Mark renze. schein sowie Trupchsten n, wo rfahrt 55 1561: E 1488: Die„Annener Zeitung" erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Anzeigegebühr für die einspaltige Rolonelzeile oder deren Raum 20 Pffg. — Reklamezeile 60 Pfg.— Bezugspreis monatlich 85 Pfg. Geschäftsstelle: Bahnhofstraße 23. Telephon=Nr. 334. verbunden mit der„Aunener Volkszeitung“. Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. des Amtes Annen u. CLandkreises Hove Iuserate finden bei der großen lage der Annener Zeitung weite und billige Verbreitung.— Bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkursen kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir Verantwortung. Redaktion, Druck und Verlag von Fritz Küching, Annen. HT donnerstag ig 3 Uhr einshauf der Frauenhülfe Vortrag von hter Witten und en Neigen von jungen dchen. ten der Geden zu zahlheinen eingeVorstand. am Mittrgen 8 Uhr nstraße 5) erdeheisck rstwaren. telkarte von —3600. sehgenei iewski, straße 5. Pfanzen -Pfanzen iben bei Gröpper, Aaume, 76 Witten. Donnerstag, den 26. Juni 1919. 35. An das deutsche Volk! Die Reichsregierung hat mit Zustimmung der Nationalversammlnug erklärt, den Friedensvertrag zu unterzeichnen, schweren Herzens, unter dem Druck der rücksichtslosesten Gewalt, nur in dem einen Gedanken, unserem wehrlosen Volke neue Kriegsopfer und Hungerqualen zu ersparen. Der Friede ist geschlossen!" Nun wahrt und sichert den Frieden! erste Erfordernis ist: Vertragserfüllung. Jede Anstrengung muß'an die Erfüllung dieses Vertrages gesetzt werden. Soweit er erfüllbar ist, muß er erfüllt werden. Nimmer werden wir derer vergessen, denen die Abtretung droht, sie sind Fleisch von unserem Fleisch. Wir werden für sie eintreten, wo wir können. Aus dem Staatsverbande können sie gerissen werden, aber nicht aus unserem Herzen. Das zweite Erfordernis ist: Arbeit. Die Lasten dieses Friedens können wir nur tragen, wenn keine Hand müßig ist. Für jede nicht erfüllte Leistung können die Gegner mit Vormarsch, Besetzung oder Blockade antworten. Wer arbeitet, verteidigt den heimischen Boden. Das dritte Erfordernis heißt: Pflichttfreue. Wie wir trotz aller Gewissensnot auf dem Posten geblieben sind, so muß es jeder machen. Soldaten, Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften und Beamte; jeder muß um des Ganzen willen seiner Pflicht treu bleiben, auch in diesen bösen Tagen. Man zwingt uns, Deutsche an fremde Gerichte auszuliefern. Wir haben uns bis zum äußersten dagegen gewehrt. Für die tiefe Erbitterung unserer Truppen haben wir volles Verständnis. Aber wenn nicht Offizier und Mann jetzt noch fester für die innere Ordnung eintreten helfen, so liefern sie nicht nur ein paar Hundert, sondern Millionen unserer Landsleute aus, und zwar der Okkupation, der Annektion und dem Terror. Deutschland muß lebensfähig bleiben. Ohne innere Ordnung keine Arbeit, ohne Arbeit keine Vertragserfüllung, kein Frieden, sondern Wiederaufflammen des Krieges. Wenn wir nicht alle mithelfen, ist die Unterschrift unter dem Vertrag wertlos. Dann kann es keine Erleichterungen, keine Révisionen und kein schließliches Abtragen der ungeheuren Lasten geben. Was heute an Tagen versäumt wird, kann unseren Kindern Jahre der Knechtschaft kosten. Schon heute müssen Volk und Regierung an die Arbeit gehen. Es darf keine Pause geben und kein Beiseitestehen. Es gibt nur einen Weg aus der Finsternis dieses Vertrages: Erhaltung von Reich und Volk ourch Einigkeit und Arbeit. Helft uns dazu, Männer und Frauen. Der Reichspräsident: Ebert. Die Reichsregierung: Bauer, Erzberger, Hermann Müller, Dr. David, Dr. Meyer, Wissell, Robert Schmidt, Noske, Giesberts, Dr. Bell, Schlicke. Es fanden an vielen Stellen der Stadt Freudenkundgebungen statt, namentlich auch vor dem Palais Bourbon und vor den Gebäuden der alliierten Gesandtschaften. Clemenceau, Lloyd Geoxge und Wilson wurden bei einer Fahrt durch die Stadt enthusiastisch begrüßt. Die Stadt war abends illuminiert, mehrere Fackelzüge bewegten sich durch die Straßen. Die Vorbereitungen zu größeren Siegesfeiern in Paris sind beendet. Die eigentliche Feier wird aber erst nach der offiziellen Unterzeichnung ihren Verlauf nehmen. Der feierliche Einzug der französischen Truppen in Paris wird wahrscheinlich am 30. Juni stattfinden. Der Korrespondent des„Corriere della Sera, meldet noch: In Paris herrscht ein wahres Karnevalstreiben. Namentlich amerikanische Soldaten tun sich durch tolles Gebahren hervor. Vielfach werde die Hoffnung laut, die Unterzeichnung möge erst am Sonnabend etfolgen, um größere Volksfeste vorbereiten zu können. Versailles, 24. Juni. Die Kanonen der Pariser Forts schießen seit 9 Uhr abends in ununterbrochenen Salven den Frieden ein. Die ersten hundert Viktoriaschüsse vom Mont Valerien haben in Versailles die ganze Bevölkerung auf die Straße gebracht. Kinder ziehen mit Fahnen umher. Vor dem Schloß von Versailles ist eine große Menschenansamlung. Es werden Ansprachen gehalten. Auf den Pariser Boulevards ziehen, wie man erzählt, große Menschenmengen singend umher. Die Musik spielt im Freien und man tanzt auf den Bürgersteigen. Es wiederholen sich die Szenen vom 11. November, aber auch Arbeiterzüge begeben sich durch die Straßen, die nach Demobilisation rufen. Lärmende Kundgebungen in Spaa. Nach dem Bekanntwerden der deutschen Einwilligung in die Ententebedingungen kam es vor dem von der deutschen Waffenstillstandskommission bewohnten Hotel zu lärmenden Kundgebungen der Bevölkerung, an denen belgische und französische Soldaten teilnahmen. Das Johlen und Pfeifen dauerte stundenlang an. Von deutscher Seite wurde die strengste Zurückhaltung diesen Skandalen gegenüber geübt!„Es blieb bei dem Lärmen und Toben des Pöbels, ohne daß es wie in Versailles, zu tätlichen Ausschreitungen gekommen wäre. Die Demütigung des Unterzeichnungsaktes. Der„Telegr.“ meldet aus Paris: Im Schlosse zu Versailles ist alles für die Unterzeichnung des Vertrages, die am Mittwoch oder Donnerstag erwartet wird, bereit. In dem großen Spiegellaal ist eine gewaltige Tafel in Hufeisenform aufgestellt, an der 90 Personen teilnehmen werden. Inmitten dieser Tafel ist ein kleinerer Tisch eingebaut worden, an dem die 70 Unterschriften und die Siegelaufdrücke vollzogen werden sollen. Man erwartet die deutsche Delegation direkt aus Weimar. Von Seiten Italiens werden Sonnino, Crespi und Imperiali erwartet. Der Viesterrat wünscht Unterzeichnung durch ranggleiche deutsche Delegierte. Nach dem„Temps“ wird, wie das„B..“ meldet, der Rat der Vier verlangen, daß die Unterschrift Deutschlands durch Würdenträger geleistet werde, die an Rang und Autorität den Vertretern der Alliierten gleichstehen. In diesem Zusammenhange nennt der„Temps“ den neuen Minister Hermann Müller. Die Unterzeichnung am Donnerstag. Ueber den Zeitpunkt der Unterzeichnung veröffentlicht die französische Presse eine Mitteriägr ggang nach auf Wunsch Wilsons, der am Millboch abens abreisen wollte, die Unterzeichnung bereits am Mittwoch, auf Wunsch der Engländer sogar schon am Dienstag stattfinden sollte. Die Engländer hätten gern die Vertreter ihrer Dominions, die sich bereits am Mittwoch zur Heimreise einschiffen, an der Zeremonie teilnehmen lassen. Die französische Regierung sah sich aber genötigt, mitzuteilen, daß die Unterzeichnung daher erst am Donnerstag mittags zwischen 12 und 1 Uhr stattfinden solle. Jubel in Paris. Die„Liberte“ meldet: In Paris herrscht angesichts der Annahme der Unterzeichnung des, Friedansvertrages großer Jubel. Bei wer intwerden der Nachricht läuteten die Sleuen. Ueber einen verrfrühten Aufmarsch gegen Frankfurt a. M. bringen verschiedene Blätter Einzelheiten. In der „Deutschen Allg. Zeitung“ heißt es: Pünktlich um 7 Uhr gestern abend rückten französische Truppen über die Niddabrücke in Frankfurt ein. Von Westen her näherten sich auf allen Straßen französische Kolonnen. Gerade als die Spitze den Stadtteil Bockenheim erreichte, traf der Befehl zum Rückmarsch ein. Die Franzosen haben darauf sofort das gesamte Weichbild