AnnenLovember ee, mutterrolh 23 Mk. 100 Taler assen ülle. 1 Uhr. r. 495. Ost! s von gestauc Linie. VorDienftmobile ufende 1 Uhr 18 sen. TrererocFeWT Sis„Annener Zeitung“ erscheint jeden Olaustag, Donnerstag und Samstag. Anzeigegebühr für die einspaltige Rolonelzeile oder deren Raum 20 Pfg. — Reklamezeile 60 Pfg.— Bezugspreis monatlich 70 Pig. Soschästostelle: Bahn hofstraße 23. Telephon=Nr 324. verbunden mit der„Annener Volkszeitung“. Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. Organ des Amtes Annen u. Landkreises Hörde. Inserate finden bei der großen Auflage der Annener Zeitung weite und billige Verbreitung.— Bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkursen kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen keine Verantwortung. Redaktion, Druck und Verlag von Fritz Küching, Annen. Nr. 25 Samstag, den 15. Februar 1919. 35. Jahrgung Die Nationalversammlung. Das Programm der Regierung. In der Donnerstagsitzung der Nationalversammlung stellte sich das neue Reichsministerium vor, wobei der Reichsministerpräsident Scheidemann folgendes Regierungs=Programm entwickelte: „Mein erstes Wort soll ein Bekenntnis sein zu dem Gedanken der Volksherrschaft, den diese Versammlung verkörpert. Aus der Revolutton geboren, ist es ihr Beruf, das geistige Gut der Revolution vor Verschleuderung zu bewahren, es zum dauernden Besitz des Volkes zu machen. Seit dem Zusammentritt dieser Versammlung gäbe es auf deutschem Boden keine rechtmäßige Gewalt, die nicht von ihr verliehen,„in ihrem Auftrag ausgeübt werde. Die provisorische Regierung habe schon in ihrer ersten programmatischen Erklärung vom 9 November die Wahl angekündigt und gegen alle Widerstände durchgeführt Jetzt wäre die Zeit der Gewaltberrschaft ein für allemal vorüber und keine Macht der Welt werde jemals ungestört wagen dürfen, das gleiche politische Recht aller Volksgenossen anzutasten Als größte Errungenschaft des neuen Rechtszustandes begrüßt Scheidemann die Gleichstellung der Frauen. Uebergehend auf Krieg und Niederlage nennt er es das Schlimmste, in der Tragik eines zur Niederlage bestimmten Volkes, daß es vor der brutalen Wahrheit die Augen schließen müsse, an ein Besiegtwerden nicht glauben dürfe, wenn es dasselbe nicht herbeiführen wolle. Der 9 November enthüllte die nackte Wahrheit. Daß unser Volk in diesem furchtbaren Augenblick noch die Kraft besaß, die alten Götzen zu zertrümmern und die eigene Herrschaft auszurufen, darin erblickt der Ministerpräsident die stärkste Bürgschaft für die Zukunft. Er schildert dann die Uebernahge der Regierung, das Zusammenarbeiten mit den Unabhängigen, das mit seiner paritätischen Besetzung der Regierungsstellen von vornherein mit einer Erbsünde vor dem Geist der Demokratie beladen gewesen sei. Er geht auf die versuchte Gewaltherrschaft einer verwegenen Minderheit über, auf deren Bekämpfung und den daran anschließenden Austritt der Unabhängigen. Diese haben die Nationalversammlung stets als Hort und Ziel der Konterrevokution bekämpft, während sie doch nichts anderes sein kann als die Versammlung, welche die magna charta der Revolution beschließen müsse Der Spruch des Volkes habe die Regierungspartei zur Gemeinsamkeit der Arbeit aufgefordert Nun gelte es, an diese Arbeit zu gehen. Bahn frei für das drängende, ungeahnte Neue. Dann werden wir es schaffen. Unter lebhaftem Beifall richtete Scheidemann einen warmen Appell an alle Neutralen, die sich ein Gefühl der Menschlichkeit bewahrt haben, die Forderung auf sofortige Heimsendung der deutschen Kriegsgesangenen zu unterstützen. Die große Aufgabe, sagte Scheidemann im weiteren Verlaufe seiner Rede, die wir uns gestellt haben, ist die Beseitigung der Klassenunterschtede. Ich will an dieser Stelle ein offenes Wort zu Ihnen sagen: Es würde sinnlos und unnütz sein, die Tatsache verdunkeln zu wollen, daß innerhalb der neugebildeten Regierung über das Ideal der künftigen Gefellschaftsordnung verschiedene Auffassungen herrschen, aber ich glaube, sagen zu dürfen, kein Mitglied der Rezierung verschließt sich der Erkenntnis, daß wir uns im Zuge einer Entwicklung befinden, die weder zurückgeschraubt noch ohne die schwerste Gefahr für das Ganze übersehen werden kann. Was uns zusammenführte, das war das harte Nuß, die bittere Not. Weimar, 14. Febr. Vizepräsident Haußmann eröffnete die Sitzung um 2 Uhr 25 Minuten. Zunächst fand die Wahl des Präsidenten statt. Von 334 abgegebenen Stimmen entftelen 295 auf den Zentrumsabgeordneten Fehrenbach, 92 waren ungültig, 7 zersplittert. Fehrenbach erklärte, en nehme die Wahl an und werde bestrebt sein, mit strenger, sachlicher Unparteilichkeit seines Amtes zu walten, aber auch die Ordnung und Würde des Hauses wahren. Sodann fand die Wahl des Vizepräsidenten statt. Der sozialdemokratische Abgeordnete Heinrich Schulz(Ostpreußen) wurde mit 279 von 327 abgegebenen Stimmen zum Vizeprästdenten gewählt. 4 Stimmen waren zerplittert, 34 ungültig. Darauf setzte das Haus die Besprechung der Regierungserklärung fort. Nächste Sitzung Sonnabend 2 Uhr: Interpellatton Heintze über den Waffenstillstand, Fortsetzung der Besprechung der Regierungserklärung in Verbindung mit der ersten und eotl. der zweiten Beratung eines dritten Nachtrages zum Reichshaussaltsetat 1918. keinem lichebei Ebert und die Presse. Präsident Ebert empfing Mittwoch nachm. die Vertreter der deutschen und deutsch=österreichischen Presse im Foyer des Theaters. Im Kreise der Pressevertreter stehend, hielt er eine Ansprache, in der er daran erinnerte, daß er selber Redakteur gewesen sei, und die Wahrung unbedingter Pressefreiheit als eine seiner schönsten Aufgaben bezeichnete. Unter dem starken Beifall der Anwesenden betonte er nochmals, daß er als Präsident des Volkes und nicht als Präsident nur einer Partei mit allen Parteien in Beziehung zu treten wünsche. Man müsse nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame sehen, das gegeben ist in der tiefernsten Auffassung von der Pflicht zum Vaterlande. Das Arbeitsprogamm, das der Ministerpräsident morgen vertreten werde, sei kein Kompromiß im schlechten Sinne, sondern alle Regierungsparteien seien auf den Boden einer unverfälschten Demokratie getreten, die dadurch in einem Umfange gesichert sei wie in leggem andern Lande. Die soztalistischen#eale in die Programmstellung natürlich wesentdeeinflußt, jedoch sei über die Sozialisierung der monopolartigen Betriebe(Bergwerke, Eisenerzerzeugung) eine Einigung erztelt Auch die Sozialdemokratie lehne es ab, ein Vergewaltigungssystem an die Stelle organischer Entwicklung zu setzen. Aufgabe der Presse sei es, von jeder Beschränkung entbunden, der Regierung die leben dige Zusammenarbeit mit dem Volkswillen zu ermöglichen. