordentlich im Zusammenklang mit den beiden übrigen Glocken und erinnert lebhaft an die alte Glocke, die fast genau denselben Ton hatte und damals, dem eisernen Gebot der Stunde folgend, für Kriegszwecke entfernt werden mußte. Morgen läuten also die Glocken zum ersten Male den Gottesdienst ein. —(Der Junggesellenverein„Freiheit“ ArdeyAnnen) begeht morgen im Saale des Herrn Georg Richter sein 25 jähriges Stiftungsfest. Näheres besagt das Inserat in der vor. Nr. § Kruckel, 27. Sept.(Besitzwechsel.) Durch Vermittlung des Versteigerers Günedler in Annen ging die Besitzung des Wirts Hugo Eckardt hierselbst durch Kauf in den Besitz des Bauunternehmers Carl Jacobi in Buer. Neueste Nachrichten. Deutschlands Aufnahme in den Bölkerbund. Bern, 27. Septbr. Die Arbeiten für die Organisation des Völkerbundes schreiten fort. Man beabsichtigt, nunmehr auch Deutschland früher in den Bund aufzunehmen, als es ursprünglich geplant war. Dem„Berner Bund“ wird aus Genf über die Vorarbeiten zum Völkerbund gemeldet, man sei entschlossken, den Engländern und Franzosen entgegen zu kommen, ohne sich länger um die vom amerikanischen Senat ausgehenden Hemmungen zu kümmern. Ein Weißbuch der deutschen Negierung. Berlin, 27. Septbr. Das Aktenmaterial über die Schritte des früheren bayrischen Reichsrates Graf Toerring zur Vermittlung eines deutschebelgischen Friedens im Jahre 1918 wird zusammen mit dem Material Ober die sonstigen Friedensschritte von der deutschen Regierung in einem Weißbuch veröffentlicht werden. Graf Toerring hat im Einverständnis mit dem damaligen Staatssekretär Hintze gehandelt, ist aber über seine Instruktionen hinausgegangen. Neubildung der Reichsregierung. Berlin, 27. Septbr. In der Frage der Neubildung der Reichsregierung verlautet aus zuverlässiger Quelle, daß im Kabinett bereits eine neue Ministerliste aufgestellt worden ist und darüber eingehende Erwägungen schweben. Reichsfinanzminister Erzberger soll sich nach längerem Zögern bereit erklärt haben, das Reichsfinanzministe rium abzugeben. Man will ihn aber unter allen Umständen in der Regierung behalten und wird seinem Wunsch entsprechend für ihn wahrscheinlich noch ein neues Ministerium für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete einrichten. Vorläufige Einigung über die Bergarbeiterlöhne. Die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft und dem Zechenverband haben dazu geführt, daß folgender Vorschlag angenommen wurde: Die Gedingearbeiter unter Tage erhalten ab 1. Oktober eine weitere feste Schichtzulage von 3 Mark. Handwerker und alle übrigen Arbeite über Tage, namentlich aber auch die Schichtlöhne unter Tage erhalten eine nennenswerte Erhöhung welche bei den über 21 Jahre alten Arbeitern un ter Tage die Zulage der Gedingearbeiter in Durchschnitt noch übersteigen wird. Die näher Regelung erfolgt durch die eingeleiteten Tarifver handlungen. Die Kohlealieferung für Frankreich. Loucheur sagte in der französischen Kammer it der Debatte über den Friedensvertrag, daß Deutsch land mit den Kohlenlieferungen begann, und zwa mit 15000 Tonnen täglich. 67500 Heimbehrer. Die Reichszentralstelle für deutsche Kriegs= un Zivilgefangene teilt mit: In den Durchgangslager sind bis einschließlich 23. September 67 500 Heim kehrer eingetroffen. Die Republik Birkenfeld. Mangin erkennt die Republik an.] Nach Mitteilung der„Kölnischen Zeitung" ha General Mangin nach Rücksprache mit den Alliien ten die Republik Birkenfeld anerkannt und en schieden, daß eine oldenburgische Regierung in Bis kenfeld nicht mehr existiere. Niechiche Nachechten. Sonntag morgen Leinhalb Uhr: Gottesdienst Pf Brasse. 11 Uhr: Kindergottesdienst. 