Bil„Ausenes Seitung““ erscheint jedem und Samstag. für die einspaltige Voloneizeille oder deren Raum 15 Pfg. — Reklamezelle 40 Pfg. ete kett. Hountageblats monatlich be Pfe.— Seschüftsstelle: Bahnhofstraße 25. Telephon=Nr. 554. verbunden ait der„Aunener Volkszeitung“. Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. Organ. Zusevate siuden bei der großen Auflage der Annener Zeitung weite und billige Verbreitung.— Bei gerichtüchen Beitreibung oder bei Kondursen komnmtt jeder Annoncenrabatt in Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir keine Verantwortung. — Eelephen=Nr. 459— Nr. 74 Donnerstag, den 14. Juni 1917. 33. Jahrgang. Ein Großsstagzeug=Geschaaret uber Tondon. Die Knebelung Griechenlands Abdankung König Konstantins. Athen, 13. Juni.(Havasmeldung.) König Konstantin hat zu Gunsten seines Sohnes Prinz Alexander abgedankt. Montag vormittag halte der Oberkommissar der Alltierten Jonnart mit dem Ministerpräsidenten Zaimis eine Unterredung in welcher er von ihm im Ramen der Schutzmächte die Abdankung des Königs und die Bezeichnung eines Nachfolgers unter Ausschluß des Thronsolgers verlangte. Zaimis erkannte die Uneigennützigkeit der Mächte an, deren einziges Ziel die Wiederherstellung der Einigkeit Griechenlands auf Grund der Verfassung sei, erwiderte aber Jonnart, daß ein Entschluß vom König eist am Abend nach Zusammentritt eines Kronrates, bestehend aus den ehemaligen Ministerpräsidenten, gesaßt werden könne. Trotz der Hetzereien gewisser Agitatoten wurde die Ruhe in den Straßen Athens nicht gestört. Nachdem Zaimis Jonnart den Brief mit der Annahme der Abdankung überreicht hatte, hat der ehemalige König die Absicht ausgesprochen, sich auf ein englisches Schiff zu begeben und über Italien nach der Schweiz zu fahren. Die Truppen, die zur Versügung des Oberkommissars der Mächte standen, hatten Befehl erhalten, nicht zu landen, bevor der Entschluß des Königs bekannt sei. * In den letzten Tagen hat die Entente ganz besondere Anstrengungen gemacht, um die Knebelung der Reutralen, und insbesondere Griechenlands, zu vollenden. Wir hatten vor kurzem auf den bevorsehenden neuen Feldzug der Entente gegen die Reutralen hingewiesen und sehen unsere Ausführungen leider bestätigt. Die Vorgänge in Griechenland, die in der Entsendung eines besonderen Bevollmächtigten der Entente nach Griechenland, als Tysann des Landes, gipselten, haben, wenn Havas die Wahrheit meldet, zur Abdankung des griechischen Königs geführt, der nun schon drei Jahre lang ein stilles Heldentum trägt. Die Lage in Griechenland läßt sich zurzeit noch nicht ganz übersehen. Es liegen noch folgende Meldungen vor: Besetzung des Epirns durch die Italiener, Rotterdam, 12. Juni. Wie der„Neue Rotterdamsche Courant“ berichtet, gibt„Daily Telegraph“ die Meldung der Athener Presse wieder, wonach die italienischen Truppen, die Janing besetzten, den griechischen Zivilbehörden und der Garnison besohlen hätten, die Stadt binnen ¼ Stunde zu verlassen. Die italienischen Truppen rückten südwärts weiter, um Prevesa und den Rest von Epirus zu besetzen. Aus gleicher Quelle wird gemeldet, es lausen Gerüchte um, daß Truppentransportschiffe der Alliierten im Golse von Korinih angekommen seien. Truppen seien in Jleg gelandet worden. Bewassneter Widerstand? Berlin, 13. Juni.„Times“ melden dem „Lokalanzeiger“ zufolge aus Athen: Sämtliche veniselistische Führer verließen die Hauptstadt. Gerüchtweise verlautet, daß die Athener Regierung Widerstand mit den Waffen leisten werde. Der Tyrann Griechenlands. Notterdam, 13. Juni. Nach dem„Reuen Rotterdamschen Courant“ schreibt die„Limes“ aus Athen vom 7. Juni, es würden offenbar radikale Maßregeln geplant, um die griechische Frage zu lösen. Wenn die Mission Jonnarts ergeben sollte, daß eine militärische Intervention unvermeidlich ist, würden außer dem französischen Gesandten auch der englische und russische die Stadt verlassen. Vom 19. Juni meldet derselbe Korrespondent, daß in Athen jedermann glaubt, daß durch die Besetzung der Stadt Janina durch die Italiener mit einer Aktion begonnen wurde, deren Zweck die Beschränkung der Machibelugnisse der Stadt Athen sei. Es sei bekannt, daß mehrere Ossiziere des Rachts Pläne ausarbeiten, um den Widerstand gegen einen militärischen Angriff der Alliierten vorzubereiten. Der Rönig und die Armee. Nach Pariser Meldungen versuchten 2090 Reservisten den König mit ihren Leibern zu dechen. Sie umstellen das Schloß. Eine vom Die Heeresleitung berichtet heute: Sowohl in Flandern wie im Artois war Sicht gute Trefferwirkung. Trotz statkem Abnur in einigen Abschnitten der Artilleriekampf wehrfeuer und zahlreichen Lustkämpfen, bei denen stark. Oestlich von Ypern sprengten wir Minen, die in der englischen Stellung Verheerungen anrichteten. Front des Deutschen Kronprinzen Bei Dauxaillon(nordwestlich von Soissons) griffen die Franzosen nach mehrstündigem Feuer an. Sie wurden zurückgewiesen. Sonst blieb der Artilleriekampf nur gering. erEin Geschwader von Großflugzeugen reichte gestern mittag London, warf über der Festung Vomben ab und beobachtete bei klarer ein englisches Flugzeug über der Themse abstürzie, kehrten alle Flugzeuge unversehrt zurück. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Gesechtstätigkeit hielt sich in den„üblichen Grenzen. Die russischen Flieger sind in der letzten Zeit wieder tätiger geworden. Sie stießen mehrmals über unsere Linien vor. Seit Ansang Juni wurden 5 abgeschossen. Bomben auf Tuckum wurden gestern durch Lustangriff auf Schlock vergolten. Mazedonische Fron: Keine besonderen Ereignisse. Fregattenkapitän Mavromichalis geführte Abordnung begab sich darauf in das Schloß, um den König der Ergebenheit von Heer und Volk zu versichern. Anstatt jeder Antwort mahnte der König nur zur Ruhe, die daraushin auch nirgends gestört wurde. König Alexander. Der neue König von Griechenland, der bisherige Prinz Alexander, der durch die Thronabdankung seines Vaters auf den Thron gelangt, ist noch nicht ganz 24 Jahre alt. Er wurde am 20. Juni 1893 als zweiter Sohn des Königs Konstantin und der Königin Sosie auf Schloß Tatoi bei Aihen geboren. Der junge Prinz wurde, da er die militätische Laufbahn einschlagen sollte, vom König, der die deutsche militärische Erziehung so außerordentlich hoch schätzt, in die Kadettenanstalt Lichterfelde gegeben. Dort studierte Prinz Alexander bis zum Ausbruch des Balkankrieges. Da berief ihn der König heim und der Prinz trat bei der Artillerie ein. Zuletzt bekleidete er den Rang eines Hauptmanns im ersten griechischen Artillerieregiment. Ein König von so jungen Jahren ist natürlich in politischer Beziehung ziemlich satblos. Prinz Alexander ist es umsomehr, da ja nicht er, sondern sein älterer Bruder Georg als Kronprinz der nächste Anwärter auf den griechischen Thron und in dieser Absicht vom Vater in die politischen Geschäfte eingeführt worden war. Die Verzichterklärung. Dem Oberkommissar Jonnart teilte der griechische Ministerpräsident Zaimis amtlich solgendes mit: Herrn Oberkommissar! Nachdem Frankreich, Rußland und Großbritannien durch ihre Rote die Abdankung Seiner Majestät des Königs Konstantin gefordert haben, hat der unterzeichnete Ministerpräsident und Minister der auswärtigen Angelegenheiten die Ehre, Eurer Exzellenz zur Kenntnis zu bringen, daß Seine Majestät wie immer auf das Wohlergehen Briechenlands bedacht, beschlossen hat, Griechenland mit dem Kronprinzen zu verlassen und als seinen Nachfolger Prinzen Alexander bezeichnet. Eine Botschaft Wilsons an Rußland. Präsident Wilson hat der russischen Regierung durch den Votschafter David Roland Francis in Petersburg folgende Botschaft überreichen lassen: „Angesichts des bevorstehenden Besuches der amerikanischen Abordnung in Rußland, die die tiesste Freundschaft(1) des amerikanischen Volkes für Rußland zum Ausdruck bringen und die beste praktischeste Weise des Zusammenarbeitens beider Oölker zwecks Burchführung bis zum ersolgreichen Ende des gegenwärtigen Kampfes für die Freiheit aller Dölker besprechen soll, scheint es gelegen und geeignet zu sein, daß ich noch einmal im Lichte dieser neuen Bundesgemeinschaft die Ziele der Vereinigten Staaten festlege, die sie vor Augen hatten, als sie am Kriege teilnahmen Diese Ziele waren in den letzten Wochen durch mißverstandene, irreführende Ecklärungen verdunkelt, aber die auszutragenden Streitfragen sind zu bedeutungsvoll, zu wichtig und zu groß für die ganze Menschheit, als daß auch noch so kleine Mißverständnisse und Irreführungen auch nur einen Augendlick, seitdem der Krieg gegen Deutschland begonnen hat, unkortigiert bleiben können.