von Frankfurt geräumt. Aus Versailles wird demselben Blatte gedrahtet: Im Laufe des Abends gegen 6 einhalb Uhr lag bei der deutschen Delegation die Meldung vor, daß die Franzosen vor Ablauf der Frist mit dem Vormarsch in das unbesetzte Gebiet begonnen hätten. Herr von Haniel legte dagegen sofort Protest ein. Der eingestellte Vormarsch. Wie aus Frankfurt a. M. gemeldet wird, hatten es dort die Franzosen mit dem angedrohten Vormarsch sehr eilig. Sie führten ihre Truppen Montag nachmittag, lange bevor die Frist des Ultimatums abgelaufen war, auf Frankfurt a. M. heran. Gegen 5 Uhr langten sie in kriegsmäßigem Aufmarsch in der Vorstadt Rödelheim an. Voran marschierten Geschwader von Tanks, es folgte dann leichte Artillerie, lange Infanteriekolonnen mit Sanitätskompagnien und Bagagen, Train mit schwerer Artillerie, Flugzeuggeschwader, und„spähten“ nach dem Feind. In Rödelheim wurde das Parkrestaurant mit Beschlag belegt und als Hauptquartier eingerichtet. Um 7 Uhr wurde der Marsch auf Frankfurt a. M. fortgesetzt, um 8 Uhr aber das Ganze halt geblasen. Ein Motogradfahreg brachte von Foch einen Befehl, daß der Vormarsch einzustellen sei. Nachdem die Franzosen die Weinkeller im Parkrestaurant ausgeleert hatten, zogen sie sich nach ihrem Standquartier zurück. Inzwischen hatten starke Kavalleriemassen auch über Vornheim ihren Marsch auf Frankfurz, g, Ah, enge treten und dort bereits den Kriegszustann verkundet. Kein Fenster durfte geöffnet werden. um 8 Uhr wurde auch dort der Vormarsch eingestellt. Vaterländische Kundgebungen in München. Gestern nachmittag kam es bei der Parademusik in der Feldherrnallee zu ergreifenden vatriotischen Kundgebungen. Die Musik spielte zum Schluß die „Wacht am Rhein" und„Deutschland, Deutschland über alles“. Entblößten Hauptes sang die Menge die Vaterlandslieder. Ein charakteristischer Vorfall. Weimar, 25. Juni. Ein charakteristischer Vorfall ist es, daß gestern nacht eine Anzahl Soldaten aus der Umgebung von Weimar vor dem Schloß erschienen, um den Minister Erzberger auszuheben, dem sie die Schuld an der Unterzeichnung des Friedensvertrages geben. Viele Stunden lang hielten sich die Leute vor dem Regierungsgebäude auf, um Erzberger abzufassen. Aufruf Noskes an die Reichswehr. Reichswehrminister Noske erläßt einen Aufruf an die Reichswehr, in dem er u. a. sagt: „Die Nationalversammlung hat beschlossen, daß der Friedensvertrag gemäß dem Machtgebot der Gegner, dem wir fast wehrlos gegenüberstehen, von der Regierung unterzeichnet wird. Im Regierungskabinett habe ich vergeblich mich für die Nichtunterzeichnung dieses Gewaltfriedens eingesetzt. Ich bin überstimmt worden. In gemeinsamer Tätigkeit haben die Freiwilligenverbände und die Reichswehr sowie die Angehörigen des alten Heeres mit mir in den letzten Monaten mit wachsendem Erfolge sich bemüht, unser Land vor dem Zusammenbruch und Chaos zu bewahren. Die Reichsregierung und die Nationalversammlung fordern von uns, daß wir unsere harte Pflicht in der schwersten Stunde unseres Vaterlandes zum Wohle des Volkes weitertun." Die treue Gesinnung werde ich auch denen bewahren, die angesichts der schimpflichen Bedingungen der Feinde glauben, ihre weiteren Dienste versagen zu müssen. In der schwersten Stunde, die das deutsche Volk erlebt, appelliere ich an den kameradschaftlichen Geist jedes Führers und jedes Mannes, mir weiter zur Seite zu stehen. Die Not unseres Volkes verbietet mir, fahnenfluchtartig meinen Posten zu verlassen, auf dem ich aber nur dem Lande zu dienen vermag, wenn mir opferwillige Männer wie bisher hingebungsvoll zur Seite stehen.“ Rücktritt des Generals Gröner. Wie Telegr.=Union berichtet, beabsichtigt der Chef des Generalstabes, General Gröner, wegen der bedingungslosen Annahme des Friedensvertrages seinen Abschied einzureichen. Zur Ehrenrettung des Heeres. Berlin, 25. Juni. Die Verhandlungen zwischen den Generälen und dem Reichswehrminister Noske haben heute nachmittag 4 Uhr begonnen. Da der Friedensvertrag angenommen ist, kann es sich um eine Aenderung der Friedensbedingungen nicht mehr handeln. Es kommt bei den Beratungen lediglich darauf an, die von Offizieren geforderte Ehrenrettung der deutschen Heerführer,=Bootskommandanten und sonstiger von der Auslieferung betroffenen Militärs sicher zu stellen. Man hofft, daß es zu einer Einigung kommt. Blockadeaufhebung nach Unterzeichnung. Dem„Nieuwen Rotterdamschen Courant" zufolge erfährt„Daily Herald“ aus Paris, der Rat der Vier habe, wie verlautet, beschlossen, die Blockade gegen Deutschland sofort nach Unterzeichnung des Friedens aufzuheben. Der Wirtschaftsrat muß zu dem Schluß gekommen sein, daß die Beibehaltung der Blockade nach Beendigung des Kriegszustandes völkerrechtlich nicht zu rechtfertigen ist, da sie als Kriegsmittel gegen Deutschland eingeführt worden sei. Die Ausführung des Friedensvertrages. An zuständiger Stelle in Berlin ist man der Ansicht, daß die Ausführung des Friedensvertrages erst mit seinar Ratifizierung beginnt, was für die Räumung der abzutretenden Gebiete und für die dortige Gestaltung der Verwaltung von großer Wichtigkeit ist. Ausschreitungen in Frankfurt. = Mannheim, 24. Juni. Gestern abend kam es wieder zu großen Ausschreitungen. Auf die Mitteilung einer französischen Offiziersabordnung auf dem Rathause, daß die Stadt eine Stunde nach Ablauf der durch das Ultimatum gesetzten Frist besetzt würde, wenn die französischen Truppen bis dahin keinen gegenteiligen Befehl erhalten hätten, zog das Freiwilligenbataillon ab, um nicht im Falle einer Besetzung interniert zu werden. Dabei wurden die Truppen von dem angesammelten Pöbel beschimpft und teilweise angegriffen, so daß sie sich mit Waffe wehren mußten. Abends war die Ruhe wieder hergestellt. Zwei Personen wurden getötet. Um S einhalb Uhr traf von der Ludwigshafener Kommandantur die Nachricht ein, daß die Stadt nicht besetzt würde, so daß die Freiwilligentruppen zurückkehren konnten. Oberhalb Mannheitns bei Alttripp waren bereits zwei Bataillone französischer Truppen über den Rhein gesetzt worden, um eventl. vorzumarschieren, sie wurden um 9 Uhr zurückgezogen. Vor einem blutigen Empfang. Durch die„Gazette Robotnicza“ wird nunmehr die deutsche Annahme, daß die Besetzung Oberschlesiens durch polnische Truppen, namentlich dieArmee Haller, erfolgt, bestätigt. Die Besetzung wird nach dem genannten Blatt nach Ablauf der Unterzeichnungsfrist unverzüglich erfolgen.— Wie dazu von militärischer Seite mitgeteilt wird, werden die Hallerschen Truppen einen blutigen Empfang haben. Ruhe in den Ostprovinzen. Die Unterbrechung der Telephonverbindungen mit dem Osten, die zu Befürchtungen Anlaß geben konnte, war nur vorübergehend. Wie wir an maßgebender Stelle erfahren, sind in den Ostprovinzen bis zur Stunde noch keine Unruhen vorgekommen. Man nimmt auch an, daß es weiterhin ruhig bleiben werde. Das treffe besonders für Danzig zu. Zur Verbrennung der französischen Fahnen. Ueber die Verbrennung der französischen Fahnen im Zeughaus wird noch berichtet: Der Direktor des Zeughauses hatte von der Regierung eine Weisung erhalten, die französischen Fahnen zur Ablieferung bereitzuhalten. Das Zeughaus ist seit den Revolutionstagen geschlossen. Am Sonnabend Nachmittag meldete sich telephonisch ein Offizier an und fragte, ob es ihm und seinen Mannschaften erlaubt sei, die französischen Fahnen zu besichtigen. Die Erlaubnis wurde erteilt. Am vorgestrigen Vormittag um 10 Uhr erschien dann ein Leutnant und zehn Mann und bedeutete dem Wächter, daß er die Erlaubnis habe, sich mit seinen Mannschaften die französischen Fahnen anzusehen. Der Offizier gelangte mit seinen Leuten in die Bibliothek, wo die 15 Fahnen standen. Die Mannschaften ergriffen dann die Fahnen, zogen Flaschen mit Benzin hervor und übergossen damit das Tuch der Feldzeichen. Ehe noch die überraschten Beamten Widerstand leisten konnten, entfernten sich die Soldaten, und es erfolgte dann die Verhrennung vor dem Denkmal Friedrich des Großen. Ausstand. Die Eisenbahner von Breslau sind in den allgemeinen Ausstand getreten. Der gesamte Verkehr ab Breslau ruht vollständig, jedoch kommen vereinzelte Züge hier an. Der Streik soll in der Maßregelung von Liegnitzer Eisenbahnarbeitern seine Artoche boben. Zur Lage. Zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen von Lebensmittelgeschäften ist es am Montag vormittag im Norden Berlins gekommen. Sie haben eine Reihe von Opfern gefordert. 