12 Uhr: Kirchentaufen. Mittwoch abend 8 Uhr: Bibel= und Gebetsstunde der Kirche. Pfr. Brasse. Dresdlersankzweigstent Wrecell Bismarekstrasse 15. Fernsprecher: Nr. 169 u. 170. — Eigenkapital 340 Millienen Mark Ausführung sämtlicher bankmässigen Geschäfte zu günstigen Bedingungen. Postscheckkonto: Köln Nr. 26491. Pechantmached Die Annener Stabl-, Eisen- und Tempergieberei s a Schulte, E. B. A. L. II beabsichtigt, auf ihrem Grundstücke in Rüdinghausen Flur 1 Parzelle No. 1245=285 der Steuergemeinde Rüdinghausen zwei Schmelzöien mit Oel- oder Napbtalin-Feuerung zu errichten. Auf Grund der§§ 17 und 18 der Reichsgewerbeordnung in der Fassung vom 30. Juni 1900 und der No. 19 und 20 der ministeriellen Ausführungsanweisung vom 1. Mai 1904 wird dieses Vorhaben mit der Aufforderung bekannt gemacht, Einwendungen gegen dasselbe binnen 14 Tagen bei dem Amte zu Kirchhörde schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll anzubringen. Beschreibungen und Zeichnungen liegen auf dem genannten Amte zur Einsicht aus. Die Einspruchsfrist nimmt ihren Anfang mit dem Ablauf des Tages, an welchem das diese Bekanntmachung enthaltende Kreisblatt ausgegeben worden ist. Nach Ablauf der Frist können Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr angebracht werden. Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird gemäß Ziffer 19e der vorbezeichneten Anweisung Termin auf Houtag, den 13. Obt. G. Ra., vord. 10 Uhr auf dem Amtsbüro zu Kirchhörde anberaumt und wird besonders darauf hingewiesen, daß im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen wird vorgegangen werden. Als Kommissar des Kreisausschusses ist der Herr Amtmann Müller tätig. Hörde, den 22. Septbr. 1919. Namens des Kreisausschusses: Der Vorsitzende: gez. Luckhaus, Landrat. Wie die Flur im sonnigen Mo gen, Lächle Guch ein sanft Ge schick Rein von Kummer, frei von Sorgen, Blühe Euer Liebesglück, Rögekeine Macht auf Erden Eure Liebe je gefährden. 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Für die uns beim Heimgange unserer teuren Entschlafenen.wiesene Teilnahme sprechen wir hierdurch allen unsern tiefgefühlten Dank Im Namen aller Hinterbliebenen: Geschwister Reffelmann. Bei unserm Wegzuge von Annen nach Oeynhausen sage ich allen meinen Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl. Wilb. Elias sen. nebst Tochter. Auf zur Luftkur! Schnee=Ardey. Sonatag, 28. September grosser Ball. Es ladet freundlichst ein Wirt Wilh. Achtung!# Achtung! Die Humoristen-Geselschaft„Flotte Jungens“ ladet ihre Mitglieder am Sonntag, 28. Sept. morgens um 10 Uhr zu einer außerorbentlichen Versammlung ein. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen Der Vorstand. Bekanntmachung. Mit Genehmigung des Herrn RegierungsPräsidenten zu Arnsberg vom 18. September 1919 ist der Amtssekretär Hugo Renkhoff hierselbst von mir zum 4. Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Annen ernannt worden. Herr Renkhoff ist durch den Herrn Landrat in Hörde verpflichtet und in sein Amt eingeführt worden. Annen den 26. September 1919. Der Gemeindevorsteher: Schlischo. Eerrasmitteladgabe der Gemeinde Aunen in der Woche vom 28. Septbr. bis 4. Oktober 1913. 1. Margarine pro 100 Gramm. Kopf der Bevölkerung Milchtarten. Die Milchkarten für den Monat Oktober 1919 gelangen in folgender Reihenfolge zur Ausgabe: Amtshaus Zimmer 1 Zimmer 2 Montag, den 29. September er. vormittags von—12 Uhr Nr.—900] Nr. 1687—2500 Dienstag, den 30. September er. vormittags von—12 Uhr Nr. 901—1686] Nr. 2501—3600 Die vorstehende Reihenfolge ist genau innezuhalten. Lebensmittelkarten u. Altersnachweise sowie die amtlichen Sonderzuweisungsbenachrichtigungen sind vorzulegen. Während der Ausgabe der Karten bleiben die Geschäftszimmer Nr. 1,2 und 11 für den gewöhnlichen Dienstverkehr geschlossen. Wer die Karten in den vorstehend angegebenen Terminen nicht in Empfang nimmt, kann dieselben erst am 8. Oktober 1919 auf Zimmer No. 1 erhalten. Ausnahmen werden nur in besonders dringlichen Fällen gemacht. Annen, den 26. Septbr. 1919. 6. 7 Der Arbeiter=Rat: Grünewald. Der Amtmann: Boettcher: Bekanntmachung. Vom 1. Oktober d. Is. ab werden die Dienststunden für die Geschäftszimmer und Kassen der hiesigen Amtsverwaltung wie folgt festgesetzt: Vormittags von—1 Uhr Nachmittags von—5½ Uhr Für den Verkehr mit dem Publikum sind geöffnet: a. die Geschäftszimmer der Amtsverwaltung werktäglich vormittags von—12 Uhr Nachmittags von—4 Uhr, b. die Sparkasse werktäglich von 8 Uhr Vormittags bis 12½ Uhr Nachmittags, c. die Gemeindekasse: Montags, Mittwochs und Freitags jeder Woche, von 8 bis 12 Uhr Vormittags; Montags und Freitags von—5 Uhr Nachmittags. Am Mittwoch und Sonnabend jeder Woche werden die Büros und Kassen um 1 Uhr Nachmittags geschlossen. An Sonn= und Feiertagen bleiben sämtliche Geschäftszimmer und Kassen geschlossen. Annen, den 24. September 1919. Der Amtmann: Preis für 1 Pfund 3,25 