D0„Aunener Zeitung“ erscheint jeden Baustag, Donnerstag und Samstag. Anzeigegebühr für die einspaltige Rolznelzeile oder deren Raum 20 Pfg. — Reklamezeile 60 Pfg.— Bezugspreis monatlich 70 Pig. Soschkfiostelle: Bahnhofstraße 28. 334. Nr. 33 verbunden mit der„Annener Volkszeitung“. Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. Organ des Amtes Annen u. Landkreises Hörde. Donnerstag, den 6. März 1919. Inserate finden bei der großen Auflage der Annener Zeitung wette und billige Verbreitung.— Bei gerichtliche: Beitreibung oder bei Konkursen komnt jeder Annoncenrabatt in Wegfall. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir leine Verantwortung. — Redaktion, Druck und Verlag von Fritz Küching, Annen. 35. Jahrgang Die Nationalversammlung. Sitzung vom 3. März. Am Regierungstische: Dr. Preuß, Erzberger. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 10¼ Uhr mit einer Ansprache, welche die Mitglieder des Hauses mit Ausnahme der U. Soz. stehend anhören. Gestern sind unsere Ostafrikauer feierlich in die Reichshauptstadt eingezogen. Es ist der parlamentarischen Vertretung des deutschen Volkes nicht vergönnt gewesen, sie am Brandenburger Tor zu begrüßen. Dafür soll von hier aus der herzlichste Gruß sie in der deutschen Heimat willkommen heißen.(Allseitige Zustimmung.) Ehre und Dank, unsterblicher Ruhm dem Führer dieser tapferen Schar, dem General von Lettow=Borbeck und jedem einzelnen seiner Offiziere, dem Gouverneur und seinen Beamten und der gesamten deutschen Ansiedlerschaft von Ost=Afrika. Unserem schwerleidenden Volke möge das leuchtende Beispiel dieser tapferen Heldenschar beweisen, was fester Zusammenhang und treue Brüderlichkeit auch in den schlimmsten Lagen zu leisten vermag.(Großer Beifall.) Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der ersten Beratung des Verfassungsentwurfes. Minister Dr. Preuß: Die Verfassung kann sich auf Einzelheiten nicht einlassen. Ihre Aufgabe kann nur sein, die Zuständigkeit des Reichs für das, was wir jetzt Sozialisierung nennen, in möglichst weitem Maße festzustellen. Wir wollen vom Standpunkt der Demokratie aus die unbedingte Unterwerfung auch des Reichsober. haupts unter Recht und Gesetz restlos durchführen, in der Verantwortlichkeit dem Gesetz gegenüber soll kein Unterschied sein zwischen dem Reichsoberhaupt und dem geringsten Bürger. Im übrigen hängt mit der Frage des Präsidenten noch eng zusammen die Frage der Präsidenten der Gliedstaaten. Es ist rednerisch sehr vorteilhaft wenn die Vertreter des Alten hinweisen auf die Jahre des Glücks, der Macht und des Ausschwungs unter der Geltung der alten Verfassung. Aber man muß demgegenüber doch die Frage aufwerfen: stehen denn jene Jahre des Glücks und des der alten Verfassung oder liegt die Sache nicht vielmehr so, daß wir diesen Aufschwung nicht wegen dieser alten Verfassung, sondern trotz ihrer erlebt haben? Eins steht fest: die entscheidende Feuerprobe des Unglücks hat der alte Zustand nicht bestanden, und nicht an glücklichen Zuständen ist die Kraft einer Verfassung zu bemessen, sondern an dem, was sie im Unglück, im Leid und im Niederbruch hält. Nach dem Zusammenbruch war die alte Verfaßtung unhaltbar. Es war eine Versicherung der Fürsten auf Gegenseitigkeit. Die einzig mögliche tragbare Grundlage ist die demokratische Selbstbestimmung des Volkes. Die Worte des Abg. Dr. Heinze haben mich etwas an die Politik der nationalliberalen Partei in ihrer Blütezeit erinnert. In der ersten Lesung das volle Bekenntnig zu den Grundsätzen des Liberalismus, in der zweiten Lesung Erwägungen, daß auch die konservativen Gesichtspunkte von Bedeutung seien, und in der dritten Lesung im großen und ganzen Annahme der konservativen Vorschläge.(Heiterkeit.) Abg Heinze auch an die Spitze den Vordersatz: alles für das Reich, dann kommen die Abers und zuletzt die Verweigerung der wichtigsten Dinge, die das Reich braucht.(Sehr richtig links) Dem Gedanken der berufsständigen Vertretung stehen so überwiegende Bedenken gegenüber, daß ich es nicht für wahrscheinlich halte, daß er Aufnahme in der Verfassung finden kann. Die in einem Reichsrat unvermeidliche Ausnahmebehaltung Preußens würde in einem Staatenhause weniger notwendig sein. Im Staatenhause könnten auch große Landesteile Preußens, wie Rheinland, Hessen, Hannover, ebenso wie Baden und Württemberg eine besondere Stimme erhalten, ohne deß dadurch eine Lerschlagung Preußens bedingt wäre. Große und wichtige Teile der Verfassung sind in voller Uebereinstimmung mit den Gliedstaaten aus den Beratungen hervorgegangen. Unbefriedigend ist im wesentlichen nur die Aufrechterhaltung der Sonderrechte geblieben. Man hat der Regierung Schwäche vorgeworfen, das weitere Schicksal der Verfassung wird hoffentlich zeigen, wie stark eine demokratische Regierung ist, wenn ste getragen wird von einer demokratischen zur nationalen Einheit entschlossenen Volksvertretung. Gitzung vom 4. März. Die Sitzung wird um 3¼ Uhr eröffnet. Auf der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen. Der Abg. Arnstadt und Gen.