7 Personen wurden durch Schüsse verletzt. Die Nacht ist ohne ernste Zwischenfälle verlaufen, nur am Wedding kam es zur Plünderung eines Kaufhauses, wobei es zwischen den Plünderern und den herbeigeeilten Truppen zu einer Schießerei kam, bei welcher zwei Männer getötet und drei Leute verletzt wurden.— Schwere Ausschreitungen in Hamburg Hamburg, 23. Juni. Am Nachmittage stürmte eine große Menschenmenge die Fleischkonservenfabrik Jakob Heil, wo sekelerregende Kadaver von Hunden, Katzen usw. verarbeitet wurden. Die Menge bemächtigte sich des Fabrikanten, mißhandelte ihn schwer und warf ihn dann in die Alster. Nachdem sich Heil durch Schwimmen gerettet hatte, wurde er aufs neue schwer mißhandelt und flüchtete dann in das Rathaus, das die Menge zu stürmen versuchte. Die Sicherheitsmannschaften gaben schließlich blinde Schüsse ab. Nachdem von berufener Seite die Versicherung abgegeben worden war, daß gegen Heil die erforderlichen Schritte erfolgen würden, beruhigte und zerstreute sich die Menge. A44Die Versenkung der deutschen Schlachtschiffe. In Marinekreisen wird wiederholt versichert, daß in Berlin von der Versenkung der deutschen Schiffe in Scapa Flow nichts bekannt gewesen fet. Die Versenkung war weder auf einen kommunistischen Putsch zurückzuführen, noch sei sie eine Tat der Verzweiflung. Sie konnte nur durchgeführt werden nach langer genauer Vorrbereitung und bei völligem Einverständnis zwischen den Mannschaften und Offizieren, da gleichzeitig mit den Versenkungsarbeiten Boote zur Rettung der Besatzungen klar gemacht werden mußten. Es muß ein vollständiger Plan vorgelegen haben. Es handelt sich offenbar um eine Tat aus dem Gefühl nationaler Würde und militärischem Ehrgefühl. Wenn unter den Mannschaften frühere Meuter sich befanden, so ist ihr Einverständnis mit der Tat wohl daraus zu erklären, daß sie darüber enttäuscht gewesen seien, daß von der gehofften Verbrüderung mit der englischen Flotte usw. nichts zu spüren war. Ein rechtlicher Grund für die Engländer, die Besatzungen zu bestrafen, liegt nicht vor. Auch die„Baden“ verseubt. Paris, 25. Juni. Havas.„Intransigeant" veröffentlicht eine Depesche aus London, wonach die „Baden“ 18 Stunden nach der Versenkung der übrigen Schiffe in die Luft flog. Nach dem„Corriere della Sera“ wurden die deutschen Schiffe in der Seapabucht mit wehen! Fahnen und unter Hurrarusen von den deutschen Matrosen versenkt. Die Schiffe liegen etwa sechzig Meter tief unter der Meeresoberfläche. Sie hatten zusammen eine Wasserverdrängung von 400 000 Tonnen. Die versenkte Flotte ist für die Schiffahrt der Scapabucht sehr gefährlich. London, 25. Juni. Etwa 1800 deutsche Offiziere und Manschaften befinden sich im Zusammenhang mit der Versenkung der deutschen Flotte auf dem Wege zu einem Internierungsort. Versailles, 25. Juni. Der Viererrat hat sich gestern mit der Versenkung der deutschen Flotte beschäftigt. Die britischen Marinebehörden haben festgestellt, daß Admiral Reuter keinen Befehl aus Deutschland hatte. Er hat sich als Alleinverantwortlicher bezeichnet. Eine neue Geldbuße wird von Deutschland nicht gefordert werden, aber eine moralische Genugtuung. ##rmsst Mc Bur Versenkung der deutschen Flotte. Der Schauplatz der letzten Heldentat der deutschen Marine ist die Scapa-Flow-Bucht auf den Orkney-Inseln,(an der Nordküste von England gelegen,) die während des ganzen Krieges den Ankerplatz der britischen Flotte bildete. Dort lag sie in sicherer Ruhe, durch ein riesenhaftes System von Minen, Stahlnetzen und Bewachungsschiffen gedeckt in Sicherheit vor den deutschen-Booten. Die Bucht wird von drei starken Strömungen durchpült. Daher dürften auch die Hebungsarbeiten unmöglich sein. Die Lage der Scapa=Flow=Bucht in Mitte der Orsney-Inseln, in welcher die deutsche Klotte versenkt wurde, ist auf unserer Karte durch Pfeilrichtung angedeutet. Deutsches Reich. Ebertan Scheidemann. Reichspräsident Ebert richtete laut„Vorwärts“ ein Scheidemann ein Schreiben, in dem es heißt: Lieber Scheidemann! Die durch die Gewalt der Verhältnisse herbeigeführte Demission des Kabinetts hat unsere gemeinkame Arbeit an der Spie des Reiches jäh unterbrochen. Nachdem wir Schulter an Schulter wähpend des ganzen Krieges gegen die GewalttätigLeiten des alten Regimes bis zu dessen endlichen Sturz gekämpft, die stürmischen Zeiten der Nowembertage des vorigen Jahres und die nicht weniger unruhige Periode des Koalitionskabinetts mit dem Zweifrontenkrieg nach links und rechts Pechgemacht, prngt es pich gnuensbriöcen wie Die Heresttri.. Von Franz Hentschel. Nachdruck verboten. (1. Fortsetzung.) „Pfui! Ich glaube gar, du treibst noch Spott?“ „Nützet der Ernst etwa?“ meinte der Sohn und blieb vor einem Häuschen stehen.„Endlich haben wir unsere Wohnung erreicht. Nun wird doch wohl das fortwährende Hofmeistern aufhören.“ Die Mutter öffnete die Tür, steckte eine Lampe un und legte ihre Sonntagskleider ab. Ihr Sohn hatte sich auf den Großvaterstuhl geworfen und brummte für sich hin:„Das Fest ist zu Ende! Ich habe vergeblich gehofft! Alles soll beim Alten bleiben. Mir soll es recht sein!“ Indessen hatte die Mutter das Gebetbuch zur Gand genommen und sich an den Tisch gesetzt, um zu lesen. Doch nicht lange währte diese Beschäftigung, laut weinend stieß sie die Worte aus:„O, ich unglückliches Weib! Ich finde keinen Trost!“ „Mutter, laß das Heulen!“ sagte Emil rauh. „Es macht mich toll!“ „Es ist weit gekommen!“ jammerte die Frau. „Der Sohn verbietet der Mutter die Tränen in Erem Hause; die einzige Linderung, welche ihr das Schicksal gelassen hat, ihr schweres Leid zu tragen. „Kannst es ja andern. Laß mich fort!“ „D. du weißt sehr wohl, daß du es bist, welcher mich an diese Erde fesselt, und daß eine ewige Trennung von dir mein Tod sein würde." „Dann mußt du dich auch zu trösten suchen. Habe ich nicht oft genug versucht, eine Stelle zu erlanvn, wo ich das Jagdhandwerk erlernen wollte? Umsonst! Der verfluchte Schein war mir immer an Wege. Und um Tagelohn arbeiten, wenn diese lenden Bauern in größter Verlegenheit sind und sch rufen, mag ich nicht mehr. Darum nochmals, mich fort, übers Meer, hin nach Amerika. Dort ich mich den Jägern anschließen, bin frei und de glücklich sein. Du wirst auch nicht gleich „Dus sind die tröstenden Worte eines Kindes zu er bis in den Tod betrübten Mutter. O, ich sehr unglücklich!“ „Sehr unglücklich, sagst du?“ versetzte ihr Sohn, tete sich auf und sein Auge glühte.„Sieh mich big tausendfach unglücklicher! Ja, es heraus, du sollst es erfahren, welche neue Quanzukommen und mich vollends erdrücken und rzweiflung treiben. Wisse denn, daß ich das nahe mir diese Trennung geht. Daneben möchte ich nicht versäumen. Dir neben dem persönlichen Dank für die treue Genossenschaft dieser Zeiten, auch als Reichspräsident offiziell aufs wärmste für alles zu danken, was Du in diesen Jahren und besonders in der Zeit unserer gemeinsamen Regierungstätigkeit für das Wohl des Vaterlandes geleistet hast. Ich wünsche Dir und uns allen, daß Du in Deiner Eigenschaft als Parlamentarier und Führer der größten politischen Partei Deutschlands in Kraft und Gesundheit bestehen möchtest, um beizutragen zu dem für mich und für alle, die unser Vaterland kennen,, unzweifelhaften Wiederaufschwung Deutschlands. Nationalversammlung. Die am Diensatg abgehaltene Sitzung der Nationalversammlung war ganz kurz und geschäftsmäßig. Nachdem 13 kleine Anfragen verlesen und beantwortet waren, wurde in erster und zweiter Lesung das Gesetz der Landkrankenkassenanstalten u. Ersatzkassen erledigt. Nach kurzer Debatte, in der nur zwei Sozialdemokraten sprachen, wurde das Gesetz auch in dritter Lesung mit einem Abänderungsantrage einstimmig angenommen. Das Haus vertagte sich darauf bis zum 1. Juli. Es soll dann das Siedlungsgesetz und die Verfassung durchberaten werden. Nationaltrauertag „Die Deutschnationale Fraktion der Nationalversammlung ersucht die Regierung, den 22. Juni oder den darauf folgenden Sonntag als Natonaltrauertag einzusetzen. — Die Reichsregierung ist am Dienstag nachmittag von Weimar wieder nach Berlin übergesiedelt und wird am 1. Juli, bis zu welchem Tage sich am Dienstag die Nationalversammlung vertagt hatte, noch einmal nach Weimar zurückkehren. — Scheidemann in der Schweiz. Ministerpräsident a. D. Scheidemann passierte vorgestern nachmittag die deutsch=schweizerische Grenze bei Otterbach. Scheidemann war Gegenstand lebhafter Neugierde.