Mk. 2. Marmelade in beliebiger Menge. Preis für 1 P und 1,30 Mk. 3 Suppenwürfel pro Kopf der Bevölkerung 1 Würfel zu 13 Pfg, oder pro Haushalt 1 Würfel zu 48 Pfg. 4. Hülsenfrüchte pro Kopf der Bevölkerung 125 Gramm. Preis pro Pfund 1,25 M. 5. Nudeln pro Kopf der Bevölkerung 100 Gramm. Preis pro Pfd 66 Pfg Hauswalds= Kaffena(bester Ersatz für Bohnenkaffee) in beliebi er Menge. Preis pro Pfund 1,16 M. Für Schwer=Kriegsbeschädigte in dem Geschäft Steffen, Wittenerstr. auf Nährmittelmarke No. 31= ½ Pfund Graupen. Preis pro Pfund—.44 M 8. Zwieback in allen Bäckereien a. für Kinder bis zu 2 Jahren gegen Ab gabe von 2 amtlicherseits abgestempelten Brotmarken 400 Gramm, b. für Kranke gegen Abgabe von 1 amt licherseits abgestempelten Brotmark. 200 Gramm, Preis für 400 Gramm 1,25 Mk. „„ 200„ 0,63„ Die Abstempelung der Brotmarken ge schieyt im Amtshause, Zimmer 9. vor mittags von—11 Uhr, unter Vorlag der Lebensmittelkarte 9 Für Kranke(bei Gefahr für Leben un Gesundheit) in dem Geschäft Steffen Wittenerstr: Haferflocken, Reis, Graupen, Morgentrank, Keks, Suppen, Griesmehl. Amtlicherseits erteilte Bezugscheine fin vorzulegen. Die Abgabe der Waren erfolgt ab Dienstag, den 30. September er. Die Geschäftsleute nehmen die Waren an Montag, den 29. September er. in Empfang Zu 1 bei der Firma Seffen vormittags von 10½ bis 12 Uhr; die übrigen Waren im Amtshause vormittags—10 Uhr. Annen, den 27. Septbr. 1919. Der Arbeiterrat: Der Amtmann: Grünewald. Boettcher C. G. Jaeger Dortmund Tuche. Futterstoffe. 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Back= und Konditoreiwaren, c. Frischobst, d. Roheis, e. Blumen und Kränzen für solche Geschäf.. te, die ausschließlich Handel mit Blumen und Kränzen betreiben, von—9 Uhr vormittags und von 12—1 Uhr nachmittags. Zuwiderhandlungen gegen die Sonntagsruhe oder Ueberschreitungen der zugelassenen Ausnahmen werden strafrechtlich verfolgt. Annen, den 24. September 1919. Der Arbeiterrat: Grünewald. Die Polizeiverwaltung: Boettcher. Für Jedermann und jedes Geschäft unentbehrlich ist der neue Post- u. Gebührentarif in übersichtlicher Ausfürung als Wandtafel. Zum Preise von 30 Pfg. zu haben bei Fritz Küching, Buchhandlung. Geschlechts-Kranke! Rasche Hilfe— Doppelte Hilfe! Haruröhrenleiden, frischer u. veralt. Ausfluß, Heilung i kürzester Frist, Syphilis, ohne Berufsstörung ohne Einspritzung und andere Gifte, Mannesschwäche, sofortig. Hilfe. Ueber jedes der 3 Leiden ist eine ausführl. Broschüre erschienen mit zahlreichen ärztlichen Gutachten und Hunderten freiwill Dankschreiben Geheilter. 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Ende, Schnee, Flasspöthe, Rüdnghausen, Annen und Gelsenkirchen, den 26. Septbr. 1919. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 2½ Uhr vom Trauerhause, Ende 309, aus stalt. schwere Ware, statt Wollstoff f. Kleider Blusen u. Röcke in 15 vornehmen Modefarben 1 Voß Konzertgarten, Witten. Sonntag, abend 8 Uhr Großes Konzert des gesamten Stadt=Orchesters. Bei ungünstigem Wetter findet das Konzert im Saale statt. Tunpogposoumauun XAANN N! K7 AARTN pe Empfehle mich zur Lieferung von M in jeder Holzart zu äußerst billigen P. Preisen. 24 g. Emil Melches, Annen R #I Annener Möbefabrik und Sarglager## * * DegeH=bbedde utt. he bedd bteD bbede FR Wittenerstr. 25. Die noch vorhandene Sommer=Damenkonfektion wie Kleider, Blusen, Röcke und Sommer=Kinderkleider gelangen von heute ab zu nochmals ganz bedeutend herabgesetzten Preisen zum Verkauf. BEAMK, Witten, am Markk. 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Präsident Wilson erklärte, daß er sich durch keig ne Volksbewegung in Italien beeinflussen lasse, von seinem Plan abzugehen, da eine Aenderung zweifellos, wie von unterrichteten Diplomaten versichert werde, zu einem Kriege zwischen Italien und den Südslawen führen müsse. Während Lloyd George und Clemenceau die Stadt Fiume an Italien geben und den Hafen internationalisieren wollen, sei Präsident Wilson der Meinung, daß Stadt und Hafen nicht getrennt werden können, und daß das einzige, was er annehmen könne, die Internationalisierung beider Teile und ihre Stellung unter den Völkerbund sei. 