(Deutschnat Vp.) fragen, was die Regierung zur Beseitigung des Papiermangels für die deutsche Presse tun will. Reichswirtschaftsminister Wissel: Eine befriedigende Papterversorgung der Presse wird erst dann möglich sein, wenn das deutsche Wirtschaftsleben wieder in einigermaßen geordnete Bahnen zurückkehrt. Abg. Ohle(deutschnat. Vp.) fragt wegen unzureichender Belieferung der Landwirtschaft mit künstlichen Düngemitteln. Reichsminister Schmidt: Die Reichsregierung ist bemüht, von den Alltierten die Freigabe der Produktion aus den besetzten Gebieten zu erlangen und tut auch sonst alles in ihrer Macht stehende. Die Beratung des Verfassungsentwurfs wird hierauf fortgetzt. Abg. Heule(U.): Der kapitalistische Charakter der Verfassung zeigt sich darin, daß Enteignungen nur gegen Entschädigungen zugelassen werden sollen. Die Arbeiter sehen in dem allgemeinen Wahlrecht nicht ein Mittel, das sie von allem Elend befreien könnte. Sie wissen, wer besser ihre Interessen wahrnimmt. Wir fordern mit allem Nachdruck, daß dem Rätesystem auch in der Verfassung sein Recht wird. Das Rätesystem bedeutet das Ende des Parlamentarismus Erst wenn die Arbeiter sehen, daß dem Uebel an die Wurzel gegangen wird, werden sie zufrieden sein. Sie werden vorübergehend niedergeschlagen werden können, aber sie werden mit immer größerer Kraft wieder aufAbg. Stresemann(Deutsche Volksz.): Was der Vorredner erstrebt, ist eigentlich der vollkommenste verfassungslose Zustand. Eins zieht sich durch alle unsere Verhandlungen als Kernpunkt: das Problem Preußen=Deutschland. Da hört man immer wieder die heftigen Angriffe gegen Preuten. Gegen die Sonderrechte der süddeutschen Staaten ist man viel zurück. haltender. Da der Einheitsstaat mit Provinzen unmöglich ist, so bliebe nur übrig die Aufrechterhaltung der Bundesstaaten, denen man dann aber auch die Möglichkeit der Entfaltung ihrer Eigenarten geben muß. Für die Loslösungsbestrebungen innerhalb Preußens hieße es: „Widerstrebe den Anfängen.“ Man lasse Preußen, wie es ist. Seine Hegemonie ist nicht mehr vorhanden. Nach Ausführungen des Reichsministers Dr. David, der seiner Freude darüber Ausdruck gibt, daß im großen und ganzen in der Nationalversammlung ein Zug zu einer möglichst weitgehenden Vereinheitlichung und starken Zentralgewalt des Reiches zum Ausdruck gekommen sei, wird die Verfassungsvorlage an einen Ausschuß von 28 Mitgliedern überwiesen. Nächste Sitzung Mittwoch: Poleninter= pellatton. Sozialisierungsgesetz. Die Reichsregierung beschloß, dem Staatenausschuß sofort einen Entwurf zu einem Sozialisierungsgesetz und zu einem Gesetz über die Kohlenbewirtschaftung zur Einbringung in die Nationalversammlung vorzulegen. Zugleich hat die Reichsregierung beschlossen, ungesäumt den Entwurf zu einem Gesetz über die Kohlenbewirtschaftung auszuarbeiten. Da die erforderliche Umarbeitung des geltenden Kaltgesetzes eingehende technische Vorarbeiten erfordert, konnte dieser Entwurf noch nicht vorgelegt werden. Der Sozialisterungsentwurf lautet: 9 1. Jeder Deutsche hat seine geistigen und körperlichen Kräfte so zu betätigen, wie es das Wohl der Gesamtheit von ihm fordert. Die Arbeitskraft als höchstes wirtschaftliches Gut steht unter dem Schutze des Reiches. Das Reich gewährleistet jedem Deutschen die Möglichkeit, durch eine feinen Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit sein Leben zu unterhalten. Soweit er Arbeitsgelegenheit nicht zu finden vermag, wird ihm nach Maßgabe eines besonderen Reichsgesetzes der notwendige Unterhalt aus öffentlichen Mitteln gewährt. § 2. Wirtschaftliche Unternehmungen und Werke, insbesondere Bodenschätze und Naturkräfte, in die deutsche Gemeinwirtschaft zu überführen, sowie die Herstellung und Verteilung der wirtschaftlichen Güter für die deutsche Gemeinwirtschaft zugunsten des Reiches, der Gliedstaaten, Gemeinden oder Gemeindeverbänden tst Sache des Reiches. § 9. Die deutsche Gemeinwirtschaft wird von wirtschaftlichen Selbstverwaltungskörperschaften geleitet Selbstverwaltungskörperschaften werden vom Reiche beaussichtigt. Das Reich kann sich bei der Durchführung der Aufsicht der Behörden und Gliedstaaten bedienen. § 4. In Ausführung der im§ 2 vorgesehenen Befugnisse wird ungesäumt durch besonderes Reichsgesetz die Ausnützung aller Brandstoffe, Wasserkräfte und sonstigen natürlichen Energiequellen und der aus ihnen stammenden Energien(Energiewirtschaft) nach gemeinwirtschaftlichen Gesichtspunkten geregelt. Zunächst tritt für die deutsche Gemeinwirtschaft der Kohlenbewirtschaftung ein Gesetz über die Regelung der Kohlenbewirtschaftung gleichzeitig mit diesem Gesetz in Kraft. Das der Nationalversammlung zugehende Gesetz wird morgen veröffentlicht. Die Nationalversammlung in Erwartung des Vorfriedens. Weimar, 5. März. Die Nationalversammlung wird sich entgegen anders lautenden Meldungen noch nicht vertagen Maßgebend für die Nichtvertagung ise, wie die Köln. Zeg. meldet, die Erwägung, daß nach menschlichem Ermessen der Vorfrieden vor der Tür steht und der WaffenKillstand infolge unvermeidlicher Zwischenfälle von den Alltierten gekündigt werden kann. Die Nationalversammlung muß dann ständig zum Zusammentritt bereit sein. Zur Lage. Die Lebensmittelversorgung Deutschlands. Washington, 5. März. Wilion ernannde Loover zum Generaldirektor des amerikanisch= europäischen Hilfswerkes zur Linderung der Hungersnot Hoover wird Vollmachten für die dringende Versorgung mit Lebensmitteln erhalten und den Transport und die Verteilung in Verwaltung nehmen. Lansing blagt die fürstlichen Deutschlands an. „Hollandisch Nieuws Bureau“ meldet aus Paris: Lansing veröffentlicht eine Broschüre, die eine Anklage gegen die fürstlichen Herrscher Deutschlands enthält. Lanßing schlägt vor, daß diese Anklage von der Friedenskonferenz bestätigt wird. Namen werden in der Broschüre nicht genanat Generalstreik im Elsaß? Wie der Basler Vorwärts aus St. Ludwig meldet, sind in Mühlhausen ernste Arbeiterkämpfe ausgebrochen. Die Zahl der Ausständigen soll 20 000 betragen. Infolge der enormen Teuerung der Ledensmittel müsse mit dem Generalstreit des ganzen Landes gerechnet werden. Meutereien französischer Truppen in Elsaß=Lothringen. Die Meutereten unter den französischen Besatzungstruppen in Elsaßz=Lothringen häufen sich in beachtenswerter Weise. Wie die„Deutsche Allg. Ztg.