— Der„Telegraaf“ meldet aus Berlin, Scheidemann werde eine längere Reise ins neutrale Ausland, besonders auch Holland, unternehmen, wo er gute Beziehungen mit Parteigenossen unterhalte. — Gegen die Auslieferung des Kaisers. Der Kreisverein der Deutschnationalen Volkspartei in Harburg hat an den Reichspräsidenten Ebert folgendes Telegramm gerichtet:„Wir legen nachdrücklichst und feierlichst Verwahrung ein gegen die geforderte Auslieferung Kaiser Wilhelms 2. und bitten Euer Exzellenz dringlichst, die durch diese ungeheuerliche Forderung schwer bedrohte Ehre des gesamten deutschen Volkes mannhaft zu wahren. — Batockiwill gehen. Der Oberpräsident v. Batocki hat seine Enthebung vom Amte nachgesucht. Lotates. § Annen, 26. Juni. Fort mit dem Bezugeschein! Selten hat eine amtliche Schöpfung größeres Fiasko gemacht, als die Reichsbekleidungsstelle, selten hat sich eine Erfindung geringerer Beliebtheit erfreut als der Bezugsschein. Und seine Zweckmäßigkeit steht durchaus im umgekehrten Verhältnis zu seiner anscheinend unverwüstlichen Lebenskraft. Er lebt immer noch— wenigstens in den Akten,— trotzdem der Krieg seit sieben Monaten sozusagen zu Ende ist. Seit der Besetzung des linken Rheinufers überflutet der Schleichhandel mit englisch= amerikanischen Textilwaren unaufhaltsam die schwachen und vielfach durchlöcherten Dämme unserer kriegsgesetzlichen Vorschriften. Ueber Köln und die rechtsrheinischen Brückenköpfe strömen Waren aller Gattungen unübersehbar und unkontrolllierbar ins übrige Deutschland hinein; ein beson ders beliebtes und vielbenutztes Einfallstor dieser Art ist Frankfurt a. M. Bayern hat sich um die Berliner Gesetze der Zwangswirtschaft niemals große Sorgen gemacht. Die Behörden in Konstanz lassen der Flut der Schweizer Waren freien Lauf ins Reich hinein;: in ähnlicher Weise ergießt sich der Segen aus Holland zu uns herüber— aber der Bezugsschein lebt immer noch. Die Leute sind zu zählen, die sich noch um ihn kümmern. Die Reichsbekleidungsstelle ist von ihrer Ueberflüssigkeit eigentlich selbst überzeugt; sie geniert sich nur noch, es offen einzugestehen. In einer von ihr kürzlich an alle Kommunalverbände im Reiche gerichteten Umfrage erklärt sie selber die jetzigen Zustände für unhaltbar, da das Publikum sich hierin keinem behördlichen Zwange mehr unterwerfen wolle. Kann man es dem Publikum verargen, daß es sich von den umständlichen, langwierigen, erbitternden Formalitäten des Bezugsscheinverfahrens, die gewöhnlich letzten Endes doch erfolglos sind, nicht mehr belästigen lassen will, daß es nicht mehr die Märchenpreise des Schleichhandes bezahlen, nicht mehr in gewendeten und mühsam ausgebesserten Anzügen und geflickten Stiefeln herumlaufen will? wozu also noch eine Reichsbekleidungsstelle, wozu noch der Bezugsschein? Herrscht auch hier nur noch ein Kleben am Amte? Wenn der Krieg zu Ende ist, dann wollen wir auch endlich vom Bezugsschein sagen können; er ruhe in Frieden!— § Annen, 26. Juni.(Zur Aufklärung in der Angelegenheit Rüping.) Die hiesige Dörranstalt der Firma Rüping sollte, wie mitgeteilt, nach einem Bericht der„Westfl. Allgem. Volksztg.“(Arbeiter=Zeitung) aus besten Speise= und Pflanzkartoffeln Kartoffelwalzmehl herstellen, für die wegen der schlechten Qualität bei der hiesigen Konsumentenschaft große Kaufunlust bestehe. Wöchentlich würden tausende Zentner guter Kartoffeln zu minderwertigen Fabrikaten verarbeitet. Wie wir nun nach eingehender Erkundigung in Erfahrung bringen, handelt es sich hier nur um ein Gerücht, das jeder sachlichen Grundlage entbehrt. Tatsache ist, daß das s. Zt. von der hiesigen Gemeinde ausgegebene, auf Grund einer Untersuchung von Sachverständigen aber als minderwertig befundene und daraufhin unverzüglich dem weiteren Verkauf entzogene Kartoffelwalzmehl überhaupt nicht in der hiesigen Dörranstalt hergestellt und auch von dieser nicht geliefert worden ist. Wie wir hören, werden der Dörranstalt wohl, von auswärtigen Gemeinden Kartoffeln minderwertiger Qualität überwiesen, die, nach den Bestimmungen der Kommunalverbände verarbeitet, zweckentsprechende Verwendung finden. § Annen, 26. Juni.(Die Zahlung der Militär=Renten,) Pensionen und Hinterbliebenen=Bezüge für Juli findet am Samstag, den 28. Juni im Gasthof La Bonte, Bahnhofstraße, statt.(—12 Uhr vorm. und—6 Uhr nachm. § Annen, 26. Juni.(Die Vereinigung Kriegsbeschädigter) beging am Sonntag im überfüllten Saale des Herrn Helle ihr 1. Gründungsfest. Der Schriftführer Herr Brinkhoff dankte in einer Ansprache dem dramat. Verein„Fidelio“, dem Kath Männer=Gesangverein und dem Turnklub„Westfalia“ für ihre bereitwillige Mitwirkung und wies darauf hin, daß die Vereinigung Kriegsbeschädigter immer mehr an Umfang gewinne und ihre Mitgliederzahl in einem Jahre von 17 auf 230 gegnädige Fräulein liebe, liebe mit der ganzen Glut meines heißen Herzens.“ „Wahnsinn! Ein Säufer und spricht von Liebe!“ „Mutter, Mutter!“ erwiderte jetzt der Sohn mit weicher Stimme. Du und alle halten mich für schlecht, für verdorben. Ich bin es nicht, ich habe den besten Willen, das Gute zu tun. Mein Geschick will es nicht. Das Unglück mit dem Förster brachte mich mit verdorbenen Menschen zusammen. Aus Verzweiflung, um meine Sinne zu betäuben, unglückliche Liebe im Herzen, gewöhnte ich mich daran, Branntwein zu trinken. Mein Lied ist zu Ende.“ „Du grollst mit dem Schicksal und trägst allein die Schuld. Du erlegtest fremdes Wild, das war Sünde, du machtest einen braven Mann zum Krüppel, das war Verbrechen. Auch deine Liebe ist Torheit, Wahnsinn; denn du kannst niemals dein Ziel erreichen. Und bei all diesen Verirrungen willst du dein Glück anklagen. Aber dennoch! Liebtest du wahrhaft, so müßte dich diese Liebe bessern und zu allem Guten anspornen. So aber—“ „Bist und bleibst du ein Taugenichts, läßt nicht ab, viel Branntwein zu trinken“, fiel ihr der Sohn ins Wort.„Sag' es nur heraus, Mutter! Wer fragt danach, wie viele Tausend Stunden ich qualvoll gelitten für eine Sekunde, wo ich mich selbst zu schützen suchte. Endlich wird man müde, sich selbst zu quälen und sucht sich zu betäuben. Aber die vortrefflichen Menschen, die Ebenbilder des lieben Herrgottes, die kennen keine Nachsicht, die können nur verdammen.". „Du hättest den Willen zeigen mussen, dich zu bessern. „Den Teufel auch! Du drängst mir das Blut aus dem Herzen! Sollst auch das noch erfahren. Länge, lange habe ich mich auf das heutige Fest gefreut. Sie tanzt mit allen, sagte ich mir, sie wird auch dir den Tanz nicht versagen, Du wirst sie umfassen, an dein Herz drücken können. Mutter! Ich wäre selig gewesen! Geschworen hatte ich, keinen Branntwein mehr zu trinken, wollte nochmals versuchen irgendwo eine Stellung zu finden. Meine guten Vorsätze sind zu Wasser geworden. Vergebens bin ich so oft nach dem Zelt geeilt, sie wandte sich jedesmal ab.“ Zeige dich stark! Ist dir auch dein sehnlichster Wunsch unerfüllt, geblieben, dennoch kannst du deinen Schwur halten." „Will es versuchen, dem Schicksal zum Trotz! Aber fort von hier, fort aus ihrer Nähe! Uebers Meer will ich, den Wald besuchen, um frei atmen zu können. Och werde lernen, sie zu vergessen.“ „Der Gedanke, dich so entfernt von mirz wissen, würde mir den Tod geben.