'Annunzio soll vertrieben werden. Dem„Niguwen Rotterdamsch. Courant“ zufolge meldet die#soziated Preß“ aus London, daß die italienische Regierung an die Alliierten das Ersuchen gerichtet hat, alliierte Truppen, ausgenommen Italiener, nach Fiume zur Vertreibung'Annunzios zu entsenden. Dem B..“ zufolge erklärte'Annunzio, er werde Fiume nicht lebend aufgeben, noch dulden, daß der Hafen internationalisiert und dem Völkerbunde ausgeliefert werden würde, der nur ein häßlicher impotenter Mythos sei. 'Annunzio besetzt ganz Dalmatien. Laut einer Nachricht des Messagero aus Trient sind Truppenabteilungen'Annunzios iin den dalmatischen Städten Trau u. Zebenico gelandet und haben dies Städte besetzt. Auch die Besetzung von Spalato ist geplant. Il Tempo spricht die Befürchtung aus, daß die Verbündeten Italien die Besetzung dalmatischer Städte nicht zugeben, sondern einschreiten werden, wodurch internationale Verwicklungen entstehen können. „Avanti“macht die Arbeitermassen gegen einen neuen Krieg mobil. Das Blatt fordert die Soldaten auf, den Offizieren den Gehorsam zu verweigern. Die Arbeiter sollten keine Munition herstellen. Die Zeitung warnt die Regierung vor einer spontanen Erhebung des Proletariats. Kämpfe mit den vorrückenden Truppen 'Annunzios. Bern, 26. Sept. Bei einer hiesigen Gesandtschaft traf die Nachricht ein, daß es zwischen Abteilungen'Annunzios, die gegen die dalmatische O Samstag, den 27. September 1919. 35. Jahrgang. Küste vorgerückt waren und südslawischen sowie auch alliierten Truppen zu blutigen Zusammenstößen kam. In Kreisen der hiesigen italienischen Gesandtschaft rief diese Nachricht lebhafte Besorgnis hervor. Man befürchtet, daß nicht nur die Südslawen, sondern auch die Alliierten mit Waffengewalt eingreifen werden, und daß es dadurch zu ernsten Konflikten kommen könnte. Provinzielle Nachrichten. Haspe, 25. Septbr.(Schülerstreik.) Auch hier hat die Entfernung der Kaiserbilder aus der Oberrealschule dazu Veranlassung gegeben, daß die Schüler der Klassen von Untersekunda bis Oberprima sich aus dem Unterricht entfernten. Die Schüler versammelten sich in einer Wirtschäft, verließen diese aber, als ihnen der Direktor das Zwecklose und Strafbare ihrer Handlungsweise klar machte. Bochum, 25. Sept.(Verband kaufm. Grubenbeamten.) Heute fand im Hotel Vereinshaus Essen eine Aufsichtsratssitzung des Verbandes kaufmännischer Grubenbeamten statt, in der grundsätzliche Fragen über Verbandsarbeit zur Sprache kam. Dem vom Vorstand vorgelegten Haushaltsplan und der weiteren Belassung der Geschäftsstelle in Bochum wurde zugestimmt. Soest, 26. Septbr.(Einbruch in das Stadthaus.) In der Nacht zum 21. Sptember wurde das Stadthaus von Dieben heimgesucht. Auf den Steuerbüros wurden für etwa 300000 M Stempelbogen gestohlen. Die Diebe sind bisher noch nicht ermittelt. Lippstadt, 26. Sept.(Goldwarendiebstahl.) Einem im Hotel Köppelmann wohnenden Goldwarenhändler aus Pforzheim wurden in der vorletzten Nacht Wertsachen für vierzig Tausend Mark gestohlen. Als Täter wurden der 29 jährige Mauter Hübner und die 22 jährige Schaf aus Elberfeld festgenommen. Hübner unternahm einen Fluchtversuch, konnte jedoch bald wieder dingfest gemacht werden. Süchteln, 26. Sept.(Meuchelmord.) Hier wurde der Schneidermeister Aegidius Hölters durch einen Schuß getötet, als er abends mit seiner Frau nach Hause ging. Die Frau wurde unter dem Verdacht der Mittäterschaft verhaftet.. Kirchhain, 26. Sephr.(Ein schrecklicher Unglücksfall) ereignete sich in dem Dorfe Halbdorf. Ein Landwirt, der die Frucht nach Hause fahren wollte, hatte, wie es üblich ist, seinen Kindern gestattet, oben auf dem Wagen Platz zu nehmen. Als er die liegen gebliebene Sense holte und diese hinten in die Garben einschlug, traf er sein 8 jähriges Mädchen, das ohne sein Wissen dorthin gekrochen war, so unglücklich, daß das arme Kind bald darauf starb. Köln, 26. Septbr.(Eine ergreifende Wiedersehensszene zwischen zwei Brüdern) aus Nürnberg, die 1916 bezw. 1917 in Gefangenschaft geraten waren, spielte sich auf den Bahnhof Deutz ab, da sie sich hier durch Zufall beim Abgang des achten und bei der kurz vorher erfolgten Ankunft des neunten englischen Sonderzuges wiedersahen und nun ihren betagten Eltern im Bayernlande diese freudige Nachricht übermitteln konnten. Köln, 26 Septbr.,(Hochbetrieb in der Gefangenen=Heimkehr) auf dem Bahnhof Köln=Deutz. Dort treffen jetzt täglich 7000 Mann aus den britischen Gefangenenlagern Nordfrankreichs ein. Koblenz, 26. Sept.