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden der in Weimar gebildeten Pressevereintgung, in der zum Ausdruck kam, daß die Presse ein gleichberechtigter Faktor neben dem Parla ment sei, dankte Ebert für das auf ihn ausgebrachte Hoch. Zum Wiederaufbau Deutschlands müsse die ganze Presse mitarbeiten. Nichts sei ihm schmerzlicher gewesen als eine Vergewaltigung zu einer Zeit, wo der Regierung noch die Macht fehlte. Ebert schloß mit einem Hoch auf das Blühen und Gedeihen der deutschen Presse. Ebert bleibt Parteimitglied. Reichspräsident Ebert antwortete auf die Frage, ob er als Reichspräsident aus der Partei aussch.iden werde:„Nein. Meine Partei ist der Zahl und den Aemtern nach die stärkste der neuen Koalitionsregierung. So wenig meine Parteifreunde als Staatssekretäre ihre Zugehörigkeit ablegen werden, so wenig werde ich es tun. Es wäre auch nur eine Geste ohne Inhalt, wenn nicht gar eine Irreführung. Wohl aber werde ich mein Amt so führen, daß niemand von Parteilichkeit reden kann“. Reichsminister des Demobilmachungsamts: Dr. Koeth, Reichsminister ohne Portefeuille: Dr. David, Erzberger und Gothein. „„ * Der Kabinettschef des Reichspräsidenten. Der bisherige Unterstaatssekretär in der Reichskanzlet, Kurt Baake, ist zum Kabinettschef des Reichspräsidenten ausersehen. Er wird aber einstweilen neben seinen neuen Funktionen die Leitung der Reichskanzlei weiter beibehalten. Die erste Frauenrede in einem deutschen Parlament. Zum ersten Male wird eine Frau auf der Rednertribüne eines deutschen Parlaments erscheinen. Frau Marie Juchacz von der Mehrheitssozialdemokratie wird heute als erste Rednerin das Wort erhalten. Gegen eine westdeutsche Republik. Abgeordnete der westdeutschen Landesteile— Rheinprovinz, Westfalen, Hannover, Oldenburg, Hessen=Nassau und Pfalz— hatten sich in Wetmar gestern zu einer Besprechung zusammengefunden, die sich namentlich auch mit der Frage der westdeutschen Republik beschäftigte. Die Besprechung, die streng vertraulichen Charakter trug, ergab eine große Mehrheit gegen die Bildung eines neuen Freistaates, die laut„Köln. Ztg.“ lediglich in einem Kölner Zentrumsabgeneten einen Fürsprecher fand. Vorsitzender bei dem Ministerium des Innern Einspruch erhoben gegen die durch die Verordnung vom 24. Januar ds. Is. verfügte Abänderung des bestehenden Gemeindewahlrechts und die gleichzeitige Außerkraftsetzung der nach dem bisherigen Recht noch nicht abgelaufenen Mandate. § Annen, 15. Febr.(Wirte=Verein.) In einer gestern abend im Lokale des Herrn Kaleste stattgehabten Wirte Versammlung wurde als erster Vorsitzender Herr Georg Richter und als zweiter Vorsitzender Herr Bernh. van Pluer gewählt. Gleichzeitig wurde unter allseitiger Zustimmung eine Petttion an die Gemeindevertretung behufs Verlängerung der Polizeistunde auf 11 Uhr abends— gleich wie in den Nachbarstädten Witten und Dortmund — beschlossen. Begründet wurde die Eingabe unter dem Hinweis auf die veränderten Arbeitsverhältnisse infolge Einführung des Achtstundentages und die durch den Krieg hervorgerufene außerordentlich schwierige Lage des gesamten Wirtestandes. X Annen, 15. Februar.(Der Landwehrund Kriegerverein) hält morgen im Lokal Wibelitz seine diesjährige Hauptversammlung ab. Nach der Versammlung findet ein Festakt zur Begrüßung der heimgekehrten Krieger statt. Außer den Familienangehörigen der Mitglieder sind auch Gäste— Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigte mit ihren Angehörigen— willkommen. Die Musik stellt die Fliegnersche Kapelle aus Witten. Siehe Inserat in vor. und heut. Rummer. —(Geheimschlächterei) Hier kam man einer Geheimschlächterei auf die Spur. Zwei nach dem Hüllberg zugezogene Kötter schlachteten heimlich Vieh ab und verkauften das Fleisch zu hohen Preisen. Einer der Geheimschlächter wurde in Haft behalten. § Annen, 15. Febr.(Die Protestnote an die Waffenstillstandskommission) wegen Freilassung der Gefangenen ist heute mit 756 Unterschriften aus allen Teilen der Bürgerschaft abgegangen. —(Versammlungen) halten morgen ab der Turnverein„Jahn“, der Turnklub „Westfalia“, der Annener Schweine=Versicherungsverein und der Annen=Ardey Hüllberger SchweineVersicherungsverein. Näheres besagen die Inserate in der vor. und heut. Nr. —(Die demokratische Partei) ladet I3 Vrserat auf morgen abend zu einer Versammlung im Lokal Senft ein. —(Die Soz. Partei) hält nicht, wie durch Inserat am Donnerstag bekannt gegeben wurde, a Senen. 8 u.##„ sam 23., sondern morgen nachmittag 3 Uhr bei 9 Aunen, 10. Feor.(Die Sonne kommt Kaleske eine Mitgliederversammlung ab. höher.) Der Februar hat seinem alten Rufe,—(.= M. G B„Westfalia“) veronstalein Frostmonat zu sein, entsprochen, und das tet morgen nachmittag heim Vereinswirt WieSinken der Temperatur ist bei dem Kohlenmangel gold einen end Steße Insergt unliebsam empfunden werden. Aber wir haben(s“ einen gemütlichen Abenr. Sieye Gusecm nun die erste Hälfte des Reaimentes dieses ges vor: strengen Herrn hinter uns und die Sonne kommt Reichspräsident Fritz Ebert, der erste Reichspräsident des neuen Deutschlands. Lolates. Das neue Kabinett. Das Reichsministerium ist jetzt endgültig gebildet: Eine amtliche Meldung gibt folgende Liste bekannt: Präsident des Reichsministeriums: Philipp Scheidemann, Vertreter des Reichsministerpräsidenten und Reichsministers der Finanzen: Schiffer, Reichsminister des Auswärtigen: Graf Brock, dorff- Rantzau, Reichsminister des Innern: Dr. Preuß, Reichswirtschaftsmintster: Wissell, Reichsarbeitsamt: Bauer, Reichsernährungsminister: Robert Schmidt, Reichsjustizminister: Landsberg, Reichs wehrminister: Noske, Reichskolontalminister: Dr. Bell. Reichspostministen: Giesberts, höher. Das gibt wenigstens für die Tagesstunden bessere Aussichten. Schon zeigt sich in manchem Zimmer, das seit dem Herbst im Schatten lag, wieder ein erster Sonnenstrahl, der sich von Tag zu Tag mehr Raum erobeit und steigende Zuversicht bringt. Das Frostwetter, so unlieb. gung, sam es sonst sein mag, hat doch das Gute, daß es gegen die Grippe schützt, die in den gar zu milden Januartagen gar manches Opfer gefordert und sich dazu nicht immer nur ältere und schwächere Personen ausgewählt hat. Sonnenschein im Haus, erspart den Arzt, das ist ein altes wahres Wort. Und Sonnenschein hellt auch die —(Prof. Von Marco,) ein moderner Zauberer und Antispiritist veranstaltet morgen im Saale des Herrn Kaleske einen seiner überal mit größtem Beifall aufgenommenen Demonstrationsabende. Es ist erstaunlich, was der Künstler auf dem Gebiete der Willensübertrades Gedankenlesens und der Hypnose alles leistet. Wir verweisen auf das heutige Inserat. —(Ein Blinden=Konzert) findet morgen abend 8 Uhr im Saale des Herrn Helle statt. Klavier=, Violin= und Gesangvorträge werden von den blinden Künstlern geboten. Wir machen auf das heutige Inserat aufmerksam. 8 Rüdinghausen, 15 Febr.(Die hiesige Stimmung auf. Das können wir alle gebrauchen. Sterbekasse) hält lt. Inserat in vor. Nr. morgen 8. Annen, 15 Febr.(Schraube ohne Ende.) nachmittag im Vereinslokal Eckardt ihre ordentDie fortgesetzten Lohnerhöhungen haben den liche Generalversammlung ab. Verband deutscher Druckpapierfabriken veranlaßt, 6 Stockum, 15. Fedr.(Unglücksfall.) den Preis für Zeitungsdruckpapier schon wieder Vorgestern nachmittag gerieten die beiden Gebr. um 550 Mark pro Doppelwaggon zu erhöhen,##veling von hier auf Zeche Oespel unter herabund zwar rückwirkend auf den 1. Januar d. Is. MUende Gesteinsmassen und erlitten erhedliche Das Papier allein kostet den Zeitungen jetzt Quetschungen. Einer von ihnen mußte dem erheblich mehr als das Vierfache gegen die Friedenszeit. 6 Annen, 15. Febr.(Neuwahl aller Kreistage). Bis zum 15. April hat die Neuwahl aller Kreistage zu erfolgen. Das preußische Staatsministerium wird sich in seiner Sitzung am 17. schlüssig machen über den Beschluß des Zentralrates. —(Protest gegen die Abänderung des bestehenden Gemeindewahlrechts). Namens des westfältschen Provinzialausschusses hat dessen Krankenhhause zugeführt werden. Provinzielle Nachrichten. Witten, 14. Febr.(Sozialdemokratische Demonstrationen in Witten). Gelegentlich der gestrigen Stadtverordnetensitzung kam es zu Demonstrationen der sozialdemokratischen Arbeiterschaft. Mehrere tausend Demonstranten zogen vor das Rathaus und verlangten von den dort versammelten Stadtverordneten die Zurücknahme des Protestes gegen die von der Regierung angeordneten neuen Gemeinderatswahlen und die Bildung eines Wahlausschusses für die am 2. März stattfindenden Wahlen. Letzteres wurde zugestanden, worauf sich die Demonstranten ru hig entfernten. Bochum, 14. Febr.