“ „So sind die Menschen! Lehren geben, Moral predigen, das können alle; gibt es jedoch Opfer zu bringen, da weichen sie scheu zurück.“ „Die Mutter schwieg einen Augenblick, dann versetzte sie gefaßt:„Unglückskind, habe denn deinen Willen! Jage deine Mutter in den Tod. „Schlechter Trost auf die Reise! Muß zufrieden sein, wenn es keinen besseren gibt. Doch, da wir noch zusammen sind, kannst du mir eine Liebe erweisen. Ich bin zu aufgeregt, werde keinen Schlaf finden. Gib mir den Schlüssel zum Schrank. Ein paar Züge von dem Wachholderschnaps sind hinreichend, meine Sinne zu betäuben. Ich werde schlafen können.“ „Ist dies der Anfang deiner guten Vorsätze? Du hast schon zu viel getrunken. „Unnützes Reden! Nur heute mag ich mich nicht auf meinem Lager schlaflos umherwerfen. Noch steht sie zu lebhaft vor meinen Augen. Gib mir den Schlüssel!" „Ich bin und bleibe eine allzu nachsichtige, schwache Mutter", versetzte Frau Raeb und gab ihrem Sohn den Schlüssel. Emil ging nach der Küche und öffnete den Schrank. Hier stand eine große steinerne Kruke, aus welcher er begierig trank. Nochmals setzte er an, um zu trinken und sagte dann:„Der schmeckt besser, wie das dünne Bier. Zur größeren Vorsicht werde ich mir. noch ein Fläschchen füllen. Nachdem er dieses getan, wurde die Flasche in die Rocktasche gesteckt. Als er wieder in die Stube zurückkehrte, war die Mutter in die Kammer gegangen, um zu schlafen. Das Licht löschend, warf er sich wieder auf den Großvaterstuhl. Ausder Kammer hörte man eine zeitlang leises Schluchzen, dann war alles still im Hause. „Endlich hat das Weinen aufgehört“, sagte Emil vor sich hin.„Sie schläft. Nun werde auch ich schlafen können.“ Aber trotz seines Rausches wollte kein Schlaf kommen. Er warf sich nach allen Seiten umher. Vergebens. Die Eindrücke des Tages standen noch zu lebhaft vor seiner Seele. Immer und immer wieder sah er das Zelt und die schöne Herrin darin, noch reizender in ihrem phantastischen Schmuck. Einige Male schien es, als käme der Schlaf, aber wirre Träume ließen ihn immer erwachen. Er hörte die Dorfuhr eins— dann zwei schlagen. „Das ist um toll zu werden!“ rief er und verließ den Stahl.„Quäle mich nutzlos, um zu schlafen. stiegen sei. Nicht aus Vergnügungssucht veranstalteten sie ihre Feiern, sondern in der Hauptsache zu dem Zweck, um von ihrem Erlös schwer Beschädigte und Hinterbliebene zu unterstützen. Nennenswerte Summen seien bereits für diese Zwecke zur Auszahlung gekommen. Die Darbietungen der mitwirkenden Vereine wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Ein Tanz beschloß die schön verlaufene Feier. —(Die Eierpreise) sind durch behördlichen Eingriff geregelt worden. Für die Provinz Westfalen wurde ein Erzeuger=Richtpreis von 50 Pfg. festgesetzt. Der Regierungspräsident in Arnsberg bestimmte als Richtpreis im Kleinhandel 60 Pfennig. Ob es durch die Preisregelung gelingen wird, überhaupt noch Eier in den Handel zu bringen, darf nach den bisherigen Erfahrungen bezweifelt werden. Die Eier werden nun wieder gänzlich in den Schleichhandel übergehen, und auch die Landwirte, denen jetzt 80—90 Pfennig und mehr bezahlt wurden, werden schon Mittel finden, ihre Ware zu diesem Preise abzusetzen, wenn kein scharfer Erfassungszwang einsetzt. Von einem solchen wird aber in der Verordnung nichts gesagt. :: Annen, 26. Juni.(Besitzwechsel.) Durch Vermittlung des Versteigerers Günedler gingen: 1. die Besitzung des Kaufmanns Ferdinand Ebmeier in Annen, Herdeckerstraße Nr. 95 durch Kauf in den Besitz des Bergmanns Ludwig Butterweck in Deusen, 2. die Besitzung des Fabrikarbeiters Joh. Krieg in Annen, Herdeckerstraße No. 51 durch Kauf in den Besitz des Bergmanns Walter Rüßmann in Rüdinghausen.— t Annen, 26. Juni.(Ehe oder freie Liebe.) Wider Erwarten ist es gelungen, den bekannten Vorkämpfer der Sittlichkeitssache Dr. med. Seher aus Hamburg nach hier zu einem Vortrag zu bekommen. Er wird heute abend 8 Uhr im ev. Vereinshaus über das Thema sprechen:„Ehe oder freie Liebe?" Alle männlichen und weiblichen Gemeindeglieder über 18 Jahre ohne Unterschied der Konfession sind willkommen. Das exste Stück zum Wiederaufbau unseres zerstörten Volkslebens ist die Erneuerung des sittlichen Lebens. Es ist Pflicht jedes ernstgerichteten Vaterlandsfreundes, diese brennend nötige Sache, wie sie der Vortrag bespricht, zu unterstützen. Es darf darum wohl auf zahlreichen Besuch gerechnet werden. Zur Deckung der Unkosten und zur Förderung der Sittlichkeitsarbeit wird ein Eintrittsgeld von 50 Pfg. erhoben. Siehe Inserat. wp.(Der märkische Jugendtag) auf Burg Altena am Sonntag, den 22. Juni nahm einen glänzenden Verlauf. Ueber 6000 Mitglieder von evang. a und Jünglingsvereinen, meist Söhne von Albeltern, Handwerkern und Beamten, daneben über 1000 Schüler höherer Lehranstalten(BK.) waren zu einer großen öffentlichen Kundgebung zu Fuß und in sechs Sonderzügen zusammengeströmt, weit über 100 Vereine mit 59 Fahnenabordnungen und 38 Musikkapellen. Aus Annen, Witten und Umgegend nahmen etwa 500 Mitglieder teil. Die großen Scharen deutscher Jungmannen machten einen vorzüglichen, frischen Eindruck. Nach drei einleitenden Festgottesdiensten bewegte sich ein Festzug, dessen Vorbeimarsch dreiviertel Stunde dauerte, durch die Hauptstraßen der Stadt zur altehrwürdigen Burg hinauf. Der Festplatz vermochte die Massen kaum zu fassen. Sechs Festredner, die wegen des Andranges wechselweise an zwei Stellen sprachen, wiefen die deutsche Jugend mit packenden Worten dazu auf, in schwerer Notzeit und in der noch dunklen Zukunft Treue zu halten: dem deutschen Vaterland und dem Glauben und der Sitte der Väter! Ein begeistert gesungenes„Deutschland, Deutschland über alles“ war die Antwort. An Hindenburg und den Ev. Oberkirchenrat wurden Telegramme abgesandt. Posaunen= und Gesangvorträge belebten die erhebende Feier. Die evang. Jugendkundgebung ist mit dieser Massenkundgebung erstmalig und bewußt aus ihrer bisher mehr im Stillen getriebenen Arbeit in die weiteste Oeffentlichkeit getreten mit dem Ziel der Gewinnung der Jugendlichen für Christentum und Vaterland! Ich werde in den Wald gehen und den herrlichen Morgen genießen. Leise schlich er aus dem Hause. Im Dorfe regte sich nichts, selbst der Wächter, welcher beim Fest des Guten zuviel getan, schlief den ruhigen Schlaf des Gerechten. Auch sein treuer Hund, welcher den ganzen Tag umhergesprungen, schlief fest an seiner Seite. Beide schnarchten um die Wette. Behüte der Himmel diese Nacht vor Feuersgefahr! Alle sind berauscht, jedermann schläft den ersten schweren Schlaf. Das Unheil wäre entsetzlich!— Der junge Mann, mit schweren Schritten vorwärts kommend, hatte endlich den Wald erreicht. Wie jeder Berauschte ohne jede Veranlassung plötzlich stehen bleibt und über etwas nachzudenken scheint, so auch er. Seine Füße waren unsicher, er taumelte hin und her. Eine zeitlang hatten diese Bewegungen gedauert, da ermannte er sich und versetzte lachend: „Alle Wetter! Ich glaube, ich bin betrunken. Da wird man tüchtig laufen müssen, um wieder zu Verstand zu kommen.“ Er war ja nicht weit gegangen, ermattet setzte er sich auf einen Baumstamm— jetzt schlief er ein. Der Förster war auch beim Fest gewesen. Nach Hause gekommen, hatte er mit seiner Frau die Verabredung getroffen, daß diese ihm in früher Morgenstunde ein Frühstück bereiten solle, da es seine Absicht sei, nach der Stadt zu gehen, wo er notwendige Geschäfte zu erledigen hätte.„Ich wähle die sen Morgen deshalb,“ fügte er hinzu,„weil ich sicher bin, daß die Bauern alle schlafen und kein Holz gestohlen wird.“ Zeitig war er wieder aus dem Bette, verzehrte sein Frühstück, hing die Büchse und Waidtasche um und wollte gehen. Seine beiden Hunde sprangen ihm munter entgegen. „Ihr wollt mit!“ sagte er.„Das Laufen wird euch gut sein. Vorwärts denn!“ Es war fast heller Tag als er hinaustrat. Schon waren die Herbstnebel verschwunden, welche sich über Wiese und Wald gelagert, die Nacht war lau und warm gewesen, der Morgen dagegen frisch und kalt. Nicht weit war er gegangen, als beide Hunde umherschnüffelten und eine andere Richtung einschlugen. „Was ist euch denn?