“ von glaubwürdiger Seite erfährt, mußten dieser Tage in Metz größere Truppenmengen— man spricht von über 10000 Mann entwaffnet und abtransportiert werden. Neue Lage im Nuhrrevier. Die Forderung der 7½ Stundenschicht. Während der Ausstand der Bergleute auf den Zechen„König Ludwig“ in Recklinghausen beendet ist, sind die Belegschaften sämtlicher Schächte der Gewerkschaft„Deutscher Kaiser“ in Hamborn erneut in den Ausstand getreten. Ebenso streiken die Belegschaften der Zeche„Lohberg und Rhein“. Die Ausständigen fordern statt der zwischen dem Zechenverband und den Arbeiterorganisationen vereinbarten 8 StundenSchicht die 7½ Stunden=Schicht. Außerdem verlangen sie die Entfernung der Regierungstruppen aus Hamborn und die Freilassung der festgenommenen Spartakisten. Ueber Hamborn is# der verschärfte Belagerungszustand verhängt. Auf den umliegenden Schächten wurde gestern fast überall noch vollständig gearbeitet. Nur auf der Zeche„Neumühl“ fehlte etwa ½ der Belegschaft. Abwanderung der Großindustriellen aus dem Nuhrgebiet. Essen, 5. März. Infolge der unleidlichen Gestaltung der Verhältnisse, namentlich wegen der Unsicherheit im Industriebezirk, beabsichtigen Hugo Stinnes, Thussen und andere Großindustrielle ihren Wohnort aus Mülheim und dem Industriegebiet zu verlegen. Der Stadt Mülheim erwächst dadurch ein ungeheurer Steuerausfall. Die Lage in Berlin. Schwere Ausschreitungen. Die schweren Ausschreitungen des Pöbels nahmen auch in der Dienstag Nacht ihren Fortgang. Bis gestern morgen liefen Meldungen von 32 Polizeibüros auf den Kommandos der Schutzmannschaft, die von der Menge gestürmt waren, ein. Auf jedem befanden sich nur—4 Beamte. Drei Polizetoffiziere, die an verschiedenen Stellen beruhigend auf die Menge einzuwirken versuchten, wurden arg mißhandelt. In einem Hause der Münzstraße plünderte man einen Waffenladen. Besonders hatte man es aber auf die Goldwarengeschäfte in der Münz=, Alexander=, Schönhauser= und Brunnenstraße abgesehen, wo man große Mengen Schmucksachen erbeutete. Das Polizeipräsidium sollte wiederholt besetzt werden, so in der Nacht um 2, um 4 und schließlich um 5 Uhr. Eine starke Wachtmeisterabteilung, sowie militärische Verstärkung sicherten aber das Gebäude gegen jeden Angriff. Sie sind mit allen modernen Kampfmitteln ausgerüstet, so daß irgend ein Erfolg des Pöbels als ausgeschlossen erscheint. Die Besatzung is entschlossen, das Gebäude bis auf den letzten Mann zu halten. Das 14. Polizeibstro in der Kaiser Wilhelmstraße wurde wiederholt angegriffen. Sehr schwere Ausschreitungen werden aus Bichtenberg gemeldet. Gegen 12 Uhr nachts wurde das Büro 1 in der Müggelstraße von einer tobenden Menge zu stürmen versucht. Die anwesenden Beomten hielten aber stand. Bei dem sich entspinnenden Feuergefecht wurde ein Wachtmeister getötet und zwei andere so schwer verletzt, daß sie bereits ihren Wunden erlegen sind. Von den Angreifern sollen—9 getötet bezw. verletzt worden sein. In Charlottenburg, Neukölln und Schöneherg ist bisher alles ruhig. Am Dienstag abend drangen drei Soldaten in die Räume des Reichsverbandes gegen die Sozialdemotratie, Dessauerstraße 30, ein und bedrohten den Kassenrendanten mit einem Revolver, banden ihn zwischen Stuhl und Tisch fest und raubten 39 893,50 M. Die ersten Zusammenstöße mit den Truppen. Auf dem Alexanderplatz kam es gestern mittag gegen 19 Uhr zu einem Zusammenstoß zwischen Regierungstruppen und Aufrührern. Zwei Offiziere wurden von der Menschenmenge überfallen und mißhandelt. Darauf fuhren Regierungstruppen, die im Polizeipräsidium bereitgestellt waren, mit Panzerautomobilen in die Menge hinein und gaben, da die Zusammenrottung einen immer drohender werdenden Charakter annahm, Maschinengewehrfeuer ab. Hierdurch wurden 6 Personen getötet und eine Anzahl verwundet. Der Generalstreik greift auch auf die Umgegend von Berlin über. So ruht augenblicklich bereits die Arbeit in Spandau und Nowaves. In Potsdam dagegen ist eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen. Zum militärtschen Oberkommandierenden in Berlin ist Obers Reinhardt ernannt worden. Das Korps Lüttwitz ist gestern nachmittag in Berlin eingerückt. Verhaftungen. Auf Veranlassung des Kriegsgerichts der Gardeschützendiviston wurden gestern Kapitän1 leutnant von Pflug=Hartung, Oberleutnant Voge und Leutnant Lippmann verhaftet. Es wird den Offizieren vorgeworfen, an der Ermordung Liebknechts und Rosa Luxemburgs beteiligt gewesen zu sein oder wenigstens die Tat geduldet zu haben. Umtriebe auch in Bremen. Gestern mittag fanden Versammlungen von Arbeitern der großen Werke der Bremer Industrie statt, in denen versucht werden soll, daß Eintreten in einen Generalstreik zu beschließen, um die Freigabe der am 14. Februar und später gefangen gesetzten Spartakisten zu beschließen. Graf v. Brockdorff beim Kaiser? Der„Petit Parisien“ veröffentlicht folgende Mitteilung: Der Korrespondent der„Daily Mail“ in Kopenhagen erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß Graf Brockdorf=Rantzau vor zwei Monaten eine Reise nach Holland unternommen und dem Kaiser eine beträchtliche Summe überbracht habe. In Begleitung von Dr. Wangemann habe er sich mehrere Tage beim Kaiser aufgehalten Der Kaiser sei durchaus nicht niedergeschlagen, er zeige große Hoffnung für eine bessere Zukunft. Er erklärte, Deutschland würde bald bereuen, die Monarchie gestürzt zu haben. Alles, was eben in Deutschland vorgeht, habe ich vorausgesehen, sagte er, und gerade das habe ich verhindern wollen. Es gibt noch gute Patrioten in Deutschland, und diese werden sich das Land nicht zu Grunde richten lassen. — Staatssekretär Bauer im Flugzeug aach Wien zurückgekehrt. Staatssekretär Dr. Bauer ist in Begleitung des Unterstaatssekretärs Riedel und des Sekretärs Kautsky mittels Flugzeuges Montag um 10 Uhr vormittags nach Wien zurückgereist. Zur Verabschiedung hatten sich auf dem Flugfelde Johannisthal der Reichsminister des Auswärtigen Graf Brockdorff Rantzau und der deutsch=österreichische Gesandte Hartmann eingefunden. — Der Parteitag der Unabhängigen. Die Montagsitzung des Parteitages der Unabhängigen Sozialdemokratie war zum größten Teil ausgefüllt von einer Rede des Führers Haase