(Gründung einer Volkswehr). Um allen gegenrevolutionären Bewegungen begegnen zu können, hat der Arbeiterrat die Gründung einer Volkswehr beschlossen, zu der sich alle mit der Waffe ausgebildeten organisierten Arbeiter melden können. Löttringhausen, 14. Februar.(Schweine diebstahl.) In der Nacht zum 12. d. Mts. wurde dem Betriebsführer der Zeche Gottessegen, Herrn Aug. Stratmann in Kirchhörde ein Schwein im Werte von 250 M gestohlen. Das Tier wurde im Stall abgeschlachtet. Außerdem wurden 4 Legehühner im Werte von 100 Mk. abgeschlachtet, aber da die Diebe bei ihrer Arbeit gestört wurden, zurückgelassen. Nach den vorhandenen Fußspuren war eine Frau am Einbruch mitbeteiligt. Die Spuren führten nach Bittermark. Kamen, 14. Febr.(Ein Bauerngehöft vollständig ausgeraubt.) Auf dem Hofe des Landwirtes Wilhelm Buschmann in Westick erschienen abends gegen 9 Uhr fünf mit Militärgewehren und Revolvern bis an die Zähne bewaffnete Kerle. Buschmann, einer seiner Söhne und seine Tochter wurden unter Todesdrohungen gezwungen, die Hände hochzuheben und sich, mit dem Gesicht der Wand zugekehrt, aufzustellen. Während einer der Räuber die Haustür bewachte, plünderten seine Spießgesellen das ganze Gehöft aus. Außer einem großen Barbetrag wurden große Mengen Fleischwaren, Leinen, Wäschestücke, Kleidung, Schuhwerk und Schmucksachen gestohlen. Die Verfolgung der Räuber war ergebnislos. Bottrop, 14 Febr.(Stadtrecht für Bottrop). In der letzten Gemeinderatssitzung wurde die Zahl der Gemeindeverordneten auf 54 erhöht (bisher 18). Die Verleihung der Stadtrechte für Bottrop soll auf dem schnellsten gesetzlichen Wege erreicht werden. Sämtliche Gehaltsfragen sollen nach Möglichkeit noch von der alten Gemeinde. vertretung erledigt werden. Die Wohnungsgeldzuschüsse der Gemeindebeamten wurden vom 1. April 1918 ab erhöht, dazu sind 20000 Mark erforderlich. Den aus der Front zurückgekehrten Gehilfen wurde eine einmalige Teuerungszulage bewilligt. Hervest=Dorsten, 14. Februar.(Mord.) Vorgestern abend ist der erste Vorsitzende des neu gegründeten Verbandes kaufmännischer Grubenheamten, der Bürovorsteher Otto Kohlmann aus Hervest=Dorsten, auf dem Wege nach seiner Wohnung meuchlings durch einen Oberschenkel und einen Bauchschuß erschossen worden. Er war schon dreimal von Spartakisten verhaftet worden Es wird daher angenommen, daß jener seige Mord auch von dieser Hand verübt worden ist. Mainz, 14. Febr.(Ein Opfer seiner Ueberzeugung.) Der französische General Mangin hat den Mainzer Oberbürgermeister Dr. Göttelmann veranlaßt, seine Entlassung zu nehmen. Der Grund ist der, daß Dr. Göttelmann auf eine Anfrage, die sich auf die Konstituierung einer rheinischen Republik bezog, in öffentlicher Stadtverordnetenversammlung erklärte: Keine Macht der Welt, keine Wohltat und kein Zwang können uns Rheinländer abspenstig von unserm großen deutschen Vaterlande machen. Milspe, 14. Februar.(Ein eigenartiger Streik) ist hier ausgebrochen. Die Lehrer weigern sich, ferner an Zählungen teilzunehmen, weil der der Landrat auf Veranlassung des ARS. die letzte Zählertätigkeit der Lehrer als ungenau gerügt hatte. Gräfrath, 14. Febr.(80000 Mark unterschlagen.) Eine Buchhalterin aus Vohwinkel unterschlug in den letzten Jahren 80000 Mark. Während dieser Zeit gelang es ihr, die Veruntreuungen durch Bücherfälschungen zu verdecken. Einen großen Teil des Geldes hatte das Mädchen in Schmucksachen angelegt. Neues aus aller Welt. Altena, 14. Febr.(600000 Mark Mehr kosten.) In der gestrigen außerordentlichen Stadtverordnetensitzung wurde die überraschende Mitteilung gemacht, daß die im Bau begriffene Nettetalbahn die ungeheure Summe von 600000 Mark Mehrkosten verursachen würde.— Das vom Bürgermeister Büscher eingereichte Enlassungs gesuch wurde ge=nehmigt. Mülheim(Ruhr), 14. Febr.(Die Aus schreitungen in Duisburg.) Zu den vorgestrigen Ausschreitungen in Duisburg ist nachzutragen, daß die Demonstranten von dem Oberbürgermeister verlangten, er solle bindend erklären, daß die Nachsteuer nicht erhoben werde. Als er sagte, dies nicht tun zu können, wurde er von den in das Rathaus eindringenden Demonstranten mißhandelt und gezwungen, entblößten Hauptes mit einer roten Fahne in der Hand durch die Straßen der Stadt in seine Wohnung zu ziehen. Hier durchsuchten die Demonstranten seine Wohnung nach Lebensmitteln, entdeckten aber nur ein Pfund Butter. Sie zwangen ihn dann zu der im Rathause schon von ihm verlangten Erklärung. Unter den aus dem Gefängnis befreiten Gefangenen befinden sich u. a. der berüchtigte Einbrecher Hagken Hackenbracht und mehrere Personen, die sich in der kommenden Schwurgerichtsperiode wegen Mordes, Raubmordes und Straßenraubes verantworten sollten. Auch ein Beigeordneter wurde neben dem Bürodirektor gezwungen, an dem Demonstrationszuge teilzunehmen. Ein Haufe nahm auf der Düsseldorfer Chaussee unter dem Vorwande, Lebensmittelbestände kontrollieren zu wollen, Haussuchungen vor und raubte und plünderte, was nicht niet und nagelfest war. Ein anderer Haufe versuchte die Stadtkasse zu stürmen, doch verhinderte dieses die Schutzwehr, die von der Waffe Gebrauch machte. Zwei Personen, ein Mann von 50 Jahren und ein Dienstmädchen, wurden verletzt. Letzteres durch einen Schuß in den Arm, der Mann lebensgefährlich durch einen Schuß in die Brust. Die Demonstranten wollten auch der Hauptgeschäftsstraße, der Beeckstraße, einen Besuch abstatten. Doch wurde diese durch die Schutzwehr rechtzeitig abgesperrt. In einer abends abgehaltenen Sitzung der Vertrauensmänner der freien Gewerkschaften erklärte der Oberbürgermeister, er stehe nach wie vor auf dem Standpunkte, daß die Nachsteuer unbedingt nötig und auch sozial gerecht sei. Infolge der in der Bevölkerung herrschenden Erregung solle sie aber in dieser Form fortfallen. Abends war die Ruhe in der Stadt wieder hergestellt. Duisburg, 14. Febr.(Belgische Truppen in Dutsburg eingerückt.) Aus Anlaß der Unmhen am Mittwoch hat der belgische Abschnittskommandeur angeordnet, daß zur Verhinderung weiterer Unruhen belgische Truppen mit Maschinengewehren in Duisburg einrücken. Eine Kompagnie traf gestern abend gegen 10½ Uhr in Dutsburg ein und nahm im„Burgacker" Quartier. Zwei weitere Kompagnien sollen heute oder morgen folgen. Es ist Aussicht vorhanden, däß die Truppen wieder abziehen, falls im hiesigen Gediet künftig dauernd Ruhe herrscht. Aus Weimar. Fast täglich finden Bälle und Tanzlustbarkeiten statt. Damit noch nicht genug, kommen auch noch in dem benachbarten Badeorte solche Vergnügungen hinzu. In den Dörfern werden Burschenvereine gegründet und jeder Verein beginnt seine Tätigkeit mit einem Eröffnungsball Augenscheinlich wird auch auf Besucher aus parlamentarischen Kreisen gerechnet, denen vom Sitzen die Beine steif geworden sind. — Freundestreue. Der 13jährige Schüler Friedrich Landherr war beim Schlittschuhlaufen auf dem Rhein eingebrochen. Beim Versuch, ihn zu retten, brach auch der 15 jährige Dreherlehr= ling Karl Fritschler ein und ertrank gleichfalls Die Leichen konnten nicht gelandet werden. — Vatermord um ein Butterbrot. In Altenstädt(Kreis Wolfhagen, Provinz Hessen) hat der auf Urlaub befindliche Musketter Grede aus Kassel nach vorausgegangenem Steit um ein Butterbrot seinen Vater durch einen Revolverschuß getötet. Der Mörder ist geflüchtet. — 8 Todesopfer bei einer Kesselexplosion. Auf dem Mayrauschacht bei Waldenburg(Schles.) der schlesischen Kohlen= und Kokswerke erfolgte Montag abend, wie das„Neue Waldenburger Tageblatt“ aus Gottesberg meldet, auf bisher unaufgeklärter Weise eine Kesselexplosion, der acht Menschenleben zum Opfer fielen Unter den Getöteten befindet sich auch der diensttuende Maschinensteiger. Fünf der Getöteten sind verheiratet. ihr Zutun entschieden würde. So sah auch der Ausschuß sich genötigt, am Dienstag Abend in Weimar die Abgeordneten der nach seiner Ansicht in Frage kommenden Gediete zu einer Besprechung einzuladen. Ein unparteitscher Bericht wurde erstattet von dem Ausschußmitgliede Justizrat Falk(Köln), der die Annahmen und Behauptungen der verschiedenen Strömungen schilderte. Er wurde von Zentrumsseite ergänzt durch Dr. Braun(=Gladbach). Das Ergebnis der Veranstaltung war, wie den„Düsseldorfer Nachrichten“ gemeldet wird, ein völliger Zusammenbruch des Gedankens der Republik Rheinland und Westfalen. Außer aus Zentrumskreisen erhob sich keine einzige Stimme für den Plan. Ein demokratischer Abgeordneter aus dem nichtbesetzten Rheinland kündigte den entschiedenen Widerstand seiner Freunde gegen den ganzen Plan an. Die Aussprache konnte wegen vorgerückter Zeit nicht zu Ende geführt werden. Der Antrag, sie am olgenden Tage fortzusetzen, wurde aber mit großer Mehrheit abgelehnt Es wurde ein Aus. chuß gebildet, in dem die verschiedenen Strö mungen vertreten sind und der weitere Schritte unternehmen soll, falls solches erforderlich werden sollte. Wenn aber nicht ganz neue, wichtige Tatsachen auftreten, muß man annehmen, daß dieser Ausschuß ein Begräbnis erster Klasse für die Rheinisch=Westfälische Republik bedeutet. Revolntion in Bukarest: Verschiedenen dänischen und schweizerischen Blättern zufolge soll in Bukarest eine Revoluion ausgebrochen sein. Die köntgliche Familie oll versucht haben, nach Jassy zu entfliehen, aber gezwungen worden sein, nach Bukarest zu rückzukehren. Der König sei bei einer Beschteßung des Schlosses verwundet worden. In der rumänischen Gesandtschaft wird erklärt, daß man von derartigen Vorgängen nichts wisse. Verschiedenes Tanzkränzchen als Totenfeier für Liebknecht. Ein Leser der„Saale=Zeitung" übermittelt einem Blatte einen gedruckten Laufzettel des Arbeiterrates der Gemeinde Raßnitz, der folgenden Wortlaut hat: „Der Arbeiterrat Raßnitz erläßt folgende Anordnung: Sonntag, den 26. Januar 1919, bittet der Arbeiterrat die Gemeinde Raßnitz in Anbetracht des an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg verübten Meuchelmordes mit roten Fahnen oder Fähnchen mit schwarzen Schleifen an Fenstern oder Gebäuden zu flaggen. Dekogationssachen sind bei.... zu haben. An die Versammlung folgt abends 7½ Uhr ein Tanz kränzchen, verbunden mit einer Andachtsrede. Um zahlreiches Erscheinen bittet der Arbeiterrat“ Wir befinden uns zweifelles auf dem Wege zur Höhe der Kultur. Eingesandt. Die Deutschnationale Partei, Ortsgruppe Annen, hielt am Donnerstag abend eine Verammlung ab, in welcher der Vorstand neu gewählt und erweitert wurde. Lebhafte Aussprache erfolgte über die bisher bekannt gewordenen Wahlvorschläge zur Gemeindevertretung. Als eine Ungeheuerlichkeit wurde es bezeichnet, daß eine Reihe wichtigster Erwerbsstände wie die Landwirtschaft, das Handwerk, also der gesamte erwerbstätige Mittelstand nicht einen einzigen Vertreter im Gemeindeparlament haben sollen. Viele Angehörige dieser Berufe haben zu verstehen gegeben, daß sie unter diesen Umständen auf ihre Beteiligung an der Wahl verzichten müßten. Den Nutzen dieser engherzigen Politik würde also die Partei haben, die an den jetzigen erbarmungswürdigen Zuständen in Stadt und Land schuld ist. Die Bürgerschaft muß zur Besinnung kommen und einsehen, daß sie sich selbst ihr Grab schaufelt, wenn sie in der angedeuteten Weise handelt. Die. Wahlvorschlagsliste muß unbedingt geändert werden. Das erstreben die Deutschnationalen. Jeder ernsthaft um das Wohl der Heimat besorgte Wähler, jede Wähle. rin kann daher nur auf dem Boden der deu#nationalen Partei, in Gottesfurcht und brüderlicher Nächstenliebe, in ersprießlicher Weise für die Heimat arbeiten. F. Praunntmachung, betreffend Einreichung von Wahlvorschlägen zu den Gemeindeverordnetenwahlen in dem Amte Annen. Die V meiner Toc dem Kau Paul Rüt beehre ich n Reinigen der Straßen. Gestern morgen gegen 11 Uhr wurde die Wittenerstraße mit der Kehrmaschine gereinigt. Es entstand dabei ein derartiger Staub, daß man fast keine Hand vor Augen sehen konnte. Außerdem drang der Dreck und Kohlenstaub in die Wohn= und Geschäftshäuser. Es wäre wünschenswert, wenn vorher die Straßen gesprengt würden. Nicht so viele Hausaufgaben! Aus Schweinfurt wird berichtet: In einer Schule mainauswärts teilten die Werktagsschüler dem Lehrer schriftlich mit, daß sie einen„Schülerrat“ gebildet hätten und zunächst folgende Forderungen stellten: 1. Keine Hiebe mehr auf den Kopf, 2. Schule um 11 Uhr und um 3 Uhr aus, 3. nicht so„fiele“ Hausaufgaben. Ein lustiges Wahlgeschichtchen erzählt man sich in Sagan: In einem Dorfe der Umgegend von Muskau hatten alle Parteien ihre Stimmzettelverteiler vor dem Wahllokale aufgestellt. Eine Frau, die durch dieses Trommelfeuer hindurch war, führte folgendes Selbstgespräch:„Was soll ich nur machen? Nu haben sie mir alle eingered't, ich soll den roten Stimmzettel abgeben, und nun sind sie alle weiß!“ Eine öffentliche Protestversammlung der Annener Gewerbetreibenden und Handwerker findet Montag abend im Westfl Hof statt. Näheres siehe Inserat. Nur Sonntag, den 16. Febr. abends 8 Uhr im Saale des Herrn Kaleske, Annen Wittenerstr. 21 Prof. DON MARCO mit seinen geheimnisvollen Demonstrationen. Gresse-Lauuer- und Sllacionsverstellung Gedankenlesen, Hypnose etc. Großer Glaskunstakt. Prämtiert mit 74 gold. u. silb. Medaillen u. v. a. Nachm. 5 Uhri Grosse Reueste Nachrichten Das Ende der Rheinisch=Westfälischen Republik. . In Köln hatte sich im Dezember v. Is ein Ausschuß gebildet, dessen Aufgabe die Prüfung der Frage der Rheintsch=Westfälischen Republik, ein sollte. Diesen Ausschuß wollte auch in Weimar seine Arbeiten fortsetzen, stieß aber dabei auf den Wrntand einer Anzahl Abgeordneten aus dem nichtbesetzten rheinischen Gebiet, die nicht wollten, daß diese Angelegenheit ohne Familien- und Kinder-Vorstellung zu halben Preisen. Eintrittspreise: Mk..30,.20,.65,.10. Vorverkauf zu ermäßigten Preisen bei Herrn Kaleske. Es wird höfl. gebeten, den Vorverkauf zu benutzen. Nach der Vorstellung: Die Neuwahlen zu der Gemeindevertretung der Gemeinde Annen auf Grund der Verordnung der preußischen Regierung über die anderweite Regelung des Gemeindewahlrechtes vom 24. Januar 1919 finden am Sonntag, den 2. März ds. Is. statt. Die Wahlen erfolgen in Form der Nachwahlen nach den Bestimmungen der§§ 62 und 63 der Wahlordnung für die Wahlen zur verassunggebenden deutschen Nationalversammlung. Wahloorschläge gemäß§ 12 dieser Wahlordnung ind dem Unterzeichneten bis 20. Februar 1919 einzureichen. Die Wahlvorschläge müssen von mindestens 20 in der Gemeinde Annen zur Ausübung der Wahl berechtigten Personen unterzeichnet sein und dürfen nicht mehr Namen als die 15 zu wählenden Gemeindeverordneten enthalten. Von jedem vorgeschlagenen Bewerber ist eine Erklärung über seine Zustimmung zur Aufnahme in den Wahlvorschlag anzuschließen. Ein Bewerber darf nur einmal vorgeschlagen werden. Mehrere Wahlvorschläge können miteinander verbunden werden. Die Verbindung muß von den Unterzeichnern der betreffenden Wahlvorschläge oder ihren Bevoll mächtigten übereinstimmend spätestens am 7. Tage vor dem Wahltig beim Unterzeichneten schriftlich erklärt werden. Verbundene Wahlvorschläge können nur gemeinschaftlich zurückgenommen werden. Die