“ Die Haltung Amerikas in diesem Kriege, so fährt Wilson fort, ist so klar begründet worden, daß niemand entschuldigt werden kann, der sie nicht versteht. Amerika erstrebt keinen materiellen Vorleil oder Gebietsvergrößerung irgend welcher Art. Amerika kämpft für keinen Vorteil oder selbstsüchtiges eigenes Ziel, sondern nur für die Freiheit der Völker überall in der Welt gegen die Uebergriffe autokratischer Gewalten. Der Status quo ante könne nicht wiederhergestellt, sondern müsse verändert werden, damit eine Wiederkehr von solch abscheulichen Dingen auf immer verhindert wird. Wir kämpfen für die Freiheit, für die Selbstregierung, für die freie Entwicklung aller Völker. Das Unrecht muß zuvor wieder gutgemacht werden. Dann müssen gehörige Bürgschaften gegen die Wiederkehr solchen Unrechts geschaffen werden. Praktische Fragen kann man durch praktische Mittel und nicht durch schöne Worte regeln. Keinem Volke darf eine Souveränität aufgezwungen werden, unter der es nicht leben will. Kein Gebietswechsel soll erfolgen, es sei denn in der Absicht, die Menschen, welche darin wohnen, zu schützen und ihnen eine freie Entwicklung zu sichern Man will nicht auf Entschädigung dringen mit Ausnahme für diejenigen, welche einen klaren Schadenersatz für das gegen sie verüdte Unrecht sordern dürfen. Keine neue Regelung durch Gewalt soll erfolgen mit Ausnahme einer solchen, die den Frieden der Welt und die Politik und das Glück der Völker sichert. Die Brüderschaft der Menschheit, so schließt Wilson, darf nicht länger eine schöne, aber leere Phrase sein. Sie muß eine lebendige Wirklichkeit werden. Die Rationen müssen gemeinsam handeln und einen aktiven Bund gründen, um ihre Länder gegen Angriffe einer autokratischen egoistischen Macht zu schätzen. Gegen diese Dinge können wir Gut und Blut opfern, denn es handelt sich um Dinge, denen wir jederzeit nachstreben werden. Wenn wir jetzt nicht Gut und Blut opfern, werden wir ntemals mehr in der Lage sein, vereint unsere siegreiche Kraft für die große Sache der menschlichen Freihelt in die Wagschale zu wersen! Der Tag is gekommen, um zu flegen oder des Gegenteil zu erleiden. Sosern die autokratische Macht uns entzweien hann, wied sie das Uebergewicht erlangen. Wenn wir einig bleiben werden wir sicher den Sieg erringen und die Freiheit erobern, die der Sieg mit sich bringen wird. Dann können wir edelmütig sein, aber wir dürsen jetzt nicht schwach sein, irgendwelche Garantien für Gerechtigkeit und Sicherheit underücksichtigt zu lassen.“ Die edelmütigen Kriegsgründe und Kriegsziele der Vereinigten Staaten. Wer in der ganzen Welt kann heute noch an ihnen zweiseln! Sie sind schon so ost in Reden, Roten, Botschaften und Missionen niedergelegt, daß ihre dauernde Wiederholung allmählich verdächtig erscheint.— Stark ist auch die an die leitenden Männer Rußlands gestellte Zumutung, zu diesem gleißnerischen Lügen= und Heucheleigespinfte„Ja“ und„Amen“ zu sagen. * „* Endlich auch die dominikanische Republik. Als unser jüngster Feind ist aus Veranlassung Amerikas der Mulattenfreistaat San Domingo aufgetreten, der den größeren östlichen Teil der Insel Haili einnimmt. Die Beziehungen zur Republik Haiti wurden bekanntlich von uns abgebrochen. Englands Antwort an Rußland. Auf den russischen Vorschlag eines annexionslosen Friedens ohne Kriegsentschädigung erwiderte England, daß es höchstens zu einer Reoision seiner Kriegszielbedingungen geneigt sei. In der vom 9. d. M. datierten Rote heißt es: Am 3. Mai erhielt die englische Regierung durch den russischen Geschäststräger eine Rote von der russischen Regierung mit der Erklärung ihrer Kriegspolitik. In dem Ausruf an das russische Volk, der in der Rote enthalten ist, wird gesagt, daß das freie Rußland nicht andere Völker zu beberrschen, noch ihnen ihr angestammtes nationales Erbe zu nehmen oder fremdes Gebiet gewalisam zu besetzen beabsichtigt. Dieser Gesinnung stimmt die englische Regierung von Herzen zu. Sie ist in den Krieg nicht als in einen Eroberungskrieg eingetreten und sie setzt ihn für kein solches Ziel fort. Ihre Absicht beim Ausbruch des Krieges war, den Bestand ihres Landes zu verteidigen und die Achtung vor den zwischenstaatlichen Verpflichtungen zu erzwingen. Zu diesen Zielen ist jetzt noch das der Befreiung der durch fremde Gewaltherrschaft unterdrückten Völkerschaften hinzugekommen. Die englische Regierung freut sich daher herzüch, daß das freie Rußland die Absicht der Besreiung Polens angekündigt hat, nicht nur des von der alten russischen Autokratie beherrschten Polens, sondern in gleicher Weise des unter der Herrschaft des deutschen Kaiserreiches befindlichen Polens. Zu diesem Schritte wünscht die englische Demokratte Rußland gutes Gelingen. Vor allem müssen wir nach einer Regelung streben, die das Glück und die Zufriedenheit der Dölker sichern und allen berechtigten Anlaß für einen zukänftigen Krieg beseitigen wird. Die englische Regierung vereinigt sich herzlich mit ihren russischen Alliierten in der Annahme und Billigung der Grundsätze, die von dem Präsidenten Wilson in seiner historischen Botschaft an den amerikanischen Kongreß niedergelegt sind. Das sind die Ziele, für die die britischen Völker kämpfen, das sino die Grundsätze, von welchen ihre Kriegspolitik jetzt und in Zukunst geleitet wird. Die englische Regierung glaubt, daß die Abmachungen, die sie von Zeit zu Zeit mit ihren Alltierten getroßen hat, mit diesen Leitsätzen übereinstimmen. Aber, wenn die russische Regierung es wünscht, ist sie vollständig bereit, diese Vereinbarungen mit ihren Aklierten zu prüfen und, wenn nötig, zu 10• Sibiere Englische Geungtnung über Wilsono Zu Wilsons Botschaft an Rußland sagt die Londoner Dally Mail: Es gibt kein Wort in der Botschaft, dem Großbritannien, Krankreich und Italien nicht zustimmen können. Das zu treffendste Argument des Präsidenten ist die Betonung der Tatsache, daß die Zeit, Edelmut zu zeigen, erst nach dem Kriege gekommen sein dürfte und nicht jetzt, wo Deutschland sich mit seiner Verderbtheit brüftet und über seine Missekaten jubelt. Auch die ganze übrige Londoner Presse drückt ihre Befriedigung und Uebereinstimmung mit Wilsons Rote aus. Eine französische Note an Rußland. Die stanzösische Regierung hat eine Rote übergeben lassen, welche dieselben Erklärungen enthält, wie die englische, und hinzugefügt, daß Frankreich in dem Wunsche nach der Wiedereroberung Elsaß=Lothringens. das ihm vormals gewaltsam entrissen worden sei, gemeinsam mit den Alliierten bis zum Siege kämpfen werde, um den Provinzen die Rechte auf ein unverkürztes Gebiet und wirtschaftliche und politische Selbständigkeit zu sichern. Das russische Chaos. Aus Petersburg wird gemeldet, die Anarchie macht reißende Fortschritte. In Archangelsk droht die Stillegung des gesamten Schiffsverkehrs durch den Ausstand der Hasenarbeiter. In Petersburg streiken die meisten Aerzte. In Hin blick auf neue Straßenunruhen in Petersburg erwägt man die Beschlagnahme aller Beanntweinvorräte. Am dramatischen Wendepunk der Weltgeschichte. Kein einschlägiger Beobachter, so heißt es in einem schwedischen