“ versetzte der Förster aufmerksam werdend und folgte den Hunden. Gertsohzung foigt.) —(Polnische Rü aufmerksam gemacht, nung des Regierungs der über. Ausweiszwe Befehlsbereiche der 38 nements Thorn, umf Briesen, Thorn und d Graudenz=Land und in diese Gebiete ein reiseerlaubnis bedürf Reise nachzusuchen hal fen wollen, zurücktra Einreiseerlaubnis ist bereich des Gouverne vernement, im übri 35. Inf.=Div. in Goß *— Nach Ostgalizi verkehr vorläufig wie den Postanstalten w Postsendungen nach§ Auf dem Schy Am Montag wurde v gerichts Dortmund di zu 8 Monaten und ik fängnis verurteilt. diebstahls, der im Ja Schulte-Munkenbeckr überführt. s Ende, 26. Ji sttzung der Ehefrau 108 ging durch Kauf B. Teigelkamp in Al in den Händen de Annen. Provinzte Dortmund; 2 Arbeiterräte.) Ent meldungen teilt der mit, daß der Zentr Arnsberg eine Auflö schlossen habe. Deni mehr lediglich empft Sache am 30. 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Von den Postanstalten werden daher bis auf weiteres Postsendungen nach Ostgalizien nicht angenommen. Auf dem Schnee, 26. Juni.(Gerichtliches.) Am Montag wurde von der Strafkammer des Landgerichts Dortmund die Ida W. aus Kl.=Holthausen zu 8 Monaten und ihre Mutter zu 2 Monaten,Gefängnis verurteilt. Beide wurden des Einbruchs diebstahls, der im Januar d. J. bei dem Kaufmann Schulte-Munkenbeck von hier begangen worden war, überführt. § Ende, 26. Juni.(Besitzwechsel.) Die Besttzung der Ehefrau August Smolich hierselbst Nr. 108 ging durch Kauf in den Besitz des Postschaffners B. Teigelkamp in Ahaus.— Die Vermittlung lag in den Händen des Versteigerers Günedler in Puder Provinzielle Nachrichten. Dortmund; 25. Juni.(Keine Auflösung der Arbeiterräte.) Entgegen anderslautenden Pressemeldungen teilt der hiesige ASR. den Zeitungen mit, daß der Zentralrat des Regierungsbezirks Arnsberg eine Auflösung der Arbeiterräte nicht beschlossen habe. Den örtlichen Arbeiterräten sei vielmehr lediglich empfohlen worden, nach Lage der Sache am 30. Juni 1919 ihre entgeltliche Tätigkeit einzustellen und fortan ehrenamtlich ihre Aufgaben zu erledigen. An eine Auflösung der Arbeiterräte könne nicht eher gedacht werden, als bis die Rechte und Pflichten der Arbeiterräte gesetzlich festgelegt und die auf gesetzlicher Grundlage neugewählten Arbeiterräte in Tätigkeit getreten sind. Der Zentralrat habe ferner bestimmt, daß die Kontrolle bei der Regierung und den Landratsämtern bestehen bleibt. Brüninghausen, 25. Juni.(Einen guten Fang) machte der Polizeiwachtmeister Beckmann hier am 21. dss. Mts. Er stellte einen Motordiebstahl im Werte von 10000 Mark fest. Eigentümer ist Mühlenbesitzer Schmidt=Löttringhausen. Als Täter kommen Personen aus Dortmund in Frage. Menden, 25. Juni.(Ein Kirchenräuber) stattete der katholischen Kirche in Halingen einen Besuch ab, wobei er einen kostbaren Kelch, ein Geschenk der Gemeinde, nebst Hostienschrein entwendete. Minden, 23. Juni.(Ein sehenswerter Naturvorgang) vollzieht sich augenblicklich in der Weser, Millionen von kleinen Aalen ziehen stromaufwärts: sie kommen direkt aus dem Meere und ziehen jetzt in die Mündungen der Süßwässerströme und diese hinauf. Die Aale, wie sie jetzt in dichten Zügen vereinigt sind, haben die Länge einer Handbreite und sehen gallertartig, beinahe glashell aus. Alle in die Weser mündenden oder von ihr gespeisten Gewässer sind von den Kleinaalen bevölkert. Die ungeheure Menge junger Aale läßt auf ein selten gutes Aaljahr schließen. Rüthen, 25. Juni.(Schrecklicher Unglücksfall.) Hier wurden die beiden drei Jahre alten Mädchen der Familie Ohrmann und Müller von einem Fuhrwerk überfahren und augenblicklich getötet. Stachelau b. Olpe, 25. Juni.(Todessturz.) Als der Landwirt Wigger damit beschäftigt war, Butter.vom Hausboden zu holen, bekam er das Uebersewicht und stürzte vor den Augen seiner entsotzten Frau durch die Luke auf die Tenne, wo er mitespaltener Schädeldecke tot liegen blieb. nen Gesamtwert von ca. 36000 M repräsentierte. Vier Kontakte, die den Räubern entfallen waren, wurden sofort wieder vorgefunden. Dem Wärter“ drohten sie an, daß sie ihn sofort über den Haufen schössen, falls er sich nicht ruhig verhalte; Pardon würde nicht gegeben, sondern nur ganze Arbeit gemacht. Mit dem Raub begaben sie sich nach Dortmund, wo sie 500 Gramm bei einem Juwelier absetzten und dafür 5000 c erhielten: 812 Gramm blieben unbezahlt; das Geld dafür sollten sie später in Empfang nehmen. Wie der Zeuge Direktor ilgensstock bekundete, habe sich bei Aufdeckung der Tat das Platin bei dem Juwelier wieder vorgefunden, bis auf 99 Gramm, die wohl von dem Juwelier in Sicherheit gebracht worden seien. Mit dem Gelde begaben sich die Angeklagten nach Düsseldorf, lebten dort in Gemeinschaft schlechter Frauenzimmer, feingekleidet unter falschen Namen wie die Götter und verpulverten das Geld in einem Zeitraum von zweieinhalb Tagen bis auf einige Mark, die man bei ihrer Verhaftung noch vorfand.— Nach geschlossener Beweisaufnahme, die Angeklag ten waren, geständig, sprachen die Geschworenen das Schuldig aus unter Verneinung mildernder Umstände und der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeklagten je 6 Jahre Zuchthaus, während das Urteil des Gerichtshofes gegen Schult heis auf 5 Jahre 6 Monate und gegen Brünning. haus auf 5 Jahre Zuchthaus lautete unter Aber kennung der bürgerlichen Ehrenrechte für jeden auf 3 Jahre. Der Vorsitzende des Gerichtshofes, Herr Geheimrat Linke, hob bei Verkündung des Urteils mit vollem Recht hervor, daß derartigen Kreatuien, die durch Herumvagabundieren, Rauben und Plündern ihr Dasein zu fristen suchten, bei Bemessung der Strafe keine mildernden Umstände zuzubilligen seien, denn solche Leute gehörten ins Zuchthaus. Zum Freispruch Ledebours. Ledebour war beschuldigt, an den Vorbereitun gen zu den spartakistischen Unruhen im Januar lebhaften Anteil genommen, bei der Entfesselung des Aufruhrs und Landfriedensbruchs mitgewirkt und so das Blutvergießen mit heraufbeschworen zu Die breitere Oeffentlichkeit wird sich dem Wahrspruche der zwölf Volksrichter unterwerfen müssen, auch soweit sie anders urteilt als an den Buchstaben des Gesetzes Gebundene, der neben Verurteilung u. Haftbefreiung kein Drittes kennt. Denn daß eine moralische Verantwortung für die Dinge, die in den blutigen Dezember= und Januar=Wochen sich in Berlin abgespielt haben, auf den revolutionären Parteiführer lasten bleibt, werden sich diejenigen nicht ausreden lassen, die Herrn Ledebour nicht, wie er selber in seiner Schlußrede, ein„Recht auf Revolution" zuzubilligen geneigt sind. Sie werden auch nicht anerkennen, daß verfängliche Vordersätze durch eine nachsätzliche Ruhemahnung im SchulenburgStile aufgehoben werden können, mit denen redner von Ledebours Schlage sich wohlweislich rechtzeitig eine Versicherung gegen Prozeßgefahren beschaffen. „Vorwärts“ heißt es: Wäre Ledebour verurteilt worden, so wäre er in den Augen seiner Anhänger ein Märtyrer gewesen. So wie man jetzt, da er freigesprochen ist, versuchen wird, einen Heros aus ihm zu machen, und ihm seine Freisprechung volle Freiheit ausspricht, daß Ledebours Handlungsweise im Januar politisch unsinnig und moralisch verwerflich gewesen ist, und daß Deutschland zu allem Unglück nur noch das eine fehlt, daß dieser Mann zu politisch maßgebendem Einfluß aufstiege. Essener Hochverratsverhandlung. Essen, 24. Juni. Wegen Hochverrats verhandelte heute das außerordentliche Kriegsgericht gegen den Steiger Heinrich Schürken aus Lünen und wegen Beihilfe zu diesem Verbrechen gegen 7 Arbeiter aus Gevelsberg. Alle Angeklagten hatten sich an den Bestrebungen zum Sturze der Regierung beteiligt. Unter Zubilligung mildernder Umstände wurde Schürken wegen Hochverrats zu 8 Jahren Festung, die Mitangeklagten wegen Beihülfe dazu zu 4 Jahren bezw. 2 Jahren Festung verurteilt. Englische Besatzung für Danzig. Amerikanische Soldaten nach Oberschlesien. Amsterdam, 25. Juni. Dr. Dillon berichtet aus Paris an den„Daily Telegraph“, daß der Rat der Vier beschlossen habe, englische Soldaten zur Besetzung von Danzig zu entsenden, bis der neue Freistaat völlig organisiert sei. : Wilson hat zu erkennen gegeben, daß amerikanische Soldaten in Oberschlesien die Ordnung aufrechterhalten werden. Worauf Clemenceau gewartet hat. Als Clemenceau in seinem Kabinett per Telephon hörte, daß die Deutschen den Friedensvertrag annahmen, drückte er den Mitgliedern und Mitarbeitern die Hände und sagte: Meine Herren, ich habe Hermann Müller und Dr. Vell auterzeichurn den Frieben. Berlin, 26. Juni.