verbundenen Wahlvorschläge gelten den anderen Wahlvorschlägen gegenüber als ein Wahlvorschlag. Nach der öffentlichen Bekanntgabe der zugelassenen Wahlvorschläge können diese nicht mehr zurückgenommen und ihre Verbindung kann nicht mehr aufgehoben werden. Ueber die Wahlvorschläge und ihre Verbindung bestimmt die Wahlordnung folgendes: In den Wahlvorschlägen sollen die Bewerber mit Ruf= und Familiennamen aufgeführt und ihr Stand oder Beruf sowie ihr Wohnort so deutlich angegeben werden, daß über ihre Persönlichkeit kein Zweifel besteht. Sie sind in erkennbarer Reihenfolge anzuführen. Die Unterzeichner der Wahlvorschläge sollen ihren Unterschriften die Angabe ihres Berufes oder Standes und ihrer Wohnung beifügen. Gleichzeitig mit dem Wahlvorschlage sind außer den durch§ 2 Absatz 3 des Reichswahlgesetzes vorgeschriebenen Zustimmungserklärungen der vorgeschlagenen Bewerber Bescheinigungen der Gemeindebehörden vorzulegen, daß die Unterzeichner in die Wählerliste ausgenommen worden sind. Die Gemeindebehörden haben solche Bescheinigungen auf Antrag unverzüglich gebührenfrei auszustellen. In jedem Wahlvorschlage soll ein Vertrauensmann bezeichnet werden, der für die Verhandlungen mit dem Wahlkommissar und dem Wahlausschusse, zur Rücknahme des Wahlvorschlages sowie zur Abgabe und Rücknahme von Verbindungserklärungen bevollmächtigt ist In derselben Weise kann ein Stellvertreter der Vertrauensmannes bezeichnet werden. Fehlt die Bezeichnung des Vertrauens mannes, so gilt der erste Unterzeichner als solcher. Erklärt mehr als die Hälfte der Unterzeich ner eines Wahlvorschlages schriftlich, daß der Vertrauensmann oder sein Stellvertreter durch einen andern ersetzt werden soll, so tritt dieset an die Stelle des früheren Vertrauensmannes sobald die Erklärung dem Wahlkommissar hier dem Unterzeichneten— zugeht. Nicht zuzulassen sind Wahlvorschläge oder Verbindungen von solchen, die verspäter einge reicht oder erklärt sind oder den gesetzlichen Er fordernissen nicht entsprechen. Der Name des Bewerbers, der in den Wahlvorschlag an erster Stelle genannt i dient zur Bezeichnung des Wahlvorschlages. Als Beisitzer für den Wahlausschuß hab ich die Herren: Procurist Carl Kurz, Former Wilhelm Ashauer, Hauer Ernst Wegmann, Bürobeamter Wilhelm Maas, als Ersatzbeisitzer die Herren: Apotheker Emil Steinkamm, Dreher Paul Pflanz sämtlich in Annen wohnhaft, ernannt. ANNEN, Sie Ste Ste ste Sse Ste. 9 3 STA 2 P eines Töc 2 „ zeigen hoche Ernst Annen i. W Johannisstr. 1 ∆ 78 7R 2K 2 2 2 am# Lienstag, # 8 Uhr im Sa hauses, & Orchest GROSSER BALL. Prof. Narco gastierte mit größtem Erfolge: Düsseldorf, Köln, Hagen, Dortmund#tc. Annen, den 12. Februar 1919. Der Wahlkommissar Boettcher, Amtmann. Herr Konzerim aus B Eintrittskarte Montag, 17. F. Volksa # in dersel 59 Eintritt samt LT Mache me schaft die Mitt K Priser von heute ab den ganze ## habe. 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Febr., morgens 9 Uhr Versammtung. läge sollen es Beruses beifügen. sind außer vahlgesetzes ingen der ungen der die Unterten worden solche Begebühren&am Lienstag g. 18. Febr., abends 8 Uhr im Saale des ev. Gemeindehauses, Augustastraße Auf der Tagesordnung stehen 2 wichtige Punkte weshalb das Erscheinen sämtlicher Mitglieder dringend erforderlich ist. Vorstand. Zuverlässiges, träftiges gesucht. Frau Brüninghaus, Wetter=Ruhr. Frauen Arbeit Kischaurten Die am 16. Februar 1919 in Gültigkeit tretenden Fleischkarten gelangen in folgender Reihenfolge zur Ausgabe: Amtshaus Zimmer 1 Zimmer 2 Montag, den 17. Februar er. vormittags—11 Uhr Nr.—445] Nr. 1687—2150 nachmittags von—5 Uhr Nr. 446—900] Nr. 2151— 2500 Dienstag, den 18. Februar er. vormittags—11 Uhr Nr. 901—1300] Nr. 2501—3000 nachmittags von—5 Uhr. Nr. 1301—1686( Nr. 3001—Schluß. Die vorstehende Neihenfolge muß ZumHobenstein Witten Morgen nachmittag Konzert. S Ein guet erhallenes Klavier zu kausen gesucht Angeb. mit Preisangabe unter A. 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Unterzeich daß der eter durch ritt diesen ismannes mmissar läge ode iter lichen Er einge in den kannt ist lages. huß hab 19 A Mache meiner werten Kund= P. schaft die Mitteilung, daß ich mein### I Friseurgeschäft # von heute ab wieder „ den ganzen Tag geöffnet## ## habe. B * Val. Hermann, Berostr. 3. E igs * Den geehrten Bewohnern von Annen die ergeb. Mitteilung, daß= mir mit dem heutigen Tage die Herstellung von Deuische demokratische Partei. Ortsgruppe Annen. getr Herr„Alnzüas lnstungen durch Tod, Fortzug und bergl. einse. (61. Fia), 1 Schränk= zu melden.terminen chen(Apoth.), 1 Spül= Während der Arstein zu verkaufen. garten.... d vorbezeichneten 1 P..=Halbschuhe 1. Nr. 40 gegen 38 zu vert.] geschlossen. Mitteistr. 32. angeg die Karten in den vorstehend ebenen Terminen nicht in Empfang 9 Zuglamne nimmt, bann dieselben erst am 27. Vom Militär entl. junger Mann, 19 Jahre alt, sucht in den Nachmittags= bzw. Morgenstunden Zu erfragen in der Geschäfte stelle d. Zig enen Terminen nich Neue Buglumpe(bruar 1919.. für Gas und Elek= 17. Angaben werden strafrechtlich für Gas und Elekverwendbar, bill. zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Zte Sonntag, den 16. Februar abends 7 Uhr Verfammtung im Restaurant Senft. Tagesordnung: 1. Bericht über den Parteitag in Hagen. 2. Gem inderatswahlen. Der Vorstand wird ersucht eine halbe Stunde früher zu einer Besprechung zu erscheinen Ein paar Kinderschuhe Nr. 31 und zwei Mäntel für das Alter von—10 Jahren zu verkaufen. Näheres in der Geschäftsdieser Zeitung. 1 Paar gamaschen unrichtige verfolgt. Die Haushaltungsvorstände sind verpflichtet, auf dem Stamm der Reichsfleischkarte den Namen des Haushaltungvorstandes zu vermerken. Annen, den 15. Februar 1919. Der Arbeiter= und Der Amtmann: Soldatenrat. Boettch I.: Schlischo. Ertelle grändlichen Kotticht. Am Montag, den 17. Februar er. wird in der Metzgerei Cornelius Brinkmann hier, Bismarckstr. 5, auf Lebensmittelkarten No. 1705—2498 pro Haushalt ½ Pfund Leberwurst abgegeben. Preis pro Pfund 2,90 Mh. Die Verkaufszeit ist vormittags—12 Uhr, und nachmittags—4 Uhr. Die Lebensmittelkarte ist vorzulegen. Annen, den 15. Februar 1919 Der Arbeiter= und Soldatenrat: I..: Schlischo. Der Amtmann: Boettcher Louis Bischoff, Werderstr. 10. Leder= . eanntcuchuug. Gerson zu kaufen Sesucht, gesamten Kreis=Verwaltung werden von Joh. Kruschinski,[Montag, den 17. Februar d Is. bis Gimüiche Garten= sämereien in bester Qualität zu haben bei F. W. Niggemann, Heven b. Witten, Bergstr. 24. Telefon 758 Amt Witten. Ausgebämmt. Gaar kauft zu hohen Preisen. Ernst Dülfer, Bismarckstr. neuer Herren=Winter- und ein i neuer Herren= Sommer-Ueberzieher(beides tadell. Maß= und Friedensware) preiswert zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsnelle d. Ztg. Tägl Joh. Keuschinglt, Auf dem Schnee No. 18. 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Februar d. Is. in der Zeit von vormittags 10—12 Uhr bei dem Leiter des zugehörigen Schulsystems zu bewirken sind. Für die in auswärtigen Gemeinden geborenen Kinder ist bei der Anmeldung ein Geburtszeugnts vorzulegen. Schulpflichtig werden diejenigen Kinder, welche in der Zeur vom 1. Oktober 1912 bis 30. Septbr. 1913 geboren sind. Anträge auf Zurückstellung schulpflichtiger Kinder sind unter Beifügung etwaiger Atteste bei dem Unterzeichneten sofort anzubringen. Annen, den 7. Februar 1919. Namens der Schuldeputation: Der Amtmann: Boettcher. Riecd dehe nich in blschan gieltongslaugen als Spezialarzt für Frauenkrankheiten und Geburtsbülke. Sprechstunde von—10 und—4½ Uhr. Dr. med. Espeut Witten-Ruhr, Breddestr. 28. Fernspr. 