Blatte, kann im Zweifel dawüber sein, daß das deutsche Volk durchhalten kann und wird, daß es militärisch niemals zerschmettert werden kann. Ebensowenig bringt die Hungerwasse Deutschland zum Nachgeben. Bis zur nächsten Ernte ist es für Deutschland verhältnismäßig leicht, durchzuhalten. Und wenn diese Einte geborgen ist, wird sich dann der deutsche Bürger nicht sagen: Ist der Krieg an der Front nicht bereits entschieden? Haben die Feinde nicht eingesehen, daß es eine Unmöglichkeit ist, den„Einsamen" zu vernichten? Der U Boolkrieg geht mit einer verhängnisvollen Regelmäßigkeit seinen Gang und hat in seinen Erfolgen den Voranschlag des Admiralstabes weit übertroffen. Am 1. Oktober werden 5 Millionen Tonnage auf dem Meeresgrund ruhen. Wird da nicht endlich ein Ende kommen? Wied man dann im Westen nicht auch erkannt haben, daß es Zeit ist, in Verhandlungen für einen Frieden einzutreten, der nicht die Vernichtung des Gegners bedeutet? Kann sein, daß England dies dann immer noch nicht eingesehen hat. Und doch liegt ein Ergebnis dieses Krieges, und zwar das bedeutungsvollste, bereits vor: Englands Herrschaft auf der See existiert nicht mehr in dem Maße, wie vorher! Wenn sonst niemand das erkennt, so hat es das deutsche Volk getan. Und dieses deutsche Volk läßt seinen Feind, den es einmal gepackt hat, in dem Augenblick nicht los, in dem die Weltgeschichte am dramatischen Wendepunkt angelangt ist. Die Ukrainer fordern Autonomie. In Kiew hat sich der Generalstab der ukranischen Armee organisiert. Er hat sich nach Petersburg begeben, um, wie er in seinem Aufruf an die Bevölkerung erklärt, von der Petersburger Regierung die sofortige Erklärung der ukranischen Autonomie zu fordern. Die Verhaftung des Großfürsten Nikolaus. Großfürst Nikolaus Rikolajewitsch, der vor kurzem in Tiflis verhaftet wurde, wird in den nächsten Tagen nach Petersburg überführt, um sich dort zu verantworten. Wie jetzt bekannt wird, ist die Verhaftung vorgenommen worden, weil in dem Prozeß gegen den früheren Kriegsminister Suchomlinow belastendes Material gegen den Großfürsten aufgesunden worden ist. Die Nevolution in Rußland. Wilsons Note. Die italienischen Zeitungen besprechen Wilsons Rote an Rußland in günstigstem Sinne. Der römische Parlamentsvertreter des„Popolo d' Italia“ erklärt, die Rote sei von entscheidender Wirkung. Damit konstilutere sich Amerika zum obersten internationalen Gerichtshof, der die Russen vor die Entscheidung stelle, entweder die Freiheit zu erobern oder sich zu unterwersen. Schwächlinge werden nicht geduldet, weder jetzt, noch später. Die Freiheit müsse gerettet werden, nicht durch Theorien, sondern durch die Kraft der Waffen. Einspruch von Russen gegen englische Maßnahmen. In London tagt unter dem Vorsitz Lord Cheffields eine große Versammlung von Russen meist jüdischen Bekenntnisses,„um dagegen zu protestieren, daß die Russen gezwungen würden, in die britische Armee einzutreten, und um für Rußlands Bürger Gelegenheit zu verlangen, mit ihren Familien in ihr eigenes freies Land zurückzukehren.“ Im Iuge der Not. Roman von C. Oressel Westlicher Kriegsschauplatz. Eine Ansprache des Kaisers. An der Westfront richtete der Kaiser an die erste Gardedivision unter Führung des Generals v. Scheuch eine ehrende Ansprache. Die Hoffnungen des Feindes sind geschwunden und gescheitert an der Tapferkeit und eisernen Kraft der ihm entgegenstehenden deutschen Männer. Der Feind sucht die Entscheidung, ihr, so wandte sich der oberste Kriegsherr an die Truppen, habt seine Pläne zuschanden gemacht. Wir ernten jetzt die Früchte langer Ausbildungsarbeit und wollen an dem einen Gedanken alle festhalten, den Kriegswillen des Gegners zu brechen. Prinz Eitel Friedrich brachte ein Hurra auf den Kaiser aus. Englische Blutopfer. Nach einer Aufstellung des„Nieuwe Rotterdamschen Courant“ hat die„Times“ im Monat Mai Verlustlisten veröffentlicht, die zusammen etwa 6000 Ossiziere verzeichnet. Seit Dezember bis Mai enthalten die von der„Times“ veröffentlichten Verlustlisten 18 009 Offiziere. Der Granatenregen bei Ypern. Nach einer Depesche des„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ aus London meldet der Kriegskorrespondent Gibbs aus dem englischen Hauplquartier, daß während der Offensive bei Dpern von der Artillerie einer Division 180 000 Granaten aus den Feldbatterien und über 46 000 Granaten aus den schweren Geschützen abgefeuert wurden. Dum Dumgeschosse in französischen Maschinengewehren. Ueber eine neue Barbarei der Franzosen sagt ein bei Betheny gefangener Angehöriger des 403. Insanterie=Regiments aus Einige Tage vor dem allgemeinen Angriff in der Champagne erhielten die Führer der Maschinengewehrkompagnien den vom Korpsführer unterzeichneten Besehl, bei Teilen der Maschinengewehrmunition die Kugel umgekehrt in die Patronenhülsen zu flecken, um eine größere Geschoßwirkung zu erzielen. Die Kompagnieführer äußerten Bedenken in Bezug auf zu große Ladehemmnungen. Daraushin wurden Versuche angestellt, die ein befriedigendes Ergebnis erbrachten. Von 30000 Patronen seien daraufhin 6699 umgeändert worden. Episode aus der Höllenschlacht in Flandern. Der englische Kriegsberichterstatter Beach Thomas telegraphiert: Ich komme soeben aus der Schlacht zurück. Ich bin noch wie betäubt von dem Rasen der Kriegsmaschinen. Es ist mir unverständlich, wie menschliche Wesen überhaupt imstande waren, in dieser Hölle auszuhalten. Den Augenbück werde ich in meinem Leben nich vergessen. Wir standen von Tagesgrauen in einem Tale, und plötzlich war es uns, als wenn die Türen eines gewaltigen Hochosens mit Gewal gesprengt würden. Wir hörten ein Tosen und Oröhnen wie das Heranollen eines Gewitters, und die Erde erbebte, wie bei einem Erdbeben. Die Lust wurde erschüttert, die Erde bebie, und zahlreiche Explosionen setzten alles ringsum in Brand. Ich sah Landschaften vor meinen Augen einfach versinken und andere groteske Formen annehmen. Die Höhen westlich wurden durch Millionen Psund Sprengstoffe in Staub getrommelt. Weder bei Verdun noch an der Somme noch bei Arras hörte man eine derartige Kanonade. Die englischen Verlufte werden, sobald der Feind zur Gegenoffensive schreitet, groß werden, denn niemand darf glauben, daß die Deutschen so leicht nach geben werden. Oestlicher Kriegsschauplatz. Neue Meutereien im russischen Heer. Es lausen, Londoner Meldungen zufolge, wieder viele Gerüchte um über neue Meutereien in der Aimee. Ganze Regimenter haben, da man den Besehl zu einer baldigen Offensive erwartei, Vorbereitungen zur Abreise n die Heimat getroffen. Teilweise hatte man schon Lokomotiven und Züge beschlagnahmt. Nur die Ueberredungskunst eines Generals vermochte die Soldaten vorläufig noch zum Bleiben zu bewegen. Es scheint, daß die Bauern zahlreiche Briese an ihre Söhne geschrieben haben, n denen gesagt wird, daß infolge des Anerbietens eines ehrenvollen Friedens weitere Kämpfe unnötig eien. Im übrigen stehe die Verteilung des Grundbesitzes bevor, bezw. sie müsse erzwungen werden. Die Aecker müßten jetzt unbedingt bestellt werden, da sonst Rußland im nächsten Jahre eine Hungersnat haben werde.— Die Führer der einzelnen Armeekorps haben den bevorstehenden Besuch des Höchstkommandierenden Brussilow bei den Truppen angekündigt. Der Unterseebootskrieg. Deutscher Protest wegen des neuen „Baralong“=Falles. Berlin, 13. Juni. Wegen des an den „Baralong“=Fall erinnernden Verhaltens britischer Seeleute zu deutschen Matrosen bei dem letzten Seegesecht vor Zeebrügge wird die deutsche Regierung bei der englischen Regierung die energischsten Vorstellungen erheben, sobald das amtliche Material über die Vorgänge durchgearbeitet ein wird. Ueber 23000 Tonnen versenkt. Durch unsere.Boote sind im Atlantischen Ozean u. a. versenkt: Der englische bewaffnete Dampfer„Limerick“(6827 To.), ein englischer bewaffneter Dampser von 4500 To. mit Munition, ein weiterer bewaffneter englischer Dampfer von 8909 To. und ein Dampser von 4000 To. Weitere 40 000 Tonnen. Amtlich wird gemeldet: 1. Vor dem West ausgang des englischen Kanals und im Atlan tischen Dzean wurden neuerdings von unseren -Booten u. a. verichtet: Der englische bewaffnete Dampfer Elan Marray mit 6 500 Tonnen Weizen, 3 Offiziere des Dampfers wurden gesangen genommen; ein großer englischer bewaffneter Dampfer unbekannten Ramens. Durch weitere Versenkungen gingen u. a. verloren: 9000 Fässer Schmieröl, 10 000 Sack Wachs nach Frankreich und weiter 1 500 Tonnen Weizen. 