(Telephonisch.) Die 49 Jahre auf diese Minute gewartet. Schutz für Ludendorff? Die„Deutsche Tageszeitung“ weiß zu berichten: Eine Reihe von Offizieren der jetzigen Reichswehr sind bereit, wie in einem Telegramm an Noske gesagt wird, mit ihren Leibern Ludendorff vor der Auslieferung zu schützen. Die Auslieferung des Kaisers. Die holländischen Sozialisten stehen in der Frage der Auslieferung des Kaisers auf dem Standpunkte, daß das Asylrecht unter keinen Umständen verletzt werden darf. Die Regierung müsse sich der Auslieferung widersetzen und dürfe nur der Gewalt weichen. Amerikareise des belgischen Königspaares. Die Niederländische Telegraphen=Agentur meldet aus Brüssel, daß Präsident Wilson; vor seiner Abreise aus Belgien den König und die Königin offiziell zu einem Besuch in den Vereinigten Staaten eingeladen hat. Das belgische Königspaar hat die Einladung angenommen, es wird wahrscheinlich nächsten September nach Amerika gehen. Unter der Faust des Feindes. Duisburg, 26. Juni. Wegen versuchter Ueberschreitung der Grenze nach Elberfeld zu wurden in den letzten acht Tagen von den Engländern nicht weniger als acht Personen erschossen. Verhängnisvolle KohlenstaubExplosion. Leipzig, 26. Juni. In einem Kesselhause der Gewerkschaft„Victoria“ in Löbstädt bei Leipzig hat eine Kohlenstaub=Explosion stattgefunden; bei der drei Arbeiter sofort getötet und 17 schwer verletzt wurden. Von den letzteren sind inzwischen acht weitere gestorben. Hindenburg legt den Oberbefehl nieder. Kolberg, 26. Juni. Generalfeldmarschall von Hindenburg richtete an den Reichspräsidenten folgende Drahtung: Herr Präsident! Auf mein Schreiben vom 1. Mai erteilten sie mir die Zustimmung, daß ich mich nach der Unterzeichnung des Friedens in das Privatleben zurückziehe. Ich lege daher nunmehr den Oberbefehl nieder. Dem preußischen Kriegsminister ließ ich eine Abschrift dieses Telegramms zugehen. Belagerungszustand über Hamburg, Altona und Wandsbeck. Hamburg, 26. Juni. Von der Kommandantur Größ=Hamburg ist der Belagerungszustand über die Städte Hamburg, Altona und Wandsbeck verhängt worden. Reichsminister Hermann Müller und Dr. Bell haben sich auf einmütiges Ersuchen der Reichsregierung entschlossen, als Bevollmächtigte in Versailles den Frieden zu unterzeichnen. Sie haben geglaubt, unter dem furchtbaren Druck des Volkswillens und dem unbedingten Bedürfnis, endlich zum Frieden zu kommen, sich diesem letzten und persönlich schwerstem Opfer nicht entziehen zu können. für sofort oder später zu mieten gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsst. d. Ztg. Ein zuverlässiges Kalstagemauchen zum 1. Juli gesucht. Buddenhorn, Werderstr. 15. Krädchen zwischen 14—17 Jahren für Vormittags gesucht. Wo, sagt die Geschäftsstelle d. Ztg. Gesucht zum 15. Juli tüchtiges, besseres welches perfekt im Bügeln ist. Frau Emil Pegan, Wetter-Ruhr, Kaiserstr. 24. von 15—16 Jahren(auch Invalide) für landwirtschaftliche Arbeiten gesucht. Hch. Specht. Schönes Schwere Ausschreitungen in Frankfurt a. d. Oder. dem Gerichtssaal. Die Platinräuber vor dem Schwurgericht. § Bochum, 24. Juni. Der anfangs Mai d. Is. so großes Aufsehen erregende Platinraub auf Zeche„Lothringen" bei Gerthe gelangte heute an Zeche„Lothringen“ bei hiesigen Schwurgericht zur Verhandlung. Auf der Anklagebank erschienen 1. der Installateur Hans aller 100 Flugzeuge durch Brand zerstört. Wie die„Baseler Nachrichten“ erfahren, wurden auf dem Flugplatz von St. Gyr achtzehn ergg mit etwa 100 Flugzeugen durch eine Feurr####n zerstört. Der Schaden beläuft sich auf 4 Millionen Franken. Schultheis zu Gerthe und 2. der Anstreicher Paul Brünninghaus zu Hagen unter der Beschuldigung, am 7. Mai d. Is. zu Gerthe Platin im, Werte von 36000 Ml der Zeche„Lothringen“ mit Anwendung von Gewalt geraubt zu haben. Während Schultheis bisher unbestraft ist, hat Brünninghaus zwei Diebstähle auf dem Kerbholz und ist er in einem Falle mit 3 Monaten und im andern mit 9 Monaten Gefängnis vorbestraft. Der Anklage lag folgenderTatbestand zugrunde: Schultbeis, der bis zum 29. April d. Is. auf der Zeche „Lothringen" als Installateur tätig war, unterhielt mit einem Mädel in Düsseldorf ein Liebesverhältnis, das ihm sehr viel Geld kostete. Da es nun „Ebbe“ in seinem Portemonnaie, reifte in ihm der Entschluß, sich von der Zeche„Lothringen“ das Platin anzueignen, um seine Kassenverhältnisse wieder aufzubessern. Dazu brauchte er aber einen Helfershelfer und so begab er sich nach Hagen, wo er früher dem Arbeiterrat angehört und daher dort „Beziehungen“ hatte.— Bald traf er denn auch seinen Freund Brünninghaus, der nach einigem Sträuben auf seinen wohldurchdachten Plan einging, und nachdem sie sich noch mit einem Revolver bewaffneten, zogen sie am Abend des 7. Mai gen Gerthe zur Zeche„Lolhrinen“ Schultheis im Waffenrock und Brünninghaus in Zivil. Zunächst nahmen sie eine Patrouille vor. Schultheis stieg auf einen Dampfkessel und gewahrte von da aus, daß der Wächter Dimni allein anwesend war und schlief. Damit ihn der Wächter nicht erkennen konnke, legte Schultheis eine schwarze Augenbinde an und dann begaben sie sich in die Kontaktanlagen. Während nun Brünninghaus mit drohendem Revolver den durch das Geräusch erwachten Wächter in Schach hielt, entfernte Schultheis die Kontakte, an der Zahl, und entnahm denselben das so sehr wertvolle Platin, im ganzen 1417 Gramin, das ei— Die leidige Unsitte der Knaben auf dem Treppengeländer herunterzurutschen, hat einem 6 Jahre alten Kinde in Bautzen das Leben gekostet. Dasselbe stürzte aus einer Höhe von zwei Stockwerken in einen Lichtschacht ab und ist an den erlittenen schweren Verletzungen bald darauf geRaubmord in Salzwedel. Techniker Heide, der zur Entlöhnung technischer Arbeiter mit 3000 Mark durch den Wald Buchhorst bei Salzwedel ging, wurde von Räubern überfallen und durch Messerstiche getötet. Die Mörder raul das Geld und warfen die Leiche dann in einen Teich. 2 der Tat verdächtige, städtische Arbeiter, Vater und Sohn, wurden verhaftet. — Auf der Eisenbahnfahrt totgeuetscht. Die durch die Berliner Verkehsnot eingerissene Unsitte, die Trittbretter der Eisenbahnwagen zu besteigen, um bei überfüllten Abteilen mit dem Zug nach mitzukommen, hat schon wieder ein Opfer gefordert. Ein junger Mann wurde, als der Zug unter der Millionenbrücke unweit des Bahnhofs Gesundbrunnen hindurchfuhr, gegen das Brückengerüst gequetscht. Er war sofort tot. — Von Wilderern erschossen wurde bei Fladungen in der Rhön ein Student, der Sohn des dortigen Firstmeisters Gigalberget. Frankfurt a.., 26. Juni.(Telephonisch.) Hier kam es gestern abend im Anschluß an eine Versammlung der Unabhängigen zu schweren Ausschreitungen. Zahlreiche Läden, Warenhäuser und Restaurants sind geplündert und zerstört worden. Der Schaden ist vorläufig noch unübersehbar. Als Regierungstruppen einschritten, war ein großer Teil des Unheils schon geschehen. Es scheint, daß fremde Elemente bei den Plünderungen die Schweizertamm (überjährig) zu verkaufen. Herdeckerstr. 51. Eine gut erhaltene altdeutsche Geltsteue zu verkaufen. Hohestr. 43. Ein gut erhaltener Hero zu verkaufen. Steinstr. 3. Gasosen zu kaufen gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Ztg. 1 Paar halbe LachSchuhe Nr. 40 zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftstelle Ein gebr. Küchenschrank, Kleiderschrank und Tisch billig zu verkaufen. Mittelstr. 32. 