über Programm und Taktik der Partei Haase nahm Stellung gegen die Sozialdemo kratische Partei, machte aber auch nach links keinerlei Konzessionen. Mit Nachdruck erklärte er es für verfehlt, daß eine Minderheit einer Mehrheit den Generalstreik aufzwingen wolle und protestierte unter Beifall des Parteitages dagegen, daß die ASR, die auf dem Boden der Kommunisten und Spartakiden stehen, heute in der„Roten Fahne" zum Generalstreik auffordern. — Der bayrische König auf der Flucht. Der ehemalige König von Bayern ist mit Begleitung in Kufstein eingetroffen. Prinz Leopold von Bayern, der ehemalige Oberbefehlshaber im Osten, hat ebenfalls mit Familie die Flucht ergriffen und ist auf österreichischem Boden in Rautte angelangt. Wie er erklärte, ist die Flucht erfolgt, well seine Internierungals Geisel bevorstand. Einzug von LettowDorbecks Heldenschaar in Berlin. Der Zug auf dem Wege nach dem Brandenburger Tor."(1) Gouverneur Dr. Schnee,(2) der Kommandeur des Kreuzers„Königsberg“ Kapitän z S. Loof, der stegreich den britischen Kreuzer niedergekämpft hat, dann aber nach achtmonatigem schweren Kampfe einer fünfzehnfachen Uebermacht erlag,(3) General v. Lettow Vorbeck. Ausland. Oesterreich. Massenkundgebung in Wien für den Anschluß Deutsch=Westungarns. " Sonntag vormittag fand im„Kolosseum“ eine Massenversammlung für den Anschluß Deutsch=Westungarns an Deutsch=Oesterreich und Alldeutschland statt. Hierauf zogen die Teilnehmer unter Absingung nationaler Lieder zum Schwarzenbergplatz, wo die Kundgebung mit Absingung des Liedes„Deutschland, Deutschland über alles“ endete. Italien. Attentat auf den König von Italien. Mailand, ö. März. Amtlich wird bestätigt, daß auf den König von Italien ein Attentat verübt worden sei. Hinzugefügt wird, daß der König nicht tot sei. Das gibt der Vermutung Raum, daß er verwundet worden ist. Totates. § Annen, 6. März. Die Rot der Stunde! Die Vertreter mehrerer Kommunalverbände der Provinz Westfalen hatten sich am Dienstag, den 4. März, in Dortmund zu einer Aussprache über die jetzigen unhaltbaren Zustände in der Lebensmittelbewirtschaftung und Versorgung zusammengefunden. Es herrschte Einstimmigkeit darüber, daß die Desorganisation auf diesem Gebiete in den letzten Monaten Formen angenommen hat, die die Frage berechtigt erscheinen lassen: Haben wir überhaupt noch eine öffentliche Bewirtschaftung oder nicht? Das System der Zwangswirtschaft ist zuammengebrochen; der Schleichhandel blüht, wie nie zuvor; die Folge ist, daß die geringen, aus der inländischen Produktion überhaupt noch zur Verfügung stehenden Mittel in ungleichmäßiger und ungerechter Weise in den Verkehr kommen. Die schleunige Aufhebung der Blokkade ist das einzige, was uns vor dem sonst, in wenigen Wochen unrettbar drohenden Zusammenbruch retten kann. Die Lage ist viel ernster, als die Oeffentlichkeit einsehen will; das deutsche Volk geht mit Riesenschritten dem Abgrund entgegen. Täglich muß unserer Regierung und unseren Feinden zugerufen werden: Fort mit der völkerrechtswidrigen Blockade. Die Regierung muß mit allen Mitteln danach trachten, die schleunige Aufhebung der Blockade herbeizuführen. Das ist zurzeit wichtiger, als alles andere! Hand in Hand damit muß eine andere Maßnahme der Regierung gehen: Sie muß Stellung nehmen zu der Frage der Bewirtschaftung der einheimischen Produktton. Und zwar muß das so sonell wie möglich geschehen, um Beruhigung, Sicherheit und Arbeitsfreudigkeit wieder in die Reihen der Produzenten und Konsumenten zu tragen. Letzten Endes bleibt sonst nichts anderes übrig, als daß die Bedarfskommunalverbände zur Selbsthilfe schreiten! Es soll eine diesbezügliche Eingabe an die Reichsregierung abgesandt und außerdem der Standpunkt unseres westfälischen Industrtebezirkes mündlich in Weimar und Berlin durch eine Kommission vorgetragen werden, die sich aus Vertretern der Kommunalverbände und der Arbeiterschaft zusammensetzt. 6 Annen, 6. März(Die Belegschaft der Zechen„Hamburg" und„Ringeltaube“) hat gestern morgen die Arbeit wieder ausgenommen. Der geforderte Durchschnittslohn ist den Bergarbeitern bewilligt worden. —(Ohne elektrischen Strom.) Seit heute früh streiken die Arbeiter des Westfl. VerbandsElektrizirätswerks, wodurch der Betrieb zum Stilliegen gekommen ist. Mehrere Werke, die an das Elektrizitätswerk in Kruckel. angeschlossen find, erleiden erhebliche Betriebsstörungen. Es ist zu hoffen, daß der Streik bald beigelegt wird. § Annen, 6. März.(Besitzwechsel) Die Besitzung des Herrn Wilhelm Bracht Hellweg 2a ging durch Kauf an Herrn Gerhard Woste Kleine Borbach über. 39) Roman von Alfred Sassen. Nachdruck verboten. Klementine stand noch immer im Schein der Lampe, starr auf das verhängnisvolle Briefblatt niedersehend. Jetzt näherte sie sich langsam dem Lehnstuhl des Alten, um den Brief zurückzugeben. Papa Heiland legte ihn zusammengefaltet in seinen Schoß. Dann hob er beide Hände gegen, die Komtesse auf:„Ach, liebes, gnädiges Klementine wich mit einer heftigen Bewegung zurück. „Rühren Sie mich nicht an! Fliehen Sie mich! Wenn Ihr Sohn stirbt, so habe ich ihn in den Tod gejagt! Ich! Ich!“ Der Alte schwieg beklommen. Bestürzt sah er auf das in der Leidenschaft seiner Selbstanklage erbebende Mädchen. Endlich sagte er: „Dann wären Sie freilich noch unglücklicher als ich... Aber nein, es ist gewiß nicht so— nicht wahr, Fräulein Lotte?“ „Seien wir stark, wie es auch kommen möge,“ entgegnete Lotte.„Suche ruhiger zu werden,“ wendete sie sich an die Komtesse, die dastand, gleichsam bereit, sich selbst zu martern und zu züchtigen. „Ruhiger werden!" tönte es in schneidenSepu. Wae saut von ihren Lippen.„Ich, die „Das bist du nicht „Du hast es gestern abend selbst gesagt.“ ich sprach davon uich nicht recht verstander ntesse irrte in großen, ruckweisen Schritten durch das Zimmer.