2 Unsere A. Boote im Mittelmeer versenkten neuerdings 7 englische Dampfer und 10 italienische Segler mit insgesamt 33376 Tonnen. Es waren: Der bewaffnete Dampfer Don Diego (3632), mit Stückgut von Cardiff nach Alexandrien, Ampleierth(3873), mit Kohlen von Cardiff nach Malta. Manchester Trader(3938). Elmmoor(3844), mit 5700 Tonnen Weizen nach Livorno, der Dampfer Umpria(5310), mit unbekannter Ladung von Kalkutta nach Marseille und das Lazarettschiff Dover=Castie(8271), das mit zwei großen Dampfern der Union=Castle= Linie in einem von zwei Zerstörern geleiteten Convoy fuhr. Die versenkten italienischen Segler waren: Trebonia Maria Antonia, Dinzenzio, Rosina, Natale Monsco, San Antonio di Padra, Dlege Ruszo, Angelo Padre, Luigi, Maria Gutsepppa und Rosa. Der Chef des Admiralstabes der Marine. 18 Schisfe untergegangen. Rotterdam, 13. Juni.„Maasbode“ verzeichnet den Untergang folgender Schiffei dänische: Streymoy, Crioy, Margrethe. Eise, Beinir, Britannia, Traveller, Biestir, Sabella und Janes; schwedische: Goeta, Thoren, Anion: englisches: Herioneth: französisches: Jeanne, Cordonnier; norwegische: Si. Sunniva und Scarpsmo. Ein amerikanischer Dampfer torpediert. Amsterdam, 13. Juni. Reuter meldet aus Washingion: Ein deutsches.Boot hat den bewoffneten amerikanischen Dampfer„Petroite“, 3510 Tonnen, torpediert. 120 Mann wurden gelandet, während zwei Boote mit Schiffbrüchigen noch vermißt werden. Der Luftkrieg. Belegung russischer Stützpunkte mit Bomben. Einige unserer Seeflugzeuggeschwader beegten am 10. Juni die russischen Stützpunkte Lebara und Arensburg erfolgreich mit zahlreichen Spreng= und Brandbomben. Ein Teil der miitätischen Anlagen ist nahezu völlig zerstört worden. Trotz äußerst staiker Gegenwirkang sind die beteiligten Flugzeuge ohne Verluste oder Beschädigungen zurückgekehrt. Politische Rundschau. (9 Dao Kaiserpaar in Karlsruhe. Der Kaiser und die Katserin sind, wie die„Doss. Zig.“ aus Karlsruhe meldet, dort am Montag vormittag zu einem kurzen Besuch der großherzoglichen Herrschaften eingetroffen. Im Residenzschloß fand im Laufe des Vormittags Frühstückstasel statt. Nachmittags 2 Uhr 20 Min. fuhr das Kaiserpaat im offenen Wagen nach dem Bahnhof, um sich zu kurzem Besuch zu dem jungvermählten Prinzen Joachim von Preußen zu begeben. Das Kaiserpaat, das von den großherzoglichen Herrschaften und der Königin von Schweden zur Bahn geleitet wurde, war auf der Fahrt Gegenstand begeisterter Kundgebungen des spalierbildenden Publikums. () Eine„Kapitals"=Ente. Ein Schlaglicht auf das Treiben der seindlichen Agenten wirst eine Rotiz, die gegenwärtig durch die neutrale Presse läuft. Sie besagt, daß der Kaiser und Prinz Heinrich von Preußen erhebliche Kapitalien in amerikanischen Werten angelegt hätten. Früher haben solche Agenten in Deutschland bereits die Lüge verbreitet, gegen England werde mit Schonung Krieg geführt, weil der Kaiser Kapitalsanlagen in England habe. Auch der neue freche Schwindel gehört, so wird hierzu halbamtlich bemerkt, zur täglichen Arbeit der seindlichen Propaganda. Es wird im großen wie im kleinen weiter gelogen. (2) Eine neue Kriegsgesellschaft. Durch Bundesratsverordnung wird die gesamte Seisenindustrie zu einer Seifenherstellungs= und Vertriebs=Gesellschaft zusammengeschlossen, die unter anderem auch den Zweck verfolgt, die kleineren, jetzt völlig stilliegenden und später daher im Wettbewerb um so mehr benachteiligten Betriebe vor völliger Zugrunderichtung zu schützen (2 Elsaß=Lothringens Protest gegen Frankreich. In einer Rede zur Schlußsitzung der zweiten Kammer des elsaß=lotbringischen 42 (Nachdruck verboten.) „Nun, Annelise, hören Sie mich an: Ich, die blutjunge Baroneß, hatte sehr viel auszusetzen an dem fünfzigjährigen schwächlichen verlichen Mann, für den mein Vater bei mir warb, also ein Mann, der auch nicht entfernt mit meinem herrlichen jungen Bruder verglichen werden kann, und ich nahm ihn dennoch, Annelise, weil ich nicht an mich, sondern an die Meinen dachte, die ich so aus verzweifelter Notlage befreite.“ „Und an den edelmütigen Mann, der Ihnen hierzu die Macht verlieh, dachten Sie gar nicht?“ „Er wurde Vater eines schönen, begabten Sohnes,— zweifeln Sie, daß er sich glücklich schätze?“ „Aber Sie selber, Jella,— das Opfer hätte Sie nie gereut?“ „Das gehört nicht hierher, Annelise. Ich wollte Ihnen nur zeigen, was man über sich vermag, wo es das Heil der Nächsten gilt. Denken Sie noch einmal hierüber nach. Ich nehme Ihre wunderliche Ablehnung nicht ernst. Darum lasse ich Sie auch nicht gehen. Eines Tages werden Sie mir dennoch recht geben und meiner Besonnenheit danken. Ich lasse Sie nun aber auch nicht mit Harald zurück, Sie werden beide mit mir kommen, natürlich nicht nach Insterburg, das gebe ich vorläusig auf. Es mag sich indes ein späteres Zusammentreffen mit Lothar ermöglichen; er soll schon Gelegenheit haben, nun für sich selber zu sprechen, und dann wird meine kleine strupulöse Schwester froh sein, daß ich sie nicht so P rasch fallen ließ, wie sie es eigentlich verdiente. Nun, Annelise, wollen Sie noch im Ernst von ins geben?“ „Ich bleit“, dürfen Sie miquälen, gnädige darum.“ be“ sagte das Mädchen leise.„Nur ich nicht wieder mit diesen Dingen Frau, ich bitte — dringend „Nicht ich, Lothar mag seine Sache selber führen.“ Annelise atméte leichter. Damit schien ihr viel gewonnen; denn nun standen beruhigende Möglichkeiten in ihrem gemarterten Gemüt auf. Es war kaum anzunehmen, daß der Assessor, soeben erst im Amt, so bald schon Reiseurlaub erhalten würde, und blieben sie wirklich den Sommer hindurch bis zu den Gerichtsferien unterwegs und er gesellte sich im Herbst zu ihnen, so lag es doch wohl in ihrer Macht, es gar nicht zu der entscheidenden Frage kommen zu lassen. Ach, mit ihm, dem guten Freunde, würde sie schon fertig werden, ohne ihm allzu wehe zu tun. Er würde schon einsehen, daß sie ihm gar nicht notwendig sei. Seltsam nur, daß seine Schwester sich so hartnäckig darauf steifte. Es wurde Annelise fast ein unheimliches Rätsel. „Was sieht sie denn in mir? Eine Null, ein Nichts bin ich, an das jener— ja, jener Klüven nicht mal den kleinsten Gedanken mehr verschwendet.