(Raubmord.) Dienstag vormittag wurde der Kaufmann Peter Christmann aus Ehrenbreitstein in den Anlagen des Asterstein ermordet aufgefunden. Dem Toten war seine Barschaft in Höhe von 1000 Mark und eine goldene Uhr geraubt worden. Ueber den Täter besteht noch keine Klarheit. Der Ermordete war durch seine Tätigkeit in hiesigen Schieberkreisen sehr bekannt. Aus dem Gerichtssaal. Die Wittener Krawalle vor dem Schwurgericht, Bochum, 26. Septor. In dem Prozeß gegen die Teilnehmer an den Wittener Krawallen am 3. Juli d. Is. wurde am Mittwoch das Urteil gefällt. Nach dem Wahrspruch der Geschworenen waren die Angeklagten, mit Ausnahme von Reyer und Hahn, als schuldig anzusehen, und zwar Neumann als Rädelsführer. Es ergingen dem Wahrspruche entsprechend folgende Urteile: Gegen Neumann(Barop) wegen schweren Landfriedensbruches, Plünderung und wegen seiner Tätigkeit als Rädelsführer ein Jahr sechs Monate Gefängnis, wegen schweren Landfriedensbruches u. Plünderung gegen Limberg(Rüdinghausen) ein Jahr, Diehl(Annen) sechs Monate, Rüping(Annen) sieben Monate Gekängnis, wegen Landfriedensbruches und Hehlerei gegen Claus(Rüdinghausen) acht Monate, Claudi(Witten) fünf Monate, Fritz Winter(Heven) drei Monate zwei Wochen, Rütterswörden(Witten) drei Monate zwei Wochen Gefängnis, wegen Landfriedensbruches und Unterschlagung Pozetta(Witten) vier Monate zwei Wochen, Breuker(Annen) drei Monate zwei Wochen Gefängnis, wegen Hehlerei Bierwirth(Witten) zwei Monate, Deelmann( Witten) zwei Monate, Gusikowski (Witten) zwei Monate Gefängnis, wegen Unterschlagung Chalupka(Witten) einen Monat, Bree (Rüdinghausen) einen Monat Gefängnis. Hahn und Reyer erzielten ihre Freisprechung. Ein Teil der Untersuchungshaft wurde den Verurteilten angerechnet. Bis auf Limberg, Neumann, Claus u. Rüping verfügte das Gericht die sofortige Aufhebung der Haftbefehle. Vor dem Bochumer Schwurgericht begann Donnerstag der 2. Abschnitt aus dem Wittener Plünderungsprozeß. Angeklagt waren: Elektriker Hermann Stör, 23 Jahre alt, Dreher Leop. Helle, 19 Jahre, Ehefrau Richard Frey, 52 Jahre, Walzenarbeiter Heinr. Schnier, 32 Jahre, Dreher Walter Schulz, 19 Jahre, Schlepper Franz Zander, 20 Jahre, Strecker Peter Wlodarzyk, 19 Jahre, Bergmann August Steinmetz, Fabrikarb. Ewald Rothe, 28 Jahre, Schreiner Erich Nickel, 20 Jahre, Arbeiter Josef Pacholski, 39 Jahre, Fabrikarbeiter Hugo Raabe, 21 Jahre, Maschinenarbeiter Emil Eubel, 37 Jahre, Rangierer Stefan Rebarz, 30 Jahre, alle aus Witten, Schmied Wilhelm Wedel=Langendreer, 22 Jahre, Arbeiter Andreas Malecki=Annen, 18 Jahre. Die Angeklagten Helle, Steinmetz, Rothe sind wegen Diebstahls, und zwar Rothe als rückfälliger Dieb zuletzt mit 9 Monaten Gefängnis vorbestraft. Die Vernehmung der Angeklagten förderten bei fast allen Geständnisse zu tage. Verschiedenes. Das alte Berliner Schloß als Museum. Das ehemalige Kaiserschloß in Berlin, in dem bis vor kurzem alle verfügbaren Räume von Truppen besetzt waren, wird in demselben Maße, wie diese Räume frei werden, vorläufig mit staatlichen Behörden belegt. Es wird geplant, das Gebäude, soweit es nicht praktischen Zwecken dauernd dienstbar gemacht werden kann im wesentlichen zu einem Museum auszugestalten. Einen wesentlichen Bestandteil dieses Museums werden die kunsthistorisch wertvollen Räume des Schlosses bilden. Der benachbarte Marstall, mit einer Nutzfläche von ungefähr 100000 Quadratmeter ist jetzt der Stadt Berlin für ihre Verwaltungszwecke zur Verfügung gestellt worden. Spielplan des Vortmunder Stadt-Theaters. Intendant: Dr. Johannes Maurach. Sonntag, 28. Septbr.—5 einhalb Uhr. Geschlossene Vorstellung für die Gewerkvereine HirschDuncker.„Heimat“, Schauspiel von Hermann Sudermann.— Abends 7 bis 10 einviertel Uhr „Oberon". Vorverkauf Donnerstag. Montag, 29. Septbr.—9 Uhr. Geschlossene Vorstellung für den Arbeiter-Bildungs=Ausschuß der freien Gewerkschaften.„Am Teetisch"“. Dienstag, 30. Septbr. 7einhalb bis 9einhalb Uhr. „Lobetanz“. Ein Bühnenspiel in 3 Aufzügen von. Ludwig Thuille. Dichtung von Julius Otto Bierbaum. Vorverkauf Freitag. * 20 Minidnen=Boltarn. Roman von E. v. Reizenhofen. 4.=(Nachdruck verboten) „Gewiß", erwiderte Sternau lächelnd.„Einen Roman werde ich schreiben!