495. 55 „Restaurant Brauscheid“. Wittenerstraße 59. Morgen Sonntag im extra dazu dekorierten Lokale erster großer aururbälistischer Landwehr- und Kriegerverein. Sonntag, 16. Februar 4½ Uhr: Hauptversammlung. 7 Uhr:. Festveranstaltung. Grosses Büttenkonzert unter Leitung des beliebten Hans Schönfeldt. Restaurant zum Erlenhof Annen Wittenerstraße. Jubel und Trubel an allen Ecken. Sonntag nachmittag 4 Uhr findet in meinen dekorierten Lokalitäten Wollene und halbwollene fl. Dortmunder„Union= Bier“ großes Kurne valistisches Tanzkranzchen Stoffe Eimmmmmmmumubmummmmummmmmmmmemanten! s Wesifälischer Hof, Annen. statt. Wiehelm Ripp. Wer in allen Breiten noch sehr preiswert. 200 .63 Die Abstempelung der Brotmarken ge schiest im Amtshause, Zimmer 9, vor mittags von—11 Uhr, unter Vorlagder Lebensmittelkarte. 8. Kartoffeln für Militärurlauber und Haushaltungen, die ihren Bedarf jede Woche holen, werden am Mittwoch, den 19. Februar 1919 vormittags—11 Uhr abgegeben. Näheres an der Zahlstelle. (irtschaft Otto Helle.) Preis pro Pfd. 10½ Pfg. Die Lebensmittelkarte Tüten sind mitzubringen. Die Abgabe der Waren erfolgt ab DiensLag, den 18. bis Sonnabend, den 22. Februar er. Die Geschäftsleute nehmen die Waren am Montag, den. 17. Februar er. in Empfang. Im Antshause vormittags—10 Uhr, bei Steffen 10½—12 Uhr. Annen, den 15 Februar 1919. Der Arbeiter- u. Soldatenrat: Der Amtmann: S. A. H. Balschon. Boettcher. BLANA Witten am Markt. Sonntag, den 16. Februar, abends 8 Uhr: Blinden Konzert Klaviere Geigee Gesang. Mieteisendle Nr. 25 Zur Samereich Karten sind an der Abendkasse zu haben. Am zablreicben Besucd wird gebeten. und teuer Decken Ste Fören Bedarf soier. Siuiuummnunumnmmmmmmmmmmmms ist vorzulegen. — Kelwinge vor! Aus neuer Ernte in bester keimfähiger Ware empfehle: Meldet Euch zum Grenzschutz Ost! Schutze urdeutschen Landes, das von Eindringlingen bedroht wird! Bedingungen: Felddienstfähigkeit. Mindestens ° Monate Frontdienst in vorderer Linte. Anterordnung unter die eingesetzten Vorgesetzten. Gebührnisse: Mobile Löhnu, nach den Dienstgraden..— Mk. täg! Zulage, mobile Verpflegung, freie Bekle d. ng, weiterlaufende Jamilienunterstützung. 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Die bestandene Reifeprüfung berechtigt zum Eintritt in die Untersekunda ohne weitere Prüfung. Die Anmeldeliste für die Knabenklassen ist geschlossen. Der Rektor: Wolter. Bernh. Klöcker, Rüdinghausen. Feuuruf 1134 Witten. Ia. Pferdefutter la..-flügellutter la. Viebtutter aues fur Eadische: ar Sehweine, Hiachites, Zlages die. la. Hundekucben — liefert sofort jedes Quantum— F. Wild. Sehnabel, Hannever, Hausa-Haus Zur Frühjahnsmesse in Leipzig, Städt. Kaufhaus, Laden 37. Holzschuhe. Buchen, garantiert feblerfrei, hohe Form. in den gausbarsten Männer und Frauengrößen.90 Mk. poo Posersendue aupeis.35 Mh. pro Paar. ganobarsten Srdoo der au senpgrse sortiert in den gangbarsten Größen Her en und Frauenschuhen), zn k. ragio nur gegen vorherige Einsendung des Betrags Bei Nichtgefallen garantieren wir dereitwillige Zurücknahme und Rüczahlung des Betrags. 5 Upr genaue Adresse und für Baghsendungen Umgabe der Güterstation wird gebeten. 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Die Waffenstillsta trag erhalten in Trier gung Deutschlands, die der deutschen Handelssl Auslieferung der deut einem befriedigenden A Wilson Dte Turiner„Stai daß Präsident Wilson rungen des Marschalls Verschärfung der Was bedeuten, mannigsache und faktischer Natur er der Ansicht, daß es be Frieden herbeizuführen, auch die Feinde befriel Eindruck vermeiden, als land unterdrücken woll land nicht einer innerer da das durch die jetzi dingungen niedergeschle Deutschen sich klicht em selben Meldung der„ menceau leidenschaftlich Marschalls Foch, die zu durchaus gerechtfertigt Die Massenausweisu Wie aus Freiburg meldet wird, beträgt Franzosen vertriebenen 10 000 Personen, und wöchentlich 2000 Persel Eine neue Härte ist hin wiesenen in ganz Elsatz. Laufe einer Woche in dorf bei Basel in einem gebracht, und, wenn 200 sind, per Bahn über de und 1n1. ar 1g. Annen indet in 6 ir. 15 1* on gt ür Sa en 8 ie S. eFIn den I. 9r0 Paar. n den 50 9 des billige Angu1 .* 25.. Samstag, den 15 Februar 1919. 35 Johr Abreise der deutschen Unterhändler nach Trier. Die Abreise der deutschen Delegierten erfolgte Donnerstag mittag. Staatssekretär Erzberger, der von Weimar kam, traf mit den Berliner Mitgliedern und Kommissaren in Kassel zusammen. Die Verhandlungen zur Verlängerung des Waffenstillstandes Begannen; gestern, am 14 Februar. Die Waffenstillstandskommission hat Auftrag erhalten in Trier die Lebensmittelversorgung Deutschlands, die Frage der Ausnutzung der deutschen Handelsflotte und die Frage der Auslieferung der deutschen Kriegsgefangenen zu einem befriedigenden Abschluß zu bringen. Wilson gegen Foch. Die Turiner„Stampa“ berichtet aus Paris, daß Präsident Wilson gegenüber den Forderungen des Marschalls Foch, die eine bedeutende Verschärfung der Waffenstillstandsbedingungen bedeuten, mannigsache Einwendungen sachlicher und faktischer Natur erhoben habe. Wilson sei der Ansicht, daß es besser sei, einen schnellen Frieden herbeizuführen, der die Alliierten, aber auch die Feinde befriedige. Man müsse den Eindruck vermeiden, als ob die Entente Deutschland unterdrücken wolle. Man dürfe Deutschland nicht einer inneren Kontrolle unterziehen, da das durch die jetzigen Waffenstillstandsbedingungen niedergeschlagene Bewußtsein der Deutschen sich klicht empören könne. Nach derselben Meldung der„Stampa“ unterstützt Elemenceau leidenschaftlich die Forderungen des Marschalls Foch, die zur Sicherung Frankreichs durchaus gerechtfertigt seien. Die Massenausweisungen aus dem Elsaß. Wie aus Freiburg t. Br. nach Basel gemeldet wird, beträgt die Zahl der von den Franzosen vertriebenen Elsässer mindestens 10 000 Personen, und von nun an sollen wöchentlich 2009 Personen abgeschoben werden. Eine neue Härte ist hinzugetreten. Die Ausgewiesenen in ganz Elsaßz=Lothringen werden im Laufe einer Woche in Straßburg und in Neudorf bei Basel in einem Sammellager zusammengebracht, und, wenn 2000 Personen beisammen sind, per Bahn über den Rhein trausportiert. Saarkohle für Italien. Der„Berner Bund“ meldet, daß seit Beginn des Februar aus dem Saarrevier monatlich 250000 Tonnen Kohle auf französische Rechnung durch die Schweiz nach Italien geführt werden sollen. Wie die„Deutsche Allgemeine Zeitung" erfährt, entspricht diese aufsehenerregende Meldung in der Tat der Wahrheit. Gegen das französische Vorgehen, gegen die willkürliche Disposttion über kostbare Bodenschätze eines Gebietes, das deutsch ist und bleiben soll, muß schärfster Protest erhoben werden. Die Lage im Osten. Erfelge gegen die Polen. Bomst genommen. Das Generalkommando des 5. Armeekorps teilt mit: Abschnitt Trachenberg—Rawitsche. Die Beute aus den Kämpfen östlich von Rawitsch am 10. Februar beträgt: 59 Gefangene, 5 Maschinengewehre, einiges Material. Der Feind ließ allein 25 Tote auf dem Kampffelde — Abschnitt Guhrau: Unsere Artillerie belegte den feindlichen Truppenverkehr bei Punitz mit Stbrungsfeuer.