“ Darin irrte Annelise. Vollrads Gedanken kreisten vielmehr unaufhörlich um das Mädchen, dem sein Herz vom ersten Sehen an zugestreb war. Aber neben dieser süßen, warmen Liebe stand jetzt ein beschämender Fehl und eine hoffnungslose Resignation. Das waren harte Wächter, die hüteten die arme sehnende Liebe, daß ihr kein Ruf entschlüpfe. So litt er um dieses glücklosen Gefühls willen, aber nicht völlig vermochte es ihn umzuwerfen. Denn er war ein Mann, der eben noch anderes zu tun hatte, als seinen verwirkten Paradiesträumen nachzuhängen. Er war ja nicht mehr der unbekümmerte Tagedieb, sondern fand in der Arbeit seines Lebens ernste wichtigste Aufgabe und löste sie mit Eifer und Geschick, mit aller Kraft seines nun aufgerüttelten Erwerbsgeistes. Es regte sich in ihm nun doch das Blut seiner Vorfahren, die sich durch einen weltumfassenden Großhandel einen Wirkungskreis geschaffen, der ihnen nahezu eine weltbeherrschende Macht verliehen. Und wenn er, der entgleiste Letzte seines einst so angesehenen Stammes, auch niemals erreichen würde, was Generationen erwirkt, er freute sich nun doch dieses versprengten Tropfen Ahnenblutes als eines Erbes, das ihm äußerliche Katastrophen nicht mehr rauben konnten, weil er es als ureigensten Besitz in Hirn und Nerven spürte. Mit der staunenden Freude hierüber bewegte ihn zugleich ein weitstrebender Ehrgeiz, der ihm über die bitterste Herzensnot forthalf. So dachte er auch nicht, seine kaufmännische Laufbahn in der Firma Brügge zu beschließen. Das hieß mancherlei Konflikte heraufbeschwören, die er besser vermied. Sie sollten ihn nicht mnen, nun er die Schwingen wachsen fühlte. Ein Schmerz wär's doch gewesen, in Annelise die Schwägerin des Chefs zu sehen, ihr als solcher unvermeidlich oft zu begegnen. Sollte er sie, dem in alle Ewigkeit aussetzen? Und Jella Brügge? War sie nicht das schlimmere Uebel? Selbsterhaltung sowohl als Selbstachtung geboten ihm, die gefährliche Frau zu meiden. Ja, es war auf alle Fälle nun das Geratenste, seine Beziehungen zu dem Chef in nicht allzu ferner Zeit unauffällig zu lösen. So hatte er auch jetzt den ihm geradezu anbefohlenen Besuch in der Villa unterlassen. Da war die Kommerzienrätin eines Tages, es mochte nahezu zwei Wochen nach der Begegnung in den Anlagen sein, im Kontor erschienen, das sie seines Wissens nie zuvor betreten. Ihr Kommen mußte in der Tat ungewöhnlich befremdend sein, denn das ganze Personal hatte staunend den Hals gereckt. Reichmann war, dem ersten Buchhalter zuvorkommend, ihr diensteifrig entgegengetreten. Und er, der mürrische Tölpel, konnte jetzt höflich und geschmeidig sein, indem er ohne Stocken bemerkte, Herr Kommerzienrat sei nicht anwesend, wenn die gnädige Frau vielleicht etwas zu bestellen habe——— Bewahre, sie komme gerade im Auftrage ihres Gatten, den heftige Nervenschmerzen wieder einmal ans Haus fesselten. Er wünsche nun ein bestimmtes Schriftstück, das Herr Klüven kenne. Dieser möge so freundlich sein, es ihr einzuhändigen. Es befände sich in ihres Mannes Schreibtisch, den Schlüssel habe sie mitgebracht. So zitiert, konnte sich Vollrad nicht länger hinter dem Bücherwall verbergen, den er in spontaner Eile vor seinem Pultplatz aufgerichtet hatte, als er zu seinem atemlosen Schreck das kommerzienrätliche Coupé vorfahren und Frau Jella ihm entsteigen sah. Wenn Reichmann, der jetzt wieder sein mokantes Lächeln aufsetzte, geahnt hätte, wie lustlos Vollrad alsdann der schönen Frau in des Chefs Privatzimmer folgte! Es war indes kein nichtiger Vorwand, wie er zunächst vermutete, die junge Frau wollte tatsächlich ein wichtiges Dokument in Empfang nehmen. Nämlich, wie sie nun sagte, einen Erlaß ihres Mannes zugunsten Fräulein Overlachs, den er auf ihren besonderen Wunsch verfügt habe. Sie wolle es sich nicht nehmen lassen, ihres Bruders Braut, die sie wie eine Schwester liebe, würdig auszustatten. Das reizende liebe Mädel habe ja nur den einen Fehler, besitzlos zu sein, nun, und den könne man Gott sei Dank remedieren. — Ein Besticheng fole kißverständ nis. „Arrestant, Sie haben eine Wiese betreten, deren Betreten durch eine Warnungstafel verboten ist. Sie erhalten Wählen Eies Arrestant: n Mack die finf Mask aus u— vestant:„Dann bite ich mir leber ndlags beionte Ped sung Elsaß=Lothring ter den gegnerische gende Stelle einnim bewissenspflicht, zu Uhringische Volk de illen dieses entsetzli sird, mit aller Entse schis anderes erstreb ugehörigkeit zum #relle, wirtschaftliche #ter vollster Aufrecht igenart zu pflegen: ste Beifall aller P lesten Wahlrechts Biperschaft bewies, birkliche Aeinung de usdruck gebracht wi Au FrPoincar Pariser Meldung eine schweie Erschütter Danach wird diese Ei der Geheimverträge 8 bändeten eng verknün Poincaré auch mit d Regierung, und zwar Minister des Aeußere bgeschlossen hat. Re #i die russische Regte hlossen, diese Geheim alte es in Paris nich seaté im Lause der pürde. Dann würde Fräsidenten gewählt outgeois-Caillaux di 100 Milliard Der Bericht des kammer über die vo britte Dierteljahr 1917 huß berechnet die Franken, während die Franken forderte. So Keiegsbeginn 93 Mill vorschüsse an die Alliier ewilligt haben. Dato, spanische Reuter meldet au Auftrag zur Bildunge Edoardo Dalo, präsident, ist in der nehrsach hal er Mini Zeitlang auch den Do Daterlandes. Von## hilt er als ein Genie barker Denker. Die hätzt in ihm das Vo konomen und Sozio biedrigen Volksschicht bemokratischen Gesin von Gesetzen, die zi #ermsten gemacht wu Politisch ist er auf de die neben den Carliste nie nicht sehr gewog ber noch kein Progn nanches von der Zust Rabinetts abhängen u Das neue Die Zusammen st solgende: Vorsitz uis Lema, Justiz: pilän Primo Rioer Inneres: Sanchez C Oeffentliche Atbeiten Andrade. Oatoe „Progres de L Dato erklärte, die althergebrachte Pol das Land und die blick habe er seine können. Er hoffe, sich zu haben, ganz lichen Schwierigkeit von den Anhäugern nommen worden. veranstaltet und ein der den Charaktere wird Maura ausge sseiner Anhänger an Tor § Annen, 14. J lussicht.) Wie verlau Klagen aus den meist über die mangelhafte brotes die verantworllt in eine Prüsung der 2 verständige einzutreten. I. S Annen, 14 esi unr v. 4 der neuetlichen Fkanzlers über die 9 von Druckpapier### aber nur das Grat Extrablättern, das 1 jeder Gastwirt mit 4Zeitungen in seine bsherr vil— e. ier uund bei der Geueier überlastelen Aounehmen. Muß do Teil mit ungeschultel * ten Weizen nach (5310), mit unnach Marseille stie(8271), das er Union=Castle= flörern geleiteten ilienischen Segler onia, Dinzenzio, nionio di Padra, tgi, Maria Gutder Marine. ingen. Maasbode“ verder Schiffei däreihe, Eise, Beiir, Sabella und Thoren, Anton; sches: Jeanne, Sunniva und #r torpediert. Reuter meldet es U. Boot dampfer„Petrot. 120 Mann soote mit Schiffgenhte wdt geschwader begen Stützpunkte mit zahlreichen n Teil der mivöllig zerstört Gegenwirkung ne Verluste oder schau. arlsruhe. Der die„Doss. Zig.“ Montag vorder großherzogIm Residenzags Frühstücks20 Min. fuhr gen nach dem c zu dem jungPreußen zu beden großherKönigin von se, war auf der idgebungen des Ein Schlaglichen Agenten durch die neusaß der Kaiser eußen erhebWerten angee Agenten in rbreitet, gegen eg geführt, weil England habe. ehört, so wird iglichen Arbeit pird im großen lschaft. Durch esamte Seisengs= und Verssen, die unter die kleineren, daher im WettBetriebe vor en. rotest gegen Schlußsitzung =lotbringischen id er, der ich und geen bemerkte, send, wenn zu bestellen m Auftrage erzen wieder sünsche nun err Klüven sein, es ihr res Mannes mitgebracht. nicht länger den er in aufgerichtet Schreck das und Frau vieder sein hätte, wie n Frau in rwand, wie rau wollte n Empfang igte, einen ulein OverBunsch vermen lassen, Schwester ja nur den , und den R. 1 vol. Oridnorscher: deren Betreten . Sie erhalt #ndlags beionte Präsident Ricklin, daß die LosBsung Elsaß=Lothringens vom Deutschen Reich ##ter den gegnertschen Keiegszielen eine hervorOgende Stelle einnimmt. Daher halte er es für bewissenspflicht, zu erkläcen, daß das elsaßbhringische Volk den Gedanken, daß um seinetbillen dieses entsetzliche Blutvergießen fortgesetzt bird, mit aller Entschiedenheit zurückweist und Schis anderes erstrebt, als in seiner unlösbaren Zugehörigkeit zum Deutschen Reiche seine kul#relle, wirtschaftliche und staatsrechtliche Zukunft #ter vollster Aufrechterhaltung seiner berechtigten Ugenart zu pflegen und zu sördern. Der lebhste Beifall aller Parteien der auf Grund des leiesten Wahlrechts gewählten parlamentarischen Siperschaft bewies, daß mit diesen Worten die wirkliche Meinung der gesamten Reichslande zum usdruck gebracht wurde. 