1 hölz. Kinderbettstelle mit Matratze zu verkaufen. Salingerstraße 78. T 3 acht Wochen alte Schweine wegenFutter. mangels zu verkaufen. Georg Wirth, Baron, Dortmunderstr. 41. Schirm verloren. Heute morgen in der Elektr. nach Witten Schirue stehen gelassen. Der ehrliche Finder wird gebeten, denselben gegen Belohnung abzugeben bei Frau Reder, Gare 40. Die Aeußerung gegen Fritz Lange, Dorfstraße 4, nehme ich hiermit zurück. 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Ueder jedes der 3 Leiden ist eine ausführl. Vroschitte schlenen mit zahlreichen ärztlichen Gutachten und Hunderten freiwill. Dankschreiben Geheilter. Zusendung kostenlos gegen 25 Pfg in Marken für Porto in verschloss. Doppelbrief hne Aufdruck durch Spezialarzt Dr. med. m. ig: Berlin 1000 Potsdamerstraße 123 B. Sprechstunden:—10,—4 Uhr. Genaue Angabe des Leidens erforderlich, damtt die richtige Broschüre gesandt werden kantt. Mummmmmmmmmmmmmmmmmmm Statt besonderer Anzeige. Gott dem„Allmächtigen hat es gefallen gestern mittag unsern lieben Sohn und Bruder Turnverein„Sahn Annen feiert am Sonntag, den 29. Juni er. im Saale des Herrn Otto Helle Karf ein nach 14jährigem schweren Leiden im Alter von 16 Jahren plötzlich zu sich in die Ewigkeit zu ruten. Um stille Teilnahme bitten: Familie August Blanke. Stockum, den 25. Juni. Die Beerdigung findet Sonnabend nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause, Provinzialstraße 63, aus statt. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des plötzlichen Heimganges unserer lieben teueren Mutter sprechen wir allen Verwandten, Nachbarn und Bekannten innigsten Dank aus, ganz besonders auch dem Herrn Pfarrer Richter für seine warm empfundenen trostreichen Worte im Hause und auf dem Friedhofe. Famile Julius Spechi u. Geschwister. Witten, den 26. Juni 1919. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden beim. Hinscheiden meiner lieben Frau, unserer guten Mutter sagen wir allen unseren innigsten Dank. Familie Bartholomeus Barlog nebst Kindern u. Verwandten. Heute abend 8 Uhr wird Herr Dr. med. Seher Hamburg im Vereinshause einen Vortrag halten über das Thema: „Eie Uüel Weis EieueAlle männlichen und weiblichen Gemeindeglieder über 18 Jahre werden zu diesem Vortrag des durch ganz Deutschland bekannten Verkämpfers der Sittlichkeitssache eingeladen. Auch Glieder anderer Konfessionen sind herzlichst willkommen. Zur Bestreitung der Unkosten und für Zwecke der Sittlichkeitsarbeit werden 50 Pfg. Eintritt Annener Gas=Aktien=Gesellschaft Zufolge mehrmaliger Erhöhung der Preise für Gasmesser sowie der Reparaturkosten derselben sind wir gehalten, die Gasmessermieten ab 1. Juli ). J. zu erhöhen. Diese stellen sich pro Jahr: für einen 3 flam. Messer auf Mk..— „.50 „ 11.— 9 * Durch die abermalige Erhöhung der Kohlenpreise, wodurch in der Herstellung des Gases auch wieder eine Verteuerung eingetreten ist, sowie auch durch die Verteuerung aller sonstigen Materialien sind wir veranlaßt, den Preis für Leucbt- und Heizgas auf 2s Pig. und für Kraftgas auf 20 Pig. den Kubikmeter ab 1. Juli 1919 festwiehen. Erstklassiger Humorist ist zur Stelle. Unter anderem findet auch eine große Verlosung wertvoller Gegenstände statt und ladet zu dieser Feier die Mitglieder mit ihren Angehörigen ergebenst ein Der Vorstand. S Anfang 4 Uhr. Lose sind noch am Samstag abend der Turnstunde zu haben. S mmmmmmmmmmmmmm Net Neml Oberingelheimer 1917 er per Flasche 2 Iastark ohne Steuer empfiehlt Theodor Wilke. Westsälische landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft. Benunntmachung. Während des Krieges sind infolge des durch Mälrter Berlekjacken Kleider S in Echte RemySrersrtarke Pfd. 23 M. bei Pak v. 4 Pfd..22 Mr. S. Lindenbaum Söhne, Witten. Vekunntnachung. Auf Grund des§ 15 Abs. 3 der Bekanntmachung über die Errichtung von Preisprüfungsstellen und der Versorgungsregelung vom 25. September 1915 (R. G. Bl. S. 607) in der Fassung der Novelle vom 4. November 1915(R. G. Bl. S. 728) und der Ergänzung zu der Ausführungsanweisung vom 6. Oktober 1915— erlassen am 10. November 1915— setze ich hiermit für den Regierungsbezirk Arnsberg den Kleinhandelsrichtpreis für das Ei auf 60 Pfg. fest. Der Erzeuger=Richtpreis ist bis auf weiteres für die Provinz Westfalen vom Herrn Oberpräsidenten auf. 50 Pfennig für das Ei festgesetzt. Arnsberg, den 17. Juni 1919. Der Regierungspräsident: v. Bake. Empfehle täglich frisches fettes Fleisch, ff. Fleischwurst, Schwartemagen und Mettwurst, als Spezialität Rauchfleisch in Stücken von—5 Pfd. à Pfd. 8 Mir. Rossscblacbterei Feldbeim vorm. Rasche, Witten, Johannisstr. 16. Telephon 787. Schlachtpferde werden zu höchsten Preisen angekauft. Empfehle mich zur Lieferung von * * # äußerst billigen in jeder Holzart zu Preisen. Emil Melches, Annen Annener Möbefabrik und Sarglager Bahnhofstr. a. Markt. Wittenerstr. 25. * * * * * N N NN KK MNN NRNCNKN Weldswene! 1917er Trittenheimer.50 1917er Enkirchener.50 1917er Niersteiner 10.50 einschließlich Flasche, ohne Steuer. S. Lindenbaum Söhne, Witten die Einberufungen zum Heeresdienste entstandenen Ausfalles an Arbeitskräften weibliche, jugendliche und gebrechliche Arbeiter auch zu solchen Tätigkeiten herangezogen worden, die nach den Unfallverhütungsvorschriften von ihnen nicht ausgeführt werden durften. Um die Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Betriebes nicht zu gefährden, hat die Berufsgenossenschaft hiergegen keinen Einspruch erhoben, vielmehr ist jede durch den Zwang der Verhältnisse gebotene Erleichterung der Unfallverhütungsvorschriften zugestanden worden. Nachdem nunmehr die Voraussetzungen für solche Erleichterungen weggefallen sind, ist die strenge Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften wieder geboten. besondere dürfen Kinder unter 10 Jahren mit dem Antreiben der Zugtiere an Göpeln, Kinder unter 14 Jahren auf der Bühne von Kraftdreschmaschinen, sowie mit dem Einlegen in Dresch= und Futtermaschinen, männliche Personen unter 16 Jahren und weibliche Personen mit der Bedienung von Kraftmaschinen nicht beschäftigt werden. Ferner dürfen nicht verwendet werden tauße Personen zum Antreiben der Zugtiere bei Göpeln, zur Leitung von Fuhrwerken, sowie in Steinbrüchen und Mühlen, geisteskranke und blinde, tdiotische(schwachsinnige) oder epileptische Personen zur Lettung eines Fuhrwerks sowie in land= und forstwirtschaftlichen Nebenbetrieben, geisteskranke und blinde auch nicht an landwirtschaftlichen Maschinen. Auch bei der im vaterländischen Interesse gebotenen und erwünschten Beschäftigung von Kriegsbeschädigten müssen die Unfallverhütungsvorschriften uneingeschränkt eingehalten werden. Hörde, den 21. Juni 1919. Der Genossenschaftsvorstand. in grosser Auswahl besonders preiswürdig. Witten. 2 1. Schmeizer, Kesselstöcher und Hulfsarbeiter. gesucht. Wittener Hütte.=G. Kündchhsten für Kolonialwarengeschäfte zu haben bei Sritz Küching, Buchdruckerei. Groge Tersteigerung. Im freiwilligen Auftrage werde ich am Freitag, den 27. Juni vormittags 10½ Uhr im Lokale bei M. Lenk, Oberstraße 19 Witten am Schwanenmarkt folgende gebrauchte Möbeln als: 2 vollst. Schlafzimmer 2 Kleiderschränken, 2 Waschkommoden, 3 Nachtkonsolen, 3 Bettstellen mit Matratzen, 4 Stühlen. 2 Küchen bestehend aus: 2 Küchenschränken, 2 em w Herden, 2 Tischen, 4 Stühlen, 2 Eimerschränken, außerdem 2 Kleiderschränke, 4 Zimmeröfen, 4 Bettstellen, 1 Kinderbettstelle mit Matratze, 2 Tische, 2 Kommoden, 2 Küchenschränke, 1 Waschküchenherd mit Kessel, 2 Kinderwagen, 1 Petroleumofen, 2 Kinderbettstellen, 1 gr. Bedürfnisstuhl, 1 Heißluftapparat, 1 Kinderstuhl, 1 Schaukelpferd, 2 Taschenuhren, 1 D. Armbanduhr(Tula), 1 Zither, 1 Posten Wissenschaftsbücher und Kartons, Garderobenständer und Halter, 2 Hängelampen und mehrere Kleinigkeiten öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Sachen sind gebraucht und heute abend von 6 bis 8 Uhr zu besichtigen. Herder, Auktionator, Gelsenkirchen, Schalkerstr. 44. witten. Große Mengen Nessel 80 cm. breit ungebleicht 6,90 M Beste Ware. 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