“ „Und wie werden Sie ihn betiteln“, fragte Georg gespannt. „20 Millionen Dollars“, rief Sternau. Georg lachte hell auf. Sein fröhliches Lachen machte sogar die übrige Schiffsgesellschaft aufmerksam. Eine Dame von unbestimmbarem Alter, feurigen Augen und rötlich blondem Haar fixierte durch ihr Lorgnon die beiden Fremden. „Sehn Sie nur, Sternau, die interessante Witwe sieht uns zu herüber, sagte Georg, sich vorbeugend. „Ihr Lachen ist schuld“ meinte Sternau.„Uebrigens scheinen Sie der Gegenstand ihrer Bewunderung zu sein. Ich habe schon bei der Tafel heute bemerkt, daß sie mit Ihnen zu flirten versuchte.“ „Ich bemerkte nichts davon“ erwiderte Georg. „Aber ich“. „Na ja, die Dichter sehen, wo andere nicht sehen!“ sagte der junge Engländer belustigt.„Uebrigens ist mein Herz schon vergeben. „Was Sie nicht sagen“, rief Sternau überrascht,„und da erzählen Sie mir gar nichts davon, hören die Lamentationen über meine unglückliche Liebe an und sagen nichts“ Und Georg erzählte von Mary. „Sie sind glücklich zu nennen“, sagte Sternau. „Noch nicht“, entgegnete der andere.„Noch freue ich mich nicht des Besitzes der holden Mary! Erst muß ich den Ring finden, denn wie ich ihre Mutter kenne, wird sie mir Mary wohl nur in diesem Falle geben!“ Nun 20 Millionen Dollars sind doch nicht zu verachten, meine ich“, bemerkte Sternau,„da wird sie nicht nein sagen. „Es kommt darauf an, ob diese Summe jemals in meinen Besitz gelangt“ erwiderte Smit.„Immerhin wird Mary doch die meine, denn ich lasse sie nicht mehr und wenn es noch so harte Kämpfe kostet!“ „Ein Unsinn, daß der eigensinnige, alte Mann ein derartiges Testament verfäßte“ warf der junge Deutsche ein. „Das wohl, aber ich segne sein Andenken“ sagte Georg.„Ich habe Mary dadurch kennen gelernt! Und sollte das viele Geld auch nicht in meine Hände kommen, mir wird sein Legat genügen, denn ich habe zu viel Entbehrungen mitgemacht, auf daß ich nicht aufjubeln würde über diese halbe Million! Der hundertste Teil davon hätte mich schon glücklich gemacht!“—— 7. Kapitel. Kairo. „El Kahira", Pforte des Orients, so nennt der Einheimische die Märchenstadt am Nil. Und der arabische Sänger in„Tausend und eine Nacht“ ruft sehnsüchtig aus: „Für euch nur strömt in segensreicher Milde Der Nil von fernen Himmelsbergen her, Und tränkt mit Fleiß die jauchzenden Gefilde Und tanzt mit Schiffen stolz gekrönt ins Meer. Doch ich, dem hier einst Erd und Himmel lachten, Muß jetzt in öden Wüsteneien schmachten!“ Kairo läßt den Eurvpäer nicht vermissen. Abendländische mit allem Komfort eingerichtete Hotels, Restaurants und Cafes nehmen ihn auf, er kann die Oper dort hören, Sommertheater, kann europäische Badegesellschaft treffen, kann Bälle, im reizenden nahegelegenen Heluan die vornehmste Konzerte, Soireen ebenfalls mitmachen, wie in Europa alles genießen, was sein Herz begehrt. Karl v. Sternau und Georg Smit hatten sich denn auch schon häuslich niedergelassen in einem Hotel ersten Ranges. Karl hatte bei der Landung in Alexandrien, mitten unter dem Trubel, die kleine Schwalbe fliegen lassen, die sich fröhlich in die Lüfte erhob. Er sah ihr nach und vergaß alles um sich her. Währenddem bemächtigten sich ein paar kreischende Araberjungens seines Handgepäcks und seines Reisekorbes. Georgs arabischer Diener schob sie weg und schalt sie in seiner Muttersprache, worüber sein Gebieter, der bereits von ihm ziemlich gut arabisch erlernt hatte, herzlich lachte. Sternau kam darüber aus seinen Träumen zur Wirklichkeit zurück. Er verstand auch schon ein paar Worte arabisch und rief sie den sich balgenden Jungen zu; endlich wandte er sich an Georgs Diener und bedeutete ihn in französischer Sprache, er möge die Fortschaffung des Gepäcks veranlassen. Da näherte sich ihnen die schöne, junge Witwe, die schon während der Fahrt sich den jungen Freunden bemerkbar gemacht hatte, und bat um Georgs ritterlichen Schutz in diesem wilden Lande, sie sei um ihrer Gesundheit willen mit ihrer Gesellschafterin allein hierher gereist und fühle sich nun angesichts dieses Tumultes bei der Landung ganz verlassen. Georg, in seinem Bewußtsein als Gentleman, konnte ihr aus Galanterie ihren Schutz nicht versagen, und die Bekanntschaft war gemacht. Nur zwei aTge hielten sie sich alle in Aexandrien auf, dann