„Ja, ja, es ist Heilandz sind auf einmal so still, Herr um File bete zu meinem alten, gütigen Got „. Klementine erschauerte. Bitter grollte sie: „Vielleicht haben Sie auch einen Fluch für mich den Lippen. Sprechen Sie ihn nur aus. Zian###e ion hundert= und hundertmal vergroßer Jammer macht mich selbst etwas gefaßter, meinte der alte Lehrer einfach. Da stürzte die Komtesse plötzlich vor ihm nieder und sah mit tränenüberströmtem Antlitz ste.„Wenn Ihr Sohn zurückteher, be selbstloseres Weib geben, als ich ihm sein haben, lieber, guter Herr Heiland s“ Tocher wonige gate Lehrer erfaßte ihre Hand und Fräulein— kusen.„Mein bestes, gnädiges Sie wehrte ihm.„Nicht so. Ich küsse Sie auf den Mund. Und wenn Sie mir dann doch fluchen müssen, so wird der Fluch—“ „Klementine,“ bat Lotte innig und half ihr empor. Sie vermochte die wilden Selbstquälereien der Freundin nicht mehr mit anzuhören.„Komm, laß uns ins Schloß zurückkehren. Dorthin kommt gewiß die erste Nachricht von dem Duell. Wie wär's, lieber Papa Heiland, wenn Sie auch ins Schloß kämen— in einem Schlitten, den wir Ihnen schicken werden? Dann könnten wir zusammen den Ausgang erwarten.“ Der Alte schüttelte den Kopf. :.„ Sie sind sehr freundlich, aber ich möchte die Schule nicht verlassen. Bleibt mein Junge unverletzt, so stürmt er doch vor allem zu seinem alten Vater. Er würde sich dann angstigen, wenn er mich nicht fände. Und sollte er verwundet werden— tot wird man ihn mir nicht bringen, nein, nein!— aber sollte er verwundet werden, so wird er auch darauf dringen, daß man ihn baldmöglichst ins Schulbringt. Ich will also bleiben— und möchten wir nicht allzu unglücklich sein, wenn wir uns wiedersehen.“ Die Komtesse machte Miene, zu gehen. „Warum schicken. Sie mich fort,“ fragte sie, „ohne mir die Hand zu geben? Sehen Sie—“ „Da— da. Der Alte drückte ihre Hand. „Aber Sie sehen mich nicht an?“ „Doch— ja. :„ Aber es war wirklich so, wie die Komtesse instniktiv gefühlt hatte— in dem alten, zerrissenen Vaterherzenwar eine plötzliche Bitterkeit gegen das schöne, stokze Mädchen emporgestiegen. Während der Lehrer den scheu erhobenen Blick rasch wieder senkte, murmelte hat Sie so sehr geliebt, gnädiges Fräulein. Vielleicht hätten Sie doch nicht—“ Klementine hob, wie um Erbarmen flehend, die Hand.„Seien Sie ruhig,“ sagte sie dann gewaltiger Willensanstrengung klar und fest.„Wie es auch kommen möge— ich werde mein Vergehen sühnen.“ 13. Kapitel. die beiden Frauen das Zimmer verlassen konnten, wurde die Tür hastig aufgerissen, und Lucie trat ein. Sie war schon vollständig angezogen, hatte sichtlich gut und fest geschlafen und strahlte von Nettigkeit und Sauberkeit. Vor wenigen Sekunden erst hatte sie draußen Küche von der alten Christiane die Vorfälle des Morgens erfahren. Nun zuckte über ihr frisches Gesichtchen ängstliche Neugierde hin. „Christiane hat mir da so verworrene Dinge berichtet,“ sagte sie hastig.„Aber ich nicht denken, daß es schon heute in aller Frühe zu einem Duell gekommen ist?“ Niemand antwortete ihr. Von ihrem Eintritt peinlich berührt, sahen alle an ihr vorüber. „Ist es wirklich so?“ fragte sie dringender. „Duellieren sie sich? Und wo. dender„Daß— vielleicht in diesem Augenblick— das Duell stattfindet, unterliegt keinem Zweifel," entgegnete nun Lotte widerwillig.„Wo es jedoch stattfindet, wissen wir nicht. Jetzt überflog eine fahle Blässe Luciens Gesicht. Sie begann zu zittern. Starr sahen ihre Augen hinaus in den sich immer mehr aufhellenden Wintermorgen.„In diesem Augenblick vielleicht,“ wiederholte sie mechanisch flüsternd.„Und ich hab' ruhig geschlafen, während er fortging, um—— Arel— Axel—“ Ohr des alten Lehrers hatte die geflüsterten Worte aufgefangen.„Ach du—!“ rief er in ausbrechender Empörung.„Nur an deinen Herrn Leutnant denkst du! Sonst kann die Welt um dich her untergehen. Du— weißt cht seben). seh hinaus, ich will dich nicht sehen!“ Lucie warf kampfbereit den Kopf zurück. „Was willst du? Eine ähnliche Angst, wie ##dich um dein Liebstes schüttelt, quält auch Der Alte ereiferte sich immer mehr.„Das ist es eben. Pflichtvergessen, undankbar, verdorben— ach du— du bist—“ in der Erregung gehorchte ihm die Stimme nicht mehr. Luciens Augen blitzten.„Ich meine,“ rief sie mit heller, klingender Stimme,„nur Heinz hat ein Recht, mir böse zu sein. Ihm wollte ich übel mitspielen. Heinz darf schlecht und gering von mir denken. Ihr andern alle aber habt es nicht nötig, mich geringschätzig über 6 Annen, 6. März.(Preisausschreiben für eine deutsche Briefmarke.) Der Reichspostminister hat ein Preisausschreiben für eine deutsche Einheitsbriefmarke erlassen. Der Entwurf soll möglichst auf die Nationalversamm. lung Bezug nehmen. Die Einlieferung der Entwürfe würfe soll bis zum 10. März geschehen. Es sollen Briefmarken zu 10, 15 und 25 Pfg. eingereicht werden. Der endgültigen Schaffung einer deutschen Briefmarke soll in keiner Weise hierdurch vorgegriffen werden. " Für die Reihe von drei Entwürfen, Bildgröße 22X28 mm., werden folgende Preise aus. gesetzt: erster Preis..... 6000 Mk. zweiter Preis 4500 dritter Preis 3000„ und acht 4. Preise zu 1500 Mk. 12000„ im ganzen 25900 Mi. Die Entwürfe müssen in klarem Strich als Federzeichnung— nicht mit Pinsel— vollständig ausgeführt und zur mechanischen Wiedergabe sowie Massenherstellung in einfarbigem Buchdruck geeignet sein. Stockum, 8. März(In der Sitzung des Schulvorstandes und der Schuldeputation) des Schulvorstandes Stockum. Düren wurde der Schulhaushaltsplan für 1919 beraten und in Einnahme und Ausgabe auf 56 400 Mark festgesetzt, gegen 47200 Mk. im Vorjahr. Der Fehlbetrag von 37 508 Mk muß von der Gemeinde Stockum mit 31673 Mk und von der Gemeinde Düren mit 5835 Mk. gedeckt werden. — Das Gesuch des Schulamtsbewerbers Schäfer um Nachzahlung des Gehaltes für einen Zeitraum von 12 Tagen fand Genehmigung. Ferner“ wurden genehmigt die Gesuche der Lehrer Bächer und Schäfer um Gewährung der regelmäßigen Ortszulage und des Grundgehalts bis zu 95 v. H.