5RN.8 □ 5 ---eröcheäche der fünf Mark. le ich mir lieber Ausland. Frankreich. Poincaré amtomüde? Pariser Meldungen berichten neuerdings über eine schweie Erschütterung der Stellung Poincarés. Danach wird diese Erschütterung mit der Frage der Geheimverträge Frankreichs mit seinen Ver#ndeten eng verknüpft. Es scheint nämlich, daß Poincaré auch mit der russischen provisorischen Regierung, und zwar zu jener Zeit, als Miljukow Kinister des Aeußeren war, neue Geheimverträge abgeschlossen hat. Nach dem Sturze Miljukows bi die russische Regierung jedoch nicht mehr entschlossen, diese Geheimverträge zu achten. Man halte es in Paris nicht für unmöglich, daß Pomcaié im Lause der nächsten Woche zurücktreten pürde. Dann würde wahrscheinlich Ribot zum Präsidenten gewählt werden und ein Ministerium Poutgeois-Caillaux die Regierung übernehmen. 100 Milliarden Franken voll. Der Bericht des Haushaltsausschusses der Tammer über die vorläufigen Keedite für das britte Dierteljahr 1917 ist fertiggestellt. Der Auschuß berechnet die Kredite auf 9071330000 franken, während die Regierung 9843272000 franken forderte. So wird die Kammer seit keiegsbeginn 93 Milliarden, mit Einschluß der dorschüsse an die Alliierten 100 Milliarden Franken willigt haben. Spanien. Dato, spanischer Ministerpräsident. Reuter meldet aus Madrid: Dato hat den Auftrag zur Bildung eines Kabinelts angenommen. Edoardo Dalo, Spaniens neuer Ministerpräsident, ist in der Politik kein Neuling. Schon mehrsach hal er Ministerposten bekleidet und eine Zeitlang auch den Vorsitz in der Kammer seines Daterlandes. Von Haus aus akademischer Lehrer, ilt er als ein Genie der Redekunst und als harker Denker. Die elegante Welt hinwieder hätzt in ihm das Vorbild musterhafter Nationalkonomen und Soziologen Spaniens, und die biedrigen Volksschichten lieben ihn wegen seiner semokratischen Gesinnung. Eine ganze Reihe von Gesetzen, die zugunsten der Armen und lermsten gemacht wurden, tragen seinen Ramen. Politisch ist er auf der Seite der Konservativen, die neben den Carlisten und Klerikalen der Ensonte nicht sehr gewogen sind. Damit wollen wir ber noch kein Prognostikon stellen, weil ja noch nanches von der Zusammensetzung des ganzen kabinetts abhängen wird. Das neue spanische Kabinett. Die Zusammensetzung des neuen Kabinelts st solgende: Dorsitz: Daio, Auswärtiges: Maruis Lema, Justiz: Burgos, Keieg: Generalkapilän Primo Rioera, Marine: General Flores, Inneres: Sanchez Guerra, Finanzen: Bugallal, Oeffentliche Arbeiten: Dicomte Eza, Unterricht: Aindrade. Die englische Durchbruchsschlacht in Flandern, mit ihren gewaltigen Anftürmen gegen die deutsche Front südlich Ypern bis zum Ploegsteert=Wald, ist zum Stehen gekommen. An unseren unerschütterlichen Linien brachen die englischen Divisionen und Regimenter zusammen. Unsere Kartenskizze gibt von dem Kampfgelände und der geringen Froniveränderung einen guten Ueberblick. § Annen, 14. Juni.(Prüsung der Glocken.) So manche Glocke, die uns zu sestlichen und ernsten Gelegenheiten rief, deren Klang allen denen, die sie dabei vernommen haben, unvergeßlich ist, muß in nächster Zeit den Weg aus ihrer lustigen Höhe zur Erde antreten, um gemäß den getroffenen Enteignungsmaßregeln zu militärischen Zwecken zu dienen. Nach einer neuerlichen Verfügung des Heren Obeepräsidenten darf übrigens keine Glocke zerschlagen werden, ehe nicht ein Gutachten über ihre Entbehrlichkeit auf Grund einer Nachprüsung durch einen Sachverständigen vorgelegen hat. Am Dienstag nachmittag wurden auch die Glocken der hiesigen evang. Kirche durch den Sachverständigen Musikdirektor Holtschneider zu Dortmund einer Klangprobe unterzogen. Wie wir hören, lautete das Arteil dahin, daß die Glocken nicht ganz in harmonischem Einklang befunden wurden, dagegen ist Aussicht vorhanden, daß uns die mittlere Glocke ihrer besonderen Tonschönheit wegen erhalten bleiben wird. So ziehen die Glocken dann demnächst von ihrem erhabenen Platze, an dem sie der Kirche und dem Glauben dienten, herab in die Schlachtfelder. Sie dienen auch dort dem Großen und Edlen, der Freiheit und Größe des Daterlandes, bis sie zutückkehren zum Preis von Sieg und Ruhm, von Gottes Hilfe. Datos Politik. „Progres de Lyon“ meldet aus Madrid: Dato erklärte, die konservative Partei werde ihre kalthergebrachte Polstik sortsetzen. In diesem für das Land und die Monarchte schwierigen Augenblick habe er seine Mitwiekung nicht versagen können. Er hoffe, die öffentliche Meinung für sich zu haben, ganz besonders bei den augenblicklichen Schwierigkeiten. Die Lösung der Krise sei on den Anhäugern Mauras nicht gut aufgeommen worden. Sie hätten Kundgebungen veranstaltet und einen Beief an Maura geschick. dei den Charakter eines Ultimalums habe. Darin wird Maura aufgefordert, sich dem Einspruch seiner Anhänger anzuschließen. Lokales. § Annen, 14. Juni.(Brotverbesserung in Aussicht.) Wie verlautet, haben die berechtigten Klagen aus den meisten Städten des Westens über die mangelhafte Bischaffenheit des Kriegsbrotes die verantwortliche Reichostelle veranlaßt, in eine Prüsung der Angelegenheit durch Sachverständige einzutreten. § Annen, 14. Juni.(Das Auslegen oder Aushängen von Zeitungen) in Restaurants ist nach der neuerlichen Bekanntmachung des Reichskanzlers über die Beschränkung des Verbrauchs von Druckpapier verboten. Das Verbot belrifft e i Oedentdien un Setinger und ablättern, das untersagt ist. Im übrigen kann per Gastwirt mit den von ihm abonnierten Zeitungen in seinen Wirtschaftsräumen machen, er will.— Es empfiehlt sich, die Zeitungsbestellung bei der Post zeitig zu machen, um dieser überlasteten Behörde ein Stück Arbeit abgnehmen. Muß doch die Post zum vicht ggringen Tell mit ungeschulten weiblichen Kräften tänch sein. —(Für die Versorgung der Haushaltungen mit Beeren und Obst) ergeben sich berechtigte Besorgnisse, wenn man sieht, wie die Maimeladenfabriken ganz Deutschlands mit allen Kräften bemüht sind, sich möglichst große Vorräte zu sichern. In dem in Braunschweig erscheinenden Gemüse= und Obstanzeiger bestreben sich gegen 60 Marmeladenfabriken und sonstige Großhandelsfirmen, Rhabarber, Erdbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Preißelbeeren, Kirschen, Aepfel usw. zentner= und waggonweise zu kaufen. Es erscheint dringend notwendig, daß die berufenen Reichs= und Landesstellen dieser Erscheinung Ausmerksamkeit schenken, da sonst zu befürchten ist, daß das für jeden Haushalt jetzt besonders wichtige Frischobst nicht in ausreichender Menge, dagegen aber Konserven zu entsprechend höheren Preisen zu haben sind. § Annen, 14. Juni.(An die Hilfsdienstpflichtigen.)„Diejenigen Hilfsdienstpflichtigen, die vom Einberufungsausschusse schriftlich ausgesordert werden, bei einer im vaterländischen Hilssdienst tätigen Stelle Beschäftigung zu suchen, sind verpflichtet, dem Einberusungsausschusse sofort Muteilung zu machen, wenn sie nach Empfang der Aufforderung eine solche Beschäftigung erhalten. Sie haben sich dazu der dem Aufforderungsschreiben beiliegenden Postkarte unter entsprechender Ausfüllung des Vordrucks zu bedienen.“ § Annen, 14 Juni.(59 Pfg.=Stück; aus Eisen.) In der letzten Sitzung des Bundesrats gelangte u. a. zur Annahme ein Eatwurf betr. Prägung von 10 Millionen Mark 50 Pfennigstücken aus Eisen. Fr Annen, 14. Juni.(Verbotener Verkehr mit Kriegsgesangenen.) Die Arbeiterin Olejnek war vom Schöffengericht wegen verbotenen Verkehrs mit Kriegsgefangenen zu 3 Wochen Gesängnis verurteilt worden, da es würdelos von einer deutschen Frau sei, mit den Feinden des Daterlandes gemeinsame Sache zu machen. Die Bochumer Sicaskammer verwarf die von der Angeklagten eingelegte Berusung. § Annen, 14. Juni.(Das Eiserne Kreuz) erhielt der Gefreite Olto Luka, Sohn des Fabrikarbeiters Andreas Luka, wohnhaft Hohestraße 35 § Annen, 14. Juni.(Der dramatische Verein„Fidelio“) veranstaltet am Sonntag im Saale des Herrn Helle eine nochmalige Aufführung des wirkungsvollen Schauspiels„Wenn die Friedensglocken läuten“. Der Andrang zu der ersten Aufführung war bekanntlich so stark, daß nicht alle Besucher der Vorstellung beiwohnen konnten. Die ganze Darstellung durch die Mitglieder des dramatischen Vereins„Fidelto“ ist auch sehr lobenswert und berechtigt zu der Annahme, daß die letzte Aufführung am Sonntag gleichfalls gut besucht sein wird. Marten, 14. Juni.