führte sie ihr Weg nach Kairo. Die schöne Witwe, die sich jetzt den beiden Freunden unzertrennlich anschloß, hatte sich für eine Marquise Octavie de Hautmonte ausgegeben. Sie schloß sich besonders an Georg an, ihn mit ihrer Koketterie und Redseligkeit ganz gefangen nehmend. Ihr gefiel es, den ganzen Tag sich von ihm begleiten zu lassen. Im Anfang widmete sie ganze Stunden die Basare zu besichtigen, Georg, dem dies noch alles neu war, interessierte sich ebenfalls dafür, während Sternau nur ein einziges Mal mitging und dann meist allein Ausflüge in die Umgebung unternahm, wobei ihn besonders die Pyramiden von Giseh fesselten und sein Dichtergemüt in hohem Grade anregten, er widmete sich denselben tagelang und ließ die schöne Marquise mit Georg allein. Georg begleitete also die Holde in die Basars, die eigentlich ganze Straßen bilden und bewunderte die orientalischen Waren, Seiden= und WollDie„Annener Zeitun Dienstag, Donnersta zeigegebühr für die ein oder deren Rau — Reklamezeile stoffe, besonders interessierte ihn jedoch der Gold und Silberbasar, der nahe der Hassanen Moschee liegt. Hier suchte er nach dem Ring und mit ihm erinnerte er sich an Mary. Sie würde wohl zum nächsten Ersten auf der Post einen Brief beheben wollen. Wenn er heute abends noch schrieb, würde der Brief gerade noch rechtzeitig eintreffen. Ob sie sich darüber freuen würde, das liebe, anmutige Mädchen? Ein Ausruf der schönen Marquise an seiner Seite riß ihn aus seinen Gedanken; sie hatte eine Brosche von echt orientalischer Arbeit entdeckt und zeigte sie ihm mit Entzücken. Und Georg, als galanter Gentlemann, kaufte sie natürlich und bot sie der schönen Witwe zum Geschenke. Während sie jubelnd die Brosche ihrer häßlichen, alten Gesellschafterin zeigte, fragte Georg den Verkäufer nach arabischen Ringen. Mit überschwenglichen Lobespreisungen legte ihm der Händler alle seine Ringe vor, aber Georg fand nicht den sehnlich Gesuchten darunter. Des Abends konnte er nur ein paar flüchtige Zeilen an Mary abgehen lassen, denn die schöne Marquise hatte ihm keine Ruhe gelassen, mit ihr in die Schubra=Allee, wo sich die vornehme Welt Kairos zu treffen pflegte, spazieren zu gehen. Und Mary, als sie am ersten des Monats das Briefchen mit den wenigen Zeilen behob, dünkte sich überaus glücklich darüber, daß er sie nicht vergessen hatte. An dem Tage, an welchem sie den Brief auf der Post erhielt, waren Georg und die Maruise zur Zitadelle hinaus, den merkwürdigen Josefsbrunnen zu besichtigen, welcher in den Felsen eingesprengt ist und von manchen als Bauwerk der alten Aegypter bezeichnet wird. Sternau, der sich ihnen angeschlossen hatte, interessierte sich mehr für die nahe, mit Minaretts geschmückte Alabastermoschee, die das Grab Mehemed Alis birgt. Georg und die Marquise bewunderten die herrliche Fernsicht, man hat von hier nämlich den Ausblick über ganz Kairo, während Sternau wieder einmal seinen Dichterträumen, über längst vergangene Zeiten, in welchen die Pharaonen hier regierten, nachhing. Vor seinem Dichterauge stiegen sie aus ihren Mumiengräbern, alte Trachten, alte Sitten tauchten vor ihm auf, er hörte die längst verklungenen Isissänge. „Wohin gehen wir morgen?“ fragte Georg die schöne Witwe. „Ich sollte eigentlich wegen meiner schwachen Gesundheit nach Heluan“, sagte sie mit schwermütigem Augenaufschlag.„Aber da müßte ich meinen Freund missen. Und darum will ich noch ein paar Tage hier bleiben. Was meinen Sie? Sollten wir uns nicht einmal den Marienbaum ansehen?“ „Wo befindet sich der und was hat es für eine bewandtnis damit?“ fragte Georg. „Auf dem Wege nach Heliopolis“, sagte die besellschafterin.„Die Legende erzählt, daß Maria it dem Jesuskinde auf ihrer Flucht nach Aegypten nter diesem Baume geruht habe. Verbürgt ist es eilich nicht, aber es besuchen fast alle Europäer en alten Baum.“ „Gut“, erwiderte Georg,„ich bin dabei. Kommst Du auch mit, Karl?“ Dieser fuhr aus seinen Gedanken empor. Georg mußte ihm die Frage wiederholen, denn er wußte nicht, um was es sich handle. „Ich hätte vor, den alten Kalifengräbern einen. Besuch abzustatten“, sagte er dann. „So komme doch mit uns“, meinte Georg, seine Hand auf Sternaus Arm legend,„die alten Kalifengräber besuchen wir ein andermal“. Sie waren außer Hörweite von der Marquise, denn diese war mit ihrer Gesellschafterin etwas vorausgegangen, da sagte Sternau rasch: „Ich komme, wenn der nächste Tag mir und Dir allein gehört“ „Einverstanden“, erwiderte Georg,„aber sag, was hast Du gegen die Marquise?