— Abschnitt Züllichau: Mittwoch bei Tagesanbruch griffen brandenburgische und schlesische Regimenter nach karzer kräftiger Artillerievorbereitung zwischen Unruhstadt und Bentschen an. Die Stadt Bomst wurde nach zäher feindlicher Gegenwehr genommen. Der Angriff ist in gutem Fortschreiten. Unruhstadt und Schloß Neudorf sind bereits besetzt. Die Bahnlinie Berlin—Bromberg—Thorn bedroht. Die Berichte der letzten Tage über die Polenkämpfe haben die Aufmerksamkeit erneut auf die Grenze Westpreußens gelenkt, das augenblicklich in großer Gefahr ist. Gelingt es den Polen, die Bahnlinie Thorn— Bromberg— Schneidemühl— Krautz—Berlin auch nur an einer Stelle zu nehmen, so ist der wichtigste Lebensnerv Ostdeutschlands getötet. Denn einerseits sichert der genannte Abschnitt die Flanken des Aufmarsches gegen die Bolschewisten, andererseits auch Berlin in wirtschaftlicher Beziehung. Die herrschende Lebensmittelknapphett wird noch gesteigert, wenn aus der fruchtbaren Provinz nichts mehr nach Berlin gelangen kann. Um diese Katastrophe zu vermeiden, ist es dringend erforderlich, daß sic noch Freiwillige aller Waffengattungen zur Sicherung der Brenze! melden und zur Vertreibung der Polen aus den Gebieten, wo sie am tiefsten in überwiegend deutsche Landesteile eingedrungen sind und die Bevölkerung in unerhörter Weise unterdrücken. Man unterschütze die Gefahr nicht. Hat doch Korfanty selbst gelegentlich einer am 4. Januar in Bromberg abgehaltenen Waffenstillstandsverhandlung erklärt, die Polen würden sich nach der Friedenskonferenz die Gebiete gewaltsam holen, die ihnen nicht zugesprochen würden. Schreckensherrschaft der Volschewisten. Die bei der am 11. Januar erfolgten Einnahme Windaus durch die Bolschewisten in Gefangenschaft geratene reichsdeutsche Besatzung von etwa 30 Mann wurde einige Tage darauf von den Bolschewikt erschossen. Die Leichen wurden in ein Massengrab geworfen. Auch mehrere deutsche Matrosen wurden erschossen. In Riga finden täglich Verschleppungen und Hinrichtungen statt. In Goldingen sind 19 deutschstämmige Kolonisten durch die Bolschewisten erschossen worden. Kabinett beschlossen worden, die preußische Laudesversammlung zum 4. März einzuberufen. Außerdem haben die maßgebenden Faktoren in Preußen, besonders der Zentralrat, die Absicht. auch für Preußen einen Staatspräsidenten zu wählen. — Der Bund der Landwirte hält im 17. Februar in Berlin im„Rheingold“ seine diesjährige Generalversammlung ab. Der 25 Milliardenkredit angenommen. Der Staatenausschuß hielt Mittwoch in Weimar seine erste Sitzung nach dem Inkrafttreten der neuen Verfassung ab. Die Sitzung begann mit einer Kundgebung zugunsten der Reichseinheit Von verschiedenen Seiten wurde betont, daß Reich und Bundesstaaten für jetzt und die Zukunft unbedingt aufeinander angewiesen seten, und daß daher auch die Verhandlungen des Staatenhauses vom Geiste der Eintracht getragen sein müssen. Nach einer längeren Rede des Schayzsekretärs Schiffer wurde dann die erste Vorlage, die 25=Milliarden=Kredit Forderung, einstimmig angenommen. 3½ Milliarden Mark Fehlbetrag iur preußischen Staatshaushalt. Nach einer Bekanntgabe in den Fraktionen der rechtsstehenden Parteien hat sich seit dem 9 November 1918 ein Fehlbetrag in dem preuzischen Staatshaushalt in Höhe von 3½, Miblierden Mark ergeben. Die preußische Landesversammlung am 4. März. Berlin, 18. Fedr. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, ist vorgestern im preußischen Ausland. Amerika, 269 Millionen Dollars für das amerikanische Flottenbauprogramm bewilligt. In der Marinedebatte bewilligte das Repräsentantenhaus vor der Erörterung des neuen Programms 269 Millionen Dollars als Ergänzungskredit für das erste Bauprogramm, welches 1916 angenommen wurde. Japan. Japan droht Ching mit Krieg. Newyork, 14. Febr. Der Washingtoner Korrespondent der Associated Preß telegraphiert: Einem hier eingetroffenen diplomatischen Bericht zufolge hat Japan im Prinzip mit Krieg gedroht, wenn China die Geheimverträge beider Länder veröffentliche und seine Vertragspflichten nicht erfülle. China sucht bei Großbritannten und den Bereinigten Staaten Unterstützung angesichts der Haltung Japans, die ernste Befürchtungen unter den Vertretern der assoztierten Mächte erzeugte. Wie verlautet, sind die Abschriften der Geheimverträge aus dem Gepäck der chinesischen Friedensdelegierten gestohlen worden, als sie durch Japan reisten und daher sind diese nicht in der Lage, die Geheimoerträge auf der Friedenskonferenz zu veröffentlichen. Kirchliche Nachrichten. Sonntag vorm. 9½ Gottesdienst: Paster Prasse.(Petes des h. Abendmahls. Beichte um 9½ Uhr) 11 Uhr Kindergottesdienst 13 Uhr Kirchentaufen. Nachm. 6 Uhr im Vereinshause Vortrag über„Die Nationalversammlung im Lichte der deutschen Geschichte.“(Pastor Müller.) Mittwoch abend 8 Uhr Betstunde in der Kirche Pastor Brasse. Ble 76 Bleuet An Beinmel Nr. Auf Wahl de aus welabgeordn als gewö präsident geordnete Präs Präsidiur Ich über Verfassun lung mit die Wahl strebt seit lichem Wi der Versa richtung keit mein Ordnung (Lebhafter In d die Erklär der Reich Brockd „Mei Aufgaben Gruppen Kriegszust Beziehung seitigung Bedürfnis hat es nic sich die fri tente und Wilson'sche dieser Ba annahm, k. noch so I Leider hat Deut Gebrochener Stolz. Roman von Alfred Sassen. 91). Nachdruck verboten. Heinz entschuldigte sich mit heftigem Kopfschmerz. Einem einstündigen Gottesdienst beizuwohnen, sei ihm unmöglich. Er wollte einen Spaziergang machen, der ihm gewiß Erleichterung bringen würde. Es war auch wie eine krankhafte Sehnsucht in ihm, hinaus in den kalten Morgen zu eilen. Er fühlte es, nur die Einsamkeit draußen unter dem sonnenglitzernden Winterhimmel konnte ihn aufrichten. Er wäre am liebsten fortgeeilt, wie er ging und stand, in seinem leichten Rock, so heiß und eng war ihm. Allein er mußte es sich gefallen lassen, daß Lucie, deren Gesichtchen auch heute wie in süße Glückseligkeit getaucht war, ihn nach Kräften verwahrte. Endlich stand er draußen. Er bog um die Hausecke und schlug mechanisch die Richtung ein, die er als Junge immer am liebsten gewählt hatte, zum Hohlweg hin, auf dessen Höhen zu beiden Seiten der Wind so lustig in dem dürren Schlehdorn= und Heckenrosengebüsch sauste. Als Heinz aus dem Hohlweg heraus auf das freie Feld trat, ging ein heftiges Erschrecken durch seinen Körper. Bei der seltsamen Schwäche, unter der er noch immer litt, wäre er fast in die Knie gesunken. Dort drüben, ihm den Rücken kehrend, stand die Komtesse am Teich. Auf der Straße — in der Richtung nach dem Schlosse— entfernte sich gerade ein Diener, der ihr wohl den Weg bis zum Teich gebahnt und das Eis vom Schnee gereinigt hatte; denn wahrscheinlich war sie herausgekommen, um Schlittschuhe zu laufen. Ja, an ihrem Arm hing etwas nieder, das gleißend im Sonnenschein funkelte. In Heinz quoll es heiß und wild auf. Ihn zogte die Unrast umher, der verzweiflungsvolle Drang, das in tausend Schmerzen verloren gegangene Gleichgewicht seiner Seele zurückzugerzinnen— sie kam da heraus, um sich gus em. Eis zu vergnügen. 1 Heinz tenkte vom Wege ab. Quer über die tiefverschneiten Felder strebte er dem Teich zu. Es riß ihn etwas vorwärts, der wilde, alle Schranken der Besinnung und Ueberlegung überspringende Wunsch, vor sie hinzutreten und seines Herzens. Dann sagte er mit ironischer Höflichkeit:„Ah, ich komme gerade recht, wie ich sehe, um dem gnädigen Fraulein beim Anschnallen der Schlittschuhe behilflich sein zu können—?“ Die Züge ihres Gesichtes verhärteten sich in ihr ein beißendes, zorniges Wort ins Antlitz zu schleudern. Sie mußte in tiefen Gedanken versunken stehen, denn sie fuhr erst herum, als er schon dicht hinter ihr war. Eine Flamme schlug über ihr blasses Antlitz hin, um ebenso rasch wieder zu verlöschen. Sie trat einen Schritt zurück, weiter hinein auf das Eis, das sich in tiefdunkler Fläche hindehnte. Heinz bezwang ein rasendes Hämmern stolzer Abwehr:„Danke. Ich glaube, ich habe meine Lust überschätzt. Ich werde nicht laufen.