(Tödlicher Unfall.) Auf Schacht 2/3 der Zeche„Germania“ stürzie der Hauer Stanislaus Talarowski, Roonstr. 26, einen Ausbruch hinab und wurde deratt schwer verletzt, daß er sofort lot war. Kley, 13. Juni.(Auszeichnung.) Der Krastfahrer Willy Flunkert hierselbst. Sohn des Schlossermeisters Heinr. Flunkert, eihielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Provinzielle Nachrichten. Witten, 13. Juni.(Um die Milchversorgung) für den kommenden Winter sicher zu stellen, will die Stadt 100 gute Milchkühe für diesen Zweck einstallen und unterhalten. —(Die sommerliche Heuernte) hat bei bester Witterung auf den Ruhrwiesen eingesetzt. Sie wird sich, wenn die Witterung günstig bleibt, glatt vollziehen und ein voll befriedigendes Ergebnis zeitigen. Dortmund, 13. Juni.(Todessprung aus einem fahrenden Zuge.) Bei einem Stellwerk oberhalb des Bahnhofs Stralau=Rummelsburg sprang die 12 Jahre alte Schülerin Paula Ladda aus Lütgendortmund aus einem nach dem Rangierbahnhose fahrenden Leerzuge. schlug mit dem Kopfe auf die Schienen eines Rebengleises und erlitt einen schweren Schädelbruch, so daß sie kurz danach starb. Das Kind gehörte zu einer nach Ostpreußen fahrenden Fersenkolonie, die auf dem Schlesischen Bahnhof in Berlin umsteigen mußte. Hattingen, 13. Juni.(Wurstvergistung.) In Bredenscheid ist der Fabrikant Meckenstock nach dem Genuß von Fischwurst, die hier als frische Ware verkauft worden war, gestorben. Ein siebzehnjähriger Sohn des Verstorbenen, der nach dem Genuß der Wurst gleichfalls erkrankt war, befindet sich auf dem Wege der B sserung. Herne, 13 Mai.(Bergral Lindner+) Der Generaldirektor der Bergwertzsgesellschaft „Hibernia“ in Herne, Königlicher Bergrat Lindner, ist hier heute im Alter von 60 Jahren nach mehrmonatigem Kranksein gestorden. Bergrat Lindner war ein Beuder des Fabrikanten Herrn Jul. Lindner in Witten. Herringen, 13. Juni.(Eine Verzweislungstat) beging die Frau des Bergmanns Stawolski von hier. Sie nahm am 6. Juni ihre Aus dem Gerichtssaal. Das Liebeopaketchen der Kriegerfrau. Das Schwurgericht in Rativor verurteilte die 23 jährige Kohlenhändlerin Frau Emilie Richter wegen Mordversuchs zu 5 Jahren Zuchthaus. Sie hatte in einem Feldpostpatzeichen ihrem Ehemann mit Strichnin bestrichenen Würselzucker und Kuchen geschickt. Die Sendung erhielt ein anderer Landsturmmann Richter, der bei derselben Kompagnie stand und der 14 Tage lang an Strichnin=Vergiftung im Lazarett lag. Neues aus aller Welt. — Ein angefochtenes Testament. Ein Sonderling, der Privatmann Hermann Knorr in Dresden, hinterließ im Jahre 1913 sein ganzes Erbe, das auf etwa 1 Mill. M. geschätzt wurde. dem Kaiser. Die Frau Knorts socht das Testament an, und jetzt ist ihr der gesetzliche Pflichtteil zugesprochen worden. — Ein schweres Unglück, dem drei Menschenleben zum Opfer fielen, hat sich in einem Dorf an der pfälzisch=elsässischen Grenze unwett Pirmasens zugetragen. Ein 15 jähriger Bauerssohn war in eine Jauchegrube gestiegen; als er nach längerer Zeit nicht zurückkehrte, stiegen ihm der Dater und die Mutter nach. Alle drei Personen wurden durch Gase betäubt und sanden den Tod in der Jauche. — Schreckenstat eines Landsturmmannes. Aus Gotha wird gemeldet: Der beurlaubte Landsturmmann, Gastwirt Bertling, erschoß seine sünf Kinder, verwundete durch mehrere Schüsse seine Frau, und brachte sich selbst schwere Verletzungen bei. — Bluttat eines russischen Kriegsgefangenen. Indem Dorse Seeburg bei Spandau hat ein russischer Kriegsgefangener eine Dienstmagd ermordet, die seine Liebesanträge abgewiesen hatte. Er wurde verhaftet. — Schweres Eisenbahnunglück in Rußland. In der Nähe der Station Grozdony entgleiste auf bisher unaufgeklärte Weise ein vollbesetzter Personenzug, wobei sieben Wagen zertrümmert wurden. 38 Personen wurden etötel, 78 schwer verletzt. Kurz nach der Katastrophe erschtenen Bandtien und raubten die Fahrgäste aus. — Grubenunglück in Amerika. Rach Pariser Blättermeldungen brach durch Explosion einer Lampe in einer der reichsten Kupfergraben Amerikas im Staate Montana Feuer aus, das surchtbare Verheerungen verursachte. Bisher konnten 52 tote Arbeiter geborgen werden. jedoch werden noch 250 vermißt. Die Feuersbrunst erschweit die weitere Suche. wolsat von hier. Sie nahm am 8. Juni vier Kinder mit an den Lippe=Seitenkanal und Aoquith, englischer Botschafter in Pario. sie der Weihe nach in die Elnten Darauf Basel, 12 Juni Nach einer Blsttto#wel nließ sie der Reihe nach in die Fiulen. Barauf sprang sie selbst nach und ertränkte sich. Während es gelang, die Jungen von 3 und 6 Jahren zu reiten, sind die Mädchen von 8 und 9 Jahren und die Mutter ertrunken. Kirchhellen, 13. Juni.(Die Kliche von Kirchhellen niedergebrannt.) Gestern Nachmittag entstand in der hiesigen uralten Pfarrkirche ein Brand, der in einer Stunde das Gotteshaus vollständig in Asche legte. Die Essener Feuerwehr eille aus Automobilen herbei und konnte die umliegenden Häuser vor dem Feuer reiten. Das Feuer, das im Turm entstand, dürfte auf Funkenflug zurückzuführen sein. Die Wertgegenstände sind gerettet. Minden, 13 Juni.(15000 Mark gestohlen.) Einem Bauunternehmer wurde aus einem Wandschranke seines Schlafzimmers eine Geldkassette mit 15000 Mark, teils in barem Gelde, teils in Wertpopieren, gestohlen. Der Bestohlene wußte sich aber zu heisen; schnurstracks begab er sich zu einem 15jährigen Knecht, den er im Verdacht hatte und erhlelt tatsächlich sein ganzes Geld wieder. Soses, 10 Jani. Nach einer Giallermels dung ist zum Nachfolger des aus Gesundheitsrücksichten ins Peivatleben zurückkehrenden englischen Botschafters in Paris, Bertie, der vormalige Ministerpräsident Asquith ausersehen. Der arme Zar. Nach einer Meldung der„Birshewisa Wiedomosti“ ist bei der Kommission für die Resorm des russischen Heeres der aus Offizierkreisen stammende Antrag eingegangen, den früheren Zaren, den Obersten Romanoff ohne Pension und ohne Berechtigung, die Unisorm zu tragen. in den Ruhestand zu versetzen. Ein schleuniger Frieden dringend nötig. Haag, 13. Juni. Die Dorratskammern von England und Kanada sind, so schreibt die Daily News, bereits derartig erschöpst, daß der Boden zu sehen ist.„England hat von Kanada nichts mehr zu erwarten, da Kanada schon zur Rationietung der Lebensmittel übergegangen ist. und da man in einzelnen Gegenden des Landes für den kommenden Winter eine Hungersnot besürchtet.“ Das Blatt fragt, was geschehen soll, wenn die Scheuern des Landes für England geBeim Baden im Rhein ertrank ein 15 jähriger Knabe. Ein auf Urlaub weilender Soldat, der dem Eitrinkenden nachsprang, um ihn zu reiten, verschwand gleichsalls in den Wellen. Düsseldorf, 13. Juni.(Auch 2 Millionen Hinterlegung nützt nichts.) Durch den Beschluß der Straskammer war der wegen Kriegswucher verhaftete Kommerzienrat Hermann Schöndorf gegen Hinterlegung einer Sicherheit von 2 Millionen Maik vorläufig aus der Hast entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft erbob gegen diesen Beschluß der Strafkammer Beschwerde. Das Oberlandesgericht hat den Beschluß der Strafkammer aufgehoben. Schöndorf wurde gestern wieder in Hast genommen Jugend=Kompagnie Annen. Freitag, den 15. Juni. Antreten 8 Uhr Bahnhof Süd. Aomarsch 8¼ Uhr. Die Leiter. ernähren, und daher sei ein schleuniger Frieden dringend nötig. Spmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Neubestellungen auf die„Annener Zeitung“ nehmen unsere Voten und die Seschäftestelle zu jeder Zeit entgegen.**** Die Geschältsstelle K Holon— Und Schmucksachen Moderne Colliers, medaillono, Anhänger in jeder Art, Damenringe und Herrenringe in den modernsten Formen, Broschen und Ohrgehänge, Armbänder, Kreuze, Vorstecknadeln, Damen= und Herren=Uhrketten in 10 verschiedenen Qualitäten, Beillaut=Ringe, Brillant=Broschen, Beillant=Ohrgehänge ete.