— Das Kriegswahrzeichen, die genagelte Glockentasel, soll im Beratungszimmer der evgl. Schule untergebracht werden.— Der Kalkfarbenanstrich in sämtlichen Klassen wird erneuert. Die Arbeiten werden zur Bewerbung unter den einheimischen Gewerbetreibenden ausgeschrieben.— Das Gesuch einer früher hier auftragsweise beschäftigt gewesenen Lehrerin auf Entschädigung für Mehrarbeiten lehnte die Versammlung ab. Oespel, 6. März(Festgenommen.) Vor einigen Tagen wurden hier die Bergleute Schoppe, Scheer, Iburg und Gefrom festgenommen, weil sie in Stockum eine Ziege mittels Einbruchs gestohlen hatten. Auch von hier aus werden ihnen verschiedene Kleinviehdiebstähle zur Last gelegt.— In einer hiesigen Wirtschaft wurde kurz darauf ein kleineres Schwein mittels Einbruchs gestohlen. Die Täter sind noch nicht ermittelt. Kley, 6. März.(Einbrecher ermittelt.) Die 4 Enbrecher, welche vor kurzem einem hiesigen Landwirt ein wertvolles Pferd und ein Rind aus dem Stalle gestohlen hatten, wurden von hiesigen Kriminalbeamten in Dortmund festgenommen. Das Pferd konnte sich der Eigentümer aus Ergste bei Schwerte wiederholen. Das Rind war geschlachtet worden und jedenfalls schon verkauft und gegessen. 1— die Achsel anzusehen. Ich liebe eben Axcl mit jener Liebe, die nichts weiter will, als lieben.“ Da geschah etwas ganz Unerwartetes. Die rasch auf Lucie zu. In ihrem blassen Gesicht war ein seltsames Zucken; die rechte Hand schien sich heben zu wollen, und auf den Lippen lag sichtlich ein rasches Wort. Nun schwieg das schöne Mädchen aber doch und stand regungslos. „Sie wollen mir sagen,“ fragte Lucie heras halten 2. daß Sie mich für frech und schamu. Pein, versetzte die Komtesse nach einem uesen Atemholen fest und ruhig.„Ich verurteile Sie nicht— eben um Ihrer Liebe willen nicht. „Lucie fuhr zurück, als ob sie nicht recht gehort habe. Der kleine Mund stand in der Ueberraschung halb offen, die zierlichen Zähne blitzten. Sie stammelte:„Wie?!— Sie—“ „Wenn Sie einmal Rat und Hilfe brauchen schen; bahr ger Jonen gern zu Diensten ."„uhl Klementine in dem vorigen klaren Ton fort. „Sie sprechen so? Und ich habe gestern—“ „Lassen Sie. Das ist vorüber.“ Allein in Lucie quoll etwas Echtes, Starkes auf, die Dankbarkeit für das mitleidige Verständnis, das man ihrem heißen, irrenden Herzen entgegenbrachte. Es war wie ein halbes Santücken in ihrer Kehle, als sie lebhaft rief: „Dann sind Sie sa ganz anders, als ich geglaub bitte nochmals,“ schnitt ihr die Komtesse das Wort ab,„schweigen Sie!“ Unwillkürlich erhob sich wieder der herrische Klang in ihrer Stimme. Betreten meinte nun die Kleine:„Ja— ja. Wenn Sie wünschen. Aber— Sie sind dacht so gerecht. Ich hätte das nicht geLotte sah mit strahlenden Augen auf die Komtesse; heiß dankte sie ihr in ihrem Herzen für diese echt menschliche, echt weibliche Ueberwindung ihres herben Stolzes. Sie hätte ihr auch gern ein frohes, dankbares Wort zugeflüstert, hielt es dann aber doch wieder für hesser vor den anderen damit zurückzuhalten. ... und gütig wendete sie sich zu der kleinen Lacie:„Wir gehen jetzt, Klementine und ich. #.„ Sie bei unserem lieben Papa Heiland. Die bose Ueberraschung hat ihn sehr angegriffen; er braucht eine Pflegerin. Besorgen Sie ihm ein Glas Wein, das wird ihm gut tun... Sobald wir im Schloß etwas erfahren, schicken wir hierher. Auf Wiedersehen Seien Sie tapfer, Papa Heiland! In mir ist auf einmal eine frohe Ahnung. Es kommt besemimt nicht zum Schlimmsten. Sie schritt mit Klementine wieder durch den Wintermorgen draußen nach dem Schloß zurück. sich neben den alten Schullinden ein Pfad nach dem Walde hinüber abzweigte, hatte der Fuß der Komtesse einen Augenblick gestockt. Jäh war der heiße, wilde Drang in ihr aufgestiegen, auf die schwarze Waldmauer zuzulaufen und in die winterliche Einöde der verschneiten Bäume und Büsche ihr Herzeleid und ihre Angst hineinzuschreien. Aber es wäre ein törichtes Beginnen gewesen. Inzwischen konnte auf der Chaussee, die auf der anderen Seite zum Dorf führte, schon die Entscheidung in das Schloß gelangt sein. Axel war ja im Schlitten. Mochten nun ihre schnelle itten davongefahren, in ihrem eigenen “e. nun chre schuluen Pferde mit Winveselle zurückkehren und die frohe oder schreckliche Botschaft bringen! Nur Befreiung aus diesem fürchterlichen Fieber des Wartens Im Schloß wußte man noch nichts. Die Damen stiegen wieder in das Zimmer der Komtesse hinauf. Während Klementine ihren Mantel ablegte, murmelte sie finster vor sich hin:„Wie tief stehe ich unter diesem Mädchen, von dem ich glaubte, ich hätte ein Recht, es in den Schmutz hinabzustoßen! Ich liebe ihn! Weiter weiß sie nichts zu ihrer Rechtfertigung Brößeres gäbe.0d etwas Besseres, etwas Lotte trat hinter die Freundin und schloß Die in Post areir..lementine, rief gicht sterben. Gefühl,„Heing dar ou setzt biste er muß dich kennen lernen, wie Ende Vermittlun ging die h des Kaufm Kauf in d. hausen. □00 Dort Die Inselst platz einer straße 10: jetzigen Si# Jahren hal stuhl I(die wer Hoesch ein Unterk zwischen de ein Liebes blieb. Pio und als er er dem Kos Mit dem darauf sein allein lasse Am Sonna Ehemann; straße. Vo sofort mehr schwer verl nach de wurde feste hörde zugef Mensch un schildert. aushelfern und Aushel nachgewieser in etwa 65 auf dem Beraubunge Bahnangest und unter Weitere Ver sammenstoß auto des Al bahnwagen verletzt, drei überführt# hatte für g Essener Pre Verkanlage die der Ein bei der st ausgedehnte machen, we des Krieges aber auch ziehen, den stätten, in denen kein Alle Anlag Seiitmm Hetel Prsik * G u t s e Siiiihnimimn zur Herst (Hartgußr Preisof schäftsstelle Gari Bestimmun nisse, P wesen u ein Ortsver von 500o Seiten No stitteinla FrIIZ Henschung solgl) (Preisausschreiben Der Reichspost. breiben für eine lassen. Der EntNationalversamm. lieferung der Entgeschehen. 15 und 25 Pfg. ültigen Schaffung in keiner Weise Entwürfen, Bildgende Preise aus. 6000 Mk. 4500„ 3000" und 12000„ 25900 Mr. larem Strich als Pinsel— vollhanischen Wiederin einfarbigem der Sitzung des ildeputation) des ren wurde der beraten und in 6 400 Mark festVorjahr. Der suß von der GeRk und von der gedeckt werden. werbers Schäfer für einen Zeitmigung. Ferner r Lehrer Bächer er regelmäßigen ts bis zu 95 v. die genagelte immer der eogl. Der Kalkfarbenrd erneuert. Die unter den einsgeschrieben.— iftragsweise beEntschädigung rsammlung ab. iommen.) Vor gleute Schoppe, nomnten, weil tels Einbruchs r aus werden ähle zur Last rtschaft wurde mittels Einnicht ermittelt. ermittelt.) Die einem hiesigen nd ein Rind wurden von tmund festgeer Eigentümer erholen. Das nd jedenfalls ich geglaub ir die Kom!“ Unwillhe Klang in ne:„Ja— — Sie sind is nicht gezen auf die rem Herzen liche Uebere hätte ihr Wort zu. wieder für ückzuhalten. der kleinen e und ich. pa Heiland. sehr angeBesorgen ihm gut etwas eriedersehen In mir ist Es kommi r durch den loß zurück. linden ein igte, hatte ick gestockt. n ihr aufNuer zuzue der verzeleid und wäre ein en konnte ren Seite eidung in ar ja im eigenen en Pferde rohe oder Befreiung Wartens hts. Die mer der ne ihren vor sich Mädchen, ht, es in ebe ihn! fertigung , etwas d schloß ne,“ rief inz darf en, wie solgt). Ende, 8. März.(Besitzwechsel.) Durch Unser Bild zeigt General von LettowVermittlung des Versteigerers Günedler in Annen Vorbeck X während der Begrüßung durch ging die hierselbst gelegene Besitzung Nr. 330 die Spitzen der Reichs= und Kommunaldes Kaufmanns Karl Rollwagen in Annen durch behörden am Paviser Platz in Berlin. Kauf in den Besitz eines Herrn von Reckling= v Lettow Vorbeck trat bei Ausbruch des hausen. Provinzielle Nachrichten Dortmund, 5. März(Eifersuchtstragödie.) Die Inselstraße war am Sonnabend der Schauplatz einer Eifersuchtstragödie. Im Hause InselAufstandes 1904 in die Schutztruppe für Deutsch=Südwest=Afrika über. Harte Jahre waren es, die er dort draußen verbrachte. In den heißen Kämpfen gegen die Hereros und Hottentotten tat er sich hervor, wurde schwer verwundet und erwarb sich weitere Auszeichnungen. straße 10 wohnt die Familie des Schreiners und Nach Rückkehr in die Heimat erneut zum jetzigen Sicherheitswehrmannes Pivodda. Seit Großen Generalstab kommandiert, wurde Jahren hat der Steiger Lessing von Zeche Kaiser= er unter Besörderung zum Major 1907 stuhl I(die Zeche gehört dem Eisen- und Stahl- Adjutant des Generalkommandos 11. wer Hoesch) als Kostgänger bei dieser Familie Armeekorps in Cassel und 1909 Komein Unterkommen. Es entwickelte sich bald mandeur des 2. Seebataillons in Wilzwischen dem Steiger und der Ghefrau Pivodda ein Liebesverhälinis, das nicht ohne Folgen blieb. Pivodda blieb die Sache nicht unbekannt, und als er aus dem Felde zurückkehrte, kündigte er dem Kostgänger Wohnung und Verpflegung. Mit dem Steiger verschwand aber auch kurz darauf seine Frau, den Gatten mit fünf Kindern allein lassend. Nur ein Kind nahm sie mit sich. helmshaven. Inzwischen zum Oberstleutnant ernannt, wurde er im Dezember 1913 mit der Vertretung des Kommandeurs der Schutztruppe für Deutsch=Ostafrika beauftragt, zu deren Kommandeur er im April 1914 ausrückte. liegen still. Nur in wenigen Werkstätten ist tanzt in einer Stimmung gräßlichster Frivoliman mit der Herstellung der neuen Krupp'schen tät, die den Zweck hat, den tragtschen Abschluß Erzeugnisse, mit dem Bau von Lokomotiven der Verzweiflung zu verbergen. Am Sonnabend abend überraschte der betrogene und Güterwagen beschäftigt. Ehemann plötzlich das Liebespaar in der Inselstraße. Von rasender Eifersucht gepackt, gab er sofort mehrere Schüsse auf den Steiger ab, der schwer verletzt zusammenbrach. Pivodda stellte nach der Tat selbst der Sicherheitswehr; er wurde festgenommen und der zuständigen Behörde zugeführt. Er wird als ein ordentlicher Mensch und fürsorglicher Familienvater geschildert. Bochum, 6. März.(Verhaftung von Postaushelfern und Helferinnen.) 12 Postaushelfer und Aushelferinnen wurden verhaftet, da sie nachgewiesenermaßen seit länger als einem Jahr in etwa 650 Fällen Pakete beraubt haben. Auch auf dem Hauptbahnhof wurden umfangreiche Beraubungen von Lebensmittelpaketen durch Bahnangestellte aufgedeckt. Acht mittlere und und untere Beamte wurden festgenommen. Weitere Verhaftungen stehen bevor. 4. März.(Folgenschwerer Zusammenstoß) Ein mit 25 Mann desetztes Lastauto des Arbeiterrats stieß mit einem Straßenbahnwagen zusammen, 18 Personen wurden verletzt, drei von ihnen mußten ins Krankenhaus überführt werden. Essen, 5. März.(Die Firma Krupp.=.) hatte für gestern eine Anzahl Vertreter der Essener Presse zu eineur Besuch ihrer hiestgen Verkanlagen eingeladen. Die zahlreichen Herren, 5. März.(Um 400000 Mark bestohlen) Ein Angestellter einer hiesigen SchraubenAufhebung der Blockade? Lugano, 5. März. Wie dem Bureau hat stit einigen Jahren fortwährend=Europa Expreß“ gemeldet wird, steht demnächst Fertigfabrikate gestohlen und“ einen Groß= die Aufhebung der Blockade zu erwarten. Barbändler verkauft. Als die Angelegenheit aufge, sini spricht im„Corriere della Sera“ bereits deckt wurde, hielt man bei dem inzwischen ver- nen Tatsache, wobet e stoibenen Angestellten Haussuchung und fand neue Vorkehrung steht in keinem Zusammenhang Zigarrenkiste 150 000 Mark. Festge= mit dem Waffenstillstand, dessen Bedingungen stellt wurde, daß noch ein gleich hoher Betrag gehn mahr####in:.* Kausehr wayrscheinlich unverändert bis zum Vorgrößten Teil des auf 400 000 Mark berechneten g..###elten dürften. Der Vorfriede ist anSchadens zurück. Der Großhändler, als Hehler, sungs April zu erwarten. aussteht. Der Fabrikant erhielt dadurch den Schadens gurkd. Der Grdhhenokt, nir Gehler, konnte verhaftet werden. Gelsenkirchen, 5. März.