“ „Ich bin trotzdem glücklich,“ fuhr er fort, den ironischen Ton festhaltend,„dem gnädigen Fräulein begegnet zu sein... Als Sie uns gestern in der Schule die Ehre schenkten, hatte ich ganz vergessen, Ihnen für Ihr Geschenk zu danken.“ „O, die Kleinigkeit! Ein Ergebnis der langweiligen Wintertage auf dem Lande.“ „Ah so!“ Sein Atem setzte aus. Er vermochte nicht gleich weiterzureden. Auch fiel ihm plötzlich ein, daß die Komtesse wohl auf derselben Stelle des Eises stand, wo sie damals als Kind eingebrochen war. Die seltsame, herzbeklemmende Poesie jener glücklich= unglücklichen Kinderstunde stieg gleichsam aus dem dunklen Eisspiegel empor und wollte ihn mit schmerzlich=wehmütiger Macht überfallen. Aber er wehrte sich dagegen. Nicht als ein weicher Träumer wollte er vor ihr stehen, nein, als harter, unerbittlicher Ankläger. Seine Lippen schürzten sich höhnisch. Er knüpfte an ihre letzten Worte an:„Für mich bedeutet Ihr Geschenk nun doch mehr als ein Ergebnis langweiliger Stunden—“ „Wirklich?“ „Den Abschied von der Jugend bedeutet es für mich.“ „Das versteh' ich nicht.“ „O, so denken Sie doch nach! Ja, den Abschied von der Jugend," wiederholte er feindselig. „Sie sind ein Dichter. Ich bin leider ganz und gar nicht poetisch veranlagt.“ „Und doch haben Sie mein Buch gelesen, wie ich von Fräulein Lotte weiß,“ sprang Heinz rasch über.„Wohl auch nur unter dem Druck langweiliger Stunden?“ „Vielleicht!“. Sie wollte an ihm vorüber. Er hielt sie mit einer Bewegung zurück. „Haben Sie mir nicht ein Wort über das Buch zu sagen?“ „Mama ist ganz entzückt davon.“ „Ich werde der Frau Gräfin meinen Dank abstatten.“ Er verbeugte sich ironisch höflich. „Sie sind also mit meinem ersten Debüt nicht zufrieden?“ fragte er dann hartnäckig weiter. Die Komtesse zuckte, an ihm vorübersehend, die Achseln.„Das würde nichts zu bedeuten haben, da ich Ihnen schon sagte, daß mein Verständnis—“ „O, ich weiß,“ unterbrach er sie in finsterem Hohn,„daß Ihr Urteil das sicherste und liebevollste sein kann.“ Sie hatte sich bis jetzt bemüht, einen kalten Gleichmut festzuhalten. Nun nagte sie doch zornig die Lippe. Dann fand sie aber den Weg in teige Eie densen unreifen Mädchenansichten,“ meinte sie spöttisch. „Damals war. ich noch ein halbes Kind.“ „Damals,“ wiederholte er hart.„Darf ich einen Augenblick von diesem„damals“ sprechen?“ „Fällt Ihnen wirklich nichts Interessanteres ein?“ Seine Augen funkelten sie fast drohend an. „Kann man von etwas Herzerfreuenderem sprechen, als von seiner Jugend?... Ich habe gestern abend eine neue Erzählung begonnen. Die Helden derselben sollen in dem Werke ihre Jugend erleben. Eine Jugend auf dem Lande, voll Sonnenglanz und Blumenduft, umschwirrt von Vogelsang und Schmetterkingen, umbraust von den Stürmen des winterlichen Waldes... Darf ich da ein wenig von — unserer Jugend borgen?“ Sie zog hastig den Schleier über das Gesicht, aber davon konnte es doch nicht sein, daß ihre Stimme so seltsam schwach klang, als sie ihm seine Fragen beantwortete:„Verlassen Sie sich auf Ihre Phantasie. Die Schilderung wird dann gewiß lebendiger ausfallen.“ Er hatte aufgehorcht bei ihrem Ton, in dem auf einmal eine so eigene Stimmung bebte. Aber er ließ sich keine Zeit zum Erraten und Nachdenken. Heftig sprudelte er weiter:„O, Sie wissen recht gut, daß keine Phantasie der Wekt die Jugendjahre eines glücklichen Menschenkindes duftiger ausgestalten könnte.“ Er trat um einen Schritt näher an sie heran.„Freilich folgte' dieser sonnigen Jugend—“ „So lassen Sie doch endlich diese Jugend, die so weit hinter uns liegt.“ Nicht ärgerlich klang das, auch nicht geringschätzig befehlend. Nein, es klang wie die flehende Bitte eines Menschen, der den letzten Rest seiner Fassung zu verlieren fürchtet. Wie Heinz bei ihren Worten in das Ohr das Ahnungsvermögen seiner Seele gelegt hatte, so brannten zugleich auch seine Augen auf sie ein, groß, forschend, durchdringend! Und auf einmal wußte er, wie es um sie stand. Die heraufbeschworene Jugendzeit— an dieser Stelle heraufbeschworen— hatte ihr die Maske vom Antlitz gerissen. Als ob es klar darin geschrieben stehe, las er aus ihren Zügen, in denen das Zucken eines schmerzgefolterten Herzens war, daß er ihr unrecht getan mit seiner Annahme, sie sei in nichtigen Weltlichkeiten aufgegangen und habe vergessen oder vergessen wollen, was damals auf dem Friedhof zwischen ihnen geredet worden. Er erkannte, daß ihre Weihnachtsnacht, wie die seine, voll heißester Bitternisse gewesen. Dicht stand Heinz vor ihr, noch immer mit den brennenden Augen an ihr hängend. Da brach es plötzlich über seine Lippen:„O, über den stolzen Mund, der nicht sprechen wollte! O, über das stolze, von verkehrten Bedenklichkeiten überwucherte Herz, das sich in die Ferne wandte, um den Jugendfreund zu vergessen:... Ach, Klementine, in der hinabgesunkenen traurigen Weihnachtsnacht glaubte ich überwunden zu haben. Allein es ist nicht wahr. In mir ist ein Aufruhr—“ Heinz wurde das Wort abgeschnitten und der Komtesse die schreckliche Notwendigkeit erspart, erwidern zu müssen auf die tiefschmerzliche Klage. Durch den Wald, der in geheimnisvoller, schneeüberschütteter Pracht stand, klingelte sehr rasch ein Schlitten näher. Die junge Dame neigte den Kopf horchend nach den fröhlichen Tönen hin, dann raffte sie sich auf. Mit einer entschiedenen Handbewegung fuhr sie sich über die Stirn. Es war, als wolle und könne sie plötzlich fortwischen, was sie so quälte, ihr alle Kraft nahm. Ihre Haltung festigte sich sichtlich. Ein leises Rot trat in die fahlen Wangen, das verschwimmende Auge bekam wieder einen bestimmten Blick. Jetzt sauste der klingelnde Schlitten zwischen den letzten Bäumen des Waldes heraus auf die freie Straße. Gleich darauf erklang von heller Stimme ein lustiger Zuruf herüber zum Teich. Der Kutscher zügelte die feurigen Rappen, der Schlitten stand still. Die weichen Pelzdecken zurückwerfend, sprangen drei junge Herren in Uniform heraus auf die Straße und nahmen die Richtung nach dem Teich..... Leutnant Axel war am Morgen nach Schloß Altenbrück hinübergefahren, das nur eine halbe Stunde von Liebenberg entfernt lag, um den Herrschaften eine Einladung seiner Tante für den Abend zu überbringen. Klementine hatte ganz plötzlich den Wunsch geäußert, am Abend eine großere Gesellschaft im Schloß zu sehen, und für Axel war dieser Wunsch ein Befehl gewesen. Mit der lachenden Bemerkung, er wolle sehen, was sich tun lasse, hatte er als Ritter ohne Furcht und Tadel die Weisung gegeben, sofort anspannen zu lassen. Hätte er in Altenbrück kein Glück gehabt, so wäre er noch weiter herumgefahren bei der adeligen Nachbarschaft, um sich die gewünschten Gäste auszuborgen. Graf und Gräfin Altenbrück, ein noch ziemlich jung verheiratetes Paar, nahmen jedoch in liebenswürdigster Weise die Einladung an. Sie versprachen nicht nur, selbst zu kommen, sondern auch ihre eigenen Gäste mitzubringen, zwei Cousinen des Hausherrn, fröhlich und hubsch, und die beiden Brüder der Hausfrau, zwei junge Dragonerleutnants, die gleich mit Axel nach Liebenberg hinüberfuhren. Der Hus Kaltenborn, sarenleutnant stellte auf dem Eis die beiden Kameraden, Bodo und Kurt von seiner Cousine vor. Dann wandte er sich artig, wenn auch mit einem erstaunt fragenden Blick, zu Heinz, begrüßte ihn und machte ihn gleichfalls mit den„Herren Kameraden" bekannt. die Feind nur die 2 Drohen weitere 8 Ich habwerde al weisen. 2 kann uns anzuerken Wir weil die 9 hatten, u waren. 2 herige Str Friedensh könnten, d zu ersetzen Präside um 2,29 U erklärt, die tion Heinze nächsten Dann 1 ein. Reichsn Schiffer: Die Vor versammlun Kredi 3 vor. 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