—————— Sehr große Auswahl!: Billigste Preise! A. Eick& Comp. Balkenstraße 36—38 Dortmund Balkenstraße 36—38 beim Bezirks=Kommando. * Gott, dem Allmächtigen, hat es in seinem unerforschlichen Ratschluß gefallen, meinen über alles geliebten Mann, unsern treusorgenden, guten Vater, unsern lieben Bruder, Schwager und Onkel, den Dergrat Weinrich Eiküher Generaldirektor der Bergwerksgesellschaft Hibernia zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Er ist heute morgen nach längerem mit großer Geduld ertragenem Leiden, nach 28jähriger glücklicher Ehe, Jahren sanft entschlafen. im Alter von 60 Im Namen der fieffrauernden Hinterbliebenen: Helene Lindner geb. Uhlenberg Hans Lindner Dr. jur., Regierungsassessor Margarit Lindner. Nach Gottes unerforschlichem Ratschlusse verschied sanft und gottergeben im festen Glauben an ihren Erlöser heute abend 1o Uhr nach langem schweren in Geduld ertragenem Leiden, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frad Aie. Bieur. Berhsinann Karoline geb. Schulte im vollendeten 7o. Lebensjahre. Mit der Bitte um stille Teilnahme Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Hugo Bernamann. Familie Wilb. Schulte. Annen, den 12. Juni 1917. Grarschneiden D Anzeigegebüh Rolonelzeile ode — Reklam 1 — ndeuet nimmt an Ardeystr. No. 11. TabakStaub 3 Die Beerdigung findet am Samstag, den 16. d.., nachm. Uhr vom Sterbehause, Hüllberg No. 1, aus statt. tterne, Krotoschin(Bez. Posen), den 13. Juni 1917. bestes Mittel gegen Ungeziefer empfiehlt Theeder Wilke. Nr. 75 Tenunntnüchung Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause, Haus Schamrock, aus statt. Statt besonderer Anzeige. Jer. 31. V. 3. ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Es hat Gott dem Allmächtigen in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, am Dienstag, den 12. Juni unsern innigstgeliebten Sohn und Bruder, Enkel, Neffen und Vetter, den Obertertianer Pauf Lchernen nach 9 wöchigem mit großer Geduld nem Leiden zu sich zu nehmen. ertrageFür die Zeit vom 10. Iuni bis 16. Juni 1917 werden auf den Kopf der Bevölkerung 60 Gr. Inlandsbutter an die Annener Einwohner geg. Vorlage der Speisefettmarken in den hiesigen Butterhandlungen verkauft. Der Verkauf erfolgt am Freitag dieser Woche nachmittags von 3 Uhr ab an Hand der Kundenlisten. Lebensmittelkarte vorlegen. Annen, den 14. Juni 1917. Der Amtmann: I. Schwalbenbach. Am Dienstag morgen 6 Uhr entschlief sanft nach kurzer schwerer KrankTöchterchen In tiefster Trauer: Dr. Hünerhoff, Oberstabsarzt d.., z. Zt. i. Felde, Lenchen Hünerhoff, geb. Engeling, Ernst Hünerhoff, Lotti Hünerhoff, Familie Lehrer Teller. heit unser liebes einziges Lilienthal, 12. Juni 1917. Bremen, Davos, Annen, den Bthuun im zarten Alter von i1 Monaten. In tiefer Trauer: Heinrich Kamp und Frau Emma geb. Schlenkermann. Familie August Kamp „ Fritz Schlenkermann. Annen, den 12. Juni 1917. werden ab Sonnabend, den 16. Juni er. in den hiesigen Kolonialwarengeschäften an Hand der Kundenlisten mit 1 Stück pro Kopf der Bevölkerung abgegeben. Preio ped Würsel 10 Pfg. Lebensmittelkarte ist vorzulegen. Die Geschäftsleute holen die Mengen Freitag, den 15. Juni cr. vormittags von—9 Uhr im Amtshause ab. Vekanntmachung. Erzeugerpreise für Früh=Gemüse. Die Beerdigung findet Freitag, den 15. Juni, nachm. 3 Uhr, in Lilienthal statt. Dem hiesigen Vaterländischen Frauen=Verein ist ein Posten Strickwolle zur Anfertigung von Socken überwiesen worden. Diejenigen Kriegerfrauen, welche bereit sind, bei Anfertigung dieser Socken gegenentsprechende Bezahlung mitzuwirken, können die Wolle und die näheren Anweisungen über die Anfertigung der Strümpfe bei den nachstehend genannten Vorstandsdamen des hiesigen Vaterländischen Frauenvereins: 1. Frau Pfarrer Brasse, 2.„ Direktor Ducoffre, 3.„ Rector Manitius, 4.„ Prokurist Ruhfus, 5. Frl. Lehrerin Köster, 6.„„ Monscheid entgegennehmen. Annen, den 13. Juni 1917. Namens des Vaterländischen Frauen=Vereins. Der Amtmann: I..: Schwalbenbach. Für das Lohnbüro eines hiesigen Werkes auf sofort ein Zehrung gesucht. Gute Schulbildung u. schöne Handschrift Bedingung. Angeb unter H. b. 100 an die Geschäftsstelle. Maschihenterher gesucht. Giesserei Vorhalle, Wer erteilt meiner Tochter Unterricht im Mandoline=Spielen? Anton Kosmann, Untere Rüdinghauserstr. 7 Sämtl. Bäcker, Konditoren, sowie Verkaufsstellen von Brot, Kuchen oder sonstigen Backwaren sind verpflichtet, die Anordnung betr. Herstellungsverbot von Kuchen und Torten in den Betriebs= und Verkaufsräumen auszuhängen. Preis 25 Pfg. Zu haben in der Buchhandl. Küching. Kohspargelversand an Private per Silgut unter Nachnahme in 50 Pfd.= 80 Pfd. und Zeutnerverpackungen. Artbur Lange, Prannschwetz Postfach 55 Telephon 4263. 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Verkauft der Erzeuger unmittelbar an den Verbraucher und liefert er die Ware auf seine Rechnung und Gefahr an den Be stimmungsort, z. B. den Markt oder die Wohnung des Verbrauchers, so darf er dem Großhandelspreis den Kleinhandelszuschlag hinzusetzen.(Kleinhandelspreis). Herford, den 29. Mai 1917. Wests. Prov, für Gemüse und Obst gez. v. Borries. Vorschriftomäßige Steuer=Reklamations= formnlare vorrätig bei Zuverlässiger Fritz Küching, Buchhandl. Wegen Krankheit des jetzigen suche ich ein tüchtiges Kacchrn Fritz Niermann, Witten, Ardeystraße 117. Veröffentlicht mit der Bemerkung, daß gemäß Rundschreiben der Reichsstelle für Gemüse und Obst vom 23. Mai 1917 vorstehende Bestimmung nur gilt, wenn Erzeugerstelle und Bestimmungsort nicht zusammenfallen. Hörde, den 2. Juni 1917. Der Landrat: gez. Dr. Luckhaus. den 15. Juni er., mittags 12 Uhr versteigere ich beim Wir Prünte in Annen: 1 Röhmoschine, 1 mehrere Betten u. a. öffentlich meistbietend gegen Varzahlung. Witten, 14. Juni 1917 GSeichteballzseher. gegen guten Lohn gesucht. Roos& Schulte, Annen. Neue Lebensmitteltaschen, fächerartig eingerichtet, fest verarbeitet und außerordentlich praktisch im Gebrauch, sind bei mir zu haben. Alle Karten können darin geordnet untergebracht werden. Preis 75 Pfg. sritz Rüching, Buchhdl. in größter Auswahl. Lewonstel witton. * Redaktion, Druck und Verlag von Fritz Küching, Annen Die Trag von E Tief sind die denkenden Mensch traurigen Schicksal niederttächtigen Griechenland und zwei Jahren betrof Heuchelei, Griechen zu schützen, habe Griechenland verge nikt und andere dem griechischen### den wichtigsten Te Auslieferungsforder nommen, außerdem fuhr beschränkt, und land geknebe tigung Griechenlan noch nicht genug. ganz in seinen Die lichung dieses schän König Konstantin, Flotte und die Me Volkes immer nock gegen. Wie ein m hat Konig Konstan Griechenlands und angekämpft, und Bürgerkrieg zu ver Punkten nachgegeb Vierverband verunglückte Kriegs retten, soll der alt Vierverbandes offen land mit List Bestechung der repi Führung des berüc Dienst des Vierver stärkste Hindernis Planes war aber i: Griechenlands Neu Konstantin. Da gi und auch Italien z drohten mit der Hauptstadt Athen: griechischen Hafens Konstantin nicht zu des Prinzen Alexani besetzten auch bereit in Epirus. Um ne Lande sern zu halt der Forderung des sprochen und zu G des Prinzen Alexai wird aber der Dier gewaltigungen Gri neuen Könige Alex der Vierverband di für sein Heer in sicher stehen in Aihe beoor. König Kon Der König Jahre 1913 erm Gtlechenland. Er 1889 mit der Pr Aus der Ehe sin wurde als erster auf griechischem B# Alhen am 3 Aug war von schnellem jähriger studierte Staatswissenschafte ordentliches Sprai zösisch, englisch gle griechisch sprechen. die er als Hauptma regiments begonne beim 2. Gardereg Kriegsakademie. griechischer Armeei gleich an die Reo gerüfteten Aimee mals und noch militärische, sonder schaft war. Im der Krieg gegen