(Verhängnisvoller Ringkampf.) Im hiesigen Metropoltheater wurde der Ringkämpfer Gustav Ericksen von seiDrohende Besetzung Mittelschleswigs durch die Alliierten. Paris, 5. März. Wie verlautet, beschloß die über die däntschen Ansprüche berichtende Hungersnot Mit erschreckender Deutlichdie der Einladung Folge geleistet hatten, konnten keit trete diese Tatsache hervor, und wenn die bei der stundenlangen Besichtigung der weit Entente nicht schnell handelt, wird es gar kein ausgedehnten Anlagen sich ein Bild davon Deutschland mehr geben, mit dem sie verhanmachen, was die Firma früher und während deln kann. Es muß aber in Deutschland irgend des Krieges geschafft hatte. Sie konnten sich aber auch nicht dem trostlosen Eindruck entziehen, den die bis zu 300 Meter langen Werkstätten, in denen alle Räder stillstehen und in denen kein Mensch mehr arbeitet, auf sie machten. Alle Anlagen der Geschütz= und Geschoßfabriken nem Gegner Fritz Bellingrath von der Bühne Kommission, die Bildung einer dritten Zone in den Orchesterraum geworfen und so schwer südlich der von den Dänen ganz oder teilweise verletzt, daß der Tod alsbald eintrat. beanspruchten Zonen anzuempfeblen. Diese Zone würde von den Alliierten militärisch besetzt Neueste Nachrichten, werden. Hunger und Anarchie. Deutsche=Boote werden als altes Eisen Der Londoner Daily Telegraph bespricht! verkauft. einem Leitartikel unter dem obigen Titel, London, 5. März.(Reuter) Die Regierung nahm das Anerbieten einer großen Schiffswerft in Middlesborough auf Verkauf von acht der größten deutschen-Boote an unter der Bedingung, daß die-Boote zerstört und als altes Eisen verkauft werden. Sonderbestrebungen in Hannover. Die hannoverschen Abgeordneten der Nationalversammlung haben eine Kundgebung an die Nationalversammlung erlassen, die für eine Loslösung Hannovers aus dem preußischen Staatsverbande eintritt. Gleichzeitig haben 350 000 Hannoveraner an die Reichsregierung eine Bittschrift gerichtet, in der sie eine Volksin die Lage in Deutschland und sagt, daß es schwer set, den Ernst der Lage zu übertreiben. Deutschland stehr vor dem Bankrott und der eine Stelle geben, die fähig ist, den Frieden zu unterzeichnen. Augenblicklich ist die Aussicht im höchsten Grade beängstigend und hoffnungs. los. Die moraltsche Seite aber liegt darin, daß man in Berlin, der Stadt der Gegensätze, wie verrückt von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgers abstimmung im Lande Hannover über die Frage des Zusammenbleibens fordern. Ein letzter Notschrei der Vergarbeiter. Die vier Bergarbeiterverbände haben angesichts der großen Gefahr eir er allgemeinen Hungersnot einen letzten Notschrei an die Wassenstillstandskommission und an die Reichsregierung gerichtet. In dem Telegramm an die Waffenstillstandskommission heißt es u..: Im Auftrage der organisierten Bergarbeiter ersuchen Blockade aufzuheben. Hunger treibt Bergarbeiter zur Verzweiflung, wenn nicht bald ausländische Lebensmittel. Folgen unabsehbar und schrecklich. Wenden uns deshalb an Präsidenten Wilson und Minister Grey menschliche Gefühle walten zu lassen, und den Notschrei zu erhören. Sonst großes Sterben wegen Unterernährung und Mitschuld am Tode armer Arbeiter und Kinder. Das=Telegramm an die Reichsregierung lautet: Unterzeichnete Organisationen ersuchen Reichsregierung strenge Maßnahmen zu ergreifen zur Erfassung aller Lebensmittel. Mehr Druck zur Aufhebung der Blockade und Oeffnung der Grenzen, da Hunger sonst unabsehbare Folgen im Bergbau verursacht. Daumaterial sofort beschaffbar Anfragen an: Anbi Abt. IIK. Charlottenburg9 Inserate bitten wir an den Erscheinungstagen bis vormittags 10 Uhr aufgeben zu wollen. Die S Hetel Wittener Hof, Witten am Bahnhof West Buchen, garantiert fehlerfrei, hohe Form, in den gangbarften Männer= u. Frauengrößen.90 Mk. pro Paar. 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Um pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. wie Rot Burgunder Riesellag Oppenheimer Liebfrauenmlleh Niers einer wieder eingetroffen. Idl--Dregerie Louis Dreyer, Witten. Solide Knabenu. BurscbenLoden=Joppen Mk. 24 und 30. Bebcker& Co. Witten. lang auf dem hiesigen Amtsbüro(Amtshaus, Zimmer 9) zur Einsicht offen. Ein etwaiger Einspruch gegen die Veranlagung ist binnen einer Frist von 4 Wochen, welche mit dem ersten Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist beginnt, bei dem Gemeinde=Vorstande hierselbst anzubringen. Annen, den 4. März 1019. Namens des Gemeinde=Vorstandes: Boettcher Amtmann. Auf sofort mehrere gesucht. Stunde 60#4 Trockenanlage Nobert Nüping, Bahnhof Annen=Süd. Erdarbeiter werden noch eingestellt Meld. beim Schachtmeisten Albersberg, (Kruppsche Aschenhalde) Kontoristin mit guter Handschrift, sucht für die Nach. mittags= bezw. AbendEin Paar neue Damenschuhe Gr. 41 zu verkaufen oder gegen 40 zu vertauschen. Ullrich, Kampftr. 57 stunden schriftl. 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Nummer dieser Zeitung sehe ich mich veranlaßt zu erklären, daß ich auf dem fraglichen Maskenball nur deshald erschienen bin, weil mein Mann Ehrenmitglied des Junggesellenvereins„Freiheit" war und ich dazu Einladung erhalten hatte Ich habe nicht im Maskentostüm an der Feier teilgenommen, sondern nur in einem einfachen Kostüm mit Mantelüberwurf, welches ich schon als junges Mädchen trug; ich befand mich in Gesellschaft meiner Angehörigen und beteiligte mich außerdem in nur erlaubter und bescheidener Weise, wie ich überhaupt mich stets nur anständig aufgeführt habe. Zweifellos muß der Mann sich wohl sehr für Kriegerfrauen interessieren Er selbst hat noch keine Gefangenschat gesehen. Das Ganze ist nichts weiter als nur ein Racheakt. Dies zur Aufklärung u Richtigstellung. Gegen den Einsender werde ich gerichtlich vorgehen. Feau 8. 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