“ Sie ist ein kokettes Weib“, sagte Sternau achelzuckend.„Ich weiß nicht, was ich von ihr halten soll. Ich will Dich nur warnen, Georg. „Fürchte nichts für mich,“ sagte Georg mit leichtem Lächeln,„ich bin standhaft!“ „Umso besser“, bemerkte Sternau. Ihr Gespräch wurde rasch beendet, denn die Marquise war stehen geblieben und erwartete sie. Bei der Rückkehr kamen sie über den Karameidan, einen der bedeutendsten Märkte Kairos. Lautes Lärmen und Fleischen tönte ihnen entgegen, ein paar Beduinen stritten mit einem reichen Händler wegen eines weißen Esels, den sie kaufen wollten. Prächtige Pferde wurden von mehreren gesattelt zur Abreise, und am Ende des Marktes befanden sich einige ältere Männer, die hier auf kurze Zeit lagerten, um ein improvisiertes, kleines Zelt geschart. 46 Die Marquise blieb stehen, und auch Georg betrachtete aufmerksam die stattlichen braunen Gestalten der Wüstensöhne, während Sternau sich bewundernd einem prächtigen Pferde näherte, dessen Bau wie gemeißelt schien, dessen herrliche Mähne das echte Zeichen eines edlen Araberrosses bot und dessen Auden wie im Feuer blitzten. „Welch schönes Tier“, sagte er arabisch zu dem Beduinen, einem alten Mann mit verwittertem, aber gutmütigem Gesichte. Und dieser, geschmeichelt darüber, rühmte die Vorzüge des schönen Tieres in echt orientalischer Manier. Da teilte sich plötzlich das kleine Zelt und ein bildschönes Arabermädchen von zierlicher, kleiner Gestalt wollte heraustreten; als sie aber die Fremden erblickte, fuhr sie mit leisem Ausruf zurück und verschwand wieder. Bezu spreis mona Der Augenblick hatte genügt, um Sternaus Bewunderung zu erregen; er hatte während seines nun nahezu vierwöchentlichen Aufenthaltes in Kairo noch wenig von den vielgerühmten orientalischen Schönheiten zu sehen bekommen, die Fellahmädchen am Nil, die waren zumeist sogar häßlich, nun war ihm das erste Mal eine wahre Schönheit zu Gesicht gekommen; freilich war es eine Tochter der Wüste, die man seltener zu sehen bekam, und auch dieser Anblick war ihm nur durch den Umstand geworden, daß die Beduinentöchter keine Schleier trugen.(Fortsetzung folgt.) Geschäftsstelle: Be Telephon=Ni r. 120 rüßische La Sitzung vom Haushalt des Es liegt eine große sich mit der Sicher mit Regelung der gen usw. beschaffen bg. Dr. Tewes chrusse des ert, daß in die Ver ihmen seien, durch den auf Ruhegehalt h, frner ersucht er? egung eines Beam rt für die Staatsb Amt und Einkomn ellung nach kurzer ch auf Ruhegehalt Das Gesetz soll enkammern vorsehe In, den Eintritt in atten, sowie das f# mlungsrecht, Presse ätigung gewährleiste argesetz zeitgemä Berufungsinstanz ahren eingeführt w mten soll anderthe stalter und bei der erechnet werden. Die Staatsregierung infolge des Krieges mten, Angestellten en Erholungs ähren, den aus dem ingenen Unterbeamt zur Hälfte auf das tliche Bestimmung en, daß Kriegsbesch instellungen als Bec den. Ferner soll ar sältnisse der Beamt erschaften und der den. Zu den Anträgen na für die Pri t der Referent: We e— es würde ein in Betracht komme stattgegeben werd ifft die Gewährung patangestellte durch der Ausschuß zuge skassen sollen verar auch auf nichtselbs n auszudehnen. Ar n Personen sollen be 1000 Mark gewähr Abg. Schumer( che Maßnahmen die werdendes fiskalische son zu entziehen. E uppenübungsplätze. end einer Weise eine Ein Regierungskom n Sicherungen getri Hierauf wird in die reten. Finanzminister Dr. ßer Schärfe gegen der„Täglichen Run Finanzminister in tteilungen seien viel sten hervorgegangen, btswürdige journalist de natürlich nicht ve ieitig davon in die Nachricht erloge urch erreicht, daß lleicht auch damit ver hr! links), verhinder sagen: Wehe dem krantwortung mit Fü sen nennt.(Bewegur Abg. Hergt(Deut Dingen nichts bekan , w a s d e r F i n a n z m i irden wir das Verha btig halten. Es ist man die formelle S heben hat. Darunter leiden. Der Redne meinden und nenn glückseligste E nanzminister hat die eines Zugriffs der stigt. Die Vorlage sordentlich schädigend aausgeholt wird. Rach weiterer Deba Dienstag 12 Uhr: